Tätigkeitsbeschreibung: Wie sie Ihre Bewerbung aufwertet

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

Eine Tätigkeitsbeschreibung ist ein Instrument für Bewerber. Sie bietet sich an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat klare Vorteile…

Tätigkeitsbeschreibung: Wann brauche ich sie?

Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Das ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

Nun können Bewerber das Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim aktuellen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Ganz so irrelevant ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

Einem erfahrenen Personaler dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

Das gehört in die Tätigkeitsbeschreibung

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen würden.

Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

  • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
  • Offizieller Jobtitel
  • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
  • Ihre Leistungen und Erfolge
  • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
  • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten so aus:

Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie: „Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.“ Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine ähnliche Variante wie diese: „Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.“

Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

Projektleiter Digitalisierung
Vom 10.10.2016 bis 01.08.2018 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

Bitten Sie um Vertraulichkeit!

Tätigkeitsbeschreibung VertraulichkeitIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben zusätzlich um Vertraulichkeit!

Eine mögliche Formulierung wäre: „Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

4 Tipps für Ihre Tätigkeitsbeschreibung

Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

  • Realismus: Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.
  • Sachlichkeit: Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.
  • Professionalität: Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.
  • Einheitlichkeit: Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

Tätigkeit: Sie interessiert brennend

Nein, das ist nicht ironisch gemeint. Personaler interessieren sich sehr dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

Die Tätigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

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Bewerbungsgespräch Fehler: Diese 11 sind fatal!

Bewerbungsgespraech Fehler Tipps

Bewerbungsgespräch Fehler: Darüber ließen sich Romane schreiben. Es gibt kleine und große Missgeschicke. Dutzende Fettnäpfchen, Missgriffe und Patzer. Der eine Fauxpas zu viel – oder zu schwerwiegend – kann das vorzeitige Aus bedeuten. Traumjob adé! Aber wer sagt, dass Ihnen im Jobinterview ein dummer Lapsus unterlaufen muss? Bewerbungsgespräch Fehler: Wenn sie nicht so auftreten wie die 11 Typen, die wir Ihnen gleich vorstellen, haben Sie die größten Klippen umschifft…

Bewerbungsgespräch Fehler: Es gibt so viele

Ein Vorstellungsgespräch ist ein Slalomlauf. Links und rechts warten die Slalomstangen förmlich darauf, von Ihnen umgenietet und überfahren zu werden. Stets müssen Sie ausweichen, Gas geben und wieder abbremsen, um am Ende als Sieger dazustehen.

Da gibt es fiese Fangfragen des Personalers, ungeklärte Lücken im Lebenslauf oder nervöse Nesteleien mit den Händen. Fehler über Fehler über Fehler können Bewerber hier aneinanderreihen. Wer zu viele macht – oder die falschen – ist den Job los.

Dabei kann einem Arbeitgeber völlig egal sein, was dem anderen überaus wichtig ist. Ein paar Kardinalfehler aber sehen sie alle nicht gerne. Karrieresprung zeigt Ihnen, welche das sind.

Bewerbungsgespräch Fehler: Diese 11 Typen sollten Sie im Vorstellungsgespräch NICHT verkörpern:

Späti

Wenn schon der Eindruck von Ihnen VOR dem ersten Eindruck miserabel ist, dann ist es um die Bewerbung nicht gut bestellt. Miserabel ist er, wenn Sie zu spät zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

Pünktlichkeit hat oberste Priorität. Fahren Sie rechtzeitig los und planen Sie einen großzügigen Puffer ein, damit Sie für alle Eventualitäten gewappnet sind, die in Form von Staus oder Baustellen lauern.

Andererseits: Eine halbe Stunde vor Gesprächsbeginn sollten Sie auch nicht am Empfang aufschlagen. Das wirkt so, als hätten Sie sonst nichts zu tun, den Job ganz bitter nötig und würden alles, ja wirklich alles tun, um ihn zu kriegen. Keine gute Ausgangsposition!

Außerdem setzen Sie Ihren Gesprächspartner damit unter Druck, sich doch bitte zu beeilen. Er oder sie ist davon ganz sicher nicht begeistert. Deshalb: Wenn Sie viel zu früh da sind, bleiben Sie lieber noch 15 Minuten im Auto sitzen und spielen auf Ihrem Handy. Oder setzen Sie sich ins Café um die Ecke.

Tratschmaul

Schon beim Wort Smalltalk läuft es vielen eiskalt den Rücken runter. Ein Horror! Was sage ich nur zu diesem fremden Menschen?

Auf der anderen Seite gibt es die Typen, die völlig frei und ungezwungen drauflosquasseln. „Haben Sie da draußen auch diese Kids von Fridays for Future gesehen? Totale Spinner! Wissen Sie, ich habe neulich meine alte Waschmaschine ausgetauscht, weil die so einen hohen Verbrauch hatte. Aber Sie ahnen ja nicht, was…“ Sie merken schon: Freigiebiges Geplauder kann einen schnell in die Bredouille bringen. Wenn die Inhalte mit dem Weltbild des Gegenübers kollidieren. Oder wenn Sie schlicht zu viel Belangloses herausposaunen.

Natürlich sollen Sie weder einen Maulkorb tragen noch Ihre eigene Meinung zensieren. Mit Ihren Kollegen können Sie hinterher immer noch über Gott und die Welt philosophieren. Im Jobinterview aber ist es strategisch cleverer, sich zurückzuhalten.

Überlegen Sie sich zwei, drei smalltalk-taugliche Themen zum Einstieg, um im Notfall das Eis zu brechen. Ansonsten konzentrieren Sie sich lieber auf das Fachliche. Aber wer weiß, vielleicht verlangt Ihnen der Personaler noch die eine oder andere persönliche Frage ab. Dann können Sie immer noch loslegen, wenn Sie wollen…

Automat

Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie Informationen über das Unternehmen einholen. Dass Sie sich Rückfragen überlegen, Ihre Selbstpräsentation einstudieren und vernünftige Klamotten rauslegen.

Aber übertreiben sollten Sie es nicht. Lassen Sie Platz für Improvisation. Mut zur Lücke! Sie können sich nicht auf jede Frage hundertprozentig vorbereiten. Wer zu perfekt auftritt, dem fehlen die Ecken und Kanten. Und diese Ecken und Kanten sind es, die einen Bewerber attraktiv machen.

Nicht falsch verstehen: Vorbereitung ist wichtig. Gerade für Menschen, die weniger spontan sind. Aber wenn Sie am Ende wie ein Roboter Ihren Text aufsagen, haben Sie nichts gewonnen.

Tiefstapler

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter… Alter Spruch, aktuelle Gültigkeit. Understatement lässt auf einen angenehmen, integren und sympathischen Charakter schließen.

Zu dumm, dass Ihnen dies im Vorstellungsgespräch leider rein gar nichts bringt. Hier tragen Sie lieber zu dick als zu dünn auf. Immerhin will Ihr Gesprächspartner von Ihren Fähigkeiten überzeugt werden.

Was hätte ein Diego Maradona im Jobinterview gesagt? Nicht gesagt hätte er, dass er im Spiel gerne mal zu unfairen Mitteln greift (die Hand Gottes!), aber ansonsten ein ganz guter Spieler sei. Er hätte gesagt, dass er in der Lage ist, eine gesamte Weltmeisterschaft im Alleingang für sein Team zu gewinnen.

Die Wahrheit ist: Sie müssen sich verkaufen, selbstbewusst auftreten und vielleicht sogar ein bisschen angeben. Bis zur Toleranzgrenze! Sobald Selbstbewusstsein in Arroganz und Überheblichkeit umschlägt, winken Personaler innerlich ab. Aber auch erst dann.

Schweiger

Der Personaler spricht, ich antworte. So stellen sich viele Bewerber ein Vorstellungsgespräch vor. Falsche Vorstellung!

Verharren Sie nicht in der Rolle des passiven Zuhörers. Das Jobinterview ist ein Dialog, kein Verhör. Nicht nur das Unternehmen will erfahren, ob Sie die richtige Besetzung sind. Auch für Sie als Bewerber bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, mehr über die Firma zu erfahren.

Darum sollten Sie sich gute Rückfragen überlegen – und diese auch stellen. Sie demonstrieren so zudem Interesse und Neugier.

Eintreiber

In Zeiten des Fachkräftemangels haben begehrte Spezialisten mehr Verhandlungsspielraum als andere. Den dürfe und sollten sie auch nutzen.

Aber es geht im Vorstellungsgespräch nicht nur um Sie. Es geht auch um den Bedarf des Unternehmens. Darum, was es sich von Ihnen verspricht und welche Leistung es erwarten darf. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen – für Sie als Bewerber, aber eben auch für den Arbeitgeber.

Darum ist es so wichtig, Ihren Marktwert richtig einzuschätzen. Pokern Sie ruhig hoch und verkaufen Sie sich ja nicht unter Wert. Aber stellen sie keine exorbitant überzogenen und völlig abgehobenen Forderungen. Das Unternehmen wird Sie dann nicht einstellen – Fachkräftemangel hin oder her.

Außerdem wollen sie ja nicht gierig wirken. Und setzen sie dem Gesprächspartner nicht die Pistole auf die Brust. Nach dem Motto: Entweder ich kriege die zwei Tage Home Office pro Woche oder ich komme nicht. Verhandeln: ja, pauschal einfordern: nein.

Phrasendrescher

„Ich bin ungeduldig. Ein echter Teamplayer. Perfektionist.“ Gähn! Im Vorstellungsgespräch mutieren Bewerber gerne zu Phrasendreschern. Personaler aber haben schätzungsweise schon tausendmal die Adjektive motiviert, lernfähig und belastbar gehört. Dass die Bewerber etwas bewegen wollen oder eine neue Herausforderung suchen.

Logisch, Sie können nicht (Achtung Phrase!) das Rad neu erfinden. Wenn Sie wirklich gerne im Team arbeiten, dann erwähnen Sie das. Aber belegen Sie es anhand echter Beispiele aus Ihrem Arbeitsleben. So konkret wie möglich, damit sich Ihr Gegenüber etwas darunter vorstellen kann. Behaupten kann man schließlich vieles.

Darüber hinaus dürfen Sie natürlich auch gerne nach Vorteilen und Stärken suchen, die nicht so oft verwendet werden. Attribute, die Sie auszeichnen, die aber noch nicht ausgenudelt sind. Schließlich gilt es als Erfolgsrezept, neue Wege zu gehen, aus der Masse hervorzustechen, im Sport oder in der Kunst zum Beispiel. Wer einzigartig ist, erhöht seinen Wiedererkennungs- und Marktwert.

Egozentriker

Na klar, im Bewerbungsgespräch geht es um Sie und Ihre Qualitäten. Aber versuchen Sie dennoch, eine Verbindung zum Arbeitgeber in spé herzustellen. Welche Vorteile hat er von Ihnen?

Dass Sie so ein smarter und charmanter Typ sind, ist schön für Sie. Aber wie bringt es das Unternehmen voran? Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Er will eine konkrete Stelle besetzen mit einer Person, die spezielle Aufgaben übernimmt. Legen Sie also dar, wie Sie der Firma genau helfen können. Ihre Skills, Kenntnisse und Netzwerke können Sie zum Wohle der Firma einsetzen, indem Sie…

Der Personaler muss spüren, dass ein fähiger Kandidat auf ihn wartet, der die Firma weiterbringt. Und nicht einer, dem es nur um die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse geht, um den Dienstwagen oder das Eckbüro.

Wachsfigur

Manche halten die Körpersprache für überbewertet. Ihr Gesprächspartner im Jobinterview dürfte sie aber sehr ernst nehmen. Spielt ein Bewerber nervös mit seinen Händen herum, zeugt das von Unsicherheit – zumindest ist das die Botschaft, die ankommt.

Versuchen Sie also, Ihren Körper zu beherrschen. Aufrecht hinsetzen, Hände gefaltet in den Schoß legen, Blickkontakt halten. Kräftiger Händedruck, ebenso kräftige Stimme. Die sollten Sie auch aufrechthalten, wenn Sie mit einer unangenehmen Frage konfrontiert werden. Sie dürfen auch gerne gestikulieren und müssen nicht wie eine Wachsfigur auf Ihrem Platz kleben.

Ungünstig wäre, wenn Sie bei einer fiesen Fangfrage zusammenzucken, in Panik geraten oder anfangen zu stottern. Das können Sie vorher auch trainieren, mit Freunden oder vor dem Spiegel.

Schlumpergrete

Nachlässige Kleidung. Ein Anfängerfehler. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie überwerfen sollen, dann befolgen Sie die Regel: Lieber overdressed als underdressed. Im Zweifel den Anzug, Hosenanzug oder das Kostüm anziehen.

Selbstverständlich kommt es auf die Branche und das Unternehmen an. Bei einem Software-Startup dürfen Sie es ruhig wagen, sich im Hoodie als Entwickler vorzustellen. Ihre Einstellungschancen sind hoch – unabhängig vom Outfit. In der Finanzbranche geht es konservativer zu, in der Werbung kreativer. Der Einzelfall entscheidet.

Es geht aber nicht nur um den Dresscode: Sauber und fusselfrei sollte Ihre Kleidung sein – egal, um welche es sich handelt. Die Hygiene-Basics kennen Sie selbst: Fingernägel schneiden, Haare waschen, solche Dinge. Allerdings weiß nicht jeder, dass er selbst üblen Mundgeruch hat. Vorsichtshalber lieber ein paar Drops einwerfen?

Bedenken Sie: Ein klitzekleines Detail kann den Gesamteindruck völlig zunichte machen. Ein brauner Soßenfleck auf der Hinterseite Ihres Hemdes. Oder ein winziges, aber doch sichtbares Loch im Strumpf oder ein Hosenstall, den Sie vergessen haben zu schließen. Vor dem Jobinterview noch mal einen genauen Checkup durchführen!

Undankwart

Der letzte Eindruck hallt nach. Vergessen Sie nicht, sich zum Abschied noch einmal herzlich zu bedanken. Für das Gespräch und die Zeit, die man für Sie geopfert hat. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie das Gespräch verlaufen ist, ob es gut oder mies war. Ein aufrichtiger Dank gehört sich einfach.

Wer es versäumt, hinterlässt mindestens einen faden Nachgeschmack. Wenn Sie sich dagegen bedanken, wird der Personaler dies wertschätzen – und sie als Mensch mit guten Manieren in Erinnerung behalten.

Ein kleiner Baustein, der viel wert ist. Schließlich will man Leute einstellen, die sich zu benehmen wissen…

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Haben Sie sich noch woanders beworben?

Haben Sie sich noch woanders beworben

Haben sie sich noch woanders beworben? Manche Arbeitgeber wollen es von Ihnen im Vorstellungsgespräch wissen. Wenn Sie die erste und einzige Wahl sind, steigen schließlich auch ihre Chancen, vom Bewerber auserwählt zu werden. Auch Unternehmen haben Gefühle – und wollen die einzig wahre Liebe des Bewerbers sein. Aber wie reagieren Sie nun, wenn Ihnen der Personaler diese Frage stellt? Karrieresprung hat diese Vorschläge für Sie…

Haben Sie sich noch woanders beworben?

Der Arbeitgeber darf Sie das fragen. Wahrheitsgemäß antworten müssen Sie darauf nicht. In diesem Fall könnte man nämlich davon ausgehen, dass eine kleinen Notlüge Wunder wirkt.

Wenn Sie nämlich trotz weiterer Bewerbungen Ihrerseits sagen: „Nein, habe ich nicht. Ich möchte DIESE Stelle.“ Dann signalisieren Sie, dass es sich bei diesem Unternehmen tatsächlich um Ihren absoluten Wunscharbeitgeber handelt. Dass Sie das Gefühl haben, hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sie sind der Mann oder die Frau für diese Stelle. Genau das ist es, was der Personaler hören will.

Aber es gibt eine Einschränkung: Wer zu offensichtlich schleimt, macht sich verdächtig. Garnieren Sie Ihre Beteuerung daher am besten mit einer kleinen Erklärung wie: „Ich habe tatsächlich keine andere Stelle gefunden, die meinem Profil so gut entspricht wie diese.“ Und dann zählen sie zwei, drei Gründe auf, warum das so ist. Damit zeigen Sie überdies noch, dass Sie systematisch vorgegangen sind und sich nicht allein aus Faulheit oder Bequemlichkeit bei der Jobsuche zurückgehalten haben.

Dabei müssen Sie aber aufpassen, nicht allzu sehr wie ein Bittsteller oder Firmen-Groupie aufzutreten. Sie haben etwas zu bieten – und wenn das Unternehmen dies nicht erkannt, macht es einen gewaltigen Fehler. Diese Message sollte bei Ihrem Gegenüber ankommen.

Was Sie alternativ sagen können: „Ja, ich habe mich auch bei anderen Unternehmen beworben. Am liebsten würde ich aber hier anfangen. Diesen Job würde ich allen anderen vorziehen.“

Das klingt realistischer als die Variante oben und hat zwei weitere Vorteile: Sie steigern Ihren Marktwert und setzen das Unternehmen dezent unter Druck. Nach dem Motto: Wenn SIE nicht zuschnappen, ein anderer tut es bestimmt! Und Sie bringen trotzdem zum Ausdruck, wie sehr Sie an dieser Stelle interessiert sind…

Das sagen Sie, wenn Sie nicht lügen wollen

„Haben Sie sich noch woanders beworben?“ Angenommen, Sie antworten darauf einfach mit: „Ja, ich habe mich noch bei mehreren anderen Unternehmen hier in der Region beworben.“ Mehr nicht, keine Erklärungen, kein gar nichts. Wie käme das wohl beim Personaler an?

Richtig, er würde denken, dass Sie ziemlich beliebig und willkürlich auf Stellensuche sind. Hauptsache Job, irgendwo und irgendwie. Er will seinerseits aber das beste Match für die ausgeschriebene Stelle finden – und nicht irgendeinen Bewerber, der sich zufällig gerade beworben hat.

Es ist wie beim ersten Date: Ihrem Flirtpartner würden Sie wahrscheinlich auch nicht sagen, dass Sie sich noch mit anderen Frauen oder Männern treffen. Dieses Eingeständnis würde das Date entwerten. Es hätte einen faden Beigeschmack. So ist es im Vorstellungsgespräch auch – jedenfalls ein bisschen.

Die Realität ist natürlich ganz anders: Bewerber halten sich heute in der Regel mehrere Optionen offen. Alles andere wäre geradezu fahrlässig. Personaler wissen das.

Darum könnten Sie auf die Frage „Haben Sie sich noch woanders beworben“ auch erwidern: „Haben Sie auch andere Bewerber eingeladen?“ Eine Reaktion, die man als forsch und gewagt bezeichnen darf. Es handelt sich zwar „nur“ um eine rhetorische Frage, aber nicht jeder kann damit umgehen. Man könnte sie Ihnen als arrogant oder unverschämt auslegen.

Wenn Sie in einer guten Verhandlungsposition sind und sich keine großen Sorgen machen müssen, am Ende Ihres Bewerbungsmarathons mit leeren Händen dazustehen (weil Sie z.B. in einem Engpassberuf arbeiten), können Sie durchaus keck auftreten. Wenn Sie nicht ganz so gute Karten haben, dann lassen Sie es lieber sein.

Das sagen Sie, wenn Sie den Job wollen

Eine Möglichkeit ist es, ganz offen mit der Frage umzugehen. Direkt zu erwidern, dass Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben haben, möglicherweise sogar bei einem direkten Konkurrenten. Nur sollten Sie dabei deutlich machen, warum Sie das getan haben.

Sie wollen nicht willkürlich und wie ein Opportunist wirken (obwohl das Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zwangsläufig fast immer sind). Sie könnten beispielsweise klar machen, dass Sie unbedingt in der Pharmabranche Fuß fassen wollen und daher Ihre Bewerbung auch bei den anderen Playern eingereicht haben. Oder dass es in der Region einige sehr attraktive Unternehmen gibt, die vakante Stellen zu besetzen haben. Diese Chance können Sie nicht einfach ignorieren.

Eine typische Antwort könnte so lauten: „Ja, Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich mich auch anderweitig beworben habe. Es gibt hier in der Gegend und in meiner Branche einige attraktive Unternehmen, die auf Wachstumskurs sind. Ich habe auch schon erste Gespräche geführt. Die Bewerbungsprozesse laufen aber noch, eine Entscheidung habe ich also definitiv noch nicht getroffen.“

Für Sie bietet dies mehrere Vorteile:

  • Sie steigern Ihren Marktwert: Wer mehrere Verehrer hat, zwingt jeden Einzelnen dazu, in die Offensive zu gehen – oder sich ganz zurückzuziehen. Jedenfalls sind Sie als Bewerber nicht der Spielball des Unternehmens. Es kann Sie nicht ewig warten lassen oder Ihnen ein unverschämtes Gehaltsangebot unterbreiten. Dann gehen Sie eben woanders hin. Wer nur diese eine Option hat, ist in einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition.
  • Sie erhöhen den Druck auf das Unternehmen: Es muss Sie ebenso von sich überzeugen, wenn es bei Ihnen landen will. Das beinhaltet ein attraktives Gehaltspaket oder Zusatzleistungen – und eine zeitnahe Entscheidung.
  • Bewerber beweisen damit eine gewisse Reife: Wer sich nur bei einem Unternehmen bewirbt in der Hoffnung, hier sehr wahrscheinlich unterzukommen, handelt nicht nur naiv, sondern auch überheblich. Zwei Attribute, die in keinem Job hilfreich sind. Das wissen auch Personaler. Eine charakterliche Reife darf man durchaus als Vorteil sehen.

Ausschließlich Vorteile hat diese Strategie aber keineswegs. Das sind die Nachteile:

  • Sie riskieren viel: Wenn sie hoch pokern, aber gar nicht die Qualifikationen und Skills mitbringen, sind Sie ruckzuck draußen. Denn wer miserable Zeugnisse mitbringt und sich überall bewirbt, macht sich angreifbar. Motto: Ich habe eh keine Chance, also nutze ich sie. Mit der Schrotflinte schießen nur die, die mit der Pistole nicht treffen.
  • Es könnte beliebig wirken: Sie sollten trotz allem versichern, dass Sie diesen Job in ebendiesem Unternehmen den anderen immer vorziehen würden. Auch Unternehmen wollen umgarnt werden – und reagieren gekränkt auf Fremdflirts.
  • Sie wirken planlos: Eine Strategie sollte erkennbar sein. Dutzendfach Bewerbungen über alle Branchen- und Stadtgrenzen hinaus versenden – das wirkt ziellos und verpeilt. Und so wollen sie als Bewerber nicht wirken. Schränken Sie also zumindest ein, dass Sie sich nur bei wenigen ausgewählten Unternehmen umgeschaut haben – aber nicht bei ausnahmslos jeder Wald-und-Wiesen-Bude.

Achtung: 4 Fehler, die Sie vermeiden sollten

Haben Sie sich auch woanders beworbenDiese 4 Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Die Namen der Unternehmen nennen, bei denen Sie sich beworben haben. Das zeugt von Indiskretion! Und die ist in allen Unternehmen eine Todsünde. Das Unternehmen verrät Ihnen ja auch nicht die Namen der anderen Bewerber.
  • Verraten Sie nicht zu viele Details. Wann Sie sich auf welchem Wege beworben haben, wie viele Vorstellungsgespräche Sie schon geführt haben und wie die verlaufen sind. All das sparen Sie sich bitte! Es zeugt ebenfalls von ungenügender Diskretion und geht den Personaler nichts an. Einzig der Hinweis, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, ist relevant.
  • Eine Zahl nennen. Wenn Sie 25 Bewerbungen verschickt haben, sind das reichlich viele – aus Sicht des Unternehmens vielleicht zu viele. Sie könnten ausweichend sagen: „Es sind wirklich nur ein paar. Nur die, bei denen ich mir sicher bin, dass ich gut hineinpassen würde.“
  • Beleidigt reagieren. Versuchen Sie, souverän mit der Frage umzugehen – selbst wenn Sie der Meinung sind, dass es das Unternehmen überhaupt nichts angeht. Seien Sie höflich und bedanken Sie sich am Ende trotzdem für das Gespräch.
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Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Das sind gute Antworten!

Wo sehen Sie sich in fuenf Jahren Jobinterview

Wo sehen Se sich in fünf Jahren? Eine Personaler-Frage, auf die nicht mal Nostradamus eine gescheite Antwort hätte. Vor allem schätzen viele Bewerber ihre Stoßrichtung völlig falsch ein. Es geht keineswegs darum, möglichst ehrgeizig zu wirken und hochtrabende Ziele zu formulieren. Nein, Bewerber sollten die Sichtweite des Unternehmens verinnerlichen. Dem Unternehmen sind ganz andere Aspekte wichtig…

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Die Frage gehört zu den absoluten Klassikern im Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Manche Bewerber fragen sich dann im Gegenzug: Warum will der oder die das wissen? Es ist doch gar nicht wichtig. Doch, ist es! Der Personaler will mehr über Ihre persönlichen Karriereziele in Erfahrung bringen – und ob der Arbeitgeber in Ihren Masterplan hineinpasst.

Nun könnte man argumentieren, dass die Lebensläufe immer unsteter und häufige Jobwechsel immer normaler werden. Eher unwahrscheinlich also, dass Sie in fünf Jahren noch an Bord sind. Im Interesse des Arbeitgebers aber ist es, eine fähige Kraft wie Sie möglichst langfristig zu binden.

Außerdem ist es für die interne Planung nicht unerheblich. Sind Sie ein potenzieller Kandidat für eine Führungsposition – oder ist die Stelle, auf die Sich beworben haben, auch langfristig Ihre absolute Traumstelle?

All das ist für den Personaler äußerst interessant. Es könnte ja auch sein, dass Sie total planlos unterwegs sind und gar nicht wissen, was Sie wollen. Das wäre ein Alarmsignal. Was, wenn Sie nach einigen Monaten feststellen, dass diese Branche doch nicht die richtige für Sie ist? Dann müsste das Unternehmen noch mal von vorne auf Personalsuche gehen. Ärgerlich – und teuer!

Und noch etwas: Wer sich selbst Ziele setzt und eine Strategie verfolgt, ist leistungswillig und intrinsisch motiviert. Er oder sie ist jedenfalls motivierter als jemand, der nur des Chefs zuliebe und des Gehalts wegen seine Zeit im Büro absitzt…

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: Diese Fragen sind ganz ähnlich

In diesem Zusammenhang stehen auch andere Personalerfragen wie:

  • Was ist für Sie Erfolg?
  • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
  • Was sind Ihre langfristigen Ziele?

Sie klingen anders, meinen aber das Gleiche. Hinterfragt wird stets Ihre berufliche Perspektive.

Dankbare Fragen, könnte man nun meinen. Der Bewerber kann loslegen, was er noch alles Tolles erreichen will. Er kann Ambition und Ehrgeiz demonstrieren.

Ja, schon! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Frage kann sich im schlimmsten Fall als Bärenfalle erweisen. Wenn der Bewerber allzu ehrlich drauflosplaudert und von seiner Vision berichtet…

Warum die Frage so bedeutsam ist

Versetzen Sie sich zunächst in die Perspektive des Personalverantwortlichen. Warum stellt er diese Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Er will nicht nur einen Mitarbeiter, der talentiert und kompetent ist. Er möchte auch einen, der für diesen Job brennt. Jemanden, der die Stelle als Chance sieht und nicht als Notlösung. Er will einen Mitarbeiter, der überzeugt ist, dass dieser Job prima in seinen Karriereplan passt – nach Möglichkeit auch in ein paar Jahren noch.

Auf der anderen Seite will er niemanden, für den die Position nur ein lästiger Zwischenschritt auf dem Weg zu höheren Weihen ist. Sie sollten also tunlichst vermeiden, ZU ambitioniert zu klingen. Nach dem Motto: Morgen in Ihrem Job, übermorgen im Sessel des Geschäftsführers.

Logisch: Das HR-Büro möchte diese Stelle möglichst langfristig besetzen. Personalsuche ist aufwändig und teuer. Und sie dürfte in naher Zukunft angesichts der demographischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden.

Zudem fällt es sogar persönlich auf einen Personaler zurück, wenn er ständig Mitarbeiter anheuert, die das Unternehmen zügig wieder verlassen. Ein bisschen Fluktuation ist gut, zu viel ist schädlich.

Also: Sie als Bewerber sollten klar machen, was Sie an dieser Stelle reizt und warum Sie auch in ein paar Jahren noch hochmotiviert zur Arbeit kommen werden.

Sie reduzieren Ihre Chancen auf den Job ganz erheblich, wenn Sie indirekt zugeben, dass Sie in fünf Jahren eigentlich ganz woanders sein wollen – bei der Konkurrenz, in Ihrer heimlichen Traumbranche oder in New York.

Na klar: Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie den Job Ihr Leben lang machen. Diese Zeiten sind vorbei. Aber längerfristig planen will man schon mit Ihnen. Der Sprung auf eine höhere Hierarchiestufe ist selbstverständlich auch möglich und erwünscht. Aber wenn Sie ein zu hohes Tempo anschlagen, klingt das erstmal verdächtig – und für andere Mitarbeiter bedrohlich…

Das sollten Sie beherzigen

Diese 3 Punkte sind wichtig:

  1. Fixpunkt

    Niemand weiß, was in fünf Jahren ist. Nur Sie sollten wissen, dass Sie in fünf Jahren immer noch im Unternehmen sein wollen. Im Ernst: Ihre Antworten sollten sich mehr um das Unternehmen drehen, weniger um Sie selbst. Breiten Sie nicht aus, in welchen anderen Unternehmen, Branchen oder Städten Sie sich selbst noch wunderbar vorstellen können. Richten Sie den Blick nach innen. Sie möchten sich im Unternehmen weiterentwickeln, mit ihm gemeinsam wachsen. Selbst wenn das nicht stimmt, der Personaler wird es gerne hören…

  2. Allgemeinplätze

    Ja, es stimmt. Fußballprofis, die in Interviews mit Allgemeinplätzen um sich werfen, sind ein Ärgernis. Strategisch verhalten Sie sich aber völlig richtig. Sie stellen sich den Fragen des Reporters, vermeiden aber nach innen Ärger und Unruhe. So ähnlich können Sie es auch machen. Bleiben Sie allgemein und vage. Drücken Sie sich vorsichtig aus. Halten Sie sich alle Optionen offen. Vorteil dabei: Auf eine faustdicke Lüge müssen Sie nicht zurückgreifen.

  3. Optimismus

    Keine Ahnung; mal schauen, was geht. Zuversicht hört sich anders an. Legen Sie ruhig ein bisschen Begeisterung an den Tag. Die künftige Stelle biete Ihnen ganz tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Eine Herausforderung, an der Sie hundertprozentig wachsen werden. So klingt es, als wäre der Job wunderbar mit Ihrem Karriereplan vereinbar. Viel konkreter müssen Sie gar nicht werden…

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: So antworten Sie richtig

Aber was antworte ich nun konkret auf die Frage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Eine gute Formulierung klingt zum Beispiel so:

„Jetzt möchte ich erst einmal ein Unternehmen finden, in dem ich mich weiterentwickeln kann. Eines, das zu mir passt und mit dem ich gemeinsam verschiedene Herausforderungen bewältigen kann. Und wenn ich das geschafft habe, dann ist es schon mein Ziel, in den nächsten Jahren mehr Personalverantwortung und Managementaufgaben zu übernehmen. In einem dynamischen und wachsenden Unternehmen ist das, glaube ich, sehr gut möglich und realistisch. Ihr Unternehmen zähle ich definitiv dazu.“

Die Antwort passt natürlich nur, wenn Sie eine Führungskarriere anstreben. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Antwort motiviert rüberbringen, aber gleichzeitig keine zu genauen Vorstellungen über Ihre Karriere verbreiten.

Eine andere Antwort, die mehr auf eine Fachkarriere abzielt, könnte so lauten:

„Ich bin in dem, was ich tue, schon sehr gut. Aber jeder Mensch kann dazulernen – und ich will unbedingt noch sehr viel lernen. Darum möchte ich für ein Unternehmen arbeiten, das mir genau das ermöglicht. Meine Skills und mein Fachwissen kontinuierlich noch weiter auszubauen und zugleich spannende Projekte umzusetzen. Am liebsten natürlich in einem tollen Team, in dem man sich gut versteht und von dem jeder Einzelne profitiert. In Ihrem Unternehmen arbeiten einige sehr fähige Köpfe und ich glaube, dass ich von Ihnen viel lernen könnte.“

Sie würden damit wie ein Politiker in einer TV-Talkshow antworten. Die sagen auch, was sie sagen wollen, antworten aber nicht auf die Frage. Macht nichts!

Sie haben zwar nicht Auskunft gegeben, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen, aber die Marschrichtung vorgegeben. Und Sie haben ein Plädoyer gehalten, mit dem sich Ihre Einstellungschancen nicht verschlechtern dürften. Lernwilligkeit, Unternehmensorientierung und Teamfähigkeit – diese drei Kriterien haben Sie in wenigen Sätzen mit Leben gefüllt. Sehr gut!

Wann eine andere Strategie gefragt ist

Es gibt auch Szenarien, in denen Sie die Sicherheitsvorschriften über Bord werfen und Tacheles reden müssen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die kaum Berührungspunkte mit Ihrem bisherigen Werdegang hat. Wenn Sie als Quereinsteiger anfangen wollen etwa.

In diesem Fall müssen Sie sehr glaubhaft begründen, warum Sie diesen Schritt gehen wollen – und warum er auch langfristig der richtige für Sie sein wird. Denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Ihnen um einen flatterhaften Vagabunden handeln könnte, der nicht weiß, was er will. Und das birgt Gefahren für jeden Arbeitgeber. Vor allem die Gefahr, dass Sie auch den künftigen Job nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen und zu neuen Ufern werden schwimmen wollen.

Dann reicht es nicht, Wischi-Waschi zu reden. Sie müssen offen über Ihren neuen Karriereplan reden; über die Motivation, die dahintersteckt und über Ihre Zukunftspläne. Antworten wie diese sind dann tabu: Hmm, wo will ich in fünf Jahren stehen? Gute Frage eigentlich. Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher, hahaha!

Bei einem Branchen- oder Berufswechsel sollten Sie sich vorher genauestens überlegen, wie Sie ihn im Vorstellungsgespräch begründen. Und eine andere Bewerber-Faustregel greift in diesem Fall ebenfalls nicht bzw. nur bedingt. Die lautet: Waschen Sie nie dreckige Wäsche! In der Tat kann es ein guter Grund sein, einer Branche komplett den Rücken kehren zu wollen, weil man sie für verlogen oder ethisch verantwortungslos hält. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie einen glaubwürdigen Grund für einen Branchenwechsel genannt.

Humorlos bleiben!

Humorlos bleiben!
Ein flotter Spruch kann ein Jobinterview auflockern. Und wer keinen Spaß versteht, für den möchte man eh nicht arbeiten, richtig? Gewiss, gewiss. Aber in diesem Fall lautet unser Rat dennoch: Bleiben Sie humorlos! Lassen Sie Ihren Peter Lustig in der Hosentasche.

Sparen Sie sich Kommentare wie:

  • In fünf Jahren bin ich Kaiser von China.
  • In fünf Jahren? Wenn ich dann nicht CEO bin, dürfen Sie mich wieder feuern.
  • In fünf Jahren haben wir hier alle den Exit gemacht, weil ich den Laden bis dahin auf Vordermann und an die Börse gebracht habe.
  • In fünf Jahren? Bis dahin möchte ich mindestens einmal Mitarbeiter des Monats geworden sein!

Das wirkt in den meisten Fällen albern bis peinlich — und es ist zudem ausweichend. Keine Sorge: Für einen kleinen Scherz bieten sich Ihnen bestimmt andere Gelegenheiten…

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

Wie stehen Sie zu Überstunden? Das antworten Sie!

Wie stehen Sie zu Ueberstunden

Jeder kennt sie, die meisten hassen sie: Überstunden. Im ersten Halbjahr 2019 hat jeder Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 6,4 bezahlte und 6,0 unbezahlte Überstunden geleistet. Ernst wird es aber schon vorher: Im Vorstellungsgespräch will so mancher Personaler wissen, wie es der Bewerber mit der Mehrarbeit hält. Wie stehen Sie zu Überstunden? Die naheliegende Antwort ist nicht unbedingt die beste…

Wie stehen Sie zu Überstunden?

So richtig wissen Bewerber nie, was sie im Bewerbungsgespräch erwartet. Da nützt auch ein Blick in die Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber nicht viel. Manchmal sind es gerade erfolgsverwöhnte Firmen, denen der eigene Ruhm zu Kopf gestiegen ist, die im Jobinterview anmaßend werden.

Nach dem Motto: Wir sind die Besten, also können wir die Bewerber auch ein bisschen piesacken. Und wenn sie damit nicht einverstanden sind, dann nehmen wir halt einen von den anderen 1.000 Bewerbern, die da draußen warten…

Darum sind Fangfragen im Bewerbungsgespräch nichts, worüber Sie sich wundern sollten. Es gibt Fangfragen, die ganz harmlos klingen und solche, bei denen Sie auf Anhieb zusammenzucken. Ein Klassiker lautet:

Wie stehen Sie eigentlich zu Überstunden?

Eine Frage, auf die die Antwort sehr leicht erscheint. Durchweg ablehnen wollen Sie Überstunden natürlich nicht. Sie sind ja kein Faulpelz!

Außerdem werden Überstunden in dieser Firma eher die Regel als die Ausnahme sein, so Ihr erster Gedanke, sonst würde der Personaler ja nicht fragen. Also sagen Sie so etwas wie…

Was Sie nicht antworten sollten

Sie antworten vermutlich so etwas wie: „Überstunden? Kein Thema. Ich bin Überstunden gewöhnt. Schon in meinem letzten Job war das so. Da kam es häufiger vor, dass wir zwei oder drei Stunden länger geblieben sind. Das ist nichts, was mich in Panik versetzt. Im Gegenteil, ich kann dafür sogar Reserven freimachen.“

Puh, Schwein gehabt! Das ist bestimmt die Antwort, die Ihr Gegenüber hören will. Ein Bewerber, der motiviert und leistungswillig ist und nicht sofort die neumodische Karte Work-Life-Balance spielt. Falsch!

Natürlich ist es nicht verkehrt, Engagement und Einsatzbereitschaft nach vorne zu stellen. Die Antwort klingt daher erstmal positiv. Aber sie hat einen Unterton. In ihr schwingt nämlich auch folgendes mit:

  • Ich habe keine Freunde und keine Familie und lebe nur für meinen Job. Mit mir kann es machen, mein Arbeitgeber kann eigentlich alles von mir verlangen und ich springe.
  • Meine Selbstorganisation ist mangelhaft – und mein Zeitmanagement auch. Ich schaffe es einfach nicht, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen. Ich arbeite zwar gründlich, aber auch extrem langsam. Wenn es mal zügig gehen muss, bin ich der Falsche…

Nun könnte man wiederum einwenden: Na und? Es handelt sich doch trotzdem – oder gerade deswegen – um einen Mitarbeiter, nach dem sich die Unternehmen die Finger lecken. Um einen, den sie ausbeuten und herumschubsen können. Aber das ist meist zu kurz gedacht.

Wer keinen Ausgleich in seinem Privatleben hat, wird früher oder später einen Leistungsabfall haben. Zumindest ist dieser sehr wahrscheinlich. Eine starke Familie oder ein großer Freundeskreis sorgen für mentalen Abstand zum Büro und geben Kraft.

Und schlechte Organisation führt zu einer erhöhten Arbeitsbelastung. Die erhöht den Druck im Kessel zusätzlich. Letzten Endes sollten Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Produktivität dieses Typus Mitarbeiters langfristig nachlässt.

Und noch etwas: Wer zu allem Ja und Amen sagt, empfiehlt sich auch nicht gerade als Führungskraft und Leistungsträger. Es ist zwar ein Mythos, dass alle Arbeitgeber eigenständige Querdenker schätzen würden, aber Lemminge eben auch nicht.

Wenn Sie vorher genau über diese Frage nachgedacht haben, dann werden Sie vermutlich eine andere Antwort wählen…

So sieht eine gute Antwort aus

Als Ja-Sager wollen Sie nicht dastehen. So weit, so gut. Als Querulant, der bei der erstbesten Gelegenheit zum Betriebsrat rennt, aber ebenso wenig. Natürlich kann man auch von Ihnen erwarten, dass Sie mal eine Stunde dranhängen, wenn es sein muss. Und das Sie dies klaglos hinnehmen, sofern es nicht ständig von Ihnen verlangt wird.

Schließlich ist die Arbeit in einem Unternehmen nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Stoßzeiten und Dürreperioden. Eine Spielzeugfirma hat in der Weihnachtszeit mehr um die Ohren, ein Skihotel im Winter. Das sollte jedem bewusst sein.

Es gilt also, diesen Spagat zu gehen: Einsatz und Flexibilität auf der einen Seite, Selbstbewusstsein und eigene Bedürfnisse auf der anderen. Wie das geht? Zum Beispiel mit einer Antwort wie dieser:

„Generell versuche ich, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und meistens schaffe ich das auch. Ich kann schnell UND gründlich arbeiten. Dazu ist es aber wichtig, dass man die Abläufe genau analysiert, die Aufgaben strukturiert und priorisiert. Das habe ich im Laufe der Jahre immer besser verinnerlicht. Allerdings bin ich mir auch darüber bewusst, dass in einem Unternehmen immer wieder unvorhergesehene Ereignisse auftreten. Ich bin flexibel genug, um einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Kollegen sollten sich gegenseitig unterstützen und dazu bin ich selbstverständlich bereit. Für mich ist es nicht wichtig, einen starren Nine-to-Five-Job zu haben, sondern einen, in dem man flexibel ist und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. So wie ich das einschätze, wäre die Stelle daher genau die richtige für mich. Mit meiner Familie habe ich das auch schon besprochen. Wir sind uns einig, dass es regelmäßig fordernde Phasen im Berufsleben gibt. Deswegen ist es so wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf unser Familienleben wollen wir deshalb nicht verzichten, das ist uns weiterhin sehr wichtig. Ich bin sicher, dass man das in diesem Unternehmen in Einklang bringen kann.“

Speziell die letzten beiden Sätze lassen durchklingen, dass Sie Überstunden nicht ständig machen wollen, sondern nur im Ausnahmefall. Und dass Sie dafür auch einen Ausgleich erwarten, zeitlich oder finanziell. Ihr Gegenüber wird den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

Klar ist, dass Sie eine differenzierte Antwort geben sollten. Ein stures „Nein“ ist tabu, damit schießen Sie sich ins Aus. Ein naives „Ja, klar“ ist genauso schlecht – aus den oben genannten Gründen.

Bin ich zu Überstunden verpflichtet?

Bin ich zu Ueberstunden verpflichtetGrundsätzlich nein. Der Arbeitgeber hat zwar ein Weisungsrecht. Dieses erlaubt es ihm aber nicht, Überstunden prinzipiell zu verlangen. Mit Ausnahme von Notsituationen, die allerdings sehr selten sind. Mit einer Notsituation ist im Übrigen kein Großauftrag oder ähnliches gemeint, sondern eine unvorhersehbare Katastrophe wie ein Brand.

Darüber hinaus gibt es noch vier Säulen, auf denen Überstunden fußen können:

  • Ihr Arbeitsvertrag enthält eine Klausel, die es dem Arbeitgeber gestattet, Überstunden anzuordnen.
  • Im Unternehmen gibt es eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, in der das Thema Überstunden geregelt ist und die Überstunden grundsätzlich möglich macht.
  • Der Tarifvertrag enthält Bestimmungen zu Überstunden, aus denen sich ihre Zulässigkeit ergibt.
  • Sie schließen mit Ihrem Arbeitgeber eine Einzelvereinbarung und einigen sich darauf, im Einzelfall länger zu arbeiten. Die Vereinbarung kann mündlich oder per Handschlag getroffen werden, ein förmlicher Vertrag ist nicht nötig.

Es gibt kein Recht auf Überstunden!

Es gibt kein Recht auf UeberstundenNicht jeder will Überstunden vermeiden. Im Gegenteil, manche gewöhnen sich schnell an sie – und an die zusätzliche Entlohnung. Doch ein Recht auf Überstunden gibt es nicht. Der Arbeitgeber kann sie jederzeit wieder streichen.

[Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]

Gesprächsführung: So nehmen Sie das Heft in die Hand

Gesprächsführung Tipps

Der Personaler führt das Gespräch, denken viele Bewerber. Er stellt die Fragen, er gibt die Richtung vor. Das ist auch nicht ganz falsch. Aber in der Rolle des reinen Fragenbeantworters, der nur den Mund aufmacht, wenn er gefragt wird, sollten Sie nicht verharren. Ganz im Gegenteil, gute Bewerber übernehmen die Kontrolle über ein Gespräch. Ganz einfach ist das nicht. Für eine gute Gesprächsführung müssen zunächst diese Vorraussetzungen erfüllt sein…

Gesprächsführung: So wichtig ist sie im Vorstellungsgespräch

Der erste Tipp ist der wichtigste: Machen Sie sich nicht klein. Dazu gehört auch, die Gesprächsführung nicht komplett aus der Hand zu geben. Es handelt sich ja schließlich um ein Bewerbungsgespräch, nicht um ein Bewerbungsverhör oder einen Bewerbungsmonolog.

Dass Sie zum Jobinterview eingeladen worden sind, sollte Ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Sie haben die erste Hürde überstanden, der Arbeitgeber ist an Ihnen interessiert. Sehr positiv!

Gut vorbereiten sollten Sie sich in jedem Fall auf das Vorstellungsgespräch. Wichtig ist vor allem, typische Personalerfragen zu antizipieren (und zu kontern) und selbst gute Rückfragen in petto zu haben.

Am besten, Sie bringen Ihre Punkte ehrlich und authentisch rüber. Was abgedroschen klingt, dient der Partnerfindung. Sie selbst wollen auch wissen, ob das Unternehmen zu Ihnen passt. Wenn Sie mit offenen Karten spielen, fällt beiden die Partnerwahl leichter.

3 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gesprächsführung

Ein erfolgreiches Gespräch mit dem Arbeitgeber in spé setzt drei Dinge voraus:

  1. Bewerbungsunterlagen

    Ihre eigenen sollten Sie kennen. Schauen Sie vorher unbedingt noch mal auf Ihre Unterlagen. Sonst erwischt man sie womöglich auf dem falschen Fuß. Wenn Sie sich an das Praktikum bei der Konkurrenzfirma nicht mehr erinnern oder Ihr Französisch, das Sie im Lebenslauf mit fließend angegeben haben, in Wahrheit aus ein paar Brocken besteht, macht das Ihre Vorstellung zu einer Farce.

  2. Informationen

    Der Personaler erzählt und fragt und macht und tut – und Sie verstehen nur Bahnhof. Sie müssen Ihr zukünftiges Unternehmen nicht aus dem Effeff kennen, aber die wichtigsten Infos sollten sitzen. Wenn Sie sich bei Volkswagen bewerben, aber Elektroautos für ferngesteuerte Spielzeuge halten, können Sie das Gespräch vergessen. Ein Gespräch kontrollieren, das eben nicht auf Augenhöhe stattfindet, ist unmöglich.

  3. Namen

    Dieser Punkt ist viel wichtiger als man denkt. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner und reden Sie sie auch persönlich mit Namen an. Das zeugt von Wertschätzung. Ein Gespräch besteht immer aus zwei Parteien. Und gelingen kann es nur, wenn beide Seiten der jeweils anderen mit Respekt begegnen. Auch die Position bzw. Funktion Ihrer Gesprächspartner sollten Sie sich unbedingt gemerkt haben.

3 unterschätzte Fehler

Achtung – diese drei Fehler machen die beste Gesprächsführung zunichte:

  1. Handy

    Wenn es während des Jobinterviews bimmelt, ist das keine Katastrophe. Jeder kann mal vergessen, sein Handy rechtzeitig auszustellen. Ihre Reaktion ist es, die zählt. Und die kann nur so aussehen: Sie entschuldigen sich, drücken den Anruf sofort weg und schalten das Smartphone aus. Wehe dem, der noch mehrere Sekunden wie gebannt aufs Display starrt, um zu sehen, wer gerade anruft oder gar rangeht (das können und sollten Sie in familiären Notlagen natürlich tun, aber auch nur dann)!

  2. Uhr

    Bitte niemals auf die Uhr blicken, auch nicht heimlich! Und schon gar nicht mehrfach. Weder auf die Armbanduhr oder Smartwatch, noch auf die Uhr an der Wand. Das zeigt entweder, dass Sie an Langeweile leiden oder sich wünschten, der Zeiger liefe noch viel schneller. Ein ehrliches Interesse am Job drücken Sie dadurch jedenfalls nicht aus. Was Sie im weiteren Laufe des Vorstellungsgesprächs sagen oder nicht sagen, spielt jetzt schon fast keine Rolle mehr.

  3. Laberei

    Nervosität zeigt sich darin, dass man sich gar nicht traut, etwas zu sagen – oder dass man den Gegenüber komplett zutextet. Smalltalk als Eisbrecher – schön und gut. Aber halten Sie sich ein wenig zurück. Quasseln Sie nicht ohne Punkt und Komma drauflos. Sprechen Sie langsam und deutlich. Posaunen Sie keine Belanglosigkeiten heraus. Bleiben Sie cool und souverän. Das wird im Job auch von Ihnen erwartet.

So kontrollieren Sie das Gespräch

Sie sollen das Gespräch kontrollieren, nicht dominieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Zunächst ist es logisch, dass der Personaler die Gesprächsführung übernimmt. Er hat Sie eingeladen, er stellt die Fragen, er will etwas über Sie erfahren, er stellt den Arbeitgeber vor.

Aber Sie können als Bewerber dennoch kontrollieren, welche Botschaften Sie vermitteln. Welchen Eindruck Sie hinterlassen und was Sie zum Ausdruck bringen. Das fängt mit der Selbstpräsentation an. Die Stationen und Erfolge, die Ihnen am wichtigsten sind, legen Sie ausführlicher dar als jene, die weniger durchschlagend waren.

Auch andere typische Personalerfragen sind so gestrickt, dass Sie das Heft in der Hand behalten können.

Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, läuft es so: Der Personaler fragt, aber Sie kontrollieren das Gespräch.

Gesprächsführung: Hier lauern die Gefahren

Schwieriger wird es bei sogenannten Stressfragen. Die sind speziell darauf ausgelegt, Sie aus der Reserve zu locken – und Ihnen die Schweißperlen ins Gesicht zu treiben.

Dies ist der Zeitpunkt, an dem viele Bewerber die Kontrolle verlieren. Wenn sie rot anlaufen, nervös mit den Händen spielen oder anfangen zu nuscheln. Oder, wenn sie etwas anderes sagen als das, was sie eigentlich zum Ausdruck bringen wollten.

Grundsätzlich: Es ist nicht schlimm, mal auf dem Schlauch zu stehen! Wichtiger ist, wie Sie damit umgehen. Bleiben Sie vor allem ruhig. Versuchen Sie, sich mit einem Kommentar Zeit zu erkaufen. So einem wie: „Knifflige Aufgabe, die Sie mir stellen.“ Sie können Ihre Antworten auch im Nachhinein korrigieren oder präzisieren, ohne als Windbeutel dazustehen. Fangfragen erfordern das mitunter. Nur Mut!

Und selbst wenn Sie mehr schlecht als recht aus dieser Gesprächsphase herausgekommen sind, ist die Chance noch nicht vertan. Sie können das Ruder wieder in die Hand nehmen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem, wenn der Personaler die berühmte Frage stellt: Haben Sie noch Fragen an uns? Darauf sollten Sie gut vorbereitet sein und eine oder zwei Rückfragen aus dem Hut zaubern…

Gesprächsführung: Der Schlussakkord

Sobald der Gesprächspartner mit den Rückfragen startet, bietet sich Ihnen noch eine ganz andere Gelegenheit. Sie können Punkte, die Ihnen wichtig, aber noch nicht zur Sprache gekommen sind, ins Gespräch einweben. Oder Dinge klarstellen, wenn sie einer Klarstellung bedürfen.

„Bevor ich Ihnen meine Fragen stelle, würde ich gerne noch eine Sache sagen: Und zwar ist es, glaube ich, vorhin nicht ganz deutlich geworden, dass…“

Das klingt für Sie vielleicht verwegen, ist aber völlig legitim. Sie führen ein Gespräch (!) und sind kein Antworten-Automat. Dazu gehört, dass Sie selbst ansprechen können, was Sie für wichtig erachten. Nur arrogant oder anmaßend sollten Sie dabei nicht wirken.

Und noch ein Hinweis: Sie dürfen die Aspekte, die für Sie relevant sind, auch gerne in einem Notizbuch notieren und mit ins Jobinterview nehmen. Und sich während des Gesprächs neue Notizen machen. So wirken Sie gut vorbereitet und engagiert.

Nein, jedem Personaler gefällt auch das sicher nicht. Es gibt tatsächlich welche, die nur Mitarbeiter suchen, die folgen und keine unangenehmen Fragen stellen. Das ist auch in Ordnung. Völlig ok ist es auch, wenn sie so jemand sein wollen. Aber Sie können eben auch anders…

Gesprächsführung: Die Checkliste

Die wichtigsten Tipps in der Übersicht:

  • Reden Sie Ihre Gesprächspartner mit Namen an.
  • Holen Sie die notwendigen Informationen über das Unternehmen ein und lassen Sie Ihr Wissen im Laufe des Gesprächs einfließen („Sie wissen ja durch Ihr Werk in Malaysia auch, dass die Uhren in Asien anders ticken…“)
  • Überlegen Sie sich vorher, welche Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen Sie unbedingt anbringen möchten.
  • Legen Sie sich ein oder zwei Themen für den Smalltalk zu Beginn des Gesprächs zurecht.
  • Trainieren Sie Ihre Antworten, aber lernen Sie sie nicht auswendig.
  • Üben Sie Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel.
  • Antizipieren Sie mögliche Fragen des Personalers, die sich aus Ihrem Lebenslauf ergeben (z.B. Lücken, vorherige Stationen, Studienwahl, Häufigkeit der Jobwechsel usw.).
  • Bereiten Sie zwei oder drei smarte Rückfragen für den Personaler vor.
  • Reden Sie langsam, aber nicht behäbig, und deutlich, aber gerne lebendig.
  • Lassen sich nicht hetzen oder unter Druck setzen – auch nicht durch Fangfragen.
  • Bereiten Sie ein oder zwei solide Floskeln vor, um im Notfall Zeit zu gewinnen („Das ist eine sehr schwierige Frage.“ „Lassen Sie mich da bitte noch mal kurz drüber nachdenken.“).
  • Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nie ins Wort.
  • Bedanken Sie sich am Ende des Gespräch und verabschieden sich höflich – egal, wie gut oder schlecht es gelaufen ist.
[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]

Jobwechsel im Lebenslauf: Wie Sie sie erklären

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Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

Jobwechsel im Lebenslauf: Welche Zweifel sie wecken

Jobwechsel sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt daran bisweilen nicht vorbei. Trotzdem ist das Thema im Rahmen einer Bewerbung delikat. Denn Jobwechsel können auch ein Makel sein. Dann etwa, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind ZU viele?

Eine klare Antwort lässt sich darauf freilich nicht geben. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht immer die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

  • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
  • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
  • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
  • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
  • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber schon, dass Sie diesen Eindruck erwecken.

Prinzipiell gilt: Ein Wechsel ist nach drei Jahren im Job völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie auf jeden Fall etwas dazugelernt. Und so unfähig können Sie nicht gewesen sein. Aber alles unter drei Jahren wirft mitunter Fragen auf…

Diese Jobwechsel sind erklärungsbedürftig

  1. Zeitpunkt

    Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Oder sie haben bislang nur befristete Anstellungen gefunden. Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt an, wenn sich ihre vielen Wechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

  2. Intermezzi

    Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem! Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem. Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

  3. Gründe

    Häufige Jobwechsel können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein verdächtiges Mosaik ergeben. Wenn Sie aber alle Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Gute Gründe machen Ihre Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar. Und sie zeigen, dass manchmal sogar ein guter Plan dahintersteckte…

Warum Jobwechsel kein Makel sind

Wer Jobwechsel als Makel auffasst, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

So können Sie das Unternehmen jedenfalls nicht von sich überzeugen. Sie sollen Ihre Stärken präsentieren. Das gilt auch, wenn Sie wirklich jedes Mal während der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

Das fängt schon bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich, das ist leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es durchaus. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch ein ein Lernprozess – Pluspunkt!

Aber bitte nicht falsch verstehen: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

So drehen Sie Jobwechsel im Lebenslauf ins Positive

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf immer in ein gutes Licht rücken – oder zumindest in ein besseres – egal, wie düster er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

Folgende Argumente können Ihnen dabei nützen:

  • Plan

    Wer sagt, dass Ihre häufigen Wechsel willkürlich oder unfreiwillig waren? Vielleicht verfolgen Sie ja einen Karriereplan, an den Sie sich penibel halten. Sie wechseln zu Ihren Bedingungen und nach Ihren eigenen Vorstellungen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Ego-Zocker. Aber besser als die Opferrolle, in der Sie ständig vor die Tür gesetzt wurden, ist diese allemal. Sie sollten nur glaubwürdig vermitteln, warum welcher Wechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

  • Flexibilität

    Festgefahren und starr – zwei Attribute, die in der heutigen Arbeitswelt als Unwörter gelten. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden. Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig spielt dabei gar keine so große Rolle.

  • Erfahrungsschatz

    Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln. Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Branchenexperten mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

Noch mehr Tipps für Job-Hopper

  • Zeitangaben

    Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen – durch Fettungen oder sonstige Hervorhebungen zum Beispiel. Ein beliebter Trick: Verzichten Sie auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

  • Erklärungen

    Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe oder interne Umstrukturierung. Das sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das auch bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

  • Lücken

    Wenn Sie ganz viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen. So entstehen zwar Lücken. Aber die lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßigen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

  • Netzwerke

    Für Job-Hopper könnte es eine gute Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen. Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können die vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

[Bildnachweis: Blackregis by Shutterstock.com]

Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

Bewerbungssünden Tipps

Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden…

Bewerbungssünden: Schlecht für Sie

Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf. Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler ins Anschreiben einbaut, gefällt das niemandem.

Darum ist es legitim, von „allgemeinen Bewerbungssünden“ zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen. Die Ich-Perspektive ist so ein Fehler. Bewerber sollten vielmehr versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Dienstwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht so überzeugend.

Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

Eine eindeutige Bewerbungssünde sind falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen. Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt das von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten. Kleine Anmerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, können Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Das merzt zumindest die gröbsten Fehler aus.

Wann bedeutet eine Bewerbungssünde das Aus?

Es kommt darauf an. Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, kann den Job vergessen. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein. Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, hat denkbar schlechte Karten. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an. Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünde und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – logisch.

Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, wovon ich spreche.

Aber um es noch mal klarzustellen: Eine Bewerbungssünde muss keineswegs das Aus beantworten. Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe des Bewerbungsgesprächs ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

Das sind die 10 häufigsten Bewerbungssünden

  1. Rechtschreibfehler

    Ja, Tippfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hinterher auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls entstehen Zweifel an Ihrer Genauigkeit – und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten. Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

  2. Belanglosigkeiten

    Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen. Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne. So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

  3. Floskeln

    Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich. „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an. Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“ Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

  4. Foto

    Verpflichtet sind Sie nicht, ein Bewerbungsfoto beizufügen. Aber ein Foto erhöht Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich! Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn diese schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht mal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

  5. Schleimerei

    Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – jedenfalls oft. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um. Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

  6. Verzweiflung

    Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen. Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten. Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte!“ Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten. Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

  7. Internet

    Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben? Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen. Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern. Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

  8. Understatement

    Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler! Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung. Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun? Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

  9. E-Mail-Adresse

    Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s! Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß. Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre offenbar nicht gut bestellt…

  10. Zeitmanagement

    Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt. Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen de facto Zeit. Nicht so schön! Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Kündigung vorbereiten: So wird es gemacht!

Kündigung vorbereiten Tipps

Irgendwann ist es Zeit zu gehen. Es gibt viele Gründe, die für und viele, die gegen eine Kündigung sprechen. In jedem Fall sollte eine Kündigung gut vorbereitet sein. Das hat nur Vorteile für Sie. Wer überhastet zur Tür hinaus spaziert, hinterlässt verbrannte Erde und schießt sich selbst ins Bein. Kündigung vorbereiten: So machen Sie es richtig…

Kündigung vorbereiten: Das zählt!

Sie haben einen Fehler begangen oder negatives Feedback bekommen und wollen nur noch raus aus dem Job. Halt, nicht so schnell!

Eine spontane Kündigung ist eine ganz schlechte Idee. Sie sollten gut darüber nachdenken, ob Sie wirklich aufgeben wollen – egal, wie der groß der Frust im Moment auch sein mag. Jeder hat mal schlechte Tage im Büro – oder gar Wochen und Monate. Jeder fühlt sich mal missverstanden und wie ein begossener Pudel. Jeder macht Fehler, ständig. Das sind alles keine Gründe, um die Brocken einfach hinzuschmeißen.

Gute Gründe für eine Kündigung liegen tiefer. Ein Klassiker ist etwa die fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Laut einer Umfrage des Gehaltsportals gehalt.de und der Vergütungsagentur Compensation Partner von 2019 zählten dies 45 Prozent der Befragten zu den Hauptgründen. Dahinter folgte mit 41 Prozent ein zu niedriges Einkommen. Auf Platz drei rangierte das bessere Angebot eines anderen Arbeitgebers mit 38 Prozent, auch fehlende Aufstiegschancen wurden mit 33 Prozent häufig genannt.

Das sind die häufigsten Kündigungsgründe:

  • Zu wenig Wertschätzung durch den Chef: 45 Prozent
  • Zu niedriges Einkommen: 40,5 Prozent
  • Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber: 38,4 Prozent
  • Keine Aufstiegsmöglichkeiten: 32,5 Prozent
  • Überlastung durch zu viel psychischen Druck: 20,6 Prozent
  • Unterforderung und Langeweile: 19,4 Prozent
  • Überlastung durch Überstunden: 12,8 Prozent
  • Familiäre Gründe: 11,6 Prozent
  • Unternehmen droht Pleite: 11,0 Prozent
  • Gesundheitliche Probleme: 4,4 Prozent
  • Zu wenig Urlaub: 2,5 Prozent
  • Sonstiges: 11 Prozent

7 gute Gründe für eine Kündigung

  1. Bindung

    Wenn Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt fühlen, hat dies noch andere Folgewirkungen. Sie entwickeln keine Bindung zu ihrem Unternehmen. Identifikation? Fehlanzeige. Das erleichtert den schnellen Jobwechsel. Wer seinem alten Team keine Träne nachweint, der ist eher bereit, einen anderen Weg einzuschlagen. Wertschätzung durch Vorgesetzte, aber auch eine persönliche Bindung zu anderen Mitarbeitern kann dem entgegenwirken. Ein echtes Team- und Zugehörigkeitsgefühl macht dieEntscheidung für einen Arbeitgeberwechsel deutlich schwerer.

  2. Gehalt

    Niemand will ausgebeutet werden – oder sich so fühlen, als würde er es. Und selbst wenn das Gehalt überdurchschnittlich hoch ist, dann schlägt man ein noch besseres Angebot nur ungern aus. Die Bezahlung ist ein Dauerbrenner. Große, zahlungskräftige Unternehmen sind hier im Vorteil. Aber auch ein faires Gehaltsgefälle und Transparenz könnten das Gefühl von Ungerechtigkeit zumindest reduzieren. Zu diesem Zweck wurde vor einiger Zeit auch das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht.

  3. Belohnung

    Ob und wie wirksam monetäre Anreize sind, darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten. Naheliegend ist aber die Annahme, dass Wertschätzung auch mit Bezahlung zu tun hat. Wer eine gute Leistung erbracht hat, erwartet dafür eine Belohnung – in welcher Form auch immer. Ärgerlich, wenn Gehaltserhöhungen oder Prämien offenbar willkürlich vergeben werden.

  4. Onboarding

    Der erste Eindruck zählt – auch für neue Mitarbeiter. Werden sie von Anfang an nicht richtig integriert, kann das zu dauerhaften atmosphärischen Störungen führen. Und zu schwerwiegenden Missverständnissen. Folge: Man fühlt sich fehl am Platz, weiß gar nicht so recht, was man hier überhaupt soll. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die nach gesundheitlichen Problemen an ihren Arbeitslatz zurückkehren. Nimmt das Unternehmen sie herzlich auf und erleichtert ihnen die Eingewöhnung, dann steigt die Arbeitsmotivation.

  5. Karrierepfade

    Ein Leben lang den gleichen Job machen – dieses Prinzip hat ausgedient. Mitarbeiter wollen dazulernen, sich weiterentwickeln und aufsteigen. Wenn das nicht möglich ist, sinkt irgendwann die Motivation. Wahr ist aber, dass nicht jeder das Zeug zum Abteilungsleiter oder gar CEO hat. Doch muss die Karriere gar nicht immer vertikal verlaufen: Erst Junior, dann Key, später Senior, dann Head… Eine horizontale Laufbahn hat auch ihren Reiz, zum Beispiel für die, die sich in einer Führungsrolle nicht wohl fühlen. Hauptsache, man lernt neue Bereiche des Unternehmens kennen, erwirbt neue Skills, macht sich neue Aufgaben zu Eigen.

  6. Passgenauigkeit

    Wenn wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, sind wir im Flow. Dieser entsteht an der Grenze zwischen Überforderung und Unterforderung. Wenn uns eine Aufgabe nicht langweilt, sondern herausfordert, aber nicht überfordert, sind das demnach beste Voraussetzungen. In der Realität ist das oft ein Problem. Viele Menschen geben Überlastung als Kündigungsgrund an, auch Unterforderung durch Langeweile ist weit verbreitet. Wer einen Job mit den „richtigen“ Aufgaben findet, wird dauerhaft glücklich.

  7. Kommunikation

    Wenn der Chef ein Schweiger ist, kann das früher oder später zur Kündigung führen. Kommunikation ist auf mehreren Ebenen wichtig. Durch sie zeigt sich Wertschätzung (oder eben nicht). Auch kann der Chef Aufstiegschancen aufzeigen, die Vision des Unternehmens skizzieren oder die Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele einschwören und das Unternehmen so vor einer möglichen Pleite bewahren.

Warum Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten sollten

Viele Mitarbeiter haben längst innerlich gekündigt. Sie schieben nur noch Dienst nach Vorschrift – wenn überhaupt. Kollegen, Chefs, Unternehmensziele? Zweitrangig. Hauptsache, so schnell wie möglich weg hier.

Kommt dann die echte Kündigung, sind die Gedanken ähnlich. Warum jetzt noch anstrengen? Ciao mit V, ich bin eh bald weg! Ihr alle könnt mir ab sofort den Buckel runterrutschen. Falsche Einstellung!

Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Sie sollten vor, während und nach Ihrer Kündigung professionell bleiben. Das hat für Sie mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Chancen auf eine gute Referenz. Erstens erhalten Sie ja noch Ihr Arbeitszeugnis, zweitens könnte ein neuer Arbeitgeber beim Ex-Unternehmen durchklingeln und sich nach Ihnen erkundigen. Sie können jahrelang noch so gute Leistungen erbracht haben: Ist Ihr Abgang stillos, wird das im Unternehmen negativ aufgenommen und zu Missmut führen.

Außerdem sinken Ihre Chancen, je wieder bei diesem Arbeitgeber anheuern zu können. Speziell in kleinen Branchen mit wenigen Arbeitgebern könnte das noch ein Problem werden. Boomerang-Karrieren sind nichts Ungewöhnliches mehr. Unternehmen schrecken angesichts kleiner werdender Fachkräfte-Reservoirs nicht davor zurück, ehemalige Abgänge wieder an Bord zu holen.

Aber der wichtigste Grund lautet: Ein guter Abgang zeugt von guten Manieren Ihrerseits. Wer die Kündigung zum Anlass nimmt, auf der Leck-mich-am-Arsch-Schiene zu fahren, zeigt einen zweifelhaften Charakter. Und als charakterloser Egomane wollen Sie doch nun wirklich nicht in Erinnerung bleiben…

Kündigung vorbereiten: Das sind die 2 größten Vorteile

Sie können ins Chefbüro spazieren, das Kündigungsschreiben auf den Tisch pfeffern und dann auf dem Absatz kehrtmachen. Sich vielleicht nochmal umdrehen und Tschüss rufen. Und das war’s dann. Besser aber, Sie bereiten Ihre Kündigung gut vor und legen sich einen Ablaufplan zurecht. Das hat zwei große Vorteile:

  • Nerven schonen

    Wenn Sie kündigen, bedeutet dies (oft), dass ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen kommt. Der muss eingearbeitet werden – am besten von seinem Vorgänger. Nehmen Sie diese Aufgabe an! Hinterher haben Sie alle Missverständnisse ausgeräumt und fühlen sich besser. Und Sie müssen keine Angst mehr haben, dass das Unternehmen im Nachhinein ständig bei Ihnen durchklingelt, um sich nach Passwörtern, Dokumenten und Projektordnern zu erkundigen…

  • Eindruck machen

    Kündigung geplant und sauber vollzogen – sehr gut! Ein klarer, feiner Schnitt kommt auch dem Unternehmen gelegen. Es sieht, dass Sie ein Profi sind und dass es mit Ihnen eine fähige Kraft verliert. Vielleicht kommen Sie ja noch mal zurück. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, Ihnen im nächsten Job Pech und Schwefel an den Hals zu wünschen. Gute Reise!

Wie sage ich es meinem Chef?

Wie bringen Sie Ihrem Chef bei, dass Sie gehen wollen? Die Antwort hängt von verschiedenen Parametern ab. Aber egal, ob Ihr Chef ein Kumpel für Sie ist, eine Respektsperson oder ein rotes Tuch – Sie sollten ihn oder sie persönlich informieren. Diese Punkte sind wichtig:

  • Zeitpunkt

    Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für Ihr Gespräch. Im Weihnachtsgeschäft könnte es trubelig werden; auch dann, wenn der Chef schon mit einem Bein im Urlaub ist. Zwischen Tür und Angel sollten Sie die Botschaft ebenfalls nicht überbringen. Schlagen Sie einen Termin vor, von einer halben Stunde etwa, in dem Sie ein ruhiges Gespräch führen können. Natürlich unter vier Augen – und nicht in der Kaffeeküche, wo jeder mithören kann…

  • Frist

    Aus formeller Sicht ist die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von Bedeutung. Im Falle einer ordentlichen Kündigung beträgt sie vier Wochen zum 15. oder zu Monatsende. Bei längerer Betriebszugehörigkeit ist die Kündigungsfrist länger. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung lieber früher als später mit. Er wird Ihnen (hoffentlich) danken, dass er rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger gehen kann. Und: Sie müssen die Kündigung schriftlich überbringen, in Papierform. Eine mündliche Kündigung oder per E-Mail oder Whatsapp reicht nicht aus.

  • Priorität

    Informieren Sie Ihren Vorgesetzten als Ersten. Das gebietet der Respekt vor seiner Position – und liegt in Ihrem eigenen Interesse. Für Sie wäre es nämlich äußerst unangenehm, wenn die halbe Firma schon Bescheid wüsste, Ihr Chef aber die Kündigung über den Flurfunk erfahren müsste. Höchst unprofessionell und schädlich für Ihre Reputation!

  • Haltung

    Einen vernünftigen Grund für Ihre Kündigung sollten Sie Ihrem Chef gegenüber schon nennen. Und auf Schuldzuweisungen und Vorhaltungen verzichten. Aber von hochtrabenden Entschuldigungen oder Rechtfertigungen sollten Sie genauso absehen. Sie haben eine Entscheidung getroffen und es ist Ihr gutes Recht zu kündigen. Fertig.

Kündigung vorbereiten aus dem Job heraus

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Redewendung kann man verlängern: Wer wagt, der oft verliert. Angenommen, Sie wollen gar nicht kündigen, weil Sie sich wohl fühlen. Sie haben aber ein tolles Angebot von einem anderen Unternehmen auf dem Tisch. Was tun?

Wägen Sie gut ab. Auf der Pro-Seite stehen vermutlich die bessere Bezahlung, eine neue Herausforderung, Aufstiegschancen und Renommee. Auf der Contra-Seite der Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes und der lieben Kollegen sowie ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der neue Job kann eine einzige Katastrophe, Sie schon in der Probezeit wieder draußen sein.

Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Beherzigen Sie aber auf jeden Fall diese Ratschläge: Kündigen Sie niemals, bevor…

  • die Verhandlungen über Aufgaben und Gehalt abgeschlossen sind.
  • Sie den Bewerbungsprozess komplett durchlaufen haben.
  • Sie sich vollends einig mit Ihrem neuen Arbeitgeber sind.
  • Sie den Vertrag unterschrieben in Händen halten.

Das heißt also: Kündigen Sie nicht schon nach einer mündlichen Einigung – oder sogar schon, nachdem Ihnen das Angebot auf den Tisch geflattert ist.

Es kann noch so viele Unvorhergesehenes passieren. Der Recruiter mag Sie vielleicht nicht, das Gehalt ist doch nicht so gut wie angedeutet, die Aufgaben völlig anders als geplant – oder der Arbeitgeber macht auf den letzten Drücker einen Rückzieher. Darum: Zuerst beim Neuen unterschreiben, dann beim Alten kündigen!

Kündigung vorbereiten: Checkliste

  • Kündigung schriftlich übergeben
  • Arbeitszeugnis einholen (oder selbst formulieren)
  • Referenzen anfragen
  • Projekte und Aufgaben abschließen
  • Liste mit offenen Aufgaben anfertigen
  • Übergabe organisieren
  • Kollegen, Kunden und Kooperationspartner informieren
  • Sicherungskopien von wichtigen Daten anfertigen
  • Persönliche Unterlagen mitnehmen
  • Offene Konflikte klären
  • Abschiedsgespräche mit Kollegen führen
  • Verabschiedung vorbereiten
  • Vernetzen und Kontakt halten
[Bildnachweis: Charlie’s by Shutterstock.com]

IT-Kenntnisse Bewerbung: Worauf es ankommt

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Die Digitalisierung rollt über uns hinweg, heißt es manchmal. Besser, wir gestalten sie aktiv mit. IT-Kenntnisse helfen dabei. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse Bewerbung: Darauf kommt es an…

IT-Kenntnisse Bewerbung: Darum sind sie wichtig

IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort der Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

Bewerber müssen diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt zu erstellen. So signalisiert man überdies, dass man um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

Was versteht man eigentlich unter IT-Kenntnissen?

IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Entwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber IT-Kenntnisse oder IT-Kompetenzen oder auch Computerkenntnisse.

Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Das sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sind die wichtigsten

Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

  • Betriebssysteme (z.B. Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
  • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
  • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
  • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
  • Content-Management-Systeme, etwa WordPress
  • Social-Media-Erfahrung
  • Datenbanken wie SAP
  • Büroanwendungen wie Microsoft Powerpoint
  • Programmiersprachen: z.B. HTML, Java, VBA, XML, Perl, Python etc.
  • Werkzeuge wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Hardware
  • Blogging, Content-Erstellung
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Aber hier lauert auch eine Falle. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich auf die wirklich wichtigen Skills. Ihre Aufzählung soll schließlich keine ganze DIN A4-Seite umfassen.

Außerdem interessiert es den Arbeitgeber nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz toll Texte mit Word schreiben können. Als Datenspezialist wäre unter anderem ein Hinweis auf Excel wichtig. Darüber hinaus erweckt eine Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sollten Sie beachten

  • Wahrheit

    Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie das lieber sein mit der Bewerbung.

    Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

    Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Sprachkenntnissen genauso.

    Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

  • Reihenfolge

    Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der IT-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

    Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

    Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

  • Benotung

    Nicht jeder Skill ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen – und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

    Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

    Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

  • Belege

    Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

  • Aktualität

    Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume interessieren den Personaler.

    Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

  • Beispiele

    Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

[Bildnachweis: REDPIXEL.PL by Shutterstock.com]

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: So bringen Sie sie unter

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung Tipps

Ohne Fremdsprachenkenntnisse kein Job! Diese Gleichung gilt heute mehr denn je. In vielen Jobs und Branchen ist Englisch längst Standard, eine zweite Fremdsprache erwünscht. Es gibt aber auch Situationen, in denen Bewerber ihre Fremdsprachenkenntnisse lieber nicht auf einen Sockel heben. Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wie Sie als Bewerber überzeugen

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wann sie wichtig sind

An Fremdsprachenkenntnissen kommen viele Berufstätige heutzutage nicht mehr vorbei. Weil sie zum Beispiel im Ausland arbeiten oder bei einem internationalen Unternehmen im Inland, bei dem die Amtssprache englisch ist. Darum gehört Englisch nicht nur zum guten Ton, die Sprache ist Standard.

Positiv: Nahezu jeder Bewerber, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, verfügt heute über Englischkenntnisse. Freilich unterscheidet sich die Anzahl der Schuljahre. Letztlich kommt es darauf an, wie gut man die fremde Sprache wirklich spricht. In der Bewerbung ist das Kompetenzniveau entscheidend.

Abheben können sich Bewerber mit Englisch also nicht. Dazu benötigen sie schon eine zweite Fremdsprache. Am besten, diese ist deckungsgleich mit den Realitäten und Ambitionen des Unternehmens. Will die Firma ihre China-Geschäfte ausbauen, sind Chinesischkenntnisse ein Pfund, mit dem Bewerber wuchern können. Wer sich dagegen mit Verweis auf seine exzellenten Finnisch-Skills bei einem Unternehmen bewirbt, dass in Finnland in keiner Weise präsent ist oder sein wird, dürfte kaum Vorteile haben.

Die Aufgabe lautet also herauszufinden: In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wo oder wohin will es expandieren? Welche Sprachkenntnisse werden dabei hilfreich sein?

Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Finnisch-Kenntnisse auch dann nicht verschweigen, wenn Sie ihnen vermutlich nichts bringen. Allein die Beherrschung verschiedener Sprachen zeugt von Interesse, Neugier und Lernbereitschaft…

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Worauf Sie achten sollten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Anforderungen. Muss-Anforderungen sind zwingend zu erfüllen, wenn Sie als Bewerber die Stelle wollen. Kann-Anforderungen dagegen sind so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte: Schön, wenn sie da sind, aber keine Voraussetzung.

Im Bereich Fremdsprachenkenntnisse formulieren Arbeitgeber Muss-Anforderungen zum Beispiel so:

  • perfekte Beherrschung der deutschen Sprache
  • gute bis sehr gute Englischkenntnisse
  • …setzen wir verhandlungssichere Englischkenntnisse voraus
  • sehr gute Französischkenntnisse in Wort und Schrift

Wenn Sie solche Ausdrucksweisen in einer Stellenanzeige entdecken, können Sie davon ausgehen, dass Sie an diesen Sprachskills nicht vorbeikommen – und dass Sie auch im Berufsalltag in einer Fremdsprache kommunizieren müssen. Das ist wahrscheinlich, wenn Sie etwa im internationalen Vertrieb oder Produktmanagement arbeiten. Es kann sich um Telefongespräche handeln oder um E-Mails, in denen Ihnen keine frappierenden Fehler unterlaufen sollten.

Es gibt aber auch Formulierungen, die darauf schließen lassen, dass es sich „nur“ um Kann-Anforderungen handelt. Sie sind für die Stelle keine Voraussetzung. Aber wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, erhöhen Sie damit sehr wohl Ihre Jobchancen:

  • …verfügen Sie idealerweise über gute Kenntnisse der russischen Sprache
  • …Sprachkenntnisse in Polnisch und Tschechisch wären wünschenswert
  • …von Vorteil wären Japanisch- oder Koreanischkenntnisse

Sollen Sie stets Ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung angeben?

Prinzipiell: Ja. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aus den abenteuerlichsten Gründen. Aber Fremdsprachenkenntnisse gehen generell mit wünschenswerten Eigenschaften einher: Lerneifer, Neugier, Engagement zum Beispiel. Sie können auch darauf hindeuten, dass Sie über ein gewisses intellektuelles Niveau verfügen – schön!

Aber: Wenn Sie etwa mit Ihren Spanischkenntnissen prahlen wollen, Sie diese im neuen Job aber rein gar nicht einsetzen können, dann sollte Spanisch keinen prominenten Platz in Ihrer Bewerbung einnehmen. Im Lebenslauf auflisten? Ja, sicher. Im Anschreiben extra erwähnen oder im Lebenslauf demonstrativ hervorheben (durch Fettung etwa)? Auf keinen Fall. Das würde wiederum schlechte Eigenschaften zu Tage fördern: das Unvermögen, Dinge zu priorisieren oder zu analysieren.

Optimal wäre es, wenn Ihre Fremdsprachenkenntnisse vom Unternehmen gebraucht oder sogar aktiv nachgefragt werden. Dann ist es eine gute Strategie, sie in den Bewerbungsunterlagen möglichst präsent zu machen. Sind sie weniger wichtig, dann sollten andere Skills die vorderen Plätze einnehmen.

Es kommt dabei überdies auf den Beruf und die Branche an. In einem Wirtschaftszweig, der durch internationale Verflechtungen geprägt ist, kann man mit Sprachkompetenzen etwas anfangen. Sie können ein Vorteil sein, selbst wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige nicht danach gefragt hat. Ein Mittelständler oder Handwerksbetrieb dagegen, der hauptsächlich in der Heimatregion aktiv ist, dürfte sich über die Betonung Ihrer Japanischkenntnisse verwundert die Augen reiben. Im schlimmsten Fall fasst er es als überheblich und sonderbar auf – und sortiert Sie aus.

Und dann wären da noch die alten, klassischen Sprachen wie Latein, Hebräisch oder Altgriechisch, die im Alltag gar nicht mehr gesprochen werden. Wichtig sind sie allenfalls für angehende Historiker oder Theologen. Weglassen müssen Sie Ihr Latein-Wissen selbstverständlich nicht, aber damit angeben sollten Sie ebensowenig. Sie müssen für diese Sprachen auch keine Kompetenzstufen angeben. Latinum, Graecum oder Hebraicum genügen.

In diesen Berufsfeldern benötigen Sie Englischkenntnisse

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung BrancheHier müssen Sie englisch sprechen – eine unvollständige Aufzählung:

  • IT und Software-Entwicklung
  • Business Development
  • Ingenieurwesen
  • Finanzen
  • Kommunikation und PR
  • Medien

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Schummeln oder nicht?

Vorsicht! Wenn Sie Ihre Bewerbung mit fließenden Englischkenntnissen garnieren, sollten Sie auch tatsächlich fließend englisch sprechen. Es gibt nichts Peinlicheres für Bewerber, als wie ein begossener Pudel dazustehen, wenn der Interviewer unvermittelt ins Englische wechselt. Blamage-Gefahr!

Kleiner Einwand: Natürlich können die fließenden Englischkenntnisse im Lebenslauf Sie überhaupt erst ins Bewerbungsgespräch bringen. Es ist also strategisch durchaus sinnvoll, mit seinen Sprachkompetenzen zu übertreiben als übervorsichtig zu sein. Aber nur ein bisschen!

Wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung leicht übertrieben haben, dann lautet der Rat: Üben Sie wenigstens vor dem Vorstellungsgespräch! Legen Sie sich ein paar Standardsätze zurecht, über sich und Ihren Werdegang und feilen an der Aussprache. Das nimmt die größte Nervosität und leitet Sie im Zweifel über die erste Klippe.

Wenn Sie aber kaum Ihren Namen in der jeweiligen Fremdsprache richtig aussprechen können, dann sehen Sie von einer zu positiven Selbstbewertung ab. Das fliegt Ihnen um die Ohren. Grundkenntnisse in Französisch zeugen von intellektueller Neugier, erfordern aber keinen praktischen Nachweis. Sie sind damit auf der ziemlich sicheren Seite.

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Diese Kompetenzstufen gibt es

So formulieren Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse in Ihrer Bewerbung:

  • Grundkenntnisse

    Sie kennen die wichtigsten Vokabeln. Sich vorstellen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen. Der Satzbau ist für Sie kein Buch mit sieben Siegeln. Dann nehmen Sie die Sprache mit Grundkenntnissen in Ihren Lebenslauf auf. Das können Sie etwa dann machen, wenn Sie nur in der Schulzeit mit ihr in Berührung gekommen – aber seitdem ziemlich eingerostet sind.

  • Gute Kenntnisse

    Hier wird schon mehr verlangt. Dass Sie in der Sprache ein Gespräch führen oder telefonieren können. Dann spricht man auch von konversationssicheren Sprachkenntnissen. Diese Formulierung beinhaltet aber auch, dass Sie im Schriftverkehr noch Defizite aufweisen.

  • Sehr gute Sprachkenntnisse

    Komplexe Texte sind für Sie problemlos zugänglich. Über abstrakte Themen können Sie sich locker unterhalten. Sie können sich in Diskussionen einschalten oder fachbezogene Konversationen führen – und zwar auch mit Muttersprachlern. Dann haben Sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse.

  • Verhandlungssicher in Wort und Schrift

    Sie können in der Fremdsprache völlig problemlos kommunizieren: verbal und schriftlich. In allen Kontexten ist der Einsatz der Fremdsprache möglich – und zwar intuitiv. Lange nach Formulierungen oder Wörtern müssen Sie nicht suchen. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie lange im Ausland gelebt haben.

  • Muttersprachler/muttersprachliches Niveau

    Das ist einfach. Wenn Sie einen Migrationshintergrund und die Fremdsprache zuhause gesprochen haben, ist sie für Sie logischerweise keine Fremdsprache. Aber nicht schummeln: Es gibt Migrantenkinder, die die Sprache ihrer Eltern keineswegs perfekt beherrschen. Das Kompetenzniveau Muttersprachler können Sie aber auch ohne familiäre Bindungen erreichen. Wer Jahrzehnte in den USA gelebt hat und auch zuhause mit seiner Familie (perfekt) englisch spricht, der kann in seiner Bewerbung guten Gewissens muttersprachliches Niveau angeben.

A1 bis C2: Das sind die offiziellen Kompetenzniveaus

Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihr Fremdsprachenniveau ganz genau dokumentieren wollen oder müssen, dann können Sie dies anhand von Zertifikaten tun. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) etwa soll Sprachtests vergleichbar machen.

Demnach gibt es drei Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind wiederum in zwei Niveaustufen unterteilt. Das höchste liegt bei C, das niedrigste bei A.

  • Kompetenzniveau A: Elementar

    A1: Hier finden sich absolute Beginner wieder. Diese können sich maximal rudimentär verständigen, ihren Namen nennen und Tschüss sagen. Die Gesprächspartner müssen ihr Sprachtempo und Vokabular dafür auf ein Starter-Level zurückfahren.
    A2: Die Basics sind vorhanden. Der Sprecher kann sich in der Fremdsprache in einfachen Sätzen ausdrücken. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe versteht er.

  • Kompetenzniveau B: Selbstständig

    B1: Das Sprachniveau ist fortgeschritten. Im Urlaub kann er oder sie sich gut mit Muttersprachlern verständigen. Auch sind leichte Konversationen über andere Themen wie Arbeit und Freizeit möglich.
    B2: Komplexe Themen und Texte können schon verstanden werden – zumindest die Quintessenz daraus. Der Sprecher ist in der Lage, sich fließend und spontan zu verständigen. Er fühlt sich in der fremden Sprache auch in seinem Fachgebiet wohl.

  • Kompetenzniveau C: Kompetent

    C1: Die Fremdsprachenkenntnisse sind fachkundig. Er oder sie verfügt über ein umfangreiches Textverständnis und kann auch tiefergehende Bedeutungen verstehen. Zu komplexen Themen kann sich der Sprecher völlig problemlos, spontan und fließend äußern.
    C2: Jetzt sind wir (fast) auf muttersprachlichem Niveau angekommen. Raum nach oben gibt es kaum noch. Der Sprecher ist nun in der Lage, Texten und Unterhaltungen mühelos zu folgen und selbst etwas beizutragen. Seine Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert, sehr flüssig – und unterscheidet sich allenfalls noch durch den Akzent von einem echten Muttersprachler.

So wichtig sind Fremdsprachenkenntnisse wirklich

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 31 Prozent sagen: Weil dessen Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die mangelhaften Fremdsprachenkenntnisse allerdings nur auf Platz 10 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

[Bildnachweis: cybrain by Shutterstock.com]

Eignungstest Bewerbung: Wie Sie ihn meistern

Eignungstest Bewerbung Tipps

Eignungstest dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Zum Einen ist ihr Einsatz einfacher und günstiger geworden, immer mehr Unternehmen setzen folgerichtig welche ein. Zum Zweiten mehren sich die Zweifel an der Aussagekraft von Schulzeugnissen. Unternehmen wollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der neue Mitarbeiter ein Volltreffer wird. Für Bewerber kann das unangenehme Folgen haben. Eignungstest Bewerbung: So überspringen Sie die Hürde…

Eignungstest Bewerbung: Es werden immer mehr

Mit einem Eignungstest können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum Beispiel:

  • Auswahltest
  • Bewerbungstest
  • Einstellungstest

Im Grunde geht es aber immer um ein Auswahlverfahren, dem sich Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungs- Studien- oder Arbeitsplatz unterziehen müssen.

Speziell für Studieninteressierte gibt es diese Eignungstests:

  • Self-Assessment

    Dabei handelt es sich meist um freiwillige Tests, die der Studienorientierung dienen. Die Teilnehmer sollen dadurch herausfinden, für welches Fach sie sich wirklich eignen, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Dazu müssen Sie diverse Fragen beantworten und erhalten entsprechende Informationen über Studienfächer und Perspektiven. Auch können sie so herausfinden, ob sie überhaupt für ein Studium geeignet sind oder vielleicht lieber einen anderen Weg einschlagen sollten.

  • Fachbezogene Tests

    Studieninteressierte, die sich etwa für Fächer wie Psychologie oder Medizin bewerben, müssen sich bisweilen einem Eignungstest stellen. Auch für Studiengänge wie Architektur und Design kann ein fachbezogener Eignungstest zeigen, wie stark das künstlerische Kompetenzprofil ist. Diese Eignungstests sind stark fachbezogen und sollen vor allem die Eignung für das jeweilige Fach ermitteln.

Welche Eignungstests gibt es noch?

Unternehmen setzen Eignungstests immer häufiger ein. Sie können ein wertvolles Instrument sein, um die richtigen Kandidaten zu ermitteln – und eine gute Ergänzung zu Schulzeugnissen und Arbeitszeugnissen. Eine Garantie bieten Eignungstests natürlich nicht. Aber sie können auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und eine differenzierte Personalauswahl ermöglichen.

Aus Bewerbersicht wichtig: Diese Eignungstest sind erstens nicht freiwillig. Und zweitens haben sie Konsequenzen. Wer durchfällt, muss damit rechnen, vorzeitig aussortiert zu werden. Dann bleibt ihm oder ihr vorerst nichts weiter übrig, als sich die fehlenden Kompetenzen anzueignen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

Ein anderes Beispiel: Polizei und Bundeswehr. Wer sich hier bewerben möchte, muss auch einen Sporttest absolvieren. Das ist logisch – eine gewisse Fitness ist für den körperlichen Job Voraussetzung. Dazu kommt noch ein schriftlicher Test. Bewerber müssen beide Prüfungen bestehen, sonst sind sie draußen.

So weit muss es aber gar nicht kommen. Auf Eignungstests kann man sich schließlich auch vorbereiten. Überspringt man diese Hürde, ist man dem Job ein großes Stück nähergekommen. Danach folgt noch das Vorstellungsgespräch. Schafft es der Bewerber, auch hier zu überzeugen, ist die Stelle so gut wie fix. Es sei denn, das Unternehmen fordert noch einen Probearbeitstag ein.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Eignungstest ist zwar nur eines von vielen Hindernissen für Bewerber, aber ein besonders hohes. Einen Blackout im Vorstellungsgespräch kann man vielleicht noch ausbügeln, im Eignungstest ist das schwieriger.

Eignungstest Bewerbung: Was wird abgefragt?

In vielen Branchen sind Eignungstests längst üblich. Sie sind auch keineswegs nur auf Berufsanfänger beschränkt und können alle treffen, ob IT-Experte oder Handwerker, Werbetexter oder Industriekaufmann.

In akademischen Berufen ist das Assessment Center beliebt. Dabei kommen viele Bewerber zusammen, meist in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dort müssen sie Aufgaben lösen, kooperieren und die anwesenden Personaler von ihren Fähigkeiten überzeugen. Das Assessment Center stellt Eigenschaften wie Teamfähigkeit auf den Prüfstand – und ist daher schon per se ein Eignungstest. Integraler Bestandteil vieler Assessment Center ist zudem ein schriftlicher Test, der fachspezifische Fragen stellt – ein Eignungstest im Eignungstest gewissermaßen.

Etablierte Führungskräfte wiederum werden nur selten ins Assessment Center gebeten. Sie unterziehen sich einem Einzelassessment. Auch das ist ein Eignungstest. Immerhin kommt Unternehmen ein Fehlgriff auf dieser Ebene teuer zu stehen. Eignungstests haben auch den Zweck, die langfristigen Kosten für den Arbeitgeber gering zu halten.

Abgefragt wird in einem Eignungstest üblicherweise dies:

  • Allgemeinwissen
  • Logisches Denkvermögen
  • Mathematik
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sprachverständnis
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen

Von technischen Zeichnern wird weniger Sprachverständnis, dafür umso mehr räumliches Vorstellungsvermögen und Technik-Verständnis erwartet. Für Journalistenschüler dagegen ist die Sprache ihr wichtigstes Werkzeug, auch ein möglichst breites Allgemeinwissen ist wichtig.

Aber keine Sorge: In der Regel gehen die Fragen im Eignungstest nur selten ganz tief ins Detail. Sie bauen auf Schulwissen auf. Es werden also keine Wunderdinge oder Geniestreiche von Ihnen erwartet.

Es geht aber noch um etwas anderes: um die psychologische Dimension. Oft reicht die Zeit nämlich nicht aus, einen Eignungstest in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten. Daher kommt es darauf an, ob die beantworteten Fragen richtig sind. Und darum, welche Aufgaben der Bewerber priorisiert bzw. ausgelassen hat.

Ist er oder sie womöglich in Panik geraten? Der Arbeitgeber will wissen, ob der Kandidat mit Stress umgehen und unter Zeitdruck arbeiten kann – eine Qualität, die jeder Arbeitgeber schätzt. Im Arbeitsalltag werden noch viele weitere stressige Situationen entstehen. Gut also, wenn der Kandidat ihnen gewachsen ist.

Eignungstest Bewerbung: Das sollten Sie beherzigen

  • Allgemeinwissen

    Niemand erwartet von Ihnen enzyklopädisches Wissen. Ein solides Level sollte Ihr Allgemeinwissen aber schon haben. Oder würden Sie jemanden einstellen, der Rom für die Hauptstadt Spaniens hält?

    Ihr Allgemeinwissen ist eine Visitenkarte. Sie zeigt grob an, mit wem es der Arbeitgeber zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann – oder auch nicht.

    Warum ist Allgemeinwissen wichtig? Weil es belegt, dass Sie sich auf dem Laufenden halten und sich dafür interessieren, was um Sie herum passiert. Dass Sie neugierig und engagiert sind. Immerhin ist es für (fast) jedes Unternehmen heute wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Auch in punkto PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist dieser Punkt relevant. Nur wer Zusammenhänge richtig einordnen kann, ist in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen attraktiv zu positionieren.

  • Konzentration

    Konzentrationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Warum? Weil sie immer seltener wird. In der Dauerbeschallung von Smartphones, Fernsehern und Tablets fällt es von Tag zu Tag schwieriger, die Gedanken zu sammeln und den Fokus zu halten.

    Beim Eignungstest MÜSSEN Sie sich konzentrieren. Andernfalls werden Sie die Fragen nicht gut und richtig beantworten. Am Arbeitsplatz ist Konzentrationsfähigkeit ebenfalls von großer Bedeutung. Wer es kaum noch schafft, fünf Minuten NICHT aufs Handy zu blicken, der beschert seinem Arbeitgeber krasse Produktivitätsverluste.

    Im Eignungstest werden Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Eine Übung kann beispielsweise darin bestehen, sich 60 Sekunden lang Dutzende Begriffe ansehen und sie anschließend aus dem Gedächtnis aufzählen zu müssen.

    Konzentrationsfähigkeit hängt von vielen Parametern ab. Manchen fällt sie im Großraumbüro schwer, andere bringen auch Lärm und permanentes Gewusel nicht aus der Ruhe. Wer aber nicht einmal während des Eignungstests in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten, hinterlässt keinen überzeugenden Eindruck.

  • Logik

    Logisches Denken und Analysefähigkeit sind unglaublich schwer zu messen. Bedeutsam sind diese Eigenschaften gleichwohl. Es geht im Firmenalltag immer darum, Probleme zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Auch geht es um Schnelligkeit. Welches Problem besitzt Priorität?

    Im Eignungstest werden Bewerber mitunter mit Zahlenreihen konfrontiert. Diese sollen sinnvoll ergänzt werden. Oder es müssen zu bestimmten Begriffen passende Assoziationen gefunden werden.

    Und auch wenn Sie es nicht glauben: Logisches Denkvermögen ist nicht angeboren – jedenfalls nicht ausschließlich. Man kann es trainieren. Wenn Sie im Eignungstest überzeugen, weiß der Arbeitgeber: Wir haben es hier mit einem Arbeitnehmer zu tun, der Probleme analysieren – und auch lösen kann.

  • Persönlichkeit

    Im Anschreiben und vor allem im Vorstellungsgespräch gewinnt das Unternehmen einen Eindruck von der Persönlichkeit eines Bewerbers. Aber im Eignungstest? Ja, auch der Test lässt Schlüsse auf persönliche Charaktereigenschaften zu.

    Motivation, Kommunikationsvermögen, Pflichtbewusstsein – all das kommt auch im Eignungstest zum Ausdruck. Das Unternehmen will einen Kandidaten finden, der zur Firmenkultur passt.

    Dabei muss aber auch klar gesagt werden: Verstellen Sie sich nicht. Schreiben Sie nicht nur das auf, was die Personaler hören wollen. Sie wollen ja selbst auch im Unternehmen glücklich werden. Wenn es zwischen beiden einfach nicht passt, wird keiner von beiden Seiten glücklich.

So oft scheitern Bewerber am Eignungstest

Eignungstest Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 41 Prozent sagen: Weil seine Testergebnisse im Auswahlverfahren zu schlecht waren! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die versemmelten Eignungstests allerdings nur auf Platz 9 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

[Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]

Bewerben ohne Berufserfahrung: Wie man es richtig macht

Bewerben ohne Berufserfahrung Tipps

Bewerben ohne Berufserfahrung? Aussichtslos! Diesen Eindruck gewinnen Bewerber beim Blick in die Stellenanzeigen. Die berufliche Erfahrung, die jemand mitbringt, ist in der Tat ein wichtiges Einstellungskriterium. Berufsanfänger, Schulabgänger oder Hochschulabsolventen aber können damit nicht punkten. Auch Mütter oder Väter, die nach langer Auszeit in den Beruf zurückkehren möchten, müssen sich etwas einfallen lassen. Die gute Nachricht: Tricks und Hilfsmittel, derer sie sich bedienen können, gibt es einige. Bewerben ohne Berufserfahrung: So geht’s!

Bewerben ohne Berufserfahrung: Ein Teufelskreis!

Ein Arbeitsmarkt-Klischee besagt: Unternehmen wollen vor allem Bewerber, die jung und billig sind, aber schon gaaaanz viel Berufserfahrung mitbringen. Oft ist da auch was dran. Wenn in Stellenanzeigen etwa gefordert wird, Bewerber für eine Junior- oder Einstiegsposition müssten mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Na prima!

Im schlimmsten Fall führt das direkt in einen Teufelskreis: Keine Erfahrung, kein Job, keine Erfahrung, kein Job, immer noch keine Erfahrung, immer noch kein Job.

Für gut ausgebildete Fachkräfte und Absolventen stehen die Chancen freilich sehr gut, eine adäquate Stelle zu finden – auch ohne mehrjährige Erfahrung. Aber anfangs besagte Fälle gibt es noch immer, und eine oft übertriebene Anspruchshaltung der Unternehmen ebenso.

Was also soll jemand tun, der mit dem Verweis auf fehlende Berufserfahrung regelmäßig abgewiesen wird? Diesen Trend gilt es zu durchbrechen…

Bewerben ohne Berufserfahrung: Warum ist es so schwer?

Man brennt innerlich und würde alles geben, um diese Chance endlich zu bekommen – und zu nutzen. Indes: Man darf nicht. Wegen fehlender Berufserfahrung. Bewerber lässt das in einem Zustand der Ohnmacht zurück. Denn um Berufserfahrung sammeln zu können, braucht man diese Chance.

Vielleicht hat man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium, womöglich sogar mit Top-Noten. Dazu Praktika und Nebenjobs bestritten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als berufliche Erfahrung lassen das viele Unternehmen aber nicht gelten. Man will ja schließlich eine Arbeitskraft einstellen, die man nicht mehr groß einarbeiten muss, die einem sofort weiterhilft. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits unrealistisch.

Erfolglose Bewerber haben mehrere Optionen, um Berufserfahrung zu sammeln – auch ohne Berufserfahrung. Zum Beispiel die folgenden…

Keine Berufserfahrung: 7 Tipps für Jobsucher

So vergrößern Sie Ihre Chancen, wenn Sie sich trotz fehlender Berufserfahrung bewerben:

  1. Standort

    Den Radius vergrößern – das war schon immer eine Erfolgstaktik für Jobsucher. Bedeutet: Bewerben Sie sich in anderen Regionen, Städten, vielleicht sogar Ländern. Einen Umzug aus der Heimat bringt das mit sich, das stimmt. Aber es erhöht Ihre Erfolgsaussichten ganz erheblich – auch dann, wenn Sie bislang an der fehlenden Berufserfahrung gescheitert sind. Ein Umzug von Bremerhaven nach Baden-Württemberg etwa bringt Sie vielen Unternehmen näher, die massiv über fehlende Kräfte klagen. In Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel akut, in Bremerhaven die Arbeitslosigkeit hoch. Also: Im Süden werden Sie ungleich bessere Perspektiven haben, auch ohne langjährige Erfahrung einen Arbeitgeber zu finden, der Ihnen eine Chance gibt.

  2. Stellenanzeige

    Aus der Stellenanzeige lässt sich meist herauslesen, ob und welche Berufserfahrung gefordert ist. Manche erheben sie nicht zur Muss-Qualifikation, sondern zur Kann-Qualifikation. Wenn es etwa heißt: „Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert“ oder gar „Erste Berufserfahrung wünschenswert“, dann sollten Sie sich nicht von einer Bewerbung abhalten lassen. Zwar haben Erfahrene Vorteile, aber Unerfahrene landen nicht gleich auf dem Aussortiert-Stapel. Bestes Szenario für Sie ist: Sie erfüllen alle Anforderungen, die der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auflistet, einzig die Berufserfahrung fehlt. Dann sollten Sie in der Bewerbung vor allem auf die Qualitäten hinweisen, die deckungsgleich sind. Die fehlende Erfahrung können Sie beispielsweise so aufhübschen: „Ich brenne darauf, mein gesammeltes Knowhow endlich in die Praxis zu überführen.“

  3. Nischen

    Mit dem Strom schwimmen will keiner. Und trotzdem tun es (fast) alle. Bei den großen Konzernen wollen viele Absolventen unterkommen, für namhafte Arbeitgeber schaffen. Das ist auch völlig legitim. Allerdings gilt: Je größer das Unternehmen, desto populärer ist es, umso mehr Bewerber hat es und umso geringer sind die Einstellungschancen für jeden Einzelnen. Erst recht, wenn Sie noch keine oder kaum Berufserfahrung in die Waagschale werfen können. Schauen Sie sich daher nach Alternativen um. Die müssen gar nicht so viel schlechter sein. So gibt es in der Provinz unzählige Hidden Champions und Weltmarktführer, die unter dem Radar fliegen – und vielleicht auf Sie gewartet haben.

  4. Internationalität

    Ein Auslandsaufenthalt kann berufliche Erfahrung kompensieren – zumindest manchmal und teilweise. Er steht synonym für interkulturelle Kompetenz, Eigenständigkeit, Neugier und Kommunikationsvermögen – alles wertvolle Eigenschaften auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Außerdem lassen sich viele Auslandsaufenthalte kaum auf Echtheit überprüfen. Nein, damit wollen wir nicht andeuten, dass Sie schummeln, lügen und betrügen sollen. Aber Sie können durchaus ein paar Adjektive einstreuen, die Ihren Auslandsaufenthalt vorteilhaft beschreiben. So haben Sie im Work-and-Travel-Jahr in Australien nicht einfach Schafe geschoren, um sich die Weiterfahrt leisten zu können. Sie haben aktiv auf einer landwirtschaftlichen Farm mitgearbeitet und Arbeitserfahrungen gesammelt. Tipp daher: Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht aus, um Erfahrungen in Ihren Lebenslauf einfließen zu lassen. Nein, die zweiwöchige Abschlusstour an den Ballermann zählt nicht dazu. Aber eben Work-and-Travel-Reisen, Praktika, Schüler- und Studienaustausche, vielleicht sogar Kulturreisen.

  5. Kontakte

    Ein großes Netzwerk hilft bei der Jobsuche ungemein. Wer jemanden fragen kann, der jemanden kennt, der ein Unternehmen führt, das gerade neue Bewerber sucht. Gerade auf Jobsuche sollten Sie sich nicht zu schade sein, Ihre Kontakte zu aktivieren. In Zeiten von Xing und Linkedin wird es immer einfacher, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Und das sollten Sie auch tun. Denn nebenbei bemerkt ist es so: Wenn andere sehen, wie groß und verzweigt Ihr Netzwerk ist, imponiert ihnen das. Es suggeriert Expertise, Weltläufigkeit, Kommunikationsvermögen. Und es deutet an, dass sie schon herumgekommen sind in der Arbeitswelt (unabhängig davon, ob das stimmt). Das lässt Sie gleich wie eine gute Partie aussehen – echte Erfahrung hin oder her.

  6. Zeitarbeit

    Einem Absolventen mit guten Noten ist der Gang in die Zeitarbeit nur sehr bedingt zu empfehlen. Wenn Sie aber schon jahrelang auf Jobsuche sind, ohne Aussicht auf Besserung, dann können Sie die Zeitarbeit als Alternative in Betracht ziehen. Die Einstiegshürde ist deutlich niedriger. Sie können also endlich anfangen, Berufserfahrung zu sammeln. Die Lücken in Ihrem Lebenslauf werden nicht größer und größer. Außerdem gibt es den sogenannten Klebeeffekt: Wenn Sie das ausleihende Unternehmen so von sich überzeugen, dass es Sie nach einer Zeit fest übernehmen will. Das gelingt aber ehrlicherweise nicht jedem. Und es besteht die Gefahr, dass Sie tatsächlich kleben bleiben – nämlich in der Zeitarbeit.

  7. Knackpunkt

    Berufserfahrung ist und bleibt nur EIN Kriterium von vielen. Ein ganz wichtiger Tipp lautet: Finden Sie heraus, was den meisten anderen Bewerbern in Ihrem Wunschunternehmen fehlt – und nutzen Sie es zu Ihren Gunsten aus. Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich in einem mittelständischen Unternehmen als Kundenbetreuer bewerben. Dieses Unternehmen ist sehr bekannt, hat viele Sympathisanten und Unmengen an Bewerbungen auf dem Schreibtisch. Sie sind als Bewerber aber eher Durchschnitt und Ihnen fehlt außerdem – Sie ahnen es – die Berufserfahrung. Ihre Chancen sind ausgesprochen gering. Nun machen Sie aber die Entdeckung, dass die Firma aktuell eine Expansion nach Russland anstrebt. Sie sprechen zufällig russisch, weil Sie einen entsprechenden Migrationshintergrund haben. Geschätzt dürften nur ein paar Prozent aller anderen Bewerber ebenfalls fließend russisch sprechen. Für Kundenbetreuer in Russland aber ist russisch ein K.o.-Kriterium – ohne geht es nicht. Darum gehen Sie mit genau dieser Einzelkompetenz hausieren und lassen die fehlende Berufserfahrung fehlende Berufserfahrung sein. Das Unternehmen braucht einen Mitarbeiter, der russisch spricht. Darauf richten Sie Ihre Bewerbung aus. So kriegen Sie den Job – und nicht, indem Sie krampfhaft versuchen, die mangelnde Erfahrung zu verschleiern.

Wie Sie Ihren Lebenslauf mit Berufserfahrung anreichern

Erfahrung ist Definitionssache. Es gibt Menschen, die haben zehn Jahre gearbeitet, ohne etwas dazugelernt zu haben. Andere konnten aus einer zweiwöchigen Hospitation bahnbrechende Erkenntnisse mitnehmen. Im Bewerbungsprozess wird Erfahrung meist in Monaten und Jahren gemessen. Je länger, desto erfahrener.

In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass Ihre bisherigen Stationen in einem möglichst guten Licht erscheinen. Ein Praktikum gewinnt gleich an Wert, wenn Sie Erfolge und Erkenntnisgewinn beschreiben. Fehlen diese Hinweise, könnte man meinen, Sie haben Ihre Zeit nur abgesessen und sehnlich darauf gewartet, endlich wieder nach Hause gehen zu können.

Und: In Ihrem Privatleben gibt es bestimmt auch Stationen, die Sie einbringen können. Wenn Sie sich zum Beispiel im Sportverein engagieren oder als Elternsprecher der Kita. Das fällt formell nicht unter Berufserfahrung, aber ist doch eine sehr gute Argumentationshilfe für die eigene Bewerbung. Beispiel: Sie verkaufen regelmäßig alte Klamotten auf dem Flohmarkt in Ihrer Stadt. Ein ausgezeichneter Beleg dafür, dass Sie gut mit Kunden umgehen können und Spaß am Verkaufen haben – und der richtige Mann oder die richtige Frau für den Verkäufer-Job sind, für den Sie sich bewerben wollen.

Kurzum: Es gibt Mittel und Wege, fehlende Berufserfahrung im Lebenslauf auszugleichen. Diese zählen dazu:

  • Weiterbildungen, Fortbildungen, auch private (z.B. Sprachen lernen)
  • Ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen oder sozialen Projekten
  • Private Projekte wie Blog schreiben, thematischen Instagram-Account pflegen, Nachhilfe geben…
  • Kurse (Malen, Töpfern, Singen, Sprachen)

Ihre Engagements können Sie im Lebenslauf im Einzelfall sogar unter Berufliche Stationen auflisten. Aber nur dann, wenn sie für die angestrebte Stelle eindeutig relevant sind. Wenn nicht, dann führen Sie lieber eine eigene Rubrik ein, in der Sie ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unterbringen.

Fehlende Berufserfahrung: Sie betrifft mehr als Sie glauben!

Bewerben ohne Berufserfahrung Umfrage70 Prozent der Deutschen stecken in einem ungeliebten Job fest, behauptete das Karriereportal Linkedin Ende 2018. Trotzdem versuchen viele nicht, diesen Zustand zu ändern. Sie bleiben im alten Job kleben. Vor allem Millenials und Frauen plagen demnach Selbstzweifel. Warum bewerben sie sich nicht?

  • 33 Prozent glauben, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst.
  • 30 Prozent sagen, dass sie keine ausreichende Berufserfahrung haben.
  • 28 Prozent verlassen die eigene Komfortzone nur ungerne.

Sie sehen: Nicht nur Langzeitarbeitslose oder Stay-at-home-Mamas sind mit diesem Problem konfrontiert. Sehr viele Arbeitnehmer glauben von sich, ihnen fehle die Erfahrung – und bewerben sich erst gar nicht. Ein Fehler – der nur denjenigen nützt, die sich TROTZDEM bewerben…

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Bewerbung Werkstudent: Die besten Tipps

Bewerbung Werkstudent Tipps

Werkstudenten können sich glücklich schätzen. Sie haben einen Fuß in der Tür des Unternehmens, sammeln Erfahrung, Kontakte und bekommen deutlich mehr als ein Taschengeld. Doch zuerst müssen sich BWLer oder Informatiker eine Stelle sichern, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Eine lieblose Bewerbung führt da meist nicht zum Ziel. Bewerbung Werkstudent: So überzeugen Sie den Arbeitgeber davon, dass Sie ein Gewinn für ihn sind…

Bewerbung Werkstudent: Warum sind die Stellen so begehrt?

Stellen als Werkstudent sind so begehrt wie gute Noten im Studium. Sie sind so etwas wie die bessere Alternative zum Studentenjob. Während klassische Studentenjobs dazu da sind, um Geld zu verdienen, bauen Werkstudenten eine enge Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Sie sammeln schon während des Studiums wertvolle Berufserfahrungen, üben anspruchsvolle Tätigkeiten aus und vergrößern ihre Chancen auf einen Berufseinstieg – oft im gleichen Unternehmen.

Viele Unternehmen stimmen ihre Aufgaben sogar auf das Studium und den Vorlesungsplan ihres Werkstudenten ab – eine immense Hilfe. So leidet das Studium nicht unter der Nebenbeschäftigung.

Und noch ein Vorteil: Da es oft größere Unternehmen sind, die Werkstudenten-Stellen anbieten, sind diese in der Regel gut bezahlt: Bis zu 1.000 Euro pro Monat sind drin – für Studierende ein beträchtlicher Betrag.

Und auch wenn es hinterher mit der Übernahme nicht klappt: Eine gute Referenz sollten Studenten allemal mitnehmen. Dadurch wird ihr Lebenslauf aufgewertet, die Attraktivität für andere Arbeitgeber steigt. Dafür müssen Werkstudenten natürlich auch eine Gegenleistung erbringen. Und die hat es in sich:

  • Bis zu 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche im Unternehmen – während der Vorlesungszeit.
  • In der vorlesungsfreien Zeit ist meist Vollzeitarbeit angesagt.

Die Abschlussarbeit sollte über das Unternehmen geschrieben werden bzw. über ein Thema, das mit dem Unternehmen in Verbindung steht – und ihm selbst einen Erkenntnisgewinn liefert. Von wissenschaftlicher Freiheit kann dann nicht mehr die Rede sein.

Die Bewerberzahlen sind oft sehr hoch. Bewerber müssen sich durch aufwändige Prozesse kämpfen und gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Manchmal bekommen Sie die Stelle sogar nur über Beziehungen.

Bewerbung Werkstudent: Wie komme ich an eine Stelle?

Die Vorlaufzeit ist in vielen Fällen lang. Werkstudenten müssen sich oft schon drei bis sechs Monate vor dem avisierten Eintrittstermin beim Unternehmen bewerben. Die Arbeitgeber wollen sich einerseits auf den Werkstudenten einrichten, andererseits müssen sie sich durch einen riesigen Stapel an Bewerbungen kämpfen. Das zieht sich.

Zudem müssen oft noch festlegen, welche Aufgaben der Werkstudent übernehmen soll. Anforderungsprofile verändern sich – so wie der Arbeitsmarkt ingesamt. Als Bewerber sollten Sie zunächst diese Fragen beantworten, um in die engere Auswahl zu kommen:

  • Was studieren Sie?
  • Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich?
  • Warum wollen Sie gerade hier als Werkstudent anheuern?

Es geht also darum, wie gut Sie zum Unternehmen passen, wie sehr Sie sich mit ihm und seinen Produkten identifizieren – und nicht zuletzt darum, was der Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann. Motivation und Mehrwert – dieses Duo bringt Sie auf dem Weg zur Werkstudenten-Stelle weiter.

Dementsprechend sollten Sie in der Bewerbung auch nicht nur schreiben, dass Sie Praxiserfahrung sammeln wollen. Es geht nicht nur um Sie, auch um das Unternehmen. Warum sollte es Ihnen denn Praxiserfahrung gewähren; welche Gegenleistung bieten Sie an?

Darum sollten Sie diese Aspekte in der Bewerbung Werkstudent möglichst genau beschreiben:

  • Motivation
  • Qualifikation
  • Aufgaben
  • Ziele

Bewerbung Werkstudent: Soft Skills betonen!

Wenn Sie sich für eine Stelle als Werkstudent bewerben, betonen Sie vor allem Ihre Soft Skills. Unternehmen wollen sich keinen Studenten ins Haus holen, der die Atmosphäre stört, den Zusammenhalt untergräbt oder die Abläuft stört. Keinen Besserwisser, Motzki, Nörgelpott, Quertreiber oder Tratschtante.

Sicher, das gilt im Prinzip für ALLE Bewerber. Aber für Werkstudenten noch mehr. Sie haben keine oder kaum Berufserfahrung, auf die Sie sich berufen könnten. Eine begehrte Fachkraft lässt man nicht einfach vom Haken, nur weil sie in der Zusammenarbeit schwierig ist. Einen potenziellen Werkstudenten sofort.

Wichtige Soft Skills für Werkstudenten sind:

  • Belastbarkeit
  • Emotionale Intelligenz
  • Empathie
  • Engagement
  • Flexibilität
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Problemlösungskompetenz
  • Selbstdisziplin
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zuverlässigkeit

Welche Vorteile haben Werkstudenten?

Werkstudenten sind aus vielen Unternehmen nicht wegzudenken. Immerhin bieten sie ihren Arbeitgebern handfeste Vorteile. Auf der anderen Seite sind sie aber deutlich teurer als Praktikanten. Und ihre Einarbeitung erfordert erheblichen Mehraufwand. Darum ist der Auswahlprozess manchmal sehr anspruchsvoll – und für den Bewerber oft vergeblich.

Hat er oder sie die Stelle aber ergattert, winken Vorteile:

Als Werkstudent sammelt man Erfahrung und kann sich beweisen. Ein Unternehmen, das einen fähigen Werkstudenten beschäftigt, ist in Zeiten von Fachkräfteengpässen gut beraten, ihm ein Übernahmeangebot zu machen. Der Berufseinstieg kommt näher.

Und selbst wenn das nicht klappt und der Arbeitgeber keine Übernahme offeriert, verbessern sich die Jobperspektiven. Der Lebenslauf wird durch die Station aufgewertet. Eine gute Referenz gibt es noch obendrauf. Das sind Vorteile im kommenden Bewerbungsmarathon.

Werkstudenten haben auch die Möglichkeit, sich in einem Beruf und einer Branche auszuprobieren. Dies gibt Orientierung und beantwortet offene Fragen. Nicht jeder Student hat schließlich einen klaren Karriereplan in der Tasche. Wenn der Job gefällt, kann man sich in dieser Nische einrichten. Ist die Stelle gar nichts für einen, schlägt man eben einen anderen Weg ein.

Darüber hinaus sammeln Werkstudenten wertvolle Kontakte. Und Kontakte sind die Leitwährung auf dem modernen Arbeitsmarkt. Sie können auch später noch aktiviert werden. Wer weiß, vielleicht klappt es ja in einigen Jahren mit einer Anstellung im Unternehmen – wenn der aktuelle Einstellungsstopp vorüber ist zum Beispiel.

Werkstudenten: Das sollten Sie wissen

Bewerbung Werkstudent VersicherungStudenten dürfen während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dies besagt die sogenannte Werkstudentenregelung. Dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht. Dazu können auch mehrere Beschäftigungen – Minijob und selbstständige Tätigkeit zum Beispiel – zusammengerechnet werden.

In diesem Fall ist die Tätigkeit für Studierende sozialversicherungsfrei. Sie zahlen genauso wenig wie Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Nur Beiträge zur Rentenversicherung müssen sie abführen.

Außerdem gilt: Werkstudenten…

  • …sind einkommensteuerpflichtig. Die meisten bleiben aber unter dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro (Stand: 2019) und zahlen de facto keine Steuern.
  • …dürfen während der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
  • …müssen in einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein
  • …erwerben durch ihre Tätigkeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • …haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für maximal sechs Wochen.
  • …können nur in der Familienversicherung der Eltern bleiben, wenn ihr monatliches Einkommen 445 Euro (Stand: 2019) nicht übersteigt.
[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

Bewerbung zurückziehen: So einfach ist das

Bewerbung zurückziehen Tipps

Manche bewerben sich mit der Schrotflinte, andere versenden ihre Unterlagen nur an ausgewählte Unternehmen. So oder so: Manchmal muss ein Unternehme vom Bewerber aus seiner Liste gestrichen und aussortiert werden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Doch wie ziehe ich eine Bewerbung zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren oder meinen Ruf aufs Spiel zu setzen? Bewerbung zurückziehen: So einfach kann das sein…

Bewerbung zurückziehen: Warum sollte ich das tun?

Wer eine Bewerbung zurückziehen möchte, muss sich in einer Luxussituation befinden. Er oder sie hat ganz offensichtlich eine bessere Alternative aufgetan, die entsprechende Stelle gar nicht mehr nötig. Doch gibt es weitaus mehr Szenarien, als man denkt, in denen man die eigene Bewerbung widerrufen möchte – oder zumindest darüber nachdenkt.

Gründe können sein:

  • Eine schwere Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, in absehbarer Zukunft eine Tätigkeit auszuüben.
  • Eine Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst voll und ganz auf Ihren Nachwuchs konzentrieren.
  • Ein neuer Job Ihres Partners in einer anderen Stadt, Region oder im Ausland. Sie wollen ihm oder ihr dorthin folgen.
  • Wirtschaftliche Gründe. Zum Beispiel den, dass Sie sich ursprünglich für eine Teilzeitstelle beworben haben, nun aufgrund finanzieller Zwänge aber doch lieber in Vollzeit arbeiten möchte. Oder den umgekehrten Fall, dass Sie statt Vollzeit doch lieber Teilzeit arbeiten möchten.
  • Akute Bedenken. Sie könnten zum Beispiel Angst haben, dass Ihnen der Job doch nicht liegen wird, dass Sie die Anforderungen nicht erfüllen oder auch, dass Sie massiv überqualifiziert sind.
  • Informationsgewinn. Sie haben neue Informationen erhalten – durch das Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda – die den künftigen Arbeitgeber sehr unvorteilhaft aussehen lassen. Deswegen wollen Sie lieber Abstand von einer Anstellung nehmen.
  • Den Probearbeitstag haben Sie als katastrophal empfunden.
  • Das angebotene Gehalt entspricht in keinster Weise Ihren Erwartungen.

Und das sind nur einige Gründe; es gibt ganz sicher noch sehr viel mehr. Aber egal, weswegen Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen, Sie sollten Ihren Rückzieher offen und ehrlich kommunizieren. Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen oder auf Anfragen nicht reagieren, das wäre kein guter Stil. Das haben Sie überhaupt nicht nötig – und es spricht sich in der Branche vielleicht sogar herum. Nicht gut!

Aber wie sagen Sie es dem Unternehmen nur? Karrieresprung hat folgende Vorschläge für Sie…

Bewerbung zurückziehen: 3 gute Argumente

Natürlich kann es passieren, dass der Arbeitgeber verschnupft auf Ihren Rückzieher reagiert. Immerhin hat er Zeit und Mühe investiert, Ihre Bewerbung gesichtet, Sie vielleicht sogar schon zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alles für die Katz!

Andererseits gehören Absagen zum Recruiting-Prozess dazu wie die Drehleiter zur Feuerwehr. Sie sind für Personaler das tägliche Brot. Und was wäre die Alternative? Die Füße still halten und nichts mehr von sich hören lassen? Dies würde das Personalbüro erst recht verärgern und überdies ebenfalls Arbeit verursachen. Und eine zweite Chance bekommen Sie in dem Unternehmen so schnell auch nicht mehr.

Sie könnten natürlich auch den Umweg über die Probezeit gehen. Sie nehmen Ihre Arbeit auf und kündigen dann gefahrlos in der Probezeit. Aber dies würde nur Zeit kosten und wäre unehrlich. Wozu das Theater?

Vor allem drei Gründe sprechen dafür, eine Bewerbung offen und ehrlich wieder zurückzunehmen…

  1. Manieren

    Anstand, Manieren, Gepflogenheiten – klingt wie der Auszug aus einem Lehrbuch des 19. Jahrhunderts, ist aber aktueller, als wir manchmal glauben. Höflichkeit ist eine Tugend – auch heute noch. Es gehört sich schlicht und einfach, einem Unternehmen abzusagen, wenn man eine andere Stelle gefunden hat oder aus einem anderen Grund von der Bewerbung Abstand nehmen will. Das sollte als Grund doch eigentlich schon genügen, oder? Kleiner Tipp: Es fühlt sich richtig gut an, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein. Probieren Sie es mal aus!

  2. Ruf

    Ihr Ruf wird massiv beschädigt, wenn Sie nicht souverän mit der Situation umgehen. Sie wissen ja: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Das gilt gerade für kleine, überschaubare Branchen mit einer begrenzten Anzahl von Arbeitgebern. So etwas könnte sich herumsprechen – schlecht für Sie! Außerdem werden Boomerang-Karrieren immer beliebter. Boomerang bedeutet: Man verlässt das Unternehmen im Guten, um anderswo eine neue Herausforderung anzunehmen. Gelingt die nicht so wie erwartet, kehrt man in die alte Firma zurück. Es wird jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein, wenn man sich dort gerne an Sie erinnert.

  3. Fairplay

    Nicht jeder Sportler ist ein fairer Sportsmann. Aber die meisten sind es sehr wohl. Das merkt schnell, wer Judo oder Rugby, Handball oder Hockey spielt. Auch zur Bewerbung gehört der Fairplay-Gedanke dazu. Wenn Sie absagen, geben Sie Ihren Mitstreitern eine Chance. Das ist nur fair – und richtig.

Wie ziehe ich meine Bewerbung zurück?

Sie haben im Grunde drei Alternativen:

  • Anruf
  • Brief
  • E-Mail

Karrieresprung empfiehlt Ihnen Variante 1, den Anruf. Er hat folgende Vorteile: Die Absage ist schnell erledigt. Sie können sicher sein, dass der Empfänger Ihre Absage erhalten hat und Sie aus dem Bewerbungsprozess nimmt. Sie müssen kein Porto bezahlen und nicht auf eine Reaktion des Empfängers warten. Die kriegen Sie nämlich sofort. Außerdem wirkt es selbstbewusst, zum Hörer zu greifen und die Situation persönlich zu regeln. Es schindet Eindruck – wenigstens ein bisschen.

Eine Alternative ist der Absagebrief. Er zeugt von Stil und einem Mindestmaß an Mühe, die Sie sich extra gemacht haben. Immerhin mussten Sie Formulierungen finden, den Brief aufsetzen und zur Post bringen. Das ist sehr viel aufwändiger als eine kurze E-Mail in die Tasten zu hauen.

Die ist selbstverständlich auch eine Option. Schließlich haben Sie die E-Mail-Adresse des Personalers vermutlich schon. Wenn Sie also eine E-Mail schreiben, kommt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch an. Wenn nicht, wird Ihnen das hoffentlich in Form eines Abwesenheitsassistenten mitgeteilt. Aber investieren Sie ausreichend Zeit, um die richtigen Formulierungen zu finden und belassen Sie es nicht bei ein oder zwei Sätzen. Das wäre unhöflich.

Im Übrigen können Sie auch eine Mischform wählen. Erst eine Absagemail schreiben und hinterher noch einmal durchklingeln oder umgekehrt am Telefon erwähnen, dass Sie Ihre Absage auch noch schriftlich bestätigen. Das zeigt Professionalität. Unternehmen schätzen das.

Wie baue ich meine Absage auf?

Haben Sie sich für eine schriftliche Variante entschieden? Sie können sie im Prinzip so ähnlich aufbauen wie ein Anschreiben:

  • Briefkopf (Ihr Name, Anschrift, Kontaktdaten)
  • Name, Anschrift des Empfängers
  • Datum
  • Betreff
  • Persönliche Anrede
  • Absage
  • Grußformel
  • Unterschrift

Kein Personaler will sich lange Essays durchlesen, warum Sie den Job doch nicht wollen. Höchstens, um sich zu amüsieren. Den Gefallen sollten Sie ihm nicht tun. Bleiben Sie kurz und prägnant. Aber nicht ZU kurz. Ein Satz a la „Hiermit möchte ich meine Bewerbung für die Stelle as Controller zurückziehen. Mit freundlichen Grüßen“ wirkt wie ein höflicheres „Leck mich“. Sie sollen keine Rechtfertigungen, aber Begründungen liefern. Diese hat die Firma durchaus verdient.

Bauen Sie die Absage inhaltlich so auf:

  • Danksagung: Als Erstes bedanken Sie sich für die Möglichkeit, dass Sie sich im Unternehmen bewerben konnten beziehungsweise dass Sie schon zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.
  • Begründung: Nun führen Sie den Grund an, der für Ihre Absage ausschlaggebend ist. Mehr als zwei Gründe sollten es auf keinen Fall sein. Selbst wenn Sie mehrere gute Gründe für eine Absage haben, sollten Sie nicht alle aufzählen – nur den Hauptgrund. Andernfalls würde der Text wie eine einzige Rechtfertigung wirken und rechtfertigen müssen Sie sich nicht.
  • Bedauern: Drücken Sie Ihr Bedauern darüber aus, dass Sie dem Unternehmen Umstände bereitet haben, aber bitten Sie gleichzeitig um Verständnis für Ihre Entscheidung.

Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 1

So könnten Sie eine Absagemail formulieren:

Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

haben Sie vielen Dank, dass ich mich vor einigen Wochen auf Ihre Stellenanzeige als Controller bewerben konnte.

Hiermit möchte ich diese Bewerbung aber wieder zurückziehen. Ich hatte zwar großes Interesse an der Stelle und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot erhalten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses noch besser mit meinen beruflichen Plänen vereinbar ist. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen absagen und bitte um Ihr Verständnis.

Wenn ich Ihnen Umstände bereitet haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, Sie finden schnell den richtigen Mann oder die richtige Frau für die Stelle.

Für Ihr freundliches Entgegenkommen bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Tim Taler

Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 2

So könnte Ihre Absage aussehen, wenn Sie bereits eine Zusage des Unternehmens erhalten haben:

Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

ich freue mich sehr über Ihre Zusage für die Stelle als Marketingassistent und bedanke mich für Ihr Vertrauen.

Allerdings habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Stelle nicht anzutreten. In der Zwischenzeit habe ich ein anderes Angebot erhalten, was meinen beruflichen Plänen noch besser entspricht. Daher möchte ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.

Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen dadurch Umstände bereite, bitte Sie aber um Verständnis für meine Entscheidung. Die Wahl fiel jedenfalls nicht GEGEN Ihr Unternehmen, sondern FÜR ein anderes.

Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr freundliches Entgegenkommen und hoffe, dass Sie die Stelle zügig neu besetzen können.

Mit freundlichen Grüßen
Tim Taler

Bewerbung zurückziehen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

Hier sind weitere Satzbausteine, die in einer Absage benutzt werden können:

  • Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein Angebot erhalten, was noch ein bisschen besser zu mir passt. Darum ziehe ich meine Bewerbung schweren Herzens wieder zurück.
  • Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis.
  • Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken. Von Ihrem Unternehmen habe ich dabei einen sehr positiven Eindruck gewonnen und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit für ein anderes Stellenangebot entschieden, das mich noch etwas mehr reizt. Daher möchte ich Ihnen heute leider absagen.
  • Vielen Dank für das positive Feedback auf meine Bewerbung. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot angenommen, das noch besser zu mir passt. Daher muss ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.
  • Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich muss meine Bewerbung hiermit leider zurücknehmen. Nach gründlicher Überlegung glaube ich, dass ein anderes Stellenangebot meinem Profil noch besser entspricht und habe es daher angenommen. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedauere es, Ihnen Umstände bereitet zu haben.

Interne Bewerbung zurückziehen

Interne Bewerbung zurückziehenSie haben längst gemerkt: Der Ton macht auch bei einem Bewerbungsrückzieher die Musik. Das gilt umso mehr, wenn es sich um eine interne Bewerbung handelt. Sie werden den Personen im Flur über den Weg laufen, denen Sie zuvor einen Korb gegeben und Umstände bereitet haben.

Darum ganz wichtig: Begründung liefern, aufrichtig bedanken und bedauern. Am besten persönlich anrufen – oder im Büro vorbeischauen! So können Sie Missverständnisse aus dem Weg räumen und Ihre Beweggründe darlegen.

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Vorstellungsgespräch Körpersprache: Worauf Sie achten sollten

Vorstellungsgespräch Körpersprache beachten

Wie der Bewerber geht, guckt und gestikuliert – das ist oft noch wichtiger als das, was er im Vorstellungsgespräch sagt. Die Körpersprache gibt viele Geheimnisse über uns preis: Sie zeigt, ob wir nervös oder abgebrüht sind, offen oder verschlossen. Zumindest glauben das viele; Personalverantwortliche messen der Körpersprache eine große Bedeutung zu. Allein darum sollten Bewerber auf ihre Hände und Füße achten, auf Gestik und Mimik. Vorstellungsgespräch Körpersprache: Was gut ankommt – und was nicht…

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Darum ist sie wichtig

Ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch zu jedem Zeitpunkt die richtigen Dinge sagt, kriegt den Job trotzdem nicht – wenn seine Körpersprache negativ auffällt.

Keine Angst: Ihre Gestik und Mimik müssen nicht perfekt oder makellos sein. Jeder wippt oder zappelt oder nestelt oder fuchtelt mal ungelenk herum – alles völlig normal. Aber des Gesamteindruck muss stimmen.

Sofern Ihre erratischen Bewegungen Überhand nehmen, wird Ihr Gegenüber denken: Was stimmt mit ihm oder ihr nicht? Zu den Gesten, die Personalern negativ auffallen, zählen folgende. Wenn der Bewerber…

  • nicht oder selten lächelt
  • keinen Blickkontakt aufnimmt bzw. ihn nicht hält
  • unentwegt zappelt, fummelt, nestelt
  • keine Körperspannung hat, sondern schlapp im Stuhl sitzt
  • einen laffen Händedruck hat
  • permanent mit den Haaren spielt
  • wild mit den Händen herumfuchtelt
  • die Arme verschränkt

Auf den Händedruck kommt’s an

Allein der Händedruck hat großen Einfluss auf den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs, wollen US-Wissenschaftler herausgefunden haben. Insbesondere Frauen bekommen den Job demnach eher, wenn sie kraftvoll zugedrückt haben.

Grundsätzlich gilt: Bitte nicht schütteln oder rühren! Sondern kurz die Hand geben und drücken. Mehr als drei bis vier Sekunden sollte der Vorgang nicht dauern. Sie sind ja nicht Donald Trump, der aus jedem Handshake eine eigene Zeremonie macht!

So geht es richtig:

  • Zur Begrüßung aufstehen.
  • Sich mit Namen vorstellen.
  • Der Ranghöchste reicht zuerst die Hand.
  • Blickkontakt halten.
  • Hand kräftig drücken (aber nicht ZU kräftig), nicht schütteln.
  • Nach spätestens 5 Sekunden loslassen

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Der erste Eindruck

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie eine große Klippe umschifft. Sie zählen zu den Auserwählten, bringen offensichtlich alle notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen mit.

Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und ohne überzeugende Kür kann niemand Eiskunstlauf-Weltmeister werden – und den Job bekommt er oder sie auch nicht. In der Regel sind es die Soft Skills, die zu Punktabzügen in der B-Note führen.

Bewerber senden Signale aus, viele davon will der Personaler aber nicht empfangen. Wenn in ihm der Eindruck entsteht, der Bewerber passe doch nicht richtig ins Team, dann war es das. Das kann an fehlendem Sinn für Humor liegen oder auch an einer extravaganten Kleidungswahl – oder eben an der Körpersprache.

Wichtig ist der erste Eindruck. Oft bilden wir uns in den ersten Momenten schon ein abschließendes Urteil über eine Person, das wir dann immer weiter verfestigen. Die Körpersprache ist hierfür mitentscheidend. Warum schaut mir der Bewerber nicht in die Augen? Wieso ist sein Händedruck so schlapp wie ein toter Fisch? Warum guckt er so böse?

Über die Qualifikationen eines Kandidaten sagt all das rein gar nichts aus. Aber es ist dennoch von enormer Tragweite. Denken Sie vor Ihrem nächsten Jobinterview unbedingt daran…

3 Tipps für alle Gesprächsphasen

Karrieresprung hat Tipps für alle Phasen des Bewerbungsgesprächs…

  1. Begrüßung

    Sobald Sie den Gesprächsraum betreten, sollte Ihr Outfit sitzen. Sie sollten also nicht mehr an Ihrer Bluse herumzupfen oder die Krawatte richten oder das Hemd in die Hose stopfen.

    Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner Sie begrüßt und Ihnen die Hand reicht. Nicht von sich aus die Hand ausstrecken, das bleibt dem Gastgeber vorbehalten. Und drücken Sie kurz und kräftig zu, aber nicht so fest, dass ihm die Fingerknochen weh tun.

    Immer wichtig: Blickkontakt halten und lächeln!

  2. Gesprächsbeginn

    Knigges Grundregeln: Lümmeln Sie sich nicht wie ein Teenager in den Stuhl und verschränken die Arme, schlagen die Beine in Macker-Manier übereinander oder tippen damit nervös auf den Boden. Und erst hinsetzen, nachdem man Ihnen den Stuhl angeboten hat.

    Ein Fauxpas wäre es auch, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder mit Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn zu reiben – so wie griechische Philosophen das mutmaßlich getan haben. Diese Gesten wirken entweder unsouverän, anstandslos, arrogant, desinteressiert – oder alles zusammen.

    Wie Sie es besser machen: Gerade hinsetzen. Aufrecht! Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls, sondern nehmen die gesamte Sitzfläche ein. Die Beine am besten nebeneinander platzieren, Arme und Hände locker im Schoß. Dabei können Sie sich mit Gesten wie der Merkel-Raute behelfen. Ihren Körper lehnen Sie leicht nach vorne, das zeigt Interesse und Engagement.

    Optimal, wenn Sie die Sitzhaltung an jene Ihres Gegenübers anpassen. Experten sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Auf gut deutsch: Nachmachen. Dabei sollten Sie sich aber nicht zu plump anstellen, sondern subtil vorgehen. Vorteil: Gemeinsamkeiten lassen Vertrauen und Sympathie wachsen. Und mit dem Spiegeleffekt tragen Sie genau dazu bei.

  3. Gesprächsende

    Sie können eine Top-Leistung abrufen – und am Ende doch alles zunichte machen. Der Abschied ist der letzte Eindruck, den der Personaler von Ihnen hat. Versauen Sie ihn nicht. Das kommt leider sehr häufig vor.

    Vielleicht ist der letzte Eindruck sogar noch wichtiger als der erste, denn er wirkt nach. Er bleibt kleben, so wie ein schlechter Wein.

    Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, müssen Sie nur noch einmal kurz höchste Konzentration aufbringen – und alles ist gut. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern also erneut die Hand, schauen Sie ihnen in die Augen (!) und verabschieden sich höflich, aber selbstbewusst. „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“

    Fangen Sie jetzt bloß nicht an, Anekdoten auszupacken oder Witze zum Nachtisch zu servieren. Kein Geblubber, sondern ein kurzer und gewinnender Abschied. Dann mit aufrechter Körperhaltung hinaus zur Tür – und erst, wenn Sie außer Sichtweite sind, können Sie genüsslich an Ihrem Bart zupfen, das Jacket auf den Boden pfeffern oder die schäbige Sonnenbrille aufsetzen – was Sie wollen.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Kleine Gesten

Eine Geste kann zum Markenzeichen eines Menschen werden. Aber wenn es zu viele kleine Gesten werden, in zu kurzer Zeit, sieht das in den seltensten Fällen vorteilhaft aus. Sie sollten also nicht ständig an der Nase kratzen, ans Kinn fassen, durch die Haare streichen oder mit den Fingern tippen. Personalern fallen diese Gesten auf, auch wenn es nur kleine sind. Sie sind darauf trainiert. Sie können das Gesamtbild eines Bewerbers komplett ruinieren.

Besser sind ruhige und nicht zu hektische Gesten. Nicht immer mit beiden Händen, gerne nur mit einer. Eine offene Körperhaltung signalisiert Entgegenkommen und Offenheit. Spielkinder verzichten möglichst darauf, am Ring oder anderen Spielzeugen herumzufingern, weil es Unsicherheit und Nervosität bezeugt.

Wenn Sie mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzen, wenden Sie sich stets dem zu, der gerade spricht. Ab und zu nicken, Blickkontakt halten und ihm oder ihr niemals ins Wort fallen. Machen Sie nicht den Fehler, sich auf den ranghöheren Gesprächspartner zu konzentrieren und den anderen zu ignorieren. Das ist Ausdruck höchster Arroganz und Berechnung.

Und noch etwas: Falls Sie am Schreibtisch des Personalers Platz nehmen und Ihre Unterlagen dort ausbreiten, beanspruchen Sie so wenig Platz wie möglich. Andernfalls verletzen Sie das Territorium Ihres Gesprächspartners – und das kostet viele Punkte.

Gefühle nicht unterdrücken!

Die volle Kontrolle über sich und seinen Körper haben – das erfordert Anstrengung. Aber vielleicht ist totale Kontrolle auch gar nicht sinnvoll.

Ihre Gefühle komplett unterdrücken sollten Sie nämlich nicht. Wer im Vorstellungsgespräch zu cool auftritt, reduziert seine Einstellungschancen. Das haben US-Wissenschaftler aus Texas herausgefunden.

Ihre Argumente: Selbstkontrolle kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Darum können sich Menschen, die Gefühle unterdrücken, schlechter an Einzelheiten aus Ihrem Lebenslauf erinnern. Und wirken nicht mehr cool, sondern stocksteif.

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Vorstellungsgespräch verschieben: Auf diese Weise klappt es

Vorstellungsgespräch verschieben Tipps

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber sieht das der Arbeitgeber genauso? Diese Frage stellen sich Bewerber, die ein Vorstellungsgespräch verschieben wollen oder müssen. Schließlich kann eine lästige Erkältung dazwischenkommen oder ein privater Notfall oder ein Geschäftstermin oder… Ob die Chancen durch eine Absage auf den Nullpunkt sinken oder so intakt sind wie zuvor, kommt auf Umstände und Begründung an. Einen guten Grund nimmt kein seriöser Arbeitgeber dem Bewerber übel, einen schlechten umso mehr…

Vorstellungsgespräch verschieben: Geht das überhaupt?

Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut sich jeder. So manch einer flippt sogar regelrecht aus. Viel Zeit für eine Reaktion indes bleibt nicht. Man sollte schon innerhalb von zwei Werktagen den Termin bestätigen – das erwarten Arbeitgeber von einem Bewerber.

Bleibt die Terminbestätigung aus, entsteht der Eindruck, man sei in Wahrheit gar nicht so heiß auf den Job. Und das bringt einen direkt wieder ins Hintertreffen gegenüber der Konkurenz.

Auf der anderen Seite schauen Bewerber heute aufmerksam nach links und rechts. Mit anderen Worten: Sie bewerben sich anderweitig. Das erhöht ihre Chancen, so schnell wie möglich wieder in Arbeit zu kommen. Und es streut gewissermaßen das Risiko, verringert die Abhängigkeit von den Launen EINES Arbeitgebers.

Dann kann es passieren, dass man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zusagen fürs begehrte Jobinterview bekommt. Das schmeichelt der geschundenen Seele, kann einen aber gleichzeitig in arge Terminnot bringen. Denn vielleicht überschneiden sich die Termine.

Was tun in solch einem Fall?

Vorstellungsgespräch verschieben: Damit testen Sie den Arbeitgeber!

So mancher verkneift sich den Wunsch nach einer Terminverschiebung. Das könnte dem Arbeitgeber sauer aufstoßen, so der Glaube, und die Jobchancen verringern. Doch das ist Mumpitz.

Einen Termin gibt man nicht vor, man spricht ihn ab. Dazu gehört, dass beide Seiten mit ihm einverstanden sind. Es gibt sicher Ausnahmen: Findet ein Bewerber partout keine Übereinstimmung und kann drei, vier, fünf angebotene Termine aus den verschiedensten Gründen nicht wahrnehmen, spricht das nicht gerade für seine Motivation. Ein wenig entgegenkommen müssen Sie dem Unternehmen dann schon…

Grundsätzlich aber ist die Bitte nach Terminbestätigung keine reine Höflichkeitsfloskel. Ja, Bewerber dürfen sehr gerne nach einer Alternative fragen oder diese von sich aus anbieten. Bedenken Sie: Ein Arbeitgeber, der zu keinem Kompromiss bereit ist und stur auf diesem einen Termin besteht, wird Sie und Ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag auch nicht sonderlich wertschätzen.

Genau das spricht sogar dafür, explizit nach einem neuen Termin zu bitten: Zeigt das Unternehmen Verständnis und kommt Ihnen entgegen, dann dürfen Sie an dieser Stelle einen Haken machen – und es in die engere Wahl Ihrer Wunsch-Arbeitgeber aufnehmen.

3 gute Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

Generell gilt: Ja, Vorstellungsgespräche dürfen Sie guten Gewissens verschieben. Vielleicht sollten Sie es sogar. Eine Begründung aber sollten Sie in jedem Fall mitliefern. Es liegt in der Natur der Sache, dass es gute und schlechte Gründe gibt.

Das sind gute Gründe:

  1. Geschäftliches

    Wenn Sie momentan auf Arbeitssuche sind, fallen geschäftliche Termine als Absagegrund für Sie aus. In einem bestehenden Arbeitsverhältnis aber ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie unabkömmlich und auf Reisen sind. Ein Business-Termin ist ein exzellenter Absagegrund, unterstreicht er doch Ihren Stellenwert im Noch-Unternehmen. Man könnte sogar sagen, er lässt Sie wichtig erscheinen. Denn vermutlich haben Sie sich diskret beworben und Ihr aktueller Arbeitgeber weiß davon überhaupt nichts. Dies ist der Normalfall und auch keineswegs verwerflich.

  2. Privates

    Hier wird es schon kniffliger. Für manche Privattermine hat Otto-Normal-Arbeitgeber sicher Verständnis, für andere weniger. Ein Polterabend oder der Geburtstag eines alten Schwippschwagers mögen bei Ihnen rot im Kalender stehen. Deshalb ein Vorstellungsgespräch absagen? Lieber nicht. Einen Familienurlaub dagegen, den Sie lange zuvor geplant und gebucht haben, müssen Sie nicht kurzerhand wieder absagen. Auch die Taufe Ihres Patenkindes oder eine wichtige Klausur im Studium sind allemal wichtiger als ein Jobinterview. Grünes Licht! Und sollte der Arbeitgeber das anders sehen, kann er Sie gerne mal kreuzweise… Aber Sie merken: Ein wenig Gefühl in den Fingerspitzen bringt Sie in Ihrer Entscheidungsfindung weiter.

  3. Krankheit

    Wenn Sie krank sind, können Sie nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Punkt. Das gilt auch, wenn Ihr Kind erkrankt ist. Es handelt sich also um einen guten und nachvollziehbaren Grund. Aber das denken die meisten, deshalb ist Krankheit auch ein gern genutztes Alibi. In jedem Fall erweckt die Absage Misstrauen. Darum können Sie maximal zwei Tage vor dem Termin die Karte Krankheit spielen. Erkrankungen sind schließlich (meist) etwas Kurzfristiges. Niemand weiß, ob er in zwei Wochen erkältet sein wird – logisch. Krank zum Vorstellungsgespräch erscheinen kann man übrigens sehr wohl, wenn man den Job unbedingt will. Aber: Man bringt vermutlich nicht die Leistung, die man in gesundem Zustand bringen könnte.

4 schlechte Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

Das sind schlechte Gründe, um ein Vorstellungsgespräch zu verschieben:

  1. Auswahl

    Ehrlichkeit ist eine Tugend, ja. Aber in diesem Fall ist unser Rat: Greifen Sie auf eine Notlüge zurück. Denn wenn Sie wirklich das Jobinterview absagen mit der Begründung, Sie haben parallel noch ein anderes, dann könnten Sie Ihrem Gesprächspartner auch gleich mit der Bratpfanne eins überbraten. Es sagt so viel wie: Ihr hier seid für mich nur zweite Wahl, wenn überhaupt. Das andere Unternehmen ist mir deutlich wichtiger. Von der Motivation, über die ich euch in meinem Anschreiben vorgeschwärmt habe, kann keine Rede sein. Das Ganze grenzt schon fast an eine Ehrverletzung. Sie könnten also genauso gut Ihre Bewerbung zurückziehen. Mit einer Ausnahme: Sie sind als Fachkraft so selten und begehrt, dass Sie sich dieses dreiste Verhalten leisten können – als Softwareentwickler zum Beispiel. Aber für die Mehrheit ist es nicht zu empfehlen – und für viele das sofortige Aus.

  2. Therapie

    Wenn Sie sich angreifbar machen wollen, dann verschieben Sie Ihren Termin mit dem Hinweis, Sie hätten an diesem Tag schon einen Therapie-Termin. Das kann eine Therapie beim Psychiater oder den anonymen Alkoholikern oder gegen chronische Rückenschmerzen oder Depressionen sein. Daran ist auch überhaupt nichts Verwerfliches. Aber es offenbart einen Makel, der Sie weniger leistungsfähig erscheinen lässt. Für Arbeitgeber ein Warn-Signal! Für Depressionen etwa muss sich niemand schämen, Arbeitgeber aber müssen mit erhöhten Fehlzeiten rechnen. Ein schwacher Rücken ist für Handwerker, die sich häufig bücken müssen, ebenfalls kein Gütesiegel. Falls Sie es noch nicht wussten: Zu Angaben über ihre Gesundheit sind Bewerber nicht verpflichtet. Tipp auch hier: Eine Notlüge ist die bessere Alternative.

  3. Vorsorge

    Arzttermine sind delikat. Auf der einen Seite zeugt es von Ihrem Verantwortungsbewusstsein, wenn Sie Ihren Vorsorgetermin nicht verschieben wollen. Vielleicht sind Sie erblich vorbelastet und warten schon ewig auf die Darmspiegelung oder das Brust-Screening. Auf der anderen Seite sind solche Vorsorgetermine von langer Hand geplant. Man kann sie prinzipiell auch auf einen anderen Termin legen. Wenn Ihnen nun der Arzttermin wichtiger ist als das Jobinterview, dann liegt Ihnen an der Stelle SO VIEL offensichtlich nicht. Oder aber Sie müssen gesundheitlich so angeschlagen oder gefährdet sein, dass es wiederum Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit zulässt. Klar ist aber: Manche Termine sind schwieriger zu rechtfertigen als andere. Einen reinen Vorsorgetermin ohne akute Beschwerden beim Zahnarzt kann man durchaus schieben, einen Nachsorgetermin nach einer OP nicht. Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an.

  4. Nichts

    Eine Begründung, die keine ist, ist ein No-Go. Wenn Sie gar keinen Absagegrund nennen, ist das unhöflich und ein Ausschlussgrund. Nach dem Motto: Hmm, nö, da kann ich nicht. Oder etwas förmlicher: An diesem Termin bin ich leider verhindert. Es gibt natürlich Arbeitgeber, die eine solch vage Absage akzeptieren, aber verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Das gilt auch für den simplen und unbegründeten Wunsch, dass man lieber einen anderen Termin vorziehen würde. Es geht nicht nur um die Wünsche des Bewerbers, auch um die Zwänge des Arbeitgebers. Fehlende Begründungen sind ein Zeichen geringer Motivation und Wertschätzung. Darum sollten Sie immer einen Grund mitliefern.

Glück haben Bewerber, die zwischen zwei Terminen ausreichend Puffer vorfinden. So viel, dass sie das eine Jobinterview morgens und das andere nachmittags führen können. Optimal, oder?

Nein, optimal ist auch dieses Szenario nicht. Bewerber halsen sich sehr viel Stress auf und sind beim zweiten Jobinterview wahrscheinlich schon sehr abgekämpft. Höchstleistung adé!

In dem Fall picken Sie sich lieber Ihren Favoriten heraus und bitten für Nummer zwei um einen Alternativtermin. Eine gute Begründung haben Sie ja jetzt…

Wie verschiebe ich mein Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch verschieben möchten, können Sie das entweder…

  • per Telefon.
  • oder per E-Mail.

Es versteht sich von selbst, dass Sie keinen Brief mehr schreiben, wenn Sie morgen wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht erscheinen können. Sowieso könnten Unternehmen an Ihrer Digitalkompetenz zweifeln, wenn Sie sich auf dem Postweg melden. Und digitale Skills sind heute wichtiger denn je.

Am empfehlenswertesten ist die telefonische Variante. Ein Anruf geht schnell, ist persönlich, sicher, unkompliziert. Lange Kettenmails fallen weg, Sie können ruckzuck einen Ersatztermin ausmachen. Haben Sie die Nummer Ihres Ansprechpartners nicht zur Hand, rufen Sie in der Zentrale an und lassen Sie sich diese geben. Vergessen Sie aber nicht, sich schon vorher zwei oder drei Alternativtermine zu überlegen, die Sie anbieten können. Das ist professionell.

Wenn Sie aber Bammel vor einem Anruf haben (weil Sie eine Notlüge auftischen müssen zum Beispiel), dann schreiben Sie eine E-Mail und halten sich dabei an diesen Aufbau:

  • Für die Einladung bedanken.
  • Weiterhin Freude und Motivation zum Ausdruck bringen.
  • Den Termin mit Bedauern absagen.
  • Um einen Alternativtermin bitten.
  • Selbst mehrere Termine vorschlagen.

Im Anschluss finden Sie zwei Beispieltexte für Ihre Absage-Mail…

Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 1

So könnte Ihre E-Mail aussehen:

Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut und freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

An dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin bin ich allerdings verhindert (ich habe geheiratet und bin dann in den Flitterwochen). Daher würde ich mich gerne an einem anderen Termin bei Ihnen vorstellen. Ich könnte Ihnen folgende Termine anbieten:

Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

Wann passt es Ihnen am besten? Für weitere Vorschläge Ihrerseits bin ich natürlich ebenfalls offen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 2

Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

herzlichen Dank für die Einladung zum Bewerbungsgespräch, über die ich mich sehr gefreut habe.

Ich bin an der Stelle sehr interessiert, allerdings an dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin verhindert. Für meinen aktuellen Arbeitgeber bin ich auf Geschäftsreise. Diese Reise kann ich leider unmöglich verschieben. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Ich würde Sie daher bitten, einen Ersatztermin für mich zu finden – gerne auch kurzfristig. Folgende Termine kann ich Ihnen meinerseits schon einmal anbieten:

Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

Ich würde mich freuen, wenn Ihnen einer davon passt. Wenn nicht, rufen Sie mich auch gerne über meine Mobilnummer (0123-123456789) an, damit wir einen Ersatztermin abstimmen können.

Ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldung und das persönliche Kennenlernen.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Das sagen Sie dann!

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Eine Frage, die jeder Bewerber kommen sieht. Aber auf die nicht jeder vorbereitet ist. Dabei ist sie für die weitere Gehaltsentwicklung von enormer Bedeutung. Wer einen falschen Anker setzt, verschenkt Geld. Doch faustdick lügen sollte – und darf – man ja schließlich auch nicht. Wie Sie bei der Gehaltsverhandlung auftrumpfen und die Gehaltsfrage zu Ihrem Vorteil nutzen…

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?

Ein Jobwechsel lohnt sich finanziell. Im Schnitt können Jobwechsler mit einer Gehaltserhöhung von 5 Prozent rechnen. Die Spanne reicht sogar von 3 bis 20 Prozent.

Natürlich hängt die Höhe des Gehaltssprungs von vielen Faktoren ab: von Alter, Branche, Standort, Beruf und vom bisherigen Gehalt. Der aktuelle Gehaltsscheck dient als Vergleichs- und Verhandlungsgrundlage.

Die Gehaltssteigerung berechnet man schließlich in Prozenten. Dafür benötigt man das Basisgehalt – das ist in der Regel das, was Sie bisher verdient haben. Liegt es über dem Marktdurchschnitt, dürfte es schwer werden, eine massive prozentuale Steigerung herauszuschlagen. Ist es unterdurchschnittlich, könnte die Gehaltserhöhung weitaus höher ausfallen.

Darum ist das Gehalt, das Sie im Vorstellungsgespräch nennen, so entscheidend. Sie legen damit einen Anker fest. Der Rahmen ist somit fixiert, der weitere Verhandlungsspielraum stark eingeschränkt.

Hier beginnt das Problem: Viele Arbeitnehmer wollen das Unternehmen wechseln, weil sie sich für unterbezahlt halten. Drei oder vier Prozent mehr lösen das Problem nicht. Wer aber 20 Prozent mehr fordert, könnte als dreist oder gierig erscheinen…

So bestimmen Sie Ihr Basisgehalt

Der erste Schritt ist in jedem Fall: Recherchieren Sie so gut wie möglich den marktüblichen Rahmen für Ihr Gehalt. Damit sind die Vergleichswerte gemeint, die andere Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position verdienen.

Was verdient jemand, der vergleichbare Qualifikation und Erfahrungen aufweist wie Sie…

  • in diesem Beruf?
  • in dieser Branche?
  • in diesem Unternehmen?
  • in dieser Position?
  • in dieser Region?

Auf Basis dieser Zahlen sollen Sie entscheiden, was Sie verdienen wollen, was angemessen und realistisch ist – so genau wie möglich.

Tipp: In der Gehaltsverhandlung sollten Sie einen konkreten Betrag nennen – vielleicht sogar einen krummen. Warum? Sie suggerieren damit, dass Sie die marktüblichen Konditionen und Ihren Marktwert sehr genau kennen und einschätzen können.

Wo finden Sie Gehaltszahlen? Zum Beispiel hier:

  • In unseren Jobprofilen hier bei Karrieresprung
  • Fach-Blogs wie Karrierebibel
  • Gehaltsreports von Jobbörsen wie Stepstone oder Xing
  • Arbeitgeberbewertungsportale wie Glassdoor und Kununu
  • Offizielle Daten des Statistischen Bundesamts oder der Bundesagentur für Arbeit
  • Durch Bekannte und Mund-zu-Mund-Propaganda

Gehalt: Wählen Sie einen Job, der…!

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt PersönlichkeitWählen Sie einen Job, der zu Ihrer Persönlichkeit passt! Nicht nur der Selbstverwirklichung wegen, sondern auch, weil Sie dann mehr Geld verdienen. Denn: Wer in einem Beruf arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere.

Das haben niederländische Wissenschaftler von der Universität Tilburg herausgefunden. Ihre Studie wurde 2018 im Fachmagazin Psychological Science veröffentlicht. Demnach sind keineswegs nur bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit oder Extraversion entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Arbeitnehmern, sondern die Passung des Charakters mit dem Beruf.

Wer also etwa besonders extrovertiert, umgänglich oder emotional stabil ist, sollte einen Job wählen, in dem genau diese Eigenschaft in überdurchschnittlichem Maße gefordert ist.

Ergebnis der Forscher: Menschen, deren Persönlichkeit zu ihrem Job passt, können in einem Jahr bis zu ein Monatsgehalt mehr als ihre Kollegen verdienen.

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Darf ich lügen?

Was tun, wenn das letzte Gehalt aus Ihrer Sicht eindeutig zu niedrig ausfiel – dreist lügen?

Nein, das kann nicht das richtige Vorgehen sein. Wenn Ihre Lüge auffliegt (was durchaus vorkommt), dann stehen Sie als Lügner da – als jemand, dem man nicht vertrauen kann. Und ein Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter nicht vertraut, kann ihn eigentlich direkt feuern…

Übrigens ist die Frage nach dem letzten Gehalt durchaus erlaubt – sofern die neue Stelle ähnliche Kenntnisse und Kompetenzen des Kandidaten erfordert wie die alte. Durchaus denkbar also, dass Ihnen eine Lüge, die nachträglich auffliegt, als arglistige Täuschung ausgelegt wird. Der Arbeitgeber ist dann noch zehn Jahre später berechtigt, den Arbeitsvertrag wieder aufzulösen.

Und auffliegen kann eine Mogelei sehr leicht. Zum Beispiel dann, wenn Arbeitnehmer ein bestimmtes Jahresgehalt nicht überschreiten und daher in den gesetzlichen Pflichtversicherung versichert sind. Der Datenschutz greift hier nicht. Wer also im Vorstellungsgespräch ein Gehalt angibt, das über der jährlichen Versicherungspflichtgrenze lag, in Wahrheit aber pflichtversichert war, kann leicht enttarnt werden.

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: So formulieren!

Verschämt sollten Sie deshalb aber nicht auftreten. Wenn Sie bislang zu wenig verdient haben, dann sagen Sie das auch ganz klar und offen. Sie sollten aber auch ansatzweise belegen können, warum Sie Ihr bisheriges Gehalt für unterbewertet halten. Zum Beispiel so:

Ich würde mein bisheriges Gehalt nur ungern als Vergleichswert zugrunde legen. Es handelte sich um mein Einstiegsgehalt. Damals habe ich die üblichen Marktwerte nicht recherchiert, schlecht verhandelt und mich deutlich unter Wert verkauft. Heute verfüge ich über wesentlich mehr Erfahrung und halte ein Gehalt in Höhe von XXXXX Euro pro Jahr für angemessen.

Noch bessere Argumente haben Sie, wenn mit dem Jobwechsel eine andere Position oder gar Führungsverantwortung verbunden ist. In diesem Fall lassen sich altes und neues Gehalt gar nicht mehr übereinanderlegen – zu unterschiedlich die Stellenprofile.

Nur plausibel, dass Sie sich auch finanziell weiterentwickeln wollen. So lange das Gehalt, das Sie fordern, nicht den marktüblichen Rahmen sprengt, dürften Sie gute Karten auf Zuschlag haben.

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Wann wird die Frage gestellt?

Das Gehalt ist ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl – aber längst nicht das einzige. Im Vordergrund sollte es ohnehin nicht stehen. Und selbst wenn es für Sie Priorität A hat, dann zeigen Sie es bitte nicht so offensichtlich.

Im Vorstellungsgespräch stehen Job, Firma, Herausforderung, Aufgaben an vorderster Stelle – nicht das Geld. Ihr Arbeitgeber will keine Söldner, die bei der erstbesten Gelegenheit weiterziehen. Er will jemanden, der sich mit der Stelle identifziert, Freude an der Arbeit hat und alles gibt.

Bringen Sie das Gehalt daher nicht als Erstes ins Gespräch, sondern stets zu einem späteren Zeitpunkt. In der Regel stellt der Arbeitgeber von sich aus die Gehaltsfrage. Diesen Zeitpunkt können Sie in aller Ruhe abwarten. Erst recht, wenn Sie über Vergleichs- und Marktwerte im Bilde sind und eine schlüssige Gehaltszahl auf den Tisch legen können.

Dabei handelt es sich im Übrigens meist um das Brutto-Jahresgehalt. Enthalten sind Weihnachts- und Urlaubsgeld, mögliche Prämien und Sonderleistungen. Fragen Sie aber explizit nach, sonst erleben Sie noch eine unangenehme Überraschung.

Übrigens: Wenn Sie mit Ihrem Grundgehalt nicht einverstanden sind, müssen Sie die Verhandlung nicht gleich abbrechen, sondern können noch andere Leistungen in den Verhandlungstopf werfen. Zum Beispiel einen Dienstwagen, Dienst-Handy oder andere Zusatzleistungen und Benefits.

Gehaltserhöhung: Nicht zu viel auf einmal!

Eine Gehaltserhöhung fühlt sich toll an. Das Hochgefühl ist aber nicht von Dauer.

Nach spätestens vier Jahren ist die Euphorie über den dickeren Gehaltsscheck vollständig verfolgen, wie Wissenschaftler der Universität Basel 2018 herausfanden. Ihre Studie wurde im Fachmagazin Journal of Economic Behavior and Organization veröffentlicht.

Anfangs überwiegt die Freude über die Gehaltserhöhung. Noch größer ist der Effekt, wenn der Gehaltssprung größer ausfällt als bei den Kollegen. Mit der Zeit aber entwickelt sich das neue Gehalt zum Referenzwert, an den sich der Mitarbeiter zunehmend gewöhnt. Anders herum ist es übrigens genauso: Nach einiger Zeit hat man sich an eine Gehaltsreduzierung – wenn etwa der Arbeitgeber in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt – gewöhnt.

Rat der Forscher: Viele kleine Gehaltserhöhungen motivieren Arbeitnehmer langfristig mehr als ein einzelner großer Gehaltssprung.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie?

Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Das könnte man einfach als saublöde Frage abtun. Aber so mancher Personaler will es im Vorstellungsgespräch wissen. Immerhin steckt hinter der Frage mehr: Wie gut Sie improvisieren und ableiten können, wie kreativ Sie sind. Diese Tiere dürfen Sie gerne wählen – und diese auf keinen Fall!

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?

„Soll das ein Witz sein?“ Das werden Sie sich vielleicht fragen, wenn Ihnen der Personaler die Tier-Frage stellt: Welches Tier wären Sie? Sie gehört in die Kategorie Stressfragen. Denn sie löst Stress bis hin zu Panik aus, verursacht Druck und Zeitnot.

So manch einer ist aufgeschmissen. Einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Was allein schon an der Fülle möglicher Antworten liegt. So viele Tiere gibt es auf dem Planeten, mit so unterschiedlichen Eigenschaften.

Man muss das Pferd (das wäre auch schon der erste Vorschlag) gewissermaßen von hinten aufzäumen. Denn am Anfang steht die Frage: Welche Eigenschaft will ich in meiner Antwort eigentlich zum Ausdruck bringen? Und dann gilt es, das dazugehörige Tier zu finden. Am besten eines, das man wirklich mag, sonst schwingt in der Antwort etwas Unehrliches mit.

Wie aussagekräftig die Tier-Frage ist, darüber kann man streiten. Aber oft geht es auch vielmehr um Spontanität und Witz, um die Fähigkeit zu improvisieren. Der Personaler will testen, wie Sie auf so einen vermeintlichen Mumpitz reagieren. Ob Sie Humor haben oder nicht, ob Sie stressresistent sind.

Darum ist es auch nur bedingt ratsam, sich auf die Tier-Frage so fleißig wie eine Biene (noch ein Vorschlag!) vorzubereiten. Aber besser ist es allemal, ein paar mögliche Ideen im Hinterkopf zu haben. Sonst stammeln Sie womöglich nur Bruchstücke heraus wie: „Äh, Tier, ok, naja, wie wär’s mit einem Dackel?“ Und ob das den Personaler überzeugt, ist fraglich…

Welche tierischen Fähigkeiten braucht der Arbeitgeber?

Grundsätzlich ist die Frage gut geeignet, um Bewerber nach Ihren Stärken und Schwächen auszuhorchen. Grund: Mit Tieren verbinden wir klar festgelegte Eigenschaften, die teils über Jahrhunderte weitergegeben wurden. Manche vielleicht nicht immer zurecht, aber sie haben sich tief ins kollektive Gedächtnis gefressen.

Es gibt Märchen und Fabeln über Wölfe und Füchse, Hasen und Igel. Auch nutzen wir gerne Redewendungen mit tierischem Bezug: der schlaue Fuchs, die blöde Ziege, die graue Maus oder gar die dumme Sau.

So kann die Wahl Ihres Lieblingstieres Hinweise geben auf…

  • Teamfähigkeit

    Manche Tiere fühlen sich in Herden, Rudeln, Schwärmen, Rotten am wohlsten. Sie sind am liebsten unter ihresgleichen. Pferde, Wölfe, Fische zum Beispiel. Die Kooperation ist ihre große Stärke. Herdentiere helfen sich gegenseitig. Ein Bewerber, der ein Herdentier wählt, suggeriert, dass auch er sich gut in ein Team einfügen kann und ein echter Mannschaftsspieler ist. Aber: Leader wählen ein Herdentier wohl eher nicht.

  • Überlegenheit

    Führungspersönlichkeiten wollen aus der Masse herausstechen. Dafür bieten sich Tiere an, die besonders stark, mächtig, selbstbewusst sind. Tiere, die eine übergeordnete Position haben und in der Nahrungskette ganz oben stehen. So wie der König der Tiere, der Löwe. Auch Tiger sind mutig und auf der Jagd. Allerdings sind dominante Tiere auch eigensinnig und gehen nicht gerade zimperlich vor. Mit ihnen könnte man im Unternehmen Probleme bekommen.

  • Fleiß

    Als faul sind viele Tiere verschrien, als besonders fleißig nur wenige. Als Erste fällt einem die fleißige Biene ein. Sie schafft und schafft, kommt tagein tagaus pünktlich zur Arbeit und muckt nicht auf. Oder Ameisen. Aber die einzelne Biene oder Ameise fällt eben auch nicht auf. Nachteil! Ein Kompromiss könnte der fleißige Biber sein oder das Eichhörnchen, das geflissentlich seine Nüsse sammelt.

  • Treue

    Welches Tier ist treu? Na klar, der Hund. Von ihm kann man maximale Loyalität erwarten. Das mögen Unternehmen. Er ordnet sich unter, erhebt keinen Führungsanspruch. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein – je nachdem. Außerdem ist, wer treu ist, manchmal auch treudoof. Eine gute Antwort wäre so etwas wie: „Ich wäre gerne MEIN Golden Retriever. Dem geht es einfach viel zu gut.“

  • Ausdauer

    Pferde rennen und rennen. Auch Kamele haben Durchhaltevermögen (sind aber aus anderen Gründen keine gute Antwort). Elefanten bestechen durch Geduld und Gewissenhaftigkeit. Sie sind Felsen in der Brandung und haben ein tierisch gutes Gedächtnis. Allerdings sind die Dickhäuter zugleich langsam und träge. Sie sind die prototypischen Blockierer, dafür gibt es Abzüge.

  • Ambition

    Der Löwe bietet sich erneut an. Er sitzt schon auf dem Thron – also da, wo Sie im übertragenen Sinne noch hin möchten. Sie möchten weiter nach oben in der Nahrungskette, die Karriereleiter emporsteigen. Sie können aber auch den Geparden wählen. Er ist schneller als der Blitz, hochmotiviert und bringt Top-Leistungen, wenn es darauf ankommt.

  • Kreativität

    Eine Antwort für Profis: Ich wäre gerne ein fliegender Fisch, weil ich mich im Team wohl fühle und Abwechslung schätze. Ich mag es im Wasser, schaue mir alles aber auch gerne von oben an. So behalte ich immer den Überblick.

Diese Tiere lieber nicht nennen!

Dann gibt es Tiere, die äußerlich vor allem negative Eigenschaften verkörpern. Von denen sollten Sie Abstand nehmen.

Zum Beispiel von der (miesen, kleinen) Ratte, die als verräterisch gilt. Da hilft auch keine lange Erklärung, warum Ratten in Wahrheit ganz tolle, bewundernswerte Tiere und echte Überlebenskünstler sind. Sie wecken einfach zu negative Assoziationen…

Diese Tiere sind keine gute Wahl:

  • Fuchs: Schlau, aber auch gerissen und hinterlistig.
  • Lamm: Unschuldig, schwach, schutzlos, dumm.
  • Elster, Rabe: Diebisch.
  • Wolf: Gierig, böse.
  • Schlange: Falsch, unehrlich, intrigant.
  • Aal: Glitschig, schleimig, schwer zu fassen.
  • Pfau: Eitel, selbstsüchtig.
  • Heuschrecke: Gefräßig (als Antwort nicht mal bei einer Bewerbung in einer Investment-Gesellschaft zu empfehlen.)
  • Hai: Nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht.
  • Dinosaurier: Antiquiert, seine Zeit ist abgelaufen.
  • Faultier: Bedarf keiner Erklärung.

Welches Tier wären Sie: Noch mehr gute Antworten

Welches Tier wären Sie? Diese Antworten könnten zu Ihnen passen…

  • Adler: Ich behalte immer den Überblick und schlage dann blitzschnell zu.
  • Chamäleon: Ich bin wandlungsfähig und vielseitig einsetzbar. Wenn sich die Gegebenheiten ändern, verfalle ich nicht in Panik, sondern stelle mich schnell auf sie ein.
  • Biber: Ich baue gerne etwas auf.
  • Luchs: Ich bin schnell, schlau und gehe die Dinge nicht mit der Brechstange an.
  • Delfin: Ich habe ein gutes Gedächtnis, bin mitfühlend und – glaube ich jedenfalls – auch recht beliebt.
  • Eule: Ich bringe nachts die besten Leistungen. (das bietet sich vor allem für Menschen in Nacht-Berufen an, Schichtarbeiter, Krankenschwestern oder Barkeeper zum Beispiel.)
  • Mensch: Ich bin sehr menschlich und fühle mich unter Menschen am wohlsten. Menschen sind ja bekanntlich auch Tiere. (speziell in sozialen Berufen keine schlechte Antwort, in Pflege und Gesundheit, aber auch in Gastronomie oder Vertrieb.)

10 Antworten für Spaßvögel

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Die Frage darf bzw. muss man immer mit einer Prise Humor verstehen. Wer hierauf eine bierernste Antwort erwartet, macht irgendetwas falsch.

Sie müssen also vor einer Spaß-Antwort nicht zurückschrecken. Wenn Sie glauben, ein kleiner Gag ist gerade angemessen, dann antworten Sie halt so etwas wie…

  • Eierlegende Wollmilchsau: Die suchen Sie doch schließlich, oder? Alternativ geht auch der Wolpertinger (speziell in Bayern) oder ein anderes Fabel-Mischwesen.
  • Känguru: Dann verliere ich nie mehr meine Schlüssel und Handy.
  • Einhorn: Dann wäre ich so begehrt, dass ich dieses Bewerbungsgespräch gar nicht führen müsste. Oder: Dann wäre ich eine Milliarde Dollar wert (eine gute Wahl insbesondere für das Jobinterview im Startup.)
  • Vielfraß: Ich esse auch Ihnen die Kaffeeküche leer!
  • Ork: Weil ich unsere Konkurrenten kurz und klein schlage – im übertragenen Sinne natürlich.
  • Hydra: Mich kriegt man einfach nicht klein, so sehr man es auch versucht.
  • Spinne: Mir gehen alle Aufträge ins Netz. Versprochen!
  • Säbelzahntiger: So jemanden wie mich, mit meinen Qualitäten, gibt es eigentlich gar nicht mehr. Und ich habe Biss!
  • Arbeitstier: Das Lieblingstier in JEDEM Unternehmen.
  • Nessie, Yeti: Ich lasse mich nur ganz selten im Büro blicken. Sie bieten doch Homeoffice an?
[Bildnachweis: Katsiaryna Pakhomava by Shutterstock.com]

Warum sollten wir Sie einstellen? 7 gute Antworten

Warum sollten wir Sie einstellen

„Warum sollten wir Sie einstellen?“ „Weil ich hochmotiviert und ein Teamplayer bin.“ Falsch, so antworten Bewerber bitte nicht! Motiviert und teamfähig sind sie schließlich alle. Sie wollen sich aber abheben vom Rest, hervorstechen aus der Masse. In der Tat fällt eine ansprechende Antwort viel schwerer als man vermutet. So könnte sie aussehen…

Beliebte Bewerberfrage: Warum sollten wir Sie einstellen?

Es handelt sich um eine offene Frage, auf die Sie nicht mit Ja oder Nein antworten können. Der Fragesteller will mehr über Sie erfahren, möglichst viele Infos gewinnen.

In dieser Frage schwingen subtil noch sehr viele andere Fragen mit:

  • Inwiefern haben Sie die notwendigen Qualifikationen für den Job?
  • Weshalb sind Sie der beste Kandidat?
  • Welchen Mehrwert, den Sie mitbringen, können die anderen Kandidaten nicht anbieten?
  • Warum passen Sie in unsere Unternehmenskultur?

Aber egal, wie er oder sie die Frage formuliert: Es geht für Sie als Bewerber darum, die Unterschiede zwischen sich und dem Wettbewerb herauszuarbeiten. Sie sollten klar machen, was Sie ausmacht und was Sie besonders macht.

Darauf können und sollten Sie sich vorbereiten. Denn die Frage ist hochgradig relevant. Sie dürfte in überdurchschnittlichem Maße zur Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kandidaten beitragen.

Warum wird Ihnen die Frage gestellt?

Das Unternehmen möchte den besten Kandidaten für die vakante Stelle finden. Auf diese Weise versucht es, den Kandidatenkreis zu filtern und einzuschränken. Denn die Suche nach dem Wunschbewerber ist meist schwieriger als gedacht. Erst recht, wenn die Zahl der Bewerber sehr hoch ist. Oft ähneln sich dann die Lebensläufe und Qualifikationen.

Irgendwie aber muss man die Spreu vom Weizen trennen und eine Entscheidung treffen. Eine Frage, mit der man die Unterschiede kennbar macht, bietet sich da an. Das ist der Plan. Worin also unterscheiden sich die Bewerber?

Als Bewerber sollten Sie also nicht mit Allgemeinplätzen antworten wie: „Ich bin hochmotiviert und bringe alle notwendigen Qualifikationen mit.“ Das tun sie alle!

Vielmehr ist es wichtig, Eloquenz, Persönlichkeit und auch eine Prise Gewitztheit zu verkörpern. Ihr Gesprächspartner wird aus Ihren Antworten ableiten, wie gut Sie in die Firma und ins jeweilige Team passen, wie Sie arbeiten, ob Sie analytisch-systematisch vorgehen oder eher emotional.

Sie sollten dem Personaler zeigen, dass Sie…

  • sich in Teams und Abläufe integrieren können.
  • zuverlässig und sorgfältig arbeiten.
  • dem Unternehmen neue Impulse geben können.
  • über reichhaltige und praktische Erfahrungen verfügen.
  • Herausforderungen annehmen und auch unter Stress Top-Leistungen abliefern können.

Das macht eine gute Antwort aus

Es gibt Menschen, die nur ungern über sich selbst reden. Diesmal müssen Sie es! Aber bitte auch nicht zu lange. Wer ausschweifend über sein Leben erzählt, kann schon mal 20 oder 30 Minuten ausfüllen. Ein riesiger Irrtum!

Bedenken sie: Der Personaler interessiert sich nicht für Ihre gesamte Lebensgeschichte. Er will nur das wissen, was für ihn und seinen Arbeitgeber von Belang ist. Außerdem sollten Sie im Vorstellungsgespräch nachweisen, dass Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, die Substanz herauszufiltern. Mehr als sechs bis acht Minuten sollte Ihre Antwort nicht einnehmen.

Überlegen Sie sich vorab eine grobe Struktur. Sie können drei oder vier Punkte auswählen, die Sie voranstellen wollen oder drei bis vier Beispiele aus Ihrem Lebenslauf. Diese tragen Sie dann kurz und prägnant vor. Setzen Sie Schwerpunkte!

Die Frage sollten Sie NICHT wie ein Bewerbungsschreiben angehen: Dieses ist schön sauber und chronologisch geordnet. Diesmal gilt es vielmehr darum, das Wichtigste an den Anfang zu stellen. Viele Bewerber begehen den Fehler, alles fein säuberlich aufzuzählen: Schule, Studium, berufliche Stationen. Und dann kommen noch ein paar Adjektive zur Anwendung wie „Ich bin teamfähig und sehr motiviert.“ Falsch!

Diese Perspektive sollten Sie einnehmen

Die Ich-Perspektive ist nicht überzeugend. Versetzen Sie sich lieber in Ihren Gesprächspartner, nehmen Sie seine Perspektive ein. Wenn er einen Benefit oder Mehrwert wittert, steigt seine Neugier. En Problem, das Sie für ihn lösen könnten. Eine Herausforderung, bei der Sie ihm helfen könnten. Das ist es, was er hören will.

Sie verkaufen nicht sich selbst, Sie verkaufen eine Problemlösung. Mit diesem Mindset sind Sie im Vorstellungsgespräch erfolgreicher. Ihre Qualifikationen und Kompetenzen sind deshalb nicht wertlos. Im Gegenteil, sie sind das Fundament, auf dem die Problemlösung fußt.

Wenn Sie Ihre Stärken mit bisherigen Erfolgen unterstreichen und mit potenziellen Einsatzmöglichkeiten im neuen Unternehmen verknüpfen, kann sich der Personalverantwortliche darunter etwas vorstellen. Top!

Liefern Sie z.B. Belege für Ihre…

  • Berufs- und Branchenerfahrung
  • Netzwerke
  • Problemlösungskompetenzen
  • Führungserfahrungen
  • Weiterbildungen
  • technische oder konzeptionelle Fähigkeiten
  • Preise und Auszeichnungen

So nähern Sie sich einer guten Antwort

Als Erstes brainstormen Sie. Diese Fragen helfen:

  • Welche meiner Qualifikationen sind für den Job am wichtigsten?
  • Welche besonderen Leistungen kann ich damit erbringen?
  • Welchen Mehrwert kann ich anbieten?
  • Mit welchen Erfolgen kann ich das belegen?
  • Welche außergewöhnlichen Erfahrungen bringe ich mit?

Nun wählen Sie aus allen Möglichkeiten drei oder vier aus, die vermutlich am besten passen. Nicht vergessen, praktische Beispiele einfließen zu lassen!

Die Kunst ist es, Allgemeines herunterzubrechen und so tief ins Detail zu gehen wie möglich, ohne dabei zu weit auszuholen. Länger als zwei Minuten sollten Sie für ein Beispiel nicht benötigen.

Warum sollten wir Sie einstellen: Formulierungsbeispiele

  • Ich habe mir Ihren Auftritt in den sozialen Medien angesehen und schon ein paar Ideen, wie ich ihn noch emotionaler und effektiver gestalten kann. Meine Erfahrungen im Social Media Marketing helfen mir dabei. Ich bin mir sicher, in kurzer Zeit Reichweiten und Interaktionen mit den Fans erhöhen zu können.
  • Ich habe mittlerweile zehn Jahre im HR-Bereich gearbeitet und weiß, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden. Auf der anderen Seite weiß ich auch, DASS es geht – und WIE es geht. Mit den geeigneten Maßnahmen kann man im Rahmen der Personalsuche die Effizienz erhöhen und außerdem viel Zeit und Geld sparen. Das würde ich gerne für Sie machen!
  • Ihren Seitencode kann man optimieren und vereinfachen, das habe ich bei einem ersten Blick auf Ihre Webseite bereits bemerkt. Das würde ich als Erstes umsetzen, damit die Ladezeiten kürzer werden, die Seite schneller und das Ranking bei Google besser.

Sie sehen: Wenn man als Bewerber ein Problem benennt, das man für das Unternehmen lösen möchte, wird die Antwort gleich viel attraktiver. Die Kundenperspektive steht über der Bewerberperspektive. Damit überzeugen Sie im Bewerbungsgespräch.

Ihre Antworten können Sie vorher auch einüben – vor dem Spiegel oder als Rollenspiel mit Freunden. Am besten, sie sitzen flüssig, klingen aber nicht wie auswendig gelernt. Denn das bleibt wichtig: Bewerber sollten authentisch, engagiert und motiviert auftreten – und nicht wie perfekt programmierte Roboter.

Warum sollten wir Sie einstellen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

  • Die aktuellen Herausforderungen in der Branche sind mir wohl bekannt. Wir haben in meinem letzten Unternehmen täglich damit zu tun gehabt. Ich weiß aber auch, wie man damit umgeht. Kenne Strategien, Mittel und Wege, um den Umsatzrückgang aufzuhalten. So habe ich es mit meinem letzten Team geschafft, durch den Einsatz von…
  • Als Berufseinsteiger habe ich nicht so viele Erfahrungen vorzuweisen wie der Rest des Teams, das ist mir bewusst. Aber ich sehe das sogar als Vorteil. Ich glaube, dass es Ihrem Team helfen könnte, jemanden mit einem frischen Blick hineinzuholen. Jemanden, der eine ganz neue Perspektive einnimmt, keinen Tunnelblick hat und noch sehr jung ist. Ich bin mir sicher, damit könnte ich dem Team insgesamt helfen…
  • Heutzutage wird es immer einfacher, ein Produkt in den Medien zu platzieren, aber gleichzeitig immer schwerer, Aufmerksamkeit dafür zu generieren. Es gibt einfach so viel Content, so viel Werbung, so viele Angebote im Internet. Ich weiß, wie man ein neues Produkt lanciert. Das habe ich in meinem letzten Job bewiesen, als ich mit meinem Team sogar eine Auszeichnung gewinnen konnte…
  • Ich lebe für die Technik. Ich träume von Technik. Ich beschäftige mich Tag und Nacht mit Technik. Und ich kenne mich mit Technik sehr gut aus, insbesondere mit allen Facetten des Elektromotors. Darum wäre ich genau der richtige Mann für Sie, um das Projekt Elektromobilität voranzutreiben. Ich WILL von ganzem Herzen – und das meine ich ernst – dass Ihrem Unternehmen der Umstieg auf E-Mobilität gelingt…
[Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]

Warum haben Sie gekündigt? So punkten Bewerber!

Warum haben Sie gekündigt

„Warum haben Sie gekündigt?“ „Also das ist ganz einfach. Mein Chef war ein Vollpfosten, die Kollegen unerträglich, die Firma ohnehin ein Ort des Wahnsinns und die Lage im Gewerbegebiet gruselig. Ach ja, und das Gehalt war genauso mies wie das Kantinenessen.“ Fraglich, ob Bewerber mit dieser Antwort Punkte auf ihr Konto einzahlen. Besser, Sie antworten auf folgende Art und Weise…

Darum stellen Personaler Ihnen diese Frage

Sie wollen wissen, warum Sie wechseln wollen. Und auch, wie hoch Ihre Frustrationstoleranz ist. Denn angenommen, Sie wollen Ihren Arbeitgeber wegen vermeintlicher Petitessen verlassen, wie werden Sie sich dann am neuen Arbeitsplatz verhalten, sobald erste Schwierigkeiten auftreten?

Arbeitgeber wollen keine Job-Hopper, sondern Mitarbeiter, die sich committen. Darum fragen Sie manchmal auch indirekt: Wie lange sind Sie schon auf Jobsuche? Warum suchen Sie aktuell eine neue Stelle? Was hat Ihnen an Ihrem letzten Arbeitsplatz nicht gefallen?

So kann der Interviewer klären, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig gehen – und wo mögliche Konfliktfelder lauern. Die Frage ist für Sie als Bewerber ausgesprochen heikel. Besser, Sie manövrieren sich nicht in eine ausweglose Situation. Dafür ist es wichtig, sich vorab hieb- und stichfeste Antworten zu überlegen. Ehrlich und authentisch sollten die aber schon sein…

5 schlechte Kündigungsgründe

Es gibt zahlreiche Kündigungsgründe. Aber nicht alle sind gute. Manche sollten Sie in der Bewerbung lieber verschweigen. Zum Beispiel diese schlechten Kündigungsgründe:

  1. Chef

    Ein altes Business-Bonmot besagt: Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs. Das stimmt auch sehr häufig. Aber laut sagen sollten Sie es nicht. Kritik am früheren Boss ist eine Lästerei. Und Lästern ist schlechter Stil, illoyal und charakterschwach. Erstens begeben Sie sich damit selbst in die Rolle des Opfers. Zweitens weckt es Zweifel an Ihrer Loyalität dem neuen Arbeitgeber gegenüber. Werden Sie später auch schlecht über ihn reden? Wahrscheinlich ja.

  2. Herausforderung

    Sie haben den Großteil der Arbeitszeit damit verbracht, vor dem Rechner Solitaire zu spielen? Wäre definitiv eine witzige Antwort, aber sicher nicht zu Ihrem Vorteil. Natürlich gibt es langweilige Jobs und Aufgaben und Zeitabschnitte. Manch einer steht vielleicht sogar vor dem Boreout. Aber dann stellt sich die Frage: Wieso haben Sie nicht schon viel früher gekündigt? Zweite Frage: Warum wird ein vermeintlicher Leistungsträger wie Sie nicht intensiver in die wichtigen Prozesse des Unternehmens eingebunden? Und drittens: Weshalb haben Sie nicht selbst versucht, an diesem Zustand etwas zu ändern? Denn seinen Job kann man auch selbst mitgestalten, formen und spannender machen. Das nennt sich Job Crafting.

  3. Atmosphäre

    Die Vorgesetzte war ein Biest, der Kollege ein Lästermaul und die Neue eine Intrigantin. Die Harmonie im Team hat nicht gestimmt. Sie haben darunter am meisten gelitten, wurden vielleicht sogar gemobbt. Sehr nachvollziehbar, dass Sie kündigen wollen. Trotzdem stehen Sie vor einem Dilemma: Die Disharmonie im Team fällt auf Sie zurück – unabhängig davon, ob Sie sich wirklich in irgendeiner Weise etwas haben zu Schulden kommen lassen oder nicht. Ein Team besteht aus seinen einzelnen Mitgliedern. Und Sie waren eines davon. Dass es gekracht hat, muss auch an Ihnen gelegen haben. So ist jedenfalls der Eindruck, den man als neutraler Beobachter gewinnt. Zudem wäre es souveräner gewesen, wenn Sie sich durchgebissen und weitergemacht hätten – trotz Ihrer Meinungsverschiedenheiten. Denn die wird es im neuen Unternehmen garantiert auch geben…

  4. Stress

    Der alte Job war die Hölle, die Arbeitsbelastung einfach viel zu hoch. Sie mussten für zwei schuften, weil eine vakante Stelle langfristig nicht besetzt werden konnte. So viel Druck, so viel Stress. Ganz schlimm das alles! Mag sein, aber ein guter Kündigungsgrund ist dies ebenfalls nicht. Stressresistenz ist eine Grundvoraussetzung in vielen Berufen und Branchen. Und von einem Mitarbeiter erwartet man nun einmal Mehreinsatz und die ein oder andere Überstunde, wenn Not am Mann ist. Der Arbeitgeber will Sie einstellen, weil sie belastbar, leistungsfähig und motiviert sind.

  5. Feedback

    Mitarbeiter wollen auch mal gelobt werden. Andernfalls schalten Sie irgendwann einen Gang zurück und schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, wenn überhaupt. Eine Dauerbelobigung indes kann niemand erwarten. Zu negatives Feedback und zu viel Kritik – das sollten Sie auf keinen Fall als Kündigungsgrund nennen. Erstens könnte ja in der Kritik ein wahrer Kern stecken, wer weiß. Und zweitens wirken Sie so wie jemand, der nicht mit Kritik umgehen kann – und sich nicht weiterentwickelt.

Sie sehen: Als Bewerber können Sie vieles sagen, was Ihren Gesprächspartner auf eine ungünstige Fährte lockt. In Wahrheit kann er Ihnen sogar ALLES negativ auslegen. Jede Antwort, die Sie geben, bleibt suboptimal. Warum? Weil Sie die Vergangenheit, das Negative und die Fehler in den Fokus holen.

Dann wirkt es so, als würden Sie sich immer nur auf die schlechten Seiten des Jobs konzentrieren. Der Arbeitgeber wird sich die Frage stellen, ob dies im neuen Job nicht wieder genauso sein wird. Sie wollen sich ja nicht als Jammerlappen präsentieren, sondern als zuversichtlicher Möglichmacher.

Warum haben Sie gekündigt: Das ist wichtig

Es ist empfehlenswert, dass Sie die Frage ganz nüchtern und professionell aufnehmen und den Blick sogleich wieder nach vorne richten. Tenor: Ich bin in dieser Position unter meinen Möglichkeiten geblieben – dieses Gefühl hatte ich jedenfalls – und habe keine Herausforderung mehr gesehen und keine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

Verkneifen Sie sich Seitenhiebe und Lästereien – selbst, wenn das Betriebsklima in Ihrem alten Unternehmen wirklich auf dem Nullpunkt angekommen sein sollte. Was Sie zum Beispiel sagen können: Unser Team ist umstrukturiert und komplett neu ausgerichtet worden. Dabei ist mir klar geworden, dass dies nicht die richtige Position für mich ist. Und dann ist es besser – für BEIDE Seiten besser – wenn man diesen Zustand überdenkt.

Sie sehen: Man muss keineswegs immer rosa Puderzucker über alles streuen. Wenn etwas negativ war, dann müssen Sie es nicht als paradiesisch umetikettieren. Ehrlichkeit, Selbstreflexion und Souveränität kommen so zum Ausdruck. Und das ist nicht verbittert, sondern zukunftsorientiert.

Warum haben Sie gekündigt: Formulierungsbeispiele

Nichtsdestotrotz lautet die Devise: Niemals über alte Arbeitgeber lästern! Das zeugt von Charakterschwäche. Und es sagt mehr über Sie aus als über denjenigen, über den Sie lästern.

Führen Sie möglichst sachliche Gründe für den geplanten Jobwechsel an: Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, neue Branche, neue Herausforderung. Hier sind ein paar Formulierungsbeispiele:

Wenn Sie selbst gekündigt haben

  • Ich habe mich mit meinen Kollegen und Vorgesetzten wirklich super verstanden. Daran lag es nicht. Allerdings hatte ich das Gefühl, perspektivisch an Grenzen zu stoßen. Eine internationale Ausrichtung war zum Beispiel kaum möglich. Also musste ich etwas ändern.
  • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel gelernt. Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass meine Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Darum war es an der Zeit, dass ich mich neu orientiere…
  • Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen. Das war bei meinem früheren Arbeitgeber leider nicht möglich, aufgrund verschiedener organisatorischer Zwänge. Ich habe aber mittlerweile so viel Erfahrung und Fachwissen, dass ich nicht mehr länger damit warten möchte. Daher die Neuausrichtung…
  • Ich bin ehrlich: Mein Hauptkriterium bei der Jobsuche ist der Standort. Ich bin meinem Partner hierher gefolgt und möchte nun beruflich in dieser Region Fuß fassen. Am liebsten bei einem aufstrebenden Unternehmen mit vielen Entwicklungschancen, das aus einer Branche kommt, in der ich mich auskenne. So einem wie Ihrem!
  • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel über XY gelernt. Das ist sein Schwerpunkt. Mich selbst sehe ich in Zukunft aber eher im Bereich YX. Darauf möchte ich mich konzentrieren und spezialisieren, weil es noch besser zu meinen Fähigkeiten und Interessen passt. Und genau darum glaube ich, dass Sie der richtige Arbeitgeber für mich sind.
  • Mein bisheriger Job war wunderbar. Ich habe überhaupt keinen Grund zu Klage. Als ich aber Ihre Stellenanzeige gesehen habe, war ich Feuer und Flamme und sofort überzeugt davon, dass dieser Job noch besser zu meinem Profil passt. Ich bin überzeugt, dass ich mich hier voll einbringen könnte…
  • Wenn wir hier bei Tinder wären, wäre es ein Match. Sie bieten das, was ich suche und ich habe das, was Sie suchen. Das wurde mir schnell bewusst, als ich von der Stelle gehört habe. Allerdings bin ich nicht wie die meisten Männer bei Tinder: Ich suche nämlich etwas Langfristiges…

Wenn Ihnen gekündigt wurde

  • Es ist ganz simpel: Dem Unternehmen ging es zum Schluss nicht mehr gut. Den Umstrukturierungen ist auch meine Stelle zum Opfer gefallen.
  • Der Konzern hat sich ganz neu aufgestellt. Mehrere Niederlassungen wurden geschlossen, darunter auch meine. Ein Umzug kommt für mich wegen familiärer Verpflichtungen aber nicht infrage.
  • Mein bisheriger Arbeitgeber hat die Führungsriege umgekrempelt. Es gibt einen neuen Manager, der mein Team komplett neu ausgerichtet hat. Das ist auch völlig legitim. Ich selbst glaube aber, dass dieser Weg nicht der richtige für mich ist. Daher suche ich einen Job, in dem ich mich und meine Kompetenzen voll einbringen kann.
  • Ich möchte mich beruflich neu orientieren. Diese Stelle erscheint mir dafür ideal. Auf der einen Seite werde ich in einem führenden Unternehmen der XY-Branche viel lernen, auf der anderen Seite kann ich meine langjährigen Erfahrungen einbringen und Ihnen sofort weiterhelfen.
  • Die Wahrheit ist, dass mir nur gekündigt wurde, um eine Sperre bei der Arbeitsagentur zu umgehen. Mein Arbeitgeber und ich haben uns einvernehmlich dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen. Wir haben lange und erfolgreich zusammengearbeitet und haben immer gewusst, was wir an dem anderen haben. Aber es war einfach mal an der Zeit, den Reset-Button zu drücken.
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Vorstellungsgespräch absagen: Das Date elegant abservieren

Vorstellungsgespräch absagen Tipps

Ja, Sie hatten sich bei ebendiesem Unternehmen beworben. Sie wollten den Job unbedingt. Aber jetzt nicht mehr. Weil Sie ein besseres Angebot auf dem Tisch liegen haben oder weil Sie aus privaten Gründen wegziehen oder weil… Manchmal müssen Bewerber ein Vorstellungsgespräch absagen. Das kann unangenehm sein. Aber wer es höflich und galant macht, hält sich Türen für später offen.

Vorstellungsgespräch absagen: Ist das überhaupt notwendig?

Sagen Sie Ihr Vorstellungsgespräch ab, wenn Sie zum Termin nicht erscheinen können oder wollen. Einfach nicht hingehen – das ist schlechter Stil. Eine echte Alternative zur Absage gibt es nicht.

Verständlich ist es aber durchaus, wenn einem Bewerber nicht wohl dabei ist, ein vereinbartes Vorstellungsgespräch wieder zu canceln. Der Personaler könnte es einem übel nehmen oder unwirsch reagieren. Unangenehm! In Wahrheit aber sind die meisten froh und dankbar, wenn ein Bewerber klare Kante macht und einen Termin frühzeitig wieder absagt. Aus unterschiedlichen Gründen:

  • Respekt

    Alle fordern ihn ein, aber nicht alle geben ihn auch. Die Rede ist von Respekt. Bewerber haben ihn während des gesamten Bewerbungsprozesses verdient, Unternehmen aber auch. Seien Sie respektvoll Ihren Ansprechpartnern gegenüber. Wenn Sie dem vereinbarten Termin einfach fernbleiben, pfeifen Sie auf ebendiesen Respekt. Das ist unhöflich, unprofessionell und kann Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt noch auf die Füße fallen.

  • Planung

    Das Unternehmen hat für Sie Kapazitäten freigemacht. Es hat einen Termin organisiert, einen oder mehrere Mitarbeiter für das Bewerbungsgespräch eingeteilt und einen Raum gebucht. Das alles kostet Zeit und Geld. Sagen Sie frühzeitig ab, kann das Personalbüro seine Kapazitäten neu verteilen. Es wird Ihnen dankbar dafür sein. Denn wenn das Gespräch schon vollständig vorbereitet worden ist, bekommt es die investierte Zeit nicht wieder zurück. Und wenn Sie gar nicht absagen, haben Sie die Zeit von gleich mehreren Personen verschwendet – und hinterlassen keinen guten Eindruck.

  • Fairness

    Fairness ist der Zwillingsbruder von Respekt. Sagen Sie ein Gespräch rechtzeitig ab, verhalten Sie sich fair gegenüber dem Unternehmen – aber auch Ihren Mitbewerbern gegenüber. Ihre Absage ermöglicht es einem anderen Kandidaten nachzurücken. Möge am Ende der Beste gewinnen – so viel Fairness muss sein.

  • Perspektive

    Sie haben es gar nicht nötig, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen? Gut für Sie! Aber irgendwann kann sich das Blatt auch wieder wenden – und Sie einen neuen Job brauchen. Vielleicht ist das jetzt übergangene Unternehmen ja wieder eine Option. Wenn Sie Pech haben, bewerben Sie sich in ein paar Jahren nochmal, der Personaler ist aber immer noch auf seinem Posten und erinnert sich an Ihr unverschämtes Fernbleiben. Dann wird er den Teufel tun und Ihnen eine zweite Chance geben — beziehungsweise nur dann, wenn er wirklich gar keine andere Wahl hat. Bedenken Sie: Eine höfliche Absage kostet Sie nur einen Wimpernschlag. Unentschuldigtes Fernbleiben kann Sie langfristig sehr viel mehr kosten.

Ein anderer Weg, den Sie gehen können: Sie nehmen das Jobinterview wahr, obwohl Sie schon längst eine anderweitige Zusage gegeben haben und diese auch keinesfalls wieder verwerfen wollen.

Das können Sie machen. Sie sammeln Erfahrung, gewinnen Einblicke in ein anderes Unternehmen und erweitern Ihr Netzwerk. Auf der anderen Seite ist es Zeitverschwendung – für Sie und für alle anderen Beteiligten. Entscheiden Sie selbst…

4 Gründe, das Jobinterview abzusagen

Es gibt mehrere Gründe, ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Vielleicht haben Sie in der Zwischenzeit einen anderen, besseren Job gefunden und Ihre Zusage schon gegeben. Schließlich gehen die wenigsten heute naiv ins Bewerbungsrennen. Sie schreiben mehrere Bewerbungen, halten sich alle Optionen offen und wägen dann ab.

Manche Arbeitgeber reagieren schneller, andere langsamer. Und dann gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft… der Bewerber. Es gibt aber noch andere Motive, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen:

  1. Krankheit

    Wenn Ihnen eine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung macht, können Sie nicht erscheinen – so viel steht fest. Erst recht, wenn es sich um eine ernste oder langfristige Krankheit handelt. Dann gelten andere Prioritäten: Dass Sie wieder gesund werden. Abgesehen davon könnten Sie sich nicht von Ihrer besten Seite zeigen. Und wer nicht in Bestform ist, hat schlechtere Chancen auf den Jobzuschlag.

  2. Ortswechsel

    Ihre privaten Rahmenbedingungen haben sich komplett geändert. Sie haben sich von Ihrer Frau oder Ihrem Mann scheiden lassen oder ziehen Ihrem Partner in eine neue Stadt nach. Sie müssen sich also dort neu auf Jobsuche begeben. Die Bewerbungen, die Sie bislang verschickt haben, werden Ihren neuen Lebensumständen nicht mehr gerecht. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Vorstellungsgespräch abzusagen.

  3. Sinneswandel

    Denkbar, dass Sie sich aus Verärgerung über Ihren Chef woanders beworben haben. Das kommt häufig vor. Aber vielleicht wurden die Wogen ja wieder geglättet. Sie haben sich ausgesprochen, sind frisch motiviert und voller Tatendrang. Möglicherweise kriegen Sie die Beförderung ja doch, oder eine Gehaltserhöhung. Ihrem aktuellen Job wollen Sie jedenfalls gar nicht mehr entfliehen.

  4. Reputationsschaden

    Das Unternehmen kam Ihnen sehr respektiert vor, als Sie sich dort beworben haben. Jetzt, wo Sie weitere Nachforschungen angestellt haben, nicht mehr. Sie haben Arbeitgeberbewertungsportale durchforstet und vernichtende Bewertungen entdeckt. Bekannte haben Ihnen von den schlimmen Zuständen in der Firma berichtet. Und die Medien berichten ebenfalls mit einer Mischung aus Grausen und Verachtung. Unter diesen Umständen wollen Sie nicht mehr zu diesem Unternehmen wechseln – und absagen.

Währt ehrlich wirklich am längsten?

Das waren nur die offensichtlichsten Gründe, um ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Es gibt noch weitere. Die Frage, die sich stellt: Sollen Sie den wahren Grund auch wirklich nennen?

Zunächst sollten Sie auf jeden Fall überhaupt einen Grund nennen. Alles andere wäre unhöflich.

In der Mehrzahl der Fälle fahren Sie mit Ehrlichkeit tatsächlich sehr gut. Personaler sind auch Menschen und haben durchaus Verständnis für Ihre privaten und beruflichen Irrungen und Wirrungen. Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn man kleine Geheimnisse mit Ihnen teilt. Schenken Sie reinen Wein ein.

Und verbinden Sie Ehrlichkeit mit einem Dank für die geopferte Zeit und das entgegengebrachte Interesse. Das macht einen guten Eindruck.

Jetzt kommt das große Aber: Nicht IMMER ist Ehrlichkeit Ihre Trumpfkarte. Wenn Sie ehrlicherweise sagen, dass Sie am Job nicht mehr interessiert sind, weil unschöne Gerüchte über das Unternehmen kursieren, dann behalten Sie das lieber für sich. Damit wecken Sie schlafende Hunde und lösen eine interne Lawine aus. Möglich, dass Ihnen das hinterher noch andere Personen übel nehmen werden…

Vorstellungsgespräch absagen: Aber wie?

Sie können eine kurze E-Mail mit Ihrer Absage verschicken oder gar einen Brief per Post auf den Weg bringen. Am besten aber, Sie rufen an und teilen den Grund Ihrer Absage persönlich mit.

Aber hüten Sie sich davor, anzurufen und dann KEINE Begründung mitzuliefern. Das wiederum wäre mehr als dreist. Nach dem Motto: Hallo, ich muss leider mein Vorstellungsgespräch nächste Woche absagen, weil ich da doch nicht kann. Danke für Ihr Verständnis. Wiederhören.

Was sie selbstverständlich nicht tun: Persönlich erscheinen, um dem Personaler mitzuteilen, dass Sie das Vorstellungsgespräch absagen. Völlig übertrieben.

Für viele ist die E-Mail das Mittel der Wahl. Sie ist schnell geschrieben, bequem und weniger unangenehm. Außerdem hat man alles unter Kontrolle, muss nicht schnell auf entlarvende Rückfragen eine Antwort finden. Eine gut geschriebene, höfliche E-Mail erfüllt auch sicherlich ihren Zweck.

Und trotzdem bleibt der Anruf die bessere Variante. Er ist ehrlicher, persönlicher und auch mutiger. Sie stellen sich der Situation. Wenngleich es hier „nur“ um eine Absage für ein Vorstellungsgespräch geht, nicht um einen Heiratsantrag.

Letztlich hängt es von Ihrem Selbstbewusstsein, Ihren Prioritäten und auch Ihrem Zeitdruck ab. Wenn Ihnen das Unternehmen nicht wichtig genug ist und Sie zeitlich extrem eingespannt sind, dann schreiben Sie eine E-Mail. Wenn sie aber unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen und sich Chancen für später offenhalten wollen, rufen Sie an.

Vorstellungsgespräch kurzfristig absagen

Je kurzfristiger Sie ein Jobinterview absagen müssen, desto unangenehmer. Sie bringen den Arbeitgeber in Terminprobleme.

Das kennt jeder aus dem Privaten: Wenn sich Ihre Schwester 30 Minuten vor dem gemeinsamen Kinobesuch wegen einer vermeintlichen Petitesse abmeldet, ist der Frust groß. Drei Tage vorher wäre eine Absage kein Problem gewesen.

Ganz verhindern kann man kurzfristige Absagen aber nicht. Wenn man sich eine schlimme Erkältung zugezogen hat oder das Kind spontan krank geworden ist, bleibt einem nichts anderes übrig. Natürlich kann es auch passieren, dass ein Tag vor einem Bewerbungsgespräch die Zusage eines anderen Unternehmen ins Haus flattert, das man anzunehmen gedenkt. Was also tun?

Faustregel: Je kurzfristiger die Absage, desto sinnvoller ist es, sie am Telefon zu überbringen. Das Telefon ist noch immer das schnellste Medium. Gleichzeitig können Sie sicher sein, dass Ihre Botschaft ankommt. Eine E-Mail dagegen kann schon mal versanden – im Spam-Ordner beispielsweise – oder erst später gelesen oder sogar komplett übersehen werden. Außerdem ist ein Anruf persönlicher: Sie können Ihr Bedauern persönlich zum Ausdruck bringen und sich entschuldigen. So hinterlassen Sie beim Personaler einen deutlich besseren Eindruck.

Bei der Art der Begründung ist schon etwas mehr Überlegung nötig. Im Zweifel greifen Sie auf eine Notlüge zurück: Ich bin gestern Abend krank geworden. Das ist allemal besser als ein Grund wie: Ich habe heute einen Vorsorgetermin beim Arzt. Den kannten Sie schließlich schon vorher. Sie hätten ihn längst verschieben können.

Eine schwache Begründung zeugt davon, dass Sie schlecht organisiert sind oder andere Prioritäten haben – keine guten Einstellungsvoraussetzungen!

Vorstellungsgespräch absagen: Formulierungsbeispiele

Verkomplizieren Sie die Absage nicht! Personalverantwortliche mögen klare Ansagen. Sie sparen Zeit und sind eindeutig.

Langweilen Sie nicht damit, wie Sie sich Ihre Sommergrippe vermutlich beim Grillen mit den Nachbarn eingefangen haben, als Sie einer Person die Hand schüttelten, die vorher als Krankenschwester gearbeitet hat, in einer Station, in der es viele Fälle gab, weil ja zuvor… Uninteressant! Kurz und knapp formulieren.

Sie benötigen im Prinzip nur diese Bausteine: die Absage, eine kurze Entschuldigung mitsamt Begründung, ein Dank sowie Abschiedsgruß. Das reicht völlig. Hier sind zwei Formulierungsbeispiele:

Beispiel 1

Sehr geehrte Frau Sperber,

herzlichen Dank für Ihr nettes Feedback und Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit entschieden, das Angebot eines anderen Unternehmens anzunehmen.

Daher bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich den Termin bei Ihnen nicht wahrnehmen kann. Ich entschuldige mich für die Umstände, die Ihnen daraus entstehen und verbleibe…

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

Beispiel 2

Sehr geehrter Herr Herold,

ich habe mich sehr über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch gefreut und freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Leider kann ich den Termin wegen eines wichtigen privaten Termins nicht wahrnehmen und würde mich freuen, wenn wir ihn auf ein anderes Datum verschieben könnten.

Was halten Sie zum Beispiel vom Freitag, den 13. Dezember? Sie können mich auch gerne telefonisch anrufen, damit wir einen Ersatztermin absprechen können. Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]

Bewerbung nach Kündigung: So klappt es

Bewerbung nach Kündigung Tipps

Eine Kündigung kann jeden treffen. Manchmal geht man auch von sich aus, weil man es mit Chef und Kollegen einfach nicht mehr aushält. Spätestens bei der nächsten Bewerbung kann die Episode wieder aktuell werden. Der neue Arbeitgeber will vielleicht wissen, wieso und weshalb und warum. Besser, Sie haben die richtigen Erklärungen parat – und Formulierungen. Bewerbung nach Kündigung: So klappt’s…

Bewerbung nach Kündigung: Muss ich das erwähnen?

Muss man eine Kündigung im Lebenslauf explizit erwähnen? Natürlich muss man das nicht. Wenn Sie nach Ihrem Rausschmiss nahtlos wieder eine Neuanstellung gefunden haben, entsteht auch keine Lücke. Weitere Erklärung überflüssig. Oder?

Fragen können im Personalbüro aber durchaus aufkommen. Wenn Sie zum Beispiel aus einer Position mit Führungsverantwortung in einem großen Konzern in eine Position ohne Führungsverantwortung in einem Mini-Betrieb wechseln, wirft dieser Vorgang zweifellos welche auf. Oder wenn Sie im Anschluss an eine vermeintlich gute Stelle monatelang ohne Job waren. Der Personaler, bei dem Sie sich beworben haben, riecht dann den Braten. Sie müssen wohl rausgeschmissen worden sein…

Sie als Bewerber haben dann zwei Möglichkeiten:

  • Die Kündigung in den Bewerbungsunterlagen verschweigen. Auf mögliche Rückfragen im Vorstellungsgespräch müssen Sie sich gleichwohl trotzdem vorbereiten.
  • Die Kündigung im Lebenslauf in Stichpunkten erklären. So räumen Sie Missverständnisse von vornherein aus. Das kann Ihre Perspektive durchaus verbessern.

Vorausgesetzt, Sie schreiben das Richtige. „Mir wurde die Kündigung überreicht, nachdem ich mehrere gravierende Fehler begangen hatte und der Chef endgültig an meiner Kompetenz gezweifelt hat.“ So lieber nicht! Karrieresprung sagt Ihnen, wie Sie eine Kündigung ansprechend verpacken

Bewerbung nach Kündigung: Wie Sie an die Sache herangehen

Eine Kündigung tut weh. Immer. Aber sie läutet auch einen neuen Lebensabschnitt ein. Und das ist ja per se nichts Schlechtes. Wichtig ist erstmal nicht, was andere über Ihre Kündigung denken. Wichtig ist, wie Sie selbst damit umgehen.

Sie können daran wachsen. Auf jeden Fall ist ein Rauswurf eine gar nicht so unwichtige Erfahrung im Leben. Nicht umsonst wird die heilsame Kultur des Scheiterns von Medien und Politik rauf- und runtergepredigt.

Gehen Sie zunächst nüchtern an die Sache heran: Eine Kündigung – so schmerzhaft Sie auch sein mag – ist ein ganz normaler Teil des Arbeitslebens. Sie hat schon Abermillionen Menschen heimgesucht – und wird noch viele weitere unschön überraschen. Sie ist stinknormal, keine Schande und schon gar kein Grund, irgendeine Flinte in irgendein Feld zu werfen.

Das kommt auch bei immer mehr Unternehmen an. Eine Kündigung ist längst kein Einstellungshindernis mehr – meistens jedenfalls nicht. Und diese Denkweise dürfte sich weiter durchsetzen. Je weniger Fachkräfte es gibt, desto weniger Vorbehalte gegen ungerade Lebensläufe mit Macken.

Wir wollen das Thema aber gar nicht unnötig verniedlichen. Natürlich kann eine Kündigung als Makel daherkommen. Es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen und die Umstände an. Interpretiert ein Unternehmen Ihre Kündigung falsch, sortiert es Ihre Bewerbung vielleicht aus. Auf jeden Fall können Zweifel an Ihrer Eignung oder Loyalität aufkommen.

Zunächst kommt es also auf den Grund an, wegen dem Sie gefeuert wurden. Im Wesentlichen gibt es die folgenden drei…

Bewerbung nach unverschuldeter Kündigung

In Finanz- oder Wirtschaftskrisen fallen Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Das ist unvermeidlich. Banken bauen gegenwärtig in großem Stil Stellen ab, Automobilhersteller und -zulieferer ebenso. Einige Abteilungen werden geschlossen, andere aufgebaut. Vorgänge, die zur Marktwirtschaft dazugehören. Folgerichtig kann es auch mal Sie, Ihre Abteilung oder Ihren Berufsstand treffen.

Zum Beispiel auch dann, wenn der Arbeitgeber selbst Mist baut. Unternehmen können sich verschulden oder Insolvenz anmelden und zu Sparmaßnahmen gezwungen sein. Manche Jobs sind in diesem Fall gefährdeter als andere.

Beispiel: Ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage könnte als Erstes Marketing- und PR-Maßnahmen zurückfahren, weil diese nicht unbedingt notwendig sind. Sollten Sie als Marketing Manager arbeiten, liegt Ihr Rauswurf also keineswegs an Ihrer Leistung, sondern an den Umständen. Sie müssen sich nicht grämen. Für Ihr Selbstbewusstsein gibt es keinen Grund, unter der Kündigung zu leiden.

Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

10/2016-11/2018 Marketingleiter bei der Concurse AG (Stellenverlust wegen Insolvenz)
10/2017-08/2018 Key Account Manager bei der Abstieg AG (Umstrukturierung des Unternehmens mit verbundenem Stellenabbau)
08/2015-09/2018 Niederlassungsleiter bei der Up and Down GmbH (Schließung der Filiale aus Gründen der Konsolidierung)

Kündigung durch eigenes Verschulden

Wenn die Kündigung doch an Ihnen selbst lag, ist das problematischer – aber keine Katastrophe. Zunächst können viele Gründe dahinterstecken: Sie haben mit Ihrem Charakter vielleicht nicht ins Team gepasst, Ihre Leistungen waren ungenügend oder Sie konnten einfach nicht mit dem Chef. Welcher Grund für Ihre Kündigung ausschlaggebend war, ist im Grunde belanglos.

Fakt ist: Der Arbeitgeber hat Sie rausgeschmissen. Eine lange Erklärung wirkt da nur wie ein verzweifelter Versuch, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Schadensbegrenzung können Sie aber sehr wohl betreiben.

Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

08/2016-07/2019 Marketing Manager bei der Minusminus AG (einvernehmliche Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über berufliche Entwicklung)
06/2015 -11/2019 Social Media Manager bei der Tunichtgut GmbH (einvernehmliche Kündigung wegen beruflicher Neuorientierung)

Was Sie nicht tun sollten: Schlecht über den ehemaligen Chef oder Arbeitgeber sprechen. Völlig unabhängig davon, ob Ihr Vorgesetzter wirklich ein Despot war oder die Kollegen hochgradig inkompetent. Lästern ist unprofessionell und fällt vor allem auf den Absender negativ zurück – in diesem Fall auf Sie.

Bewerbung nach eigener Kündigung

Es bedarf einer Erklärung, wenn Sie selbst gekündigt haben, ohne einen Anschlussjob in der Tasche. Immerhin haben Sie damit auf eine sichere Anstellung und auf Arbeitslosengeld verzichtet.

Rechtfertigen müssen Sie sich dafür aber keineswegs. Wie eine überhastete Flucht sollte Ihr Vorgehen nicht wirken, dann wirken Sie planlos und überemotional – wie jemand, der in brenzligen Situationen den Kopf verliert. Darum: Nicht aus der Defensive heraus argumentieren, nicht entschuldigen, nicht rechtfertigen. Das macht Sie gleichzeitig zum Täter und Opfer Ihrer eigenen Entscheidung.

Hier ein Formulierungsbeispiel für den Lebenslauf:
…das meine Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch am 31.10.2015 endet…

Einen Grund müssen Sie gar nicht unbedingt proaktiv mitliefern. Aber Sie sollten auf Rückfragen im Vorstellungsgespräch vorbereitet sein. Gut möglich, dass der Interviewer Hintergründe in Erfahrung bringen will.

3 Tricks für Ihre Bewerbung

Es gibt noch weitere Tricks und Kniffe, die Sie anwenden können, um Ihren Makel im Lebenslauf abzumildern. Hier sind sie:

  1. Aufbau

    Üblich ist heute der amerikanische Lebenslauf. Sie beginnen also mit der aktuellen bzw. letzten Station und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit zurück. Sie können aber auch chronologisch vorgehen und mit der ersten Station beginnen. Wählen Sie die Variante, die für Sie am vorteilhaftesten ist. Ihre bisherigen Highlights sollten am Anfang stehen. Das können zur Not auch persönliche Interessen und soziale Engagements sein. Hauptsache, die Episode mit der Kündigung taucht möglichst weit hinten auf, am besten erst auf der zweiten Seite.

  2. Herunterspielen

    Noch mal der Hinweis: Liefern Sie keine langen Rechtfertigungsversuche mit. Und keine ausschweifenden Erzählungen, warum der Chef Sie gemobbt hat oder die Kollegen alle doof waren. Im Zweifel reicht eine kurze Erwähnung ohne Grund. Versuchen Sie trotz allem, positiv zu bleiben und zu wirken, nach vorne zu schauen. Negative Erfahrungen kann man ja in positive Energie ummünzen, seine Lektionen daraus lernen. Schieben Sie nicht die Schuld auf andere – weder im Lebenslauf noch im Vorstellungsgespräch – sondern konzentrieren Sie sich darauf, aus schlechten Erfahrungen etwas Positives mitzunehmen.

  3. Euphemismus

    Den Lebenslauf pimpen – das ist heute Usus. Und es ist auch gar nicht verwerflich, so lange man es nicht damit übertreibt und gleichzeitig bei der Wahrheit bleibt. Vermeiden Sie daher unbedingt das Wörtchen arbeitslos – IMMER. Es hat in Ihrem Anschreiben nichts zu suchen, im Lebenslauf nichts und im Bewerbungsgespräch erwähnen Sie es bitte auch niemals. Schreiben und reden Sie stets von arbeitssuchend – das klingt positiver, weil aktiver. Noch vorteilhafter ist eine Formulierung wie: 04/2017-06/2018 – Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position im Bereich Key Account Management. Das beweist Zielorientierung, Selbstbewusstsein und Tatkraft.

Bewerbung: Das ist wichtiger als eine Kündigung

Eine Kündigung liegt immer in der Vergangenheit. Richten Sie Ihren Blick lieber nach vorne. Das sollten Sie auch dem Unternehmen vermitteln, bei dem Sie sich bewerben. Ihre Bewerbung sollte…

  • aufzeigen, warum die angestrebte Stelle so gut zu Ihnen passt
  • verdeutlichen, warum Sie zum Unternehmen passen
  • klar machen, wie Sie dem Unternehmen ganz konkret weiterhelfen können
  • Selbstbewusstsein ausstrahlen und Ihr Profil schärfen

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihnen schon einmal – oder gar mehrmals – gekündigt wurde. Ihre Stärken und Kompetenzen sind entscheidend. Wenn diese hervorragend zur neuen Stelle passen, dann winkt eine Win-win-Situation. Das müssen Sie dem Arbeitgeber klar machen.

Oft ist es ja auch so: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ein Profi-Fußballer kann in drei Vereinen gnadenlos scheitern. Beim vierten Verein aber trifft er auf einen Trainer, der ihn fördert; auf ein Umfeld, das ihm behagt und auf ein Spielsystem, das ihm liegt. Er wird zum Volltreffer!

Zweifeln Sie daher nicht an Ihren Fähigkeiten, weil Sie schon einmal gescheitert sind.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Datenschutz Bewerbung: Das müssen Sie wissen!

Bewerbung Datenschutz Tipps

Daten, Daten, Daten – sie werden auch im Bewerbungsprozess immer wichtiger. Unternehmen wollen möglichst viel Wissen über ihre Bewerber abgreifen, Bewerber aber sorgen sich um die Sicherheit ihrer Daten. Das Gesetz steht weithin auf ihrer Seite. Datenschutz Bewerbung: Das sollten Bewerber wissen!

Datenschutz Bewerbung: Warum er wichtig ist

Vielleicht haben sie auch schon mal eine Absage erhalten, die in etwa diesen Wortlaut hatte:

Vielen Dank für Ihre Bewerbung in unserem Unternehmen. Wir freuen uns über Ihr Interesse, dass Sie an unserem Unternehmen haben. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir derzeit keine Möglichkeit sehen, Sie innerhalb unseres Unternehmen in einer Ihren Qualifikationen entsprechenden Position einzusetzen. Wir freuen uns aber, wenn wir Ihre Daten für mögliche Projekte in der Zukunft erfassen dürfen. Falls sich eine neue Beschäftigungsmöglichkeit ergibt, werden wir Sie noch einmal kontaktieren.

Das klingt erstmal alles ganz harmlos, zuvorkommend gar. Allerdings hat die Formulierung einen ernsten Datenschutz-Hintergrund. Denn Bewerberdaten dürfen nicht ohne Weiteres aufbewahrt und gespeichert werden. So will es das Gesetz. Was hat es also damit auf sich?

Darum wollen Unternehmen Ihre Daten

Unternemen nennen in der Regel einen von zwei Gründen, warum sie Ihre Daten aufbewahren wollen:

  • Die Bewerbungsunterlagen werden gespeichert, wenn der Bewerber auch Interesse an anderen Stellen im Unternehmen hat. Dann kann man ihm später weitere Jobangebote zukommen lassen.
  • Die Firma ergreift Maßnahmen gegen eine mögliche Diskriminierungsklage. Die Unterlagen helfen bei der Beweisführung, dass die Ablehnung des Bewerbers auf rein fachliche Gründe zurückzuführen ist.

Diese Gründe klingen durchaus plausibel. Ausreichend sind sie aber nicht, um Bewerberdaten grenzenlos aufzubewahren. Gemäß des Bundesdatenschutzgesetzes müssen personenbezogene Daten gelöscht werden, sobald der Zweck dafür entfällt.

Das bedeutet: Sobald die ausgeschriebene Stelle besetzt ist, für die sich der Bewerber beworben hatte, ist der Zweck der Datenspeicherung nicht mehr vorhanden. Die Daten müssen dann qua Gesetz gelöscht werden.

Nur Grund Nummer zwei, die mögliche Diskriminierungsklage, gestattet eine längere Aufbewahrungsfrist von ca. drei Monaten. Denn abgelehnte Bewerber müssen Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz spätestens nach zwei Monaten geltend machen.

Will das Unternehmen die Daten darüber hinaus sichern, benötigt es die schriftliche Einwilligung des Betroffenen – zwingend. Erteilt er diese nicht, muss das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen löschen bzw. „zu unserer Entlastung“ zurücksenden.

Das betrifft im Übrigen auch Initiativbewerbungen und Blindbewerbungen. Das Unternehmen kann sich nicht darauf berufen, dass der Bewerber diese ja von sich aus eingesandt hatte, ohne dass eine entsprechende Stelle zu vergeben gewesen wäre.

Das spielt keine Rolle. Kommt der Bewerber nicht zum Zug – aus welchem Grund auch immer – müssen seine Bewerbungsunterlagen vernichtet werden. Ein Zweck zur Speicherung liegt nicht vor.

Datenschutz Bewerbung: Er hat höchste Priorität!

Datenschutz ist für deutsche Arbeitnehmer ein wichtiges Thema.

Für 86 Prozent der Deutschen ist Datenschutz rund um ihre Jobsuche wichtiger als beispielsweise dann, wenn sie im Internet einkaufen oder sich bei anderen Online-Diensten registrieren. Das haben Recruiting-Anbieter Viasto und Marktforschungsunternehmen Respondi 2018 in einer Umfrage ermittelt.

48 Prozent der Bewerber befürchten, dass ihre Bewerbungsdaten bei den Unternehmen nicht sicher sind. Misstrauen herrscht insbesondere Unternehmen gegenüber, deren Hauptsitze im Ausland angesiedelt sind.

Datenschutz Bewerbung: Warum Sie zustimmen sollten

Aber was, wenn das Unternehmen meine Daten sichern möchte? Sollte ich dem zustimmen? Dazu muss man verschiedene Aspekte abwägen. Es gibt gute Gründe für ein Ja und für ein Nein…

  • Jobchancen

    Manch ein Bewerber fühlt sich geschmeichelt. Wenn der Arbeitgeber meine Daten behalten möchte, kann er mich so grauenvoll ja nicht finden. So falsch ist der Denkansatz sicher nicht. Allerdings versuchen viele Unternehmen auch schlicht, ihren Talentepool aufzufüllen und möglichst großvolumig aufzublähen. Je mehr, desto besser. Aber dennoch: Ja, Sie reduzieren Ihre Jobchancen dadurch sicher nicht. Vielleicht meldet sich das Unternehmen nie wieder, vielleicht aber doch. Außerdem waren Sie ja an einer Anstellung in genau diesem Unternehmen interessiert. Warum also den Kontakt sofort wieder abreißen lassen? Zudem bekräftigen Sie hiermit noch mal Ihr Interesse. Falls die Stelle zufällig wieder vakant werden sollte, weil zum Beispiel der auserwählte Kandidat abspringt, kommen sie vielleicht doch noch zum Zug.

  • Grundeinstellung

    Sie halten Datenschutz für überbewertet. Ja, solche Menschen soll es geben – sogar bei uns in Deutschland. Immerhin treiben Sie sich überall im Netz herum, bei Facebook und Instagram, bei Xing und Linkedin. Ihre Daten schwirren überall umher. Warum nicht auch im Unternehmen? Und welche Nachteile hätten Sie dadurch eigentlich zu erwarten? Wenn Ihnen die Chancen größer erscheinen als die Risiken, dann stimmen Sie zu.

Datenschutz Bewerbung: Warum Sie nicht zustimmen sollten

  • Eigentum

    Es sind IHRE Daten. Und die wollen Sie geschützt sehen. Ganz einfach. Das ist Ihr gutes Recht. Niemand weiß, wer im Unternehmen Einblick in welche Daten hat und was mit diesen Daten geschieht. Hacker-Angriffe auf Unternehmen nehmen ebenfalls zu. Das erhöht das Risiko, dass Ihre Daten in die falschen Hände geraten.

  • Präferenz

    Sie hatten sich in diese Stelle verliebt. Nur in diese eine, sonst keine! Wird sie anderweitig vergeben, erlischt auch Ihr Interesse. Sie haben keinen Bedarf für eine Ersatzstelle und wollen nicht irgendwann der Notnagel für irgendwen sein. Sie wollten DIESE Stelle. Da Sie sie nicht bekommen haben, kriegt auch das Unternehmen Ihre Daten nicht. Ein fairer (Nicht-)Tausch.

  • Rufschaden

    Wer in der Personaldatenbank bleibt, erhöht nicht zwingend seine Jobchancen für später. Angenommen, Sie haben sich schon für zwei oder drei Stellen erfolglos beworben. Was denkt ein Personaler, wenn er Ihre Daten einsieht? Er sieht jemanden, dem schon mehrfach die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Kein Gütesiegel! Da erscheint es strategisch cleverer, Ihre Daten wären nicht mehr auffindbar. In fünf oder zehn Jahren könnten Sie immer noch einen neuen Anlauf starten – ohne vorbelastet zu sein.

Fazit: Ein klares Ja oder Nein gibt es nicht. Ob Sie der Datenspeicherung Ihre Zustimmung erteilen, entscheiden Sie selbst. Es gibt Vorteile, aber auch Nachteile.

Behalten Sie nur im Hinterkopf, dass Sie Rechte haben. Niemand kann einfach so über Ihre Bewerbungsunterlagen verfügen – nur Sie selbst!

Datenschutz: Das sagt die DSGVO

Datenschutz Bewerbung DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagt: Unternehmen müssen Bewerber darüber informieren, wie und zu welchem Zweck sie die Daten verarbeiten und gegebenenfalls bei welchen externen Quellen Daten erhoben werden. Bei externen Quellen kann es sich zum Beispiel um Business-Netzwerke wie Xing oder Facebook handeln.

Auch müssen Arbeitgeber Kandidaten über ihre Rechte informieren und den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung benennen.

Das gilt im Übrigen auch für Bewerber, die ihre Bewerbungsunterlagen auf dem Postweg einreichen. Auch ihnen muss der Arbeitgeber die Datenschutzinformationen zukommen lassen – per Post oder E-Mail.

Außerdem dürfen nur Personen die Bewerbungsunterlagen sichten, die darüber entscheiden, wer die Stelle bekommt. Bewerbungsunterlagen intern herumreichen – das untersagt die DSGVO.

Sie sieht zudem vor, dass Bewerber eine Möglichkeit haben müssen, ihre Bewerbungsunterlagen verschlüsselt einzureichen. Dadurch soll verhindert werden, dass Dritte die Daten mitlesen können.

[Bildnachweis: Song_about_summer by Shutterstock.com]

Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch: So kontern Sie!

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Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch gibt es mehr, als Sie wahrscheinlich annehmen. So sind Fragen nach einer möglichen Schwangerschaft, Ihrer Religion oder einer Krankheit gesetzlich tabu. Was nicht heißt, dass sich jeder Arbeitgeber auch daran hält. Wie Sie richtig reagieren, wenn Ihnen jemand im Vorstellungsgespräch eine unzulässige Frage stellt…

Unzulässige Fragen: Das ist die bekannteste

Die wohl bekannteste unzulässige Frage im Vorstellungsgespräch ist die nach einer möglichen Schwangerschaft. Bewerberinnen müssen darauf nicht antworten bzw. dürfen sie sogar mit einer Lüge kontern. Schon gar nicht muss die Bewerberin von sich aus darauf hinweisen, dass sie schwanger ist.

Obwohl die Frage unzulässig ist, fragen viele Arbeitgeber explizit danach. Mutige Kandidatinnen könnten dann mit einer Gegenfrage erwidern, zum Beispiel so: „Sind Sie schwanger oder wollen Sie in absehbarer Zeit schwanger werden?“ „Ich wusste gar nicht, dass das eine Voraussetzung für den Job ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, vielleicht noch schnell schwanger zu werden…“

So eine Retourkutsche können Sie wagen – aber natürlich auch sein lassen. Denn nicht jeder Arbeitgeber reagiert positiv und findet das witzig. Fest steht, dass Sie nicht wahrheitsgemäß antworten müssen. Sie können also auch einfach „Nein“ sagen.

Das tat übrigens auch eine Bewerberin, die als Schwangerschaftsvertretung eingestellt werden sollte. Der Arbeitgeber fragte sie (unzulässigerweise), ob sie schwanger sei. Die Frau verneinte. Dabei war sie wirklich schwanger.

Das Landesarbeitsgericht Köln urteilte (Az.: 6 Sa 641/12), dass eine Bewerberin dem Arbeitgeber nicht offenbaren muss, dass sie schwanger ist – selbst dann nicht, wenn sie befristet zur Vertretung einer schwangeren Mitarbeiterin eingestellt werden soll und dadurch einen wesentlichen Teil der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gar nicht arbeiten kann. Für den Arbeitgeber zugegeben ärgerlich. Aber eine Handhabe hat er nicht.

Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch: Darum gibt es sie

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber ein Fragerecht. Immerhin will er Fehlbesetzungen vermeiden, da sie ihn teuer zu stehen kommen. Er hat also ein gesteigertes Interesse daran, möglichst viel über den Bewerber zu erfahren.

Der Bewerber hat auf der anderen Seite ein Recht auf Privatsphäre. Das Jobinterview bewegt sich in der Schnittstelle, ist immer eine Gratwanderung.

Darum gibt es die gesetzliche Erlaubnis, auf unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch zu lügen. Hintergrund ist die Annahme, dass eine wahrheitsgemäße Beantwortung dem Bewerber zum Nachteil gereichen könnte. Hier kommt zudem das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) ins Spiel, das Bewerbern die Möglichkeit zur Klage einräumt.

Trotzdem finden Arbeitgeber Mittel und Wege, um an die gewünschten Informationen heranzukommen. Wenn etwa die Frage nach dem Alter unzulässig ist, dann kann man immer noch den Umweg über die bisherigen Berufserfahrungen gehen. Diese lassen Rückschlüsse auf das Alter zu. Manchmal genügt auch schon ein Blick in die sozialen Medien, um eine Altersangabe zu verifizieren. Hat der Bewerber offensichtlich gelogen, dürften seine Einstellungschancen sinken. Darum sollten sich Bewerber genau überlegen, ob, wann und wie sie auf eine unzulässige Frage reagieren.

Fragen im Vorstellungsgespräch: Diese sind unzulässig

Es gibt eine Vielzahl an unzulässigen Fragen – wahrscheinlich mehr, als Sie vermuten würden. Folgende Fragen müssen Sie nicht beantworten. Sie dürfen Sie sogar mit einer Lüge beantworten – das ist meist die elegantere Lösung, weil Sie so Ihre Chancen auf Einstellung wahren.

Unzulässig sind Fragen nach…

  • Schwangerschaft
  • Familienstand
  • Religion/Glaube
  • Politische Überzeugungen
  • Behinderung
  • Krankheit
  • Vermögensverhältnisse
  • Lohnpfändungen
  • Vorstrafen
  • Alter
  • Herkunft

Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen…

Unzulässige Fragen: Diese Ausnahmen gibt es

Wichtig zu wissen: Unzulässige Fragen sind nicht per se unzulässig. Es gibt allerhand Ausnahmen. Sogar die Frage nach einer Schwangerschaft darf unter Umständen gestellt werden – nämlich dann, wenn eine Schwangere den jeweiligen Job nur bedingt oder gar nicht ausüben könnte. Das kann ein Beruf sein, in dem sie schwere Lasten heben müsste und somit ihre Gesundheit und die des Kindes gefährden würde. Oder ein Beruf, in dem der körperliche Einsatz mit einer Schwangerschaft unvereinbar ist, als Model oder Tänzerin etwa.

In diesen Fällen darf der Arbeitgeber ausdrücklich nach einer Schwangerschaft fragen. Und die Bewerberin muss auch wahrheitsgemäß antworten. Tut sie dies nicht, kann der Arbeitgeber den Vertrag rechtlich anfechten.

Weitere Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Fragen zu…

  • Vermögensverhältnissen und Schulden

    Speziell Führungskräfte müssen ihre persönlichen Vermögensverhältnisse unter Umständen offenlegen. Sie lassen auf eine Zuverlässigkeit im Umgang mit Vermögen schließen – oder eben nicht. So weiß der Arbeitgeber, ob er dem Bewerber so viel Vertrauen entgegenbringen kann, dass er ihn einstellt.

  • Vorstrafen

    Der Arbeitgeber darf nur danach fragen, wenn eine Vorstrafe für den jeweiligen Job relevant ist. Für Berufskraftfahrer sind zum Beispiel Verkehrsdelikte relevant, für Sachbearbeiter eher nicht. Wichtig ist ein makelloses Vorstrafenregister für Juristen und (Polizei)Beamte.

  • Haftstrafe

    Wurde der Bewerber zu einer Haftstrafe verurteilt und muss diese in nächster Zeit antreten, so muss er dies dem Arbeitgeber ungefragt offenbaren. Es besteht Offenbarungspflicht. Hier geht der Gesetzgeber also noch einen Schritt weiter. Denn nach einer bevorstehenden Haft fragen ja nur die wenigsten Arbeitgeber…

  • Gesundheit

    Der Gesundheitszustand fällt prinzipiell in die Privatsphäre. Also geht er auch den Arbeitgeber nichts an. Fragen zu Krankheiten sind unzulässig. Aber: Hat der Bewerber eine ansteckende Erkrankung und könnte andere Kollegen oder Kunden gefährden – oder er könnte wegen einer schweren Krankheit seinen zukünftigen Job gar nicht erst ausüben – dann muss er dies ebenfalls ungefragt sagen. Auch hier besteht eine Offenbarungspflicht des Arbeitnehmers. Kommt er dieser nicht nach, ist er möglicherweise sogar schadensersatzpflichtig.

  • Behinderung

    Die Frage nach einer Behinderung ist unzulässig. Mit einer Ausnahme: Sie ist zulässig, wenn der Arbeitgeber berechtigte Zweifel an der Eignung des Bewerbers hat, weil der Job spezielle Anforderungen an ihn stellt.

  • Wettbewerbsverbot

    Auch hier ergibt die Offenbarungspflicht Sinn. Ist es dem Bewerber rechtlich untersagt, in einem bestimmten Bereich zu arbeiten, muss er dies dem Arbeitgeber ungefragt mitteilen. Ein solches Wettbewerbsverbot kann zum Beispiel auf einem alten Arbeitsvertrag des Bewerbers beruhen.

  • Religion

    Die Frage nach der religiösen Überzeugung oder Konfession ist unzulässig. Ausnahmen: Eine kirchliche Institution kann ein berechtigtes Interesse daran haben, dass sich die Konfession eines zukünftigen Mitarbeiters mit der eigenen deckt. Ohnehin lässt sich eine Religionszugehörigkeit manchmal nur schwer verheimlichen. Spätestens auf der Lohnsteuer taucht die Kirchensteuer auf – oder auch nicht…

Tipp: Bereiten Sie sich auf Fragen, die Sie persönlich betreffen (könnten), vor. Überlegen Sie vorab, wie Sie reagieren und was Sie sagen, ob und wie Sie lügen wollen. Und ob Sie überhaupt lügen dürfen oder ob nicht doch eine Offenbarungspflicht besteht.

Unzulässige Fragen: So reagieren Sie richtig

Sie können die Wahrheit sagen oder lügen, richtig? Nicht ganz. Dazwischen gibt es noch viele Schattierungen und Zwischenschritte, die Sie gehen können. Halten Sie sich am besten an diese 4 Tipps:

  1. Ruhig bleiben

    Vielleicht sind Sie ob einer Frage hochgradig empört. Dürfen Sie auch sein. Aber lassen Sie es sich bitte nicht anmerken. Sie sind Profi – und von Profis darf man Souveränität erwarten. Lassen Sie sich unter gar keinen Umständen aus der Ruhe bringen. Wenn Sie verdutzt sind, dann lassen Sie sich ein paar Momente Zeit, überlegen in Ruhe – und antworten erst danach. Keine Hektik, keine Panik, tief durchatmen und die Antwort nicht aus der Hüfte schießen.

  2. Sachlich analysieren

    Bedenken Sie auch: Nicht jeder Personaler ist ein Experte im Arbeitsrecht. Sehr gut möglich, dass er oder sie gar nicht wusste, dass es sich um eine unzulässige Frage gehandelt hat. Und denken Sie darüber nach, ob die Frage vielleicht wirklich sehr relevant für die Stelle sein könnte. Darum: Nicht sofort in den Gegenangriff übergehen, sondern kühl und sachlich analysieren und dem Personaler (nicht sofort) böse Absicht unterstellen.

  3. Direkt ansprechen

    Sie können auf eine unzulässige Frage durchaus antworten a la: „Sie wissen schon, dass es sich um eine unzulässige Frage handelt?“ Oder weniger klugscheißerisch: „Das ist jetzt aber eine unzulässige Frage, oder?“ Oder Sie fragen direkt, was Ihre Familienplanung mit Ihrer Tätigkeit zu tun hat. Prinzipiell können Sie auf eine unzulässige Frage durchaus mit einer Prise Dreistigkeit reagieren. Immerhin ging die Grenzüberschreitung vom Arbeitgeber aus, nicht von Ihnen!

  4. Konsequenzen ziehen

    Spätestens bei der zweiten oder dritten unzulässigen Frage sollten Sie reinen Tisch machen und die Dinge offen ansprechen. „Warum wollen Sie das wissen?“ „Ich werde Ihnen auf diese Fragen keine Antwort geben und muss es auch gar nicht.“ Wenn der Arbeitgeber keine plausible Erklärung für seine Unverschämtheiten vorbringt, können Sie das Gespräch sogar beenden. Immerhin wird Ihnen hier gerade wertvolle Lebenszeit gestohlen. Denkbar sogar, dass eine Klage wegen Diskriminierung in Betracht kommt.

Unzulässige Fragen: Wie wahre ich meine Chancen?

Im Vorstellungsgespräch geben Sie viel von sich preis. Das müssen Sie auch, um den Job zu kriegen. Wo Sie Ihre Stärken und Schwächen sehen, was Sie bisher beruflich gemacht haben. Der Übergang zum Privaten ist fließend. So sind Hobbys und ehrenamtliche Aktivitäten für den Arbeitgeber äußerst interessant, weil sie Rückschlüsse auf Ihr berufliches Engagement zulassen.

Trotzdem ist Privatsphäre vor allem eins: Privat. Wer Ihre Freunde sind, worüber Sie mit Ihnen reden oder wann Sie eine Familie gründen wollen, geht den Gesprächspartner nichts an. An dieser Stelle wird es knifflig. Denn auf eine private Frage einfach so antworten: „Dazu sage ich nichts“, erfordert Mut und Chuzpe. Es macht Sie erstens verdächtig. So, als ob Sie etwas zu verheimlichen hätten. Und zweitens kostet es Sie wertvolle Sympathiepunkte. In Wahrheit kann eine widerwillige Reaktion das vorzeitige Aus bedeuten.

Aber wie reagiert man so, dass man seine Rechte und gleichzeitig die Chance auf den Job wahrt? Schwierig, aber nicht unmöglich.

Warum probieren Sie es nicht mal mit Ironie und Humor? Nach dem Motto: „Ja, Drillinge sind gerade unterwegs.“ Um danach freundlich-lachend zu ergänzen: „Nein, nur Spaß. Im Ernst: Zum Thema Schwangerschaft möchte und muss ich Ihnen nichts sagen. Ich hoffe, Sie verstehen das.“ Möglich, dass der Arbeitgeber Ihren Humor teilt und Ihre Art mag.

Klar, das hängt immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Grundsätzlich lautet der beste Rat: Reagieren Sie eine unzulässige Frage nicht wutschnaubend und erzürnt. Bleiben Sie freundlich, kühl und sachlich – aber setzen Sie Grenzen. Und ziehen Sie dann Ihre Konsequenzen.

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Vorstellungsgespräch üben: So bereiten Sie sich vor

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Das Vorstellungsgespräch üben – das ist eine sehr gute Idee. So gewinnen Bewerber Sicherheit, verscheuchen Nervosität und erkennen rechtzeitig, welche Defizite Sie noch haben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf? Die Selbstpräsentation sollten Sie unbedingt trainieren, sich auch Antworten auf Standardfragen zurechtlegen. Wenn Sie dann noch auf diese Übungsvarianten zurückgreifen, steht einem erfolgreichen Jobinterview nichts mehr im Wege…

Vorstellungsgespräch üben: Warum Sie es tun sollten

Übung macht bekanntlich den Meister. Aber was machen zum Beispiel Berufsanfänger, die sich noch nie in einem echten Jobinterview präsentieren konnten? Klare Antwort: Auch üben!

Im Prinzip gilt für alle Bewerber das gleiche: Wer sich gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet, erhöht seine Erfolgsaussichten. Sehen Sie die Vorbereitung nicht losgelöst vom Gespräch, sondern als einen Bestandteil des Gesprächs. Am besten, Sie sammeln als Erstes Informationen über das Unternehmen. Zahlen, Philosophie, Ziele. Die Infos können Sie schon in die Vorbereitung einfließen lassen.

Davon haben Sie vor allem:

  • Selbstbewusstsein

    Eine gute Vorbereitung verleiht Selbstvertrauen und reduziert die Nervosität – und die Fehleranfälligkeit. Schließlich wissen Sie schon, was auf Sie zukommen kann. Sie haben sich entsprechende Antworten und Reaktionen überlegt. Der Personaler kann Sie nicht mehr so leicht auf dem falschen Fuß erwischen. Wer selbstbewusst auftritt, bekommt den Job mit größerer Wahrscheinlichkeit als derjenige, der ängstlich wirkt und sehr langsam spricht. Das wurde bereits mehrfach untersucht.

  • Problembewusstsein

    Wenn Sie vorher das Vorstellungsgespräch üben, dann merken Sie schnell, welche Defizite Sie noch haben. Auf welche Fragen fehlen die richtigen Antworten? Was wissen Sie nicht? Welche Fehler machen Sie? So können Sie Defizite noch vor dem Bewerbungsgespräch ausmerzen – indem Sie wichtige Fakten nachrecherchieren, sich Fragen und Antworten überlegen oder Ihre Körpersprache einüben.

Vorstellungsgespräch üben: Das ist entscheidend

Das sollten Sie konkret trainieren:

  • Selbstpräsentation

    Die Selbstpräsentation gehört zum Vorstellungsgespräch wie der Wind zum Herbst. Sie werden sich mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Anwesenden vorstellen müssen (dürfen). Das fängt häufig mit Sätzen an wie: „Erzählen Sie uns doch mal etwas über sich!“ Die Selbstpräsentation steht meist am Anfang – und darum sollten Sie sie auch als Erstes üben. Warum? Wenn Sie gut und sicher durch die Selbstpräsentation kommen, gewinnen Sie Sicherheit für den weiteren Verlauf des Jobinterviews. Wenn Sie die Selbstpräsentation dagegen verstolpern, steigt Ihre Unsicherheit – keine gute Voraussetzungen für das weitere Gespräch! Überlegen Sie sich also vorher ganz genau, was Sie sagen wollen, wie Sie sich vorstellen, welche Schwerpunkte Sie setzen und was an Ihrem bisherigen Werdegang für den Personaler relevant ist. Der letzte Punkt ist wichtig: Machen Sie keine reine Ego-Show aus Ihrer Selbstpräsentation. Das Unternehmen will wissen, welchen Nutzen es von Ihnen hat und ob Sie gut ins Team passen. Behalten Sie das im Hinterkopf.

  • Antworten

    Jeder Bewerber muss im Vorstellungsgespräch ein Stück weit improvisieren. Auf die wichtigsten Fragen sollten Sie sich aber vorab stimmige Antworten überlegen – und üben. Sie sollten aber natürlich nicht wie aufgesagt klingen. Es gibt ein paar Fragen, die fast jeder Personaler stellt: Wo liegen Ihre Stärken? Wo Ihre Schwächen? Was haben Sie bisher gemacht? Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten? Lassen Sie möglichst konkrete Beispiele in Ihre Antworten einfließen. Darunter kann sich Ihr Gesprächspartner etwas vorstellen. Also nicht einfach Talente und Kompetenzen aufzählen, sondern diese an konkreten Beispielen aus Ihrem Arbeitsleben festmachen. Nicht einfach behaupten, Sie seien teamfähig, sondern an einem Beispiel belegen, dass Sie es sind.

  • Gestik

    Über unsere Körpersprache haben wir nicht immer die volle Kontrolle. Manche zupfen unbewusst an ihrer Kleidung, andere tippen nervös mit ihren Füßen auf den Boden. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Wer es aber übertreibt, signalisiert dem Gegenüber Nervosität und Unsicherheit. Das kommt schlecht an! Deshalb sollten Sie nach Möglichkeit genau auf Ihre Körpersprache achten – und Sie einüben. Es ist ja auch wirklich ein Problem, wo man während eines Gesprächs die eigenen Hände lassen soll. Angela Merkel hat dies mit der berühmten Raute gelöst – eine überzeugende Lösung! Kein Herumspielen, Herumzupfen, Herumfingern. So etwas können Sie sie auch einüben (es muss wohlgemerkt nicht die Raute sein). Aber es gibt daneben noch so viele andere Aspekte, die wichtig sind: Blickkontakt halten, viel lächeln, nicht den Blick schweifen lassen…

  • Schlusspunkt

    Feiern Sie den Tag nicht vor dem Abend. Abgewandelt auf das Vorstellungsgespräch heißt das: Feiern Sie das Gespräch nicht vor der Verabschiedung. Dabei kann noch eine Menge schiefgehen. Darum sollten Sie auch Ihren Abgang üben. Nicht einfach am Ende des Interviews losstürmen, sondern sich angemessen verabschieden. Dazu gehören ein freundlicher und kräftiger Händedruck, ein Lächeln mit Blickkontakt und ein aufrichtiges Dankeschön für die Zeit, die sich Ihr Gesprächspartner für Sie genommen hat. Nennen Sie unbedingt noch einmal den Namen Ihres Gegenübers, es drückt Wertschätzung aus. Zum Beispiel so: „Vielen Dank für Ihre Zeit und das angenehme Gespräch, Herr Schröder!“

10 Fragen, auf die Sie sich vorbereiten sollten

Wie antworten Sie auf die folgende Fragen im Vorstellungsgespräch? Das sollten Sie unbedingt schon VORHER wissen:

  • Erzählen Sie etwas über sich!
  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  • Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Was denken Sie über Ihren letzten Chef?
  • Wie motivieren Sie sich?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Haben Sie Fragen an mich?

Vorstellungsgespräch üben: 4 Tipps zur Umsetzung

Jetzt wissen Sie, woran Sie arbeiten müssen. Aber WIE und auf welche Weise? Am besten so:

  1. Rollenspiel

    Sie nehmen – wie im echten Leben – die Rolle des Bewerbers ein. Ihre Freunde oder Familienangehörigen sind die Personaler, die Sie mit Fragen löchern. Rollenspiele sind bestens geeignet, um sich aufs Jobinterview vorzubereiten. Ihre Mitstreiter können genau beurteilen, wie Sie sich gemacht haben und Ihnen Tipps geben. Wichtig ist, dass sie dabei kein Blatt vor den Mund nehmen und ehrliches Feedback geben. Durch Rollenspiele üben Sie auch schwierige Situationen – wenn Ihnen etwa gleich drei Unternehmensvertreter gegenübersitzen. Oder wenn sie Sie aus der Reserve locken wollen, durch Stressfragen oder spöttische Bemerkungen. Fragen Sie anschließend genau nach, was gut und was schlecht war.

  2. Spiegel

    Sie sind alleine in einer fremden Stadt und haben niemanden zum Trainieren? Dann üben Sie vor dem Spiegel. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und beobachten Sie sich selbst genau. Was machen Ihre Hände, wie wirken sie selbst auf sich, wie sieht Ihre Kleidung aus? Die Anziehsachen, die Sie im Vorstellungsgespräch tragen wollen, dürfen Sie nämlich gerne schon einmal überwerfen. So gewinnt die Situation an Echtheit. Sie können das Ganze alternativ auch per Video aufnehmen – und sich Ihre Vorstellung in aller Ruhe noch mal anschauen.

  3. Tonaufnahme

    Zeichnen Sie das Gesprochene mit Ihrem Smartphone auf und hören Sie sich die Audio-Datei hinterher selbst noch einmal an. Sie werden erstaunt sein. Viele Bewerber reden viel zu schnell – so schnell, das ihnen der Gesprächspartner kaum folgen kann. Zu langsam sollten Sie aber auch nicht sprechen, wenn Sie ihn nicht narkotisieren wollen. Dann gibt es noch diverse Zisch- oder Schnalzlaute, die Sie vermeiden sollten – und das berühmte Ähh… (wenngleich Sie dies auch mal zur Zeitgewinnung und Überbrückung nutzen können, sofern Sie es nicht übertreiben). In jedem Fall sind Ihre Stimme und Aussprache wichtige Faktoren – die Sie trainieren können. Dazu müssen Sie aber erstmal wissen, welche Fehler Sie machen: Reden Sie zu laut oder zu leise, zu schnell oder langsam, akzentuiert oder nuschelig…?

  4. Profis

    Wenn alles nichts hilft, müssen Profis ran. Zahlreiche Anbieter werben mit professionellen Bewerbungscoachings. Die kosten manchmal mehrere Hundert Euro. Das ist eine Menge Holz, kann aber gut angelegtes Geld sein. Nämlich dann, wenn Sie wirklich massive Probleme in Vorstellungsgesprächen haben. Bis dahin können Sie es aber auch autodidaktisch versuchen …

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Vorstellungsgespräch nervös: Wie Sie sich beruhigen

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Vorstellungsgespräch nervös: Diese beiden Vokabeln gehören definitiv zusammen. Und das ist auch gut so. Nervosität ist wie eine Alarmglocke, die uns aufrüttelt. Wer aber wie ein einziges Nervenbündel auftritt, gibt keine gute Figur ab. Ihre Nervosität sollten Bewerber daher eindämmen. So schwer ist das nicht…

Vorstellungsgespräch nervös: So beruhigen Sie sich

Der Duden kennt für Nervosität mehr als ein halbes Dutzend Synonyme: Abgehetztsein, Anspannung, Erregung, Lampenfieber, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Unruhe oder auch Premierenfieber. Der Körper schüttet Adrenalin in rauen Mengen aus, das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich.

Nervosität ist nichts Negatives. Im Gegenteil, sie ist ein Schutzmechanismus unseres Körpers. Wer nervös ist, ist aufnahmefähiger und mobilisiert Reserven. Das half schon in Urzeiten, als man vor dem Bären Reißaus nehmen oder sich gegen Rivalen zur Wehr setzen musste.

Anders im Vorstellungsgespräch: Hier kann uns Nervosität am Erfolg hindern. Die Nervosität versuchen wegzuquatschen und sich dabei um Kopf und Kragen reden – das ist schon mehr als einmal passiert.

Versetzen Sie sich außerdem in den Personaler hinein. Wenn Sie schon jetzt extrem nervös sind, wie werden Sie dann während der Arbeit in stressigen Situationen reagieren? In manchen Jobs ist es unerlässlich, die Ruhe zu bewahren – zum Beispiel, wenn Sie direkten Kundenkontakt haben. Übermäßige Nervosität ist kein Qualitätssiegel.

Bis zu einem gewissen Grade ist Nervosität also okay. Dann beflügelt sie. Steigt sie aber extrem an, dann fühlen wir uns nicht mehr wach und aufmerksam, sondern wie gelähmt. Angst steigt in uns auf, manchmal sogar Panik vor der nächsten Frage. Daraus kann schnell eine selbsterfüllende Prophezeiung werden. Wer hypernervös ist, malt sich Worst-Case-Szenarien aus, die sich dann folgerichtig auch bewahrheiten. Der Job ist futsch.

Wenn man nicht aufpasst, befindet man sich schnell in einem Teufelskreis. Wer das Jobinterview wegen zu großer Nervosität versemmelt hat, geht ins nächste vermutlich noch sehr viel aufgeregter – die Erfolgsaussichten sinken und sinken.

Nervös im Vorstellungsgespräch: Das steckt dahinter

Vielleicht hilft Ihnen diese Erkenntnis: Nervosität ist völlig normal. Es ist nur allzu menschlich, vor einer mutmaßlich wichtigen Weichenstellung im Leben aufgeregt und angespannt zu sein.

Aber dennoch sollten Sie kurz innehalten und reflektieren: Warum sind Sie so furchtbar aufgeregt? Hat Ihre Nervosität eine Vorgeschichte? Wie können Sie sie abmildern? Möglicherweise stecken ganz bestimmte Gründe hinter Ihrer Nervosität. Wenn Sie sie kennen, können Sie daran arbeiten, im nächsten Jobinterview ruhiger und abgeklärter aufzutreten.

Bei den meisten Bewerben stecken diese Gründe hinter ihrer Nervosität:

  • Erwartungshaltung

    Große Erwartungen setzen einen unter Druck. Viele Bewerber setzen sich selbst unter Druck, nach dem Motto: „Jetzt oder nie! Diesen Job musst du kriegen, sonst kannst du deine Karriere vergessen.“ Befreiend wirkt so eine Einstellung natürlich nicht. Auch steigt der Druck zwangsläufig, wenn man schon mehrere Absagen kassiert hat oder lange Zeit auf der Suche nach einem Job war. Es sagt sich so leicht, aber die Wahrheit ist: Dieser Druck ist unnötig. Es gibt im Berufsleben immer Alternativen. Sie sind nicht auf diesen einen Job angewiesen. Das müssen Sie sich klar machen. Außerdem gilt es nicht darum, den perfekten Auftritt im Vorstellungsgespräch hinzulegen. Auch Perfektionismus erzeugt Druck. Im Gegenteil, kleine Makel oder Macken machen einen Menschen – und einen Bewerber – bisweilen sogar interessanter und attraktiver. Also: Kein Streben nach Perfektion! Und denken Sie nicht zu viel über die Erwartungshaltung Ihres Gesprächspartners nach. Was will er oder sie von mir hören? Wie wirke ich auf ihn? Das können Sie letztlich gar nicht wissen. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre Stärken und Kompetenzen.

  • Geldnot

    Finanzielle Engpässe haben die meisten schon einmal erlebt. Auch sie erzeugen Druck. Wer seinen Lebensstandard halten – oder endlich wieder erhöhen – will, der braucht diesen Job. Jetzt, sofort! Wo Finanzengpässe drohen, da steigt die Nervosität. Das gilt für Startup-Gründer, die mit Investoren verhandeln, genauso wie für Bewerber…

  • Unbekanntheit

    Ein Vorstellungsgespräch ist wie ein Date. Man weiß nicht, wer und was einen erwartet. Manche kauen daher an den Fingernägeln, andere laufen vor Nervosität rot an. Diese Unvorhersehbarkeit erzeugt Druck. Wenn man sich schlimme Szenarien ausmalt oder peinliche Situationen vorstellt, kann der Puls schonmal hochgehen. Ein Blackout ist die mögliche Folge.

Noch mal: Nervosität ist nicht schlimm. Sie hilft sogar. Wer mega-cool und kein bisschen nervös ist, erkennt Warnsignale später – und passt nicht auf. Ein wenig Nervosität ist eine gute Basis für jedes Vorstellungsgespräch.

Aber Überhand nehmen sollte sie nicht. Mit diesen Tipps verjagen Sie sie…

Vorstellungsgespräch: 15 Tipps gegen Nervosität

  1. Wenn-dann-Szenarien überlegen

    Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie sich Wenn-dann-Szenarien überlegen. Wenn mich etwa der Personaler nach meinen Lücken im Lebenslauf fragt, dann antworte ich was? Wenn er mir eine fiese Stressfrage stellt, dann reagiere ich wie? Das macht Sie sehr viel sicherer. Malen Sie sich auch ruhig ein paar negative Szenarien für das Jobinterview aus. Wenn Sie vorher genau wissen, wie Sie im Worst Case reagieren, dann kann Sie nichts mehr so schnell aus der Bahn werfen.

  2. Positives sehen

    Sehen Sie die Nervosität nicht als Ihren Feind, sondern als einen Freund. Einen Freund, der Sie warnt und anstachelt. Die erhöhte Aufmerksamkeit nützt Ihnen. Versuchen Sie also nicht, die Nervosität komplett zu verscheuchen – nur ein bisschen. Diese Erkenntnis wirkt manchmal Wunder.

  3. Gut kleiden

    Die Formel ist einleuchtend: Schöne Kleidung erhöht die Selbstsicherheit. Erhöhte Selbstsicherheit verscheucht Nervosität. Probieren Sie es selbst aus! Wählen Sie für das Vorstellungsgespräch also ein Outfit aus, in dem Sie sich wohl fühlen und das auch objektiv einen hervorragenden Eindruck macht. Vorher noch mal genau checken, ob alles richtig sitzt und das Jobinterview kann kommen.

  4. Pünktlich sein

    Terminnot ist ein weiterer Druckerzeuger. Den können Sie gar nicht gebrauchen. Das verursacht nur noch mehr Stress und Nervosität. Eine gut geplante Anreise nimmt dagegen Druck vom Kessel. Schauen Sie sich die Route bis zum Unternehmen vorher genau an und planen diese. Am Tag des Jobinterviews gehen Sie überpünktlich los und planen noch einen großzügigen Puffer ein. Denn Bahn-Ausfälle oder unvorhergesehene Unfälle oder Baustellen sind – wie Sie wissen – keine Seltenheit. Wenn Sie eine Viertelstunde (oder noch früher) vor dem Vorstellungsgespräch da sind, haben Sie alles richtig gemacht.

  5. Auf Kaffee verzichten

    Ein guter Tag beginnt mit einem kräftigen Kaffee – für viele ist das schon fast eine Lebenseinstellung. Schön, aber vor dem Bewerbungsgespräch verzichten Sie lieber auf den Koffeinhammer – wenn Sie zur Nervosität neigen. Denn das Koffein putscht Sie auf und macht Sie noch nervöser. Das gilt in noch höherem Maße für Energydrinks. Trinken Sie lieber ein Glas Wasser oder Saft. Und außerdem treibt Kaffee ja bekanntlich. Eine unruhige Blase macht Sie auch nicht gerade ruhiger…

  6. Selbstbewusstsein ausstrahlen

    Na klar, Selbstbewusstsein kann man nicht einwerfen wie eine Pille. Oder doch? Auf jeden Fall sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie die erste große Hürde schon genommen haben. Sie sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden, weil Sie etwas auf dem Kasten haben. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, Kompetenzen, Erfolge. Nebenbei bemerkt: Jeder Mensch hat welche! Wer Selbstvertrauen getankt hat, ist weniger nervös. Psychologen empfehlen die Methode der kognitiven Umstrukturierung. Wenn Sie sich an vergangene Erfolge erinnern und sich dabei selbst sagen: „Bleib ruhig, du schafft’s das!“, dann hat dies einen positiven Effekt.

  7. Gründlich vorbereiten

    Für kleine Nervenbündel ist Vorbereitung die beste Medizin. Proben Sie Ihren Auftritt vor dem Spiegel. Üben Sie Ihre Selbstpräsentation. Trainieren Sie auch Gestik und Mimik. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grade, Sie wollen ja nicht wie ein Roboter oder Schauspieler wirken. Eine Prise Authentizität sollte man sich erhalten. Aber je besser vorbereitet Sie sind, desto besser gewappnet – und umso weniger nervös sind Sie. Gut geeignet sind auch Rollenspiele. So können Sie mit Freunden oder Familie ein Jobinterview selbst durchspielen und Sicherheit gewinnen.

  8. Kurz bewegen

    Machen Sie vor dem Bewerbungsgespräch einen kurzen Spaziergang. Nehmen Sie die Treppe. Auch ein bisschen Gymnastik oder Dehnübungen sind empfehlenswert. Bewegung wirkt entspannend. Am besten, Sie drehen eine Runde an der frischen Luft – zum Beispiel im Park. So bekommen Sie den Kopf frei. Andererseits sollten Sie nicht völlig aus der Puste sein, wenn Sie die Firma erreichen. Das macht Sie eher noch nervöser – und bringt Sie im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen.

  9. Körpersprache einüben

    Und selbst wenn Sie hyper-nervös sein sollten: Der Personalchef muss es ja nicht unbedingt mitkriegen. Wichtig ist, dass Sie die Nervosität nicht ausstrahlen. Die richtige Körpersprache hilft Ihnen, einen guten Eindruck zu hinterlassen – und die Chancen auf den Job zu erhöhen. Was Sie nicht tun sollten: Auf den Fingernägeln herumkauen, mit Ihren Händen herumnesteln, mit den Haaren spielen oder am Bart zupfen. Das lässt Sie unsicher wirken, nicht wie ein Fels in der Brandung. Sie könnten daher ein Vorstellungsgespräch mit einem Freund einüben oder es sogar aufzeichnen. Der Blick von außen offenbart viele kleine oder größere Schwächen. An denen können Sie noch rechtzeitig arbeiten. Das hilft Ihnen auch, Ihre Nervosität selbst in den Griff zu bekommen. Denn je unruhiger Sie auf Ihrem Stuhl hin und herwackeln oder mit den Füßen herumtippeln, desto nervöser werden Sie.

  10. Viel lächeln

    Auch wenn Ihnen das Lachen längst vergangen es: Tun Sie es trotzdem! Lächeln lockert die Stimmung auf – die Ihres Gegenübers und Ihre eigene. Es versüßt automatisch die Atmosphäre im Raum und hilft, die Nervosität in Schach zu halten. Wenn Sie lächeln, schüttet Ihr Körper Glückshormone aus. Sie fühlen sich sofort besser und sind weniger angespannt. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob Sie wirklich vor Freude grinsen oder nur so tun, als ob.

  11. Bonbon lutschen

    Eine trockene Kehle geht manchmal mit Nervosität einher. Wir produzieren weniger Speichel, wenn wir aufgeregt sind. En Lutschbonbon hilft. Es nimmt das unangenehme Trockenheitsgefühl im Mund. Alternativ können Sie auch zum Kaugummi greifen. Aber vergessen Sie nicht, es rechtzeitig vor dem Jobinterview wieder zu entsorgen.

  12. Tief atmen

    Atmen ist nicht gleich atmen. Wenn Sie nur durch den Mund atmen, kann Ihr Mund trocken und Ihre Stimme piepsig werden. Wer bewusst atmet, reduziert die Anspannung. Nehmen Sie sich vor dem Jobinterview Zeit für ein paar Atemübungen. Zum Beispiel für die 4-6-8-Methode: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie tief und langsam durch die Nase und zählen bis vier. Dann halten Sie die Luft an und zählen bis sechs. Jetzt durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Das Ganze mindestens fünf Mal wiederholen – und Ihre Nervosität ist wie weggeblasen.

  13. Anker setzen

    Die Ankermethode beruht auf der Reizreaktionskopplung. Sie hilft Ihnen, in stressigen Situationen zu entspannen. Sie pressen dabei Daumen und Zeigefinger aufeinander und denken währenddessen an ein schönes Erlebnis, an den letzten Urlaub etwa. Die positiven Erinnerungen werden auf den Druck Ihrer Finger übergehen. Wenn Sie die Übung oft genug wiederholen, stellt sich das schöne Gefühl irgendwann schon dann ein, wenn Sie die Finger aufeinanderdrücken. Damit die Methode funktioniert, müssen Sie sie aber frühzeitig einüben. Hinterher können Sie Ihre Nervosität wie auf Knopfdruck regulieren.

  14. Gegenstand mitnehmen

    Es gibt Spielkinder, die ständig etwas brauchen, mit dem Sie herumspielen können. Wenn Sie vor dem Bewerbungsgespräch sehr nervös sind, ist das gar keine schlechte Idee. Bringen Sie einen kleinen Gegenstand mit, den Sie bearbeiten, kneten, balancieren oder drücken können. Das kann beruhigen. Im Gespräch selbst gehört das Teil aber in die Tasche – und Ihre Hände auf den Schoß oder den Tisch.

  15. Ehrlich sein

    Es ist keine Schande, nervös zu sein. Nervosität kann ja auch bedeuten, dass Ihnen sehr viel an der Stelle liegt. Für den Personaler eigentlich ein gutes Zeichen. Darum können Sie im Notfall auch darauf hinweisen, dass Sie furchtbar nervös sind – wenn Sie sich etwa verhaspeln oder ins Stottern geraten. Das macht Sie eher noch sympathisch, weil es menschlich ist. Oft lockert das Situation auf – mit positiven Folgen für Ihr Nervenkostüm.

[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

Interessen im Lebenslauf: Diese kommen gut an!

Interessen im Lebenslauf

Interessen im Lebenslauf runden das Profil eines Bewerbers ab. Sie können Ihrer Bewerbung den Feinschliff geben – oder aber der letzte Sargnagel sein. Wichtig ist, dass Sie Interessen mit aufnehmen, die zur Stelle passen. Und solche, die Aktivität und Engagement anklingen lassen, aber nicht gefährlich sind. Schwindeln sollten Sie dabei aber nicht. Sie merken schon: Das ist komplizierter als gedacht. Aber es ist machbar…

Interessen im Lebenslauf: Sind die wichtig?

Interessen wecken Interesse. Das ist definitiv so. Denn auch Personaler sind Menschen. Und Menschen interessieren sich vor allem für… Menschen.

Nicht umsonst wird gerne betont, man wolle herausfinden, welcher Mensch hinter der Bewerbung stecke. Die Persönlichkeit entscheidet darüber mit, ob man den Job bekommt oder nicht. Wer (mutmaßlich) nicht ins Team passt, wird aussortiert. Wer auf fachlicher UND persönlicher Ebene überzeugt, erhält den Zuschlag. Interessen können das persönliche Profil eines Bewerbers abrunden, am Ende über Ja oder Nein entscheiden.

Gerade soziales Engagement kommt bei vielen Arbeitgebern gut an. Es zeugt von Einsatz, Interesse, Empathie. Eigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.

Allerdings wirkt sich nicht jedes Interesse im Lebenslauf positiv aus. Es gibt auch welche, die Sie lieber dezent verschweigen…

Interessen im Lebenslauf: Diese sind kritisch

Zu den heiklen Interessen zählen insbesondere Extremsportarten. Klar, auch diese zeugen von Sportlichkeit, Neugier, Naturverbundenheit oder Risikobereitschaft – alles durchaus wünschenswerte Eigenschaften.

Aber sie stehen eben auch für Gefahr – mitunter Lebensgefahr – und in jedem Fall für erhöhte Verletzungsgefahr. Arbeitgeber sind nicht unbedingt begeistert, wenn der Beschäftigte monatelang ausfällt, nur weil er mal wieder einen Adrenalinschub brauchte.

Auch könnte die Frage auf einen Bewerber zukommen, ob er nicht glaube, dass ihm in diesem Job nicht schnell langweilig würde. Und manche Berufe begünstigen nun mal Menschen, die weniger risikofreudig sind. Einen Draufgänger kann im OP-Saal oder am Cockpit wahrlich niemand gebrauchen. Zu den Extremsportarten zählen beispielsweise:

  • Base-Jumping
  • Fallschirmspringen
  • Sky Surfing
  • Höhlentauchen
  • Bergsteigen
  • Free-Climbing
  • Drachenfliegen
  • Motorsport

Ehrlicherweise zählen auch Allerweltssportarten wie Skifahren, Reiten und Mountainbiking zu den Risikosportarten. Erhöhte Verletzungsgefahr besteht sogar bei Sportarten wie Turnen, Kampfsport oder Fußball.

In diesem Fall sollten Sie von Fall zu Fall abwägen, ob Ihnen die Angabe im Lebenslauf eher schadet oder nutzt. Fußball beispielsweise drückt Teamfähigkeit aus; eine Eigenschaft, die wahrscheinlich die Nachteile in Form einer erhöhten Verletzungsgefahr mehr als aufwiegt.

Wenn Sie aber wissen, dass Ihr Arbeitgeber in spé gerade massive Personalprobleme hat und momentan keine weiteren Ausfälle verkraften kann, dann lassen Sie die Risikosportart im Lebenslauf einfach weg.

Interessen im Lebenslauf: Und was ist mit…?

Neben Extrem- und Risikosportarten sind rein passive Eigenschaften verpönt. Klar, jeder schaut gerne eine spannende Serie auf Netflix oder einen guten Film im Kino. Als alleinige Hobbys präsentieren Sie sich damit aber arg dünn auf der Brust.

Was dagegen geht: Aktive Hobbys mit einem passiven Hobby kombinieren. Wenn Sie Feldhockey spielen und gerne malen, dann können Sie als Nummer drei guten Gewissens Kino mit aufnehmen.

Eine Ausnahme gibt es übrigens: Musik. Musik hören ist eine durch und durch passive Angelegenheit, aber niemand wird sie Ihnen negativ auslegen. Noch besser wäre natürlich, Sie würden selbst Musik machen…

Diese Interessen sind passiv und gehören nur bedingt in den Lebenslauf:

  • Kino
  • Fernsehen
  • Netflix
  • Youtube-Videos

Dann gibt es da noch Schlafen – eine ebenfalls sehr passive Tätigkeit. Abraten würden wir davon aber nicht, Schlafen als Hobby im Lebenslauf anzugeben. Denn erstens wirkt es sympathisch und zeugt von einer Prise Humor. Und zweitens signalisieren Sie damit sogar, dass Sie ein ausgeschlafener Typ sind. Wer gut schläft, ist fitter, gesünder und leistungsfähiger – davon profitiert auch Ihr Arbeitgeber! Also: Wenn Sie wollen, nehmen Sie Schlafen gerne zu den Interessen im Lebenslauf mit auf.

Und dann wären da noch die berüchtigten Computerspiele. E-Sport entwickelt sich immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Man kann damit viel Geld verdienen, ist in Clans oder Gilden organisiert und damit kein reiner Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. Und passiv ist das Hobby ja gar nicht, sondern im Gegenteil – überaus aktiv. Man trainiert damit sogar seine Reaktionsfähigkeit, analytisches und strategisches Denken.

Und dennoch: Videospielen haftet noch immer ein zweifelhafter Ruf an. Ob das berechtigt oder nicht, sei dahingestellt – viele Arbeitgeber ziehen jedenfalls die Augenbrauen hoch. Als offizielle Sportart wird E-Sports auf absehbare Zeit ebenfalls nicht anerkannt. Darum empfehlen wir: Lassen Sie Computer spielen im Zweifel lieber weg. Es sei denn, Sie bewerben sich direkt in der Games-Industrie…

Interessen im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

Vorweg: Sie müssen gar keine Interessen im Lebenslauf angeben. Das ist kein Muss, sondern ein Kann. Aber wenn Sie es tun, dann fügen Sie die Interessen am Ende des Lebenslaufs ein, niemals ins Anschreiben. Im Lebenslauf können sie das Bild, das der Entscheider über Sie gewinnt, durch passende Interessen vervollständigen. Sie geben Hinweise darauf, ob Sie als Person ins Team passen oder eher nicht.

Als Absolvent oder Berufseinsteiger sollten Sie nicht darauf verzichten. Denn Ihr Lebenslauf ist noch sehr dünn. Sie haben noch nicht viele Stationen und Erfahrungen vorzuweisen. Umso wichtiger werden alle weiteren Informationen – dazu zählen auch Interessen und Hobbys.

Machen Sie aber nicht den Fehler, Ihren Lebenslauf mit Interessen vollzukleistern. Vier oder fünf Hobbys sollten es sein – nicht mehr und nach Möglichkeit auch nicht weniger. Zu viele Interessen würden beliebig wirken – und nicht so, als ob Sie für eine Sache wirklich Feuer und Flamme wären. Genau das aber wollen Arbeitgeber: Mitarbeiter, die für ihre Sache brennen. Zudem würden Sie damit unter Beweis stellen, nicht selektieren und Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können.

Und noch etwas: Erfinden Sie nicht einfach Interessen, um Ihren Lebenslauf aufzupimpen. Das haben Sie erstens gar nicht nötig. Und zweitens kann es Ihnen unangenehm auf die Füße fallen. Wenn der Interviewer Sie etwa nach Ihrem Handicap fragt, weil Sie Golf angegeben haben, und Sie erwidern, Sie seien gar nicht behindert. Alles schon vorgekommen!

Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Interessen seien zu gewöhnlich oder zu wenig oder zu passiv oder zu …, dann lassen Sie die ganze Rubrik einfach weg.

Interessen im Lebenslauf: Beispiele

Grundsätzlich sollte der Lebenslauf kurz und prägnant sein. Niemand will lange Essays und Auflistungen studieren. Das gilt auch für die Interessen im Lebenslauf. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten – und auf jene, die in Zusammenhang mit der angestrebten Stelle stehen.

Oft gibt es da wirklich Überschneidungspunkte. Ein paar Beispiele:

Wer in der Sport- und Fitnessbranche Fuß fassen will (sei es als Personal Trainer, Manager, Verkäufer etc.), der würde durchaus Argwohn wecken, wenn er Lesen, Musizieren und Malen als Hobbys definiert, aber keine einzige Sportart.

In der Automobilbranche ist ein ausgeprägtes Interesse für Autos angebracht. Das kann sich in Kartrennen manifestieren oder in Oldtimern oder einfach im „Schrauben“. Letzteres ist speziell für einen Mechatroniker sicher kein Nachteil…

In der Finanzbranche sind Interessen vorteilhaft, mit denen man Genauigkeit, Akkuratesse und ein Faible für Zahlen assoziiert. In diese Kategorie fallen etwa Programmieren, Modellbau oder – wer ganz dick auftragen möchte – Aktien.

Bewerberinnen in der Modebranche wiederum steht die Lust aufs Präsentieren gut zu Gesicht. Ein eigenes Modeblog oder ein Instagram-Kanal, der sich dem Thema Mode widmet, zeugen von einem ausgeprägten Interesse an Fashion-Themen.

Es handelt sich wohlgemerkt nur um Beispiele. Aber Sie erkennen hoffentlich die Richtung, in die das Ganze laufen sollte. Auf der anderen Seite meiden Sie Interessen, die speziell in Ihrem angestrebten Fachbereich einen negativen Beiklang haben. Freilich hat man es oft mit Klischees zu tun, aber das spielt keine Rolle. Generell erfordert dies, dass Sie sich bei jeder Bewerbung neuerliche Gedanken um Ihre richtige Aufstellung machen.

Interessen im Lebenslauf: Diese bringen richtig Punkte!

Letztlich geht es hier um den ersten Schritt – Sie wollen die schriftliche Bewerbung überstehen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Was Sie dann im Jobinterview über Ihre Interessen erzählen, können Sie sich immer noch überlegen.

Grundsätzlich gut an kommen Interessen, die belegen, dass Sie auch in Ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen. Beispiele:

  • Jugendtrainer in einem Sportverein
  • Ehrenamt in einer sozialen Einrichtung
  • Engagement in einer berufsständischen Vereinigung
  • Mitarbeit an studentischen Projekten

Diese Interessen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur Ihren Drang, Spaß haben zu wollen, befriedigen. Sie erfordern Leidenschaft. Personalentscheider wissen das zu schätzen.

Und sie lassen Rückschlüsse auf Ihren Charakter zu. Es muss sich wohl um jemanden handeln, der sich voll reinhängt, der keine halben Sachen macht und vielleicht sogar ein Anführer ist – um einen Leistungsträger also. Wenn Sie dieses Bild von sich vermitteln – Glückwunsch!

Andererseits gibt es auch Fallstricke. Denn wenn Sie Ihren Lebenslauf mit lauter positiven Interessen aufhübschen, weckt das Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit. Wie kann der alles schaffen? Mehr als 24 Stunden stehen uns allen pro Tag nicht zur Verfügung. Also macht der vielleicht doch nur halbe Sachen!?

Darüber hinaus müssen Sie Ihre Interesse ja hinterher auch in Einklang mit dem neuen Job bringen. Niemand will, dass Sie vor lauter Ehrenämtern so ausgelaugt sind, dass Sie nur mit halber Kraft am Arbeitsplatz erscheinen. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen – evtl. dadurch, dass Sie nur ein oder maximal zwei „verantwortungsvolle“ Interessen auflisten. Zu viel mehr reicht es in Ihrer Freizeit ja wahrscheinlich ohnehin nicht.

Und machen Sie auch nicht den Fehler, in einem einzigen Anfall von Begeisterung von Ihrem Engagement im Sportverein zu schwärmen. Das könnte so herüberkommen, als gelte Ihre Liebe nur dem Verein; der Arbeitgeber wird immer dahinter an zweiter Stelle kommen. Selbst wenn das der Wahrheit entspricht, dann sollten Sie es im Bewerbungsgespräch nicht so vermitteln.

Interessen im Lebenslauf: Hier bringen Sie sie unter

Interessen im Lebenslauf RubrikIhre Interessen kommen im Lebenslauf in einen eigenen Abschnitt. Wie Sie diesen nennen, bleibt im Prinzip Ihnen überlassen. Richtig oder falsch gibt es nicht, nur verschiedene Alternativen. Möglich sind zum Beispiel:

  • Interessen
  • Hobbys
  • Interessen und Hobbys
  • Meine Interessen
  • Engagement
  • In meiner Freizeit
  • Freizeitinteressen
  • Freizeitaktivitäten
  • Was mich interessiert
[Bildnachweis: Roman Motizov by Shutterstock.com]

Praktika im Lebenslauf: Wie Sie von ihnen profitieren

praktika im lebenslauf

Praktika im Lebenslauf sind vor allem für Berufsanfänger und junge Beschäftigte wichtig. Sie stehen für Berufserfahrung, wo sonst nur gähnende Leere wäre. Schul- oder Hochschulabsolventen sollten sich aber genau überlegen, welche Praktika sie in ihren Lebenslauf aufnehmen. Denn manche passen wunderbar zur möglichen neuen Stelle, andere geben sogar Minuspunkte. Und dann kommt es noch darauf an, mit welchen Formulierungen Sie Ihre Praktikumserfahrungen umschreiben. Folgende Fehler gilt es zu vermeiden…

Praktika im Lebenslauf: Welche gehören hinein?

Nehmen Sie in Ihren Lebenslauf möglichst nur die Praktika auf, die für die jeweilige Stelle relevant sind. Praktika sollen ja belegen, dass der Bewerber über praktische Qualifikationen und Berufserfahrung verfügt. Wenn ein Praktikum überhaupt keine Anknüpfungspunkte zur möglichen neuen Stelle aufweist, dann lassen Sie es lieber weg.

Angenommen, Sie bewerben sich als Projektmanager, dann stehen Ihnen Praktika gut zu Gesicht, die belegen, dass Sie schon einmal ein Projekt organisiert haben. Je stärker die Verbindungslinie, desto besser. Darüber hinaus sind auch Praktika wertvoll, die einen indirekten Bezug haben. Durch ein Auslandspraktikum etwa weisen Sie soziale und interkulturelle Kompetenzen nach – das ist in fast jedem Job ein Pluspunkt!

Klar ist: Je jünger Sie sind und je weniger Berufserfahrung Sie haben, desto wichtiger sind Praktika im Lebenslauf. Als Schul- oder Hochschulabsolvent können Sie im Zweifel auch Praktika in den Lebenslauf aufnehmen, die nur wenige Bezugspunkte zum angestrebten Job haben. Dann geht es für Sie erst einmal darum zu zeigen, dass Sie überhaupt schon Berufs- und Arbeitserfahrung gesammelt haben. Das gilt auch für Praktikumsanwärter selbst oder Azubis.

Mit steigender Berufserfahrung werden Praktika im Lebenslauf immer unwichtiger. Wer schon zehn Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel und verschiedene Positionen innehatte, lässt die Praktika im Lebenslauf komplett weg. Hilfreich können sie allenfalls sein, um Lücken im Lebenslauf zu schließen.

Praktika im Lebenslauf: Wo gehören Sie hin?

Wenn Sie Praktika im Lebenslauf platzieren, dann muss sie der Empfänger auch finden – logisch. Entweder, Sie nehmen einen eigenen Abschnitt „Praktika“ auf oder Sie führen die Praktika in der Rubrik „Berufserfahrungen“ mit den anderen beruflichen Stationen zusammen.

Wo sie NICHT hingehören: In die Rubrik „Hobbys“ und auch nicht in die Kategorie „Sonstiges“. Nebenbei bemerkt ist die Kategorie „Sonstiges“ ohnehin vollkommen überflüssig. Und auch für ehrenamtliche Aktivitäten nehmen Sie besser einen eigenen Abschnitt auf und verstecken sie nicht unter „Sonstiges“.

Sie sollten sich klar machen, dass viele Personaler einen Lebenslauf nur fix von oben nach unten scannen. So sieben sie vorab Bewerber aus, die die Mindestqualifikationen nicht erfüllen. Daher sollte der Abschnitt „Berufserfahrungen“ bei Ihnen nicht gähnend leer sein – sonst landen sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Aussortiert-Stapel.

Machen Sie Ihre Praktika im Lebenskauf also sichtbar. Dazu gehören gute Beschreibungen. Diese Fragen sollten Sie beantworten:

  • In welchem Zeitraum haben Sie das Praktikum absolviert?
  • Welche Tätigkeiten haben Sie übernommen?
  • Was haben Sie erreicht oder bewirkt?
  • Welche Fähigkeiten konnten Sie erwerben oder verbessern?

Am besten, Sie arbeiten obige Fragen wie eine Checkliste bei jedem Praktikum ab. So gewinnen Ihre Praktika im Lebenslauf einen echten Mehrwert. Denn das ist wichtig: Wenn der Personaler keinen Sinn oder Nutzen in einem Praktikum erkennt, nützt es Ihnen in der Bewerbung herzlich wenig.

Praktika im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

Noch mal der Hinweis: Nehmen Sie lediglich die Praktika auf, die einen relevanten Stellenbezug haben. Ansonsten können Sie sich diese Maxime merken: Mehr als drei oder vier Praktika sollten es nicht sein.

Warum nicht? Sie wollen doch schließlich nicht als ewiger Praktikant abgestempelt werden. Zu viele Praktika suggerieren, dass es für eine „richtige Stelle“ bislang nicht gereicht hat oder dass Sie sich diese selbst (noch) nicht zutrauen. Sie treten nicht als großes Talent auf, sondern wirken eher wie ein Wasserträger auf Wanderschaft. Außerdem sollte ein Lebenslauf nicht länger sein als zwei DIN A4-Seiten. Sie haben also gar keinen Platz, um ein großes Potpourri an Praktika auszubreiten.

Praktika im Lebenslauf: Was schreibe ich?

Ein Praktikum formulieren Sie im Lebenslauf so wie andere berufliche Stationen auch. Im tabellarischen Lebenslauf ist das Muster MM/JJJJ – MM/JJJJ in der linken Spalte und der Inhalt in der rechten Spalte vorgesehen.

Konkret könnte das so aussehen:

04/2018 – 07/2018 Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit,
                                   Betreuung der Pressevertreter
                                   Konzeption und Durchführung einer PR-Kampagne

Genereller Tipp: Übertreiben Sie es nicht, bleiben Sie bei der Wahrheit. Ein bisschen aufpeppen ist erlaubt und auch empfehlenswert. Aber lügen Sie bitte nicht. Erfahrene Personaler werden schnell misstrauisch und haken dann im Vorstellungsgespräch nach. Wenn Sie dann keine Antwort wissen, sind Sie möglicherweise als Lügner enttarnt – und den Job los.

Aber Sie sollten sich schon überlegen, wie Sie Ihr Praktikum gewinnbringend einsetzen. Wie haben Sie durch Ihre Tätigkeiten zum Unternehmenserfolg beigetragen? Das müssen keine riesigen Durchbrüche sein, auch Erfolge im Kleinen sind es wert, erwähnt zu werden.

Versuchen Sie präzise und positiv zu beschreiben, was Sie eigentlich genau gemacht haben. Das ist eine Kunst für sich. Wer sie beherrscht, sammelt im Personalbüro Punkte.
Suchen Sie sich starke Wörter aus, die Ihr Praktikum beschreiben und nach Möglichkeit auch noch zur neuen Stelle passen. Dies erfordert Zeit und Hirnschmalz, ist die Mühe aber wert.

Verwenden sie aktive Formulierungen statt passiver – wenn es geht, immer! Wer die Produktionskette organisiert und nicht nur überwacht hat, verwandelt sich vom passiven Phlegmatiker zum Macher.

In die richtigen Formulierungen sollten Sie Energie investieren. Diese entscheiden über Wohl und Wehe Ihrer Bewerbung mit. Nicht nur für Praktika, auch für Nebentätigkeiten und Minijobs sollten Sie angemessene Begriffe finden. Es versteht sich ja zum Beispiel von selbst, dass Sie während Ihrer Studienzeit nicht gekellnert haben. Sie haben als Servicefachkraft in der Gastronomie wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Und noch ein Tipp: Passen Sie Ihr Vokabular – wenn möglich – an die jeweilige Branche an. Streuen Sie Fachbegriffe ein. Wenn es sein muss, sogar denglische. Das macht Ihren Lebenslauf passgenau und Sie gleich viel kompetenter…

Hier sind 4 Beispiele:

  1. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 1

    Sie haben ein Praktikum in einem Call-Center absolviert. Nun wollen Sie die Referenz nutzen, um einen Anschlussjob im Vertrieb zu ergattern.

    In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
    Annahme von Telefonaten

    In Ihrem Lebenslauf steht:
    Kundenbetreuung, Kundenmanagement, Inbound- und Outbound-Marketing

  2. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 2

    Sie haben während des Praktikums den Instagram-Account eines kleinen Familienbetriebs betreut. Ihr Traum wäre es, weiterhin in den Medien zu arbeiten – in der PR oder als Social Media Manager. Wenn Sie sich daraufhin für ein weiteres Praktikum, Volontariat oder Traineeship im Medienbranche bewerben, dann steht…

    in Ihrem Lebenslauf nicht:
    Pflege der Instagram-Seite

    Dann steht im Lebenslauf:
    Social Media Management, Redaktion, Content Curation und Community Management

  3. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 3

    Sie haben ein Praktikum in einem kleinen Familienunternehmen absolviert. Währenddessen haben Sie Flyer und Plakate gebastelt. Die Erfahrung wollen Sie nutzen, um sich einen Job in der Mediengestaltung zu sichern.

    In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
    Gestaltung eines Plakats und Flyers

    In Ihrem Lebenslauf steht:
    Konzeption, Gestaltung und Realisierung von Werbemitteln

  4. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 4

    Sie waren in der Oberstufe im Abiball-Komitee und haben die große Abi-Fete organisiert. Nun peilen Sie einen Job im Event-Management an.

    In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
    Organisation einer Party

    In Ihrem Lebenslauf steht:
    Konzeption, Planung und Durchführung von größeren Schulveranstaltungen (z.B. Abiball 2019)

Dabei handelt es sich natürlich nur um Beispiele. Sie sollten bei der Wahrheit bleiben, sich aber nicht unter Wert verkaufen. Die richtige Wortwahl sorgt dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

Praktika im Lebenslauf: So geht’s weiter

Praktika ersetzen Berufserfahrung – gerade bei jungen Bewerbern. Sie helfen Ihnen also im besten Fall, die erste Hürde zu nehmen und zum Vorstellungsgespräch durchzusprinten.

Doch um die Wurst geht es jetzt erst. Und da sollten Sie vorbereitet sein. Je prominenter der Platz, den Praktika in Ihrem Lebenslauf einnehmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das der Personaler Sie nach Ihren Erfahrungen befragt.

Darum sollten Sie vorher ein paar Gedanken an Ihre möglichen Antworten verschwenden. Diese Fragen helfen Ihnen dabei:

  • Welche Erfahrungen habe ich gesammelt, die mir im angestrebten Job helfen würden?
  • Welche Skills habe ich ganz konkret verbessert?
  • Wie habe ich mich persönlich weiterentwickelt?
  • Welches Ereignis hat mich besonders geprägt?
  • Welche Lehren habe ich daraus gezogen?

Dabei können sie ruhig ins Detail gehen und ein oder zwei Anekdoten zum Besten geben. Je detailreicher, desto glaubwürdiger.

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

Bewerbungskosten absetzen: So geht’s

bewerbungskosten absetzen

Eine Bewerbung soll zum großen Erfolg – und zu einem ordentlichen Gehalt – führen. Dafür müssen Sie aber in Vorleistung gehen. Bewerbungsfoto anfertigen, Bewerbungsratgeber kaufen, Hotel am Unternehmensstandort buchen, um nur ein paar Kostenbeispiele zu nennen. Bewerbungen kosten Geld. Sitzen bleiben Sie auf Ihren Kosten aber nicht. Das Finanzamt erstattet Ihnen die Bewerbungskosten – sofern Sie alles richtig belegen und eintragen. Bewerbungskosten absetzen: So machen Sie’s richtig…

Bewerbungskosten absetzen: Geht das?

Bewerbungskosten zählen – steuerlich gesehen – zu den Werbungskosten. Werbungskosten sind laut Einkommensteuergesetz „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.“

Nun dienen Bewerbungen zweifelsfrei dazu, Einnahmen zu erwerben und zu sichern. Dabei ist es unerheblich, ob eine Bewerbung zum Erfolg führt oder nicht. Wichtig ist nur, dass die Kosten im Rahmen der Stellensuche angefallen sind.

Bei der Berechnung der Einkünfte in der Steuererklärung können Sie die Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen. Somit mindern Bewerbungskosten Ihre Steuerlast. Darum ist es auch ratsam, sich alle Bewerbungsgespräche zu notieren und die angefallenen Belege zu sammeln. Das bringt Ihnen am Ende des Steuerjahres bares Geld.

Bewerbungskosten: Die können Sie absetzen

Die Kosten für folgende Materialien und Dienstleistungen können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen:

Eigenwerbung

Materialien

  • Bewerbungsmappen
  • Briefumschläge
  • Klarsichthüllen
  • Druckerpatronen
  • Kleber
  • Kopien
  • Stifte, Füller
  • Schreibpapier
  • Briefmarken

Recherche

  • Kurse
  • Seminare
  • Übersetzungen
  • Bücher, Ratgeber
  • Magazine, Zeitschriften
  • Bewerbungsschreiber
  • Beglaubigungen
  • Polizeiliches Führungszeugnis

Reisekosten

  • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen
  • Parkgebühren
  • Übernachtungen
  • Verpflegung
  • Stadtpläne

Hinweis: Wer die Telefon- oder Internetkosten anteilig absetzen will, könnte Probleme mit dem Finanzamt bekommen. Häufig lehnt es die Steuererstattung ab. Trotzdem: Probieren geht über studieren.

Auch Online-Bewerbungskosten absetzen?

Der Großteil der Bewerbungen erfolgt heute online. Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Auf den ersten Blick sind Online-Bewerbungen deutlich kostengünstiger als schriftliche. Das Porto fällt weg, außerdem Anschaffungskosten für Mappe, Papier, Stifte, Druckerpatronen.

Dennoch können Sie selbstverständlich auch Online-Bewerbungen von der Steuer absetzen. Die Pauschale, die das Finanzamt akzeptiert, ist bei Online-Bewerbungen aber geringer als bei schriftlichen (dazu gleich mehr).

Außerdem entstehen ja noch immer andere Kosten im Zusammenhang mit der Bewerbung: Bewerbungsratgeber, Foto und Fahrtkosten beispielsweise. Die können Sie anrechnen, unabhängig davon, ob die Bewerbung auf dem Online- oder Offline-Weg erfolgt ist.

Bewerbungskosten absetzen: An die Belege denken

Die Steuererstattung sollten Sie schon während Ihres Bewerbungsprozesses im Hinterkopf abspeichern. Das heißt: Dokumentieren Sie eine Liste mit all Ihren Bewerbungen und bewahren Sie die entsprechenden Dokumente, Mappen, Mails auf.

Denn das Finanzamt wird Ihre Bewerbungskosten nur erstatten, wenn Sie Belege vorlegen. Beziehungsweise es könnte zumindest die Vorlage von Belegen nachträglich von Ihnen verlangen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Zum Beispiel, indem Sie auf Ihrem Rechner einen Ordner anlegen, in dem Sie die Eingangsbestätigungen oder Absagen der einzelnen Unternehmen ablegen – oder Ihre per Mail verschickten Bewerbungen.

Das Gleiche gilt für alle anderen Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen. Bewahren Sie also auch Quittungen von Mappen, Stiften, Fotos, Stadtplänen usw. auf – am besten heften Sie alles in einem Ordner, Ihrem Steuerordner, ab.

Tipp: Ein Schuhkarton bietet sich für Papierbelege an. Der ist im Innern trocken und dunkel. So verblassen Ihre Dokumente nicht so schnell. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Belege auch kopieren oder einscannen und auf Ihrem Computer ablegen.

Wie setze ich Bewerbungskosten ab?

Sie haben zwei Optionen, um Ihre Bewerbungskosten als Werbungskosten abzusetzen:

  1. Sie reichen die Belege für Ihre Bewerbungskosten ein.
  2. Sie machen Ihre Bewerbungskosten über Pauschalen geltend.

Bei Variante 1 rechnen Sie alle Bewerbungskosten, für die Sie Belege gesammelt haben, zusammen und tragen Sie als Werbungskosten in Ihre Steuererklärung ein. Das kann eine langwierige und komplizierte Angelegenheit sein.

Einfacher ist Variante 2: Das lästige Sammeln der Quittungen bleibt Ihnen damit erspart. Sie legen einfach eine Pauschale zugrunde. Pro schriftlicher Bewerbung lässt das Finanzamt erfahrungsgemäß neun bis 15 Euro durchgehen. Manche Finanzämter orientieren sich an einem Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004, das für schriftliche Bewerbungen Kosten von jeweils 8,50 Euro angenommen hatte.

Für eine E-Mail-Bewerbung, wie sie heute üblich ist, bekommen Sie nicht so viel zurück – hier beträgt die Pauschale nur 2,50 Euro. Fahrt- und Übernachtungskosten sind nicht inbegriffen.

Aber: Auch wenn sich das Finanzamt in der Regel an Pauschalen orientiert — Anspruch auf eine Pauschale haben Sie grundsätzlich nicht. Es liegt immer im Ermessen des Sachbearbeiters, ob und welche Pauschale er anerkennt.

Außerdem dürfen Sie mit Pauschalen die Grenze von 1.000 Euro bei den Werbungskosten nicht überschreiten. Mehr Geld können Sie nur geltend machen, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben über diesem Wert liegen – und wenn Sie sie nachweisen können.

Wo trage ich die Bewerbungskosten ein?

Die Steuererklärung ausfüllen – für die meisten eine undankbare Aufgabe. Speziell für Berufsanfänger ist sie zudem sehr herausfordernd. Wo soll ich meine Bewerbungskosten überhaupt eintragen?

Antwort: in der Anlage N. Hier werden die Werbungskosten – und damit auch die Bewerbungskosten – eingetragen. Die Anlage N besteht aus insgesamt drei Seiten. Die Bewerbungskosten finden auf Seite 2 Platz. Auf der letzten Seite tragen Sie dann noch Ihre möglichen Mehraufwendungen ein, wenn Sie zwei Haushalte haben.

Sollte der Platz für Ihre Bewerbungskosten nicht ausreichen, haben sie die Möglichkeit, unter „Weitere Werbungskosten“ einen Vermerk mit „Siehe Anlage“ zu machen.

Bewerbungskosten: Wie kann ich Sie mir noch zurückholen?

Bis Sie Geld vom Finanzamt erstattet bekommen, können Wochen und Monate ins Land gehen. Es gibt aber noch andere Wege, Bewerbungskosten zurückzuholen. Das ist gerade für Menschen wichtig, die mit jedem Euro kalkulieren müssen. Gerade in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Studium oder geringfügiger Beschäftigung ist es oft schwierig, alle anfallenden Kosten auszulegen.

Die gute Nachricht: Viele Arbeitgeber erstatten die Kosten für ein Vorstellungsgespräch. Es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Erstattung. Voraussetzung ist, dass der Bewerber sich auf eine zu besetzende Stelle beworben und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hat. Die Pflicht zur Kostenübernahme ist unabhängig davon, ob der Bewerber letztlich den Zuschlag erhält oder nicht. Es werden allerdings nur solche Kosten erstattet, die nach den Gesamtumständen „erforderlich“ waren.

Auf der anderen Seite haben Arbeitgeber die Möglichkeit, die Kostenübernahme zu verweigern oder zu begrenzen. Dies muss das Unternehmen aber bei der Einladung zum Bewerbungsgespräch deutlich machen. Dies kommt immer auf den Einzelfall an. Nicht unüblich ist es beispielsweise, nur die Anreise mit der Bahn zu erstatten. Möchte der Bewerber aber mit dem Flugzeug anreisen, muss er die Mehrkosten selbst tragen.

Tatsächlich hängt die Bereitschaft zur Kostenübernahme häufig davon ab, für welche Stelle der Bewerber vorgesehen ist. Hochqualifizierten und nachgefragten Arbeitskräften will man das eigene Unternehmen möglichst schmackhaft machen – dazu gehört auch eine großzügige Übernahme der Kosten.

Eigentlich selbstverständlich: Erscheint der Kandidat gar nicht oder ohne ausdrückliche Einladung zum Vorstellungsgespräch, ist das Unternehmen nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. In jedem Fall gilt: Der Bewerber muss die Kosten innerhalb von drei Jahren geltend machen, danach sind sie verjährt. Aber das sollte machbar sein.

Und es gibt sogar noch eine weitere Möglichkeit: Sollte der Arbeitgeber die Kosten nicht übernehmen wollen, dann wenden Sie sich als Bewerber ans Arbeitsamt oder Jobcenter. Vielfach können Sie sich hier Bewerbungskosten erstatten lassen. Das ist aber Ermessenssache. Fragen Sie also unbedingt VOR Ihrem Bewerbungsgespräch nach, ob und welche Kosten übernommen werden können.

Mehr Zeit für die Steuererklärung!

Bewerbungskosten absetzen mehr Zeit
Seit 2019 haben Sie mehr Zeit, um sich Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Bislang mussten Sie Ihre Steuererklärung stets bis Ende Mai vorlegen. Jetzt reicht es dem Finanzamt aus, wenn sie bis zum 31. Juli vorliegt.

Falls Sie Ihre Steuererklärung nicht selbst machen, sondern von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lassen, verschiebt sich die Frist noch weiter nach hinten. Die Steuererklärung für 2019 müsste dann nicht früher als bis Ende Februar 2021 beim Finanzamt eingehen.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

Arbeitgeber hinhalten: Wie es richtig geht

arbeitgeber hinhalten

Arbeitgeber tun es, Bewerber tun es, auch Menschen auf Partnersuche tun es: Den anderen hinhalten. Das ist oft unangenehm, kann aber gute Gründe haben. Wenn ein Bewerber mehrere Ässe im Ärmel hat und nicht das erstbeste Angebot annehmen will, muss er wohl oder übel Zeit schinden. Den Arbeitgeber hinhalten – dafür gibt es mehr als einen Weg…

Arbeitgeber hinhalten: Manchmal muss es sein

Es ist eine Luxussituation. Aber eine, in der man sich sehr unwohl fühlt. Stellen Sie sich vor, sie haben mehrere Zusagen zu Vorstellungsgesprächen. Das erste Jobinterview führen Sie bei einem mittleren Unternehmen, das in Ihrer persönlichen Hitliste relativ weit unten rangiert.

Das Gespräch läuft gut, Ihr Selbstvertrauen ist frisch gestärkt. Kurz nach dem Termin kommt auch schon die Zusage seitens der Firma: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job!“ Eine tolle Nachricht, über die Sie sich bestimmt freuen – und die Ihnen schmeichelt.

Allerdings würden Sie dennoch die anderen Gespräche gerne noch wahrnehmen – und erst danach entscheiden. Die mutmaßlich besseren Unternehmen kommen schließlich noch. Was tun? Karrieresprung hätte da folgende Vorschläge für Sie…

Arbeitgeber hinhalten: Diese 3 Optionen haben Sie

  1. Zusage

    Auf die Zusage des Unternehmens reagieren Sie… mit einer Zusage. Sie nehmen den Job an und bedanken sich ganz herzlich bei der Personalabteilung des Unternehmens.

    Dann dauert es ein paar Tage, bis der Arbeitsvertrag bei Ihnen eintrifft. Jetzt können Sie weitere Zeit schinden, indem Sie den Arbeitsvertrag bis auf Weiteres liegen lassen. Falls Ihr zweites Vorstellungsgespräch zeitnah terminiert ist, reicht diese Taktik vielleicht schon aus.

    Wenn nicht, dann kündigen Sie den Vertrag noch vor Ihrem Antrittsdatum. Außerdem hätten Sie in der Probezeit ja noch die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen wieder zu kündigen. Meist beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen.

    Das können Sie machen – sollten Sie aber nur im Notfall tun. Denn so hinterlassen Sie verbrannte Erde. Ihr neuer alter Arbeitgeber ist über dieses Vorgehen bestimmt not amused. Wahrscheinlich wird er sogar hochgradig erzürnt sein – nachvollziehbar!

    Eine positive Referenz, einen wertvollen Kontakt oder eine Möglichkeit auf Rückkehr können Sie sich dann abschminken. Die Taktik ist vor allem riskant, wenn die Branche, in der Sie sich bewegen, sehr überschaubar ist. Erstens spricht sich so etwas schnell herum, zweitens ist die Anzahl an potenziellen Arbeitgebern begrenzt.

  2. Anruf

    Das ist die ehrlichste Variante. Aber ob es auch die erfolgversprechendste ist?

    Sie rufen im Unternehmen an und teilen ganz höflich mit, dass Sie sich für die Zusage bedanken und auch sehr gerne einschlagen würden. Aber auch, dass Sie noch weitere Vorstellungsgespräche vor der Brust haben und diese gerne wahrnehmen würden. Und dann bitten Sie noch um etwas Bedenkzeit für Ihre Entscheidung. Ein gutes, faires Vorgehen – das sich aber rächen könnte.

    Zum Beispiel dann, wenn die kommenden Jobinterviews mies laufen. Und wenn es letztlich bei dieser einen Zusage bleibt, der Arbeitgeber aber so in seiner Eitelkeit verletzt ist, dass er sein Angebot zurücknimmt. Dann stehen Sie mit leeren Händen da. Allerdings gibt es viele Arbeitgeber, die für Ihr Vorgehen sehr wohl Verständnis hätten.

    Die Variante bietet sich an, wenn sie Ihre erste Zusage ohnehin nur als Notnagel sehen und im Zweifel darauf verzichten können. Spielen Sie das am besten mit einem Wenn-dann-Szenario durch. Wenn ich keine weiteren Angebote bekomme und die erste Zusage auch noch zurückgenommen würde, was dann? Wäre dies eine Katastrophe? Ist die Antwort nein, gehen Sie ins Risiko.

  3. Hinauszögern

    Die gute alte Hinhaltetaktik: Sie schinden bei jeder sich bietenden Gelegenheit Zeit. Auf die Zusage des Arbeitgebers melden Sie sich erst Tage später. Mit dem Hinweis, dass Sie verreist oder erkrankt waren.

    Sie nehmen den Job auch noch gar nicht an, sondern tun nur so, als ob. Motto: „Wow, das freut mich sehr! Vielen, vielen Dank!“ Vielleicht mailen Sie dann noch ein paar Mal mit dem Personalbüro hin und her, bevor Ihnen der Arbeitsvertrag zugeschickt werden soll.

    Wenn dieser bei Ihnen zuhause eintrudelt, können Sie wieder Zeit schinden. Sobald sich das Personalbüro bei Ihnen meldet, wo denn der Vertrag bleibt, gaukeln Sie vor, Sie hätten ihn längst unterschrieben und zurückgeschickt. „Der muss unterwegs verloren gegangen sein!“ Und schon haben Sie wieder zeitlichen Spielraum…

    Klar, diese Taktik ist vor allem eins: unehrlich. Und spätestens wenn Sie doch noch absagen, durchschaut das Unternehmen Ihre Strategie. Das wird Ihnen keine neuen Freunde bringen. Außerdem kann es sein, dass der Arbeitgeber schon nach kurzer Zeit spürt, dass etwas im Busch ist und Sie nicht so richtig wollen – und seinerseits absagt.

Warum die Hinhaltetaktik eine Gratwanderung ist

Was Sie stets bedenken sollten: Eine mündliche Zusage des Arbeitgebers ist rechtlich wertlos. Erst wenn Sie den unterschriebenen Arbeitsvertrag auf dem Tisch haben und ebenfalls unterschreiben, ist der Deal besiegelt. Der Arbeitgeber hat bis dahin ebenfalls die Möglichkeit, jederzeit wieder von seinem Angebot zurückzutreten.

Und davon wird er mit ungleich höherer Wahrscheinlichkeit Gebrauch machen, wenn er das Gefühl hat, dass Sie ihn hinhalten. Die Hinhaltetaktik ist also riskant. Und auch auf eine gewährte Bedenkzeit können Sie ihn nicht festnageln. Läuft ihm in der Zwischenzeit ein anderer Bewerber über den Weg, kann ihn der Arbeitgeber einstellen und Ihnen vorziehen. Bei der Bedenkzeit handelt es sich um reine Kulanz ohne rechtlichen Anspruch.

Das ist aber auch eine Chance für Sie. Bevor der Arbeitsvertrag nicht bei Ihnen eintrifft, können Sie weitere Vorstellungsgespräch wahrnehmen und mit anderen Unternehmen verhandeln. Ohnehin sollten Sie diesen Zwischenzeitraum nutzen, um über die genauen Vertragsmodalitäten zu verhandeln. Verhandlungsmasse gibt es viel: Gehalt, Urlaubstage, geldwerte Vorteile, Benefits usw. Das hilft Ihnen bei der Entscheidungsfindung – und es nimmt Zeit in Anspruch. Bleiben sie aber stets höflich und realistisch – und überziehen Sie nicht nach dem Motto: „Wenn Sie mir dies und das nicht gewähren, nehme ich einen andere Stelle an.“ Überheblichkeit überkommt gerne diejenigen, die mehrere Optionen auf dem Tisch haben – oder glauben, diese zu haben.

Grundsätzlich können Sie die Hinhaltetaktik nicht ewig fahren. Irgendwann müssen die Karten auf den Tisch. Das sind Sie auch dem Unternehmen schuldig, das seine Stelle ja irgendwann irgendwie besetzen will und muss.

Und: Je besser Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind, desto ehrlicher und offener können sie agieren. Das spräche also für Variante 2, den ehrlichen Anruf. Beispiel Softwareentwickler: Sie sind auf dem Jobmarkt momentan so begehrt, dass kaum ein Arbeitgeber einen vom Hof jagen wird, wenn er ihm sagt, dass er erst noch andere Bewerbungsgespräche wahrnehmen möchten. Im Gegenteil, die Chancen stehen ganz gut, dass das Unternehmen sein Angebot noch mal erhöht oder andere Benefits offeriert, um ihm die Stelle schmackhaft zu machen.

In Branchen wiederum, in denen es einen Bewerber-Überschuss gibt – zum Beispiel im Medienbereich – könnte diese Strategie nach hinten losgehen. Auch große Unternehmen können aus einem riesigen Fundus an Bewerbern wählen. Diese Parameter beziehen Sie besser mit ein…

Hinhalten: Auch Unternehmen tun es

Das Phänomen des Hinhaltens läuft natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn also Unternehmen einen Bewerber hinhalten, weil sie ihn nicht verlieren, aber sich noch andere Kandidaten anschauen wollen. Das nennt sich Benching.

Wenn Sie das nicht hinnehmen wollen, fragen Sie sich zwei Wochen nach dem Bewerbungsgespräch höflich nach dem aktuellen Stand. Und stellen Sie Ihre Jobsuche nicht ein, sondern erst dann, wenn Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben.

Allerdings kann Benching auch ein gutes Zeichen sein – und darauf hindeuten, dass Sie noch im Rennen sind…

Strategien: Es gibt noch eine vierte!

Arbeitgeber hinhalten OptionEine haben wir doch glatt vergessen: Option Nr. 4. Die lautet: Absagen!

Natürlich ist auch das eine Möglichkeit. Wenn Ihnen das Angebot nicht zusagt, können Sie es auch sofort verwerfen – und sind fortan wieder frei für andere Offerten. Arbeitgeber hinhalten? Überflüssig.

Eine sofortige Zusage des Arbeitgebers kann der Bewerber ja auch als Verzweiflung interpretieren: „Da scheint jemand große Probleme zu haben, neue Mitarbeiter zu bekommen und nimmt einfach alle, die er kriegen kann. Woran liegt das? Was stimmt nicht mit ihm?“ Schließlich erwartet man von seinem künftigen Arbeitgeber ja durchaus Sorgfalt und eine gründliche Auslese. Und die beansprucht doch Zeit. Vielleicht ein Hinweis, dem noch mal nachzugehen – durch eine Internet-Recherche beispielsweise.

Auf der anderen Seite kann das Unternehmen auch einfach sehr überzeugt von Ihnen gewesen sein – dann müssten Sie die Sofort-Zusage als großes Kompliment verstehen. Hier ist also das berühmte Fingerspitzengefühl und Urteilsvermögen gefragt.

Fest steht nur: Wer keine Lust darauf hat, den Arbeitgeber hinzuhalten, der kann auch einfach absagen.

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Jobsuche ab 50: Wie Sie fündig werden

jobsuche ab 50

Arbeitgeber stehen auf junges Fleisch. Das ist auch gar nicht weiter verwunderlich. Junge sind motiviert, dynamisch und vergleichsweise günstig. Aber: The times, they are a-changin‘. Vorbei die Zeiten, in den Arbeitnehmer ab 50 schon halbtags an die Rente dachten. In Wahrheit war es wohl noch nie so leicht wie heute, als Angehöriger der Ü50-Fraktion einen neuen Job zu finden. Jobsuche ab 50: Hier geht’s zur Traumstelle…

Jobsuche ab 50: Nicht so einfach!

Aus Arbeitgebersicht spricht tatsächlich einiges dafür, jüngeren Bewerbern den Vorzug zu geben. Sie kommen frisch von der Schule oder Uni, sind voller Tatendrang – und nicht so teuer. Auch kann sie der Arbeitgeber noch formen, ihr Entwicklungsspielraum ist groß.

Was gegen Ü50-Arbeitnehmer spricht:

  • Sie kennen ihre Rechte und Pflichten ganz genau und lassen sich nichts mehr sagen. Speziell bei jüngeren Vorgesetzten könnte dies zu Autoritätsproblemen führen.
  • Ältere sind – so das Vorurteil – unflexibel und können sich nur schwer neuen Gegebenheiten anpassen. Der sich rasant wandelnde Arbeitsmarkt erfordert aber geistige – und manchmal auch körperliche – Flexibilität. Bisweilen befinden sich die Skills älterer Bewerber zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand.
  • Die Generation 50+ ist nicht dafür bekannt, aus Digital Natives zu bestehen. Gerade IT-Kenntnisse aber sind eine Schlüsselkompetenz der Gegenwart – und der Zukunft. Viele neue Jobs entstehen im IT-Bereich.
  • Ältere sind krankheitsanfällig und drohen daher häufig auszufallen – manchmal auch für einen längeren Zeitraum. Dies verursacht neue Anstrengungen und Kosten. Eine Ersatzkraft muss vom Unternehmen rekrutiert und eingearbeitet werden. Mit einem jüngeren Mitarbeiter wäre das vielleicht nicht notwendig.
  • Sie sind teuer. Berufserfahrung bringt überdurchschnittliche Gehaltsvorstellungen mit sich. Das Senioritätsprinzip ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch immer stark ausgeprägt. Wer lange dabei ist und über viel Erfahrung verfügt, verdient auch mehr – manchmal zu viel.

Das alles macht klar: Menschen ab 50 haben Nachteile bei der Jobsuche. Derer sollten sie sich bewusst sein. Darum fliegen viele von ihnen schon in den ersten Bewerbungsrunden raus, obwohl die Qualifikationen formell ausreichen.

Die Argumente gegen Ältere sollte man zumindest anerkennen und nicht einfach beiseite wischen. Nach dem Motto: „Pah, die geben uns einfach keine Chance!“ Versetzen Sie sich in den Arbeitgeber hinein: Wen würden Sie einstellen – den günstigen Jungen oder den teuren Alten?

Aber bevor Sie empört aufschreien: Natürlich gibt es auch sehr viele Argumente, die FÜR Ü50-Arbeitnehmer sprechen. Und immer mehr Arbeitgeber sehen diese auch. Auch der demographische Wandel trägt sein Scherflein dazu bei. Alles in allem steigen die Beschäftigungschancen von Älteren von Jahr zu Jahr…

Jobs ab 50: Darum sind sie wichtig

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Wir schreiben zwar von Älteren, aber mit 50 Jahren ist man eher im Bereich „mittelalt“ angesiedelt – oder „mitteljung“, ganz wie Sie wollen. Vom Regelrentenalter ist man jedenfalls noch weit entfernt.

Aus finanziellen Erwägungen ist es für die meisten schlicht eine Notwendigkeit, mit 50 , 55 oder 60 Jahren zu arbeiten. Der Kühlschrank will gefüllt, Kredite wollen abbezahlt und wertvolle Rentenpunkte gesammelt werden. Viele Menschen können ihren Lebensstandard im Alter nicht halten – umso wichtiger ist es, bis dahin einen guten Job zu haben und vorsorgen zu können.

Dies gilt speziell für Frauen, die nach einer Untersuchung der Unis Mannheim und Tilburg im Schnitt rund ein Viertel weniger Rente erhalten als Männer.

Aber selbst wenn Sie Ihre Schafe schon im Trockenen haben, lautet unser Rat: Hören Sie lieber nicht auf zu arbeiten. Ein Job bringt Struktur in den Alltag, eine Aufgabe, hält geistig fit und erhält soziale Kontakte zu Kollegen. Das alles sind Aspekte, die viele Rentner erst im Ruhestand zu schätzen wissen.

Manche nutzen die späte Phase im Arbeitsleben auch, um noch einmal ganz neu durchzustarten. Sie machen sich als Berater selbstständig oder gründen noch einmal ganz neu. Darüber sollten Sie zumindest einmal nachdenken…

Jobsuche mit 50: Warum sie immer leichter wird

Immer mehr Ältere arbeiten. Von 2007 bis 2017 ist die Erwerbsquote der 55- bis 60-Jährigen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit um acht Prozent auf 82,6 Prozent gestiegen. Noch steiler war der Anstieg bei den 60- bis 65-Jährigen im gleichen Zeitraum – um 24,7 Prozent auf 60,8 Prozent.

Eine große Rolle spielt natürlich das Rentenalter, das seit 2012 schrittweise angehoben wird. Darum steigt auch die Erwerbsquote der Über-65-Jährigen. Von ihnen arbeiten immerhin schon sieben Prozent.

Damit sind in Deutschland mittlerweile 5,9 Millionen Menschen zwischen 55 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 2,7 Millionen bzw. 87 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe von 9,0 Prozent im Jahr 2007 auf 6,3 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen. Die höchsten Anteile älterer Beschäftigter gibt es in der öffentlichen Verwaltung, der Energiebranche, in Erziehung und Unterricht, im Pflege- und Sozialwesen, verarbeitenden Gewerbe und Verkehrswesen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wohl noch nie war es so einfach wie heute, als Ü50er eine Arbeit zu finden. Den richtigen Job muss man aber natürlich erst finden – oder behalten. Manche sind im fortgeschrittenen Alter weiterhin als Beamte tätig, andere selbstständig, die meisten aber angestellt. Die 55- bis 65-Jährigen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes so verteilt:

  • 57 Prozent: Angestellte, Arbeiter, Auszubildende
  • 27 Prozent: Nichterwerbspersonen
  • 9 Prozent: Selbstständig, mithelfende Familienangehörige
  • 4 Prozent: Beamte
  • 2 Prozent: Erwerbslose

Jobsuche über 50: Wo liegen Ihre Stärken?

Über die Argumente gegen Ältere haben wir am Anfang schon gesprochen. Darum sollten Sie in der Bewerbung Ihre Stärken betonen. Davon gibt es wahrscheinlich sehr viele, zum Beispiel diese:

  • Erfahrung

    Ältere Menschen verfügen über einen Erfahrungsschatz, den Jüngere nicht haben. Sie haben Herausforderungen und Krisen gemeistert, Erfolge gefeiert, sind nach Niederlagen wieder aufgestanden. Die Erfahrungen helfen Ihnen bei der Jobsuche oder der Berufsorientierung. Sie wissen, was Sie können und was Sie wollen, können sich selbst sehr gut einschätzen. Junge dagegen sind oft noch auf Sinnsuche – und auf der Suche nach der eigenen Identität.

  • Energie

    Das klingt erstmal paradox, denn es sind doch die Jungen, die vor Energie nur so strotzen, oder? Ja, schon. Aber sehen Sie es mal so: Mit 30 oder 40 beginnt für viele die Rush Hour des Lebens. Sie bauen ein Haus, gründen eine Familie, pflegen manchmal ihre Eltern und haben darüber hinaus noch einen anstrengenden Job. Das alles haben sie mit 50 oder 55 (oft) schon komplett hinter sich. Das Haus ist (hoffentlich) abbezahlt, die Kinder (mit einem Bein) aus dem Haus. Da bleibt mehr Energie für den Job übrig. Das dürfen Sie dem Arbeitgeber im Jobinterview ruhig so sagen!

  • Reputation

    Im Laufe Ihres Berufslebens haben Sie schon einige Referenzen sammeln können. Sie haben ein verzweigtes Netzwerk, kennen hier und da Leute, haben viele Kontakte im Notizblock. Und Sie haben auch längst keine Hemmungen mehr, diese wieder nutzbar zu machen. Präsentieren Sie dem Arbeitgeber in spé Ihre Erfolge – selbstbewusst, aber ohne zu prahlen. Dann weiß er, was er an ihnen hat oder hätte. Mit einem blutjungen Bewerber kauft er dagegen die Katze im Sack.

  • Klarheit

    Mit Blabla kann man heutzutage weit kommen – durchs Abitur oder in die TV-Talkshow. Viele reden um den heißen Brei herum oder wissen selbst gar nicht, was sie da eigentlich sagen. Als semi-alter Mensch haben Sie klare Vorstellungen. Sie können konkret benennen, was Sie können, was Sie wollen, was Sie nicht mögen, wie Sie arbeiten, was man von Ihnen erwarten kann. Das sind meine Stärken, das sind meine Interessen, das sind meine Werte. Mit klaren Ansagen können Personaler arbeiten. Wenn sich Ihre Vorstellungen mit denen des Unternehmens decken, finden Sie zusammen.

  • Arbeitsethos

    Arbeitsethos – ein Begriff aus einer untergehenden Welt. Die jungen Generationen können nur wenig damit anfangen. Work-Life-Balance, Selbstverwirklichung und Sabbaticals haben sich an die Stelle harter Arbeit gedrängt. Viele Unternehmen wären bestimmt mal wieder ganz froh über Bewerber, die dazu bereit sind, sich ihren Allerwertesten aufreißen, weil sie für ihr Gehalt eine Gegenleistung erbringen wollen. Gehören Sie zufällig dazu? Dann werfen Sie das Argument gerne mal ein. „Ich glaube an harte, ehrliche Arbeit und habe das mein Leben lang so gehalten.“ Wow! Das könnte im Bewerbungsprozedere sogar Ihr Alleinstellungsmerkmal werden.

Jobsuche: 5 Tipps für Ältere

Was Ihnen bei der Jobsuche ab 50 weiterhilft:

  1. Selbstvertrauen

    Sie haben Lebenserfahrung. Sie haben Berufserfahrung. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben. Sie haben schon etwas geleistet. Kein Grund also, mit gebeugtem Haupt durch die Lande zu ziehen. Gehen Sie selbstbewusst in die Bewerbungsrunde. Dass Sie wegen Ihres Alters keine Chance hätten, mag im Einzelfall stimmen – aber die Einzelfälle werden immer weniger.

  2. Schlüsselqualifikationen

    Dass Sie nicht die Programmiersprache Python beherrschen – geschenkt! Aber ein wenig sollten bzw. müssen Sie dem Zeitgeist in Ihrer Bewerbung schon Folge leisten. Das bedeutet, dass Sie nicht Qualifikationen und Kompetenzen nennen, die absolut aus der Zeit gefallen sind. Ein Softwareentwickler, der mit der Programmiersprache Basic prahlt, wird nicht für voll genommen. Sie können sich auch privat weiterbilden und wichtige IT-Tools autodidaktisch aneignen oder über Online-Kurse. Ihr Lebenslauf sollte jedenfalls nicht so aussehen, als ob er vor dem Krieg verfasst worden wäre.

  3. Sorgfalt

    Professionalität sollte Ihr Markenzeichen als Bewerber sein. In der Bewerbung können Sie zeigen, dass Sie Ihren jüngeren Konkurrenten voraus sind. Indem Sie die Bewerbung gut strukturieren, die richtigen Schwerpunkte setzen, Wichtiges von Unwichtigem trennen. Wenn sie blitzsaubere Unterlagen erstellen und dann noch gekonnt per Mail versenden bzw. in das Online-Bewerbersystem einpflegen, weiß der Empfänger, dass Sie auf Zack sind. Aber hüten Sie sich davor, Ihren Lebenslauf und das Anschreiben mit allen Stationen zu überladen. Selektieren! Sie können auch gerne einen Bewerbungscoach zu Rate ziehen.

  4. Courage

    Keine Ausreden mehr! Ältere Beschäftigte haben heute Möglichkeiten, die sie vor zehn oder 20 Jahren noch nicht hatten. Das schließt Jobchancen in Großkonzernen mit ein oder in internationalen Unternehmen. Sie dürfen auch kreativ werden und als Quereinsteiger ganz neue Pfade einschlagen. Warum nicht per Praktikum herausfinden, ob Ihnen die Branche liegt? Oder warum nicht in einem Startup bewerben? Startups gelten doch als offen. Zeigen Sie den Jungspunden, dass Diversity dem Team gut tun würde. Oder bewerben Sie sich in einer völlig neuen Stadt oder Region, wenn Sie darauf Lust haben. Allein dieser Schritt zeugt schon von Mut und Veränderungsbereitschaft – das kommt bei Arbeitgebern gut an.

  5. Networking

    Wer viele Leute kennt, hat einen großen Vorteil. Er kann sein Netzwerk bei Bedarf aktivieren. Das ist speziell bei der Jobsuche immer ein Faktor. Noch immer werden viele Stellen über Vitamin B vergeben. Heute gibt es dafür viele Tools im Internet: Xing und Linkedin vor allem. Wenn Sie noch keine Business-Profile haben, legen Sie sich welche an und versuchen Sie, Ihr Netzwerk Schritt für Schritt zu vergrößern. Sie werden sehen, welche Wunder das wirkt…

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Vorstellungsgespräch nachbereiten: Das sind Ihre Vorteile

vorstellungsgespraech nachbereiten

Gut vorbereitet ist halb gewonnen – das ist aus Bewerbersicht völlig richtig. Es gibt aber noch eine Möglichkeit, die eigenen Erfolgsaussichten kurz- bis mittelfristig in die Höhe zu treiben. Und die lautet: Das Vorstellungsgespräch nachbereiten. Wer sich etwas Zeit nimmt, um über die guten und schlechten Aspekte seines letzten Jobinterviews nachzudenken, darf mit einem positiven Effekt rechnen. Vorstellungsgespräch nachbereiten – darum lohnt es sich…

Vorstellungsgespräch nachbereiten: Darum sollten Sie es tun

Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist die halbe Miete. Wer sich smarte Fragen und Antworten überlegt und die Selbstpräsentation vor dem Spiegel übt, hebt seine Erfolgsaussichten auf ein höheres Level. Hat man das Jobinterview dann hinter sich, fallen einem Steine vom Herzen. Puh, geschafft!

Es ist wie nach einer Schulklausur. Alle Stifte und Hefte verschwinden schlagartig im Karton – und werden bis auf Weiteres nicht mehr angerührt. Für Bewerber kann das ein Fehler sein. Denn bedenken Sie: Jedes Vorstellungsgepräch bietet Ihnen die Chance, zu lernen und zu wachsen. Das sollten Sie nutzen – durch eine Nachbereitung.

Wer Vorstellungsgespräche professionell aufarbeitet, erhöht seine Erfolgsaussichten in der Zukunft – und spart am Ende womöglich auch noch Zeit. Die Lehren, die man zieht, helfen einem schnell weiter.

Am besten, die Nachbereitung des Jobinterviews erfolgt zeitnah. Denn kurz danach sind die Erinnerungen und Eindrücke noch ganz frisch. Sie wissen, was Sie gesagt haben, was Ihr Gesprächspartner gesagt hat und sogar was er oder sie anhatte und ob ein Teller mit Gebäck auf dem Tisch stand. Ein paar Wochen später sind all die Details vergessen. Sortieren und analysieren Sie alles – das bringt etwas!

Die Details: So bereiten Sie nach

Diese Fragen sollten Sie sich bei der Nachbereitung eines Vorstellungsgespräch stellen. Mit den Erkenntnissen können Sie nachjustieren und das nächste Jobinterview noch besser meistern:

  • Waren die Informationen, die Sie zuvor über das Unternehmen gesammelt hatten, ausreichend?
  • War Ihr Outfit angemessen – in Bezug auf Arbeitgeber und Branche? Waren Sie zu leger angezogen oder overdressed?
  • Waren Sie auf die gestellten Fragen ausreichend vorbereitet?
  • Wie lief Ihre Selbstpräsentation? War sie zu kurz oder zu lang?
  • Wie haben Ihre Gegenüber auf die von Ihnen gestellten Rückfragen reagiert?
  • Haben Sie irgendetwas Wichtiges vergessen, was Sie unbedingt hätten sagen wollen?
  • Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen? Und was würden Sie genauso machen?

Diese Fragen über das Unternehmen bieten ebenfalls einen Erkenntnisgewinn:

  • Wie empfanden Sie die grundsätzliche Stimmung im Unternehmen?
  • Wie gingen die Gesprächspartner miteinander um – vorausgesetzt, es waren mehrere?
  • Welchen Gesamteindruck hatten Sie vom Unternehmen – zum Beispiel in Bezug auf Gebäude, Empfang, Personal?
  • Wie wurden Sie begrüßt? Begann das Gespräch pünktlich?
  • Können Sie sich vorstellen, in diesem Unternehmen zu arbeiten? Warum bzw. warum nicht?
  • Haben die Interviewer Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet?
  • Wie war Ihr Anfahrtsweg? Wie gut könnten Sie diese Strecke täglich bewältigen?

Lassen Sie sich bei der Beantwortung ruhig ein wenig Zeit – und schreiben alle Pros und Cons auf eine Liste. Sie werden feststellen, dass Ihnen Einzelheiten einfallen, die Sie schon wieder irgendwo in den Untiefen Ihres Arbeitsgedächtnisses abgelegt hatten.

Wenn Sie die Notizen festhalten – vielleicht in einem Ordner auf Ihrem Laptop – können Sie sie immer wieder hervorholen. Sie geben Ihnen langfristig eine gute Orientierung. Nach mehreren Jobinterviews erkennen Sie vielleicht sogar Muster. Ihnen hat jedes Mal Ihre eigene Selbstpräsentation missfallen? Dann arbeiten Sie daran. Sie kommen regelmäßig bei Stressfragen ins Stottern? Überlegen Sie sich doch mal ein paar ausweichende Floskeln, mit denen Sie während des Gesprächs Zeit gewinnen. Oder trainieren Sie Ihre Stressresistenz, zum Beispiel durch Rollenspiele mit Freunden.

Wer bei der Nachbereitung systematisch vorgeht, merzt Fehler zügiger aus und gelangt schneller wieder auf den Erfolgspfad.

Vorstellungsgespräch nachbereiten: 2 große Vorteile

Sie haben Ihre Vorteile ja sicher längst herausgelesen. Es sind im Wesentlichen zwei Vorteile. Zum Einen dient die Nachbereitung Ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Sie entdecken Ihre Defizite schneller, wenn Sie Gespräche nachbereiten. Und zweitens merken Sie auch, ob der jeweilige Arbeitgeber überhaupt der richtige für sie ist.

Allerdings sollten Sie auf der Hut sein. Während Ihres Gesprächs haben Sie nur einen mickrigen Ausschnitt des Unternehmens gesehen. Sie sollten also nicht Ihr ganzes Urteil darauf bauen. Aber ein paar Hinweise gibt dieser Ausschnitt schon. Wenn sich beispielsweise die Angestellten angegiftet haben, lässt das grob nur zwei Schlüsse zu. Entweder ist die Atmosphäre und Kollegialität unterirdisch oder die wirtschaftliche Situation gerade extrem mies. Beides Warnsignale!

Oder Ihre Erfahrungen decken sich überhaupt nicht mit dem, wie Sie die Firma eingeschätzt haben oder wie sie sich selbst zuvor verkauft hat. Dann lohnt ein näherer Blick – oder eine noch eingängigere Recherche im Internet.

Oder aber Ihr Gesprächspartner ist Ihnen dermaßen unsympathisch, dass Sie sich nicht ausmalen mögen, mit dieser Person – sofern es sich um Ihren direkten Vorgesetzten oder einen Mitarbeiter aus Ihrer künftigen Abteilung handelt – die nächsten Monate und Jahre zusammenzuarbeiten.

Warnsignale können Sie im zweiten Vorstellungsgespräch noch einmal überprüfen. Gerade in großen Konzernen ist es nicht unüblich, Bewerber durch mehrere Runden zu jagen.

Nachbereitung: E-Mail schreiben?

In den USA ist es üblich, auf ein Jobinterview ein Dankschreiben folgen zu lassen. Credo: „Danke für Ihre Zeit. Hat mich sehr gefreut, Sie persönlich kennenzulernen. Ich bin weiterhin sehr an der Stelle interessiert.“ Keine schlechte Sitte!

Sie brechen sich auch hierzulande keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich im Nachhinein noch einmal gebührend bedanken. Und viel Zeit kostet es Sie auch nicht, eine kurze E-Mail zu verfassen.

Vielmehr zeugt so ein Dankschreiben von sozialer Kompetenz. Damit die Mail ihre Wirkung nicht verfehlt, sollten Sie sie unbedingt persönlich an Ihren direkten Ansprechpartner adressieren. Zum Beispiel so:

Sehr geehrter Herr Jensen/Frau Jensen,

ich möchte mich noch einmal sehr herzlich für das angenehme Vorstellungsgespräch bei Ihnen bedanken. Die Arbeitsatmosphäre in Ihrem Unternehmen hat mich sehr beeindruckt und in der Überzeugung bestärkt, dass die Stelle genau die richtige für mich wäre. Es würde mich sehr freuen, wenn ich Sie in Zukunft mit vollem Einsatz unterstützen könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Hansen

Vorstellungsgespräch nacharbeiten: Wann nachfassen?

Das Ende ist immer auch ein neuer Anfang. Das trifft speziell im Bewerbungsgespräch zu. Denn zum Schluss wird normalerweise das weitere Prozedere erörtert. Als Bewerber können Sie aktiv danach fragen, wie es jetzt weitergeht. Dann sollte der Personalverantwortliche Ihnen auch eine zufriedenstellende Antwort geben.

Üblicherweise liegt die Frist zwischen einer und zwei Wochen nach dem Gespräch. In diesem Zeitraum dürfen Sie mit einer Nachricht des Unternehmens rechnen. Mit einer Nachricht wohlgemerkt, nicht zwangsläufig mit einer endgültigen Zu- oder Absage. Es könnte also sein, dass Sie zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen werden oder dass man Ihnen mitteilt, dass Sie es in die nähere Auswahl geschafft haben – oder auch nicht.

In dieser Zeit sollten Sie auch nicht beim Unternehmen anrufen oder Mails schreiben und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen. Das wirkt ungeduldig bis penetrant. Erst nach zwei oder drei Wochen sollten Sie erste Erkundigungen anstellen – wenn Sie wollen.

Dabei spielt auch die Größe des Arbeitgebers und die Anzahl der Bewerber eine Rolle. Je größer das Unternehmen, desto mehr Bewerber gibt es normalerweise und umso länger dauert das Auswahlverfahren.

Vorstellungsgespräch nachbereiten: Warum Niederlagen stärker machen

Man bereitet sich auf Siege vor. Aber es sind die Niederlagen, die man nachbereiten muss. Dadurch verwandeln sich die Niederlagen von früher in die Siege von morgen.

Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre ersten Bewerbungen nicht zum Erfolg führen, ist hoch. Gerade Berufsanfänger starten aber mit hohen Erwartungen ins Berufsleben, manchmal mit überhöhten. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es nicht klappt. Davon sollten Sie sich nicht entmutigen lassen. Leichter gesagt als getan, natürlich, aber Sie können aus diesen ersten Pleiten viel mitnehmen. Eine Nachbereitung hilft.

Das ist nebenbei bemerkt auch bei Startup-Gründern so: Die Lernkurve ist unfassbar steil für alle, die direkt nach der Uni ein Unternehmen gründen. Das liegt an den vielen kleinen und großen Niederlagen entlang des Weges (Siege gibt es natürlich auch regelmäßig). Sehen Sie eine erfolglose Bewerbung also als etwas, das dazugehört.

Und vielleicht haben Sie sogar eine blitzsaubere Bewerbung und mächtig Eindruck hinterlassen. Nur war ein anderer Bewerber NOCH besser als Sie. Glück gehört natürlich auch dazu.

Also: Es ist sogar sehr rational, eine Niederlage nicht als solche anzuerkennen. Nehmen Sie eine Absage nicht persönlich, analysieren Sie ganz nüchtern, was gut und was schlecht lief, ziehen Sie Ihre Schlüsse. Aber lassen Sie sich um Gottes Willen nicht von einer Pleite unterkriegen.

Je mehr Erfahrungen Sie sammeln – auch schlechte – desto steiler ist Ihre persönliche Lernkurve. Die gleichen Muster werden Ihnen hinterher im Job auch wieder begegnen. Erfolglose Pitches, erfolglose Kundenakquise, erfolglose Projekte.

Und statistisch ist es so: Je häufiger Sie sich bewerben, desto mehr Absagen werden Sie bekommen. Aber irgendwann landet eine Zusage im Postkasten. Wer sich nicht bewirbt, erhält auch keine Absagen – aber auf die Zusage wird er ewig warten.

Zum Schluss noch ein Tipp: Wenn Sie noch sehr unerfahren sind, können Sie das Unternehmen auch nach Feedback fragen. Was hat den Ausschlag gegen Sie gegeben? Nicht alle Unternehmen antworten ehrlich – schon allein aus Höflichkeit oder aus Angst, gegen das Antidiskriminierungsgesetz zu verstoßen – aber den einen oder anderen Anhaltspunkt könnte es Ihnen durchaus geben.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Stärken Anschreiben: Diese kann keiner mehr hören

staerken anschreiben

Das Anschreiben muss sitzen, damit’s mit der Bewerbung klappt. Ein wesentlicher Bestandteil des Anschreibens sind die eigenen Stärken. Am besten, die Fähigkeiten des Bewerbers sind deckungsgleich mit denen, die das Unternehmen gerade dringend sucht. Doch Achtung: Nicht alle Stärken, die wir mit uns selbst assoziieren, sollten im Anschreiben Platz finden. So gibt es einige, die dermaßen abgenutzt sind, dass Sie lieber Abstand von ihnen nehmen. Stärken Anschreiben: Die sollten Sie aufnehmen – und die nicht…

Stärken Anschreiben: Diese sind abgenutzt

Der perfekte Bewerber ist hochmotiviert, äußerst kreativ und leidenschaftlich bei der Sache. Ein Traum für jeden Arbeitgeber! Ja, fast… Ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Denn motiviert, kreativ und leidenschaftlich – das sind sie heute alle.

Diese drei Vokabeln zählen zu den zehn meist genutzten Schlagwörtern von Bewerbern in Deutschland. Das hat die Business-Plattform Linkedin in einer Analyse von weltweit mehr als 530 Millionen Nutzerprofilen herausgefunden. Das sei generisch und austauschbar, schreibt Linkedin. Wenn also ein Kandidat sich selbst als innovativ bezeichnet, dann zeugt das vor allem nicht von… Innovationsfreude.

Aber es geht noch abgenutzter. Auf Platz eins der Linkedin-Rangliste steht das Wörtchen „spezialisiert“, dahinter folgt „erfahren“ – und das, obwohl es im Prinzip von Berufsanfängern nicht wirklich benutzt werden kann.

Klar ist: Nur weil ein Begriff abgenutzt ist, heißt es nicht, dass Sie ihn keinesfalls verwenden sollten. Wenn Sie auf Ihrem Gebiet spezialisiert und erfahren sind, außerdem schon Ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt haben, dann nehmen Sie diese Tugenden mit auf. Aber Sie sollten vielleicht nicht NUR auf überstrapazierte Adjektive zurückgreifen. Streuen Sie auch das eine oder andere ein, mit dem der Personaler nicht rechnet.

Das sind die zehn meist genutzten und damit abgenutztesten Bewerber-Schlagwörter in Deutschland:

  1. spezialisiert
  2. erfahren
  3. Expertenwissen
  4. Führungsqualitäten
  5. leidenschaftlich
  6. qualifiziert
  7. innovativ
  8. strategisch
  9. kreativ
  10. motiviert

Auf internationaler Ebene sehen die Top Ten ganz ähnlich aus. Auch US-amerikanische Personaler können sich vor spezialisierten, erfahrenen und qualifizierten Kräften kaum retten. Bedenken Sie dies, wenn Sie sich um eine Stelle im Ausland bewerben.

Das sind die zehn meist genutzten und damit abgenutztesten Bewerber-Schlagwörter international:

  1. spezialisiert
  2. erfahren
  3. qualifiziert
  4. Führungsqualitäten
  5. leidenschaftlich
  6. Expertenwissen
  7. motiviert
  8. kreativ
  9. strategisch
  10. fokussiert

Stärken: So finden Sie Ihre!

Manchmal verstecken sich die eigenen Stärken vor einem. Welche habe ich denn überhaupt? Vorweg die Entwarnung: JEDER hat Stärken. Garantiert! Hier sind drei Wege, wie Sie ihnen auf die Schliche kommen:

  1. Lernerfolg

    Welche Kompetenzen oder Skills haben Sie innerhalb kürzester Zeit erworben? Dabei kann es sich um Schlittschuhlaufen, Häkeln, Programmieren oder Videospiele handeln. Wobei hatten Sie wenig Mühe? Dies lässt Rückschlüsse auf Ihre Talente und Interessen zu.

  2. Überlegenheit

    Auf welchem Gebiet fragen Ihre Freunde und Familie Sie um Rat? Gibt es Probleme, für die Sie ein sehr gefragter Ansprechpartner sind? Wenn ja, dann sind Sie vermutlich auf diesem Gebiet sehr bewandert. Es scheint eine Stärke von Ihnen zu sein.

  3. Erfüllung

    Was macht Ihnen unheimlich viel Spaß? Worin gehen Sie auf? Ein Instrument spielen, surfen oder puzzeln – denken Sie an Hobbys oder kleine Zeitvertreibe. Sogar passionierte Netflix-Gucker können so ungeahnte Stärken eruieren. Denn wer in der Lage ist, aus einem gigantischen Angebot schnell die richtigen Serien herauszufiltern, verfügt mit großer Wahrscheinlichkeit über Organisationstalent und logisches Denkvermögen.

Stärken Anschreiben: Das beachten

Der Rahmen Ihrer Bewerbung muss stimmen. Ihre Stärken kommen zur Geltung, wenn Sie ihn richtig setzen. So sollte Ihre Bewerbung sein:

  • Klar

    Sie wollen dem Unternehmen zeigen, dass Sie der beste Mann oder die beste Frau für den Job sind. Nicht mehr, nicht weniger. Das erfordert eine klare Ansage. Und wer Klarheit schaffen will, kann sich nicht mit Allerweltsplatitüden zufriedengeben. Die schaffen vielmehr Unklarheit – weil sie die Bewerber gleich aussehen lassen.

  • Individuell

    Das Anschreiben sollte genau auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein. Was für den einen Arbeitgeber eine große Stärke wäre, ist für den anderen vielleicht ein Makel. Kreativität zum Beispiel kann man in der Verwaltung, im OP-Saal oder Cockpit eher nicht gebrauchen. Sie kann sogar lebensgefährlich sein. Und Erfahrung sehen – so traurig das ist – in „jugendlichen“ Branchen wie der Werbung auch nicht alle als Auszeichnung.

Stärken Anschreiben: So hilft Ihnen die SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse hat ihre Ursprünge in der Strategieentwicklung für Unternehmen. Sie kann auch Bewerbern helfen, ihre Potenziale zu entdecken. Die vier Buchstaben stehen für:

  • S = Strengths, Stärken
  • W = Weaknesses, Schwächen
  • O = Opportunities, Chancen
  • T = Threats, Risiken

Stärken und Schwächen hat jedes Unternehmen, Chancen und Risiken beziehen sich dagegen auf die Märkte und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bewerber können das Schema einfach auf sich selbst anwenden.

Mit Stärken und Schwächen sind dann die eigenen Kompetenzen und Fertigkeiten auf der einen Seite und Defizite auf der anderen Seite gemeint. Dabei kann es sich etwa um formelle Qualifikationen, autodidaktisch erworbene oder Soft Skills handeln. Chancen und Risiken haben dann eher den Arbeitsmarkt, die Stellensituation und potenzielle Arbeitgeber im Blick.

  • Beispiel für Stärken: Branchenerfahrung.
  • Beispiel für Schwächen: Fehlende Führungserfahrung.
  • Beispiel für Chancen: Branche sucht gerade händeringend Fachkräfte.
  • Beispiel für Risiken: Die Konjunktur flaut ab und der Arbeitsmarkt gerät in die Defensive.

Das können Sie in einem Schema abbilden – auf dem Bildschirm oder auf einem Blatt Papier. So wird Ihnen auch schnell klar, welche Stärken Ihnen momentan besonders gut zu Gesicht stehen – und im Bewerbungsprozess helfen.

Wichtig ist dabei nur, dass Sie realistisch bleiben. Überhöhen Sie sich selbst nicht, das bringt nichts. Versuchen Sie, sich und Ihre Lage wirklichkeitsnah einzuschätzen. Wenn Sie das schaffen, haben Sie eine gute Basis für Ihre weitere Jobsuche.

So kann es zum Beispiel passieren, dass Ihre Stärken gar nicht zu den Arbeitgebern passen, die Sie eigentlich favorisieren. Dann haben Sie entweder die Wahl, Ihre Stärken auszubauen, um Deckungsgleichheit zu schaffen. Nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Oder aber, Sie konzentrieren sich fortan auf die Arbeitgeber, die Ihrem Profil näher sind.

Auf jeden Fall kann Ihnen die SWOT-Analyse helfen, Stärken zu erkennen und zu erweitern. Probieren Sie es aus!

Stärken Anschreiben: Was muss ich tun?

  1. Keine Phrasen

    In Ihrer Bewerbung beschreiben Sie sich als motiviert, kreativ und leidenschaftlich? Gäbe es ein Phrasenschwein für Bewerber, dann müssten Sie jetzt tief in die Tasche greifen. Vermeiden Sie phrasenhafte Schlagwörter wie Vampire das Licht. Wenngleich, das eine oder andere prägnante Adjektiv dürfen Sie schon benutzen. Die Dosierung macht das Gift. Orientieren Sie sich an den Erfordernissen Ihres potenziellen Arbeitgebers und der jeweiligen Branche.

  2. Bessere Alternativen

    Noch mal: Motiviert und kreativ sein – das sind zwei tolle Eigenschaften! Sie können sie also ruhig in Ihr Anschreiben aufnehmen. Aber es bleiben nun mal Floskeln. Noch besser wäre also, Sie würden Ihre Motivation und Kreativität zum Ausdruck bringen – nur eben weniger phrasenhaft. Wie das geht? Zum Beispiel, indem Sie Synonyme benutzen oder auch Übertreibungen. „Ich bin bis in die Haarspitzen motiviert.“ In dem Satz stecken eine alte Redewendung und ein abgenutztes Bewerber-Schlagwort drin – und dennoch wirkt er in dem Kontext erstaunlich frisch und originell. Oder auch: „Meinem Einfallsreichtum waren noch nie Grenzen gesetzt.“ Wenn Sie diese Behauptung noch mit konkreten Projekten belegen, gewinnt sie eine ganz neue Dimension – und wird den Personaler bestimmt nicht ermüden.

  3. Keine Allgemeinplätze

    Niemand mag Worthülsen. Darum sollten Sie auch in Ihrer Bewerbung Allgemeinplätze meiden. Werden Sie so konkret wie möglich. Der Personaler will sich bildhaft vorstellen können, was Sie bisher geschafft haben. Wenn Sie sich als teamfähig vorstellen, dann belegen Sie das an ganz konkreten Begebenheiten: „“Ich habe damals mein Team zum Erfolg geführt, als es um die Umsetzung eines Projekts für einen großen Kunden ging. Anfangs waren einige Teammitglieder auf Kriegsfuß, aber ich konnte schnell den Zusammenhalt wieder herstellen, indem ich…“ Keine falsche Bescheidenheit!

  4. Mit Ausblick

    Der Blick zurück sagt etwas über Ihre Erfolge und Qualitäten. Aber vergessen Sie den Blick nach vorne nicht. Es geht schließlich nicht nur um Sie, sondern auch um das Unternehmen. Was wollen Sie für Ihren neuen Arbeitgeber erreichen? Wie können Ihre Stärken dazu beitragen, dass dieser erfolgreich bleibt oder wird? „Ich will meine Führungsqualitäten so einbringen, dass Ihre neue Repräsentanz in Frankfurt ein durchschlagender Erfolg wird.“ Das wäre in die Zukunft gerichtet – und mehr als eine Worthülse.

  5. Und was ist mit den Schwächen?

    Lassen Sie eine Schwäche einfach mal eine Schwäche sein. Das ist flapsig dahingesagt, hat aber einen wahren Kern. Studien deuten darauf hin, dass derjenige erfolgreicher ist, der seine Stärken stärkt als jener, der seine Schwächen stärkt. Bauen Sie lieber Ihre Stärken aus als dass Sie versuchen, Ihre Schwächen auszumerzen. Letzteres fällt im Übrigen auch sehr viel schwerer.

    Denn auch Stärken sind immer ausbaufähig. Es gibt nichts, was man nicht NOCH besser könnte. Sogar Lionel Messi profitiert noch immer von Dribbel- und Torschusstraining. Sie können das in Ihrem Job auch – durch Training, Online-Kurse oder anderen Formen der Weiterbildung.

    Und Ihre Schwächen? Dafür haben sie ja Kollegen oder Geschäftspartner. Suchen sie sich welche, die Ihre Schwächen ausmerzen. Das ist auch bei Gründer-Teams so: Einer übernimmt meist die Finanzen, der zweite den Vertrieb, der dritte ist der Techniker. Das ist deutlich effizienter, als wenn einer alles alleine machen will.

    Manchmal gibt es natürlich Ausnahmen: Angenommen, Sie wollen unbedingt im Vertrieb arbeiten, haben aber große Probleme, auf Menschen zuzugehen. Dann müssen Sie wohl oder übel an Ihrer Schwäche arbeiten. Es gibt in allen Berufen und Bereichen Schlüsselqualifikationen, ohne die es nicht geht. Am besten aber, Sie suchen einen Job und Arbeitgeber, der Ihre Stärken einzusetzen weiß.

    [Bildnachweis: Adam Gregor by Shutterstock.com]

Bewerbung Eintrittstermin: So formulieren Sie ihn

Bewerbung Eintrittstermin

Einen besseren Job wollen sie alle. Aber nicht unbedingt jetzt und hier. Manchmal kommen Sie aus Ihrem aktuellen Arbeitsverhältnis nicht schnell genug heraus, oder Sie wollen noch einen Monat Urlaub zwischen sich und die neue Stelle schieben. Vom frühestmöglichen Eintrittstermin, den Sie in Ihrer Bewerbung nennen, hängt grundsätzlich eine Menge ab. Aber sollen Sie ihn überhaupt angeben? Oder dezent verschweigen? Und wie formuliert man ihn am besten? Bewerbung Eintrittstermin: So finden Sie die richtige Lösung…

Bewerbung Eintrittstermin: Warum er wichtig ist

Erfahrene Arbeitnehmer wissen: Wer sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewirbt, hat eine komfortable Situation. Das Gehalt fließt weiter, der Zeitdruck hält sich in Grenzen. Es gibt nur ein kleines Problem: Ihr Arbeitsvertrag enthält mit großer Wahrscheinlichkeit eine Kündigungsfrist.

Sie können also nicht heute kündigen und morgen schon beim neuen Arbeitgeber anfangen. Besteht ihr Noch-Unternehmen auf sein vertragliches Recht, müssen Sie womöglich noch drei bis sechs Monate zur Arbeit erscheinen.

Lange Kündigungsfristen haben Vor- und Nachteile.

  • Sie dienen als Sicherheitsnetz und schützen vor plötzlicher Arbeitslosigkeit.
  • Auf der anderen Seite erschweren sie einen zügigen Stellenwechsel, was Sie Zeit und Geld kosten kann.

Das Schlimme daran: Manche Arbeitgeber brauchen jetzt sofort Verstärkung, nicht erst in drei Monaten. Denkbar also, dass Sie den Job alleine wegen Ihrer langen Kündigungsfrist nicht bekommen. Ärgerlich!

Es gibt aber noch einen möglichen Kompromiss – in Form eines Aufhebungsvertrags. Über einen Aufhebungsvertrag kommen sie schneller aus Ihrem Arbeitsverhältnis. Aber nur, wenn Ihr Chef mitspielt. Weigert er sich, bleiben sie in der Regel im Vertrag sitzen.

Selbst in diesem Szenario sollten Sie aber nicht Ihren Rauswurf provozieren. Das schadet Ihnen mehr, als dass es nützt. Es beschädigt Ihre Reputation – nach innen und nach außen. Es kann Ihnen zudem ein schlechteres Arbeitszeugnis bescheren und den Argwohn anderer Unternehmen auf sich ziehen. Nach dem Motto: Mit so einem Typen wollen wir gar nicht erst zusammenarbeiten.

Eintrittstermin sofort: Das kann problematisch werden!

Grundsätzlich gilt: Verlangt das Unternehmen in der Stellenanzeige die Angabe eines frühestmöglichen Eintrittstermins, sollten Sie es in Ihrer Bewerbung auch nennen. Es scheint für das Unternehmen ein wichtiges Kriterium zu sein – und darauf sollten Sie als Bewerber eingehen.

Aber: Sucht der Arbeitgeber ausdrücklich eine Verstärkung „ab sofort“, Sie sind aber noch eine Zeitlang in Ihrem aktuellen Vertrag gebunden, dann bedeutet das nicht, dass Ihre Chancen bei Null liegen. Na klar, wenn Sie erst in einem halben Jahr anfangen können, das Unternehmen aber schon heute unter personellem Druck steht, dann ist die Stelle wahrscheinlich weg.

Rufen Sie in dem Fall einfach mal in der Personalabteilung an und fragen, ob eine Bewerbung unter diesen Umständen Sinn macht. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich erwähnen, dass Sie alles versuchen wollen, um doch noch früher aus Ihrem Vertrag zu kommen. Motivation zeigen! Empfangen Sie positive Signale, können Sie es versuchen. Wenn nicht, dann macht eine Bewerbung wohl keinen Sinn. Die Zeit und Energie investieren Sie dann besser anderweitig.

Wenn Sie eine Initiativbewerbung oder Blindbewerbung verschicken, ist die Situation wiederum eine ganz andere. In dem Fall gibt es gute Argumente dafür, in der Bewerbung einen Eintrittstermin zu nennen. Es gibt aber auch gute Argumente, die dagegen sprechen…

Vorsicht: Wettbewerbsverbot!

Bewerbung Eintrittstermin WettbewerbsverbotViele Arbeitsverträge enthalten eine sogenannte Wettbewerbsklausel. Diese verbietet es dem Arbeitnehmer, für einen festgelegten Zeitraum nach Ende seines Arbeitsverhältnisses bei dessen direkten Konkurrenten anzuheuern.

Aus Arbeitgebersicht verständlich: Wertvolles Fachwissen und Knowhow soll nicht in die Hände des Feindes geraten. Womöglich nimmt der Arbeitgeber sogar noch Kunden mit. Das soll unter allen Umständen verhindert werden.

Arbeitnehmer müssen eine solche Wettbewerbsklausel mitunter akzeptieren, obwohl sie ihnen nur Nachteile bringt. Aber nicht immer. Manche Wettbewerbsklauseln sind unwirksam und halten einer Klage nicht stand. Das sollten Sie aber im Einzelfall unbedingt mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht klären.

Und noch ein Tipp: Das Wettbewerbsverbot können Sie als Verhandlungsmasse in die Vertragsverhandlungen einbringen. Ich biete dir, lieber Arbeitgeber, dieses und jenes, du streichst mir dafür die Wettbewerbsklausel. Gerade nachgefragte Fachkräfte haben in Verhandlungen größeren Spielraum – und können es sich erlauben, die Streichung der Klausel offensiv einzufordern.

Pro: Darum sollten Sie einen Bewerbung Eintrittstermin nennen

Das sind die Gründe, die dafür sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

  • Sie geben dem Unternehmen Planungssicherheit. Und es kann gleichzeitig auf Ihre Interessen und Fristen Rücksicht nehmen.
  • Es verleiht Ihnen Spielraum. Sie können in Ruhe die Kündigung und Übergabe bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber vorbereiten.
  • Sie benennen einen konkreten Vorteil gegenüber anderen Bewerbern – vorausgesetzt, Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin liegt nicht so weit in der Zukunft.

Contra: Darum sollten Sie keinen Bewerbung Eintrittstermin nennen

Das sind die Gründe, die dagegen sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

  • Sie sind nicht dazu verpflichtet, einen Eintrittstermin zu nennen. Im Worst Case locken Sie den Arbeitgeber nur auf eine falsche Fährte und reduzieren dadurch Ihre eigenen Einstellungschancen.
  • Vielleicht ist Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin ein Nachteil gegenüber anderen Bewerbern – vor allem dann, wenn er vergleichsweise weit in der Zukunft liegt.
  • Auf der anderen Seite kann sogar ein früher Eintrittstermin zum Nachteil werden. Er lässt sie bedürftig bis verzweifelt wirken. Auf Ihre Verhandlungsposition wirkt sich das nicht positiv aus.

Das sollten Sie bedenken: Was Ihrem potenziellen Arbeitgeber auf den ersten Blick gut gefallen dürfte, könnte auf den zweiten Misstrauen in ihm auslösen. Wenn sie einen Satz schreiben wie: „Ich kann sofort bei Ihnen anfangen“. Oder: „Ab sofort stehe ich Ihnen für eine Beschäftigungsaufnahme zur Verfügung.“ Oder: „Ich bin auf der Stelle einsatzbereit.“ Oder gar: „Wenn ich könnte, würde ich noch heute bei Ihnen anfangen.“

Klingt das gut für Sie? Ja schon, aber… Es sendet zugleich Signale, die Sie nicht aussenden wollen. Nämlich die, dass Sie unbedingt eine neue Stelle wollen und brauchen – jetzt sofort. Dass Sie verzweifelt sind, dass Ihnen die Alternativen fehlen, dass Sie vielleicht schon sehr lange erfolglos auf Jobsuche sind. Und dass Sie aktuell keine Arbeit haben. Warum eigentlich nicht? Kurzum: Den Eindruck, dass Sie ein hochqualifizierter Leistungsträger sind oder zu der seltenen Spezies Fachkraft gehören, erwecken Sie so nicht. Im Gegenteil.

Unser Tipp: Nennen Sie stets ein konkretes Datum als möglichen Eintrittstermin. Das kann auch der 1. des kommenden Monats sein. Hauptsache, Sie schreiben nicht, dass Sie „sofort“ anfangen können. Sie können auch einen Monat draufschlagen (wenn Sie sich das finanziell erlauben können).

Oder Sie geben nicht den „frühestmöglichen Eintrittstermin“ an, sondern Ihren „Wunschtermin“. Allein dieser Ausdruck nimmt schon den Bedürftigkeitscharakter weg und macht aus Ihnen den Steuermann, der alles unter Kontrolle hat. Sollte der Arbeitgeber bei Ihnen nachhaken, ob Sie nicht doch früher anfangen können, können Sie immer noch zusagen – das macht Sie gleich viel attraktiver.

Bewerbung Eintrittstermin: Wie Sie ihn formulieren

Wenn Sie sich in einem ungekündigten, unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden:

  • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis und könnte daher bei Ihnen frühestens am 01.01.2020 anfangen.
  • Ich stehe Ihnen aufgrund meiner Kündigungsfrist gerne, aber frühestens aber dem 01.06.2020 zur Verfügung.
  • Zum 01.09.2020 nehme ich sehr gerne eine Beschäftigung bei Ihnen auf. Momentan befinde ich mich in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis.

Wenn Sie sich in der Ausbildung oder im Studium befinden:

  • Voraussichtlich werde ich meine Ausbildung am 01.06.2020 abschließen. Gerne stehe ich Ihnen unmittelbar danach zur Verfügung.
  • Mein Studium werde ich voraussichtlich am 01.04.2020 erfolgreich beenden. Im Anschluss würde ich sehr gerne bei Ihnen anfangen.
  • Nach meinem erfolgreichen Abschluss an der Universität Entenhausen fange ich sehr gerne sofort bei Ihnen an. Voraussichtlich werde ich noch bis zum 01.12.2020 studieren.

Wenn Sie sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden:

  • Mein aktuelles Beschäftigungsverhältnis endet regulär am 01.02.2020. Im Anschluss könnte ich sofort bei Ihnen anfangen.
  • Nach dem regulären Ende meines jetzigen Arbeitsverhältnisses am 01.03.2020 könnte ich direkt bei Ihnen anfangen.
  • Mein frühester Eintrittstermin ist der 01.07.2020. Dann endet mein aktueller Arbeitsvertrag, der von vornherein wegen einer Mutterschaftsvertretung auf ein Jahr befristet war.

Wenn Ihnen gekündigt wurde:

  • Ich stehe Ihnen ab dem 01.01.2020 oder früher zur Verfügung, da ich momentan selbstständig bin.
  • Ein kurzfristiger Einstieg ist möglich, da ich vertraglich derzeit nicht gebunden bin.
  • Ich würde sehr gerne zu meinem Wunschtermin am 01.02.2020 bei Ihnen anfangen. Ein früherer Eintritt ist möglich.
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Lebenslauf Checkliste: Alle Tipps im Überblick

Lebenslauf Checkliste

Der Lebenslauf fasst Ihr ganzes (bisheriges) Leben zusammen. Da kommt einiges zusammen an Schulen, Noten, Abschlüssen, Stationen, Hobbys. Doch sind nicht alle Infos über Ihre Vita für den künftigen Arbeitgeber interessant. Wenn Sie Ihren Lebenslauf erstellen, sollten Sie gründlich und großzügig aussieben. Und es kommt nicht nur auf den Inhalt an. Layout, Abstände, Schriftart und Schriftgröße, am Ende die Unterschrift nicht vergessen! Damit Sie den Überblick behalten, hat Karrieresprung alle wichtigen Tipps zum Lebenslauf zusammengefasst. Lebenslauf Checkliste: Woran Sie denken müssen – und was Sie vergessen können…

Lebenslauf Checkliste: Das gehört hinein

Der Vorteil des Lebenslaufs ist: Sie verfassen ihn einmal und können ihn dann tausendfach mit all Ihren Bewerbungen rausschicken, richtig? Falsch!

Natürlich ändert sich in ein paar Monaten nicht so viel, dass Sie Ihren ganzen Lebenslauf umschreiben müssen. Aber anpassen sollten Sie ihn schon. Je nach Bewerbung sollten Schwerpunkte anders gesetzt und neue Schlüsselbegriffe eingeflochten werden. Manche Praktika oder Hobbys sind für den einen Arbeitgeber interessant, für den anderen gar nicht. Das sollten Sie von Stellenangebot zu Stellenangebot entscheiden. Ja, das macht Arbeit. Aber sie lohnt sich.

Ihr Lebenslauf sollte zunächst Lückenlos sein. Diese Angaben gehören in jedem Fall hinein:

  • Persönliche Daten (Name, Geburtstag, Geburtsort, Adresse)
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang
  • Schulbildung und/oder Ausbildung
  • Qualifikationen und Kenntnisse (Zertifikate, Weiterbildung, Sprachen)
  • Interessen (Ehrenamtliches Engagement, Hobbys)
  • Ort, Datum, Unterschrift

Aus formaler Sicht sollten Sie hierauf achten:

  • Der Lebenslauf umfasst maximal zwei Seiten.
  • Kopf- und Fußzeile sind in Lebenslauf und Anschreiben identisch.
  • Das Layout ist einheitlich (Schriftart, Schriftgröße).
  • Die beruflichen Stationen beinhalten Monats- und Jahresangabe (z.B.: 01/2019).
  • Am Ende des Lebenslaufs stehen Datum und Unterschrift.

Folgende Angaben können Sie sich sparen. Sie gehören NICHT in den Lebenslauf:

  • Name und Beruf der Eltern oder Angehörigen
  • Gehaltsvorstellungen
  • Politische Überzeugungen (es sei denn, Sie bewerben sich in einer Partei o.ä.)
  • Religion (es sei denn, Sie bewerben sich in einer konfessionellen Einrichtung o.ä.)
  • Persönliche Kommentare (z.B. zu früheren Arbeitgebern)
  • Den Begriff arbeitslos (besser: arbeitssuchend)
  • Unseriöse E-Mail-Adressen

Lebenslauf Checkliste: So können Sie ihn pimpen

Die Formalien sind die Grundlage Ihres Lebenslaufs. Wenn Sie ihn dann noch individualisieren und an die jeweilige Stelle anpassen, verbessern Sie Ihre Jobchancen enorm. Dazu können Sie folgendes tun:

  • Die wichtigsten Stationen optisch hervorheben.
  • Ausgewählte Aufgaben ausführlich beschreiben.
  • Relevante Fachbegriffe und Reizwörter aus der Stellenanzeige verwenden.
  • Den Lebenslauf optisch an das Unternehmen anpassen.

Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass Sie etwa die Unternehmensfarben auch in Ihrem Lebenslauf verwenden können. Oder grafische Elemente, die dem Corporate Design des Unternehmens nahekommen. Oder die gleiche Schriftart, die das Unternehmen verwendet – in seinem Logo zum Beispiel oder auf seiner Webseite.

Im besten Fall wird so beim Personaler subtil der Eindruck erzeugt, dass Sie perfekt zum Unternehmen passen und dessen Kultur schon verinnerlicht haben. Das erfordert Fingerspitzengefühl Ihrerseits. Zu plump und platt sollten Sie nicht vorgehen. Aber selbst wenn der Personaler Ihr Spielchen durchschaut: Er wird es trotzdem zu würdigen wissen, dass Sie sich die Mühe überhaupt gemacht haben – und den Job offenbar unbedingt wollen.

Wenn Sie das im Lebenslauf beherzigen, dann müssen Sie natürlich auch das Anschreiben optisch anpassen. Die Bewerbungsunterlagen sollten stets einheitlich sein.

Lebenslauf Checkliste: Was inhaltlich zählt

Die Gestaltung ist die eine Seite der Medaille, der Inhalt die andere. Denn auch inhaltlich sollten Sie den Lebenslauf – wenn möglich – jedes Mal aufs Neue anpassen. Dabei helfen Ihnen diese Fragen:

  • Welcher meiner bisherigen Stationen sind für die angepeilte Stelle relevant?
  • Welche spielen keine wesentliche Rolle?
  • Welche Kompetenzen MUSS ich mitbringen?
  • Welche Kompetenzen KANN ich mitbringen?
  • Wie kann ich beide durch konkrete Beispiele belegen?
  • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal für die angestrebte Stelle?

Sie sollen wohlgemerkt nicht Ihren Werdegang umschreiben oder die Reihenfolge ändern. Die ist unabänderlich.

Aber Sie können die Inhalte gezielt herausstellen, die Sie für besonders wichtig halten. Das macht durchaus Sinn, denn Personalverantwortliche nehmen sich meist nur wenige Minuten Zeit, um eine Bewerbung zu überfliegen. Wenn Sie dann an genau der Stelle innehalten, die Sie dafür reserviert hatten, hat sich die Mühe schon gelohnt.

Die hervorgehobenen Elemente im Lebenslauf lassen sich auch noch durch das Anschreiben und die Zeugnisse unterstreichen. Den Gesamteindruck runden Hobbys oder ehrenamtliches Engagement ab.

Lebenslauf Checkliste: Was Sie vermeiden

Es ist super, wenn Sie Ihren Lebenslauf individualisieren und auf die jeweilige Stelle maßschneidern. Übertreiben sollten Sie es aber nicht. Authentisch und rund ist der Lebenslauf nur bis zu einer gewissen Grenze, danach fängt er an, bemüht und verzweifelt zu wirken.

Was Sie nicht tun sollten:

  • Das Corporate Design des Unternehmens vollständig kopieren.
  • Die einzelnen Station mit zu viel Text versehen.
  • Zu viele Schlagworte aneinanderreihen.
  • Das Layout so aufwändig gestalten, dass die Übersichtlichkeit darunter leidet.
  • Lebenslauf und Anschreiben in unterschiedlichem Stil verfassen.

Lebenslauf Checkliste: Das machen Sie zum Schluss

Wenn Sie am Ende folgende Fragen zufriedenstellend beantworten, dann können sie Ihren Lebenslauf guten Gewissens vorzeigen:

  • Ist der Lebenslauf auf dem aktuellen Stand?
  • Wurden die Angaben im Lebenslauf auf die angestrebte Stelle angepasst?
  • Umfasst er nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten?
  • Sind alle wesentlichen Qualifikationen und Stationen enthalten?
  • Enthält er keine Rechtschreibfehler?
  • Sind Stil und Formatierung einheitlich (z.B. immer Großschreibung am Anfang jeder Spalte, gleiche Abstände etc.)?
  • Stimmt die Schriftart mit jener im Anschreiben überein?
  • Sind Ihre Kontaktdaten aktuell und vollständig?
  • Haben Sie eine seriöse E-Mail-Adresse gewählt?
  • Auf Angaben zu Eltern oder Geschwistern haben Sie verzichtet?
  • Haben Sie Ihr Bewerbungsfoto nicht vergessen?
  • Beinhalten Ihre bisherigen Berufsstationen stichwortartige Tätigkeitsangaben?
  • Haben Sie wichtige sonstige Kenntnisse wie IT- oder Sprachkenntnisse enthalten?
  • Sind Hobbys und Interessen im Lebenslauf aufgeführt, die eine Relevanz für die Stelle haben?
  • Sind Ort und Datum im Lebenslauf mit Ort und Datum im Anschreiben identisch?
  • Haben Sie nicht vergessen, den Lebenslauf handschriftlich zu unterschreiben?

PS: Mehr dazu finden Sie auch im Youtube-Kanal der Karrierebibel.

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie jetzt tun sollten

Keine Antwort auf Bewerbung

Keine Antwort auf Bewerbung erhalten – das ist mehr als nur unhöflich. Bewerber wollen wissen, wie es um Ihre Chancen steht oder ob der Zug schon lange ohne sie abgefahren ist. Böse Absicht steckt nicht dahinter, wenn das Unternehmen Sie im Unklaren lässt. Zeitnot und Personalmangel schon eher. Die meisten Personalbüros haben auch gar nichts dagegen, wenn Sie sich nach dem Status Ihrer Bewerbung erkundigen. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Spielregeln…

Keine Antwort auf Bewerbung: Höchststrafe!

Die meisten Unternehmen brauchen drei bis sechs Wochen, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sondieren. Die meisten werden aussortiert, andere landen auf dem „Weiter“-Stapel.

Nun darf man es durchaus als Konsens betrachten, dass nicht jeder Bewerber und nicht jede Bewerberin eine Zusage verdient hat – eine Absage indes schon. Eine (förmliche) Absage ist das Mindeste, was ein Bewerber vom Nicht-Arbeitgeber in spé erwarten kann.

Aber nein, selbstverständlich ist auch das keineswegs. Viele Unternehmen machen sich die Mühe nicht, Bewerbungsabsagen zu versenden – geschweige denn einen Zwischenstand oder eine Eingangserklärung.

Es kommt einfach keine Reaktion, null, niente, gar nichts. Die Bewerber fischen im Trüben, wissen nicht, wie es um ihre Chancen steht. Das ist hochgradig ärgerlich und frustrierend – und ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Es ist in einem Wort: respektlos.

Keine Antwort auf Bewerbung: Woran es liegt

Aus Arbeitgebersicht gibt es sehr gute Gründe, KEINE Absagen zu verschicken. Sie…

  • verursachen Aufwand
  • nehmen Zeit in Anspruch
  • kosten Geld

Natürlich können auch andere, organisatorische Gründe dahinterstecken – zum Beispiel eine zu dünne Personaldecke. Oft liegt es am Bewerber selbst, den man gewissermaßen als keiner Antwort würdig erachtet. Wenn er oder sie zum Beispiel unvollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht, die Bewerbungsfrist nicht eingehalten oder einen falschen Betreff gewählt hat. Oder wenn der Bewerber eine völlig unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle aufweist.

Letzteres ist in der Tat leidig. Eine Entschuldigung dafür, nicht einmal eine Absage zu verschicken, ist es aber nicht. Ein Unternehmen sollte keinen Bewerber ignorieren – wie surreal oder unprofessionell sein Auftritt auch gewesen sein mag. Eine kurze, förmliche Absage kann jeder erwarten. Wer eine freie Stelle hat und aktiv nach Neuzugängen sucht, muss schließlich damit rechnen, auch unpassende Angebote zu erhalten (das gilt für Initiativbewerbungen genauso).

Das sollten Arbeitgeber wahlweise verschicken:

  • Eine kurze Mail, die den Eingang der Bewerbung bestätigt.
  • Eine Mail, die über den Zwischenstand informiert (erst recht bei mehrstufigen Bewerbungsverfahren).
  • Eine freundliche Absage oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Keine Antwort auf Bewerbung: Was können Bewerber tun?

Die Antwort ist naheliegend: Nachfragen. Aber wann und wie sollte ein Bewerber das tun? Der Grat ist schmal zwischen berechtigtem Interesse und Penetranz. Das erfordert von Ihnen Fingerspitzengefühl. Schließlich wollen Sie ja nicht verzweifelt wirken, als jemand, der nur diese eine Joboption hat, weil ihn mutmaßlich kein anderer Arbeitgeber einstellen will. Nicht umsonst gibt es ja die Redewendung: „Willst du gelten, mach dich selten.“

Auf der anderen Seite wollen Sie natürlich wissen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Sie wollen Planungssicherheit. Und außerdem müssen Sie dem Arbeitgeber ja seine Ignoranz auch nicht einfach so durchgehen lassen. Wer sich als Bewerber nicht mehr meldet, belohnt das Unternehmen geradezu für seine schlechten Manieren – indem er ihm Arbeit erspart.

In Wahrheit können sich die meisten Personalbüros über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Wenn Sie also wutentbrannt anrufen und sich lautstark echauffieren, wird das am Ende nur dazu führen, dass Sie in der Mittagspause des Personalers fortan der Running Gag sind. Üben Sie nicht zu früh zu viel Druck aus, sondern versuchen Sie es mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie.

Nachhaken? Auch Personaler finden es okay!

Keine Antwort auf Bewerbung Das sagen PersonalerSollen Sie nachhaken, wenn Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten haben? Ja, gerne! Das finden sogar die Personaler selbst. Und wenn es nach ihnen geht, müssen Sie auch gar nicht so lange warten.

Zwar haben nur sechs Prozent der Befragten laut Umfrage der Personalberatung Robert Half Verständnis dafür, wenn Sie schon drei Tage nach Ihrer Bewerbung durchklingeln. Mehr als jeder Vierte aber hält eine Wartezeit von sechs bis sieben Tagen für angemessen. Nur sechs Prozent finden, dass Bewerber überhaupt keinen Kontakt mehr aufnehmen sollten.

Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto früher können Sie sich melden. In größeren Firmen ist das Bewerberangebot in der Regel deutlich größer. Das erhöht den Aufwand – und die Abneigung gegen allzu frühe Kontaktaufnahmen.

5 Tipps: So fragen Bewerber richtig nach

  1. Bewerbungsunterlagen

    Die Selbstverständlichkeit zuerst: Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung Hand und Fuß hat. Sie sollte vollständig und korrekt sein, die richtige Betreffzeile, Kennziffer, Adresse und Ansprechpartner aufweisen. Und sie muss vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschickt worden sein. In einem Satz: Vermeiden Sie formale Fehler. Das vergrößert schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder etwas vom Unternehmen hören werden…

  2. Timing

    Nicht nur die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – auch die vieler Unternehmen. Ein Bewerbungsverfahren zu stemmen ist für die meisten jedenfalls kein Klacks. Geben Sie dem Unternehmen daher ausreichend Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sortieren. Zwei bis drei Wochen sollten Sie mindestens warten, bis sie wieder von sich hören lassen. Als Richtwert können Sie sich auch 15 Werktage merken. Sofern Ferien dazwischen liegen, können Sie die Wartezeit auch noch weiter verlängern -schließlich machen auch Personaler Urlaub. Und nicht jede HR-Abteilung verfügt über personellen Ersatz.

  3. Kanal

    Sehen Sie bitte davon ab, den HR-Verantwortlichen per Whatsapp oder SMS zu kontaktieren. Das ist indiskret und fast schon creepy. Es handelt sich nicht um angemessene Kommunikationskanäle zwischen HR-Büro und Bewerber. Noch schlimmer wäre es, ihn oder sie via Twitter oder Facebook nach einem Zwischenstand zu fragen. So verlagern Sie das Geschehen in die Öffentlichkeit – das ist Tabu! Und Ihre Chancen auf Einstellung dürften dadurch nicht gerade steigen. Eine private Nachricht über Xing oder Linkedin wäre dagegen völlig in Ordnung. Die beste Alternative ist es, eine kurze E-Mail zu schreiben oder persönlich anzurufen – je nachdem, ob Sie mehr der Redner oder mehr der Schreiber sind. Denn manchmal kommen geschriebene Worte nicht so freundlich rüber, wie sie eigentlich gemeint waren. Wenn Ihnen das auch häufiger passiert, rufen Sie lieber an…

  4. Höflichkeit

    Der direkte Weg hat einen Vorteil: Er spart Zeit. Ein kurzer Satz, in dem Sie nach dem Stand Ihrer Bewerbung fragen, sollte daher doch eigentlich ausreichen, oder? Nein, ganz falsch! Unterschätzen Sie die Macht des Freiherrn von Knigge nicht. Achten Sie stets darauf, höflich und charmant zu bleiben. „Hallo Herr Schneider, können Sie mir zu meiner Bewerbung schon etwas sagen? Viele Grüße“. Ist das höflich? Auf den ersten Blick durchaus, aber ein wenig nonchalant ist es trotzdem. Zu direkt, zu schnell, zu wenig. Natürlich sollen Sie dem Personalverantwortlichen keine Zeit klauen, indem Sie ihm einen halben Roman vorsetzen. Aber ein, zwei einleitende Sätze dürfen es schon sein, mit denen Sie Ihre Mail beginnen. Zum Beispiel: „Sehr geehrter Herr Schneider, vor vier Wochen hatte ich mich bei Ihnen als Buchhalter beworben. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für das angenehme Gespräch. Nun würde ich Sie gerne kurz nach einem Zwischenstand fragen. Gibt es einen aktuellen Status meiner Bewerbung?“ So ähnlich können Sie das auch formulieren, wenn Sie Herrn Schneider anrufen. Also: Nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ausholen – zumindest ein wenig…

  5. Optionen

    Verzweiflung ist ein Signal, das niemand aussenden sollte. Das gilt für den Heiratsmarkt genauso wie für den Jobmarkt. Drängeln Sie zu penetrant, wecken Sie Misstrauen auf der anderen Seite. Was ist mit dem los? Will den sonst etwa keiner? Auf der anderen Seite wirkt es anmaßend, arrogant und leidenschaftslos, wenn Sie mit Angeboten wedeln. Nach dem Motto: „Ich habe ein halbes Dutzend Vertragsangebote auf dem Tisch, also beeilen Sie sich mal!“ Das kann zudem erpresserisch wirken. Diesen Spagat auszubalancieren ist zugegebenermaßen schwierig. Wenn Sie es hinkriegen, andere Optionen dezent einfließen zu lassen, aber gleichzeitig zeigen, dass Sie weiterhin extrem an der Stelle interessiert sind, könnte Ihnen das Vorteile bringen. Motto: „Ich würde unheimlich gerne für Ihr Unternehmen arbeiten, aber gerate allmählich unter Zeitdruck. Ein kurzes Feedback Ihrerseits würde meine Planungen da schon enorm erleichtern…“

Keine Antwort auf Bewerbung: Dranbleiben!

Das ist der wohl wichtigste Ratschlag für alle, die keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten. Halten Sie unbedingt weiter nach attraktiven Jobs Ausschau! alles andere wäre naiv. Auch dann, wenn das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist und Sie weiterhin ein gutes Gefühl haben.

Wer aktiv weitersucht, behält das Heft des Handelns in der Hand und erhöht seine Jobchancen. Darum: Weitermachen!

Nachfassen: 6 Tipps fürs Telefonat

Keine Antwort auf Bewerbung 6 TippsDas Nachfass-Telefonat kann in die Hose gehen – wenn Sie allzu fordernd oder dreist auftreten. Mit diesen 6 Tipps behalten Sie die Kontrolle:

  1. Legen Sie sich die Stellenanzeige zurecht – oder öffnen Sie sie in Browser – damit Sie die wichtigsten Infos vorliegen haben.
  2. Überlegen Sie sich ein, zwei einleitende Sätze, die Sie nach Ihrer Vorstellung sagen.
  3. Reden Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
  4. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind – und an dem kein lautes Gekicher oder Gehämmer im Hintergrund zu hören ist.
  5. Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gesprächspartner gerade keine Zeit für Sie hat und fragen Sie, wann es ihm besser passen würde.
  6. Bedanken Sie sich zum Schluss noch einmal und verabschieden sich höflich – am besten, Sie nennen dabei noch einmal den Namen Ihres Ansprechpartners.
[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Bewerbung Spanien: Ihr Weg nach Espana

Bewerbung Spanien Tipps

Bewerbung Spanien: Eine Karriere auf der iberischen Halbinsel wird von viel Sonne und Fiesta begleitet. Das ist jedenfalls die Idealvorstellung. Vor der Paella steht aber die Arbeit. Das fängt schon bei der Bewerbung an. Zwar fallen die Bewerbungsunterlagen in Spanien so knapp aus wie ein Bikini auf Ibiza. Dafür sollten Sie mit mehreren Vorstellungsgesprächen rechnen, um am spanischen Personaler vorbeizukommen…

Bewerbung Spanien: Hola!

In Deutschland wird von Bewerbern erwartet, dass sie deutsch sprechen – von den meisten jedenfalls. Genauso ist es in Spanien auch. Ohne Spanischkenntnisse kein Job! Ausschließlich mit Englisch kommt man weder in Deutschland noch in Spanien über die Runden.

Immerhin ist Spanisch eine Weltsprache. Und sogar eine große Zahl der Einwanderer, die nach Spanien kommen, haben Spanisch als Muttersprache – die Südamerikaner vorwiegend. Darum ist es auch für Mitteleuropäer elementar, zunächst spanisch zu sprechen, bevor man sich ins Abenteuer Espana stürzt.

Keine Sorge: Ihr Spanisch muss nicht perfekt sein. Aber es sollte so gut sein, dass Sie sich im Alltag relativ problemlos verständigen können. Es gibt Ausnahmen: In Katalonien (Barcelona) könnte Katalanisch ausreichen bzw. vonnöten sein. Und auf einer Urlaubsinsel wie Mallorca tut es im Einzelfall womöglich eine deutsche Bewerbung – wenn Sie sich bei einem deutschsprachigen Arbeitgeber bewerben.

Daneben sind vor allem Kontakte und ein großes Netzwerk wichtig. In Spanien läuft vieles – wie in anderen Ländern auch – über Beziehungen und Referenzen. Wenn Sie spanische Freunde und Bekannte haben oder solche, die in Spanien arbeiten oder Arbeitserfahrungen gemacht haben, dann bringen Sie diese bei Gelegenheit ins Spiel.

Wo findet man Jobs in Spanien? Zum Beispiel hier:

  • Spanisches Handelsbüro im Generalkonsulat in Düsseldorf
  • Private Stellenvermittlungsagenturen
  • Zeitungen wie El Pais, El Mundo, La Vanguardia, Actualidad Economica

Nebenbei: In Lateinamerika könnte es hilfreich sein, über Online-Plattformen wie Internations Kontakte zu knüpfen.

Bewerbung Spanien: Aufbau

Die spanische Bewerbung ist mit der deutschen nicht vergleichbar. Das gilt nicht nur für Spanien selbst, sondern auch für andere spanischsprachige Länder. Die Bewerbungsunterlagen haben in Spanien einen geringeren Stellenwert. Sie sind eher mit der deutschen Kurzbewerbung zu vergleichen. Das hat den Vorteil, dass eine Bewerbung in Spanien weniger Aufwand verursacht. Nachteil ist, dass Sie es schwerer haben, mit Ihrer Bewerbung aus der Masse hervorzustechen.

Eine Bewerbung Spanien besteht nur aus zwei Dokumenten:

  1. Anschreiben: In Spanien ist es als Carta de presentacion, Carta de Candidatura oder Carta de Solicitud bekannt.
  2. Lebenslauf: Auch in Spanien ist der lateinische Begriff Curriculum Vitae geläufig — und der spanische Hoja de Vida.

Übrigens: Die Initiativbewerbung heißt in Spanien Autocandidatura.

Bewerbung Spanien: Das Anschreiben

Halten Sie das Anschreiben in Spanien so kurz wie möglich. Von Interesse sind insbesondere die Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers. Und achten Sie darauf, Ihren Ansprechpartner im Unternehmen persönlich anzusprechen. Am besten, Sie recherchieren vorher den Namen, falls er Ihnen nicht bekannt ist. Als Anrede können Sie schreiben:

  • Estimado Sr. Diaz
  • Estimada Sra. Diaz

Falls Sie Ihren Ansprechpartner partout nicht eruieren können, dann schreiben Sie:

  • Estimados señores y señoras
  • Das ist spanische Pendant zu Sehr geehrte Damen und Herren.

    Als Grußformel bieten sich für die Bewerbung in Spanien an:

    • Reciba un cordial saludo
    • Les saluda atentamente y espera sus prontas noticias
    • Un cordial saludo de

    Unter die Grußformel setzen Sie Ihre Unterschrift.

    So weit, so gut – und vergleichbar mit der Bewerbung in Deutschland. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf. Nicht üblich ist es in Spanien, weitere Anlagen wie Arbeitszeugnisse oder Bescheinigungen beizufügen. Das müssen Sie als Bewerber nur, wenn es in der Stellenanzeige ausdrücklich gefordert wurde. Andernfalls können Sie abwarten, ob der Arbeitgeber von sich aus noch Arbeitsproben oder Zeugnisse anfordert.

    Relevanter sind da schon Referenzen. Haben Sie eine Referenz in deutscher Sprache vorliegen, übersetzen Sie sie ins Spanische bzw. lassen Sie sie übersetzen. Es ist für Sie von großem Vorteil, wenn Sie einen Fürsprecher in Spanien vorzeigen können. Vielleicht haben sie ja bereits ein Praktikum oder Auslandssemester in Spanien absolviert und verfügen noch über Kontakte. Wenn Sie die nutzen, steigen Ihre Chancen um ein Vielfaches.

    Bewerbung Spanien: Der Lebenslauf

    Das Anschreiben halten Sie bei der Bewerbung in Spanien möglichst kurz, den Lebenslauf auch. Das bedeutet konkret:

    • Der Lebenslauf sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen.
    • Er sollte nur die wichtigsten Stationen und Erfahrungen umfassen.

    In Spanien baut man den Lebenslauf in der Regel chronologisch auf. Vergessen Sie nicht die wesentlichen Daten über sich. Das wären:

    • Vorname, Name
    • Adresse
    • Geburtsdatum und -ort
    • Telefonnummer
    • Familienstand (und Kinderzahl)
    • Ausweisnummer und DNI (nationale und steuerliche Identifikationsnummer)
    • Berufsziel
    • Berufserfahrungen (Experienca)
    • Ausbildung (Estudios oder Formación)
    • Praktische Erfahrungen (Experienca laboral)
    • Sprachkenntnisse (Idiomas)
    • IT-Kenntnisse (Informática)

    Die letzten beiden Punkte sind besonders wichtig. Sprach- und Computerkenntnisse haben für viele spanische Arbeitgeber einen hohen Stellenwert. Geben Sie auch jeweils Ihr Niveau an: muy bien für sehr gut, bien für gut oder regular für durchschnittlich. Hobbys müssen Sie dagegen nicht im Lebenslauf angeben.

    Auch sind die praktischen Erfahrungen, die Sie bislang gesammelt haben, von größerem Wert als Ihre formellen Ausbildungen. Die Ausbildung reduzieren Sie im Lebenslauf also auf das Wesentliche. Eine Unterschrift können Sie sich ebenfalls sparen, sofern Sie Berufseinsteiger sind. Dies wird allerdings unterschiedlich gehandhabt. Auf ein Bewerbungsfoto sollten Sie dagegen nicht verzichten, auch wenn es nicht obligatorisch ist.

    Warten Sie nicht darauf, bis das Unternehmen den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigt. Das ist in Spanien nicht üblich. In Spanien müssen sie Geduld mitbringen – vermutlich noch sehr viel mehr Geduld als in Deutschland – während Sie auf eine Reaktion warten.

    Bewerbung Spanien: Das Interview

    Sie sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden? Felicitationes! Das Jobinterview ist der erste Schritte zum neuen Job. Das ist in Spanien genauso wie in Deutschland.

    Aber beachten Sie: Die Bewerbungsgespräche sind in Spanien noch weitaus wichtiger. Das liegt daran, dass die Bewerbungsunterlagen sehr knapp ausfallen, die Jobinterviews gewinnen dadurch an Bedeutung. Oft gibt es sogar mehrere, in denen die Kandidaten auf Herz und Nieren getestet werden. Die Bewerber müssen vor der Personalabteilung bestehen und vor der jeweiligen Fachabteilung.

    Wenn sie zu einem Vorstellungsgespräch in Spanien eingeladen wurden, denken Sie an diese 3 Punkte:

    1. Outfit

      Der erste Eindruck zählt auch in Spanien. Wenn Sie sympathisch wirken und eine gute Figur abgeben, zahlt das auf Ihr Konto ein. Das Äußere spielt in Spanien eine größere Rolle als in Deutschland. Das klingt nach einem Klischee, dürfte Ihnen aber anhand vieler Erfahrungsberichte bestätigt werden. Das Modebewusstsein ist stark ausgeprägt, ähnlich wie in Italien. Ziehen sie sich gut an, wählen Sie hochwertige Anziehsachen aus, sparen Sie nicht an der Kleidung. Die Krawatte ist bei Männern Pflicht. In punkto Timing dürfen – nein, sollten – sie dagegen ganz teutonisch daherkommen. Pünktlich sein!

    2. Gesprächsthemen

      Das Jobinterview beginnt in Spanien mit einer Runde Smalltalk. Wie war Ihr Weg? Wo wohnen sie? Kommen Sie aus Deutschland? Was führt Sie nach Spanien? Sie müssen jetzt nicht Ihre Lebensgeschichte ausbreiten. Eine kleine, nette Plauderei ist alles, was von Ihnen erwartet wird, um die Atmosphäre aufzulockern. Der Smalltalk ist nur die Aufwärmphase. Seien Sie professionell und nicht zu emotional, aber auch nicht nordisch unterkühlt.

    3. Direktheit

      Offen und ehrlich sein und Dinge direkt ansprechen – das ist eine deutsche Spezialität. Spaniern ist diese Art manchmal zu direkt. Sie kann tatsächlich schroff und uncharmant rüberkommen. Speziell im Vorstellungsgespräch sollten Sie sich mit Kritik daher zurückhalten. Wenn Sie Kritik üben wollen, dann drücken Sie sich ein wenig, nun ja, sanftmütiger aus und umschreiben Sie Ihre Kritik blumig. Allzu forsche Rückfragen sind auch nicht empfehlenswert. Natürlich kommt es stets auf den jeweiligen Gesprächspartner an. Was Sie aber nie vergessen sollten: Bleiben Sie höflich und freundlich. Taktgefühl wird auf der iberischen Halbinsel groß geschrieben.

    Wenn Sie die Ratschläge beherzigen, stehen Ihnen alle Türen in Spanien offen. Dafür müssen Sie aber wahrscheinlich mehrere Jobinterviews bestehen, mitunter auch (psychologische) Tests. Danach geht es zur Vertragsunterzeichnung und Visumsbeschaffung. Dieser Prozess kann sich in die Länge ziehen.

    Übrigens verlangen viele spanische Unternehmen noch ein ärztliches Attest, für das Sie eine medizinische Begutachtung über sich ergehen lassen müssen.

    3 Tipps für Spanien-Liebhaber

    Bewerbung Spanien TippsSie träumen von einer Karriere in Spanien? Hier sind 3 weitere Tipps für Spanien-Fans:

    [Bildnachweis: dreii by Shutterstock.com]

    Stressinterview: Wie Sie dem Druck standhalten

    stressinterview stressfragen tipps

    Das Bewerbungsgespräch ist hart, das Stressinterview ist härter. Wenn Sie Ihr Gesprächspartner mit derben Fragen provoziert oder Ihre Kompetenzen offen anzweifelt, dann steigt der Blutdruck. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren! Denn man will von Ihnen vor allem wissen, wie Sie unter Druck reagieren. Was Sie dann auf gar keinen Fall tun sollten…

    Stressinterview: Was ist das?

    Stressinterview – das klingt nicht nur anstrengend, das ist es auch. Allerdings muss man konstatieren, dass Stressinterviews keineswegs die Regel sind. Sie sind die Ausnahme. Die meisten Unternehmen verzichten auf diese Form des Stresstests. Dafür gibt es gute Gründe:

    Bewerber stehen auch in einem „normalen“ Vorstellungsgespräch schon unter Druck und sind extrem angespannt und gestresst. Oder der Personaler geht davon aus, dass er durch Stressfragen keine neuen, vielsagenden Erkenntnisse gewinnen wird. Ein Jobinterview ist auch ohne Stressfragen aufschlussreich genug.

    Andererseits gibt es Personalentscheider, die dieses Instrument sehr gerne aus ihrem Zauberkasten holen. Sie tun das nicht, um ihre sadistischen Gelüste zu befriedigen, um den Bewerber zu erniedrigen, zu schikanieren oder zu blamieren (ok, manche vielleicht schon). Sie setzen Stressinterviews ein, um dem Bewerber richtig auf den Zahn zu fühlen. Um live und in Farbe zu sehen, wie er in hyper-stressigen Situationen reagiert. Das ist in einem Assessment Center ähnlich. In vielen Berufen ist Stressresistenz eine wichtige Eigenschaft, ohne die man kaum reüssieren kann.

    Außerdem gehen viele Bewerber heutzutage sehr gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Sie wissen, was auf sie zukommt, antizipieren Fragen und legen sich elegante Antworten zurecht. Sie ziehen sich angemessen an und achten auf einen kräftigen Händedruck. Das verringert den Wert von Vorstellungsgesprächen im Allgemeinen. Im Stressinterview kann man diese Routinen durchbrechen. Man kommt der Wahrheit gewissermaßen ein Stückchen näher, zerrt den wahren Charakter ans Tageslicht und schafft Authentizität.

    Sicherheitshalber der Hinweis: Für Bewerber ist und bleibt es selbstverständlich essenziell, sich gut auf ein Jobinterview vorzubereiten. Das erhöht die Einstellungschancen – und ganz nebenbei auch das Selbstvertrauen. Wenn man sich aber in die Lage eines Personalers versetzt, ist all das unbefriedigend, all die glatten Lebensläufe und korrekt sitzenden Krawatten. All die fein formulierten Fragen und auswendig gelernten Fakten.

    Vor allem wollen Arbeitgeber doch wissen, ob ein Bewerber zu ihnen ins Team passt oder nicht. Aber wie können sie das herausfinden? Zum Beispiel, indem sie ihn oder sie in Situationen beobachtet, in denen nicht alles nach Plan läuft. In einer Situation, in der die Top-Vorbereitung plötzlich nichts mehr wert ist und die Stresshormone nur so aus einem herausschießen. Dann lüftet sich der Vorhang – wenigstens kurzzeitig. Schließlich wird es diese Situationen auch im Arbeitsalltag geben. Situationen, in denen man die Ruhe bewahren und cool bleiben muss. Wer jetzt Panik bekommt und keinen klaren Gedanken fasst, dürfte im Ernstfall auch im Betrieb ein Risikofaktor sein. In manchen Berufen verschreckt so ein Verhalten Kunden, in anderen zerstört es die Arbeitsatmosphäre, in wieder anderen kann es sogar gefährlich für Leib und Leben werden.

    Darum fragen Personaler im Vorstellungsgespräch auch gerne nach Konflikten im bisherigen Arbeitsleben, nach Kündigungen, Verweildauern und Widersprüchen. Hier setzt das Stressinterview an. Der Personaler versucht, den Bewerber auf dem falschen Fuß zu erwischen, indem er ihm eine provokative oder missverständliche Frage stellt. Wie reagiert dieser darauf? Seine Reaktion lässt womöglich tiefere Rückschlüsse auf seinen Charakter zu.

    Damit ist das Stressinterview gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe. Für Arbeitgeber kann es sehr erhellend sein. Aber auch für Sie als Bewerber ist es nicht nutzlos. Erstens können Sie sich durch eine souveräne Reaktion empfehlen und Pluspunkte sammeln. Und zweitens auch Selbstvertrauen tanken, weil Sie gemerkt haben, dass Sie derlei Prüfungen gewachsen sind – und damit auch dem Job.

    Stressinterview: So ist es aufgebaut

    Ein Vorstellungsgespräch durchläuft in der Regel fünf Phasen:

    Die Reihenfolge kann variieren. Das Stressinterview ist anders aufgebaut. Nach der lockeren Aufwärmphase ändert der Personaler abrupt sein Verhalten und wird aggressiver. Er stellt harte Fragen, provoziert den Bewerber, bohrt nach, unterstellt ihm etwas, macht unterschwellige Anmerkungen, greift ihn verbal an. Bisweilen artet das Ganze sogar in ein Kreuzverhör aus – schwitzende Hände und Gesichter inklusive.

    Klar ist: Übertreibt es Ihr Gesprächspartner, dann müssen Sie sich das keineswegs gefallen lassen. Es geht ihn zum Beispiel nichts an, mit wem sie sich daten oder ob sie planen, in naher Zukunft schwanger zu werden (diese Frage wäre ohnehin illegal).

    Aber so weit muss ein Personaler gar nicht gehen, um einen Bewerber aus dem Konzept zu bringen. Es reicht schon, wenn er ihm klar macht, dass er an seiner Eignung stark zweifelt. Das geht zum Beispiel mit diesem Ansatz: „Sie haben so gut wie keine relevanten Erfahrungen und sind für den Job augenscheinlich völlig ungeeignet. Sehen sie das nicht selbst auch so?“ Dadurch werden die meisten Kandidaten enorm verunsichert. Wichtig ist jetzt, wie sie mit ihrer Verunsicherung umgehen.

    Auch Fangfragen, Analogie-Fragen, die mit der Stelle scheinbar gar nichts zu tun haben, und Brainteaser, an denen die Kandidaten zu knabbern haben, generieren Unbehagen. Personaler, die in dieser Kunstform geübt sind, bauen gerne noch eine Prise Sarkasmus und Ironie ein und setzen den Bewerber unter maximalen Rechtfertigungsdruck. Wenn das Stressinterview aufhört und der reine Psychoterror beginnt, müssen Sie als Bewerber die Reißleine ziehen. Stressfragen sind legitim, pure Schikane ist es nicht.

    Stressinterview: Beispiele für Stressfragen

    Hier ist eine Auswahl an Stressfragen, von denen einige – in dieser oder ähnlicher Form – auf Sie als Bewerber zukommen könnten:

    Fangfragen

    • Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
    • Aus welchen Gründen würde jemand nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeiten wollen?
    • Wann haben Sie das letzte Mal Regeln gebrochen und warum?
    • Was glauben Sie, was ist ein Unternehmen seinen Mitarbeitern schuldig?
    • Was konnten Sie an Ihrem letzten Job am wenigsten leiden?

    Analogie-Fragen

    • Wenn Sie im Lotto gewinnen, was würden Sie tun?
    • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?
    • Was unternehmen Sie, wenn Sie Spaß haben wollen?
    • Welche Frage soll ich Ihnen lieber nicht stellen?
    • Wie finden Sie mich so als Interviewer?

    Brainteaser

    • Wie viel wiegt New York?
    • Wie kann man herausfinden, ob das Licht im Kühlschrank brennt, wenn die Tür zu ist?
    • Weswegen ist ein Kanaldeckel rund und nicht eckig?
    • Wie viele Blätter Papier werden in Österreich an einem Tag kopiert?
    • Wozu ist der Filz auf dem Tennisball gut?

    Provokationen

    • Sie waren ja ein richtiger Langzeitstudent, was?
    • Stimmt irgendwas nicht mit Ihnen oder warum suchen Sie schon so lange eine neue Stelle?
    • Ich glaube kaum, dass Sie bei uns ins Unternehmen passen.
    • So richtige Stärken gehen aus Ihrer Bewerbung ja keine hervor, oder habe ich da etwas übersehen?
    • Ihr Lebenslauf war ja bisher 08/15. Erzählen Sie mir doch mal was Spannendes über sich!

    Egal, wie Sie der Personaler locken will – an ein paar Spielregeln sollten Sie sich stets halten. Fallen Sie ihm nicht ins Wort und bleiben Sie ruhig. Zeigen Sie Ihre Nervosität nicht, indem sie mit den Füßen tippen oder hektisch mit den Fingern an Ihrer Kleidung herumnesteln. Was aber ganz wichtig ist: Rechtfertigen Sie sich nicht und gehen Sie nicht in den Gegenangriff über. Das würde Sie sofort disqualifizieren.

    Stressinterview: So parieren Sie gekonnt

    Grundsätzlich haben Sie jederzeit die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch zu beenden. Wenn Ihnen die Fragen zu unverschämt oder indiskret werden, beschweren Sie sich einfach darüber. Führt das nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie vorzeitig gehen – aber bitte höflich. Sie wollen ja nicht Ihren Peiniger spiegeln…

    Am besten aber, sie bleiben bei einer fiesen Stressfrage ganz cool. Sie könnten Ihrem Gegenüber mit eiskalter Miene ein paar Sekunden lang tief in die Augen schauen – und erst dann zu einer Parade ausholen. Zeigen sie, dass Sie der Situation gewachsen sind, indem Sie die Einwände entkräften oder den Argumenten Wind aus den Segeln nehmen. Oder Sie zeigen, dass Sie mit der Art Frage nicht einverstanden sind. Was Sie beispielsweise sagen könnten:

    • Sie sind offenbar falsch informiert.
    • Das ist Ihre Meinung und auf die haben Sie ein gutes Recht. Aber Fakt ist, dass…
    • Was hat das genau mit dem Job zu tun, wenn ich fragen darf?
    • Dazu möchte ich Ihnen nichts sagen und bitte um Ihr Verständnis.

    6 Tipps fürs Stressinterview

    Die COOL-Formel hilft, im Stressinterview Ruhe zu bewahren. Sie funktioniert so:

    • Contenance bewahren
    • Offenheit signalisieren
    • Objektivität herstellen
    • Labern vermeiden

    Darüber hinaus helfen Ihnen diese Tipps, um das Stressinterview zu meistern:

    1. Ruhig bleiben

      Keep cool! Das sagt sich so leicht, ist manchmal aber eine echte Herausforderung. In einem Vorstellungsgespräch ist das Stresslevel ohnehin schon erhöht. Stressfragen verunsichern da noch mehr. Das kann dazu führen, dass man als Bewerber hektisch wird und verzweifelt nach den richtigen Worten sucht. Ganz wichtig: Nicht sofort antworten, sondern kurz innehalten, lächeln und den Druck vom Kessel nehmen. Das gelingt durch eine Antwort wie: „Das machen Sie extra, oder? OK, ich versuche noch mal, Ihnen meine Sicht der Dinge näher zu bringen…“ Danach führen Sie Ihre Antwort aus – ganz ruhig, ganz sachlich. Je schneller Sie antworten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Unbedachtes oder gänzlich Unpassendes sagen. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit und werfen Sie eine behelfsmäßige Formulierung ein, um die Pause zu überbrücken. Was auch geht: „Oh, diese Frage habe ich tatsächlich noch nicht so oft gehört“ oder „Das ist mal eine originelle Frage.“ Damit verschaffen Sie sich ein wenig Zeit.

    2. Meinung sagen

      Ein Stressinterview setzt den Bewerber unter Stress. Das ist Sinn der Sache. Aber es bedeutet nicht, dass Sie nur das kleine Mäuschen spielen sollen, das ständig vom großen Kater attackiert wird. Sie müssen auch keineswegs immer Ja und Amen sagen und jeder These des Personalers zustimmen (obwohl Schleimen im Vorstellungsgespräch erwiesenermaßen hilft!). Lassen Sie sich nicht ausschließlich in die Defensive drängen. Sagen Sie Ihre Meinung, vertreten Sie Ihre Standpunkt und führen Sie Ihre Thesen aus – egal, was der andere Ihnen mit seinen Stressfragen andichten will. „Ich sehe Ihren Punkt, bin aber der Meinung, dass…“ oder „Interessanter Standpunkt. Ich stehe aber auf Folgendem…“

    3. Anstand wahren

      Einen Heißsporn provoziert man nicht ungestraft! Ja, das ist menschlich und auch durchaus verständlich. Aber lassen Sie sich lieber nicht aus der Reserve locken. Werden Sie nicht pampig und erwidern mit einer ebenso unverschämten Retourkutsche! Das zeigt nur, dass Sie dem Druck eben nicht gewachsen sind. Und das erwartet ihr künftiger Arbeitgeber ja schließlich von Ihnen: Dass Sie dem oberdreisten Kunden nicht sofort verbal in die Parade fahren. Na klar: Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Erst recht keine schlüpfrigen Kommentare oder persönliche Beleidigungen. Aber die sind zum Glück so selten wie Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg. Wenn Ihnen das Stressinterview trotzdem zu viel des Guten ist, dann können Sie hinterher immer noch entscheiden, dass Sie für diese Firma lieber nicht arbeiten wollen – und höflich absagen.

    4. Kurz halten

      Stressfragen sind manchmal gemein, manchmal tricky. Auf jeden Fall sind viele nicht so einfach zu beantworten. Das verleitet viele Bewerber dazu, weit auszuholen. Immerhin verschafft man sich so Luft und kann beim Reden denken. Fehler! Lange Ausführungen könnte Ihr Gegenüber zu Gegenfragen nutzen. Kurze und prägnante Antworten sind besser – und wirken selbstbewusster. Ihre Antwort sollten Sie natürlich kurz begründen und erklären, vielleicht anhand eines guten Beispiels. Aber egal, wie Sie auf eine Stressfrage antworten – tragen Sie sie selbstbewusst vor.

    5. Nichts sagen

      Schweigen ist eine unterschätzte Waffe im Vorstellungsgespräch – erst recht im Stressinterview. Erst bombardiert Sie der Personaler mit fiesen Fragen, dann herrscht auf einmal Funkstille. Das verunsichert die meisten Bewerber – und führt zu noch mehr Stress und Selbstzweifeln. In dem Falle spielen Sie das Spiel am besten mit. Erwidern Sie das Schweigen Ihrerseits ebenfalls mit Schweigen. Sie nehmen eine selbstbewusste Haltung ein, halten Blickkontakt und warten ab, bis der Ihr Gesprächspartner wieder das Wort ergreift. Nicht einfach drauflosplappern! Und lassen Sie dabei nicht die Blicke schweifen, bleiben Sie konzentriert. Schweigen erzeugt Druck, und diesem Druck sollen und wollen Sie standhalten. Aber: Sie dürfen natürlich auch selbst etwas sagen, wenn Ihnen etwas Schlagfertiges und Passendes einfällt…

    [Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch beenden: Ihr perfekter Abgang

    Vorstellungsgespraech beenden

    Das Vorstellungsgespräch beenden – klingt einfach, ist aber manchmal ein Balanceakt. Es kann sie im schlimmsten Fall den Job kosten, wenn Sie etwas Unbedachtes sagen oder einen blöden Joke bringen. Dieses Risiko lässt sich minimieren. Und mehr noch: Sie können beim Personaler Eindruck hinterlassen. Das geht am besten durch ein ehrliches „Danke“ – und ein nettes Kompliment…

    Vorstellungsgespräch beenden: So geht’s nicht!

    Das Vorstellungsgespräch lief super. Der Personaler wirkt beeindruckt, Sie fühlen sich prächtig. Wunderbar! Sie hätten den Job auch bekommen, wenn sie nicht so etwas Saudoofes zum Schluss gesagt hätten…

    Der Schluss eines Jobinterviews kann leicht zur Falle werden. Wenn sich der Bewerber seiner Sache zu sicher ist, oder wenn er mental schon abgeschaltet hat und auf dem Heimweg ist. Oder wenn er das Bewerbungsgespräch unbedingt noch mit einem Kracher zum Abschluss krönen will. Das kann mächtig in die Hose gehen.

    10 Dinge, die Sie auf gar keinen Fall sagen sollten, um das Vorstellungsgespräch zu beenden:

    • Vielen Dank nochmal, dass Sie mich überhaupt eingeladen haben!
      (Das tun anscheinend die wenigsten.)
    • Da bin ich aber froh, dass das hier einigermaßen glatt über die Bühne gegangen ist.
      (Normalerweise komme ich nicht unfallfrei aus Vorstellungsgesprächen heraus.)
    • Die Frage mit den Schmetterlingen fand ich aber richtig gemein von Ihnen.
      (Sie haben sie ja auch mehr schlecht als recht beantwortet.)
    • Wie fanden Sie mich denn so?
      (Kein Kommentar)
    • Zum Glück habe ich vorher den Bewerbungsratgeber von Mr. X gelesen.
      (Hat aber auch nicht geholfen.)
    • Die Fragen waren ja viel einfacher, als ich befürchtet hatte.
      (Und Ihre Antworten viel schlechter, als wir erhofft hatten.)
    • Das lief alles in allem super, oder?
      (Eigenlob stinkt.)
    • Puh, ich dachte, das Interview dauert ewig.
      (So unwohl haben Sie sich gefühlt?)
    • So, war’s das mit der Löcherei?
      (Ist das witzig gemeint oder einfach nur unverschämt?)
    • Prima. Jetzt muss nur noch mein nächstes Vorstellungsgespräch genauso gut laufen, dann ist mein Wochenende gerettet.
      (Na, dann wünschen wir viel Glück.)

    Vorstellungsgespräch beenden: Diese Themen ansprechen!

    Am Ende des Vorstellungsgesprächs sind meist noch nicht alle Fragen geklärt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese anzusprechen. Zum Beispiel können Sie klären, wie der weitere Ablauf ist, wie lange der Auswahlprozess voraussichtlich dauern wird und wann sie eine Antwort erwarten können.

    Konkret fragen können Sie etwa so:

    • Was sind die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?
    • Wann kann ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen?
    • Darf ich Sie bei möglichen Rückfragen kontaktieren?

    Aber bauen Sie bitte keinen Druck auf. Es versteht sich von selbst, dass der Bewerbungsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie also nicht drei Tage später schon wieder an und fragen Sie nach dem aktuellen Stand. Faustregel: Zwei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich erkundigen – vorher nicht.

    In vielen Unternehmen dauert der Auswahlprozess noch weitaus länger. Manchmal mahlt die firmeninterne Bürokratie langsam, oder Personalverantwortliche sind erkrankt. Das sollte Sie nicht dazu veranlassen, genervt zu reagieren. Bleiben Sie höflich, freundlich und verständnisvoll. Etwas anderes bleibt Ihnen ehrlicherweise ja auch gar nicht übrig…

    Sind alle Fragen geklärt, verabschieden Sie sich – mit einem genauso festen Händedruck wie zu Beginn des Jobinterviews. Also nochmal Haltung annehmen, Augenkontakt suchen und die Hand geben. Und dann machen Sie sich von dannen – aber ohne sich nochmal umzuschauen. Sie gehen also steten Schrittes zur Treppe oder zum Aufzug und werfen nicht noch mal einen Blick nach hinten. Das wirkt unsicher und unsouverän.

    Geheimtipp: Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich auch noch explizit beim Assistenten, Pförtner oder der Empfangskraft verabschieden. Die freuen sich über gute Manieren – und erwähnen sie möglicherweise mal im Gespräch mit Ihrem künftigen Abteilungsleiter…

    Vorstellungsgespräch beenden: So machen Sie’s richtig

    Klare Empfehlung: Mit diesen Worten können Sie das Vorstellungsgespräch beenden.

    • Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich fast eine ganze Stunde Zeit für unser Gespräch genommen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen.
      (Drückt Wertschätzung aus. Extrem positiv.)
    • Sie haben sich exzellent auf das Gespräch vorbereitet. Ich hoffe, dass ich Sie genauso überzeugen konnte.
      (Jeder hört gerne Komplimente, auch Personaler. Berechtigt sollte das Kompliment aber schon sein.)
    • Sie haben mir ein sehr genaues Bild vermittelt, was mich im Unternehmen erwartet. Ich kann mir das schon sehr konkret vorstellen und muss sagen: Die Vorstellung gefällt mir.
      (So signalisieren Sie, dass Sie weiterhin sehr interessiert sind an der Stelle.)
    • Ich bin mit großen Erwartungen gekommen und muss sagen: Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich kann mir den Job wirklich sehr gut vorstellen.
      (Positives Feedback und Interesse am Job.)
    • Sie haben Fragen gestellt, die mir bislang im Vorstellungsgespräch noch nie gestellt wurden. Das war auch für mich sehr spannend.
      (Wenn das Jobinterview einen Lerneffekt für den Bewerber hatte, muss der Personaler seine Sache gut gemacht haben.)
    • Sie haben meine Fragen sehr ausführlich beantwortet. Das fand ich sehr gut.
      (Ein Kompliment. Und einen Informationsgewinn gab es auch noch.)
    • Ich habe viel über das Unternehmen erfahren. Das gefällt mir alles wirklich sehr gut.
      (Hier ist das Lob umfassender und richtet sich quasi an das gesamte Unternehmen.)
    • Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gespräche mit den anderen Bewerbern.
      (Zeigt Realismus und Stil.)

    Sie müssen Ihren Gesprächspartner am Ende aber gar nicht mit Lob und Komplimenten überschütten. Erst recht nicht, wenn er sich das gar nicht verdient hat. Aber: Auf einen Dank und eine Höflichkeitsformel sollten Sie in keinem Fall verzichten. Das geht ganz einfach so:

    • Es war schön, mit Ihnen zu sprechen. Vielen Dank.
    • Ich habe mich hier wirklich sehr wohl gefühlt.
    • Danke für das angenehme Gespräch.
    • Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Sie von mir wissen wollen, melden Sie sich gerne bei mir.
    • Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und freue mich, dann bald von Ihnen zu hören.

    Vorstellungsgespräch beenden: Was Sie danach tun können

    Das Jobinterview ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit des Wartens. Untätig bleiben müssen bzw. sollten Sie aber nicht. 3 Dringe, die Sie anschließend tun können:

    1. Dankschreiben

      In Deutschland eher unüblich, aber trotzdem eine schöne Geste. Sie sollten allerdings kein langatmiges Essay verfassen, dafür hat kein Personaler Zeit. Und komisch wirken kann es auch. Schreiben Sie stattdessen eine kurze E-Mail, in der Sie sich für das angenehme Gespräch bedanken und betonen, dass Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind. Möglicherweise können Sie im Rahmen der Mail auch offen gebliebene Fragen aus dem Jobinterview beantworten. Und bieten Sie die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für den Fall an, dass das Unternehmen noch Rückfragen hat. Vergessen Sie die Höflichkeitsfloskeln nicht: „Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen.“ „Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.“

    2. Jobsuche

      Das Vorstellungsgespräch lief gut – und es fand sogar bei Ihrem Traumarbeitgeber statt. Das ist toll! Aber Sie sollten nicht naiv sein und annehmen, dass Sie die Stelle schon so gut wie sicher hätten. Bleiben Sie aktiv und schauen sich weiter nach Jobs um! Alles andere wäre unklug. Sie sollten auch weiterhin Einladungen zu anderen Jobinterviews annehmen und sich professionell vorbereiten. Am Ende können Sie womöglich aus mehreren Alternativen wählen. Für die Stellensuche gilt: Je mehr Alternativen, desto besser. Dann können Sie alle Optionen gegenüberstellen und sich für diejenige entscheiden, die Ihnen die meisten Vorteile und besten Rahmenbedingungen verspricht.

    3. Ultimatum

      Nein, ein Ultimatum setzen sollten Sie natürlich nicht. Obwohl, durch die Hintertür vielleicht schon. Es gibt nämlich Unternehmen, die es nicht mal für nötig halten, überhaupt Absageschreiben zu verschicken. Wenn Sie wochen- oder monatelang nichts gehört haben, dann fassen Sie einfach nach – am besten in Form einer E-Mail. Wenn Sie aufs Ganze gehen wollen, dann können Sie die Mail so formulieren: „Ich habe mehrere Jobangebote vorliegen, bin aber weiterhin sehr daran interessiert, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Würden Sie mir kurz mitteilen, wann ich mit einer Entscheidung Ihrerseits rechnen kann?“ Dadurch erhöhen Sie Ihren Marktwert und die Wahrscheinlichkeit, alsbald eine Antwort zu erhalten. Das hilft bei der weiteren Planung – so oder so.

    Vorstellungsgespräch vorzeitig beenden – ja oder nein?

    Klare Antwort: Nein! Brechen Sie ein Vorstellungsgespräch als Bewerber nicht ab – höchstens in absoluten Extremsituationen. Warum auch? Sie haben die Zeit für das Jobinterview ja schon freigemacht. Durch jedes Vorstellungsgespräch lernen Sie dazu, machen Erfahrungen, sammeln Wissen.

    Beenden Sie es auch dann nicht vorzeitig, wenn Ihr Gesprächspartner schlecht vorbereitet ist, Ihre Fragen nicht beantworten kann oder zwischenzeitlich sogar telefoniert. Oder wenn Sie ihn partout nicht leiden können. Ob Sie mit dieser Person je wieder zusammenarbeiten werden, ist ja gar nicht sicher. Vielleicht verlässt er oder sie in zwei Monaten das Unternehmen oder oder oder…

    Wer vorzeitig abbrecht,

    • … erhält kein Jobangebot
    • … wird nicht weiterempfohlen
    • … ist schlicht unhöflich

    Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen Sie das Gespräch vorzeitig beenden sollten. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Gesprächspartner anzügliche Bemerkungen über Sie macht oder Sie persönlich beleidigt – aus welchem Grund auch immer.

    Achtung: Es gibt Arbeitgeber, die stehen auf Stressfragen im Vorstellungsgespräch, wollen den Bewerber bewusst unter Druck setzen.

    Das müssen Sie versuchen zu erkennen. Beispiel: Der Personaler fragt Sie: „Warum sind Sie denn ausgerechnet in diesem Aufzug hier erschienen?“ Will er herausfinden, wie Sie in solchen Situationen reagieren oder ist er einfach nur unverschämt? Entscheiden Sie selbst…

    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gut reinkommen!

    Vorstellungsgespraech Begrueßung

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Dass Sie nicht wortlos an Ihrem Gastgeber vorübergehen, versteht sich von selbst. Aber was sagt man eigentlich am besten, wenn man zum Vorstellungsgespräch erscheint? Hi oder Wie geht’s? Das ist gar nicht so unwichtig, wie Sie vielleicht denken. Der erste Eindruck zählt bekanntlich. Und die Begrüßung prägt den ersten Eindruck. Auf eine Sache sollten Sie dabei besonders achten…

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: So machen Sie’s richtig

    Die Basics beim Vorstellungsgespräch sind: Seien Sie pünktlich. Schalten Sie das Smartphone aus. Nehmen Sie eine Kopie Ihrer Bewerbungsunterlagen in Ihrer Tasche mit. Lächeln Sie oft. Das macht sympathisch.

    Ach ja, und sorgen Sie für frischen Atem. Wer ein unangenehmes Aroma aus dem Rachenraum versprüht, bringt jeden Personaler gegen sich auf – garantiert! Mindestens im Unterbewusstsein. Mundgeruch – das klingt nach einem Unfall, einem Ausrutscher, einem lästigen Detail. In Wahrheit kriegen Sie den Job nicht, wenn Sie mit Mundgeruch ins Vorstellungsgespräch gehen. Warum? Aus diesen 3 Gründen:

    1. Sie wirken ungepflegt. Und Ungepflegtheit assoziiert man mit fehlendem Einsatz, fehlender Detailtreue, Genauigkeit und Sorgfalt. Kurzum: mit vielen Eigenschaften, die man auch am Arbeitsplatz nicht gebrauchen kann.
    2. Sie wirken abschreckend. Wenn Sie schon ins Vorstellungsgespräch mit Mundgeruch gehen, wie sieht dann der Arbeitsalltag mit Ihnen aus? Oder besser gesagt: Wie riecht er? Eine abschreckende Vorstellung für jeden, der mit Ihnen an einem Tisch sitzt.
    3. Sie sind nicht vorbereitet. Zu einer guten Vorbereitung gehören vernünftige Klamotten, geschnittene Fingernägel und… richtig, ein frischer Atem. Das kann man erwarten. Wer sich nicht vorbereitet, will den Job gar nicht so richtig. So jedenfalls kommt es an.

    Darum: Putzen Sie sich noch mal die Zähne, bevor Sie sich auf den Weg machen. Stecken Sie auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch ein Kaugummi in den Mund, aber nehmen es kurz vorher bitte auch wieder heraus. Und ein, zwei Menthol-Bonbons können ebenfalls nicht schaden.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gefühle zeigen!

    Spielen Sie beim Vorstellungsgespräch nicht Mr. oder Mrs. Cool. Wer zu abgebrüht rüberkommt, bekommt den Job nicht. Das haben Wissenschaftler der Universität Texas herausgefunden. Denn: Wer zu cool wirkt, dem mangelt es augenscheinlich an Empathie. Das ist jedenfalls das Bild, das beim Gesprächspartner erzeugt wird. Und Empathie ist ein Top-Skill auf dem Arbeitsmarkt von heute.

    Aber es gibt noch einen weiteren Grund, seine Gefühle nicht vollends zu unterdrücken. Selbstbeherrschung ist so kraftraubend, dass das eigene Erinnerungsvermögen darunter leidet. Daher können sich Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, hinterher schlechter an Einzelheiten aus einem Gespräche erinnern.

    Die wissenschaftliche Erklärung lautet so: Wenn man cool sein möchte, ist man stark mit sich selbst beschäftigt. Man denkt fortwährend über das eigene Verhalten nach und darüber, wie es auf den Gesprächspartner wirkt und wie man es unter Kontrolle behält. Das führt dazu, dass die weiteren Hirnkapazitäten limitiert sind.

    Was allerdings nicht bedeutet, dass Bewerber ihren Gefühlen im Vorstellungsgespräch freien Lauf lassen sollten. Die eigenen Emotionen nicht unterdrücken, aber dosieren – das könnte die richtige Strategie sein. Wer sich etwa vor dem Jobinterview bewusst macht, letztlich nichts zu verlieren zu haben, geht freier und entspannter in das Gespräch – und kann sein Potenzial ausschöpfen.

    Grundsätzlich gilt: Zeigen Sie Ihre Freude darüber, dass Sie hier sind, dass Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden! Das kommt bei jedem Personaler gut an.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: 6 Tipps

    1. Reihenfolge beachten

      Die meisten Bewerber stellen sich reihum vor. Das ist in der Regel auch völlig in Ordnung so. Wer es aber ganz korrekt machen will, achtet auf die Reihenfolge. Zuerst wird die ranghöchste Person im Raum begrüßt, sogar dann, wenn eine Dame anwesend ist. Dann gilt: Ältere Personen begrüßt man vor jüngeren und Damen vor Herren. Allerdings ist dieser Knigge-Tipp in Zeiten flacher werdender Hierarchien und Gleichberechtigung durchaus diskutabel.

    2. Hand geben

      Der perfekte Handschlag dauert drei bis vier Sekunden. Nicht ewig lange, aber auch nicht sofort wieder wegziehen! Vor allem fest muss der Händedruck sein. Nicht einfach nur die Hand hinhalten, sondern zudrücken – aber auch wiederum nicht zu heftig. Das gilt insbesondere auch für Frauen. Sie profitieren Studien zufolge noch mehr von einem festen Händedruck als Männer. So schwer ist das nicht: Stellen Sie sich gerade hin, für Körperspannung sorgen, in die Augen Ihres Gesprächspartners blicken und die Hand geben. Wohlgemerkt GEBEN, nicht wie einen Milchshake schütteln!

    3. Sich vorstellen

      Während des Händedrucks stellen Sie sich vor – mit Ihrem Vor- und Zunamen. „Schönen guten Tag, mein Name ist Max Mustermann.“ Am besten, Sie bedanken sich dabei noch einmal für die Einladung. „Vielen Dank für die Einladung.“ Wahrscheinlich wird sich Ihr Gesprächspartner auch mit seinem Namen vorstellen. Dann ist es sinnvoll, diesen noch mal zu wiederholen. „Hallo Herr Meyer, freut mich, Sie kennenzulernen.“ Und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Gesprächspartner. Nicht den Blick schweifen lassen, in die Luft oder über die Schultern Ihres Gegenübers gucken. Wenn Sie das Gefühl vermitteln, gedanklich schon wieder weiter zu sein, kommt das schlecht an. Es ist wie bei einem Date. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, nur Augen und Ohren für ihn zu haben.

    4. Namen merken

      Wenn Sie konkret wissen, wer mit Ihnen das Vorstellungsgespräch führen wird, dann merken Sie sich unbedingt den oder die Namen. Und zwar so, dass Sie sie auch richtig aussprechen. Wenn Sie bei der Begrüßung dann alle Anwesenden richtig mit ihren Namen anreden, dann kommt das unheimlich gut an. „Guten Morgen, Frau Schröder. Guten Morgen, Herr Weber.“ Das zeigt, dass Sie sich vorher Mühe gemacht haben und nicht völlig planlos ins Jobinterview gehen.

    5. Platz nehmen

      Das Gröbste ist überstanden. Aber Obacht: Begehen Sie nicht den Fehler, sich jetzt unvermittelt hinzusetzen. Bleiben sie erst noch einen Moment stehen und warten Sie darauf, dass man Ihnen einen Platz zuweist oder Sie verbal bittet, Platz zu nehmen. Alles andere wäre unhöflich – und durchaus als grober Schnitzer zu bewerten.

    6. Plaudern

      Vielleicht haben Sie zu Beginn alles richtig und überhaupt keine Fehler gemacht. Und doch haben Sie das Gefühl, dass die Atmosphäre angespannt und die Distanz zwischen Ihnen groß ist. Wenn dem so ist, dann dürfen Sie es gerne mit Smalltalk versuchen. Eine kleine Anekdote kann die Stimmung lockern – aber bitte keine große Geschichten auspacken. Irgendetwas, das zur Situation passt; wie abenteuerlich Ihr Hinweg war, dass Sie das Wetter heute Morgen positiv überrascht hat oder dass Sie gerade schnell noch einen Donut eingeworfen haben, weil Sie noch gar nichts gefrühstückt hatten. Irgend so etwas in der Richtung. Vielleicht ein kleines amüsantes Geschichtchen (aber um Himmels willen nichts Schlüpfriges)!

    Und wenn Sie der Typ Nervenbündel sind, dann versuchen Sie es vor dem Vorstellungsgespräch mal mit Lockerungsübungen. Gehen Sie auf die sanitären Anlagen, schütteln Arme und Beine aus, um sich aufzulockern. Auch Atemübungen helfen. Tief ein- und tief wieder ausatmen. Dann noch mal die Krawatte richten, Bluse oder Hemd geraderücken. Das gibt Sicherheit und lässt Sie gleich viel souveräner erscheinen.

    Wie Sie die Visitenkarte richtig entgegennehmen

    Vorstellungsgespraech Begrueßung VisitenkarteVielleicht werden Sie und Ihr Interviewer Visitenkarten austauschen (wenn auch nicht gleich bei der Begrüßung). Bei Bewerbungsgesprächen ist das insbesondere auf Führungsebene der Fall.

    Wichtig ist, dass Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers nicht einfach in der Tasche verschwinden lassen. Das wäre extrem unhöflich. Nehmen Sie die Karte entgegen, werfen Sie einen Blick darauf und behalten Sie sie für eine Weile in der Hand. Wenn möglich, legen Sie die Karte gut sichtbar vor sich auf den Tisch. Später verstauen Sie sie dann sorgfältig in Ihren Unterlagen – und schieben Sie nicht einfach gedankenlos in die Gesäßtasche.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Das können Sie sagen

    Diese Satzbausteine können Sie bei der Begrüßung im Vorstellungsgespräch verwenden und kombinieren (mit den richtigen Namen, versteht sich):

    • Guten Morgen, Frau Meyer. Mein Name ist Hans Klein.
    • Guten Tag, Herr Müller. Mein Name ist Max Mustermann.
    • Hallo, Herr Groß. Ich bin Roland König.
    • Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Herr Müller.
    • Guten Tag, Herr Weber. Sehr, sehr schöne Räumlichkeiten, die Sie hier haben (sofern das der Wahrheit entspricht).
    • Ich freue mich wirklich sehr, hier zu sein.
    • Es ist schön, hier zu sein.
    • Ich freue mich sehr, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Danke für die Einladung, Herr Müller.
    • Ich freue mich, Sie endlich auch persönlich kennenzulernen, Herr Müller.
    [Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So finden Sie einen Job

    Langzeitarbeitslose Bewerbung

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Auf dem Arbeitsmarkt gelten Langzeitarbeitslose nicht gerade als Juwelen. Ihnen fehlt die Erfahrung und – das zumindest glauben viele Arbeitgeber – auch die Einstellung. In Wahrheit verbessern sich ihre Perspektiven momentan rasant. Der Mangel an Fachkräften und geeignete Fördermaßnahmen sind zwei der Gründe. Einfach aber ist es deswegen nicht, nach einer langen Auszeit wieder beruflich durchzustarten. Bei ihrer Bewerbung sollten Langzeitarbeitslose einen Punkt ganz nach vorne stellen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Gegen diese Vorurteile kämpfen Sie

    Für Langzeitarbeitslosigkeit gibt es viele Gründe. Psychische Probleme oder Krankheiten zum Beispiel. Häufig sind es aber die selbst verschuldeten Gründe, die in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren. Wenn jemand, so drückt es der Volksmund gerne aus, mit seinem A… nicht hoch kommt. Langzeitarbeitslose müssen daher mit diesen (Vor-)Urteilen leben:

    • Sie sind faul und haben keine Lust zu arbeiten.
    • Ihnen fehlen grundlegende Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz, Disziplin und Lernbereitschaft.
    • Sie haben keine oder kaum verwertbare Qualifikationen und sind auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht zu gebrauchen.
    • Sie sind nicht teamfähig und ihnen fehlen soziale Skills.

    Klar ist: Für Langzeitarbeitslose gibt es ein soziales Sicherungsnetz. Hartz IV war – und ist – hoch umstritten, aber trotz allem ein Auffangnetz, das vor dem Schlimmsten bewahrt. Mit Hartz IV verbinden viele aber Drangsalierung, Stigmatisierung, Erniedrigung und Demütigung. Höchste Zeit, also, um aus diesem System auszubrechen.

    Denn die wichtigste Erkenntnis lautet: Aus Langzeitarbeitslosigkeit kann man entkommen. Und psst! Sogar dann, wenn Sie vorher wirklich zu faul waren…

    Dazu ist es wichtig, dass Sie als Langzeitarbeitsloser all die negativen Zuschreibungen, die an Ihnen haften, nicht akzeptieren. Viele Arbeitgeber werden Ihnen mit Vorurteilen begegnen.

    Beschränken Sie sich nicht darauf, sich für Ihre lange Auszeit zu rechtfertigen. So bleiben Sie stets in der Defensive. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten (und wenn es nur Ihr unbändiger Wille ist, endlich wieder arbeiten zu gehen und eigenes Geld zu verdienen) und richten Sie den Blick in die Zukunft. Das ist ganz wichtig. Mit einer durchdachten und authentischen Bewerbung können Sie auch als Langzeitarbeitsloser potenzielle Arbeitgeber von sich überzeugen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So arbeiten Sie mit dem Jobcenter zusammen

    Für Jobcenter-Kunden sind die Auflagen teilweise sehr umfangreich. Wer sich nicht an sie hält, dem drohen Rückzahlungen. Allein im Jahr 2018 haben die Jobcenter in Deutschland fast 2,6 Milliarden Euro von Hartz IV-Empfängern zurückverlangt.

    Für Bewerber ist es wichtig, Engagement zu zeigen und durchgängig mit dem zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter zu kommunizieren.

    Das sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:

    • Sortieren Sie alle Unterlagen, die für das Jobcenter relevant sind, und legen Sie sie gut geordnet ab.
    • Dokumentieren und kopieren Sie alle Anträge, die Sie abgegeben haben.
    • Lassen Sie sich die persönliche Abgabe von Anträgen bestätigen – und zwar schriftlich.
    • Reden Sie mit Ihrem Sachbearbeiter von Anfang an offen und ehrlich über Ihre Situation und Ambitionen.
    • Lesen Sie sich die Flyer und Infomaterialien durch, die im Jobcenter ausliegen.
    • Fragen Sie Ihren Sachbearbeiter schon zu Beginn, welche Nachweise er benötigt.
    • Klären Sie vorab, was Ihr Sachbearbeiter von Ihnen erwartet.
    • Besprechen Sie Ihre Strategie und Ausrichtung mit Ihrem Sachbearbeiter.
    • Bewahren Sie alle Bewerbungen auf.
    • Informieren Sie Ihren Sachbearbeiter über alle Vorstellungsgespräche, die Sie führen.
    • Geben Sie alle Veränderungen, die sich für Sie ergeben, schnell an Ihren Sachbearbeiter weiter.
    • Sprechen Sie ab, wie und über welche Kanäle Sie für das Jobcenter erreichbar sein sollen.
    • Informieren Sie sich über mögliche Förderungen und sprechen Ihren Sachbearbeiter darauf an.
    • Suchen Sie regelmäßig den Kontakt zu Ihrem Sachbearbeiter.
    • Besprechen Sie mit Ihrem Lebenspartner das Vorgehen.

    Denn darauf kommt es letztlich an: Arbeiten Sie mit Ihrem Sachbearbeiter zusammen. Er oder sie hat ein Interesse daran, Sie wieder in Arbeit zu bringen. Gemeinsam kann es funktionieren. Aber, und das gehört auch zur Wahrheit: Verlassen Sie sich bitte NICHT darauf, dass Ihr Sachbearbeiter das schon regeln und Ihnen einen neuen Job aus dem Hut zaubern wird.

    Denn selbst wenn er oder sie hochmotiviert ist – und das sind entgegen mancher Vorurteile in der Tat sehr viele Mitarbeiter – fehlen oft die Kapazitäten. Ein Jobcenter betreut viele Arbeitslose und kann nicht immer individuell auf jeden Einzelnen eingehen. Nicht jeder Job, der Ihnen angeboten wird, passt zu Ihnen. Also ist es besser, Sie ergreifen selbst die Initiative.

    Das fängt schon bei der Informationsbeschaffung an. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Sachbearbeiter Ihnen alle relevanten Informationen im Gespräch mitteilen wird. Das übersteigt seine Möglichkeiten. Vermutlich wird er Sie auf die ausliegenden Broschüren oder auf die Homepage der Bundesagentur für Arbeit verweisen.

    Das wäre also Schritt eins: Informieren Sie sich eigenhändig. Welche Fördermaßnahmen gibt es? Wo kann ich nach Jobs suchen? Welche Bewerbungsstrategien sind erfolgversprechend? Wie kann ich meine Perspektiven verbessern? Welche Optionen habe ich? Und was passiert, wenn ich zwischenzeitlich die Lust verliere und gar nicht mehr mitwirke? Wer seine Rechte und Pflichten kennt, wird später nicht auf dem falschen Fuß erwischt.

    Nehmen Sie sich die Infobroschüren aus der BA mit nach Hause und lesen Sie sie in einer ruhigen Minute durch. Surfen Sie auf die offizielle Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Und natürlich helfen auch wir bei Karrieresprung Ihnen bei der Jobsuche. Sie können auch gerne in allen möglichen Online-Foren stöbern, sollten sich aber auf die Infos nicht verlassen. Sie sind oft sehr subjektiv und von Einzelfällen geprägt, die man nicht immer verallgemeinern kann.

    Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen Job!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen JobGrundsätzlich sind 44 Prozent der Betriebe in Deutschland bereit, einen Langzeitarbeitslosen einzustellen. 34 Prozent würden einen Bewerber in Erwägung ziehen, wenn er nicht länger als zwölf Monate ohne Job war. 14 Prozent würden einen arbeitslosen Bewerber gar nicht berücksichtigen. Das sagte eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2018. Damit ist die Bereitschaft, einen Langzeitarbeitslosen anzuheuern, innerhalb von fünf Jahren um elf Prozentpunkte gestiegen.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Diese Strategien versprechen Erfolg

    Als Langzeitarbeitsloser stehen Sie vor drei wesentlichen Problemen:

    1. Vorurteile

      Sie müssen die Arbeitgeber von sich überzeugen – vor allem von Ihrer Motivation, überhaupt arbeiten zu wollen. Die Vorurteile gilt es zu durchbrechen. Sie müssen zeigen, dass Sie „heiß“ sind und endlich wieder auf eigenen Beinen stehen wollen.

    2. Leistungsfähigkeit

      Es geht nicht nur ums Wollen, auch ums Können. Sind Sie belastbar? Schaffen Sie es, acht Stunden am Stück durchzuhalten – jeden Tag? Nur wenn die Antwort Ja lautet, wird das Interesse des Arbeitgebers steigen. Wie Sie ihn überzeugen können: durch ehrenamtliches Engagement, Teilzeit- und 450-Euro-Jobs. Im Zweifel sollten Sie ihm private Projekte präsentieren, die Sie erfolgreich zu Ende gebracht haben, und sei es ein größeres Heimwerkerprojekt.

    3. Qualifikationen

      Vorausgesetzt, Sie verfügen über gute Qualifikationen. Einen Top-Job zu ergattern dürfte aufgrund Ihrer Langzeitarbeitslosigkeit dennoch schwierig werden. Sie müssen den Arbeitgeber überzeugen, dass Sie sich für die angebotene Stelle nicht zu schade sind. Dass Sie mit dem Einsteigerjob zufrieden sind und wieder Anschluss finden wollen – Überqualifizierung hin oder her.

    Alle drei Probleme hängen miteinander zusammen. Man traut Ihnen möglicherweise nicht zu , den Job zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten ausfüllen zu können.

    Sie sollten also erstens Ihre Motivation zum Ausdruck bringen. Zweitens sollten Sie Arbeitserfahrungen der jüngeren Zeit ins Spiel bringen. Welche das sind, ist erstmal zweitrangig. Es kann sich um Fördermaßnahmen, Mini-Jobs, ehrenamtliche oder private Projekte handeln. Hauptsache, Sie zeigen, dass Sie das Arbeiten nicht verlernt haben. Und drittens gilt es herauszuarbeiten, dass Sie den Einstieg unbedingt wieder schaffen wollen – auch wenn Sie für den Job formal überqualifiziert sein sollten.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Zuverlässigkeit schlägt alle!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Zuverlässigkeit schlägt alleWenn Sie sich als Langzeitarbeitsloser bewerben, dann betonen Sie vor allem Ihre Zuverlässigkeit! Und beweisen Sie sie auch, indem Sie zum Beispiel pünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen und Zusagen einhalten (z.B. zurückrufen, Unterlagen nachreichen). Zuverlässigkeit war den Arbeitgebern laut einer IAB-Umfrage von 2018 von allen Charaktereigenschaften und Kompetenzen am wichtigsten. An zweiter Stelle folgte Motivation, an dritter die fachliche Qualifikation.

    Das ist Arbeitgebern bei Langzeitarbeitslosen am wichtigsten, in dieser Reihenfolge:

    1. Zuverlässigkeit
    2. Arbeitsmotivation
    3. Fachliche Qualifikation
    4. Engagement
    5. Teamfähigkeit
    6. Belastbarkeit
    7. Flexibilität
    8. Soziale Kompetenz
    9. Disziplin

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Keine Geheimniskrämerei

    Es nützt Ihnen gar nichts, die Langzeitarbeitslosigkeit zu verheimlichen. Sie sollten im Lebenslauf und Anschreiben offen damit umgehen. Das schließt keineswegs aus, die lange Zeit der Erwerbslosigkeit mit anderen Inhalten im Lebenslauf zu füllen. Möglicherweise haben Sie Praktika absolviert, Weiterbildungen oder Fördermaßnahmen besucht, ehrenamtlich in der Suppenküche geholfen. All das macht sich gut im Lebenslauf.

    Ihre wichtigsten Erfolge und Projekte während der Langzeitarbeitslosigkeit können Sie im Anschreiben herausarbeiten. Und die Stationen, die Sie vor der Arbeitslosigkeit hatten, sollten ebenfalls einen prominenten Platz einnehmen. Der Arbeitgeber soll das Gefühl bekommen, dass hier ein Schatz darauf wartet, gehoben zu werden. Dass er mit Ihnen einen Glückstreffer landen kann – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gehen immer mehr Unternehmen unkonventionelle Wege.

    Das gilt auch für Zeitarbeitsunternehmen. Diese können speziell für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose eine echte Option sein. Viele spekulieren auf den Klebeeffekt. Der Grundgedanke dahinter: Wenn Sie im Unternehmen als Zeitarbeiter überzeugen, dann wird Sie die Firma irgendwann fest übernehmen.

    Natürlich gibt es auch die Art von Unternehmen, die es nur auf billige Arbeitskräfte abgesehen hat und gar kein Interesse an einer Übernahme hat. Aber das ist vorher nicht immer einfach zu erkennen. Aber auch wenn es mit der Übernahme nicht klappt: Ihre Arbeitserfahrungen in der Zeitarbeit können Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

    Und noch ein Tipp: Wenn Sie wegen einer Krankheit langzeitarbeitslos gewesen sein sollten, dann legen Sie Ihren Bewerbungen ein ärztliches Attest bei, das Ihre Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit bescheinigt.

    Auch könnten Sie einem interessierten Unternehmen von sich aus einen befristeten Vertrag anbieten. Damit signalisieren Sie: Ich will unbedingt wieder Fuß fassen. Wenn du, lieber Arbeitgeber, mir die Chance gibst, trägst du nur ein überschaubares Risiko – und kannst den Vertrag im Zweifel einfach auslaufen lassen. Im Erfolgsfall aber winkt die Entfristung.

    Dieses neue Förderprogramm hilft Langzeitarbeitslosen

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Dieses neue Förderprogramm hilft LangzeitarbeitslosenVerstärkt will auch die Bundesagentur für Arbeit Langzeitarbeitslosen helfen. Die Große Koalition hatte 2018 die Voraussetzungen für das Programm Sozialer Arbeitsmarkt geschaffen und vier Milliarden Euro für fünf Jahre bereitgestellt.

    Dabei handelt es sich um ein Kombilohnmodell. Der Arbeitgeber erhält Lohnkostenzuschüsse, wenn er Langzeitarbeitslose einstellt. Den Teilnehmern soll es als Jobbrücke dienen. Schon sechs Monate nach dem Start spricht die BA von einer „Erfolgsgeschichte“. Seitdem sei es gelungen, 21.300 Langzeitarbeitslose in öffentlich geförderte Jobs zu vermitteln. Insgesamt sollen sogar 150.000 Menschen von dem Programm profitieren.

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Anlagen Bewerbung: Diese gehören hinein

    Anlagen Bewerbung

    Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

    Anlagen Bewerbung: Das ist wichtig

    Zunächst sollten Ihre Anlagen in der Bewerbung eine logische Reihenfolge aufweisen. Dafür gibt es das Anlagenverzeichnis. Hier führen Sie auf, welche Anlagen Sie beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

    Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

    • Chronologisch: Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und sonstigen Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.
    • Synchron: Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie schreiben also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben.

    Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.

    Anlagen Bewerbung: Die gehören hinein

    Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

    • Schulabschlusszeugnisse
    • Ausbildungszeugnisse
    • Praktikumszeugnisse oder -nachweise
    • Arbeitszeugnisse
    • Auslandszeugnisse (mit beglaubigter Übersetzung)
    • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
    • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
    • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
    • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
    • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

    Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgeber gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

    Anlagen Bewerbung: Arbeitszeugnis nicht vergessen!

    Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

    Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

    Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beigelegt ist. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

    Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

    Anlagen in der Bewerbung: Diesen Zweck haben sie

    Tipp: Senden Sie stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

    Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung andererseits nicht mit Anlagen. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Abr welche sind das? Dazu muss man sich zunächst folgende Fragen stellen:

    Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

    Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn die Anlagen wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können Sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

    Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

    Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

    Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang im Beruf sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich.

    Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

    Anlagen Bewerbung: Wie viele sind zu viel?

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalentscheiders: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

    Außerdem: Sie selbst sparen Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

    Diese Anlagen gehören hinein:

    • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, mittlere Reife oder Hauptschulabschluss bei.
    • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
    • Nicht mehr als zwei Referenzen. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.

    Anlagen Bewerbung: Ehrlich bleiben!

    Anlagen Bewerbung EhrlichkeitEhrlich währt am längsten. Ja, die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

    Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, dann fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

    Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich schon.

    E-Mail-Bewerbung: Tipp für die Anlagen

    Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

    1. PDF-Dokument

      Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

    2. Titel

      Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

    3. Dateigröße

      Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

    4. Kontrolle

      Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

    Alles Anlagen oder was?

    Anlagen Bewerbung AnhangSie können im Lebenslauf von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

    • Anlagen
    • Anlagenverzeichnis
    • Inhalt
    • Anhang
    [Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

    Jobwechsel begründen: Diese Argumente sitzen

    jobwechsel begruenden

    Wer seinen geplanten Jobwechsel begründen kann, verbessert seine Aussichten. Denn natürlich will der Personaler wissen, warum Sie denn überhaupt bei ihm landen wollen. Ist es das dicke Gehalt? Oder der Status, der mit dem neuen Job verbunden ist? Manche Argumente sind nachvollziehbar, andere dreist. Jobwechsel begründen: So gelingt’s…

    Jobwechsel begründen: Das muss sein!

    Ein banaler Jobwechsel löst heute nur noch Schulterzucken aus. So what? Nur wer den Arbeitgeber wechselt, kann einen Gehaltssprung machen oder eine ganz neue Branche kennenlernen.

    Damit wären wir schon bei zwei der wichtigsten Argumente für einen Jobwechsel. Aber sollten Sie das Geld als Wechselmotivation auch nennen? Lieber nicht. Einen Grund aber sollten Sie schon angeben, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das interessiert ihn wahrscheinlich mehr als alles andere.

    Liefern Sie KEINEN Grund mit, könnte dies den Verdacht wecken, dass Sie kurz vor einer Kündigung stehen. Oder dass Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommen. Oder dass es Ihnen wirklich einfach nur ums Geld geht. Das sind keine Argumente, die einen Personaler überzeugen. Legen Sie sich also einen guten Grund zurecht, um …

    • Ihre Motivation glaubwürdig zu transportieren
    • klar zu machen, was Sie an der Stelle reizt
    • zu verdeutlichen, dass Sie langfristig im neuen Unternehmen bleiben wollen

    Aber rechtfertigen Sie sich um Gottes willen nicht. Das kommt häufiger vor, als Sie glauben – vor allem dann, wenn der Personaler aktiv danach fragt. Begründen und argumentieren Sie, aber rechtfertigen Sie sich nicht! Das wirkt so, als hätten Sie ein schlechtes Gewissen. Warum sollten Sie das haben? Auch die vorweggenommene Entschuldigung ist ein häufiger Fehler, der taktisch unklug ist.

    Jobwechsel begründen: Damit sind Sie erfolgreich

    Ein Jobwechsel führt meist dann zum Erfolg, wenn mit ihm ein klares Ziel verbunden ist. Zum Beispiel das Ziel, in einer anderen Branche Fuß zu fassen oder ein Team aufzubauen. Wer dagegen vor Problemen davonläuft und einfach nur weg will aus seinem alten Job, der dürfte damit nicht so leicht durchkommen.

    Es kann natürlich sehr gut sein, dass Sie wirklich nur aus Frust oder Unzufriedenheit den Job wechseln wollen. Aber als Begründung sollten Sie das nicht heranziehen. Es wertet den potenziellen Arbeitgeber ab, nach dem Motto: „Hauptsache, raus aus dem alten Job!“

    Besser, Sie richten den Blick nach vorne und fokussieren sich auf die positiven Aspekte der neuen Stelle. Eine Formulierungsmöglichkeit wäre diese:

    Ihr Unternehmen ist genau in der Nische aktiv, der mein Interesse gilt. Die von Ihnen ausgeschriebene Position passt genau zu meinen Ambitionen und Fähigkeiten. Ich sehe bei Ihnen hervorragende Chancen, mich zu entwickeln und Ihr Unternehmen mit meinem Knowhow voranzubringen.

    Allerdings ist diese Formulierung noch ziemlich vage. Sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, ein Bewerber könnte ihm ganz konkret in dieser und jener Aufgabenstellung weiterhelfen, dann wird sein Interesse wachsen. Darum sollten Sie Ihre Bewerbung immer individuell auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden. Welche sind denn Ihre Ambitionen und Fähigkeiten? Wie wollen Sie sich konkret weiterentwickeln?

    Wann eine Begründung problematisch ist

    Eine Begründung für einen Jobwechsel ist sinnvoll, wenn…

    • Sie wissen, wie Sie sich weiterentwickeln können.
    • dies in der ausgeschriebenen Stelle in der Form auch möglich ist.
    • das Unternehmen langfristig mit Ihnen zusammenarbeiten möchte.

    Das ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag eher nicht der Fall. Im Gegenteil, hier sind Ihre Aufgaben klar umrissen (z.B. Elternvertretung). Eine Entwicklungsperspektive gibt es oft nicht. Wenn Sie mit hochtrabenden Zukunftsplänen argumentieren, könnte das auf den Arbeitgeber eher abschreckend wirken.

    In dem Fall sollten Sie stärker auf Ihre aktuellen Stärken und Interessen eingehen. Es geht für Sie darum, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten, um zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Das könnte beispielsweise so klingen:

    Meine Kernkompetenzen kann ich in der ausgeschriebenen Stelle voll einbringen und ausspielen. Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche. Die fachlichen Schwerpunkte, für die Sie Verstärkung suchen, passen genau zu meinem Profil.

    Ganz wichtig ist, dass Ihre Begründung auf den jeweiligen Job maßgeschneidert ist. Sie sollte stimmig sein und zutreffend – sonst verspielen Sie Glaubwürdigkeit.

    Eine wichtige Faustregel für Bewerber lautet: Lästern Sie nie über Ihren alten Arbeitgeber! Auch dann nicht, wenn es aus Ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt wäre, weil Sie nur stupide Tätigkeiten erledigt haben. Schuldzuweisungen und böse Worte sind absolut tabu. Das lässt auf charakterliche Mängel schließen. Ihr Arbeitgeber in spe wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht selbst in den Fuß schießt, wenn er ein Lästermaul engagiert.

    Jobwechsel begründen: Was, wenn Zweifel aufkommen?

    Sie haben sich für einen Jobwechsel entschieden. Ihre Gründe sind wasserdicht. Und doch könnten im Laufe des Bewerbungsprozesses Zweifel aufkommen. Gerade dann, wenn es mit dem Wechsel nicht auf Anhieb klappt, könnte Ihre Skepsis größer werden. Möglicherweise erodiert Ihr eigenes Vertrauen – und Sie verlieren selbst den Glauben an Ihre eigene Begründung für den Jobwechsel.

    Diese drei Fragen können helfen, Zweifel zu beseitigen und Vertrauen wiederherzustellen:

    • Warum?

      Was ist meine Motivation? Warum wollte ich überhaupt den Job wechseln? Sind die Gründe noch aktuell? Oft reicht es aus, sich die ursprünglichen Gründe für die Luftveränderung wieder in Erinnerung zu rufen.

    • Wer?

      Was sagen meine Freunde und Familie dazu? Sie sind es, die einen Jobwechsel objektiv bewerten und Ihnen wichtiges Feedback geben können. Sind die Gründe noch plausibel? Oder sind sie nicht richtig nachvollziehbar? Sprechen Sie darüber – das kann Ihnen die Augen öffnen.

    • Wenn nicht?

      Was passiert, wenn ich meine Pläne nicht in die Tat umsetze? Wenn ich den Jobwechsel nicht durchziehe? Es hilft meistens, sich Wenn-dann-Szenarien auszumalen: Wenn dies passiert, dann geschieht als Nächstes das. Die Alternativen zum Jobwechsel könnten nämlich noch weitaus negativer sein: Stagnation, Frust, Mobbing…? Es ist wie in der Politik bei einer Wahl: Sie wählen immer die Option aus, die für Sie das kleinste Übel ist.

    Jobwechsel begründen: Das sind 5 gute Gründe

    Gründe für einen Jobwechsel gibt es endlos viele. Manche sind gut, andere sind weniger gut. Fünf klassische Wechselmotive werden von Personalverantwortlichen weitgehend akzeptiert. Sie sind positiv besetzt. Dabei handelt es sich um diese:

    1. Herausforderung

      „Ich suche eine neue Herausforderung.“ Fünf Euro ins Phrasenschwein! Die Formulierung findet sich in gefühlt jeder Bewerbung und löst daher bei manchen nur noch Schulterzucken aus. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um ein gutes Wechselmotiv. Sie sollten aber konkret sagen, welche Art von Herausforderung Sie suchen. Das kann Personal- oder Budgetverantwortung sein, oder größere Projekte, die Sie verwirklichen wollen oder dass Sie ein Team zusammenstellen oder ein Produkt launchen wollen. Fehlt diese Angabe, wirkt die Begründung nur wie eine Flucht. Sie suchen die neue Herausforderung offensichtlich nur, weil die alte weg ist.

    2. Internationalität

      Nicht mehr nur für Akademiker ein guter Grund: Sie wollen internationaler arbeiten, Auslandserfahrungen sammeln. „Ich möchte im Ausland arbeiten“: Das reicht als Begründung schon aus. Perfekt wäre es, wenn Sie noch gut begründen könnten, warum Sie ausgerechnet auf DIESE Stelle im Ausland wechseln wollen. Vielleicht bringen sie ja landesspezifische Kenntnisse und Interesse mit (z.B. durch einen Migrationshintergrund). Oder Sie sprechen exzellent Portugiesisch und würden daher gerne vorübergehend als Expat in Brasilien arbeiten. Denn bedenken Sie: Stellen im Ausland snd meist begrenzt und sehr begehrt.

    3. Persönlichkeit

      Das ist der Klassiker überhaupt. „Ich möchte mich weiterentwickeln.“ Die Antwort klingt toll, ist aber auch sehr vage. Sie sollten also schon ein wenig ins Detail gehen. Inwiefern – und wohin – wollen Sie sich weiterentwickeln? Manchmal ergibt sich die Antwort aber auch von alleine. Wenn Sie beispielsweise schon drei oder fünf Jahre Ihre aktuelle Position bekleiden, dann ist es nur logisch, dass Sie jetzt den nächsten Schritt machen – und aufsteigen wollen. Sich weiterentwickeln – das muss aber nicht immer vertikal, sondern kann auch horizontal gemeint sein. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht zwangsläufig aufsteigen, sondern könnten auch einen Schritt zur Seite oder gar zurück gehen, um etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Heute macht das in Zeiten flacher werdender Hierarchien und ungerade Lebensläufe viel mehr Sinn als früher.

    4. Familie

      Auch diese Karte sticht: Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann hat in einer anderen Stadt einen Job gefunden. Also gehen Sie mit und müssen sich folgerichtig ebenfalls nach etwas Neuem umsehen. Kein Arbeitgeber, der dafür nicht Verständnis hätte. Die Szenarien sind vielfältig: Sie können auch gerade eine Trennung hinter sich haben oder möchten neu zusammenziehen oder möchten nun der Kinder wegen in Teilzeit arbeiten oder… Um das klarzustellen: Es ist Ihre Privatsache und geht den Arbeitgeber im Prinzip gar nichts an. Aber wenn Sie Überzeugungsarbeit leisten wollen, können Sie das wunderbar in die Waagschale werfen.

    5. Luftveränderung

      Wenn Sie jahrelang in einem mittelständischen Unternehmen aktiv waren, kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie mal Konzernluft schnuppern wollen. Oder umgekehrt: Sie würden gerne in überschaubaren Strukturen etwas bewirken, als im Dickschiff unterzugehen. Oder Sie möchten ins wendige Boot namens Startup umsteigen. Jedes Unternehmen tickt anders. Die Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Dem einen Charakter liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Eine nachvollziehbare Begründung für einen Jobwechsel ist es allemal. Aber Sie sollten vorher genau recherchieren: Kann Ihnen Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber das, was Sie suchen, überhaupt anbieten? Finden Sie dort die Umgebung, in der Sie sich wohl fühlen? Andernfalls schafft Ihre Begründung neue Probleme…

    Es gibt übrigens noch eine sechste sehr triftige Begründung. „Ich möchte die Branche wechseln“. Hier ist die Antwort kniffliger. Daher widmen wir ihr ein eigenes Kapitel. Dazu später mehr…

    Jobwechsel begründen: Hin-zu oder Weg-von?

    Jobwechsel begründen hin zuDas ist der entscheidende Punkt: Formulieren Sie Ihre Motivation für einen Jobwechsel in der Bewerbung stets als Hin-zu-Motivation! Das Gegenstück heißt Weg-von-Motivation und ist nicht so prickelnd.

    Was heißt das? Hin-zu soll bedeuten, dass Sie sich zu der neuen Stelle hingezogen fühlen. Sie erwarten etwas Konkretes von ihr, versprechen sich neue Herausforderungen und berufliche Erfüllung. Sie wollen des tollen neuen Jobs wegen wechseln.

    Die Weg-von-Begründung argumentiert genau andersherum: Sie wollen bloß weg von Ihrem alten Arbeitgeber. Von den Kollegen, aus dem muffigen Büro, vom übellaunigen Chef. Nichts wie weg! Die neue Stelle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, Ihre Flucht glückt. Wohin: egal. Das wirkt nicht so, als hätten Sie eine Strategie oder einen Plan in der Tasche. Und eine Liebeserklärung an den neuen Arbeitgeber sieht auch anders aus…

    Branchenwechsel begründen: So wird’s gemacht

    Einen Branchenwechsel zu begründen ist eine besondere Herausforderung. Immerhin fehlen Ihnen wahrscheinlich Branchenkenntnisse und -erfahrungen. Und der Schritt ist nicht selten sehr groß. Mit einem Branchenwechsel ist oft ein kompletter Berufswechsel verbunden. Sie haben kein Netzwerk, keine Referenzen, kennen sich nicht aus, können nicht mitreden. Eine gewaltige Herausforderung!

    Darum sollten Sie vor allem Ihre Stärken und Kenntnisse in den Vordergrund stellen, die Ihnen auch in der neuen Branche nützlich sein werden. Denn viele Kenntnisse und Fähigkeiten sind übertragbar. Was in der einen Branche hilfreich ist, kann auch in einer anderen von großem Nutzen sein. Suchen Sie die Skills heraus, mit denen Sie punkten. Dabei kann es sich auch um Fähigkeiten handeln, die in der neuen Branche – Ihrer Meinung nach – noch weitgehend fehlen. Wenn Sie überzeugend darlegen, wie und womit Sie die Branche bereichern, dann könnte der Arbeitgeber anbeißen.

    Einfacher fällt es natürlich, wenn es Überschneidungspunkte zwischen zwei Branchen gibt. So ähneln sich zum Beispiel Telekommunikations- und Energiewirtschaft in Teilen sehr stark. Wenn Sie in solch einem Fall Ihr Erfahrungswissen herausstellen, können Sie punkten.

    Eine gute Begründung für einen Jobwechsel könnte lauten:

    In meiner Branche habe ich jahrelange Erfahrung im Bereich XYZ und konnte schon diesen und jenen Erfolg erzielen. Diese Expertise würde ich jetzt gerne in einer ganz anderen Branche einsetzen und meinen beruflichen Schwerpunkt neu ausrichten. Ich sehe darin großes Potenzial und die richtige Gelegenheit für einen Branchenwechsel.

    Denn Leidenschaft und Interesse sind zwar gute Argumente für einen Branchenwechsel. Aber er gelingt am besten, wenn Sie Ihrem neuen Arbeitgeber einen Mehrwert anbieten können. Dem Unternehmen geht es weniger um Ihre Selbstverwirklichung, mehr um seinen unternehmerischen Nutzen. Den hat er, wenn Sie Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrem alten Job in den neuen übertragen können. Bei Berufseinsteigern können schon Praktika oder Nebenjobs diesbezüglich Punkte bringen.

    Es gibt noch ein Problem: Ihre bisherige Richtung und Branche wird in Ihrem Lebenslauf – ganz logisch – hervorgehoben sein. Also müssen Sie Ihre Wechselmotivation in den anderen Bestandteilen der Bewerbung betonen. Dazu haben Sie diese Optionen:

    Natürlich sollten Sie dabei selbst von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein – und davon, diese in der neuen Branche zur Geltung bringen zu können. Das sind beste Voraussetzungen für einen Branchenwechsel – und dann kann er gelingen.

    Jobwechsel begründen: So nicht!

    Es gibt gute Gründe für einen Jobwechsel. Aber auch gute Gründe dagegen – das sind die wichtigsten 3:

    1. Geld

      „Ich will mehr Geld verdienen.“ Das hört kein Personaler gerne. Natürlich ist jedem bewusst, dass das Gehalt ein überragendes Wechselmotiv ist. Aber sagen Sie es bitte nicht so offensichtlich! Das verrät, dass Sie am Job nicht wirklich interessiert sind, sondern in erster Linie am Geld. Berufung oder gar Liebe zum Job? Eher nicht. Außerdem kann Ihr Arbeitgeber nicht auf einen loyalen Mitarbeiter hoffen. Die Gefahr, dass Sie bei einem besseren Angebot sofort wieder weg sind, wäre groß.

    2. Zeit

      Wenn Sie von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, ist das Zeitmotiv offensichtlich. Dann dürfen Sie das auch sagen. „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben.“ Falls Sie aber auch beim neuen Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten, sollte das nicht Ihr Hauptargument sein. Menschlich zwar nachvollziehbar, suggeriert es: „Ich will so wenig arbeiten wie möglich.“ „Ich drücke mich vor Mehraufwand, wo es nur geht.“ Das lässt nicht auf Ehrgeiz und Einsatz schließen. Vielleicht ist das ein Trugschluss, aber so kommt es nun mal beim Personaler an.

    3. Eigen-PR

      Die dicke Marke im Lebenslauf – damit können Sie abends auf der Cocktail-Party prahlen! Es sei Ihnen auch gegönnt, aber als Argument für einen Jobwechsel sollten Sie die Arbeitgeberattraktivität hintenanstellen. Es zeigt: Sie sind auf der Suche nach Status und Anerkennung. Das ist zwar ebenfalls sehr menschlich, aber kein guter Grund. Der Arbeitgeber braucht eine gefestigte Persönlichkeit mit einem intakten Selbstwertgefühl. Sie arbeiten, um das Unternehmen voranzubringen und nicht, um Ihren Minderwertigkeitskomplex auszugleichen. Um die Inhalte geht es, nicht um Äußerlichkeiten. Dass Sie einen attraktiven Arbeitgeber haben, sollte immer nur netter Nebeneffekt sein, aber nie die Hauptsache.

    [Bildnachweis: fizkes AboutLife by Shutterstock.com]

    Bewerbung Ausbildung: Das müssen Azubis beachten

    Bewerbung Ausbildung

    521.900 Menschen haben 2018 eine Ausbildung begonnen – das waren 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt jeder zehnte Ausbildungsplatz in Deutschland unbesetzt. Vor allem, weil die passenden Bewerber fehlen. Manche Jobs will keiner mehr machen, in anderen Ausbildungsberufen ist die Konkurrenz noch immer groß. Dann müssen Bewerber ihre Wettbewerber ausstechen, mit einer blitzsauberen Bewerbung punkten. Bewerbung Ausbildung: Das müssen angehende Azubis beachten…

    Bewerbung Ausbildung: So gehen Sie an die Sache heran

    Wer sich für einen Ausbildungsplatz bewirbt, muss einige Punkte beachten. Die Bewerbungstipps, die für andere Arbeitnehmer gelten, sind für Azubis nicht ausnahmslos anwendbar. Eine Azubi-Ausbildung sollte eigene Schwerpunkte setzen.

    Zunächst handelt es sich bei angehenden Azubis in der Regel um blutige Anfänger. Sie haben kaum oder noch gar keine Berufserfahrung vorzuweisen, verfügen über keine Referenzen.

    Die erwartet auch niemand. Ein Azubi sollte seine Bewerbung daher aber nicht auf dem Schwerpunkt Erfahrung aufbauen. Wichtiger sind persönliche Interessen, Vorlieben, Stärken – und insbesondere die Motivation. Drei Fragen sollten sich Auszubildende stellen:

    1. Warum wollen Sie diesen Beruf erlernen?
    2. Warum sind Sie dafür genau der oder die Richtige?
    3. Warum möchten Sie Ihre Ausbildung in diesem Betrieb absolvieren?

    Azubi-Ausbildung: Das ist wichtig

    Tipp: Betonen Sie in der Bewerbung Ihre Lernbereitschaft! In Zeiten, in denen lebenslanges Lernen eingefordert wird, müssen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig updaten. Die zunehmende Digitalisierung erfordert das. Sie durchzieht mittlerweile fast alle Branchen und Berufe.

    Darum gibt es auch immer mehr Ausbildungsberufe, in denen die Azubis Zusatzqualifikationen erwerben (müssen). Ihre Zahl ist von 2005 bis 2017 langsam, aber stetig auf 8 gestiegen. 2018 kamen dann auf einen Schlag 12 weitere Ausbildungsberufe mit Zusatzqualifikationen hinzu. Damit gibt es jetzt insgesamt 20, nämlich diese:

    Noch ein Tipp: Seit 2018 gibt es einen ganz neuen Ausbildungsberuf – den Kaufmann/-frau für E-Commerce. Es ist der erste Ausbildungsberuf, der seit 2013 neu ins Leben gerufen wurde. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren nur sechs neue Ausbildungsberufe etabliert – inklusive des E-Commerce-Kaufmanns.

    Aber: Die alten Ausbildungsberufe verändern sich auch. 2018 wurden 24 von ihnen modernisiert. Das heißt konkret, dass die Azubis von heute Dinge lernen, die die Azubis von gestern nicht gelernt haben.

    Bewerbung Ausbildung: Die Checkliste

    Bewerbung Ausbildung Checkliste Wenn Sie Ihre Azubi-Bewerbung an den Regeln der DIN 5008 ausrichten, sind Sie formal schon mal auf der Gewinnerstraße. Die DIN 5008 gibt ganz allgemein Regeln für den Aufbau von Schreiben im Geschäftsleben vor. Darum sollte auch Ihre Azubi-Bewerbung folgende Elemente beinhalten – und keine Rechtschreibfehler enthalten:

    • Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse
    • Datum (rechtsbündig)
    • Anschrift des Empfängers
    • Betreffzeile
    • Persönliche Anrede
    • Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Bewerbung Ausbildung: 6 Tipps

    6 wichtige Tipps für die Bewerbung Ausbildung:

    1. Pünktlichkeit

      Das Ausbildungsjahr fängt stets nach den Sommerferien an, spätestens im September oder Oktober. Manche Bewerber bewerben sich erst im Mai oder Juni – das könnte schon zu spät sein. Viele Unternehmen wählen ihre Azubis schon vorher aus. Vor allem bei großen Konzernen sollte man sich so früh wie möglich bewerben. Bei kleineren Betrieben ist eine späte Bewerbung oft noch von Erfolg gekrönt. Aber warum darauf ankommen lassen? Fangen Sie so früh wie möglich mit der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz an – am besten schon zwei Jahre vor dem geplanten Ausbildungsbeginn. Je früher, desto größer die Auswahl – und umso größer die Chancen auf die Wunschstelle.

    2. Voraussetzungen

      Weil der Talentepool schrumpft, vertrauen immer mehr Unternehmen auf Real- und Hauptschüler. Auch Bewerber ohne Schulabschluss haben heute durchaus Chancen auf eine Ausbildungsstelle. Trotzdem gibt es weiterhin Branchen und Berufe, in denen das Abitur als Voraussetzung angesehen wird. Klären Sie dies vorab. Wenn Sie sich mit Hauptschulabschluss für eine Ausbildungsstelle als Bankkaufmann bewerben, sind Ihre Erfolgsaussichten minimal – so verschwenden Sie nur Zeit. Fragen Sie auch firmenspezifische Voraussetzungen ab, zum Beispiel den erforderlichen Notenschnitt, Praktika oder ausbildungsrelevante Fächer. Aber: Wenn Sie „nur“ die meisten Bedingungen erfüllen, aber nicht alle – oder nur hauchdünn an den Voraussetzungen vorbeischrammen – dann bewerben Sie sich trotzdem!

    3. Bewerbungsunterlagen

      Bereiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen sorgfältig vor. Ohne überzeugende Unterlagen wird es schwer, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Ihre Unterlagen sollten frei von Fehlern sein und alle notwendigen Dokumente enthalten. Hinein gehören: Anschreiben, Lebenslauf und Schulzeugnis. Optional sind Bewerbungsfoto und andere Nachweise wie Praktikumszeugnisse oder ein Führungszeugnis, falls verlangt. Wenn Sie Ihre Bewerbung per Post verschicken (in manchen Betrieben ist das noch üblich), dann achten Sie auf Sauberkeit und Genauigkeit (keine Eselsohren und Flecken!). Nehmen Sie ein durchsichtiges Deckblatt, einen sauberen Umschlag und qualitativ hochwertige Kopien. Zeugnisse bitte nie im Original beilegen. Und verzichten Sie nicht aufs Bewerbungsfoto. Ein professionelles Foto wirkt Wunder! Tipp: Legen Sie Freunden und Verwandten Ihre Bewerbung vor, bevor Sie sie versenden. Diese können Sie noch rechtzeitig auf Fehler oder Ungereimtheiten aufmerksam machen.

    4. Nachweise

      Ihr Schulzeugnis ist ein wichtiges Element in der Azubi-Bewerbung. Eine Kopie davon gehört definitiv hinein. Falls Ihre Noten im Laufe der Zeit immer schlechter geworden sind, dann wenden Sie diesen Kniff an: Legen Sie auch die letzten beiden Zeugnisse bei. So gewinnt der Arbeitgeber einen besseren Eindruck von Ihnen. Was Praktika und ehrenamtliche Aktivitäten angeht: Beschränken Sie sich auf die wichtigsten. Da Berufsanfänger aber meist noch nicht allzu viele Stationen und Erfahrungen haben, ist es oft gerechtfertigt, ALLE bisherigen Stationen zu nennen. Und: Je schlechter Ihre schulischen Leistungen, desto eher sollten Sie versuchen, mit außerschulischen Erfolgen zu punkten. Das können auch Erfolge im Sportverein sein oder ein gelungenes Projekt im Rahmen eines Praktikums.

    5. Länge

      So manch einem Azubi graust es davor, lange Anschreiben verfassen zu müssen. Keine Sorge: Das müssen Sie gar nicht! Länger als eine DIN A4-Seite sollte das Anschreiben auf keinen Fall sein. Auch der Lebenslauf sollte eine Seite nicht überschreiten. Fassen Sie sich kurz! Das ist allerdings eine Kunst für sich und schwerer als gedacht. Nur die wichtigsten Aspekte und Ihre Motivation haben Platz im Anschreiben. Auf der anderen Seite sollte es auch nicht zu kurz sein – nicht kürzer als eine dreiviertel DN A4-Seite. Wenn Sie nur ein paar Zeilen schreiben, dürfte Ihnen dies wohl wirklich als mangelnder Einsatz ausgelegt werden. Die optimale Schriftgröße beträgt übrigens elf bis zwölf Punkte – je nach Schriftart.

    6. Telefonat

      Ein guter Tipp: Rufen Sie, nachdem Sie sich per Post oder E-Mail beworben haben, im Unternehmen an und lassen sich den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigen. Allerdings nicht drei Tage später, sondern frühestens zwei Wochen nach Versand. Erstens können Sie so mögliche Probleme ausräumen. Vielleicht ist die Bewerbung ja tatsächlich gar nicht eingegangen oder im Spam-Ordner gelandet. Dann können Sie sie noch einmal versenden. Zweitens machen Sie auf diese Weise auf sich aufmerksam. Ein persönlicher Kontakt bleibt haften – auch bei einem Personaler. Drittens können Sie nun einschätzen, wann eine Antwort des Unternehmens voraussichtlich bei Ihnen eintrudeln wird. Das hilft bei der weiteren Planung.

    Das sind die 10 besten Arbeitgeber für Azubis in Deutschland

    Die besten Arbeitgeber für Azubis
    Folgt man den Bewertungen auf der Plattform Kununu, dann sind dies die 10 besten Arbeitgeber für Auszubildende in Deutschland:

    1. Rohde und Schwarz, Elektro/Elektronik, Jobs in München
    2. GE Germany, Industrie, Jobs in Frankfurt
    3. Volkswagen Financial Services AG, Finanzen, Jobs in Braunschweig
    4. Tennet Deutschland, Energiewirtschaft, Jobs in Bayreuth
    5. Itzehoer Versicherung, Versicherungswirtschaft, Itzehoe
    6. Provinziell Rheinland Versicherung AG, Versicherungswirtschaft, Jobs in Düsseldorf
    7. Bertrandt, Automotive, Ehningen
    8. CompuGroup Medical SE, EDV/IT, Jobs in Koblenz
    9. Fiducia und GAD IT AG, EDV/IT, Jobs in Karlsruhe
    10. Vivawest, Immobilien/Facility Management, Jobs in Essen
    [Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com]

    Diskret bewerben: So gelingt es Ihnen

    Diskret bewerben

    Diskret bewerben: Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie noch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis sind. Dann wollen sie nicht, dass Ihr aktueller Boss von Ihrem Vorhaben erfährt. Weil es negative Konsequenzen haben könnte, von Nichtachtung bis hin zu Mobbing. Wenn Sie die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bekommt niemand etwas von Ihrer vertraulichen Bewerbung mit…

    Diskret bewerben: Bitte vertraulich behandeln

    Es ist Ihr gutes Recht als Arbeitgeber, sich anderweitig umzusehen. Gefeuert werden können Sie jedenfalls nicht, nur weil Sie sich auf dem Arbeitsmarkt nach Alternativen erkundigt haben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass Sie nur Ihren Marktwert austesten wollten.

    Trotzdem: Die meisten Arbeitgeber sind not amused, wenn sie spitzkriegen, dass einer ihrer Schützlinge mit der Konkurrenz flirtet. Es dürfte ihm oder ihr als Illoyalität – vielleicht gar als Verrat – ausgelegt werden. Abgesehen davon, dass der Verlust einer wertvollen Kraft droht. Im schlimmsten Fall ist Ihr Chef sauer auf Sie, straft Sie mit Nichtachtung, degradiert oder mobbt Sie gar. Die andere Möglichkeit: Er umgarnt Sie, bietet Ihnen seinerseits eine Gehaltserhöhung oder andere Leckerli wie eine Beförderung an.

    Aber wissen können das Bewerber in der Regel nicht. Die beste Strategie ist es daher, sich so diskret wie möglich bei der Konkurrenz umzusehen und zu bewerben. Das ermöglicht auch einen sanften Verbleib im Job, sollte es mit dem Stellenwechsel doch nicht klappen. Aber wie bewirbt man sich direkt? Karrieresprung sagt es Ihnen…

    Diskrete Bewerbung mit Sperrvermerk

    Kein Arbeitgeber wird erst eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben, bevor er Ihre Bewerbung lesen darf. Zumal Diskretion ohnehin zum Grundvokabular der HR-Branche gehört. Wer hier zu offenherzig aus dem Nähkästchen plaudert, beschädigt seine Reputation.

    Aber: Sie haben durchaus die Möglichkeit, Ihre Bewerbung mit einem sogenannten Sperrvermerk zu versehen. Diesen Begriff gibt es in unterschiedlichen Zusammenhängen:

    • Öffentliche Haushalte: Erst nach Aufhebung des Sperrvermerks dürfen die Gelder für einzelne Positionen ausgegeben werden.
    • Pressemitteilungen: Auch sie enthalten häufig eine Sperrfrist. Wenn diese abgelaufen ist, ist eine Veröffentlichung zulässig – vorher nicht.
    • E-Mail: Mit einem Sperrvermerk kann die Weitergabe oder Vervielfältigung untersagt werden.

    Auch in der Bewerbung ist der Sperrvermerk ein legitimes Instrument. Er steht am Anfang eines Dokuments, damit der Empfänger ihn nicht übersieht. Dafür eignet sich:

    Sie integrieren den Sperrvermerk also entweder in den Betreff. Das sieht dann relativ förmlich aus, steht aber praktischerweise ganz am Anfang. Oder Sie bitten im Schlusssatz höflich um Vertraulichkeit. Das können Sie auch in Fettschrift machen. Beispielformulierungen folgen…

    Bitte um Vertraulichkeit: Formulierungsbeispiele

    Im Betreff Ihres Anschreibens bieten sich diese Formulierungen an:

    Im Schlusssatz Ihres Anschreibens können Sie etwas ausführlicher auf die Thematik eingehen. Zum Beispiel so:

    • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Daher bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Wenn Sie mich zurückrufen möchten, dann melden Sie sich bitte abends ab 19 Uhr unter der oben angegebenen Nummer.
    • Bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich.
    • Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass ich den Namen meines aktuellen Arbeitgebers aufgrund meines ungekündigten Arbeitsverhältnisses noch nicht nennen möchte.

    Kleiner Tipp: Bitten Sie nicht um Diskretion oder um einen Sperrvermerk, sondern um Vertraulichkeit bzw. darum, die Bewerbung vertraulich zu behandeln. Das ist das Gleiche in grün – klingt aber zeitgemäßer.

    Und wenn Sie besonders vorsichtig sein wollen, weil Sie etwa um die Geschwätzigkeit in Ihrer Branche wissen, dann können Sie den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers auch ganz aus der Bewerbung entfernen. Statt der Mustermann AG steht dort nur noch „Börsennotiertes Unternehmen“ – oder noch vager: „Größeres Unternehmen“. Arbeits- und Zwischenzeugnisse lassen Sie dann folgerichtig ebenfalls weg.

    Hier einige Formulierungshilfen:

    • Momentan arbeite ich in einem größeren Unternehmen der Immobilienbranche.
    • Ich bin derzeit in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen tätig.
    • Aktuell bin ich bei einem Weltmarktführer im Hochtechnologie-Bereich beschäftigt.

    Diskret bewerben: 4 Tipps für die Jobsuche

    Verschwiegenheit ist eine Tugend. Gerade im Bewerbungsprozess sollten Sie nicht zu früh zu viel preisgeben. Behalten Sie Ihr Vorhaben für sich und vertrauen Sie es nur ausgewählten Personen an – aus dem eigenen Unternehmen am besten niemandem.

    Eine gesunde Portion Misstrauen kann in diesem Szenario Gold wert sein. Nicht selten hat sich eine gute Kollegin als Intrigantin entpuppt, ein Kumpel als Plappermaul. Und wer weiß, vielleicht empfindet ein Kollege Ihre Abwanderungsgedanken ja als Verrat – und tratscht es mit astreinem Gewissen weiter.

    Halten Sie sich an diese 4 Ratschläge, wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben:

    1. E-Mail-Adresse

      Der Anfängerfehler schlechthin: Schicken Sie Ihre Bewerbung um Himmels willen nicht von Ihrer beruflichen E-Mail-Adresse aus ab. Das wäre entweder dreist oder dumm. Beides Charakterzüge, die auch Ihr neuer Arbeitgeber nicht schätzen dürfte. Nehmen Sie Ihre private Adresse. Aber eine, die seriös klingt und optimalerweise Ihren Namen beinhaltet: max.mustermann@gmail.com.

    2. Gewohnheiten

      Bleiben Sie Ihren Routinen und Gewohnheiten treu. Wenn Sie bislang immer im Casual-Look zur Arbeit gekommen sind, dann werfen Sie sich jetzt nicht auf einmal den feinen Zwirn über. Wenn Sie der Typ überpünktlich sind, dann kommen Sie jetzt nicht plötzlich ständig zehn Minuten zu spät. Wenn Sie die Mittagspause immer mit den Kollegen verbracht haben, dann suchen Sie jetzt nicht regelmäßig das Weite. Solche Verhaltenswiesen können Verdacht wecken. Und das wollen Sie nicht. Sie wollen unentdeckt bleiben – allein schon Ihrer Nerven wegen. Trennen Sie Job und Jobsuche – so sollte es ja auch sein. Verlegen Sie Letzteres in Ihren Feierabend und aufs Wochenende. Dafür haben Headhunter Verständnis. Wenn es gar nicht anders geht, dann telefonieren Sie in der Mittagspause im Freien oder in Ihrem Auto.

    3. Sorgfalt

      Das sind auch Anfängerfehler: Lebensläufe oder Anschreiben, die Sie für die Jobsuche vorbereitet haben, auf dem Schreibtisch liegen lassen. Aber im Eifer des Gefechts kann so etwas schon mal passieren. Denn nicht immer kann der Personaler oder Headhunter auf den Feierabend warten. Beseitigen Sie rechtzeitig Ihre Spuren. Keine Kontaktdaten auf Post-its kritzeln und dann im Büro liegenlassen. Keine PDFs auf Ihrem Rechner speichern. Notieren Sie sich Wichtiges direkt in Ihrem Smartphone. Bewerbungsunterlagen schicken Sie entweder von Ihrem Rechner zuhause – oder unterwegs vom Smartphone.

    4. Kündigung

      Mündliche Zusagen sind gut, Verträge sind besser. Auf das Wort eines Personalers können Sie sich im Regelfall verlassen, ja. Ihren alten Job kündigen sollten Sie aber wirklich erst dann, wenn alles unter Dach und Fach ist. Sprich: Wenn der neue Vertrag vorliegt und unterschrieben ist. Im Worst Case sind Sie beides los: den alten und den neuen Job. Und Sie erhalten nicht mal Arbeitslosengeld, wenn Sie von sich aus gekündigt haben. Lassen Sie sich außerdem nicht vom neuen Arbeitgeber drängen – sondern den Arbeitsvertrag von einem Arbeitsrechtler prüfen. Wenn alles korrekt ist, unterschreiben Sie. Danach kündigen Sie Ihren alten Job. Das ist die professionelle Vorgehensweise. Und Professionalität erwartet ja schließlich auch der neue Arbeitgeber von Ihnen…

    Bewerbung: Sie haben ein Recht auf Diskretion!

    Diskret bewerben vertraulichJuristen wissen: Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten personenbezogene Daten. Diese sind besonders schutzwürdig. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Unternehmen, dem Sie Ihre Bewerbung zugeschickt haben.

    Das Unternehmen hat die Pflicht, Ihre Daten vertraulich zu behandeln. Es muss sie vor unbefugtem Zugriff schützen, darf sie etwa nicht öffentlich zugänglich herumliegen lassen. Einsehen dürfen die Unterlagen nur Mitarbeiter des Unternehmens, die mit dem Einstellungsvorgang betraut sind.

    Kommt es zu keiner Einstellung, darf das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen NICHT behalten. Es muss sie entweder zurücksenden oder vernichten. Will es die Unterlagen behalten, müssen Sie als Bewerber ausdrücklich zustimmen.

    [Bildnachweis: KAMPUS by Shutterstock.com]

    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um!

    Brueche Lebenslauf

    Brüche im Lebenslauf sind ein Makel. Das nehmen viele Bewerber jedenfalls an. In Wahrheit können Lücken und Brüche aber auch für das berühmte Salz in der Suppe sorgen. Wenn mit ihnen ein Reifeprozess verbunden war oder ein Kompetenzgewinn, dann wittert der Personaler einen guten Fang. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind Brüche im Lebenslauf einfach nur unschön und wollen kaschiert werden. Wie sorgen Bewerber dafür, dass Brüche im Lebenslauf beim Empfänger kein schlechtes Echo verursachen? Am besten, Sie befolgen die vier goldenen Tipps…

    Brüche im Lebenslauf: Nicht so schlimm!

    Brüche im Lebenslauf sind etwas Schlechtes. Davon sind noch immer die meisten Menschen überzeugt. Schließlich stehen Brüche ja für negative Episoden des Arbeitslebens, nicht wahr? Brüche im Lebenslauf ergeben sich zum Beispiel aus:

    Brüche symbolisieren somit negative Charaktereigenschaften. Sie stehen für mangelnden Willen und Ehrgeiz, Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit, ungenügende Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sehen nicht wenige Arbeitgeber so.

    Das ist nicht zwingend falsch. Aber es ist eindeutig zu kurz gedacht. Öffentlich betonen immer alle, dass sie sich Menschen mit „Ecken und Kanten“ wünschen. Eigentlich aber wollen sie genau die nicht. Sie wollen einen Bewerber, der die Norm erfüllt, der ins Raster passt. Und das ist das Problem: Bewerber ohne Brüche erfüllen lediglich eine Norm – mehr nicht.

    Sie bewegen sich innerhalb des Erwartungshorizonts des Personalers, aber sie erweitern ihn nicht. Dabei können genau jene Bewerber, die die Norm brechen, für ein Unternehmen Gold wert sein. Sie können frische Impulse liefern, kreativen Input – also genau das, was Unternehmen heute brauchen, aber oft nicht finden.

    Resultat sind Belegschaften ohne Unterscheidbarkeit. Ihre Mitglieder ähneln sich, handeln identisch, sind oft blockiert von Denkmustern a la „Das klappt doch eh nicht. Das haben wir noch nie so gemacht. Das geht nicht.“ Für Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – und das sind im 21. Jahrhundert viele – eine fatale Entwicklung. Bahnbrechende Ideen entfalten sich in solch einer Umgebung nur schwer.

    Das alles heißt nicht, dass Brüche im Lebenslauf völlig kritiklos abgehakt werden sollten. Aber sie sollten Anlass sein, sich näher mit dem Bewerber zu beschäftigen – und nach unentdeckten Potenzialen zu suchen. Brüche können eine Chance sein – auch für den Arbeitgeber.

    Brüche im Lebenslauf: Darum sind sie wichtig

    Die gute Nachricht: Brüche im Lebenslauf werden normaler. In Zeiten von Fachkräfteengpässen, vermehrter Quereinstiege und lebenslangen Lernens stellt ein Bruch nicht mehr das Karriere-Aus da. Gut so! Neue Berufsbilder entstehen, Abteilungen verschmelzen, Unternehmen richten sich neu aus. All das erfordert Flexibilität. Hochqualifizierten fällt es leicht, von der einen Rolle in die andere zu schlüpfen. Manchmal lässt sich ihre Funktion nicht einmal mehr genau definieren. Brüche? Herzlich willkommen!

    Aber man muss unterscheiden: Da gibt es die Jobhopper auf der einen und den echten Karriere-Bruch auf der anderen Seite. Letzterer ist nicht immer freiwillig. Der Jobhopper dagegen gilt als opportunistisch, rechnet sich durch zahlreiche Arbeitgeber- oder Berufswechsel bessere Chancen aus. Er baut seine Brüche vorsätzlich in den Lebenslauf ein. Das ist sein gutes Recht.

    Aber auch eine längere Auszeit ist heute nicht mehr zwangsläufig ein Karrierehindernis. Wer seine Ausbildung abgebrochen hat, um die eigenen Eltern zu pflegen, demonstriert Pflichtbewusstsein. Wer ein halbes Jahr im Ausland herumgereist ist – ohne pädagogische Hintergedanken – legt Neugier an den Tag. Alles positive Eigenschaften.

    So kann ein Bruch sogar zu einem Vorteil werden. Bewerber müssen „nur“ die positiven Aspekte, die mit ihm verbunden sind, herausstellen. Brüche im Lebenslauf als wichtiger Teil der Persönlichlichkeitsentwicklung. Das kann internationale Erfahrung sein oder vertieftes Interesse an einem Thema. Darauf legen speziell international aufgestellte Unternehmen wert. Oft sind derartige Erfahrungen und Kompetenzen sogar wertvoller als formelle Qualifikationen.

    Brüche im Lebenslauf: 4 Ratschläge

    Karrieren werden bekanntlich gemacht und nicht von langer Hand geplant. Es sind also nicht nur Talent, Leistung, Entschlossenheit und handwerkliches Geschick vonnöten. Auch eine große Portion Glück gehört zweifelsfrei zu einer erfolgreichen Laufbahn. Und Glück ist genauso planbar wie ein Sechser im Lotto – also gar nicht.

    Karrierepläne sind dagegen starre Konstrukte, denen oftmals der Bezug zur Realität fehlt. Sie entstehen in einer Zeit, in der der Planer noch gar kein Insiderwissen über seinen Job hatte. Er kennt die Regeln, Codes und Gepflogenheiten in seiner Branche noch gar nicht. Das macht einen Karriereplan in vielen Fällen obsolet.

    Zudem machen geplante Karrieren nicht selten blind. Wer seinen Plan stur verfolgt, sieht die Chancen nicht mehr, die sich links und rechts ergeben. Geistige Flexibilität geht verloren – oder kann sich erst gar nicht entwickeln.

    Das soll nicht bedeuten, dass man seine nächsten Karriereschritte nicht planen kann und sollte. Natürlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man in drei oder fünf Jahren stehen möchte. Und wie man es anstellt, dorthin zu kommen und was man dafür im Einzelnen tun muss.

    Aber wir alle kennen das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das ist in der Arbeitswelt so wie im Privatleben.

    Karrierewege verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Es geht bergauf und bergab, manchmal durch Irr- und Umwege. Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, sich guter Optionen zu berauben. Und wer glaubt, dieses Defizit durch einen sehr ausgefeilten Plan zu beheben, könnte sich im selbst gebauten Irrgarten verlaufen. Dann ist man unentwegt in Bewegung, biegt überall ab – aber kommt nirgends an.

    Daher lauten die besten Ratschläge wie folgt:

    • Bleiben Sie flexibel und offen für Neues.
    • Setzen Sie sich gerne einige wichtige Ziele, die Sie unbedingt erreichen möchten. Das können bestimmte Postionen oder Orte sein, an denen Sie arbeiten oder Unternehmen und Branchen, in denen Sie tätig werden möchten.
    • Denken Sie auch darüber nach, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um diese Ziele zu erreichen. Welche Fähigkeiten Sie noch erwerben oder verbessern müssen, um dorthin zu kommen.
    • Seien Sie bereit, Ihre Pläne jederzeit zu überdenken und zu korrigieren. Veränderungen kommen früher, als einem lieb ist. Wenn Sie anpassungsfähig bleiben, wirft Sie so leicht nichts aus der Bahn. Bereiten Sie sich also gewissermaßen stets auf das Unvorhergesehene vor – expect the unexpected. Ohne Improvisation kommen wir auch sonst nicht durchs Leben.

    Letztlich legen Sie selbst fest, welches Gewicht Sie Ihren Brüchen im Lebenslauf beimessen wollen. Interpretieren Sie nicht zu viel hinein, machen Sie sie auch nicht wichtiger, als sie sind. So erhalten Sie sich Anpassungsfähigkeit. Wenn Sie sich auf das große Ganze konzentrieren, werden Sie schnell feststellen, dass jeder Bruch auch nicht mehr als eine Station im Leben ist.

    Brüche im Lebenslauf: Diese Promis hatten auch welche

    Die Kultur des Scheiterns ist schwer in Mode. Durchaus zurecht, denn aus Niederlagen lernt man bekanntlich. Das gilt auch für die vielen Helden und Erfolgsmenschen der Geschichte. Kaum ein Lebenslauf, der ohne Niederlagen – und Brüche – auskommt. Hier sind ein paar Beispiele:

    • Sieben Wahlkämpfe verlor Abraham Lincoln, bevor er endlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
    • Kein Verleger fand sich anfangs für Astrid Lindgrens wundersame Geschichte von einer gewissen Pippi Langstrumpf.
    • Geldgeber waren zu Beginn für Orson Welles und Citizen Kane weit und breit nicht in Sicht.
    • Erst im dritten Anlauf gelang Henry Ford die Gründung der Ford Motor Company.
    • 9.000 Glühfäden probierte Thomas Alva Edison aus, bevor er einen fand, den er dauerhaft zum Leuchten bringen konnte.
    • Nachdem er sein Studium abgebrochen und Apple gegründet hatte, wurde Steve Jobs mit 30 von seiner eigenen Firma entlassen.

    Warum sich Brüche lohnen können

    Warum sich Brüche lohnen können
    Beruf oder Arbeitgeber wechseln, mal etwas ganz Neues ausprobieren – das kann sich auszahlen. So haben auch rund zehn Prozent der Fondsmanager vorher in ganz anderen Berufen gearbeitet. Sie waren Ingenieure, Ärzte oder Getränkefabrikanten. Das hilft ihnen auch im neuen Job.

    Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, der Universität zu Köln und der Mason School of Business in den USA haben 2018 herausgefunden, dass Quereinsteiger in ihren Erfahrungsindustrien besonders gut abschneiden.

    Ihre Vorerfahrungen nützen Ihnen also auch nach einem Bruch im Lebenslauf. Ärzte etwa, die zu Fondsmanagern werden, erzielen bei Pharma-Aktien deutlich höhere Renditen. In diesem Fall lohnt sich das für alle Seiten: für den frischgebackenen Fondsmanager, für seinen Arbeitgeber – die Fondsgesellschaft – und für die Kunden.

    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

    Lebensläufe mit Brüchen kann man auch als Patchwork-Lebensläufe bezeichnen. Sie werden – so wie die Patchwork-Familie auch – immer gewöhnlicher. Jeder Personaler hatte schon welche vor sich liegen.

    Das bedeutet: Sie werden als Bewerber nicht von vornherein aussortiert, nur weil Ihr Lebenslauf Brüche aufweist. Wichtig ist nur, wie Sie mit ihnen umgehen und wie Sie sie kommunizieren. Das gelingt, wenn Sie sich an diese Ratschläge halten:

    1. Einstellung

      Das ist der erste Schritt. Sehen Sie Ihre Brüche selbst als Makel oder Belastung an? Fehler! Brüche können Leben und Lebenslauf bereichern. Hören Sie also zunächst damit auf, Ihren Bruch als etwas Negatives darzustellen – etwas, für das Sie sich entschuldigen müssen. Mit diesem Mindset gelingen auch Bewerbung und Vorstellungsgespräch besser. Stellen Sie das Positive heraus, das Sie in dieser Zeit gelernt haben. Die Entwicklungsschritte, die Sie gegangen sind. Die Lehren, die Sie gezogen haben. Personaler mögen Bewerber, die wieder aufgestanden sind und sich von Niederlagen nicht haben mürbe machen lassen.

    2. Ehrlichkeit

      Eine Möglichkeit wäre es ja, die Brüche im Lebenslauf dezent zu verschweigen und zu verschleiern. Nach dem Motto: War da was? Das sollten Sie aber nicht tun. Personaler sind erfahren und erkennen schnell, wenn Ihnen etwas vorgespielt wird. Zum Beispiel durch den Trick, statt der Monats- nur die Jahreszahlen im Lebenslauf anzugeben. Das ist verdächtig. Erst recht sollten Sie mögliche Brüche nicht durch eine Lüge übertünchen. Indem Sie sich Fake-Arbeitgeber oder Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse einfach ausdenken. Lügen können Sie noch Jahre später verfolgen – und ein Kündigungsgrund sein. Bleiben Sie bei der Wahrheit – das ist für alle am besten, Sie eingeschlossen.

    3. Geradlinigkeit

      Sie brauchen die richtigen Argumente, warum Ihr Lebenslauf-Bruch ein lehrreiche Erfahrung gewesen sein soll. Die können Sie vor einem Vorstellungsgespräch ruhig mal vor dem Spiegel einüben. Denn wenn Sie ins Grübeln oder Stottern geraten, wirkt Ihr Versuch hilflos. Und nach einer Schwäche soll der Bruch ja nicht aussehen. Und lenken Sie auch nicht vom Thema ab, sondern versuchen, eine schlüssige Erklärung zu liefern. Schon im Anschreiben haben Sie die Möglichkeit, einen Bruch plausibel zu erklären.

    4. Kürze

      In der Kürze liegt die Würze. Sie müssen Ihre Lücken im Lebenslauf ja auch nicht gerade zu einem Initiationsritus aufwerten. Oder zu einer TV-tauglichen Leidensgeschichte, die Ihnen widerfahren ist. Das macht Sie zum Opfer. Und Opfer ist keine Rolle, die Sie als Bewerber spielen wollen. Legen Sie kurz und schlüssig dar, wie der Bruch zustande gekommen ist und was Sie daraus gelernt haben. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Begleiteffekte wie Durchhaltevermögen, Disziplin oder Resilienz. Zeigen Sie, dass die Erfahrungen, die Sie gemacht haben, auch im neuen Job von Nutzen sind. Wer eine schwere Herausforderung schon einmal erfolgreich gemeistert hat, ist auf die nächste besser vorbereitet. Den Benefit für den Arbeitgeber gilt es herauszuarbeiten. Dann könnten Ihnen Ihre Brüche im Lebenslauf sogar Gold wert sein. Versuchen Sie aber nicht, krampfhaft eine Verbindung herzustellen. Wenn es eine gibt, dann ist das wunderbar. Wenn nicht, auch gut.

    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Betreffzeile Bewerbung: So trifft sie ins Schwarze

    Betreffzeile Bewerbung

    Betreffzeile Bewerbung: Sie ist ein vermeintlich unwichtiges Detail. Die erste Zeile im Anschreiben, die eigentlich nur kurz sagt, worum es im Folgenden geht. Was soll da schon großartig schiefgehen? Aber Vorsicht: Die Betreffzeile fällt dem Empfänger ihrer Bewerbung als Erstes ins Auge. Sie erleichtert Zuordnung und Einordnung. Und sie kann sogar erste Rückschlüsse auf die Kompetenz ihres Verfassers zulassen…

    Betreffzeile Bewerbung: So formulieren Sie richtig

    Was schreibe ich in die Betreffzeile Bewerbung? Es sind zwar nur ein paar Worte, aber die haben es in sich. Es sind immerhin die ersten, die der Personaler zu Gesicht bekommt. Sie hinterlassen den ersten Eindruck – und der zählt bekanntlich.

    Das bedeutet: Wenn sie Ihre Betreffzeile in der Bewerbung mies formulieren, dann stößt das sofort sauer auf. Und es färbt negativ auf den Rest der Bewerbung ab – vermutlich sehr viel negativer, als wenn sich eine missratene Formulierung irgendwo mitten ins Anschreiben eingeschlichen hat.

    Also ja, eine schlecht formulierte Betreffzeile in der Bewerbung kann Ihre Chancen schmälern, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und letztlich den Job zu bekommen.

    Es geht aber auch anders: Wenn Sie mit einer guten Betreffzeile Bewerbung einsteigen, hinterlassen Sie einen positiven und professionellen Eindruck. Pluspunkt!

    Betreffzeile Bewerbung – so formulieren Sie sie richtig

    1. Konkret werden

      Formulieren Sie so genau wie möglich. Ein lapidares „Bewerbung“ ist zu wenig und zu allgemein. Die Details fehlen. Welche Bewerbung? Für welche Position? Ebenfalls zu allgemein: „Bewerbung in Ihren Unternehmen“. Ist Ihr Betreff zu allgemein, erwecken Sie den Eindruck, sich keine Mühe gemacht zu haben. Und es könnte den Anschein erwecken, dass Sie Massenbewerbungen versenden, ohne jede Bewerbung individuell anzupassen. Werden Sie also so konkret wie möglich. Nennen Sie im Betreff explizit die Stelle, auf die Sie sich bewerben. Manche Stellenangebote haben eine Referenznummer. Die gehört – sofern vorhanden – auch hinein.

    2. Anzeige spiegeln

      Wenn Sie eine Initiativbewerbung schreiben, dann fällt die Referenznummer weg. Es gibt ja keine. In konkreten Stellenangeboten ist aber manchmal eine Referenznummer oder eine Kennziffer angegeben. Bewerben Sie sich auf ein solches Stellenangebot, dann geben Sie die Nummer unbedingt in der Betreffzeile an. So weiß der Empfänger sofort Bescheid und kann Ihre Bewerbung richtig zuordnen. Verwenden Sie außerdem die Berufsbezeichnung, die in der Annonce gebraucht wird. Steht dort etwa „Softwareentwickler„, dann bewerben Sie sich auch als „Softwareentwickler“ – und nicht als „Software Developer“. Sucht die Firma einen „Social Media Redakteur“, dann bewerben Sie als „Social Media Redakteur“ — und nicht als „Redakteur“ und auch nicht als „Social Media Manager“. Im schlimmsten Fall werden Sie von der HR-Software vorab aussortiert, wenn Sie die „falsche“ Berufsbezeichnung verwenden.

    3. Kurz fassen

      Nehmen Sie nur das Nötigste in Ihre Betreffzeile Bewerbung auf. Unnötigen Ballast schmeißen Sie raus. Die Betreffzeile ist ja nicht umsonst ein Einzeiler. Betreffzeilen, die zwei Zeilen beanspruchen, sind ein absolutes No-Go. Also nur die Informationen aufnehmen, die für den Empfänger relevant sind – und ihm helfen, die Bewerbung einzuordnen. Maximal zählen dazu: Was? Bewerbung. Wer? Controller. Wo? Am Standort München. Was Sie unterlassen sollten, sind Satzungetüme wie: „Bewerbung als Sekretär in Ihrer Zentrale in Hamburg auf die Stelle, die Sie auf Ihrem Karriereportal im Internet ausgeschrieben haben.“ Viiieeel zu lang.

    4. Bezug nehmen

      Die Bezugszeile ergänzt die Betreffzeile. Sie ist etwas kleiner und wird direkt unter der Betreffzeile platziert. In der Bezugszeile nehmen Sie Bezug auf das Stellenangebot. Konkret schreiben Sie hier, wo Sie die jeweilige Stellenausschreibung entdeckt haben. Geben Sie den Namen des Print- oder Online-Mediums an. Auch das Datum der Veröffentlichung (insbesondere bei Printmedien) können Sie hier nennen, um die Zuordnung zu erleichtern. Und noch einen Schritt zurück in die Betreffzeile: Lassen Sie das Wörtchen Betreff weg. Das war früher mal üblich. Heute ist es nicht mehr zeitgemäß. Außerdem zieht es die Betreffzeile unnötig in die Länge.

    Betreffzeile Bewerbung: Darauf bitte achten!

    Mit Ihrer Bewerbung wollen Sie den Arbeitgeber von sich überzeugen. Der Inhalt ist von höchster Priorität. Aber auch das Äußere kann über Wohl oder Wehe Ihrer Bewerbung entscheiden.

    So ist der erste Eindruck, den die Betreffzeile in der Bewerbung hinterlässt, auch ein optischer. Die formale Gestaltung des Betreffs ist daher nicht unwichtig. Legen Sie große Sorgfalt an den Tag. Das ist bei der formalen Gestaltung Ihrer Betreffzeile Bewerbung wichtig:

    • Schriftart

      Zu den Standardtypos zählen Arial und Times New Roman. Damit können Sie in der Bewerbung nichts falsch machen. Wichtig ist in jedem Fall, der ausgewählten Schriftart treu zu bleiben. Wählen Sie also eine Schriftart aus – und weichen in der gesamten Bewerbung nicht mehr von ihr ab. Wenn Ihre Betreffzeile die Schriftart Arial hat, dann sollte auch der Text des Bewerbungsschreibens Arial aufweisen. Einheitlichkeit beachten!

    • Schriftgröße

      Die Größe sollte von der Schriftart abhängig gemacht werden. Arial wirkt wuchtiger und größer. Daher können Sie eine kleinere Schriftgröße wählen, am besten zwischen 10 pt und 11,5 pt. Times New Roman ist feiner. Hier können Sie eine größere Schriftgröße auswählen, damit Ihre Bewerbung gut lesbar bleibt. Zwischen 11 pt und 12 pt sind angemessen. Falls Sie sich für eine andere Typo entscheiden, dann passen Sie die Größe individuell an. Faustregel: Der Empfänger sollte Ihre Bewerbung gut und angenehm lesen können. Die Schriftgröße sollte also weder zu groß noch zu klein sein.

    • Struktur

      Früher war es üblich, das Wörtchen Betreff oder die Abkürzung Betr. in die Betreffzeile zu schreiben. Auch heute praktizieren das noch sehr viele Bewerber. Es ist aber nicht mehr zeitgemäß. Sie zeigen dadurch nur, dass Sie nicht auf dem neuesten Stand sind oder schlecht recherchiert haben. Punktabzug für mangelnde Professionalität! Was in die Betreffzeile Ihrer Bewerbung gehört: die genaue Position, auf die Sie sich bewerben und – sofern vorhanden – eine Kennziffer oder Referenznummer aus der Stellenanzeige.

    • Hervorhebung

      Grundregel: Die Betreffzeile dürfen Sie fetten. Sie ist aber auch der einzige Bestandteil Ihres Anschreibens, den Sie in Fettschrift verfassen sollten. So schaffen Sie Struktur und Übersicht. Sie zeigen, dass hier der formale Kopfteil der Bewerbung endet und der inhaltlich wichtige Hauptteil anfängt. Zudem lenkt die Fettung das Auge des Empfängers auf die Betreffzeile. Er ist sofort im Bilde, um was es geht. Tabu: Die Betreffzeile unterstreichen – weder zusätzlich zur Fettung noch als Ersatz! Und noch etwas: Bitte setzen Sie ans Ende der Betreffzeile keinen Punkt und schon gar kein Ausrufezeichen(!).

    Betreffzeile Bewerbung: Das sind schlechte

    Betreffzeile Bewerbung – hier sind einige Negativbeispiele. So sollten Sie es NICHT machen:

    • Bewerbung bei Daimler

      Wenig aussagekräftig, wenn man bedenkt, wie viele Bewerbungen einem großen Unternehmen regelmäßig auf den Tisch flattern. Der Empfänger kann erstens nichts damit anfangen – und weiß zweitens selbst, wie er bzw. sein Unternehmen heißt.

    • Bewerbung in Dortmund

      Auch wenn ein Unternehmen mehrere Standorte hat, ist die Location alleine keine ausreichende Info. Wichtiger als der Standort ist die Position, für die Sie sich bewerben.

    • Bewerbung als Aushilfe

      So kommen wir der Sache schon näher. Allerdings weiß man dennoch nicht, um welche Art Aushilfe es sich denn handelt. Aushilfe im Lager? Oder im Büro? Das sollte noch mit hinein.

    • Bewerbung auf Ihre Anzeige

      Welche Anzeige? Wo ist diese erscheinen? Welche Position soll mit ihrer Hilfe besetzt werden? Diese Infos fehlen.

    • Betreff: Bewerbung als Landschaftsgärtner

      Hier stört das Wörtchen Betreff am Anfang. Der Rest ist so durchaus in Ordnung.

    • Bewerbung als Softwareentwickler!

      Das Ausrufezeichen entwertet die Betreffzeile. Keine Interpunktion im Betreff!

    • Bewerbung als Koch/Köchin

      In einer Stellenanzeige ist Genderneutralität wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben. In einer Betreffzeile wirkt sie nicht nur albern, sondern falsch. Schließlich hat der Bewerber ja ein Geschlecht, mit dem er/sie sich bewerben kann.

    • Bewerbung um eine Stelle in Ihrem Unternehmen

      Das ist zu beliebig. Es sollte schon eine spezifische Position sein.

    • Bewerbung als Bankkaufmann :-)

      Keine Sonderzeichen oder Emoticons — das ist hochgradig unseriös. Möglicherweise käme ein Smiley besser an, wenn Sie sich nicht als Bankkaufmann, sondern als Feelgood-Manager bewerben würden. Branche beachten!

    • Bewerbung als Developer

      Zugegeben, Softwareentwickler können sich in Ihrer Bewerbung fast alles leisten – erst recht farbig hervorgehobene Betreffzeilen. Für die meisten anderen gilt: Den Betreff bitte nicht farbig markieren.

    • Bewerbung als Verkäuferin auf Ihre Stellenanzeige in der FAZ vom 08.08.2019 für den Standort Lüdenscheid in Teilzeit mit Aussicht auf Arbeitszeitverlängerung

      Bitte nicht ALLE Infos in der Betreffzeile unterbringen, sondern nur die wichtigsten.

    Betreffzeile Bewerbung: Das sind gute

    Wie könnte eine gelungene Betreffzeile in der Bewerbung aussehen? Hier sind ein paar Beispiele:

    • Bewerbung als Java-Entwickler; Kennziffer 6666/666

      Alle wichtigen Infos sind enthalten. Das passt!

    • Bewerbung als Key Account Manager, Referenznummer 9876543

      Auch hier steht alles drin, was der Personaler wissen muss.

    • Bewerbung um eine Stelle als Grafikdesigner
      Ihre Stellenanzeige in der Rheinischen Post vom 29.08.2019

      Betreff- und Bezugszeile sind wunderbar aufeinander abgestimmt.

    • Bewerbung als Controller
      Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de, Referenznummer: 123/987

      Betreff- und Bezugszeile ergänzen sich auch hier sehr gut.

    • Bewerbung als Sales Manager
      Unser Telefonat vom 14.05.2019

      So nehmen Sie Bezug auf ein möglicherweise schon stattgefundenes Telefongespräch. Sehr sinnvoll.

    • Initiativbewerbung als Landschaftsarchitekt

      Der Hinweis, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt, erleichtert die Zuordnung.

    • Bewerbung als Industriemechaniker
      Unser Gespräch auf der Jobmesse Hamburg am 16.06.2019

      Einen möglichen Erstkontakt in die Bezugszeile integrieren – das ist empfehlenswert.

    • Bewerbung als Bilanzbuchhalter (IHK)

      So können Sie einen konkreten Titel bzw. Kompetenz integrieren, in diesem Fall die IHK-Zertifikation.

    • Bewerbung für ein Schülerpraktikum als Reiseverkehrskauffrau vom 01.11. bis 15.11.2019

    • Das ist schon ziemlich lang, aber gerade noch im Toleranzbereich – weil informativ.

    [Bildnachweis: Patrick Thomas by Shutterstock.com]

    Jobs in Gotha: Residenzstadt mit Jobgarantie

    jobs in gotha

    Kennen Sie Gotha? Nein? Sollten Sie aber. Die Mittelstadt in Thüringen zählt zu den wohl unterschätztesten Städten im ganzen Land. Sie galt einmal als Perle – und ist es in Teilen bis heute geblieben. Als alte Residenzstadt hat sie barocke Schlösser und eine historische Altstadt aufzubieten. Die Struktur der lokalen Wirtschaft ist dagegen bodenständig, Jobs in Gotha gibt es in vielen Farben und Formen. Der Mix ist kerngesund. So gesund, dass die fünfgrößte Stadt Thüringens in einer wichtigen Kategorie die Nummer eins ist…

    Jobs Gotha: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    1250 Jahre hat Gotha schon auf dem Buckel. Die Stadt war früher eine Residenzstadt mit Glanz und Gloria. Im Herzen der Stadt thront noch heute das Schloss Friedenstein. Das barocke Bauwerk ist Dreh- und Angelpunkt Gothas, gleich daneben steht das Historische Museum. Weiter südlich geht es in den Schlossgarten mit dem Herzoglichen Museum.

    Gotha ist – historisch gesehen – ein Rivale Weimars. Während sich Weimar der Kultur zuwandte, machte Gotha in Naturwissenschaften. Naturkundemuseum und Alte Sternwarte zeugen davon.

    Zu DDR-Zeiten wohnten in Gotha noch knapp 60.000 Menschen. Die Zahl ist bis auf 45.000 gesunken. Weg vom Schuss wohnt man in Gotha aber gar nicht, in einer halben Autostunde ist man in Erfurt. Das Zentrum von Gotha ist schön, die Außenbezirke weniger. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass die Stadt stark unterschätzt – und weitgehend sogar unbekannt – ist. Dabei galt sie früher als schönste Stadt Thüringens.

    Nicht umsonst bewirbt sich Gotha selbst auf seiner Homepage als „kleine und feine Residenzstadt mitten in Thüringen“.

    Arbeitsmarkt in Gotha

    Gotha ist die fünftgrößte Stadt Thüringens. Im Job-Vergleich ist sie die Nummer eins.

    So liegt die Arbeitslosenquote in Gotha nur bei 4,9 Prozent (Stand: Juni 2019). Das liegt noch unter dem Landesschnitt von Thüringen (5,1 Prozent). Auch in den anderen Städten des Bundeslandes ist die Arbeitslosigkeit höher. Erfurt weist 5,5 Prozent auf, Jena 5,1 Prozent und Weimar 5,7 Prozent. Abgeschlagen ist Gera mit 8,0 Prozent.

    Als ausgebildete Fachkraft hat man in Gotha beste Perspektiven. Die meisten freien Jobs in Gotha gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur momentan in folgenden Bereichen, in dieser Reihenfolge:

    • Produktion und Fertigung
    • Gesundheits- und Sozialwesen
    • Verkehr und Logistik
    • Kaufmännische Dienstleistungen und Handel
    • Baugewerbe
    • Unternehmensorganisation

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Im Durchschnitt verdient ein Arbeitnehmer in Thüringen laut gehalt.de 36.450 Euro pro Jahr. Damit sind die Gehälter in Thüringen höher als die in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. An das Niveau von Hessen (ca. 51.000 Euro) oder Baden-Württemberg (ca. 48.800 Euro) reichen sie freilich nicht heran.

    Wer nach der Uni in Thüringen in den Jobmarkt einsteigt, bringt im Schnitt 37.406 Euro nach Hause. Nach der Ausbildung legen Berufseinsteiger mit 24.947 Euro los.

    Fach- und Führungskräfte erreichen in Thüringen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 ein Jahressalär von rund 44.000 Euro. In Hessen verdienen sie rund 65.000 Euro – und damit über 20.000 Euro mehr. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 verortet Fach- und Führungskräfte in Thüringen sogar bei einem Jahresgehalt von ca. 56.400 Euro.

    Eine Vollzeitstelle in Gotha befördert monatlich 2.468 Euro auf das Konto. Das ist der Medianwert der Bundesagentur für Arbeit. Das Medianeinkommen in ganz Deutschland liegt bei 3.209 Euro.

    Hinter dem ostdeutschen Median von 2.600 Euro hinkt Gotha aber gar nicht so weit hinterher. Tatsächlich gibt es in Ostdeutschland nur zwei Städte, die auf einen Wert von über 3.000 Euro kommen: Berlin und Jena. Innerhalb Thüringens liegt Gotha hinter Weimar (2.902 Euro) und Erfurt (2.679 Euro). Das Gehaltsniveau von Gera (2.390 Euro) dagegen kann Gotha übertrumpfen.

    Wichtige Arbeitgeber in Gotha

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Gotha:

    • Schmitz Cargobull (Anhänger)
    • ZF Friedrichshafen AG (Automotive)
    • Avery Dennison Materials (Folien)
    • Bystronic Maschinenbau
    • Pero AG (Teilereinigung)
    • Durable Hunke und Jochheim (Büroausstattung)
    • Gothaplast (Pflaster)
    • Stadtwerke Gotha
    • Kreissparkasse Gotha
    • Helios Klinikum Gotha
    • Oettinger Brauerei Gotha
    • BCS Beratung-Computer-Software
    • CM System (Computer- und Medientechnik)
    • Dekra Automobil GmbH
    • Finanz-Data GmbH (Beratung und Software)
    • Guttroff Gase und Schweißtechnik
    • Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Gotha

    Gotha hat eine Wirtschaftsstruktur, die man als gesund bezeichnen darf. Den einen großen Namen gibt es nicht, dafür viele kleine und mittelständische Unternehmen aus Industrie und Handwerk.

    Zu den prominenteren Namen zählt Autozulieferer ZF Friedrichshafen, der in Gotha seit 2001 Achsgetriebe und E-Antriebe produziert. Nutzfahrzeughersteller Schmitz Cargobull hat in Gotha sein „Kipper-Kompetenzwerk“.

    Die Stadt beherbergt das Thüringer Finanzgericht, ein Forschungszentrum der Uni Erfurt und ist Bundeswehr-Standort. Ein Mix an Möglichkeiten, der die Gothaer zu einer beispiellos niedrigen Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent geführt hat.

    Diese Wirtschaftsbereiche schaffen Jobs in Gotha:

    • Verarbeitendes Gewerbe
    • Logistik
    • Baugewerbe
    • Dienstleistungen
    • Handel und Gastgewerbe
    • Kultur- und Kreativwirtschaft
    • Öffentliche Verwaltung, Behörden und Institutionen

    Glänzend steht Gotha im Prognos-Zukunftsatlas 2019 allerdings nicht da. Dort reicht es nur zu Rang 270 von 401 Regionen in Deutschland – nach Platz 254 bei der letzten Erhebung im Jahr 2016. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt kommt Gotha immerhin auf Position 247 ins Ziel.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    In einer halben Stunde kommt man von Gotha nach Erfurt. Das kann sich für Pendler lohnen. In Gotha liegen die Mietpreise nach Immowelt-Daten zwischen 4,89 Euro und 7,58 Euro pro Quadratmeter. In Erfurt beträgt die Medianmiete 7,50 Euro.

    Eine ganze Autostunde entfernt liegt Gera. Dort müssen Mieter 5,00 Euro pro Quadratmeter zahlen. Noch günstiger sind Wohnungen in Plauen auf der sächsischen Seite. Hier müssen Mieter nur 4,50 Euro pro Meter überweisen.

    Zum Vergleich: Mieter in Dresden wohnen für 7,50 Euro pro Quadratmeter, in Leipzig und Rostock für 6,60 Euro, in Magdeburg und Cottbus für 6,00 Euro und in Chemnitz für 5,00 Euro. Teurer wird es in Jena (9,00 Euro), Potsdam (10,00 Euro) und Berlin (11,70 Euro).

    In einer anderen Preiskategorie liegen westdeutsche Städte wie Stuttgart (12,50 Euro), Frankfurt (13,90 Euro) und München (18,10 Euro). Die bayerische Landeshauptstadt ist die teuerste Stadt Deutschlands – mit weitem Abstand.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Gotha selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Gotha suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Gotha finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Gotha finden Sie hier.
    • Die IHK Erfurt finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Gotha finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Gotha finden Sie hier.
    • Jobs in Gotha finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Val Thoermer by Shutterstock.com]

    Jobs in Weimar: Wo Sie Geschichte schreiben

    jobs in weimar

    Weimar war schon mehr als einmal das Zentrum deutscher Geschichte. Heute kann hier jeder seine eigene Geschichte schreiben. Die Voraussetzungen sind so gut wie lange nicht. Es gibt immer mehr Jobs in Weimar, immer weniger Arbeitslose. Vor allem Architekten und Ingenieure profitieren von der Weimarschen Tradition, genauso Kreative, Kulturschaffende und Gastronomen. Der größte Arbeitgeber der Stadt hat mit Hochkultur allerdings nicht so viel am Hut…

    Jobs Weimar: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Wer mit Weimar nichts anzufangen weiß, darf getrost als Kulturbanause gebrandmarkt werden. So viel Kultur auf engem Raum: Schloss Belvedere, das Goethe-Nationalmuseum, das Liszt-Haus, Schillers Wohnhaus und Goethes Gartenhaus können besichtigt werden – und erwecken die Weimarer Klassik kurzzeitig wieder zum Leben.

    Bedrückender ist es vor den Toren Weimars in der Gedenkstätte Buchenwald. Pompöser dagegen in der Anna-Amalia-Bibliothek, deren Dachstuhl 2004 zum Teil abbrannte. 50.000 Bücher gingen in Flammen auf. Nach der Restaurierung erstrahlt sie in neuem Glanz – und ihr mehrgeschossiger Rokokosaal ist schöner als je zuvor.

    Die Bibliothek steht am Park an der Ilm, dem Kleinod der Stadt. Oder sollte man besser sagen: Großod? Er ist mit 48 Hektar nämlich sehr geräumig. Auch ist der Park eine der am besten erhaltenen Parkanlagen aus der Klassik, Goethe höchstpersönlich war bei seiner Errichtung beteiligt.

    Früher wohnten in Weimar Goethe, Schiller, Bach, Cranach, Liszt, Nietzsche, Gropius, Herder, Feininger, Kandinsky. Heute wohnen hier Studenten der Bauhaus-Uni und Berufstätige aus Jena, die lieber in Weimar wohnen wollen – oder Senioren aus dem Westen, die ihren Lebensabend in der Kulturstadt verbringen wollen.

    Am begehrtesten sind Wohnungen in der Altstadt und in Weimar-Süd. Viele neue Wohnungen sind in der Nordvorstadt entstanden. Wer es ländlicher mag, dürfte sich in Oberweimar wohl fühlen.

    Arbeitsmarkt in Weimar

    In Thüringen brummt der Jobmarkt seit Jahren. Im Jahr 2005 lag die offizielle Arbeitslosenquote noch bei 17,1 Prozent, 2018 war sie auf 5,5 Prozent gesunken. Mittlerweile beträgt sie sogar nur noch 5,1 Prozent (Stand: Juni 2019).

    In der Stadt Weimar sind es 5,7 Prozent. Erfurt liegt mit 5,5 Prozent nur knapp dahinter, Jena bei 5,1 Prozent. Abgeschlagen ist die drittgrößte Stadt des Bundeslandes. Geras Statistik weist 8,0 Prozent Arbeitslose aus.

    Wie in vielen Städten Ostdeutschlands gibt es auch in Weimar mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Wer als Azubi durchstarten will, hat gute Chancen. Die meisten offenen Ausbildungsplätze in Weimar gibt es laut Arbeitsagentur für:

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das Durchschnittsgehalt in Thüringen liegt das nach Angaben der Plattform gehalt.de bei 36.450 Euro im Jahr. Damit ist das Gehaltsniveau in Thüringen höher als in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Ganz vorne im Ranking rangieren Hessen mit rund 51.000 Euro und Baden-Württemberg mit ca. 48.800 Euro.

    Nach der Uni steigen Absolventen in Thüringen mit durchschnittlich 37.406 Euro in den Beruf ein. Für erfolgreiche Azubis geht das Berufsleben mit 24.947 Euro weiter.

    Der Stepstone-Gehaltsreport 2019 zeigt für Fach- und Führungskräfte in Thüringen ein Durchschnittssalär von rund 44.000 Euro jährlich an. Spitzenreiter ist erneut Hessen mit über 65.000 Euro. Nach Berechnungen der Xing-Gehaltsstudie 2019 liegen Fach- und Führungskräfte in Thüringen sogar bei einem Jahresgehalt von ca. 56.400 Euro.

    Ein Vollzeitjob in Weimar bringt 2.902 Euro monatlich auf das Konto. Dabei handelt es sich um den von der Bundesagentur für Arbeit errechneten Medianwert. Das gesamtdeutsche Medianeinkommen liegt bei 3.209 Euro.

    Aber Weimar steht trotzdem sehr gut da. Das Mediangehalt in der Klassik-Stadt ist zum Beispiel höher als das in Leipzig (2.807 Euro), Magdeburg (2.760 Euro) und Schwerin (2.795 Euro). Insgesamt beträgt der Wert für Ostdeutschland 2.600 Euro.

    Innerhalb Thüringens sind nur die Gehälter in Jena höher als in Weimar. In Jena verdienen Vollzeitarbeitnehmer 3.066 Euro monatlich, in der Landeshauptstadt Erfurt dagegen nur 2.679 Euro und in Gera 2.390 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Weimar

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber, die Jobs in Weimar schaffen:

    • Thüringer Landesverwaltungsamt
    • Bauhaus-Universität Weimar
    • Bayer Weimar (Pharma)
    • Tractebel Hydroprojekt (Ingenieurbüro)
    • Antenne Thüringen (Medien)
    • Dynardo (Software)
    • Ingenieurbüro Lopp
    • Saller (Immobilien)
    • Hydrema Baumaschinen
    • Thüringische Landeszeitung
    • VR Bank Weimar
    • Sophien- und Hufeland Klinikum
    • Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
    • Deutsches Nationaltheater Weimar
    • Klassik Stiftung Weimar
    • Glatt Ingenieurtechnik
    • Jörg Schneider Edelstahlverarbeitung
    • Goepfert Werkzeug und Formenbau
    • IAB Institut für Angewandte Bauforschung Weimar
    • IBU-tec Advanced Materials AG
    • Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik
    • KCD Kunststoffe, Additive und Beratung

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Weimar

    Nein, Weimar lebt nicht nur von seinen Touristen. Klar ist aber, dass sie eine wichtige Rolle für die Kulturstadt spielen. Gastronomie und Hotellerie, aber auch die Kultureinrichtungen erreichen eine breite Klientel – und schaffen viele Jobs in Weimar.

    Die Bauhaus-Tradition ist in Weimar lebendig. An der Bauhaus-Universität kann man Architektur oder Urbanistik studieren. Auf dem Arbeitsmarkt finden viele Absolventen Anschluss. So ist die Dichte an Ingenieur- und Architekturbüros in Weimar extrem hoch. Auch gibt es hier viele Forschungseinrichtungen, die sich mit Werkstoffen und Bautechnologie befassen.

    Größter Arbeitgeber der Stadt ist Bayer, das in Weimar hormonhaltige Präparate herstellt. Der zweitgrößte Arbeitgeber machte 2018 dicht. Als das Werk von Coca-Cola schloss, verloren 170 Mitarbeiter ihre Jobs.

    Die wichtigsten Branchen für Weimar sind:

    • Bautechnologien und Werkstoffe
    • Kreativwirtschaft und Kultur
    • Metallverarbeitung und Maschinenbau
    • Kunststoffe und Pharmazie
    • Gastgewerbe und Dienstleistungen

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 erreicht Weimar Platz 192 von 401 Regionen in Deutschland. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt landet man sogar auf Rang 46. Allerdings hatte es im letzten Prognos-Atlas 2016 noch zur Gesamtplatzierung 108 gereicht.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Weimar ist kulturell wertvoll – und nicht ganz billig. Mieter zahlen in Weimar nach Immowelt-Berechnungen 7,50 Euro pro Quadratmeter im Median. Damit liegt die Stadt auf exakt dem gleichen Preisniveau wie Erfurt. Die Landeshauptstadt ist nur eine halbe Autostunde entfernt.

    Eine volle Autostunde entfernt ist Gera. Dort sind die Mietpreise mit 5,00 Euro pro Quadratmeter sehr viel niedriger. Noch günstiger wohnt es sich in Plauen jenseits der sächsischen Grenze. Hier werden schlappe 4,50 Euro pro Meter fällig.

    Weimar zählt im ostdeutschen Vergleich zu den teureren Adressen. In Leipzig überweisen Mieter 6,60 Euro pro Quadratmeter, in Rostock ebenfalls 6,60 Euro, in Magdeburg und Cottbus 6,00 Euro und in Chemnitz gar nur 5,00 Euro. Eine Mietwohnung in Dresden kostet 7,50 Euro – genauso viel wie in Weimar. Hochpreisiger sind dagegen Jena (9,00 Euro), Potsdam (10,00 Euro) und Berlin (11,70 Euro). An der Spitze der Deutschland-Charts stehen Frankfurt am Main (13,90 Euro) und München (18,10 Euro).

    Wer eine Immobilie in Weimar kaufen möchte, muss mit 1.970 Euro pro Quadratmeter kalkulieren. In Jena werden 2.350 Euro fällig, in Erfurt 2.130 Euro. Achtung, Pendler: Immobilien in Gera werden von Immowelt bei 780 Euro pro Quadratmeter veranschlagt. Schnäppchenalarm!

    In Dresden muss man fürs Eigenheim dagegen 2.230 Euro auf den Tisch legen, in Leipzig 1.920 Euro, in Magdeburg 1.460 Euro, in Rostock 2.800 Euro. Berlin verlangt den Käufern 3.790 Euro ab, Potsdam 3.370 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Weimar selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Weimar suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Ihr Finanzamt in Weimar finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Weimar finden Sie hier.
    • Die IHK Erfurt finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Efurt finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Weimar finden Sie hier.
    • Jobs in Weimar finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Shamsiya Saydalieva by Shutterstock.com]

    Jobs in Jena: Die Karriere fest im Blick

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    Wer gutes Geld verdienen will, zieht nach München, Stuttgart oder Frankfurt. Oder nach Jena. In der Tat ist Jena die Gutverdiener-Metropole Ostdeutschlands. In keiner anderen Ost-Stadt – mit Ausnahme von Berlin – sind die Gehälter so hoch wie hier. Jobs in Jena gibt es vor allem für Akademiker. Die Stadt ist als Leuchtturm der optischen Industrie bekannt. Es gibt aber auch andere Betätigungsfelder für Fachkräfte – sogar in der Raumfahrttechnologie…

    Jobs Jena: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Jena macht was her. Die Stadt ist eine der wenigen in Deutschland, die eine echte Skyline vorzeigen kann. Hier wurden einige der ersten Hochhäuser des Landes gebaut, der sogenannte Bau 15, das Ernst-Abbe-Hochhaus und der 144 Meter hohe Jentower.

    Ein Name läuft einem in Jena permanent über den Weg und das ist der von Carl Zeiss. Der Mechaniker gründete 1846 seine Werkstatt in Jena. Daraus sollte ein Weltmarktführer der optischen Industrie werden. Carl Zeiss Jena – das gehört genauso unzertrennbar zusammen wie Bayer Leverkusen.

    Jena vibriert. Manche sagen, es ist hier sehr viele lebendiger als in der Landeshauptstadt Erfurt. Dabei ist Jena mit 110.000 Einwohnern nur die zweitgrößte Stadt Thüringens, Erfurt hat 100.000 Einwohner mehr. Vor allem lockt Jena Hochqualifizierte und Studenten an.

    Die vielleicht beliebteste Wohnlage in Jena ist das ruhige Kernbergviertel. Im Süden der Stadt, in Winzerla und Lobeda, stehen Plattenbauten. Doch auch die sind äußerst beliebt, bei Studenten zum Beispiel. Wer neu nach Jena zieht, sollte sich auch in Jena-Ringwiese, Cospeda, Wenigenjena, Jena-Nord, West und Zentrum umschauen.

    Arbeitsmarkt in Jena

    Die Arbeitslosigkeit ist in Thüringen im Laufe der Jahre zusammengeschmolzen wie ein Eis in der Sonne. Lag die offizielle Arbeitslosenquote 2005 noch bei 17,1 Prozent, waren es 2018 nur noch 5,5 Prozent. Mittlerweile ist Thüringen drauf und dran, auch die Fünf-Prozent-Marke zu unterbieten. Im Juni 2019 lag die Quote bei 5,1 Prozent.

    Die Stadt Jena weist exakt denselben Wert auf: 5,1 Prozent. Das ist von den vier größten Städten Thüringens der niedrigste. Die Landeshauptstadt Erfurt liegt bei 5,5 Prozent, Weimar bei 5,7 Prozent und Gera bei 8,0 Prozent.

    Auch in Jena tun sich die Arbeitgeber schwer, offene Stellen mit qualifizierten Kräften zu besetzen.

    Viele Jobs in Jena gibt es aktuell in diesen Bereichen:

    • Gesundheits- und Sozialwesen
    • Verarbeitendes Gewerbe
    • Mechatronik
    • Energie- und Elektrotechnik
    • Metallbearbeitung
    • IT

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In Thüringen liegt das Durchschnittsgehalt nach Angaben der Plattform gehalt.de bei 36.450 Euro im Jahr. Damit lassen die Thüringer Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hinter sich. An Bundesländer wie Hessen (ca. 51.000 Euro) und Baden-Württemberg (ca. 48.800 Euro) kommen sie aber bei Weitem nicht heran.

    Hochschulabsolventen steigen in Thüringen mit durchschnittlich 37.406 Euro in den Beruf ein. Nach erfolgreicher Ausbildung geht das Berufsleben mit 24.947 Euro los.

    Fach- und Führungskräfte verdienen in Thüringen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 rund 44.000 Euro im Jahr. Das sind über 20.000 Euro weniger als in Hessen, wo rund 65.000 Euro per annum gezahlt werden. Auch Berlin ist mit ca. 54.000 Euro enteilt. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 berechnet für Fach- und Führungskräfte in Thüringen ein Jahresgehalt von ca. 56.400 Euro.

    In Jena kommen Vollzeitarbeitnehmer auf einen Monatslohn von 3.066 Euro. Das ist ein hervorragender Wert. Er liegt zwar unter dem gesamtdeutschen Medianeinkommen von 3.209 Euro. Aber Jena ist damit die einzige Stadt in Ostdeutschland – mit Ausnahme von Berlin – die die 3.000-Euro-Marke überbietet.

    Zum Vergleich: Das Medianeinkommen in Dresden beträgt 2.987 Euro, in Leipzig 2.807 Euro, in Magdeburg 2.760 Euro und in Schwerin 2.795 Euro. Die Landeshauptstadt Thüringens, Erfurt, kommt auf 2.679 Euro, Gera auf 2.390 Euro und Weimar auf 2.902 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Jena

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Jena:

    • Carl Zeiss Meditec (Optische Industrie)
    • Jenoptik (Optische Industrie)
    • Carl Zeiss Jena (Optische Industrie)
    • Carl Zeiss Microscopy (Optische Industrie)
    • Universitätsklinikum Jena
    • Friedrich-Schiller-Universität
    • Stadtwerke Jena
    • Fortbildungsakademie der Wirtschaft
    • Analytik Jena (Messtechnik)
    • Schott AG (Glas)
    • Fachhochschule Jena
    • Abbott (Medizintechnik)
    • Intershop Communications (E-Commerce)
    • Medipolis (Pharma)
    • Jenapharm (Pharma)
    • Göpel Electronic (Messtechnik)
    • ePages (E-Commerce)
    • Dot Source (Digitalagentur)
    • Jena Optronik (Raumfahrttechnologie)
    • Opto Tech (Optikmaschinen)
    • Conventus Congressmanagement und Marketing
    • Jenaer Antriebstechnik
    • Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
    • Asphericon (Optische Industrie)
    • DEWB AG (Venture-Capital-Gesellschaft)
    • Sparkasse Jena-Saale-Holzland

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Jena

    Jena ist die Stadt mit Durchblick. Die optische Industrie hat hier ihre Herzkammer. Carl Zeiss, Jenoptik und Schott sitzen in Thüringen. Kein Unternehmen prägt die Stadt so sehr wie Zeiss. 2017 gab das Unternehmen bekannt, 300 Millionen in den Standort zu investieren, um aus ihm ein Hightech-Zentrum mit überregionaler Strahlkraft zu machen. Schon heute ist Jena zweitgrößter Zeiss-Standort mit rund 2.000 Mitarbeitern.

    Nationale wie internationale Konzerne haben sich in Jena angesiedelt, aus der Medizin- und Messtechnik, Pharmaindustrie und sogar der Raumfahrttechnologie. Jena ist mittlerweile ein Hochtechnologiezentrum, das nach eigenen Angaben eine Exportquote von 65 Prozent aufweist. Das ist viel.

    Auch werden in Jena jedes Jahr 250 Patente pro 100.000 Einwohner angemeldet. Das zeugt von Innovationskraft. Bundesweit liegt der Schnitt bei 59 Patenten. Jena verfügt zudem mit der Friedrich-Schiller-Universität über die einzige Volluniversität in Thüringen.

    Gute Jobs in Jena schaffen diese Branchen:

    • Optik und Photonik
    • Gesundheitstechnologie
    • Präzisionstechnik
    • Digitale Wirtschaft
    • Umwelttechnologie

    Dass Jena ein Geheimtipp in Deutschlands Städtelandschaft ist, zeigen auch die diversen Rankings. Im Städteranking 2018 von IW Consult belegt Jena Platz 17 von 71. Im IW-Zukunftsranking reicht es sogar zu Platz 7.

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 erreicht Jena Position 29 von 401 Regionen in Deutschland. Gute Bewertungen gab es vor allem für den heimischen Arbeitsmarkt. In dieser Unterkategorie belegt Jena sogar Platz 14.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Das Preisniveau in Jena ist – für eine Stadt im Osten Deutschlands – außerordentlich hoch. Laut Financescout24 sind die Lebenshaltungskosten in Jena höher als in West-Städten wie Essen, Bochum, Dortmund, Mönchengladbach, Wuppertal und Bremen.

    Innerhalb Ostdeutschlands zählt Jena zu den Premium-Städten. Die Mieten liegen nach Immowelt-Angaben schon bei 9,00 Euro pro Quadratmeter und sind damit nicht mehr weit von der Zweistelligkeit entfernt. In Erfurt müssen Mieter demgegenüber nur 7,50 Euro zahlen, in Weimar ebenfalls 7,50 Euro, in Gera sogar nur 5,00 Euro. Auch die anderen Ost-Metropolen sind günstiger als Jena. Dresden schlägt mit 7,50 Euro pro Quadratmeter zu Buche, Leipzig und Rostock mit 6,60 Euro, Magdeburg und Cottbus mit 6,00 Euro. In Chemnitz zahlen Mieter sogar nur 5,00 Euro pro Quadratmeter.

    Nur Potsdam (10,00 Euro) und Berlin reißen größere Löcher ins Portemonnaie. 11,70 Euro werden pro Quadratmeter in der Hauptstadt fällig. Von Frankfurt (13,90 Euro) und München (18,10 Euro) ist aber selbst Berlin noch ein ganzes Stück entfernt.

    Käufer werden in Jena mit 2.350 Euro pro Quadratmeter zur Kasse gebeten. Zum Vergleich: In Dresden kostet der Quadratmeter Eigenheim 2.230 Euro, in Leipzig 1.920 Euro, in Magdeburg nur 1.460 Euro, in Rostock aber 2.800 Euro. Wer eine Immobilie in Erfurt erwerben möchte, muss mit 2.130 Euro kalkulieren, in Weimar mit 1.970 Euro. Spottbillig sind die Wohnungen in Gera, wo der Quadratmeter ganze 780 Euro kostet. Ein Hinweis, der auch für Pendler interessant sein könnte: Jena und Gera trennen nur rund 40 Kilometer.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Jena selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Jena suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Ihr Finanzamt Jena finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Jena finden Sie hier.
    • Die IHK Ostthüringen finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer für Ostthüringen finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Jena finden Sie hier.
    • Jobs in Jena finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Animaflora PicsStock by Shutterstock.com]

    Jobs in Unna: Lieber nah dran als mittendrin

    jobs in unna

    Unna liegt am Rande des Reviers. Das hat Vorteile. Man ist schnell im Sauerland zur Erholung – und in Dortmund zur Arbeit. Für Pendler kann sich die Kleinstadt Unna lohnen. Jobs in Unna gibt es aber auch. Mit der hiesigen Arbeitslosenquote können die großen Städte im Pott jedenfalls nicht mithalten…

    Jobs Unna: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Unna hat Feuer im Blut. Und das, obwohl die Stadt im östlichen Ruhrgebiet eigentlich eher westfälisch-nüchtern ist. Beim Un(n)a Festa Italiana zeigen Fahnenschwinger aus Pisa ihre Künste. Dazu gibt es Pasta und Scampis, Grappa und italienischen Wein. Das (angeblich) größte italienische Fest nördlich der Alpen gibt es jedes Jahr — in Unna.

    Die 60.000-Einwohner-Stadt ist klein und kompakt. Ein Highlight ist das Zentrum für Internationale Lichtkunst. Ein Lichtkunst-Museum, das es so sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Ein paar Fußminuten entfernt liegt die Burg Unna, die heute das Hellweg-Museum beherbergt. Die vielen erhaltenen Fachwerkhäuser verleihen der Altstadt Flair.

    Ein Wermutstropfen: Besonders grün ist Unna nicht. Aber sie ist nah dran am Grünen. In wenigen Autominuten ist man im Sauerland. Wer es trubeliger mag, fährt einfach in die andere Richtung. Dortmund ist nur 20 Kilometer entfernt.

    Pendler fühlen sich in Unna-Billmerich wohl. Der Stadtteil ist ländlich, aber gut angebunden. In Königsborn gibt es einige schön sanierte Häuschen. Auch in Massen gibt es schöne Ecken, aber zugleich den Lärm des Dortmunder Flughafens.

    Arbeitsmarkt in Unna

    Im Kreis Unna gibt es rund 14.400 Arbeitslose (Stand: Juni 2019). Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,8 Prozent. Für eine Stadt im Ruhrgebiet ein hervorragender Wert.

    In Gelsenkirchen ist die Arbeitslosigkeit mit 12,9 Prozent fast doppelt so hoch. Duisburg liegt bei 10,8 Prozent, Essen bei 10,1 Prozent und Oberhausen bei 9,8 Prozent. Besser sieht es in Mülheim an der Ruhr (7,0 Prozent), Bottrop (7,2 Prozent) und Recklinghausen (8,0 Prozent) aus.

    Auch die direkten Nachbarn Unnas können nicht mithalten. Dortmund im Westen steht bei 10,1 Prozent, Hamm im Norden bei 8,0 Prozent. Nur Soest im Osten hängt Unna ab, dort sind es lediglich 4,9 Prozent.

    Im Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen liegt die Arbeitslosenquote bei 6,5 Prozent, in Deutschland bei 4,9 Prozent.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In Nordrhein-Westfalen liegt das Durchschnittsgehalt nach Angaben der Plattform gehalt.de bei 45.360 Euro. Das ist durchschnittlich. Höher ist das Gehaltsniveau in Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern. In Hessen kann man mit ca. 51.000 Euro jährlich rechnen. Am wenigsten verdienen Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 34.000 Euro.

    Nach der Uni starten Absolventen mit einem Einstiegsgehalt von 46.513 Euro in den Beruf, nach einer Ausbildung geht es mit 31.020 Euro los.

    Für Fach- und Führungskräfte in Nordrhein-Westfalen weist der Stepstone-Gehaltsreport 2019 ein durchschnittliches Jahressalär von 58.846 Euro aus. Laut Xing-Gehaltsstudie 2019 verdienen sie sogar 71.913 Euro per annum.

    In Unna verdient ein Vollzeitarbeitnehmer im Monat 2.948 Euro. Dabei handelt es sich um den Medianwert der Bundesagentur für Arbeit. Für ganz Deutschland liegt der Wert bei 3.209 Euro.

    Nebenan in Dortmund beträgt das Medianeinkommen 3.315 Euro. Auch an benachbarte Städte wie Hagen (3.267 Euro) und Hamm (3.022 Euro) kommt Unna nicht ganz heran. Tiefer im Westen gehen die Gehälter noch weiter nach oben. So liegt das Mediangehalt in Bochum bei 3.273 Euro, in Essen bei 3.451 Euro und in Mülheim an der Ruhr sogar bei 3.523 Euro. Weiter östlich in Soest verdienen Vollzeitarbeitnehmer mit 3.174 Euro ebenfalls mehr.

    Aber: Das Medianeinkommen der Arbeitnehmer, die in Unna wohnen (aber nicht zwangsläufig auch arbeiten), beträgt immerhin 3.196 Euro. In Unna wohnen, aber in Dortmund arbeiten – das kann sich lohnen.

    Wichtige Arbeitgeber in Unna

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Unna:

    • Zapp AG (Stahl)
    • VDM Metals
    • Zurbrüggen Wohnzentrum (Möbel)
    • Wima (Elektronik)
    • Van Eupen Logistik
    • Sparkasse UnnaKamen
    • Katharinen-Hospital Unna
    • Evangelisches Krankenhaus Unna
    • Amtsgericht Unna
    • Bundeswehr Glückauf-Kaserne
    • Rhenus Logistics
    • Hellweger Anzeiger (Medien)
    • Clickbits (Software)
    • Dreve Dentamid (Sanitätshaus)
    • Sporbeck Transporte und Logistik
    • WBM Flüssigboden (Bauindustrie)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Unna

    Aus Unna pendeln viele nach Dortmund. Aber viele Berufstätige pendeln auch nach Unna hinein. Immerhin zählt die Kreisstadt 23.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Viele von ihnen arbeiten in den Gewerbegebieten im Norden, Osten und Westen der Stadt.

    Unna liegt an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Sauerland, für Logistiker eine attraktive Lage. Auch die Bundeswehr schätzt den Standort. In Unna ist das zur Panzerbrigade 21 gehörende Versorgungsbataillon 7 stationiert.

    Früher war Unna nicht viel mehr als ein Bauerndorf. Dann setzte die Industrialisierung ein und machte aus dem Flecken einen Industriestandort. Heute ist der Branchenmix bunt. Diese Branchen sind in Unna vertreten:

    • Maschinenbau und Elektrotechnik
    • Logistik
    • Lebenswissenschaften
    • Entsorgungs- und Verwertungstechnik
    • Energie
    • Eisen- und Metallverarbeitung
    • Groß- und Einzelhandel
    • Handwerk
    • Chemie und Kunststoff
    • Kultur und Medienwirtschaft

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 rangiert der Kreis Unna auf Platz 234 von 401 Regionen. Das ist für einen Ort im Ruhrgebiet eine geradezu exzellente Platzierung. In der Unterkategorie Dynamik belegt Unna sogar Rang 193, in der Kategorie Arbeitsmarkt Platz 197.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Unna ist ein direkter Nachbar Dortmunds – und auch die Mietpreise sind sich ähnlich. Während Dortmund nach Zahlen von Immowelt 7,00 Euro für den Quadratmeter abruft, sind es in Unna 6,50 Euro.

    Die Kleinstadt Unna ist damit teurer als so manche Großstadt im Ruhrgebiet. So zahlen Mieter in Gelsenkirchen nur 5,50 Euro pro Meter, in Herne 5,90 Euro, in Oberhausen, Recklinghausen und Duisburg 6,00 Euro. Tiefer in die Tasche muss man in Mülheim an der Ruhr (6,70 Euro), in Essen (6,90 Euro) und Bochum (7,00 Euro) greifen.

    Im Rheinland scheinen die Mietpreise dann förmlich zu explodieren. In Düsseldorf kostet der Quadratmeter 10,40 Euro, in Köln 10,90 Euro.

    Die Kaufpreise in Unna sind nicht von Pappe. Käufer müssen 1.750 Euro pro Quadratmeter bereitlegen. In Herne gibt es ihn schon für 1.270 Euro, in Gelsenkirchen sogar für 1.000 Euro, in Duisburg für 1.290 Euro. Unna ist für Käufer sogar teurer als Essen (1.650 Euro) und Dortmund (1.730 Euro). Mülheim an der Ruhr verlangt dagegen 2.030 Euro für den Meter.

    In Düsseldorf werden 3.320 Euro aufgerufen, in Köln 3.230 Euro. Unangefochten an der Spitze liegt im Deutschland-Ranking München mit 7.140 Euro pro Quadratmeter.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Unna selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Unna suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Dortmund-Unna finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Unna finden Sie hier.
    • Die IHK zu Dortmund finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Unna finden Sie hier.
    • Jobs in Unna finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Bildagentur Zoonar GmbH by Shutterstock.com]

    Jobs in Recklinghausen: Rein in die gute Stube!

    Jobs in Recklinghausen

    Recklinghausen ist die gute Stube des Ruhrgebiets. Die Fachwerkhäuser in der Altstadt glänzen, der Arbeitsmarkt mittlerweile auch. Tatsächlich wird Arbeitslosigkeit hier kleiner geschrieben als in anderen Großstädten des Reviers. Wer Jobs in Recklinghausen sucht, findet mit 99-prozentiger Sicherheit einen sozialversicherungspflichtigen…

    Jobs Recklinghausen: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Wir lüften für Sie das Geheimnis: Die Bewohner Recklinghausens heißen Recklinghäuser. Nicht Recklinghausener und auch nicht Recklinghäusener.

    Sie wohnen in einer Stadt, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt im Ruhrgebiet verorten würde. Das erhabene Rathaus thront vor dem Erlbruchpark, die Altstadt zeigt Fachwerkhäuser und schöne Straßenzüge aus der Gründerzeit. Die Recklinghäuser Altstadt ist weitgehend unversehrt durch den Zweiten Weltkrieg gekommen.

    Ständig begegnet einem in Recklinghausen das Wörtchen Vest. Damit ist ein mittelalterlicher Gerichtsbezirk gemeint, der in Recklinghausen ansässig war. Das zeigt: Recklinghausen hat eine lange Tradition. Zu wirtschaftlicher Blüte kam es aber erst durch den Bergbau im 19. Jahrhundert.

    Kulturell ist vor allem das Umspannwerk Recklinghausen von Bedeutung, das heute als Elektrizitätsmuseum dient. In der Innenstadt befindet sich das Ikonenmuseum, das eine der wichtigsten orthodoxen Sammlungen Europas zeigt.

    Die beliebtesten Wohnlagen der Stadt sind das Nordviertel, Westviertel, Paulusviertel und Stuckenbusch. Am unteren Ende der Beliebtheitsskala rangieren die Stadtteile im Süden: Grullbad, Hochlarmark, König-Ludwig und Suderwich.

    Arbeitsmarkt in Recklinghausen

    In Recklinghausen gibt es über 26.000 Arbeitslose (Stand: Juni 2019). Das ist aber gar nicht so viel. Die Arbeitslosenquote beläuft sich auf 8,0 Prozent. Sie ist damit deutlich niedriger als in anderen Städten des Ruhrgebiets.

    Oberhausen steht bei bei 9,8 Prozent, Dortmund und Essen bei 10,1 Prozent, Duisburg bei 10,8 Prozent und Gelsenkirchen sogar bei 12,9 Prozent. Auch Bochum befindet sich mit 8,5 Prozent über dem Recklinghäuser Wert. Besser sind nur Mülheim an der Ruhr (7,0 Prozent) und Bottrop (7,2 Prozent).

    Ein Arbeitsmarkt-Biotop ist Recklinghausen aber nicht. In ganz Nordrhein-Westfalen liegt die Arbeitslosenquote nur bei 6,5 Prozent, in Deutschland bei 4,9 Prozent.

    Offene Jobs in Recklinghausen gibt es vor allem für Handwerker, in Handel und kaufmännischen Dienstleistungen, Produktion und Fertigung, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Lehre und Erziehung und im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit.

    Von den im Juni 2019 gemeldeten freien Stellen waren laut örtlicher Arbeitsagentur:

    • 98,6 Prozent sozialversicherungspflichtig
    • 89,1 Prozent unbefristet
    • 90 Prozent ab sofort zu besetzen
    • 87,8 Prozent in Vollzeit

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In Nordrhein-Westfalen kann man gutes Geld verdienen. Nach Angaben der Plattform gehalt.de beträgt das Durchschnittsgehalt im bevölkerungsreichsten Bundesland 45.360 Euro im Jahr. Auf Platz eins der Gehaltsrangliste liegt Hessen mit ca. 51.000 Euro, die rote Laterne trägt Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 34.000 Euro.

    Wer nach der Hochschule in den Beruf startet, kann in Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 46.513 Euro im Jahr rechnen. Nach erfolgreicher Ausbildung geht es im Schnitt mit 31.020 Euro los.

    Fach- und Führungskräfte verdienen in Nordrhein-Westfalen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 durchschnittlich 58.846 Euro jährlich. Nach Angaben der Xing-Gehaltsstudie 2019 sind es sogar 71.913 Euro.

    In Recklinghausen kommt ein Vollzeitarbeitnehmer auf 3.127 Euro im Monat. Diesen Medianwert hat die Bundesagentur für Arbeit berechnet. Er liegt unter dem gesamtdeutschen Medianwert von 3.209 Euro.

    Im Ruhrgebiets-Vergleich rangiert Recklinghausen damit weit hinten. Das Medianeinkommen in Mülheim an der Ruhr liegt bei 3.523 Euro, in Duisburg bei 3.467 Euro und in Essen bei 3.451 Euro. Dortmunder verdienen 3.315 Euro, Bochumer 3.273 Euro, Oberhausener 3.272 Euro und Gelsenkirchener 3.242 Euro. Auch Bottrop liegt mit 3.149 Euro vor Recklinghausen. Eine Stadt im Revier, in der weniger verdient wird, ist Hamm (Westfalen). Dort liegt das Mediangehalt bei 3.022 Euro monatlich.

    Wichtige Arbeitgeber in Recklinghausen

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Recklinghausen:

    • Foot Locker Europe (Einzelhandel)
    • Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
    • Hella (Automotive)
    • Kornbrennerei Boente
    • Josef Möller Obstsaftkelterei
    • Sparkasse Vest Recklinghausen
    • Westfälischer Wachschutz
    • Brenner-Tekath (Personalberatung)
    • Tiemeyer Automobile (Kfz-Handel)
    • Wallstein (Ingenieurdienstleistungen)
    • Teppich Kibek
    • Volksbank Marl-Recklinghausen
    • Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen
    • Prosper-Hospital
    • Klinikum Vest
    • Finum Finanzhaus (Vermögensberatung)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Recklinghausen

    Die Recklinghäuser Altstadt wird im Volksmund auch die „gute Stube des Ruhrgebiets“ genannt. Die historischen Gebäude verleihen ihr Flair. Kein Wunder, dass der Einzelhandel eine große Rolle für Recklinghausen spielt. Aus den angrenzenden Gemeinden wird die Altstadt vor allem an den Wochenenden gerne angefahren.

    Das ist umso wichtiger, weil die Ära von Kohle und Montanindustrie in Recklinghausen unwiederbringlich vorbei ist. 2015 schloss die letzte Zeche. An ihre Stelle hat sich ein bunter Wirtschaftsmix gesetzt.

    Jobs in Recklinghausen schaffen heute diese Bereiche:

    • Dienstleistungen
    • Metallindustrie
    • Elektrotechnik
    • Textil und Kunststoffe
    • Groß- und Einzelhandel
    • Banken, Sparkassen, Versicherungen
    • Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Fachhochschulen
    • Bundes- und Landesbehörden

    Rund 25.000 Recklinghäuser arbeiten heute in Dienstleistungsjobs, nur noch ca. 7.000 sind im produzierenden Gewerbe tätig.

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 landet der Kreis Recklinghausen auf Platz 349 von 401 Regionen in Deutschland. Damit liegt er aber immerhin vor Nachbarn wie Herne, Gelsenkirchen und Oberhausen.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Recklinghausen liegt im Norden des Ruhrgebiets. Die Preise aber liegen eher im Süden. Wer in Recklinghausen 50.000 Euro im Jahr verdient, müsste laut Financescout24 in München auf über 85.000 kommen, um den Lebensstandard zu halten. In Frankfurt müsste ein Recklinghäuser dafür noch immer happige 72.000 Euro erzielen.

    Die Mietpreise schlagen in Recklinghausen nicht so stark zu Buche wie andernorts. Mieter zahlen nach Immowelt-Berechnungen 6,00 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2012 waren es noch 5,10 Euro – der Preisanstieg seitdem fällt in die Kategorie überschaubar.

    Recklinghausen liegt damit in der gleichen Preiskategorie wie Oberhausen, Duisburg und Hamm (6,00 Euro). In Mülheim an der Ruhr werden dagegen schon 6,70 Euro fällig, in Essen 6,90 Euro, in Bochum, Bottrop und Dortmund 7,00 Euro. Günstiger wohnen Mieter in Herne (5,90 Euro) und Gelsenkirchen (5,50 Euro).

    Zum Vergleich: In Düsseldorf kostet der Quadratmeter im Median 10,40 Euro, in Köln 10,90 Euro, in Stuttgart 12,50 Euro, in Frankfurt 13,90 Euro und in München 18,10 Euro.

    Eine Immobilie in Recklinghausen geht für 1.450 Euro pro Quadratmer über die Ladentheke. Auch das ist ein günstiger Preis, allerdings nicht so günstig wie in Duisburg (1.290 Euro), Herne (1.270 Euro) oder Gelsenkirchen (1.000 Euro). In Essen zahlen Käufer für die eigenen vier Wände 1.650 Euro pro Quadratmeter, in Dortmund 1.730 Euro und in Mülheim an der Ruhr 2.030 Euro.

    In Düsseldorf kostet der Meter schon 3.320 Euro, in Köln 3.230 Euro. An München kommen sie alle nicht heran. In der bayerischen Landeshauptstadt liegt der Quadratmeterkaufpreis bei 7.140 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Recklinghausen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Recklinghausen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Recklinghausen finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Recklinghausen finden Sie hier.
    • Die IHK Nord Westfalen finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Recklinghausen finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Recklinghausen finden Sie hier.
    • Jobs in Recklinghausen finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Chris Hoff by Shutterstock.com]

    Jobs in Hamm: Der Elefant unter den Städten

    jobs in hamm

    Früher wohnten in Hamm die Eisenbahner, dann die Bergleute. Jobs in Hamm gibt es jetzt vor allem in der Metall- und Chemieindustrie – oder in einem der sechs (!) Krankenhäuser. Und was hat Hamm eigentlich mit Elefanten zu tun? Eine ganze Menge. Das merkt jeder, der mit offenen Augen durch die Stadt geht…

    Jobs Hamm: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Der Elefant ist Hamms Wahrzeichen. Man findet ihn aber nicht etwa im Tiergarten, sondern im Maximilianpark, dem Gelände der Landesgartenschau 1984. Der Elefant ist aus Plastik, rund 35 Meter hoch und begehbar. Er war in seinem früheren Leben ein Gebäude der Zeche Maximilian, bis er von einem Künstler umfunktioniert wurde.

    Mittlerweile durchzieht das Elefantenmotiv das gesamte Stadtbild. Es gibt ihn aus Glas, Kunststoff und Plastik – der Elefant steht für Hamm. Nicht ganz unpassend ist, dass einer der größten Hindutempel Europas in Hamm steht. Immerhin hat Hindu-Gott Ganesha die äußere Form eines Elefanten. Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel wurde 2002 erbaut, befindet sich im äußersten Osten Hamms.

    Das ältere Wahrzeichen Hamms liegt in der Innenstadt. Die Pauluskirche steht seit den 80er Jahren unter Denkmalschutz. Früher war Hamm eine Eisenbahnstadt, wurde auch als „Güterbahnhof des Ruhrgebiets“ tituliert.

    Eigentlich ist Hamm ein Mischwesen. Die 180.000-Einwohner-Stadt darf man offiziell zum Ruhrgebiet zählen, aber kulturell und geographisch steht sie mit mindestens einem Bein draußen. Sie grenzt sowohl an das Münsterland als auch ans Sauerland, von Ostwestfalen ist Hamm ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt.

    Familien lassen sich gerne in Hamm-Berge nieder. Auch die Stadtteile Mark und Werries zählen zu den beliebtesten Wohnlagen der Stadt.

    Arbeitsmarkt in Hamm

    Rund 7.500 Menschen waren in Hamm im Juni 2019 arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt damit 8,0 Prozent.

    Ob das ein guter oder schlechter Wert ist, hängt von der Perspektive ab. Im Ruhrgebiet liegt die Arbeitslosenquote in Städten wie Dortmund, Essen und Gelsenkirchen im zweistelligen Bereich. Im nördlichen Münsterland ist sie deutlich niedriger. Die Stadt Münster hat lediglich 4,5 Prozent Arbeitslose.

    In ganz Nordrhein-Westfalen liegt der Wert bei 6,5 Prozent, in Deutschland bei 4,9 Prozent.

    Freie Jobs in Hamm gibt es aktuell vor allem für Handwerker, speziell im Baubereich. Auch in der Metallverarbeitung, Logistik, Pflege und Zeitarbeit werden Arbeitskräfte nachgefragt.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das Durchschnittsgehalt in Nordrhein-Westfalen liegt laut gehalt.de bei 45.360 Euro. Das ist deutlich weniger als in Hessen (ca. 51.000 euro), aber sehr viel mehr als in Mecklenburg-Vorpommern (ca. 34.000 Euro). Dies sind die beiden Extreme im deutschen Ländervergleich. Nordrhein-Westfalen liegt mit seinem Gehaltsniveau fast exakt auf dem deutschen Schnitt.

    Hochschulabsolventen steigen in NRW mit durchschnittlich 46.513 Euro jährlich ein, Fachkräfte nach erfolgreicher Ausbildung starten mit 31.020 Euro ins Berufsleben.

    Fach- und Führungskräfte bringen in Nordrhein-Westfalen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 durchschnittlich 58.846 Euro im Jahr mit nach Hause. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 zeigt sogar 71.913 Euro pro Jahr an.

    Speziell in Hamm ist das Gehaltsniveau – sogar für eine Ruhrgebietsstadt – sehr niedrig. Ein Vollzeitarbeitnehmer verdient hier monatlich 3.022 Euro. Das ist der Medianwert der Bundesagentur für Arbeit. Der gesamtdeutsche Wert beträgt 3.209 Euro.

    Nahezu alle Städte im Ruhrgebiet überbieten den Hammer Wert. So liegt das Medianeinkommen in Mülheim an der Ruhr bei 3.523 Euro, in Duisburg bei 3.467 Euro und in Essen bei 3.451 Euro. In Dortmund verdient man 3.315 Euro, in Bochum 3.273 Euro, in Oberhausen 3.272 Euro und in Gelsenkirchen 3.242 Euro. Selbst Bottrop (3.149 Euro) und Recklinghausen (3.127 Euro) schlagen Hamm um Längen.

    Wichtige Arbeitgeber in Hamm

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Hamm:

    • Hoffmeier Industrieanlagen
    • Mannesmann Precision Tubes (Metallverarbeitung)
    • Mannesmann Line Pipe (Metallverarbeitung)
    • Voestalpine Böhler Welding (Stahl)
    • DuPont (Chemie)
    • Hella (Automotive)
    • Stadtwerke Hamm
    • Sparkasse Hamm
    • Munk GmbH (Elektroindustrie)
    • Trendfleur (Großhandel)
    • Stadt Hamm
    • Westfälischer Anzeiger (Medien)
    • Hochschule Hamm-Lippstadt
    • SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft
    • St. Barbara-Klinik Hamm
    • St. Marien-Hospital Hamm
    • Evangelisches Krankenhaus Hamm
    • LWL-Univ.-Klinik Hamm
    • Edeka Logistikzentrum
    • Oberlandesgericht Hamm
    • Anton Hosselmann (Nahrungsmittel)
    • Bernhard Heckmann (Baugewerbe)
    • Claas Service and Parts (Logistik)
    • ComTS est (IT-Dienstleistungen)
    • W. Potthoff GmbH (Kfz)
    • Metro Logistics
    • Seniorenheim St. Stephanus
    • t-log Trinklogistik
    • WDI Westfälische Drahtindustrie
    • CS Parts Logistics

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Hamm

    Im Jahr 2015 hat Hamm zum ersten Mal die Marke von 55.000 Beschäftigten übersprungen. Die Zahl der Jobs steigt seit Jahren, die der Arbeitslosen geht zurück.

    Von der alten Zechen- und Stahl-Herrlichkeit indes ist in Hamm nicht viel übrig geblieben. Heute findet die Wertschöpfung im Dienstleistungsbereich statt. Rund 52 Prozent der Wertschöpfung entfällt laut NRW-Statistikamt auf Dienstleistungen, nur noch 29 Prozent auf das produzierende Gewerbe, der Rest auf Handel, Verkehr, Gastgewerbe und IT. Im produzierenden Gewerbe sind noch knapp 14.000 Hammer tätig, mehr als doppelt so viele arbeiten in Dienstleistungsjobs. Insgesamt gibt es in Hamm rund 56.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

    Jobs in Hamm schaffen vor allem diese Branchen:

    • Chemie
    • Metallindustrie
    • Logistik
    • Gesundheitswirtschaft

    Die Stadt zählt nicht weniger als sechs Krankenhäuser, auch das Oberlandesgericht sitzt hier. Zudem versucht man sich als Eventstandort in Szene zu setzen. Für Veranstaltungen gibt es in Hamm mehrere Hallen, Säle, Kurhaus, Thermen, Parks und eine Handball-Arena, die bis zu 2.650 Zuschauer fasst.

    Im Städteranking 2018 von IW Consult belegt Hamm Platz 65 von 71. Der Prognos-Zukunftsatlas 2019 sieht Hamm auf Rang 332 von 401 Regionen in Deutschland. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt rangiert Hamm aber immerhin auf Position 264.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Mit Hammer-Preisen könnte Hamm in Westfalen tatsächlich werben. Mieter zahlen hier nur 6,00 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2012 lag der Medianpreis noch bei 5,20 Euro – der Preisanstieg seitdem fiel vergleichsweise bescheiden aus.

    Damit liegt Hamm auf dem gleichen Preislevel wie Oberhausen, Duisburg und Recklinghausen. Herne mit 5,90 Euro und Gelsenkirchen mit 5,50 Euro sind sogar noch günstiger. Teurer ist es da schon in Mülheim an der Ruhr (6,70 Euro), Essen (6,90 Euro) Dortmund, Bochum und Bottrop (je 7,00 Euro).

    Südlich davon im Rheinland ziehen die Mietpreise erheblich an. Mieter kostet der Quadratmeter in Düsseldorf 10,40 Euro, in Köln 10,90 Euro. Die teuersten Städte Deutschlands sind Frankfurt mit 13,90 Euro und München mit 18,10 Euro.

    Die Kaufpreise in Hamm haben sich nach Immowelt-Angaben von 2017 auf 2018 um 14 Prozent verteuert. Der Quadratmeter kostet mittlerweile 1.570 Euro. Damit ist das Eigenheim in Hamm deutlich kostspieliger als in Gelsenkirchen (1.000 Euro), Duisburg (1.290 Euro), Herne (1.270 Euro) oder Recklinghausen (1.450 Euro). In Essen ist es mit 1.650 Euro pro Meter hingegen teurer, genauso in Bottrop (1.700 Euro), Dortmund (1.730 Euro), Bochum (1.760 Euro) und Mülheim an der Ruhr (2.030 Euro).

    In Düsseldorf werden sogar 3.320 Euro aufgerufen, in Köln 3.230 Euro – und in München astronomische 7.140 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Hamm selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Hamm suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Hamm finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Hamm finden Sie hier.
    • Die IHK zu Dortmund Zweigstelle Hamm finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Dortmund finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Hamm finden Sie hier.
    • Jobs in Hamm finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Binder Medienagentur by Shutterstock.com]

    Jobs in Bottrop: Die beste Aussicht aufs Revier

    jobs in bottrop

    Harte Arbeit sind die Bottroper gewohnt. Sie wollen sich aber auch mal amüsieren. Die 120.000-Einwohner-Stadt ist zu einem Ausflugsziel mutiert, das Kinder und Sportler lieben. Neben Freizeitparks und Sporthallen schaffen auch große Unternehmen Jobs in Bottrop. Das liegt daran, dass Bottrop einen großen Standortvorteil hat…

    Jobs Bottrop: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Bottrop bringt Freude. Jedenfalls dann, wenn man die Achterbahnen rauf und runter fährt. Der Movie Park Germany im Stadtteil Kirchhellen ist einer der größten Freizeitparks Deutschlands. Seit seiner Eröffnung 1996 ist er die Hauptattraktion Bottrops. Aber nicht die einzige.

    Die Skihalle Bottrop war die zweite, die in Deutschland eröffnete. Seit 2001 können Alpinfreunde im Ruhrgebiet die Piste hinuntersausen. Das Skicenter ist für den Autofahrer schon von Weitem sichtbar. Das Wahrzeichen der Stadt ist es nicht. Das steht gleich nebenan.

    Über eine Leiter lässt sich der Tetraeder erklimmen. Drei Plattformen bieten eine famose Aussicht über das Ruhrgebiet, die höchste befindet sich 38 Meter über dem Boden. Der Tetraeder wurde 1995 in Pyramidenform auf einer alten Halde des Bergwerks Prosper-Haniel errichtet. Die Zeche wurde 2018 geschlossen. Der Steinkohlebergbau in Deutschland ist damit Geschichte.

    Im Jahr 2019 ist Bottrop in den Klub der Hundertjährigen aufgestiegen. 1919 wurden Bottrop die Stadtrechte verliehen.

    Zu den besten Wohnlagen Bottrops zählen Vonderort, Fuhlenbrock-Wald, Stadtwald und Eigen.

    Arbeitsmarkt in Bottrop

    Bottrop ist ein Außenseiter im Ruhrgebiet – im positiven Sinne. Die Arbeitslosigkeit lag hier im Juni 2019 bei 7,2 Prozent. Das ist im Vergleich mit den Nachbarstädten ein ausgezeichneter Wert.

    So liegt Oberhausen bei 9,8 Prozent, Dortmund und Essen bei jeweils 10,1 Prozent, Duisburg bei 10,8 Prozent und Gelsenkirchen sogar bei 12,9 Prozent. Auch Bochum mit 8,5 Prozent und Recklinghausen mit 8,0 Prozent kommen nicht an die Bottroper Marke heran. Einzig Mülheim an der Ruhr (7,0 Prozent) kann den Wert unterbieten.

    Dies darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bottrop weit über dem Schnitt von Nordrhein-Westfalen (6,5 Prozent) und von ganz Deutschland (4,9 Prozent) liegt.

    Jobs in Bottrop gibt es vor allem in diesen Wirtschaftsbereichen, in dieser Reihenfolge:

    • Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung
    • Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung
    • Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Höher als in Nordrhein-Westfalen ist das Gehaltsniveau nur in vier Bundesländern (Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern). In NRW beträgt das Durchschnittsgehalt laut gehalt.de 45.360 Euro. Ganz vorne liegt Hessen mit ca. 51.000 Euro, ganz hinten liegt Mecklenburg-Vorpommern mit rund 34.000 Euro.

    Nach Hochschule kommen Absolventen in Nordrhein-Westfalen auf ein Einstiegsgehalt von 46.513 Euro jährlich. Ausgelernte Azubis fangen mit 31.020 Euro an.

    Laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 können Fach- und Führungskräfte in Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 58.846 Euro pro Jahr rechnen, laut Xing-Gehaltsstudie 2019 sogar mit 71.913 Euro.

    In Bottrop liegen die Gehälter allerdings unter dem Schnitt. So kommt ein Vollzeitarbeitnehmer in der Stadt auf 3.149 Euro monatlich. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um den Medianwert der Bundesagentur für Arbeit. Eine Hälfte der Arbeitnehmer liegt darüber, die andere darunter. In ganz Deutschland beträgt das Medianeinkommen 3.209 Euro.

    In den meisten anderen Ruhrgebietsstädten werden höhere Gehälter gezahlt als in Herne. Vollzeitarbeitnehmer in Essen kommen auf ein Mediangehalt von 3.451 Euro. Duisburger verdienen 3.467 Euro, Mülheimer 3.523 Euro und Dortmunder 3.315 Euro. Auch Städte wie wie Oberhausen (3.272 Euro) und Gelsenkirchen (3.242 Euro) liegen noch vor Bottrop. Einzig Recklinghausen kommt mit 3.127 Euro nicht an seinen südlichen Nachbarn heran.

    Wichtige Arbeitgeber in Bottrop

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Bottrop:

    • MC Bauchemie
    • Eurovia Teerbau (Bauunternehmen)
    • Seepex (Maschinenbau)
    • Movie Park Germany (Freizeit)
    • Alpincenter Bottrop (Sport/Freizeit)
    • Stremmer Sand und Kies
    • Celano (Software)
    • Hochschule Ruhr West
    • Netto (Logistikzentrum)
    • Deichmann (Logistikzentrum)
    • Nadler Feinkost (Lebensmittel)
    • Homann (Lebensmittel)
    • Brabus (Fahrzeugtuning)
    • Seepex (Maschinenbau)
    • Mewa Textil-Management
    • Einrichtungshaus Ostermann (Möbel)
    • Aalberts Surface Treatment (Industriedienstleistungen)
    • Sport-Tiedje (Heimfitness)
    • Actemium Deutschland (Technologie)
    • Elmer Bad (Großhandel)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Bottrop

    Bottrops Plus ist seine Lage. Von hier aus ist man blitzschnell auf der A2, der A3, A42, A43, A44, A59 oder auch auf der A516. Dazu kommt der Rhein-Herne-Kanal, die Blutbahn des Ruhrgebiets. Den Standortvorteil haben Logistiker für sich entdeckt. Unternehmen wie Netto und Deichmann haben in Bottrop Distributionszentren aus dem Boden gestampft.

    Wie die Nachbarstädte muss auch Bottrop seinen Platz in der neuen Wirtschaftswelt erst finden. Handel und Dienstleistungen sind mittlerweile die Treiber der lokalen Wirtschaft, vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Die Freizeitindustrie hat Bottrop schon vor geraumer Zeit für sich entdeckt. Mit dem Movie Park Germany eröffnete 1996 einer von Deutschlands größten Freizeitparks im Stadtteil Kirchhellen, das Alpincenter war 2001 das bundesweit zweite (nach Neuss) Indoor-Skicenter für Flachland-Alpinisten.

    Vor allem diese Branchen schaffen heute Jobs in Bottrop:

    • Einzelhandel
    • Umwelttechnologie
    • Maschinenbau
    • Nahrungs- und Genussmittel

    Seit 2009 ist Bottrop Hochschulstandort. Die staatliche Hochschule Ruhr West bildet Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte aus. Sie hat einen zweiten Campus in Mülheim an der Ruhr.

    Im Städteranking 2018 des Beratungsunternehmens IW Consult rangiert Bottrop auf Platz 66 von 71 Städten. Im Prognos-Zukunftsatlas reicht es zu Position 338 von 401 Regionen in Deutschland. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt langt es immerhin für Rang 265.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Die Mietpreisexplosion geht auch an Bottrop nicht vorbei. Zwischen 2012 und 2017 stiegen die Medianpreise laut Immowelt von 5,70 Euro auf 6,30 Euro und damit um insgesamt elf Prozent. Von 2017 auf 2018 wuchsen sie dann innerhalb eines Jahres nochmal um elf Prozent. Jetzt muss man in Bottrop 7,00 Euro für den Quadratmeter auf den Tisch legen.

    Damit hat sich Bottrop an die Spitze des Revier-Rankings gesetzt. Essener zahlen 6,90 Euro pro Meter, Dortmunder und Bochumer ebenfalls 7,00 Euro. Sehr viel billiger wohnt man aber in Oberhausen, Duisburg und Recklinghausen (je 6,00 Euro), in Mülheim an der Ruhr (6,70 Euro), Herne (5,90 Euro) und Gelsenkirchen (5,50 Euro)

    Weiter südlich im Rheinland schießen die Preise dann in die Höhe. In Düsseldorf zahlen Mieter 10,40 Euro und in Köln 10,90 Euro. München verlangt sogar 18,10 Euro pro Quadratmeter im Median.

    Auch die Kaufpreise sind in Bottrop gar nicht so günstig, wie so mancher vielleicht vermuten würde. Der Quadratmeter kostet hier 1.700 Euro. In Dortmund ist es mit 1.730 Euro nur geringfügig mehr. In Duisburg ist die Immobilie dagegen schon für 1.290 Euro zu haben, in Oberhausen für 1.360 Euro und in Essen für 1.650 Euro. Herne liegt bei 1.270 Euro, Recklinghausen bei 1.450 Euro und Gelsenkirchen sogar bei 1.000 Euro.

    Zum Vergleich: In Düsseldorf kostet der Quadratmeter 3.320 Euro, in Frankfurt 4.430 Euro und in München 7.140 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Bottrop selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Bottrop suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Bottrop finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Bottrop finden Sie hier.
    • Die IHK Nord Westfalen finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Emscher-Lippe-West finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Bottrop finden Sie hier.
    • Jobs in Bottrop finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Peeradontax by Shutterstock.com]

    Jobs in Herne: Das Revier lieben lernen

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    Früher gab es elf Zechen in Herne und einen dreckigen Fluss. Heute nicht mehr – mit allen guten und schlechten Begleiterscheinungen. Die schlechte ist: Jobs in Herne gibt es nicht mehr im Überfluss. Die gute: Es gibt neue Jobs in Herne – in der Logistik, Chemie oder Gesundheitswirtschaft. Und natürlich auf einem der spektakulärsten Volksfeste Deutschlands…

    Jobs Herne: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Herne wird von allen Seiten in die Zange genommen. Die Stadt hat nur eine sehr kleine Fläche, ist dafür mit ihren 160.000 Einwohnern dicht bevölkert. Recklinghausen im Norden, Bochum im Süden, Gelsenkirchen im Westen und Dortmund im Osten – da ist es schwer, sich seinen eigenen Platz zu erkämpfen.

    Darum ist Herne im Rest der Republik nicht jedem ein Begriff. Kohle hat die Stadt groß gemacht – und in Zeiten des Wirtschaftswunders rußgeschwängert. Insgesamt elf Zechen haben das schwarze Gold aus dem Boden geholt. Ihre Namen sind Legende in Herne: Zeche Constantin, Friedrich der Große, Hannibal, Von der Heydt, Julia, Königsgrube, Mont-Cenis, Pluto, Shamrock, Teutoburgia und Unser Fritz.

    Heute ist man bestrebt, den ehemals verseuchten Flusslauf der Emscher aufwändig wieder zu renaturieren. Was viele nicht für möglich gehalten hätten: Herne verfügt über ein schmuckes Wasserschloss im Renaissance-Stil: das Schloss Strünkede im nördlichen Stadtteil Baukau. Grün ist auch der Stadtteil Gysenberg, in den die Herner sonntags gerne pilgern.

    Das Herner Highlight im Jahreskalender ist die Cranger Kirmes. Sie zählt zu den größten Volksfesten Deutschlands, kann es locker mit Cannstatter Wasen, Bremer Freimarkt oder Hamburger Dom aufnehmen.

    Arbeitsmarkt in Herne

    Herne ist eine typische Ruhrgebietsstadt – mit einer für Ruhrgebietsstädte typisch hohen Arbeitslosenquote. 10,6 Prozent der Herner waren im Juni 2019 ohne Arbeit. Das liegt weit über dem Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen (6,5 Prozent).

    Im Revier-Ranking aber trägt Herne keineswegs die rote Laterne. In Duisburg liegt die Arbeitslosenquote bei 10,8 Prozent, in Gelsenkirchen sogar bei 12,9 Prozent. Auch Dortmund steht mit 10,1 Prozent nur geringfügig besser da als Herne.

    Die Nachfrage nach qualifizierten Kräften ist auch in Herne auf hohem Niveau. So hatte die örtliche Arbeitsagentur im Juni 2019 genau 1.228 offene Jobs in Herne in ihrem Bestand – 6,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

    Freie Jobs in Herne gibt es insbesondere für:

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das Durchschnittsgehalt liegt in Nordrhein-Westfalen laut gehalt.de bei 45.360 Euro pro Jahr. In vier Bundesländern ist es höher, nämlich in Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern. Spitzenreiter im Ranking ist Hessen mit 51.000 Euro, Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 34.000 Euro.

    Wer nach der Uni in den Beruf einsteigt, kommt in Nordrhein-Westfalen auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von 46.513 Euro. Nach der Ausbildung fängt man mit 31.020 Euro an.

    Fach- und Führungskräfte verdienen in Nordrhein-Westfalen gemäß aktuellem Stepstone-Gehaltsreport 58.846 Euro im Jahr. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 geht sogar von durchschnittlich 71.913 Euro aus.

    Speziell in Herne ist das Gehaltsniveau moderat. Ein Vollzeitarbeitnehmer kommt auf 3.295 Euro im Monat. Diesen Medianwert hat die Bundesagentur für Arbeit ermittelt. Damit liegt Herne über dem gesamtdeutschen Wert von 3.209 Euro.

    In den Nachbarstädten sind die Gehälter zum Teil deutlich höher. So können Vollzeitarbeitnehmer in Essen mit 3.451 Euro rechnen, in Duisburg mit 3.467 Euro und in Mülheim an der Ruhr sogar mit 3.523 Euro. Dortmunder verdienen 3.315 Euro. In der unteren Hälfte der Gehaltsskala liegen Städte wie Oberhausen (3.272 Euro), Gelsenkirchen (3.242 Euro), Bottrop (3.149 Euro) und Recklinghausen (3.127 Euro).

    Wichtige Arbeitgeber in Herne

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Herne:

    • Vulkan Gruppe (Maschinenbau)
    • Schwing GmbH (Betonpumpen)
    • Evonik Degussa (Chemie)
    • Heitkamp Erd- und Straßenbau
    • Enexio (Anlagenbau)
    • Isap AG (IT-Dienstleistungen)
    • Data Field Marktforschung Feldservice
    • Smilde Bakery (Lebensmittel)
    • Rku it (IT-Dienstleistungen)
    • Steag (Heizkraftwerk)
    • Ineos (Chemie)
    • UPS (Logistik)
    • Sanacorp Pharmahandel
    • Anton Graf GmbH (Touristik)
    • Marienhospital Herne
    • BüchnerBarella Assekuranzmakler
    • Omexom Hochspannung GmbH (Energie)
    • Nevaris Bausoftware
    • Kelvion Machine Cooling Systems (Maschinenbau)
    • Herner Sparkasse

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Herne

    Wer an das Ruhrgebiet denkt, denkt als Erstes nicht unbedingt an Herne. Als Zentrum fühlt sich die Stadt aber allemal. So wohnt angeblich jeder dritte Einwohner der Europäischen Union in einem Umkreis von 500 Kilometern.

    Das sind gute Rahmenbedingungen für Logistiker. Große Märkte sind genauso vor der Haustür wie zahlreiche Autobahnanbindungen, Flughäfen, ein engmaschiges Eisenbahnnetz und ein großes Hafen- und Kanalsystem. 10 Millionen potenzielle Kunden sind, so wird vorgerechnet, innerhalb von 60 Minuten erreichbar.

    Insgesamt haben 5.000 Unternehmen Herne als Heimat ausgewählt. Vor allem in diesen Bereichen gibt es Jobs in Herne:

    • Gesundheitswirtschaft
    • Logistik
    • Maschinenbau
    • Chemie

    Viele Herner arbeiten nicht vor Ort, sondern in einer der Nachbarstädte. Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Essen sind nur wenige Minuten entfernt.

    Das ist manchmal auch notwendig, denn Herne ist wahrlich kein Kraftprotz – nicht mal im Ruhrpott-Vergleich. Im Städteranking 2018 von IW Consult findet sich die Stadt auf dem vorletzten Platz wieder – auf Rang 70 von 71. Pluspunkte gab es nur für den relativ großen Anteil an wissensintensiven Dienstleistungen und die gute Breitbandversorgung. Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 landet Herne auf Position 357 von 401. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt reicht es sogar nur zu Platz 389.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Herne ist ein Preiszwerg. Wer hier 50.000 Euro im Jahr verdient, müsste in München schon 85.000 Euro mit nach Hause nehmen, um den Lebensstandard zu halten. Das zeigt der Vergleichsrechner von Financescout24.

    Den Unterschied machen vor allem die Mietpreise aus. In Herne zahlen Mieter für den Quadratmeter nach Immowelt-Angaben nur 5,90 Euro im Median. Damit unterbietet Herne die ohnehin schon tiefen Preise im Ruhrgebiet. In Oberhausen und Duisburg beträgt der Medianpreis 6,00 Euro pro Meter, in Mülheim an der Ruhr 6,70 Euro, in Essen 6,90 Euro und in Dortmund und Bochum 7,00 Euro. Nur Gelsenkirchen ist mit 5,50 Euro noch billiger als Herne.

    Preissprünge muss da in Kauf nehmen, wer ins Rheinland umzieht. Mieter zahlen in Düsseldorf 10,40 Euro und in Köln 10,90 Euro. Einsamer Spitzenreiter in Deutschland ist aber München. Die bayerische Landeshauptstadt ruft im Median 18,10 Euro pro Quadratmeter auf.

    Wer eine Immobilie in Herne kaufen will, legt 1.270 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch. Von 2017 bis 2018 sind die Kaufpreise laut Immowelt lediglich um ein Prozent gestiegen. In Gelsenkirchen wuchsen sie im gleichen Zeitraum um zehn Prozent – auf jetzt 1.000 Euro pro Quadratmeter.

    In Essen kostet das Eigenheim 1.650 Euro pro Meter, in Dortmund 1.730 Euro und in Mülheim an der Ruhr sogar 2.030 Euro. Duisburg spielt mit 1.290 Euro in derselben Liga wie Herne. Weiter südlich in Düsseldorf werden dagegen 3.320 Euro aufgerufen, in Köln 3.230 Euro. München liegt bei 7.140 Euro pro Meter – das ist einsame Spitze in Deutschland.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Herne selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Herne suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Herne finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Herne finden Sie hier.
    • Die IHK Mittleres Ruhrgebiet finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Herne finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer finden Sie hier.
    • Jobs in Herne finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Tobias Arhelger by Shutterstock.com]

    Jobs in Oberhausen: Arbeiten im Feierabendparadies

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    In Oberhausen begann das Ruhrgebiet seinen industriellen Siegeszug. Heute zieht die Stadt vor allem Shopping- und Feierwütige an. Jobs in Oberhausen offerieren Musical-Theater und Aquarien, Kneipen und Modeketten. Aber auch die Schwerindustrie ist noch nicht gänzlich verschwunden. Und ein Geheimtipp für Pendler ist Oberhausen sowieso…

    Jobs Oberhausen: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Auf junge Leute wirkt Oberhausen anziehend. Die 210.000-Einwohner-Stadt beherbergt mit dem Centro das größte Einkaufszentrum Deutschlands. In die Arena nebenan kommt früher oder später jeder Rock- und Popstar, der etwas auf sich hält. Im Sea-Life-Aquarium gibt es Meerestiere zu bestaunen, im Legoland kleine Bauklötzchen. Und abends geht dann mit der Clique in die Turbinenhalle, die angesagte Eventhalle der Stadt.

    Auch in der Vergangenheit setzte Oberhausen Trends. Mitte des 18. Jahrhunderts eröffnete die Eisenhütte St. Antony, die allererste im Ruhrgebiet. Darum ist nicht etwa Gelsenkirchen oder Essen die „Wiege der Ruhrindustrie“, sondern Oberhausen. Von den alten Zeiten zeugt die Arbeitersiedlung Eisenheim. Sie gilt als die älteste im Revier und wurde längst unter Denkmalschutz gestellt. Ein Industriedenkmal der besonderen Art ist das Gasometer Oberhausen. Der ehemalige Gasbehälter ist fast 120 Meter hoch und dient heute als Aussichtsplattform – vor allem aber als imposante Ausstellungshalle.

    Doch ist die Welt in Oberhausen nicht in bester Ordnung. Die Stadt hat mit einem gigantischen Haushaltsdefizit zu kämpfen, zählt zu Deutschlands Schuldenkönigen. Und das Stadtzentrum ist nach der Eröffnung der Neuen Mitte, in der sich das Centro niederließ, größtenteils verödet. In die Innenstadt verirrt man sich nur noch zu besondern Anlässen. Dazu zählen die Internationalen Kurzfilmtage, die in der altehrwürdigen Lichtburg gefeiert werden.

    Wer eine Wohnung in Oberhausen sucht, sollte sich in Alstaden, Styrum und Alt-Oberhausen umschauen. Die City-West rund um die Bebelstraße gilt hingegen als problematisch.

    Arbeitsmarkt in Oberhausen

    Oberhausen ist eines der Sorgenkinder im Ruhrpott. Das lässt sich schon an den nackten Zahlen ablesen. Im Juni 2019 lag die Arbeitslosenquote in der 210.000-Einwohner-Stadt bei 9,8 Prozent. Im Juli 2017 waren es sogar 11,0 Prozent.

    Damit könnte Oberhausen bald wieder zu den wenigen Großstädten Deutschlands zählen, die eine zweistellige Quote zu bewältigen haben. Dazu gehören schon heute Dortmund, Essen (je 10,1 Prozent), Duisburg (10,8 Prozent) oder Gelsenkirchen (12,9 Prozent). Von den Städten im Ruhrgebiet stehen hauptsächlich Bochum (8,5 Prozent), Bottrop (7,2 Prozent) und Mülheim an der Ruhr (7,0 Prozent) besser da.

    Die meisten freien Jobs in Oberhausen gibt es laut Arbeitsagentur in der Verkehrs-, Logistik-, Schutz- und Sicherheitsbranche sowie im Bereich Produktion und Fertigung.

    Die meisten freien Ausbildungsstellen in Oberhausen gibt es für:

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In Nordrhein-Westfalen beträgt das Durchschnittsgehalt laut gehalt.de 45.360 Euro pro Jahr. Das ist ungefähr der deutsche Durchschnitt. Allerdings ist es nur in vier Bundesländern höher als in NRW: Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern. In den restlichen elf Bundesländern sind die Gehälter tiefer. Insgesamt reicht die Spanne von 51.000 Euro in Hessen bis 34.000 Euro in Mecklenburg-Vorpommern.

    Nach der Hochschule steigt man in Nordrhein-Westfalen mit 46.513 Euro in den Job ein, nach einer Ausbildung mit 31.020 Euro.

    Fach- und Führungskräfte kommen in Nordrhein-Westfalen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 auf 58.846 Euro jährlich im Schnitt. Auch in diesem Ranking liegt NRW auf Platz fünf. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 geht sogar von einem durchschnittlichen Jahressalär von 71.913 Euro für Fach- und Führungskräfte in Nordrhein-Westfalen aus.

    Eine Vollzeitstelle in Oberhausen bringt ein monatliches Gehalt von 3.272 Euro ein. Das ist der Medianwert, den die Bundesagentur für Arbeit berechnet hat. Der Wert für ganz Deutschland beträgt 3.209 Euro.

    In den größeren Städten des Ruhrgebiets ist das Gehaltsniveau höher als in Oberhausen. In Essen liegt das Medianeinkommen bei 3.451 Euro, in Duisburg bei 3.467 Euro und in Mülheim an der Ruhr sogar bei 3.523 Euro. Dortmund kommt auf 3.315 Euro. Dafür lässt Oberhausen immerhin Gelsenkirchen (3.242 Euro), Bottrop (3.149 Euro) und Recklinghausen (3.127 Euro) hinter sich.

    Wichtige Arbeitgeber in Oberhausen

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Oberhausen:

    • MAN Energy Solutions (Maschinenbau)
    • Kodi (Discounter)
    • Bilfinger Engineering and Technologies (Anlagenbau)
    • ThyssenKrupp Millservices (Industriedienstleistungen)
    • Oxea (Chemie)
    • Gutehoffnungshütte Radsatz (Maschinenbau)
    • Imerys Metalcasting (Baustoffe)
    • Lenord und Bauer (Bewegungssensorik)
    • Hilti Deutschland Logistik
    • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
    • LVR-Industriemuseum
    • Ruhr Tourismus (Touristeninformation)
    • SMG Entertainment (Eventagentur)
    • Benq (Elektronik)
    • Contact (Kommunikationsagentur)
    • MH und P Consulting (Unternehmensberatung)
    • De Vries und Partners (Eventmanagement)
    • Assoverlag (Medien)
    • Athena Verlag (Medien)
    • Verlag Nicole Schmenk (Medien)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Oberhausen

    Oberhausen ist die Wiege der Ruhrindustrie. Erz, Kohle und Stahl haben die Stadt – und das ganze Ruhrgebiet – in ein wirtschaftliches Kraftzentrum verwandelt. Das ist Geschichte. 47.000 Arbeitsplätze gingen im Bergbau und in der Schwerindustrie allein in Oberhausen verloren.

    Die Gegenwart hat ein neues Kraftzentrum. Es heißt Neue Mitte und ist Standort eines gigantisch großen Einkaufszentrums namens Centro. 1996 eröffnete das Centro auf dem Gelände des ehemaligen Hütten- und Walzwerkes von Thyssen. Auf 90.000 Quadratmetern findet man nun 220 Geschäfte, draußen auf der Promenade weitere 20 Cafés, Kneipen, Restaurants, ein Kino, Sealife-Aquarium, Lego-Park, Hotels, Musical-Theater, einen Businesspark mit Büroarbeitsplätzen und die Arena, eine der modernsten Veranstaltungshallen Deutschlands. 23 Millionen Gäste lockt die Neue Mitte jährlich nach Angaben der Stadt an. 10.000 Arbeitsplätze hangen daran.

    Und auch aktuell gibt es gute Nachrichten: So will der Chemiekonzern Oxea am Standort Oberhausen eine neue Großanlage zur Herstellung von Carbonsäuren bauen, Edeka Rhein-Ruhr ein neues Zentrallager. Auf dem Waldteich-Gelände im Norden sollen 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Zu den überregional bekannteren Unternehmen zählt Haushaltswaren-Discounter Kodi, der seine Zentrale in Oberhausen hat. Kodi beschäftigt hier unter anderem:

    Trotzdem: Oberhausen hat den Strukturwandel noch lange nicht gemeistert. Im Städteranking 2018 von IW Consult landete die Stadt auf Platz 68 von 71. Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 reichte es nur zu Position 378 von 401 Regionen. Am besten schnitt Oberhausen noch in der Unterkategorie Arbeitsmarkt ab – mit Platz 294.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Die kleinen Preise sind Oberhausens großer Vorteil. Die Stadt ist günstiger als ihre Nachbarn. Wer hier wohnt, kommt angesichts der geringen Entfernungen im Pott trotzdem schnell überall hin.

    Laut Immowelt beträgt der Mietpreis in Oberhausen nur 6,00 Euro pro Quadratmeter im Median. In Essen zahlt man schon 6,90 Euro, in Bochum und Dortmund 7,00 Euro und in Mülheim an der Ruhr 6,70 Euro. Duisburg liegt mit 6,00 Euro gleichauf, Gelsenkirchen mit 5,50 Euro darunter.

    Die Pott-Preise sind kein Vergleich zu denen im Rheinland. In Düsseldorf zahlen Mieter 10,40 Euro, in Köln 10,90 Euro und sogar in Leverkusen 7,80 Euro.

    In Oberhausen zogen die Mietpreise zwischen 2012 und 2017 um zwölf Prozent an – das ist vergleichsweise moderat. In Berlin stiegen sie im gleichen Zeitraum um 51 Prozent.

    Käufer müssen in Oberhausen 1.360 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Auch das ist kostengünstiger als in den Nachbarstädten. In Essen verlangt man pro Meter 1.650 Euro, in Dortmund 1.730 Euro und in Mülheim an der Ruhr sogar 2.030 Euro. In Duisburg sind es nur 1.290 Euro, in Gelsenkirchen runde 1.000 Euro.

    Im Rheinland haben die Kaufpreise eine ganz andere Dimension. So kostet der Quadratmeter in Düsseldorf 3.320 Euro und in Köln 3.230 Euro. Bundesweiter Spitzenreiter ist München mit schier unvorstellbaren 7.140 Euro pro Meter.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Oberhausen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Oberhausen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Ihr Finanzamt in Oberhausen finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Oberhausen finden Sie hier.
    • Die IHK Ruhr finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr – Oberhausen finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Oberhausen finden Sie hier.
    • Jobs in Oberhausen finden Sie hier.
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    Jobs in Frankfurt (Oder): Ihre Brücke in den Arbeitsmarkt

    Jobs in Frankfurt (Oder)

    Fremdsprachenkenntnisse sind in Frankfurt (Oder) von Vorteil. Hier an der polnischen Grenze wird europäische Zusammenarbeit groß geschrieben. Das zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Jobs in Frankfurt (Oder) gibt es in Tourismus, Logistik oder Mikroelektronik. Und wer am liebsten stundenlang telefoniert, der wird Frankfurt (Oder) lieben…

    Jobs Frankfurt (Oder): Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Die Frankfurter wissen sich durchzuschlagen. Die Stadt an der Oder hat schon mehrere Boxer von internationaler Klasse hervorgebracht, allen voran Henry Maske und Axel Schulz. Es gibt einen Olympiastützpunkt, sportlich ist Frankfurt (Oder) in jedem Fall.

    Eine Schönheit ist Frankfurt (Oder) nicht. Die Stadt hat aber viele Gesichter. Sie ist die „Kleiststadt“, weil der große deutsche Literat Heinrich von Kleist im 18. Jahrhundert hier zur Welt kam. Sie ist aber auch die „Doppelstadt“. Wer die Stadtbrücke über die Oder überquert, ist schon in Polen. Auf polnischer Seite befindet sich das Städtchen Slubice. Bis zum Zweiten Weltkrieg hieß Slubice Dammvorstadt und war ein Teil Frankfurts. Heute können Deutsche und Polen ohne Passkontrollen auf die andere Seite spazieren.

    Das Zusammenwachsen Europas lässt sich wohl nirgendwo so unmittelbar erleben wie in Frankfurt (Oder). Darum ist die Stadt der wohl ideale Standort für die Europa-Universität Viadrina, die nach dem Mauerfall gegründet wurde. Hier können Studenten ein deutsch-polnisches Jurastudium absolvieren.

    Erholen können sich die Frankfurter auf der Ziegenwerder. Die Oder-Insel gilt als Kleinod in der Stadt und lädt zum Joggen, Spazierengehen und Relaxen ein.

    Arbeitsmarkt in Frankfurt (Oder)

    Rund 2.300 Frankfurter waren im Juni 2019 offiziell ohne Arbeit. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent. Im brandenburgischen Landesschnitt beträgt sie lediglich 5,6 Prozent.

    Allerdings steht Frankfurt/Oder keineswegs schlechter da als die anderen größeren Städte im Land. Cottbus liegt bei 7,4 Prozent, Brandenburg an der Havel bei 8,1 Prozent. Nur die Landeshauptstadt Potsdam sticht mit 5,3 Prozent positiv hervor. In der Uckermark ist die Arbeitslosenquote hingegen sogar zweistellig (10,8 Prozent).

    Insgesamt lässt sich die Situation in Frankfurt (Oder) als durchaus positiv umschreiben. So gab es im Dezember 2018 laut Arbeitsagentur in Ostbrandenburg 135.643 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Das waren 1,6 Prozent mehr als im Jahr 2017.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das Gehaltsniveau in Brandenburg ist vergleichsweise niedrig. Nach Angaben von gehalt.de verdient ein Arbeitnehmer durchschnittlich 35.519 Euro pro Jahr. Am meisten verdienen die Hessen, hier liegt das Durchschnittsgehalt bei über 51.000 Euro. Nach der Hochschule steigen Berufsanfänger in Brandenburg mit durchschnittlich 36.433 Euro ein, nach der Ausbildung geht es mit 24.297 Euro los.

    Gute Verdienstaussichten haben Fach- und Führungskräfte. Ihr Durchschnittsgehalt liegt in Brandenburg laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 bei 45.066 Euro jährlich. In Hessen sind es allerdings über 65.000 Euro – so viel wie in keinem anderen Bundesland. Im Vergleich der fünf ostdeutschen Flächenländer nimmt Brandenburg Position eins ein. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 ermittelt für Fach- und Führungskräfte in Brandenburg sogar 60.099 Euro.

    Ein Vollzeitjob in Frankfurt (Oder) bringt monatlich 2.692 Euro aufs Konto. Das ist der von der Bundesagentur für Arbeit ermittelte Medianwert. Für ganz Deutschland liegt dieser bei 3.209 Euro. Auch in Berlin liegt das Medianeinkommen mit 3.126 Euro über dem Frankfurter. In Potsdam kommen Beschäftigte auf 2.979 Euro, in Brandenburg an der Havel auf 2.765 Euro. Cottbus hingegen liegt mit 2.653 Euro hinter Frankfurt (Oder).

    Wichtige Arbeitgeber in Frankfurt (Oder)

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Frankfurt (Oder):

    • Klinikum Frankfurt (Oder)
    • Europa-Universität Viadrina
    • Sparkasse Oder-Spree
    • Märkisches Medienhaus
    • IHP Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik
    • Asgoodasnew Electronics (Versandhandel)
    • Investor Center Ostbrandenburg (Wirtschaftsförderungsgesellschaft)
    • Frankfurter Brauhaus
    • Yamaichi Electronics (Elektronik)
    • Walter Services (Callcenter)
    • Axa Assistance (Callcenter)
    • Avedo (Callcenter)
    • Deutsche Telekom Kundenservice (Callcenter)
    • Call24 Telemarketing (Callcenter)
    • Communigate (Callcenter)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Frankfurt (Oder)

    Die Zahl der Jobs in Frankfurt (Oder) sinkt. 2012 gab es nach Angaben der Stadt 28.507 Beschäftigte, fünf Jahre später waren es noch 27.582. Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitstellen wurden weniger.

    Trotzdem liegt der Arbeitsmarkt in Frankfurt (Oder) keineswegs brach. Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 schaffte es die Stadt in der Unterkategorie „Arbeitsmarkt“ auf einen starken 76. Platz – im Vergleich von wohlgemerkt nicht weniger als 401 Regionen in Deutschland.

    Insgesamt aber ist die Stadt wirtschaftlich hintendran. Davon zeugt der Platz 361, den Frankfurt (Oder) im Prognos-Gesamtranking belegt. Jobs schaffen vor allem die Callcenter, von denen sich sehr viele in der Grenzstadt angesiedelt haben. Daneben gibt es einzelne Nischen, in denen die Stadt mitmischt.

    Sie ist zum Beispiel ein klassischer Messestandort mit einem großen Messegelände im Nordwesten der Stadt. Für den Einzelhandel ergeben sich Chancen durch die Nähe zu Polen. Das Gleiche gilt für den Logistikbereich, der seine Container-Transporte über einen Umschlagbahnhof für den kombinierten Straßen- und Schienenverkehr abwickeln kann. Auch für Touristen ist Frankfurt (Oder) interessant. Hochqualifizierte finden in der Umwelt- und Energietechnik, vor allem aber im Bereich Mikroelektronik Anknüpfungspunkte. Das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik sitzt in Markendorf im Westen der Stadt.

    Nicht zuletzt ist Frankfurt (Oder) Standort der bekannten Europa-Universität Viadrina. Studenten können Rechts-, Kultur- oder Wirtschaftswissenschaften studieren. Alleinstellungsmerkmal ist das deutsch-polnische Jurastudium, das man mit Magister, Bachelor oder Master abschließen kann.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Frankfurt an der Oder gehört zu den günstigsten Städten Deutschlands. Den Quadratmeter bekommen Mieter laut Immowelt-Analyse schon für 5,80 Euro. Eine Fünf vor dem Komma haben in Deutschland sonst nur ganz wenige Städte.

    So liegt Chemnitz bei 5,00 Euro, Bremerhaven und Zwickau bei 5,20 Euro. Noch billiger ist es allenfalls in ostdeutschen Städten wie Plauen (4,50 Euro) und Görlitz (4,70 Euro). In Cottbus wohnen Mieter für 6,00 Euro pro Quadratmeter, in Berlin für 11,70 Euro und in Potsdam für 10,00 Euro.

    Frankfurt an der Oder ist nicht mal halb so teuer wie sein Namensvetter aus Hessen. In Frankfurt am Main schlägt der Quadratmeter mit 13,90 Euro zu Buche. Das ist der zweithöchste Wert in Deutschland. Nur München ist mit 18,10 Euro noch kostspieliger. Dahinter folgen Städte wie Stuttgart (12,50 Euro), Freiburg (12,00 Euro) und Köln (10,90 Euro).

    Auch Käufer müssen in Frankfurt (Oder) nicht so tief ins Portemonnaie greifen. Der Quadratmeter ist hier für 1.250 Euro zu haben. In Frankfurt am Main sind es 4.430 Euro. In Berlin legen Käufer 3.790 Euro auf den Tisch, in Potsdam 3.370 Euro. Cottbus hingegen ist mit 1.550 Euro nicht viel teurer.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Frankfurt (Oder) selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Frankfurt (Oder) suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Frankfurt (Oder) finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) finden Sie hier.
    • Die IHK Ostbrandenburg finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer in Frankfurt (Oder) finden Sie hier.
    • Jobs in Frankfurt (Oder) finden Sie hier.
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    Jobs in Brandenburg an der Havel: Willkommen in der Loriot-Stadt

    jobs in brandenburg an der havel

    Brandenburg hat Humor. Einen sehr feinen sogar, wenn man bedenkt, dass hier die Krippe von Loriot stand. Ein wirtschaftliches Schwergewicht ist die Mittelstadt an der Havel dagegen nicht. Zu DDR-Zeiten war das noch anders, da dominierte hier die Schwerindustrie. Heute gibt es Jobs in Brandenburg an der Havel vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen. Sie ziehen vermehrt Akademiker an, schließlich ist Brandenburg mittlerweile auch eine Hochschulstadt…

    Jobs Brandenburg an der Havel: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Die Stadt Brandenburg liegt ziemlich gut. Eingebettet in eine wunderschöne Fluss- und Seenlandschaft, befindet sich der Naturpark Westhavelland im Norden, im Süden der Höhenzug Fläming. Auf der anderen Seite ist die Metropole Berlin nicht weit weg. Rund 80 Kilometer sind es bis in die Hauptstadt, nach Potsdam sogar nur 60 Kilometer.

    Dass die Stadt schon sehr alt ist, kann man sich denken. Immerhin gab sie einem ganzen Bundesland ihren Namen. Über 1.000 Jahre hat Brandenburg auf dem Buckel. Die slawische Burg, auf die der Name zurückgeht, existiert indes nicht mehr. Dafür kann man heute den Brandenburger Dom bewundern, das Altstädtische Rathaus mit dem Roland und mehrere Backsteinkirchen. Außerdem kam ein Denkmal des deutschen Fernsehens aus Brandenburg. Komiker Loriot wurde hier 1923 geboren.

    Zu DDR-Zeiten war Brandenburg an der Havel ein Zentrum der Schwerindustrie. Heute kommen auch Naturfreunde auf ihre Kosten. In der Stadtmitte liegt der Marienberg, der fast 70 Meter hoch ist. Spektakulär ist auch die Sumpfzypressenallee am Grillendamm, eine herrliche Allee mit über 170 Jahre alten Bäumen.

    Arbeitsmarkt in Brandenburg an der Havel

    Von allen größeren Städten im Land Brandenburg weist die Stadt Brandenburg die höchste Arbeitslosenquote auf. Hier waren 8,1 Prozent im Juni 2019 ohne Job. Im Land liegt die Quote nur bei 5,6 Prozent.

    Die Lage war aber schon deutlich schlechter. So kratzte die Arbeitslosenquote in den Nuller Jahren im Land schon einmal an der 20-Prozent-Marke. So waren 2003 stolze 18,8 Prozent der Brandenburger ohne Arbeit.

    Und viel niedriger als in Brandenburg (Havel) ist sie auch in Frankfurt (Oder) mit 7,8 Prozent und in Cottbus mit 7,4 Prozent nicht. Nur die Landeshauptstadt Potsdam glänzt mit 5,3 Prozent.

    In den benachbarten Städten Brandenburgs in Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls hoch. So steht Stendal bei 8,3 Prozent, Dessau-Roßlau bei 7,7 Prozent und Magdeburg bei 8,0 Prozent.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das Durchschnittsgehalt im Land Brandenburg liegt laut gehalt.de bei 35.519 Euro pro Jahr. In Hessen beträgt es dagegen über 51.000 Euro, in Baden-Württemberg rund 49.000 Euro. Im Vergleich aller 16 Bundesländer liegen nur Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hinter Brandenburg.

    Wer nach der Uni in den Beruf einsteigt, kommt in Brandenburg auf ein Durchschnittsgehalt von 36.433 Euro im Jahr. Nach der Ausbildung steigen Brandenburger mit 24.297 Euro ein.

    Fach- und Führungskräfte verdienen im Land Brandenburg nach Angaben des Stepstone-Gehaltsreports 2019 durchschnittlich 45.066 Euro im Jahr. Das sind 20.000 Euro weniger als in Hessen, wo die höchsten Gehälter gezahlt werden. Allerdings schlägt Brandenburg in diesem Ranking alle ostdeutschen Flächenländer, auch Sachsen und Thüringen. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 kommt für Fach- und Führungskräfte in Brandenburg sogar auf 60.099 Euro.

    In Brandenburg an der Havel verdient ein Vollzeitbeschäftigter 2.765 Euro im Monat. Das ist der Medianwert, den die Bundesagentur für Arbeit errechnet hat. Für ganz Deutschland beträgt das Mediangehalt 3.209 Euro. Im benachbarten Berlin liegt es bei 3.126 Euro, in Potsdam bei 2.979 Euro. Westlich in Magdeburg kommen Vollzeitbeschäftigte auf 2.760 Euro, südlich in Dessau auf 2.664 Euro und in Wittenberg sogar nur auf 2.293 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Brandenburg an der Havel

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Brandenburg an der Havel:

    • Städtisches Klinikum Brandenburg
    • ZF Getriebe Brandenburg
    • BES Brandenburger Elektrostahlwerke
    • Heidelberger Druckmaschinen
    • Rail One (Eisenbahninfrastruktur)
    • Stadtwerke Brandenburg an der Havel
    • Eon Energie Dialog (Energieversorgung)
    • WBG (Immobilien)
    • RFT Kabel (Telekommunikation)
    • Voeastalpine BWG (Stahl)
    • Tempton (Personaldienstleistungen)
    • Mittelbrandenburgische Sparkasse
    • Asklepios Fachklinikum Brandenburg

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Brandenburg an der Havel

    Es gibt immer mehr Jobs in Brandenburg an der Havel. Von 2008 bis 2017 wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 8,4 Prozent auf fast 30.000. Allerdings fallen die Steigerungsraten im Land Brandenburg und Deutschland mit 11,5 und 16,1 Prozent noch sehr viel höher aus.

    Gleichzeitig siedeln sich mehr Unternehmen an. Nach einer Analyse der Wirtschaftsregion Westbrandenburg beherbergte die Stadt im Jahr 2013 noch 1.774 Betriebe, fünf Jahre später waren es 1.793.

    Für Brandenburg an der Havel sind vor allem diese Wirtschaftscluster von Bedeutung:

    • Metall
    • Tourismus
    • Medien, IKT und Kreativwirtschaft
    • Gesundheitswirtschaft
    • Verkehr, Mobilität, Logistik

    Eine Stadt für Hochqualifizierte ist Brandenburg an der Havel auf den ersten Blick nicht. Von allen Beschäftigten haben nur 15 Prozent einen Hochschulabschluss, acht Prozent der Beschäftigten sind sogar ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Doch die Zahlen relativieren sich, wenn man auf den Landesschnitt von Brandenburg blickt. Im Land verfügen sogar nur zwölf Prozent der Beschäftigten über einen akademischen Grad.

    Immerhin ist Brandenburg an der Havel seit 1992 eine Hochschulstadt. An der Technischen Hochschule Brandenburg kann man Fächer in Informatik und Medien, Technik oder Wirtschaft belegen.

    Mit den wirtschaftsstarken Regionen Deutschlands mithalten kann die 70.000-Einwohner-Stadt letztlich nicht. Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 belegt sie Platz 370 von 401 Regionen. In fünf von sechs Rubriken (Stärke, Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb, Wohlstand) schafft sie es nicht unter die ersten 300. Nur in punkto Dynamik steht Brandenburg ordentlich da – auf Rang 181.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    In anderthalb Stunden kommt man von Brandenburg an der Havel nach Berlin. Dazwischen aber liegen Welten – auch finanziell. So bekommen Mieter den Quadratmeter in Brandenburg nach Immowelt-Daten schon für 6,00 Euro im Median. In Berlin kostet er mit 11,70 Euro fast doppelt so viel.

    Damit wohnen Mieter in Brandenburg an der Havel extrem günstig. Das Gleiche gilt aber auch für andere Städte in der Region. In Magdeburg zahlen Mieter 6,00 Euro für den Quadratmeter, in Cottbus ebenfalls 6,00 Euro, in Frankfurt an der Oder sogar nur 5,80 Euro. Am günstigsten sind Zwickau mit 5,20 Euro, Chemnitz mit 5,00 Euro, Görlitz mit 4,70 Euro und Plauen mit 4,50 Euro. Potsdam ist dagegen ein teures Pflaster, hier werden 10,00 Euro fällig.

    Im Vergleich mit so mancher westdeutscher Stadt sind aber auch Potsdamer Preise ein Klacks. So zahlen Mieter in München 18,10 Euro pro Meter, in Frankfurt am Main 13,90 Euro und in Stuttgart 12,50 Euro.

    Käufer müssen für einen Quadratmeter in Brandenburg an der Havel 1.410 Euro auf den Tisch legen. In dieselbe Preiskategorie fallen viele Mittelstädte in Westdeutschland: Düren, Emden, Iserlohn, Lüdenscheid oder Neumünster. Brandenburg ist auch nur minimal günstiger als Magdeburg (1.460 Euro) und Cottbus (1.550 Euro). In Berlin kostet der Quadratmeter schon 3.790 Euro, in Potsdam 3.370 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Brandenburg an der Havel selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Brandenburg an der Havel suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Brandenburg an der Havel finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Brandenburg finden Sie hier.
    • Die IHK Potsdam finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Brandenburg an der Havel finden Sie hier.
    • Jobs in Brandenburg an der Havel finden Sie hier.
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    Jobs in Cottbus: Auf dem Sprung in die Lausitz

    jobs in cottbus

    Cottbus ist auf Kohle gebaut. Das schwarze Gold prägt die Region, die Zukunft aber soll dem Tourismus gehören. Rund um den neuen Ostsee soll eine Freizeitmaschinerie entstehen, die ihresgleichen sucht, und viele neue Jobs in Cottbus schaffen. Eine Reise wert ist die Lausitz aber schon jetzt. Und sie ist gar keine so schlechte Wahl für alle, die sesshaft werden wollen…

    Jobs Cottbus: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    „Willkommen in Cottbus/Chósebuz“. So begrüßt die Stadt Cottbus ihre Besucher auf der Homepage. Das verweist schon auf eine der größten Besonderheiten von Cottbus: die 100.000-Einwohner-Stadt ist das kulturelle Zentrum der Sorben, einer slawischen Volksgruppe, die als nationale Minderheit offiziell anerkannt ist. Die Sorben prägen Cottbus entscheidend mit. Es gibt sorbische Museen, Verlage, Institute, sogar bilinguale Schulen und Kindergärten.

    Bei Cottbus denken Auswärtige eher an Industrieromantik. Doch ist auch die Altstadt mit ihren Bürgerhäusern vorzeigbar. Das Wahrzeichen der Stadt findet sich ebenfalls hier. Der Spremberger Turm stammt noch aus dem 13. Jahrhundert.

    Gerne halten sich die Cottbusser im Stadtteil Branitz auf. Hier können sie durch den herrlichen Branitzer Park spazieren, das barocke Schloss Branitz bewundern und in den Branitzer Badesee springen. Vor Cottbus’ Haustür liegt der Spreewald, ein Paradies für Naturfreunde und Kanufahrer.

    Wer eine Wohnung sucht, sollte sich in den Stadtteilen Sandow, Kiekebusch, Döbbrick, Ströbitz, Schmellwitz und Mitte umschauen. Besonders beliebt sind Wohnungen in der Spremberger Vorstadt im Südwesten.

    Arbeitsmarkt in Cottbus

    Im Land Brandenburg lag die Arbeitslosenquote im Juni 2019 bei 5,6 Prozent. Knapp 75.000 Brandenburger waren offiziell ohne Job, darunter rund 4.000 Cottbusser. Die Arbeitslosenquote in Cottbus ist damit deutlich höher als im Landesschnitt – sie liegt bei 7,4 Prozent.

    Die größte Stadt Brandenburgs ist Potsdam. Die Residenzstadt weist nur eine Quote von 5,3 Prozent aus. In Brandenburg an der Havel dagegen sind 8,1 Prozent arbeitslos, in Frankfurt (Oder) 7,8 Prozent.

    Im Juni 2019 waren nach Angaben der Agentur für Arbeit genau 6.203 freie Arbeitsstellen im Agenturbezirk Cottbus gemeldet. Die meisten Jobs in Cottbus gibt es für:

    • Fachkräfte im Verkauf
    • Berufskraftfahrer
    • Fachkräfte im Gastronomie-Service
    • Bauelektriker
    • Helfer in der Lagerwirtschaft
    • Altenpfleger
    • Fachkräfte im Maschinenbau
    • Fachkräfte in der Betriebstechnik
    • Köche
    • Fachkräfte in der Kraftfahrzeugtechnik
    • Fachkräfte für Schweiß- und Verbindungstechnik

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Die Gehälter in Brandenburg können mit denen im Westen nicht mithalten. Das jährliche Durchschnittsgehalt liegt hier nach Angaben von gehalt.de bei 35.519 Euro. Das sind nicht einmal 80 Prozent des gesamtdeutschen Gehaltsniveaus. In Hessen liegt das Durchschnittsgehalt bei über 51.000 Euro, in Baden-Württemberg bei knapp 49.000 Euro und in Niedersachsen immerhin bei über 41.000 Euro. Nur Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern rangieren im Gehaltsranking hinter Brandenburg – und das auch nur hauchdünn.

    Das Einstiegsgehalt nach der Uni beträgt in Brandenburg 36.433 Euro, nach der Ausbildung steigen Berufsanfänger mit 24.297 Euro ein. Auch das ist jeweils der drittletzte Platz im Bundesländer-Vergleich.

    Fach- und Führungskräfte kommen in Brandenburg laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 auf durchschnittlich 45.066 Euro im Jahr. Spitzenreiter Hessen weist hingegen über 65.000 Euro auf. Aber: In dieser Rangliste steht Brandenburg von allen ostdeutschen Flächenländern am besten da. Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern springt gerade so über die 42.000-Euro-Marke. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 weist für Fach- und Führungskräfte in Brandenburg sogar 60.099 Euro pro Jahr aus. In Sachsen kommen sie demnach nur auf knapp 54.000.

    In Cottbus kann ein Vollzeitbeschäftigter damit rechnen, 2.653 Euro im Monat mit nach Hause zu nehmen. Das ist der von der Bundesagentur für Arbeit ermittelte Medianwert. In ganz Deutschland liegt dieser Wert bei 3.209 Euro. In Berlin liegt das Medianeinkommen bei 3.126 Euro, in Dresden bei 2.987 Euro und in Leipzig bei 2.807 Euro.

    Ganz unten im Ranking liegt Cottbus aber gar nicht. In Bautzen verdient ein Vollzeitarbeitnehmer 2.283 Euro, in Wittenberg 2.293 Euro. Frankfurt (Oder) liegt mit 2.692 Euro auf dem Cottbusser Gehaltslevel.

    Wichtige Arbeitgeber in Cottbus

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Cottbus:

    • LEAG (Versorgungsunternehmen)
    • Carl-Thiem-Klinikum Cottbus
    • Majorel (Callcenter)
    • Sparkasse Spree-Neiße
    • Paul Gerhardt Werk (Diakonie)
    • Stadtwerke Cottbus
    • LWG Lausitzer Wasser (Versorgungsunternehmen)
    • LR Medienhaus
    • Regio Print-Vertrieb (Postdienstleistungen)
    • Gebäudewirtschaft Cottbus (Immobilien)
    • eG Wohnen (Immobilien)
    • Deutsche Bahn (Fahrzeuginstandhaltung)
    • Envia (Versorgungsunternehmen)
    • GSE Protect (Sicherheit)
    • Arcus (Bauplanung)
    • Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Cottbus

    Früher war Cottbus eine Tuchmacherstadt, danach prägte die Kohle lange Zeit die Region. Nun geht auch diese Ära zu Ende. Die Zukunft soll dem Tourismus gehören.

    Der Cottbusser Ostsee soll das neue Markenzeichen der Region werden und Wassersportler, Camper, Touristen von nah und fern anlocken. 2030 soll das Projekt beendet, der 1.900 Hektar große Braunkohletagebau vollständig geflutet sein.

    Schon jetzt ist der Spreewald eine beliebte Destination für Wanderer oder Kanusportler. Das sorgt für eine stete Nachfrage in Gastronomie und Hotellerie.

    Stolz ist man in Cottbus auch auf die Brandenburgische Technische Universität, an der immerhin über 7.200 Studierende eingeschrieben sind. Die BTU beschäftigt nach eigenen Angaben genau 183 Professoren, 652 akademische Mitarbeiter, 680 nichtwissenschaftliche Beschäftigte und 14 Auszubildende.

    Bekannt ist die Lausitz auch für ihre Spreewaldgurken und ihr Leinöl. Das Ernährungsgewerbe nimmt daher einen prominenten Platz im Wirtschaftsgefüge ein. Darüber hinaus haben sich diverse IT- und Kommunikationsunternehmen angesiedelt, auch die Metallbranche ist in Südbrandenburg vertreten.

    Das alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Cottbus zu den wirtschaftlich schwachen Standorten zählt. Im Städteranking 2018 des Beratungsunternehmens IW Consult belegte die Stadt Rang 57 von 71. In der Unterkategorie „Wirtschaftsstruktur“ liegt Cottbus sogar auf dem letzten Rang. Auf der anderen Seite punktet Cottbus mit einer hohen Lebensqualität und viel Grün, speziell Frauen haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt, es gibt viele MINT-Absolventen.

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 rangiert Cottbus auf Platz 363 von 401 Regionen in Deutschland. In der Rubrik „Wohlstand“ reicht es zwar nur zu Rang 370. Dass aber der Arbeitsmarkt gar nicht so schwach ist, belegt Platz 96 in dieser Rubrik.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Für Mieter ist Cottbus ein gutes Pflaster. Die Medianmiete lag 2018 nach Angaben der Plattform Immowelt bei 6,00 Euro pro Quadratmeter. In ganz Deutschland gibt es nur wenige Städte, die dieses Niveau noch unterbieten.

    Bremerhaven und Chemnitz etwa liegen bei 5,20 respektive 5,00 Euro. Vor allem die Städte in Ostdeutschland, im Ruhrgebiet, am Niederrhein und in Norddeutschland zählen zu den günstigsten. Auf der anderen Seite sind ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch schlechter. Am oberen Ende der Skala befindet sich München mit einem Quadratmetermietpreis von alles überragenden 18,10 Euro. Teuer wohnt es sich auch in Städten wie Frankfurt (13,90 Euro), Stuttgart (12,50 Euro) und Köln (10,90 Euro).

    Zudem sind die Mietpreise in Cottbus relativ stabil. Von 2017 auf 2018 sind sie laut Immowelt-Analyse nicht gestiegen, während sie in Berlin im gleichen Zeitraum um 13 Prozent zulegten. In der Hauptstadt kostet der Quadratmeter mittlerweile 11,70 Euro, in Potsdam 10,00 Euro.

    Noch billiger als Cottbus ist Frankfurt (Oder), wo der Quadratmeter nur 5,80 Euro kostet. In Magdeburg und Brandenburg an der Havel ist er ebenfalls für 6,00 Euro zu haben. In Dresden sind es dagegen schon 7,50 Euro, in Leipzig 6,60 Euro.

    Der Kaufpreis liegt in Cottbus bei 1.550 Euro per Meter. Auch das ist vergleichsweise günstig, aber: Von 2017 auf 2018 gingen die Kaufpreise laut Immowelt um heftige 10 Prozent nach oben.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Cottbus selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Cottbus suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Cottbus finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Cottbus finden Sie hier.
    • Die IHK Cottbus finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Cottbus finden Sie hier.
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    Jobs in Emden: Hier haben Sie gut lachen!

    Ostfriesen sind witzig. Sie können aber auch zupacken. Emden ist das Zentrum des Ostfriesenwitzes UND eine ausgewachsene Industriestadt. An der Küste gibt es mehr Job-Perspektiven, als so manche Landratte vermuten würde. Jobs in Emden bieten Autobauer, Logistiker oder Gastronomen. Die Zukunft Emdens hängt maßgeblich davon ab, ob sich Elektro-Autos wirklich durchsetzen…

    Jobs Emden: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Emden ist die größte Stadt Ostfrieslands. Sie zählt aber trotzdem nur bescheidene 50.000 Einwohner. Schon im 16. Jahrhundert war Emden wichtige Hafenstadt, Handelsdrehkreuz und ein Zentrum der Reformation. Die Stadt liegt direkt am Dollart, der Einmündung der Ems in die Nordsee.

    In jüngerer Vergangenheit wurden die Emder – so ist ihr korrekter Name – gerne zur Zielscheibe des Spotts. Die Ostfriesenwitze sind zu einem Teil deutscher Popkultur geworden. Die Ostfriesen können einstecken, austeilen und sich noch viel besser selbst auf die Schippe nehmen. Zwei der bekanntesten Komiker Deutschlands sind gebürtige Emder – Otto Waalkes und Karl Dall. Vor allem Otto brachte Emden auf die Landkarte. Heute pilgern Fans ins Otto-Huus am Rathausplatz, das das Leben des Komödianten nachzeichnet.

    Von überregionaler Bedeutung ist auch die Kunsthalle Emden. Sie wurde in den 80ern von Verleger Henri Nannen – ebenfalls ein gebürtiger Emder – gestiftet und ist seitdem auf über 1.500 Bilder angewachsen. Der Schwerpunkt liegt auf deutschen Malern wie Emil Nolde oder Franz Marc.

    Speziell für Pendler könnten auch Aurich oder Leer interessant sein. Beide Städte sind nur rund 30 Kilometer von Emden entfernt.

    Arbeitsmarkt in Emden

    In Emden sind rund 2.200 Menschen ohne Job. Das klingt nach wenig, ist aber viel, bedenkt man, dass die Stadt nur 50.000 Einwohner hat. Die Arbeitslosenquote lag damit im Mai 2019 bei 8,2 Prozent.

    Das ist für niedersächsische Verhältnisse ein hoher Wert. Im Bundesland liegt der Wert bei 5,0 Prozent. Für den Norden Niedersachsens aber ist die Quote noch einigermaßen solide. So gibt es in Wilhelmshaven 10,5 Prozent Arbeitslose, nebenan in Bremerhaven sogar 12,3 Prozent.

    Speziell in Ostfriesland ist Emden Schlusslicht. In Aurich (5,9 Prozent), Leer (4,9 Prozent) und Wittmund (4,5 Prozent) ist der Arbeitsmarkt robuster.

    Die meisten offenen Jobs in Emden gibt es laut Arbeitsagentur in:

    • Produktion
    • Handel
    • Tourismus
    • Verkehr und Logistik
    • Schutz und Sicherheit
    • Gesundheit und Soziales

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Emden ist eine Oase im Norden. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man auf die Gehaltsdaten der Bundesagentur für Arbeit blickt. Demnach verdient ein Arbeitnehmer mit Vollzeitstelle in Emden 3.562 Euro im Monat. Dabei handelt es sich um das Mediangehalt. 50 Prozent aller Gehälter liegen oberhalb, 50 Prozent unterhalb.

    Damit liegt Emden deutlich über dem gesamtdeutschen Wert von 3.209 Euro – das Emder Volkswagen-Werk dürfte daran einen großen Anteil haben. Im nordwestlichen Niedersachsen ist die Stadt sogar die unangefochtene Nummer eins. In Osnabrück kommen Vollzeitarbeitnehmer auf 3.245 Euro, in Oldenburg auf 3.152 Euro und in Wilhelmshaven auf 3.169 Euro. Bremerhaven liegt bei 3.196 Euro, die Stadt Bremen bei 3.445 Euro.

    In Ostfriesland ist das Gehaltsniveau noch weitaus bescheidener. Ein Vollzeitjob in Aurich, 30 Kilometer östlich von Emden, bringt 2.785 Euro aufs Konto. Einer in Leer, 30 Kilometer südlich von Emden, sogar nur 2.761 Euro.

    Ein Arbeitnehmer verdient in Niedersachsen laut gehalt.de im Durchschnitt 41.310 Euro jährlich. Das ist deutlich weniger als der gesamtdeutsche Durchschnitt von 45.000 Euro. Für Hochschulabsolventen beträgt das Einstiegsgehalt in Niedersachsen rund 42.000 Euro, für Azubis nach abgeschlossener Lehre ca. 28.000 Euro.

    Fach- und Führungskräfte liegen in Niedersachsen nach Angaben des Stepstone-Gehaltsreports 2019 bei durchschnittlich 53.545 Euro im Jahr, laut Xing-Gehaltsstudie 2019 bei 66.271 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Emden

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Emden:

    • Volkswagen AG
    • OBW Emden (Sozialeinrichtung)
    • Diepa GmbH (Zeitarbeit)
    • Klinikum Emden
    • Weets Gruppe (Logistik)
    • Evag Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft
    • Hochschule Emden/Leer
    • Autoport Emden (Automobilumschlag)
    • Wasser- und Schifffahrtsamt Emden
    • OWS Off-Shore Wind Solutions
    • Gebäudereinigung Aktiv
    • AG Ems (Fährverkehr)
    • Sparkasse Emden
    • Ostfriesische Volksbank
    • Spedition Nanno Janssen
    • SMP (Automotive)
    • OFD Ostfriesischer Flugdienst
    • Gebr. Neumann (Baugewerbe)
    • Gebäudereinigung Merkur
    • EMS Maritime Offshore (Transport)
    • Egbert Wilts (Großhandel)
    • Bard Engineering
    • ALM Automobil-Logistik-Mosolf
    • WEC Turmbau (Windanlagen)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Emden

    Emden ist die Heimat des Passat. Ab 1964 baute Volkswagen an der Nordsee zunächst den Käfer, ab 1978 rollte der Passat vom Band – bis heute. Das VW-Werk ist der mit Abstand größte Arbeitgeber der Stadt und beschäftigt knapp 10.000 Menschen.

    Ab 2022 sollen nach dem Willen von VW in Emden keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr gebaut werden. Stattdessen will der Konzern jedes Jahr 300.000 Elektroautos an der Küste fertigen. Das kostet Geld – und vermutlich auch Arbeitsplätze. Denn der Bau von E-Autos ist weniger arbeitsintensiv, schon heute wehren sich befristet Beschäftigte vor dem Arbeitsgericht Emden dagegen, dass VW sie nicht weiter beschäftigen will.

    Emden ist relativ klein, aber eine ausgewachsene Industriestadt. Das produzierende Gewerbe trägt 42 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Zum Vergleich: Im Landkreis Leer sind es nur 19,5 Prozent.

    Von rund 33.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Emden arbeiten über 13.300 im Verarbeitenden Gewerbe. Darunter sind auch viele VW-Zulieferer, die sich im Industriepark Frisia angesiedelt haben, und WEC Turmbau, ein Zulieferer von Windanlagenhersteller Enercon. Im Dienstleistungsbereich inklusive Verwaltung sind 6.100 Menschen beschäftigt.

    Diese Branchen schaffen nach IHK-Angaben die meisten Jobs in Emden:

    • Verarbeitendes Gewerbe: 13.300 Beschäftigte
    • Öffentliche Verwaltung, private und sonstige Dienstleistungen: 6.100
    • Freiberufliche Dienstleistungen und Immobilien: 4.100
    • Verkehr und Lagerei: 4.000
    • Handel: 2.700
    • Baugewerbe: 1.600

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2016 landete die Stadt Emden auf Platz 209 von 402 Regionen in Deutschland. Vor allem in der Kategorie „Wettbewerb und Innovationen“ gab es Punkte.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Das Gehaltsniveau in Emden ist hoch, die Arbeitslosigkeit aber auch. Wer einen Job in der Küstenstadt ergattert hat, darf sich glücklich schätzen – und über geringe Lebenshaltungskosten freuen.

    Die Medianmiete lag in Emden nach Immowelt-Angaben im Jahr 2018 bei 6,40 Euro pro Quadratmeter. Damit zählt Emden sogar im Norden zu den Preisbrechern. In der Stadt Bremen zahlen Mieter 8,30 Euro, in Oldenburg 8,40 Euro und in Hamburg 11,90 Euro. Nur Wilhelmshaven (5,30 Euro) und Bremerhaven (5,20 Euro) liegen noch unter dem Emder Preisniveau.

    Auch deutschlandweit zählt Emden zu den günstigsten Standorten.
    So liegt die Medianmiete in Gelsenkirchen bei 5,50 Euro, in Duisburg bei 6,00 Euro, in Salzgitter bei 5,30 Euro, in Cottbus bei 6,00 Euro und in Wuppertal bei 6,20 Euro. In Frankfurt dagegen ist sie bis auf 13,90 Euro angestiegen, in München sogar auf 18,10 Euro.

    Der Kaufpreis für eine Immobilie lag in Emden laut Immowelt 2018 bei 1.320 Euro pro Quadratmeter. Auch das fällt im Deutschlandvergleich in die unterste Preiskategorie. In Bremen zahlen Käufer 2.050 Euro, in Oldenburg 2.520 Euro und in Hamburg 4.090 Euro. Erschwinglicher ist eine Wohnung allenfalls in Bremerhaven (1.170 Euro) oder in Wilhelmshaven (1.150 Euro).

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Emden selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Emden suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Emden finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Emden-Leer finden Sie hier.
    • Die IHK für Ostfriesland und Papenburg finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer für Ostfriesland finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer finden Sie hier.
    • Jobs in Emden finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Tobias Arhelger by Shutterstock.com]

    Jobs in Bremerhaven: Leckere Stellen an der Nordsee

    Bremerhaven ist ein Paradoxon. Auf der einen Seite glitzernde Fassaden und leuchtende Touristen-Augen, auf der anderen Seite soziale Ungleichheit, die kaum irgendwo sonst in Deuschland größer ist. Bremerhaven zählt zu den wirtschaftlich schwächsten Standorten im ganzen Land. Und doch ist die Stadt reizvoll. Jobs in Bremerhaven gib es etwa für Forscher, Windmacher und alle Freunde des gepflegten Fischgerichts…

    Jobs Bremerhaven: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Durchgesetzt hat sich der Spitzname Klein-Dubai für Bremerhaven nicht. Wer aber vor den futuristischen Havenwelten steht, ahnt, woher er kommt. Die Havenwelten sind der Teil der Stadt, der Besucher anlockt wie das Licht die Motten.

    Hier schießt das luxuriöse Atlantic Hotel Sail City in die Höhe. Daneben steht das Deutsche Auswandererhaus. Im 19. Jahrhundert war Bremerhaven zeitweise der größte Auswandererhafen Europas. Von hier aus fuhren Zehntausende übers Meer in ihr neues Leben nach Amerika. Aktueller denn je ist das Klimahaus, das 2009 eröffnet wurde und den Klimawandel anschaulich erklärt.

    Dazu gesellen sich Casinos, das neue Einkaufszentrum Mediterraneo, der Zoo am Meer, das Deutsche Schifffahrtsmuseum und das U-Boot Wilhelm Bauer – alles fußläufig zu erreichen.

    Bremerhaven ist mit knapp 115.000 Einwohnern die größte Stadt an der deutschen Nordseeküste – aber nicht eigenständig. Sie ist eine Exklave, gehört politisch zum Stadtstaat Bremen. Dabei ist Bremen immerhin 60 Kilometer entfernt.

    Beliebte Wohnlagen sind Bremerhaven-Mitte und Wulsdorf. In Langen nördlich der Stadt lassen sich gerne Familien nieder. Als Problemstadtteil gilt Lehe.

    Arbeitsmarkt in Bremerhaven

    Um Bremerhaven muss man sich Sorgen machen. Fast 7.500 Bremerhavener waren im Mai 2019 ohne Job. Die Arbeitslosigkeit liegt in der Küstenstadt damit bei 12,3 Prozent – und das nach mehreren Jahren Hochkonjunktur. Allerdings waren es vor drei Jahren sogar noch 14,5 Prozent Arbeitslose.

    Für ganz Niedersachsen liegt der Wert wohlgemerkt nur bei 5,0 Prozent, für Deutschland bei 4,9 Prozent.

    In der Stadt Bremen ist die Lage mit einer Arbeitslosenquote von 9,5 Prozent ähnlich prekär. Das Gleiche gilt für Wilhelmshaven (12,3 Prozent).

    Neue Jobs in Bremerhaven gibt es laut Arbeitsagentur vor allem im Baugewerbe. Eine negative Tendenz verzeichnen dagegen Zeitarbeit, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie Verarbeitendes Gewerbe.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Der Stadtstaat Bremen, dem auch Bremerhaven angehört, ist Deutschlands kleinstes Bundesland. Im Gehaltsranking von gehalt.de liegt er immerhin auf Position 7 von 16 Bundesländern. Im Schnitt verdienen Arbeitnehmer hier 43.110 Euro jährlich – mehr als in Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Auf Hochschulabsolventen wartet ein Einstiegsgehalt von 44.233 Euro, auf Fachkräfte nach erfolgreicher Ausbildung rund 29.500 Euro.

    Fach- und Führungskräfte bekommen in Bremen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 im Schnitt 57.881 Euro pro Jahr ausbezahlt. Damit liegt Bremen gar nicht so weit hinter Spitzenreiter Hessen (65.296 Euro) zurück. Zum Vergleich: Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern liegt bei rund 42.000 Euro. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 geht sogar von einem Durchschnittsgehalt von 66.785 Euro für Bremer Fach- und Führungskräfte aus.

    Speziell in Bremerhaven bringt ein Vollzeitarbeitnehmer 3.196 Euro im Monat nach Hause. Diesen Medianwert hat die Bundesagentur für Arbeit ermittelt. Eine Hälfte der Gehälter liegt oberhalb, die andere unterhalb. In Bremen beträgt das Mediangehalt 3.445 Euro.

    Bremerhaven liegt damit auf dem gleichen Level wie seine Nachbarn im Norden Niedersachsens. Ein Vollzeitjob in Oldenburg bringt 3.152 Euro ein, in Wilhelmshaven 3.169 Euro und in Aurich 2.785 Euro. Hamburg liegt bei 3.619 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Bremerhaven

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Bremerhaven:

    • Nordsee GmbH (Gastronomie)
    • Deutsche See (Lebensmittel)
    • Frosta AG (Lebensmittel)
    • Klinikum Bremerhaven
    • Würfel Holding (Spedition)
    • Alfred-Wegener-Institut
    • Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
    • Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES
    • Hochschule Bremerhaven
    • Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik
    • TTZ Bremerhaven (Forschungsdienstleistungen)
    • Adwen (Windkraftanlagen)
    • Bremenports (Hafengesellschaft)
    • J. Heinr. Kramer Holding (Anlagenbau)
    • EIS Electronics
    • Abelmann (Fischfeinkost)
    • Eisbären Bremerhaven (Sport)
    • Weser-Elbe Sparkasse
    • Volksbank Bremerhaven-Cuxland

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Bremerhaven

    „Fischkopp“ – in Bremerhaven ist das kein Schimpfwort. Immerhin leben die Bremerhavener vom Fisch, für die fischverarbeitende Industrie ist Bremerhaven eine Metropole. Mit Frosta, Deutsche See und Nordsee sitzen drei große Anbieter an der Küste.

    Die Frosta AG zum Beispiel stellt in Bremerhaven schon seit 1962 Tiefkühl-Fischprodukte her – und erweiterte die Produktion nach und nach um Gemüse, Fertiggerichte und Nudeln. 600 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Fischstäbchen und Schlemmerfilets frisch auf die Tische kommen. Bremerhaven ist der größte Standort von Frosta. Daneben gibt es noch Werke in Elbtal, Rheintal und Bydgoszcz in Polen.

    Bremerhaven ist der viertgrößte Containerhafen Europas und ein bedeutender Logistikstandort. Vor allem Autos werden hier massenweise umgeschlagen.

    Die meisten Jobs in Bremerhaven entstehen in diesen Bereichen:

    • Lebensmittelindustrie
    • Hafenwirtschaft und Logistik
    • Offshore-Windenergie
    • Werften und maritime Technologien
    • Tourismus
    • Kreativwirtschaft
    • Green Economy
    • Forschung

    In den Himmel wachsen aber auch die grünen Ambitionen Bremerhavens nicht. So wurde im Herbst 2018 bekannt, dass der ehemalige Offshore-Windanlagenhersteller Adwen, der seit fast zwei Jahren zum Energieunternehmen Siemens-Gamesa Renewable Energy (SGRE) gehört, 166 der verbliebenen 377 Stellen in der Stadt abbaut.

    Und im Städteranking 2018 des Beratungsunternehmens IW Consult belegte Bremerhaven nur Platz 69 von 71 Großstädten in Deutschland. Für die Zukunft sieht es nur unwesentlich besser aus. Im Zukunftsindex 2018 kam Bremerhaven auf Platz 54.

    Zuvor hatte Bremerhaven im Prognos-Zukunftsatlas 2016 nur Platz 387 von 402 Regionen in Deutschland belegt. Demnach zählt Bremerhaven neben Bremen, Berlin, Gelsenkirchen, Offenbach am Main, Neumünster oder Dortmund zu den Städten, die besonders von sozialer Ungleichheit betroffen sind.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Bremerhaven ist eine der billigsten Städte Deutschlands. Ein kurzer Blick auf den Vergleichsrechner von Financescout24 genügt: Ein Bremerhavener mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro müsste in München für denselben Lebensstandard über 96.000 Euro verdienen. In Berlin müsste er auf über 65.000 Euro kommen und sogar in der Stadt Bremen auf 57.000 Euro.

    In Bremerhaven lag die Medianmiete laut Immowelt im Jahr 2018 bei 5,20 Euro pro Quadratmeter. Zwischen 2012 und 2017 war sie um elf Prozent gestiegen – auch das ist vergleichsweise wenig. In der Stadt Bremen waren es im gleichen Zeitraum 22 Prozent. Hier müssen Mieter für den Meter mit 8,30 Euro über drei Euro mehr zahlen. Oldenburg kostet 8,40 Euro, Hamburg 11,90 Euro.

    So billig wie Bremerhaven sind nicht mal Städte wie Gelsenkirchen (5,50 Euro), Duisburg (6,00 Euro), Salzgitter (5,30 Euro), Cottbus (6,00 Euro) oder Wuppertal (6,20 Euro). Zum Vergleich: Frankfurter zahlen für die Miete 13,90 Euro pro Meter, Münchener 18,10 Euro.

    Das gleiche Bild ergibt sich für Käufer. Eine Immobilie in Bremerhaven kostet sie 1.170 Euro pro Quadratmeter. Das liegt nur knapp über Gelsenkirchener Kaufniveau (1.000 Euro). Und die Schalke-Stadt war von allen 80 Großstädten, die Immowelt untersucht hat, die günstigste für Immobilienkäufer. In der Stadt Bremen muss man immerhin 2.050 Euro einplanen, in Oldenburg 2.520 Euro und in Hamburg 4.090 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Bremerhaven selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Bremerhaven suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Bremerhaven finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Bremerhaven finden Sie hier.
    • Die Handelskammer Bremen finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer finden Sie hier.
    • Jobs in Bremerhaven finden Sie hier.
    [Bildnachweis: LaMiaFotografia by Shutterstock.com]

    Jobs in Wilhelmshaven: Augen geradeaus!

    Wer gerne Uniform trägt, wird sich in Wilhelmshaven wohl fühlen. Die Stadt ist ohne Bundeswehr undenkbar. Jobs in Wilhelmshaven gibt es auch für Schiffsbauer, Meeresforscher oder Offshore-Techniker. Tagestouristen schlendern am Südstrand entlang und genießen Meerblick und steife Brise. Und wenn sie auf die Mietpreise blicken, würden viele von ihnen am liebsten für immer hierbleiben…

    Jobs Wilhelmshaven: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Im Jahr 2019 feiert Wilhelmshaven seinen 150. Geburtstag. Damals wurde es von Preußen gekauft, um einen Stützpunkt für die preußische Marine zu errichten. Die Geschichte der Stadt ist eng mit Marine und Seefahrt verknüpft. Das ist bis heute so geblieben. Wilhelmshaven ist nicht nur größter Stützpunkt der Marine, sondern der gesamten Bundeswehr.

    Wer mehr erfahren will, stattet dem Deutschen Marinemuseum einen Besuch ab. Es liegt am Südstrand, einer langen Promenade mit Restaurants, Ferienwohnungen, Freibad und Campingplatz. Im Sommer ist der Südstrand rappelvoll.

    Der Südstrand ist einer der wenigen deutschen Nordseestrände, die nach Süden ausgerichtet sind. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Meeresbucht, den berühmten Jadebusen. Nur wer sich nach einem einen Sandstrand sehnt, wird enttäuscht. Der Südstrand ist ein Rasenstrand.

    Wilhelmshaven lebt von der Truppe – und vom Tourismus. Nordsee-Urlauber kommen auch gerne mal für einen Tag vorbei, erkunden Wattenmeerhaus und Aquarium. Am Südstrand steht zudem ein Besucherzentrum des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer.

    Wer bei der Wohnungssuche in der 75.000-Einwohner-Stadt kein Glück hat, weicht ins Umland aus. Alternativen sind vor allem Varel, Rastede, Wangerland, Butjadingen, Jever, Nordenham, Wittmund, Wiefelstede und Schortens.

    Arbeitsmarkt in Wilhelmshaven

    Von einem blühenden Arbeitsmarkt kann man in Wilhelmshaven nicht sprechen. Die Arbeitslosigkeit war im Mai 2019 mit 10,5 Prozent zweistellig. Das war mehr als doppelt so hoch wie in ganz Niedersachsen (5,0 Prozent).

    50 Kilometer westlich von Wilhelmshaven sieht die Welt ganz anders aus. Aurich weist nur eine Quote von 5,9 Prozent auf. Noch weiter westlich in Emden sind es 8,2 Prozent. Zappenduster wird es dagegen, wenn man von Wilhelmshaven gen Osten fährt. Bremerhaven hat eine Arbeitslosenquote von 12,3 Prozent.

    Im Süden werden die Perspektiven besser. Oldenburg hat 6,0 Prozent Arbeitslose, Leer 4,9 Prozent, der Landkreis Vechta gar nur 3,2 Prozent.

    Jobs in Wilhelmshaven gibt es laut Arbeitsagentur vor allem in:

    • Gesundheits- und Sozialwesen
    • Baugewerbe
    • Verarbeitendes Gewerbe
    • Verkehr und Lagerei
    • Gastgewerbe
    • Einzelhandel

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In Niedersachsen kann man vom dicken Gehaltsscheck oft nur träumen. Im Schnitt verdient ein Arbeitnehmer laut gehalt.de 41.310 Euro. Damit rangiert Niedersachsen im Gehaltsranking aller 16 Bundesländer nur auf Platz zehn. Von den westdeutschen Ländern ist sogar nur ein einziges schwächer auf der Brust – der nördliche Nachbar Schleswig-Holstein. Des gesamtdeutsche Schnitt beträgt 45.000 Euro.

    Hochschulabsolventen steigen in Niedersachsen mit rund 42.000 Euro in den Beruf ein, Azubis kommen nach erfolgreicher Lehre auf ca. 28.000 Euro.

    Auch Fach- und Führungskräfte werden in Niedersachsen nicht reich. Sie bringen nach Angaben des Stepstone-Gehaltsreports 2019 im Schnitt 53.545 Euro jährlich mit nach Hause. In Hessen kommen sie auf über 65.000 Euro. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 weist für Fach- und Führungskräfte in Niedersachsen dagegen ein Durchschnittsgehalt von 66.271 Euro aus. In Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland verdient man demnach nur minimal mehr. Niedersachsen liegt in dieser Rangliste sogar vor Berlin – aber hinter Schleswig-Holstein.

    In Wilhelmshaven verdient ein Arbeitnehmer mit Vollzeitstelle im Monat 3.169 Euro. Dabei handelt es sich um den Medianwert der Bundesagentur für Arbeit. Eine Hälfte liegt oberhalb, die andere unterhalb. Der gesamtdeutsche Wert beträgt 3.209 Euro.

    Das heißt: Das Gehaltsniveau in Wilhelmshaven ist relativ niedrig – wie in den anderen Städten der Region auch. So kommen Vollzeitarbeitnehmer in Bremerhaven auf 3.196 Euro, in Oldenburg auf 3.152 Euro und in Osnabrück auf 3.245 Euro. Ausreißer nach oben ist Emden mit 3.562 Euro.

    Gleichzeitig gibt es an der Nordseeküste auch Städte und Regionen mit einem noch viel tieferen Gehaltsniveau. Leer liegt bei 2.761 Euro, Aurich bei 2.785 Euro, Friesland bei 2.898 Euro und das Emsland bei 2.972 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Wilhelmshaven

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Wilhelmshaven:

    • Bundeswehr
    • Lürssen (Schiffsbau)
    • MWB Motorenwerke (Schiffsbau)
    • Jade Hochschule
    • Senckenberg-Institut (Meeresforschung)
    • Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung
    • Mindfactory (Online-Versandhandel)
    • Manitowoc (Kranhersteller)
    • HIS Sicherheitsdienst
    • Nietiedt Gruppe (Gerüstbau)
    • Klinikum Wilhelmshaven
    • Sparkasse Wilhelmshaven
    • Volksbank Wilhelmshaven
    • Unfallversicherung Bund und Bahn
    • Künstlersozialkasse
    • Atlantic Hotel Wilhelmshaven
    • Alba Metall Nord (Schrottrecycling)
    • Bohlen und Doyen (Offshore-Industrie)
    • Eurogate Containerterminal Wilhelmshaven
    • GEW Wilhelmshaven (Versorgung)
    • Greenland Seafood (Lebensmittel)
    • Jade Dienst (Hafenmanagement)
    • Nordfrost (Tiefkühllogistik)
    • Peine GmbH (Bekleidung)
    • Thales Defence (Software)
    • Turbo-Technik Reparaturwerft
    • Ulmer Schokoladen
    • Vynova (Kunststoff)
    • Wessel-Hydraulik (Maschinenbau)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Wilhelmshaven

    Stillgestanden! In Wilhelmshaven ist das ein ausgezeichneter Karriere-Tipp. Die Stadt ist der größte Standort der Bundeswehr. Acht Marineanlagen, 36 Bundeswehrdienststellen einschließlich des Logistikzentrums der Bundeswehr sitzen hier. Im Juni 2019 hatte die Bundeswehr diese Jobs in Wilhelmshaven zu vergeben:

    • Schiffsmechaniker
    • Lagerarbeiter
    • Küchenhilfskraft
    • Arzt in zivil

    Die Truppe ist auch für die lokale Wirtschaft von immenser Bedeutung. Die Bundeswehr selbst ist ein wichtiger Auftraggeber, ihre 9.000 Soldaten und zivile Beschäftigte wollen mit Dienstleistungen versorgt werden. Der größte Marinestandort war Wilhelmshaven schon immer, seit es die Deutsche Marine gibt. Schließlich gibt es hier den einzigen Tiefwasserhafen Deutschlands.

    Dieser macht Wilhelmshaven seit jeher auch für Schiffsbauer attraktiv. In der Neuen Jadewerft der Lürssen-Gruppe werden Marine-Schiffe instandgesetzt und Yachten repariert.

    Wilhelmshaven ist zudem Deutschlands wichtigster Hafen für den Import von Mineralöl und Kohle. 2012 eröffnete der JadeWeserPort, das riesige Areal rund ums Containerterminal im Hafen, mit dem einzigen Tiefwasser-Container-Terminal des Landes.

    Die wichtigsten Branchen für Wilhelmshaven sind:

    • Hafenwirtschaft
    • Energie
    • Chemie
    • Lebensmittelindustrie
    • Maschinen- und Anlagenbau (Mobilkranbau)
    • Tourismus
    • Wissenschaft und Forschung

    Speziell für Meeres- und Küstenforscher ist Wilhelmshaven eine interessante Adresse – der vielen Forschungsinstitute wegen. Die Jade Hochschule hat einen Standort in Wilhelmshaven und bietet vor allem ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche Fächer an.

    An Innovationskraft und Wohlstand mangelt es der Stadt aber dennoch. Im Prognos-Zukunftsatlas 2016 kam sie nur auf Platz 347 von 402 Regionen in Deutschland.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Wilhelmshaven ist keine Boom-Stadt. Andererseits sind auch die Mietpreise noch nicht explodiert.

    Die Medianmiete lag in Wilhelmshaven nach Angaben der Plattform Immowelt im Jahr 2018 bei 5,30 Euro pro Quadratmeter. Vor allem kleinere Wohnungen kosten auch schon mal mehr als sechs Euro. Aber: Günstiger als hier ist es nicht mal in Ostdeutschland oder im Ruhrgebiet. In Chemnitz schlägt der Quadratmeter mit 5,00 Euro zu Buche, in Cottbus mit 6,00 Euro und in Jena sogar mit 9,00 Euro. Gelsenkirchener zahlen 5,50 Euro, Duisburger 6,00 Euro und Dortmunder 7,00 Euro.

    Auf einem Level mit Wilhelmshaven liegen sonst allenfalls Sorgenkinder wie Salzgitter (5,30 Euro), Remscheid (5,70 Euro) und Bremerhaven (5,20 Euro).

    Der Norden ist nicht das wirtschaftliche Kraftzentrum der Republik. Darum sind auch die Mieten in den Nachbarstädten vergleichsweise niedrig – aber nicht so niedrig wie in Wilhelmshaven. In Bremen kostet der Quadratmeter 8,30 Euro, in Oldenburg 8,40 Euro und in Emden 6,40 Euro. Zum Vergleich: Hamburger zahlen 11,90 Euro, Frankfurter 13,90 Euro und Münchener sogar 18,10 Euro.

    Spottbillig ist Wilhelmshaven auch für Immobilienkäufer. Der Quadratmeter wechselt hier für 1.150 Euro den Besitzer. In Städten wie Ingolstadt oder Freiburg müssen Käufer über 4.000 Euro locker machen, in München sogar über 7.000 Euro.

    Weniger als 1.000 Euro sind es praktisch nirgendwo, mit ganz wenigen Ausnahmen wie Zwickau oder Plauen. In Bremen kauft man für 2.050 Euro, in Bremerhaven für 1.170 Euro und in Oldenburg für 2.520 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Wilhelmshaven selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Wilhelmshaven suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Wilhelmshaven finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Wilhelmshaven finden Sie hier.
    • Die Oldenburgische IHK finden Sie hier.
    • Die Kreishandwerkerschaft Jade finden Sie hier.
    • Unterstützung für Existenzgründer finden Sie hier.
    • Jobs in Wilhelmshaven finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Heide Pinkall by Shutterstock.com]

    Jobs in Bayreuth: Festliche Perspektiven in Franken

    Auszusetzen gibt es an Bayreuth kaum etwas. Die Stadt ist kulturell wertvoll. Arbeitslosigkeit ist hier ein Fremdwort. Jobs in Bayreuth gibt es in technischen und modischen Berufen, in IT-Häusern und Hotels. Die Wirtschaft steht auf vielen Säulen und die Mieten sind noch erschwinglich. Sogar das Bäckersterben scheint an Bayreuth vorüberzugehen…

    Jobs Bayreuth: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Bayreuth ist nichts für Kulturbanausen. In Oberfranken regiert die Hochkultur. Einmal jährlich versammelt sich die Prominenz auf dem Grünen Hügel, um den Klängen Richard Wagners zu lauschen. Die Bayreuther Festspiele sind ein gesellschaftliches Ereignis, das weit über Bayern hinausstrahlt.

    Das Festspielhaus ist bei Weitem nicht der einzige Prachtbau, mit dem sich Bayreuth schmückt. Östlich der Innenstadt steht das Alte Schloss, die frühere markgräfliche Residenz, und wird von der historischen Parkanlage Eremitage umrahmt. In der City laden Opernhaus, Neues Schloss, Franz-Liszt-Museum und Richard Wagner-Museum Kulturfreunde herzlich ein – unter anderem.

    Wer eine Pause braucht, der kehrt in der altehrwürdigen Maisel-Brauerei ein und lässt sich in die fränkische Brautradition einweihen. Tatsächlich soll es Menschen geben, die allein der Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt wegen nach Bayreuth kommen – und die Kulturangebote links liegen lassen.

    Wer in Bayreuth keine Wohnung findet – und die sind wegen der vielen Studenten heiß begehrt – der könnte auch in eine der Nachbargemeinden ausweichen. Empfehlenswert sind Trebgast, Mistelbach, Emtmannsberg, Harsdorf, Schnabelwaid, Kirchenpingarten oder Bindlach.

    Arbeitsmarkt in Bayreuth

    Über zu wenig Arbeit können sich die Oberfranken nicht beklagen. Im Landkreis Bayreuth gab es im Mai 2019 nur 2,3 Prozent Arbeitslose – Vollbeschäftigung. In der Stadt Bayreuth liegt die Arbeitslosenquote mit 4,1 Prozent nicht viel höher.

    Im 60 Kilometer entfernten Bamberg sind es 3,6 Prozent. Und auch im restlichen Oberfranken gibt es mehr Licht als Schatten. Die Arbeitslosenquote in Hof beträgt 5,3 Prozent, in Coburg 4,9 Prozent, in Kulmbach 3,2 Prozent und in Forchheim 2,2 Prozent.

    Ganz Bayern weist einen Wert von 2,7 Prozent auf, für Deutschland liegt die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent.

    In Bayreuth geht die Nachfrage nach Fachkräften im Vergleich zum Vorjahr aber zurück. Im April 2019 lag die Zahl der gemeldeten Stellen laut Bundesagentur für Arbeit erstmals in diesem Jahr unter Vorjahresniveau.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Fach- und Führungskräfte dürfen sich in Bayern über ein Durchschnittsgehalt von 62.172 Euro pro Jahr freuen. Auf diesen Wert kommt der Stepstone-Gehaltsreport 2019. Die einzigen Bundesländer, in denen das Gehaltsniveau noch höher ist, sind Hessen und Baden-Württemberg. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 geht für Fach- und Führungskräfte in Bayern sogar von einem Durchschnittsgehalt von fast 76.000 Euro aus.

    Im Durchschnitt verdient ein Arbeitnehmer in Bayern laut Gehaltsplattform gehalt.de 47.295 Euro jährlich. Hochschulabsolventen kommen nach ihrem Berufseinstieg auf 48.535 Euro, Fachkräfte nach erfolgreicher Ausbildung auf 32.368 Euro.

    Speziell Bayreuth hinkt im fränkischen Vergleich aber hinterher. So kommt ein Arbeitnehmer mit Vollzeitstelle in der Wagner-Stadt auf 3.137 Euro im Monat. Das ist der von der Bundesagentur für Arbeit errechnete Medianwert. Die eine Hälfte der Gehälter liegt oberhalb, die andere unterhalb.

    In Nürnberg beträgt das Mediangehalt 3.470 Euro, in Bamberg 3.367 Euro, in Würzburg 3.317 Euro und in Fürth 3.221 Euro. Das Bayreuther Niveau liegt sogar noch unter dem gesamtdeutschen (3.209 Euro).

    Völlig außer Reichweite befinden sich die bayerischen Top-Standorte. München winkt mit 4.169 Euro im Monat, Ingolstadt gar mit sagenhaften 4.635 Euro – damit weist die Audi-Stadt die höchsten Gehälter in ganz Deutschland auf.

    Wichtige Arbeitgeber in Bayreuth

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Bayreuth:

    • Adolf Riedl (Bademode)
    • Lyondellbasell (Automotive)
    • Tennet Deutschland (Stromversorgung)
    • Klinikum Bayreuth
    • Medi (Medizinische Hilfsmittel)
    • W. Markgraf (Baugewerbe)
    • Kubus IT (IT-Dienstleistungen)
    • Cybex (Kindersitze)
    • Motor Nützel (Kfz-Handel)
    • Heuberger Kälte-Klima (Klimatechnik)
    • Dieter Braun GmbH (Elektronik)
    • Airinotec (Anlagenbau)
    • Karl Hopf GmbH (Wärmetechnik)
    • Oberender AG (Unternehmensberatung)
    • Business Systemhaus AG (Software)
    • Brauerei Gebr. Maisel
    • Grundig Business Systems (Diktiergeräte)
    • Rottolin (Kunststoff)
    • Schlaeger (Kunststofftechnik und Mechatronik)
    • Stäubli Robotics
    • Steiner Optik (Ferngläser)
    • Steingräber und Söhne (Klavierhersteller)
    • Zapf (Fertiggaragen)
    • Gedikom (Call Center)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Bayreuth

    Darben muss man in Oberfranken nicht. Die Region soll die höchste Brauerei-, Bäckerei- und Metzgereidichte auf der ganzen Welt haben. Außerdem gibt es hier angeblich die meisten Brennereien und Mühlen. Oberfranken ist das größte Süßkirschen- und Meerrettich-Anbaugebiet Europas. Es hat die meisten Teichwirte, den ältesten Brauereifund Deutschlands, die erste Kartoffel in Deutschland angebaut – und will sogar den Kloß erfunden haben. Ein gastronomisches Wunderland.

    Aber Gastronomie und Tourismus prägen keineswegs die Wirtschaftsstruktur – zumindest nicht alleine. Insgesamt ist das Bild sehr gemischt. Industrie und Dienstleistungssektor bauen Hand in Hand Jobs in Bayreuth auf. In den vergangenen zehn Jahren sind nach IHK-Angaben in Oberfranken knapp 47.000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen worden – ein Plus von 13 Prozent.

    Die industriellen Schwerpunkte hat Oberfranken in den Bereichen:

    • Automotive
    • Maschinenbau
    • Kunststoffindustrie
    • Keramische Industrie
    • Glasindustrie
    • Metallverarbeitung
    • Elektronische und optische Industrie
    • Technische Textilien
    • Möbel

    Viele neue Jobs in Bayreuth sollen in Gesundheit und Logistik entstehen. Das sind die zwei Fokusbranchen der Stadt. So wurde auch der Zigaretten- zu einem Logistikstandort umfunktioniert. Im Herbst 2018 stellte British American Tobacco die Produktion von Zigaretten in Bayreuth ein. Stattdessen wurde hier eine Logistikzentrale für Westeuropa eingerichtet.

    Im Prognos-Zukunftsatlas 2016 kam die Stadt Bayreuth auf Platz 65 von 402 Regionen. In der Unterkategorie Wirtschaft und Arbeitsmarkt reichte es sogar für Rang 37. Der Landkreis Bayreuth landete dagegen abgeschlagen auf Position 276.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Bayreuth ist eine attraktive Stadt. Sie bietet Fachkräften gute Jobs – und günstige Wohnungen. So lagen die durchschnittlichen Mietpreise nach Immowelt-Angaben im Jahr 2018 bei 9,70 Euro pro Quadratmeter.

    Das sind Preise, die sich – sowohl regional als überregional – sehen lassen können. In Bamberg kostet der Quadratmeter 9,10 Euro, in Würzburg 10,50 Euro, in Nürnberg 10,10 Euro, in Fürth 9,70 Euro. Nur Schweinfurt ist mit 7,00 Euro klar preiswerter.

    In Norden in Jena müssen Mieter 9,00 Euro einkalkulieren, im Westen in Frankfurt 13,90 Euro und im Süden in Ingolstadt 11,60 Euro. Außer Konkurrenz spielt München mit schier unglaublichen 18,10 Euro pro Meter.

    Wer eine Immobilie kaufen möchte, braucht in Bayreuth 2.270 Euro pro Quadratmeter. Das ist spottbillig, wenn man es mit München (7.140 Euro), Frankfurt (4.430 Euro) oder Stuttgart (4.080 Euro) vergleicht. Auch in Nürnberg (3.110 Euro), Fürth (3.120 Euro), Erlangen (3.730 Euro) und Bamberg (2.820 Euro) ist der Wohnungskauf kostspieliger, in Schweinfurt (1.890 Euro) ist er billiger.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Bayreuth selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Bayreuth suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Bayreuth finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Bayreuth finden Sie hier.
    • Die IHK für Oberfranken Bayreuth finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer für Oberfranken finden Sie hier.
    • Jobs in Bayreuth finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Val Thoermer by Shutterstock.com]

    Jobs in Bamberg: In der schönsten Stadt Deutschlands

    Bamberg is beautiful. Dass es ausgerechnet hier eine Fischersiedlung namens Klein-Venedig gibt, ist kein Zufall. Die Bamberger Altstadt ist mit der Umschreibung „Schmuckstück“ nur unzureichend beschrieben. Studenten und Fachkräfte fühlen sich in der 80.000-Einwohner-Stadt in Oberfranken pudelwohl. Jobs in Bamberg winken Fahrzeugtechnikern, E-Commerce-Experten und in der optischen Industrie. Doch der Stadt könnten schwierige Zeiten bevorstehen…

    Jobs Bamberg: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Immer dann, wenn eine Diskussion um die schönste Stadt Deutschlands entbrennt, ist Bamberg definitiv in der Endauswahl. Die historische Altstadt ist weitgehend erhalten, das findet man so im Rest des Landes nur sehr selten. 1993 ernannte die Unesco die Bamberger Altstadt zum Weltkulturerbe.

    Umso schöner, wenn man inmitten dieser herrlichen Kulisse ein kühles Glas Bier genießen kann. Im Sommer strömen die Bamberger in Scharen „auf die Keller“. Das heißt übersetzt: „in die Biergärten“. Bamberg ist ein Zentrum der Braukunst. Als Spezialität gilt das Rauchbier, dem Rauchmalz beigemischt wird.

    Feiern können die Bamberger. Zum Beispiel immer dann, wenn die Brose Baskets mal wieder die Deutsche Basketball-Meisterschaft nach Oberfranken holen. Das war seit 2005 insgesamt neun Mal (!) der Fall, letztmals 2017.

    Zu den besten Wohnlagen Bambergs zählen Berg, Memmelsdorf, Gaustadt und Bamberg-Insel. Auch in Bamberg-Ost, Mitte, Hallstadt, Strullendorf und Gartenstadt können Wohnungssuchende ihr Glück finden. Etwas weiter außerhalb liegt Gundelsheim. Kopfzerbrechen bereitet die Kriminalitätsstatistik. Pro Kopf gibt es in Bamberg wesentlich mehr Straftaten als in anderen Städten Bayerns.

    Arbeitsmarkt in Bamberg

    Im Landkreis Bamberg herrscht Vollbeschäftigung. Im Mai 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 2,0 Prozent. In der Stadt Bamberg war sie mit 3,6 Prozent leicht erhöht.

    Das liegt auf dem Niveau der fränkischen Nachbarn. In Bayreuth sind es 4,1 Prozent, in Würzburg 3,3 Prozent, in Fürth 4,8 Prozent. Nürnberg steht mit 5,2 Prozent schon etwas schlechter da, Schweinfurt weist sogar eine Quote von 6,0 Prozent auf – für bayerische Verhältnisse unterirdisch.

    In ganz Bayern beträgt die Arbeitslosenquote 2,7 Prozent, für Deutschland liegt der Wert bei 4,9 Prozent.

    Jobs in Bamberg gibt es laut Arbeitsagentur vor allem für Fachkräfte. An sie richten sich drei Viertel aller offenen Stellen. Am größten ist die Nachfrage in diesen Bereichen:

    • Maschinen- und Fahrzeugtechnik
    • Verkäufer
    • Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten
    • Metallbau
    • Lebensmittelherstellung und -verarbeitung

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In Bayern winken Spitzengehälter. Im Durchschnitt verdient ein Arbeitnehmer nach Angaben von gehalt.de 47.295 Euro im Jahr. Das Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen liegt in Bayern bei 48.535 Euro, für Fachkräfte nach erfolgreicher Ausbildung bei 32.368 Euro.

    Noch rosiger sind die Gehaltsaussichten für Fach- und Führungskräfte. Sie verzeichnen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 einen durchschnittlichen Kontoeingang von 62.172 Euro pro Jahr. In Berlin verdienen Fach- und Führungskräfte dagegen nur rund 54.000 Euro. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 weist für Fach- und Führungskräfte in Bayern gar ein Durchschnittsgehalt von fast 76.000 Euro aus.

    Mit den Top-Standorten innerhalb Bayerns kann Bamberg allerdings nicht mithalten. Ein Arbeitnehmer mit Vollzeitstelle verdient in der Stadt 3.367 Euro im Monat. Das ist der Medianwert, den die Bundesagentur für Arbeit berechnet hat. Dabei liegt eine Hälfte der Gehälter oberhalb, die andere unterhalb. Das Mediangehalt für ganz Deutschland liegt bei 3.209 Euro.

    In Ingolstadt beträgt das Mediangehalt 4.635 Euro. Das ist der beste Wert im ganzen Land. In München sind es 4.169 Euro. In Franken wiederum steht Bamberg ziemlich gut da. So weist Nürnberg ein Mediangehalt von 3.470 Euro auf, Fürth 3.221 Euro, Bayreuth 3.137 Euro und Würzburg 3.317 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Bamberg

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Bamberg:

    • Bosch (Automotive)
    • Brose Fahrzeugteile (Automotive)
    • Rakuten Deutschland (E-Commerce)
    • Sozialstiftung Bamberg (Gesundheit und Soziales)
    • Wieland Electric (Elektroindustrie)
    • Sparkasse Bamberg
    • T-Systems (Telekommunikation)
    • Mediengruppe Oberfranken
    • Harald Fuchs Bäckerei
    • BI-Log (Logistik)
    • Swiss Post Solutions (Dokumentenmanagement)
    • Ofa Bamberg (Medizinprodukte)
    • STWB Stadtwerke Bamberg
    • Rupp und Hubrach (Optik)
    • Ideal Automotive
    • Grupo Antolin (Automotive)
    • Joseph-Stiftung (Wohnungsunternehmen)
    • Omexom (Energie)
    • Candis (IT-Dienstleistungen)
    • Excellence AG (Ingenieurdienstleistungen)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Bamberg

    Eine Welt ohne Dieselmotoren ist für Bamberg keine verheißungsvolle Vorstellung. 15.000 Arbeitsplätze hängen in der Stadt direkt von Automobilzulieferern ab. Die größten heißen Brose und Bosch. Bosch produziert in Bamberg mit 7.400 Mitarbeitern Elemente für Dieselmotoren. Schlägt die Elektromobilität voll durch, könnten davon nur ein paar übrig bleiben.

    In Bamberg dreht sich vieles um die Automobilindustrie, aber nicht alles. Neben der Automotive-Branche sind Maschinenbau, Kunststoff-, Keramische und Glas-Industrie bedeutend. Metallverarbeiter, elektronische und optische Industrie sind weitere Stützpfeiler. Der E-Commerce befindet sich im Aufwind, Möbel und technische Textilien werden in Bamberg hergestellt. Zu den Fokusbranchen zählt die Stadt Einzelhandel, Informationstechnologie, Gesundheit und Logistik.

    Bamberg zaubert so manche Überraschung aus dem Hut. So kommen aus der Stadt zum Beispiel:

    • Handgefertigte Mützen
    • Schulbücher
    • Streichinstrumente
    • Klarinetten
    • Segelflugzeuge
    • Schultüten
    • Brauereianlagen
    • Strümpfe
    • Brillengläser
    • Hundeanhänger
    • Orgeln
    • Das Browsergame „My Free Zoo“

    Geld bringen auch die vielen Touristen in die Stadt, die sich am Weltkulturerbe satt sehen wollen. Ihnen liefern Brauereien und Gastronomiebetriebe zu. Im Prognos-Zukunftsatlas 2016 belegte die Stadt Bamberg Platz 32 von 402 Regionen. Der Landkreis Bamberg kam auf Rang 92 ins Ziel – und war damit einer der großen Aufsteiger im Vergleich zum vorherigen Ranking.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Schwere Zeiten für Studenten – seit 2010 sind die Mieten in Bamberg um 38 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 4,1 Prozent pro Jahr. Und im ersten Halbjahr 2018 ging es noch mal um sechs Prozent rauf. Zu diesen Zahlen kommt der Studentenwohnpreisindex 2018 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

    Für eine studentische Musterwohnung muss man nach IW-Berechnungen in Bamberg mittlerweile 351 Euro zahlen. Im Jahr 2010 waren es erst 270 Euro. Als Musterwohnung definiert das IW eine Unterkunft mit 30 Quadratmetern, die in Uni-Nähe liegt und um 1995 erbaut wurde. Trotzdem bleibt Bamberg besonders für junge Menschen hochattraktiv.

    Bamberg ist für Studenten günstiger als andere Uni-Städte wie Göttingen (389 Euro), Münster (392), Aachen, Karlsruhe (je 397 Euro) oder Heidelberg (437 Euro).

    Auch die großen Metropolen fressen sich tiefer ins Konto. Eine Musterwohnung in Hamburg schlägt mit 427 Euro zu Buche, in Frankfurt mit 499 Euro und in München gar mit 634 Euro. Berlin ist in den vergangenen Jahren preislich ebenfalls an Bamberg vorbeigezogen (385 Euro). Auf der anderen Seite bleibt Bamberg billiger als Kiel (320 Euro), Jena (317 Euro), Greifswald (306 Euro), das Ruhrgebiet (280 Euro) und Leipzig (262 Euro).

    Nach Immowelt-Angaben liegt der durchschnittliche Mietpreis in Bamberg bei 9,10 Euro pro Quadratmeter, der Kaufpreis bei 2.820 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Bamberg selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Bamberg suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Bamberg finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Bamberg finden Sie hier.
    • Die IHK für Oberfranken finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer für Oberfranken finden Sie hier.
    • Jobs in Bamberg finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Oleksiy Mark by Shutterstock.com]

    Jobs in Fürth: Spielend leicht zum Traumjob

    Fürth ist mobil. Früher fuhr hier die erste Eisenbahn, heute rollen von Fürth aus Bobby Cars in die Kinderzimmer. Die Stadt hat den Strukturwandel besser gemeistert als andere. Immerhin verlor sie mit Quelle und Grundig zwei Riesen des Wirtschaftswunders. Heute ist Fürth wieder glänzend aufgestellt. Jobs in Fürth gibt es bei Spielzeugfabrikanten, Software-Firmen und Schutzhelmherstellern. Fürth bietet Sicherheit – nicht nur in wirtschaftlichem Sinne…

    Jobs Fürth: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Fürth bringt Glück. Es ist ja auch die Kleeblattstadt. Ein dreiblättriges Kleeblatt ziert das Stadtwappen, schon im 16. Jahrhundert tauchte es erstmals in den Stadtsiegeln auf.

    Mit dem Nachbarn Nürnberg verbindet Fürth eine lange Rivalität, die heute vor allem auf dem Fußballplatz ausgetragen wird. Der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth kreuzen regelmäßig die Klingen, hauptsächlich in der 2. Bundesliga. Früher wäre die Stadt Fürth beinahe Nürnberg zugeschlagen worden, doch der Fusions-Plan wurde in den 20er Jahren per Volksabstimmung abgelehnt.

    Dennoch sind Nürnberg und Fürth auch gemeinsam stark. Die beiden bilden mit dem dritten im Bunde, Erlangen, ein äußerst dynamisches Städtedreieck. Die Metropolregion Nürnberg zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen in ganz Deutschland. Das war schon früher so. Symbolträchtig ist die erste Eisenbahnfahrt Deutschlands, die zwischen Nürnberg und Fürth stattfand.

    Fürth hat nicht nur die deutsche Wirtschaft geprägt, sondern gar die internationale Politik. Ex-Kanzler Ludwig Erhard ist ein gebürtiger Fürther, genauso wie US-Außenministerlegende Henry Kissinger.

    Was auch dafür spricht, nach Fürth zu ziehen: Die Stadt ist ganz offiziell die sicherste Großstadt Bayerns – und das schon seit 15 Jahren.

    Eine der teuersten Adressen in Fürth ist die Kutzerstraße in Poppenreuth. Gefragt sind auch Einfamilien- und Doppelhäuser in Unterfarrnbach. Weitere Viertel, in denen Zugezogene nach Wohnungen suchen sollten, sind die Kalb-Siedlung und Weikershof, Hardhöhe und Unterfürberg. Auch die Straßenzüge am Stadtpark werden immer beliebter.

    Arbeitsmarkt in Fürth

    Das Duell mit dem ungeliebten Nachbarn Nürnberg gewinnt Fürth. Während die Fürther Arbeitslosenquote im Mai 2019 bei 4,8 Prozent lag, waren es in Nürnberg 5,2 Prozent. Mit Erlangen (3,5 Prozent) kann Fürth dagegen nicht mithalten.

    Für ganz Bayern liegt der Wert sogar nur bei 2,7 Prozent, in Deutschland beträgt die Quote 4,9 Prozent. Der Arbeitsmarkt in Fürth hat Jahre des Aufschwungs hinter sich. Vor zehn Jahren, im Jahr 2009, waren noch über acht Prozent der Fürther ohne Arbeit. 2013 waren es sieben Prozent, 2016 ging es erstmals runter auf unter sechs Prozent. Jetzt liegt die Quote bei weniger als fünf Prozent.

    Dass die Entwicklung so weiter geht, darf aber bezweifelt werden. Seit Jahresbeginn 2019 geht die Zahl der offenen Stellen in Fürth zurück.

    Dennoch gibt es Branchen, in denen die Jobsuche weiterhin sehr einfach fällt. Beispiel Pflege: 2018 waren laut Arbeitsagentur in Fürth durchschnittlich 65 offene Stellen in der Pflegebranche gemeldet, aber nur 48 Arbeitslose aus dem Bereich. Im gesamten Agenturbezirk Fürth sind mittlerweile 12.000 Menschen in der Pflegebranche sozialversicherungspflichtig beschäftigt – zehn Prozent mehr als im Jahr 2014.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In punkto Gehalt verliert Fürth den Vergleich mit Nürnberg. Während das monatliche Mediangehalt für Arbeitnehmer mit Vollzeitstelle in Fürth bei 3.221 Euro liegt, kommt Nürnberg auf 3.470 Euro. Allerdings kommen beide nicht an Erlangen im Norden heran. Dort bringt ein Arbeitnehmer 4.633 Euro mit nach Hause. Das ist der zweitbeste Wert in ganz Deutschland (hinter Ingolstadt).

    Es handelt sich wohlgemerkt um Medianwerte, die die Bundesagentur für Arbeit ermittelt hat. Beim Median befindet sich eine Hälfte der Gehälter oberhalb des Wertes, die andere unterhalb. Der Wert für ganz Deutschland liegt bei 3.209 Euro.

    Grundsätzlich ist Bayern eine gute Standortwahl für alle, denen ein Top-Gehalt wichtig ist. Das Durchschnittsgehalt beträgt in Bayern laut Gehaltsplattform gehalt.de 47.295 Euro jährlich. Nur Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg sind lukrativer. Hochschulabsolventen steigen in Bayern mit 48.535 Euro in den Beruf ein, Azubis nach erfolgreicher Ausbildung mit 32.368 Euro.

    Fach- und Führungskräfte können laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 in Bayern mit durchschnittlich 62.172 Euro im Jahr rechnen. Nur Hessen und Baden-Württemberg liegen in diesem Ranking vor Bayern. Zum Vergleich: In Berlin verdienen Fach- und Führungskräfte im Schnitt rund 54.000 Euro. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 hinterlegt für bayerische Fach- und Führungskräfte sogar ein Durchschnittsgehalt von fast 76.000 Euro.

    Wichtige Arbeitgeber in Fürth

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber, die Jobs in Fürth schaffen:

    • Siemens AG
    • Uvex (Sicherheitsprodukte)
    • Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT
    • Atos (IT)
    • Computec Media (Medien)
    • Leonhard Kurz Stiftung (Beschichtungstechnologie)
    • Simba Dickie Group (Spielzeug)
    • Bruder Spielwaren
    • Playmobil
    • Ruag Ammotec (Munition)
    • Tucher Bräu (Brauerei)
    • Kennametal (Industriedienstleistungen)
    • Arndt (Sicherheitstechnik)
    • GS Schenk (Baugewerbe)
    • Lauer-Fischer (Apotheken-EDV)
    • Sintec Informatik (Software)
    • N:aip (Pflege)
    • Schultheiss Hoch- und Tiefbau
    • Cip Marketing
    • EKS Engineering
    • Protoform Konrad Hofmann (Werkzeugbau)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Fürth

    Fürth hat eine glorreiche Vergangenheit. Hier fand im 19. Jahrhundert die erste Eisenbahnfahrt Deutschlands statt. Den Zeitraum von 1882 bis 1907 bucht man als Fürther Gründerjahre ab – in kaum einer anderen Stadt brach sich die Industrialisierung schneller Bahn. Und das ging sogar nach zwei Weltkriegen munter so weiter. In den 1950er Jahren war Fürth ein Hotspot des deutschen Wirtschaftswunders. Versandhaus Quelle und Rundfunkgerätehersteller Grundig residierten in Franken.

    Das alles ist passé. Quelle und Grundig gibt es nicht mehr. Trotzdem ist aus Fürth kein Armenhaus geworden. Einen Abstieg wie etwa das Ruhrgebiet hat die Stadt nicht erlitten. Dazu trägt auch Siemens bei, das dem Standort Fürth die Treue gehalten hat. „Der Traditionsstandort mit Schwerpunkt in Produkten der Fabrikautomation und industrieller Schalttechnik hat in den letzten Jahren durch Einsatz siemenseigener Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen seine Leistung pro Produktionsfläche (qm) vervielfacht“, schreibt Siemens auf seiner Homepage über Fürth. Zukunftsthemen wie Edge Computing oder künstliche Intelligenz (KI) würden hier in internen Startups vorangetrieben.

    Auch hat Fürth ungeahnte Nischen für sich erschlossen. Zum Einen schwingt sich die Stadt zu einem Zentrum für sogenannte Neue Materialien auf – neuartige Werkstoffe für die Industrie. In diesem Bereich ist zum Beispiel Uvex aktiv. Das Unternehmen produziert Schutzhelme und -brillen, Atemschutzmasken und Sicherheitsschuhe.

    Auch Kinder lieben Fürth – ohne es zu wissen. Mehrere Spielzeughersteller beliefern die Kinderzimmer von Franken aus, darunter Playmobil und die Simba Dickie Group, die die bekannten Bobby-Cars herstellt.

    Im Städteranking 2018 von IW Consult kam Fürth auf Platz 26 von 71 Städten – vor allem für den florierenden Arbeitsmarkt gab es Punkte. Im Prognos-Zukunftsatlas 2016 war die Stadt Fürth auf Rang 96 von 402 Regionen gelandet. Der Landkreis Fürth zählte sogar zu den großen Aufsteigern. Er kam auf Position 119 ins Ziel – eine Verbesserung um 131 Plätze im Vergleich zum vorherigen Ranking aus dem Jahr 2004.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Noch sind die Mietpreise in Fürth vergleichsweise niedrig. Mit durchschnittlich 9,70 Euro haben sie nach Immowelt-Angaben die 10-Euro-Marke noch immer nicht überschritten. Gleichwohl werden für einzelne Wohnungen, vor allem kleinere, schon heute teils mehr als zwölf Euro aufgerufen.

    Und die Mieten steigen. Von 2012 bis 2017 gingen sie um 27 Prozent nach oben. Damals war der Quadratmeter noch für rund sieben Euro bewohnbar.

    Trotzdem ist Fürth immer noch preisgünstiger als die Nachbarn Nürnberg (10,10 Euro) und Erlangen (11,20 Euro). Auch in Würzburg (10,50 Euro), Regensburg (11,00 Euro) oder Ingolstadt (11,60 Euro) zahlen Mieter mehr. In München sind es sogar 18,10 Euro.

    Darum müsste ein Arbeitnehmer, der in Fürth 50.000 Euro im Jahr verdient, in München auf knapp 70.000 Euro kommen, um denselben Lebensstandard zu haben. So sagt es der Vergleichsrechner von Financescout24.

    Um 18 Prozent stiegen in Fürth die Kaufpreise für Immobilien alleine von 2017 auf 2018. Jetzt müssen Käufer laut Immowelt 3.120 Euro für den Quadratmeter hinlegen. Das sind zehn Euro mehr als in Nürnberg (3.110 Euro). Eine Immobilie in Erlangen schlägt mit 3.730 Euro zu Buche, in Ingolstadt mit 4.300 Euro und in München sogar mit 7.140 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Fürth selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Fürth suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Fürth finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Fürth finden Sie hier.
    • Die IHK Nürnberg für Mittelfranken finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer für Mittelfranken finden Sie hier.
    • Jobs in Fürth finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Boris Stroujko by Shutterstock.com]

    Jobs in Erlangen: Die Schwarmstadt in Franken

    Erlangen ist fränkische Provinz, mehr nicht? Ganz falsch! Erlangen ist eine DER Zukunftsstädte in Deutschland. Die einzigen, die sich über zu wenig Arbeit beschweren, sind die Mitarbeiter der Arbeitsagentur. Die Hightech-Branche boomt, speziell die Medizintechnik bietet viele Jobs in Erlangen, auch die Universität ist Spitzenklasse. Und wer ein dickes Gehalt mit nach Hause nehmen will, sollte erst recht mit einem Umzug nach Erlangen liebäugeln. Es gibt nur eine einzige Stadt in Deutschland, in der das Gehaltsniveau noch höher ist als in Erlangen…

    Jobs Erlangen: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Erlangen ist für zweierlei bekannt. Da ist zum Einen die Friedrich-Alexander-Universität. Sie wurde schon 1743 gegründet und zählt heute zu den forschungsstärksten Unis Deutschlands. Fast 40.000 Studenten lernen in einem der 261 Studiengänge in fünf Fakultäten.

    Die FAU liegt direkt neben dem Schlossgarten, dem grünen Zentrum der Unistadt. Ringsherum liegen die Unikliniken, Alter Wasserturm, Orangerie und Botanischer Garten, die Hugenottenkirche sowie die Stadtbibliothek – und zahlreiche Restaurants und Kneipen, in denen die Studenten den Tag ausklingen lassen.

    Über die ganze Stadt verteilt ist Siemens, das zweite Aushängeschild Erlangens. Der Technologiekonzern hat hier seinen großen Campus, Werk und Trainingscenter. Auch das Medizintechnik-Spinoff Siemens Healthineers sitzt in Erlangen – und das MedMuseum obendrein, das den Besucher durch die Geschichte der Medizintechnik führt.

    Erlangen-Bugberg ist das Nobelviertel der Stadt. Auch Stieglitzhof ist teuer, aber dennoch bei Jüngeren und Familien sehr beliebt. Röthelheimpark zählt zu den frischeren Wohnlagen, seitdem die Amerikaner in den 90er Jahren ihre Kasernen räumten. Dann gibt es noch Zentrum, Alterlangen und Bubenreuth — Stadtteile, in denen man nicht gerade günstig mietet oder kauft. Weitere Möglichkeiten findet man in Erlangen-Ost, Büchenbach, Buckenhofer Siedlung und in der Altstadt.

    Arbeitsmarkt in Erlangen

    Arbeitslosigkeit ist in Mittelfranken ein Fremdwort, Jobs in Erlangen gibt es in Hülle und Fülle. In der Stadt Erlangen lag die Arbeitslosenquote im Mai 2019 bei 3,5 Prozent, im gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt sogar nur bei 1,8 Prozent.

    In ganz Bayern liegt sie bei 2,7 Prozent, für ganz Deutschland beträgt der Wert 4,9 Prozent. Auch im mittelfränkischen Vergleich steht Erlangen glänzend da. So gibt es in Nürnberg 5,2 Prozent Arbeitslose, in Fürth 4,8 Prozent, in Ansbach 3,5 Prozent und in Schwabach 2,9 Prozent. Die beiden letztgenannten Städte sind aber nicht einmal halb so groß wie Erlangen.

    Und die Aussichten für Jobsucher bleiben bis auf Weiteres gut. So gibt es in Erlangen 2019 mehr freie Stellen als im vergangenen Jahr. Seit Jahresbeginn haben die Arbeitgeber 1.528 offene Stellen an die Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das sind 13 mehr als im Vorjahreszeitraum.

    Im Landkreis Erlangen-Höchstadt dagegen geht die Zahl der gemeldeten Vakanzen seit Jahresbeginn zurück – wie auch in vielen anderen Städten und Regionen Deutschlands.

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Haarscharf schrammt Erlangen am Thron vorbei. Zwei Euro trennen die Franken von Platz eins der deutschen Gehaltsrangliste. Eine Vollzeitstelle in Erlangen bringt 4.633 Euro im Monat ein – in Ingolstadt sind es 4.635 Euro.

    Dabei handelt es sich um den Medianwert, den die Bundesagentur für Arbeit ermittelt hat. Eine Hälfte der Gehälter befindet sich über dem Wert, die andere darunter. Die Marke von 4.000 Euro im Monat packen nur ganz wenige Städte in Deutschland. Erlangen zählt dazu, — genauso wie Stuttgart, München, Leverkusen oder Wolfsburg.

    Für ganz Deutschland liegt das Mediangehalt bei 3.209 Euro. In der unmittelbaren Nachbarschaft ist Erlangen konkurrenzlos. Nürnberg weist ein Mediangehalt von 3.470 Euro auf, Fürth kommt auf 3.221 Euro und Bamberg auf 3.367 Euro.

    Speziell für Ingenieure zählt Erlangen zu den attraktivsten Städten überhaupt. Sie verdienen nach Angaben von gehalt.de im Durchschnitt über 80.000 Euro pro Jahr. Nur Stuttgart und Frankfurt zahlen (etwas) mehr. Zum Vergleich: In Berlin gehen Ingenieure mit rund 58.000 Euro nach Hause, in Bremen mit 64.000 Euro, in Hamburg mit 68.000 Euro und in Düsseldorf mit 75.000 Euro.

    IT-Fachkräften, die neu in den Beruf einsteigen, winkt in Erlangen sogar das beste Gehalt deutschlandweit. Sie können hier mit 57.953 Euro rechnen, in München mit 55.502 Euro. Diese Zahlen basieren allerdings noch auf einer Auswertung von gehalt.de aus dem Jahre 2016.

    Wichtige Arbeitgeber in Erlangen

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber, die Jobs in Erlangen schaffen:

    • Siemens Healthineers (Medizintechnik)
    • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    • Framatome (Kerntechnik)
    • Tintschl Unternehmensgruppe (Industriedienstleistungen)
    • Elektrobit Automotive
    • Heitec AG (Elektronik)
    • ZBI Immobilien AG
    • Davero Dialog (Telekommunikation)
    • Primetals Technologies (Anlagenbau)
    • Interflex (Datenerfassung)
    • Nutricia (Ernährung)
    • Wavelight (Augenheilkunde)
    • IFS Deutschland (Unternehmenssoftware)
    • Clear Group (IT- und Ingenieurdienstleistungen)
    • Astrum IT (Software)
    • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
    • Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB)
    • E und L Medical Systems (Medizinsoftware)
    • Softgate (Software)
    • Basys Gesellschaft für Anwender- und Systemsoftware
    • CS2 ITec (IT)
    • Spirit Link (PR)
    • Pantel Elektronik AG
    • Intego (Anlagenbau)
    • Publicis (Werbung)
    • KUM (Büroartikel)

    Karriereaussichten und Wirtschaft in Erlangen

    Im Juni 2019 gab es eine Horrornachricht für Erlangen. Siemens kündigte an, in seiner Energiesparte 1.400 Stellen in Deutschland zu streichen, die meisten davon in Berlin und Erlangen.

    Siemens ist für Erlangen nicht irgendein Arbeitgeber. Es ist das ökonomische Aushängeschild der Franken-Stadt. 1965 eröffnete man hier ein Forschungsgelände, das bis 2030 in mehreren Schritten modernisiert und erweitert werden soll. Auf einer Fläche von 75 Fußballfeldern entstehen neue Büro-, Forschungs- und Laborarbeitsplätze. Schon 2020 soll das erste neue Modul am Campus Erlangen – acht Bürogebäude, drei Parkhäuser und eine Kantine für rund 7.000 Mitarbeiter – bezugsfertig sein.

    Erlangen ist für Siemens das „wesentliche Kompetenzzentrum“ des gesamten Konzerns. Mit 23.000 Mitarbeitern ist die Stadt einer der größten Siemens-Standorte weltweit. Hier werden Computertomografen und Medizintechnik hergestellt, Straßenbahnen, Züge, Gas- und Dampfturbinen entwickelt. In einem 1.300 Quadratmeter großen Prüf- und Testbereich widmet man sich der Entwicklung von Antriebstechnologien sowie Ladetechnologien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

    Auch für Auszubildende sind die Rahmenbedingungen exzellent. Sie können hier mit modernen CNC-Maschinen, Robotern und 3D-Druckern arbeiten. Alleine in Erlangen bildet Siemens nach eigenen Angaben fast 1.000 Azubis und dual Studierende aus.

    Selbstverständlich ist Siemens der größte Arbeitgeber der Stadt. Dahinter folgt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die zweitgrößte Uni im Freistaat mit rund 14.000 Beschäftigten. Auf Platz drei folgt das Kerntechnikunternehmen Framatome, das in Erlangen ca. 2.800 Arbeitnehmer hat.

    Die wichtigsten Arbeitgeber in Erlangen kommen aus diesen Bereichen:

    • Hightech
    • Forschung
    • Software
    • Medizin und Gesundheit

    So sitzt auch die von Siemens ausgegründete Medizintechnik-Sparte Siemens Healthineers in Erlangen. Im Juni 2019 suchte das Unternehmen unter anderem diese Fachkräfte:

    Die Stärke Erlangens zeigte sich auch im Städteranking 2018 des Beratungsunternehmens IW Consult. Hier landete Erlangen auf Platz 4 von 71 untersuchten Städten. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt belegte man sogar den Gold-Rang.

    Schon zuvor hatte es Erlangen im Prognos-Zukunftsatlas 2016 unter die Top Ten-Regionen mit den besten Zukunftschancen in Deutschland gebracht. Hier landete die fränkische Stadt auf Rang 6 von 402 Regionen.

    Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

    Erlangen ist eine Schwarmstadt. So nennen Immobilienexperten Städte, in die besonders viele junge Leute zwischen 15 und 34 Jahren ziehen.

    Jobs sind hier im Überfluss vorhanden. Das Gehaltsniveau ist exzellent, das Mietniveau erträglich. Noch. Denn auch in Erlangen steigen die Mieten. Allein von 2017 auf 2018 zogen sie laut Immowelt um zwölf Prozent an. Mieter müssen jetzt 11,20 Euro für den Quadratmeter einplanen. Das ist mehr als in Nürnberg (10,10 Euro) und Fürth (9,70 Euro). Auch Würzburg (10,50 Euro) und Regensburg (11,00 Euro) sind nicht ganz so teuer wie Erlangen.

    Im Vergleich zum mondänen München aber sind die Preise richtig bescheiden. In der Landeshauptstadt werden 18,10 Euro pro Quadratmeter fällig, in Ingolstadt 11,60 Euro. Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten in München deutlich höher als in Erlangen, in Hamburg und Berlin aber niedriger. Sogar Lebensmittel kosten laut Financescout24 in Berlin 16 Prozent weniger als in Erlangen. Für Sport- und Freizeitangebote muss man in Berlin zwölf Prozent weniger zahlen.

    Käufer einer Immobilie planen in Erlangen nach Immowelt-Angaben 3.730 Euro pro Quadratmeter ein. Auch das ist ein hohes Preisniveau. Städte wie Köln, Düsseldorf, Karlsruhe oder Nürnberg liegen bei etwas mehr als 3.000 Euro. Berlin befindet sich mit 3.790 Euro auf dem gleichen Level.

    Zu Premium-Klasse zählen die Kaufpreise in Erlangen aber nicht. In Frankfurt, Ingolstadt oder Freiburg werden mehr als 4.000 Euro für den Quadratmeter abgerufen, in München sogar über 7.100 Euro.

    Kontaktdaten und Servicestellen

    Sie wollen sich in Erlangen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Erlangen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Erlangen finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Erlangen finden Sie hier.
    • Die IHK Nürnberg für Mittelfranken finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer für Mittelfranken finden Sie hier.
    • Jobs in Erlangen finden Sie hier.
    [Bildnachweis: MDOGAN by Shutterstock.com]

    Jobs in Bergisch Gladbach: Die schönsten weit und breit

    Wer von Gladbach spricht, meint nicht immer Mönchengladbach, die Stadt am Niederrhein. Er könnte auch Bergisch Gladbach meinen, eine Abkömmin von Mutter Colonia. Für Köln-Fans ist Bergisch Gladbach eine echte Alternative. Es grenzt an die Domstadt, hat eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur und ein vielfältiges Arbeitsplatzangebot. Viele Jobs in Bergisch Gladbach gibt es für Biotechnologen oder Lebensmitteltechniker. Und sogar die schönsten Frauen Deutschlands kommen von hier…

    Jobs Bergisch Gladbach: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

    Bergisch Gladbach grenzt im Westen unmittelbar an Köln. Nicht wenige Gladbacher, die sich als Kölner identifizieren. Glasklar trennen lässt sich Bergisch Gladbach auch gar nicht von Köln.

    Allerdings ist Bergisch Gladbach seit 1975 eigenständig, mit rund 110.000 Einwohnern sogar eine Großstadt. Und sie hat die eine oder andere Trumpfkarte im Ärmel. Da ist zum Beispiel das Schloss Bensberg, das Anfang des 18. Jahrhunderts als Jagdschloss errichtet wurde. Heute ist es ein Fünf-Sterne-Grandhotel, in dem die Präsidentensuite schon mal 1.500 Euro pro Nacht kostet. Auch als Hochzeitsort für Heidi Klum und Tom Kaulitz war das Bensberger Schloss lange im Gespräch.

    Womit wir beim heißesten Export Bergisch Gladbachs wären. Heidi Klum wurde hier geboren. In Paffrath ging sie zur Schule, bevor sie auszog, Los Angeles und die Modelwelt zu erobern.

    Reizvoll sind Margarethenhöhe und Hebborn für alle, die schön wohnen wollen. Auch Lückerath zählt zu den besseren Vierteln der Stadt, Refrath ebenso. Weitere Optionen sind Herkenrath, Heidkamp, Hand, Gronau und Katterbach. Die meisten Straftaten verzeichnen – wenig überraschend – die Fußgängerzone und die Gegend rund um den Hauptbahnhof.

    Arbeitsmarkt in Bergisch Gladbach

    Bergisch Gladbach ist mit seinen 110.000 Einwohnern die größte Stadt im Rheinisch-Bergischen-Kreis. Dazu zählen auch Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath, Rösrath und Wermelskirchen.

    Insgesamt gab es im Rheinisch-Bergischen Kreis im Mai 2019 rund 7.800 Arbeitslose. Vor zwei Jahren waren es noch über 9.000. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 5,2 Prozent. Sie ist damit sogar besser als die von Nordrhein-Westfalen (6,5 Prozent) und nur geringfügig schlechter als die ganz Deutschlands (4,9 Prozent).

    Auch die drei großen Nachbarn Köln (7,8 Prozent), Leverkusen (7,2 Prozent) und Bonn (6,3 Prozent) kommen nicht an den Gladbacher Wert heran. Freie Jobs in Bergisch Gladbach gibt es laut Bundesagentur für Arbeit vor allem in:

    • Handel
    • Verarbeitendes Gewerbe
    • Gesundheits- und Sozialwesen
    • Zeitarbeit

    Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das Gehaltsniveau in Nordrhein-Westfalen ist hoch. Im Schnitt verdient ein Arbeitnehmer nach Berechnungen der Gehaltsplattform gehalt.de 46.360 Euro im Jahr. Hochschulabsolventen steigen mit 46.513 Euro in den Beruf ein, Azubis nach abgeschlossener Lehre mit 31.020 Euro.

    Als Fach- und Führungskraft kommt man laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 in NRW auf 58.846 Euro jährlich im Schnitt, laut Xing-Gehaltsstudie 2019 sogar auf 71.913 Euro.

    Doch die Spannbreite ist beträchtlich, zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, Ostwestfalen und Münsterland, Niederrhein und Sauerland. In Bottrop zum Beispiel verdient ein Arbeitnehmer mit Vollzeitstelle 3.149 Euro im Monat. Dabei handelt es sich um den Median-, nicht um den Durchschnittswert. Eine Hälfte liegt darüber, die andere darunter. In Bonn beträgt das Mediangehalt dagegen stolze 3.857 Euro. Mönchengladbach kommt auf magere 3.047 Euro, Leverkusen auf bärenstarke 4.170 Euro. Solingen liegt bei dünnen 3.085 Euro, Köln b