Bewerbungsfoto: Wie Sie durch Format, Kleidung und Tricks überzeugen

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Ein hübsche Lächeln allein reicht nicht: Um mit dem Bewerbungsfoto zu überzeugen, müssen Sie auch auf Details, wie Beleuchtung, Blickrichtung, Kleidung und den Hintergrund achten. Denn ob Sie wollen oder nicht: In jedem Bewerbungsbild schwingt immer auch Subtext mit, den der Betrachter – in dem Fall also ein Personalentscheider – mindestens unbewusst wahrnimmt und bewertet. Professionelle Fotografen haben hierfür (in der Regel) ein geschultes Auge – Sie selbst können beim Bewerbungsfoto aber auch einiges optimieren – vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Grundregeln und kennen die perfekten Tricks…

Bewerbungsfoto: Muss das sein?

Keine Bewerbungsmappe ohne Bewerbungsfoto – die frühere Grundregel gilt seit der Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) zwar als überholt, das Bewerbungsbild ist seitdem nicht mehr Pflichtbestandteil einer Bewerbung. Und Bewerber ohne Foto dürfen nicht benachteiligt werden. Theoretisch. Aber – das wissen wir aus praktischer Erfahrung: Die Mehrheit der Personaler (gut 80 Prozent) sucht trotzdem danach und vermisst das Porträtfoto auch, wenn es fehlt. Pflicht hin oder her.

Unsere Empfehlung daher: Fügen Sie Ihren Unterlagen – wenn möglich – immer ein Bewerbungsfoto bei.

Das Bewerbungsfoto gibt Ihrer Bewerbung ein Gesicht, macht Sie sympathischer. Im besten Fall vermitteln Sie optisch den Eindruck, zum Unternehmen und zur vakanten Position zu passen. Das erhöht Ihre Einstellungschancen enorm.

Das bedeutet allerdings auch, dass Sie in einer konservativen Branche eher ein konservatives Bewerbungsporträt wählen und sich in einer kreativen Branche ein kreativeres Foto leisten dürfen.

Dabei aber bitte keine optische Täuschung vorführen oder sich kostümieren. Das Bild muss stimmig sein und zu der gezeigten Persönlichkeit in Bewerbungsschreiben und Lebenslauf passen.

Zugegeben, für ein gelungenes und überzeugendes Bewerbungsbild braucht es in der Regel viel Erfahrung und ein geschultes Auge. Professionelle Fotografen sollten das bieten. Sie können das Bewerbungsfoto alternativ aber auch selbermachen – vorausgesetzt, Sie beachten dabei die Grundregeln für Bildkomposition und Motiv. Und verzichten bitte auf Freizeit-Schnappschüsse und Partybilder. Auch wenn es günstig erscheint: Die sind in der Bewerbung absolut tabu.

Professionelle Fotografen für Bewerbungsbilder finden

Professionelle Fotografen für Bewerbungsbilder findenProfessionelle Fotografen, die auch Bewerbungsbilder machen, gibt es in jeder größeren Stadt. Zumindest bieten zahlreiche Fotografen diesen Service an, teilweise sogar auf Ebay-Kleinanzeigen. Aber sind die auch wirklich gut?

Leider nein. Was Sie dort kaufen können, ähnelt eher Kunst als einem zweckgebundenen Bewerbungsfoto. Sinnvoll ist es daher, sich an Fotografen zu wenden, die entweder auf Bewerbungsfotos spezialisiert sind oder aber zumindest die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Erfahrung

    Ein professioneller Bewerbungsfotograf hat nicht nur Talent, sondern verfügt auch über einschlägige Berufserfahrung und sollte die auf Nachfrage auch zeigen können. Zum Beispiel durch Referenzen und bisherige Arbeiten auf der eigenen Website oder durch Mappen. Bei den Mustern sollte es sich aber um echte Bewerbungsfotos handeln – nicht um Hochzeits- oder Modelfotos.

  • Beratung

    Ein guter Fotograf berät Sie zudem umfassend und vorab. Zum Beispiel sollte er Sie nach Ihrer Zielbranche fragen – um zu wissen, ob Sie ein eher konservatives oder ein kreativeres Bewerbungsfoto benötigen. Auch Körperhaltung und Pose können in unterschiedlichen Branchen anders ankommen.

  • Shooting

    Reingehen, auf einen Hocker setzen und zack-zack alles durchknipsen – so sollte Ihr Besuch Bei einem professionellen Bewerbungsfotografen nicht ablaufen. Ein guter Fotograf wird sich ausreichend Zeit für Sie nehmen und Sie auch in Sachen Kleidung, Accessoires oder Make-up beraten. Eventuell arbeitet er sogar mit einer Visagistin zusammen, um Sie perfekt zu stylen, Augenringe oder Pickel zu verdecken und Ihre Haare in Form zu bringen.

  • Beruhigung

    Ein Fotoshooting für die Bewerbung ist nichts, wovor man Angst haben muss. Eine gewisse Nervosität aber kann immer mitschwingen. Ein erfahrener Fotograf lockert die Atmosphäre daher stets auf, nimmt Ihnen die Aufregung und holt das Beste aus Ihnen heraus. Fühlen Sie sich in seiner oder ihrer Gegenwart wohl, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

  • Kosten

    Bei einem seriösen Fotografen kaufen Sie nie die Katze im Sack. Sie wissen vorher, was die Bilder und das Shooting kosten – und auch, welche Bildrechte Sie mit den Bewerbungsfotos erwerben. Die sind übrigens ganz wichtig: So sollten Sie etwa sicherstellen, dass Sie die Bilder auf unbestimmte Zeit auch online in Ihren Profilen und Websites verwenden dürfen. Klären Sie außerdem, was weitere Abzüge kosten. Unseriöse Fotografen versuchen hier Zusatzkosten zu verstecken.

Das perfekte Bewerbungsfoto: So sollte es aussehen

Auch wenn uns sogenannte Selfies heute überall von Facebook, Instagram oder Linkedin aus anlächeln – für Bewerbungsfotos taugen sie auf keinen Fall. Denn hier zählen die Details.

Jeder Betrachter nimmt sie – zumindest unbewusst – wahr und lässt sich von ihnen beeinflussen. Das fängt beispielsweise mit dem Lächeln an: Jemand, der lächelt, wirkt laut Studien sofort offener und sympathischer, lernbereiter, teamfähiger und wissbegieriger als ein verkrampft dreinblickender Miesepeter. Andererseits sollte man auch nicht zu herzhaft lachen, das könnte sonst Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bewerbung aufkommen lassen. Oder es sieht eben nach Urlaub und nicht nach Bewerbung aus.

Ob Sie das Bewerbungsfoto professionell schießen lassen oder selbst zum Fotoapparat greifen – achten Sie bitte auf diese Punkte – sie werden gerne vergessen:

  • Die Kleidung sollte flecken- und fusselfrei sein.
  • Die Haare vorher ordentlich kämmen.
  • Hemden und Blusen sollten faltenfrei und gebügeln sein.
  • Der Krawattenknoten sollte ordentlich gebunden sein und mittig sitzen.
  • Vermeiden Sie beim Make-up hässliche Kontraste zwischen Hals und Gesicht.

Und schicken Sie dem potenziellen Arbeitgeber bitte auch keine alten Bewerbungsfotos (maximal ein Jahr alt). Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird Ihr Gesprächspartner irritiert sein, warum Sie so ganz anders aussehen als auf dem Foto. Im schlimmsten Fall haben Sie jetzt sogar ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem.

Tipps für Motiv und Bewerbungsfoto

Tipps für das perfekte Bewerbungsfoto

So setzen Sie sich als Bewerber optimal in Szene…

  • Pose

    Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Blickkontakt – auf dem perfekten Bewerbungsfoto blicken Sie im Halbporträt in die Kamera, dazu etwas Schulterpartie, maximal ein Fünftel des Fotos. Pudern Sie Ihr Gesicht vorher ruhig ab, damit es nicht so glänzt (auch die Männer!). Oft reicht es schon, mit einem weichem Toilettenpapier oder einem Taschentuch nachzuhelfen. Aber bitte nur sanft tupfen oder vorsichtig reiben, damit es nicht zu Hautrötungen kommt.

    Und bitte immer dabei lächeln – und das möglichst unverkrampft. Wem das nicht auf Anhieb gelingt, der sollte folgenden Kniff ausprobieren: Blicken Sie zuerst ganz woanders hin und schütteln Ihren ganzen Körper aus. Dann drehen Sie sich spontan in Richtung Kamera und lächeln. Der Eindruck, den der Fotograf in diesem Moment einfängt, ist oft ein unverkrampfter (und sympathischer).

  • Kleidung

    Die Kleidung sollte zur angepeilten Stelle passen. Wer Banker werden will, sollte auch wie einer aussehen. Der Profitipp hierzu lautet: Schauen Sie sich vorab die Fotos der Mitarbeiter auf Xing oder Linkedin an und kopieren den Look dann für Ihre eigene Bewerbung. Frauen achten außerdem darauf, nichts Schulterfreies zu tragen, auf übertriebenes Make-up sollten sie ebenfalls verzichten.

    Bewerberinnen steigen ihre Chancen sogar, wenn sie klassisch auftreten. Darauf deuten wissenschaftliche Studien hin. Ein dunkler Hosenanzug mit schlichter heller Bluse etwa wirkt seriöser und kommt bei Personalern nachweislich gut an. Im Zweifel gilt: besser overdressed als underdressed, lieber natürliches Unterstatement als aufgesetzte Attitüde.

    Bitte nicht zu sexy? Von wegen!

    Bewerbungsfoto: Bitte nicht zu sexy? Von wegen!Studien von Sevag Kertechian von der Pariser Sorbonne kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen mit tiefem Ausschnitt 19 Mal erfolgreicher sind als ihre zugeknöpften Rivalinnen. Sogar in konservativen Branchen wurden sie deutlich häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen, bei modernen Arbeitgebern ebenfalls.

    Nicht überliefert ist leider, ob es sich bei den Testpersonen um vorwiegend männliche Recruiter handelte. Klar scheint aber: Sex sells – auch beim Bewerbungsfoto. Damit möchten wir Ihnen zwar nicht nahelegen, sich unbedingt als Vamp ablichten zu lassen. Dezent aufgeknöpfte Weiblichkeit im Outfit schadet aber offenbar auch nicht.

  • Haare

    Das Argument, dass Frauen mit männlichen Attributen punkten, gilt aber weiterhin – insbesondere in Bezug auf die Haare. Frauen, die ihre Haare zurückkämmen oder hochstecken, wirken psychologischen Experimenten zufolge kompetenter und führungsstärker, als wenn sie ihre lange Mähne offen lassen.

    Frauen mit Kurzhaarschnitt empfanden die Personaler häufiger selbstbewusst und intelligent, so eine Yale-Studie. Lange dunkle Locken dagegen verbanden sie mit Unsicherheit und Naivität.

    Für Männer wiederum scheint es wichtig zu sein, überhaupt Haare zu haben. Männern mit Glatze wird im Job weniger zugetraut als Behaarten. Sie werden seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, gelten als weniger kreativ und karriereorientiert. Das jedenfalls wollen Wissenschaftler aus Saarbrücken herausgefunden haben.

  • Make-up

    Prägnante Merkmale abschwächen oder extra betonen – das gelingt mit Make-up. Auch auf dem Bewerbungsfoto kann es dafür sorgen, die Akzente richtig zu setzen. Wichtig aber: Tragen Sie Ihr Make-up gleichmäßig auf, um umschöne Make-up-Ränder zu verhindern.

    Make-up kann übrigens auch Männern helfen, eine bessere Figur abzugeben: Es hilft, Kiefer und Wangenknochen zu akzentuieren, kann ein Doppelkinn kaschieren und bekommt glänzende Stellen wie Nase oder Glatze matt. Also ruhig für das Bewerbungsbild ausprobieren – gut gemacht, ist es schließlich unsichtbar.

    Zudem decken beide Geschlechter mit Make-up Rötungen, Pickel oder Augenränder ab. Die will auf einem Bewerbungsfoto schließlich niemand sehen.

  • Hintergrund

    Unterschätzen Sie bitte nie die Macht des Hintergrunds. Er hat eine enorme Wirkung auf den Gesamteindruck eines Bewerbungsfotos. Sind Hintergrundmotiv, Kontrast oder Farben falsch ausgewählt, färbt das negativ auf die Person im Vordergrund ab.

    Entscheiden Sie sich am besten für eine neutrale Fläche im Hintergrund. Denn der Bewerber ist von Interesse, nicht die Raumkomposition. Objekte wie Bilder oder Vasen, die im Hintergrund zu sehen sind, lenken das Auge nur unnötig ab.

    Gut ist zum Beispiel eine Wandfarbe oder ein Hintergrundkarton, der mit der Kleidung des Protagonisten harmoniert. Nicht gut: Hässliche Schlagschatten, die auf eine schlechte Beleuchtung beziehungsweise Ausleuchtung zurückzuführen sind. Und: Bei einem zu hohen Kontrast könnte das Gesicht schnell blass und kränklich aussehen.

Bewerbungsfoto: Merkmale und Grundregeln

Ein überzeugendes Bewerbungsfoto transportiert vor allem die Persönlichkeit des Bewerbers. Es sollte allerdings auch ein paar formale Kriterien und Merkmale erfüllen, damit es den Gesamteindruck der Bewerbung aufwertet.

Dazu gehören zum Beispiel folgende Grundregeln:

  • Qualität

    Ein billiges Bewerbungsfoto wird von erfahrenen Personalentscheidern sofort als solches erkannt. Verwenden Sie daher kein Bild aus dem Automaten oder aus dem Urlaub. Ihre gesamte Bewerbung wird dadurch entwertet. Investieren Sie lieber ein paar Euro mehr.

    Das unterstreicht zudem Ihre Motivation für den Job. Was denkt wohl ein Personaler, der ein Billigfoto von Ihnen in Händen halt und dazu womöglich eine anspruchsvolle Gehaltsvorstellung liest? Eben: Dass Sie sich nicht einmal bereit sind, in einen professionellen Auftritt und Ihre Zukunft zu investieren. Gleichzeitig fordern Sie viel… Wie passt das zusammen?

  • Bildgröße

    Gängige Formate für das Bewerbungsfoto sind 6 mal 4 oder 9 mal 6 Zentimeter – Hochformat. Sie entsprechen dem sogenannten goldenen Schnitt und sind besonders schön.

    Hochformatige Bewerbungsbilder sind heute eigentlich Standard. Sie können aber auch mit Querformaten aus der Masse herausstechen – wenn diese gut gemacht sind. Dabei muss der Ausschnitt aber behutsam ausgewählt werden. Querformate eignen sich nur dann, wenn sie zum Design und Layout der Bewerbungsunterlagen beziehungsweise zum tabellarischen Lebenslauf passen.

  • Farbe oder Schwarzweiß?

    Beides ist möglich: ein farbiges oder ein Schwarz-Weiß-Porträt. Das können Sie individuell entscheiden und ist reine Geschmackssache. Die schwarzweiße Variante wirkt edler und eleganter, kann aber auch leicht affektiert aussehen. Ebene Gesichter sind hier im Vorteil, weil die Konturen sichtbarer werden.

    Ein kantiges Gesicht wirkt auf Schwarzweiß-Fotos allerdings noch härter. In dem Fall könnte ein Farbfoto die bessere Alternative sein. Farbige Porträtfotos sind natürlicher und authentischer. Man kann hier aber mehr falsch machen. Stichwort: Beleuchtung und Farbkontraste.

    Und: Bei einem Schwarzweiß-Foto ist die Kleiderwahl nicht ganz so entscheidend. Bei einem Farbfoto dafür umso mehr: Die Farben müssen harmonieren, zu Ihrem Typ, zum Gesamtensemble und zum Hintergrund passen.

    Tipp: Fertigen Sie beide Varianten an und entscheiden Sie hinterher, was am besten zu den Unterlagen passt – das entsprechende Budget vorausgesetzt.

  • Position des Bewerbungsfotos

    Das Foto gehört auf das erste Blatt des Lebenslaufs – oberhalb der ersten Zeile. Bauen Sie allerdings ein Deckblatt oder verwenden eine dritte Seite, dann bringen Sie das Foto dort an.

    Ihre Nasenspitze ist in diesem Fall ausschlaggebend, ob Sie das Foto rechts oder links platzieren. Denn: Sie sollten stets in die Seite hineinschauen, nicht heraus.

  • Befestigung

    Noch so ein wichtiges Detail: Befestigen Sie das Bewerbungsfoto nicht mit einer Büroklammer. Hässlich! Nehmen Sie lieber einen Klebestift. Außerdem vermittelt eine Klammer den Eindruck, als wollten Sie das Bild hinterher für eine andere Bewerbung recyceln.

    Die genau falsche Botschaft! Sie wollen schließlich diesen Job und sonst keinen. Das Bewerbungsfoto ist also Teil der Message: Diese Bewerbung ist einzigartig!

    Tipp: Notieren Sie auf der Rückseite des Bewerbungsfotos Ihren Namen. Sollte sich das Foto von den Unterlagen lösen, kann es die Personalabteilung leicht wieder zuordnen.

    Bei einem Bewerbungsfoto, dass Sie digital in den Lebenslauf integrieren, achten Sie bitte darauf, eine möglichst hohe Auflösung zu wählen. Dann wird der Druck besser. Und verwenden Sie hochwertiges, fototaugliches Papier.

Checkliste fürs Bewerbungsfoto: Mit diesen Tricks punkten Sie zusätzlich

Fotos sind eine Kunstform. In der Bewerbung geht es aber vor allem um einen perfekten ersten Eindruck und ein stimmiges Gesamtbild. SIE stehen mit Ihrer Eignung und Ihren Kompetenzen im Vordergrund – nicht die Kunst des Fotografen.

Deshalb lassen sich aber trotzdem noch ebenso geschickt wie dezent smarte Akzente setzen, um das Urteil des Personalers subtil in die richtige Richtung zu lenken. Hier sind einige Tipps und Tricks, wie Sie das Optimum aus Ihrem Bewerbungsfoto herausholen:

Das können Bewerberinnen tun:

  • Tragen Sie etwas Rouge auf, wenn Sie blasse Haut haben – aber bitte nicht zu viel. Und auf dunkle Rottöne verzichten. Meist eine gute Wahl: Bronzetöne für die Wangenknochen und Apricot für die Wangen.
  • Bewerberinnen sollten zudem einen Lippenstift mit natürlicher Farbe bevorzugen. Apricot wirkt frisch, unsichtbar wirkende Nude-Töne wie Braun, Beige und Rosé wiederum wirken unbewusst positiv. Kräftiges Rot und Beerenfarben sollten tabu sein – zu sexy.
  • Schmuck ist keinesfalls ein No-Go. Dezenter Schmuck oder auch ein Halstuch sind empfehlenswerte Hingucker, die Eleganz und Erfahrung ausstrahlen können. Das entscheidende Wort hierbei ist aber „dezent“. Piercings sollten Sie besser weglassen.
  • Zu braunen Augen passt blau-grauer Lidschatten, weil er die Augen strahlen lässt. Blaue Augen wiederum profitieren von braun-rot. Zu grünen Augen passt lila.

Das können Bewerber tun

  • Ein helles Hemd ist zu präferieren. Es sollte zu Ihrem Teint, Ihren Augen und Haaren passen. Verzichten Sie aber auf auffällige Musterung, weil sie von ihrem Gesicht ablenkt.
  • Schmuck ist für Männer hingegen tabu – jedenfalls im Gesicht.
  • Die Krawatte sollte dezent sein, ohne Muster und passt farblich zum Rest. Alternative: ein Schal.
  • Schwarz ist eine gute, seriöse Farbe, die aber speziell blasse Gesichter noch blasser macht. Weil Schwarz auch Falten betont, sollten ältere Bewerber eher mit dunklen Blau- und Grautönen arbeiten.
  • Faustregel: Mehr als drei Farben sollte Ihr Outfit nicht haben.

Und zum Schluss noch: Haben Sie an alles gedacht?

  • Ist das Bewerbungsfoto scharf, Ihr Gesicht gut ausgeleuchtet?
  • Ist der Hintergund harmonisch, schattenfrei und neutral?
  • Wirkt der Hautton gesund und natürlich?
  • Ist der Körper dem Betrachter zugeneigt?
  • Halten Sie Blickkontakt mit dem Betrachter?
  • Lächeln Sie offen und freundlich?
  • Passt die Kleidung zur angepeilten Stelle und dem Arbeitgeber?

Falls Sie jedes Mal mit „Ja“ antworten konnten, ist Ihr Bewerbungsfoto perfekt und wir wünschen viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

Referenzen in der Bewerbung: Anleitung, Beispiele, Muster

Arbeitszeugnisse sind im Bewerbungsprozess ein Faustpfand. Aber kein so großes, wie man vielleicht meinen könnte. Denn schon die Gewerbeordnung besagt, dass ein qualifizierendes Arbeitszeugnis auf jeden Fall wohlwollend sein muss. Außerdem steht es dem Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu. Anders eine Referenz: Sie ist komplett freiwillig – und kann individuell formuliert werden. Referenzen können aus einer guten eine sehr gute Bewerbung – eine mit besten Erfolgsaussichten auf ein Vorstellungsgespräch – machen. Wer seiner Bewerbung Referenzschreiben beifügt, kann damit nur gewinnen. Mehr als drei sollten es aber nicht sein…

Eine Referenz – was ist das?

Der Begriff Referenz geht auf das lateinische referre zurück. Das bedeutet so viel wie: „sich auf etwas beziehen“, „berichten“, „auf etwas zurückführen“.

Mit einer Referenz beziehen Sie sich also auf etwas – beziehungsweise: auf jemanden. Im Bewerbungsprozess ist eine Referenz ein maximal einseitiges Dokument in DIN A4. Dort trifft der Referenzgeber – meist eine Führungskraft – über den Bewerber eine positive Aussage und empfiehlt ihn für eine bestimmte Stelle oder Position.

Oft werden als Synonym die Begriffe Empfehlungsschreiben oder Empfehlungsbrief verwendet. Zur Referenz gibt es jedoch einen Unterschied:

  • Referenzen

    konzentrieren sich auf die Vergangenheit der entsprechenden Person: Welche Qualifikation hat sie erworben? Welche Tätigkeiten ausgeübt? Welche Erfolge errungen? Auch richtet sich die Referenz nicht an einen bestimmten Empfänger, sondern ist allgemeingültig.

  • Empfehlungen

    dagegen sind in der Regel an einen konkreten Empfänger gerichtet. Der Fokus liegt hier in der Zukunft: Warum wird der Bewerber in der entsprechenden Position reüssieren? Das Empfehlungsschreiben soll hierzu konkrete Hinweise geben.

Referenzen Aufbau: Wie sieht ein Referenzschreiben aus?

Ein Referenzschreiben hat stets einen persönlichen Charakter. Eine Person äußert sich wohlwollend über eine andere – aus der Ich-Perspektive und in der Ich-Form. Darum gibt es auch keine strenge Normung dieses Elements in der Bewerbung.

Ein Referenzschreiben können Sie ganz individuell gestalten. Nur folgende Inhalte sollten Sie schon berücksichtigen, um den gewünschten Effekt zu erzielen – und dem Empfänger auch die notwendigen Informationen bereitzustellen:

  • Briefkopf inklusive Vor- und Nachname des Fürsprechers sowie Name des Unternehmens oder der Organisation
  • Telefonnummer, um direkte Rückfragen und eine Verifzierung zu ermöglichen
  • Datum
  • Betreff inklusive Namensnennung des Bewerbers
  • Selbstvorstellung des Fürsprechers
  • Nennung des Zeitraums, in dem Referenzgeber und Bewerber zusammengearbeitet haben
  • Qualifikationen, Aufgaben, Fähigkeiten des Bewerbers
    Erfolge des Bewerbers
  • Sozialverhalten, Persönlichkeit und Soft Skills des Bewerbers
  • Unterschrift

Referenzen in der Bewerbung: Eine Alternative zum Arbeitszeugnis?

Referenzen sind im Kommen – und ihre Bedeutung dürfte in Zukunft weiter wachsen. Der Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse führt auch dazu, dass viele Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben.

Zum Beispiel Freiberufler, die projektbezogen arbeiten. Sie können Ihre Chancen auf zukünftige Aufträge jedoch durch zielgerichtete Referenzen deutlich verbessern.

Allerdings sind aktuell und im Rahmen einer Bewerbung andere Elemente wichtiger. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse (sofern vorhanden) haben einen höheren Stellenwert.

Mit Referenzen kann man die eigenen Chancen aber – in vielen Fällen – entscheidend erhöhen, sich von anderen Bewerben absetzen.

Merke: Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dem Menschen mehr vertrauen als einer persönlichen Empfehlung.

Auch Berufseinsteiger können daher von Referenzschreiben oder einer sogenannten Referenzliste profitieren. Schließlich haben sie noch kein Arbeitsverhältnis nachzuweisen – und damit auch keine Zeugnisse und nur einen sehr kurzen tabellarischen Lebenslauf.

Wer außerdem um eine Referenz bitten könnte (und sollte):

  • Azubis
  • Praktikanten
  • Trainees
  • Studenten (möglicher Referenzgeber: Professor oder Dozent)
  • Schüler (vom Lehrer)
  • Stipendiaten (vom Professor oder Förderer)
  • Ehrenamtler

Übrigens: Referenzen müssen natürlich nicht zwingend von einer Person des letzten Arbeitgebers stammen. Sie können auch Menschen, mit denen Sie vor langer Zeit (gut) zusammengearbeitet haben, nachträglich um ein Referenzschreiben bitten.

Und es muss auch nicht der Chef höchstpersönlich sein, der die Referenz erstellt. Im Prinzip kann jeder und jede, mit dem Sie schon gearbeitet haben, als Fürsprecher in Erscheinung treten.

Wahr ist aber auch: Je höher der Aussteller in der Hierarchie eines Unternehmens oder einer Organisation steht, desto gewichtiger werden die Referenzen. Am besten eignen sich Geschäftsführer, Personalchefs, Abteilungs- oder Teamleiter sowie Kunden und Auftraggeber.

Weniger sinnvoll ist es, Freunde und Verwandte als Referenzgeber einzuspannen.

Und beachten Sie: Der Referenzgeber muss mit neugierigen Anrufern rechnen. Deshalb muss er sich auch damit einverstanden erklären, dass Personaler ihn kontaktieren, um die Echtheit des Referenzschreibens zu prüfen.

Referenzen: Wo werden sie in der Bewerbung erwähnt?

Referenzen: Wo wird sie in der Bewerbung erwähnt?Das Referenzschreiben erwähnen Sie entweder im Anschreiben im Anlageverzeichnis oder im Lebenslauf – dann bei der entsprechenden beruflichen Position.

Achtung: Die Telefonnummer des Fürsprechers nennen Sie nur im Referenzschreiben selbst – nirgendwo sonst. Das wäre zu aufdringlich.

Sie können auch eine Referenzliste auf einem Extra-Blatt erstellen. Nachteil: Das bläht die Bewerbung unnötig auf.

Einfacher ist es, Sie schreiben in der in der Anlagenliste so etwas wie: Max Meier, Geschäftsführer der ABC GmbH, bestätigt Ihnen gerne meine Kompetenzen und Qualifikationen.

Referenz Beispiele und Muster: So fragen Sie danach

  1. Universität

    Es versteht sich von selbst, dass Sie nur einen Professor oder Dozenten bitten, der Sie auch wirklich kennt und bei dem Sie eine Arbeit geschrieben haben – eine möglichst gute. Insbesondere Ihr Betreuer bei der Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit bietet sich an. Auch gut: Wenn Sie als studentische Hilfskraft gearbeitet haben.

    Grundsätzlich ist es für Universitätsprofessoren nichts Außergewöhnliches, um eine Referenz gebeten zu werden. Also keine falsche Scheu!

    So könnten Sie vorgehen:

    • Timing

      Kommen sie nicht einfach mal schnell im Büro vorbei, sondern machen sie voher einen Termin ab. Schreiben Sie eine Mail oder rufen Sie an.

    • Wunsch

      Tragen Sie Ihr Anliegen vor. Und sagen Sie möglichst konkret, um was es geht und was Ihnen wichtig ist. Geht es um Ihre fachlichen Qualifikationen oder Ihre persönliche Arbeitsweise? Eine Referenz für ein Stipendium ist etwas anderes als eine für eine Arbeitsstelle.

    • Unterlagen

      Bringen Sie am besten alle Unterlagen mit, die relevant sein könnten. Zeugnisse, Lebenslauf, Arbeitsproben usw., damit der Professor sofort im Bilde ist und nicht lange nach irgendetwas suchen muss.

    • Puffer

      Einen zeitlichen Puffer sollten Sie vorab einplanen. Sie werden Ihre Referenz nicht schon nach zwei Stunden in Händen halten. Professoren haben erfahrungsgemäß eine lange To-do-Liste – und Referenzschreiben genießen ganz sicher nicht Priorität 1. Fragen Sie also rechtzeitig an – schon einige Wochen vorher.

    • Dank

      Ein herzliches Dankeschön – gerne auch noch mal per Mail – sorgt für Wertschätzung. Und falls Ihnen der Professor keine Referenz geben will, verkneifen Sie sich bissige Kommentare oder andere rhetorische Ausfälle. Sie haben nun einmal kein Anrecht darauf.

    Beispielformulierung

    Sehr geehrter Professor Reuter,

    bestimmt erinnern sie sich, dass ich meine Bachelorarbeit über das politische System Chiles bei Ihnen geschrieben habe. Ich möchte mich nun um einen Masterplatz für den Master Politikwissenschaften an der Humboldt-Uni Berlin bewerben und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen könnten. Der Abgabetermin ist der TT.MM.JJJJ. Ich würde die Details auch gerne – sofern Sie Zeit haben – in einem persönlichen Gespräch besprechen.

  2. Angestellter

    Ein Referenzschreiben von Ihrem direkten Vorgesetzten – das ist prinzipiell eine gute Idee. Allerdings nicht, wenn Ihr jetziger Arbeitgeber nichts von Ihren Wechselplänen erfahren soll. In dem Fall würde er sofort hellhörig werden.

    Gehen Sie generell sehr vorsichtig vor, wenn Sie im aktuellen Unternehmen jemanden fragen wollen – zum Beispiel auch einen ehemaligen Vorgesetzten aus einer anderen Abteilung. Ohne Vertrauensbasis bitte sein lassen!

    Ein richtig guter Zeitpunkt hingegen ist, wenn Ihr Vorgesetzter wechselt – in ein anderes Unternehmen oder eine andere Abteilung. Diese Gelegenheit sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Sie ist optimal, um nach einer Referenz zu fragen. Für Sie wäre das gleichzeitig eine Absicherung, falls sie mit Ihrem neuen Chef nicht auf der gleichen Wellenlänge funken sollten.

    So könnten Sie vorgehen:

    • Bitte

      Am besten melden Sie sich telefonisch. Um einen persönlichen Termin zu bitten – das wäre zu dick aufgetragen. Er oder sie hat ja auch noch andere Aufgaben zu erledigen. Sie können auch mailen. Aber bedenken Sie: Eine E-Mail kann in die falschen Hände geraten.

    • Einschätzung

      Um Ihrem Chef – aber vor allem Ihnen selbst – eine Blamage zu ersparen, denken sie bitte vorher ganz genau nach: Ist Ihr Vorgesetzter mit Ihnen und Ihren Leistungen vollauf zufrieden? Hat er Grund dazu? Schätzt er sie? Sind Sie ihm sympathisch? Wenn all das nicht zutrifft, dann sollten Sie Ihren Plan vielleicht noch mal überdenken.

    • Begründung

      Das heißt nicht, dass Sie im Zweifel nicht auch dezent nachhelfen können. Legen Sie sich Argumente zurecht: Warum sind Sie für den Job qualifiziert? Warum passt die Stelle zu Ihnen und was haben Sie geleistet, um Ihre Eignung zu unterstreichen?

    Beispielformulierung

    Lieber Herr Weber,

    ich bin seit nunmehr sieben Jahren für dieses Unternehmen im Controlling tätig. Nun würde ich mich gerne weiterentwickeln und mich für die intern ausgeschriebene Position als Leiter der Abteilung ABC bewerben. Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie mich in den vergangenen Jahren begleitet und gefördert haben. Sie kennen meine Fähigkeiten am besten. Daher würde ich mich freuen, wenn sie mir für meine Bewerbung ein Empfehlungsschreiben ausstellen…

  3. Freiberufler

    Für Freiberufler sind Referenzen nicht selten überlebenswichtig. Sie helfen Ihnen, ihre Reputation zu verbessern und an Folgeaufträge zu kommen.

    Ihre renommiertesten Kunden oder Auftraggeber sind zugleich diejenigen, die Sie um eine Referenz bitten sollten. Die Wirkung ist dann naturgemäß am stärksten. Und fragen Sie jene Kunden, die mit Ihrer Leistung augenscheinlich zufrieden sind.

    So könnten Sie vorgehen:

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      Nach einem abgeschlossenen Projekt erkundigen Sie sich bei Ihren Kunden, ob Sie mit mit Ihrer Arbeit zufrieden waren. Das ist bei vielen der Fall, ohne dass man ein ausdrückliches Lob bekommt. Werden sie also selbst aktiv.

    • Konservierung

      Schreibt Ihnen Ihr Kunde eine wohlwollende Mail, halten Sie diese unbedingt fest. Und fragen Sie ihn, ob Sie das Lob – in dieser oder abgewandelter Form – als Referenz verwenden dürfen. Wenn Sie das Statement auf Ihrer Webseite einbinden wolle, benötigen Sie ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie niemals eine Referenz ohne Einverständnis!

    • Glaubwürdigkeit

      Tipp: Bitten Sie darum, die Referenz auf Firmenpapier ausstellen zulassen. Es wirkt authentischer und erhöht die Glaubwürdigkeit.

    Beispielformulierung

    Lieber Herr Schröder,

    herzlichen Dank noch einmal für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Neulich sagten Sie mir in einem Gespräch etwas in dieser Art: „Die Betreuung war exzellent und wir würden uns jedes Mal wieder für Herrn XY entscheiden.“ Das hat mich sehr gefreut. Am liebsten würde ich Sie mit dieser Aussage auf meiner Webseite zitieren. Wären Sie damit einverstanden?


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