Lebenslauf schreiben: Muster für Aufbau, Struktur, Formulierungen

Der Lebenslauf ist das Herzstück jeder Bewerbung. Ohne (tabellarischen) Lebenslauf keinen Job – in den meisten Fällen ist diese Formel korrekt. Bewerber sollten vor allem darauf achten, dass hier alle relevanten Qualifikationen und Fähigkeiten für das Stellenangebot zur Geltung kommen. Und sie sollten im Hinterkopf haben, dass Personalentscheider meist nicht viel Zeit haben, um Bewerbungen zu lesen und deshalb rigoros aussortieren müssen. Einen überzeugenden Lebenslauf schreiben zu können, ist zwar keine Raketenwissenschaft. Ein paar Punkte sollten Sie dabei aber trotzdem beachten. So besticht ein guter Lebenslauf vor allem durch Übersichtlichkeit, Struktur und die perfekte Akzentuierung. Alles, was Sie wissen müssen, damit Ihr Lebenslauf in der Bewerbung überzeugt…

Lebenslauf schreiben: Was wichtig ist

Der Lebenslauf soll Ihre Qualifikation für die ausgeschriebene Position herausstellen. Dazu zählen Ihre Ausbildung, Kenntnisse, Erfahrungen und Erfolge.

All das stellen Sie in einem möglichst übersichtlichen Profil zusammen. Mehr als zwei DIN-A4-Seiten sollte der Lebenslauf nicht umfassen.

Das ist Ihre grundlegende Aufgabe. Sie ist schwierig, aber nicht unmöglich. Achten Sie auf ein angemessenes Layout und eine gute Struktur. Das gilt selbstredend nicht nur für das Lebenslauf schreiben, sondern für die gesamte Bewerbungsmappe.

Lebenslauf: So sieht das Layout aus

Der tabellarische Lebenslauf hat sich längst durchgesetzt. Er ist übersichtlich, klar strukturiert und kann so das Profil des Bewerbers schärfen. Man könnte ihn im Netz-Jargon sogar als Listicle bezeichnen – als Liste, auf der die interessantesten Informationen sofort ins Auge springen.

Tatsächlich ist der Lebenslauf der wichtigste Bestandteil der gesamten Bewerbung. Personaler lesen ihn oft als Erstes – obwohl ja eigentlich das Anschreiben obenauf liegt.

Durch einen kurzen Blick auf den Lebenslauf kann man sofort sehen, ob der Bewerber die notwendigen Qualifikationen mitbringt – zumindest die formellen. Darum: Legen Sie bei der Gestaltung Ihres Lebenslaufs allergrößte Sorgfalt an den Tag.

Wichtig ist, dass Sie alle relevanten Informationen zur Ausbildung berücksichtigen, Ihre besonderen Kenntnisse, Zertifikate und Hobbys. Natürlich auch Ihre Soft Skills, sofern Sie für die Stelle wichtig sind.

Lebenslauf Formalia: Diese sind zu beachten

  • Aufbau

    Der tabellarische Lebenslauf ist Usus. Das bedeutet: links die Zeitangaben, rechts die Fakten. Und verzichten Sie auf optische Spielererein. Dafür empfindet kein Personaler Wertschätzung. Sie sammeln Fakten und wollen Übersichtlichkeit herstellen – alle Ablenkungen stören da nur!

    Kleiner Einwand: Wenn Sie sich für eine sehr kreativen Beruf oder initiativ bewerben, dann dürfen Sie mutiger sein. Schließlich geht es ja darum, überhaupt erst die Aufmerksamkeit des Personalers zu gewinnen. Bei einer „gewöhnlichen“ Bewerbung aber: die einzelnen Stationen Ihres Werdegangs nur mit Stichworten beschreiben.

  • Inhalt

    Keine Anrede, kein Gruß und auch keine Kommentare und persönliche Anmerkungen. Dafür gehört das in Ihren Lebenslauf:

    • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail, Familienstand, Staatsangehörigkeit.
    • Berufserfahrung: Ihre letzte bzw. aktuelle Station kommt nach oben. Chronologisch bewegen Sie sich jetzt nach hinten – und führen Ihre beruflichen Stationen auf, die weiter in der Vergangenheit liegen. Absolventen können ihre Studienschwerpunkte benennen, Arbeitssuchende ihre besonderen Kenntnisse.
    • Qualifikationen: Hier gehören relevante Weiterbildungen hin, Zertifikate, EDV- und PC-Kenntnisse, Sprachen und Führerschein – zum Beispiel.
    • Ausbildung: Bitte auch den möglicherweise geleisteten Wehr- und Zivildienst nicht unterschlagen.

    All das bringen Sie in eine Reihenfolge. Und achten Sie darauf, Lücken zu füllen. Große Lücken könnten den Verdacht entstehen lassen, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Lücken im Lebenslauf sind ein gefundenes Fressen für Personaler, um im Vorstellungsgespräch gezielt danach zu fragen.

  • Zeit

    Lückenlosigkeit ja, zeitliche Pedanterie nein. Soll heißen: Monatsangaben reichen im Lebenslauf vollkommen aus. Sie müssen Ihre Stationen nicht auf den Tag genau dokumentieren. Beispiel:

    06/2014 – 06/2017 Ausbildung zur Bankkauffrau in der Kreissparkasse Darmstadt

    Achten Sie aber darauf, keine großen Lücken im Lebenslauf zu lassen. Die werfen Fragen auf – und werden vom Personaler im Jobinterview todsicher zur Sprache gebracht. Von einer Lücke spricht man aber erst ab drei Monaten. Wenn sie also zwei Monate auf Weltreise waren – geschenkt.

  • Tabus

    Was Sie unbedingt weglassen sollten:

    • Familieninfos: Früher üblich: Vater: Oberstudienrat, Mutter: Hausfrau. Der Berufsstand Ihres Vaters oder Ihrer Mutter – er spielt keine Rolle.
    • Hobbys: Sind Ihre Privatsache. Sie sollten Freizeitbeschäftigungen nur ausführen, wenn sie einen direkten Bezug zur Stelle haben und Ihre Fähigkeiten unterstreichen.
    • Gehaltsvorstellungen: Geld ist ein Thema für die Gehaltsverhandlung – und unter Umständen auch fürs Bewerbungsschreiben.
    • Weltanschauung: Religiöse oder politische Ansichten gehören ganz sicher nicht in den Lebenslauf – auch eine mögliche Parteizugehörigkeit sollten Sie nur erwähnen, wenn es einen direkten Bezug zur Position hat.
    • Ballast: Grundsätzlich sollten Sie beim Lebenslauf schreiben darauf achten, diesen frei von jeglichen Informationen zu halten, die für den Job irrelevant sind. Motto: Weniger ist mehr.
  • Schluss

    Achten Sie darauf, den Lebenslauf auch gewissenhaft abzuschließen. Versehen Sie ihn also mit Ort, Datum und Unterschrift – das kann man als Echtheitssiegel interpretieren, welches bezeugt, das Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen.

    Beachten Sie bitte auch: Falsche Angaben im Lebenslauf können auch nach Ablauf der Probezeit noch zur fristlosen Kündigung führen. Seien Sie also sorgfältig – und liefern Sie kein Futter für den Fall, dass Ihr Arbeitgeber sie später loswerden will.

Lebenslauf schreiben: So wichtig ist die Optik

Kleider machen Leute, sagt man. Im Falle einer Bewerbung trifft das natürlich auch zu – ebenso für das Lebenslauf schreiben. Laut einer Erhebung von Bochumer Wissenschaftlern ist die Optik von Bewerbungsschreiben und Lebenslauf für Personalverantwortliche ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Nur 16,2 Prozent der Befragten fanden die eingereichten Bewerbungen als optisch ansprechend. Das dürfen Sie als gute Nachricht verstehen: Mit einer schön aufbereiteten Bewerbung landen Sie relativ einfache Bonus-Punkte.

Fangen Sie bei der Formatierung an. 65,3 Prozent der befragten Personaler legen Wert auf eine Formatierung nach DIN 5008. Viel wichtiger ist ihnen aber, dass das Anschreiben nicht mehr als eine Seite umfasst. Das betonten 84,1 Prozent. Was Sie unbedingt vermeiden sollten – und können: Rechtschreib- und Grammatikfehler finden 65,4 Prozent schlimm.

Exakt genauso viele wünschen sich, dass der Lebenslauf übersichtlich ist. Darum ist der tabellarische Lebenslauf nach amerikanischer Form für 76,5 der beliebtere. Sie fangen also mit der aktuellen Position an und arbeiten sich dann chronologisch rückwärts. Auch erwünscht: Kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Aufgaben und beruflichen Erfolgen. Das ist für 72 Prozent wichtig.

Und noch ein Tipp aus erster Hand: Fertigen Sie ein optisch ansprechendes Deckblatt an. Das ist absolut kein Muss, aber 31,8 Pozent der Personalentscheider vergeben dafür Pluspunkte. Übrigens: Optisch ansprechend bedeutet nicht, möglichst viele Verschnörkelungen und Verzierungen einzubauen. Klarheit und Übersichtlichkeit sind Trumpf – und ein erzeugter Mehrwert.

Kostenlose Lebenslauf-Vorlagen als Gratis-Download

Um Ihnen beim Gestalten, Formulieren und Strukturieren des Lebenslaufs zu helfen, haben wir hier für Sie ein paar Lebenslauf-Vorlagen als WORD-Datei erstellt, die Sie sich absolut kostenlos hier herunterladen können. Einfach auf das Vorschaubild klicken…

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Lebenslauf: So formulieren Sie ihn

Ihre beruflichen Stationen sollten im Lebenslauf nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Das würde auch dem vorrangigen Ziel zuwiderlaufen: Übersichtlichkeit herstellen, einen schnellen ersten Eindruck ermöglichen.

In der Kürze liegt die Würze – dennoch sollten Sie von Abkürzungen von Firmennamen oder einem einzelnen Stichwort zu einer Berufsstation absehen. Das wäre wiederum ZU kurz.

Ein Vorteil: Schon die richtige Struktur hilft Ihnen, Übersicht zu schaffen und den Lesefluss zu erleichtern. Sie sollten vor allem Ihre Kenntnisse und Qualifikationen in einheitlicher Form präsentieren.

Das ist wichtig:

  1. Unternehmen: Wo waren Sie tätig? Um welche Art von Unternehmen handelte es sich?
  2. Position: Wie war Ihre Positionsbezeichnung im jeweiligen Unternehmen?
  3. Aufgaben: Was haben Sie dort gemacht und welche Erfolge haben Sie vorzuweisen?

Versuchen Sie auch, Lücken im Lebenslauf adäquat zu füllen. Damit sind Zeiträume gemeint, in denen Sie keiner Beschäftigung nachgingen, nicht in Aus- oder Weiterbildung waren. Bei einer Lücke, die länger als zwei Monate dauert, schöpfen Personaler den Verdacht, dass Sie arbeitslos waren. Das ist zwar keineswegs verwerflich, hinterlässt aber – leider Gottes – bei manchen einen negativen Eindruck.

Füllen Sie Lücken also nach Möglichkeit mit…

  • Glaubwürdigen Fakten
  • Einer ehrlichen und klugen Erklärung

Denn es gibt sehr viele Lücken, die einen nachvollziehbaren Hintergrund haben – und bei jedem auf Verständnis stoßen. Zum Beispiel:

  • Krankheit

    Eine längere Erkrankung ist nichts, was man beim Lebenslauf schreiben kaschieren müsste. Sie müssen die genaue Krankheit (zum Beispiel Krebs) im Übrigen auch nicht nennen – das ist Teil Ihrer Privatsphäre. Auch die Pflege eines erkrankten Angehörigen gehört in diese Kategorie.

    Sie grenzen also nur den betreffenden Zeitraum ein und formulieren etwa so: „Auszeit wegen gesundheitlicher Probleme, mittlerweile vollständig genesen und einsatzbereit“. Oder: „Pflege der schwer erkrankten Mutter.“

  • Berufseinstieg

    Der Einstieg in den Beruf ist meist härter als ein späterer Umstieg. Berufseinsteiger können mit einer Schonfrist von bis zu sechs Monaten rechnen, für die der Personaler Verständnis aufbringt.

    Noch besser: Sie füllen die Zeit mit einem Praktikum oder einer Weiterbildung. Völlige Untätigkeit kommt nie gut an.

  • Studienwechsel

    Das Studium brechen noch immer sehr viele junge Leute ab. Mit falschen Erwartungen gestartet, das kann passieren. Bevor Sie einen anderen Studiengang belegen können, müssen Sie sich aber wieder bewerben, auf einen freien Platz warten und die Formalitäten klären. Das beansprucht Zeit – und ist eine plausible Erklärung für eine längere Lücke im Lebenslauf.

    Das gilt auch, wenn Sie das Studium ganz abbrechen und sich anderweitig orientieren. Aber: Alle paar Semester sollten Sie Ihr Studienfach nicht wechseln – das wäre ein Zeichen von völliger Planlosigkeit.

  • Arbeitslosigkeit

    Wer für kürzere Zeit arbeitslos war, muss das nicht verschweigen. Schließlich sind sie ja hinterher wieder in einer neuen Firma untergekommen.

    Füllen Sie die Lücke dann aber nicht mit „arbeitslos“, sondern formulieren Sie es dynamischer. Dass Sie aktiv auf Arbeitssuche, sich bemüht und Engagement an den Tag gelegt haben.

Lebenslauf schreiben: So formulieren Sie berufliche Stationen

  1. Lebenslauf Position: Arbeitgeber

    Sie schreiben die korrekte und vollständige Firmenbezeichnung. Also nicht Transformer, sondern Transformer GmbH.

    Auch der Firmensitz ist eine wichtige Information – beziehungsweise der Standort, an dem Sie tätig waren. Darum: Transformer GmbH, Betriebsstätte Recklinghausen.

  2. Lebenslauf Position: Firmenbeschreibung

    Weitere Infos, die von Interesse sind: Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens, die Mitarbeiterzahl und die (mögliche) Zugehörigkeit zu einem nationalen oder internationalen Konzern. Das kann etwa auch signalisieren, dass Sie in einem Unternehmen gearbeitet haben, in dem die Amttsprache Englisch war.

    Aber nicht ausufernd schreiben, am besten so: 12.000 Mitarbeiter weltweit, rund 250 am Standort Recklinghausen.

  3. Lebenslauf Position: Funktion

    Welche Position haben Sie im Unternehmen bekleidet? Das sollte auf den ersten Blick klar werden.

    Aber: Immer mehr Positionsbezeichnungen ähneln Fantasiegebilden. Wenn das bei Ihnen auch der Fall war, dann dürfen Sie es der HR-Abteilung durchaus die Arbeit abnehmen – und den Begriff in einen verständlichen deutschen Begriff überführen. Beispiel: Sie geben nicht Ihren ehemals offiziellen Titel Logistics Supervisor an, sondern Leiter interne Logistik.

    Andere Möglichkeit, falls sich der Begriff nur schwer oder gar nicht übersetzen lässt: Sie ergänzen ihn durch eine kurze Beschreibung in Klammern. Also zum Beispiel so: Deal Handler (Koordination der Warenströme).

    Andererseits gibt es mittlerweile eine Vielzahl an englischen Positionsbezeichnungen, die landläufig bekannt sind. Ein Beispiel: der Social Media Manager. Übersetzung oder Erklärung überflüssig (oder sogar peinlich, weil sie dem Adressaten Ahnungslosigkeit unterstellt).

  4. Lebenslauf Position: Verantwortungsbereich

    Nicht nur Ihre formelle Position ist wichtig, auch die Inhalte. Was haben Sie denn als Logistics Supervisor den ganzen Tag gemacht? Und über welche Erfolge und Ergebnisse durfte sich Ihr Arbeitgeber freuen?

    Beispiel:
    Leiter interne Logistik
    Verantwortlich für für Absackanlage, Lager, Kommissionierung, Entsorgung und Produktionsplanung
    16 Mitarbeiter
    Aufbau der neuen Logistikabteilung
    Aufbau einer rollierenden Absackreihenfolgeplanung mit Leistungsdokumentation
    Verdreifachung der Absackleistung durch Einführung eines Vollkontischichtsystems
    Einführung eines TPU-Recycling-Konzepts, dadurch Kostenreduzierung um 35 Prozent

    Nochmal: Keine Prosa, sondern kurze und prägnante Ansagen im Telegrammstil. Nur Stichpunkte! Irrelevantes oder semi-Wichtiges gerne auch weglassen.

Lebenslauf schreiben: Hier passieren Fehler

Kennen Sie das? Am Anschreiben feilen Sie tagelang, formulieren hin und her, stecken viel Energie hinein. Den Lebenslauf aber haken sie hinterher schnell nach Schema F ab. Credo: Copy and paste – passt schon. Fehler!

Seien Sie in punkto Lebenslauf schreiben genauso sorgfältig wie beim Anschreiben – oder sogar noch pingeliger!

Der Lebenslauf ist vermutlich der wichtigste Einzelbestandteil Ihrer Bewerbung. Hier zeigt sich, ob Sie den Cut machen – oder vorab aussortiert werden. Erst im nächsten Schritt wird das Anschreiben interessant.

Diese Fehler beim Lebenslauf schreiben sollten Sie vermeiden:

  • Keine Belege für Kenntnisse und Qualifikationen vorweisen
  • Lücken im Lebenslauf lassen
  • Für den Job irrelevante Angaben (zum Beispiel früheres Schülerpraktikum) einfügen
  • Zu wenige (konkrete) Angaben über bisherige Tätigkeiten und Berufen machen
  • Keine Zahlenbeispiele für angebliche Erfolge nennen
  • Übertriebene Sprachkenntnisse anführen
  • Unpassende Hobbys angeben

Diese Fehler im Lebenslauf kommen bei Layout und Gestaltung oft vor:

  • Übertriebenes Design
  • Zu viel Text und zu lange Ausführungen bei einzelnen Berufsstationen
  • Unübersichtliches Layout
  • Altes Bewerbungsfoto
  • Peinliche Anpassung des Layouts an das Firmendesign
  • Uneinheitlichkeit zwischen Anschreiben und Lebenslauf

Lebenslauf schreiben: Ist Schummeln erlaubt?

Darauf gibt es nur eine Antwort: Nein!

Bei falschen Zeugnissen oder gekauften Doktortiteln handelt es sich nicht um Bagatellen, sondern um Betrug. Wer der Urkundenfälschung überführt wird, riskiert eine fristlose Kündigung – auch dann, wenn Sie die Stelle schon sehr lange innehaben. Auch zivilrechtliche Konsequenzen sind nicht ausgeschlossen. Darum: Bleiben Sie ehrlich.

Das heißt nicht, dass Sie Ihrem Arbeitgeber in spe jedes Geheimnis auf die Nase binden müssen. Was Sie im Lebenslauf zum Beispiel NICHT erwähnen müssen:

  • Chronische Krankheiten, die keinen Einfluss auf den Job haben
  • Aufenthalte in einer Suchtklinik

Gegen kosmetische Eingriffe ist also nichts einzuwenden – so lange Sie bei der Wahrheit bleiben. Die kann etwa so aussehen:

Wenn Sie schon nicht für den Marktführer geabreitet haben, dann eben für „eines der fünf größten Unternehmen der Branche“. Auch damit darf man ruhig ein wenig angeben.

PS: Mehr dazu finden Sie auch im Youtube-Kanal der Karrierebibel.

[Bildnachweis: Dmitry A by Shutterstock.com]

Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau, Tipps und Gratis Lebenslauf-Editor

Der tabellarische Lebenslauf ist das Herzstück Ihrer Bewerbung. Für Personalentscheider ist er Gold wert, denn er bündelt alle notwendigen Informationen eines Kandidaten. Wichtig ist, dass Sie den tabellarischen Lebenslauf strukturiert aufbauen und Übersichtlichkeit herstellen. Passen dann auch noch die Inhalte, sind Sie Ihrem Traumjob ein großes Stück näher gekommen.

Wir zeigen Ihnen im folgenden Artikel, wie Sie den perfekten (tabellarischen) Lebenslauf aufbauen und strukturieren, wie Sie die einzelnen Punkte benennen und formulieren und nennen zudem Tipps, Tabus und Beispiele, welche Informationen unbedingt enthalten sein müssen (und welche nicht), damit Ihr tabellarischer Lebenslauf überzeugt…

Tabellarischer Lebenslauf: Darum ist er so wichtig

Der tabellarische Lebenslauf ist ein elementarer Bestandteil der Bewerbung. Er ist extrem wichtig – und für die Personaler extrem nützlich, da er eine Übersicht herstellt und alle wesentlichen Informationen eines Bewerbers übersichtlich strukturiert.

Ob ein Kandidat zum Stellenangebot in der Jobbörse passt, kann von Personalern so schnell erfasst werden.

Auch bei einer Kurzbewerbung oder Initiativbewerbung ist der tabellarische Lebenslauf unverzichtbar.

Lebenslauf und Bewerbungsschreiben bilden so das Zentrum jeder Bewerbung. Die weiteren Elemente einer „vollständigen“ Bewerbung sind:

Ein Deckblatt sollten Sie allerdings nur einbauen, wenn es einen echten Mehrwert bietet. Es ist eher Kür als Pflicht. Im Gegensatz zum Lebenslauf: Den tabellarischen Lebenslauf schicken Sie bitte in jeder Bewerbung.

Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau, Struktur, Informationen

Punkt für Punkt auflisten, Datum daneben, fertig. Stopp! Behandeln Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf bitte nicht wie einen Aussätzigen – indem sie ihn kaum anrühren.

Er sollte genauso sorgfältig und akribisch erstellt werden wie das Anschreiben. Und zwar für jede neue Bewerbung individuell.

Der tabellarische Lebenslauf ist nicht nur ein prägender Faktor Ihrer Bewerbung – er entscheidet, ob Sie überhaupt in die engere Auswahl kommen.

Grundsätzlich folgt der Lebenslauf einem klaren Schema. Diese Punkte werden nacheinander abgehandelt:

  • Persönliche Daten
  • Angestrebte Position
  • Beruflicher Werdegang & Berufserfahrung
  • Ausbildung (inklusive Schule und Studium)
  • Praktika
  • Kenntnisse und Weiterbildungen
  • Interessen & Hobbys

Die Grundidee: Ihr Lebenslauf soll dem Personaler auf den ersten Blick klar machen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen für den Job mitbringen und im Laufe Ihrer bisherigen Laufbahn gesammelt haben. Kurz: Sie bringen alle erforderlichen Voraussetzungen mit.

Der tabellarische Lebenslauf sollte daher auch nur zwei bis maximal drei DIN A4-Seiten umfassen. Nur wenn Sie schon zehn Jahre Berufserfahrung oder mehr auf dem Buckel haben, sind auch drei Seiten eine angemessene Länge. Besser ist aber immer, Sie fassen sich kurz. Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa.

Lebenslauf mit WORD verfassen

Tipp: Mit Microsoft WORD ist der Aufbau des tabellarischen Lebenslaufs kinderleicht. Einfach eine Tabelle mit zwei Spalten einrichten – oder die TAB-Taste (aber nicht die Leertaste!) nutzen. Später können Sie die Rahmen (bzw. Linien) der Tabelle sogar unsichtbar machen bzw. unter „Rahmen und Schattierungen“ entfernen. Die Formatierung der Seite bleibt dann aber erhalten.

Kostenlose Lebenslauf-Vorlagen als Gratis-Download

Um Ihnen beim Gestalten, Formulieren und Strukturieren des Lebenslaufs zu helfen, haben wir hier für Sie ein paar Lebenslauf-Vorlagen als WORD-Datei erstellt, die Sie sich absolut kostenlos hier herunterladen können. Einfach auf das Vorschaubild klicken…

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Diese Inhalte kommen in den Lebenslauf

  • Persönliche Daten

    Die Basics stehen immer ganz am Anfang: Vorname und Nachname, Anschrift, Kontaktdaten, Geburtstag, Geburtsort, Familienstand gegebenenfalls Staatsangehörigkeit. Ihre Konfession müssen Sie im Normalfall nicht aufführen. Nur bei speziellen Arbeitgebern – zum Beispiel im Sozialbereich – kann die Information manchmal vorteilhaft sein.

    Legen Sie hier auch bitte Sorgfalt an den Tag: Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Bewerber sein Geburtsdatum vertauscht hat und sich so ins Aus manövriert hat. Auch macht es einen denkbar schlechten Eindruck, wenn man seinen eigenen Namen – ganz offensichtlich – aus Schusseligkeit falsch geschrieben hat — zum Beispiel „Schmidtt“.

  • Angestrebte Position

    Diese Rubrik dürfen Sie als Geheimtipp verstehen. In den meisten Bewerbungen werden Sie den Eintrag „angestrebte Position“ vermutlich nicht finden.

    Aber ihr psychologischer Effekt ist enorm: Zum Einen erheben Sie so noch einmal ausdrücklich Anspruch auf die Position und sagen indirekt, dass Sie den Job wirklich haben wollen. Zum Anderen zeigt der Eintrag, dass der tabellarische Lebenslauf individuell, also nur für diese Stelle angepasst wurde. Kleiner Aufwand, große Wirkung!

  • Beruflicher Werdegang und Berufserfahrung

    Die amerikanische Variante des Lebenslaufs hat sich heute durchgesetzt. Das heißt: Sie beginnen mit Ihrer bisherigen Position. Danach folgen – absteigend – die Positionen davor. Ein Muss, den Lebenslauf so aufzubauen, ist das aber nicht. Sie können sich auch chronologisch von hinten nach vorne arbeiten und mit Ihrer ersten Berufsstation anfangen. Das ist vor allem für Berufseinsteiger sinnvoll, die noch nicht über viel Erfahrung verfügen.

    Wichtig ist nur, dass Sie die gewählte Variante konsequent durchziehen und auf ein sauberes Layout und einheitliche Formatierung achten. Die einzelnen Stationen ergänzen Sie um möglichst kurze, aber aussagekräftige Stichpunkte.

  • Ausbildung

    Die gewählte Chronologie (amerikanisch oder chronologisch) müssen Sie bitte auch hier durchhalten. Die Ausbildung umfasst neben dem Studium und möglichen Stipendien die Berufsausbildung, Schulbildung einschließlich der Schulabschlüsse und Abschlussnote.

    Geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst sollte ebenfalls nicht unterschlagen werden, weil sonst womöglich eine „Lücke“ im Lebenslauf entsteht. Gut möglich, dass im Vorstellungsgespräch später Fragen zur Ausbildung gestellt werden. Darauf vorbereiten!

  • Praktika

    Berufserfahrene mit langjähriger Expertise müssen selbstredend keine Praktika mehr aufführen. Für Berufsanfänger aber sind sie enorm wichtig.

    Vor allem sollten sie herausstellen, welche Erfahrungen und Kenntnisse Sie während des Praktikums gewonnen haben – und warum diese für die angestrebte Position von Vorteil sind. Stellen Sie also nach Möglichkeit eine direkte Verbindung zwischen Praktikum und Job her.

  • Hobbys

    Die Wahrheit ist: Persönliche Interessen und Hobbys befriedigen keinesfalls nur die angeborene Neugier eines Personalers. Sie werden vor allem geschätzt, weil Sie das persönliche Profil eines Bewerbers abrunden. Sie zeigen darin Persönlichkeit – und wenn diese Vorlieben für die Stelle auch noch relevant sind, umso besser!

    Achten Sie also darauf, was Sie hier hineinschreiben. Am besten nennen Sie Interessen, die in irgendeiner Weise Stärken und Talente betonen, die sich mit der Position decken. Beispiel: Sie wollen bei einer Versicherung anheuern, die auch wertvolle Spring- und Rennpferde versichert. Das Hobby „Reiten“ würde – natürlich nur, wenn es auch der Wahrheit entspricht – also wunderbar passen. Das könnten Sie übrigens auch durch die Mitgliedschaft in Vereinen oder Ehrenämter nachweisen.

    Weitere Punkte, die Sie hier aufnehmen könnten:

    • Elternzeit
    • Auslandserfahrung und Sprachreisen
    • Sprachkenntnisse
    • IT- und EDV-Kenntnisse
    • Führerschein
    • Auszeichnungen, Publikationen, Stipendien
    • Referenzen

    Aber nochmal der Hinweis: Überfrachten Sie Ihren Lebenslauf bitte nicht. Im Zweifel lieber einen Punkt weglassen, wenn die Bewerbung so unübersichtlich bleibt. Klarheit, Übersicht und Werdegang sind Trumpf.

  • Ort, Datum, Unterschrift

    Ein wichtiges Detail zum Schluss: Ihre Unterschrift fügen Sie bitte handschriftlich in den Lebenslauf ein. Ort und Datum können Sie noch in der Textverarbeitung ausschreiben.

    Das Datum zeigt die Aktualität und signalisiert dem Personaler überdies Individualität. Aussage: „Es handelt sich hier um ein Unikat, kein altes Massen-Papier.“ Mit Ihrer Unterschrift dokumentieren Sie zudem die Korrektheit der Angaben.

Lebenslauf-Editor – direkt im Browser

Nachdem Sie nun viel über den Lebenslauf gelernt haben, können Sie Ihr Wissen hier gleich anwenden und experimentieren. Dank HTML5 (was allerdings nicht jeder Browser unterstützt) können wir Ihnen hier einen kostenlosen Lebenslauf-Editor anbieten, samt erstem Lebenslaufmuster. So können Sie gleich im Browser die Vorlage unseres Musterlebenslaufs editieren und für sich persönlich mit Ihren Daten anpassen und umschreiben (gespeichert wird davon natürlich nichts). Dazu einfach auf den folgenden Kasten klicken.

Sobald Sie fertig sind, können Sie den tabellarischen Lebenslauf (den wir in amerikanischer Form angelegt haben) einmal komplett markieren, kopieren und in ein Textverarbeitungsprogramm (zum Beispiel Microsoft Word oder Google Docs) einfügen. Sobald Sie diese Seite neu aufrufen, ist allerdings wieder alles beim Alten. Probieren Sie es aus – es ist 100 Prozent kostenlos und funktioniert kinderleicht.

Natürlich müssen Sie den Lebenslauf (aus dem Editor) nachher noch handschriftlich unterschreiben und wenn Sie mögen auch noch ein Foto einfügen. Sollten Sie sich mit Verfassen, Formulieren sowie dem Aufbau und der Struktur des tabellarischen Lebenslaufs immer noch schwer tun, lesen Sie einfach weiter und kehren dann an diese Stelle und dem Lebenslauf-Editor zurück. Im Folgenden finden Sie noch zahlreiche Ratschläge, Tipps, FAQs zum Lebenslauf…

Lebenslauf Max Mustermann

Persönliche Daten

Name: Vorname, Nachname
Kontakt: Fantasiestr.1
12345 Beispielstadt
Telefon: 0123 / 4 56 78 90
Mail: m.mustermann@mail.de
Web: www.maxblog.de
Geburtsort/-tag: Köln, 29. Februar 2018
Familienstand: ledig


Angestrebte Position: ______________________

BERUFLICHER WERDEGANG

MM/JJJJ – MM/JJJJ AKTUELLE POSITION
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge

AUSBILDUNG

MM/JJJJ – MM/JJJJ WEITERBILDUNG
Institut
Inhaltliche Schwerpunkte
MM/JJJJ – MM/JJJJ PROMOTION
Hochschule, Doktorvater
Inhaltliche Schwerpunkte
MM/JJJJ – MM/JJJJ ABSCHLUSS STUDIUM
Hochschule
Studiengang
MM/JJJJ – MM/JJJJ AUSBILDUNG
Ausbildungsbetrieb
Abschluss

PRAKTIKA

MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
Inhalte
Projekte, Leistungen, Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
Inhalte
Projekte, Leistungen, Erfolge

BESONDERE KENNTNISSE

  • ZERTIFIKAT: Inhalte
  • EDV KENNTNISSE: Inhalte
  • FREMDSPRACHEN: Niveau der Sprachkenntnisse
  • FÜHRERSCHEIN: Klasse

INTERESSEN & HOBBYS

  • SOZIALES ENGAGEMENT: Was / Wo
  • EHRENAMT: Was / Wo
  • HOBBYS: Was genau
ORT, DATUM Unterschrift

Warum sollte ich einen Lebenslauf-Editor nutzen?

Es ist natürlich nur ein Angebot, das Ihnen die Arbeit erleichtern soll. Der Lebenslauf-Editor von Karrieresprung.de ermöglicht Ihnen online und absolut kostenlos Bewerbungsunterlagen beziehungsweise einen tabellarischen Lebenslauf direkt im Browser zu erstellen.

Wenn Sie den fertigen Text später in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren, haben Sie überdies die Möglichkeit, verschiedene Farben und Designs auszuwählen beziehungsweise das Dokument noch weiter zu gestalten. Wir entwickeln unser Angebot zudem ständig weiter, sodass mit der Zeit auch neue Lebenslaufvorlagen und Lebenslaufdesigns hinzu kommen.

Der Vorteil eines Lebenslauf-Editors besteht vor allem darin, dass Sie hier erst einmal nicht auf spezielle Software, wie zum Beispiel Microsoft Word, Pages oder Open Office angewiesen sind. Sie können Ihren Lebenslauf damit erst einmal von jedem Endgerät aus – PC, Laptop, Tablet, Smartphone – erstellen, gestalten und durch markieren und kopieren in Ihrer Zwischenablage speichern.

Tabellarischer Lebenslauf: So füllen Sie Lücken

Ihr Lebenslauf hat noch immer die eine oder andere Lücke? Das ist nicht so gut. Lebenslauf-Lücken sind Gift für die Bewerbung. Aber eine kleine Entwarnung: Als Lücken gelten nur Zeitabstände von mehr als zwei Monaten. Ein längerer Urlab oder eine kurze Pause? Halb so wild.

Achten Sie aber darauf, dass die Chronologie innerhalb Ihres Werdegangs passt. Fügen Sie die Stationen möglichst nahtlos aneinander, lassen Sie keine aus und achten Sie auf die Datierungen.

So werden die einzelnen Phasen stets mit Datumsangabe versehen – aber nicht auf den Tag genau. Nach diesem Muster:

MM/JJJJ – MM/JJJJ

Zum Beispiel so:

01/2017 – 11/2017 Position, Arbeitgeber

Der berufliche Werdegang ist – wie Sie sich denken können – für die Personalentscheider extrem wichtig. Er dokumentiert Ihre Stationen, Erfahrungen, Kompetenzen. Sprich: Ihr berufliche Eignung und Profession. Seien Sie daher nicht zu flapsig oder sorglos.

Wer zum Beispiel nur einen abgekürzten Firmennamen oder ein Mini-Stichwort zur jeweiligen Tätigkeit aufführt, offenbart Lustlosigkeit und mangelnde Professionalität. Besser, Sie stellen anhand von Beispielen klar, welchen Nutzen Sie für Ihre bisherigen Arbeitgeber hatten und welche Erfolge Sie vorzuweisen haben.

Die Herausforderung ist also: Möglichst viel sagen – mit so wenigen Worten wie möglich.

Wichtig ist auch, dass Sie Übersichtlichkeit und Struktur beibehalten. Am besten, Sie gliedern die Stationen nach diesem Schema:

  • Position: Welche Bezeichnung hatte Ihre Position?
  • Arbeitgeber: Wie hieß die Firma? Um welche Art von Unternehmen handelte es sich?
  • Aufgaben, Erfolge: Was haben Sie gemacht? Was haben Sie geschafft?

Schreiben Sie also nicht einfach:

Logistics Supervisor
Arbeitgeber: Logistik KG (100 Mitarbeiter)
Personalverantwortung für 20 Mitarbeiter

Sondern schreiben Sie lieber:

Leiter interne Logistik
Arbeitgeber: Logistik KG, Hamburg, (100 Mitarbeiter)
Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Tankzugentladung, 20 Mitarbeiter

  • Aufbau der Logistikabteilung
  • Verlagerung der Absackanlage
  • Verdoppelung der Absackleistung
  • Einführung eines Recycling-Systems und Kostenreduktion um 25 Prozent

Sie fassen also Ihre Aufgaben kurz und aussagekräftig zusammen – und garnieren Sie mit Ihren Erfolgen. Wichtig: Das alles nur im Telegrammstil, keine ausschweifenden Erklärungen und Romane.

Tabellarischer Lebenslauf: Welches Dateiformat?

Sündhaft teure Tools oder Wunderwerkzeuge benötigen Sie nicht, wenn Sie einen tabellarischen Lebenslauf erstellen wollen. Ein Textverarbeitungsprogramm wie WORD reicht völlig aus.

Wenn Sie den Lebenslauf hinterher durchs Internet schicken wollen, sollten Sie in jedem Fall eine PDF-Datei nutzen. Vorteil: Das Format ist gar nicht bzw. nur schwer veränderbar. Bewahren Sie die ursprüngliche WORD-Datei aber gut auf, um nachträgliche Änderungen vornehmen zu können.

Außerdem: Das PDF versehen Sie am besten mit einem sprechenden Dateinamen wie „Lebenslauf_Name.pdf“. Sie können die Datei dann immer zuordnen (der Personaler übrigens auch), ohne sie stets auf Neue öffnen zu müssen.

Gestaltungstipps für den tabellarischen Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf hat den Vorteil, schon per se übersichtlich zu sein. Durch den strukturierten Aufbau erkennt der Empfänger sofort, welche Fähigkeiten, Qualifikationen und Ausbildungsstationen der Bewerber hat. Das erleichtert die Arbeit der Personalentscheider enorm. Schnell die Angaben scannen und einmal drüberfliegen – das ist in drei fünf Minuten erledigt.

Deshalb sind die entscheidenden Vorteile des tabellarischen Lebenslaufs:

  • Man bündelt viele Informationen auf nicht mehr als zwei Seiten.
  • Relevante Auswahlkriterien wie Abschlussnote oder Berufserfahrung können schnell erfasst werden.
  • Der Lebenslauf stellt die direkte Vergleichbarkeit verschiedener Bewerber her.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch: Ihre Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb abzuheben, sind begrenzt. Wer seinen tabellarischen Lebenslauf zu aufwändig gestaltet, riskiert, dass Übersichtlichkeit und Struktur darunter leiden.

Trotzdem gibt es kleine Schrauben, an denen Sie drehen können. So können Sie den Lebenslauf zum Beispiel dezent aufpeppen, indem Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Fettschrift: Fettungen lassen sich gezielt einsetzen, um einzelne Passagen oder Bulletpoints hervorzuheben (wie in diesem Artikel). Das macht die Lesbarkeit besser. Achten Sie in dem Fall aber auf Einheitlichkeit, indem Sie zum Beispiel immer nur die Datumsangaben (MM/JJJJ) fetten.
  • Linien: Dünne und dezente Linien verbessern den Lesefluss ebenfalls. Setzen Sie diese gezielt ein, um dem Leser gewissermaßen Arbeit abzunehmen. Was auch hilft: Die Linien Grau und nicht Schwarz zu machen.
  • Farben: Allzu farbenfroh sollte der Lebenslauf nicht sein. Das lenkt ab und wirkt infantil. Sie könnten aber durchaus die Farbe, die das Unternehmen und der potenzielle Arbeitgeber im Logo verwendet, als Hauptfarbe wählen und für die Überschriften nutzen. Die versteckte Botschaft: Sie passen zum Unternehmen – und wollen dazugehören.
  • Kopfzeile: Wenn Sie in Ihrem Anschreiben eine Kopfzeile verwenden, sollte diese sich genauso auch im Bewerbungsannschreiben wiederfinden. Das verschafft Ihrer Bewerbung einen einheitlichen Look.
  • Bewerbungsfoto: Das Bewerbungsfoto gehört – sofern Sie eines anbringen möchten – im Lebenslauf nach rechts oben. Je nach Aufbau und Design sind aber auch andere Varianten möglich. Nach dem AGG – dem Allgemeinen Gleichbehandlunsgesetz – können Sie das Bewerbungsfoto heute zwar auch weglassen. Wir empfehlen das aber nicht. Tatsächlich können Sie sich damit immer noch positiv von der Masse abheben – vorausgesetzt, das Bewerbungsfoto ist professionell und originell gemacht.

Tabellarischer Lebenslauf: Tabus

Stopfen Sie Ihren Lebenslauf bitte nie mit irrelevanten Informationen voll. Und auch nicht mit unpassenden Angaben. Diese zum Beispiel gehören nicht hinein:

  • Angaben zur Familie
  • Beruf der Eltern
  • Gehaltsvorstellungen (sind nur bei Bedarf im Anschreiben zu platzieren)
  • Rechtfertigungen für Kündigungen
  • Formulierung „arbeitslos“ (bitte ersetzen durch die aktivere Formulierung „arbeitssuchend“)

Tabellarischer Lebenslauf: Checkliste

Haben Sie auch an alles gedacht? Unsere Checkliste sagt es Ihnen. Diese Inhalte bitte nicht im Lebenslauf vergessen:

  • Vorname, Nachname
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Geburtsdatum, Geburtsort
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Berufliche Stationen (Unternehmen, Ort, Tätigkeit)
  • Praktika (während der Hochschulzeit)
  • Studenten-, Mini- oder Nebenjobs (sofern für die neue Position relevant)
  • Studium (Hochschule, Fächer, Schwerpunkte, Abschlussnote, ggf. Thema der Abschlussarbeit)
  • Auslandssemester
  • Schulabschluss (Schulname, Abschlussnote)
  • Berufliche Ausbildung
  • Sprachkenntnisse
  • Computerkenntnisse
  • Weiterbildungen und Zertifikate
  • Führerschein
  • Soziales Engagement und Ehrenämter
  • Hobbys (optional)

Service-Tipp

Bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken: Lassen Sie diese am besten noch von einem Dritten prüfen. Sind die Unterlagen vollständig? Ist der Lebenslauf korrekt? Überzeugt das Anschreiben? So entgehen Ihnen auch kein Grammatik- oder Rechtschreibfehler.

Ideal ist, hier die Unterstützung durch einen professionellen Lebenslauf-Check und die Hilfe von Profis – wie zum Beispiel CV Coach, einem zertifizierten Personalberater. Karrieresprung.de hat für Sie extra eine Kooperation abgeschlossen, um Ihnen eine erste kostenlose Unterstützung vom Bewerbungsexperten bieten zu können. Nutzen Sie also gleich hier den für Sie kostenlosen und professionellen Lebenslauf-Check.

FAQ zum Lebenslauf: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Zum Abschluss haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ) zum Thema tabellarischer Lebenslauf, Lebenslauf schreiben, formatieren, bewerben zusammengefasst (auch als PDF und kostenlosen Download)…

Ist des möglich, dass Design und Layout Lebenslauf-Editors zu ändern?

Im Editor selbst leider nicht. Aber sobald Sie Ihren Lebenslauf vollständig erstellt und alle Daten im Lebenslauf-Editor individuell umformuliert haben haben, können Sie den gesamten Text per copy & paste in ein Textverarbeitungsprogramm auf Ihrem Rechner einfügen und dort natürlich jederzeit die Farben oder Designs wechseln – solange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und den perfekten Lebenslauf für Ihre Bewerbungsunterlagen gefunden haben.

Kann ich den Abstand zwischen den Kategorien vergrößern?

Um größere Abstände zwischen einzelnen Abschnitten zu erzeugen, geben Sie einfach mehr Leerzeilen ein („Return“ bzw. „Enter“-Taste drücken). Der Zwischenraum zwischen den Zeilen erhöht sich dadurch und Sie können den Platz der DIN A4 Seite optimal ausnutzen und mit sogenanntem Weißraum etwas gestalten.

Wer haftet für den Lebenslauf-Editor?

Sie selbst. Unser Lebenslauf-Editor ist ein kostenloses und unverbindliches Angebot. Die Nutzung des Lebenslauf-Editors erfolgt damit auf eigene Gewähr. Wir übernehmen daher keinerlei Haftung für die korrekte Nutzung des Editors, für korrekte Bewerbungsunterlagen oder den Erfolg der Bewerbung.

Wird der Lebenslauf automatisch dauerhaft gespeichert?

Nein. Ihre Eingaben werden nur lokal auf Ihrem Browser und nur während der aktuellen Sitzung vorgehalten. Sobald Sie unsere Seite verlassen oder aktualisieren bzw. neu laden, werden alle Eingaben zurückgesetzt. Sie können also ganz anonym und immer wieder gratis den Lebenslauf-Editor nutzen. Allerdings werden die Daten dann eben auch jedes Mal gelöscht, sobald Sie Karrieresprung.de verlassen. Wollen Sie den Lebenslauf zu einem späteren Zeitpunkt und für eine andere Bewerbung nutzen, müssten Sie alle Daten erneut eingeben.

Wie kann ich mein Bewerbungsfoto hochladen?

Das geht später nur in Ihrer Textverarbeitung. Bei Microsoft Word gehen Sie dazu auf den Menüpunkt Einfügen -> Foto -> Bild aus Datei. Dann erscheint ein Feld, in dem Sie eine Quelle (auf Ihrem Rechner) auswählen können, wo Ihr Bewerbungsfoto gespeichert ist. Anschließend klicken Sie auf „Einfügen“ – und das Bewerbungsbild wird automatisch in Ihre Lebenslauf-Vorlage eingebaut. Dann müssen Sie nur noch die optimale Position auswählen.

Lässt sich der Lebenslauf zu einem späteren Punkt noch bearbeiten?

Ja, aber wie oben schon gesagt, nur wenn Sie diesen in einer eigenen Datei auf Ihrem Rechner lokal gespeichert haben. Ansonsten werden die Daten hier im Browser automatisch gelöscht, sobald Sie die Seite verlassen. Wir selber speichern keinerlei Daten, wenn Sie hier etwas eingeben und können auch nicht mitlesen. De facto geschieht das ausschließlich lokal auf Ihrem Rechner und Browser.

Ist es möglich, mehrere Lebensläufe zu erstellen?

Selbstverständlich, das empfehlen wir sogar. Sie können unseren Lebenslauf-Editor natürlich auch für verschiedene Bewerbungsmappen und -zwecke nutzen. Nur müssen Sie die Daten eben immer lokal auf Ihrem Rechner anpassen und speichern. Dort und danach können Sie dann auch jederzeit ein neues Layout auswählen und editieren.

Mir fehlt eine wichtige Funktion. Kann ich mir etwas wünschen?

Wir versuchen unseren Lebenslauf-Editor stetig zu verbessern und die Wünsche unserer Nutzer zu berücksichtigen. Natürlich können wir dabei nicht alle Wünsche erfüllen und berücksichtigen. Manches ist technisch auch einfach zu aufwendig oder zu teuer. Aber natürlich freuen wir uns jederzeit über Anregungen und Fehlermeldungen. Schicken Sie uns dazu einfach Ihr Feedback an die Adresse im Impressum. Wir sagen schon mal Danke für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung.

An welcher Stelle wird der Lebenslauf in der Bewerbungsmappe eingeordnet?

In der typischen Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben lose obenauf. In der Bewerbungsmappe selbst steht der Lebenslauf an erster Stelle.

Wird zudem ein Deckblatt verwendet, landet der Lebenslauf auf Rang 2. In dem Fall kommt also das Deckblatt an erster Stelle – innerhalb der Mappe. So sieht das Ergebnis dann zum Beispiel aus:

Wie schreibt man eine Bewerbung Vollstaendige Bewerbungsmappe Bewerbungsunterlagen Muster

Wichtig: Anschreiben und Lebenslauf werden beide per Hand unterschrieben. Im Falle einer E-Mail-Bewerbung wiederum wird meist nur ein einziges PDF im
Anhang versendet. Auch hier folgt der Lebenslauf in dem Bewerbungsdokument nach dem Bewerbungsanschreiben.

Der tabellarische Lebenslauf ist heute Standard. Der Begriff meint eine tabellarische Darstellung des beruflichen Werdegangs – in der Regel in zwei Spalten: links die Datumsangaben und Zeitspannen (Format: mm/JJJJ – MM/JJJJ), rechts die Angaben zu bisherigen Stationen, Kompetenzen, Interessen, Hobbys.

Was ist ein amerikanischer Lebenslauf?

Es gibt heute zwei Varianten, wie sich der tabellarische Lebenslauf aufbauen lässt – amerikanisch oder chronologisch.

Beim sogenannten amerikanischen Lebenslauf werden die beruflichen Stationen so aufgelistet, dass die letzte beziehungsweise aktuelle Position zuerst erscheint. Beim chronologischen Lebenslauf ist es genau umgekehrt.

Die amerikanische Variante hat sich inzwischen als Standard durchgesetzt. Der chronologische Lebenslauf eignet sich dafür eher bei aktueller und längerer Arbeitslosigkeit, da diese dann erst später im Dokument erscheint. Letztlich ist aber beides erlaubt und eine persönliche Geschmacksfrage.

Hierbei haben Sie im Grunde drei Möglichkeiten:

  • Sie erstellen Ihren Lebenslauf individuell und komplett selbst.
  • Sie erstellen den Lebenslauf mithilfe von (kostenlosen) Vorlagen (wie Sie diese auf
    zum Beispiel auf Karrierebibel.de finden).
  • Sie lassen den Lebenslauf von einem Profi erstellen, gestalten und optimieren. Falls Sie sich für die erste Variante entscheiden, ist vermutlich die Textverarbeitung von Microsoft WORD die erste Wahl. Mit dem Textverarbeitungsprogramm lassen sich (unsichtbare) Tabellen oder Tabulatoren in das Dokument einfügen und die Textblöcke exakt an diesem Raster ausrichten.

Fertige Muster und Lebenslauf-Vorlagen nehmen Ihnen diese Arbeit ab. Hier brauchen Sie meist nur noch den vorgefertigten Blindtext durch eigene Angaben zu ersetzen.

Wichtig: Da solche Vorlagen oft auch von vielen anderen Bewerbern genutzt werden, sollten Sie diese immer persönlich abwandeln und individualisieren. Oft reicht es schon, ein anderes Hintergrundbild (sogenanntes Wasserzeichen) einzufügen.

Darüber hinaus können und sollten Sie bei einem solchen Lebenslauf-Muster möglichst auch die Schriftarten, Schriftgrößen sowie vorhandene Farben und Grafik- Elemente anpassen. Das kann etwas Zeitaufwand in Anspruch nehmen, lohnt sich aber immer, weil Ihr Lebenslauf so einzigartig wird.

Welche Schriftart und Schriftgröße eignet sich für den Lebenslauf?

Auch wenn die Typographie der Bewerbungsunterlagen auf den ersten Blick irrelevant scheint – Schriftarten entfalten subtile Wirkung – erst recht, wenn es sich dabei nicht gerade um eine der beiden Standard-Schriftarten Arial oder Times handelt. Glücklicherweise gibt es hervorragende Alternativen…

Egal, für welche Schrift Sie sich entscheiden – sie muss gut lesbar sein. Zu viele Schnörkel oder Designschriften sind bei langen Texten eher eine Netzhautpeitsche. Wir finden zum Beispiel Helvetica oder Georgia nach wie vor für sehr geeignet.

Die meisten Bewerber verwenden übrigens die Standard-Schriftgröße von 12 Punkt für den normalen Text. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und perfekt lesbar. Das vorausgesetzt können Sie aber dennoch bewusst mit der Schriftgröße experimentieren und origineller und individueller werden – zum Beispiel mit der sogenannten 11-13-15-Regel:

  • 11-Punkt: In dieser Schriftgröße sollte der gesamt Fließtext stehen. Also alle längeren Textpassagen im Lebenslauf oder Anschreiben. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen.
  • 13-Punkt: Diese Größe sollte allein Datum, Absender, Adressen, Zwischenüberschriften (etwa im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Hierfür eignen sich groteske Schriften.
  • 15-Punkt: Diese Schriftgröße verwenden Sie bitte nur für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen und in Erinnerung bleiben (serifenlose Schrift).

Warum ausgerechnet diese krummen Größen? Ganz einfach: Weil die Mehrheit der Bewerbungen heute dem Schema 12-14-16 folgt. Nebeneinander gelegt werden Sie also prompt auffallen.

Die wichtigste Regel für Schriftart und Schriftgröße aber hat mit der Typographie gar nichts zu tun. Sie lautet: Verwenden Sie in all Ihren Bewerbungsunterlagen – Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite oder Motivationsschreiben – immer dieselbe Schriftart. Schwarz auf Weiß.

Wer hier willkürlich mixt, signalisiert seinem Leser, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, individuell für das Unternehmen Gestaltetes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent bei den Absagen.

Gehören Angaben zu den Eltern in den Lebenslauf?

Kurze Antwort: Nein. Das ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, wo man noch die Berufe der Eltern im Lebenslauf erwähnt hat. Das interessiert heute aber niemanden mehr. Schließlich bewerben sich nicht ihre Eltern auf die Stelle, sondern Sie.

Wo kann ich den Führerschein im Lebenslauf erwähnen?

Der vorhandene Führerschein gehört in die Rubrik „Besondere Kenntnisse“. Die Angaben dazu sollten Sie zudem mit den vorhandenen Führerscheinklassen versehen.

Dass Sie einen Führerschein besitzen, sollten Sie aber nur angeben, wenn dies in der Stellenanzeige verlangt wird (etwa bei Berufsfahrern oder reisenden Handelsvertretern). Ansonsten ist diese Information irrelevant und kann gestrichen werden.

Zunächst einmal hängt das natürlich vom bisherigen Werdegang ab. Grundsätzlich aber gilt: Der Lebenslauf sollte möglichst ein bis zwei DIN A4-Seiten nicht übersteigen.

Die berufliche Vita stellt schließlich eine komprimierte und fokussierte Darstellung Ihres bisherigen Könnens und Schaffens dar. Diese soll zwar lückenlos sein. Das gilt aber nur für die bisherigen beruflichen Stationen und die Ausbildung (inklusive Schule und Hochschule).

Bei den anderen Punkten wie Zusatzqualifikationen (Zertifikate), Interessen oder Hobbys gilt: Nur was zur ausgeschriebenen Stelle passt und für diese relevant ist, gehört auch in den Lebenslauf. Hauptsache, diese sind übersichtlich und strukturiert aufgeführt (Erfolge und Zahlen nicht vergessen!). Alles andere sollten Sie bitte weglassen – unnützer Leseballast!

Als Faustformel für das Formulieren der einzelnen Stationen können Sie sich merken: Was habe ich wo gemacht, was waren die Aufgaben und was habe ich in dieser Zeit für meinen Arbeitgeber erreicht?

Mithilfe von Stichworten oder Kurzsätzen lassen sich fast alle Punkte perfekt verdichten. Allenfalls Führungskräften über 50 oder Fachkräften mit bewegter Vergangenheit wird ein Lebenslauf von maximal drei Seiten zugestanden. Länger und ausführlicher darf dieser allerdings nie werden.

Warum muss der Lebenslauf lückenlos sein?

Ein lückenloser Lebenslauf dient zum Einen als Beleg für seine Wahrhaftigkeit. Es bleibt keine Station unerwähnt, der Bewerber hat nichts zu verheimlichen.

Gleichzeitig dient die Lückenlosigkeit den Personaler dazu, herauszufinden, wie zielstrebig der Kandidat ist und wie geradlinig er seine (bisherige) Karriere verfolgt: Reihen sich hier eher zufällige Stationen aneinander, Motto: Hauptsache, irgendein Job! Oder lässt sich im Lebenslauf eine Art roter Faden erkennen, der bis zur aktuell angestrebten Stelle führt.

Je deutlicher Bewerber diesen Karriereplan im Lebenslauf herausarbeiten und je genauer dieser zur neuen Stelle passt, desto überzeugender wirkt der Lebenslauf auf den Personaler. Schließlich hat er dann – dokumentiert – ein Talent vor sich, das für den Job wie gemacht ist.

Zunächst einmal raten alle Bewerbungsratgeber davon ab „arbeitslos“ zu schreiben. Viel zu passiv! „Arbeit suchend“ klinge als Formulierung wesentlich aktiver und engagierter.

Das stimmt zweifellos. Gleichwohl weiß natürlich trotzdem jeder Leser, was gemeint ist, und achtet dann vor allem darauf, wie lange die Suche schon dauert und was der Kandidat in der Zeit unternommen hat – außer Bewerbungen zu schreiben.

Wichtig ist dabei, dem künftigen Arbeitgeber zu zeigen, dass Sie…

  • über aktuelles Fachwissen verfügen.
  • den Arbeitsalltag nach wie vor kennen.
  • leistungsfähig und arbeitswillig sind.
  • sich in Ihrem Job auskennen und ihn beherrschen.

Natürlich kann im Vorstellungsgespräch dann immer noch die Frage nach dem Grund für die Arbeitslosigkeit kommen, damit sollten Sie sogar rechnen. Doch erstens haben Sie die Hürde zum Gespräch dann bereits genommen und zweitens können die meisten die Gründe dafür meist problemlos erklären.

Wo muss ich den Lebenslauf unterschreiben?

Der Lebenslauf wird immer am Ende, also unterhalb der letzten Zeile unterschrieben – mit Ort, Datum und eben einer handschriftlichen Unterschrift – rechtsbündig oder linksbündig hängt wiederum vom Layout des Lebenslaufs ab.

Die Unterschrift dokumentiert und bestätigt noch einmal, dass Ihre Angaben korrekt sind und dass Sie diese selbst verfasst haben. Fehlt die Unterschrift, sind die Angaben deshalb nicht weniger wert, aber es wirkt auf manch (konservativen) Personaler so. Zudem verleiht die Unterschrift Ihrer Bewerbung eine persönliche Note.

Die Unterschrift selbst sollten Sie mit einem Füller oder Fineliner in blauer oder schwarzer Tinte leisten. Bleistift ist tabu, Kugelschreiber wirkt latent billig.

[Bildnachweis: Ditty_about_summer by Shutterstock.com]

Arbeitszeugnis: Muster, Geheimcode, Noten, Beispiel

Arbeitszeugnis-Codes-Formulierungen-Noten

Das Arbeitszeugnis ist ein wichtiges Dokument. Es kann im Einzelfall über Wohl und Wehe der gesamten Berufslaufbahn entscheiden. Daran ändert auch nichts, dass ein Arbeitszeugnis per Gesetz wohlwollend sein MUSS. Es gibt Formulierungen, die nur oberflächlich gut klingen. Nicht alle Codes sind jedem Arbeitnehmer bekannt. Aber auch für Unternehmer können Arbeitszeugnisse brisant sein – zum Beispiel dann, wenn sie sich nebenbei als Sugardaddys austoben…

Arbeitszeugnis entschlüsseln: Wie es geht

Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert sein – darum liest sich so gut wie jedes Zeugnis auf den ersten Blick ganz gut. Wer aber mit geschärftem Blick darauf schaut, kann oft die eine oder andere Verstimmung herauslesen. Dabei wollen wir Ihnen helfen.

Denn: All Ihre Arbeitszeugnisse werden Sie über Ihr gesamtes Berufsleben hinweg begleiten. Jede neue Bewerbung bringt Ihre Zeugnisse abermals ans Licht.

Auch sind Arbeitszeugnisse bei Personalverantwortlichen überaus beliebt. Es lässt sich eine Menge aus ihnen herauslesen. Mitunter bilden Arbeitszeugnisse auch ein Kontrastprogramm zu den – durch die Bank – überschwänglichen Bewerbungsschreiben.

Denn das Arbeitszeugnis stammt – in den meisten Fällen jedenfalls – aus der Feder eines Dritten. Es ist also unabhängig. Auf diese 5 Aspekte achten Personalmanager in einem Arbeitszeugnis am meisten:

  • Formale Kriterien
  • Kompetenzen des Bewerbers
  • Übereinstimmung mit dem tabellarischen Lebenslauf
  • Zeugniscodes und Warnsignale
  • Leistungen im Zeitverlauf

Arbeitszeugnis Bewertung: Welche Note Ihr Zeugnis hat

Ein Arbeitszeugnis ist einem Schulzeugnis gar nicht so unähnlich. Denn auch Arbeitszeugnisse enthalten Noten. Nur werden diese besser versteckt.

Beispielsweise deuten Begriffe wie stets, zur vollsten Zufriedenheit oder zur vollen Zufriedenheit auf gute Noten hin.

Wenn Sie dagegen das Wörtchen bemüht in Ihrem Arbeitszeugnis ausfindig machen, sollten Sie hellhörig werden. Es bedeutet meist nichts Gutes.

Arbeitszeugnis Bewertung – so erkennen Sie Ihre Note im Arbeitszeugnis:

Sie/er erfüllte ihre/seine Aufgaben…

  • stets zur vollsten Zufriedenheit – Note 1
  • stets zur vollen Zufriedenheit/zur vollsten Zufriedenheit – Note 2
  • zur vollen Zufriedenheit – Note 3
  • zur Zufriedenheit – Note 4
  • im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit – Note 5
  • sie/er hat sich bemüht – Note 6

Arbeitszeugnis Noten: Von sehr gut bis mangelhaft

Ein Arbeitszeugnis zu entschlüsseln ist tricky: Manchmal sind es nur sprachliche Feinheiten, die ein erstklassiges Papier von einer Demütigung unterscheiden. Hier haben wir die wichtigsten Codes im Arbeitspapier für Sie zusammengetragen:

Arbeitszeugnis: Note 1

  • Sie/er erledigte ihre/seine Aufgaben stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Sie/er erzielte hervorragende Arbeitsergebnisse und legte ein außergewöhnliches Engagement an den Tag.
  • Sie/er verfügt über ausgezeichnete und fundierte Fachkenntnisse.
  • Sie/er verstand es, die Kollegen in allerbester Weise zu überzeugen und zu motivieren.
  • Sie/er war in höchstem Maße zuverlässig.
  • Sie/er war im Umgang mit Mitarbeitern und Vorgesetzten stets freundlich, zuvorkommend und korrekt.
  • Mit ihren/seinen Leistungen war unser Unternehmen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden.
  • Sie/er hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und in allerbester Weise entsprochen.
  • Sie/er verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Dies bedauern wir außerordentlich.

Arbeitszeugnis: Note 2

  • Sie/er erledigte die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Sie/er arbeitete stets zuverlässig und äußerst gewissenhaft.
  • Sie/er zeigte hohes Engagement und erzielte beste Arbeitsergebnisse.
  • Sie/er zeigte stets überdurchschnittliche Initiative und Arbeitsqualität.
  • Ihr/sein Verhältnis zu Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden war stets einwandfrei.
  • Sie/ er hat den Erwartunen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.

Arbeitszeugnis: Note 3

  • Sie/er erledigte die zugeteilten Arbeiten systematisch und zufriedenstellend.
  • Sie/er arbeitete gewissenhaft und zuverlässig.
  • Sie/er war bei der Arbeit sorgfältig und genau.
  • Sie/er zeigte Initiative und Engagement.
  • Sie/er verfügt über solide Fachkenntnisse.
  • Ihr/sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war vorbildlich.
  • Sie/ er erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.
  • Mit ihren/seinen Leistungen waren wir jederzeit zufrieden.

Arbeitszeugnis: Note 4

  • Sie/er erledigte die ihr/ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit.
  • Sie/er erledigte alle übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß.
  • Sie/er hat unseren Erwartungen entsprochen.
  • Sie/er zeigte keine Unsicherheiten bei der Ausführung der Aufgaben.
  • Ihre/seine Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen.
  • Sie/er erledigte alle Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Sie/er war immer mit Interesse bei der Sache.
  • Ihr/sein persönliches Verhalten war insgesamt einwandfrei.
  • Mit ihren/seinen Leistungen waren wir zufrieden.

Arbeitszeugnis: Note 5

  • Sie/er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.
  • Sie/er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.
  • Sie/er bemühte sich um zuverlässige Arbeitsweise.
  • Sie/er war den Belastungen gewachsen.
  • Sie/er erledigte die Arbeiten mit Fleiß und dem Willen, sie termingerecht zu beenden.
  • Sie/er entsprach im Allgemeinen den Anforderungen.
  • Sie/er hat unseren Erwartungen weitestgehend entsprochen.
  • Sie/er war in der Regel erfolgreich.
  • Sie/er legte nach Anleitung Fleiß und Ehrgeiz an den Tag.
  • Ihr/sein Verhalten war ohne Tadel.
  • Sie/er hat unseren Unternehmen großes Interesse entgegengebracht.
  • Sie/er verlässt unser Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis oder einfaches Arbeitszeugnis?

Die meisten der oben genannten Formulierungen bekommen Sie nur zur Gesicht, wenn Ihnen der Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellt. In einem einfachen Arbeitszeugnis werden Sie Geheimcodes in der Regel nicht entdecken.

Was ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis? Das qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält wesentlich mehr Informationen und eine Beurteilung des Arbeitnehmers. Seine Bedeutung entspricht einem Schulzeugnis. Eine gute Note im Arbeitszeugnis erleichtert die künftige Jobsuche, eine schlechte Note erschwert sie. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis umfasst zwingend diese Inhalte:

  • Name des Arbeitgebers
  • Datum
  • Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort des Arbeitnehmers
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Beschreibung der Tätigkeit des Arbeitnehmers
  • Beurteilung der Leistung des Arbeitnehmers

Der Unterschied zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis besteht zusammengefasst darin:

  • Einfaches Zeugnis: Es beinhaltet ausschließlich sachliche und objektiv nachprüfbare Fakten wie den Zeitraum und die Art und Erfüllung der Aufgaben.
  • Qualifiziertes Zeugnis: Hier kommt neben den nackten Fakten auch die Beurteilung zur Sprache. Wie war die Leistung des Arbeitnehmers? Was für ein Sozialverhalten hat er an den Tag gelegt?

Haben Arbeitnehmer Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?

Qualifiziertes Arbeitszeugnis AnspruchGrundsätzlich haben Arbeitnehmer bei Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses Anspruch auf Erteilung eines schriftlichen Arbeitszeugnisses. Sollte der Arbeitgeber Ihnen ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verweigern, können Sie ihn vor dem Arbeitsgericht verklagen.

Es gibt aber Ausnahmen: Arbeitnehmer, die nur wenige Tage oder Wochen beschäftigt waren, haben unter Umständen keinen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Auch eine Kündigung in der Probezeit wirft die Frage auf, ob ein Anspruch besteht. Oft muss sie von Gerichten geklärt werden.

Arbeitszeugnis Formulierungen: Auf diese kommt es an

Wenn Sie Ihr Arbeitszeugnis in Händen halten, kommen Sie sicher nicht auf die Idee, der Personaler hätte Ihnen gegenüber Vorbehalte. Das ist aber gut möglich. Denn die Geheimcodes und versteckten Chiffren, die in Zeugnissen lauern, lesen sich oberflächlich gar nicht so übel.

Es gibt viele solcher Geheimbotschaften, die Unternehmen vor einem Kandidaten warnen sollen (siehe auch dieses PDF).

Tipp für Arbeitnehmer: Achten Sie darauf, ob eine Aussage doppeldeutig sein kann. Einige Beispiele:

  • Sie hat Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen.
    Übersetzung: Die Dame ist eine Diva.
  • Er war bei den Kunden überaus beliebt.
    Übersetzung: Der Typ kann nicht verhandeln.
  • Sie bemühte sich, den Anforderungen des Unternehmens gerecht zu werden.
    Übersetzung: Sie ist praktisch nicht zu gebrauchen.
  • Sie verfügt über ein sehr gutes Einfühlungsvermögen und konnte sich in die Belange der Belegschaft sehr gut hineinversetzen.
    Übersetzung: Die Frau flirtete unentwegt.
  • Er war sehr gesellig, was zur Verbesserung des Betriebsklimas beitrug.
    Übersetzung: Der Mann ist dem Alkohol nicht abgeneigt.
  • Mit großem Elan machte sie sich an ihre Aufgaben.
    Übersetzung: Sie verursachte nichts als Chaos.
  • Er war sehr tüchtig und in der Lage, seine Meinung zu vertreten.
    Übersetzung: Der Mann kann keine Kritik vertragen.
  • Sie legte eine erfrischende Art im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten an den Tag.
    Übersetzung: Sie ist etwas zu forsch und hat keine Manieren.
  • Er war sehr umgänglich und kontaktbereit.
    Übersetzung: Bei den Kollegen war er äußerst unbeliebt.
  • Sie war durch ihre Pünktlichkeit ein gutes Beispiel.
    Übersetzung: Mehr als pünktlich war sie aber leider nicht.
  • Er verstand es, seine Aufgaben erfolgreich zu delegieren.
    Übersetzung: Ein Faulpelz, der andere für sich arbeiten lässt.
  • Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis und Interesse.
    Übersetzung: Gearbeitet hat sie deswegen noch lange nicht.
  • Wir wünschen ihr alles Gute und Gesundheit!
    Übersetzung: Es kam mehr als einmal vor, dass sie krankheitsbedingt gefehlt hat.
  • Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und vor allem Erfolg.
    Übersetzung: Erfolg hatte er hier nämlich keinen.

Formulierungen Arbeitszeugnis: Noch mehr Beispiele

Kennen Sie schon diese Formulierungen im Arbeitszeugnis? Karrieresprung sagt Ihnen, was sie in Wahrheit bedeuten:

  • Bei unseren Kunden war er sehr beliebt.
    Übersetzung: Er machte in Verhandlungen zu viele Zugeständnisse.
  • Sie hatte die Gelegenheit, sich viel Fachwissen anzueignen.
    Übersetzung: Sie hätte sie nur nutzen müssen.
  • Er brachte Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen mit.
    Übersetzung: Mit seiner großen Klappe wollte er seine Ahnungslosigkeit kaschieren.
  • Innerhalb und außerhalb des Unternehmens trat er engagiert für die Interessen der Kollegen ein.
    Übersetzung: Er war aktives Mitglied der Gewerkschaft.
  • Alle Aufgaben löste er in seinem Interesse und dem der Firma.
    Übersetzung: Er hat geklaut und schwere Vergehen begangen.
  • Alle Aufgaben erledigte er pflichtbewusst und ordnungsgemäß.
    Übersetzung: Nur leider ohne jede Eigeninitiative.
  • Großes Einfühlungsvermögen bewies er für die Belange der Belegschaft.
    Übersetzung: Er war ständig auf der Suche nach Sexualkontakten.
  • Er war außerordentlich tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.
    Übersetzung: Ein Angeber und Wichtigtuer.
  • Ihr Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war vorbildlich.
    Übersetzung: Sie hatte Probleme mit dem Chef (weil der erst nach den Kollegen erwähnt wird).
  • Seinen Mitarbeitern gegenüber war er jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter.
    Übersetzung: Er verfügt über keinerlei Autorität.
  • Ihre Aufgaben verstand sie erfolgreich zu delegieren.
    Übersetzung: Eine Faulenzerin vor dem Herrn.
  • Sie arbeitete mit größter Genauigkeit.
    Übersetzung: Eine langsam arbeitende Pedantin und Erbsenzählerin.

Zeugnissprache entschlüsseln: So geht’s

Vorweg: Nicht jede unglückliche Formulierung entspringt der Boshaftigkeit Ihres Arbeitgebers. Manchmal ist es reiner Zufall oder es stecken Schusseligkeit oder Eile dahinter. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an, wenn Sie das Gefühl haben, dass ihm ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen ist.

In manchen Fällen aber steckt pure Absicht hinter einer bösen Botschaft. Wenn der Chef dem alten Mitarbeiter partout noch einen Knüppel zwischen die Beine werfen und ihm per Arbeitszeugnis nachträglich einen verbalen Hieb verpassen will.

Deshalb hier noch ein paar Hinweise, wie Sie Codes im Arbeitszeugnis durchschauen können:

  1. Fehlende Bewertung

    Was erwarten Sie von einem Art Director? Kreativität und Teamfähigkeit natürlich. Und von einem Controller? Akkuratesse und Sorgfalt sind sicher nicht ganz unwichtig. Wenn diese entscheidenden Bewertungen im Arbeitszeugnis fehlen, könnte Absicht dahinterstecken. Ein Arbeitgeber, der einem Mitarbeiter kein gutes Zeugnis gönnt, lässt die Aussagen zur entscheidenden Qualifikation einfach weg. Darum: Wichtig ist nicht nur, was im Zeugnis steht, sondern auch, was fehlt!

  2. Betonung von Irrelevantem

    Das geht in eine ähnliche Richtung wie Punkt 1. Wenn Sie ein Arbeitgeber zum Beispiel im Arbeitszeugnis überschwänglich für Ihren „sparsamen Umgang mit Büromitteln“ lobt, werden Sie dann nicht trotzdem misstrauisch? Was oberflächlich wie ein Lob klingt, kann in Wahrheit eine subtile Spitze sein. Nach dem Motto: Sonst ganz ok, aber bei der eigentlichen Arbeit nicht zu gebrauchen.

  3. Negative Formulierung

    Eine negative Formulierung im Arbeitszeugnis sollte Sie prinzipiell stutzig machen. Dazu zählen Begriffe wie „kein“, „nicht“, „fast“, die eine Formulierung nur scheinbar ins Positive drehen. Beispiel: „Sein Arbeitseinsatz ließ nicht zu wünschen übrig.“ Warum betont man etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte? Falls der Arbeitseinsatz wirklich tadellos war, dann kann man es weglassen. So aber klingt es irgendwie zweideutig.

Arbeitszeugnis: Warum Abschlussformeln wichtig sind

Ihre Gesamtleistung auf eine Formel bringen – genau das bewerkstelligt die Abschlussformel im Arbeitszeugnis. Meist sind es nur zwei oder drei Sätze, die ganz am Ende des Arbeitszeugnisses stehen. Doch sie sind dominant – und können alles andere mühelos überdecken.

Die Abschlussformel kann das zuvor Geschriebene entweder bestätigen und betonen – oder aber mit einem Federstrich widerlegen. Und wichtig: Die Abschlussformel ist – laut Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts – freiwillig.

Der Arbeitgeber hat es also in der Hand, dem Arbeitnehmer einen Stolperstein in den weiteren Berufsweg zu legen oder ihm Brücken zu bauen. Fehlt die Abschlussformel im Arbeitszeugnis, kann dies als negatives Zeichen interpretiert werden.

Denn was spricht schon dagegen, jemandem für die Mitarbeit zu danken und ihm weiterhin alles Gute zu wünschen?

Hier zwei Beispiele:

  • Arbeitszeugnis Beispiel 1

    Frau Rademacher verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und bedanken und für ihre stets guten und überaus engagierten Leistungen. Für ihre berufliche und private Zukunft wünschen wir ihr weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

  • Arbeitszeugnis Beispiel 2

    Frau Rademacher verlässt unser Unternehmen in beiderseitigem Einverständnis zum 31.12.2017. Wir bedauern dies und bedanken uns gleichzeitig für ihre Mitarbeit. Weiterhin wünschen wir privat und beruflich viel Erfolg.

Der Unterschied liegt im Detail, und ist doch frappierend. Bei Version 1 handelt es sich um gute Wünsche, die offenbar auch so gemeint sind. Version 2 klingt nett, ist es aber nicht.

Abschlussformel: Wie ist sie aufgebaut?

Die Abschlussformel ist im Arbeitszeugnis meist ähnlich aufgebaut und gegliedert. Sie besteht aus diesen vier Teilen:

  • Trennungsgrund

    Steht im Arbeitszeugnis Auf eigenen Wunsch…, dann hat der Mitarbeiter selbst die Trennung veranlasst (zum Beispiel durch ein eigenes Kündigungsschreiben). In gegenseitigem Einverständnis deutet auf eine Kündigung seitens des Arbeitgebers hin.

  • Danksagung

    Das Unternehmen bedankt sich im Arbeitszeugnis in der Regel für die Zusammenarbeit und die erbrachten Leistungen des Arbeitnehmers. Fällt der Dank sehr positiv aus, ist das ein gutes Zeichen. Fehlt ein Dankeschön komplett, ist das ein schlechtes.

  • Bedauern

    Auch ein Ausdruck des Bedauerns gehört in ein gutes Arbeitszeugnis. Kein Unternehmen lässt einen wertvollen und verdienten Mitarbeiter einfach so ziehen. Beinhaltet das Arbeitszeungis gar kein Zeichen des Bedauerns, scheint er wohl auch keine so überragende Kraft – und vielleicht nicht mal sonderlich beliebt – gewesen zu sein.

  • Wünsche

    Gute Wünsche mit auf den weiteren Berufs- und Lebensweg geben – auch das gehört meist dazu. Fehlen jegliche Wünsche im Arbeitszeugnis, ist das nicht so gut. Aber: Grundsätzlich auf die Formulierung achten!

Arbeitszeugnis Abschlussformel: Beispiele

Eine Abschlussformel könnte zum Beispiel so aussehen:

Herr Körbel verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum XX.XX.XXXX (Datum). Seine Entscheidung bedauern wir sehr. Wir danken ihm für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihm auch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Eine Abschlussformel, mit der Herr Köbel sicherlich gut leben kann. Die Formulierung ist durch und durch positiv. Das ist nicht immer so. Kleine Feinheiten können darüber entscheiden, wie eine Abschlussformel – und damit das gesamte Arbeitszeugnis – wahrgenommen wird. Zum Beispiel diese:

  1. Wörter auswählen

    Nicht jeder positiv besetzte Begriff ist positiv gemeint. Ein gutes Beispiel: Wir wünschen ihm oder ihr viel Glück. Glück ist etwas, das vor allem Menschen brauchen, denen die nötigen Kompetenzen fehlen. Nach dem Motto: Ohne Glück wird er oder sie es schwer haben. Darauf achten!

  2. Satz umstellen

    Auch hier sind es wieder die klitzekleinen Nuancen, die einem Zeugnis einen anderen Dreh geben. Beispiel: Wir wünschen weiterhin viel Erfolg… und Weiterhin wünschen wir viel Erfolg… Der gleiche Satz, die gleichen Vokabelen, nur geringfügig umgestellt – und schon ergibt sich eine ganz andere Bedeutung. Variante 1 legt nahe, dass der Mitarbeiter gute Leistungen gebracht hat und dies auch weiterhin tun wird. Variante 2 dagegen, dass es zum Erfolg bislang noch nicht gereicht hat.

  3. Intensität abschwächen

    Das ist der wohl wichtigste Parameter, den Unternehmen ändern können. Er gibt den Ausschlag darüber, ob ein Arbeitszeugnis mittelmäßig, gut oder sehr gut ausfällt. Begriffe wie sehr, besonders, groß, stets oder immer werten das Zeugnis auf – genauso wie engagiert, motiviert oder erfolgreich.

Arbeitsrecht Zeugnissprache: Das ist verboten

Wenig verwunderlich: Die Geheimbotschaften und versteckten Codes in Arbeitszeugnissen sorgen regelmäßig für handfesten Streit – auch vor Gericht. Denn: Arbeitnehmer können sich gegen Negativurteile wehren – diese sind verboten.

Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn das Fehlverhalten zweifelsfrei erwiesen ist – Diebstahl im Büro oder Untreue zum Beispiel – darf dies im Arbeitszeugnis Erwähnung finden. Mehr noch, es MUSS sogar im Zeugnis vorkommen – auch in Gestalt harter Formulierungen.

Wenn nämlich der künftige Arbeitgeber darüber getäuscht wird, einen Betrüger einzustellen und deshalb zu Schaden kommt, kann er vom alten Arbeitgeber Schadenersatz verlangen.

Bedeutet: Ein Unternehmen, das weitreichende Leistungsmängel eines ehemaligen Beschäftigten verschweigt, macht sich regresspflichtig.

Arbeitsrecht: Diese Urteile sollten Sie kennen

In punkto Arbeitsrecht sollten Sie diese Urteile beachten:

  • Versteckte Hinweise

    Versteckte Hinweise im Arbeitszeugnis sind nicht zulässig. Im konkreten Fall stand dieser Satz im Zeugnis: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber von XY hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“ Das Arbeitsgericht Herford ließ die Passage streichen (2 Ca 1502/08). Sie suggeriert nämlich, dass der betroffene Arbeitnehmer in Wahrheit keineswegs so gut war wie sein Arbeitszeugnis.

  • Krakelige Unterschrift

    In einem Fall, den das Landesarbeitsgericht Hamm behandelte (LAG Hamm, 27.7.2016, Az 4 Ta 118/16), gab es Streit über die äußere Form des Arbeitszeugnisses. Der Geschäftsführer hatte das Zeugnis keineswegs in seiner Sonntagsschrift unterschrieben – die Unterschrift war extrem krakelig und kippte von links oben nach rechts unten. Das ist laut LAG Hamm unzulässig. Zum Einen müsse die Unterschrift derjenigen ähneln, mit der der Geschäftsführer auch wichtige betriebliche Unterlagen abzeichnet. Zum Anderen könnte eine abfallende Unterschrift – eine, die nicht parallel zum Zeugnistext verläuft – darauf hindeuten, dass man mit dem Arbeitnehmer unzufrieden gewesen sei.

  • Schlechte Note

    Wichtiges Detail: Ein schlechtes Arbeitszeugnis muss der Arbeitgeber begründen, für ein gutes oder sehr gutes gilt die Beweisumkehr – hier muss der Arbeitnehmer die Beweise auf den Tisch legen (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13). Im entsprechenden Fall ging es vor dem Arbeitsgericht Berlin darum, dass die Klägerin ein gutes Zeugnis verlangte – weil mittlerweile 86,6 Prozent aller Arbeitszeugnisse „gut“ oder „sehr gut“ seien. Erfolg hatte sie damit vor Gericht aber nicht.

  • Keine Banalitäten

    Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend sein. Darunter fallen aber keine Selbstverständlichkeiten – zum Beispiel der sichere Umgang mit dem Textverarbeitungsprogramm Word. Wer derartige Banalitäten betont, sorgt subtil dafür, dass doch ein schlechter Eindruck hängenbleibt. Das Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 9 Ta 325/10) kassierte zum Beispiel diese Formulierung ein: „Die Zusammenarbeit mit Mandanten und Vorgesetzten war einwandfrei.“ Wie wirkt der Satz auf Sie? Die Richter meinen, er unterstelle mangelnde Teamfähigkeit.

Die (automatische) Silbentrennung ist im Arbeitszeugnis hingegen zulässig. Eine Verwaltungsangestellte hatte geklagt. Sie meinte, als Sekretärin müsse die die fehlerfreie Erstellung von Texten garantieren – einwandfreies Schrriftbild inklusive. Die Silbentrennung würde dem zuwiderlaufen.

Die Klage wurde abgelehnt. Für Arbeitnehmer heißt das: Sie dürfen die automatische Silbentrennungsfunktion guten Gewissens einsetzen, wenn Sie ein Arbeitszeugnis erstellen.

Arbeitszeugnis erstellen: Sogar ein Sugardaddy muss es!

Arbeitszeugnis anfordernEinen skurrilen Fall verhandelte das Landesarbeitsgericht Hamm im Sommer 2019. Ein Unternehmer aus Bochum hatte 2017 eine 35-jährige Frau eingestellt – offiziell als Haushaltshilfe, in Wahrheit bezahlte er sie pauschal für Sex. Mit der dreifachen Mutter verabredete er, dass sie ihn jede Woche zweimal zwecks einvernehmlichem Geschlechtsverkehr zuhause besuche.

Wenig später schlossen beide Seiten einen offiziellen Arbeitsvertrag, nach dem die Frau als teilzeitbeschäftigte Hauswirtschafterin engagiert wurde. Eine monatliche Bruttovergütung von 460 Euro wurde genauso vereinbart wie ein Urlaubsanspruch von jährlich 25 Tagen. Insgesamt habe der Mann der Frau nach eigenen Angaben in Form von Barzahlungen und Zuschüssen sogar über 20.000 Euro gezahlt.

Weil sich aber die erotischen Erwartungen des Mannes offenbar nicht erfüllten, kündigte er der Frau am 28. Februar 2018 und stellte sie frei. Daraufhin klagte sie vor dem Arbeitsgericht Bochum auf Zahlung des letzten monatlichen Arbeitsentgelts. Letztlich ohne Erfolg, da der Arbeitsvertrag nach Auffasung der Richter ein bloßes Scheingeschäft war.

Aber: Auch Prostitution könne, so das Gericht, im Rahmen eines Arbeitsvertrags ausgeübt werden. Der Mann wurde daher zur Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses verurteilt. Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis ergebe sich aus §§ 109, 6 Abs. 2 der Gewerbeordnung.

Arbeitszeugnis Muster: Vorlage

So könnte ein Arbeitszeugnis formuliert sein:

„Herr Hammer, geboren am XX.XX.XXXX, war vom XX.XX.XXXX bis zum XX.XX.XXXX als Senior Controller in unserem Hause tätig.

Die Fantasia AG ist ein Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft, das seit 1992 besteht und über 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Zu Herrn Hammers Aufgaben gehörten unter anderem:

  • Kontrolle der Planungsziele
  • Überprüfung der Prozess- und Steuerungsgrößen
  • Aufbau eines Berichtswesens
  • Einführung eines Informationssystems
  • Führung eines Teams von bis zu 20 Mitarbeitern
  • Beratung der Geschäftsleitung

Herr Hammer verfügt über ausgezeichnete und fundierte Fachkenntnisse, die er stets erfolgreich in die Praxis umsetzte und an seine Mitarbeiter weitergab. Gerne bestätigen wir ihm eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Sachkompetenz. Herr Hammer erzielte hervorragende Arbeitsergebnisse und legte ein außergewöhnliches Engagement an den Tag.

Während seiner Tätigkeit in unserem Unternehmen hat sich Herr Hammer kontinuierlich weitergebildet. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei. Herr Hammer hat seine Aufgaben stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.

Herr Hammer verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern, mit ihm eine exzellente Fachkraft und einen geschätzten Kollegen zu verlieren und danken ihm für die stets vorbildliche Mitarbeit. Wir wünschen Herrn Hammer für seine persönliche und berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

Hier können Sie das Arbeitszeugnis als WORD-Dokument herunterladen.

Hier können Sie das Arbeitszeugnis als PDF herunterladen.

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Vorstellungsgespräch: Ablauf, Vorbereitung, typische Fragen

Jedes Vorstellungsgespräch ist anders. Und trotzdem ähneln sie sich. Sie als Bewerber sollen sich in wenigen Minuten von Ihrer besten Seite zeigen, Eloquenz, Wissen und clevere Rückfragen mitbringen. Dabei stehen Sie unter Hochdruck und Dauerstress. Keine leichte Aufgabe! Wenn Sie sich gewissenhaft vorbereiten, steigen Ihre Chancen. So kommen Sie gut durchs Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch: So läuft es ab

Bewerber können im Vorstellungsgespräch eine Menge falsch machen. Es gibt unendliche viele Möglichkeiten, sich selbst rauszukegeln. Wenn man zum Beispiel Info an Info aneinanderreiht, die nur leider allesamt völlig irrelevant für den Job sind.

Oder wenn man zu viel preisgibt und das Bild vom High Potential zerstört. Darum ist eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch so wichtig. Gehen Sie nie unvorbereitet ins Jobinterview – dann können sie es auch direkt sein lassen.

Ein Vorstellungsgespräch gliedert sich normalerweise in fünf Phasen:

  1. Smalltalk

    Für viele beginnt der Horror ohne Verzögerung. Die Smalltalk-Phase soll Verspannungen lösen, ist für Nervenbündel aber Stress pur.

    Das bekannte Problem: Schon der erste Eindruck entscheidet maßgeblich darüber, ob wir jemanden mögen oder nicht. Und der Smalltalk am Anfang prägt den ersten Eindruck ganz entscheidend mit. Unterschätzen Sie den Einstieg also bitte nicht – egal, ob der Personaler mit Ihnen übers Wetter plaudern will oder fragt, wie Ihre Anreise so war.

    Am besten, Sie sind dabei ganz ruhig und gelassen. Der Hinweis, wie nervös Sie sind, nimmt Ihnen der Personaler normalerweie aber auch nicht übel. Also ruhig mit offenen Karten spielen.

    Gehen Sie zunächst nicht mit der ausgestreckten Hand voraus ins Büro. Warten Sie, bis Ihnen Ihr Gesprächspartner die Hand anbietet und greifen Sie dann kurz, aber fest zu.

    Namentlich vorstellen, in die Augen sehen, dabei lächeln – so stellen Sie sich kurz selbst vor. Selbstbewusstsein ausstrahlen, also aufrecht stehen und gehen und nicht zu leise reden. Aber auch nicht zu laut – und nicht übertreiben. Selbstdarsteller kommen nicht gut an.


  2. Kennenlernen

    „Erzählen Sie doch mal ein bisschen über sich!“ „Wie ist Ihr Werdegang?“ Damit leitet der Personaler oft die Kennenlern-Phase ein. Man will mehr über Sie, Ihre Person und Ihre Stationen erfahren.

    Gehen Sie davon aus, dass Ihr Lebenslaufw bereits bekannt ist. Rattern sie also nicht die Stationen herunter, sondern setzen Sie Schwerpunkte. Die Erfolge und Qualifikationen, die besonders wichtig sind, stellen sie nach vorne – und Ihre Persönlichkeit.


  3. Präsentation

    Jetzt ist der Arbeitgeber an der Reihe. Was macht er, was erwartet er, wie arbeitet er? Darüber sollte er jetzt Aufschluss geben – zumindest ansatzweise.

    Bitte jetzt nicht die Ohren auf Durchzug stellen – auch dann nicht, wenn sie schon gut im Bilde sind. Pluspunkte gibt es für Sie, wenn Sie intelligente Zwischenfragen stellen oder sinnvolle Anmerkungen machen.

    Signalisieren Sie, dass Sie zuhören und sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben – ohne Ihren Gesprächspartner zu unterbrechen!


  4. Rückfragen

    Das Ende des Vorstellungsgesprächs naht allmählich. Jetzt kommt die klassiche Frage des Personalers: Haben Sie noch Fragen an uns?

    Ihre Antwort sollte in jedem Fall lauten: Ja. Stellen Sie keine Rückfragen, könnten Sie sich sogar schon disqualifiziert haben. Mit Rückfragen beweisen Sie, dass Sie ernsthaft interessiert sind.

    Allerdings ist nicht jede Rückfrage automatisch eine gute. Es gibt auch echte Killerfragen: Stellen Sie bitte keine zu Sonderleistungen oder Urlaubsregelungen – das würde kein gutes Licht auf Sie werfen.


  5. Abschluss

    Das war’s, Ihr Vorstellungsgespräch ist beendet.

    Verabschieden Sie sich höflich, aber nicht, ohne sich nach dem weiteren Verlauf zu erkundigen, wann Sie mit einer Antwort rechnen können und auf welchem Wege man Sie kontaktiert.

Vorstellungsgespräch: So führen Sie ein gutes

Eine gute Vorbereitung ist extrem wichtig. Aber hüten Sie sich davor, das komplette Bewerbungsgespräch auswendig zu lernen.

Wenn Sie Ihre gelernten Punkte nur aufsagen, durchschaut das der Personaler sofort. Ihre Antworten und Argumente dürfen nicht wie einstudiert wirken.

Die Kunst ist es, die richtige Mixtur aus Selbstdarstellung und Eigenwerbung zu mischen und gerne noch einen Schuss Spekulationsmasse unterzurühren. Sie wollen fachlich überzeugen, aber vor allem auch persönlich.

Denn Ihr Charakter ist es, der Ihre Gegenüber jetzt interessiert. Die Fakten aus dem tabellarischen Lebenslauf sind ja bereits bekannt. So machen Sie einen guten Eindruck:

  • Anekdoten erzählen

    Ein paar schöne Anekdoten dürfen Sie sich vorher ruhig zurechtlegen. Denn die passende Frage kommt bestimmt. Aber erzählen Sie sie so – auch wenn es schwierig ist – als ob sie Ihnen ganz spontan in den Sinn gekommen ist. Möglichst bildhaft und lebensnah.

  • Fragen stellen

    Sagen Sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Bringen Sie knappe und prägnante Beispiele. Und bringen Sie einen Dialog in Gang, zum Beispiel, indem Sie fragen: Soll ich Ihnen noch ein Projekt nennen, das ich geführt habe?

  • Körpersprache

    Der Blick Ihres Gesprächspartners schweift ab oder er macht sich kaum Notizen? Mögliche Anzeichen von Langeweile. Wenn Sie dies wahrnehmen, versuchen Sie verbal einen Gang nach oben zu schalten und in die Offensive zu gehen.

Vorstellungsgespräch Dresscode: Das bitte beachten

Zunächst mal: Das perfekte Outfit fürs Vorstellungsgespräch gibt es nicht. Es muss vielmehr zum Arbeitgeber passen.

In konservativen Branchen erscheinen Sie besser förmlich, in kreativen darf es ausgefallener sein. Aber vielleicht auch nicht, das hängt immer vom jeweiligen Unternehmen ab.

Diese Grundregeln sollten Sie in jedem Fall beachten:

  • Ihr Outfit sollte gepflegt sein, unabhängig von der Branche. Motto: Wer sich schlampig kleidet, arbeitet vermutlich auch so.
  • Das Outfit darf Ihre Individualität unterstreichen. Aber: Es geht mehr um die Frage, ob Sie zum Unternehmen passen. Achten Sie also eher auf Passgenauigkeit denn auf Individualität. Soll heißen: Passen Sie sich – ein Stück weit – an.

Profi-Tipp: Bringen Sie stets Ihre Bewerbungsunterlagen mit zum Vorstellungsgespräch – möglichst in mehrfacher Ausführung.

Die können Sie im Fall der Fälle aus dem Hut zaubern, sollte einer der Anwesenden seine Unterlagen vergessen haben.

Für Sie als Bewerber hat das nur Vorteile: Sie stellen Ihre Sorgfalt unter Beweis, sammeln Sympathiepunkte, hinterlassen einen geordneten Eindruck. Falls Sie die Kopien nicht benötigen, bleiben sie eben in der Tasche.

Vorstellungsgespräch: Körpersprache

Sie können noch so überzeugend parlieren. Wenn Ihre Körpersprache negativ aus dem Rahmen fällt, schwinden Ihre Chancen.

Und Ihr Körper redet immer – auch dann, wenn Ihr Mund verschlossen bleibt. Wenn Sie sich beispielsweise in Ihrer Haut unwohl fühlen, strahlen Sie das auch aus – und werden vielleicht genau daran scheitern.

Die nonverbalen Signale, die Sie aussenden, können der Hauptgrund für Ihr schlussendliches Aus sein. Laut Umfrage gefallen folgende Bewerber-Gesten Personalern im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht. Mögliche Konsequenz: Die vorzeitige Aussortierung.

  • 67 Prozent: Kein Blickkontakt
  • 38 Prozent: Kein Lächeln
  • 33 Prozent: Herumgezappel
  • 33 Prozent: Schlaffe Körperhaltung
  • 26 Prozent: Schlapper Händedruck
  • 21 Prozent: Verschränkte Arme
  • 21 Prozent: Herumgefummel im Gesicht oder Spielereien mit den Haaren
  • 9 Prozent: Fuchtelei mit den Händen

Die Körpersprache ist im Vorstellungsgespräch mitentscheidend. Sie beginnt in dem Moment, in dem der Bewerber das Firmengelände betritt und endet, wenn er es wieder verlassen hat.

Vorher und hinterher dürfen Sie so viele merkwürdige Bewegungen machen, wie Sie wollen, aber mittendrin sollten Sie sich zusammenreißen – wenn Sie den Job haben wollen.

Und noch ein Tipp: Seien Sie auch auf dem Weg zum Personalerbüro zu jedermann höflich und zuvorkommend. Es soll schon Personaler gegeben haben, die den Pförtner nach seinem Eindruck gefragt haben. War der Bewerber höflich, schnippisch oder gar herrisch?

Denken Sie daran, sich das Hemd rechtzeitig in die Anzughose zu stopfen, die Krawatte zu richten und die Bluse zurechtzuzupfen – und nicht erst, während Sie den Raum betreten.

Dann stellen Sie sich höflich vor und bedanken sich für die Einladung, aber setzen Sie sich noch nicht hin. Erst wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Und: Behandeln Sie Ihre Gesprächspartner – sofern es um mehr als einen geht – gleichberechtigt. Das bedeutet konkret: Schauen Sie nacheinander alle an, wenn Sie antworten und kehren zum Schluss zu der Person zurück, die die Frage gestellt hat.

All das bringt Ihnen aber gar nichts, wenn Sie eine wesentliche Sache vergessen: Lächeln!

Lächeln Sie, das bringt Sympathiepunkte. Natürlich nicht unentwegt und so, dass es albern oder künstlich wirkt.

Vorstellungsgespräch: Diese Fragen kommen auf Sie zu

Natürlich werden Sie nicht mit jeder einzelnen Frage konfrontiert. Aber wenn Sie diesen Fragenkatalog durchgehen und auf jede Frage eine gute Antwort finden, haben Sie gute Karten.

Das sind die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch:

Gesprächsöffner

  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Warum sollten wir Sie nehmen?
  • Was können Sie, was andere nicht können?
  • Erzählen Sie etwas über sich.

Motivation

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Und was über unsere Branche?
  • Warum sind Sie momentan arbeitslos?
  • Welche Ziele verfolgen Sie im Job?
  • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
  • Welches Gehalt möchten Sie bei uns verdienen?
  • Würden Sie für die Stelle umziehen?

Persönlichkeit, Stärken und Schwächen

  • Wo liegen Ihre Stärken?
  • Wo liegen Ihre Schwächen?
  • Wie würden Ihre Kommilitonen Sie beschreiben?
  • Welche Ideen haben Sie schon umgesetzt?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Was war Ihr größter Fehler und wie sind Sie damit umgegangen?
  • Welche Charaktereigenschaften würden Sie sich wünschen?
  • Was mögen Sie an anderen Menschen nicht?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Was war Ihr größter Erfolg außerhalb des Berufs?
  • Welchen großen Traum haben Sie im Leben?

Arbeitsweise

  • Woraus ziehen Sie Ihre Motivation?
  • Welche Tools und Techniken nutzen Sie?
  • Wie bauen Sie innerhalb eines Team Vertrauen auf?
  • Wie reagieren Sie, wenn Sie ein Nein als Antwort erhalten?
  • Wie kann ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Welches Problem war für Sie zu schwer und was haben Sie dann getan?
  • Was möchten Sie im ersten Monat in Ihrem neuen Job schaffen?

Die Frage nach Ihren Schwächen: Wie antworten?

Eine Frage sticht aus der Kanonade heraus: die Frage nach den Schwächen. Sie ist die wohl berühmteste, vielleicht auch die gefürchtetste. Was sind Ihre größten Schwächen?

Aber sie ist eine, auf die sich Bewerber im Laufe der Jahre natürlich längst eingestellt haben. Die Antworten ähneln sich mittlerweile und lauten oftmals so: „Ich bin zu ungeduldig.“ „Ich bin zu perfektionistisch.“ „Ich bin ein Workaholic.“ Nicht gut!

Das sind nicht mehr als Phrasen, die unseligen Ratgeberbüchern entstammen. Bitte antworten Sie nicht so! Damit zeigen Sie lediglich, dass Sie den Personaler an der Nase herumführen wollen und nicht zu Ihren Schwächen stehen. Denn dass Sie welche haben, ist unausweichlich, weil menschlich.

Schwächen und Unzulänglichkeiten hat jeder Mensch. Und das weiß auch jeder Personaler dieser Welt. Tun Sie also gar nicht erst so, als hätten Sie keine. Außerdem hat oder hätte ein Personaler, der die pure Perfektion von einem Bewerber erwartet und serviert bekommen möchte, seinen Job verfehlt.

Unser Ratschlag daher: Antworten Sie ehrlich, aber koppeln Sie Ehrlichkeit an einen guten Vorsatz.

Sie dürfen also ruhig eine Schwäche offenbaren (so lange es nicht Trinksucht oder notorische Faulheit ist) und sagen zugleich, wie Sie diese Schwäche in den Griff bekommen.

Beispiel:

Ich bin ehrlich gesagt immer ziemlich nervös, wenn ich jemanden anrufen muss, den ich nicht kenne. Und auch wenn Telefonieren hier nicht zu meinen Hauptaufgaben zählen wird, arbeite ich konsequent an diesem Problem.

Vorstellungsgespräch: Rückfragen vorbereiten

Ein wesentlicher Punkt im Vorstellungsgespräch ist es, Rückfragen zu stellen. Das sollten Sie in jedem Fall beherzigen.

In der Rückfragen-Phase haben Sie auch die Gelegenheit dazu. Der Interviewer wird Sie aller Voraussicht nach aktiv darum bitten. Nutzen Sie diese Chance unbedingt!

Ein guter Personaler erkennt an Ihren Rückfragen, wie gut Sie sich vorbereitet haben, was Sie schon über das Unternehmen wissen und vielleicht sogar, welche Prioritäten Sie haben.

Das sind weitere Gründe, warum Sie immer (gute) Rückfragen stellen sollten:

  1. Sie zeigen Interesse.
  2. Sie zeigen, dass Sie vorbereitet sind.
  3. Sie gewinnen mehr Informationen über den Job und das Unternehmen.
  4. Sie unterstreichen Ihre Intelligenz.
  5. Sie können das Gespräch führen.


Aber was sind eigentlich gute Rückfragen? Zum Beispiel diese:

  • Was ist die größte Herausforderung in dieser Stelle?

    Erstens zeigt die Frage, dass Sie sich inhaltlich schon mit der Position befasst haben und schon auf der Suche nach Lösungen sind. Und zweitens kriegen Sie Wind – wenn Sie zwischen den Zeilen lesen – von möglichen Schwachstellen. Sind Ihre Fähgkeiten und Stärken für die Stelle wirklich geeignet?


  • Warum ist die Position frei?

    Wenn es sich um eine neu geschaffene Position handelt, können Sie direkt mit einer Folgefrage anknüpfen: Warum wurde sie geschaffen? Wenn das Unternehmen wächst, konnte die Belegschaft die Arbeit womöglich nicht mehr bewältigen. Stressalarm! Sollte Sie aber schon länger frei sein, dann wurde der passende Kandidat ganz offensichtlich noch nicht gefunden. Warum nicht? Diese Frage können Sie dem Interviewer stellen – aber auch sich selbst.


  • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?

    So verlangen Sie vom Unternehmen eine Definition von Talent und Leistung. Und Sie wollen wissen, was der Arbeitgeber in Zukunft von Ihnen erwartet. Auch offenbart sich in der Antwort meist Erhellendes über die Unternehmenskultur.

Jobinterview: Das sparen Sie lieber aus

Sie können im Vorstellungsgespräch viel über sich erzählen, gute Rückfragen stellen, sollten aber im Gegenzug auch den einen oder anderen Aspekt unter den Tisch fallen lassen.

Unter anderem diese:

  • Kündigung

    Manche Personaler fragen gezielt danach. Lügen sollten Sie dann zwar nicht, könnten eine Kündigung aber durchaus relativieren.

    Vielleicht wurden Sie ja tatsächlich Opfer von Sparmaßnahmen oder betriebsbedingten Kündigungen. Aktiv ansprechen aber sollten Sie eine Kündigung nicht. Warum auch?


  • Bezahlung

    Das liebe Geld – es umtreibt die Menschen wie kaum etwas anderes. Im Jobinterview aber sollten Sie die Bezahlung aussparen.

    Jedenfalls so lange, bis der Interviewer selbst darauf zu sprechen kommt. Wenn der neue Arbeitgeber Ihre Gehaltsvorstellungen abklopft, dann nennen Sie immer eine Spanne und keinen Einzelbetrag.

    Nennt der Arbeitgeber von sich aus das Gehalt, das er zu zahlen bereit ist, kommentieren Sie das nicht weiter, sondern nehmen es erst einmal nur zur Kenntnis.

    Vorsichtig nach Boni oder Dienstwagen können Sie aber ruhig fragen. Vor allem dann, wenn Ihnen das Angebot zu gering erscheint. Übereilt absagen aber sollten Sie auch dann nicht – Sie könnten es bereuen.


  • Privatleben

    Was Sie in Ihrer Freizeit treiben, ist Ihre Privatsache. Darum sollten Sie im Vorstellungsgespräch auch nicht darüber reden.

    Und außerdem: Punkte sammeln lässt sich auf diese Weise meist nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Personaler die gleichen Vorlieben und Hobbys hat wie Sie, ist eher gering.

    Ausnahme: Sie haben ein Hobby, das Ihre Fähigkeiten für den Job perfekt unterstreicht.


  • Negative Erfahrungen

    Wenn Sie mit Ihrem Ex-Chef nicht auf einer Wellenlänge oder mit den Kollegen im Dauerclinch lagen – dann ist das nichts, worüber Sie im Vorstellunsgespräch reden sollten.

    Im besten Fall gelten Sie als Tratschtante, im schlimmsten Fall als jemand, der üble Nachrede betreibt. Stellen sie immer das Positive an Ihren früheren Jobs heraus.

    Schließlich wird ja Ihr künftiger irgendwann auch Ihr ehemaliger Arbeitgeber sein – und dann auch nicht wollen, dass Sie ihn schlechtreden.

Vorstellungsgespräch: Fehler ohne Worte

Geheimnisse ausplaudern, alte Chefs schlechtreden, zu viel Belangloses erzählen – im Vorstellungsgespräch kann man viel falsch machen.

Aber Ihnen können auch dicke Patzer unterlaufen, wenn Sie nicht den Mund aufmachen. Nicht jeder Fehler im Interview ist ein verbaler. Diese drei Missgeschicke ersparen Sie sich bitte:

  1. Handy anlassen

    Keine Todsünde, aber unangenehm. Zeugt ein wenig von mangelhafter Vorbereitung. Wenn das Handy klingelt, dann heißt es flott: Entschuldigung sagen, Anruf wegdrücken und Handy ausschalten.


  2. Gestik unterschätzen

    Seien Sie Herr Ihrer Sinne – und Ihres Körpers. Bitte keine Arme verschränken, mit dem Fuß auf dem Boden tippeln oder an den Fingernägeln kauen. Ganz schlimm: Höhnisch lachen oder die Augen verdrehen – das drückt Arroganz aus. Übrigens gilt das auch für Jobinterviewer.


  3. Uhrzeit checken

    „Nichts wie raus hier!“ Dieses Signal senden Sie dem Personaler, wenn Sie auf die Uhr schauen. Faustregel fürs Vorstellungsgespräch: Niemals die Uhrzeit checken. Nicht aufs Handy schauen, nicht heimlich zur Wanduhr schielen. Sie sind gerne hier – der Blick zur Uhr drückt das Gegenteil aus.

Vorstellungsgespräch: Tipps für ein gutes Ende

Ein kluges deutsches Sprichwort lautet: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Genauso verhält es sich auch im Vorstellungsgespräch.

Sie können einen fantastischen Eindruck hinterlassen haben, bis sie alles im Abgang versauen. Das Vorstellungsgespräch ist erst gelaufen, wenn Sie den Raum verlassen haben.

Sie reichen Ihrem Gesprächspartner noch einmal die Hand (kräftiger Händedruck!), blicken ihm in die Augen und verabschieden sich höflich mit einem „Auf Wiedersehen“, das wörtlich so gemeint ist. Am besten bedanken Sie sich für das gute Gespräch (unabhängig davon, ob das der Wahrheit entspricht).

Dann noch dies: Aufrecht das Gebäude verlassen – und erst entspannen, wenn Sie außer Sichtweite sind. Dann können Sie sich nach Belieben ausschütteln, kräftig auspusten, seufzen, stöhnen oder einen Blick zurück werfen – aber bitte auch erst dann.

Was Sie sich überlegen können: Ob Sie am Ende des Gesprächs noch betonen, dass Sie die Stelle auch wirklich wollen. Damit signalisieren Sie Interesse, Wille, Selbstbewusstsein.

Aber Vorsicht: Wenn Sie dabei zu offensiv auftreten, kann es auch nach Bedürftigkeit klingen. Nach dem Motto: Bitte, lieber Personaler, gib’ mir den Job, ich brauche ihn unbedingt!

So könnten Sie sich ausdrücken:

Variante 1:

Das ist der Job, den ich ich haben möchte. Ich bin mir jetzt sicher. Kann ich noch etwas dafür tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ch die beste Besetzung bin?

Variante 2:

…darum denke ich, dass ich die optimale Besetzung für diese Position wäre. Brauchen Sie noch weitere Informationen?

Variante 3:

Am liebsten würde ich schon nächste Woche bei Ihnen anfangen. Haben Sie noch Fragen an mich, die Ihre Entscheidung erleichtern könnten?

Variante 4:

Ich bin sehr an dieser Stelle interessiert. Wie kann ich Sie dazu bringen, mir ein Angebot zu machen?

Variante 5:

Sie kennen nun meine Stärken und Schwächen. Ich würde mich freuen, wenn ich für Sie arbeiten dürfte – und wenn Sie das auch wollen.

Variante 6:

Ich bin von der Stelle und Ihrem Unternehmen sehr angetan. Ich hoffe, bald eine positive Nachricht von Ihnen zu erhalten!

Das sind selbstverständlich nur Formulierungsvorschläge. Was Sie zum Schluss sagen, sollte an den Inhalt des Vorstellungsgesprächs anknüpfen. Es muss passen.

Und klar ist auch: Sie sollten am Ende nur dann noch mal auf Ihr Interesse hinweisen, wenn Sie die Stelle tatsächlich haben wollen – und nicht, weil Sie glauben, man würde es so von Ihnen erwarten.

Vorstellungsgespräch: Wie geht es jetzt weiter?

Nach einem guten Vorstellungsgespräch wartet man erst einmal ab. Die Nervosität steigt von Tag zu Tag. Aber was, wenn sich das Unternehmen einfach nicht bei Ihnen meldet?

Abwarten und Tee trinken – mehr bleibt Ihnen ja gar nicht übrig. Falsch! Sie müssen nicht im Wartemodus verharren, sondern können aktiv werden. Sie können an der einen oder anderen Stellschraube drehen, um den Bewerbungsprozess zu beeinflussen oder beschleunigen.

Zum Beispiel so:

  • Dankesschreiben

    In anderen Ländern wie den USA gehört ein Dankesschreiben mittlerweile de-facto zu einer Bewerbung dazu. Wer sich bedankt, hat gleich mehrere Vorteile: Sie heben sich damit von anderen Bewerbern ab. Sie können den Gesamteindruck noch ein Stückchen zum Positiven verändern.

    Das können Sie einfach per E-Mail machen. Sie schreiben etwa, wie anregend Sie das Gespräch fanden und dass Sie weiterhin großes Interesse an der Position haben. Auch können Sie mögliche offene Fragen, die im Vorstellungsgespräch aufgeworfen wurden, beantworten.

    Bedanken Sie sich für die Aufmerksamkeit und freuen sich auf eine baldige Antwort – aber auf nicht mehr als einer halben Seite.


  • Fristen

    Vielleicht haben Sie vergessen, im Vorstellungsgespräch danach zu fragen. Dann tun Sie es jetzt!

    Haken Sie nach, wie lange der Bewerbungsprozess normalerweise dauert und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

    Sofern drei Werktage seit dem Vorstellungsgespräch verstrichen sind, können Sie sich auch telefonisch erkundigen. Besser, weil souveräner: eine Woche warten.

    Wenn Sie nach drei Wochen immer nichts vom Unternehmen gehört haben, dürfen Sie ruhig ein wenig forscher auftreten. Wenigstens eine kurze Eingangsbestätigung können auch Sie als Bewerber erwarten.

    Denn bei allem Enthusiasmus sollten Sie dem Personaler nicht auf die Nerven gehen. Übertreiben Sie es also nicht.


  • Alternativen

    Was Sie nicht machen sollten: Alles auf eine Karte setzen. Das wäre unklug. Hören Sie sich also weiter nach potenziellen Arbeitgebern und offenen Stellen um.

    So verlieren Sie keine Zeit und haben im besten Fall mehrere Angebote, aus denen Sie auswählen können. Nehmen Sie also weiterhin Einladungen zu Vorstellungsgesprächen an und schreiben auch weiterhin Bewerbungen.

    Ihre Chancen auf den Traumjob werden dadurch definitiv nicht sinken.


  • Vorstellungsgespräch: Das Beste zum Schluss

    Ein Geheimtipp ganz am Ende: Wenn Ihnen der Personaler zwei Alternativtermine für das Vorstellungsgespräch anbietet, nehmen Sie den zweiten!

    Juroren geben in Wettbewerben erwiesenermaßen besser Noten, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Achten Sie doch mal bei den Olympischen Spielen darauf: im Turnen, Wasserspringen oder Dressurreiten zum Beispiel.

    Kein Wunder, denn man will sich schließlich noch Spielraum erhalten, Luft nach oben lassen. Dass dieser Effekt auch für Vorstellungsgespräch gilt, haben Psychologen herausgefunden

    Darum: Zweiten Termin nehmen, gründlich vorbereiten, vor Ort überzeugen – und den Traumjob bekommen. Wir wünschen viel Erfolg!

    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

Bewerbung: Aufbau, Formulierungen, Beispiele für die perfekte Bewerbung

Eine gute Bewerbung ist der Türöffner zum Traumjob. Und es ist keine Hexerei, überzeugende Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Mühsam aber ist es sehr wohl. Denn dazu gehören das Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Anlagen und Zeugnisse. Außerdem wollen Formalien berücksichtigt werden, Muster und Vorlagen. Und: Jede Bewerbung sollte individuell sein. Nehmen Sie folgende Anregungen daher als groben Orientierungsrahmen – aber nicht als Vorlage zum Abschreiben. Alle Tipps für eine perfekte Bewerbung

Bewerbung: Das gehört hinein

Ohne Bewerbung kein Job – diese Formel ist in den allermeisten Fällen richtig. Wer nach der Schule oder Uni durchstarten oder einen Branchenwechsel vollziehen will, kommt an einer sauber ausgearbeiteten Bewerbung nicht vorbei.

Bedenken Sie: Die Bewerbung ist zugleich Ihre erste Arbeitsprobe. Wer sich schon hier keine Mühe macht, wird sie sich im neuen Job auch nicht unbedingt machen. Oder? Diesen Eindruck könnte ein Arbeitgeber zumindest gewinnen.

Die Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg zur neuen Stelle. Er ebnet Ihnen im Optimalfall den Weg zum Vorstellungsgespräch – und zum Job.

Eine gute Bewerbung setzt sich aus mehreren Mosaiksteinen zusammen. Wer sie richtig und gekonnt aneinanderlegt, erhöht seine Chancen. Drei Bausteine sind dabei besonders wichtig:

  1. Das Bewerbungsschreiben bzw. Anschreiben
  2. Der Lebenslauf
  3. Die Anlagen wie Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate

Alles zusammen kommt in eine Bewerbungsmappe und wird an das Unternehmen verschickt.

Merke: Diese drei Elemente sind bei einer klassischen Bewerbung unabdingbar. Bitte lassen sie davon nichts weg. Es sei denn, Sie verfassen eine Kurzbewerbung oder eine Online-Bewerbungsmappe.

Sie können die Bewerbung allerdings noch weiter aufhübschen. Indem Sie eines der folgenden Elemente hinzufügen:

  • Deckblatt mit Übersicht
  • Bewerbungsfoto im Lebenslauf
  • Nachweise über berufliche Weiterbildungen, sofern relevant
  • Führerschein-Kopie, sofern verlangt
  • Führungszeugnis-Kopie, sofern verlangt
  • Referenzen

Bewerbung: Anschreiben

Viele Personaler überfliegen zunächst den Lebenslauf, um schnell zu prüfen, ob ein Bewerber die Grundvoraussetzungen mitbringt.

Das Argument lässt sich also nicht von der Hand weisen, dass der Lebenslauf und nicht das Bewerbungsanschreiben der wichtigste Part einer Bewerbung ist.

Wer die Vorauswahl nicht übersteht, fliegt raus – da kann das Anschreiben noch so überzeugend sein.

Wenn Sie aber die erste Runde meistern, kommt es in hohem Maße auf das Anschreiben an. Der wichtigste Tipp vorweg: Der Inhalt des Schreibens muss überzeugen.

Der Text zählt, nicht das ausgefeilte Design, eine besonders originelle Farbwahl oder eine kreative Schriftgestaltung. Sparen sie sich die Mühe (es sei denn vielleicht, Sie streben einen grafisch-künstlerischen Job an)! Bringen Sie im Bewerbungsschreiben Ihre Motivation für die angestrebte Stelle zum Ausdruck. Das ist der Wesenszug eines guten Anschreibens.

Kleiner Hinweis: Viele verwechseln das Anschreiben daher mit dem Motivationsschreiben. Das aber ist noch mal etwas anderes.

Ganz wichtig: Das Anschreiben ist nicht dazu da, um ausschließlich die Höhepunkte des Lebenslaufes zu wiederholen. Der Lebenslauf liegt ja bereits vor, im Anschreiben sollten und müssen Sie also andere Akzente setzen. Kein Personalverantwortlicher will sich Ihre beruflichen Stationen zweimal anhören.

Vielmehr sollten Sie zum Ausdruck bringen – am besten sprachlich gewandt – warum Sie die Stelle unbedingt wollen und warum Sie der beste Kandidat dafür sind.

Versetzen sie sich dabei in die Rolle des Unternehmens: Wo sind seine Vorteile, wenn es Sie einstellt? Warum sollte es sich für Sie entscheiden?

Schon der erste Satz sollte passen. Mit dem Einstieg fesseln Sie den Personaler, machen ihn neugierig auf Sie. Also lieber nicht langweilige Standardfloskeln verwenden wie „Hiermit bewerbe ich mich…“. Sondern lieber so etwas wie:

Sehr geehrte/r Frau/Herr XY,

schon seit geraumer Zeit befasse ich mit intensiv mit _____________. Als ich Ihre Stellenanzeige vom _____________ sah, wusste ich: Diese Stelle habe ich schon immer gesucht. Die Perspektive, aber auch die Herausforderungen, die diese Position bietet und abverlangt, begeistern mich…

Wichtig: Das Anschreiben muss übersichtlich, prägnant, frei von Rechtschreibfehlern sein. Und es sollte Interesse wecken und sich von anderen Bewerbern abheben.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten: einen negativen Einstieg wählen. Indem Sie zum Beispiel betonen, wie schlimm Ihre aktuelle Stelle ist oder warum Ihr alter Chef so ein Kotzbrocken war. Das mag bisweilen als Kompliment für den Arbeitgeber in spe gemeint sein, kommt aber nicht so an.

Bleiben Sie positiv: Was Sie wollen, was Sie können, was Sie anbieten.

Und denken sie logisch. Ein Absolvent, der frisch von der Uni kommt, hat zwangsläufig noch keine jahrelange Berufserfahrung. In diesem Fall betonen Sie also Ihre Studienschwerpunkte und -leistungen. Inwiefern kann das, was Sie in der Uni gelernt oder gemacht haben, Ihrem neuen Arbeitgeber nützlich sein? Darum geht es.

Denn die Faustregel lautet: Unternehmen stellen Spezialisten ein. Menschen, die etwas ganz Bestimmtes können.

Als Absolvent aber hat man meist noch Generalisten-Status. Und bitte nicht in Understatement verfallen. Nach dem Motto: Ich bin ein armer Student und will doch nur einen Job. Das wäre grundfalsch. Sie sind hervorragend ausgebildet, bringen Talent, Potenzial und Wissen mit.

Haben Sie dagegen schon mehrere Berufsjahre auf dem Buckel, dann richten Sie Ihren Blick auf erfolgreich absolvierte Projekte. Was haben Sie konkret für Ihr altes Unternehmen geleistet? Welche Erfolge haben Sie vorzuweisen? Und wie könnten Sie das in der neuen Stelle wiederholen – oder sogar toppen?

Ein ganz grundsätzlicher Tipp: Lassen Sie sich mit dem Anschreiben ruhig ein paar Tage Zeit. Eine oder mehrere Nächte drüber schlafen, den Text liegenlassen und mit einem frischen Blick verbessern, ein weiteres Mal mal liegenlassen und dann vollenden.

Am besten so viel Zeit nehmen, dass am Ende jeder Satz sitzt wie eine Eins.

Das sind die Faustregeln bei einer Bewerbung

  • Anschreiben sollte nicht länger als zwei Seiten sein.
  • Individuelle Bewerbungsschreiben erstellen, die auf den jeweiligen Arbeitgeber zugeschnitten sind.
  • Aktiv formulieren, mehr Verben nutzen, weniger Substantive.

Bewerbung: Lebenslauf

Sie können den Lebenslauf chronologisch oder amerikanisch verfassen. Das bleibt Ihnen überlassen.

Die amerikanische Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die aktuelle Position zuerst genannt wird. Sie entwickelt sich mehr und mehr zum Standard, weil sie es einfacher macht, das Profil des Bewerbers schnell zu erfassen. Die letzte Position hat nun einmal eine größere Aussagekraft als irgendein Praktikum, das man ganz am Anfang mal absolviert hat.

Aber denken Sie daran: Personaler widmen nur Buchteile ihrer Zeit einer Bewerbung. Die Umfragen geben zwischen zwei und vier Minuten an – mehr Zeit haben auch Sie nicht, um ihn oder sie von sich zu überzeugen.

Darum müssen Sie das Wesentliche möglichst prominent platzieren. Das kann bedeuten, unnötige Platzfüller wie ein Praktikum auch mal wegzulassen oder wichtige Tätigkeiten mit einigen Stichworten näher zu beschreiben.

Prinzipiell bietet sich ein tabellarischer Lebenslauf an, weil er sehr übersichtlich ist. Die wichtigsten Daten können hier schnell erfasst werden.

Das sind die wichtigsten Formalia

  • Aufbau

    Beim tabellarischen Lebenslauf gehören die Zeitangaben nach links, die Fakten nach rechts. Keine optischen Experimente. Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung.

  • Inhalt

    In die Bio gehören zwingend hinein:

    • Persönliche Daten wie Name, Geburtstag, Geburtsort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit
    • Berufserfahrung
    • Qualifikationen, Weiterbildung, besondere Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen
    • Ausbildung, auch ein evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst

    Ordnen Sie alles zeitlich sauber ein und reihen es – möglichst lückenlos – aneinander. Sonst erwecken Sie den Eindruck, peinliche Stationen kaschieren zu wollen.

  • Zeitangaben

    In der Regel sind Monatsangaben ausreichen, Beispiel:
    07/2009 – 06/2011 Ausbildung zur Bankkauffrau in der Kreissparkasse Elmshorn.

  • Tabus

    Was NICHT in den Lebenslauf gehört, sind diese Punkte: Familieninformationen wie der Berufsstand der Eltern, Gehaltsvorstellungen (gehören, sofern verlangt, ins Anschreiben), religiöse und politische Ansichten sowie sonstige Informationen, die für die angestrebte Stelle komplett überflüssig sind.

  • Schluss

    Wenn Sie Ihren Lebenslauf schreiben, schließen Sie diesen bitte ganz formell mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift ab. Achtung: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit noch dazu führen, dass Ihnen fristlos gekündigt wird. Darum: Sorgfalt, auch bei Details und Formalitäten.

Ein Bonus-Tipp: Sie können berufliche Stationen am besten mit der AHA-Methode beschreiben. AHA setzt sich zusammen aus:

  • Aufgabe: Welche berufliche Herausforderung haben Sie schon gemeistert? Welches Projekt, welche Personalie?
  • Handlung: Wie haben Sie das Problem gelöst, welche Maßnahmen ergriffen?
  • Abschluss: Wie sehr haben Sie dem Unternehmen damit geholfen? Können Sie das vielleicht auch in Zahlen ausdrücken?

Beispiel:

Ich habe zuletzt als Führungskraft in der Fertigung gearbeitet und dabei Prozesse in Gang gesetzt, die zu einer deutlichen Verbesserung im Betriebsablauf führten. Dadurch konnten die Produktivität um insgesamt 15 Prozent gesteigert und die Kosten um zwei Millionen Euro gesenkt werden.

Wichtig ist dabei auch die Sprache, in der Sie schreiben. Darum: Formulieren Sie nicht zu passiv. Wer passiv formuliert, wirkt auf den Personaler auch so.

Hören Sie sich doch mal diesen Stichpunkt an:

Erarbeitung der Weiterbildungspläne anhand der Entwicklungsziele des Unternehmens und der Mitarbeiter

Erstens versteht man auf Anhieb gar nicht, was dieser Satz konkret bedeuten soll. Schuld ist der Nominalstil. Zweitens suggeriert die Vokabel „Erarbeitung“, dass hier jemand am Werk war, der lediglich auf Anweisung von oben, aber nicht aus eigenem Antrieb aktiv geworden ist.

Sie sehen: Wer passiv formuliert, kann kaum gewinnen.

Nun das Gegenbeispiel:

Fortbildungskonzept der GmbH umstrukturiert
Lehrgangspläne für die Belegschaft konzipiert

Wir haben nun zwei aktive Verben, den Satz umgestellt und dadurch sofort ein attraktiveres Gesamtbild. Die beiden Stichpunkte klingen ganz danach, als habe der Autor sehr dynamisch die Initiative ergriffen und den Laden regelrecht umgekrempelt. Finden Sie nicht auch?

Darum noch mal der Reminder: Reihen Sie in der Bewerbung nicht einfach Ihre beruflichen Stationen aneinander. Sagen Sie, was Sie aktiv angeschoben, entwickelt, zu Ende gebracht haben. Präsentieren Sie sich als jemand, der engagiert ist, selbstständig arbeitet und Eigeninitiative an den Tag legt.

Nutzen Sie vermehrt Verben, um Aktivität zu signalisieren. Immerhin sind Verben ja auch als Tuwörter bekannt. Noch besser, Sie verwenden Verben, die nicht abgegriffen oder beliebig sind.

Empfehlenswerte Verben sind zum Beispiel:

  • umsetzen
  • realisieren
  • verbessern
  • modifizieren
  • optimieren
  • beschleunigen
  • organisieren
  • entwickeln
  • integrieren
  • konzertieren
  • moderieren
  • koordinieren
  • führen
  • initiieren
  • managen

Das sind aber nur Vorschläge. Es gibt selbstverständlich noch viele weitere Verben, die Ihnen in Ihrer Bewerbung gut zu Gesicht stehen. Grundsätzlich also: Nutzen Sie aktive Sprache! Sie wertet Ihre Bewerbung auf.

Bewerbung: Welche Anlagen gehören rein?

Ja, Anlagen mögen lästig sein. Aber sie sind mehr als eine Formalität, mehr als nur Beiwerk. Sie rund Ihre Bewerbung ab und können sogar entscheidend sein. Denn sie reichern Ihre Bewerbung mit etwas ganz Wesentlichem an: Beurteilungen neutraler Dritter.

Zu den Anlagen zählen vor allem:

  • Arbeitszeugnisse
  • Bescheinigungen und Zertifikate
  • Referenzen und Empfehlungsschreiben

All diese Schreiben werden nicht von Ihnen verfasst, sondern von jemandem, der Ihre Leistung – möglichst neutral – zu bewerten hatte. Sie können dem Personaler also wertvolle Einsichten und Einblicke in Ihren Charakter, Ihr Arbeitsverhalten und Ihre Fähigkeiten liefern.

Im besten Fall stimmen die Aussagen und Noten in den Anlagen mit Ihrem Selbstbild, das Sie in der Bewerbung vermittelt haben, überein.

Auch hier bitte wieder auf die Form achten: Die Anlagen nicht als lose Blätter zu den restlichen Unterlagen stopfen, sondern ein Anlagenverzeichnis anfertigen.

Dieses platzieren Sie ans Ende des Anschreibens, aber nicht in den Lebenslauf. Alternativ können Sie es auch ins Deckblatt integrieren.

Erfassen Sie die Anlagen chronologisch – also nicht nach Art der Anlage, sondern nach dem Zeitraum. Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen in der Reihenfolge ihres Erwerbs anordnen.

Bewerbung: Wie viele Anlagen sollen rein?

Anlagen sollen dem Personaler als Beleg dafür dienen, dass Ihre eigenen Angaben korrekt sind. Und sie können zusätzliche Informationen beinhalten. Das kann insbesondere bei Absolventen hilfreich sein, die ja noch nicht über umfangreiche Berufserfahrung verfügen.

Sie müssen also nicht jede Anlage zwingend in die Bewerbung einbauen, sondern nur die, die belegen, dass Sie die erforderlichen Qualifikationen für die Stelle besitzen.

Selbst Ihr Abiturzeugnis ist kein Muss, sofern Sie ein bestimmtes Alter erreicht und Ihr Hochschulzeugnis beigefügt haben. Als Richtwert können Sie sich 30 Jahre merken. Ab dann haben die Abi-Noten keine wirklich herausragende Aussagekraft mehr.

Auch Praktika oder Zertifikate aus Branchen, die mit Ihrer aktuellen nicht das Geringste zu tun haben, können Sie gerne unterschlagen. Beispiel Führerschein: Dass Sie einen haben, ist nur wichtig, wenn Sie ihn für den Job auch brauchen. Das trifft auf Taxifahrer zu, auf Vertriebler oder Reporter – auf auf viele andere hingegen nicht.

Falls das Unternehmen diese Nachweise dennoch sehen will, können Sie sie außerdem immer noch nachreichen.

Trotz allem gilt: Bewerbungsunterlagen sollten stets vollständig sein. Dazu zählen:

  • Arbeitszeugnisse
  • Hochschulabschlusszeugnis
  • Berufsausbildungszeugnis
  • Zeugnis über den letzten Schulabschluss

Wie schon gesagt, das Schulzeugnis kann ab einem bestimmten Alter – und bei Vorhandensein eines Hochschulzeugnisses – entfallen.

Falls Sie nun über äußerst viele Anlagen verfügen – weil sie zum Beispiel sehr häufig den Job gewechselt haben – können Sie aussortieren. Denn der Personaler will sich nicht durch ein dickes Kompendium kämpfen, sondern sich einen schnellen Überblick verschaffen.

Darum noch diese Hinweise, damit Ihre Bewerbung nicht ausufert:

  • Mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse müssen Sie Ihrer Bewerbung nicht beifügen.
  • Die aktuellsten Zeugnisse auswählen.
  • Den Nachweis über die höchste (Hoch)Schulausbildung wählen.
  • Nicht mehr als zwei (möglichst aktuelle) Referenzen angeben.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung!

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