Bewerbungsunterlagen: So sind sie vollständig

Bewerbungsunterlagen vollstaendig tipps

Bei den Bewerbungsunterlagen ist Sorgfalt gefragt. Denn unmotiviert zusammengeschusterte Unterlagen geben dem Unternehmen einen ersten Eindruck von dem, was es da möglicherweise erwarten würde: einen verpeilten oder einfach nur faulen Mitarbeiter. Darum: Legen Sie Genauigkeit an den Tag, wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen erstellen. Das ist gar nicht so schwer. Worauf Sie dabei achten sollten…

Bewerbungsunterlagen: Daraus bestehen sie

Ohne professionelle Bewerbungsunterlagen sind Ihre Jobchancen auf dem Nullpunkt. Sie sollten sich also große Mühe geben, wenn sie Ihre Bewerbungsmappe zusammenstellen.

Und selbst wenn sie den Job dann nicht bekommen sollten, ist es keineswegs vergebliche Liebesmüh‘. Denn die einzelnen Elemente werden Sie auch für andere Bewerbungen noch gut gebrauchen können.

Zunächst muss das Grundgerüst stehen. Der klassische Aufbau Ihrer Bewerbungsunterlagen sieht so aus:

Es hängt ganz von Ihrem persönlichen Werdegang ab, wie umfangreich Ihre Bewerbungsunterlagen letztlich sind – je nachdem, ob sie mit vielen oder wenigen Zeugnissen, Empfehlungsschreiben oder Arbeitsproben aufwarten können.

Das Anschreiben sollte in keinem Fall mehr als zwei Seiten betragen. Auch gibt es von Seiten der Unternehmens bisweilen spezifische Vorgaben – zumal dann, wenn Sie die Bewerbung über ein Online-Formular eingeben müssen.

Vollständige Bewerbungsunterlagen: Was ist damit gemeint?

Grundsätzlich weisen Arbeitgeber in Stellenanzeigen gerne darauf hin, dass sie vollständige Bewerbungsunterlagen von ihren Bewerbern erwarten.

Das sollte Sie keineswegs beunruhigen. Wenn Sie alle Elemente, die vorhin aufgeführt worden sind, berücksichtigen, sind Ihre Unterlagen komplett. Und bei einer Online-Bewerbung, wie Sie heutzutage üblich ist, benötigen Sie nicht einmal eine Mappe. Auch das Deckblatt ist optional. Absolute Must-Haves sind im Prinzip nur Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Zeugnisse – und in manchen Fällen Arbeitsproben. Aber auch hier der Hinweis: Ein Unternehmen, das Arbeitsproben sehen möchte, weist in der Regel noch einmal extra darauf hin.

Warum also betonen manche Unternehmen, dass sie vollständige Bewerbungsterlagen haben wollen? Ganz einfach: Sie wollen Missverständnissen vorbeugen. Zum Beispiel dem, dass Sie als Bewerber ja auch erstmal eine Kurzbewerbung schreiben könnten. Eine Kurzbewerbung besteht nur aus Anschreiben und Lebenslauf und soll das Interesse der Gegenseite vorab ausloten. Der Hinweis auf vollständige Bewerbungsunterlagen sagt aber klipp und klar: Nein, eine Kurzbewerbung reicht in diesem Fall nicht aus.

Prinzipiell besagt der Hinweis also, dass die Bewerber doch bitte neben Bewerbungsschreiben und Lebenslauf auch Zeugnisse und Nachweise über ihre Qualifikationen beifügen sollen. Für die Unternehmen wäre es äußerst mühsam, den Bewerbern hinterher zu telefonieren und zu -mailen.

Bewerbungsunterlagen: Diese Bestandteile gehören hinein

Wie sehen die einzelnen Elemente in den Bewerbungsunterlagen aus? Karrieresprung zeigt sie ihnen:

  • Anschreiben

    Der Personaler wird zuerst das Anschreiben zu Gesicht bekommen, wenn er sich Ihren Bewerbungsunterlagen widmet. Und dann wird er weiterblättern, um zunächst den Lebenslauf zu überfliegen. Im Lebenslauf stecken die wichtigsten Fakten über Sie drin, er genießt Priorität.

    Das heißt aber nicht, dass das Anschreiben gar nicht so wichtig wäre. Im Gegenteil, es soll Ihre Motivation deutlich zum Ausdruck bringen. Es soll zeigen, wie gut Sie zum Unternehmen passen. Wenn dann auch noch die Arbeitserfahrungen stimmig sind, sind Sie ein heißer Kandidat auf die Stelle.

    Bitte beachten: Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Im Einzelfall dürfen es auch zwei Seiten sein, aber in keinem Fall mehr. Wer für sein Anschreiben drei oder noch mehr Seiten benötigt, belegt, dass er nicht gut zusammenfassen und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kann.

    Der Text des Anschreibens setzt sich klassischerweise aus vier Teilen zusammen:

    • Eine Einleitung, die spannend ist, neugierig macht und Interesse weckt.
    • Ein Hauptteil, der anhand von Beispielen Ihre Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle verdeutlicht.
    • Ein Unternehmensbezug, der dem Arbeitgeber in spe klar macht, warum er gerade von Ihnen als Mitarbeiter profitieren würde.
    • Ein Schlusssatz, mit dem Sie sich bedanken und Ihre Vorfreude auf ein mögliches Kennenlernen betonen.
  • Deckblatt

    Nein, Sie müssen nicht zwingend ein Deckblatt erstellen. Ihre Bewerbungsunterlagen sind auch ohne Deckblatt vollständig. Aber Sie können es in Ihre Bewerbungsunterlagen einbauen. Ein Deckblatt sieht optisch ansprechend aus, gibt eine Übersicht über die wichtigsten Informationen. Das kann es dem Empfänger leichter machen. Pluspunkt!

    Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, dann geben Sie ihm eine klare Überschrift wie Bewerbungsunterlagen oder Bewerbung. Danach folgen Ihr Name plus Kontaktdaten, ein Bewerbungsfoto, die angestrebte Position und eine kurze Inhaltsangabe der weiteren Unterlagen.

  • Lebenslauf

    Der Lebenslauf ist das wichtigste Element in Ihren Bewerbungsunterlagen. Ohne überzeugenden Lebenslauf werden Sie die Stelle nicht – oder nur in absoluten Ausnahmefällen – bekommen. Das zeigt sich schon daran, dass ein Personalverantwortlicher den Lebenslauf in der Regel zuerst liest – und auch als Letztes, bevor er eine Entscheidung über Sie trifft.

    Heutzutage ist der tabellarische Lebenslauf Usus, der eine übersichtliche Darstellung Ihres Werdegangs und Ihrer erworbenen Qualifikationen, Erfahrungen und Fähigkeiten enthält.

    Es ist meist nur ein kurzer Blick auf den Lebenslauf notwendig, um feststellen zu können, ob Sie die notwendigen Kompetenzen für die Stelle besitzen. Erst recht, wenn es viele Konkurrenten gibt. Logischerweise haben Sie mit einem weniger überzeugenden Lebenslauf nur dann Chancen, wenn die Rivalen nicht so zahlreich – oder erst gar nicht vorhanden – sind. Bedeutet in der realen Welt: Großkonzerne werden Sie ohne Top-Lebenslauf erst gar nicht einladen, kleinere Betriebe schon eher. Hier sind Angebot und Nachfrage ausschlaggebend.

    Ihr Lebenslauf sollte daher nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern vor allem übersichtlich aufgebaut und gut strukturiert sein. Versuchen Sie, die Kompetenzen herauszustellen, die für das jeweilige Unternehmen und die Stelle wichtig sind. Kompetenzen, die für die Stelle keine Relevanz haben, lassen Sie weg.

    Auch Hobbys und Interessen gehören hinein – aber nur dann, wenn sie einen Bezug zum Unternehmen oder Beruf haben.

  • Dritte Seite

    Für die sogenannte Dritte Seite gilt wie für das Deckblatt: Es handelt sich um ein Nice to have, nicht um ein Must-have. Sie können Ihren Bewerbungsunterlagen eine Dritte Seite spendieren, müssen es aber nicht.

    Prinzipiell sollte Sie nur dann eine Dritte Seite erstellen, wenn Sie auf dieser etwas wirklich Neues zu sagen haben. Eine reine Nacherzählung von Anschreiben oder Lebenslauf können Sie sich sparen.

    Am beliebtesten ist es, entweder ein Motivationsschreiben oder ein Kurzprofil des Bewerbers auf der Dritten Seite unterzubringen. Das Motivationsschreiben soll herausarbeiten, warum Sie sich für genau diese Stelle beworben haben. Das kann sinnvoll sein, wenn dieser Punkt nicht mehr komplett ins Anschreiben gepasst hat.

    In einem Kurzprofil listen Sie übersichtlich und stichpunktartig alle wichtigen Infos zu Ihrer Person auf. Ausbildung, Fähigkeiten, Schwerpunkte, Ziele. Das kann dem Personaler als zusätzliche Entscheidungshilfe dienen – hoffentlich zu Ihren Gunsten.

    Aber wiederum nur dann, wenn sich all die Punkte nicht schon in Ihrem tabellarischen Lebenslauf wiederfinden. Bitte keine Redundanzen, sondern (neue) Highlights!

  • Anlagen

    Ohne Anlagen sind Ihre Bewerbungsunterlagen nicht vollständig. Es sei denn, Sie verfügen aufgrund Ihres Alters oder Werdegangs über keinerlei Abschlüsse oder Arbeitserfahrungen (Schulabbrecher zum Beispiel). Wer keine Zeugnisse oder Arbeitsproben hat, kann sie auch nicht den Bewerbungsunterlagen beifügen.

    Für alle anderen gilt: Wählen Sie die Anlagen aus, die relevant für die jeweilige Stelle sind. Dazu gehören zunächst einmal die Zeugnisse von Schule, Hochschule oder Ausbildungsbetrieb. Dazu kommen Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber, Praktikumszeugnisse und -nachweise, Bescheinigungen von Fort- und Weiterbildungen sowie Nachweise über Sprachkennntisse.

    Wichtig sind vor allem die Arbeitszeugnisse. Sie zeigen, wie zufrieden Ihre früheren Arbeitgeber mit Ihnen waren. Ein wichtigeres Kriterium kann es für ein Unternehmen kaum geben. Wenn Sie ein Arbeitszeugnis mit einer sehr schlechten Bewertung in der Schublade haben, können Sie es auch dezent unter den Tisch fallen lassen.

    Andererseits werden fehlende Zeugnisse immer negativ ausgelegt, weil Ihnen dann genau das nachgesagt wird: Dass Sie etwas zu verheimlichen haben. Sie müssen also abwägen, was Ihnen mehr nützt oder schadet.

    Darüber hinaus dürfen Sie ebenfalls selektiv sein. Spanischkenntnisse sind vor allem dann interessant, wenn Sie sich bei einem internationalen Unternehmen bewerben. Dann das Zertifikat vom Sprachkurs unbedingt beifügen!

    Weglassen können Sie es hingegen, wenn Sie sich bei einer Tischlerei in Sachsen-Anhalt bewerben. Welchen Nutzen zieht dieser Arbeitgeber aus Ihren Spanisch-Kenntnissen? Eher keinen.

    Es sei denn, der Betrieb hat einen Lehrling direkt aus Spanien angeheuert, um seine Lücken zu füllen. Dann hätten Sie mit Spanisch geradezu ein Killer-Argument auf Ihrer Seite. Sie könnten eine Art Mentor und Bezugsperson im Betrieb für den jungen Spanier sein.

    Sie sehen: Welche Anlagen sinnvoll sind, hängt stets auch von den Rahmenbedingungen ab.

Bewerbungsunterlagen online: Worauf Sie achten sollten

Die gute alte Bewerbungsmappe aus Papier hat weitgehend ausgedient. Die Online-Bewerbung ist heute das Mittel der Wahl. Das bedeutet nun für Sie: Sie müssen Ihre Bewerbungsunterlagen über das Internet an Ihren Wunsch-Arbeitgeber versenden.

Dabei können Fehler unterlaufen, die es früher bei der Papiermappe nicht gegeben hat. Andere dagegen werden zur Unmöglichkeit – Eselsohren zum Beispiel. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der E-Mail-Bewerbung sowie jener über ein Online-Formular.

Vorteil bei Letzterer: Das Formular sagt Ihnen ganz genau, was es von Ihnen haben will – welche Anlagen, Dokumente und Nachweise. Wenn Sie Ihre Bewerbung hingegen per E-Mail verschicken, dann halten Sie sich einfach an obige Vorgaben.

Sie stellen also Ihre Bewerbungsunterlagen am Rechner zusammen und – das ist wichtig – fügen sie am Ende zu einem einzigen PDF-Dokument zusammen. Niemand will fünf oder zehn unterschiedliche Anhänge öffnen – umständlich! Achten Sie aber zugleich darauf, das PDF nicht zu überfrachten. Mehr als fünf oder zehn Megabyte sollte das PDF mit Ihren Bewerbungsunterlagen nicht umfassen.

Bewerbungsunterlagen online: 3 Tipps zur Passivsuche

Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Präsentieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen online! Damit könnten Sie Unternehmen selbst auf Ihre Fährte locken. Zur Passivsuche bieten sich an:

  1. Bewerbungshomepage

    Das ist eine Webseite, die Sie selbst erstellen und mit Ihren Daten füllen. Sie können Arbeitsproben und Ihren Lebenslauf hinterlegen und das Ganze mit persönlichen Interessen anreichern. Lassen Sie es ruhig menscheln! Die Domain geben unbedingt auch in Ihrer Bewerbung an. Optimalerweise erscheint die Seite bei einer Google-Suche auf Seite eins der Trefferliste. Wenn also ein potenzieller Arbeitgeber Ihren Namen googelt, stößt er direkt auf Ihre Bewerbungshomepage – und ist hoffentlich angetan.

  2. Social-Media-Profil

    Auch Karrierenetzwerke wie Xing und Linkedin entwickeln sich immer mehr zur professionellen Bewerberdatenbank. Zum Einen gleicht Ihr Standard-Profil schon einem Lebenslauf und zeigt einem Interessenten die wichtigsten Stationen an. Sie können aber noch professioneller an die Sache herangehen und weitere Daten einpflegen – Arbeitsproben oder auch Gehaltswünsche. Für bestimmte Services müssen Sie ein kostenpflichtiges Premium-Profil einrichten. Sie entscheiden selbst, ob es Ihnen das Geld wert ist. Wenn Sie aktuell einen Job suchen, könnte sich die Investition auszahlen.

  3. Bewerbungsdatenbank

    In den diversen Internet-Jobbörsen finden Sie über eine einfache Suche blitzschnell Stellen, die zu Ihnen passen könnten. Hinweis in eigener Sache: Schauen Sie sich hier bei Karrieresprung in unserer Jobbörse doch mal nach interessanten Stellen um. Darüber hinaus können Sie aber auch bei anderen Anbietern Ihre Bewerbungsunterlagen hochladen und den Unternehmen direkt zur Verfügung stellen.

[Bildnachweis: stockour by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch Schwächen (und Stärken): Die sind gut!

Vorstellungsgespräch Schwächen: Vor kaum einer Frage zittern Bewerber mehr als vor der nach den eigenen Schwächen. Dabei sind Schwächen menschlich. Jeder hat sie – und zwar in Hülle und Fülle. Darum ist es auch keine gute Strategie, Schwächen im Vorstellungsgespräch partout verschweigen zu wollen. Ein bisschen Vorsicht sollten Bewerber nichtsdestotrotz schon walten lassen. Vorstellungsgespräch Schwächen: Welche sinnvoll sind – und welche weniger…

Vorstellungsgespräch Schwächen: Diese bitte nicht!

Niemand mag diese Situation: Sie sitzen im Vorstellungsgespräch und werden mit der Frage nach Ihren größten Schwächen konfrontiert. Welche Strategie aus dem Hut zaubern: Flunkern, beschönigen, ablenken oder ignorieren? Am besten nichts von alledem!

Zunächst einmal sollten Sie von den Klassiker-Antworten absehen, die vor 15 oder 20 Jahren noch originell waren. Heute sind sie es nicht mehr. In diese Kategorie gehören Antworten wie:

  • Ich bin zu perfektionistisch.
  • Ich bin ungeduldig.
  • Ich arbeite zu viel.
  • Ich habe keine nennenswerten Schwächen.

Die letzte Antwort outet Sie augenblicklich als Großkotz. Das kommt bei niemandem gut an. Und es führt höchstwahrscheinlich dazu, dass Sie aus dem Rennen sind – denn keiner möchte einen arroganten Fatzke in sein Team holen.

Vorstellungsgespräch Schwächen: Ungeduldig und perfektionistisch?

Grundsätzlich ist die Taktik, eine Stärke zu einer vermeintlichen Schwäche umzuettiketieren, nicht mehr zeitgemäß. Personaler sind nicht dumm – sie durchschauen diese Vorgehensweise sofort.

Und wenn man ganz ehrlich ist, dann sind Ungeduld und Perfektionismus in Wahrheit auch keineswegs Stärken. Es sind negative Eigenschaften – nicht mehr und nicht weniger.

Geduld etwa ist eine Kardinalstugend – wer sie hat, geht nachweislich erfolgreicher durchs Leben. Sogar in der Schule haben Kinder große Vorteile, wenn sie einigermaßen geduldig sind. Darauf haben Studien bereits hingewiesen. Böse Zungen könnten sogar behaupten: Ungeduld ist eine Eigenschaft infantiler Menschen.

Sie korreliert darüber hinaus mit übersteigertem Ehrgeiz. Typ Lottogewinner: Das schnelle Geld – jetzt sofort! Aber bitte ohne den entsprechenden Einsatz. Erfolg aber ist ein Marathon, kein 100-Meter-Lauf. Wer das nicht kapiert, hat in einer Führungsposition nichts verloren. Erfahrung gewinnt man im Laufe seines Lebens – und sie bringt einen weiter. Ohne Geduld wiederum keine Erfahrung.

Perfektionismus könnte man als mangelnden Pragmatismus auslegen. Eine pragmatische Herangehensweise aber braucht, wer ein Startup großmachen oder eine Unternehmenskrise überwinden will. Perfektionisten offenbaren zudem, dass sie nicht einmal zu eigenen Schwächen stehen und konstruktiv mit ihnen umgehen können.

All das soll sagen: Nein, Ungeduld und Perfektionismus sind keine Stärken. Versuchen Sie erst gar nicht, sie zu welchen zu machen.

Vorstellungsgespräch Schwächen: Warum Sie zu ihnen stehen sollten

Darum kann der Rat nur lauten: Stehen Sie zu Ihren Schwächen und Defiziten! Jeder kennt den Spruch: Nobody is perfect. Auch Ihr Gegenüber kennt den – und er erwartet keinen Arbeits-Roboter ohne jede menschliche Macke.

Schwächen machen Sie menschlich. Außerdem können Sie an Schwächen arbeiten – sie sind gewissermaßen Entwicklungspotenziale. Und genau das ist der Casus Knaxus: Wer im Vorstellungsgespräch Schwächen zu einer Herausforderung erklärt, signalisiert Einsatz, Willen und unerschlossene Potenziale. Und zeigt überdies, dass er eine gefestigte Persönlichkeit, emotional reif und reflektiert ist. Damit können Arbeitgeber etwas anfangen!

Ein Unternehmen, dass Sie nur mit Ihren Stärken, aber nicht mit Ihren Schwächen will, hat Sie ohnehin nicht verdient. Das ist so ähnlich wie in einer Ehe. Den einen Prince Charming oder die perfekte Cinderella – sorry, wenn ich Sie enttäuschen muss – die gibt’s leider nicht.

Diverse Studien haben gezeigt, dass…

  • Business-School-Absolventen in Bewerbungsgesprächen besser abschneiden, wenn sie auf Killerfragen und die Frage nach den Schwächen wahrheitsgemäß und nicht nur positiv antworten.
  • Bewerber ihre Chancen um das Fünffache steigern, wenn sie im Vorstellungsgespräch selbstkritisch und authentisch sind.
  • Personaler sich für die Kandidaten entscheiden würden, die eine echte Schwäche zugegeben und nicht eine Stärke zu einer Schwäche gemacht hatten.

Vorstellungsgespräch Schwächen: Warum diese Frage?

Was bezweckt der Personaler eigentlich mit der Frage nach den Schwächen?

Nun, er will nicht wissen, ob sie für die Stelle qualifiziert sind oder nicht. Das hat er längst aus Ihrem Lebenslauf, aus Arbeitszeugnissen und Referenzen herausgelesen. Ein Entwickler, der keinen Code schreiben kann oder ein Verkäufer, dem der Umgang mit Menschen nicht behagt oder ein Handwerker mit zwei linken Händen – mit dieser Art Schwäche hätten Sie sich ja erst gar nicht beworben.

Was das Unternehmen wirklich über Sie wissen will, ist, ob Sie selbstkritisch genug und ehrlich zu sich selbst sind. Wesentliche Eigenschaften, um sich im Job verbessern und weiterentwickeln zu können.

Die beste Taktik für Sie als Bewerber lautet demzufolge: Geben Sie eine Schwäche guten Gewissens zu, aber verknüpfen Sie sie mit einem guten Vorsatz! Einige Beispiele folgen…

Vorstellungsgespräch Schwächen: Die sind gut!

Vorstellungsgespräch Schwächen: Diese Antworten sind auch empfehlenswert – aber nicht für jeden…

  • Networking

    Ich bin kein wirklich guter Networker, obwohl ich einer werden will. Mir fällt es manchmal schwer, die richtigen Kontakte zu knüpfen und auf Dauer aufrecht zu erhalten. Aber ich arbeite daran und bin gerade dabei, mir eine Xing-Strategie zurechtzulegen.

    Diese Antwort ist KEIN Schweizer Taschenmesser, nicht jeder sollte von ihr Gebrauch machen. Beispiel: Vertriebsleiter oder Pressesprecher von Unternehmen. Für sie ist es elementar, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. In anderen Positionen wäre diese Antwort dagegen gut, weil weniger relevant. Zudem handelt es sich um eine Schwäche, mit der sich so mancher identifizieren kann. Networking ist harte Arbeit, mühsam, manchmal auch lästig – und fällt vielen schwer.

  • Publikum

    Ich mag es nicht, vor größerem Publikum zu sprechen. Dann bin ich oft sehr nervös und fühle mich nicht wohl. Aber ich möchte das in den Griff kriegen und habe mich daher für einen Rhetorikkurs angemeldet.

    Jemand, der beruflich viel und öffentlich reden muss, sollte auf diese Antwort verzichten. Aber wenn Sie ohnehin kaum vor vielen Zuhörern referieren, wäre das eine legitime Antwort für Sie. Sie könnte sich zum Beispiel für Sachbearbeiter oder IT-Fachkräfte anbieten. Klar ist aber auch, dass es sich um eine Schwäche handelt und es besser wäre, an ihr zu arbeiten. Wenn Sie signalisieren, genau das tun zu wollen, können Sie sogar Punkte sammeln.

  • Ordnung

    Ich bin kein Messie, aber manchmal etwas unorganisiert. Dann fällt es mir schwer, den Überblick zu behalten und Aufgaben zu priorisieren. Darum versuche ich jetzt, vermehrt mit To-do-Listen und Zeitmanagement-Tools zu arbeiten.

    Ein Eventmanager sollte ein guter Organisator sein, die meisten Führungskräfte ebenfalls. Für sie ist diese Antwort weniger geeignet. Für Kreative aller Art aber könnte sie brauchbar sein. Ihnen wohnt ein kreatives Chaos inne, zu viel Ordnung und Ordentlichkeit würgt es möglicherweise ab. Grafikdesigner oder Art Direktoren können so antworten.

  • Ruhe

    Ich liebe es, mich mit meinen Kollegen auszutauschen. Aber um effizient zu arbeiten, muss ich mich fokussieren können und brauche meine Ruhe.

    Jeder Arbeitgeber verlangt Team- und Kommunikationsfähigkeit. Setzen Sie diese Antwort daher strategisch ein. Wenn Sie zum Beispiel wissen, dass die Firma Home-Office-Optionen anbietet oder viele Einzelbüros oder Rückzugsmöglichkeiten hat. Wenn sie über all das nicht verfügt, deutet dies vielleicht darauf hin, dass permanente Lärmpegel und Teamarbeit an der Tagesordnung sind – und dass Sie das aushalten müssen.

  • Fremdsprachen

    Meine Fremdsprachenkenntnisse sind eingerostet und daher ausbaufähig. Ich muss sie einfach häufiger sprechen. Genau das werde ich jetzt wieder tun. Ich habe mich für einen Tandemkurs im Internet angemeldet.

    Wenn Sie die Unternehmenspräsenz in Frankreich ausbauen sollen, dann sollten Sie Ihre Fremdsprachenkenntninisse lieber nicht in Frage stellen. In einem Job, in dem Sie ausschließlich auf deutsch kommunizieren, können Sie das schon eher. Natürlich ist Englisch die moderne Lingua franca und wird immer wichtiger. Wer sie nicht spricht, gerät ins Hintertreffen. Nennen Sie also lieber nicht Englisch, sondern eine andere Sprache.

  • Stärken

    Ich habe sicherlich viele Schwächen wie xx, yy oder zz. Aber ehrlich gesagt konzentriere ich mich auf meine Stärken und versuche, mich noch weiter zu verbessern.

    Keine Antwort für Generalisten, sondern für Spezialisten. Wenn Sie wahrhaft ein Meister Ihres Fachs sind, dann ist Ihre Top-Eigenschaft Ihr Kapital. Was bringt es Ihnen, noch etwas völlig anderes zu lernen? Dennoch ist die Antwort gewiss sehr gewagt, weil sie extrem selbstbewusst – manchem vielleicht schon arrogant – erscheint.

Vorstellungsgespräch Schwächen: Die sind auch gut!

Wenn Sie noch weitere Alternativen fürs Vorstellungsgespräch brauchen – wie wäre es mit diesen?

  • Meine praktische Erfahrung hält sich noch in Grenzen. (für Berufsanfänger)
  • Manchmal fällt es mir schwer, Nein zu sagen.
  • Es kommt vor, dass ich zu viel rede, um meine Meinung klar zum Ausdruck zu bringen.

Auch für diese Antworten gilt: Versuchen Sie, die Schwäche mit einem guten Vorsatz zu verknüpfen. Im ersten Beispiel ist das offensichtlich: Schließlich haben sie sich beworben, um genau diese Berufserfahrung jetzt zu sammeln.

Stärken im Vorstellungsgespräch: Welche nennen?

Die Frage nach den Stärken – sie ist das Gegenstück zu der nach den Schwächen. Was nicht heißen muss, dass sie weniger unangenehm wäre.

Zwar gibt es Bewerber, die jetzt zur Hochform auflaufen und sich selbst wie einen jungen Gott bewerben. Andere rattern genau die Punkte herunter, von denen sie glauben, dass sie von ihnen erwartet werden.

Der Grat ist erstaunlich schmal: Bewerber sollen sich einerseits nicht übermäßig hochjubeln, andererseits aber auch nicht zu bescheiden auftreten. Beides hat ein Geschmäckle.

Halten Sie sich daher an diese beiden Vorgaben:

  1. Übertreiben Sie es nicht!

    Ja, Sie sind ein 1-A-Bewerber. Ja, Sie sind sehr kompetent. Ja, Sie sind der oder die richtige für den Job. Aber nein, Sie sind weder Superman noch Wonder Woman. Loben Sie sich selbst also nicht in den Himmel, sondern bleiben Sie realistisch. Stellen Sie Ihre Stärken sachlich heraus.

  2. Bringen Sie Beispiele!

    Teamfähig sind wir doch alle, nicht wahr? Aber wie äußert sich Ihre Teamfähigkeit denn im Arbeitsalltag? Das sollten Sie mit praktischen Beispielen belegen. Ebenso Ihre harten Skills wie EDV-Kenntnisse. Legen Sie dar, wann und wo Sie erfolgreich mit Business-Intelligence-Tools gearbeitet haben und warum Ihnen dies leicht fällt und sogar Spaß macht. Das klappt natürlich umso besser, je mehr Berufserfahrung Sie schon gesammelt haben. Junge Bewerber können auch Beispiele aus der Schule, Uni oder aus Nebenjobs in ihre Argumentation einflechten.

Stärken im Vorstellungsgespräch: Das sind gute!

Hier sind einige Beispiele:

  • Stressresistenz

    Ich bin belastbar und kann auch unter Stress gute Leistungen abrufen. So war es auch in meinem früheren Job eigentlich immer, wenn eine Deadline vor der Tür stand. Druck hat mich immer angespornt und noch ein paar Prozent aus mir herausgekitzelt.

  • Zielstrebigkeit

    Ich weiß genau, was ich will und bin sehr zielstrebig. Das ist nicht einfach so dahergesagt. Ich wollte damals nach der Schule unbedingt eine Ausbildung zum Mediengestalter machen, habe aber am Anfang nur Absagen erhalten. Trotzdem habe ich immer weitergemacht, an meinen Bewerbungsunterlagen und an meinem Auftreten im Interview gearbeitet und schlussendlich auch einen guten Ausbildungsplatz bekommen.

  • Kreativität

    Ich bin sehr kreativ. Aber ich weiß auch, dass Kreativität harte Arbeit bedeutet. Man muss sich schon bemühen, kreative Ergebnisse zu erzielen. Darum habe ich zuhause eine Routine entwickelt, bei der ich mir eine knifflige Aufgabe überlege und eine halbe Stunde lang intensiv nach Lösungen suche. Das mache ich einmal pro Woche, manchmal sogar am Wochenende.

Sie sehen: Es geht keineswegs darum, „richtige“ Antworten zu geben. Sondern darum, offen und selbskritisch mit sich ins Gericht zu gehen. Zu zeigen, dass man reflektiert ist und ach nach Lösungen und Verbesserungsmöglichkeiten sucht.

Sie sollen vor allem zeigen, dass Sie jemand sind, mit dem man gerne zusammenarbeitet. Dann verzeiht Ihnen der Arbeitgeber (nahezu) jede Schwäche…

[Bildnachweis: g-stockstudio by Shutterstock.com]

Bewerbungsgespräch: Ablauf, Fragen, Vorbereitung

Das Bewerbungsgespräch ist die letzte Etappe auf dem Weg zur neuen Stelle – und die vielleicht schwierigste. Fettnäpfchen, in die Bewerber treten können, gibt es mehr als Tropfen im Meer. Wenn Sie so vielen wie möglich ausweichen und dafür selbst positive Akzente setzen, gehört der Job Ihnen. Karrieresprung sagt Ihnen, was im Bewerbungsgespräch wichtig ist.

Bewerbungsgespräch: So läuft es ab

Wer zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird, zittert manchmal vor Aufregung. Dabei ist es doch eigentlich ein Grund zu Freude. Das Unternehmen ist interessiert am Bewerber, will ihn näher kennenlernen und vielleicht sogar auf die Gehaltsliste aufnehmen.

Klar ist auch: Ein Bewerbungsgespräch wird einem Kandidaten nicht einfach so spendiert. Ihm muss eine Bewerbung – und damit Mühen und Anstrengung – vorausgehen.

Dabei gibt es verschiedene Arten von Bewerbungsgesprächen. Die klassische Variante ist das Präsenzgespräch im Unternehmen, bei dem der Bewerber einem oder mehreren Firmenvertretern gegenübersitzt. Auch wenn es Sie nervös macht: Betrachten Sie es als Kompliment, wenn Ihnen möglichst viele Menschen Löcher in den Bauch fragen. Je größer der Personenkreis, desto höher Ihre Wertigkeit. Bei einem Auszubildenden oder Praktikanten – wenngleich diese Stellen keinesfalls unwichtig sind – würde man sich diese Mühe nicht machen, in gehobenen Positionen schon eher.

Auch das Bewerbungsgespräch via Videoplattformen wie Skype darf man mittlerweile als etabliert betrachten. Es bietet den Vorteil, dass der Bewerber nicht extra anreisen muss, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen – das spart auch dem Unternehmen Zeit und Aufwand.

So können sich Bewerbungsgespräche unterscheiden

Ein Bewerbungsgespräch kann auf die eine oder die andere Art ablaufen. Zum Beispiel auf diese…

  • Strukturiert

    Der Personaler arbeite seinen Fragenkatalog ab, um mehr über Sie zu erfahren. Vorteil für ihn: Er kann alle Bewerber hinterher relativ einfach miteinander vergleichen. Vorteil für Sie: Auf ein strukturiertes Interview können Sie sich gut vorbereiten.

  • Stressfragenbasiert

    Hier möchte Sie das Unternehmen aus der Reserve locken, indem es Sie mit sogenannten Killerfragen unter Druck setzt – zum Beispiel durch eine provokative Frage. Sie sollen zeigen, dass sie auch in Stressituationen routiniert und souverän bleiben. Das sollen Sie im Job schließlich auch. Eine Stress-Frage kann auch in ein strukturiertes Interview eingebunden werden.

  • Offen

    In diesem Fall geht der Personalentscheider nicht seine Liste mit Fragen durch. Er versucht vielmehr, ein völlig offenes Gespräch mit dem Bewerber zu führen. So kann dieser beweisen, dass er ein Gespräch lenken und führen und selbst Akzente setzen kann. Nachteil aus Bewerbersicht: Wer nicht spontan oder aber sehr nervös ist, bekommt schnell Probleme.

  • Situativ

    Vor allem in Assessment Centern sind sie beliebt: Rollenspiele, mit deren Hilfe man sich in eine arbeitstypische Situation hineinversetzt. So will das Unternehmen herausfinden, ob Sie auch in der „realen Welt“ überzeugen oder nur im Jobinterview eloquent auftreten. Auch hier ist es für Bewerber wichtig, spontan und souverän aufzutreten.

So bereiten Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vor

Die Zeit zwischen der Einladung und dem Bewerbungsgespräch ist mitentscheidend. Je nachdem, ob und wie gut Sie sich vorbereiten, steigen Ihre Chancen auf die Stelle.

Spätestens jetzt müssen Sie die wichtigsten Informationen über das Unternehmen einholen:

  • Welche Standorte hat das Unternehmen?
  • In welcher wirtschaftlichen Lage befindet es sich (grob)?
  • Wie groß ist ist die Produktpalette?
  • Wie viele Mitarbeiter beschäftigt es?
  • Welche Werte verkörpert es?
  • In welchen Märkten ist es aktiv oder will es aktiv werden?
  • Welche denkwürdigen Ereignisse weist die Unternehmensgeschichte auf?

Der Personaler wird das Unternehmen im Bewerbungsgespräch normalerweise kurz vorstellen, aber die Basics sollten beim Bewerber schon vorab sitzen. Wer keine Ahnung hat, kann auch nicht sonderlich viel Interesse haben. Diese Message kommt bei Ihrem Gegenüber an, wenn Sie durch Unwissenheit glänzen.

Die gute Nachricht ist: Im Internet gibt es mittlerweile unzählige Quellen, die Sie kinderleicht anzapfen können. Da gibt es die Homepage des Unternehmens oder seinen Facebook-Auftritt. Auch ein Blick in die Presse via Google News lohnt sich. Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu oder Glassdoor geben weitere Einblicke.

Tipp eins also zur Vorbereitung: Holen Sie im Internet die wichtigsten Informationen ein!

Bewerbungsgespräch: Diese 2 Punkte sind wichtig!

Auch auf diese zwei Aspekte sollten vor Ihrem Bewerbungsgespräch ein großes Augenmerk legen:

  1. Anreise

    Wo findet das Bewerbungsgespräch statt? Das ist nicht immer sofort ersichtlich. Im Zweifel fragen sie einfach noch mal nach. Achten Sie auch auf die Abteilung, Etage, Raum, damit Sie am Ende nicht wie der Ochs vorm Berg stehen.

    Bedenken Sie: Wer fünf Minuten zu spät kommt, holt sich dicke fette Minuspunkte ab – und ist im Falle starker Konkurrenz direkt wieder draußen. Warum auch einen Zuspätkommer nehmen, wenn ich Bewerber von der gleichen Qualität bekomme, die pünktlich und somit zuverlässig sind?

    Planen Sie Ihre Anreise im Detail. Wenn Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, kalkulieren Sie Verspätungen mit ein und nehmen Sie eine oder gar zwei Bahnen früher. Und auch wenn Sie überpünktlich losfahren, kann es passieren, dass Sie das richtige Gebäude oder Zimmer nicht auf Anhieb finden. Darum den Weg vorab genau durchgehen. Fahrpläne und Karten im Netz wie Google Maps helfen.

  2. Kleidung

    Ein gepflegtes Äußeres ist Pflicht, keine Kür. Nägel schneiden, duschen, Zähne putzen – das sollten Selbstverständlichkeiten sein.

    Und was ist mit der Kleiderwahl? Ja, in der Bank geht es förmlicher zu als in der Werbeagentur. Aber wenn sie das Unternehmen nicht genau einschätzen können, halten Sie sich an den Grundsatz: Lieber overdressed als underdressed!

    Das schließt übrigens ein auffälliges Accessoire (Schal, Tasche) oder bunte Socken gar nicht aus. Studien haben gezeigt, dass man so aus der Masse der Bewerber herausragen kann. Also nur Mut!

    Auf Anfängerfehler verzichten Sie dagegen lieber. Also auf Fusseln, Knitterfalten oder gar Flecken auf dem Jackett. Und keine abgelaufenen Schuhe anziehen. Bringen Sie dem Unternehmen Wertschätzung entgegen – durch eine stilvolle Kleiderwahl.

So gehen Sie ins Bewerbungsgespräch

Der berühmte erste Eindruck – er zählt! Bereiten Sie sich penibel darauf vor, Ihrem Gastgeber die Hand zu schütteln (fester Händedruck), ihm in die Augen zu schauen, ihn dabei persönlich anzureden („Hallo, Herr Schulze“) und vor allem zu lächeln!

Üben Sie das ruhig vor dem Spiegel – und seien Sie auch zu Pförtner und Empfangsdame freundlich. Wenn diese Ihnen ein Lächeln zurückschenken, gehen Sie gleich mit besserer Laune ins Bewerbungsgespräch.

Und: Wenn Sie gut vorbereitet sind, sind Sie selbstbewusster. Das strahlt auf Ihre Körpersprache ab.

Ein Tipp: Gehen sie kurz vor dem Interview noch einmal auf die Toilette, um sich den Schweiß von Händen und Stirn zu wischen. Ein fester Händedruck ist nur noch halb so eindrucksvoll, wenn er gleichzeitig sehr feucht ist. Bei der Gelegenheit können Sie noch schnell ein Menthol-Bonbon einwerfen, um möglichen Mundgeruch zu vertreiben.

So verhalten Sie sich im Bewerbungsgespräch

Warten Sie, bis der Jobinterviewer Sie hineinbittet und Sie auffordert, Platz zu nehmen. Er ist derjenige, der die Ansagen macht. Und er will im Bewerbungsgespräch etwas über Sie, Ihre…

  • Persönlichkeit
  • Motivation
  • Ziele

erfahren.

Und auch wenn man etwas anderes vermuten würde: Im Bewerbungsgespräch ist Ihre Persönlichkeit der alles entscheidende Faktor. Der Personaler will herausfinden, ob und wie gut Sie ins Team passen. Er will wissen, ob der sogenannte Cultural Fit stimmt.

Tut er das nicht, werden Sie den Job nicht bekommen – völlig unabhängig davon, wie gut Ihre Qualifikationen sind (es sei denn, Sie sind mehr oder weniger der einzige Bewerber und werden dringlichst gebraucht). Ihre Motivation ist sowieso unmittelbar mit Ihrer Persönlichkeit verknüpft. Ein starker Charakter ist per se leistungsbereit und ehrgeizig.

Wenn Sie Ihr Gegenüber sympathisch findet, ist das definitiv ein großer Vorteil. Üben Sie sich also ruhig ein bisschen im Smalltalk, das kann Punkte bringen (allerdings auch Abzüge). Die Wahrheit ist: Wer im Bewerbungsgespräch schleimt, dem Personaler nach dem Mund redet und hier und da eine Gemeinsamkeit herausstellt, erhöht seine Chancen auf die Wunschstelle. Das lässt sich mit wissenschaftlichen Studien belegen.

Dies ist aber keine Handlungsanweisung. Wenn sie kein Schleimer sein wollen, dann ist das nur allzu verständlich. Aber merken Sie sich eins: Das Bewerbungsgespräch ist KEIN Debattierclub. Für inhaltliche Auseinandersetzungen ist hinterher im Berufsalltag noch genügend Zeit.

Allerdings gibt es auch hier wieder Ausnahmen: Wenn Sie als Bewerber eine Case Study lösen sollen, müssen Sie Ihre Lösung hinterher verteidigen – auch gegen die Einwände Ihres Gegenübers.

Ohnehin müssen Sie im Bewerbungsgespräch Verkäuferqualitäten nachweisen. Sie verkaufen Ihre Stärken und Qualifikationen. Wenn Ihnen das nicht liegt, üben Sie es zuhause und überlegen sich ein paar gute Verkaufsargumente. Vertriebler wissen: Am erfolgreichsten sind die, die genau in der Mitte der Extreme liegen. Sie sollten also nicht den übereifrigen Dampfplauderer heraushängen, sich aber auch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen lassen. Der Mittelweg ist oft der beste – auch im Bewerbungsgespräch.

Bewerbungsgespräch: Was Sie lieber sein lassen

Wichtig ist nicht allein, was Sie sagen oder nicht sagen – sondern auch, WIE Sie es sagen. Stimmlage, Sprechtempo, Betonung. Und, mit welcher Gestik und Mimik Sie das Gesagte untermauern.

Setzen Sie gerne Ihre Hände ein und gestikulieren Sie. Aber bitte nicht an den Fingernägeln kauen, nervös mit einem Bein auf den Boden tippen oder die Arme verschränken. Überlegen Sie sich am besten schon vorher eine angenehme Sitzposition, in der Sie sich wohl fühlen. Und blicken Sie dem Gesprächspartner währenddessen in die Augen – nicht immer, aber meistens.

Dass Sie Ihren beruflichen Werdegang umreißen können, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber bitte nicht alle Punkte chronologisch aufzählen, sondern Höhepunkte setzen. Was macht vermutlich den größten Eindruck? Was ist für die Stelle relevant? Womit können Sie Ihre Fähigkeiten untermauern?

Frage: Ein Profi-Fußballer, der zehn Jahre lang in der Dritten Liga beim VfL Osnabrück gekickt hat und zwischendurch für ein Jahr vom Bundesligisten FC Schalke verpflichtet wurde – womit wird der in der Disco angeben? Mit seinem Bundesliga-Engagement natürlich. Obwohl das im Grunde nur eine ganz kleine Episode war. So ähnlich ist es auch mit Ihrem Lebenslauf. überlegen Sie sich vorher genau, was wirklich Punkte bringt – ohne im Bewerbungsgespräch zum arroganten Angeber zu mutieren.

Wichtiger Hinweis: Unterschätzen Sie nicht das rhetorische Stilmittel der Pause! Sie müssen nicht auf jede Frage wie aus der Pistole geschossen antworten. Im Gegenteil: Pausen zeugen von Überlegung und Selbstreflexion. Und Sie beweisen Souveränitä und Selbstsicherheit, wenn Sie nicht jede Gesprächspause künstlich wegquatschen.

Wenn Sie nur auswendig lernen und aufsagen, merkt das der Personaler. Er will aber auch wissen, wie Sie in Stresssituationen reagieren, ob Sie den Überblick behalten. Darum: Keine Schnellschüsse!

Bewerbungsgespräch: Darüber reden Sie

Sie werden natürlich über Ihren beruflichen Werdegang parlieren müssen – aber nicht ausschließlich. Maximal zehn Minuten nimmt die Selbstpräsentation ein. Die wichtigsten Fakten hat der Personaler längst Ihrem Lebenslauf entnommen.

Dann werden die Fragen nach Ihrer Motivation auftauchen. Optimal ist es, wenn Sie einen Bogen von Ihrer Persönlicheit über die Ziele des Unternehmens bis zur ausgeschriebenen Stelle spannen können. Wenn es einen Bezug zwischen all dem gibt. Simples Beispiel: Sie bewerben sich bei Spielwarenmacher Lego und haben selbst als Kind die bunten Steinchen geliebt – und wollen nun mithelfen, dieses Gefühl an die nächste Generation weiterzugeben.

Vor der Frage nach Ihren Stärken und Schwächen haben viele Bewerber Bammel. Bei Ihren Stärken sollte es sich um Qualitäten handeln, die im Job überaus wichtig sind – aber Allgemeinplätze wie Teamfähigkeit oder Einsatzbereitschaft kann kein Personaler mehr hören.

Auf der anderen Seite versuchen Sie bitte nicht, eine Stärke in eine Schwäche umzudeklarieren. Die Klassiker sind Ungeduld und Perfektionismus. Nennen Sie eine echte Schwäche – aber eine, die nicht so stark ins Gewicht fällt. Diese Schwäche verbinden Sie mit dem Ziel, daran zu arbeiten und besser werden zu wollen.

Vorsicht ist auch bei Fragen zum alten Arbeitgeber angesagt: Lästern ist keine Tugend, völlige Kritiklosigkeit dagegen unrealistisch. Ein Kompromiss könnte sich so anhören: „Wir haben insgesamt super zusammengearbeitet, auch wenn es wie überall hier und da mal eine Meinungsverschiedenheit gab.“ Waschen Sie keine schmutzige Wäsche mit ihrem Ex. Daran erkennt ein Unternehmen, ob es Ihnen vertrauen kann oder nicht. Richten Sie Ihren Blick lieber in die Zukunft und betonen sie, wie sehr Sie sich auf die neue Herausforderung freuen würden.

So verabschieden Sie sich aus dem Bewerbungsgespräch

Wenn das Ende naht, ahnt der Bewerber meist schon, ob er sich gut oder weniger gut geschlagen hat. Aber Achtung: Auf der Zielgeraden kann noch eine ganze Menge passieren. Sie können entscheidende Meter gut machen, aber Ihren Vorsprung auch wieder einbüßen.

Warten Sie, bis der Gesprächspartner Sie hinausbegleitet. Verabschieden Sie sich persönlich und bedanken Sie sich höflich für das Gespräch („Danke Herr Schulze, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Hat mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen.“). Kräftiger Händedruck, in die Augen schauen und freundlich lächeln. Warum ausgerechnet jetzt noch Punkte liegenlassen?

Sie selbst können aus dem Bewerbungsgespräch in jedem Fall wichtige Lehren mitnehmen. Halten Sie also kurz inne und fragen sich: Was ist gut gelaufen? Was hätten Sie besser machen können? Worauf waren Sie nicht vorbereitet? Was hat sich ausgezahlt? Und Sie müssen sich darüber klar werden, ob das Unternehmen und die Stelle überhaupt Ihren Erwartungen entspricht. Wollen Sie dort überhaupt arbeiten?

Wenn ja, dann dürfen Sie sich ruhig nachträglich per Mail bei Ihrem Gesprächspartner bedanken. Aber nur kurz und nicht zu aufdringlich. Denn nicht nur Singles wissen: Wer allzu verzweifelt wirkt, bekommt einen Korb.

[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

Schriftarten in der Bewerbung: Diese sollten Sie wählen

Schriftarten in der Bewerbung sind in der Regel nichts, über das sich Bewerber den Kopf zermartern. Mit den klassischen Schriftarten können Bewerber ja im Grunde nichts falsch machen. Aber welche Schriftgröße ist die richtige? Und kann man sich mit Times New Roman von der Konkurrenz abheben? Nein, das wohl nicht. Wer aus der Masse hervorstechen will, muss wohl doch auf andere Schriftarten in der Bewerbung zurückgreifen…

Schriftarten in der Bewerbung: Warum sind sie wichtig?

Aus dem Jahr 2008 stammt eine der bekanntesten Studien zum Thema. Damals präsentierte die Psychologin Dawn Shaik 185 Probanden Lebensläufe, die inhaltlich identisch waren – in punkto Schriftarten aber große Unterschiede aufwiesen. Danach sollten die Studienteilnehmer den Bewerbern Charaktereigenschaften zuweisen.

Ergebnis: Die verschiedenen Schriftbilder sorgten dafür, dass die Bewerber als unterschiedlich erfahren, professionell, reif, kompetent und vertrauenswürdig eingestuft wurden.

Das bedeutet: Die Wirkung von Schriftarten in der Bewerbung sollten Bewerber keinesfalls unterschätzen. Sie könnte im Zweifel den Ausschlag über ein OK oder ein Nein, danke geben.

Natürlich hängt viel von persönlichen Geschmäckern ab – und von Trends und Modeerscheinungen. Ein klares Richtig oder Falsch kann es in Bezug auf Schriftarten in der Bewerbung kaum geben. Zumindest aber sollte man als Bewerber ein Auge darauf haben und das Thema nicht gänzlich beiseite wischen…

Schriftarten in der Bewerbung: Welche ist die richtige?

Die einen halten Times New Roman für eine Universalwaffe, für die anderen ist sie einfach nur altmodisch und langweilig. Das Gleiche ließe sich über Arial sagen, das oft in Geschäftsbriefen verwendet wird. Die Meinungen über Schriftarten gehen auseinander, so viel steht fest.

Brian Hoff, Chef einer Designagentur, betitelte die Times New Roman im US-Fernsehen sogar einmal als „Jogginghose unter den Schriftarten“. Begründung: Ihre Wahl zeige, dass sich der Bewerber keinerlei Gedanken über die richtige Schriftart gemacht habe. Es stimmt ja auch: Wer es sich leicht machen will, wählt Times New Roman. Das könnte man streng genommen als geistige Faulheit auslegen.

Ob jeder Personaler dies ebenfalls so sieht, ist allerdings fraglich. So manchem wird eine seriöse Allzweckwaffe wie Times New Roman lieber sein als eine ultra-kreative Feder.

Und dennoch: Wer eine spezielle Schriftart in der Bewerbung wählt, kann sich von den anderen Kandidaten abheben und dem Personalbüro signalisieren, dass er sich bis ins kleinste Bewerbungsdetail Gedanken gemacht hat. So viel Sorgfalt, Genauigkeit und Detailverliebtheit müssen doch einfach belohnt werden, oder?

Also nochmal: Greifen Sie in der Bewerbung gerne auf Arial oder Times New Roman zurück. Die Wahrscheinlichkeit, damit etwas falsch zu machen, ist äußerst gering. Aber wenn Sie mögen, dann versuchen Sie es auch mal mit einer Alternative.

Dabei muss es sich nicht einmal zwingend um Schriftarten handeln, die in Ihrer Standard-Textverarbeitung wie Word oder Open Office vorhanden sind. Sie können auch einfach im Gratis-Pool der Google Fonts stöbern, in dem es Hundere Schriftarten gibt.

Sie könnten es zum Beispiel mit diesen zwei Serifenschriften versuchen:

  • Lusitana
  • PT Serif

Oder mit diesen zwei serifenlosen Schriften:

  • Alegreya Sans
  • Josefin Sans

Schriftarten in der Bewerbung: Welche nicht verwenden?

Folgen Sie bitte stets dem inoffiziellen Design-Gesetz: Form follows Function. Die schönste Optik bringt nichts, wenn sie die Übersichtlichkeit oder Struktur Ihrer Bewerbung zerstört. Sich optisch vom Rest abheben? Ja, gerne. Auffallen um jeden Preis? Auf keinen Fall.

Wenn der Personaler vor lauter Schnörkeln und Verzierungen gar nicht mehr weiß, wo er hingucken soll, dann werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Denn es gibt auch sehr viele Schriftarten, die in formellen Schreiben unangenehm auffallen, weil sie zu verspielt und schnörkelig und unseriös sind. Dazu zählen beispielsweise:

  • Comic Sans
  • Casual
  • Lobster Two
  • Courier
  • Bernard
  • Impact

Bewerbung: Welche Rolle spielt die Optik?

Eine gar nicht so geringe. Für den Erfolg einer Bewerbung sind die Inhalte sicherlich wichtiger. Aber unterschätzen Sie bitte die Wirkung der Optik nicht.

Die Ruhr-Universität Bochum fand in einer Umfrage heraus, dass die Optik von Anschreiben und Lebenslauf für zwei Drittel der Personaler ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellt. Demgegenüber fanden aber nur 16 Prozent der Befragten die Optik der Bewerbungsmappen, die bei ihnen auf dem Tisch landen, optisch gelungen.

Wichtig ist den Personalverantwortlichen zudem eine Formatierung nach DIN 5008 und ein Anschreiben, das nicht länger als eine Seite und frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ist. Beim Lebenslauf wiederum ist die Übersichtlichkeit entscheidend.

Schriftarten in der Bewerbung: Die wichtigsten Regeln

Es sollte eigentlich ein klares No-Go sein, aber dennoch kommt ein Fehler immer wieder vor. Merken Sie sich als Top-Regel: Die Schriftart sollte in der gesamten Bewerbung dieselbe – also einheitlich in Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite und/oder Motivationsschreiben – sein. Es zeugt von mangelnder Sorgfalt, wenn Sie das Anschreiben in Arial verfassen, den Lebenslauf aber in Times New Roman. Und: Das Ganze bitte stets Schwarz auf Weiß.

Eine wilde Mischung ist nichts, das überzeugt. Das gilt auch für den Inhalt. Personaler mögen es, wenn es so etwas wie einen roten Faden gibt.

Es gibt aber Ausnahmen: So können Sie für die Schriftarten, die Ihre ehemaligen Schulen, Unis oder Arbeitgeber auf ihren Zeugnissen verwendet haben, nichts. Unterschiedliche Zeugnisse, unterschiedliche Schriftarten – das ist nicht zu ändern.

Zusammengefasst: Der Inhalt ist die Pflicht, die Optik die Kür. Und die Schriftart ist ein kleiner, aber feiner Bestandteil Ihrer Kür. Um in der Eiskunstlaufsprache zu bleiben: Hier können Sie ein paar Zehntelpunkte herausholen – wer weiß, vielleicht sind es ja die entscheidenden.

Bei der Wahl der Schriftarten in der Bewerbung achten Sie am besten auf diese Aspekte:

  • Lesbarkeit

    Auch hier soll noch einmal an das schlaue Credo Form follows function erinnert werden. Ihre Schrift sollte vor allem gut lesbar sein. Eine Schriftart, die der Leser nur mühsam entziffern kann, bringt fette Minuspunkte und wird ihm die Zornesfalten auf die Stirn treiben. Verzichten Sie also in der Bewerbung auf Designschriften oder solche mit sehr vielen Schnörkeln.

    Besser sind sogenannte Serifenschriften, weil sie die Buchstaben dezent miteinander verbinden und damit den Lesefluss verbessern. Serifenlose Schriftarten sind das Gegenstück dazu. Sie werden auch als „groteske Schriften“ bezeichnet. Kurze, prägnante Überschriften können mit ihnen gut abgebildet werden.

    Hier sind einige der beliebtesten Serifenschriften:

    • Times Book Antiqua
    • Cambria
    • Courier
    • Georgia
    • Times New Roman

    Hier sind einige der beliebtesten serifenlosen Schriften:

    • Arial
    • Helvetica
    • Calibri
    • Tahoma
    • Trebuchet
    • Verdana
  • Seriosität

    Die Klassiker heißen Arial und Times New Roman. Sie sehen möglicherweise langweilig aus, aber eben auch professionell und seriös. Nichts falsch machen können Sie damit insbesondere dann, wenn Sie sich in konservativen Branchen bewerben. Dann greifen Sie auf eine klassische, nüchterne Schriftart zurück.

    Wenn sie sich dagegen für einen modernen oder kreativen Job bewerben, können Sie es ach mit einer ausgefallenen Schriftart versuchen. Das ist wohlgemerkt ein Kann, kein Muss.

  • Verbindung

    Unternehmen verfügen heute in der Regel über ein Corporate Design. Das heißt, sie stimmen Logo, Unternehmensfarben und Schriftarten genau aufeinander ab. Unzählige Vorgaben, damit die Firma ein professionelles und einheitliches Bild nach außen abgibt. In manchen Fälen können Sie das für sich nutzen – indem Sie die Schriftart des Unternehmens in Ihrer Bewerbung verwenden.

    Oder eine Typo, die zum Unternehmen passt. So schaffen Sie ganz subtil eine direkte Verbindung, suggerieren, dass Sie schon dazugehören. Dem Corporate Design eines Unternehmens können sie auf dessen Webseite nachstöbern.

  • Verfügbarkeit

    Möglich, dass sie eine ausgefallene Schriftart gewählt haben, die beim Empfänger gar nicht verfügbar ist. Das ist vor allem bei Online-Bewerbungen problematisch. Die Bewerbungsunterlagen sehen dann zerschossen aus – das gibt Minuspunkte sogar dann, wenn Sie bei der Bewerbung hochprofessionell zu Werke gegangen sind.

Schriftarten: In welcher Schriftgröße?

Auch in Bezug auf die Schriftgröße gilt: Es gibt kein ehernes Gesetz, sondern kommt auf Geschmack und Common Sense an. Wer sich in einer Werbeagentur bewirbt und auffallen will, darf es gerne mit einer XL-Größe probieren. Grundsätzlich gilt ohnehin: Lieber zu groß als zu klein, andernfalls leidet die Lesbarkeit. Und außerdem…

  • sind nicht alle Personaler mit Adleraugen gesegnet.
  • wirkt Kleingedrucktes kleinlich und erinnert womöglich an AGB. Und die will wirklich keiner lesen.

Sehr große Schriften indes wirken oft kindisch oder clownesque. Am besten also, Sie orientieren sich an der Standard-Größe von 12 Punkt. Das ist die gebräuchlichste und perfekt lesbar ist sie auch.

Aber es gibt schon wieder ein kleines Problem: Denn nicht jede Schriftart ist in Schriftgröße 12 gleich groß. Es kommt also erneut auf die Schriftart an, die Sie verwenden.

Was Sie machen können, um origineller und individueller aufzutreten: Experimentieren Sie mit der 11-13-15-Regel. Die funktioniert so:

  • 11 Punkt

    Ihren gesamten Fließtext verfassen Sie in Größe 11. Dazu zählen Anschreiben sowie längere Textpassagen im Lebenslauf. Nehmen Sie dafür eine Schrift mit Serifen.

  • 13 Punkt

    In dieser Größe schreiben Sie ausschließlich das Datum, den Absender, die Adressen und Zwischenüberschriften – auch im Lebenslauf. Groteske Schriften bieten sich dafür an.

  • 15 Punkt

    Ihr Name ist es, der sich in das Kleinhirn des Leser einbrennen soll. Darum schreiben Sie ihn im Kopf jeder Seite extra-groß in Schriftgröße 15. So sticht er hervor und bleibt in Erinnerung. Verwenden Sie dafür eine serifenlose Schrift.

Wenn Sie sich jetzt fragen, warum Sie ausgerechnet diese krumme Größen nutzen sollten, dann lautet die Antwort ganz einfach: Weil diese Größen außergewöhnlich sind. Die Mehrheit folgt dem Schema 12-14-16. Darum werden Sie mit 11-13-15 eher auffallen.

Darüber hinaus können Sie das Schriftbild mit Kursiven und Fettschriften auflockern. Aber bitte nicht willkürlich einsetzen, sondern systematisch – zum Beispiel alle Monatsabgaben fett schreiben.

[Bildnachweis: Undrey by Shutterstock.com]

EDV Kenntnisse: So wichtig sind sie im Lebenslauf

EDV Kenntnisse werden in unserer digitalisierten Welt immer wichtiger. Natürlich kommt es auf den Job an: In manchen Fällen reicht simples Office-Wissen, in anderen sind komplexe Big-Data-Anwendungen gefragt. Die Bandbreite ist gewaltig: Es gibt heutzutage Content-Management-Systeme, Business Intelligence-Tools, Programmiersprachen und Datenbanken, Social Media und Sicherheitsarchitekturen. Wer braucht was? Und wo im Lebenslauf gebe ich meine EDV Kenntnisse an? Karrieresprung hilft Ihnen weiter…

EDV Kenntnisse Beispiele: Welche gibt es?

Das Akronym EDV steht für „Elektronische Datenverarbeitung“. Es handelt sich im Grunde um einen Uralt-Begriff, der sich schon vor Jahrzehnten in der Bewerbersprache etabliert hat. Heute ist er ein Oberbegriff für viele einzelne IT-Kenntnisse.

Darunter fällt jegliches Know-how im Umgang mit Computern, sämtliche Skills und Qualifikationen. Es macht also auch keinen Sinn, die eigenen EDV-Kenntnisse mit einer einzigen Schulnote zusammenzufassen: „sehr gut“ oder „gut“. Bewerber sollten in ihrer Bewerbung differenzierter sein.

Unter EDV-Kenntnisse fallen insbesondere:

  • Textverarbeitungsprogramme (z.B. Microsoft Word)
  • Tabellenkalkulation (Excel)
  • Bildbearbeitungsprogramme und Grafikdesign (Photoshop)
  • Präsentationsprogramme (Powerpoint)
  • Programmiersprachen
  • Datenbankmanagement
  • Content-Management-Systeme (CMS)
  • Social Media
  • Netzwerktechnik
  • IT-Security
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Unternehmenssoftware (SAP)
  • Hardware
  • Big Data
  • E-Commerce

Je mehr Einzelskills Sie mitbringen, desto größer sind Ihre EDV Kenntnisse insgesamt. Aber: Nicht jeder einzelne Punkt ist zwingend wichtig für Ihre Bewerbung.

Wenn Sie ein wahrer IT-Allrounder sind, dann ist es im Zweifel sinnvoller, sich in der Bewerbung auf die IT-Kenntnisse zu beschränken, die für den jeweiligen Job relevant sind.

Ein Programmierer braucht normalerweise keine SAP-Kenntnisse, muss dafür aber sicher im Umgang mit Programmiersprachen sein. Ein Social Media Manager muss dagegen nicht programmieren können, SEO-Wissen aber bringt ihm jede Menge Pluspunkte. Ein SEO-Experte, der zugleich ein Top-Fotograf ist und exzellent Bilder mit Photoshop bearbeiten kann, hat im Arbeitsalltag mitunter Vorteile.

Achten Sie also genau darauf, was in der Stellenanzeige gefordert wird und was im Beruf wichtig ist. Nur diese EDV-Kenntnisse sind relevant – und möglicherweise jene, die Sie so gut beherrschen, dass Ihr Arbeitgeber einen Extranutzen davonträgt. Das könnte Ihnen auch Einkommensvorteile bescheren.

EDV Kenntnisse: Wo gebe ich sie im Lebenslauf an?

Eine Bewerbung ohne EDV Kenntnisse? Das ist heutzutage schon fast ein Sonderfall – und in vielen Fällen sogar aussichtslos. Wo aber gebe ich meine EDV-Kenntnisse in der Bewerbung genau an?

Antwort: Ihre EDV-Kenntnisse gehören vor allem in den tabellarischen Lebenslauf. Bilden Sie dafür eine eigene Kategorie und listen Sie Ihre IT-Skills dort auf – wohlgemerkt nur jene, die relevant sind oder die Sie extrem gut beherrschen.

Übrigens: Sie können statt EDV Kenntnisse auch IT-Kenntnisse oder Computerkenntnisse als Oberbegriff wählen, wenn Ihnen EDV zu altbacken klingt.

Achten Sie darauf, die IT-Skills möglichst sauber zu strukturieren und zu unterteilen: in Datenverarbeitungsprogramme, Programmiersprachen usw. Bedenken Sie: Personaler mögen kaum etwas so sehr wie Übersichtlichkeit. Diese erleichtert ihnen die Arbeit – und zeigt ihnen außerdem, dass sie es mit einem strukturierten Bewerber zu tun haben.

Nur wenn EDV-Kenntnisse für den Job nicht sonderlich relevant sind, können Sie auf eine eigene Rubrik verzichten und sie mit anderen, den besonderen Fähigkeiten, zusammen einordnen. Beispiel: In einer Bewerbung für einen Nebenjob in der Gastronomie sind EDV-Kenntnisse weniger interessant. Es wäre geradezu merkwürdig, wenn Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen extra darauf hinweisen würden.

Auch im Anschreiben können sie auf Ihre EDV-Kenntnisse eingehen – und sollten es sogar, wenn sie für die Stelle relevant sind. Dann aber bitte nicht alle Fähigkeiten herunterrattern, sondern möglichst nur eine Top-Fähigkeit herausstellen und erklären.

6 Tipps, wie Sie Ihre EDV Kenntnisse zur Geltung bringen

Wie setzen Sie Ihre EDV Kenntnisse in der Bewerbung gekonnt in Szene? Mit diesen 6 Tipps gelingt es:

  1. Abstufung

    Ein Programmierer beherrscht nicht jede Programmiersprache gleich gut. Eine Bürokraft ist nicht in allen Office-Programmen bewandert. Erleichtern Sie dem Unternehmen die Arbeit, indem Sie Ihre Fähigkeiten sinnvoll abstufen.

    Das geht mithilfe von Schulnoten oder einer Unterteilung in Grundkenntnisse, Fortgeschrittene Kenntnisse und Sehr gute, Experten– oder Hervorragende Kenntnisse.

    IT-Skills, über die Sie nicht verfügen, die aber auch gar nicht benötigt werden, lassen Sie direkt außen vor. Es wäre unklug, sich selbst die Note Sechs zu verpassen.

  2. Ehrlichkeit

    Bleiben Sie ehrlich – alles andere hilft weder Ihnen noch dem Unternehmen. Früher oder später kommt heraus, dass Sie die Programmiersprache Python gar nicht beherrschen.

    Wenn Sie den Job deshalb nicht machen können, werden Sie in ihm weder glücklich noch erfolgreich, sondern fliegen womöglich schon in der Probezeit hinaus. Das beschert Ihnen mittel- bis langfristig also nur Probleme.

    Ein bisschen Übertreibung bleibt aber natürlich erlaubt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie in der Bewerbung Ihre SAP-Kenntnisse mit einer 2 oder 3 bewerten sollen, dann wählen Sie die bessere Note. Ehrlichkeit? Ja. Understatement? Nein!

  3. Details

    Noch besser als Schulnoten sind konkrete Projekte und Erfolge. Sie haben eine eigene App entwickelt? Ein Computerspiel programmiert? Beim vorherigen Arbeitgeber ein IT-Team geleitet? Dann unbedingt rein damit in die Bewerbung. Nichts ist so effektiv wie eine gehaltvolle Referenz. Sie hat mehr Aussagekraft als eine Note, die man sich selbst gegeben hat.

    Dabei muss es sich nicht immer um die ganz großen Projekte handeln – auch kleine Erfolge können Eindruck schinden. Es kommt gut generell an, wenn Sie darlegen können, Ihre EDV-Kenntnisse schon in die Tat umgesetzt zu haben.

  4. Zeugnisse

    Eine gute Referenz ist noch wertvoller, wenn sie von einem Dritten beglaubigt wurde. Beispielsweise in Form eines Zeugnisses oder Zertfikats. Dabei kann es sich um Zeugnisse von Modulen, Abschlussarbeiten oder Kursen in der Universität oder ein Zeritfikat von Online-Anbietern wie Coursera oder Udacity handeln.

    Wenn es der Personaler schwarz auf weiß von einer unabhängigen Quelle hat, wertet das Ihre Bewerbung auf.

  5. Netzwerke

    Bringen Sie Ihre Karrierenetzwerke auf Vordermann. Tragen Sie in Ihrem Xing- oder Linkedin-Profil unbedingt Ihre EDV-Kenntnisse ein – und bereichern Sie Ihre bisherigen Arbeitsstationen mit Details Ihrer Arbeit.

    Tipp: Bei Linkedin können Kontakte Ihre Skills mit einem Klick bestätigen. Auch das beschert Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Viele Personaler werden es sich nicht nehmen lassen, einen Blick in Ihre Profile zu werfen.

  6. Daten

    Ihre IT-Erfahrungen können Sie mit Zahlen untermauern. Denn auch im Umgang mit Computern gilt: Übung macht den Meister, langjährige Erfahrung zahlt sich aus. Wenn Sie also schon seit Kindesbeinen programmieren oder Hardwarebastler sind, dann stellen Sie den langen Zeitraum heraus.

    Oder geben Sie den Zeitraum an, in denen Sie an einem wichtigen IT-Projekt gearbeitet haben – oder wie lange Ihre IT-Weiterbildung gedauert hat.

Für wen EDV-Kenntnisse besonders wichtig sind

Heute kommt kaum noch jemand ohne EDV-Kenntnisse aus. Ingenieure brauchen sie zusehends, Betriebswirte, Steuerberater, Journalisten. Sogar Kellner und Kassierer kommen im Arbeitsalltag nicht mehr ohne elektronische Hilfsmittel aus. Es gibt natürlich weiterhin Ausnahmen, doch die werden immer rarer.

Und dennoch: In manchen Berufen sind IT-Kenntnisse in der DNA verankert, in anderen kann man sie sich „on the job“ aneignen. In folgenden Jobs brauchen Sie definitiv profunde IT-Skills – eine Auswahl:

  • Entwickler (Backend, Frontend, Mobile Full Stack)
  • Administrator (Datenbank, System)
  • Data Scientist
  • Webdesigner
  • Game Designer
  • Produktmanager
  • Devops-Spezialist
  • Marketingexperte
  • Social Media Manager
  • SAP-Berater
  • Security-Spezialist
  • Systemanalaytiker
  • SEO-Experte
  • IT-Berater
  • Cloud-Architekt
  • Business Analyst

Das sind die wichtigsten Programmiersprachen

Das sind die wichtigsten ProgrammiersprachenEin Sachbearbeiter muss nicht programmieren können, ein Entwickler schon. Laut Entwickler-Umfrage von Stack Overflow sind das wichtigsten Programmiersprachen 2018:

  • JavaScript
  • HTML
  • CSS
  • SQL
  • Java
  • Bash/Shell
  • Python
  • C#
  • PHP
  • C++
[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]