Selbstpräsentation: So setzen Sie sich im Jobinterview gekonnt in Szene

Die Selbstpräsentation ist ein wichtiger Bestandteil des Vorstellungsgesprächs. Auch im Assessment Center muss jeder Kandidat sich und seinen Werdegang kurz vorstellen. Dabei sollten Sie Ihre Stärken betonen und Erfolge hervorheben. Doch die hohe Kunst der Selbstbeweihräucherung liegt nicht jedem. Wie Sie es trotzdem schaffen, eine optimale Selbstpräsentation aufs Parkett zu zaubern…

Selbstpräsentation: Jetzt sind sie an der Reihe!

Ein Vorstellungsgespräch folgt typischerweise diesem Schema:

Die Selbstpräsentation folgt also unverzüglich im Anschluss an den Smalltalk zu Beginn des Interviews. Sie ist noch Bestandteil der Kennenlernphase. Im Assessment Center würde man auch von der Vorstellungsrunde reden.

Die Reihenfolge ist aber keineswegs starr festgelegt. Es hängt vom jeweiligen Unternehmen ab, ob es sich zunächst selbst vorstellt oder Ihnen den Vortritt lässt.

Dass nun die Zeit für Ihre Selbstpräsentation gekommen ist, merken Sie an Sätzen wie:

  • Erzählen Sie doch bitte etwas über sich.
  • Wir würden Sie nun gerne näher kennenlernen. Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

Das gehört in Ihre Selbstpräsentation

Länger als drei bis fünf Minuten dauert Ihre Selbstpräsentation nicht. Sie sollen dabei auch nicht Ihre ganze Lebensgeschichte erzählen, sondern sie in mundgerechten Häppchen an den Personaler verfüttern. Ein kurzes Plädoyer mit Meilensteinen und prägenden Erlebnissen – das war’s.

Kommen Sie also schnell zur Sache und schweifen Sie nicht ab. Schließlich demonstriert Ihr Vortrag dem Gesprächspartner auch, ob Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Das wird auch im Job später relevant sein. Wenn Sie dort ein Projekt vorstellen und Ihre Zuhörer mit farblosen Monologen langweilen oder verwirren, wird Sie das auf der Karriereleiter nicht nach oben pushen.

Merke: Wer sich selbst gut präsentiert, kann vermutlich auch andere Dinge gut präsentieren. Ein echter Mehrwert für jeden Arbeitgeber!

Diese Informationen sollte Sie im Vorstellungsgespräch im Rahmen Ihrer Selbstpräsentation rüberbringen…

  • Name

    Ich heiße Susi Sonnenschein.

  • Alter

    und bin 25 Jahre alt.

  • Herkunft

    Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen.

  • Ausbildung

    Vor drei Monaten habe ich den Master in BWL an der Uni Hamburg gemacht, wo ich insgesamt neun Semester studiert habe.

  • Erfahrungen

    Ich habe ein dreimonatiges Praktikum bei einem DAX-Konzern hier in Hamburg absolviert und dort in der Personalabteilung mitgearbeitet.

  • Schwerpunkte

    Ich habe mich auf Human Resources und Recruiting spezialisiert. Meine Masterarbeit habe ich über das Thema „Strategien im Online-Recruiting“ geschrieben.

  • Auslandserfahrungen

    In Marseille habe ich ein Erasmus-Semester absolviert. Seitdem spreche ich fließend Französisch.

  • Passgenauigkeit

    Auch Ihr Unternehmen wirbt regelmäßig Fachkräfte und Spezialisten an und nutzt dafür unterschiedliche Rekrutierungskanäle. Ich glaube, dass ich Ihnen mit meinem Know-how helfen kann, die besten Bewerber für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

Diese Informationen fassen Sie in einem kleinen Vortrag zusammen. Wenn Sie obige Punkte aneinanderreihen, haben Sie im Grunde schon einen. Sie sehen: Es geht hier um die wesentlichen Facts.

Was jetzt noch fehlt, ist Ihre Motivation. Sie sollten während der Selbstpräsentation klar machen, wofür Sie brennen, was Sie begeistert, was Ihnen Spaß macht – und natürlich, warum Sie glauben, dass Sie genau der richtige Bewerber für die Stelle sind…

Selbstpräsentation: Warum ist sie wichtig?

Zunächst mal: Ja, die Selbstpräsentation ist im Vorstellungsgespräch ein sehr wichtiges Element. Wer sie komplett versemmelt, manövriert sich schnell ins Seitenaus.

Immerhin hat der Personaler nicht allzu viele Gelegenheiten, Sie live zu erleben. Er beobachtet genau, wie Sie reden, welche Körpersprache Sie haben, wie Sie im direkten Gespräch wirken – und auch, ob es möglicherweise Widersprüche zu den Angaben aus Ihrer Bewerbungsmappe gibt.

Dies sind Fragen, die sich der Personaler während Ihrer Selbstpräsentation stellt:

  • Passt der Auftritt zum Bild, das der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen von sich vermittelt hat?
  • Wo gibt es Widersprüche?
  • Überzeugen die Erfolge, die er oder sie aufführt?
  • Hat er oder sie ein ehrliches Interesse an dem Job oder ist der Auftritt eine einzige Show?
  • Ist der Kandidat unsicher, selbstbewusst oder schon arrogant?

Vorsicht: Bei der Selbstpräsentation geht es zwar vornehmlich um Sie und Ihren Werdegang. Aber seien Sie trotzdem nicht zu sehr auf sich selbst fixiert.

Ihr Gegenüber sucht vor allem die Bestätigung, dass Sie zum Unternehmen passen und es mit Ihren Fähigkeiten weiterbringen können. Versuchen Sie also, einen Bezug zum Unternehmen herzustellen. Wie passt Ihre Persönlichkeit zur Firmenkultur? Welche Stärken und Erfahrungen würden Sie hier einbringen können? Das muss in Ihrer Selbstpräsentation zum Ausdruck kommen.

So bereiten Sie sich auf die Selbstpräsentation vor

Aufzählungen sind langweilig. Nicht vergessen! Sie sollten also nicht einfach Ihre einzelnen Stationen lustlos aneinanderreihen.

Nicht nur Sportmoderatoren wissen: Was zählt, das sind die Höhepunkte. Die Erfolge, die Sie vorzuweisen haben. Dabei muss es sich gar nicht immer um Weltbewegendes handeln. Prägende Erlebnisse, die Sie in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht haben, können genauso Eindruck auf Ihren Gesprächspartner machen.

Versetzen sie sich zunächst in die Rolle des Arbeitgebers. Wen sucht er, was will er? Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten sind mit den Anforderungen des Unternehmens im besten Fall deckungsgleich. Am besten, Sie werfen vorher einen Blick auf die Stellenanzeige. Welche Skills werden dort aufgeführt?

Auch die Karriereseiten, Xing- und Facebook-Pages des Unternehmens lassen Rückschlüsse zu. Stöbern Sie auch gerne in der Tagespresse. Besonders wertvoll sind Interviews – zum Beispiel mit dem Vorstandsvorsitzenden oder dem Personalchef. Diese sagen oft viel über die Kultur eines Unternehmens aus und darüber, was den Entscheidern wichtig ist.

So können Sie vorgehen:

  1. Sie gehen Ihren tabellarischen Lebenslauf durch und suchen nach Stationen, in denen Sie Erfahrungen und Qualifikationen erworben haben, die zu den Anforderungen des Unternehmens passen. Daraus formulieren Sie Argumente.
  2. Aus all diesen Stationen und Argumenten spinnen Sie nach Möglichkeit einen roten Faden. Am besten wirkt Ihr kurzer Vortrag so, als müsse Sie Ihr Lebensweg zwangsläufig in dieses Unternehmen führen.
  3. Dabei sollten Sie hohle Phrasen und andere Floskeln dringend vermeiden. Eine typische wäre: „Ich bin sehr ehrgeizig und zeichne mich durch einen großen Teamspirit aus.“ Uff! Werden Sie lieber konkret und machen Ihre Fähigkeiten anhand von Beispielen deutlich.

Und natürlich ist auch die Körpersprache wichtig. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen und lächeln Sie häufiger. Sie dürfen sogar mit Ihren Händen herumfuchteln, das zeigt Energie und Dynamik (nur nicht übertreiben!). Und es bewahrt Sie davor, nervös mit Ihren Händen herumzuspielen oder an den Fingernägeln zu kauen.

Was Sie bei Ihrer Selbstpräsentation vermeiden!

„Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber…“ „Nicht, dass sie jetzt denken, ich sei eitel…“ „Ich will ja nicht angeben, aber…“

Stopp! Solche Einstiege sind fatal. Wer mit einer Einschränkung anfängt, bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was er eigentlich beabsichtigt hatte. Das haben auch Wissenschaftler schon herausgefunden. „Das soll jetzt nicht überheblich klingen, wenn ich Ihnen sage, dass…“ Wie klingt das für Sie? Ganz genau, ziemlich überheblich.

Dabei dienen derartige Konstruktionen ja oft nur dazu, die eigene Unsicherheit zu kaschieren. Man hat Angst, etwas Falsches oder Unpassendes zu sagen. Eine Angst, die durchaus berechtigt sein kann. Aber leiten Sie bitte nicht aus ihr ab, solche Einschränkungen zu formulieren.

Kandidaten, die diese Formulierungen verwenden, werden Studien zufolge sogar als weniger intelligent eingeschätzt. Wer selbstbewusst auftritt und ohne sprachliche Verrenkungen auskommt, gibt dagegen ein deutlich besseres Bild ab.

Daran ist auch unser Gehirn Schuld, das uns unterschwellige Botschaften sendet. Wer den Gedanken an etwas Bestimmtes partout vermeiden will, denkt automatisch daran. Das Beispiel vom rosa Elefanten haben sie vielleicht auch schon einmal gehört. „Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten!“ Logisch, dass man nach dieser Aufforderung an nichts anderes als einen rosafarbenen Dickhäuter denken kann…

Sie verfehlen also nicht nur Ihr eigentliches Ziel, sondern kehren die Wirkung sogar um. Sie richten mehr Schaden an als dass Sie Nutzen stiften – obwohl Ihre Worte vermutlich nur nett gemeint waren. Stehen Sie lieber zu Ihren Stärken und Talenten – ohne Einschränkungen. Das ist die bessere Strategie.

Darum noch mal: Lenken Sie das Augenmerk des Personalers nicht ungewollt und über Umwege auf Aspekte, die Ihnen nicht in die Karten spielen…

3 Tipps für die Selbstpräsentation

So überzeugt Ihre Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch – 3 Tipps:

  1. Bescheidenheit

    Sie ist eine Tugend, aber im Jobinterview kein Erfolgsbringer. Im Gegenteil, speziell männliche Bewerber sollten nicht zu bescheiden auftreten. Das mögen Personalentscheider nicht, sagen Studien. Bescheidenheit lässt Sie schwach und unambitioniert aussehen. Das gilt für Frauen auch – aber nur Männer kostet Bescheidenheit nachweislich Sympathiepunkte.

  2. Namen

    Geheimtipp mit dem Prädikat mega-wertvoll: Merken Sie sich zu Beginn des Vorstellungsgesprächs die Namen des oder der Anwesenden (falls Sie nicht ohnehin schon wissen, wer das Jobinterview mit Ihnen führt). Sprechen Sie sie im Laufe des Bewerbungsgesprächs persönlich – also mit Namen – an. Das hat eine fulminante psychologische Wirkung. Zum Beispiel so: „Sie haben das vielleicht auch schon mal erlebt, Frau Schröder.“ Und auch zum Schluss verabschieden Sie sich unbedingt persönlich, etwa so: „Vielen Dank, Herr Winterberg, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“ Das macht Sie auf Anhieb sympathischer. Und Sympathie kann in diesem Fall nicht schaden.

  3. Training

    Der Spiegel – vor ihm dürften schon Generationen von Bewerbern geübt haben. Das können sie auch heute, weil es noch immer äußerst sinnvoll ist. Aber angesichts der technischen Möglichkeiten können Sie Ihre Trainingsrunde auch einfach mit dem Smartphone aufnehmen. Vorteil: Sie können sich Ihre Präsentation hinterher in Ruhe noch einmal anschauen – und von Freunden bewerten lassen, die gerade nicht anwesend sind.

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Einleitungssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn und so nicht

Der erste Satz in der Bewerbung ist mehr als nur das Vorgeplänkel. Er gibt die weitere Richtung vor – und kann das Unternehmen im schlimmsten Fall schon ultimativ abschrecken. Der Auftakt sollte darum spannend, interessant, aufmerksamkeitsstark sein. Alles, nur nicht langweilig! Aber wie stellt man das als Bewerber an? Wie formuliert man einen guten Einleitungssatz Bewerbung? Zum Beispiel so…

Einleitungssatz Bewerbung: Warum ist er so wichtig?

Der Einstieg ist oft der schwerste. Darum halten sich viele an die Standard-Floskeln wie…

  • Hiermit bewerbe ich mich…
  • Ich interessiere mich sehr…
  • Mit großer Freude…
  • Mit viel Neugier…

Vor diesen Phrasen sollten Sie sich hüten. Sie sind verbraucht und ein Indiz für eine lieblos zusammengeschusterte Bewerbung. Punkten kann ein Kandidat mit diesen Sätzen jedenfalls nicht. Und es gibt ja auch deutlich bessere Alternativen. Nur muss man für die ein wenig Hirnschmalz bemühen.

Zunächst ist die Erkenntnis wichtig, dass ein Personalentscheider im Unternehmen jedes Jahr etliche Bewerbungen auf dem Schreibtisch hat. Zahlreiche Lebensläufe und Motivationsschreiben, die wie ein Ei dem anderen gleichen. Die typischen Einleitungssätze bekommt er in unschöner Regelmäßigkeit zu sehen.

Kann sich ein Bewerber so von seinen Konkurrenten abheben? Eher nicht.

Wer also mit einem Standard-Satz beginnt, der provoziert allenfalls die Begeisterung beim Lesen von eBay Kleinanzeigen. Es ist wie in einem spannenden Film. Nicht alle, aber sehr viele beginnen mit einem Überraschungsmoment, einem Aha-Effekt, einem großen Knall. Andere starten ruhiger, aber geheimnisvoll – und machen auf diese Weise neugierig. So etwas brauchen Sie auch für Ihre Bewerbung. Einen Einleitungssatz, der maximale Aufmerksamkeit erzeugt und neugierig macht.

Tipp: Verwenden Sie kurze und prägnante Hauptsätze. Kein Bandwurmsatz am Anfang! Kurze Sätze verleihen Ihrem Anschreiben einen Jumpstart, sorgen für Tempo. Auch wirkt der Verfasser durch sie selbstbewusst. Er kommt schnell auf den Punkt, sendet eine klare Message. Das wirkt.

Auch starke Verben und positive Adjektive können Ihnen dabei helfen. Beispiele:

  • Begeisternd
  • Erfrischend
  • Faszinierend
  • Grenzenlos
  • Imponierend
  • Kunstvoll
  • Leidenschaftlich
  • Überwältigend

Na klar: ein grandioser Einstieg wird Sie nicht automatisch in den Job hieven. Aber er legt ein wundervolles Fundament. Und Sie wissen ja: Der erste Eindruck zählt. Ein guter Einleitungssatz bringt den Leser dazu, das gesamte Anschreiben zu lesen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Der Entscheider eines Großkonzerns, der Hunderte Bewerbungen pro Stelle bekommt, selektiert vorher aus.

Einleitungssatz Bewerbung: 9 Tipps

Diese Tipps helfen Ihnen dabei, einen guten Einleitungssatz Bewerbung zu verfassen…

Überraschungseffekt erzeugen:

  • Beginnen Sie mit einer (kleinen!) Anekdote oder Geschichte.
  • Verzichten sie auf Selbstverständlichkeiten (Ich bin motiviert).
  • Wechseln Sie in die Meta-Ebene (Dies ist keine 0815-Bewerbung).

Neugier wecken:

  • Nutzen Sie außergewöhnliche Begriffe, gerne auch französische oder lateinische (Verve, Akribie, Expertise, Empathie).
  • Transportieren Sie Emotionen (Ich brenne für diesen Beruf).
  • Formulieren Sie aktiv und verwenden Sie lieber Verben als Adjektive

Mut haben:

  • Legen Sie keine falsche Bescheidenheit an den Tag.
  • Behaupten Sie ruhig, Sie seien der Beste.
  • Machen sie etwas ganz Anderes (als das, was wir Ihnen hier raten).

Einleitungssatz Bewerbung: Das sind gute Einstiege

Den einen perfekten Einleitungssatz gibt es natürlich nicht. Es kommt stets auf die Rahmenbedingungen an: auf die Stelle, Branche, Arbeitgeber usw.

Dafür gibt es unzählige gute Einstiege. Sie müssen sie nur finden und formulieren. Tipp: Suchen Sie aktiv nach Anknüpfungspunkten, die darüber hinausgehen, dass Sie die Stellenanzeige gelesen haben. Das kann ein vorheriges Telefonat mit einem Unternehmensvertreter oder auch ein Kollege sein, der Ihnen eine Bewerbung empfohlen hat. Beziehen Sie sich im Anschreiben darauf!

Und Sie sollten auch gute Gründe vorbringen, warum das Unternehmen ausgerechnet Sie einstellen sollte. Vergessen Sie nicht: Das Unternehmen will einen Nutzen aus Ihnen ziehen. Klingt brutal, ist aber so.

Einen unmittelbaren Nutzen könnte es zum Beispiel aus Ihrem Fachwissen ziehen, das Sie an der Uni erworben haben. Oder aus der Erfahrung, die Sie aus einem früheren Job mitbringen. Oder auch aus ganz anderen Facetten Ihres Lebenslaufs.

Das sind Beispiele für gute Einleitungssätze…

  1. Bezugnahme

    Ein guter Einleitungssatz Bewerbung, in dem Sie sich auf eine persönliche Begegnung beziehen, könnte so lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    es hat mich sehr gefreut, Sie auf der Fachmesse XY Anfang Oktober in Hamburg kennengelernt zu haben. Der Auftritt des Unternehmens und die Gespräche mit Ihnen haben mich in meinem Wunsch bestärkt, eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Ihnen absolvieren zu wollen…

  2. Begeisterung

    Wer für ein Thema brennt, könnte mit so einem Einleitungssatz Bewerbung starten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    dass der Straßenverkehr vor ganz neuen Herausforderungen und Entwicklungen steht, ahnt jeder, der täglich die Nachrichten liest. Vor allem die Elektromobilität könnte unsere Gesellschaft komplett umkrempeln – zum Guten. Daran möchte ich beteiligt sein. Ich verfolge die Entwicklung schon seit Jahren und habe mein Studium mit der Masterarbeit über einen Vergleich der Strategien zur E-Mobilität deutscher Automobilkonzerne abgeschlossen.

  3. Identifikation

    Bewerber können auch indirekt einen Bezug zum Unternehmen herstellen und Identifikation ausdrücken. Zum Beispiel so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    sie ahnen es vermutlich nicht, aber schon seit Jahren ist Ihr Unternehmen ein Teil meines Lebens. Ich wohne nur wenige Kilometer von Ihrer Zentrale entfernt, seitdem ich für das Studium der Ingenieurwissenschaften hergezogen bin. Ich sehe Ihre Mitarbeiter, wie Sie morgens zur Arbeit fahren. Schon von Weitem kann ich das Logo erkennen, wenn ich nach Hause komme. Und ich höre in der Stadt immer wieder Geschichten über Sie – zumeist gute. Ich wünsche mir, dass Sie nicht länger nur ein Teil meines Lebens sind, sondern ich als Wirtschaftsingenieur auch ein Teil Ihres Unternehmens sein kann.

  4. Originalität

    Eine Bewerbung, die schon seit geraumer Zeit durchs Internet geistert, startet wie folgt. Es ist zwar nicht ganz klar, ob es die Bewerbung wirklich gegeben hat. Für einen Aha-Effekt würde sie aber wohl bei jedem Personaler sorgen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „Hiermit bewerbe ich mich…“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Meine Mama sagt immer: „Kind, geh schaffe und bring Kohle bei..!“ Aber Sie wissen ja bestimmt, wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich…

  5. Eignung

    Warum wären Sie eine gute Besetzung für die Stelle? In diesem Fall wird das von Anfang an klar:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    seit einem mehrmonatigen Praktikum in Lille spreche ich fließend Französisch. Netflix-Serien schaue ich grundsätzlich nur auf Englisch. In meiner Freizeit lerne ich Spanisch und mache dabei große Fortschritte. Das kleine Latinum habe ich seit meiner Schulzeit. Für die Zukunft habe ich mir fest vorgenommen, Mandarin zu lernen. Mit anderen Worten: Ich bin der perfekte Kandidat für eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.

  6. Telefonat

    Dies wäre zwei ganz simple, aber empfehlenswerte Einstiege, um sich auf ein vorangegangenes Telefonat zu beziehen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    unser aufschlussreiches und freundliches Telefonat hat mein Interesse bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich Sie ebenfalls von mir überzeugen kann. Darum sende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen.

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich bedanke mich recht herzlich, dass Sie sich die Zeit für ein Telefonat mit mir genommen haben. Es hat mich sehr gefreut, mehr über Ihr Unternehmen zu erfahren. Wie besprochen sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen.

  7. Verbindung

    Wenn der Bewerber eine Verbindung zum Arbeitgeber hat, die über das Normalmaß hinausgeht, könnte das die entscheidenden Pluspunkte bringen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mit ungefähr zweieinhalb Jahren habe ich meinen ersten Bahlsen-Keks in den Mund gesteckt und war ganz überwältigt. Auch heute will ich die Kekse noch essen. Aber noch lieber würde ich sie verkaufen. Die nötige Expertise hat mir mein fünfjähriges BWL-Studium verschafft, in dem ich mich auf Marketing spezialisiert und mit dem Master abgeschossen hatte.

  8. Motivation

    Wie zeigt man, dass man brennt für den Job? Dieser Einleitungssatz Bewerbung wäre eine Möglichkeit:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    fünf Jahre lang habe ich in der Uni gelernt und mein betriebswirtschaftliches Wissen immer weiter vertieft. Jetzt möchte ich es endlich in die Praxis überführen. Ich brenne darauf, meine Leidenschaft für einen international agierenden Konzern wie Ihren in die Waagschale zu werfen…

  9. Kompatibilität

    Nicht jeder Bewerber passt perfekt zum Unternehmen. In diesem Fall ist das anders:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    auch Ihr Unternehmen sucht attraktive Auslandsmärkte, um zu wachsen. Erst vor Kurzem hat Ihr Unternehmen eine Zweigstelle in Hanoi eröffnet, wie der Presse zu entnehmen war. Meine Eltern sind beide Vietnamesen, ich selbst bin in Berlin geboren und aufgewachsen. Ich spreche sowohl deutsch als auch vietnamesisch fließend und bin in beiden Kulturen zuhause. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit meinen Sprachkenntnissen und meinem interkulturellen Know-how sehr gut in Ihr Team passen würde…

  10. Wertekompass

    Die Ziele und Werte eines Bewerbers sind für Arbeitgeber von großem Interesse. Sie lassen Rückschlüsse auf den Cultural Fit zu. In diesem Fall ist er positiv:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ja, es stimmt: Ich bin ein kleiner Weltverbesserer. Ich engagiere mich seit meiner Jugend aktiv für den Umweltschutz und habe aus diesen Gründen Umweltingenieurwesen studiert. Auch in meinem Job möchte ich in dieser Hinsicht Sinnvolles bewirken – am liebsten als Umweltingenieur in Ihrem Unternehmen.

  11. Selbstbewusstsein

    Wer ohnehin gute Karten auf dem Arbeitsmarkt hat, darf noch eine Spur selbstbewusster auftreten. Wenn er oder sie dann noch eine Prise Humor beimischt, kommt so etwas dabei heraus:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich habe eine schlechte Nachricht für Sie: Gute Entwickler sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Rarität. Ich habe aber auch eine gute Nachricht für Sie: Ich bin ein guter Entwickler. Und ich würde sehr gerne für Sie arbeiten, da mir vor allem die Ausrichtung und Ziele Ihres Unternehmens gefallen.

  12. Herausforderung

    Ich suche eine neue Herausforderung. Gibt es einen Satz, der noch abgegriffener ist? Vermutlich nicht. Das Gleiche anders sagen könnte man so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    nach genau zehn Jahren professioneller Tätigkeit im Bereich XY möchte ich meinen beruflichen Schwerpunkt neu setzen. Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de hat mein Interesse geweckt. Es ist genau die Tätigkeit, die ich anstrebe. Ich bin überzeugt, in dieser Rolle meine große Expertise gewinnbringend für Ihr Unternehmen einsetzen zu können.

  13. Stellenanzeige

    Einen Bezug zur Stellenanzeige könnte man so herstellen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    in Ihrer Stellenanzeige auf karrieresprung.de steht, dass Sie einen zuverlässigen, belastbaren und kommunikativen Mitarbeiter suchen, der für die Aufgabe brennt. Darin habe ich mich auf Anhieb wiedergefunden! Außerdem verfüge ich über breites Wissen und Erfahrung in…

  14. Praktikum

    Ehemalige Praktikanten bilden ein Talentepool, aus dem sich immer mehr Unternehmen bedienen. So könnte der Einleitungssatz Bewerbung eines Ex-Praktikanten lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mein Praktikum in Ihrem Unternehmen war leider viel zu kurz. In den drei Monaten habe ich mein Wissen über XY vertieft, spannende Projekte umgesetzt und mir auch schon ein kleines Netzwerk aufgebaut. Ihre offene Unternehmenskultur hat mir von Anfang an imponiert. Da ich mich auch mit den Produkten und Zielen Ihres Unternehmens voll identifizieren kann, würde ich sehr gerne weiter für Sie arbeiten.

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DIN 5008: Alle Tipps für die normgerechte Bewerbung

Eine Bewerbung nach DIN 5008 – ist sie wirklich notwendig? Klare Antwort: Nein, notwendig ist sie nicht. Aber sie zeugt von Sachverstand und großer Sorgfalt. Und davon können Arbeitgeber nie genug haben. Der wohl größte Vorteil der Bewerbung nach DIN 5008 besteht aber darin, dass sie Orientierung bietet. Bewerber müssen sich um Seitenränder oder Abstände nicht länger den Kopf zermartern, sondern können sich einfach an die Norm-Vorgaben halten.

DIN 5008: Was ist das?

Bei DIN handelt es sich generell um eine Norm, die vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet wurde. Die einzelnen Normen dienen der Vereinheitlichung, sollen die Kooperation vereinfachen, auch der Wirtschaft zugute kommen. Es handelt sich aber wohlgemerkt um freiwillige Standards.

Besonders bekannt ist die Papiernorm DIN A4. DIN 5008 wiederum ist ein Standard für das Erstellen von Geschäftsbriefen. Er legt fest, wie zum Beispiel Seitenränder, Leerzeichen, Absätze, Hervorhebungen formatiert sein sollen. Auch das Bewerbungsschreiben lässt sich in die Kategorie Geschäftsbrief einsortieren. Darum ist es nicht verkehrt, wenn Bewerber ihr Anschreiben nach DIN 5008 ausrichten.

Dies hat es den Vorteil, dass man klare Orientierungspunkte hat. Niemand muss sich den Kopf über Schriftgrößen und Seitenränder zerbrechen. Ein Blick in die DIN 5008-Vorgaben genügt. Außerdem kann es der Übersichtlichkeit dienen. Und Übersicht ist ein großes Plus für jede Bewerbung.

Für Bewerber ist die Anwendung von DIN 5008 aber Ermessenssache und völlig freiwillig. Es gibt wohl kaum einen Personalchef im Lande, der großen Wert darauf legt, dass Bewerber diese Norm tatsächlich einhalten.

Vor allem in Berufen, in denen Sorgfalt und Genauigkeit gefragt sind, kann sich DIN 5008 als Bewerbungsvorlage anbieten. Dazu zählen etwa kaufmännische und juristische Berufe. Immerhin ist Ihre Bewerbung so etwas wie eine erste Arbeitsprobe. Und wenn Sie sich an die Normen halten, dann signalisieren Sie überdies Sachverstand. Das kann Ihnen zugute kommen.

Auf folgende Aspekte sollten Sie achten…

DIN 5008: In Überarbeitung

DIN 5008: Was ist neu?Im April 2011 wurde die neue Norm DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) veröffentlicht. In diese Norm integriert wurde die alte Norm DIN 676 (Geschäftsbrief). Beide Normen wurden damit zu einem Gesamtwerk zusammengefasst.

Momentan befindet sich DIN 5008 erneut in Bearbeitung. Für 2019 ist eine Neuausgabe geplant.

Schriftart

Wenn Sie sich im Rahmen von DIN 5008 bewegen wollen, dürfen Sie die Schriftart frei wählen. Eine bestimmte Typo gibt die Norm nicht vor. Die meisten Bewerber entscheiden sich für Arial oder Times New Roman. Damit können Sie im Grunde nichts falsch machen.

Von der breiten Masse abheben können Sie sich damit allerdings ebensowenig. Ziehen Sie also ruhig einmal Schriftarten wie Helvetica oder Georgia in Erwägung. Letztlich kommt es aber auf Ihre persönlichen Präferenzen an.

Und verwenden Sie für gedruckte Schreiben und lange Fließtexte sogenannte Serifenschriften. Diese verbinden die Buchstaben dezent miteinander und verbessern so die Lesbarkeit. Empfehlenswerte Serifenschriften sind:

  • Times
  • Book Antiqua
  • Cambria
  • Courier
  • Georgia
  • Times New Roman

Für kurze Überschriften eignen sich hingegen serifenlose Schriftarten. Sie werden auch als Groteske Schriften bezeichnet. Zu den beliebtesten serifenlosen Schriften zählen:

  • Arial
  • Helvetica
  • Calibri
  • Tahoma
  • Trebuchet
  • Verdana

Die vielleicht wichtigste Regel lautet: In Ihren gesamten Bewerbungsunterlagen verwenden Sie nach Möglichkeit stets dieselbe Schriftart, aber keinesfalls mehr als zwei. Und schwarz auf weiß sollte die Schrift ebenfalls sein.

Das macht Ihre Bewerbung einheitlich und übersichtlich – Personaler lieben das. Wenn Sie mehrere Schriftarten nutzen, bringt dies ein gewisses Chaos in das Erscheinungsbild. Ihre Bewerbung nimmt die Form eines Papageis an, der nicht nur bunt aussieht, sondern auch wirres Zeug von sich gibt.

Das ist aber nicht der Eindruck, den Sie vermitteln wollen. Ihre Bewerbung soll stringent, durchdacht und klar sein.

Schriftgröße

Die Schriftgröße beträgt bei der DIN 5008-Bewerbung 12 Punkt. Diese Größe ist sehr gut lesbar – in fast allen Schriftarten. Hat Ihr Anschreiben sehr viel Text, können Sie die Schriftgröße auf 11 Punkt verkleinern. So passt alles möglicherweise noch auf eine Seite.

Achtung: Nicht jede Schriftart ist bei 12 Punkt gleich groß. Hier kommt es auf den vorhandenen Platz und Ihren Geschmack an. Sie dürfen also ruhig ein wenig experimentieren – sofern Sie sich am Ende für eine einzige Typo entscheiden.

Bedenken Sie aber: Nicht jeder Personaler ist mit Adleraugen gesegnet. Die meisten sind dankbar, wenn sie nicht bis auf wenige Millimeter an den Monitor heranrücken müssen, um die Schrift zu entziffern. Eine kleine Schrift wirkt zudem penibel und im wahrsten Sinne des Wortes kleinlich – so ähnlich wie die AGB in Verträgen.

Eine zu große Schrift wiederum wirkt kindisch. Bleiben Sie als nach Möglichkeit bei 12 Punkt.

Seitenränder

Ein typisch hochformatiger DIN A4-Brief weist diese Maße und Breiten auf:

  • Seitenrand links: 2,5 Zentimeter
  • Seitenrand rechts: 2 Zentimeter (mindestens 1,5 Zentimeter)
  • Seitenrand oben: 4,5 Zentimeter (ohne Kopfzeile)
  • Seitenrand unten: 2,5 Zentimeter

Dahinter steckt der Grundgedanke, dass das Anschreiben auf eine Seite passen soll. Haut das nicht hin, dürfen Sie die Seitenränder auch ein wenig verkleinern.

Als Mindestmaße aber gelten:

  • Seitenrand rechts und links: mindestens 1 Zentimeter
  • Seitenrand oben und unten: mindestens 0,5 Zentimeter

Wenn Sie Ihr Anschreiben mit Microsoft Word erstellen, dann gehen Sie unter Format in die Rubrik Dokumente. Dort können Sie die Seitenränder wie gewünscht einstellen.

Absender

In die Kopfzeile kommen die Kontaktdaten des Bewerbers. Die Kopfzeile ist der Platz innerhalb der ersten 4,5 Zentimeter auf der Seite. In MS Word gelangen Sie durch einen Doppelklick auf den Anfang des Dokuments in die Kopfzeile. Alternativ gehen Sie im Menü auf Ansicht und dann auf Kopf- und Fußzeile.

Ihre Kontaktdaten sollten stets ganz vorne platziert sein. So findet sie der Empfänger bei Bedarf sehr schnell – und kann Sie bei Interesse leicht kontaktieren. Zu den persönlichen Daten, die Sie zwingend aufnehmen, zählen:

  • Vollständiger Name
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Wohnort
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse

Diese Angaben trennen Sie durch einen Absatz und schreiben sie rechtsbündig und untereinander. Experimentierfreudige können sie auch in der Mitte zentrieren oder sie in Blöcken anordnen.

Empfänger

Normgemäß steht die Anschrift oben links. Zulässig ist es aber auch, sie rechtsbündig oder zentriert zu platzieren.

Insgesamt umfasst das Anschriftenfeld neun Zeilen. Es ist 8,5 Zentimeter breit. Diese Maße erklären sich aufgrund der standardisierten Sichtfenster in DIN C4-Briefumschlägen. Die kennen Sie vielleicht auch als C4-Versandtaschen. Wenn Sie das Anschreiben oben lose auf die Bewerbungsunterlagen legen, dann befindet sich die Anschrift des Empfängers exakt im sichtbaren Bereich.

Vollständig ausfüllen müssen Sie diese neun freien Zeilen aber nicht. In Geschäftsbriefen finden hier zusätzliche Vermerke Platz wie etwa „Einschreiben“.

Unter normalen Umständen benötigen Sie maximal vier Zeilen. Darum beginnen Sie am besten erst nach der dritten Leerzeile mit dem Inhalt. So entsteht genügend Freiraum zur Kopfzeile mit den persönlichen Daten. Das sieht besser aus.

In die erste Zeile der Anschrift kommt der vollständige Firmenname des Unternehmens. Den können Sie auch fetten. Rechtsform nicht vergessen (GmbH, AG, KG, SE etc.). Hier gilt oberste Sorgfalt als Leitmotiv. Wer schon den Namen des Unternehmens falsch schreibt, sollte sich keine allzu große Chancen ausrechnen. Es sei denn, der Personaler übersieht den peinlichen Fauxpas.

In die zweite Zeile gehört der Name Ihres Ansprechpartners im Unternehmen – sofern er Ihnen bekannt ist. Bitte unbedingt Vor- und Nachnamen nennen. In der Regel finden Sie den Ansprechpartner in der jeweiligen Stellenanzeige. Das z.H. (zu Händen), was früher gerne genutzt wurde, können Sie weglassen. Ist Ihnen der Name nicht bekannt, können Sie auch Personalabteilung schreiben.

Die dritte und vierte Zeile füllen Sie mit der Postanschrift bzw. der Adresse des Empfängers aus. Diese besteht aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.

Jetzt folgen zwei Leerzeilen. Zum Schluss kommen in den Briefkopf noch das Datum und der Ort. Diese Angaben platzieren Sie rechtsbündig unter dem Adressfeld.

Zeilenabstand

DIN 5008 empfiehlt einen Zeilenabstand von 1. Ein Zeilenabstand von 1,5 ist allerdings besser lesbar. Bewegen Sie sich am besten innerhalb dieses Rahmens zwischen 1 und 1,5.

Tipp: Richten Sie Ihre Formatvorlage so ein, dass keine Leerräume verwendet werden. Andernfalls würde nach Ihrer Textzeile automatisch eine Zwischenzeile. Das verfälscht die Abstände.

Betreffzeile

Die Bezeichnungen Betreff oder die Abkürzung Betr. sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Sie sollten sie daher weglassen. Die Betreffzeile an sich gibt es aber immer noch. Sie umfasst – wie der Name schon sagt – nur eine Zeile und fasst den Inhalt ganz grob zusammen.

Beispiel:
Bewerbung als Key Account Manager, Kennziffer 9876/543

Diese DIN-Regeln gelten für die Betreffzeile:

  • Zwei Zeilen unter dem Datum beginnt der Betreff.
  • Mindestens zwei Leerzeilen kommen nach der Betreffzeile.
  • Die Betreffzeile kann in Fettschrift geschrieben sein. Ein Muss ist das aber nicht.
  • Sie kann mithilfe einer größeren Schrift (13 bis 14 Punkt) hervorgehoben werden.
  • An den Ende der Betreffzeile setzt man keinen Punkt – und erst recht kein Ausrufezeichen.

Anrede

Diese Regeln gelten für die Anrede:

  • Exakt zwei Leerzeilen liegen zwischen der Betreffzeile und der Anrede.
  • Die neutrale Anrede heißt Sehr geehrte Damen und Herren, (Komma nicht vergessen).

Allerdings wäre es besser, Sie würden den Empfänger persönlich anschreiben. Also etwa so: Sehr geehrte Frau Brockmüller oder Sehr geehrter Herr Stecker. Das ist zum Einen persönlicher und zum Zweiten erkennt der Empfänger, dass dieses Anschreiben speziell und individuell für ihn verfasst wurde.

Den Text des Anschreibens teilen sie am besten in Absätze auf. Textwüsten sind für den Leser schwer verdaulich und schrecken ab. Faustregel: Alle fünf bis acht Zeilen fügen Sie einen Absatz mitsamt einer Leerzeile ein.

Grußformel

Für welche Grußformel Sie sich am Ende entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Beispiele sind Mit freundlichen Grüßen, Beste Grüße, Viele Grüße oder Herzliche Grüße. Sehen Sie nur von allzu lockeren Formulierungen (Sonnige Grüße) und von Abkürzungen ab (MfG).

Wenn Sie sich an DIN 5008 halten wollen, dann beachten Sie aber:

  • Zwischen dem Fließtext im Anschreiben und der Grußformel liegt genau eine Leerzeile.
  • Zwischen der Grußformel und Ihrer Unterschrift liegen genau drei Zeilen – das ist der Platz für Ihre Unterschrift.
  • Danach erwähnen Sie etwaige Anlagen. Nach dem Wort Anlage(n) setzen Sie keinen Doppelpunkt.

Der Vorteil ist: Viele Textverarbeitungsprogramme orientieren sich bei den Standard-Briefvorlagen an der DIN 5008-Norm. Das kann Ihnen helfen, Zeit und Aufwand zu sparen.

Sie dürfen es also gerne mit der DIN 5008-Formatierung probieren. Und auch wenn sie Ihnen zu starr und kleinkariert erscheint: Ihrer Kreativität können Sie im Anschreiben noch immer freien Lauf lassen. Die Norm sorgt lediglich dafür, dass die Übersicht stimmt.

Nummerierung

Müssen die Seiten im Anschreiben nummeriert werden? Unsere Antwort lautet: nein. Dafür besteht keine Notwendigkeit.

Zumal das Anschreiben eine Seite gar nicht übersteigen soll. Mehr als vier Seiten, die Sie insgesamt nummerieren könnten, gibt es ohnehin nur selten – wenn man davon ausgeht, dass das Anschreiben eine, der Lebenslauf zwei und das (optionale) Deckblatt noch eine Seite umfasst.

Wenn Sie aber die Seitenzahlen einfügen wollen, dann platzieren Sie sie rechtsbündig in die Fußzeile des Dokuments. Und schreiben Sie sie in derselben Schrift wie den restlichen Text.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

Europass: Wie er Ihnen bei der Bewerbung hilft

europass bewerbung ausland

Der Europass soll Jobsuchenden Hilfestellung geben – in ganz Europa. Bewerber, die sich länderübergreifend um eine Stelle bemühen, können ihre Qualifikationen besser vermitteln. Auch Unternehmen haben Vorteile, können sie Kandidaten damit besser vergleichen. Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Manche lassen sich ganz bequem am Rechner erstellen, für andere muss man Arbeitgeber und Schulen kontaktieren. So bekommen Sie alles, was Sie brauchen…

Europass: Was ist das?

Politisch driftet Europa eher auseinander. Doch dass die europäischen Arbeitsmärkte weiter zusammenwachsen, lässt sich noch guten Gewissens behaupten. Ein Deutscher, der sich in Spanien bewirbt oder ein Italiener, der in Frankreich arbeiten will – das sind längst Selbstverständlichkeiten.

Der Europass soll den Europäern dabei unter die Arme greifen. Er soll ihnen helfen, sich auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu präsentieren – und eine Stelle im europäischen Ausland zu ergattern.

Für die Unternehmen bietet der Europass ebenfalls Vorteile: Sie können Bewerber besser miteinander vergleichen, ihre Kompetenzen bequemer gegenüberstellen. Immerhin unterscheiden sich die formalen Rahmenbedingungen von Land zu Land. Der Europass gleicht das Spielfeld gewissermaßen an. Er ist übrigens auch ein Mittel, um Diskriminierungshürden abzubauen.

Den Europass können Interessierte schon seit 2004 kostenlos erstellen. Er ist mittlerweile in 27 Sprachen verfügbar. Die erste Anlaufstelle für alle Interessenten ist das Nationale Europass-Zentrum im jeweiligen Heimatland. Davon gibt es insgesamt 38 in ganz Europa.

Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Belgien verfügt sogar über drei nationale Europass-Zentren, um die drei Sprachgemeinden zu versorgen: die flämische, französische und deutschsprachige.

Zielgruppen des Europasses sind:

  • Arbeitsuchende
  • Schüler und Studenten
  • Arbeitgeber
  • Lehrer und Ausbilder
  • Hochschulen

Der Europass ist wohlgemerkt freiwillig. Kein Bewerber ist gezwungen, ihn vorzulegen. Auch sind die Europass-Dokumente nicht rechtsverbindlich. Bewerber müssen also auch weiterhin im Rahmen Ihrer Bewerbung Originalzeugnisse und Zertifikate vorlegen.

NEC: Bei Fragen hier melden!

Europass: Bei Fragen hier melden!Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Interessenten können sich telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Das sind die Kontaktdaten:

  • Telefon: +49 (0)228 107-1645, -1672, -1539
  • E-Mail: europass[at]bibb(dot)de
  • Postadresse:
    Nationales Europass Center (NEC) in der
    Nationalen Agentur Bildung für Europa
    beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)
    Robert-Schuman-Platz 3
    53175 Bonn

Europass: Daraus besteht er

Der Europass besteht insgesamt auf fünf einzelnen Dokumenten. Den Europass-Lebenslauf und Sprachenpass können Sie selbst am Rechner erstellen. Europass-Mobilität, Zeugniserläuterungen und Diplomzusatz werden von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgestellt.

Diese fünf Dokumente gibt es:

  1. Europass Lebenslauf

    Der Europass-Lebenslauf soll Ihre Qualifikationen und Kompetenzen „europaweit transparent und verständlich darstellen“. Er soll Ihnen die Bewerbung im europäischen Ausland erleichtern. Diese Kategorien können Sie ausfüllen:

    • Angaben zur Person
    • Art der Bewerbung
    • Berufserfahrung
    • Schul- und Berufsbildung
    • Persönliche Fähigkeiten
    • Muttersprache(n)
    • Fremdsprache(n)
    • Kommunikative Fähigkeiten
    • Organisations- und Führungstalent
    • Berufliche Fähigkeiten
    • Digitale Fähigkeiten

    Auch Bewerbungsfoto, sonstige Fähigkeiten, Führerschein, zusätzliche Informationen und Anlagen können Sie angeben oder hochladen.

  2. Europass Sprachenpass

    Der Sprachenpass gibt Arbeitgebern Auskunft über Ihre Sprachkenntnisse. Sie bewerten Ihr Sprachverständnis wohlgemerkt selbst – in den Kategorien Verstehen, Sprechen und Schreiben. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit. Sprachschwindler werden im Vorstellungsgespräch oder Arbeitsalltag schnell enttarnt. Auch bringt es Ihnen selbst nichts, wenn Sie sich mit fließenden Französischkenntnissen in Frankreich bewerben, aber mit Ihren Kollegen kaum kommunizieren können.

    Sie können Muttersprache(n) und Fremdsprachen wählen und sich dabei in sechs Kategorien (PDF) einstufen:

    • A1: Elementares Sprachverständnis. Sie verfügen über Grundkenntnisse. Einzelne Wörter und ganz einfache Sätze können Sie verstehen und sich auf einfach Art verständigen.
    • A2: Elementares Sprachverständnis. Sie können einfache Sätze verstehen, kurze Texte lesen und sich in einfachen Situationen verständigen.
    • B1: Selbstständige Sprachverwendung. Sie können Gespräche über Themen führen, die Ihnen bekannt sind, sich zusammenhängend äußern, Ihre Meinung kundtun und die meisten Situationen bewältigen.
    • B2: Selbstständige Sprachverwendung. Sie verstehen auch längere Redebeiträge und Vorträge. Aktuelle Artikel und Berichte können Sie lesen, ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler führen sowie klare und detaillierte Texte über Themen schreiben, die Sie interessieren.
    • C1: Kompetente Sprachverwendung. Sie können längeren Redebeiträgen folgen, auch wenn sie nicht klar strukturiert sind. Lange, komplexe Sachtexte verstehen Sie und Sie drücken sich spontan und fließend aus. Sie können komplexe Sachverhalte ausführlich darstellen und sich schriftlich klar und gut und strukturiert ausdrücken.
    • C2: Kompetente Sprachverwendung. Sie haben keinerlei Schwierigkeiten, gesprochene Sprache zu verstehen und können jede Art von geschriebenen Texten mühelos lesen. An Gesprächen und Diskussionen beteiligen Sie sich mühelos, stellen Sachverhalte klar und flüssig und angemessen dar und verfassen anspruchsvolle Artikel und Berichte.
  3. Europass Mobilität

    Der Europass-Mobilität umschreibt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die man während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben hat. Zum Beispiel bei einem

    • Praktikum
    • Studiensemester (Erasmus)
    • Freiwilligenarbeit in einer gemeinnützigen Einrichtung

    Den Mobilitätspass füllen Sie nicht selbst aus, sondern zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und die zweite im Gastland. Dabei kann es sich um Schulen, Hochschulen, andere Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen handeln. Sie bitten praktischerweise die jeweilige Organisation, sich an das zuständige Nationale Europass-Zentrum zu wenden.

  4. Europass Zeugniserläuterung

    Das Dokument beschreibt die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auf einem beruflichen Abschlusszeugnis aufgeführt sind. Die Zeugniserläuterungen ergänzen die Original-Zeugnisse und sollen den Arbeitgebern helfen, ihren Inhalt besser zu verstehen. Erhalten kann es jeder, der über ein berufliches Abschlusszeugnis verfügt. Dazu zählen Abschlüsse einer Berufsausbildung, dualen Ausbildung oder auch einer Weiterbildung. Die Zeugniserläuterungen sind kein Ersatz für das Originalzeugnis und garantieren keine automatische Anerkennung.

  5. Diplomzusatz (Diploma Supplement)

    Das Diploma Supplement beschreibt Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Hochschulabsolventen erworben haben. Es ergänzt die Original-Hochschulzeugnisse und hilft Arbeitgebern im europäischen Ausland, die Angaben besser zu verstehen. Alle Hochschulabsolventen können einen Diplomzusatz beantragen – und zwar bei der Hochschule, die auch das Original-Abschlusszeugnis ausgestellt hat. Auch für das Diploma Supplement gilt: Es ist kein Ersatz für das Original-Zeugnis und garantiert keine Anerkennung des Zeugnisses im Ausland.

Europass Bewerbung: Das ist neu

Sie können Ihren Europass auf der Homepage des European Centre for the Development of Vocational Training (CEDEFOP) kostenlos erstellen und abspeichern. Der Lebenslauf ist der wohl wichtigste Teil einer Bewerbung. Arbeitgeber können anhand der Lebensläufe Fakten und Kompetenzen vergleichen, daher kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu.

Sie können den Lebenslauf auch unabhängig vom Sprachenpass oder Diploma Supplement für Ihre eigenen Bewerbungen nutzen. Die Vorlage auf der Homepage ist vergleichsweise leicht auszufüllen, die Menüs sind recht übersichtlich. Über die Vorschau können Sie sich Ihren Lebenslauf vorab ansehen und speichern. Sie können außerdem ein Bewerbungsfoto hinzufügen, sonstige Fähigkeiten angeben und weitere Anhänge uploaden.

Seit August 2018 ist es möglich, ein Foto oder Anhänge zum Lebenslauf direkt aus Ihrem Cloud-Konto hochzuladen. Sie können Ihren Lebenslauf auch in der Cloud speichern und von Freunden oder Verwandten korrigieren lassen.

Weitere Neuerungen: Zusammen mit der Blindenstudienanstalt Thessaloniki hat man einen barrierefreien Lebenslauf-Editor entwickelt, mit dem nun auch Sehbehinderte ganz bequem einen Lebenslauf am Rechner erstellen können. Zudem wurde der Lebenslauf-Editor für Smartphones optimiert. Bewerbungen mit dem Handy bearbeiten oder absenden – das geht jetzt deutlich besser.

Einen Extra-Service gibt es für all jene, die sich in Großbritannien bewerben wollen. Wer seinen Europass-Lebenslauf online erstellt, kann ihn nun auch auf der Jobbörse CVLibrary hochladen und sich somit um mehr als 165.000 Stellen bewerben. Auch an das europäische Jobportal Eures, die Jobbörse Monster.de und das Karrierenetzwerk Xing ist die Plattform angebunden – was eine komfortable One-Klick-Bewerbung ermöglicht.

Grundsätzlich gilt: Der Europass erleichtert die Erstellung des Lebenslaufs. Bewerber sollten aber auch hier darauf achten, dass die Angaben zur angestrebten Stelle passen.

Europass: Welche Vorteile hat er?

Nein, für eine Bewerbung im Inland benötigen Sie ihn nicht. Auch ist der Europass keine Voraussetzung, um sich im Ausland bewerben zu können.

Aber er kann dort Überzeugungsarbeit leisten. Die Dokumente zeigen dem potenziellen Arbeitgeber von Portugal bis Polen, mit wem er es genau zu tun hat. Und sie signalisieren echten Willen, die Stelle wirklich haben zu wollen. Sonst hätte man sich als Bewerber die Mühe wohl kaum gemacht.

Zudem müssen Sie nicht alle fünf Dokumente organisieren, sondern können sich auf die beschränken, die Ihnen nützlich sind. Das kann im Einzelfall auch nur der Sprachenpass oder eine Zeugniserläuterung sein. Es kann aber auch passieren, dass einzelne Bestandteile sehr wohl obligatorisch sind. Wenn Sie sich zum Beispiel für ein Praktikum im Ausland bewerben, könnte der Arbeitgeber von Ihnen die Vorlage des Diploma Supplement und/oder der Zeugniserläuterungen verlangen.

Immerhin wurden nach Angaben der Europäischen Kommission europaweit schon 100 Millionen Europass-Lebensläufe erstellt. Das liegt vermutlich auch an der Einfachheit. So liegt der Lebenslauf im gut integrierbaren XML-Format vor und kann außerdem als PDF-Datei ausgegeben werden.

Das sind weitere Vorteile des Europasses:

  • Mann kann ihn relativ schnell und einfach erstellen.
  • Er ist international einheitlich.
  • Er bietet eine gute Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg.

Europass: Welche Nachteile hat er?

Fragen Sie mal Ihre Eltern, Nachbarn oder Freunde, ob Sie schon mal etwas vom Europass gehört haben? Vermutlich nicht. Vielleicht halten sie ihn sogar für eine Bahnfahrkarte.

Das verdeutlicht schon, dass sich der Europass bislang nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Er hat die länderspezifischen Bewerbungen keineswegs ersetzt. Von der europaweit einheitlichen Bewerbung sind wir genauso weit entfernt wie von einem vereinigten Europa.

Wer sich in Spanien bewerben möchte, beachtet die Anforderungen der spanischen Arbeitgeber – und bewirbt sich in der Regel auf spanisch. Bei einem alteingesessenen französischen Unternehmen klopft man besser nicht auf englisch an. Aber: Genau da kann der Europass natürlich helfen…

Der zweite große Nachteil: Der Europass würgt Kreativität ab. Er macht es Bewerben schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzuheben.

Das Prinzip kennen Bewerber von Online-Bewerbungsformularen. Sie ähneln mitunter einem Korsett. Es gibt ein Design, von dem nicht abgewichen werden kann. Außergewöhnliche, kreative oder mutige Bewerbungen sind so schwierig bis unmöglich. Die Individualität eines Bewerbers kommt oftmals zu kurz.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Curriculum Vitae: Darauf sollten Sie achten!

Curriculum Vitae ist ein Wortungetüm aus grauer Vorzeit – aber immer noch lebendig. In Deutschland wird der Begriff oft mit Lebenslauf übersetzt, in den USA zum CV verkürzt. Ohnehin begegnet Ihnen das Curriculum Vitae in Nordamerika und Großbritannien sehr viel häufiger. Es unterscheidet sich in wichtigen Details sowohl vom amerikanischen Resume als auch vom deutschen Lebenslauf. Wenn Sie beruflich nach New York oder London übersiedeln wollen, sollten Sie die Unterschiede kennen…

Curriculum Vitae Definition: Was ist das?

Curriculum Vitae ist – wie sie sicher schon vermutet haben – lateinisch. Es bedeutet übersetzt Lebenslauf. Für teutonische Zungen ist die Vokabel kein Selbstläufer. Das Wort ist lang, kompliziert und wird daher nur in Ausnahmefällen im Personalbüro genutzt. Warum auch Curriculum Vitae aussprechen, wenn man einfach Lebenslauf sagen kann?

Im englischen Sprachbereich aber ist der Terminus sehr viel geläufiger. Hier nutzt man sehr gerne die Wortkombination Curriculum Vitae – beziehungsweise die Abkürzung CV. Alternativen sind Resume und Vita.

Gemeint ist damit ein Lebenslauf, der möglichst übersichtlich gegliedert ist und die wichtigsten Karrierestationen des Bewerbers wiedergibt. Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Er enthält die wesentlichen Informationen und wird vom Personalverantwortlichen daher zur Entscheidungsgrundlage gemacht.

Und er zählt zu den Muss-Elementen in den Bewerbungsunterlagen – neben dem Anschreiben und den Anlagen wie Zeugnissen oder Arbeitsproben.

Was bedeutet das konkret für Sie als Bewerber? Geben Sie sich maximale Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufs. Tipp: Sie können ihn auch in Deutschland mit Curriculum Vitae betiteln. Das klingt gebildet – gerade in akademischen Gefilden muss das kein Nachteil sein.

Und nutzen sie den Begriff Curriculum Vitae (bzw. die Abkürzung CV) auch dann, wenn Sie eine Bewerbung ins (westliche) Ausland versenden. Damit können Sie nur selten etwas falsch machen.

Curriculum Vitae: Das gehört hinein

Achtung: Fordert ein Arbeitgeber in der Bewerbung dazu auf, ein Curriculum Vitae einzusenden, dann verlangt er damit in der Regel einen englischen Lebenslauf. Sie sollten also nicht nur englisch sprechen, sondern auch die formalen Unterscheide beachten – gerade in international aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach Ihren deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen, wenn Sie sich im englischsprachigen Ausland bewerben. Auf diese Aspekte sollten Sie achten:

  • Persönliche Angaben

    Möglicher Diskriminierung wollen die Amerikaner schon bei der Bewerbung einen Riegel vorschieben. Verzichten Sie daher im CV auf Angaben zu Ihrem Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität. Das ist wohlgemerkt keine Bitte, sondern eine klare Ansage! In Großbritannien gilt das Gleiche.

  • Foto

    Auch das Bewerbungsfoto kleben sie nicht in Ihr Curriculum Vitae – und auch sonst nirgendwohin. Keine Fotos, mehr Chancengleichheit – so lautet die Gleichung der Angelsachsen (sowohl in den USA als auch in UK).

  • Länge

    Das englische Curriculum Vitae ist im Vergleich zum deutschen Lebenslauf etwas länger. Es kann aus zwei bis maximal drei Seiten bestehen. Das amerikanische Resume ist dagegen ähnlich knapp. Nicht mehr als eine Seite!

  • Aufbau

    Der englische Lebenslauf hat sich auch in Deutschland längst durchgesetzt. Diesbezüglich müssen Sie sich also nicht umstellen. Die letzten Arbeitsstationen kommen zuerst. Danach arbeiten Sie sich in zeitlich umgekehrter Reihenfolge immer weiter bis in die Vergangenheit vor. Die aktuelle Station zuerst, die erste Station zuletzt.

  • Referenzen

    Referenzen haben in den USA und Großbritannien einen höheren Stellenwert als bei uns. Warum? Arbeitszeugnisse sind dort nicht üblich, also müssen sich Arbeitgeber auf andere Quellen verlassen. Bauen Sie also unbedingt Referenzen in Ihre Bewerbung ein. Die Ansprechpartner sollten Sie vorher aktiv ansprechen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Wunsch-Arbeitgeber telefonisch bei einer Referenz meldet.

  • Schluss

    In der deutschen Bewerbung steht die handschriftliche Unterschrift für Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit. Im angelsächsischen Kulturraum können Sie die Unterschrift weglassen.

Curriculum Vitae: So ist es aufgebaut

Inhaltlich besteht das Curriculum Vitae aus diesen Elementen:

  • Personal Data

    Trotz aller Bemühungen um Antidiskriminierung: Anonym ist das Curriculum Vitae natürlich nicht. Sie geben im CV zwingend Ihren vollständigen Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an. Der Name gehört in die erste Zeile, alle anderen Angaben finden darunter Platz. Achten Sie zudem darauf, Umlaute auszuschreiben, also zum Beispiel: Thomas Mueller oder Gerhard Schroeder oder Diane Krueger. Und bei allem Sinn für Humor, der speziell den Briten nachgesagt wird: Setzen Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Also nicht so etwas wie sweetheart555@gmail.com oder rockybalboa89@me.com

  • Personal Profile

    Hier stehen zwei, drei Sätze, die Sie näher beschreiben. Ihre herausragenden Eigenschaften oder Befähigungen. Bitte kein substanzloses Blabla, sondern aussagekräftige Dreizeiler. Dieser Abschnitt ist aber optional. Bevor Sie Unsinn schreiben, lassen Sie ihn komplett weg.

  • Education/Academic Qualification

    Sie listen an dieser Stelle Ihre schulische Bildung mitsamt Ihrer Abschlüsse auf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Auch die Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) können Sie hier unterbringen. Sofern sie über einen Hochschulabschluss verfügen, können sie den Namen der Arbeit oder Dissertation nennen und das Thema kurz umreißen.

  • Work Experience

    Im Deutschen spricht man vom beruflichen Werdegang. Ihre Arbeitsstationen zählen Sie ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf: die aktuelle oder letzte Station ganz am Anfang, die erste zum Schluss. Vollständigkeit ist dabei nicht erste Bürgerpflicht. Sie sollten zwar Lücken nach Kräften vermeiden, müssen andererseits aber nicht jede irrelevante Stelle angeben. Beispiel: Wenn Sie während der Uni als Kassierer gejobbt haben, dann nehmen Sie diese Station nur auf, wenn Sie sich im Einzelhandel oder Vertrieb bewerben. Andernfalls lassen Sie sie weg.

    Wichtig sind der Zeitraum der Anstellung, der Firmenname mitsamt Internetlink, der Standort sowie die genaue Berufsbezeichnung. Erfolge oder besondere Projekte können ergänzt werden.

    Eine Kurzversion genügt aus, wenn Sie ein US-amerikanisches Resume verfassen: In diesem Fall listen sie lediglich zwei oder drei für die Stelle relevanten Jobs auf – den wichtigsten Job zuerst. Wenn man den Lebenslauf nach Fähigkeiten gewichtet, spricht man auch vom Functional Resume. Aus Bewerbersicht besteht der große Vorteil darin, dass Lücken im Lebenslauf plötzlich keine Rolle mehr spielen.

  • Skills

    An diese Stelle kommen bislang unerwähnte Fähigkeiten. Das können Sprachkenntnisse und EDV Kenntnisse sein. Auch der Führerschein kann hier auftauchen, sofern er eine Relevanz für die Stelle hat.

  • Activities/Engagement

    Haben Sie spezielle Interessen, Ehrenämter und Hobbys? Diese finden hier Platz. Aber bitte wiederum nur dann, wenn sie einen Bezug zur Arbeitsstelle aufweisen. Oder wenn Sie Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Leadership-Qualitäten unterstreichen. Eine Mannschaftssportart etwa könnte auf einen ausgeprägten Teamgeist hindeuten. Vorsicht bei Extremsportarten: Es soll Arbeitgeber geben, für die Paragliding oder Freestyle Skiing aufgrund der hohen Verletzungsgefahr ein rotes Tuch sind. Lieber weglassen!

  • References

    Auch in Deutschland gewinnen Referenzen in der Bewerbung an Bedeutung. Menschen vertrauen vor allem dem Urteil anderer Menschen – daran wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Wenn Sie sich in den USA mit Ihrem Curriculum Vitae bewerben, sind Referenzen noch wichtiger. Beachten Sie: Eine Reference beinhaltet in der Regel zwei Personen. Diese können über ihre Erfahrungen mit Ihnen Auskunft geben – und sie werden in der Realität häufig wirklich kontaktiert. Geben sie also neben den Namen auch die Telefonnummern und E-Mail-Adressen an. Vorher fragen Sie Ihre Referenzgeber, ob diese einverstanden sind. Und wählen Sie bitte nur solche aus, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben und die Sie wohlwollend bewerten.

Curriculum Vitae oder Resume?

Welches Format wählen Sie nun, wenn Sie sich in den USA bewerben: Curriculum Vitae oder Resume? Relevant ist vor allem der Sektor, in dem Sie sich bewerben. Auch als Akademiker schreiben Sie ein Resume, wenn Sie in der Privatwirtschaft oder in einer nicht-akademischen Stelle anheuern wollen.

Der Arbeitgeber will sich nur einen kurzen Überblick über Sie verschaffen. Knappe, harte Facts, kein Fließtext! Sämtliche Informationen, die für die Stelle nicht relevant sind, streichen Sie – sogar dann, wenn es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt.

Tipp: Formulieren Sie im Aktiv und positiv. Sogenannte Action Words wie enabled oder achieved können helfen.

Wenn Sie aber in die Forschung gehen oder einen akademischen Beruf ergreifen wollen, dann entscheiden Sie sich fürs Curriculum Vitae. Das CV bietet mehr Platz für Ihre Stationen und Leistungen, kann sogar über zwei oder drei Seiten hinausgehen. Sie können jedes Projekt auflisten und beschreiben.

Curriculum Vitae: Was noch anders ist

Im deutschen Lebenslauf führen Sie die einzelnen Stationen in Stichpunkten auf. Im Curriculum Vitae können bzw. sollten Sie sie ausführlicher umschreiben. Die Stichpunkte ergänzen Sie durch Fließtext und beschließen ihn am Ende mit einem Punkt.

Vorteil: Sie können sich auf diese Weise sehr gut in Szene setzen. Sie können sich selbst besser vermarkten und präsentieren. Und genau das ist ja schließlich der Sinn einer Bewerbung.

Dabei geht es auch um Ihre harten Skills. Versuchen Sie, diese im Curriculum Vitae so herauszuarbeiten, dass sie den Empfänger überzeugen. Ihre Befähigungen müssen zu den Vorgaben in der Stellenbeschreibung passen.

Wichtig ist, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, welche Fähigkeiten Muss-Anforderungen sind und welche Kann-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind Pflicht. Sie müssen sich in Ihrem Curriculum Vitae wiederfinden, sonst hat Ihre Bewerbung kaum Aussicht auf Erfolg. Die Kann-Anforderungen sind hingegen keine Grundvoraussetzungen, aber erhöhen Ihre Chancen.

Nicht immer ist es einfach, die Muss- von den Kann-Anforderungen zu unterscheiden. Sie erkennen Muss-Anforderungen zum Beispiel an diesen Formulierungen:

  • Sie bringen mit
  • Wir erwarten
  • Voraussetzung ist
  • Erforderlich sind
  • …setzen wir voraus

Kann-Anforderungen sind nicht so streng formuliert. Hier einige Beispiele:

  • Wünschenswert sind Kenntnisse in…
  • Idealerweise…
  • Hinreichende Erfahrungen…
  • Wenn Sie zusätzlich mitbringen
  • Wir würden uns außerdem freuen
  • Hilfreich sind…

CV: Keywords unterbringen!

CV: Keywords unterbringen!Fast alle großen US-Konzerne nutzen nach Medienberichten mittlerweile Recruiting-Software. Diese sogenannten Applicant tracking systems scannen die Lebensläufe der Bewerber nach den wichtigsten Keywords ab.

So grenzen die Unternehmen den Kandidatenpool vorab ein. Als Bewerber sollten Sie also peinlich genau darauf achten, die richtigen Begriffe zu nennen. Schauen Sie ganz genau hin, was in der Bewerbung verlangt wird! Beispiel: Wenn das Unternehmen einen Data Scientist sucht, dann geben Sie sich auch als Data Scientist aus – und nicht als Data Engineer oder Data Specialist. Wenn Ihre letzte offizielle Berufsbezeichnung Data Engineer gelautet hat, ersetzen Sie den Begriff trotzdem durch Data Scientist oder ergänzen ihn. Nennen Sie vorsichtshalber mehrere Synonyme. Andernfalls könnte Sie das System einfach aussortieren.

Auch Interessen sind den Personalern wichtig. Sie können Sympathiepunkte bringen. Geheimtipp für ganz Abgebrühte: Surfen sie auf das Linkedin-Profil Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Von den Interessen, die er oder sie dort eingetragen hat, suchen Sie sich eines oder zwei heraus und geben sie in Ihrer Bewerbung als Hobbys an (es sei denn, Sie haben damit wirklich so gar nichts am Hut).

Das ist zugegeben berechnend und geradezu hinterlistig. Andererseits: Gemeinsamkeiten bringen Sympathie. Und Sympathien bringen Ihnen den Job…

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

Lebenslauf Schüler: So kriegen Sie den Job!

Lebenslauf Schueler Tipps Muster

In der Bewerbung sollten Schüler sorgfältig an Ihrem Lebenslauf feilen. Er ist das, wofür sich die Personaler und Recruiter in den Unternehmen am meisten interessieren – egal, ob sie sich um einen Ferienjob oder einen Ausbildungsplatz bewerben. Weil Schüler noch über wenig Berufserfahrung verfügen, müssen sie andere Akzente setzen. Hobbys, Interessen und Zusatzwissen gewinnen automatisch an Bedeutung. Aber sie zünden im Lebenslauf nur, wenn auch die Formalien sitzen…

Lebenslauf Schüler: Darum ist er so wichtig

Der Lebenslauf für Schüler unterscheidet sich im Grunde nicht von jedem anderen Bewerber-Lebenslauf. Als Schüler sollten sich vor Augen führen: Personalentscheider im Unternehmen nehmen sich für eine Bewerbung meist nicht so viel Zeit. Sie haben einfach zu wenig davon. Mehr als zwei bis fünf Minuten nimmt sich ein Personaler vermutlich nicht, um Ihre Unterlagen durchzublättern.

Darum ist Übersichtlichkeit so wichtig. Der tabellarische Lebenslauf bietet genau das: Er ist übersichtlich, klar und strukturiert. Es sei denn, man hat sich bei seiner Erstellung keine Mühe gegeben…

Eine Alternative zum tabellarischen Lebenslauf ist der ausführliche Lebenslauf im Fließtext oder ein handgeschriebener Lebenslauf. Zulässig ist beides, aber heutzutage schon fast eine Rarität. Wählen Sie eine dieser beiden Formen nur dann, wenn sie vom Unternehmen ausdrücklich gefordert wird.

Lebenslauf Schüler: Das gehört hinein

Schülern fehlt in der Regel eines: Berufserfahrung. Ihr Berufsleben hat noch gar nicht angefangen, darum kann auch Ihr Lebenslauf noch nicht so üppig sein. Das heißt aber nicht, dass Sie bei einer Bewerbung ein halbleeres Blatt Papier abgeben müssen.

Wenn Berufserfahrungen fehlen, können zum Beispiel Interessen und persönliche Stärken in den Vordergrund rücken. Aus diesen Elementen besteht ein Lebenslauf Schüler:

  1. Bewerbungsfoto

    Das Bewerbungsfoto ist unheimlich wichtig – für Schüler vielleicht sogar noch wichtiger als für andere Bewerber. Denn ob junge Menschen motiviert oder lustlos, hellwach oder verpeilt sind, sieht man ihnen manchmal schon an der Nasenspitze an – oder man glaubt zumindest, es ihnen anzusehen.

    Und: Wenn Erfahrungswerte fehlen, gewinnt jeder andere Aspekt in der Bewerbung an Bedeutung – und damit auch die Optik. Darum lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Das Aussehen spielt bei jüngeren Bewerbern eine größere Rolle als bei älteren. Diese Erkenntnis muss man nicht gutheißen, sollte sie aber auch nicht komplett ignorieren. Legen Sie daher großen Wert auf Ihr Bewerbungsfoto, auf Ihre Kleidung und Frisur. Mund leicht öffnen und lächeln – das macht Sie auf dem Foto sympathischer.

  2. Kontaktdaten

    Angenommen, der Arbeitgeber will Sie zum Vorstellungsgespräch einladen und merkt dann, dass er in den Unterlagen gar keine Kontaktdaten von Ihnen findet. Schlecht! Auch, weil es einen unaufgeräumten, chaotischen Eindruck macht. Und Ihr Arbeitgeber will keinen Chaoten einstellen. Darum bitte die aktuellen (!) Kontaktdaten in der Bewerbung nicht vergessen.

    Bringen Sie sie in der Kopfzeile oder mitten im Feld unter – je nachdem, wie viel Platz Sie zur Verfügung haben. Denken Sie daran: Ihr Lebenslauf sollte vor allem übersichtlich sein. Quetschen Sie bitte nicht alles untereinander, sondern führen Sie den Leser über das Blatt.

    Auch sehr wichtig: Wählen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse. Am besten eine, die Ihren Namen beinhaltet. Zum Beispiel so: vorname.nachname@provider.de. Wenn Sie die entsprechende Adresse noch nicht haben, registrieren Sie sie. Auf jeden Fall gilt es, von ulkigen oder schlüpfrigen E-Mail-Adressen wie django2100@gmail.com oder sexystern666@hotmail.de abzusehen.

  3. Persönliche Daten

    Neben den Kontaktdaten und Ihrem vollständigen Namen sind Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Konfession und Familienstand von Interesse. Warum? Wenn Sie sich beispielsweise bei einer Firma in Ihrem Geburtsort bewerben, kann das ein Argument für Sie sein. Sie kennen die Region und wissen, wie ihre Bewohner ticken. Bewerben Sie sich am anderen Ende Deutschlands, könnte das aber genauso vorteilhaft sein, weil es Mobilität signalisiert. Sie sind bereit, für Ihren Traumjob umzuziehen – ein Pluspunkt.

    Zur Staatsangehörigkeit: Wenn Sie die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit innehaben, gibt es für Ihren Arbeitgeber definitiv keine Probleme mit einer Arbeitserlaubnis. Bei anderen ausländischen Pässen ist das nicht immer so sicher.

    Die Konfession wiederum kann bei bestimmten Arbeitgebern sehr wichtig sein. Wenn Sie sich zum Beispiel bei einem kirchlichen Träger bewerben, sollten Sie sie auf keinen Fall unterschlagen. Zu den Pflichtangaben in der Bewerbung zählt die Konfession aber nicht mehr – genauso wie der Familienstand. Den können Sie getrost weglassen – zumal die meisten Berufsanfänger ohnehin noch ledig sein dürften.

  4. Schulische Bildung

    Listen Sie hier sauber alle Schulen auf, die Sie bislang besucht haben oder aktuell noch besuchen. Gymnasium, Gesamtschule, Real- und/oder Hauptschule, Grundschule. In der linken Spalte steht der Zeitraum, in der rechten der Name sowie der Standort der Schule.

    Beispiel:

    09/2015-08/2019 Erich-Kästner-Grundschule Berlin

    Auch die Abschlussnote findet hier Platz. Beispiel:

    09/2015 – 08/2019 Astrid-Lindgren-Gymasium Hamburg
    08/2019 Allgemeine Hochschulreife, Abiturnote: 2,5

    Tipp: Wenn Ihre Note weniger vorzeigbar ist (zum Beispiel 3,7), lassen Sie sie dezent unter den Tisch fallen.

  5. Praktika

    Praktika sind speziell für Schüler Gold wert. Kein Arbeitgeber stellt gerne jemanden ein, für den die Arbeitswelt noch unbekanntes Terrain ist. Nehmen Sie daher alle Praktika in den Lebenslauf auf, die Sie jemals absolviert haben – unabhängig von Arbeitgeber, Branche und Zeitraum. Dazu zählen auch einwöchige Schnupperpraktika.

    Wenn Sie über Praktikumszeugnisse verfügen, legen Sie die Kopien als Anlagen bei. Niemals Originale versenden! Absolvierte Praktika signalisieren einem Arbeitgeber, dass der Bewerber schon in seiner Jugend engagiert war und nicht auf der faulen Haut gelegen hat.

    Allerdings gibt es natürlich auch Szenarien, in denen Sie ein Praktikum diskret verschweigen können bzw. sollten. Zum Beispiel dann, wenn Sie (aus welchen Gründen auch immer) ein miserables Praktikumszeugnis bekommen haben. Oder wenn Sie bei einem zwielichtigen Unternehmen hospitiert haben, das in kriminelle Machenschaften verwickelt war. Aber das sollten absolute Ausnahmen sein.

  6. Interessen und Kenntnisse

    Diesem Punkt kommt im Lebenslauf Schüler eine große Bedeutung zu. Mit vielen Arbeitsstationen und Berufserfahrung können Sie in Ihrem Alter noch nicht wuchern, darum müssen Sie mit Ihrer Persönlichkeit und Zusatz-Skills überzeugen.

    Pluspunkte bringen zum Beispiel Sprachkenntnisse. Haben Sie ein Schuljahr im Ausland verbracht oder lernen Sie mehrere Fremdsprachen in der Schule? Oder haben sie zwei oder gar drei Muttersprachen? Dann unbedingt aufnehmen!

    Auch EDV Kenntnisse sind heutzutage relevant – in fast jedem Job. Wenn Sie sich von kleinauf für Computer interessieren, dann lassen Sie das mit in die Bewerbung einfließen. Beispiel: SEO-Knowhow, gute Kenntnisse mit Microsoft Office, versierter Umgang mit Social Media, Grundkenntnisse in Python und Java oder oder oder…

    Hobbys sollten ebenfalls nicht in Ihrem Lebenslauf fehlen. Sie lassen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Bewerbers zu. Mannschaftssportarten stehen zum Beispiel für Teamwork und Kooperation, Lesen für Neugier, Freunde treffen für eine ausgeprägte soziale Ader. Bleiben Sie am besten bei der Wahrheit. Aber sehen Sie von Ausdrücken ab wie: Mit Freunden abhängen oder saufen gehen. Das klingt – nun ja – leicht asozial.

    Auch auf die Formulierung kommt es an. Beispiel: Schreiben Sie lieber nicht als Hobby Computerspiele zocken. Sondern lieber: Simulationen und Strategiespiele (auch dann, wenn Sie eigentlich viel lieber Ego-Shooter daddeln). Ein bisschen dehnbar ist die Wahrheit dann schon…

    Zu guter Letzt dürfen sie auch Ihre Lieblingsfächer angeben. Aber tun Sie das nur, wenn diese einen Bezug zur Stelle haben. Zu einer kaufmännischen Ausbildung beispielsweise passt Mathe sehr gut, einem Fremdsprachenkorrespondenten stehen Englisch, Französisch, Spanisch und/oder Deutsch gut zu Gesicht. Wer Fitnesstrainer werden will, darf gerne ein begeisterter Schulsportler gewesen sein.

  7. Schluss

    Zum Schluss Ort und Datum nicht vergessen. Das ist nicht kompliziert und sieht so aus:

    Köln, den 10. Oktober 2019

    Dieser Punkt ist wichtiger, als man denkt. Fehlt das Datum, könnte der Personaler denken, Sie hätten einfach eine alte Bewerbung wieder hervorgekramt. Negativ! Die handschriftliche Unterschrift wiederum steht für Originalität und Glaubwürdigkeit. Diese Elemente runden den Lebenslauf Schüler ab. Damit ist er komplett.

Lebenslauf Schüler: So ist er aufgebaut

Als Faustregel können Sie sich merken: Der tabellarische Lebenslauf sollte zwei Seiten nicht überschreiten. Schüler sollten sogar recht locker mit nur einer DIN-A4-Seite auskommen.

Verwenden Sie eine zweispaltige Tabelle ohne sichtbare Linien und betiteln Sie das Dokument einfach mit Lebenslauf. In der rechten Spalte listen Sie die Inhalte auf: Kontaktdaten, persönliche Daten, Schulbildung, Praktika, Sprachkenntnisse, besondere Fähigkeiten, Interessen und Hobbys.

In der linken Spalte geben Sie den Zeitraum der jeweiligen Station an. Dabei reicht es, Monat und Jahr vom Beginn und vom Ende der Tätigkeit zu nennen.

Beispiel:

02/2018-03/2018 Praktikum auf dem Ponyhof

Ordnen Sie die Stationen in zeitlich umgekehrter Reihenfolge an. Sie beginnen also mit der letzten Station und enden mit der ersten. Das gilt für besuchte Schulen wie für Praktika. Sie starten also mit Ihrer aktuellen Schule (z.B. Gesamtschule) und arbeiten sich bis zur Ihrer Grundschule vor. Da Sie als Schüler noch nicht so viele Stationen hinter sich haben, können sie aber auch in chronologischer Reihenfolge vorgehen. Das bleibt letztlich Ihnen und Ihren Präferenzen überlassen. Hauptsache übersichtlich!

Am Ende des tabellarischen Lebenslauf fügen Sie Ort, Datum und Ihre Unterschrift ein. Bitte per Hand unterschreiben! Dadurch garantieren Sie, dass der Lebenslauf wirklich von Ihnen stammt und alle Angaben richtig sind. Wenn Sie sich per Online Bewerbung bewerben, scannen Sie die Unterschrift ein und fügen sie dann in Ihren Lebenslauf ein.

Hier finden Sie noch eine kostenlose Vorlage zum Downloaden

Lebenslauf-Muster für Schüler (WORD-Datei zum Bearbeiten)

Weitere Lebenslauf-Vorlagen finden Sie HIER.

Lebenslauf Schüler: Welches Format sollte er haben?

Übersichtlich sollte der Lebenslauf Schüler sein – aber auch einheitlich. Verwenden Sie daher nur einen Schrifttyp und nicht zu viele unterschiedliche Schriftgrößen.

Nehmen Sie eine Größe zwischen 10 und 12 für die Textabschnitte.

Zwischenüberschriften können etwas größer und in Fettschrift hervorgehoben sein. Die Überschrift Lebenslauf dürfen Sie gerne in einer noch größeren Typo platzieren. Das bedeutet summa summarum: Mehr als drei Schriftgrößen sollten es am Ende nicht sein.

Und verzichten Sie auf spielerische und verschnörkelte Schriftarten. Es mag verlockend sein, damit ein bisschen zu experimentieren – gerade, wenn Sie eine kreative Ader haben – aber unter diesen Typos leidet die Lesbarkeit. Wählen Sie am besten eine schnörkellose Schrift wie Arial oder Helvetica oder Serifenschriften wie Times oder Georgia.

Sobald Sie sich für eine Schrift entschieden haben, behalten Sie sie bei. Sie schreiben also Ihre gesamte Bewerbung nur in einer einzigen Schrift: Lebenslauf, Anschreiben, Deckblatt. Bitte nicht switchen!

Lebenslauf Schüler: So wird er rund

Nicht nur für Musterschüler wichtig: Lassen Sie Ihre Unterlagen am Ende stets noch einmal gegenlesen – von Ihren Eltern zum Beispiel. Auch beim besten Deutsch-Schüler schleichen sich gerne Buchstabendreher und andere Fehlerteufel ein.

Am besten, Sie kombinieren das mit einer Selbstkontrolle – indem Sie Ihre Texte mit einem Korrekturprogramm am Computer prüfen. Vier Augen (plus Algorithmen des Rechners) sehen mehr als zwei.

Es kommt dabei nicht nur auf harte Grammatik an. Checken Sie abschließend auch, ob Sie alle Eigennamen korrekt ausgeschrieben haben. Wenn Sie Ihre Ansprechpartnerin im Unternehmen mit Frau Meyer statt Frau Maier anreden, dann spricht das nicht gerade für Ihre Sorgfalt und Genauigkeit – dicker Minuspunkt!

Das Gesamtbild muss stimmen. Dazu zählen außerdem ein einheitliches Schriftbild, Schriftart, Schriftgrößen. Ist alles übersichtlich aufgebaut? Haben Sie nichts vergessen? Haben die Dokumente die richtige Reihenfolge? Das richtige Format? Wenn alles passt, klicken Sie auf Senden – und hoffen das Beste. Viel Erfolg!

Lebenslauf schreiben: Nicht am Handy!

Lebenslauf schreiben: Nicht am Handy!Ein Leben ohne Smartphone? Nicht vorstellbar!

Mittlerweile macht man nahezu alles mit dem elektronischen Helferlein. Eine Bewerbung sollte man mit seiner Hilfe aber nicht erstellen. Aufgrund der kleinen Tasten ist die Tippfehlergefahr sehr viel größer. Und wegen des kleinen Displays übersieht man sie zudem leichter.

Darum: Den Lebenslauf bitte immer am PC oder Laptop zusammenstellen!

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

Arbeitsvertrag (Muster): So muss er aussehen

arbeitsvertrag muster vorlage

Bevor Sie Ihren Arbeitsvertrag unterschreiben, sollten Sie einen Blick auf unseren Musterarbeitsvertrag werfen. Er beinhaltet alle wichtigen Elemente und Inhalte. So ist es zum Beispiel wichtig, dass die Regelungen zum Arbeitsbeginn, zur Tätigkeit und zur Urlaubslänge im Arbeitsvertrag genau festgelegt worden sind. Auch tauchen des öfteren Unklarheiten auf, was die Länge der Probezeit und Kündigungsfristen betrifft. So muss ein Arbeitsvertrag aussehen…

Arbeitsvertrag: Das ist wichtig!

Ihre Bewerbung war erfolgreich, Sie haben den Zuschlag erhalten – Jubelstimmung macht sich breit. Der Moment des Triumphs sei Ihnen gegönnt. Jeder aber weiß, wie schnell er wieder vorbei sein wird. Denn all die Arbeit wartet ja noch auf Sie – und die kann lang und mühsam sein. Aber erfüllend wird sie hoffentlich auch…

Bevor Sie aber ans Werk gehen, müssen bzw. dürfen Sie noch Ihren Arbeitsvertrag unterschreiben. Ein Federstrich macht es offiziell: Ihr neuer Lebensabschnitt beginnt! Vorher aber sollten Sie noch einen genauen Blick auf das Vertragswerk werfen. Sonst könnte es passieren, dass Ihnen noch die eine oder andere böse Überraschung widerfährt.

In der Regel schickt Ihr Arbeitgeber den Vertrag vor der Unterzeichnung zur Ansicht zu Ihnen nach Hause. So haben Sie genügend Zeit, um alles zu prüfen. Empfehlenswert kann es sein, einen Experten bzw. Juristen zu bemühen. Doch der kostet im Zweifel Geld. Alternativ gehen Sie den Arbeitsvertrag selbst durch und gleichen ihn mit unserem Musterarbeitsvertrag ab (siehe unten). Passagen, die Ihnen komisch vorkommen, sollten Sie genauer prüfen (bzw. prüfen lassen) und zur Sprache bringen.

Wir haben die wichtigsten Punkte, die in einem Arbeitsvertrag stehen müssen, für Sie zusammengefasst. Das ist natürlich auch für Arbeitgeber interessant. Sie können gerne unseren Musterarbeitsvertrag als Vorlage bemühen, wenn Sie jemanden einstellen wollen. Aber: Wir sind keine Anwälte und übernehmen daher keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Arbeitsvertrag: Das sind die wichtigsten Elemente

Diese Inhalte sind in einem Arbeitsvertrag unentbehrlich:

  • Vertragspartner

    Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind die Vertragspartner des Arbeitsvertrags. So weit, so klar. Doch sauber festgehalten werden muss das schon. Der korrekte Name des Unternehmens und Ihr vollständiger Name sind unverzichtbare Bestandteile des Arbeitsvertrags. Das kann übrigens auch dann wichtig werden, wenn es um eine Kündigung geht oder sich Ihr Arbeitgeber ändert – weil er beispielsweise eine Tochterfirma gründet.

  • Beginn des Arbeitsverhältnisses

    Der Arbeitsvertrag muss den Zeitpunkt des Arbeitsbeginns genau festhalten. Damit ist ein konkretes Datum gemeint. Es reicht nicht aus – wie etwa in der Bewerbung – vom nächstmöglichen Zeitpunkt zu sprechen. Schauen Sie also vor Ihrer Vertragsunterschrift genau hin, ob das Datum wirklich korrekt ist. Das ist auch für Ihren Urlaubsanspruch, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen relevant. Bei befristeten Verträgen muss der Arbeitsvertrag zudem das Ende des Arbeitsverhältnisses beinhalten.

  • Probezeit

    Die Probezeit ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich lang. Bis zu sechs Monate sind gesetzlich zulässig, manchmal beträgt die Probezeit auch nur drei Monate. Nach der Probezeit entfristet sich der Arbeitsvertrag automatisch. Während der Probezeit kann der Arbeitgeber – sowie der Arbeitnehmer – ohne Angabe von Gründen mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen das Arbeitsverhältnis lösen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Je kürzer die Probezeit, desto vorteilhafter.

  • Tätigkeit

    Welche Tätigkeit soll der Arbeitnehmer ausüben? Die Aufgaben müssen vertraglich fixiert werden – genauso wie die Position, die der Arbeitnehmer bekleiden wird. Allerdings ist die Angabe der Aufgaben meist nur sehr vage. Andernfalls könnten Arbeitgeber gar nicht mehr durchsetzen, ihre Mitarbeiter mit neuen Zusatzaufgaben zu betrauen. Unternehmen wollen flexibel einsetzbare Arbeitnehmer, darum ist auch die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag meist nicht sehr konkret.

  • Arbeitszeit

    Die Arbeitszeit ist wesentlicher Bestandteil des Arbeitsvertrags. Immer noch üblich ist die 40-Stunden-Woche. Das sind umgerechnet fünf Arbeitstage pro Woche mit je acht Stunden am Tag. Je nach Branche und Unternehmen gibt es aber etliche Abweichungen. Von den vielen (unbezahlten) Überstunden ganz zu schweigen – die sind wohlgemerkt nicht im Arbeitsvertrag festgeschrieben.

  • Gehalt

    Bei vielen wandern die Augen zuerst auf die magische Zahl: Wie hoch ist mein Gehalt? Das Gehalt kann sich nach dem Verhandlungsgeschick des Bewerbers richten – oder nach dem jeweiligen Tarifvertrag. Gucken Sie genau hin, ob der Betrag korrekt im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Sie haben 2.700 Euro brutto ausgehandelt, im Vertrag stehen aber nur 2.650 Euro? Dann sollten Sie schnell Rücksprache mit der Personalabteilung halten. Im Arbeitsvertrag wird das Gehalt meist als Bruttomonatsgehalt angegeben. Auch steht hier, wann das Gehalt gezahlt wird, beispielsweise am 15. oder am 1. eines Monats.

  • Urlaub

    Weniger als 20 Urlaubstage sollten in Ihrem Arbeitsvertrag nicht festgehalten sein, sofern Sie Vollzeitbeschäftigter sind. Der gesetzliche Mindestanspruch auf Urlaub beträgt bei einer Fünf-Tage-Woche 20 Stunden, bei einer Sechs-Tage-Woche 24 Tage. Das gilt auch für Teilzeitkräfte. Der Mindestanspruch richtet sich dabei immer nach den Arbeitstagen, nicht nach den Arbeitsstunden pro Tag. Teilzeitangestellte, die weniger als fünf Tage pro Woche arbeiten, müssen ihren Urlaubsanspruch anteilig berechnen. Viele Arbeitgeber gehen auch über den gesetzlichen Mindestanspruch hinaus und gewähren etwa 26 oder 30 Tage.

  • Krankheit

    Im Falle einer Erkrankung muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber unverzüglich darüber informieren. Nicht immer einheitlich sind die Regelungen darüber, wann ein ärztliches Attest eingereicht werden muss. Viele Arbeitgeber schreiben vertraglich fest, dass Mitarbeiter spätestens am dritten Tag der Erkrankung eine offizielle Krankmeldung vorlegen müssen. Sie können sie aber auch schon am ersten Tag verlangen.

  • Nebentätigkeit

    Ein pauschales Verbot darf der Arbeitgeber Ihnen nicht aussprechen. Er muss Ihnen einen Nebenjob vertraglich gestatten. Allerdings nur dann, wenn dieser Ihre Arbeit nicht beeinträchtigt oder wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran hat, dass Sie den Nebenjob nicht annehmen. Das ist offensichtlich dann der Fall, wenn Sie für einen Konkurrenten tätig werden wollen. Einfach so darf ein Arbeitnehmer einen Nebenjob aber nicht antreten, sofern im Vertrag steht, dass er ihn zuvor anmelden muss.

  • Kündigung

    Nichts ist für die Ewigkeit – auch Ihr neuer Job nicht. Im Arbeitsvertrag werden daher neben dem Beginn und Inhalt des Arbeitsverhältnisses auch sein Ende geregelt. Von Bedeutung ist hier vor allem die Kündigungsfrist. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass ein Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen kündigen kann – unabhängig von seiner Beschäftigungsdauer. Der Arbeitgeber muss hingegen die Beschäftigungsdauer seines Arbeitnehmers beachten, wenn er ihm kündigen will. Je länger ein Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt ist, desto länger diese Kündigungsfrist. Der Arbeitgeber kann nun aber beide Kündigungsfristen vertraglich aneinander koppeln. Dann könnte ein langjähriger Arbeitnehmer nicht mehr innerhalb von vier Wochen das Weite suchen.

  • Sonstiges

    Das sind längst nicht alle Klauseln, die sich im Arbeitsvertrag wiederfinden können. So kann eine Klausel zur Verschwiegenheitspflicht eingebaut werden, die dem Mitarbeiter untersagt, Betriebsgeheimnisse und andere Interna weiterzugeben. Die Regelung kann wohlgemerkt auch noch dann gelten, wenn das Arbeitsverhältnis längst beendet worden ist. Mögliche Vertragsstrafen, Verfall- und Ausschlussfristen können sich ebenfalls in einem eigenen Paragraphen im Vertrag wiederfinden. Am Ende fügt der Arbeitgeber oft eine Klausel ein, die besagt, wie mögliche Änderungen am Vertrag zu erfolgen haben.

Musterarbeitsvertrag: So kann er aussehen

Arbeitsvertrag

Zwischen
ABC AG
Kommerzstraße 1
98765 Kapitalstadt

– nachfolgend Arbeitgeber genannt –

und
Frau
Silke Sonnenschein
Sonnenallee 999
12345 Sommern

– nachfolgend Arbeitnehmer genannt –

wird folgender Arbeitsvertrag geschlossen:

§ 1 Beginn des Arbeitsverhältnisses
Das Arbeitsverhältnis beginnt am 01.01.2019.

§ 2 Probezeit
Das Arbeitsverhältnis wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit. Während dieser Probezeit kann das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von zwei Wochen ohne Angaben von Gründen gekündigt werden.

oder:
Der Arbeitsvertrag wird auf die Dauer von sechs Monaten vom xx.xx.xxxx bis zum xx.xx.xxxx zur Probe abgeschlossen. Nach Ablauf dieser Befristung endet das Arbeitsverhältnis, ohne dass es einer Kündigung bedarf, wenn nicht bis zu diesem Zeitpunkt eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses vereinbart wird. Innerhalb der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, unbeschadet des Rechts zur fristlosen Kündigung (befristetes Probearbeitsverhältnis).

§ 3 Tätigkeit
Der Ar­beit­neh­mer wird als Berufsbezeichnung ein­ge­stellt. Der Ar­beit­ge­ber be­hält sich vor, dem Ar­beit­neh­mer un­ter Bei­be­hal­tung der Ver­gü­tung an­de­re gleich­wer­ti­ge Ar­beits­auf­ga­ben zu­zu­wei­sen, so­weit dies bei Ab­wä­gung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen für den Ar­beit­neh­mer zu­mut­bar ist. Ort der Tätigkeit ist Düsseldorf.

§ 4 Vergütung
Der Ar­beit­neh­mer er­hält für seine Tätigkeit ein monatliches Gehalt von 3.200 Euro brutto. Das Gehalt wird jeweils zum Monatsende gezahlt. Ein An­spruch auf wei­te­re Zah­lun­gen wie zum Beispiel ein Ur­laubs­geld, ein Weih­nachts­geld oder ein 13. Mo­nats­ge­halt be­steht nicht. So­weit der Ar­beit­ge­ber sol­che Zah­lun­gen leis­tet, ge­schieht dies frei­wil­lig. Auch mehr­fa­che Zah­lun­gen be­grün­den kei­nen Rechts­an­spruch für die Zu­kunft.

§ 5 Arbeitszeit
Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, die auf fünf Tage in der Kalenderwoche zu verteilen sind. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit richten sich nach der betrieblichen Einteilung. Die Kernarbeitszeit ist täglich von 9 bis 17 Uhr.

§ 6 Urlaub
Der Ar­beit­neh­mer hat An­spruch auf be­zahl­ten Ur­laub im Um­fang von 20 Arbeitstagen pro Ka­len­der­jahr – ausgehend von einer Fünf-Tage-Woche. Der Arbeitgeber gewährt zusätzlich einen vertraglichen Urlaub von weiteren fünf Arbeitstagen.

Für den vertraglichen Urlaub gilt abweichend von dem gesetzlichen Mindesturlaub, dass der Urlaubsanspruch am 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres auch dann verfällt, wenn er wegen Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers nicht genommen werden kann. Ei­ne Über­tra­gung auf das Fol­ge­jahr fin­det nur im Fal­le ei­ner aus­drück­li­chen Über­tra­gungs­ver­ein­ba­rung statt und höchs­tens bis zum 31. März des Fol­ge­jah­res. Der über­tra­ge­ne Ur­laubs­an­spruch ver­fällt am 31. März des Fol­ge­jah­res auch dann, wenn der Ur­laub in­fol­ge ei­ner Er­kran­kung nicht ge­nom­men wer­den kann.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind verbleibende Urlaubsansprüche innerhalb der Kündigungsfrist abzubauen, soweit dies möglich ist. Der vertragliche Zusatzurlaub erlischt mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses.  

§ 7 Krankheit
Der Ar­beit­neh­mer hat je­de krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit und de­ren vor­aus­sicht­li­che Dau­er un­ver­züg­lich dem Ar­beit­ge­ber an­zu­zei­gen und ein ärzt­li­ches At­test vor­zu­le­gen. Ist der Arbeitnehmer infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig, hat er Anspruch auf die Fortzahlung der Arbeitsvergütung bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen nach den gesetzlichen Bestimmungen.

§ 8 Nebentätigkeit
Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, jede regelmäßige Ausübung einer Nebenbeschäftigung vor ihrer Aufnahme dem Arbeitgeber gegenüber in Textform anzuzeigen. Sie ist  nur mit Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.

Der Arbeitgeber verpflichtet sich dazu, diese Zustimmung zu erteilen, sollte er kein berechtigtes Interesse daran haben, diese zu untersagen. Ein solch berechtigtes Interesse besteht, wenn die Ausübung der Nebentätigkeit den Arbeitnehmer in der Erfüllung seiner Pflichten beeinträchtigt oder die Nebentätigkeit im Widerspruch zu den Zielen des Arbeitgebers steht.

Der Arbeitgeber kann seine Einwilligung jederzeit widerrufen, wenn sein betriebliches Interesse dies auch unter Berücksichtigung der Arbeitnehmerinteressen erfordert. 

§ 9 Verschwiegenheitspflicht
Der Ar­beit­neh­mer ist dazu ver­pflich­tet, über al­le Be­triebsgeheimnisse und Ge­schäfts­ge­heim­nis­se so­wie über An­ge­le­gen­hei­ten, die der Ar­beit­ge­ber als ver­trau­lich be­zeich­net hat, drit­ten Per­so­nen ge­gen­über Still­schwei­gen zu be­wah­ren. Die­se Pflicht gilt auch über die Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses hin­aus.

§ 10 Kündigung
Nach Ab­lauf der Prob­ezeit gel­ten die Kün­di­gungs­fris­ten des § 622 Abs.2 Satz 1 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB). Jede gesetzliche Verlängerung der Kündigungsfrist zugunsten des Arbeitnehmers gilt dabei in gleicher Weise auch zugunsten des Arbeitgebers. Die Kündigung bedarf der Schriftform. Vor Antritt des Arbeitsverhältnisses ist die Kündigung ausgeschlossen.

Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist auch ohne Einhaltung der Kündigungsfrist möglich.
Bei Ende des Arbeitsverhältnisses ist der Arbeitnehmer verpflichtet, alle ihm überlassenen Unterlagen, Dokumente und sonstige Materialien unverzüglich zurückzugeben.

Das Arbeitsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, bei Erreichen des gesetzlich festgelegten Renteneintrittsalters oder mit der Feststellung der Erwerbsunfähigkeit.

§ 11 Zusätzliche Vereinbarungen
Vertragsänderungen, Nachträge und Ergänzungen des Arbeitsvertrages sind nur wirksam, wenn sie schriftlich getroffen werden. Dies gilt auch für den Verzicht auf das Schriftformerfordernis.

Dem Arbeitnehmer entstehen daher keine Ansprüche aus betrieblicher Übung. Vertragsänderungen durch Individualabreden sind formlos wirksam.

Sollten eine oder mehrere Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, wird die Wirksamkeit des übrigen Vertrages und der übrigen Bestimmungen nicht berührt. In diesem Fall verpflichten sich die Vertragsparteien, umgehend rechtswirksame Ersatzregelungen zu treffen.

Kapitalstadt, 01.06.2019

Unterschrift Arbeitgeber, Unterschrift Arbeitnehmer

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