Selbstpräsentation: So setzen Sie sich im Jobinterview gekonnt in Szene

Die Selbstpräsentation ist ein wichtiger Bestandteil des Vorstellungsgesprächs. Auch im Assessment Center muss jeder Kandidat sich und seinen Werdegang kurz vorstellen. Dabei sollten Sie Ihre Stärken betonen und Erfolge hervorheben. Doch die hohe Kunst der Selbstbeweihräucherung liegt nicht jedem. Wie Sie es trotzdem schaffen, eine optimale Selbstpräsentation aufs Parkett zu zaubern…

Selbstpräsentation: Jetzt sind sie an der Reihe!

Ein Vorstellungsgespräch folgt typischerweise diesem Schema:

Die Selbstpräsentation folgt also unverzüglich im Anschluss an den Smalltalk zu Beginn des Interviews. Sie ist noch Bestandteil der Kennenlernphase. Im Assessment Center würde man auch von der Vorstellungsrunde reden.

Die Reihenfolge ist aber keineswegs starr festgelegt. Es hängt vom jeweiligen Unternehmen ab, ob es sich zunächst selbst vorstellt oder Ihnen den Vortritt lässt.

Dass nun die Zeit für Ihre Selbstpräsentation gekommen ist, merken Sie an Sätzen wie:

  • Erzählen Sie doch bitte etwas über sich.
  • Wir würden Sie nun gerne näher kennenlernen. Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

Das gehört in Ihre Selbstpräsentation

Länger als drei bis fünf Minuten dauert Ihre Selbstpräsentation nicht. Sie sollen dabei auch nicht Ihre ganze Lebensgeschichte erzählen, sondern sie in mundgerechten Häppchen an den Personaler verfüttern. Ein kurzes Plädoyer mit Meilensteinen und prägenden Erlebnissen – das war’s.

Kommen Sie also schnell zur Sache und schweifen Sie nicht ab. Schließlich demonstriert Ihr Vortrag dem Gesprächspartner auch, ob Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Das wird auch im Job später relevant sein. Wenn Sie dort ein Projekt vorstellen und Ihre Zuhörer mit farblosen Monologen langweilen oder verwirren, wird Sie das auf der Karriereleiter nicht nach oben pushen.

Merke: Wer sich selbst gut präsentiert, kann vermutlich auch andere Dinge gut präsentieren. Ein echter Mehrwert für jeden Arbeitgeber!

Diese Informationen sollte Sie im Vorstellungsgespräch im Rahmen Ihrer Selbstpräsentation rüberbringen…

  • Name

    Ich heiße Susi Sonnenschein.

  • Alter

    und bin 25 Jahre alt.

  • Herkunft

    Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen.

  • Ausbildung

    Vor drei Monaten habe ich den Master in BWL an der Uni Hamburg gemacht, wo ich insgesamt neun Semester studiert habe.

  • Erfahrungen

    Ich habe ein dreimonatiges Praktikum bei einem DAX-Konzern hier in Hamburg absolviert und dort in der Personalabteilung mitgearbeitet.

  • Schwerpunkte

    Ich habe mich auf Human Resources und Recruiting spezialisiert. Meine Masterarbeit habe ich über das Thema „Strategien im Online-Recruiting“ geschrieben.

  • Auslandserfahrungen

    In Marseille habe ich ein Erasmus-Semester absolviert. Seitdem spreche ich fließend Französisch.

  • Passgenauigkeit

    Auch Ihr Unternehmen wirbt regelmäßig Fachkräfte und Spezialisten an und nutzt dafür unterschiedliche Rekrutierungskanäle. Ich glaube, dass ich Ihnen mit meinem Know-how helfen kann, die besten Bewerber für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

Diese Informationen fassen Sie in einem kleinen Vortrag zusammen. Wenn Sie obige Punkte aneinanderreihen, haben Sie im Grunde schon einen. Sie sehen: Es geht hier um die wesentlichen Facts.

Was jetzt noch fehlt, ist Ihre Motivation. Sie sollten während der Selbstpräsentation klar machen, wofür Sie brennen, was Sie begeistert, was Ihnen Spaß macht – und natürlich, warum Sie glauben, dass Sie genau der richtige Bewerber für die Stelle sind…

Selbstpräsentation: Warum ist sie wichtig?

Zunächst mal: Ja, die Selbstpräsentation ist im Vorstellungsgespräch ein sehr wichtiges Element. Wer sie komplett versemmelt, manövriert sich schnell ins Seitenaus.

Immerhin hat der Personaler nicht allzu viele Gelegenheiten, Sie live zu erleben. Er beobachtet genau, wie Sie reden, welche Körpersprache Sie haben, wie Sie im direkten Gespräch wirken – und auch, ob es möglicherweise Widersprüche zu den Angaben aus Ihrer Bewerbungsmappe gibt.

Dies sind Fragen, die sich der Personaler während Ihrer Selbstpräsentation stellt:

  • Passt der Auftritt zum Bild, das der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen von sich vermittelt hat?
  • Wo gibt es Widersprüche?
  • Überzeugen die Erfolge, die er oder sie aufführt?
  • Hat er oder sie ein ehrliches Interesse an dem Job oder ist der Auftritt eine einzige Show?
  • Ist der Kandidat unsicher, selbstbewusst oder schon arrogant?

Vorsicht: Bei der Selbstpräsentation geht es zwar vornehmlich um Sie und Ihren Werdegang. Aber seien Sie trotzdem nicht zu sehr auf sich selbst fixiert.

Ihr Gegenüber sucht vor allem die Bestätigung, dass Sie zum Unternehmen passen und es mit Ihren Fähigkeiten weiterbringen können. Versuchen Sie also, einen Bezug zum Unternehmen herzustellen. Wie passt Ihre Persönlichkeit zur Firmenkultur? Welche Stärken und Erfahrungen würden Sie hier einbringen können? Das muss in Ihrer Selbstpräsentation zum Ausdruck kommen.

So bereiten Sie sich auf die Selbstpräsentation vor

Aufzählungen sind langweilig. Nicht vergessen! Sie sollten also nicht einfach Ihre einzelnen Stationen lustlos aneinanderreihen.

Nicht nur Sportmoderatoren wissen: Was zählt, das sind die Höhepunkte. Die Erfolge, die Sie vorzuweisen haben. Dabei muss es sich gar nicht immer um Weltbewegendes handeln. Prägende Erlebnisse, die Sie in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht haben, können genauso Eindruck auf Ihren Gesprächspartner machen.

Versetzen sie sich zunächst in die Rolle des Arbeitgebers. Wen sucht er, was will er? Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten sind mit den Anforderungen des Unternehmens im besten Fall deckungsgleich. Am besten, Sie werfen vorher einen Blick auf die Stellenanzeige. Welche Skills werden dort aufgeführt?

Auch die Karriereseiten, Xing- und Facebook-Pages des Unternehmens lassen Rückschlüsse zu. Stöbern Sie auch gerne in der Tagespresse. Besonders wertvoll sind Interviews – zum Beispiel mit dem Vorstandsvorsitzenden oder dem Personalchef. Diese sagen oft viel über die Kultur eines Unternehmens aus und darüber, was den Entscheidern wichtig ist.

So können Sie vorgehen:

  1. Sie gehen Ihren tabellarischen Lebenslauf durch und suchen nach Stationen, in denen Sie Erfahrungen und Qualifikationen erworben haben, die zu den Anforderungen des Unternehmens passen. Daraus formulieren Sie Argumente.
  2. Aus all diesen Stationen und Argumenten spinnen Sie nach Möglichkeit einen roten Faden. Am besten wirkt Ihr kurzer Vortrag so, als müsse Sie Ihr Lebensweg zwangsläufig in dieses Unternehmen führen.
  3. Dabei sollten Sie hohle Phrasen und andere Floskeln dringend vermeiden. Eine typische wäre: „Ich bin sehr ehrgeizig und zeichne mich durch einen großen Teamspirit aus.“ Uff! Werden Sie lieber konkret und machen Ihre Fähigkeiten anhand von Beispielen deutlich.

Und natürlich ist auch die Körpersprache wichtig. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen und lächeln Sie häufiger. Sie dürfen sogar mit Ihren Händen herumfuchteln, das zeigt Energie und Dynamik (nur nicht übertreiben!). Und es bewahrt Sie davor, nervös mit Ihren Händen herumzuspielen oder an den Fingernägeln zu kauen.

Was Sie bei Ihrer Selbstpräsentation vermeiden!

„Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber…“ „Nicht, dass sie jetzt denken, ich sei eitel…“ „Ich will ja nicht angeben, aber…“

Stopp! Solche Einstiege sind fatal. Wer mit einer Einschränkung anfängt, bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was er eigentlich beabsichtigt hatte. Das haben auch Wissenschaftler schon herausgefunden. „Das soll jetzt nicht überheblich klingen, wenn ich Ihnen sage, dass…“ Wie klingt das für Sie? Ganz genau, ziemlich überheblich.

Dabei dienen derartige Konstruktionen ja oft nur dazu, die eigene Unsicherheit zu kaschieren. Man hat Angst, etwas Falsches oder Unpassendes zu sagen. Eine Angst, die durchaus berechtigt sein kann. Aber leiten Sie bitte nicht aus ihr ab, solche Einschränkungen zu formulieren.

Kandidaten, die diese Formulierungen verwenden, werden Studien zufolge sogar als weniger intelligent eingeschätzt. Wer selbstbewusst auftritt und ohne sprachliche Verrenkungen auskommt, gibt dagegen ein deutlich besseres Bild ab.

Daran ist auch unser Gehirn Schuld, das uns unterschwellige Botschaften sendet. Wer den Gedanken an etwas Bestimmtes partout vermeiden will, denkt automatisch daran. Das Beispiel vom rosa Elefanten haben sie vielleicht auch schon einmal gehört. „Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten!“ Logisch, dass man nach dieser Aufforderung an nichts anderes als einen rosafarbenen Dickhäuter denken kann…

Sie verfehlen also nicht nur Ihr eigentliches Ziel, sondern kehren die Wirkung sogar um. Sie richten mehr Schaden an als dass Sie Nutzen stiften – obwohl Ihre Worte vermutlich nur nett gemeint waren. Stehen Sie lieber zu Ihren Stärken und Talenten – ohne Einschränkungen. Das ist die bessere Strategie.

Darum noch mal: Lenken Sie das Augenmerk des Personalers nicht ungewollt und über Umwege auf Aspekte, die Ihnen nicht in die Karten spielen…

3 Tipps für die Selbstpräsentation

So überzeugt Ihre Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch – 3 Tipps:

  1. Bescheidenheit

    Sie ist eine Tugend, aber im Jobinterview kein Erfolgsbringer. Im Gegenteil, speziell männliche Bewerber sollten nicht zu bescheiden auftreten. Das mögen Personalentscheider nicht, sagen Studien. Bescheidenheit lässt Sie schwach und unambitioniert aussehen. Das gilt für Frauen auch – aber nur Männer kostet Bescheidenheit nachweislich Sympathiepunkte.

  2. Namen

    Geheimtipp mit dem Prädikat mega-wertvoll: Merken Sie sich zu Beginn des Vorstellungsgesprächs die Namen des oder der Anwesenden (falls Sie nicht ohnehin schon wissen, wer das Jobinterview mit Ihnen führt). Sprechen Sie sie im Laufe des Bewerbungsgesprächs persönlich – also mit Namen – an. Das hat eine fulminante psychologische Wirkung. Zum Beispiel so: „Sie haben das vielleicht auch schon mal erlebt, Frau Schröder.“ Und auch zum Schluss verabschieden Sie sich unbedingt persönlich, etwa so: „Vielen Dank, Herr Winterberg, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“ Das macht Sie auf Anhieb sympathischer. Und Sympathie kann in diesem Fall nicht schaden.

  3. Training

    Der Spiegel – vor ihm dürften schon Generationen von Bewerbern geübt haben. Das können sie auch heute, weil es noch immer äußerst sinnvoll ist. Aber angesichts der technischen Möglichkeiten können Sie Ihre Trainingsrunde auch einfach mit dem Smartphone aufnehmen. Vorteil: Sie können sich Ihre Präsentation hinterher in Ruhe noch einmal anschauen – und von Freunden bewerten lassen, die gerade nicht anwesend sind.

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Einleitungssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn und so nicht

Der erste Satz in der Bewerbung ist mehr als nur das Vorgeplänkel. Er gibt die weitere Richtung vor – und kann das Unternehmen im schlimmsten Fall schon ultimativ abschrecken. Der Auftakt sollte darum spannend, interessant, aufmerksamkeitsstark sein. Alles, nur nicht langweilig! Aber wie stellt man das als Bewerber an? Wie formuliert man einen guten Einleitungssatz Bewerbung? Zum Beispiel so…

Einleitungssatz Bewerbung: Warum ist er so wichtig?

Der Einstieg ist oft der schwerste. Darum halten sich viele an die Standard-Floskeln wie…

  • Hiermit bewerbe ich mich…
  • Ich interessiere mich sehr…
  • Mit großer Freude…
  • Mit viel Neugier…

Vor diesen Phrasen sollten Sie sich hüten. Sie sind verbraucht und ein Indiz für eine lieblos zusammengeschusterte Bewerbung. Punkten kann ein Kandidat mit diesen Sätzen jedenfalls nicht. Und es gibt ja auch deutlich bessere Alternativen. Nur muss man für die ein wenig Hirnschmalz bemühen.

Zunächst ist die Erkenntnis wichtig, dass ein Personalentscheider im Unternehmen jedes Jahr etliche Bewerbungen auf dem Schreibtisch hat. Zahlreiche Lebensläufe und Motivationsschreiben, die wie ein Ei dem anderen gleichen. Die typischen Einleitungssätze bekommt er in unschöner Regelmäßigkeit zu sehen.

Kann sich ein Bewerber so von seinen Konkurrenten abheben? Eher nicht.

Wer also mit einem Standard-Satz beginnt, der provoziert allenfalls die Begeisterung beim Lesen von eBay Kleinanzeigen. Es ist wie in einem spannenden Film. Nicht alle, aber sehr viele beginnen mit einem Überraschungsmoment, einem Aha-Effekt, einem großen Knall. Andere starten ruhiger, aber geheimnisvoll – und machen auf diese Weise neugierig. So etwas brauchen Sie auch für Ihre Bewerbung. Einen Einleitungssatz, der maximale Aufmerksamkeit erzeugt und neugierig macht.

Tipp: Verwenden Sie kurze und prägnante Hauptsätze. Kein Bandwurmsatz am Anfang! Kurze Sätze verleihen Ihrem Anschreiben einen Jumpstart, sorgen für Tempo. Auch wirkt der Verfasser durch sie selbstbewusst. Er kommt schnell auf den Punkt, sendet eine klare Message. Das wirkt.

Auch starke Verben und positive Adjektive können Ihnen dabei helfen. Beispiele:

  • Begeisternd
  • Erfrischend
  • Faszinierend
  • Grenzenlos
  • Imponierend
  • Kunstvoll
  • Leidenschaftlich
  • Überwältigend

Na klar: ein grandioser Einstieg wird Sie nicht automatisch in den Job hieven. Aber er legt ein wundervolles Fundament. Und Sie wissen ja: Der erste Eindruck zählt. Ein guter Einleitungssatz bringt den Leser dazu, das gesamte Anschreiben zu lesen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Der Entscheider eines Großkonzerns, der Hunderte Bewerbungen pro Stelle bekommt, selektiert vorher aus.

Einleitungssatz Bewerbung: 9 Tipps

Diese Tipps helfen Ihnen dabei, einen guten Einleitungssatz Bewerbung zu verfassen…

Überraschungseffekt erzeugen:

  • Beginnen Sie mit einer (kleinen!) Anekdote oder Geschichte.
  • Verzichten sie auf Selbstverständlichkeiten (Ich bin motiviert).
  • Wechseln Sie in die Meta-Ebene (Dies ist keine 0815-Bewerbung).

Neugier wecken:

  • Nutzen Sie außergewöhnliche Begriffe, gerne auch französische oder lateinische (Verve, Akribie, Expertise, Empathie).
  • Transportieren Sie Emotionen (Ich brenne für diesen Beruf).
  • Formulieren Sie aktiv und verwenden Sie lieber Verben als Adjektive

Mut haben:

  • Legen Sie keine falsche Bescheidenheit an den Tag.
  • Behaupten Sie ruhig, Sie seien der Beste.
  • Machen sie etwas ganz Anderes (als das, was wir Ihnen hier raten).

Einleitungssatz Bewerbung: Das sind gute Einstiege

Den einen perfekten Einleitungssatz gibt es natürlich nicht. Es kommt stets auf die Rahmenbedingungen an: auf die Stelle, Branche, Arbeitgeber usw.

Dafür gibt es unzählige gute Einstiege. Sie müssen sie nur finden und formulieren. Tipp: Suchen Sie aktiv nach Anknüpfungspunkten, die darüber hinausgehen, dass Sie die Stellenanzeige gelesen haben. Das kann ein vorheriges Telefonat mit einem Unternehmensvertreter oder auch ein Kollege sein, der Ihnen eine Bewerbung empfohlen hat. Beziehen Sie sich im Anschreiben darauf!

Und Sie sollten auch gute Gründe vorbringen, warum das Unternehmen ausgerechnet Sie einstellen sollte. Vergessen Sie nicht: Das Unternehmen will einen Nutzen aus Ihnen ziehen. Klingt brutal, ist aber so.

Einen unmittelbaren Nutzen könnte es zum Beispiel aus Ihrem Fachwissen ziehen, das Sie an der Uni erworben haben. Oder aus der Erfahrung, die Sie aus einem früheren Job mitbringen. Oder auch aus ganz anderen Facetten Ihres Lebenslaufs.

Das sind Beispiele für gute Einleitungssätze…

  1. Bezugnahme

    Ein guter Einleitungssatz Bewerbung, in dem Sie sich auf eine persönliche Begegnung beziehen, könnte so lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    es hat mich sehr gefreut, Sie auf der Fachmesse XY Anfang Oktober in Hamburg kennengelernt zu haben. Der Auftritt des Unternehmens und die Gespräche mit Ihnen haben mich in meinem Wunsch bestärkt, eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Ihnen absolvieren zu wollen…

  2. Begeisterung

    Wer für ein Thema brennt, könnte mit so einem Einleitungssatz Bewerbung starten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    dass der Straßenverkehr vor ganz neuen Herausforderungen und Entwicklungen steht, ahnt jeder, der täglich die Nachrichten liest. Vor allem die Elektromobilität könnte unsere Gesellschaft komplett umkrempeln – zum Guten. Daran möchte ich beteiligt sein. Ich verfolge die Entwicklung schon seit Jahren und habe mein Studium mit der Masterarbeit über einen Vergleich der Strategien zur E-Mobilität deutscher Automobilkonzerne abgeschlossen.

  3. Identifikation

    Bewerber können auch indirekt einen Bezug zum Unternehmen herstellen und Identifikation ausdrücken. Zum Beispiel so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    sie ahnen es vermutlich nicht, aber schon seit Jahren ist Ihr Unternehmen ein Teil meines Lebens. Ich wohne nur wenige Kilometer von Ihrer Zentrale entfernt, seitdem ich für das Studium der Ingenieurwissenschaften hergezogen bin. Ich sehe Ihre Mitarbeiter, wie Sie morgens zur Arbeit fahren. Schon von Weitem kann ich das Logo erkennen, wenn ich nach Hause komme. Und ich höre in der Stadt immer wieder Geschichten über Sie – zumeist gute. Ich wünsche mir, dass Sie nicht länger nur ein Teil meines Lebens sind, sondern ich als Wirtschaftsingenieur auch ein Teil Ihres Unternehmens sein kann.

  4. Originalität

    Eine Bewerbung, die schon seit geraumer Zeit durchs Internet geistert, startet wie folgt. Es ist zwar nicht ganz klar, ob es die Bewerbung wirklich gegeben hat. Für einen Aha-Effekt würde sie aber wohl bei jedem Personaler sorgen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „Hiermit bewerbe ich mich…“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Meine Mama sagt immer: „Kind, geh schaffe und bring Kohle bei..!“ Aber Sie wissen ja bestimmt, wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich…

  5. Eignung

    Warum wären Sie eine gute Besetzung für die Stelle? In diesem Fall wird das von Anfang an klar:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    seit einem mehrmonatigen Praktikum in Lille spreche ich fließend Französisch. Netflix-Serien schaue ich grundsätzlich nur auf Englisch. In meiner Freizeit lerne ich Spanisch und mache dabei große Fortschritte. Das kleine Latinum habe ich seit meiner Schulzeit. Für die Zukunft habe ich mir fest vorgenommen, Mandarin zu lernen. Mit anderen Worten: Ich bin der perfekte Kandidat für eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.

  6. Telefonat

    Dies wäre zwei ganz simple, aber empfehlenswerte Einstiege, um sich auf ein vorangegangenes Telefonat zu beziehen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    unser aufschlussreiches und freundliches Telefonat hat mein Interesse bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich Sie ebenfalls von mir überzeugen kann. Darum sende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen.

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich bedanke mich recht herzlich, dass Sie sich die Zeit für ein Telefonat mit mir genommen haben. Es hat mich sehr gefreut, mehr über Ihr Unternehmen zu erfahren. Wie besprochen sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen.

  7. Verbindung

    Wenn der Bewerber eine Verbindung zum Arbeitgeber hat, die über das Normalmaß hinausgeht, könnte das die entscheidenden Pluspunkte bringen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mit ungefähr zweieinhalb Jahren habe ich meinen ersten Bahlsen-Keks in den Mund gesteckt und war ganz überwältigt. Auch heute will ich die Kekse noch essen. Aber noch lieber würde ich sie verkaufen. Die nötige Expertise hat mir mein fünfjähriges BWL-Studium verschafft, in dem ich mich auf Marketing spezialisiert und mit dem Master abgeschossen hatte.

  8. Motivation

    Wie zeigt man, dass man brennt für den Job? Dieser Einleitungssatz Bewerbung wäre eine Möglichkeit:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    fünf Jahre lang habe ich in der Uni gelernt und mein betriebswirtschaftliches Wissen immer weiter vertieft. Jetzt möchte ich es endlich in die Praxis überführen. Ich brenne darauf, meine Leidenschaft für einen international agierenden Konzern wie Ihren in die Waagschale zu werfen…

  9. Kompatibilität

    Nicht jeder Bewerber passt perfekt zum Unternehmen. In diesem Fall ist das anders:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    auch Ihr Unternehmen sucht attraktive Auslandsmärkte, um zu wachsen. Erst vor Kurzem hat Ihr Unternehmen eine Zweigstelle in Hanoi eröffnet, wie der Presse zu entnehmen war. Meine Eltern sind beide Vietnamesen, ich selbst bin in Berlin geboren und aufgewachsen. Ich spreche sowohl deutsch als auch vietnamesisch fließend und bin in beiden Kulturen zuhause. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit meinen Sprachkenntnissen und meinem interkulturellen Know-how sehr gut in Ihr Team passen würde…

  10. Wertekompass

    Die Ziele und Werte eines Bewerbers sind für Arbeitgeber von großem Interesse. Sie lassen Rückschlüsse auf den Cultural Fit zu. In diesem Fall ist er positiv:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ja, es stimmt: Ich bin ein kleiner Weltverbesserer. Ich engagiere mich seit meiner Jugend aktiv für den Umweltschutz und habe aus diesen Gründen Umweltingenieurwesen studiert. Auch in meinem Job möchte ich in dieser Hinsicht Sinnvolles bewirken – am liebsten als Umweltingenieur in Ihrem Unternehmen.

  11. Selbstbewusstsein

    Wer ohnehin gute Karten auf dem Arbeitsmarkt hat, darf noch eine Spur selbstbewusster auftreten. Wenn er oder sie dann noch eine Prise Humor beimischt, kommt so etwas dabei heraus:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich habe eine schlechte Nachricht für Sie: Gute Entwickler sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Rarität. Ich habe aber auch eine gute Nachricht für Sie: Ich bin ein guter Entwickler. Und ich würde sehr gerne für Sie arbeiten, da mir vor allem die Ausrichtung und Ziele Ihres Unternehmens gefallen.

  12. Herausforderung

    Ich suche eine neue Herausforderung. Gibt es einen Satz, der noch abgegriffener ist? Vermutlich nicht. Das Gleiche anders sagen könnte man so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    nach genau zehn Jahren professioneller Tätigkeit im Bereich XY möchte ich meinen beruflichen Schwerpunkt neu setzen. Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de hat mein Interesse geweckt. Es ist genau die Tätigkeit, die ich anstrebe. Ich bin überzeugt, in dieser Rolle meine große Expertise gewinnbringend für Ihr Unternehmen einsetzen zu können.

  13. Stellenanzeige

    Einen Bezug zur Stellenanzeige könnte man so herstellen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    in Ihrer Stellenanzeige auf karrieresprung.de steht, dass Sie einen zuverlässigen, belastbaren und kommunikativen Mitarbeiter suchen, der für die Aufgabe brennt. Darin habe ich mich auf Anhieb wiedergefunden! Außerdem verfüge ich über breites Wissen und Erfahrung in…

  14. Praktikum

    Ehemalige Praktikanten bilden ein Talentepool, aus dem sich immer mehr Unternehmen bedienen. So könnte der Einleitungssatz Bewerbung eines Ex-Praktikanten lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mein Praktikum in Ihrem Unternehmen war leider viel zu kurz. In den drei Monaten habe ich mein Wissen über XY vertieft, spannende Projekte umgesetzt und mir auch schon ein kleines Netzwerk aufgebaut. Ihre offene Unternehmenskultur hat mir von Anfang an imponiert. Da ich mich auch mit den Produkten und Zielen Ihres Unternehmens voll identifizieren kann, würde ich sehr gerne weiter für Sie arbeiten.

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DIN 5008: Alle Tipps für die normgerechte Bewerbung

Eine Bewerbung nach DIN 5008 – ist sie wirklich notwendig? Klare Antwort: Nein, notwendig ist sie nicht. Aber sie zeugt von Sachverstand und großer Sorgfalt. Und davon können Arbeitgeber nie genug haben. Der wohl größte Vorteil der Bewerbung nach DIN 5008 besteht aber darin, dass sie Orientierung bietet. Bewerber müssen sich um Seitenränder oder Abstände nicht länger den Kopf zermartern, sondern können sich einfach an die Norm-Vorgaben halten.

DIN 5008: Was ist das?

Bei DIN handelt es sich generell um eine Norm, die vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet wurde. Die einzelnen Normen dienen der Vereinheitlichung, sollen die Kooperation vereinfachen, auch der Wirtschaft zugute kommen. Es handelt sich aber wohlgemerkt um freiwillige Standards.

Besonders bekannt ist die Papiernorm DIN A4. DIN 5008 wiederum ist ein Standard für das Erstellen von Geschäftsbriefen. Er legt fest, wie zum Beispiel Seitenränder, Leerzeichen, Absätze, Hervorhebungen formatiert sein sollen. Auch das Bewerbungsschreiben lässt sich in die Kategorie Geschäftsbrief einsortieren. Darum ist es nicht verkehrt, wenn Bewerber ihr Anschreiben nach DIN 5008 ausrichten.

Dies hat es den Vorteil, dass man klare Orientierungspunkte hat. Niemand muss sich den Kopf über Schriftgrößen und Seitenränder zerbrechen. Ein Blick in die DIN 5008-Vorgaben genügt. Außerdem kann es der Übersichtlichkeit dienen. Und Übersicht ist ein großes Plus für jede Bewerbung.

Für Bewerber ist die Anwendung von DIN 5008 aber Ermessenssache und völlig freiwillig. Es gibt wohl kaum einen Personalchef im Lande, der großen Wert darauf legt, dass Bewerber diese Norm tatsächlich einhalten.

Vor allem in Berufen, in denen Sorgfalt und Genauigkeit gefragt sind, kann sich DIN 5008 als Bewerbungsvorlage anbieten. Dazu zählen etwa kaufmännische und juristische Berufe. Immerhin ist Ihre Bewerbung so etwas wie eine erste Arbeitsprobe. Und wenn Sie sich an die Normen halten, dann signalisieren Sie überdies Sachverstand. Das kann Ihnen zugute kommen.

Auf folgende Aspekte sollten Sie achten…

DIN 5008: In Überarbeitung

DIN 5008: Was ist neu?Im April 2011 wurde die neue Norm DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) veröffentlicht. In diese Norm integriert wurde die alte Norm DIN 676 (Geschäftsbrief). Beide Normen wurden damit zu einem Gesamtwerk zusammengefasst.

Momentan befindet sich DIN 5008 erneut in Bearbeitung. Für 2019 ist eine Neuausgabe geplant.

Schriftart

Wenn Sie sich im Rahmen von DIN 5008 bewegen wollen, dürfen Sie die Schriftart frei wählen. Eine bestimmte Typo gibt die Norm nicht vor. Die meisten Bewerber entscheiden sich für Arial oder Times New Roman. Damit können Sie im Grunde nichts falsch machen.

Von der breiten Masse abheben können Sie sich damit allerdings ebensowenig. Ziehen Sie also ruhig einmal Schriftarten wie Helvetica oder Georgia in Erwägung. Letztlich kommt es aber auf Ihre persönlichen Präferenzen an.

Und verwenden Sie für gedruckte Schreiben und lange Fließtexte sogenannte Serifenschriften. Diese verbinden die Buchstaben dezent miteinander und verbessern so die Lesbarkeit. Empfehlenswerte Serifenschriften sind:

  • Times
  • Book Antiqua
  • Cambria
  • Courier
  • Georgia
  • Times New Roman

Für kurze Überschriften eignen sich hingegen serifenlose Schriftarten. Sie werden auch als Groteske Schriften bezeichnet. Zu den beliebtesten serifenlosen Schriften zählen:

  • Arial
  • Helvetica
  • Calibri
  • Tahoma
  • Trebuchet
  • Verdana

Die vielleicht wichtigste Regel lautet: In Ihren gesamten Bewerbungsunterlagen verwenden Sie nach Möglichkeit stets dieselbe Schriftart, aber keinesfalls mehr als zwei. Und schwarz auf weiß sollte die Schrift ebenfalls sein.

Das macht Ihre Bewerbung einheitlich und übersichtlich – Personaler lieben das. Wenn Sie mehrere Schriftarten nutzen, bringt dies ein gewisses Chaos in das Erscheinungsbild. Ihre Bewerbung nimmt die Form eines Papageis an, der nicht nur bunt aussieht, sondern auch wirres Zeug von sich gibt.

Das ist aber nicht der Eindruck, den Sie vermitteln wollen. Ihre Bewerbung soll stringent, durchdacht und klar sein.

Schriftgröße

Die Schriftgröße beträgt bei der DIN 5008-Bewerbung 12 Punkt. Diese Größe ist sehr gut lesbar – in fast allen Schriftarten. Hat Ihr Anschreiben sehr viel Text, können Sie die Schriftgröße auf 11 Punkt verkleinern. So passt alles möglicherweise noch auf eine Seite.

Achtung: Nicht jede Schriftart ist bei 12 Punkt gleich groß. Hier kommt es auf den vorhandenen Platz und Ihren Geschmack an. Sie dürfen also ruhig ein wenig experimentieren – sofern Sie sich am Ende für eine einzige Typo entscheiden.

Bedenken Sie aber: Nicht jeder Personaler ist mit Adleraugen gesegnet. Die meisten sind dankbar, wenn sie nicht bis auf wenige Millimeter an den Monitor heranrücken müssen, um die Schrift zu entziffern. Eine kleine Schrift wirkt zudem penibel und im wahrsten Sinne des Wortes kleinlich – so ähnlich wie die AGB in Verträgen.

Eine zu große Schrift wiederum wirkt kindisch. Bleiben Sie als nach Möglichkeit bei 12 Punkt.

Seitenränder

Ein typisch hochformatiger DIN A4-Brief weist diese Maße und Breiten auf:

  • Seitenrand links: 2,5 Zentimeter
  • Seitenrand rechts: 2 Zentimeter (mindestens 1,5 Zentimeter)
  • Seitenrand oben: 4,5 Zentimeter (ohne Kopfzeile)
  • Seitenrand unten: 2,5 Zentimeter

Dahinter steckt der Grundgedanke, dass das Anschreiben auf eine Seite passen soll. Haut das nicht hin, dürfen Sie die Seitenränder auch ein wenig verkleinern.

Als Mindestmaße aber gelten:

  • Seitenrand rechts und links: mindestens 1 Zentimeter
  • Seitenrand oben und unten: mindestens 0,5 Zentimeter

Wenn Sie Ihr Anschreiben mit Microsoft Word erstellen, dann gehen Sie unter Format in die Rubrik Dokumente. Dort können Sie die Seitenränder wie gewünscht einstellen.

Absender

In die Kopfzeile kommen die Kontaktdaten des Bewerbers. Die Kopfzeile ist der Platz innerhalb der ersten 4,5 Zentimeter auf der Seite. In MS Word gelangen Sie durch einen Doppelklick auf den Anfang des Dokuments in die Kopfzeile. Alternativ gehen Sie im Menü auf Ansicht und dann auf Kopf- und Fußzeile.

Ihre Kontaktdaten sollten stets ganz vorne platziert sein. So findet sie der Empfänger bei Bedarf sehr schnell – und kann Sie bei Interesse leicht kontaktieren. Zu den persönlichen Daten, die Sie zwingend aufnehmen, zählen:

  • Vollständiger Name
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Wohnort
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse

Diese Angaben trennen Sie durch einen Absatz und schreiben sie rechtsbündig und untereinander. Experimentierfreudige können sie auch in der Mitte zentrieren oder sie in Blöcken anordnen.

Empfänger

Normgemäß steht die Anschrift oben links. Zulässig ist es aber auch, sie rechtsbündig oder zentriert zu platzieren.

Insgesamt umfasst das Anschriftenfeld neun Zeilen. Es ist 8,5 Zentimeter breit. Diese Maße erklären sich aufgrund der standardisierten Sichtfenster in DIN C4-Briefumschlägen. Die kennen Sie vielleicht auch als C4-Versandtaschen. Wenn Sie das Anschreiben oben lose auf die Bewerbungsunterlagen legen, dann befindet sich die Anschrift des Empfängers exakt im sichtbaren Bereich.

Vollständig ausfüllen müssen Sie diese neun freien Zeilen aber nicht. In Geschäftsbriefen finden hier zusätzliche Vermerke Platz wie etwa „Einschreiben“.

Unter normalen Umständen benötigen Sie maximal vier Zeilen. Darum beginnen Sie am besten erst nach der dritten Leerzeile mit dem Inhalt. So entsteht genügend Freiraum zur Kopfzeile mit den persönlichen Daten. Das sieht besser aus.

In die erste Zeile der Anschrift kommt der vollständige Firmenname des Unternehmens. Den können Sie auch fetten. Rechtsform nicht vergessen (GmbH, AG, KG, SE etc.). Hier gilt oberste Sorgfalt als Leitmotiv. Wer schon den Namen des Unternehmens falsch schreibt, sollte sich keine allzu große Chancen ausrechnen. Es sei denn, der Personaler übersieht den peinlichen Fauxpas.

In die zweite Zeile gehört der Name Ihres Ansprechpartners im Unternehmen – sofern er Ihnen bekannt ist. Bitte unbedingt Vor- und Nachnamen nennen. In der Regel finden Sie den Ansprechpartner in der jeweiligen Stellenanzeige. Das z.H. (zu Händen), was früher gerne genutzt wurde, können Sie weglassen. Ist Ihnen der Name nicht bekannt, können Sie auch Personalabteilung schreiben.

Die dritte und vierte Zeile füllen Sie mit der Postanschrift bzw. der Adresse des Empfängers aus. Diese besteht aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.

Jetzt folgen zwei Leerzeilen. Zum Schluss kommen in den Briefkopf noch das Datum und der Ort. Diese Angaben platzieren Sie rechtsbündig unter dem Adressfeld.

Zeilenabstand

DIN 5008 empfiehlt einen Zeilenabstand von 1. Ein Zeilenabstand von 1,5 ist allerdings besser lesbar. Bewegen Sie sich am besten innerhalb dieses Rahmens zwischen 1 und 1,5.

Tipp: Richten Sie Ihre Formatvorlage so ein, dass keine Leerräume verwendet werden. Andernfalls würde nach Ihrer Textzeile automatisch eine Zwischenzeile. Das verfälscht die Abstände.

Betreffzeile

Die Bezeichnungen Betreff oder die Abkürzung Betr. sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Sie sollten sie daher weglassen. Die Betreffzeile an sich gibt es aber immer noch. Sie umfasst – wie der Name schon sagt – nur eine Zeile und fasst den Inhalt ganz grob zusammen.

Beispiel:
Bewerbung als Key Account Manager, Kennziffer 9876/543

Diese DIN-Regeln gelten für die Betreffzeile:

  • Zwei Zeilen unter dem Datum beginnt der Betreff.
  • Mindestens zwei Leerzeilen kommen nach der Betreffzeile.
  • Die Betreffzeile kann in Fettschrift geschrieben sein. Ein Muss ist das aber nicht.
  • Sie kann mithilfe einer größeren Schrift (13 bis 14 Punkt) hervorgehoben werden.
  • An den Ende der Betreffzeile setzt man keinen Punkt – und erst recht kein Ausrufezeichen.

Anrede

Diese Regeln gelten für die Anrede:

  • Exakt zwei Leerzeilen liegen zwischen der Betreffzeile und der Anrede.
  • Die neutrale Anrede heißt Sehr geehrte Damen und Herren, (Komma nicht vergessen).

Allerdings wäre es besser, Sie würden den Empfänger persönlich anschreiben. Also etwa so: Sehr geehrte Frau Brockmüller oder Sehr geehrter Herr Stecker. Das ist zum Einen persönlicher und zum Zweiten erkennt der Empfänger, dass dieses Anschreiben speziell und individuell für ihn verfasst wurde.

Den Text des Anschreibens teilen sie am besten in Absätze auf. Textwüsten sind für den Leser schwer verdaulich und schrecken ab. Faustregel: Alle fünf bis acht Zeilen fügen Sie einen Absatz mitsamt einer Leerzeile ein.

Grußformel

Für welche Grußformel Sie sich am Ende entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Beispiele sind Mit freundlichen Grüßen, Beste Grüße, Viele Grüße oder Herzliche Grüße. Sehen Sie nur von allzu lockeren Formulierungen (Sonnige Grüße) und von Abkürzungen ab (MfG).

Wenn Sie sich an DIN 5008 halten wollen, dann beachten Sie aber:

  • Zwischen dem Fließtext im Anschreiben und der Grußformel liegt genau eine Leerzeile.
  • Zwischen der Grußformel und Ihrer Unterschrift liegen genau drei Zeilen – das ist der Platz für Ihre Unterschrift.
  • Danach erwähnen Sie etwaige Anlagen. Nach dem Wort Anlage(n) setzen Sie keinen Doppelpunkt.

Der Vorteil ist: Viele Textverarbeitungsprogramme orientieren sich bei den Standard-Briefvorlagen an der DIN 5008-Norm. Das kann Ihnen helfen, Zeit und Aufwand zu sparen.

Sie dürfen es also gerne mit der DIN 5008-Formatierung probieren. Und auch wenn sie Ihnen zu starr und kleinkariert erscheint: Ihrer Kreativität können Sie im Anschreiben noch immer freien Lauf lassen. Die Norm sorgt lediglich dafür, dass die Übersicht stimmt.

Nummerierung

Müssen die Seiten im Anschreiben nummeriert werden? Unsere Antwort lautet: nein. Dafür besteht keine Notwendigkeit.

Zumal das Anschreiben eine Seite gar nicht übersteigen soll. Mehr als vier Seiten, die Sie insgesamt nummerieren könnten, gibt es ohnehin nur selten – wenn man davon ausgeht, dass das Anschreiben eine, der Lebenslauf zwei und das (optionale) Deckblatt noch eine Seite umfasst.

Wenn Sie aber die Seitenzahlen einfügen wollen, dann platzieren Sie sie rechtsbündig in die Fußzeile des Dokuments. Und schreiben Sie sie in derselben Schrift wie den restlichen Text.

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