Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern

Fangfragen Vorstellungsgespräch Beispiele

Fangfragen machen Spaß – aber nur dem, der sie stellt. Den Gefragten befördern sie direkt aufs Glatteis. Dabei wollen Ihnen Personaler, die im Vorstellungsgespräch eine Fangfrage servieren, gar nichts Böses. Sie wollen Ihre Spontanität, Improvisationskunst und Auffasungsgabe testen. Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Wie Sie Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern…

Fangfragen im Vorstellungsgespräch: Darum sind sie so beliebt

Fangfragen machen Spaß. Das ist die einfache Erklärung. Man könnte sogar meinen, sie befriedigen unsere sadistische Ader. Wie der Bewerber da zappelt und keucht, rot anläuft und stottert. Herrlich!

Aber das entspricht wohl in den seltensten Fällen der Realität. In den meisten erfüllen Fangfragen eine durchaus wichtige Funktion: Sie zeigen dem Personaler ganz konkret, wie ein Bewerber in Stresssituationen reagiert. Ob er kühlen Kopf bewahrt oder unter dem Druck zerbricht. Meistert er die Fangfrage mit Bravour, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch im Job cool bleibt.

Außerdem ist es ja so: Bewerber haben im Vorstellungsgespräch genügend Zeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Sie können ihre Selbstpräsentation aus dem Hut zaubern, ihre bisherigen Erfolge und Highlights darlegen und intelligente Rückfragen im Bewerbungsgespräch stellen. Routiniers kommen da kaum noch ins Schwitzen. Fangfragen aber bringen sie aus dem Konzept. Das ist ihr Sinn.

Das Unternehmen will schließlich wissen, wer und wie Sie wirklich sind. Er will nicht nur die Fassade kennenlernen, sondern auch das Interieur. Fangfragen sollen Rückschlüsse zulassen auf Ihre…

Fangfragen Bewerbungsgespräch: So reagieren Sie am besten

Zunächst mal: Nehmen Sie Ihrem Gesprächspartner fiese Fangfragen nicht übel. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass er Sie damit insgeheim aus dem Rennen kicken will. Er will Sie testen, ja. Aber er würde sich bestimmt darüber freuen, wenn Sie die Aufgabe bestehen. Immerhin ist er auf der Suche nach einem fähigen Mitarbeiter für sein Unternehmen.

Und merken Sie sich: Er oder sie will durch Fangfragen mehr über Ihre Persönlichkeit in Erfahrung bringen. Es geht also gar nicht darum, Fangfragen richtig oder falsch zu beantworten. Viel wichtiger ist, wie Sie reagieren, wie Sie mit der Herausforderung umgehen.

Es ist übrigens auch gar nicht schlimm, wenn Sie erstmal mit einem herzhaften Oh nein oder Ach du Schande auf eine gestellte Fangfrage reagieren. Das macht Sie menschlich. Niemand freut sich über fiese Fragen im Vorstellungsgespräch.

Beherzigen Sie im Umgang mit Fangfragen vor allem diese vier Tipps…

Auf fiese Fragen richtig reagieren: 4 Tipps

Das sollten Sie beachten, wenn Sie der Personaler im Vorstellungsgespräch mit Fangfragen konfrontiert:

  1. Nicht auswendig lernen

    Wenn der Personaler Pech hat, muss er einem Bewerber zuhören, der seine Sätze zuhause auswendig gelernt hat. Ermüdend! Er will aber auch wissen, wie dieser in Alltagssituationen reagiert. Kramen Sie also nicht irgendwelche Standardfloskeln aus Ihrem Zauberkasten hervor. Bleiben Sie authentisch und antworten Sie spontan.

  2. Ehrlich bleiben

    Wenn der Bewerber genau das sagt, von dem er glaubt, dass es der Personaler hören will – dann merkt dieser das sofort. Als Bewerber dürfen Sie auch gerne überraschen, mit einer Prise Humor, Witz, Spontanität. Wenn Sie also einen Gag parat haben, der als Antwort auf eine Fangfrage wie die Faust aufs Auge passt, dann bringen Sie ihn. Wer eine provokative Frage stellt, verträgt auch eine mutige Antwort.

  3. Offen sein

    Ein einziger Satz als Antwort, das könnte zu wenig sein. Immerhin erfodert so eine Fangfrage intensives Nachdenken. Bei Brainteasern denken Sie ruhig laut. Wie nähern Sie sich der Lösung? Das ist oft wichtiger als die Lösung selbst. Aber es kann auch nach hinten losgehen, wenn Sie Ihre Gedankengänge offenlegen, diese aber wirr und unlogisch sind…

  4. Zeit lassen

    Ein rhetorischer Kniff, den Profis gerne anwenden: Sie machen eine Pause. Das dürfen Sie als Bewerber auch. Lassen Sie sich von einer Fangfrage nicht hetzen oder unter Zeitdruck setzen. Überlegen Sie in Ruhe und setzen sie dabei Ihr Pokerface auf. Natürlich sollten Sie Ihren Gesprächspartner nicht minutenlang warten lassen. Aber übereilt irgendetwas zu sagen, nur um irgendetwas zu sagen – dabei kommt meist nichts Gutes raus.

Die 29 besten Fangfragen im Bewerbungsgespräch

Hier sind die 29 besten Fangfragen im Vorstellungsgespräch – und wie Sie darauf reagieren können:

  1. Wenn Sie sich mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, welches wäre das?

    Das ist eine Fangfrage für Anfänger. Immerhin gibt es eine Menge Adjektive, die in Frage kommen. Ambitioniert. Ehrlich. Neugierig. Offen. Verantwortungsbewusst. Auf der einen Seite ist klar, dass Sie ein positives Attribut wählen sollten. Aber es macht einen Unterschied, welches das ist. Wenn der Bewerber etwa das Wörtchen intelligent nennt, könnte ihm das schon wieder als großkotzig ausgelegt werden. Und was soll der Personaler mit mutig anfangen? Sensibel wiederum würde – obwohl es sich um eine positive Eigenschaft handelt – Zweifel daran aufkommen lassen, ob Sie der Herausforderung im Job gewachsen sind.

  2. Sie stecken in einem Aufzug in der 13. Etage fest. Um die Tür öffnen zu können, müssen Sie den richtigen Knopf von insgesamt 20 drücken. Sie haben nur einen Versuch. Was würden Sie tun?

    Zunächst mal können Sie darauf aufmerksam machen, dass es die 13. Etage in Hochhäusern gar nicht gibt. Aberglaube! Nun aber könnte der pfiffige Personaler einwenden, dass die 13. Etage eben diejenige ist, die über der 12. Etage liegt – völlig egal, wie sie beschriftet ist. Was sagen Sie dann? Ganz einfach: Sie drücken den Notrufknopf. Mit dem kommen Sie wieder aus dem Fahrstuhl – und der Fangfrage – heraus.

  3. Was sollen die Leute einmal über Sie sagen, wenn Sie dieses Unternehmen wieder verlassen?

    Eine Frage, die die zeitlichen Abläufe scheinbar auf den Kopf stellt. Sie haben den Job noch gar nicht, sollen sich aber schon über Ihren Abgang Gedanken machen. Unbedingt zum Ausdruck sollten Sie bringen, dass es Ihnen nicht nur um Geld und Lebensunterhalt geht, sondern dass Sie auch etwas erreichen wollen.

  4. Was haben Sie an Ihrem alten Job gehasst?

    GEHASST haben sie natürlich gar nichts. Aber es gab Dinge, die weniger attraktiv waren. Die sollten Sie aber auf keinen Fall an bestimmten Personen festmachen. Nicht lästern! Entscheidungswege, die man irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte. Oder der Zeitpunkt, an dem man merkte, dass man sich nicht mehr weiterentwickeln oder etwas verändern kann. Das könnten gute Antworten auf derartige Fangfragen sein.

  5. Sind Sie eher der Anführer oder der Ausführer?

    Die meisten würden wohl mit Anführer antworten. Auch weil sie glauben, dass dies die erwünschte Antwort ist. Aber dann müssen Sie auch belegen, warum Sie ein Anführer sind. Welche Führungspositionen haben Sie denn bisher ausgefüllt und mit welchem Erfolg? Und falls sie bislang noch keine Personalverantwortung hatten: Wie kommen sie dann dazu, sich selbst als Anführer zu bezeichnen? Das sollten Sie bei derartigen Fangfragen beantworten können.

  6. Worauf waren Sie zuletzt stolz?

    Stolz gilt heutzutage nicht gerade als Tugend. Sie ist etwas für die Eitlen und Unbescheidenden und Selbstbezogenen, heißt es. Falsch! Sie können auf Ihre Kinder stolz sein oder darauf, dass Ihre Frau so schöne Haare hat. Stolz ist etwas ganz Natürliches. In diesem Kontext ist es allerdings besser, Sie binden einen Erfolg aus Ihrem Arbeitsleben ein. Eine Errungenschaft, für die Sie sich wirklich ins Zeug gelegt haben. Beispiel: Drei Jahre hat unser Architektenteam an dem Gebäude gearbeitet. Als es dann endlich stand, hat uns das wahrlich mit Stolz erfüllt.

  7. Wenn Sie der Titelheld eines Magazins sein könnten, welches würde das sein?

    Eine originelle Antwort: „NICHT der Playboy.“ Geistreiche Antwort: „FAZ – dahinter steckt ja bekanntlich immer ein kluger Kopf.“ Noch besser: „Das Time Magazine – als Person des Jahres.“ Obwohl das für manche vielleicht schon wieder zu selbstbewusst klingt. Dass Sie nicht die Apotheken Umschau nennen, sollte aber einleuchten. Wenn Ihnen hingegen gar kein Medium einfällt, spricht das nicht für Ihre Kreativität (und Allgemeinbildung).

  8. Wie geht es Ihnen heute Vormittag?

    Gut, aber ich bin leicht nervös. Das dürfte die Standardantwort sein. Banal ist die Frage übrigens keineswegs. Wenn der Bewerber halbherzig Jaja, geht schon murmelt, wirkt das irgendwie uninspiriert. So angeödet könnte er dann auch auf Kollegen und Kunden wirken. Darum: Hauptsache, Sie bringen die Antwort auf derlei Fangfragen mit ein wenig Charme rüber. Dann spielt es auch keine Rolle, WAS Sie sagen.

  9. Warum haben Sie eigentlich nicht Ihr eigenes Unternehmen?

    Eine Fangfrage, die schon existenzielle Dimensionen hat. Und sie erfordert eine Gratwanderung. Unternehmertum steht synonym für Verantwortung, Ehrgeiz, Innovationskraft – alles Attribute, die jeder Arbeitgeber schätzt. Andererseits sollten Sie nicht das Bild vermitteln, dass Sie nur auf den perfekten Zeitpunkt für den Absprung warten.

  10. Was ist das Lustigste, das Ihnen je passiert ist?

    Mit der Frage schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen testet der Personalverantwortliche, wie spontan der Bewerber ist. Fällt diesem überhaupt nichts ein, spricht das nicht gerade für seine Spontaneität. Außerdem merkt er, welche Art von Humor der Kandidat hat. Basiert er auf Schadenfreude oder ist er feinsinnig?

  11. Wann haben Sie sich das letzte Mal über alle Regeln hinweggesetzt?

    Regelbrecher – das klingt nach Hollywood, nach dem einsamen Wolf, der sein Ding durchzieht. So wollen wir doch alle sein! Nur wer die Regeln bricht, ist zu Höherem berufen, kann Außerordentliches schaffen, nicht wahr? Naja, nicht ganz. Einen notorischen Querulanten will kein Unternehmen in den eigenen Reihen haben. Es kommt also stark darauf an, wann und wo und warum Sie die Regeln gebrochen haben – und ob Sie das gut erklären können.

  12. Was sind Ihre 10 größten Schwächen?

    Vor der Frage nach den Schwächen hat jeder Bewerber Bammel. Dass jeder welche hat, ist klar. Darum darf man auch ruhig eine oder zwei Schwächen klar benennen. Aber gleich zehn? Darauf sollten Sie sich nicht einlassen. Bleiben Sie bei der einen Schwäche, die Sie sich vorher überlegt haben. Vielleicht fallen Ihnen spontan noch ein oder zwei kleinere Makel ein, die Sie scherzhaft anbringen können (Ich esse viel zu gerne Schokolade. Ich brauche morgens so lange vor dem Spiegel). Aber dann ist Schluss.

  13. Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?

    Sie gehört in die Kategorie Fangfragen light. Aber die Antwort verrät doch etwas über Ihren Charakter. Je nachdem, ob Sie Superman, Wonder Woman oder Spiderman auswählen, offenbart sich dem Fragesteller, was Ihnen insgeheim wichtig ist. Und mit wem Sie sich identifizieren. Aufschlussreich!

  14. Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?

    Als Erstes meinen Job kündigen! Das sagen Sie natürlich nicht. Unternehmen schätzen Kandidaten, die intrinsisch motiviert sind. Die etwas verändern und ihre Ziele erreichen wollen – unabhängig vom Faktor Geld. Sie müssen andererseits aber auch nicht den Samariter spielen und alles für wohltätige Zwecke spenden wollen. Die Mischung aus Anlegen, Investieren und Verschenken macht’s.

  15. Mit welcher Eigenschaft ecken Sie regelmäßig an?

    Eine fiese Frage! Sie ist die Frage nach den Schwächen, nur in anderem Gewand. Dabei kann sich auch eine Eigenschaft herauskristallisieren, die man gar nicht als Schwäche ansieht, Selbstbewusstsein zum Beispiel. Wenn Sie mit gar keiner antworten, dann provozieren Sie direkt die Folgefrage: Sie haben also gar keine Ecken und Kanten? In diese Schublade möchte man schließlich auch nicht gesteckt werden…

  16. Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?

    Der Personaler wartet Ihre Reaktion ab. Sind Sie verärgert? Pikiert? Beleidigt? Sie sollten jetzt nicht mit einer Retourkutsche antworten wie: Einen Kopf größer als Sie bin ich ja immerhin schon. Das zeigt nur, dass Sie über sich selbst nicht lachen können. Lächeln Sie die Spitze weg und erzählen dann etwas über Ihre Motivation, Träume und Ziele.

  17. Welche positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

    Noch eine subtile Strategie, um die Schwächen des Kandidaten auszuleuchten. Wenn Sie sagen, Ihnen fehle gar keine positive Charaktereigenschaft, wirkt das anmaßend und unreflektiert. Aber was können Sie auf solcherlei Fangfragen antworten? Am besten nennen Sie positive Eigenschaften, die Sie in der angestrebten Stelle nicht zwingend benötigen. Beispiel: Ich bin nicht so der ordentliche Typ. Für einen Kreativen wäre das völlig ok. Oder: So richtig mutig bin ich leider nicht. Muss man als Buchhalter auch nicht sein. Es gibt aber auch Eigenschaften, die Sie besser verschweigen. Ich bin unehrlich oder Ehrgeizig bin ich eigentlich gar nicht – das ist im Jobinterview unverzeihlich.

  18. Welche Bücher haben Ihr Leben am meisten beeinflusst?

    Kulturbanause an Bord? Auch in Zeiten von Smartphone und Netflix sollten Sie das eine oder andere Buch schon nennen können. Aber bitte nicht Fifty Shades of Grey (ordinär) oder im Spaß das Lustige Taschenbuch (infantil). Wenn Ihnen gar nichts anderes einfällt, nehmen Sie ein Werk aus der Schule (Goethes Faust?), über das Sie eine wichtige Klausur geschrieben haben. Grundsätzlich bieten sich Biographien an.

  19. Welche Macken und Marotten haben Sie?

    Unter normalen Umständen sollten Sie aus dieser Geschichte heil herauskommen. Zum Beispiel so: Ich führe sehr gerne Selbstgespräche. Oder: Ich drücke IMMER dreimal die Snooze-Taste, bevor ich aufstehe. Es sei denn, Ihnen rutscht etwas wirklich Peinliches heraus. Ich rauche nach dem Sex immer eine Zigarette. Das will keiner wissen, bitte nicht!

  20. Sind Sie nicht etwas unerfahren für den Job?

    Wenn Sie der Personaler so piekt, fassen Sie das bitte nicht als Beleidigung auf. Er will Sie mit seinen Fangfragen nur aus der Reserve locken. Manchmal ist Aggression aber auch eine Hilfe. Wenn Sie innerlich kochen, dann schießen die Argumente nur so aus Ihnen heraus. Sagen Sie ihm klipp und klar (sachlich, aber bestimmt), warum Sie der Mann oder die Frau für den Job sind – und warum Sie die notwendige Erfahrung sehr wohl haben.

  21. Erklären Sie einem Blinden die Farbe Lila.

    In der Tat eine schwierige Aufgabe. Vollkommen klar, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht. Sondern um Ihre Lösungsfindung. Wie kreativ sind Sie, wie gehen Sie vor? Außerdem zeigt Ihre Antwort auf die Fangfrage, ob Sie in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Killer-Skill Empathie! Negativ fallen sie dagegen auf, wenn Sie über ein Äh, öhm, ja, keine Ahnung… nicht hinauskommen.

  22. Was haben Sie heute Vormittag gefrühstückt?

    Bei derartigen Fangfragen sollten Sie Ihren Charme spielen lassen. Wer schulterzuckend signalisiert, dass er von dieser Art Frage nichts hält, zeigt fehlende Reflektion und Sensibilität. Der Personaler will Sie nicht ärgern, aber kitzeln. Im Grunde ist es ihm schnurzpiepegal, ob Sie zwei hartgekochte Eier oder einen Quark mit Müsli gefrühstückt haben. Er will wissen, wie sie mit so einer Frage umgehen, ob Sie die hohe Kunst der Konversation beherrschen.

  23. Haben Sie einen IQ von mehr als 130?

    Eine Fangfrage, die Google angeblich gerne stellt. Die Mehrheit der Menschen hat einen IQ zwischen 85 und 115. Wer darüber liegt, hat einen „hohen IQ“. Mit einem Intelligenzquotienten von mehr als 130 gilt man sogar als hochbegabt. In diese Kategorie fallen in Deutschland lediglich zwei Prozent der Bevölkerung. Was also will der Personaler mit dieser Fangfrage bezwecken? Er will wissen, wie und ob der Bewerber ein gesundes Understatement pflegt oder unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Ein einfaches Ja ist daher die denkbar schlechteste Antwort (unabhängig davon, ob sie der Wahrheit entspricht). Der Kandidat muss es wohl nötig haben, sich selbst zu erhöhen – oder er hat einfach keinen Sinn für Humor. So käme das Ja rüber. Eine solide Antwort wäre: Ich kenne meinen IQ gar nicht. Ich hoffe aber, dass er nicht allzu weit unten liegt. Oder eine Antwort für Spaßvögel, die sie mit Ironie vortragen können: Jaha. Ich bin so schlau, ich könnte Einstein Nachhilfeunterricht geben.

  24. Was sollen wir heute zu Mittag essen?

    Eine denkbare Fangfrage, wenn der Bewerber zum Kennenlerngespräch ins Restaurant eingeladen wird. Für Arbeitgeber durchaus zu empfehlen. Vielleicht lässt sich der Kandidat zu keiner konkreten Aussage hinreißen und antwortet: Was immer Sie mögen. Oder: Ich bin für alles offen. Oder: Das ist mir egal. Sehr nachvollziehbare Antworten, aber unbefriedigend. Viel spannender wäre es doch, der Kandidat würde Farbe bekennen und eine klare Ansage machen. Nach dem Motto: Also, ich persönlich hätte Lust auf Mexikanisch. Oder: Was halten Sie von Sushi? Oder auch: Pizza. Damit wird jeder glücklich. So zeigen Sie Führungsqualitäten und dass Sie vor Entscheidungen nicht zurückschrecken.

  25. Sind Sie inkompetent und faul?

    Eine Fangfrage, die sich an der Grenze zur Dreistigkeit bewegt. Ironiebegabte könnten natürlich so antworten: Leider viel zu oft! Oder so: Ja, ich fürchte, das bin ich wirklich manchmal. Klar ist, dass Sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Der Personaler will wissen, wie Sie in dieser Stresssituation reagieren, wie schnell Sie schalten und eine befriedigende Lösung finden. Eine wie: Eigentlich bin ich ziemlich clever und aktiv. Fast immer.

  26. Wie ehrlich sind Sie?

    So könnte man auf solche Fangfragen antworten: Ich bin immer hundertprozentig ehrlich! Klingt erhaben, aber wer glaubt Ihnen das? Sie greifen also nicht einmal auf eine klitzekleine Notlüge zurück, wenn es sein muss? Und was sagt das über Sie aus? Sie sehen: Ganz so einfach ist diese Fangfrage gar nicht zu beantworten. Vielleicht so: Ehrlichkeit ist für mich eine der wichtigsten Tugenden überhaupt – sowohl privat als auch beruflich. Ich will aber gar nicht bestreiten, dass ich in meinem Leben auch schon mal auf die eine oder andere kleine Notlüge zurückgreifen musste.

  27. Sind Sie ein glücklicher Mensch?

    Manche Fangfragen gehen ins Persönliche, so wie diese. Der Interviewer will etwas über die Grundeinstellung des Kandidaten erfahren. Hat er eine positive Weltsicht oder eine negative? Welche Wertvorstellungen teilt er? Jetzt einfach nur mit dem Hinweis zu antworten, man sei total happy mit seinem Leben, ist nicht befriedigend, fast schon oberflächlich. Eine Top-Antwort wäre: Ja, ich bin ein glücklicher Mensch. Das war aber nicht immer so. Ich hatte schwierige Zeiten zu überstehen und weiß heute sehr genau, dass man jeden Tag hart für sein Glück arbeiten muss.

  28. Was mögen Sie an der Menschheit am wenigsten?

    Jetzt bitte keine Schimpftirade loslassen. Credo: Die Welt ist so schlecht und ungerecht. Und die Menschen sind alle so böse und gewalttätig und zerstören die Umwelt und und und… Mag ja alles sein, ist aber eine sehr eindimensionale Sicht. Ihre Antwort auf diese Fangfrage verrät, ob Sie einen gewissen Intellekt mitbringen, ob Sie sich grundlegende Gedanken machen und welche Prioritäten Sie setzen. Eine pointierte, argumentativ starke Antwort ist besser als ein plumper Rundumschlag.

  29. Welches Geschenk haben Sie zuletzt jemandem gemacht?

    Meiner Frau einen Gutschein geschenkt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch, die Antwort relativ schlecht. Sie zeugt von Einfallslosigkeit. Dabei will der Personaler ja wissen, ob Sie kreativ sind. Vor allem aber, wie wichtig Ihnen andere Menschen sind, ob Sie empathisch sind und an Ihren zwischenmenschlichen Beziehungen arbeiten. Eine simple, aber effektive Antwort: Ich habe meiner Frau Blumen geschenkt. Oder: Eine Lego-Feuerwehrstation für meinen Sohn. Dies zeigt, dass Sie (hoffentlich) glücklich verheiratet sind und einen familiären Rückhalt haben. Unternehmen mögen das. Möglich auch: Etwas Selbstgebasteltes für meine ehemaligen Kollegen beim Abschied. So signalisieren Sie, dass Sie ein Teamplayer waren und mit allen gut zurechtkamen. Was gar nicht geht: Ich habe leider lange niemandem mehr ein Geschenk gemacht. Auch mies: Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern.

15 irre Fangfragen zum Download

Fangfragen zum DownloadNoch mehr Fangfragen gefällig? 15 irre Fangfragen zum Herunterladen und Üben finden Sie Fangfragen-im-Vorstellungsgespräch-die-besten (PDF-Dokument).

10 Fangfragen für Bewerber: Drehen Sie den Spieß um!

Heutzutage haben Bewerber mehr Verhandlungsspielraum als früher – vorausgesetzt, Sie arbeiten in Branchen und Berufen, in denen der Bewerbermangel groß ist. Dabei kann es sich um Softwareentwickler oder Fleischer handeln, um Bauingenieure oder Klempner.

Zählen Sie dazu? Dann drehen Sie den Spieß im Vorstellungsgespräch doch einfach mal um – und konfrontieren den Interviewer Ihrerseits mit einer Fangfrage.

Fangfragen im Vorstellungsgespräch – hier sind 10 Vorschläge für Bewerber:

  • Was stört Sie an Ihrem Chef am meisten?
  • Was stört Sie an Ihrem Arbeitgeber aktuell am meisten?
  • Basierend auf Ihren eigenen Erfahrungen – was sollte ich in den ersten 100 Tagen im Job auf keinen Fall tun?
  • Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich zu einer Führungskraft entwickelt haben?
  • Was ist der größte Fehler, den man hier begehen kann?
  • Was würde passieren, wenn ich meinen Chef schon in der ersten Woche kritisiere?
  • Worauf kann das Unternehmen wirklich stolz sein?
  • Wo bestellen die Mitarbeiter immer ihr Essen, wenn sie Überstunden machen müssen – beim Italiener oder beim Chinesen?
  • Wo fand Ihre letzte Weihnachtsfeier statt?
  • Was hat dieses Unternehmen aus seinem letzten größeren Fehler gelernt?

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[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

Selbstpräsentation: So setzen Sie sich im Jobinterview gekonnt in Szene

Die Selbstpräsentation ist ein wichtiger Bestandteil des Vorstellungsgesprächs. Auch im Assessment Center muss jeder Kandidat sich und seinen Werdegang kurz vorstellen. Dabei sollten Sie Ihre Stärken betonen und Erfolge hervorheben. Doch die hohe Kunst der Selbstbeweihräucherung liegt nicht jedem. Wie Sie es trotzdem schaffen, eine optimale Selbstpräsentation aufs Parkett zu zaubern…

Selbstpräsentation: Jetzt sind sie an der Reihe!

Ein Vorstellungsgespräch folgt typischerweise diesem Schema:

Die Selbstpräsentation folgt also unverzüglich im Anschluss an den Smalltalk zu Beginn des Interviews. Sie ist noch Bestandteil der Kennenlernphase. Im Assessment Center würde man auch von der Vorstellungsrunde reden.

Die Reihenfolge ist aber keineswegs starr festgelegt. Es hängt vom jeweiligen Unternehmen ab, ob es sich zunächst selbst vorstellt oder Ihnen den Vortritt lässt.

Dass nun die Zeit für Ihre Selbstpräsentation gekommen ist, merken Sie an Sätzen wie:

  • Erzählen Sie doch bitte etwas über sich.
  • Wir würden Sie nun gerne näher kennenlernen. Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

Das gehört in Ihre Selbstpräsentation

Länger als drei bis fünf Minuten dauert Ihre Selbstpräsentation nicht. Sie sollen dabei auch nicht Ihre ganze Lebensgeschichte erzählen, sondern sie in mundgerechten Häppchen an den Personaler verfüttern. Ein kurzes Plädoyer mit Meilensteinen und prägenden Erlebnissen – das war’s.

Kommen Sie also schnell zur Sache und schweifen Sie nicht ab. Schließlich demonstriert Ihr Vortrag dem Gesprächspartner auch, ob Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Das wird auch im Job später relevant sein. Wenn Sie dort ein Projekt vorstellen und Ihre Zuhörer mit farblosen Monologen langweilen oder verwirren, wird Sie das auf der Karriereleiter nicht nach oben pushen.

Merke: Wer sich selbst gut präsentiert, kann vermutlich auch andere Dinge gut präsentieren. Ein echter Mehrwert für jeden Arbeitgeber!

Diese Informationen sollte Sie im Vorstellungsgespräch im Rahmen Ihrer Selbstpräsentation rüberbringen…

  • Name

    Ich heiße Susi Sonnenschein.

  • Alter

    und bin 25 Jahre alt.

  • Herkunft

    Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen.

  • Ausbildung

    Vor drei Monaten habe ich den Master in BWL an der Uni Hamburg gemacht, wo ich insgesamt neun Semester studiert habe.

  • Erfahrungen

    Ich habe ein dreimonatiges Praktikum bei einem DAX-Konzern hier in Hamburg absolviert und dort in der Personalabteilung mitgearbeitet.

  • Schwerpunkte

    Ich habe mich auf Human Resources und Recruiting spezialisiert. Meine Masterarbeit habe ich über das Thema „Strategien im Online-Recruiting“ geschrieben.

  • Auslandserfahrungen

    In Marseille habe ich ein Erasmus-Semester absolviert. Seitdem spreche ich fließend Französisch.

  • Passgenauigkeit

    Auch Ihr Unternehmen wirbt regelmäßig Fachkräfte und Spezialisten an und nutzt dafür unterschiedliche Rekrutierungskanäle. Ich glaube, dass ich Ihnen mit meinem Know-how helfen kann, die besten Bewerber für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

Diese Informationen fassen Sie in einem kleinen Vortrag zusammen. Wenn Sie obige Punkte aneinanderreihen, haben Sie im Grunde schon einen. Sie sehen: Es geht hier um die wesentlichen Facts.

Was jetzt noch fehlt, ist Ihre Motivation. Sie sollten während der Selbstpräsentation klar machen, wofür Sie brennen, was Sie begeistert, was Ihnen Spaß macht – und natürlich, warum Sie glauben, dass Sie genau der richtige Bewerber für die Stelle sind…

Selbstpräsentation: Warum ist sie wichtig?

Zunächst mal: Ja, die Selbstpräsentation ist im Vorstellungsgespräch ein sehr wichtiges Element. Wer sie komplett versemmelt, manövriert sich schnell ins Seitenaus.

Immerhin hat der Personaler nicht allzu viele Gelegenheiten, Sie live zu erleben. Er beobachtet genau, wie Sie reden, welche Körpersprache Sie haben, wie Sie im direkten Gespräch wirken – und auch, ob es möglicherweise Widersprüche zu den Angaben aus Ihrer Bewerbungsmappe gibt.

Dies sind Fragen, die sich der Personaler während Ihrer Selbstpräsentation stellt:

  • Passt der Auftritt zum Bild, das der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen von sich vermittelt hat?
  • Wo gibt es Widersprüche?
  • Überzeugen die Erfolge, die er oder sie aufführt?
  • Hat er oder sie ein ehrliches Interesse an dem Job oder ist der Auftritt eine einzige Show?
  • Ist der Kandidat unsicher, selbstbewusst oder schon arrogant?

Vorsicht: Bei der Selbstpräsentation geht es zwar vornehmlich um Sie und Ihren Werdegang. Aber seien Sie trotzdem nicht zu sehr auf sich selbst fixiert.

Ihr Gegenüber sucht vor allem die Bestätigung, dass Sie zum Unternehmen passen und es mit Ihren Fähigkeiten weiterbringen können. Versuchen Sie also, einen Bezug zum Unternehmen herzustellen. Wie passt Ihre Persönlichkeit zur Firmenkultur? Welche Stärken und Erfahrungen würden Sie hier einbringen können? Das muss in Ihrer Selbstpräsentation zum Ausdruck kommen.

So bereiten Sie sich auf die Selbstpräsentation vor

Aufzählungen sind langweilig. Nicht vergessen! Sie sollten also nicht einfach Ihre einzelnen Stationen lustlos aneinanderreihen.

Nicht nur Sportmoderatoren wissen: Was zählt, das sind die Höhepunkte. Die Erfolge, die Sie vorzuweisen haben. Dabei muss es sich gar nicht immer um Weltbewegendes handeln. Prägende Erlebnisse, die Sie in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht haben, können genauso Eindruck auf Ihren Gesprächspartner machen.

Versetzen sie sich zunächst in die Rolle des Arbeitgebers. Wen sucht er, was will er? Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten sind mit den Anforderungen des Unternehmens im besten Fall deckungsgleich. Am besten, Sie werfen vorher einen Blick auf die Stellenanzeige. Welche Skills werden dort aufgeführt?

Auch die Karriereseiten, Xing- und Facebook-Pages des Unternehmens lassen Rückschlüsse zu. Stöbern Sie auch gerne in der Tagespresse. Besonders wertvoll sind Interviews – zum Beispiel mit dem Vorstandsvorsitzenden oder dem Personalchef. Diese sagen oft viel über die Kultur eines Unternehmens aus und darüber, was den Entscheidern wichtig ist.

So können Sie vorgehen:

  1. Sie gehen Ihren tabellarischen Lebenslauf durch und suchen nach Stationen, in denen Sie Erfahrungen und Qualifikationen erworben haben, die zu den Anforderungen des Unternehmens passen. Daraus formulieren Sie Argumente.
  2. Aus all diesen Stationen und Argumenten spinnen Sie nach Möglichkeit einen roten Faden. Am besten wirkt Ihr kurzer Vortrag so, als müsse Sie Ihr Lebensweg zwangsläufig in dieses Unternehmen führen.
  3. Dabei sollten Sie hohle Phrasen und andere Floskeln dringend vermeiden. Eine typische wäre: „Ich bin sehr ehrgeizig und zeichne mich durch einen großen Teamspirit aus.“ Uff! Werden Sie lieber konkret und machen Ihre Fähigkeiten anhand von Beispielen deutlich.

Und natürlich ist auch die Körpersprache wichtig. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen und lächeln Sie häufiger. Sie dürfen sogar mit Ihren Händen herumfuchteln, das zeigt Energie und Dynamik (nur nicht übertreiben!). Und es bewahrt Sie davor, nervös mit Ihren Händen herumzuspielen oder an den Fingernägeln zu kauen.

Was Sie bei Ihrer Selbstpräsentation vermeiden!

„Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber…“ „Nicht, dass sie jetzt denken, ich sei eitel…“ „Ich will ja nicht angeben, aber…“

Stopp! Solche Einstiege sind fatal. Wer mit einer Einschränkung anfängt, bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was er eigentlich beabsichtigt hatte. Das haben auch Wissenschaftler schon herausgefunden. „Das soll jetzt nicht überheblich klingen, wenn ich Ihnen sage, dass…“ Wie klingt das für Sie? Ganz genau, ziemlich überheblich.

Dabei dienen derartige Konstruktionen ja oft nur dazu, die eigene Unsicherheit zu kaschieren. Man hat Angst, etwas Falsches oder Unpassendes zu sagen. Eine Angst, die durchaus berechtigt sein kann. Aber leiten Sie bitte nicht aus ihr ab, solche Einschränkungen zu formulieren.

Kandidaten, die diese Formulierungen verwenden, werden Studien zufolge sogar als weniger intelligent eingeschätzt. Wer selbstbewusst auftritt und ohne sprachliche Verrenkungen auskommt, gibt dagegen ein deutlich besseres Bild ab.

Daran ist auch unser Gehirn Schuld, das uns unterschwellige Botschaften sendet. Wer den Gedanken an etwas Bestimmtes partout vermeiden will, denkt automatisch daran. Das Beispiel vom rosa Elefanten haben sie vielleicht auch schon einmal gehört. „Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten!“ Logisch, dass man nach dieser Aufforderung an nichts anderes als einen rosafarbenen Dickhäuter denken kann…

Sie verfehlen also nicht nur Ihr eigentliches Ziel, sondern kehren die Wirkung sogar um. Sie richten mehr Schaden an als dass Sie Nutzen stiften – obwohl Ihre Worte vermutlich nur nett gemeint waren. Stehen Sie lieber zu Ihren Stärken und Talenten – ohne Einschränkungen. Das ist die bessere Strategie.

Darum noch mal: Lenken Sie das Augenmerk des Personalers nicht ungewollt und über Umwege auf Aspekte, die Ihnen nicht in die Karten spielen…

3 Tipps für die Selbstpräsentation

So überzeugt Ihre Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch – 3 Tipps:

  1. Bescheidenheit

    Sie ist eine Tugend, aber im Jobinterview kein Erfolgsbringer. Im Gegenteil, speziell männliche Bewerber sollten nicht zu bescheiden auftreten. Das mögen Personalentscheider nicht, sagen Studien. Bescheidenheit lässt Sie schwach und unambitioniert aussehen. Das gilt für Frauen auch – aber nur Männer kostet Bescheidenheit nachweislich Sympathiepunkte.

  2. Namen

    Geheimtipp mit dem Prädikat mega-wertvoll: Merken Sie sich zu Beginn des Vorstellungsgesprächs die Namen des oder der Anwesenden (falls Sie nicht ohnehin schon wissen, wer das Jobinterview mit Ihnen führt). Sprechen Sie sie im Laufe des Bewerbungsgesprächs persönlich – also mit Namen – an. Das hat eine fulminante psychologische Wirkung. Zum Beispiel so: „Sie haben das vielleicht auch schon mal erlebt, Frau Schröder.“ Und auch zum Schluss verabschieden Sie sich unbedingt persönlich, etwa so: „Vielen Dank, Herr Winterberg, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“ Das macht Sie auf Anhieb sympathischer. Und Sympathie kann in diesem Fall nicht schaden.

  3. Training

    Der Spiegel – vor ihm dürften schon Generationen von Bewerbern geübt haben. Das können sie auch heute, weil es noch immer äußerst sinnvoll ist. Aber angesichts der technischen Möglichkeiten können Sie Ihre Trainingsrunde auch einfach mit dem Smartphone aufnehmen. Vorteil: Sie können sich Ihre Präsentation hinterher in Ruhe noch einmal anschauen – und von Freunden bewerten lassen, die gerade nicht anwesend sind.

[Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]

Einstellungstest: So meistern Sie ihn

Einstellungstest Beispiele Tipps

Der Einstellungstest ist eine Rückversicherung für Unternehmen. Er soll das Risiko verringern, dass man dem falschen Bewerber einen Arbeitsvertrag vorlegt. Für Bewerber bedeuten Einstellungstests eine Extremsituation. Auf die sollte man sich vorbereiten. Dafür müssen Bewerber aber erst einmal wissen, mit was für einem Einstellungstest sie es zu tun bekommen…

Einstellungstests: Diese gibt es

Nicht jedes Unternehmen will sich auf Bewerbungsunterlagen und Schulnoten verlassen. Ein Test – so die Theorie – klopft den Bewerber gründlich ab. Er gibt Aufschluss darüber, wie intelligent, gebildet und stressresistent Sie wirklich sind.

In der Praxis ergänzt ein Einstellungstest das Bewerbungsgespräch. Er ersetzt es aber nicht. Für manche Einstellungstests bitten die Unternehmen ins Assessment Center, in anderen sind Interview und Test zeitlich weiter voneinander getrennt.

Natürlich flechten viele Arbeitgeber Testfragen auch in Ihre Jobinterviews ein. Wenn man dem Bewerber Fang-, Stressfragen und Brainteaser vor die Füße wirft, muss man ihn nicht extra zum Test bitten. Das spart Zeit und Geld.

Sie merken: Ein Einstellungstest ist keine bösartige Schikane. Im Gegenteil, er zeigt den Stellenwert, den Sie als Bewerber haben. Das Unternehmen macht sich extra die Mühe, organisiert ein Testverfahren, lädt die Bewerber ein, wertet die Klausuren aus. Eine Einladung dürfen Sie also durchaus als Komplimentchen verstehen.

Viele Einstellungstests haben gemeinsam, dass sie die Bewerber in unterschiedlichen Kategorien abfragen. Dazu zählen Allgemeinwissen, logisches Denken, Mathe, Sprachverständnis und Branchenwissen. Die Ausrichtung unterscheidet sich von Firma zu Firma, von Branche zu Branche. Allgemeinwissen zum Beispiel lässt sich aus keinem Anschreiben und auch nicht aus den Schul- und Unizeugnissen herauslesen. Warum also nicht einfach abfragen?

Diese Arten von Einstellungstests gibt es:

  1. Wissen

    Damit ist zum Einen das Allgemeinwissen gemeint. Geschichte, Politik, Sport. Aber auch mathematische Grundkenntnisse oder Sprachverständnis wird gerne abgefragt – oder Branchenwissen. Tipp: Nähern Sie sich einem Wissenstest wie der Teilnahme bei Wer wird Millionär?. So viel lesen wie möglich, auch mal ins Lexikon gucken.

  2. Persönlichkeit

    Ein Persönlichkeitstest basiert zum großen Teil auf der Selbsteinschätzung des Kandidaten. Wo sieht er selbst seine Stärken und Schwächen, welche Interessen und Werte hat er, welche Verhaltensweisen legt er an den Tag? Auf diese Weise wollen sich Unternehmen der Persönlichkeit eines Bewerbers nähern.

  3. Fitness

    Körperliche Fitness ist in jedem Beruf hilfreich – in manchen aber ist sie Grundvoraussetzung. Darum müssen Bewerber bei der Bundeswehr, Feuerwehr oder Polizei körperlich topfit sein. Ihr Bewerbungsverfahren beinhaltet in der Regel eine Sportprüfung. Wenn Sie die Disziplinen kennen, können Sie sich gezielt darauf vorbereiten. Andernfalls hilft nur regelmäßiges Training. Auch Bewerber der Deutschen Sporthochschule in Köln müssen eine Sporteignungsprüfung absolvieren.

  4. Intelligenz

    Im Intelligenztest wird das logische Denkvermögen geprüft. Sie können also die richtigen Antworten – anders als im Wissenstest – NICHT auswendig lernen. Das Ganze geschieht unter größtem Zeitdruck, was die Sache so knifflig macht. Trotz allem können Sie Intelligenztests trainieren. Üben Sie Zahlen-, Wort- und Figurenreihen, Sudokus, gerne auch Kreuzworträtsel. Aufgaben, bei denen man nie nach Schema F vorgeht, sondern stets einen neuen Lösungsweg suchen muss.

Was spricht für einen Einstellungstest?

Ganz klar: Der Arbeitgeber will sein Risiko minimieren. Stellt er den falschen Bewerber ein, kostet ihn das viel Geld. Die Organisation eines Assessment Centers wäre vermutlich günstiger gewesen. Schließlich sind Bewerbungsverfahren für die Unternehmen kostspielig. Sie müssen Stellenanzeigen schalten, Karriereseiten updaten, Fahrtkosten übernehmen. Dazu kommen die verlorene Arbeitszeit, Verpflegungskosten und und und…

Der Einstellungstest soll die Wahrscheinlichkeit erhöhen, den richtigen Bewerber zu finden. Das macht hinterher auch das Onboarding leichter, die Produktivitätsverluste halten sich in Grenzen, eine weitere Recruiting-Runde kann man sich sparen.

Das spricht nach weitläufiger Ansicht außerdem für einen Einstellungstest:

  • Sie bieten eine bessere Vergleichbarkeit als Vorstellungsgespräche. Jedes Interview verläuft anders. Die Tests dagegen kann man im Prinzip übereinanderlegen.
  • Ein Einstellungstest bietet Chancengleichheit. Die Bedingungen sind für jeden komplett identisch. Das setzt auch das mögliche Argument der Diskriminierung schachmatt.
  • Sie gewährleisten Objektivität. Man kann das Allgemeinwissen klar nachprüfen, ohne sein Urteil von subjektiven Faktoren beeinflussen zu lassen.
  • Der Test ist umfassender als ein Jobinterview. Das Unternehmen sammelt Erkenntnisse auf breiter Basis. Sprachverständnis, Wissen, Intelligenz. So kann es ein Persönlichkeitsprofil erstellen, dass der Realität sehr nahe kommt.

Was spricht gegen einen Einstellungstest?

Auch das kann man festhalten: Ein Einstellungstest ist nicht die ultimative Lösung, um die Befähigung eines Bewerbers festzustellen. Er bietet keine absolute Verlässlichkeit und kann zu vielfältigen Irrtümern führen. In dem Fall hätte ein Unternehmen nur unnötigen Aufwand betrieben.

Was spricht gegen Tests? Vor allem das…

  • Aussagekraft

    Kennt der Bewerber zufällig die richtige Antwort auf eine Frage, hat er Glück gehabt. Kennt er sie nicht, fliegt er raus. Aber welche Rolle spielt das für den Arbeitsalltag? Es geht doch darum, immer wieder neue, individuelle Lösungen zu finden. Ein Wissenstest sagt über diese Fähigkeit nichts aus. Auch kann man über die Selektion streiten. Vielleicht hätte der Bewerber in einem anderen Wissenstest mit anderen Schwerpunkten viel besser abgeschnitten und der andere deutlich schlechter. Über Tests kann man sich dem Bewerber nähern. Stellen kann man ihn nicht.

  • Tagesform

    Ein Test ist für alle gleich. Auch dieses Argument könnte man zerpflücken, denn es stimmt nur bedingt. Selbst wenn alle Kandidaten zeitgleich im Prüfungszimmer sitzen und mit dem gleichen Stift schreiben, sind die Rahmenbedingungen doch höchst unterschiedlich. Der eine ist übermüdet, weil er gestern Abend seine Mutter ins Krankenhaus fahren musste. Der andere ist durch eine Erkältung geschwächt. Der dritte hat eine 100 Kilometer lange Anfahrt hinter sich. Waffengleichheit gibt es nicht, niemals.

Darum geht es im Einstellungstest

Was wollen Unternehmen eigentlich per Einstellungstest herausfinden? Vor allem dies…

  1. Zahlenverständnis

    Ein beliebter Satz lautet: In Mathe war ich noch nie gut. Das klingt charmant, weil man indirekt damit klar macht, eher der soziale Typ zu sein. Darum kokettieren heutzutage viele Menschen mit ihrer Mathe-Schwäche. Sollten sie aber nicht. Zahlenverständnis wird immer wichtiger, die Wirtschaft lässt sich immer mehr von Big Data treiben. Daten sammeln und auswerten – ein Super-Skill für die moderne Arbeitswelt. Darum sind Mathe-Aufgaben im Einstellungstest populär. Trotzdem: Sie müssen kein Mathematik-Genie sein, um gut abzuschneiden. Üben Sie für den Anfang aber schon mal Prozentrechnen, Kopfrechnen und Dreisatz…

  2. Logisches Denkvermögen

    Zahlen- oder Figurenreihen, die Sie fortführen sollen, sind klassische Beispiele. Sie testen unsere Begabung, logisch zu denken. Die ist nicht unwichtig. Immer mehr Routinejobs gehen verloren, zum Beispiel in der Produktion. In den neuen Jobs kommt es viel mehr darauf an, analytisch vorzugehen, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

  3. Konzentration

    Auch Konzentrationsfähigkeit ist ein Skill, der an Wert gewinnt. Immerhin versuchen Smartphone und Co., uns dauerhaft von unseren eigentlichen Aufgaben abzulenken. Jeder Einstellungstest stellt Ihre Konzentrationsgabe auf die Probe. Das gilt für Wissenstests wie für Intelligenztests.

  4. Allgemeinbildung

    Echte Gelehrte, so wie es sie früher gab, gibt es heutzutage kaum noch. Mit einer Ausnahme: Kamerad Google. Der weiß einfach alles. Dennoch bringt es in jedem Beruf Vorteile, wenn man über Gott und die Welt halbwegs Bescheid weiß. In manchen Berufen geht es gar nicht ohne umfassende Allgemeinbildung. In eine Journalistenschule etwa kommt man ohne überdurchschnittliches Wissen nicht hinein.

Einstellungstest: So überzeugen Sie

Nervosität ist nichts, das Sie den Job kosten muss. Im Gegenteil, sie sorgt dafür, dass Sie hellwach und aufmerksam sind. Das reduziert die Gefahr für Flüchtigkeitsfehler. Aber paralysieren sollte Sie Ihre Angst natürlich nicht.

Damit Sie mit guten Chancen in den Einstellungstest gehen, empfiehlt sich Folgendes:

  • Vorbereitung

    Sie ist das A und O. Bereiten Sie sich gut auf den Einstellungstest vor. Die Schwerpunkte hängen natürlich von der Art der Prüfung ab. Bleiben Sie auf dem Laufenden, was das Weltgeschehen betrifft, wenn Sie ein Wissenstest erwartet. Befassen Sie sich mit Bilderrätseln und Zahlenreihen, wenn ein Intelligenztest vor der Tür steht. Und selbst wenn sie keinen blassen Schimmer haben, wie der Test aussehen wird: Eine gute Vorbereitung macht Sie sicherer!

  • Auftreten

    Ziehen Sie sich vernünftig an. Duschen, rasieren, Schuhe polieren, die ganze Palette. Warum das alles? Sie müssen zwei Aspekte bedenken: Zum Einen verleiht Ihnen ein gepflegtes Äußeres Selbstvertrauen. Sie fühlen sich fit, stark, ready to go. Das wiederum wirkt sich auf Ihre Performance aus. Zum Zweiten werden auch die anwesenden Unternehmensvertreter ein Auge auf Sie werfen. Wenn Sie durch Jogginghose und Krümel im Bart glänzen, dann sieht das zumindest nicht ganz professionell aus. Das sind Minuspunkte, die Sie ganz leicht vermeiden können. Tun Sie das!

  • Ruhe

    Nicht nur durch die Optik können sie den Entscheidern auffallen – im guten wie im Schlechten. Sind Sie ein Nervenbündel, das hektisch auf einem Stift herumkaut, mit den Füßen hin- und her wippt oder panisch die Hände überm Kopf zusammenschlägt? So einen will man nicht unbedingt im Team haben. Denn auch im Arbeitsalltag werden Stresssituationen auf Sie zukommen. Bewahren Sie also Ruhe und lassen Sie sich Ihre Unsicherheit (wenn vorhanden) nicht anmerken.

  • Sorgfalt

    Wenn Sie die Lösung auf eine Frage nicht kennen, dann kennen Sie sie nicht. Was Sie aber gar nicht gebrauchen können, sind Flüchtigkeitsfehler. Sie entstehen durch mangelnde Sorgfalt und Zerstreutheit. Bleiben Sie fokussiert! Achten Sie genau darauf, was von Ihnen verlangt wird und schreiben Sie nicht einfach wild drauflos. Zur Not werfen Sie ein Stück Traubenzucker ein, um die Konzentration wahren zu können. Lesen Sie sich – sofern zeitlich möglich – auch zum Schluss alles noch einmal durch. Rechtschreibung, Grammatik, Buchstabendreher, unsaubere Formulierungen – all das ist wichtig.

  • Zeit

    Zeitmanagement ist ein Riesen-Thema im Arbeitsalltag. Vor allem Selbstständige, Freiberufler und Home Office-Worker wissen nur zu gut, wie wertvoll eine gute Zeiteinteilung ist. Das ist sie auch im Einstellungstest. Verplempern Sie nicht unzählige Zeigerrunden für eine einzige von 30 Aufgaben. Lösen Sie erst diejenigen, die Sie lösen können. Ist zum Schluss noch Zeit auf der Uhr, können Sie sich den ungeknackten Nüssen widmen. Setzen Sie Prioritäten! Das wird auch im Job von Ihnen verlangt.

  • Erwartungshaltung

    Gehen sie nicht mit zu hohen Erwartungen in den Einstellungstest. Ja, Sie haben richtig gehört. Sie haben es ja gar nicht in der Hand, welche Fragen kommen werden. Mit ein bisschen Pech sind es genau die falschen. Das ist nicht Ihre Schuld. Sie sollten sich gut vorbereiten, abends früh schlafen gehen, pünktlich auf der Matte stehen und den Test konzentriert absolvieren. That’s it! Für alles andere müssen Sie sich keine Vorwürfe machen. Außerdem muss Ihr Test auch nicht perfekt sein. Gehen Sie davon aus, dass auch die anderen Bewerber nicht jede Frage korrekt beantworten.

  • Alternativen

    Bei der Jobsuche sollten Sie nie alles auf eine Karte setzen. Schauen Sie nach vorne und überlegen sich, was Sie im Falle eines Ausscheidens tun. Gehen Sie parallel weiter auf Stellensuche. Das bewahrt sie auch vor der Opferrolle, in die man bei widrigen Umständen gerne schlüpft (Zu schwere Fragen! Unfaire Gewichtung!) Bleiben Sie aktiv. Und: Jeder Einstellungstest gibt Ihnen Erfahrung mit auf den Weg – auch dann, wenn er völlig in die Hose gegangen ist. Schon beim nächsten Mal sind Sie routinierter, können auf Erfahrungswerte zugreifen. Vorteil!

Einstellungstest: Beispiel

Wie sieht so ein Einstellungstest in der Praxis aus? Zum Beispiel so wie der, den die Stadt Dietzenbach ins Netz gestellt hat, siehe hier. Oder so wie jener der Deutschen Journalistenschule. Das sind zehn der insgesamt 24 Fragen der Aufnahmeprüfung aus dem vergangenen Jahr:

  1. Seit dem 1.Januar ist ein neuer Generalsekretär der Vereinten Nationen im Amt. Wie heißt er?
  2. Wie heißt der Bundespräsident Deutschlands, und wie heißen seine beiden Vorgänger?
  3. Der MDAX (abgeleitet von Mid-Cap-DAX) ist neben dem DAX der zweitwichtigste deutsche Aktienindex. Aus wievielen Werten besteht er? Nennen Sie zwei.
  4. Am 1.Juni 2016 wurde in der Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit ein historisches Bauwerk eingeweiht. Es handelt sich um…?
  5. Warum waren viele Musikvideos auf YouTube bis Ende vergangenen Jahres in Deutschland „nicht verfügbar“?
  6. Durch welchen Interpreten wurde dieses Album/dieser Song bekannt? a.) „Heroes“ b.) „Faith“ c.) „Purple Rain“ d.) „Suzanne“
  7. Welches ist der größte deutsche Medienkonzern (nach Umsatzzahlen)?
  8. Von welchem Gremium wird der deutsche Bundespräsident gewählt, und wie setzt sich dieses zusammen? Welche weiteren Aufgaben hat dieses Gremium?
  9. Wer sind die „Blauhelme“, wer die „Weißhelme“?
  10. Oft liest und hört man den Begriff „Gentrifizierung“. Was versteht man darunter?
[Bildnachweis: panitanphoto by Shutterstock.com]

Einleitungssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn und so nicht

Der erste Satz in der Bewerbung ist mehr als nur das Vorgeplänkel. Er gibt die weitere Richtung vor – und kann das Unternehmen im schlimmsten Fall schon ultimativ abschrecken. Der Auftakt sollte darum spannend, interessant, aufmerksamkeitsstark sein. Alles, nur nicht langweilig! Aber wie stellt man das als Bewerber an? Wie formuliert man einen guten Einleitungssatz Bewerbung? Zum Beispiel so…

Einleitungssatz Bewerbung: Warum ist er so wichtig?

Der Einstieg ist oft der schwerste. Darum halten sich viele an die Standard-Floskeln wie…

  • Hiermit bewerbe ich mich…
  • Ich interessiere mich sehr…
  • Mit großer Freude…
  • Mit viel Neugier…

Vor diesen Phrasen sollten Sie sich hüten. Sie sind verbraucht und ein Indiz für eine lieblos zusammengeschusterte Bewerbung. Punkten kann ein Kandidat mit diesen Sätzen jedenfalls nicht. Und es gibt ja auch deutlich bessere Alternativen. Nur muss man für die ein wenig Hirnschmalz bemühen.

Zunächst ist die Erkenntnis wichtig, dass ein Personalentscheider im Unternehmen jedes Jahr etliche Bewerbungen auf dem Schreibtisch hat. Zahlreiche Lebensläufe und Motivationsschreiben, die wie ein Ei dem anderen gleichen. Die typischen Einleitungssätze bekommt er in unschöner Regelmäßigkeit zu sehen.

Kann sich ein Bewerber so von seinen Konkurrenten abheben? Eher nicht.

Wer also mit einem Standard-Satz beginnt, der provoziert allenfalls die Begeisterung beim Lesen von eBay Kleinanzeigen. Es ist wie in einem spannenden Film. Nicht alle, aber sehr viele beginnen mit einem Überraschungsmoment, einem Aha-Effekt, einem großen Knall. Andere starten ruhiger, aber geheimnisvoll – und machen auf diese Weise neugierig. So etwas brauchen Sie auch für Ihre Bewerbung. Einen Einleitungssatz, der maximale Aufmerksamkeit erzeugt und neugierig macht.

Tipp: Verwenden Sie kurze und prägnante Hauptsätze. Kein Bandwurmsatz am Anfang! Kurze Sätze verleihen Ihrem Anschreiben einen Jumpstart, sorgen für Tempo. Auch wirkt der Verfasser durch sie selbstbewusst. Er kommt schnell auf den Punkt, sendet eine klare Message. Das wirkt.

Auch starke Verben und positive Adjektive können Ihnen dabei helfen. Beispiele:

  • Begeisternd
  • Erfrischend
  • Faszinierend
  • Grenzenlos
  • Imponierend
  • Kunstvoll
  • Leidenschaftlich
  • Überwältigend

Na klar: ein grandioser Einstieg wird Sie nicht automatisch in den Job hieven. Aber er legt ein wundervolles Fundament. Und Sie wissen ja: Der erste Eindruck zählt. Ein guter Einleitungssatz bringt den Leser dazu, das gesamte Anschreiben zu lesen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Der Entscheider eines Großkonzerns, der Hunderte Bewerbungen pro Stelle bekommt, selektiert vorher aus.

Einleitungssatz Bewerbung: 9 Tipps

Diese Tipps helfen Ihnen dabei, einen guten Einleitungssatz Bewerbung zu verfassen…

Überraschungseffekt erzeugen:

  • Beginnen Sie mit einer (kleinen!) Anekdote oder Geschichte.
  • Verzichten sie auf Selbstverständlichkeiten (Ich bin motiviert).
  • Wechseln Sie in die Meta-Ebene (Dies ist keine 0815-Bewerbung).

Neugier wecken:

  • Nutzen Sie außergewöhnliche Begriffe, gerne auch französische oder lateinische (Verve, Akribie, Expertise, Empathie).
  • Transportieren Sie Emotionen (Ich brenne für diesen Beruf).
  • Formulieren Sie aktiv und verwenden Sie lieber Verben als Adjektive

Mut haben:

  • Legen Sie keine falsche Bescheidenheit an den Tag.
  • Behaupten Sie ruhig, Sie seien der Beste.
  • Machen sie etwas ganz Anderes (als das, was wir Ihnen hier raten).

Einleitungssatz Bewerbung: Das sind gute Einstiege

Den einen perfekten Einleitungssatz gibt es natürlich nicht. Es kommt stets auf die Rahmenbedingungen an: auf die Stelle, Branche, Arbeitgeber usw.

Dafür gibt es unzählige gute Einstiege. Sie müssen sie nur finden und formulieren. Tipp: Suchen Sie aktiv nach Anknüpfungspunkten, die darüber hinausgehen, dass Sie die Stellenanzeige gelesen haben. Das kann ein vorheriges Telefonat mit einem Unternehmensvertreter oder auch ein Kollege sein, der Ihnen eine Bewerbung empfohlen hat. Beziehen Sie sich im Anschreiben darauf!

Und Sie sollten auch gute Gründe vorbringen, warum das Unternehmen ausgerechnet Sie einstellen sollte. Vergessen Sie nicht: Das Unternehmen will einen Nutzen aus Ihnen ziehen. Klingt brutal, ist aber so.

Einen unmittelbaren Nutzen könnte es zum Beispiel aus Ihrem Fachwissen ziehen, das Sie an der Uni erworben haben. Oder aus der Erfahrung, die Sie aus einem früheren Job mitbringen. Oder auch aus ganz anderen Facetten Ihres Lebenslaufs.

Das sind Beispiele für gute Einleitungssätze…

  1. Bezugnahme

    Ein guter Einleitungssatz Bewerbung, in dem Sie sich auf eine persönliche Begegnung beziehen, könnte so lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    es hat mich sehr gefreut, Sie auf der Fachmesse XY Anfang Oktober in Hamburg kennengelernt zu haben. Der Auftritt des Unternehmens und die Gespräche mit Ihnen haben mich in meinem Wunsch bestärkt, eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Ihnen absolvieren zu wollen…

  2. Begeisterung

    Wer für ein Thema brennt, könnte mit so einem Einleitungssatz Bewerbung starten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    dass der Straßenverkehr vor ganz neuen Herausforderungen und Entwicklungen steht, ahnt jeder, der täglich die Nachrichten liest. Vor allem die Elektromobilität könnte unsere Gesellschaft komplett umkrempeln – zum Guten. Daran möchte ich beteiligt sein. Ich verfolge die Entwicklung schon seit Jahren und habe mein Studium mit der Masterarbeit über einen Vergleich der Strategien zur E-Mobilität deutscher Automobilkonzerne abgeschlossen.

  3. Identifikation

    Bewerber können auch indirekt einen Bezug zum Unternehmen herstellen und Identifikation ausdrücken. Zum Beispiel so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    sie ahnen es vermutlich nicht, aber schon seit Jahren ist Ihr Unternehmen ein Teil meines Lebens. Ich wohne nur wenige Kilometer von Ihrer Zentrale entfernt, seitdem ich für das Studium der Ingenieurwissenschaften hergezogen bin. Ich sehe Ihre Mitarbeiter, wie Sie morgens zur Arbeit fahren. Schon von Weitem kann ich das Logo erkennen, wenn ich nach Hause komme. Und ich höre in der Stadt immer wieder Geschichten über Sie – zumeist gute. Ich wünsche mir, dass Sie nicht länger nur ein Teil meines Lebens sind, sondern ich als Wirtschaftsingenieur auch ein Teil Ihres Unternehmens sein kann.

  4. Originalität

    Eine Bewerbung, die schon seit geraumer Zeit durchs Internet geistert, startet wie folgt. Es ist zwar nicht ganz klar, ob es die Bewerbung wirklich gegeben hat. Für einen Aha-Effekt würde sie aber wohl bei jedem Personaler sorgen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „Hiermit bewerbe ich mich…“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Meine Mama sagt immer: „Kind, geh schaffe und bring Kohle bei..!“ Aber Sie wissen ja bestimmt, wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich…

  5. Eignung

    Warum wären Sie eine gute Besetzung für die Stelle? In diesem Fall wird das von Anfang an klar:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    seit einem mehrmonatigen Praktikum in Lille spreche ich fließend Französisch. Netflix-Serien schaue ich grundsätzlich nur auf Englisch. In meiner Freizeit lerne ich Spanisch und mache dabei große Fortschritte. Das kleine Latinum habe ich seit meiner Schulzeit. Für die Zukunft habe ich mir fest vorgenommen, Mandarin zu lernen. Mit anderen Worten: Ich bin der perfekte Kandidat für eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.

  6. Telefonat

    Dies wäre zwei ganz simple, aber empfehlenswerte Einstiege, um sich auf ein vorangegangenes Telefonat zu beziehen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    unser aufschlussreiches und freundliches Telefonat hat mein Interesse bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich Sie ebenfalls von mir überzeugen kann. Darum sende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen.

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich bedanke mich recht herzlich, dass Sie sich die Zeit für ein Telefonat mit mir genommen haben. Es hat mich sehr gefreut, mehr über Ihr Unternehmen zu erfahren. Wie besprochen sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen.

  7. Verbindung

    Wenn der Bewerber eine Verbindung zum Arbeitgeber hat, die über das Normalmaß hinausgeht, könnte das die entscheidenden Pluspunkte bringen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mit ungefähr zweieinhalb Jahren habe ich meinen ersten Bahlsen-Keks in den Mund gesteckt und war ganz überwältigt. Auch heute will ich die Kekse noch essen. Aber noch lieber würde ich sie verkaufen. Die nötige Expertise hat mir mein fünfjähriges BWL-Studium verschafft, in dem ich mich auf Marketing spezialisiert und mit dem Master abgeschossen hatte.

  8. Motivation

    Wie zeigt man, dass man brennt für den Job? Dieser Einleitungssatz Bewerbung wäre eine Möglichkeit:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    fünf Jahre lang habe ich in der Uni gelernt und mein betriebswirtschaftliches Wissen immer weiter vertieft. Jetzt möchte ich es endlich in die Praxis überführen. Ich brenne darauf, meine Leidenschaft für einen international agierenden Konzern wie Ihren in die Waagschale zu werfen…

  9. Kompatibilität

    Nicht jeder Bewerber passt perfekt zum Unternehmen. In diesem Fall ist das anders:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    auch Ihr Unternehmen sucht attraktive Auslandsmärkte, um zu wachsen. Erst vor Kurzem hat Ihr Unternehmen eine Zweigstelle in Hanoi eröffnet, wie der Presse zu entnehmen war. Meine Eltern sind beide Vietnamesen, ich selbst bin in Berlin geboren und aufgewachsen. Ich spreche sowohl deutsch als auch vietnamesisch fließend und bin in beiden Kulturen zuhause. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit meinen Sprachkenntnissen und meinem interkulturellen Know-how sehr gut in Ihr Team passen würde…

  10. Wertekompass

    Die Ziele und Werte eines Bewerbers sind für Arbeitgeber von großem Interesse. Sie lassen Rückschlüsse auf den Cultural Fit zu. In diesem Fall ist er positiv:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ja, es stimmt: Ich bin ein kleiner Weltverbesserer. Ich engagiere mich seit meiner Jugend aktiv für den Umweltschutz und habe aus diesen Gründen Umweltingenieurwesen studiert. Auch in meinem Job möchte ich in dieser Hinsicht Sinnvolles bewirken – am liebsten als Umweltingenieur in Ihrem Unternehmen.

  11. Selbstbewusstsein

    Wer ohnehin gute Karten auf dem Arbeitsmarkt hat, darf noch eine Spur selbstbewusster auftreten. Wenn er oder sie dann noch eine Prise Humor beimischt, kommt so etwas dabei heraus:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich habe eine schlechte Nachricht für Sie: Gute Entwickler sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Rarität. Ich habe aber auch eine gute Nachricht für Sie: Ich bin ein guter Entwickler. Und ich würde sehr gerne für Sie arbeiten, da mir vor allem die Ausrichtung und Ziele Ihres Unternehmens gefallen.

  12. Herausforderung

    Ich suche eine neue Herausforderung. Gibt es einen Satz, der noch abgegriffener ist? Vermutlich nicht. Das Gleiche anders sagen könnte man so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    nach genau zehn Jahren professioneller Tätigkeit im Bereich XY möchte ich meinen beruflichen Schwerpunkt neu setzen. Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de hat mein Interesse geweckt. Es ist genau die Tätigkeit, die ich anstrebe. Ich bin überzeugt, in dieser Rolle meine große Expertise gewinnbringend für Ihr Unternehmen einsetzen zu können.

  13. Stellenanzeige

    Einen Bezug zur Stellenanzeige könnte man so herstellen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    in Ihrer Stellenanzeige auf karrieresprung.de steht, dass Sie einen zuverlässigen, belastbaren und kommunikativen Mitarbeiter suchen, der für die Aufgabe brennt. Darin habe ich mich auf Anhieb wiedergefunden! Außerdem verfüge ich über breites Wissen und Erfahrung in…

  14. Praktikum

    Ehemalige Praktikanten bilden ein Talentepool, aus dem sich immer mehr Unternehmen bedienen. So könnte der Einleitungssatz Bewerbung eines Ex-Praktikanten lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mein Praktikum in Ihrem Unternehmen war leider viel zu kurz. In den drei Monaten habe ich mein Wissen über XY vertieft, spannende Projekte umgesetzt und mir auch schon ein kleines Netzwerk aufgebaut. Ihre offene Unternehmenskultur hat mir von Anfang an imponiert. Da ich mich auch mit den Produkten und Zielen Ihres Unternehmens voll identifizieren kann, würde ich sehr gerne weiter für Sie arbeiten.

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DIN 5008: Alle Tipps für die normgerechte Bewerbung

Eine Bewerbung nach DIN 5008 – ist sie wirklich notwendig? Klare Antwort: Nein, notwendig ist sie nicht. Aber sie zeugt von Sachverstand und großer Sorgfalt. Und davon können Arbeitgeber nie genug haben. Der wohl größte Vorteil der Bewerbung nach DIN 5008 besteht aber darin, dass sie Orientierung bietet. Bewerber müssen sich um Seitenränder oder Abstände nicht länger den Kopf zermartern, sondern können sich einfach an die Norm-Vorgaben halten.

DIN 5008: Was ist das?

Bei DIN handelt es sich generell um eine Norm, die vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet wurde. Die einzelnen Normen dienen der Vereinheitlichung, sollen die Kooperation vereinfachen, auch der Wirtschaft zugute kommen. Es handelt sich aber wohlgemerkt um freiwillige Standards.

Besonders bekannt ist die Papiernorm DIN A4. DIN 5008 wiederum ist ein Standard für das Erstellen von Geschäftsbriefen. Er legt fest, wie zum Beispiel Seitenränder, Leerzeichen, Absätze, Hervorhebungen formatiert sein sollen. Auch das Bewerbungsschreiben lässt sich in die Kategorie Geschäftsbrief einsortieren. Darum ist es nicht verkehrt, wenn Bewerber ihr Anschreiben nach DIN 5008 ausrichten.

Dies hat es den Vorteil, dass man klare Orientierungspunkte hat. Niemand muss sich den Kopf über Schriftgrößen und Seitenränder zerbrechen. Ein Blick in die DIN 5008-Vorgaben genügt. Außerdem kann es der Übersichtlichkeit dienen. Und Übersicht ist ein großes Plus für jede Bewerbung.

Für Bewerber ist die Anwendung von DIN 5008 aber Ermessenssache und völlig freiwillig. Es gibt wohl kaum einen Personalchef im Lande, der großen Wert darauf legt, dass Bewerber diese Norm tatsächlich einhalten.

Vor allem in Berufen, in denen Sorgfalt und Genauigkeit gefragt sind, kann sich DIN 5008 als Bewerbungsvorlage anbieten. Dazu zählen etwa kaufmännische und juristische Berufe. Immerhin ist Ihre Bewerbung so etwas wie eine erste Arbeitsprobe. Und wenn Sie sich an die Normen halten, dann signalisieren Sie überdies Sachverstand. Das kann Ihnen zugute kommen.

Auf folgende Aspekte sollten Sie achten…

DIN 5008: In Überarbeitung

DIN 5008: Was ist neu?Im April 2011 wurde die neue Norm DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) veröffentlicht. In diese Norm integriert wurde die alte Norm DIN 676 (Geschäftsbrief). Beide Normen wurden damit zu einem Gesamtwerk zusammengefasst.

Momentan befindet sich DIN 5008 erneut in Bearbeitung. Für 2019 ist eine Neuausgabe geplant.

Schriftart

Wenn Sie sich im Rahmen von DIN 5008 bewegen wollen, dürfen Sie die Schriftart frei wählen. Eine bestimmte Typo gibt die Norm nicht vor. Die meisten Bewerber entscheiden sich für Arial oder Times New Roman. Damit können Sie im Grunde nichts falsch machen.

Von der breiten Masse abheben können Sie sich damit allerdings ebensowenig. Ziehen Sie also ruhig einmal Schriftarten wie Helvetica oder Georgia in Erwägung. Letztlich kommt es aber auf Ihre persönlichen Präferenzen an.

Und verwenden Sie für gedruckte Schreiben und lange Fließtexte sogenannte Serifenschriften. Diese verbinden die Buchstaben dezent miteinander und verbessern so die Lesbarkeit. Empfehlenswerte Serifenschriften sind:

  • Times
  • Book Antiqua
  • Cambria
  • Courier
  • Georgia
  • Times New Roman

Für kurze Überschriften eignen sich hingegen serifenlose Schriftarten. Sie werden auch als Groteske Schriften bezeichnet. Zu den beliebtesten serifenlosen Schriften zählen:

  • Arial
  • Helvetica
  • Calibri
  • Tahoma
  • Trebuchet
  • Verdana

Die vielleicht wichtigste Regel lautet: In Ihren gesamten Bewerbungsunterlagen verwenden Sie nach Möglichkeit stets dieselbe Schriftart, aber keinesfalls mehr als zwei. Und schwarz auf weiß sollte die Schrift ebenfalls sein.

Das macht Ihre Bewerbung einheitlich und übersichtlich – Personaler lieben das. Wenn Sie mehrere Schriftarten nutzen, bringt dies ein gewisses Chaos in das Erscheinungsbild. Ihre Bewerbung nimmt die Form eines Papageis an, der nicht nur bunt aussieht, sondern auch wirres Zeug von sich gibt.

Das ist aber nicht der Eindruck, den Sie vermitteln wollen. Ihre Bewerbung soll stringent, durchdacht und klar sein.

Schriftgröße

Die Schriftgröße beträgt bei der DIN 5008-Bewerbung 12 Punkt. Diese Größe ist sehr gut lesbar – in fast allen Schriftarten. Hat Ihr Anschreiben sehr viel Text, können Sie die Schriftgröße auf 11 Punkt verkleinern. So passt alles möglicherweise noch auf eine Seite.

Achtung: Nicht jede Schriftart ist bei 12 Punkt gleich groß. Hier kommt es auf den vorhandenen Platz und Ihren Geschmack an. Sie dürfen also ruhig ein wenig experimentieren – sofern Sie sich am Ende für eine einzige Typo entscheiden.

Bedenken Sie aber: Nicht jeder Personaler ist mit Adleraugen gesegnet. Die meisten sind dankbar, wenn sie nicht bis auf wenige Millimeter an den Monitor heranrücken müssen, um die Schrift zu entziffern. Eine kleine Schrift wirkt zudem penibel und im wahrsten Sinne des Wortes kleinlich – so ähnlich wie die AGB in Verträgen.

Eine zu große Schrift wiederum wirkt kindisch. Bleiben Sie als nach Möglichkeit bei 12 Punkt.

Seitenränder

Ein typisch hochformatiger DIN A4-Brief weist diese Maße und Breiten auf:

  • Seitenrand links: 2,5 Zentimeter
  • Seitenrand rechts: 2 Zentimeter (mindestens 1,5 Zentimeter)
  • Seitenrand oben: 4,5 Zentimeter (ohne Kopfzeile)
  • Seitenrand unten: 2,5 Zentimeter

Dahinter steckt der Grundgedanke, dass das Anschreiben auf eine Seite passen soll. Haut das nicht hin, dürfen Sie die Seitenränder auch ein wenig verkleinern.

Als Mindestmaße aber gelten:

  • Seitenrand rechts und links: mindestens 1 Zentimeter
  • Seitenrand oben und unten: mindestens 0,5 Zentimeter

Wenn Sie Ihr Anschreiben mit Microsoft Word erstellen, dann gehen Sie unter Format in die Rubrik Dokumente. Dort können Sie die Seitenränder wie gewünscht einstellen.

Absender

In die Kopfzeile kommen die Kontaktdaten des Bewerbers. Die Kopfzeile ist der Platz innerhalb der ersten 4,5 Zentimeter auf der Seite. In MS Word gelangen Sie durch einen Doppelklick auf den Anfang des Dokuments in die Kopfzeile. Alternativ gehen Sie im Menü auf Ansicht und dann auf Kopf- und Fußzeile.

Ihre Kontaktdaten sollten stets ganz vorne platziert sein. So findet sie der Empfänger bei Bedarf sehr schnell – und kann Sie bei Interesse leicht kontaktieren. Zu den persönlichen Daten, die Sie zwingend aufnehmen, zählen:

  • Vollständiger Name
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Wohnort
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse

Diese Angaben trennen Sie durch einen Absatz und schreiben sie rechtsbündig und untereinander. Experimentierfreudige können sie auch in der Mitte zentrieren oder sie in Blöcken anordnen.

Empfänger

Normgemäß steht die Anschrift oben links. Zulässig ist es aber auch, sie rechtsbündig oder zentriert zu platzieren.

Insgesamt umfasst das Anschriftenfeld neun Zeilen. Es ist 8,5 Zentimeter breit. Diese Maße erklären sich aufgrund der standardisierten Sichtfenster in DIN C4-Briefumschlägen. Die kennen Sie vielleicht auch als C4-Versandtaschen. Wenn Sie das Anschreiben oben lose auf die Bewerbungsunterlagen legen, dann befindet sich die Anschrift des Empfängers exakt im sichtbaren Bereich.

Vollständig ausfüllen müssen Sie diese neun freien Zeilen aber nicht. In Geschäftsbriefen finden hier zusätzliche Vermerke Platz wie etwa „Einschreiben“.

Unter normalen Umständen benötigen Sie maximal vier Zeilen. Darum beginnen Sie am besten erst nach der dritten Leerzeile mit dem Inhalt. So entsteht genügend Freiraum zur Kopfzeile mit den persönlichen Daten. Das sieht besser aus.

In die erste Zeile der Anschrift kommt der vollständige Firmenname des Unternehmens. Den können Sie auch fetten. Rechtsform nicht vergessen (GmbH, AG, KG, SE etc.). Hier gilt oberste Sorgfalt als Leitmotiv. Wer schon den Namen des Unternehmens falsch schreibt, sollte sich keine allzu große Chancen ausrechnen. Es sei denn, der Personaler übersieht den peinlichen Fauxpas.

In die zweite Zeile gehört der Name Ihres Ansprechpartners im Unternehmen – sofern er Ihnen bekannt ist. Bitte unbedingt Vor- und Nachnamen nennen. In der Regel finden Sie den Ansprechpartner in der jeweiligen Stellenanzeige. Das z.H. (zu Händen), was früher gerne genutzt wurde, können Sie weglassen. Ist Ihnen der Name nicht bekannt, können Sie auch Personalabteilung schreiben.

Die dritte und vierte Zeile füllen Sie mit der Postanschrift bzw. der Adresse des Empfängers aus. Diese besteht aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.

Jetzt folgen zwei Leerzeilen. Zum Schluss kommen in den Briefkopf noch das Datum und der Ort. Diese Angaben platzieren Sie rechtsbündig unter dem Adressfeld.

Zeilenabstand

DIN 5008 empfiehlt einen Zeilenabstand von 1. Ein Zeilenabstand von 1,5 ist allerdings besser lesbar. Bewegen Sie sich am besten innerhalb dieses Rahmens zwischen 1 und 1,5.

Tipp: Richten Sie Ihre Formatvorlage so ein, dass keine Leerräume verwendet werden. Andernfalls würde nach Ihrer Textzeile automatisch eine Zwischenzeile. Das verfälscht die Abstände.

Betreffzeile

Die Bezeichnungen Betreff oder die Abkürzung Betr. sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Sie sollten sie daher weglassen. Die Betreffzeile an sich gibt es aber immer noch. Sie umfasst – wie der Name schon sagt – nur eine Zeile und fasst den Inhalt ganz grob zusammen.

Beispiel:
Bewerbung als Key Account Manager, Kennziffer 9876/543

Diese DIN-Regeln gelten für die Betreffzeile:

  • Zwei Zeilen unter dem Datum beginnt der Betreff.
  • Mindestens zwei Leerzeilen kommen nach der Betreffzeile.
  • Die Betreffzeile kann in Fettschrift geschrieben sein. Ein Muss ist das aber nicht.
  • Sie kann mithilfe einer größeren Schrift (13 bis 14 Punkt) hervorgehoben werden.
  • An den Ende der Betreffzeile setzt man keinen Punkt – und erst recht kein Ausrufezeichen.

Anrede

Diese Regeln gelten für die Anrede:

  • Exakt zwei Leerzeilen liegen zwischen der Betreffzeile und der Anrede.
  • Die neutrale Anrede heißt Sehr geehrte Damen und Herren, (Komma nicht vergessen).

Allerdings wäre es besser, Sie würden den Empfänger persönlich anschreiben. Also etwa so: Sehr geehrte Frau Brockmüller oder Sehr geehrter Herr Stecker. Das ist zum Einen persönlicher und zum Zweiten erkennt der Empfänger, dass dieses Anschreiben speziell und individuell für ihn verfasst wurde.

Den Text des Anschreibens teilen sie am besten in Absätze auf. Textwüsten sind für den Leser schwer verdaulich und schrecken ab. Faustregel: Alle fünf bis acht Zeilen fügen Sie einen Absatz mitsamt einer Leerzeile ein.

Grußformel

Für welche Grußformel Sie sich am Ende entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Beispiele sind Mit freundlichen Grüßen, Beste Grüße, Viele Grüße oder Herzliche Grüße. Sehen Sie nur von allzu lockeren Formulierungen (Sonnige Grüße) und von Abkürzungen ab (MfG).

Wenn Sie sich an DIN 5008 halten wollen, dann beachten Sie aber:

  • Zwischen dem Fließtext im Anschreiben und der Grußformel liegt genau eine Leerzeile.
  • Zwischen der Grußformel und Ihrer Unterschrift liegen genau drei Zeilen – das ist der Platz für Ihre Unterschrift.
  • Danach erwähnen Sie etwaige Anlagen. Nach dem Wort Anlage(n) setzen Sie keinen Doppelpunkt.

Der Vorteil ist: Viele Textverarbeitungsprogramme orientieren sich bei den Standard-Briefvorlagen an der DIN 5008-Norm. Das kann Ihnen helfen, Zeit und Aufwand zu sparen.

Sie dürfen es also gerne mit der DIN 5008-Formatierung probieren. Und auch wenn sie Ihnen zu starr und kleinkariert erscheint: Ihrer Kreativität können Sie im Anschreiben noch immer freien Lauf lassen. Die Norm sorgt lediglich dafür, dass die Übersicht stimmt.

Nummerierung

Müssen die Seiten im Anschreiben nummeriert werden? Unsere Antwort lautet: nein. Dafür besteht keine Notwendigkeit.

Zumal das Anschreiben eine Seite gar nicht übersteigen soll. Mehr als vier Seiten, die Sie insgesamt nummerieren könnten, gibt es ohnehin nur selten – wenn man davon ausgeht, dass das Anschreiben eine, der Lebenslauf zwei und das (optionale) Deckblatt noch eine Seite umfasst.

Wenn Sie aber die Seitenzahlen einfügen wollen, dann platzieren Sie sie rechtsbündig in die Fußzeile des Dokuments. Und schreiben Sie sie in derselben Schrift wie den restlichen Text.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

Europass: Wie er Ihnen bei der Bewerbung hilft

europass bewerbung ausland

Der Europass soll Jobsuchenden Hilfestellung geben – in ganz Europa. Bewerber, die sich länderübergreifend um eine Stelle bemühen, können ihre Qualifikationen besser vermitteln. Auch Unternehmen haben Vorteile, können sie Kandidaten damit besser vergleichen. Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Manche lassen sich ganz bequem am Rechner erstellen, für andere muss man Arbeitgeber und Schulen kontaktieren. So bekommen Sie alles, was Sie brauchen…

Europass: Was ist das?

Politisch driftet Europa eher auseinander. Doch dass die europäischen Arbeitsmärkte weiter zusammenwachsen, lässt sich noch guten Gewissens behaupten. Ein Deutscher, der sich in Spanien bewirbt oder ein Italiener, der in Frankreich arbeiten will – das sind längst Selbstverständlichkeiten.

Der Europass soll den Europäern dabei unter die Arme greifen. Er soll ihnen helfen, sich auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu präsentieren – und eine Stelle im europäischen Ausland zu ergattern.

Für die Unternehmen bietet der Europass ebenfalls Vorteile: Sie können Bewerber besser miteinander vergleichen, ihre Kompetenzen bequemer gegenüberstellen. Immerhin unterscheiden sich die formalen Rahmenbedingungen von Land zu Land. Der Europass gleicht das Spielfeld gewissermaßen an. Er ist übrigens auch ein Mittel, um Diskriminierungshürden abzubauen.

Den Europass können Interessierte schon seit 2004 kostenlos erstellen. Er ist mittlerweile in 27 Sprachen verfügbar. Die erste Anlaufstelle für alle Interessenten ist das Nationale Europass-Zentrum im jeweiligen Heimatland. Davon gibt es insgesamt 38 in ganz Europa.

Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Belgien verfügt sogar über drei nationale Europass-Zentren, um die drei Sprachgemeinden zu versorgen: die flämische, französische und deutschsprachige.

Zielgruppen des Europasses sind:

  • Arbeitsuchende
  • Schüler und Studenten
  • Arbeitgeber
  • Lehrer und Ausbilder
  • Hochschulen

Der Europass ist wohlgemerkt freiwillig. Kein Bewerber ist gezwungen, ihn vorzulegen. Auch sind die Europass-Dokumente nicht rechtsverbindlich. Bewerber müssen also auch weiterhin im Rahmen Ihrer Bewerbung Originalzeugnisse und Zertifikate vorlegen.

NEC: Bei Fragen hier melden!

Europass: Bei Fragen hier melden!Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Interessenten können sich telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Das sind die Kontaktdaten:

  • Telefon: +49 (0)228 107-1645, -1672, -1539
  • E-Mail: europass[at]bibb(dot)de
  • Postadresse:
    Nationales Europass Center (NEC) in der
    Nationalen Agentur Bildung für Europa
    beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)
    Robert-Schuman-Platz 3
    53175 Bonn

Europass: Daraus besteht er

Der Europass besteht insgesamt auf fünf einzelnen Dokumenten. Den Europass-Lebenslauf und Sprachenpass können Sie selbst am Rechner erstellen. Europass-Mobilität, Zeugniserläuterungen und Diplomzusatz werden von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgestellt.

Diese fünf Dokumente gibt es:

  1. Europass Lebenslauf

    Der Europass-Lebenslauf soll Ihre Qualifikationen und Kompetenzen „europaweit transparent und verständlich darstellen“. Er soll Ihnen die Bewerbung im europäischen Ausland erleichtern. Diese Kategorien können Sie ausfüllen:

    • Angaben zur Person
    • Art der Bewerbung
    • Berufserfahrung
    • Schul- und Berufsbildung
    • Persönliche Fähigkeiten
    • Muttersprache(n)
    • Fremdsprache(n)
    • Kommunikative Fähigkeiten
    • Organisations- und Führungstalent
    • Berufliche Fähigkeiten
    • Digitale Fähigkeiten

    Auch Bewerbungsfoto, sonstige Fähigkeiten, Führerschein, zusätzliche Informationen und Anlagen können Sie angeben oder hochladen.

  2. Europass Sprachenpass

    Der Sprachenpass gibt Arbeitgebern Auskunft über Ihre Sprachkenntnisse. Sie bewerten Ihr Sprachverständnis wohlgemerkt selbst – in den Kategorien Verstehen, Sprechen und Schreiben. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit. Sprachschwindler werden im Vorstellungsgespräch oder Arbeitsalltag schnell enttarnt. Auch bringt es Ihnen selbst nichts, wenn Sie sich mit fließenden Französischkenntnissen in Frankreich bewerben, aber mit Ihren Kollegen kaum kommunizieren können.

    Sie können Muttersprache(n) und Fremdsprachen wählen und sich dabei in sechs Kategorien (PDF) einstufen:

    • A1: Elementares Sprachverständnis. Sie verfügen über Grundkenntnisse. Einzelne Wörter und ganz einfache Sätze können Sie verstehen und sich auf einfach Art verständigen.
    • A2: Elementares Sprachverständnis. Sie können einfache Sätze verstehen, kurze Texte lesen und sich in einfachen Situationen verständigen.
    • B1: Selbstständige Sprachverwendung. Sie können Gespräche über Themen führen, die Ihnen bekannt sind, sich zusammenhängend äußern, Ihre Meinung kundtun und die meisten Situationen bewältigen.
    • B2: Selbstständige Sprachverwendung. Sie verstehen auch längere Redebeiträge und Vorträge. Aktuelle Artikel und Berichte können Sie lesen, ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler führen sowie klare und detaillierte Texte über Themen schreiben, die Sie interessieren.
    • C1: Kompetente Sprachverwendung. Sie können längeren Redebeiträgen folgen, auch wenn sie nicht klar strukturiert sind. Lange, komplexe Sachtexte verstehen Sie und Sie drücken sich spontan und fließend aus. Sie können komplexe Sachverhalte ausführlich darstellen und sich schriftlich klar und gut und strukturiert ausdrücken.
    • C2: Kompetente Sprachverwendung. Sie haben keinerlei Schwierigkeiten, gesprochene Sprache zu verstehen und können jede Art von geschriebenen Texten mühelos lesen. An Gesprächen und Diskussionen beteiligen Sie sich mühelos, stellen Sachverhalte klar und flüssig und angemessen dar und verfassen anspruchsvolle Artikel und Berichte.
  3. Europass Mobilität

    Der Europass-Mobilität umschreibt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die man während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben hat. Zum Beispiel bei einem

    • Praktikum
    • Studiensemester (Erasmus)
    • Freiwilligenarbeit in einer gemeinnützigen Einrichtung

    Den Mobilitätspass füllen Sie nicht selbst aus, sondern zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und die zweite im Gastland. Dabei kann es sich um Schulen, Hochschulen, andere Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen handeln. Sie bitten praktischerweise die jeweilige Organisation, sich an das zuständige Nationale Europass-Zentrum zu wenden.

  4. Europass Zeugniserläuterung

    Das Dokument beschreibt die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auf einem beruflichen Abschlusszeugnis aufgeführt sind. Die Zeugniserläuterungen ergänzen die Original-Zeugnisse und sollen den Arbeitgebern helfen, ihren Inhalt besser zu verstehen. Erhalten kann es jeder, der über ein berufliches Abschlusszeugnis verfügt. Dazu zählen Abschlüsse einer Berufsausbildung, dualen Ausbildung oder auch einer Weiterbildung. Die Zeugniserläuterungen sind kein Ersatz für das Originalzeugnis und garantieren keine automatische Anerkennung.

  5. Diplomzusatz (Diploma Supplement)

    Das Diploma Supplement beschreibt Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Hochschulabsolventen erworben haben. Es ergänzt die Original-Hochschulzeugnisse und hilft Arbeitgebern im europäischen Ausland, die Angaben besser zu verstehen. Alle Hochschulabsolventen können einen Diplomzusatz beantragen – und zwar bei der Hochschule, die auch das Original-Abschlusszeugnis ausgestellt hat. Auch für das Diploma Supplement gilt: Es ist kein Ersatz für das Original-Zeugnis und garantiert keine Anerkennung des Zeugnisses im Ausland.

Europass Bewerbung: Das ist neu

Sie können Ihren Europass auf der Homepage des European Centre for the Development of Vocational Training (CEDEFOP) kostenlos erstellen und abspeichern. Der Lebenslauf ist der wohl wichtigste Teil einer Bewerbung. Arbeitgeber können anhand der Lebensläufe Fakten und Kompetenzen vergleichen, daher kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu.

Sie können den Lebenslauf auch unabhängig vom Sprachenpass oder Diploma Supplement für Ihre eigenen Bewerbungen nutzen. Die Vorlage auf der Homepage ist vergleichsweise leicht auszufüllen, die Menüs sind recht übersichtlich. Über die Vorschau können Sie sich Ihren Lebenslauf vorab ansehen und speichern. Sie können außerdem ein Bewerbungsfoto hinzufügen, sonstige Fähigkeiten angeben und weitere Anhänge uploaden.

Seit August 2018 ist es möglich, ein Foto oder Anhänge zum Lebenslauf direkt aus Ihrem Cloud-Konto hochzuladen. Sie können Ihren Lebenslauf auch in der Cloud speichern und von Freunden oder Verwandten korrigieren lassen.

Weitere Neuerungen: Zusammen mit der Blindenstudienanstalt Thessaloniki hat man einen barrierefreien Lebenslauf-Editor entwickelt, mit dem nun auch Sehbehinderte ganz bequem einen Lebenslauf am Rechner erstellen können. Zudem wurde der Lebenslauf-Editor für Smartphones optimiert. Bewerbungen mit dem Handy bearbeiten oder absenden – das geht jetzt deutlich besser.

Einen Extra-Service gibt es für all jene, die sich in Großbritannien bewerben wollen. Wer seinen Europass-Lebenslauf online erstellt, kann ihn nun auch auf der Jobbörse CVLibrary hochladen und sich somit um mehr als 165.000 Stellen bewerben. Auch an das europäische Jobportal Eures, die Jobbörse Monster.de und das Karrierenetzwerk Xing ist die Plattform angebunden – was eine komfortable One-Klick-Bewerbung ermöglicht.

Grundsätzlich gilt: Der Europass erleichtert die Erstellung des Lebenslaufs. Bewerber sollten aber auch hier darauf achten, dass die Angaben zur angestrebten Stelle passen.

Europass: Welche Vorteile hat er?

Nein, für eine Bewerbung im Inland benötigen Sie ihn nicht. Auch ist der Europass keine Voraussetzung, um sich im Ausland bewerben zu können.

Aber er kann dort Überzeugungsarbeit leisten. Die Dokumente zeigen dem potenziellen Arbeitgeber von Portugal bis Polen, mit wem er es genau zu tun hat. Und sie signalisieren echten Willen, die Stelle wirklich haben zu wollen. Sonst hätte man sich als Bewerber die Mühe wohl kaum gemacht.

Zudem müssen Sie nicht alle fünf Dokumente organisieren, sondern können sich auf die beschränken, die Ihnen nützlich sind. Das kann im Einzelfall auch nur der Sprachenpass oder eine Zeugniserläuterung sein. Es kann aber auch passieren, dass einzelne Bestandteile sehr wohl obligatorisch sind. Wenn Sie sich zum Beispiel für ein Praktikum im Ausland bewerben, könnte der Arbeitgeber von Ihnen die Vorlage des Diploma Supplement und/oder der Zeugniserläuterungen verlangen.

Immerhin wurden nach Angaben der Europäischen Kommission europaweit schon 100 Millionen Europass-Lebensläufe erstellt. Das liegt vermutlich auch an der Einfachheit. So liegt der Lebenslauf im gut integrierbaren XML-Format vor und kann außerdem als PDF-Datei ausgegeben werden.

Das sind weitere Vorteile des Europasses:

  • Mann kann ihn relativ schnell und einfach erstellen.
  • Er ist international einheitlich.
  • Er bietet eine gute Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg.

Europass: Welche Nachteile hat er?

Fragen Sie mal Ihre Eltern, Nachbarn oder Freunde, ob Sie schon mal etwas vom Europass gehört haben? Vermutlich nicht. Vielleicht halten sie ihn sogar für eine Bahnfahrkarte.

Das verdeutlicht schon, dass sich der Europass bislang nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Er hat die länderspezifischen Bewerbungen keineswegs ersetzt. Von der europaweit einheitlichen Bewerbung sind wir genauso weit entfernt wie von einem vereinigten Europa.

Wer sich in Spanien bewerben möchte, beachtet die Anforderungen der spanischen Arbeitgeber – und bewirbt sich in der Regel auf spanisch. Bei einem alteingesessenen französischen Unternehmen klopft man besser nicht auf englisch an. Aber: Genau da kann der Europass natürlich helfen…

Der zweite große Nachteil: Der Europass würgt Kreativität ab. Er macht es Bewerben schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzuheben.

Das Prinzip kennen Bewerber von Online-Bewerbungsformularen. Sie ähneln mitunter einem Korsett. Es gibt ein Design, von dem nicht abgewichen werden kann. Außergewöhnliche, kreative oder mutige Bewerbungen sind so schwierig bis unmöglich. Die Individualität eines Bewerbers kommt oftmals zu kurz.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

E-Mail-Bewerbung: Infos, Tipps, Checkliste für Bewerber

e-mail-bewerbung so gelingt sie

Mit Papier können Deutschlands Recruiter nichts mehr anfangen. Die E-Mail-Bewerbung ist längst Standard. Auch für die Bewerber ist es sehr viel komfortabler, eine Mail mit den Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu bringen. Dennoch kann man bei der Online-Bewerbung eine ganze Menge falsch machen. Zum Beispiel das hier…

E-Mail-Bewerbung: Was ist das?

Die E-Mail-Bewerbung hat sich in Deutschlands Unternehmen längst etabliert. Das Internet ist der bevorzugte Kanal, die Papierbewerbung hat weitgehend ausgedient. Laut Bitkom-Umfrage aus dem Oktober 2018 ist die Bewerbungsmappe sogar „tot“. Demnach wollen nur noch drei Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe empfangen. 86 Prozent bevorzugen dagegen digitale Bewerbungsmaterialien.

Das deckt sich mit einer Monster-Studie, nach der sich nur fünf Prozent der Unternehmen in Zukunft Bewerbungsmappen aus Papier wünschen. Von den Bewerbern selbst wollen sogar nur 1,5 Prozent eine papierne Mappe zusammenstellen.

Bei der E-Mail-Bewerbung versendet man die Unterlagen auf elektronischem Weg. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – alles kommt in die Mail bzw. in ihren Anhang. Der Personaler muss nur in seinen E-Mail-Posteingang schauen und hat alle Fakten auf dem Tisch. Der Gang zur Post, Papierblätter, Briefmarken – alles überflüssig. Die E-Mail-Bewerbung ist für beide Seiten eine Erleichterung.

Aber: Vielleicht ist auch die E-Mail-Bewerbung nur eine Durchgangsstation. Laut Monster-Studie bevorzugen rund 30 Prozent der Unternehmen die Bewerbung per Mail, 74 Prozent wollen künftig auf Formulare setzen (Mehrfachnennungen waren möglich). Dabei stellt das Unternehmen auf seiner Webseite oder Karriereseite ein Bewerbungs-Formular zur Verfügung. Die Kandidaten können es am Rechner ausfüllen, werden von Dokument zu Dokument geleitet.

Das hat für den Bewerber den Vorteil, dass er oder sie nichts vergessen kann. Aber ein Online-Formular hat auch Nachteile. So kann man nur schwerlich Akzente setzen, nicht so kreativ sein wie in einer Mail.

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Unternehmen Bewerbungen über ein Online-Formular abwickelt, dann nutzen Sie es auch. Hat es keine, dann reichen Sie Ihre Bewerbung per E-Mail ein. Hier kommt alles, was Sie dazu wissen müssen…

E-Mail-Bewerbung: Das sind die Vorteile

Die E-Mail-Bewerbung bietet vor allem diese Vorteile:

  • Masse

    Der Bewerber kann im Vergleich zur Papiermappe mit weniger Aufwand mehr Bewerbungen versenden.

  • Speed

    Sie erreicht den Empfänger schneller. Man kann sie auch kurz vor Ablauf einer Bewerbungsfrist noch auf den Weg bringen.

  • Zeit

    Man kann sie bequem von zuhause am Rechner erstellen, versenden und sich den Gang zur Postfiliale sparen – eine große Zeitersparnis.

  • Kosten

    Die Mail-Bewerbung ist günstiger. Porto, Papier und Umschläge entfallen – Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

  • Umwelt

    Wo weniger Papier verbraucht wird, freuen sich Wald und Klima. Auch wenn auf der anderen Seite ein höherer Stromverbrauch steht, dürfte die E-Mail-Bewerbung umweltfreundlicher sein.

  • Übersicht

    Die Unternehmen profitieren von einer besseren Übersicht. Sie können alle Eingänge komfortabel sortieren, weiterleiten, archivieren. Nebenbei: Der Bewerber selbst hat ebenfalls eine bessere Übersicht über seine Bewerbungen. Er muss keine Strichlisten führen, auf denen er die einzelnen Unternehmen notiert, die er schon angeschrieben hat. Ein Blick in den Versendet-Ordner genügt.

E-Mail-Bewerbung: Das sind die Nachteile

Nichts auf dieser Welt ist nur gut oder nur schlecht. Das gilt auch für die E-Mail-Bewerbung. Sie hat diese Nachteile:

  • Nirvana

    Die Mail erreicht nicht immer den gewünschten Empfänger. Das ist speziell bei Initiativbewerbungen ein Problem. In dem Fall existiert keine Stellenanzeige, in der die E-Mail-Adresse des Personalverantwortlichen explizit genannt wird. Wenn man also die Bewerbung an ein anonymes Info-Postfach verschickt, könnte sie im digitalen Nirgendwo landen. In so einem Fall sollte man vorab Namen und Adresse des richtigen Ansprechpartners ermitteln – durch einen Anruf im Unternehmen zum Beispiel. Aber der verursacht wiederum Aufwand und der geringe Aufwand war doch eigentlich ein Vorteil der E-Mail-Bewerbung…

  • Schlampereien

    Sie verleitet zur Nachlässigkeit. Eine E-Mail ist flugs formuliert. Man tippt schnell drauflos, so wie bei Whatsapp oder Facebook. Die Anfälligkeit für Flüchtigkeitsfehler und Buchstabendreher steigt. Vorteil wiederum: Ein Fehler lässt sich digital sehr viel leichter wieder ausbügeln als auf Papier. Bye bye Tipp-Ex!

  • Unsicherheit

    Einen formellen Brief beginnt man mit Sehr geehrte/r Frau/Herr… – das weiß jeder. Aber wie ist das bei einer Mail? Hallo oder Servus oder Lieber Herr? Bei der Anrede fängt die Unsicherheit schon an. Einheitliche Standards gibt es nicht. Und dann das Bewerbungsanschreiben. Platziere ich es direkt im E-Mail-Textfeld oder hänge ich es an? Wo kommen die Anlagen hin? Und welche nehme ich überhaupt? Wie groß dürfen sie sein? Sie sehen: Bei einer Mail-Bewerbung können Fragen aufkommen. Darum haben wir weitere Tipps für Sie…

6 Tipps für die E-Mail-Bewerbung

  1. Betreff

    Die Betreffzeile ist die Einleitung Ihrer Bewerbung. Bitte nicht unterschätzen! Wenn Sie die Betreffzeile falsch füllen, können Sie das Pech haben, ungelesen im Spam-Ordner zu versanden. Bringen Sie unbedingt das Wort Bewerbung in der Betreffzeile unter – mindestens. Am besten formulieren Sie noch präziser: Bewerbung als Key Account Manager. Der ausgeschriebene Job und eine etwaige Kennziffer gehören nach Möglichkeit ebenfalls hinein. Die Kennziffer finden Sie in der Stellenanzeige. Machen Sie es dem Empfänger so leicht wie möglich.

  2. Sprache

    Es ist zwar „nur“ eine E-Mail, aber bleiben Sie trotzdem sachlich. Keine Whatsapp-Sprache, keine Emojis, keine allzu lockeren Sprüche! Eine Bewerbung sollte formell sein: Anrede, Grußformel, Name, Signatur usw. Sicher: In kreativen Branchen könnte auch eine unorthodoxe Bewerbung ziehen. Aber das ist die Ausnahme. Und verzichten Sie auf Reizworte, die der Provider womöglich als Spam einordnet. Dazu zählen Billig oder Angebot, Rechnung oder auch die Kombination Speziell für Sie. Aber wir gehen mal davon aus, dass Sie diese Vokabeln ohnehin nicht eingesetzt hätten…

  3. Anschreiben

    Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kopieren Ihr Anschreiben direkt in die E-Mail oder Sie schicken es im Anhang mit. Ersteres hat den Vorteil, dass der Personaler Ihre Mail öffnet und sofort Ihr Anschreiben durchliest. Sie können mit dem Anschreiben also Akzente setzen. In den Bewerbungsunterlagen dagegen wird ein Anschreiben gerne mal links liegen gelassen. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Wenn Sie nämlich das Anschreiben zu den anderen Anlagen in den Anhang verfrachten, dann müssen Sie noch einen kleinen E-Mail-Text zusätzlich formulieren. Das ist Extra-Aufwand! Dennoch dürfen Sie sich gerne für diese Variante entscheiden, wenn sie Ihnen eleganter erscheint.

  4. Anhang

    Ihre Anlagen packen Sie in ein einziges PDF (dazu gleich noch ein paar Tipps). Mehr als 5 Megabyte sollte das PDF aber nicht umfassen. Das kann bei umfangreichen Bewerbungsunterlagen durchaus schwierig werden. Auch auf ZIP-Dateien sollten Sie verzichten – die kann nicht jeder öffnen. Als Anhänge bieten sich hauptsächlich die Formate PDF und DOC an. Dieser Hinweis gilt auch für Apple-Aficionados, die mit Pages-Dokumenten arbeiten. Nicht jeder Personaler hat einen Mac auf dem Schreibtisch. Bevor Sie Ihre Bewerbungs-Mail abschicken, vergewissern Sie sich, dass der Anhang auch wirklich hochgeladen wurde. Es passiert schon mal, dass ein Rechner den Befehl nicht korrekt ausführt. Oder dass man den Anhang schlicht vergisst. Man könnte Ihnen dann mangelnde Sorgfalt vorwerfen. Das wäre ein schlechtes Omen! Sollte Ihnen der Lapsus aber schon unterlaufen sein, dann bringen Sie eine Folgemail auf den Weg – mit einer kurzen Entschuldigung und den korrekten Unterlagen im Anhang. Keine lange Erklärungen und Ausflüchte! Damit machen Sie es nur noch schlimmer…

  5. Design

    Keep it simple! Ein Credo, das auch in der Bewerbung goldrichtig ist. Wechseln Sie nicht ständig die Schriftarten in der Bewerbung, bauen Sie keine bunten Bildchen oder Hintergründe ein. Personaler stehen auf Klarheit und Übersichtlichkeit. Außerdem wirken kitschige und verspielte Designs unprofessionell. Und so wollen Sie auf keinen Fall auftreten. Ihre Bewerbung soll klar machen, dass man es mit einem Profi zu tun hat – nicht mit einem Clown.

  6. Signatur

    Egal, ob Sie das Anschreiben direkt in Ihre E-Mail schreiben oder in den Anhang: Unter Ihre Mail platzieren Sie am besten eine Signatur. Diese enthält Ihren vollständigen Namen, Ihre aktuelle Adresse, Telefonnummer, einen Link zu Ihrer Homepage, Blog oder Online-Profil (Xing, Linkedin, Twitter etc.). Optional können Sie auch Ihre Skype- oder Messenger-Kontaktdaten einbauen. Das zeigt, dass Sie die digitale Welt verinnerlicht haben – Pluspunkt! Zudem sind Sie so auf verschiedenen Kanälen gut erreichbar. Signaturen vermitteln Professionalität – und sie sind nützlich.

E-Mail-Bewerbung: So erstellen Sie das PDF

Ihre Bewerbungsunterlagen führen Sie in EINEM PDF-Dokument zusammen. Dieses PDF laden Sie als Anhang hoch. Dabei sollten Sie noch ein paar Kleinigkeiten beachten:

  • Tool

    Zunächst brauchen Sie ein Werkzeug, um all die Dokumente zu einem PDF zusammenführen. Nehmen Sie am besten ein kostenloses Online-Tool wie SmallPDF oder PDFJoin. Bitte nicht alle Dokumente einzeln hochladen! Das würde für den Empfänger einen Mega-Aufwand bedeuten – und Sie im Personalbüro schlagartig unbeliebt machen.

  • Dateiname

    Geben Sie dem PDF einen aussagekräftigen Dateinamen. Dieser sollte Ihren Namen, das Wörtchen Bewerbung, die Kennziffer und am besten noch das Datum und den Namen des Unternehmens beinhalten. Wichtig: Mit dem Datum signalisieren Sie, dass Sie nicht irgendeine Uralt-Bewerbung aus dem Hut gezaubert, sondern diese hier ganz neu und individuell erstellt haben. Je präziser, desto besser! Ein guter Beispielname: 190101_Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Entwicklungsingenieur_Siemens

  • Unterschrift

    Auch in der E-Mail-Bewerbung sollten Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Sie können Ihre Unterschrift einscannen, in das Word-Dokument einfügen und dieses dann als PDF mit den anderen zusammenführen. Unter das Anschreiben setzen Sie Ihre Unterschrift ebenfalls.

  • Einheitlichkeit

    Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten viele Daten und Angaben über Sie selbst. Name, Kontaktdaten, Adressen kommen sogar mehrfach vor – im Lebenslauf, auf dem Deckblatt, in der Signatur. Achten Sie darauf, stets die gleichen anzugeben. Wer drei verschiedene E-Mail-Adressen aufführt, wirkt schnell unprofessionell. Hier kommt es häufig zu Fehlern – vor allem dann, wenn alte Dokumente wiederverwendet werden. Also: Am Ende alles nochmal abgleichen!

E-Mail-Bewerbung Checkliste

Darauf bitte in der E-Mail-Bewerbung achten. Eine Übersicht:

  • Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse
  • Ermitteln Sie den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen
  • Formulieren Sie eine präzise Betreffzeile
  • Verwenden Sie eine einheitliche Schriftart
  • Benutzen Sie die (exakt) identische Stellenbeschreibung, die auch in der Stellenanzeige genannt wurde
  • Bringen Sie die wichtigsten Keywords unter
  • Führen Sie die Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen
  • Fügen Sie das Bewerbungsfoto in den Lebenslauf ein
  • Schicken Sie nicht zu viele Zeugnisse und Arbeitsproben mit, um die Bewerbung nicht zu überfrachten
  • Bauen Sie eine Signatur mit den wichtigsten Kontaktdaten und Links ein
  • Verzichten Sie auf eine Lese- und Empfangsbestätigung (Nervgefahr!)
  • Stellen Sie eine persönliche Grußformel voran
  • Lassen Sie die unterschiedlichen Dokumente (Anschreiben, Lebenslauf etc.) immer auf einer neuen Seite beginnen
  • Streuen Sie branchenübliche Fachbegriffe ein, aber sprechen Sie kein Fachchinesisch
  • Reden Sie den Empfänger in der Sie-Form an
  • Achten Sie penibel auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik
  • Überschreiten Sie nicht die Dateigröße von 5 MB (es sei denn, das Unternehmen gibt in der Stellenanzeige einen anderen Richtwert an)
[Bildnachweis: Alexey Boldin by Shutterstock.com]

Soft Skills: Top 5, Definition, Liste, Training

Soft Skills Bewerbung trainieren soziale Kompetenzen

Soft Skills sind eine wesentliche Zutat für jedes berufliche Erfolgsrezept. Wer sich im Büro wie der berühmte Elefant im Porzellanladen aufführt, läuft schnell gegen eine Wand. Auch Umfragen belegen regelmäßig, dass sich Mitarbeiter vor allem Chefs wünschen, die motivieren und führen können. Fachwissen ist demnach nur eine untergeordnete Kompetenz. Schon in der Bewerbung sollten Kandidaten ihre weichen Fähigkeiten nach vorne stellen. Am besten diese…

Was sind Soft Skills?

Soft Skills definiert der Duden als „Kompetenz im zwischenmenschlichen Bereich, Fähigkeit im Umgang mit anderen Menschen“. Laut Dorsch-Lexikon der Psychologie „bilden soziale Kompetenzen einen Komplex von Fähigkeiten, die dazu dienen, dem Individuum die Möglichkeit zu geben, in Kommunikations- und Interaktionssituationen, entsprechend den Bedürfnissen der Beteiligten Realitätskontrolle zu übernehmen.“ Alles klar?

Soft Skills ist ein Sammelbegriff, der unterschiedlichste Fähigkeiten und Eigenschaften zusammenfasst. Man kann sie auch als Schlüsselkompetenzen, weiche Faktoren oder soziale Kompetenzen umschreiben.

Grob lassen sich Soft Skills in drei Bereiche einteilen:

  • Soziale Kompetenz: Dazu zählen die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren und zu kooperieren, sie zu überzeugen und für sich einzunehmen, Interaktionen erfolgreich zu gestalten.
  • Personale Kompetenz: Damit sind Fähigkeiten gemeint, die sich auf den Umgang mit sich selbst beziehen: Selbstbewusstsein, Selbstreflexion oder Selbstkritik zum Beispiel. Die personalen Kompetenzen färben auch auf die soziale und methodische Kompetenz ab.
  • Methodische Kompetenz: Diese Skills helfen dabei, Aufgaben und Probleme zu lösen. Selbstdisziplin und Stressresistenz fallen in diese Kategorie. Methodische Kompetenzen kann man besonders gut lernen, zum Beispiel die freie Rede vor vielen Menschen.

Hard Skills sind dagegen harte Fähigkeiten. Fachkompetenzen, für die man einen Nachweis hat, zum Beispiel eine Berufsausbildung, ein Studienzeugnis, Zertifikate oder Weiterbildungen.

Ein Schreiner etwa benötigt Hard Skills UND Soft Skills, um einen Tisch zu bauen. Er benötigt sowohl das fachliche Wissen, was er wie und wann mit welchen Werkzeugen anstellt, als auch weiche Faktoren wie Disziplin, Ausdauer, Frustrationstoleranz – und Überzeugungskraft, damit er den Tisch hinterher auch verkauft.

Soft Skills Liste: Welche wichtig sind

Soft Skill ist nicht gleich Soft Skill. Es gibt Hunderte, wahrscheinliche Tausende weicher Kompetenzen.

Damit steht auch fest: Jeder Mensch besitzt Soft Skills – nur eben nicht immer die gleichen. Und manche von ihnen sind in bestimmten Jobs wichtiger als andere. Beispiel Kindergärtner: Wer würde bezweifeln wollen, dass Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein in diesem Job sehr viel mehr wert sind als etwa Selbstbewusstsein (wenngleich die sicher auch nicht schadet)? Oder dass einem Altenpfleger großes Einfühlungsvermögen besser zu Gesicht steht als analytische Kompetenz (obwohl er die selbstverständlich auch haben darf).

Das ist natürlich auch für Ihre Bewerbung wichtig. Achten Sie genau darauf, welche Soft Skills in der Stellenanzeige gefordert und welche in Ihrem angestrebten Job generell wichtig sind – und versuchen Sie dann, Ihre Bewerbung danach auszurichten.

Eine Rangfolge der besten Soft Skills sieht also immer wieder anders aus – je nach Job und Branche. Und auch die Arbeitgeber selbst haben völlig unterschiedliche Präferenzen. Der eine hält Belastbarkeit für unverzichtbar, der andere legt mehr Wert auf Kreativität und Eigeninitiative. Die Vorlieben hängen wiederum stark von der Persönlichkeit des Chefs bzw. Personalverantwortlichen selbst ab.

Und denken Sie daran: Wer sich selbst als teamfähig bezeichnet, muss diese auch nachweisen können. Überlegen Sie sich also konkrete Beispiele und Erfolgserlebnisse, an denen Sie Ihre Soft Skills festmachen. „Ich bin verantwortungsbewusst“ oder „Ich zeichne mich durch emotionale Intelligenz aus“ – das kann jeder sagen. Belegen und beweisen Sie es!

Hier sind einige der wichtigsten Soft Skills:

Hard Skills und Soft Skills: Top 5

Hard Skills und Soft Skills Das sind die wichtigstenWelche Soft Skills sind wichtig? Die Antwort darauf fällt immer wieder anders aus. In manchen Berufen ist Eigeninitiative unerlässlich, in anderen Disziplin, in wieder anderen Organisationstalent.

Das Karrierenetzwerk Linkedin hat versucht, die Bedeutung aller Soft Skills miteinander zu vergleichen und die Daten von 660 Millionen Mitgliedern und mehr als 20 Millionen Jobs analysiert. Herausgekommen sind die Top 5 der weichen Faktoren, die von den Unternehmen am häufigsten nachgefragt werden. Das sind …

Die 5 wichtigsten Soft Skills in Deutschland 2020:

  • Teamfähigkeit
  • Zeitmanagement
  • Anpassungsfähigkeit
  • Kreativität
  • Emotionale Intelligenz

Die Top 5 der Soft Skills von Arbeitgebern aus der ganzen Welt werden von Kreativität angeführt, gefolgt von Überzeugungskraft, Teamfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und emotionaler Intelligenz. Sie decken sich also weitgehend mit den deutschen, nur die Reihenfolge ist anders. Und: Während deutsche Unternehmen Zeitmanagement für bedeutsam halten, stehen internationale eher auf Überzeugungskraft.

Die 10 wichtigsten Hard Skills in Deutschland 2020:

  • Blockchain
  • Analytisches Denken
  • Business Analysis
  • Affiliate Marketing
  • Künstliche Intelligenz
  • Vertrieb
  • Fremdsprachen
  • Industriedesign
  • Data Science
  • Unternehmenskommunikation

Global gesehen steht ebenfalls Blockchain auf Platz eins. Internationale Arbeitgeber schätzen außerdem Kenntnisse im Bereich Cloud Computing, UX Design, Scientific Computing und Videoproduktion.

Soft und Hard Skills miteinander verbinden

Mit Soft Skills sind weiche Faktoren und soziale Kompetenzen gemeint. Sie beziehen sich auf die Persönlichkeit, den Charakter und das Verhalten des Bewerbers.

Ausdrücklich NICHT gemeint sind fachliche Qualifikationen. Harte Skills erschließt sich der Arbeitgeber durch Schul- und Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Sprachkurse und Arbeitsproben.

Einzig auf seine Soft Skills sollte sich ein Bewerber nicht verlassen. Was vor allem zählt, sind harte Fakten, Zeugnisse, Qualifikationen – gerade im papierbesessenen Deutschland.

Die Hard Skills sind nach wie vor das Fundament jeder Bewerbung: spezifisches Wissen, technische Kenntnisse oder Datenkompetenz zum Beispiel. Wer die erforderlichen Qualifikationen in der Bewerbung nicht vorweisen kann, hat kaum Aussichten auf den Zuschlag.

Wie soll man auch sonst aus einer Vielzahl an Bewerbern den besten auswählen? Hard Skills sind vergleichbar, sie bieten eine wunderbare Arbeitsgrundlage. Der Bewerber mit der Top-Note kommt eine Runde weiter, der mit den miesen Noten wird aussortiert.

Aber: Wer von all den Klonen mit nahezu identischem Lebenslauf bekommt am Ende den Zuschlag? Antwort: Der, der (wahrscheinlich) am besten ins Team passt. Ganz ohne Soft Skills geht es in der Regel also doch nicht. Die weichen Qualifikationen werden zunehmend wichtiger, weil auch Teamwork und Kooperation in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen.

Und sie zeigen sich schon im Vorstellungsgespräch. Das Jobinterview ist der perfekte Ort, um die eigenen Soft Skills zu demonstrieren. Wie verkauft sich der Bewerber? Kann er zuhören? Ist er empathisch oder arrogant? Wie groß ist seine Neugier?

Kurzum: Wer mit seiner Persönlichkeit auftrumpft, macht einen großen Schritt in Richtung Stelle. Immerhin liegt die Vermutung nahe, dass er auch mit den Kollegen gut zusammenarbeiten, die Kunden überzeugen und vernünftig mit den Vorgesetzten kooperieren wird. Andersherum kann ein negativer Auftritt im Bewerbungsgespräch auch die besten Hard Skills vergessen machen.

Ergo ergänzen sich Hard und Soft Skills im Optimalfall. Die einen können ohne die anderen (oft) nicht sein. Wer in einer spezialisierten Anstellung – zum Beispiel als Data Scientist oder Umweltingenieur – mehrfach befördert wurde, zeigt, dass er über beides verfügt: über Fachwissen im eigenen Spezialgebiet sowie über ausgeprägte Soft Skills. Sonst wäre er oder sie schließlich nicht befördert wurden (Ausnahmen gibt es freilich immer)…

Soft Skills Bewerbung: Welche nennen?

Wodurch zeichnen sich Soft Skills aus? Richtig, man kann sie im Gegensatz zu harten Skills nur sehr schwer nachweisen. Darum ist es auch so leicht, die Bewerbung mit den entsprechenden Keywords vollzustopfen. Belastbar, teamfähig, zielstrebig, durchsetzungsstark usw. – die ganze Palette! Warum auch nicht erwähnen? Der Personaler wird das eigentliche Fehlen dieser Eigenschaften im Jobinterview nur schwer entlarven können.

Doch das ist zu kurz gedacht. Zunächst sollten Sie Soft Skills in der Bewerbung sehr selektiv auswählen und dosiert einsetzen. Beschränken Sie auf einige wenige Skills, die besonders vorteilhaft sind. Wer zu viel will und zu viel aufzählt, entwertet jeden einzelnen Punkt. Soft Skills sind nicht beliebig!

Gehen Sie am besten so vor…

  1. Ehrlich bleiben

    Picken Sie sich die soften Skills heraus, die Sie als Person wirklich auszeichnen. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Wenn Sie sich als überaus selbstbewusst präsentieren, aber im Jobinterview permanent ins Stottern geraten, konterkariert das Ihre eigenen Angaben. Es macht Sie unglaubwürdig. Oder wenn Sie sich als belastbar und zielstrebig anpreisen, aber schon drei Lehrstellen und ein Studium geschmissen haben. Sie müssen ja immerhin auch noch die Probezeit überstehen. Wählen Sie also keine weichen Skills aus, von denen Sie selbst wissen, dass sie keinesfalls zu Ihren Stärken zählen. Sonst fliegen Sie eher früher als später auf…

  2. Stelle analysieren

    Nicht jede Fähigkeit ist für Ihre Wunschstelle relevant. Konzentrieren Sie sich daher auf die, die Sie im Job auch wirklich gebrauchen und anwenden können. Was Ihr Arbeitgeber in spe sucht, können Sie schon aus der jeweiligen Stellenanzeige herauslesen. Hier werden meist nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch soziale Kompetenzen genannt. Gehen Sie genau darauf ein – und schrecken Sie auch keineswegs davor zurück, die Schlagworte zu wiederholen. Immer mehr Unternehmen setzen Software ein, die Bewerbungen analysiert. Fehlen wichtige Keywords, kann das womöglich schon das vorzeitige Aus im Bewerbungsprozess bedeuten. Also nochmal: Zählen Sie in Ihrer Bewerbung nicht so viele Soft Skills wie möglich auf, sondern nur die wichtigsten.

  3. Beweise sammeln

    Auf die richtige Auswahl kommt es an. Wenn Sie die angeführten Social Skills dann aber nicht nachweisen können, kratzt dies ebenfalls an Ihrer Glaubwürdigkeit. Suchen Sie also von Anfang an nach Belegen, die Ihre sozialen Kompetenzen untermauern. Das können spezielle Projekte sein oder Aufgaben oder eine Beförderung zum Teamleiter. Die signalisiert, dass es um Ihre Durchsetzungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft nicht so schlecht bestellt sein kann. Auch als Berufsanfänger können sie ohne Weiteres mit Soft Skills wuchern. Beispiel: Der Nebenjob als Kellner oder Barkeeper hat Ihre kommunikativen Fähigkeiten während des Studiums geschärft. Als grundsätzlicher Rat darf gelten: Bleiben Sie bei der Wahrheit – aber schmücken Sie sie ruhig ein wenig aus.

Soft Skills: Führungskräfte brauchen die hier

Soft Skills FührungskräfteVon Führungskräften werden vor allem Soft Skills erwartet. Das ist das Ergebnis der Absolventenumfrage 2018 des Beratungsunternehmens Trendence. So sagten Österreichs Wirtschaftsstudenten, dass Leader unbedingt die Fähigkeit mitbringen müssen, andere zu motivieren. Fachwissen rangierte dagegen nur auf Platz fünf.

Das sind nach Meinung der Studenten die wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft:

  • Motivationsfähigkeit: 57,6 Prozent
  • Organisationsfähigkeit: 42,5 Prozent
  • Konfliktmanagement: 25,8 Prozent
  • Empathie: 23,8 Prozent
  • Expertise: 22,0 Prozent
  • Zielstrebigkeit: 21,5 Prozent
  • Authentizität: 21,4 Prozent
  • Kritikfähigkeit: 19,7 Prozent
  • Offenheit: 18,6 Prozent
  • Leistungsbereitschaft: 17,4 Prozent
  • Pflichtbewusstsein: 12,1 Prozent
  • Innovationsfähigkeit: 10,3 Prozent
  • Toleranz: 6,8 Prozent

Soziale Kompetenzen im Job: Darum sind sie von Vorteil

Soft Skills sind für Bewerber ein klarer Wettbewerbsvorteil. Denn sie geben Hinweise auf das Potenzial eines Kandidaten. Das kennen wir alle aus der Schule: Faktenwissen kann man durch stumpfes Pauken lernen. Bulimielernen nennen das die Studenten heute. Auch das ist zugegeben eine Leistung, weil sie Ausdauer, Durchhaltevermögen und Disziplin verlangt. Aber letztlich kommt es auch darauf an, dieses Wissen richtig anzuwenden, es mit anderen zu diskutieren und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Dazu braucht man Offenheit, Lernwillen, Neugier, kommunikative Fähigkeiten. Wer diese Eigenschaften hat, kann sich später auch im Unternehmen besser einbringen.

Andererseits: Unternehmen erwarten nicht den perfekten Bewerber mit einem gigantischen Strauß an Soft Skills. Jeder Personaler weiß: Wir alle sind Menschen, haben unsere Fehler, Ecken und Kanten. Oder anders formuliert: Jeder von uns bietet genügend Angriffsfläche für stundenlange Lästereien. Die Kunst ist es, richtig mit diesen Macken umzugehen – mit den eigenen und mit denen der anderen.

Soft Skills befähigen einen, sich auch von Misserfolg nicht erschüttern zu lassen. Auf die richtige Einstellung kommt es an – dann kann man Fehlleistungen wieder ausbügeln, das Verhältnis mit dem Kollegen gerade rücken oder ein berufliches Comeback starten.

Diese Erkenntnis ist wichtig: Erfolg im Job besteht nur zu einem erstaunlich geringen Anteil aus knallharter Leistung. Den viel wichtigeren Part übernehmen Psychologie, Diplomatie, Soziologie und Selbstvermarktung – alles Dinge, bei denen Soft Skills den Ausschlag geben.

Schlüsselkompetenzen: Sie müssen nicht alle haben

Ein weiteres Problem von Soft Skills besteht darin, dass sie bis zu einem gewissen Grad unabänderlich sind: Wissen ist erlernbar, emotionale Intelligenz weniger. Soziale Kompetenzen hängen sehr stark von der Persönlichkeit und vom Naturell eines Menschen ab.

Wenn Sie also eine Stelle anstreben, in der bestimmte Soft Skills vonnöten sind, Sie diese aber nicht haben und auch nicht erlernen können, dann schlagen Sie besser einen anderen Karrierepfad ein. Beispiel: Sie träumen von einer Karriere als Vertriebsleiter. Charakterlich sind Sie aber sehr introvertiert, arbeiten am liebsten alleine und sind extrem maulfaul. Vermutlich werden Sie im Vertrieb nicht glücklich.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich viele Soft Skills, die Sie im Laufe der Zeit erwerben und verbessern können. Wieder ein Beispiel: Sie wollen in Ihrer Abteilung unbedingt zur Führungskraft aufsteigen, sind aber konfliktscheu und kein guter Redner – beides Soft Skills, die Führungskräfte durchaus vorweisen sollten. Dies sind nun Kompetenzen, an denen sie aktiv arbeiten können. Immerhin gibt es da draußen unheimlich viele Rhetorikkurse oder Weiterbildungsseminare, in denen Konfliktmanagement gelehrt wird. Motto: Sie können es schaffen!

Auch werden Ihre Soft Skills oft automatisch besser – durch Lebenserfahrung oder gar einen Schuss Weisheit. Ihr Soft-Skill-Profil ist eine Dauerbaustelle, die nie geschlossen wird.

Und bedenken Sie bitte auch: Wichtig ist vor allem, dass Sie und Ihre weichen Fähigkeiten zum Arbeitgeber und Job passen müssen. Sie müssen nicht Mr. oder Mrs. Perfect, sondern einfach nur der passende Topf für den Deckel sein…

Soft Skills trainieren: So geht’s

Kann man seine Soft Skills wirklich verbessern? Klare Antwort: Ja, man kann. Eine Studie der MIT Sloan School, dass entsprechendes Soft-Skill-Training die Produktivität im Unternehmen nachweislich verbessert – sogar in einer Fabrik.

So verbessern Sie Ihre Soft Skills in drei Schritten:

  • Selbstreflexion: Wo haben Sie Schwächen? Und welche Soft Skills werden generell immer wichtiger? Hier sollten Sie ehrlich zu sich selbst sein.
  • Realitätsnähe: Was können Sie trainieren? Wo können Sie sich verbessern? Und wie – durch Seminare oder in der Freizeit?
  • Umsetzung: Sie erfordert Willen, Ehrgeiz und einen langen Atem. Dranbleiben!

Konkret können Sie Ihre Schlüsselkompetenzen so trainieren:

  • Weiterbildung

    Drei von vier Unternehmen halten digitale Lernmedien laut einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln für geeignet, um berufliches Fachwissen aufzubauen oder IT-Anwenderkenntnisse zu vermitteln. Immerhin die Hälfte glaubt zudem, dass digitale Medien auch geeignet seien, um soziale Kompetenzen zu erwerben. In der Praxis umgesetzt haben dies aber erst die wenigsten.

    Für Arbeitnehmer heißt das: Sprechen Sie das Thema an! Wenn Sie über ein Weiterbildungsbudget verfügen, könnte ein E-Learning-Kurs eine Option für Sie sein, um an Ihren sozialen Skills zu feilen. Für die private Weiterbildung ist er das ohnehin. Die großen E-Learning-Anbieter haben entsprechende Kurse im Programm. Udemy bietet beispielsweise den Online-Kurs „Soft Skills: The 11 Essential Career Soft Skills“ an, auch EdX hat ein Soft-Skill-Seminar im Angebot, Coursera lehrt unter anderem „Leadership and Influence“.

  • Arbeitsalltag

    Sie können Ihre Soft Skills im Arbeitsalltag verfeinern. Ja, das erfordert Ausdauer, kann anstrengend sein. Aber es lohnt sich.

    Dinge, die Sie üben können: Ihrem Gesprächspartner zuhören und sich ganz auf ihn einlassen, ohne an etwas anderes zu denken oder womöglich gar im Handy herumzuspielen. Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen – durch ein ausdrückliches Lob etwa. Empathie zeigen – indem man ernsthaft versucht, sich in einen Kollegen hineinzuversetzen und nach außen betont, auch seine Sicht der Dinge zu verstehen. Und auch Selbstverantwortung ist ein wichtiger Soft Skill. Wenn Fehler passieren, nicht permanent nach Alibis oder anderen Schuldigen suchen, sondern die Verantwortung an- und übernehmen und aktiv nach Lösungen suchen.

Soft Skills: Risikofaktor Roboter

Soft Skills LebenslaufImmer häufiger setzen Unternehmen automatisierte und datengesteuerte Tools ein. Damit können Bewerber frühzeitig aussortiert werden. Zu den beliebtesten Instrumenten zählen Chatbots, Sprachanalyse-Tools oder Matching-Algorithmen.

Soziale Kompetenzen messen sie allerdings nicht oder nur sehr begrenzt. Darum befürchten drei Viertel der Unternehmen eine Abwertung von Soft Skills (75 Prozent). Zu diesem Ergebnis kam eine Ifo-Personalleiterbefragung des Personalvermittlers Randstad im August 2019.

Aus diesem Grund belassen es viele Firmen vorerst dabei, datengesteuerte Instrumente zur Personalsuche einzusetzen. Die endgültige Auswahl neuer Mitarbeiter dagegen bleibt Menschen vorbehalten. Soft Skills bleiben also bis auf Weiteres auch bei der Bewerbung wichtig – im Arbeitsalltag sowieso.

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Curriculum Vitae: Darauf sollten Sie achten!

Curriculum Vitae ist ein Wortungetüm aus grauer Vorzeit – aber immer noch lebendig. In Deutschland wird der Begriff oft mit Lebenslauf übersetzt, in den USA zum CV verkürzt. Ohnehin begegnet Ihnen das Curriculum Vitae in Nordamerika und Großbritannien sehr viel häufiger. Es unterscheidet sich in wichtigen Details sowohl vom amerikanischen Resume als auch vom deutschen Lebenslauf. Wenn Sie beruflich nach New York oder London übersiedeln wollen, sollten Sie die Unterschiede kennen…

Curriculum Vitae Definition: Was ist das?

Curriculum Vitae ist – wie sie sicher schon vermutet haben – lateinisch. Es bedeutet übersetzt Lebenslauf. Für teutonische Zungen ist die Vokabel kein Selbstläufer. Das Wort ist lang, kompliziert und wird daher nur in Ausnahmefällen im Personalbüro genutzt. Warum auch Curriculum Vitae aussprechen, wenn man einfach Lebenslauf sagen kann?

Im englischen Sprachbereich aber ist der Terminus sehr viel geläufiger. Hier nutzt man sehr gerne die Wortkombination Curriculum Vitae – beziehungsweise die Abkürzung CV. Alternativen sind Resume und Vita.

Gemeint ist damit ein Lebenslauf, der möglichst übersichtlich gegliedert ist und die wichtigsten Karrierestationen des Bewerbers wiedergibt. Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Er enthält die wesentlichen Informationen und wird vom Personalverantwortlichen daher zur Entscheidungsgrundlage gemacht.

Und er zählt zu den Muss-Elementen in den Bewerbungsunterlagen – neben dem Anschreiben und den Anlagen wie Zeugnissen oder Arbeitsproben.

Was bedeutet das konkret für Sie als Bewerber? Geben Sie sich maximale Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufs. Tipp: Sie können ihn auch in Deutschland mit Curriculum Vitae betiteln. Das klingt gebildet – gerade in akademischen Gefilden muss das kein Nachteil sein.

Und nutzen sie den Begriff Curriculum Vitae (bzw. die Abkürzung CV) auch dann, wenn Sie eine Bewerbung ins (westliche) Ausland versenden. Damit können Sie nur selten etwas falsch machen.

Curriculum Vitae: Das gehört hinein

Achtung: Fordert ein Arbeitgeber in der Bewerbung dazu auf, ein Curriculum Vitae einzusenden, dann verlangt er damit in der Regel einen englischen Lebenslauf. Sie sollten also nicht nur englisch sprechen, sondern auch die formalen Unterscheide beachten – gerade in international aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach Ihren deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen, wenn Sie sich im englischsprachigen Ausland bewerben. Auf diese Aspekte sollten Sie achten:

  • Persönliche Angaben

    Möglicher Diskriminierung wollen die Amerikaner schon bei der Bewerbung einen Riegel vorschieben. Verzichten Sie daher im CV auf Angaben zu Ihrem Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität. Das ist wohlgemerkt keine Bitte, sondern eine klare Ansage! In Großbritannien gilt das Gleiche.

  • Foto

    Auch das Bewerbungsfoto kleben sie nicht in Ihr Curriculum Vitae – und auch sonst nirgendwohin. Keine Fotos, mehr Chancengleichheit – so lautet die Gleichung der Angelsachsen (sowohl in den USA als auch in UK).

  • Länge

    Das englische Curriculum Vitae ist im Vergleich zum deutschen Lebenslauf etwas länger. Es kann aus zwei bis maximal drei Seiten bestehen. Das amerikanische Resume ist dagegen ähnlich knapp. Nicht mehr als eine Seite!

  • Aufbau

    Der englische Lebenslauf hat sich auch in Deutschland längst durchgesetzt. Diesbezüglich müssen Sie sich also nicht umstellen. Die letzten Arbeitsstationen kommen zuerst. Danach arbeiten Sie sich in zeitlich umgekehrter Reihenfolge immer weiter bis in die Vergangenheit vor. Die aktuelle Station zuerst, die erste Station zuletzt.

  • Referenzen

    Referenzen haben in den USA und Großbritannien einen höheren Stellenwert als bei uns. Warum? Arbeitszeugnisse sind dort nicht üblich, also müssen sich Arbeitgeber auf andere Quellen verlassen. Bauen Sie also unbedingt Referenzen in Ihre Bewerbung ein. Die Ansprechpartner sollten Sie vorher aktiv ansprechen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Wunsch-Arbeitgeber telefonisch bei einer Referenz meldet.

  • Schluss

    In der deutschen Bewerbung steht die handschriftliche Unterschrift für Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit. Im angelsächsischen Kulturraum können Sie die Unterschrift weglassen.

Curriculum Vitae: So ist es aufgebaut

Inhaltlich besteht das Curriculum Vitae aus diesen Elementen:

  • Personal Data

    Trotz aller Bemühungen um Antidiskriminierung: Anonym ist das Curriculum Vitae natürlich nicht. Sie geben im CV zwingend Ihren vollständigen Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an. Der Name gehört in die erste Zeile, alle anderen Angaben finden darunter Platz. Achten Sie zudem darauf, Umlaute auszuschreiben, also zum Beispiel: Thomas Mueller oder Gerhard Schroeder oder Diane Krueger. Und bei allem Sinn für Humor, der speziell den Briten nachgesagt wird: Setzen Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Also nicht so etwas wie sweetheart555@gmail.com oder rockybalboa89@me.com

  • Personal Profile

    Hier stehen zwei, drei Sätze, die Sie näher beschreiben. Ihre herausragenden Eigenschaften oder Befähigungen. Bitte kein substanzloses Blabla, sondern aussagekräftige Dreizeiler. Dieser Abschnitt ist aber optional. Bevor Sie Unsinn schreiben, lassen Sie ihn komplett weg.

  • Education/Academic Qualification

    Sie listen an dieser Stelle Ihre schulische Bildung mitsamt Ihrer Abschlüsse auf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Auch die Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) können Sie hier unterbringen. Sofern sie über einen Hochschulabschluss verfügen, können sie den Namen der Arbeit oder Dissertation nennen und das Thema kurz umreißen.

  • Work Experience

    Im Deutschen spricht man vom beruflichen Werdegang. Ihre Arbeitsstationen zählen Sie ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf: die aktuelle oder letzte Station ganz am Anfang, die erste zum Schluss. Vollständigkeit ist dabei nicht erste Bürgerpflicht. Sie sollten zwar Lücken nach Kräften vermeiden, müssen andererseits aber nicht jede irrelevante Stelle angeben. Beispiel: Wenn Sie während der Uni als Kassierer gejobbt haben, dann nehmen Sie diese Station nur auf, wenn Sie sich im Einzelhandel oder Vertrieb bewerben. Andernfalls lassen Sie sie weg.

    Wichtig sind der Zeitraum der Anstellung, der Firmenname mitsamt Internetlink, der Standort sowie die genaue Berufsbezeichnung. Erfolge oder besondere Projekte können ergänzt werden.

    Eine Kurzversion genügt aus, wenn Sie ein US-amerikanisches Resume verfassen: In diesem Fall listen sie lediglich zwei oder drei für die Stelle relevanten Jobs auf – den wichtigsten Job zuerst. Wenn man den Lebenslauf nach Fähigkeiten gewichtet, spricht man auch vom Functional Resume. Aus Bewerbersicht besteht der große Vorteil darin, dass Lücken im Lebenslauf plötzlich keine Rolle mehr spielen.

  • Skills

    An diese Stelle kommen bislang unerwähnte Fähigkeiten. Das können Sprachkenntnisse und EDV Kenntnisse sein. Auch der Führerschein kann hier auftauchen, sofern er eine Relevanz für die Stelle hat.

  • Activities/Engagement

    Haben Sie spezielle Interessen, Ehrenämter und Hobbys? Diese finden hier Platz. Aber bitte wiederum nur dann, wenn sie einen Bezug zur Arbeitsstelle aufweisen. Oder wenn Sie Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Leadership-Qualitäten unterstreichen. Eine Mannschaftssportart etwa könnte auf einen ausgeprägten Teamgeist hindeuten. Vorsicht bei Extremsportarten: Es soll Arbeitgeber geben, für die Paragliding oder Freestyle Skiing aufgrund der hohen Verletzungsgefahr ein rotes Tuch sind. Lieber weglassen!

  • References

    Auch in Deutschland gewinnen Referenzen in der Bewerbung an Bedeutung. Menschen vertrauen vor allem dem Urteil anderer Menschen – daran wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Wenn Sie sich in den USA mit Ihrem Curriculum Vitae bewerben, sind Referenzen noch wichtiger. Beachten Sie: Eine Reference beinhaltet in der Regel zwei Personen. Diese können über ihre Erfahrungen mit Ihnen Auskunft geben – und sie werden in der Realität häufig wirklich kontaktiert. Geben sie also neben den Namen auch die Telefonnummern und E-Mail-Adressen an. Vorher fragen Sie Ihre Referenzgeber, ob diese einverstanden sind. Und wählen Sie bitte nur solche aus, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben und die Sie wohlwollend bewerten.

Curriculum Vitae oder Resume?

Welches Format wählen Sie nun, wenn Sie sich in den USA bewerben: Curriculum Vitae oder Resume? Relevant ist vor allem der Sektor, in dem Sie sich bewerben. Auch als Akademiker schreiben Sie ein Resume, wenn Sie in der Privatwirtschaft oder in einer nicht-akademischen Stelle anheuern wollen.

Der Arbeitgeber will sich nur einen kurzen Überblick über Sie verschaffen. Knappe, harte Facts, kein Fließtext! Sämtliche Informationen, die für die Stelle nicht relevant sind, streichen Sie – sogar dann, wenn es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt.

Tipp: Formulieren Sie im Aktiv und positiv. Sogenannte Action Words wie enabled oder achieved können helfen.

Wenn Sie aber in die Forschung gehen oder einen akademischen Beruf ergreifen wollen, dann entscheiden Sie sich fürs Curriculum Vitae. Das CV bietet mehr Platz für Ihre Stationen und Leistungen, kann sogar über zwei oder drei Seiten hinausgehen. Sie können jedes Projekt auflisten und beschreiben.

Curriculum Vitae: Was noch anders ist

Im deutschen Lebenslauf führen Sie die einzelnen Stationen in Stichpunkten auf. Im Curriculum Vitae können bzw. sollten Sie sie ausführlicher umschreiben. Die Stichpunkte ergänzen Sie durch Fließtext und beschließen ihn am Ende mit einem Punkt.

Vorteil: Sie können sich auf diese Weise sehr gut in Szene setzen. Sie können sich selbst besser vermarkten und präsentieren. Und genau das ist ja schließlich der Sinn einer Bewerbung.

Dabei geht es auch um Ihre harten Skills. Versuchen Sie, diese im Curriculum Vitae so herauszuarbeiten, dass sie den Empfänger überzeugen. Ihre Befähigungen müssen zu den Vorgaben in der Stellenbeschreibung passen.

Wichtig ist, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, welche Fähigkeiten Muss-Anforderungen sind und welche Kann-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind Pflicht. Sie müssen sich in Ihrem Curriculum Vitae wiederfinden, sonst hat Ihre Bewerbung kaum Aussicht auf Erfolg. Die Kann-Anforderungen sind hingegen keine Grundvoraussetzungen, aber erhöhen Ihre Chancen.

Nicht immer ist es einfach, die Muss- von den Kann-Anforderungen zu unterscheiden. Sie erkennen Muss-Anforderungen zum Beispiel an diesen Formulierungen:

  • Sie bringen mit
  • Wir erwarten
  • Voraussetzung ist
  • Erforderlich sind
  • …setzen wir voraus

Kann-Anforderungen sind nicht so streng formuliert. Hier einige Beispiele:

  • Wünschenswert sind Kenntnisse in…
  • Idealerweise…
  • Hinreichende Erfahrungen…
  • Wenn Sie zusätzlich mitbringen
  • Wir würden uns außerdem freuen
  • Hilfreich sind…

CV: Keywords unterbringen!

CV: Keywords unterbringen!Fast alle großen US-Konzerne nutzen nach Medienberichten mittlerweile Recruiting-Software. Diese sogenannten Applicant tracking systems scannen die Lebensläufe der Bewerber nach den wichtigsten Keywords ab.

So grenzen die Unternehmen den Kandidatenpool vorab ein. Als Bewerber sollten Sie also peinlich genau darauf achten, die richtigen Begriffe zu nennen. Schauen Sie ganz genau hin, was in der Bewerbung verlangt wird! Beispiel: Wenn das Unternehmen einen Data Scientist sucht, dann geben Sie sich auch als Data Scientist aus – und nicht als Data Engineer oder Data Specialist. Wenn Ihre letzte offizielle Berufsbezeichnung Data Engineer gelautet hat, ersetzen Sie den Begriff trotzdem durch Data Scientist oder ergänzen ihn. Nennen Sie vorsichtshalber mehrere Synonyme. Andernfalls könnte Sie das System einfach aussortieren.

Auch Interessen sind den Personalern wichtig. Sie können Sympathiepunkte bringen. Geheimtipp für ganz Abgebrühte: Surfen sie auf das Linkedin-Profil Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Von den Interessen, die er oder sie dort eingetragen hat, suchen Sie sich eines oder zwei heraus und geben sie in Ihrer Bewerbung als Hobbys an (es sei denn, Sie haben damit wirklich so gar nichts am Hut).

Das ist zugegeben berechnend und geradezu hinterlistig. Andererseits: Gemeinsamkeiten bringen Sympathie. Und Sympathien bringen Ihnen den Job…

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

Lebenslauf Schüler: So kriegen Sie den Job!

Lebenslauf Schueler Tipps Muster

In der Bewerbung sollten Schüler sorgfältig an Ihrem Lebenslauf feilen. Er ist das, wofür sich die Personaler und Recruiter in den Unternehmen am meisten interessieren – egal, ob sie sich um einen Ferienjob oder einen Ausbildungsplatz bewerben. Weil Schüler noch über wenig Berufserfahrung verfügen, müssen sie andere Akzente setzen. Hobbys, Interessen und Zusatzwissen gewinnen automatisch an Bedeutung. Aber sie zünden im Lebenslauf nur, wenn auch die Formalien sitzen…

Lebenslauf Schüler: Darum ist er so wichtig

Der Lebenslauf für Schüler unterscheidet sich im Grunde nicht von jedem anderen Bewerber-Lebenslauf. Als Schüler sollten sich vor Augen führen: Personalentscheider im Unternehmen nehmen sich für eine Bewerbung meist nicht so viel Zeit. Sie haben einfach zu wenig davon. Mehr als zwei bis fünf Minuten nimmt sich ein Personaler vermutlich nicht, um Ihre Unterlagen durchzublättern.

Darum ist Übersichtlichkeit so wichtig. Der tabellarische Lebenslauf bietet genau das: Er ist übersichtlich, klar und strukturiert. Es sei denn, man hat sich bei seiner Erstellung keine Mühe gegeben…

Eine Alternative zum tabellarischen Lebenslauf ist der ausführliche Lebenslauf im Fließtext oder ein handgeschriebener Lebenslauf. Zulässig ist beides, aber heutzutage schon fast eine Rarität. Wählen Sie eine dieser beiden Formen nur dann, wenn sie vom Unternehmen ausdrücklich gefordert wird.

Lebenslauf Schüler: Das gehört hinein

Schülern fehlt in der Regel eines: Berufserfahrung. Ihr Berufsleben hat noch gar nicht angefangen, darum kann auch Ihr Lebenslauf noch nicht so üppig sein. Das heißt aber nicht, dass Sie bei einer Bewerbung ein halbleeres Blatt Papier abgeben müssen.

Wenn Berufserfahrungen fehlen, können zum Beispiel Interessen und persönliche Stärken in den Vordergrund rücken. Aus diesen Elementen besteht ein Lebenslauf Schüler:

  1. Bewerbungsfoto

    Das Bewerbungsfoto ist unheimlich wichtig – für Schüler vielleicht sogar noch wichtiger als für andere Bewerber. Denn ob junge Menschen motiviert oder lustlos, hellwach oder verpeilt sind, sieht man ihnen manchmal schon an der Nasenspitze an – oder man glaubt zumindest, es ihnen anzusehen.

    Und: Wenn Erfahrungswerte fehlen, gewinnt jeder andere Aspekt in der Bewerbung an Bedeutung – und damit auch die Optik. Darum lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Das Aussehen spielt bei jüngeren Bewerbern eine größere Rolle als bei älteren. Diese Erkenntnis muss man nicht gutheißen, sollte sie aber auch nicht komplett ignorieren. Legen Sie daher großen Wert auf Ihr Bewerbungsfoto, auf Ihre Kleidung und Frisur. Mund leicht öffnen und lächeln – das macht Sie auf dem Foto sympathischer.

  2. Kontaktdaten

    Angenommen, der Arbeitgeber will Sie zum Vorstellungsgespräch einladen und merkt dann, dass er in den Unterlagen gar keine Kontaktdaten von Ihnen findet. Schlecht! Auch, weil es einen unaufgeräumten, chaotischen Eindruck macht. Und Ihr Arbeitgeber will keinen Chaoten einstellen. Darum bitte die aktuellen (!) Kontaktdaten in der Bewerbung nicht vergessen.

    Bringen Sie sie in der Kopfzeile oder mitten im Feld unter – je nachdem, wie viel Platz Sie zur Verfügung haben. Denken Sie daran: Ihr Lebenslauf sollte vor allem übersichtlich sein. Quetschen Sie bitte nicht alles untereinander, sondern führen Sie den Leser über das Blatt.

    Auch sehr wichtig: Wählen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse. Am besten eine, die Ihren Namen beinhaltet. Zum Beispiel so: vorname.nachname@provider.de. Wenn Sie die entsprechende Adresse noch nicht haben, registrieren Sie sie. Auf jeden Fall gilt es, von ulkigen oder schlüpfrigen E-Mail-Adressen wie django2100@gmail.com oder sexystern666@hotmail.de abzusehen.

  3. Persönliche Daten

    Neben den Kontaktdaten und Ihrem vollständigen Namen sind Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Konfession und Familienstand von Interesse. Warum? Wenn Sie sich beispielsweise bei einer Firma in Ihrem Geburtsort bewerben, kann das ein Argument für Sie sein. Sie kennen die Region und wissen, wie ihre Bewohner ticken. Bewerben Sie sich am anderen Ende Deutschlands, könnte das aber genauso vorteilhaft sein, weil es Mobilität signalisiert. Sie sind bereit, für Ihren Traumjob umzuziehen – ein Pluspunkt.

    Zur Staatsangehörigkeit: Wenn Sie die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit innehaben, gibt es für Ihren Arbeitgeber definitiv keine Probleme mit einer Arbeitserlaubnis. Bei anderen ausländischen Pässen ist das nicht immer so sicher.

    Die Konfession wiederum kann bei bestimmten Arbeitgebern sehr wichtig sein. Wenn Sie sich zum Beispiel bei einem kirchlichen Träger bewerben, sollten Sie sie auf keinen Fall unterschlagen. Zu den Pflichtangaben in der Bewerbung zählt die Konfession aber nicht mehr – genauso wie der Familienstand. Den können Sie getrost weglassen – zumal die meisten Berufsanfänger ohnehin noch ledig sein dürften.

  4. Schulische Bildung

    Listen Sie hier sauber alle Schulen auf, die Sie bislang besucht haben oder aktuell noch besuchen. Gymnasium, Gesamtschule, Real- und/oder Hauptschule, Grundschule. In der linken Spalte steht der Zeitraum, in der rechten der Name sowie der Standort der Schule.

    Beispiel:

    09/2015-08/2019 Erich-Kästner-Grundschule Berlin

    Auch die Abschlussnote findet hier Platz. Beispiel:

    09/2015 – 08/2019 Astrid-Lindgren-Gymasium Hamburg
    08/2019 Allgemeine Hochschulreife, Abiturnote: 2,5

    Tipp: Wenn Ihre Note weniger vorzeigbar ist (zum Beispiel 3,7), lassen Sie sie dezent unter den Tisch fallen.

  5. Praktika

    Praktika sind speziell für Schüler Gold wert. Kein Arbeitgeber stellt gerne jemanden ein, für den die Arbeitswelt noch unbekanntes Terrain ist. Nehmen Sie daher alle Praktika in den Lebenslauf auf, die Sie jemals absolviert haben – unabhängig von Arbeitgeber, Branche und Zeitraum. Dazu zählen auch einwöchige Schnupperpraktika.

    Wenn Sie über Praktikumszeugnisse verfügen, legen Sie die Kopien als Anlagen bei. Niemals Originale versenden! Absolvierte Praktika signalisieren einem Arbeitgeber, dass der Bewerber schon in seiner Jugend engagiert war und nicht auf der faulen Haut gelegen hat.

    Allerdings gibt es natürlich auch Szenarien, in denen Sie ein Praktikum diskret verschweigen können bzw. sollten. Zum Beispiel dann, wenn Sie (aus welchen Gründen auch immer) ein miserables Praktikumszeugnis bekommen haben. Oder wenn Sie bei einem zwielichtigen Unternehmen hospitiert haben, das in kriminelle Machenschaften verwickelt war. Aber das sollten absolute Ausnahmen sein.

  6. Interessen und Kenntnisse

    Diesem Punkt kommt im Lebenslauf Schüler eine große Bedeutung zu. Mit vielen Arbeitsstationen und Berufserfahrung können Sie in Ihrem Alter noch nicht wuchern, darum müssen Sie mit Ihrer Persönlichkeit und Zusatz-Skills überzeugen.

    Pluspunkte bringen zum Beispiel Sprachkenntnisse. Haben Sie ein Schuljahr im Ausland verbracht oder lernen Sie mehrere Fremdsprachen in der Schule? Oder haben sie zwei oder gar drei Muttersprachen? Dann unbedingt aufnehmen!

    Auch EDV Kenntnisse sind heutzutage relevant – in fast jedem Job. Wenn Sie sich von kleinauf für Computer interessieren, dann lassen Sie das mit in die Bewerbung einfließen. Beispiel: SEO-Knowhow, gute Kenntnisse mit Microsoft Office, versierter Umgang mit Social Media, Grundkenntnisse in Python und Java oder oder oder…

    Hobbys sollten ebenfalls nicht in Ihrem Lebenslauf fehlen. Sie lassen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Bewerbers zu. Mannschaftssportarten stehen zum Beispiel für Teamwork und Kooperation, Lesen für Neugier, Freunde treffen für eine ausgeprägte soziale Ader. Bleiben Sie am besten bei der Wahrheit. Aber sehen Sie von Ausdrücken ab wie: Mit Freunden abhängen oder saufen gehen. Das klingt – nun ja – leicht asozial.

    Auch auf die Formulierung kommt es an. Beispiel: Schreiben Sie lieber nicht als Hobby Computerspiele zocken. Sondern lieber: Simulationen und Strategiespiele (auch dann, wenn Sie eigentlich viel lieber Ego-Shooter daddeln). Ein bisschen dehnbar ist die Wahrheit dann schon…

    Zu guter Letzt dürfen sie auch Ihre Lieblingsfächer angeben. Aber tun Sie das nur, wenn diese einen Bezug zur Stelle haben. Zu einer kaufmännischen Ausbildung beispielsweise passt Mathe sehr gut, einem Fremdsprachenkorrespondenten stehen Englisch, Französisch, Spanisch und/oder Deutsch gut zu Gesicht. Wer Fitnesstrainer werden will, darf gerne ein begeisterter Schulsportler gewesen sein.

  7. Schluss

    Zum Schluss Ort und Datum nicht vergessen. Das ist nicht kompliziert und sieht so aus:

    Köln, den 10. Oktober 2019

    Dieser Punkt ist wichtiger, als man denkt. Fehlt das Datum, könnte der Personaler denken, Sie hätten einfach eine alte Bewerbung wieder hervorgekramt. Negativ! Die handschriftliche Unterschrift wiederum steht für Originalität und Glaubwürdigkeit. Diese Elemente runden den Lebenslauf Schüler ab. Damit ist er komplett.

Lebenslauf Schüler: So ist er aufgebaut

Als Faustregel können Sie sich merken: Der tabellarische Lebenslauf sollte zwei Seiten nicht überschreiten. Schüler sollten sogar recht locker mit nur einer DIN-A4-Seite auskommen.

Verwenden Sie eine zweispaltige Tabelle ohne sichtbare Linien und betiteln Sie das Dokument einfach mit Lebenslauf. In der rechten Spalte listen Sie die Inhalte auf: Kontaktdaten, persönliche Daten, Schulbildung, Praktika, Sprachkenntnisse, besondere Fähigkeiten, Interessen und Hobbys.

In der linken Spalte geben Sie den Zeitraum der jeweiligen Station an. Dabei reicht es, Monat und Jahr vom Beginn und vom Ende der Tätigkeit zu nennen.

Beispiel:

02/2018-03/2018 Praktikum auf dem Ponyhof

Ordnen Sie die Stationen in zeitlich umgekehrter Reihenfolge an. Sie beginnen also mit der letzten Station und enden mit der ersten. Das gilt für besuchte Schulen wie für Praktika. Sie starten also mit Ihrer aktuellen Schule (z.B. Gesamtschule) und arbeiten sich bis zur Ihrer Grundschule vor. Da Sie als Schüler noch nicht so viele Stationen hinter sich haben, können sie aber auch in chronologischer Reihenfolge vorgehen. Das bleibt letztlich Ihnen und Ihren Präferenzen überlassen. Hauptsache übersichtlich!

Am Ende des tabellarischen Lebenslauf fügen Sie Ort, Datum und Ihre Unterschrift ein. Bitte per Hand unterschreiben! Dadurch garantieren Sie, dass der Lebenslauf wirklich von Ihnen stammt und alle Angaben richtig sind. Wenn Sie sich per Online Bewerbung bewerben, scannen Sie die Unterschrift ein und fügen sie dann in Ihren Lebenslauf ein.

Hier finden Sie noch eine kostenlose Vorlage zum Downloaden

Lebenslauf-Muster für Schüler (WORD-Datei zum Bearbeiten)

Weitere Lebenslauf-Vorlagen finden Sie HIER.

Lebenslauf Schüler: Welches Format sollte er haben?

Übersichtlich sollte der Lebenslauf Schüler sein – aber auch einheitlich. Verwenden Sie daher nur einen Schrifttyp und nicht zu viele unterschiedliche Schriftgrößen.

Nehmen Sie eine Größe zwischen 10 und 12 für die Textabschnitte.

Zwischenüberschriften können etwas größer und in Fettschrift hervorgehoben sein. Die Überschrift Lebenslauf dürfen Sie gerne in einer noch größeren Typo platzieren. Das bedeutet summa summarum: Mehr als drei Schriftgrößen sollten es am Ende nicht sein.

Und verzichten Sie auf spielerische und verschnörkelte Schriftarten. Es mag verlockend sein, damit ein bisschen zu experimentieren – gerade, wenn Sie eine kreative Ader haben – aber unter diesen Typos leidet die Lesbarkeit. Wählen Sie am besten eine schnörkellose Schrift wie Arial oder Helvetica oder Serifenschriften wie Times oder Georgia.

Sobald Sie sich für eine Schrift entschieden haben, behalten Sie sie bei. Sie schreiben also Ihre gesamte Bewerbung nur in einer einzigen Schrift: Lebenslauf, Anschreiben, Deckblatt. Bitte nicht switchen!

Lebenslauf Schüler: So wird er rund

Nicht nur für Musterschüler wichtig: Lassen Sie Ihre Unterlagen am Ende stets noch einmal gegenlesen – von Ihren Eltern zum Beispiel. Auch beim besten Deutsch-Schüler schleichen sich gerne Buchstabendreher und andere Fehlerteufel ein.

Am besten, Sie kombinieren das mit einer Selbstkontrolle – indem Sie Ihre Texte mit einem Korrekturprogramm am Computer prüfen. Vier Augen (plus Algorithmen des Rechners) sehen mehr als zwei.

Es kommt dabei nicht nur auf harte Grammatik an. Checken Sie abschließend auch, ob Sie alle Eigennamen korrekt ausgeschrieben haben. Wenn Sie Ihre Ansprechpartnerin im Unternehmen mit Frau Meyer statt Frau Maier anreden, dann spricht das nicht gerade für Ihre Sorgfalt und Genauigkeit – dicker Minuspunkt!

Das Gesamtbild muss stimmen. Dazu zählen außerdem ein einheitliches Schriftbild, Schriftart, Schriftgrößen. Ist alles übersichtlich aufgebaut? Haben Sie nichts vergessen? Haben die Dokumente die richtige Reihenfolge? Das richtige Format? Wenn alles passt, klicken Sie auf Senden – und hoffen das Beste. Viel Erfolg!

Lebenslauf schreiben: Nicht am Handy!

Lebenslauf schreiben: Nicht am Handy!Ein Leben ohne Smartphone? Nicht vorstellbar!

Mittlerweile macht man nahezu alles mit dem elektronischen Helferlein. Eine Bewerbung sollte man mit seiner Hilfe aber nicht erstellen. Aufgrund der kleinen Tasten ist die Tippfehlergefahr sehr viel größer. Und wegen des kleinen Displays übersieht man sie zudem leichter.

Darum: Den Lebenslauf bitte immer am PC oder Laptop zusammenstellen!

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

Aufhebungsvertrag: Das sollten Sie wissen!

Der Aufhebungsvertrag kann ein Ausweg sein, aber auch eine Falle. Mit seiner Hilfe ist es Arbeitnehmern möglich, schnell aus dem Arbeitsvertrag herauszukommen. Das kann erforderlich sein, wenn man zügig eine neue, lukrativere Stelle antreten will. Für Arbeitgeber ist der Aufhebungsvertrag die vermeintlich bessere Alternative zur Kündigung. Beide Seiten sollten aber genau abwägen, bevor sie den Kontrakt unterzeichnen…

Aufhebungsvertrag Definition: Was ist das?

Ein Aufhebungsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, mit der beide Parteien die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses regeln wollen. Ein Aufhebungsvertrag unterscheidet sich von einer Kündigung vor allem dadurch, dass er in gegenseitigem Einverständnis geschlossen wird.

Mit dem Aufhebungsvertrag können zum Einen Kündigungsfristen umschifft werden, zum Anderen bedarf es keines triftigen Grundes. Das ist bei einer Kündigung in den allermeisten Fällen anders. Wer beispielsweise einen Arbeitnehmer fristlos vor die Tür setzen will, benötigt sogar schwerwiegende Gründe, um eine Kündigung durchsetzen zu können.

Neben der fristlosen Kündigung gibt es noch die betriebsbedingte, personenbedingte oder verhaltensbedingte Kündigung. Die Begriffe deuten es schon an: Ohne einen guten Grund geht gar nichts.

Immerhin handelt es sich bei einer Kündigung stets um eine einseitige Auflösung des Arbeitsvertrags. Dabei müssen Kündigungsfristen von bis zu mehreren Monaten beachtet werden. Eine Aufhebung kann diesen Wartezeitraum eindampfen.

Und noch ein wichtiger Punkt: Auch der Betriebsrat hat bei einem Aufhebungsvertrag keinerlei Mitspracherecht. Bei einer normalen Kündigung hat er es dagegen sehr wohl.

Aufhebungsvertrag: Das sind die Vorteile

Der Zeitfaktor ist von besonderer Bedeutung. Bei einer Kündigung können von ihrer Einreichung bis zum letzten Arbeitstag Ewigkeiten vergehen.

Das ist aber nicht der einzige Vorteil des Aufhebungsvertrags. Er kann Unternehmen auch einen langwierigen Prozess vor dem Arbeitsgericht ersparen. Viel kostengünstiger und einfacher wäre es da doch, sich außergerichtlich zu einigen. Es handelt sich de facto um einen Vergleich, wie man ihn auch aus Gerichtsprozessen kennt.

Für den Arbeitnehmer wiederum ist eine Aufhebung des Vertrags die oftmals beste Möglichkeit, um schnell aus einem Arbeitsvertrag herauszukommen. Das kann attraktiv sein, wenn man eine lukrative Stelle antreten will, die unverzüglich besetzt werden soll.

Ein anderes Szenario: Ein Auszubildender, der merkt, dass er den falschen Beruf gewählt hat oder sich am Arbeitsplatz extrem unwohl fühlt, kommt so am schnellsten aus seinem Vertrag. Nicht jeder Fehlgriff kristallisiert sich schon in der Probezeit heraus. Manchmal braucht man dafür etwas länger.

Konfliktscheue Menschen sollten sich aber hüten, vorschnell einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Denn das Klischee besagt, dass Arbeitgeber unliebsame Angestellte mit seiner Hilfe ruckzuck vor die Tür setzen und am besten noch über den Tisch ziehen wollen.

Das ist in vielen Fällen auch tatsächlich so. Aber längst nicht immer. Hier noch mal auf einen Blick die größten Vorteile des Aufhebungsvertrags aus Arbeitnehmersicht:

  • Jobwechsel

    Der Aufhebungsvertrag legt exakt das Datum fest, an dem das Arbeitsverhältnis endet. Das kann ein sehr viel früherer Zeitpunkt sein als der, den die gesetzlichen Kündigungsfristen vorsehen. Laut Gesetz können Arbeitnehmer zwar schon mit einer einmonatigen Frist kündigen, viele haben aber eine längere Kündigungsfrist im Vertrag.

    Klar ist: Wer den Vertrag zur Aufhebung unterschreibt, sollte sicher sein, den neuen Job auch wirklich in der Tasche zu haben. Sonst kann es ein böses Erwachen geben. Andererseits sollten Sie den neuen Arbeitsvertrag nicht unterschreiben, sofern Sie nicht sicher sein können, ihn auch rechtzeitig antreten zu können.

    Sie sehen: Der Prozess erfordert viel Diplomatie. Sie müssen sich als Arbeitnehmer mit zwei Parteien besprechen und einigen. Das ist Arbeit – die sich am Ende aber auszahlen kann.

  • Arbeitszeugnis

    Dieser Punkt ist wichtig: Bestehen Sie darauf, ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausgestellt zu bekommen. Das können Sie insbesondere dann, wenn von Ihrem Arbeitgeber die Initiative ausgeht und er Ihren Vertrag vorzeitig beenden will. Wenn er zum Beispiel unter Zeitdruck steht, dann verfügen Sie über relativ viel Verhandlungsmasse.

    Im Endeffekt erhalten Sie dann nicht nur ein qualifiziertes, sondern ein sehr positives Arbeitszeugnis. Das kann sich in Ihrem weiteren Berufsleben noch auszahlen.

  • Abfindung

    Der mit einer Abfindung gewürzte Aufhebungsvertrag ist ein Dokument, das Arbeitgeber gerne entgegennehmen. So lassen sich Kündigungsschutz, Sozialauswahl und Betriebsrat umgehen. Der Deal ist klar: Geld gegen Weggang! In der Regel beträgt die Höhe der Abfindung zwischen 0,25 und 0,5 Brutto-Monatsgehältern pro Jahr der Beschäftigung.

    Einen Rechtsanspruch auf eine Abfindung haben Sie als Arbeitnehmer aber wohlgemerkt nicht. Es sei denn, sie ist in Ihrem Tarif- oder Arbeitsvertrag oder Sozialplan festgeschrieben.

    Darum ist die Verlockung für viele groß, den Vertrag zu unterschreiben. Das Geld kann ein schmackhafter Köder sein – und es hilft im Zweifel, die nächste Zeit zu überbrücken. Wägen Sie aber ganz genau ab, ob Sie mit dem Geld wirklich besser fahren.

  • Renommee

    Es gibt Fälle, in denen Arbeitnehmer die fristlose Kündigung verdient hätten, weil sie sich etwas Schwerwiegendes haben zuschulden kommen lassen. Und trotzdem bietet ihnen der Chef einen Aufhebungsvertrag an. Aus Arbeitnehmersicht ist das natürlich ein schönes Szenario. Der Lebenslauf bleibt frei von Makeln, auf die weitere Jobsuche wirkt sich der Fehltritt nicht aus.

    Warum aber sollte ein Chef das machen? Vielleicht entspricht es einfach seinem Naturell. Vielleicht ist er gutmütig oder konfliktscheu. Oder es entspringt der Sympathie für den Mitarbeiter, der zwar etwas falsch gemacht hat, aber immer wohlgelitten und beliebt war.

    Zu guter Letzt kann sich ein Unternehmen nie hundertprozentig sicher sein, ob eine fristlose Kündigung vor Gericht besteht. Ein Aufhebungsvertrag wär da die sichere Variante.

Aufhebungsvertrag: Das sind die Nachteile

Wenn Sie jetzt denken, mit dem Aufhebungsvertrag nichts falsch machen zu können, irren Sie sich gewaltig. Denken Sie gut über diese Bärenfallen nach, bevor Sie den Vertrag unterschreiben:

  • Sperrzeit

    Wenn im Aufhebungsvertrag eine Abfindung festgeschrieben wurde, wertet die Arbeitsagentur dies als freiwillige Aufgabe eines sicheren Arbeitsplatzes. Das hat in der Regel eine zwölfwöchige Sperrzeit zur Folge, während der der Ex-Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat.

    Der Anspruch kann sogar noch weiter verkürzt werden. Sollte der Arbeitnehmer für mehr als zwölf Monate ALG erhalten, reduziert sich sein Anspruch um ein Viertel der Anspruchsdauer. So bleiben von 24 Monaten ALG-Anspruch am Ende nur noch 18 Monate übrig. Davon werden zwölf Wochen am Anfang und der Rest am Ende gestrichen.

    Die Sperre ist allerdings nicht zulässig, wenn der Arbeitnehmer ohnehin seine Stelle verloren hätte – zum Beispiel durch eine betriebsbedingte Kündigung – und er der Kündigung mit dem Aufhebungsvertrag nur zuvorgekommen ist.

    Und: Wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht, ist der Arbeitnehmer durch die Arbeitsagentur nicht kranken- oder rentenversichert. Dafür hat er selbst Sorge zu tragen.

  • Widerruf

    Achtung: Wenn Sie Ihren Aufhebungsvertrag einmal unterschrieben haben, können Sie den Federstrich kaum noch rückgängig machen.

    Wägen Sie also vorher ganz genau ab, ob Sie das Angebot wirklich annehmen wollen. Ein Widerrufs- oder Rücktrittsrecht existiert nicht. Der Vertrag könnte höchstens wegen Irrtums oder wegen Täuschung und Drohung angefochten werden, doch dieser Weg ist steinig und führt nicht sonderlich oft zum Erfolg.

    Unterschreiben Sie daher auch nicht unter Druck. Im Zweifel setzen Sie sich vorher mit einem Anwalt, dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft in Verbindung.

  • Hinweispflicht

    Die Aufklärungspflicht eines Arbeitgebers beschränkt sich auf die arbeits- und sozialrechtlichen Folgen des Aufhebungsvertrags. Das umfasst etwa eine mögliche Sperrzeit für das Arbeitslosengeld.

    Über mehr muss Sie Ihr Arbeitnehmer aber nicht informieren. Auch nicht darüber, dass Sie vom Vertrag – sofern einmal geschlossen – nicht mehr loskommen.

    Auch darum noch mal der Rat: Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, konsultieren Sie vor der Unterzeichnung einen Anwalt.

Aufhebungsvertrag: Das ist wichtig!

Aufhebungsvertrag: Das ist wichtig!Der Aufhebungsvertrag muss stets schriftlich auf Papier fixiert werden. Nicht bindend ist eine mündliche Vereinbarung — auch dann nicht, wenn sie unter Zeugen geschlossen wurde. Ebenfalls nicht bindend ist eine schriftliche Vereinbarung per Fax, E-Mail oder SMS. Setzen Sie also auf eine formell saubere Lösung: auf den guten alten Vertrag auf Papier.

Was möglich ist: Der Vertrag kann statt des Arbeitgebers von einem Prokuristen oder einem Mitarbeiter der Personalabteilung unterzeichnet werden.

Aufhebungsvertrag: So schreiben Sie ihn

Wir haben die wichtigsten Aspekte, die in einem Aufhebungsvertrag geregelt sein sollten, für Sie zusammengestellt – mit Formulierungsbeispielen. Das sind sie:

  1. Beendigung des Arbeitsverhältnisses

    Hier­mit heben die Parteien das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­ver­hält­nis zur Ver­mei­dung ei­ner an­sons­ten un­aus­weich­li­chen, vom Ar­beit­ge­ber aus­zu­spre­chen­den or­dent­li­chen Kün­di­gung aus be­trieb­li­chen Grün­den ein­ver­nehm­lich zum TT.MM.JJJJ auf. Die im Fal­le ei­ner Kün­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber ein­zu­hal­ten­de or­dent­li­che Kün­di­gungs­frist ist mit diesem Austrittsdatum ge­wahrt.

  2. Freistellung

    Der Arbeitgeber stellt den Arbeitnehmer ab dem TT.MM.JJJJ bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses unwiderruflich frei. Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass mit der unwiderruflichen Freistellung etwaige Urlaubs- und Freizeitausgleichsansprüche abgegolten sind.

  3. Gehalt

    Der Arbeitgeber zahlt dem Arbeitnehmer bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses das ihm zustehende reguläre Gehalt in Höhe von 0000,00 Euro brutto pro Monat.

  4. Abfindung

    Als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung in Höhe von 0000,00 Euro brutto. Der Anspruch auf Abfindung entsteht mit Abschluss dieser Vereinbarung und ist ab diesem Zeitpunkt vererblich. Fällig und zahlbar ist die Abfindung zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

  5. Zeugnis

    Der Arbeitgeber erteilt dem Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein qualifiziertes Zeugnis mit der üblichen Dankes- und Bedauernsformel und der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung „gut“.

  6. Firmeneigentum

    Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, spätestens bis zum TT.MM.JJJJ, sämtliche dem Arbeitgeber gehörenden Sachen an diesen auszuhändigen.

  7. Pflicht zur Meldung bei der Agentur für Arbeit

    Der Ar­beit­neh­mer wur­de dar­über in­for­miert, dass er zur früh­zei­ti­gen Ar­beits­su­che ver­pflich­tet ist. Er ist ver­pflich­tet, sich spä­tes­tens drei Mo­na­te vor Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses per­sön­lich bei der Agen­tur für Ar­beit ar­beits­su­chend zu mel­den. Der Ar­beit­neh­mer ist außerdem da­zu ver­pflich­tet, ak­tiv nach ei­ner Be­schäf­ti­gung zu su­chen. Informiert wurde der Ar­beit­neh­mer dar­über, dass der Ab­schluss der vor­lie­gen­den Ver­ein­ba­rung auch bei un­ver­züg­li­cher Mel­dung ei­ne Sperr­zeit zur Fol­ge ha­ben kann.

  8. Wettbewerbsverbot

    Das nachvertragliche Wettbewerbsverbot bleibt durch den Aufhebungsvertrag unberührt. Es tritt mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Kraft. Die Entschädigungszahlung fällt gemäß der Regelung im Arbeitsvertrag aus.

Aufhebungsvertrag: Worauf muss der Arbeitgeber achten?

Auf den Arbeitgeber kommt möglicherweise eine saftige Abfindung zu. Auf der anderen Seite kann er von einem Aufhebungsvertrag aber enorm profitieren. Zum Beispiel so:

  • Kündigungsfristen

    An die gesetzlichen Kündigungsfristen muss sich ein Aufhebungsvertrag nicht halten. Man kann den Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis endet, frei wählen bzw. mit dem Mitarbeiter verhandeln. Somit kann die Kündigungsfrist auch verkürzt oder verlängert werden.

  • Begründung

    Ohne gute Gründe ist die Kündigung eines Mitarbeiters oft unmöglich. Bei einem Aufhebungsvertrag ist eine Begründung unnötig, da dieser einvernehmlich geschlossen wird. Der Betriebsrat ist ebenfalls nicht involviert. Er muss nur bei einer Kündigung hinzugezogen werden. Der Aufhebungsvertrag ist also eine Möglichkeit, um ein unerwünschtes Arbeitsverhältnis ohne jeglichen Grund zu einem Wunsch-Zeitpunkt zu beenden.

  • Kündigungsschutz

    Auch in punkto Kündigungsschutz kann sich ein Aufhebungsvertrag für den Arbeitgeber als vorteilhaft erweisen. Schließlich sind manche Mitarbeiter schwieriger zu kündigen als andere, zum Beispiel Mitglieder des Betriebsrats oder solche mit einem Handicap. Durch einen Aufhebungsvertrag können Arbeitgeber den besonderen Kündigungsschutz, den sie genießen, dezent umgehen.

Aufhebungsvertrag: So nicht!

Weil der Aufhebungsvertrag für sie so attraktiv ist, setzen ihn viele Unternehmen auf unredliche Weise ein. Sie versuchen, einen unerwünschten Mitarbeiter im Schongang zu entsorgen. Bei Ihnen als Arbeitnehmer sollten die Alarmglocken klingeln, wenn…

  • der Arbeitgeber Druck aufbaut

    Beispiel: Das Angebot ist für drei Tage gültig, aber keinen Tag länger. Lassen sie sich auf derartige Spielchen gar nicht erst ein.

  • der Arbeitgeber Drohungen ausspricht

    Wenn Sie das Angebot nicht annehmen, verklagen wir Sie. Oder: Dann machen wir Ihnen das Leben hier zur Hölle. Drohungen, egal welcher Art, gehören nicht zum Vorspiel eines Aufhebungsvertrages. Das ist unanständig, unseriös und kann vor Gericht sogar zum Widerruf des Aufhebungsvertrags führen.

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Arbeitsvertrag (Muster): So muss er aussehen

arbeitsvertrag muster vorlage

Bevor Sie Ihren Arbeitsvertrag unterschreiben, sollten Sie einen Blick auf unseren Musterarbeitsvertrag werfen. Er beinhaltet alle wichtigen Elemente und Inhalte. So ist es zum Beispiel wichtig, dass die Regelungen zum Arbeitsbeginn, zur Tätigkeit und zur Urlaubslänge im Arbeitsvertrag genau festgelegt worden sind. Auch tauchen des öfteren Unklarheiten auf, was die Länge der Probezeit und Kündigungsfristen betrifft. So muss ein Arbeitsvertrag aussehen…

Arbeitsvertrag: Das ist wichtig!

Ihre Bewerbung war erfolgreich, Sie haben den Zuschlag erhalten – Jubelstimmung macht sich breit. Der Moment des Triumphs sei Ihnen gegönnt. Jeder aber weiß, wie schnell er wieder vorbei sein wird. Denn all die Arbeit wartet ja noch auf Sie – und die kann lang und mühsam sein. Aber erfüllend wird sie hoffentlich auch…

Bevor Sie aber ans Werk gehen, müssen bzw. dürfen Sie noch Ihren Arbeitsvertrag unterschreiben. Ein Federstrich macht es offiziell: Ihr neuer Lebensabschnitt beginnt! Vorher aber sollten Sie noch einen genauen Blick auf das Vertragswerk werfen. Sonst könnte es passieren, dass Ihnen noch die eine oder andere böse Überraschung widerfährt.

In der Regel schickt Ihr Arbeitgeber den Vertrag vor der Unterzeichnung zur Ansicht zu Ihnen nach Hause. So haben Sie genügend Zeit, um alles zu prüfen. Empfehlenswert kann es sein, einen Experten bzw. Juristen zu bemühen. Doch der kostet im Zweifel Geld. Alternativ gehen Sie den Arbeitsvertrag selbst durch und gleichen ihn mit unserem Musterarbeitsvertrag ab (siehe unten). Passagen, die Ihnen komisch vorkommen, sollten Sie genauer prüfen (bzw. prüfen lassen) und zur Sprache bringen.

Wir haben die wichtigsten Punkte, die in einem Arbeitsvertrag stehen müssen, für Sie zusammengefasst. Das ist natürlich auch für Arbeitgeber interessant. Sie können gerne unseren Musterarbeitsvertrag als Vorlage bemühen, wenn Sie jemanden einstellen wollen. Aber: Wir sind keine Anwälte und übernehmen daher keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Arbeitsvertrag: Das sind die wichtigsten Elemente

Diese Inhalte sind in einem Arbeitsvertrag unentbehrlich:

  • Vertragspartner

    Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind die Vertragspartner des Arbeitsvertrags. So weit, so klar. Doch sauber festgehalten werden muss das schon. Der korrekte Name des Unternehmens und Ihr vollständiger Name sind unverzichtbare Bestandteile des Arbeitsvertrags. Das kann übrigens auch dann wichtig werden, wenn es um eine Kündigung geht oder sich Ihr Arbeitgeber ändert – weil er beispielsweise eine Tochterfirma gründet.

  • Beginn des Arbeitsverhältnisses

    Der Arbeitsvertrag muss den Zeitpunkt des Arbeitsbeginns genau festhalten. Damit ist ein konkretes Datum gemeint. Es reicht nicht aus – wie etwa in der Bewerbung – vom nächstmöglichen Zeitpunkt zu sprechen. Schauen Sie also vor Ihrer Vertragsunterschrift genau hin, ob das Datum wirklich korrekt ist. Das ist auch für Ihren Urlaubsanspruch, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen relevant. Bei befristeten Verträgen muss der Arbeitsvertrag zudem das Ende des Arbeitsverhältnisses beinhalten.

  • Probezeit

    Die Probezeit ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich lang. Bis zu sechs Monate sind gesetzlich zulässig, manchmal beträgt die Probezeit auch nur drei Monate. Nach der Probezeit entfristet sich der Arbeitsvertrag automatisch. Während der Probezeit kann der Arbeitgeber – sowie der Arbeitnehmer – ohne Angabe von Gründen mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen das Arbeitsverhältnis lösen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Je kürzer die Probezeit, desto vorteilhafter.

  • Tätigkeit

    Welche Tätigkeit soll der Arbeitnehmer ausüben? Die Aufgaben müssen vertraglich fixiert werden – genauso wie die Position, die der Arbeitnehmer bekleiden wird. Allerdings ist die Angabe der Aufgaben meist nur sehr vage. Andernfalls könnten Arbeitgeber gar nicht mehr durchsetzen, ihre Mitarbeiter mit neuen Zusatzaufgaben zu betrauen. Unternehmen wollen flexibel einsetzbare Arbeitnehmer, darum ist auch die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag meist nicht sehr konkret.

  • Arbeitszeit

    Die Arbeitszeit ist wesentlicher Bestandteil des Arbeitsvertrags. Immer noch üblich ist die 40-Stunden-Woche. Das sind umgerechnet fünf Arbeitstage pro Woche mit je acht Stunden am Tag. Je nach Branche und Unternehmen gibt es aber etliche Abweichungen. Von den vielen (unbezahlten) Überstunden ganz zu schweigen – die sind wohlgemerkt nicht im Arbeitsvertrag festgeschrieben.

  • Gehalt

    Bei vielen wandern die Augen zuerst auf die magische Zahl: Wie hoch ist mein Gehalt? Das Gehalt kann sich nach dem Verhandlungsgeschick des Bewerbers richten – oder nach dem jeweiligen Tarifvertrag. Gucken Sie genau hin, ob der Betrag korrekt im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Sie haben 2.700 Euro brutto ausgehandelt, im Vertrag stehen aber nur 2.650 Euro? Dann sollten Sie schnell Rücksprache mit der Personalabteilung halten. Im Arbeitsvertrag wird das Gehalt meist als Bruttomonatsgehalt angegeben. Auch steht hier, wann das Gehalt gezahlt wird, beispielsweise am 15. oder am 1. eines Monats.

  • Urlaub

    Weniger als 20 Urlaubstage sollten in Ihrem Arbeitsvertrag nicht festgehalten sein, sofern Sie Vollzeitbeschäftigter sind. Der gesetzliche Mindestanspruch auf Urlaub beträgt bei einer Fünf-Tage-Woche 20 Stunden, bei einer Sechs-Tage-Woche 24 Tage. Das gilt auch für Teilzeitkräfte. Der Mindestanspruch richtet sich dabei immer nach den Arbeitstagen, nicht nach den Arbeitsstunden pro Tag. Teilzeitangestellte, die weniger als fünf Tage pro Woche arbeiten, müssen ihren Urlaubsanspruch anteilig berechnen. Viele Arbeitgeber gehen auch über den gesetzlichen Mindestanspruch hinaus und gewähren etwa 26 oder 30 Tage.

  • Krankheit

    Im Falle einer Erkrankung muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber unverzüglich darüber informieren. Nicht immer einheitlich sind die Regelungen darüber, wann ein ärztliches Attest eingereicht werden muss. Viele Arbeitgeber schreiben vertraglich fest, dass Mitarbeiter spätestens am dritten Tag der Erkrankung eine offizielle Krankmeldung vorlegen müssen. Sie können sie aber auch schon am ersten Tag verlangen.

  • Nebentätigkeit

    Ein pauschales Verbot darf der Arbeitgeber Ihnen nicht aussprechen. Er muss Ihnen einen Nebenjob vertraglich gestatten. Allerdings nur dann, wenn dieser Ihre Arbeit nicht beeinträchtigt oder wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran hat, dass Sie den Nebenjob nicht annehmen. Das ist offensichtlich dann der Fall, wenn Sie für einen Konkurrenten tätig werden wollen. Einfach so darf ein Arbeitnehmer einen Nebenjob aber nicht antreten, sofern im Vertrag steht, dass er ihn zuvor anmelden muss.

  • Kündigung

    Nichts ist für die Ewigkeit – auch Ihr neuer Job nicht. Im Arbeitsvertrag werden daher neben dem Beginn und Inhalt des Arbeitsverhältnisses auch sein Ende geregelt. Von Bedeutung ist hier vor allem die Kündigungsfrist. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass ein Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen kündigen kann – unabhängig von seiner Beschäftigungsdauer. Der Arbeitgeber muss hingegen die Beschäftigungsdauer seines Arbeitnehmers beachten, wenn er ihm kündigen will. Je länger ein Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt ist, desto länger diese Kündigungsfrist. Der Arbeitgeber kann nun aber beide Kündigungsfristen vertraglich aneinander koppeln. Dann könnte ein langjähriger Arbeitnehmer nicht mehr innerhalb von vier Wochen das Weite suchen.

  • Sonstiges

    Das sind längst nicht alle Klauseln, die sich im Arbeitsvertrag wiederfinden können. So kann eine Klausel zur Verschwiegenheitspflicht eingebaut werden, die dem Mitarbeiter untersagt, Betriebsgeheimnisse und andere Interna weiterzugeben. Die Regelung kann wohlgemerkt auch noch dann gelten, wenn das Arbeitsverhältnis längst beendet worden ist. Mögliche Vertragsstrafen, Verfall- und Ausschlussfristen können sich ebenfalls in einem eigenen Paragraphen im Vertrag wiederfinden. Am Ende fügt der Arbeitgeber oft eine Klausel ein, die besagt, wie mögliche Änderungen am Vertrag zu erfolgen haben.

Musterarbeitsvertrag: So kann er aussehen

Arbeitsvertrag

Zwischen
ABC AG
Kommerzstraße 1
98765 Kapitalstadt

– nachfolgend Arbeitgeber genannt –

und
Frau
Silke Sonnenschein
Sonnenallee 999
12345 Sommern

– nachfolgend Arbeitnehmer genannt –

wird folgender Arbeitsvertrag geschlossen:

§ 1 Beginn des Arbeitsverhältnisses
Das Arbeitsverhältnis beginnt am 01.01.2019.

§ 2 Probezeit
Das Arbeitsverhältnis wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit. Während dieser Probezeit kann das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von zwei Wochen ohne Angaben von Gründen gekündigt werden.

oder:
Der Arbeitsvertrag wird auf die Dauer von sechs Monaten vom xx.xx.xxxx bis zum xx.xx.xxxx zur Probe abgeschlossen. Nach Ablauf dieser Befristung endet das Arbeitsverhältnis, ohne dass es einer Kündigung bedarf, wenn nicht bis zu diesem Zeitpunkt eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses vereinbart wird. Innerhalb der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, unbeschadet des Rechts zur fristlosen Kündigung (befristetes Probearbeitsverhältnis).

§ 3 Tätigkeit
Der Ar­beit­neh­mer wird als Berufsbezeichnung ein­ge­stellt. Der Ar­beit­ge­ber be­hält sich vor, dem Ar­beit­neh­mer un­ter Bei­be­hal­tung der Ver­gü­tung an­de­re gleich­wer­ti­ge Ar­beits­auf­ga­ben zu­zu­wei­sen, so­weit dies bei Ab­wä­gung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen für den Ar­beit­neh­mer zu­mut­bar ist. Ort der Tätigkeit ist Düsseldorf.

§ 4 Vergütung
Der Ar­beit­neh­mer er­hält für seine Tätigkeit ein monatliches Gehalt von 3.200 Euro brutto. Das Gehalt wird jeweils zum Monatsende gezahlt. Ein An­spruch auf wei­te­re Zah­lun­gen wie zum Beispiel ein Ur­laubs­geld, ein Weih­nachts­geld oder ein 13. Mo­nats­ge­halt be­steht nicht. So­weit der Ar­beit­ge­ber sol­che Zah­lun­gen leis­tet, ge­schieht dies frei­wil­lig. Auch mehr­fa­che Zah­lun­gen be­grün­den kei­nen Rechts­an­spruch für die Zu­kunft.

§ 5 Arbeitszeit
Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, die auf fünf Tage in der Kalenderwoche zu verteilen sind. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit richten sich nach der betrieblichen Einteilung. Die Kernarbeitszeit ist täglich von 9 bis 17 Uhr.

§ 6 Urlaub
Der Ar­beit­neh­mer hat An­spruch auf be­zahl­ten Ur­laub im Um­fang von 20 Arbeitstagen pro Ka­len­der­jahr – ausgehend von einer Fünf-Tage-Woche. Der Arbeitgeber gewährt zusätzlich einen vertraglichen Urlaub von weiteren fünf Arbeitstagen.

Für den vertraglichen Urlaub gilt abweichend von dem gesetzlichen Mindesturlaub, dass der Urlaubsanspruch am 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres auch dann verfällt, wenn er wegen Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers nicht genommen werden kann. Ei­ne Über­tra­gung auf das Fol­ge­jahr fin­det nur im Fal­le ei­ner aus­drück­li­chen Über­tra­gungs­ver­ein­ba­rung statt und höchs­tens bis zum 31. März des Fol­ge­jah­res. Der über­tra­ge­ne Ur­laubs­an­spruch ver­fällt am 31. März des Fol­ge­jah­res auch dann, wenn der Ur­laub in­fol­ge ei­ner Er­kran­kung nicht ge­nom­men wer­den kann.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind verbleibende Urlaubsansprüche innerhalb der Kündigungsfrist abzubauen, soweit dies möglich ist. Der vertragliche Zusatzurlaub erlischt mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses.  

§ 7 Krankheit
Der Ar­beit­neh­mer hat je­de krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit und de­ren vor­aus­sicht­li­che Dau­er un­ver­züg­lich dem Ar­beit­ge­ber an­zu­zei­gen und ein ärzt­li­ches At­test vor­zu­le­gen. Ist der Arbeitnehmer infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig, hat er Anspruch auf die Fortzahlung der Arbeitsvergütung bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen nach den gesetzlichen Bestimmungen.

§ 8 Nebentätigkeit
Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, jede regelmäßige Ausübung einer Nebenbeschäftigung vor ihrer Aufnahme dem Arbeitgeber gegenüber in Textform anzuzeigen. Sie ist  nur mit Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.

Der Arbeitgeber verpflichtet sich dazu, diese Zustimmung zu erteilen, sollte er kein berechtigtes Interesse daran haben, diese zu untersagen. Ein solch berechtigtes Interesse besteht, wenn die Ausübung der Nebentätigkeit den Arbeitnehmer in der Erfüllung seiner Pflichten beeinträchtigt oder die Nebentätigkeit im Widerspruch zu den Zielen des Arbeitgebers steht.

Der Arbeitgeber kann seine Einwilligung jederzeit widerrufen, wenn sein betriebliches Interesse dies auch unter Berücksichtigung der Arbeitnehmerinteressen erfordert. 

§ 9 Verschwiegenheitspflicht
Der Ar­beit­neh­mer ist dazu ver­pflich­tet, über al­le Be­triebsgeheimnisse und Ge­schäfts­ge­heim­nis­se so­wie über An­ge­le­gen­hei­ten, die der Ar­beit­ge­ber als ver­trau­lich be­zeich­net hat, drit­ten Per­so­nen ge­gen­über Still­schwei­gen zu be­wah­ren. Die­se Pflicht gilt auch über die Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses hin­aus.

§ 10 Kündigung
Nach Ab­lauf der Prob­ezeit gel­ten die Kün­di­gungs­fris­ten des § 622 Abs.2 Satz 1 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB). Jede gesetzliche Verlängerung der Kündigungsfrist zugunsten des Arbeitnehmers gilt dabei in gleicher Weise auch zugunsten des Arbeitgebers. Die Kündigung bedarf der Schriftform. Vor Antritt des Arbeitsverhältnisses ist die Kündigung ausgeschlossen.

Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist auch ohne Einhaltung der Kündigungsfrist möglich.
Bei Ende des Arbeitsverhältnisses ist der Arbeitnehmer verpflichtet, alle ihm überlassenen Unterlagen, Dokumente und sonstige Materialien unverzüglich zurückzugeben.

Das Arbeitsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, bei Erreichen des gesetzlich festgelegten Renteneintrittsalters oder mit der Feststellung der Erwerbsunfähigkeit.

§ 11 Zusätzliche Vereinbarungen
Vertragsänderungen, Nachträge und Ergänzungen des Arbeitsvertrages sind nur wirksam, wenn sie schriftlich getroffen werden. Dies gilt auch für den Verzicht auf das Schriftformerfordernis.

Dem Arbeitnehmer entstehen daher keine Ansprüche aus betrieblicher Übung. Vertragsänderungen durch Individualabreden sind formlos wirksam.

Sollten eine oder mehrere Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, wird die Wirksamkeit des übrigen Vertrages und der übrigen Bestimmungen nicht berührt. In diesem Fall verpflichten sich die Vertragsparteien, umgehend rechtswirksame Ersatzregelungen zu treffen.

Kapitalstadt, 01.06.2019

Unterschrift Arbeitgeber, Unterschrift Arbeitnehmer

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