Bewerbungsflyer: Ideal für Job- und Karrieremessen

Bewerbungsflyer Tipps Vorteile

Bewerbungsflyer sind weitgehend unbekannt. Genau das ist Ihr großer Vorteil. Wer mit einem Flyer für sich wirbt, hebt sich von der Masse ab. Speziell auf Jobmessen verspricht diese Taktik Erfolg. Mit einem lieblos beschrifteten Wisch ist es aber nicht getan. Ein Bewerbungsflyer führt Sie direkt zum Job, wenn Sie Folgendes beachten…

Bewerbungsflyer: Was ist das?

Ein Bewerbungsflyer ist genau der richtige Weggefährte für eine Job- oder Karrieremesse. Sie können ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen, um ihr Interesse zu wecken. Im Vergleich zur Visitenkarte ist er origineller, aber auch gehaltvoller.

Beim Bewerbungsflyer handelt es sich um ein klassisches DIN-A4-Blatt. Dieses wird beidseitig bedruckt und im Leporello-Format gefaltet. Durch die Knicke entstehen dabei drei Segmente. Zählt man Vorder- und Rückseite zusammen, ergeben sich sogar sechs Bereiche. Auf diesen können Sie sich und Ihr Profil vorstellen.

Inhaltlich fasst der Bewerbungsflyer Ihren Lebenslauf in einer Art Leistungsprofil zusammen. Es stehen also die wichtigsten Informationen über Sie und Ihre Kompetenzen darauf. Vorteil: Der Empfänger kann sich schnell ein Bild über Sie machen.

Bewerbungsflyer: Für wen eignet er sich?

Für alle Branchen und Berufe ist ein Bewerbungsflyer selbstverständlich nicht geeignet. Ein Manager bewirbt sich nicht per Flyer, auch andere Führungskräfte werden so nur schwerlich überzeugen können. In konservativen Branchen wie der Banken- und Versicherungsbranche findet man auf diese Weise wahrscheinlich keine Stelle. Erst recht nicht, wenn es sich um keinen qualitativ hochwertigen und vorzeigbaren Flyer handelt.

Für Berufseinsteiger dagegen könnte das Medium eine spannende Wahl sein. Oder für Bewerber, die Mühe haben, aus der grauen Masse hervorzustechen.

Bitte nicht falsch verstehen: Der Bewerbungsflyer ist keine Alternative zur Bewerbung. Sie verschicken ihn nicht per Post und spazieren auch nicht ins Personalbüro, um ihn dort abzugeben.

Sie nehmen ihn vielmehr mit auf eine Job- oder Karrieremesse. Vorteil: Die Teilnehmer sind auf Recruiting-Themen geeicht, dürften für originelle Ansätze offen und manchmal sogar regelrecht dankbar sein. Sie stoßen also definitiv auf offene Ohren – und Augen.

Ein denkbares Szenario: Sie haben mit mehreren Unternehmen vorab Termine auf einer Jobmesse vereinbart. Dafür erstellen Sie gewissenhaft Bewerbungsmappen mitsamt einer Kurzbewerbung und packen sie in Ihr Gepäck.

Nun begegnet Ihnen auf der Messe zufällig ein Recruiter Ihrer Traum-Firma. Ein Match! Nur haben Sie für ihn gar keine Kurzbewerbung mehr übrig. Was tun?

Sie kennen die Antwort schon: Sie überreichen ihm einfach einen Ihrer Bewerbungsflyer, von denen Sie ebenfalls ein paar eingesteckt haben. Vorteil: Die Flyer sind nicht individualisiert und eignen sich im Prinzip für jeden Gesprächspartner vor Ort. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Bewerbungsflyer: So ist er aufgebaut

Im Grunde können Sie Ihren Bewerbungsflyer so gestalten, wie Sie wollen. Er soll schließlich Ihre Persönlichkeit unterstreichen. Aber vergessen Sie nicht den Zweck, den Sie letztlich verfolgen. Sie wollen dem Empfänger einen Überblick und Informationen an die Hand geben.

Zunächst nehmen Sie ein DIN A4-Blatt und legen es quer. So könnte die Vorderseite aufgebaut sein:

  • Linke Spalte: Deckblatt, Name, Foto, Kontaktdaten
  • Mittlere Spalte: Beruflicher Werdegang in Tabellenform
  • Rechte Spalte: Spezielle Qualifikationen (Erfahrungen, Projekte, Erfolge)

Und so könnte die Rückseite aufgebaut sein:

  • Linke Spalte: Aus- und Weiterbildungen, Studium, Schule
  • Mittlere Spalte: Referenzen (Empfehlungen)
  • Rechte Spalte: Auslandserfahrungen, Social-Media-Profile

Ob Ihr Flyer zündet, hängt auch von Gestaltung und Design ab. Ein lausig zusammengeschusterter Leporello wird für Stirnrunzeln sorgen und allenfalls ein müdes Lächeln im Gesicht des Empfängers hinterlassen. Wenn Sie das nötige Kleingeld haben, können Sie die Aufgabe auch gerne einem Grafikdesigner übertragen.

Auffälligkeit ist in diesem Fall erwünscht: Der Bewerbungsflyer soll maximale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber gleichzeitig eine gewisse Ernsthaftigkeit und Seriosität wahren. Von allzu gewagten Marketing-Gags sehen Sie also besser ab. Es sei denn, Sie bewegen sich in einer Branche, die Extraversion geradezu einfordert (Werbung, Marketing, Film, Theater, Musiker, Animateure usw.).

Immerhin beweisen Sie auch Mut. Nicht jeder traut sich, einen Bewerbungsflyer zu verteilen. Ein Indiz, dass in Ihnen ein Verkäufer-Gen schlummert. Und kaum etwas lieben Unternehmen mehr als Menschen, die ihre Produkte gut verkaufen können…

Klar sollte Ihnen auch sein, dass sich der Effekt mit der Zeit abnutzt. Mehrere Jahre in Folge sollten Sie mit ein und demselben Flyer die Jobmessen nicht unsicher machen.

Das sind die Vorteile

Diese Vorteile hat ein Bewerbungsflyer:

  • Im Gegensatz zu einer Visitenkarte enthält er mehr Informationen. Er ist aussagekräftiger.
  • Im Vergleich zu einer Kurzbewerbung hat man einen Bewerbungsflyer relativ schnell erstellt. Man kann ihn immer wieder verwenden.
  • Er garantiert Aufmerksamkeit. Weil er noch nicht so verbreitet ist, können Sie sich damit vom Rest abheben.
  • Sie können ihn überall mit hinnehmen. Er ist leicht und handlich, passt in jede Tasche. Und auch wenn Sie ihn falten und knicken, ist er meist noch brauchbar.
  • In kreativen Berufen geben Sie mit einem Bewerbungsflyer zugleich eine Arbeitsprobe ab. Geradezu prädestiniert ist er, wenn Sie eine Ausbildung zum Mediengestalter anstreben.
  • Er ist relativ günstig in der Herstellung.

Das sind die Nachteile

Diese Nachteile hat ein Bewerbungsflyer:

  • Für die Erstellung braucht man Knowhow im Umgang mit Layout- und Designprogrammen. Er stellt somit höhere Anforderungen an den Ersteller als ein einfaches Anschreiben und Lebenslauf.
  • Sie müssen selektieren können. Auf dem Flyer finden nicht alle Informationen Platz, die sie in einer Bewerbung hätten unterbringen können. Wenn Sie sich für die falschen Inhalte entscheiden, ist der Bewerbungsflyer wirkungslos.
  • Bewerbungsflyer erinnern in Form und Gestalt an Werbeflyer. Und die sind in etwa so beliebt wie Pickel im Gesicht. Der Drang ist groß, einen Flyer unmittelbar nach Erhalt schnell wieder zu entsorgen – falls man ihn überhaupt erst aus Höflichkeit entgegengenommen hat.

So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehen

So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehenSie können sich einen Bewerbungsflyer optisch noch immer nicht so richtig vorstellen? Dann werfen Sie mal einen Blick auf unsere Muster. So könnte Ihr Flyer aussehen:

[Bildnachweis: Mila Supinskaya Glashchenko by Shutterstock.com]

Jobs in Hamburg: Hier finden Sie die Perlen im Norden

Jobs in Hamburg Tipps

Der Arbeitsmarkt in Hamburg ist dynamisch. Vor allem in Logistik, Maschinenbau, Luftfahrt und Handel ist die Stadt traditionell stark. Neue Jobs in Hamburg entstehen zunehmend auch in der Internetwirtschaft und ihren Startups. Karrieresprung hat die wichtigsten Infos für alle, die in Hamburg arbeiten, wohnen und leben wollen. Hier finden Sie Jobs in Hamburg…

Jobs Hamburg: Wissenswertes zur Region und Stadtteilen

Hamburg feiert sich selbst gerne als Perle, als schönste Stadt Deutschlands. Durch die imposante Elbphilharmonie ist die Stadt noch schöner geworden. Das Konzerthaus ist DAS neue Wahrzeichen Hamburgs.

Bisher teilten sich diesen Rang Hafen, Michel und das Miniaturwunderland, das 2017 in einer Umfrage sogar zur beliebtesten Sehenswürdigkeit in ganz Deutschland gewählt wurde. Partygänger feiern derweil auf der Reeperbahn noch nachts um halb eins.

Und dann gibt es da die Hafen-City, in der auf über zwei Quadratkilometern neue Hotels, Wohnungen und Büros gebaut werden. Es handelt sich auch im internationalen Maßstab um ein Mega-Projekt. Die Hafen-City ist populär und attraktiv, steht aber auch für die zunehmende Gentrifizierung. Exklusiv, edel, teuer.

Gut weg kommt in den Umfragen vor allem Eimsbüttel, vor allem bei Familien. Der Stadtteil im Hamburger Norden ist laut Polizeistatistik sehr sicher, hat eine hohe Dichte an Kitas, Schulen und Sportvereinen. Beliebte Wohngegenden sind zudem Winterhude, Barmbek-Nord, Eppendorf, Altona-Nord und auch das legendäre St. Pauli.

Die Wohlhabenden zieht es derweil in die Vororte, zum Beispiel raus in den Speckgürtel nach Wohldorf-Ohlstedt oder nach Blankenese im Westen der Hansestadt.

Arbeitsmarkt in Hamburg

Der Arbeitsmarkt in Hamburg brummt. Im August waren 983.600 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie zuvor.

Und die Unternehmen sind weiterhin auf der Suche nach Fachkräften. Über 18.700 offene Stellen gab es nach Angaben der Arbeitsagentur allein im Oktober 2018 – so viele wie seit November 2008 nicht mehr. Vor allem in diesen Bereichen werden Mitarbeiter gesucht:

  • Industrie
  • Verkehr und Logistik
  • Schutz und Sicherheit
  • Gesundheitswesen
  • Kaufmännische Dienstleistungen

Neue Jobs in Hamburg wurden zuletzt insbesondere in den Segmenten Erziehung und Unterricht, öffentliche Verwaltung, Baugewerbe und Gastgewerbe geschaffen. Auch die Informations- und Kommunikationsbranche ist ein Beschäftigungstreiber. Einen Rückgang verzeichnet dagegen die Finanz- und Versicherungsbranche.

Trotzdem sind alleine in Hamburg rund 64.000 Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug im Oktober 2018 6,1 Prozent. Das ist mehr als im bundesweiten Durchschnitt. In ganz Deutschland liegt die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent.

Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Hamburg ist nach eigener Lesart die schönste Stadt der Welt. Noch schöner ist sie für alle, die gutes Geld verdienen. Und das tun in Hamburg nicht wenige. Nach Angaben der Gehaltsplattform gehalt.de beträgt das Hamburger Lohnniveau 106,1 Prozent des Bundesschnitts.

Damit liegt die Hansestadt auf Rang vier von 16 Bundesländern. Noch besser sind die Verdienstmöglichkeiten nur in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

Im Städtevergleich aber gehört Hamburg nicht zur Crème de la Crème. Stuttgart hat ein Lohnniveau von 127,6 Prozent, München eines von 126,1 Prozent. Auch Wiesbaden und Mainz rangieren vor Hamburg, das selbst nur einen knappen Vorsprung vor Hannover hat.

Laut gehalt.de liegt das Einstiegsgehalt für Ausgelernte in Hamburg bei 31.527 Euro. Akademiker können sogar mit 48.469 Euro rechnen.

Der Gehaltsreport 2018 der Jobbörse Stepstone spuckt ein Durchschnittsgehalt von 57.338 Euro für Fach- und Führungskäfte aus. Damit liegt Hamburg hinter Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, wo Fach- und Führungskräfte jeweils über 60.000 Euro jährlich einstreichen. Sogar Nordrhein-Westfalen liegt in diesem Ranking noch vor Hamburg.

Beim Verdienstranking der Bundesagentur für Arbeit liegt Hamburg dagegen an der Spitze. Demnach gibt es hier mit 19,94 Euro den höchsten Bruttostundenverdienst. Sogar in Hessen und Baden-Württemberg gibt es laut BA deutlich weniger. Allerdings beziehen sich die Angaben noch auf Daten von 2014.

Wichtige Arbeitgeber in Hamburg

Die Logistik nimmt traditionell eine starke Rolle im Branchenmix Hamburgs – dem Tor zur Welt – ein. Stellvertretend dafür stehen die Hamburger Hafen und Logistik AG, Kühne + Nagel, Hapag Lloyd und die VTG AG.

Auch als Medienstadt ist Hamburg berühmt. Doch hat Berlin der Perle des Nordens längst den Rang abgelaufen. Der Umzug von Axel Springer ist das bekannteste Beispiel für die schrittweise Verlagerung der Medienszene in die Hauptstadt.

Zu den populärsten Firmennamen Hamburgs zählen vor allem DAX-Aushängeschild Beiersdorf, Optiker Fielmann sowie die Händler Otto und Tchibo.

Hier eine Auswahl der wichtigsten Unternehmen und Arbeitgeber in Hamburg:

  • Otto Group (Versandhandel)
  • Marquard & Bahls (Energie)
  • Tchibo (Einzelhandel)
  • Beiersdorf AG (Konsumgüter)
  • Helm AG (Mischkonzern)
  • Gebr. Heinemann (Duty-free)
  • Airbus (Luftfahrt)
  • Asklepios Kliniken
  • Aurubis AG (Rohstoffe)
  • Evotec AG (Biotechnologie)
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Hamburger Sparkasse
  • Hamburger Hochbahn AG
  • Hamburger Hafen und Logistik AG
  • Hapag Lloyd AG (Logistik)
  • Lufthansa (Luftfahrt)
  • Fielmann AG (Optiker)
  • Jungheinrich AG (Maschinenbau)
  • Körber AG (Mischkonzern)
  • Kühne + Nagel (Logistik)
  • Norddeutscher Rundfunk (Medien)
  • Signal Iduna (Versicherung)
  • Techniker Krankenkasse
  • Vattenfall (Energie)
  • VTG AG (Logistik)
  • Xing AG (Internet)

Karriereaussichten und Wirtschaft in Hamburg

Hamburg gilt als DAS Wirtschaftszentrum des Nordens. Im Städtevergleich ist die Hansestadt sogar der größte Industriestandort Deutschlands. Das Statistische Landesamt hat berechnet, dass die 444 Hamburger Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern im Jahr 2016 zusammen einen Umsatz von 68,6 Milliarden Euro erzielten und 86.000 Personen beschäftigten.

Die meisten Beschäftigten in der Industrie gibt es demnach in:

  • Fahrzeugbau
  • Reparatur/Installation von Maschinen
  • Maschinenbau

Starke Umsätze erzielen zudem die Wirtschaftsbereiche:

  • Mineralölverarbeitung
  • Ernährungsgewerbe inkl. Tabakverarbeitung
  • Metallerzeugung und -verarbeitung

Hamburg ist der weltweit drittgrößte Standort des zivilen Flugzeugbaus. Airbus und Lufthansa Technik beschäftigen Tausende Mitarbeiter. Auch die Windenergie hat einen starken Stand. Im DAX hält die Firma Beiersdorf, die für Marken wie Nivea, Tesa und Labello bekannt ist, Hamburgs Fahne hoch.

Hamburg ist wirtschaftlich eine Macht. Aber ihr droht Ungemach. So wuchs die Wirtschaft 2016 nur im Saarland schwächer als in Hamburg. Schon seit 2006 hat sich die Hamburger Wirtschaft im Vergleich zum Bundesdurchschnitt schwächer entwickelt. Als Medienstadt hat Berlin den Hanseaten nach und nach den Rang abgelaufen.

Und auch im Bereich Startups gibt es einen erbitterten Kampf zwischen Berlin und Hamburg. 7,2 Prozent aller deutschen Startups haben ihren Hauptsitz laut dem Startup Monitor 2018 in Hamburg. Damit liegt die Stadt auf Rang zwei. Nur Berlin hat mehr, die Hauptstadt beherbergt 15,8 Prozent aller einheimischen Startups. Aber: Während der prozentuale Anteil Berlins zuletzt schrumpfte, legte Hamburg zu.

In keinem anderen Bundesland ist die Wirtschaftskraft pro Kopf so groß wie in Hamburg. Auch ist Hamburg eine der wenigen Regionen außerhalb Süddeutschlands, in denen MINT-Fachkräfte ein reichhaltiges Angebot an Top-Jobs vorfinden. Laut IW-Studie waren von 1.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Hamburg 49 in einem technisch-naturwissenschaftlichen Akademikerberuf tätig – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Zum Vergleich: In Berlin waren es nur 38 von 1.000, in Schleswig-Holstein nur 26.

Allerdings lässt sich durchaus einwenden, dass der Vergleich hinkt. Würde man Hamburg mit anderen Städten wie München, Stuttgart oder Karlsruhe vergleichen, dann fiele die Bilanz längst nicht mehr so positiv aus. Nichtsdestotrotz zählt Hamburg zu den wenigen MINT-Hochburgen außerhalb Süddeutschlands. Die anderen sind Aachen, Wolfsburg und Dresden.

Im Städteranking 2018 der Wirtschaftswoche schafft es Hamburg immerhin auf Platz elf. Das ist gut, aber nicht absolute Spitzenklasse. Vor Hamburg rangieren Würzburg, Darmstadt, Ulm, Wolfsburg, Regensburg, Frankfurt, Erlangen, Stuttgart, Ingolstadt und München. Im Dynamikranking taucht Hamburg dagegen erst auf Platz 22 auf.

Kosten: Lebenshaltung, Mietpreise

Der Hamburger Wohnungsmarkt ist berüchtigt. Sogar Investoren halten Immobilien in Hamburg mittlerweile für überteuert, wie eine Analyse der Beratungsgesellschaft PWC im November 2018 ergab.

Dabei zählt Hamburg gar nicht mehr zu den teuersten Städten des Landes.

Pro Quadratmeter werden im Schnitt 11,93 Euro fällig. Die Hansestadt liegt sogar noch hinter Wiesbaden, Darmstadt, Ingolstadt, Mainz, Freiburg und Berlin. Die Hauptstädter veranschlagen schon 12,32 Euro pro Quadratmeter. In Frankfurt werden sogar 14 Euro fällig. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt München. Hier zahlen Mieter sagenhafte 17,71 Euro für den Quadratmeter.

Teure Pflaster sind die Hafencity, Rotherbaum und Harvestehude. Vergleichsweise günstig wohnt es sich in Lohbrügge, auf der Veddel oder in Wilstorf im Bezirk Harburg. Die meisten freien Wohnungen gibt es laut Immowelt in Rahlstedt, Winterhude, Eimsbüttel, Barmbek-Nord, Bergedorf und Barmbek-Süd.

Nach Daten von Immowelt bewegen sich die aktuellen Quadratmeterpreise zwischen 10,90 Euro und 14,50 Euro – je nach Größe der Wohnung. Zwar steigen die Preise in Hamburg weiter, aber längst nicht so extrem wie in anderen Städten. Bestes Beispiel: Berlin.

Auch Studenten müssen tief in die Tasche greifen, wenn Sie in Hamburg leben wollen. Laut IW-Studentenwohnpreisindex werden für eine 30-Quadratmeter-Wohnung 427 Euro fällig. Damit rangiert Hamburg auf Platz fünf von 18 untersuchten Städten. Ganz vorne liegt erwartungsgemäß München mit 635 Euro. Am günstigsten wohnen Studenten in Magdeburg. Hier kostet eine 30-Quadratmeter-Bude nur 247 Euro.

Kontaktdaten und Servicestellen

Sie wollen sich in Hamburg selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Hamburg suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr zuständiges Finanzamt in Hamburg finden Sie hier.
  • Die Agentur für Arbeit Hamburg finden Sie hier.
  • Die Hamburger Existenzgründungsinitiative (hei) finden Sie hier.
  • Die Handelskammer Hamburg (HK) finden Sie hier.
  • Die Hamburg Invest-Agentur für Ansiedlungen finden Sie hier.
  • Jobs in Hamburg finden Sie hier.
[Bildnachweis: canadastock by Shutterstock.com]

Lücken im Lebenslauf: Wie Sie sie sinnvoll füllen

Lücken im Lebenslauf sind wie Löcher in den Zähnen. Sie können richtig weh tun. Eine lange Phase der Arbeitslosigkeit etwa weckt bei Personalern Argwohn. Was stimmt mit dem Bewerber nicht? Im schlechtesten Fall führen Lücken im Lebenslauf dazu, dass der Bewerber aus dem Rennen genommen wird. Doch nicht jede Leerstelle muss gleich das Aus bedeuten. So füllen Bewerber ihre Lücken im Lebenslauf sinnvoll aus…

Lücken im Lebenslauf: Was ist das?

Ein Monat Leerlauf – das ist nicht tragisch. Vielleicht haben Sie eine schöne Reise gemacht. Oder Sie standen gerade an der Schnittstelle zwischen zwei Jobs oder am Übergang vom Studium zum Beruf.

Auch eine Phase der Neuorientierung, die über einen Monat hinausgeht, ist völlig in Ordnung. Wenn Sie sechs oder acht Wochen gebraucht haben, um Zukunftspläne zu schmieden, wird Ihnen kein Personaler den Kopf umdrehen. Aber irgendwann wird es kritisch. Spätestens nach einer zweimonatigen Pause entsteht eine Lücke, die Sie beizeiten erklären müssen.

Eine glasklare Definition für eine zu große Lebenslauf-Lücke gibt es nicht. Als Faustregel können Sie sich aber merken:

Alles, was über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten hinausgeht und nicht erklärt wird, gilt als Lücke.

Grundsätzlich sind Lücken im Lebenslauf Zeitabschnitte, in denen man keiner/keinem…

  • Praktikum
  • Berufsausbildung
  • Studium
  • dauerhaften Beschäftigung
  • Weiterbildung

nachgeht. Im Personalbüro kommt prompt der Verdacht auf: Der Bewerber war arbeitslos. Und der Folgeverdacht lautet: Er war aus gutem Grund arbeitslos. Wenn sich in all der Zeit kein Unternehmen gefunden hat, das ihn einstellen wollte, warum sollten wir es dann tun?

Eine große Lücke wirft also ein schlechtes Licht auf den Bewerber. Manchmal zurecht, oft aber auch zu Unrecht. Darum gilt es, mögliche Missverständnisse rechtzeitig auszuräumen. So gelingt es…

Lücken im Lebenslauf: So werden sie gerne kaschiert

Ein beliebter Trick ist es, keine Monatsangaben im Lebenslauf zu machen, sondern Jahresangaben. Das sieht dann so aus:

2018 Anstellung bei der Fake AG, Rosenheim
2017 Anstellung bei der No Plan GmbH, Flensburg
2016 Praktikum bei der Crazy KG, Köln

Eine zweite Möglichkeit ist es, ein Erfahrungsprofil statt eines achronologischen Lebenslaufs einzureichen. So kann ein Bewerber seine Qualifikationen quantifizieren, ohne Jahreszahlen angeben zu müssen. Zum Beispiel so:

5 Jahre Erfahrung als Außendienst-Mitarbeiter im Tiefkühl-Segment
3 Jahre Erfahrung als Call-Center-Agent Outbound
2 Jahre Erfahrung als Vertriebsassistent

Unser Tipp: Sehen Sie von solchen Mätzchen in Ihrer Bewerbung ab. Personaler kennen die Tricks. Sie nähren nur den Verdacht, dass etwas nicht stimmt mit Ihnen. Die Chancen auf eine Einladung sinken. Wird sie doch ausgesprochen, müssen Sie sich auf unangenehme Fragen einrichten, die Sie vielleicht nicht beantworten können.

Aber Sie können sich anderweitig helfen. Legitim ist es für Bewerber etwa, im Lebenslauf Monatsangaben statt Wochenangaben zu machen. Wenn Sie also ein zweiwöchiges Praktikum vom 20. März bis zum 4. April gemacht haben, könnten sie im Lebenslauf schreiben:

03/2018-04/2018 Praktikum bei der Absurd AG, Mannheim

So werden aus zwei Wochen bis zu zwei Monate. Das kaschiert zumindest eine kleinere Lücke. Und mit einem Erfahrungsprofil dürfen Sie ebenfalls gerne für sich werben – nur bitte nicht in der Bewerbung, sondern im Internet, auf Ihrer privaten Homepage zum Beispiel. Dort stellen Sie die Hausregeln auf und müssen sich nicht an Konventionen halten.

Lücken im Lebenslauf: Darf ich lügen?

Lügen haben kurze Beine – und gehen fast immer nach hinten los. Bleiben Sie lieber bei der Wahrheit. Wer sich Jobs oder Tätigkeiten einfach ausdenkt und hinterher enttarnt wird, verspielt seinen guten Ruf. Das ist gefährlich.

Im Übrigen sind Falschangaben im Lebenslauf ein Kündigungsgrund. Arbeitnehmer können fristlos, aber auch nachträglich gekündigt werden. Das heißt: Auch wenn Sie zunächst mit Ihrer Schwindelei durchgekommen sind, kann sie Ihnen stets auf die Füße fallen. Im Bewerbungsgespräch bedeutet eine Lüge ohnehin das sofortige Aus. Niemand will einen notorischen Lügner einstellen.

Und einen Make-up-Artist ebenfalls nicht. Damit ist in diesem Fall das dezente Schminken von Lebensabschnitten gemeint. Nicht neu ist zum Beispiel der Tipp mancher Coaches, die Work-and-Travel-Tour durch Kanada als interkulturelle Bildungsreise oder als Sprachreise zu deklarieren. Schlecht, weil völlig unnötig! Dass Sie eine Work-and-Travel-Reise persönlich und sprachlich weiterbringt, wissen Personaler auch. Sie müssen sie gar nicht künstlich aufwerten. Und bitte kommen Sie erst gar nicht auf die Idee, eine stinknormale Urlaubsreise als Sprach- und Kulturtour zu tarnen.

Anderes Beispiel: Eine Phase der Arbeitslosigkeit, die man mit intensiver Potenzialanalyse oder Coaching verbracht haben will. Das klingt nicht nur lächerlich, sondern ist es auch. Wenn Sie Lücken im Lebenslauf stopfen wollen, dann machen Sie es lieber auf diese Art und Weise…

Lücken im Lebenslauf: Die wichtigsten Tipps

Ehrlich währt (oft) am längsten. In manchen Szenarien sollten Sie konsequent bei der Wahrheit bleiben. In anderen dürfen Sie sie aber geringfügig dehnen oder verschweigen. Wir haben die wichtigsten Szenarien für Sie durchgespielt:

  1. Studienwechsel

    Ein Studienabbruch ist weder eine Seltenheit noch eine Schande. Die Anzahl der Studiengänge ist in Deutschland mittlerweile so hoch, dass nicht jeder Akademiker mit seiner Wahl richtig liegen kann. Wer nun merkt, tatsächlich die falsche Wahl getroffen zu haben, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Berühmte Studienabbrecher gibt es zur Genüge. Viel interessanter ist die Frage nach dem Was dann?. Haben Sie es stattdessen mit einem neuen Fach, einer Ausbildung oder einer Unternehmensgründung versucht? Ein richtiger Vorteil kann eine Lücke im Lebenslauf sogar sein, wenn Sie jahrelang auf Ihren Wunschstudienplatz gewartet haben. Weil Sie ihn zum Beispiel wegen des happigen Numerus Clausus nicht sofort bekommen haben. Das zeugt von Ausdauer, Durchhaltevermögen, Willen. Hier gibt es also nichts zu kaschieren, nur zu erklären. Problematisch wird es erst dann, wenn Sie alle paar Semester das Studium wechseln.

  2. Berufseinstieg

    Der Berufseinstieg ist für viele die schwierigste Hürde. Referenzen und Fürsprecher sind kaum vorhanden, Berufserfahrungen ebensowenig. Folgerichtig kann sich der Start schon einmal hinziehen. Wenn Sie daher nach dem Studium mehrere Monate vergeblich auf Jobsuche sind, sollte das kein Beinbruch sein. Die Toleranzgrenze liegt bei einem halben Jahr. Dafür gibt es auch ein gutes Argument: Sie wollen ja nicht mit irgendeinem Job starten. Sie wollen den richtigen. Dass der erste Job für den weiteren Verlauf einer Karriere sehr wichtig ist, bestätigen Studien regelmäßig. Sie könnten die Wartezeit aber durchaus mit Praktika oder Weiterbildungen überbrücken.

  3. Krankheit

    Wenn Sie eine schwere Krankheit überwunden oder ein schwer erkranktes Familienmitglied gepflegt haben, dann gibt es nichts zu verheimlichen. Die Art der Krankheit müssen Sie dabei nicht nennen, das fällt in Ihre Privatsphäre. Aber: Eine chronische Krankheit, die jederzeit wieder ausbrechen kann, verschafft Ihnen keinen Vorsprung im Wettlauf um den Job. Der Arbeitgeber wird die Sorge haben, auf Sie noch häufiger verzichten zu müssen. Positiv wäre es daher, wenn Sie den Zeitraum der Krankheit genau eingrenzen und auf eine vollständige Genesung hinweisen könnten. Zum Beispiel so: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft“ oder „Pflege der schwer erkrankten Mutter“.

  4. Vorübergehende Arbeitslosigkeit

    Wenn die Lücke im Lebenslauf nicht zu groß ist, müssen sie auch eine Phase der Arbeitslosigkeit nicht umetikettieren. Im Gegenteil, es gibt Personaler, die Ecken und Kanten an Bewerbern mögen. Gut kommt es an, wenn man sich aus einem Tief wieder herausgearbeitet hat. Sie sollten aber auch darlegen können, WIE Sie aus dem Tief herausgekommen sind. Und trotz allem gilt weiterhin: Kein Personaler schätzt lange Arbeitslosigkeit. Außerdem sollte sich Ihr Tief nicht in den niedersten Abgründen abgespielt haben. Sprich: Massive Drogen- oder Alkoholprobleme oder die Verwicklung in kriminelle Machenschaften sind keine Sieger-Strategien – egal, ob und wie Sie sich davon losgesagt haben.

  5. Unverschuldete Kündigung

    Nicht immer liegt eine Kündigung an Ihrem eigenen Unvermögen. Es kann ja sein, dass Ihre Abteilung geschlossen wurde oder das Unternehmen in großem Stil Stellen abgebaut hat. Oder dass es sogar Konkurs anmelden musste. Wenn dem so sein sollte, dann haben Sie eine gute Argumentationshilfe für Ihre Lücke im Lebenslauf. Sie könnten dann so formulieren:

    08/2012 bis 08/2018Vertriebsmitarbeiter bei der Insolvent GmbH (Kündigung wegen Insolvenz)

    Glaubwürdig sind Sie vor allem, wenn Ihre Berufstätigkeit erst nach einem längeren Zeitraum beendet wurde. Aber die Angaben sollten auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Die Insolvenz größerer Unternehmen wird in der Presse behandelt. Denken Sie sich eine Insolvenz daher nicht aus. Das lässt sich leicht nachprüfen – und Sie stehen hinterher als Schwindler da.

  6. Selbstverschuldete Kündigung

    Kniffliger wird es da schon, wenn Sie den Job durch eigenes Verschulden verloren haben. Vielleicht mochte der Chef Ihre Nase nicht oder Sie haben einfach nicht die Leistung gebracht, die er sich von Ihnen versprochen hatte. In dem Fall bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als die Kündigung als selbstverschuldet einzugestehen. Fangen Sie nicht damit an, Schuldzuweisungen zu verteilen. Nachtreten ist ein No-Go. Völlig akzeptabel wäre eine Begründung wie: Es hat zwischen uns einfach nicht gepasst. So waschen Sie keine schmutzige Wäsche und übernehmen Verantwortung, ohne sich selbst das Vollversager hinzustellen. Einen kleinen Trick gibt es aber vielleicht doch: Platzieren Sie die Lücke nach Möglichkeit dort, wo sie weniger auffällt. Sie haben ja immerhin die Wahl zwischen einem chronologischen und einem achronologischen Lebenslauf. Taucht die Lücke auf Seite 2 nach einer blitzsauberen ersten Seite auf, springt Sie dem Betrachter nicht sofort ins Auge.

  7. Anhaltende Arbeitslosigkeit

    Wer längere Zeit arbeitslos ist, hat zwangsläufig eine große Lücke im Lebenslauf. Als Bewerber müssen Sie dann den Zauberkasten auspacken. Immerhin wollen Sie nicht den Eindruck erwecken, dass Sie zuhause nur faul auf der Couch gelegen und Netflix geschaut haben (selbst wenn das so gewesen sein sollte).

    Zunächst mal sollten Sie zweigleisig fahren: Bewerben Sie sich weiter um Jobs, aber bilden Sie sich parallel weiter. Damit werten Sie Ihre Bewerbung auf. Das können Sprachkurse, fachliche Fortbildungen, Praktika oder Hospitanzen sein. Im Internet gib es heute eine Vielzahl an Weiterbildungsseminaren – suchen Sie sich etwas Passendes aus. Oder erkundigen Sie sich bei der Arbeitsagentur nach Ihren Optionen. So vermeiden Sie, dass Ihre Lücke noch größer wird oder eine neue entsteht.

    Außerdem sollten Sie auf Ihre Ausdrucksweise achten. Ein absolutes No-go ist das Wörtchen arbeitslos in der Bewerbung. Es klingt einfach nur schlimm. Bezeichnen Sie sich selbst bitte niemals als arbeitslos, sondern immer nur als arbeitsuchend. Ja, das ist faktisch das Gleiche. Aber unterschätzen Sie die psychologische Wirkung nicht. Arbeitsuchend beinhaltet den Wortbaustein Suche, klingt dynamischer und aktiver. Arbeitslos klingt nach abgehängt, frustriert, am Ende. Sie können auch noch positiver formulieren, zum Beispiel so: Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Aber Achtung: Wenn Sie schon jahrelang in dieser Stellung verharren, könnte das auf den Personaler unfreiwillig komisch wirken.

    Sie können zudem den Fokus auf eine Neuorientierung Ihrer beruflichen Zukunft richten. Beispiel: 05/2018 bis 10/2018 Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich Datenanalyse.

    Natürlich müssen Sie dann erklären, welche Maßnahmen Sie konkret ergriffen haben, um im Bereich XY Fuß zu fassen. Ohnehin gilt: Sammeln Sie jedes einzelne Argument, das Sie haben. Wenn Sie sich Grundwissen in HTML oder Affiliate Marketing angeeignet haben, dann hinein damit in den Lebenslauf. Falls Sie ein paar Brocken Spanisch, Türkisch oder Kroatisch sprechen, dann unter Grundkenntnisse aufnehmen! Und wenn Sie sich auf irgendeine Art und Weise gemeinnützig engagiert haben – und wenn es sich nur um einen Tag beim Dreck-weg-Tag am Strand gehandelt hat – dann erwähnen Sie das. Auch Soft Skills, die von Ihrer Berufserfahrung weitgehend unabhängig sind, können Punkte bringen.

Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!

Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!Geschliffene Lebensläufe werden immer unbeliebter. Mehr und mehr Unternehmen, die gerade Bewerbern mit Ecken und Kanten, mit einer ungeraden Vita, eine Chance geben wollen. Das verspricht eine Horizonterweiterung.

Auch die Digitalisierung sorgt dafür, dass langjährige Konzernkarrieren zur Rarität werden. Umstiege, Quereinstiege, Branchenwechsel und Boomerang Recruiting – all das ist möglich. Angesichts der Fachkräfteengpässe in vielen Branchen ist manch ein Personalchef froh, überhaupt noch Bewerbungen im Posteingang zu finden.

Eine Lücke im Lebenslauf wird da nicht gleich das Aus bedeuten. Das gilt insbesondere für gefragte Fachkräfte aus dem IT-, Ingenieur- oder Gesundheitsbereich. Aber nicht nur. Bahn-Chef Richard Lutz drückte sich im November 2018 so aus: „Jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird eingestellt.“ Ob mit oder ohne Lücken im Lebenslauf.

Lücken im Lebenslauf: Die witzigsten Antworten

Die Lücke im Lebenslauf kann auch für Erheiterung sorgen. Wenn Sie die Frage des Personalers mit einem glänzenden Joke kontern. Wir haben die witzigsten Sprüche aus Social Media gesammelt:

  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich einen Melonenkern vom Laminat aufgehoben.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem Zug der Deutschen Bahn zu twittern.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Ich hatte einen Knoten in meinem Kopfhörerkabel.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Die Ausbildung in Hogwarts zählt für euch Muggel ja nicht.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Beipackzettel wieder zusammenzufalten.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem IKEA wieder herauszufinden.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich mir mit einem Hotelfön die Haare getrocknet.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da kam die neue Staffel von Game of Thrones raus.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Kundenservice von Vodafone zu erreichen.“
[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

Blindbewerbung: So erhöhen Sie Ihre Chancen

Dass die Blindbewerbung kein Allheilmittel ist, merkt man schon an ihrem Namen. Kopflos, planlos, blind eben – so macht eine Bewerbung doch keinen Sinn. Oder? Tatsächlich sind Blindbewerbungen besser als ihr Ruf, hat eine Schweizer Studie 2018 herausgefunden. Das Schöne an dieser Art der Kontaktaufnahme ist: Sie verursacht weniger Aufwand als eine zielgerichtete Initiativbewerbung. Dennoch müssen Bewerber einige Punkte beachten…

Blindbewerbung: Was ist das?

Häufig werden Blindbewerbung und Initiativbewerbung synonym verwendet. Richtig ist, dass sich beide sehr stark ähneln. Völlig identisch sind sie aber nicht.

In beiden Fällen handelt es sich um eine Bewerbung, die man „auf gut Glück“ losschickt. Oft sogar an viele Unternehmen gleichzeitig als Massenbewerbung.

Der Unterschied besteht darin, dass der Bewerber bei der Initiativbewerbung wenigstens den Ansprechpartner im Unternehmen namentlich kennt. Er kann sein Anschreiben somit genau adressieren und auf diese Zielperson zuschneiden.

Der Ansprechpartner ist bei der Blindbewerbung dagegen nicht bekannt. Und auch sonst weiß der Bewerber nichts Genaues – vom Namen des Unternehmens einmal abgesehen. Es gibt keine Stellenanzeige, keine Kontaktdaten, keine näheren Infos. Die Blindbewerbung wird entweder auf dem Postweg verschickt oder per Mail an die Info-Adresse, die im Impressum auf der Firmenhomepage angegeben ist.

Vorteil: Die Bewerbung kann immer und immer wieder verschickt werden. Man muss lediglich den Firmennamen austauschen.

Allerdings ist diese Praxis fast schon verpönt. Unternehmen bevorzugen persönliche, individuelle Bewerbungen. Auch sie wollen das Gefühl haben, der richtige Topf für den Deckel namens Bewerber zu sein.

Das bedeutet: Bringen Sie lieber eine Initiativbewerbung auf den Weg. Wenn Sie den Ansprechpartner nicht kennen, recherchieren Sie ihn. Die Mühe lohnt sich. Nur wenn all das partout nicht gelingt, sollte eine Blindbewerbung in Betracht kommen. Sie ist als Ultima Ratio zu verstehen.

Blindbewerbung: Was gehört hinein?

Formell unterschiedet sich die Blindbewerbung nicht von einer Kurzbewerbung. Hauptelemente einer Kurzbewerbung sind:

Sie können eine Blindbewerbung mit Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen bestücken. Dazu zählen Schul- und Ausbildungszeugnisse, Arbeitszeugnisse, Referenzen, Empfehlungsschreiben oder Arbeitsproben. Das ist aber kein Muss.

Für einen Bewerber bedeutet dies viel Arbeit – vielleicht zu viel, wenn man bedenkt, dass die meisten Empfänger gar kein Interesse oder keine Stelle frei haben dürften. Daher können Sie die Zusatzdokumente erst einmal weglassen – und bei Bedarf immer noch nachreichen.

Tipps für die Blindbewerbung

Normalerweise geht es im Anschreiben darum, die Motivation für diesen einen Job herauszuarbeiten und direkte Bezüge zum Unternehmen herzustellen. Das ist bei der Blindbewerbung schwierig, sie ist ja ein Massenprodukt.

Darum: Stellen Sie Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen nach vorne. Beschreiben Sie, was Sie können, welche Erfolge Sie vorzuweisen haben, welche Tätigkeiten Sie schon erfolgreich ausgefüllt haben und was Sie sich für die Zukunft fest vorgenommen haben. Verkaufen Sie sich als Experte und Spezialist.

Ihre Persönlichkeit sollte ebenfalls zum Ausdruck kommen. Welche Soft Skills haben sie? Wie können Sie einem Team helfen? Wer ausgeprägte Sozialkompetenzen aufweist, überzeugt einen Arbeitgeber eher davon, ihm eine Chance zu geben.

Verzichten Sie aber auf Phrasen und Floskeln. Schon der Einleitungssatz muss ein kleines Knallbonbon sein, um die Aufmerksamkeit des Empfängers auf sich zu ziehen. „Hiermit bewerbe ich mich…“ So nicht!

Das gehört ins Anschreiben:

  • Absender
  • Empfänger
  • Datum
  • Bewerbungsfoto (im Lebenslauf)
  • Betreff Bewerbung
  • Anrede Sehr geehrte Damen und Herren
  • Einstieg mit Qualifikationen
  • Bezug zum Unternehmen
  • Profil und Soft Skills
  • Motivation
  • Abschluss
  • Unterschrift
  • Anlagen (Lebenslauf)

Blindbewerbung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Blindbewerbung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?Eine Blindbewerbung verschicken Sie am besten nicht während der Sommerferien oder über Weihnachten – oder zu anderen klassischen Urlaubszeiten. Dann geht sie garantiert unter.

Besser ist es, sie zum Ende eines Monats oder Quartals auf den Weg zu bringen. So ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass Ihre Bewerbung mit der Kündigung eines Mitarbeiters zusammenfällt – und Sie die entstandene Lücke ausfüllen können.

Blindbewerbung: Wann ist sie sinnvoll?

Verspricht eine Blindbewerbung Erfolg? Eine klare Antwort kann es darauf kaum geben. Wie so oft kommt es auf den Einzelfall an.

Wer sich blindlings bewirbt, feuert mit der Schrotflinte. Eine feine, zielgerichtete Selektion sieht anders aus. Ob die Firma überhaupt Vakanzen hat, steht in den Sternen. Und wenn ja, ob diese auch zu den Qualifikationen des Bewerbers passen, ebenfalls. Und falls das Unternehmen tatsächlich jemanden sucht, könnte es dann sein, dass es Bewerber bevorzugt, die sich auf anderem Wege nach einer Stelle erkundigen oder bewerben?

Andererseits könnte man argumentieren, dass man mit einer Blindbewerbung kaum etwas falsch machen kann. Wenn sie Erfolg hat, hat sie Erfolg. Wenn nicht, dann halt nicht. Es gibt aber auch fundiertere Gründe, die für eine Blindbewerbung sprechen.

Diese 4 Gründe sprechen für Blindbewerbungen:

  1. Training

    Übung macht bekanntlich den Meister. Je häufiger Sie sich bewerben, desto mehr Erfahrung gewinnen Sie. Sie können mit der Zeit besser einschätzen, welche Einstiegs- und Schlusssätze in den Personalbüros gut ankommen, welche Angaben im Lebenslauf welche Rückfragen erzeugen, worauf Sie beim Vorstellungsgespräch achten müssen. Blindbewerbungen sind Trainings für Bewerber. Sie machen Sie besser. Aber nur, wenn Sie sie auch ernst nehmen…

  2. Talentepool

    Viele Unternehmen können es sich heute gar nicht mehr leisten, Bewerber barsch zurückzuweisen. In Branchen und Regionen, in denen Fachkräfte rar sind, leckt man sich die Finger nach motivierten Kandidaten. Speziell Süddeutschland ächzt bisweilen schon unter dem – Achtung, Unwort – Fachkräftemangel. Allein deshalb kann eine Blindbewerbung gar keine so schlechte und abwegige Idee sein. Und selbst wenn die Bewerbung nicht sofort in ein Vorstellungsgespräch oder Jobangebot mündet – gut möglich, dass Sie das Unternehmen in seinen Talentepool aufnehmen will. Spätere Anstellung nicht ausgeschlossen.

  3. Empfehlungen

    Durch Bewerbungen vergrößern Sie Ihr Netzwerk. Logisch: Wer viele Mails schreibt, kommt mit immer neuen Leuten in Kontakt, die ihm später noch hilfreich sein können. Vorausgesetzt natürlich, Ihre Kontaktaufnahme hat ein Mindestmaß an Klasse und Qualität. Netzwerke haben zudem den Vorteil, dass sich ihre Wirkung potenziert. Ihr Kontakt kennt jemanden, den Sie selbst noch nicht kennen, aber kennenlernen können. Wenn also Ihre Bewerbung nicht auf Anhieb ins Schwarze trifft, könnten Sie für den Kontakt Ihres Kontaktes trotzdem genau der richtige Kandidat sein. Vielleicht werden Sie direkt weiterempfohlen (bzw. Sie erhalten die Empfehlung, sich doch mal bei Firma XY zu bewerben) – und landen so in einer neuen Anstellung.

  4. Wahrscheinlichkeitsrechnung

    Es ist wie beim Online-Dating: Irgendwann wird eine Dame (oder ein Herr), die Sie anflirten, auf Ihre Avancen eingehen. Auch wenn es eine Ewigkeit dauert und Sie zuvor einen Korb nach dem anderen in Empfang nehmen mussten. So ist es bei der Blindbewerbung auch. Wenn Sie mit Zurückweisungen umgehen können, wagen Sie es einfach immer und immer wieder – so lange, bis es klappt (Sie sollten natürlich zwischendurch regelmäßig Korrekturen und Verbesserungen an Ihrer Bewerbung vornehmen). Wenn Absagen aber zu sehr an Ihrem Selbstvertrauen kratzen, dann lassen Sie lieber die Finger von diesem Ansatz.

Schweiz: Hier funktionieren Blindbewerbungen!

Schweiz: Hier funktionieren Blindbewerbungen!Blindbewerbungen sind erstaunlich effektiv – zumindest in der Schweiz!

Das hat die HR Today Research Survey ergeben, die das Beratungsunternehmen von Rundstedt in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift HR Today von April bis August 2018 durchgeführt hatte. 536 Personaler aus der Schweiz haben an der Befragung teilgenommen.

Von ihnen berücksichtigen 54 Prozent Blindbewerbungen im Einstellungsverfahren – eine verblüffend hohe Zahl. Headhunter und Stellenvermittler fanden dagegen nur 30 Prozent wichtig, um neue Bewerber aufzuspüren.

Ohne Arbeitszeugnis und Referenzen sollte die Blindbewerbung aber nicht verschickt werden. Diese zwei Elemente fanden die Personaler wichtig.

Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht für alle Deutschen und Österreicher, die schon über Blindbewerbungen in der Schweiz nachdenken: Die Eidgenossen stellen am liebsten ihre eigenen Landsleute ein.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

Interne Bewerbung: So gelingt der Jobwechsel

Interne Bewerbung Tipps Vorteile

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Arbeitnehmer, die unglücklich im Job sind, müssen nicht zwangsläufig Standort oder Branche wechseln. Sie müssen nicht einmal den Arbeitgeber wechseln. Mit einer internen Bewerbung lässt man Monotonie und nervige Kollegen hinter sich und startet noch einmal ganz von vorne. Damit die interne Bewerbung gelingt, muss man aber die größten Stolpersteine umgehen…

Interne Bewerbung: Welche Rolle spielt Ihr Chef?

Jobwechsel und Arbeitgeberwechsel – das ist nicht das Gleiche. Speziell in größeren Unternehmen gibt es die Möglichkeit, sich eine ganz neue Herausforderung zu suchen. Aber Achtung: Ein Selbstläufer ist der interne Jobwechsel nicht!

Sie sollten mit der gleichen Verve an die interne Bewerbung herangehen wie an jede andere. Wer glaubt, keinen Aufwand betreiben zu müssen, weil der Chef schon ein gutes Wort einlegen wird, irrt oft gewaltig.

Apropos Chef: Falls Sie ein Leistungsträger in seiner Abteilung sind, wird er Sie nur ungerne ziehen lassen. Er muss ja schließlich eine Lücke stopfen, wenn Sie nicht mehr da sind. Da kann es schon mal passieren, dass er hinter den Kulissen seine Kontakte spielen lässt und die Kollegen mit dem Ziel bearbeitet, Sie behalten zu dürfen.

Auf der anderen Seite kann er Ihrer Bewerbung auch zum Durchbruch verhelfen. Wenn er sich aktiv für Sie einsetzt, kann das schon die halbe Miete sein. Er oder sie weiß, was Sie können und was Sie nicht können, kann Ihre Stärken und Schwächen gut einschätzen und kommunizieren. Sein Wort hat intern Gewicht.

Aber auf welcher Seite steht Ihr Chef? Das sollten Sie vorab ausloten, bevor Sie sich intern bewerben…

Interne Bewerbung: Das sollten Sie beachten

Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das sollten Sie schon sehr gut begründen können.

Ihre Bewerbung sollte nicht wie eine Flucht oder Retourkutsche aussehen. Im Vordergrund steht nicht Ihre alte Stelle, sondern die neue. Nicht das, was Sie im alten Job vermissen, sondern das, was Sie sich vom neuen erhoffen.

Unweigerlich wird der Flurfunk Signale aussenden, wenn Ihre interne Bewerbung zu den Kollegen durchdringt. „Der Schneider hat keinen Bock mehr auf uns.“ „Die Meier glaubt, Sie sei etwas Besseres als wir.“ Brandgefährlich! Das sollten Sie nicht unterschätzen. Wenn die interne Bewerbung nicht zündet und Sie doch am alten Schreibtisch kleben bleiben, werden Sie auch wieder mit den alten Kollegen klarkommen müssen. Wenn die Atmosphäre in der Zwischenzeit aber vergiftet wurde, kann es ungemütlich werden.

Darum der gute Rat: Verlieren Sie im gesamten Bewerbungsprozess kein einziges schlechtes Wort über Ihre aktuelle Stelle – und schon gar nicht über Ihre Kollegen (auch dann nicht, wenn Sie sie nicht ausstehen können).

Noch ein wichtiger Aspekt: Ihr bisheriges Wirken lässt sich sehr leicht rekonstruieren. Sie werden mit Übertreibungen oder Schwindeleien über das, was Sie im bisherigen Job geleistet haben, nicht sehr weit kommen. Ehrlichkeit und Authentizität sind bei der internen Bewerbung noch wichtiger als sonst.

Die Frage, die Ihnen zwangsläufig gestellt wird, lautet: Warum wollen Sie wechseln? Die zweite Frage: Warum ausgerechnet jetzt? Darauf sollten Sie sich eine plausible und überzeugende Antwort zurechtlegen. „Es wird mal wieder Zeit für was Neues.“ „Ich muss einfach mal etwas Neues sehen.“ Das mag ja so sein, aber klingt das für Sie überzeugend? Nein.

Viel sinnvoller ist es, die Bewerbung ans vorläufige Ende Ihres persönlichen Entwicklungsprozesses zu stellen. Sie haben so viel Erfahrung gesammelt, so viele Erfolge gehabt, dass Sie jetzt reif für diese neue Aufgabe sind.

Auch eine persönliche Umorientierung kann ein Grund sein. Beispiel: Sie haben als Projektmanager viele Kundenprojekte erfolgreich betreut. Im Laufe der Jahre wurde das Thema Big Data immer wichtiger für Ihre Kunden, so dass Sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen müssen – und eine neue Leidenschaft entdeckt haben. Sie haben sich daraufhin so intensiv in das Thema hineingearbeitet – diverse Seminare und Weiterbildungen inklusive – dass Sie in Zukunft lieber in der Datenanalyse arbeiten möchten.

Interne Bewerbung: Diese 3 Vorteile haben Sie

Alles in allem haben Sie als interner Bewerber aber gute Chancen. Man kennt Sie, man schätzt Sie, man mag Sie – Vorteile!

Diese Vorteile haben interne Bewerber:

  1. Loyalität

    Eine interne Bewerbung darf man als Nachweis Ihrer Loyalität verstehen. Sie sind in der alten Stelle offenbar nicht mehr hundertprozentig glücklich, aber wollen das Unternehmen nicht gleich verlassen. Ein Kompliment! Umso schöner, wenn Sie schon eine lange Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Das verbindet. Ihr Arbeitgeber wird Sie vermutlich auch nicht einfach so gehen lassen wollen. Das würde er aber riskieren, wenn er Ihren Wunsch nach Veränderung abschlägt.

  2. Wissen

    Sie kennen den Laden schon aus dem Effeff und müssen nicht groß eingearbeitet werden. Niemand muss Ihnen die Kantine zeigen, niemand den Parkplatz, niemand die Computersysteme. Das sind Zeitvorteile, die jedes Unternehmen liebend gerne mitnimmt. Unternehmenskultur, Strukturen, Kommunikationswege – alles schon bekannt.

  3. Zwischenzeugnis

    Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Sie unauffällig nach einem Zwischenzeugnis fragen können. Motto: Ach ja, wo ich schon mal dabei bin, könnten Sie mir direkt noch ein qualifiziertes Zwischenzeugnis ausstellen? Um ein Zwischenzeugnis fragt man sonst nur ungern, weil es den Verdacht nährt, dass man wechseln will – oft zurecht. Das können Sie auch wirklich noch tun, sollte es mit der internen Bewerbung nicht klappen. Außerdem darf ein späteres Arbeitszeugnis von dieser Bewertung nicht mehr groß abweichen.

Interne Bewerbung: Wo finde ich freie Stellen?

In der Regel bewirbt man sich intern, wenn die Gelegenheit dazu besteht. Wenn man also gehört hat, dass nebenan in Abteilung XY etwas freigeworden ist. Aber Sie können sich auch jederzeit selbst auf die Suche nach freien Stellen machen. Zum Beispiel hier:

  • Kollegen

    Wenn Ihr Netzwerk groß und weit verzweigt ist, stehen die Chancen gut, dass Sie zügig Wind von neuen Vakanzen bekommen. Vielen Kollegen entgeht nicht, wenn sich jemand unwohl fühlt, gemobbt wird oder vor dem Absprung steht. Es kann also nicht schaden, aktiv zu networken. Und: Wenn Sie mal einen entsprechenden Tipp weiterreichen, dann haben Sie etwas gut. Denn auch in Ihrer Abteilung wird ja bestimmt mal die eine oder andere Stelle frei. Zumal Mitarbeiterempfehlungen häufig extra belohnt werden…

  • Intranet

    Das Intranet umfasst oft einen internen Stellenmarkt. Wenn es eine Vakanz gibt, dann erfahren Sie es hier am schnellsten. Noch zügiger kommen Sie an Informationen, wenn Sie gute Kontakte in die Personalabteilung pflegen. Die Damen und Herren könnten Ihnen ja vielleicht schon vorab einen Wink geben.

  • Schwarzes Brett

    Das Schwarze Brett ist ein Relikt aus der analogen Zeit. Aber tot ist es noch lange nicht. Einfach Anzeigen ans Brett pinnen – das funktioniert noch immer erstaunlich gut. Halten Sie die Augen offen!

  • Jobbörsen

    Nicht jeder Mitarbeiter ist über das im Bilde, was im eigenen Unternehmen vor sich geht. Das betrifft auch die Personalpolitik. Manchmal geht alles ganz schnell und der Manager verlässt von heute auf morgen das Haus, ohne dass jemand etwas geahnt hätte. Verlassen Sie sich also nicht allein auf die Informationen Ihres Arbeitgebers. Suchen Sie ruhig mal in Jobbörsen wie Karrieresprung nach offenen Stellen in Ihrer eigenen Firma.

Interne Bewerbung: Das Anschreiben

Unterliegen Sie nicht dem Irrtum, dass das Anschreiben bei einer internen Bewerbung nicht so wichtig wäre. Es muss sitzen. Immerhin bringen Sie hier Ihre Motivation zum Ausdruck. Und es interessiert die Verantwortlichen in Ihrem Unternehmen brennend, warum Sie Ihre alte Stelle verlassen und auf eine neue wechseln wollen.

Warum Sie sich überhaupt bewerben und weshalb Sie glauben, die Bestbesetzung für die Position zu sein, arbeiten sie im Anschreiben heraus. Rattern Sie nicht Ihre Stationen und Erfolge leidenschaftslos herunter. Am besten, der Empfänger gewinnt den Eindruck, Sie hätten genau auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet.

So ist das Anschreiben aufgebaut:

  • Absender und Datum
  • Betreffzeile
  • Anrede
  • Einleitung (Motivation)
  • Hauptteil (Eigenmarketing und Kompetenzen)
  • Unternehmensbezug (Mehrwert)
  • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
  • Grußformel und Unterschrift
  • Anlagenverzeichnis

Vergessen Sie nicht Ihren Namen und E-Mail-Adresse – sowie Ihre aktuelle Abteilung und Büro-Telefonnummer. Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie schon im Unternehmen beschäftigt sind. Aber es könnte sein, dass der Empfänger das gar nicht weiß. Daher müssen Sie ihn schon mit der Nase darauf stupsen.

Weniger günstig ist, wenn Sie Ihr Anschreiben an „Sehr geehrte Damen und Herren“ richten oder „An die Personalabteilung“ adressieren. Entweder Sie kennen die richtigen Ansprechpartner in Ihrem eigenen Unternehmen nicht. Oder Sie sind nicht in der Lage, diese herauszufinden. Peinlich!

Dazu geben Sie die angestrebte Position an, eine möglichst genaue Betreffzeile und unterschreiben handschriftlich. Darunter kommt noch das Anlagenverzeichnis (Lebenslauf, Weiterbildungen, Zwischenzeugnisse).

Das Bewerbungsschreiben besteht aus insgesamt vier Teilen. In der Einleitung nehmen Sie Bezug auf die interne Stelle, die Sie anstreben. Kommen Sie so schnell wie möglich zur Sache und schwafeln Sie nicht herum.

Im zweiten Teil geht es um Ihre Person. Sie legen dar, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind und welche Qualitäten Sie auszeichnen. Teil drei handelt von Ihrer Motivation. Warum wollen Sie denn überhaupt wechseln? Was versprechen Sie sich davon? Im Schluss, das ist der vierte und letzte Teil, setzen Sie noch mal ein Ausrufezeichen. Sie schreiben, dass Sie sich sehr über ein persönliches Vorstellungsgespräch freuen und verabschieden sich mit besten Grüßen.

Das Anschreiben passt auf eine Seite. Mehr als zwei Seiten sollten Sie in keinem Fall benötigen.

Interne Bewerbung: Der Lebenslauf

Den Lebenslauf bauen Sie achronologisch auf. Das ist heute üblich. Sie beginnen also mit Ihrer aktuellen Position. Das macht es auch dem Empfänger leichter, Sie einzuordnen. Und achten Sie auf eine saubere Struktur und Übersichtlichkeit.

Links stehen die Zeitangaben, rechts die Fakten. Das Ganze in prägnanten Stichworten, ohne Rechtschreibfehler und grafische Spielereien. Im Lebenslauf bringen Sie Ihre Schul- und Hochschulbildung, berufliche Stationen und Weiterbildungen unter.

So ist der Lebenslauf aufgebaut:

  • Persönliche Daten
  • Beruflicher Werdegang
  • Ausbildung oder Studium
  • Schulbildung
  • Besondere Kenntnisse (Weiterbildungen, IT-Kenntnisse, Sprachen)
  • Hobbys und Interessen
  • Datum und Unterschrift

Das sind die 5 größten Fehler bei der internen Bewerbung

  1. Konkurrenz

    Sie glauben, Sie seien der Platzhirsch? Falsch. Unterliegen Sie nicht der Illusion, dass sich alle Gedanken um Sie kreisen, weil Sie der Interne sind. Erstens gibt es vielleicht noch andere Bewerber von innerhalb des Unternehmens. Und zweitens haben auch die Externen eine Menge auf dem Kasten. Ihr Arbeitgeber muss schon davon überzeugt sein, dass er mit Ihnen besser fährt als mit einer ganz neuen Kraft. Die bringt immerhin frischen Wind und neue Perspektiven mit in die Firma. Nehmen Sie de Konkurrenz nicht auf die leichte Schulter.

  2. Umgangsformen

    Nur weil Sie im Unternehmen sogar den Vorstandsvorsitzenden duzen, heißt das nicht, dass Sie das auch im Bewerbungsschreiben tun sollten. Wahren Sie lieber Etikette und höfliche Distanz. Zumal Sie gar nicht wissen, wer alles mitliest. Auf den neuen Personaler würde es so wirken, als ob sie vor allem auf die Kraft von Vitamin B vertrauen und nicht auf Ihre Kompetenzen. Schlecht!

  3. Horizont

    Sie sind ein Top-Performer und wissen das auch. Ihr Chef weiß es ebenfalls. Er wird Ihnen dennoch keine Steine in den Weg legen, wenn Sie intern wechseln wollen. Wunderbare Rahmenbedingungen. Kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Von wegen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass im Haus jeder über Ihre Heldentaten Bescheid weiß. Gerade in Großkonzernen gehen die Leistungen Einzelner oft unter. Sie dürfen also nicht den Fehler machen, Ihre Erfolge als bekannt vorauszusetzen. Außerdem ist da ja noch die Fluktuation. Vielleicht sind all die Kollegen, die Ihren tollen Pitch vor zwei Jahren bejubelt haben, schon weg. Auch Personalleitungen werden bisweilen ausgetauscht. Sie müssen niemandem mehr etwas beweisen? Doch, das müssen Sie! Sonst klappt es leider nicht mit der internen Bewerbung…

  4. Pluralität

    Diversity ist ein Zauberwort aus dem HR-Baukasten. Aber Diversity kann bei einer internen Bewerbung in der Tat eine große Rolle spielen. Denn meist sind es mehrere Personen, die eine Entscheidung treffen. Von einem Stellenwechsel sind ja schließlich auch verschiedene Abteilungen und Teams betroffen. Daher werden sich Ihr jetziger Vorgesetzter sowie Ihr potenziell zukünftiger Vorgesetzter ausgiebig über Sie austauschen. Dann gibt es noch die Personalabteilung, die eingebunden sein will, vielleicht noch den Betriebsrat. Und möglicherweise werden noch andere Stimmen eingeholt, aus der Belegschaft oder den Fachabteilungen. Es kann also zu einem Wirrwarr an Meinungen und Einschätzungen kommen. Es könnte also hilfreich sein, wenn Sie aktiv Politik für sich betreiben, bei diversen Entscheidern vorstellig werden und ihnen Ihre Absichten nahelegen. Das liegt nicht jedem, kann Ihr Anliegen aber voranbringen.

  5. Vollständigkeit

    Ja, es stimmt: Sie sind im Unternehmen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie sollen aber auch keines abgeben, wenn Sie sich bewerben. Nicht alle Ihre Qualifikationen und Erfolge sind intern bekannt. Erst recht nicht, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt. Darum ist jetzt die Gelegenheit, all das, was Sie bislang für das Unternehmen geleistet haben, auf den Präsentierteller zu legen. Zeigen Sie, dass Sie sich weiterentwickelt und zusätzliche Qualifikationen erworben haben. Mit einem formlosen Vierzeiler ist es nicht getan.

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Zweites Vorstellungsgespräch: So meistern Sie den Recall

Das erste Gespräch top, das zweite Vorstellungsgespräch die Hölle: Diese Erfahrung haben viele Bewerber gemacht. Immerhin nutzen viele Unternehmen die Gelegenheit, einem Bewerber beim zweiten Mal alles abzuverlangen, ihm Stressfragen zu servieren und ihn in die Enge zu treiben. Besser, Sie sind darauf vorbereitet…

Zweites Vorstellungsgespräch: Was es bedeutet

Wer zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen wird, darf sich zunächst einmal freuen. Er oder sie hat eine Menge richtig gemacht. Schließlich kostet ein Bewerber den Arbeitgeber ja auch Geld. Allein die Zeit, die er für Sie aufwendet, kann er andernorts nicht investieren. Sie sind es ihm offenbar wert, dass er weitere Zeit für Sie opfert. Das ist ein Kompliment.

Außerdem sind Sie jetzt definitiv im Kreise der Finalisten. Im Sport würde man sagen: Sie sind in den Playoffs, vielleicht sogar schon im Finale. Ihre Bewerbung hat also bis zum jetzigen Zeitpunkt überzeugt. Herzlichen Glückwunsch!

Das bringt Ihnen am Ende leider nichts, wenn Sie nicht auch das letzte Puzzleteil an seinen rechten Platz legen. Wenn Sie das zweite Vorstellungsgespräch vergeigen, sind Ihre Chancen fast dahin. Denn es gibt ja noch andere Bewerber, die ebenfalls etwas auf dem Kasten haben. Und die gibt es ganz bestimmt, andernfalls hätte man Sie ja direkt nach Vorstellungsgespräch Nummer eins eingestellt, oder?

Es bestehen seitens des Unternehmens also noch Restzweifel daran, dass Sie wirklich die Bestbesetzung für die offene Stelle sind. Was Sie jetzt auf keinen Fall tun sollten: Davon ausgehen, dass es sich nur noch um ein lockeres Auslaufen handelt und Sie den Job eigentlich schon in der Tasche haben.

Gehen Sie mit voller Energie und Fokus in die zweite Runde. Motto: Jetzt geht’s um die Wurst. Oder um noch mal ein Bild aus dem Sport zu bemühen: Sie haben über 120 Minuten alles gegeben, aber jetzt im Elfmeterschießen müssen Sie unbedingt den letzten Elfer im Netz versenken. Sonst gewinnt ein anderer…

8 Tipps für das zweite Vorstellungsgespräch

Bitte halten Sie sich grundsätzlich an die Regeln, die auch für das erste Vorstellungsgespräch Gültigkeit haben. Versuchen Sie also nicht, durch eine Harakiri-Aktion Aufmerksamkeit auf sich lenken und so die entscheidenden Punkte machen zu wollen – durch extravagante Kleidung zum Beispiel oder dreiste Rückfragen.

Wichtig sind unter anderem diese Punkte:

  • Begrüßen Sie alle Anwesenden höflich, mit einem kräftigen Händedruck und nach Möglichkeit persönlich (mit Namen).
  • Schauen Sie ihnen dabei in die Augen – auch im Folgenden während des Gesprächs.
  • Lächeln Sie während des Vorstellungsgesprächs viel.
  • Spielen Sie nicht so viel mit Ihren Händen herum, wenn Sie gerade nicht reden.
  • Wenn Sie reden, dürfen Sie dagegen gerne gestikulieren.
  • Achten Sie auf angemessene Kleidung, aber ziehen Sie nicht das Gleiche an wie beim ersten Mal.
  • Bereiten Sie sich auf Fangfragen und Stressfragen vor.
  • Legen Sie sich ein paar (tiefergehende) Rückfragen zurecht.

Auch inhaltlich dürfen Sie gerne die wichtigsten Aspekte wiederholen, die Sie schon in der ersten Runde genannt haben. Nach dem Motto: Ich hämmere denen meine Qualifikationen und Kompetenzen so lange ein, bis sie es kapiert haben. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Ihnen ganz neue Gesichter gegenübersitzen. Aber Sie müssen unbedingt auch den einen oder anderen frischen Akzent setzen.

Das ist im zweiten Vorstellungsgespräch wichtig…

Zweites Vorstellungsgespräch: Darauf kommt es an

  1. Analyse

    Der erste Schritt auf dem Weg der Besserung ist die Einsicht. Das soll meinen: Gehen Sie das erste Vorstellungsgespräch noch mal in Ruhe gedanklich durch. Was lief gut, was lief weniger gut? Welche offensichtlichen Fehler haben Sie gemacht? Wo haben die Interviewer eingehakt? So vermeiden Sie es, den gleichen Fehler ein zweites Mal zu begehen. Aber vergessen Sie ebensowenig, was Ihnen gut gelungen ist. Angenommen, der Personaler stellt Ihnen die gleiche Frage erneut, dann sollten Sie sich nicht in Widersprüche verwickeln, sondern inhaltlich bei dem bleiben, was Sie zuvor schon gesagt hatten. Bleiben Sie glaubwürdig.

  2. Gesprächspartner

    Es gibt im Grunde drei Möglichkeiten. Entweder Sie führen das zweite Vorstellungsgespräch mit exakt denselben Personen, die schon in Durchlauf eins dabei waren. Oder Sie erwartet eine Mischung aus alten und neuen Vertretern. Oder Sie bekommen es ausnahmslos mit ganz neuen Gesichtern zu tun. Das wäre vermutlich am schwierigsten, weil Sie alle neu von sich überzeugen müssten. Tipp: Fragen Sie vorher einfach mal bei Ihrem Ansprechpartner im Unternehmen nach, wer genau das Gespräch denn führen wird. Erhalten Sie darauf keine konkrete Antwort, dann kommt wohl oder übel Mehrarbeit auf Sie zu. Dann wäre es nämlich am besten, Sie würden sich auf alle denkbaren Szenarien gleichermaßen vorbereiten.

  3. Bezugnahme

    Das zweite Vorstellungsgespräch baut in der Regel auf dem ersten auf. Wenn Sie also Lösungen für Probleme präsentieren, die in Runde eins aufgeworfen worden waren, wäre das ein großes Plus. Beispiel: Sie hatten mich vor zwei Wochen gefragt, wie ich Ihre Arbeitgebermarke stärken würde. Weil die Nutzerzahlen von Instagram gerade durch die Decke gehen und das Medium viele junge Leute anspricht, könnte ich mir das als Instrument fürs Personalmarketing auch für Ihr Unternehmen gut vorstellen… Jetzt ist die Zeit, um Themen zu vertiefen, offene Fragen zu beantworten oder neue Aspekte zu erörtern. Sehr positiv, wenn der Personaler Anregungen von Ihnen bekommt, die er am liebsten sofort umsetzen würde. Zwar dürfen Sie Ihre altbekannten Stärken und Kompetenzen weiterhin betonen, aber noch mal den gleichen Vortrag wie beim ersten Mal sollten Sie nicht halten. Wenn Sie alles noch mal von vorne herunterspulen, wird Ihr Gegenüber den Eindruck haben, Sie hätten ihr Pulver schon verschossen und keine weiteren Ideen mehr auf Lager.

  4. Anspruch

    Verankern Sie dies in Ihrem Hinterkopf: Das erste Vorstellungsgespräch war die Pflicht, das zweite ist die Kür. Sie müssen jetzt also mindestens genauso gut vorbereitet sein, aber noch eine Spur kreativer und dynamischer zu Werke gehen, um das Publikum von sich zu überzeugen. Genauso wird es das Unternehmen nämlich auch sehen. Keine Seltenheit, dass es im zweiten Durchgang unangenehme Stress-, Fangfragen und Brainteaser serviert. Trainieren Sie ruhig ein paar davon, um Sicherheit zu gewinnen.

  5. Details

    Im zweiten Abschnitt dürfen Sie gerne in die Offensive gehen. Das kann konkret bedeuten: Werfen Sie profundes Fakten- und Fachwissen ein, nutzen Sie auch ein paar Fachtermini (aber nicht übertreiben). Auf der anderen Seite dürfte der Arbeitgeber selbst ebenfalls in die Tiefe gehen wollen. Nicht nur, was Ihre Branchenkenntnisse betrifft. Was ist Ihre Motivation? Was wollen Sie im Job erreichen? Wie wollen Sie das anstellen? Machen Sie sich dazu noch ein paar mehr Gedanken als vor dem ersten Talk.

  6. Mittagessen

    Als Bewerber sollten Sie niemals die Bedeutung des Cultural Fit unterschätzen. Sind mehrere Bewerber gleich gut, bekommt derjenige den Job, der besser ins Team passt. In Wahrheit bekommt er den Job sogar, wenn er fachlich etwas schlechter qualifiziert ist als der Stinkstiefel. Eine gute Gelegenheit, um herauszufinden, wer wirklich in die Gemeinschaft passt, ist ein Mittagessen. Zeigen Sie sich als Teamplayer, als jemand, mit dem man gut auskommt und zusammenarbeiten kann und will. Und den Knigge bitte nicht an der Rezeption abgeben. Fehlende Tischmanieren haben schon manchem Kandidaten den Job gekostet.

  7. Gehalt

    Irgendwann müssen die Gehaltskonditionen auf den Tisch. Wenn sie bis dato noch niemand angesprochen hat, dann ist jetzt der Zeitpunkt dafür. Sie sollten sich gut darauf vorbereiten – mit einer durchdachten Taktik. Informieren Sie sich über die branchenüblichen Gehälter in der Region und berechnen Sie Ihren Marktwert. Und Sie sollten den Verhandlungstopf füllen: Urlaubstage, Zuschläge, Dauer der Probezeit, Benefits wie Firmenhandy oder Tankgutschein. Je größer die Verhandlungsmasse, desto mehr Optionen gibt es, um beide Seiten zufriedenzustellen. Nach dem Motto: Ich verzichte auf 200 Euro, du gibst mir dafür drei Urlaubstage. Das nur als Beispiel. Aber bitte nicht das Gehalt nachverhandeln, wenn es schon im ersten Vorstellungsgespräch Thema war. Das lässt Sie als Geldgeier dastehen.

Zweites Vorstellungsgespräch: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

  • Selbstüberschätzung

    Das zweite Vorstellungsgespräch ist noch nicht Teil des Onboardings. Sie haben den Job noch längst nicht in der Tasche. Machen Sie sich das bewusst. Wenn Sie zu arrogant und siegessicher auftreten, dann kostet Sie das massiv Sympathiepunkte. Und ohne die wird es schwierig, die Stelle zu bekommen. Wenn Sie hochkonzentriert zu Werke gehen, machen Sie außerdem weniger Fehler.

  • Unlust

    Jedes Unternehmen sucht Mitarbeiter, die für ihren Beruf brennen. Es reicht nicht, im ersten Vorstellungsgespräch Begeisterung vorzuspielen und im zweiten jegliche Euphorie vermissen zu lassen. Man könnte Sie für berechnend halten. Und: Sind Sie immer noch hochmotiviert, wenn die Aufgaben anspruchsvoller und die Rahmenbedingungen rauer werden? Der Personaler wird Sie testen.

  • Widersprüche

    Ihre Bewerbung muss stringent sein. Vorstellungsgespräch eins und zwei sind – von Ihren Grundaussagen – deckungsgleich. Vor allem, was Angaben zu Ihrem Lebenslauf, Ihren Tätigkeiten oder Gehaltsvorstellungen angeht. Verwickeln Sie sich in Widersprüche, wittert Ihr Gegenüber Lug und Trug. Schlagen Sie also nicht zum Beispiel 200 Euro auf Ihren Gehaltswunsch drauf. Dreist!

  • Wiederholung

    Das zweite Bewerbungsgespräch ist die Fortsetzung des ersten – aber nicht dessen Wiederholung. Sie müssen unbedingt frische Akzente setzen, thematisch in die Tiefe gehen. Mit anderen Worten: Sie müssen sich noch einmal steigern. Nur das Standardprogramm herunterspulen – das reicht nicht.

So beenden Sie das zweite Vorstellungsgespräch

Wahren Sie Disziplin – bis zur letzten Sekunde. Den flapsigen Spruch, der Ihnen jetzt auf der Zunge liegt, schlucken Sie besser herunter. Sie bedanken sich für das Gespräch, verabschieden sich mit einem kräftigen Händedruck und gehen von dannen.

Es wäre doch schade, sich durch eine unbedachte Äußerung oder irgendein anderes Malheur auf den letzten Metern noch um alle Chancen zu bringen.

Was Sie aber jetzt noch tun können: Sie können fragen, wie der weitere Ablauf ist und wann sie mit einer Antwort rechnen können. Oder mit wem Sie in Kontakt bleiben.

Aber setzen Sie Ihre Gesprächspartner dabei nicht unter Druck. Nach zwei Wochen dürfen Sie auch gerne im Unternehmen nachfragen, falls Sie es eilig haben – aber bitte nicht früher.

Zweites Vorstellungsgespräch: Ihre Chance!

Zweites Vorstellungsgespräch: Ihre Chance!Begreifen Sie das zweite Vorstellungsgespräch als Chance. Denn auch Sie selbst können das Unternehmen nochmals auf die Probe stellen, durch tiefergehende Rückfragen zum Beispiel.

Vielleicht fällt Ihnen auch etwas auf, das Ihnen in Runde eins entgangen war. Dicke Luft in der Belegschaft oder ein herrischer Chef zum Beispiel. Schauen Sie sich alles noch einmal ganz genau an: Räumlichkeiten, Kollegen, Umgangsformen. Wollen Sie hier wirklich tagein tagaus arbeiten?

Wenn die Antwort Auf keinen Fall! lautet, dann können sie im Nachgang noch immer höflich absagen. Für Sie hätte sich das zweite Vorstellungsgespräch auch dann – trotz fehlenden Jobs – gelohnt.

[Bildnachweis: Dima Sidelnikov by Shutterstock.com]

Dresscode Bewerbung: Das sollten Sie anziehen

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Dass Kleider Leute machen, ist bekannt. Auch im Bewerbungsprozess spielt die Optik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer in Sandalen vor die Entscheider tritt, muss sich Fragen nach seiner Ernsthaftigkeit gefallen lassen – und nicht zwingend mit einer positiven Beurteilung rechnen. Das wissen Sie natürlich längst. Doch gibt es auch den einen oder anderen Fauxpas, der so manchem wieder und wieder unterläuft. Dresscode Bewerbung – was Sie anziehen sollten und was nicht…

Dresscode Bewerbung: Wie wichtig ist die Kleidung?

Schönheit zahlt sich auf dem Arbeitsmarkt aus. Wer gut aussieht, verdient bis zu ein Fünftel mehr, berechnete schon 2015 das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Demnach fällt der Schönheits-Bonus in Deutschland sogar noch stärker aus als in den anderen Ländern. Schöne Frauen verdienen hierzulande rund 20 Prozent mehr als der Durchschnitt, attraktive Männer immerhin etwa 14 Prozent.

Das muss man nicht goutieren. Aber zur Kenntnis nehmen, dass man mit einem gepflegten Äußeren auch schon im Bewerbungsgespräch punkten kann. Das fängt bei der Wahl der Kleidung an. Wer gut gekleidet ist, sieht besser aus und hat darum ungleich höhere Chancen auf den Zuschlag. Diese Gleichung dürfte so falsch nicht sein.

Klar ist auch: Ohne Fachwissen, soziale Kompetenzen und eine überzeugende Persönlichkeit werden Sie den Job nicht bekommen – egal, wie gut Sie angezogen oder wie fein Ihre Gesichtszüge sind.

Aber: Eine angenehme Optik kann das Pendel zu Ihren Gunsten ausschlagen lassen. Die Garderobe unterstreicht im besten Fall Ihre Professionalität. Sie erzeugt ein stimmiges Gesamtbild. Sie unterstreicht Ihre Persönlichkeit. Sie wertet Ihre Bewerbung auf. Sie kann Ihnen sogar ein dickes Gehaltsplus bescheren.

Dresscode Bewerbung: Das sollten Sie beachten

Diese zwei Punkte sind wichtig:

  • Sie sollten sich in Ihrer Kleidung wohl fühlen.
  • Ihre Garderobe sollte zum Unternehmen und zur Branche passen.

Wenn Sie in feinstem Zwirn auflaufen, aber darin so verkrampft wirken wie in einem Zwangskorsett, dann merkt der aufmerksame Beobachter das. Ihre Klamotten sollen aber Ihr Selbstwertgefühl stärken. Das bedeutet nicht, dass Sie sich im Hoodie für einen Job in der Bank bewerben, sondern dass Sie sich für ein Outfit entscheiden, dass Ihnen selbst gefällt.

Grundsätzlich gilt: lieber overdressed als underdressed! Aber Achtung: Wenn Ihr Anzug edler ist als der vom Geschäftsführer, dann wirkt das übertrieben und könnte beim Gegenüber Unmut erzeugen – wenn auch nur unterbewusst.

In konservativen Branchen kleiden Sie sich konservativer, in kreativen kreativer. In einer Werbeagentur können Sie durchaus im Smart Casual auflaufen. Zur Bank oder Versicherung kommen Sie im Anzug bzw. Hosenanzug oder Kostüm. Aber was ist eigentlich mit einem Fintech – konservativ oder kreativ?

Das kommt ganz auf das Unternehmen an. Tipp: Surfen Sie auf die Karriereseiten der Firmen, gehen sie auf ihre Facebook-, Xing- und Linkedin-Pages. Dort können Sie sich meist einen Eindruck verschaffen. Lesen Sie Bewertungen von Bewerbern auf Kununu und Glassdoor. Vielleicht kontaktieren sie sogar einen Mitarbeiter und fragen einfach mal nach. Hier ist aber Fingerspitzengefühl gefragt, um nicht zu aufdringlich zu wirken.

Dresscode Bewerbung: 6 Tipps für Frauen

Was ziehen Frauen zur Bewerbung an? Das bitte nicht:

  1. Minirock

    Sexy Legs hin oder her – zeigen Sie nicht zu viel Bein. Freizügigkeit ist im Jobinterview kein Winner-Attribut. Der Rock sollte nicht vorher als eine Handbreit über dem Knie enden. Und vergessen Sie die Strumpfhose nicht. Im Büro lautet die Devise: Immer MIT.

  2. Ausschnitt

    Hier gilt das Gleiche. Bitte eine gewisse Zurückhaltung wahren. Wenn das Dekolleté vorne überzukippen droht, dann ist die Grenze längst überschritten. Kein Dirndl-Style!

  3. High Heels

    Sie bieten sich insbesondere – zwecks optischer Verlängerung – für kleinere Bewerberinnen an. Hohe Absätze sind grundsätzlich auch völlig in Ordnung. Eine Länge von fünf bis sechs Zentimetern sollten sie aber nicht übersteigen.

  4. Laufmasche

    Tipp: Stecken Sie eine Ersatzstrumpfhose ein. Laufmaschen oder Löcher sind ein Fauxpas, den man sich einfach sparen sollte.

  5. Weite

    Selbst wenn Sie einen Traumbody und Bikini-Figur haben: Pressen Sie Ihren Körper nicht in zu enge Kleidung. Das wirkt unseriös. Und sollte sich auch noch Unterwäsche darunter abzeichnen, spricht das ebenfalls nicht für ein gutes Händchen bei der Kleiderwahl.

  6. Parfüm

    Einen angenehmen Duft dürfen Sie gerne versprühen. Aber bitte keine Parfümwolke hinter sich herziehen. Wenn das Aroma noch immer den Raum füllt, wenn Sie ihn längst verlassen haben, haben Sie zu dick aufgetragen.

Dresscode Bewerbung: Welche Farbe wähle ich aus?

Farben haben einen großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Speziell die Farbe Rot ist eine Waffe – nicht nur für Toreros im Stierkampf, auch im Sport. LStudien zufolge gewinnen Sportler in roten Trikots häufiger. Ihre Shirts strahlen Aggressivität aus. Bei Bayern München scheint das jedenfalls zu funktionieren.

Auch spielt es sehr wohl eine Rolle, welche Farben die Wände haben, zwischen denen Sie arbeiten. Sie machen uns aufmerksamer und kreativer – oder eben nicht.

Darum ist es nicht verkehrt, sich vor dem Vorstellungsgespräch auch ein paar Gedanken über die Farbwahl Ihrer Kleidung zu machen. Farben können den Gesamteindruck abrunden oder abwerten.

Ein paar Tipps:

  • Die Farben sollten miteinander harmonieren und gut zusammenpassen. Das ist die Regel Nummer eins.
  • Die Muster sollten Hand in Hand gehen. Ein kariertes Hemd sieht unter einer gestreiften Krawatte unfreiwillig komisch aus. Eine wilde Musterstrumpfhose kann bei Frauen einen ähnlichen Effekt auslösen.

Diese Farben können Sie bedenkenlos tragen:

  • Grau
  • Dunkelblau
  • Braun
  • Schwarz

Sie können sie mit einer weißen Bluse oder einem weißen Hemd kombinieren. Damit machen Sie so gut wie nie etwas falsch. Diese Kombinationen sind immer angemessen. Kombinieren Sie diese Farben auch gerne mit anderen Tönen, bevorzugt hellen Pastelltönen.

Dresscode Bewerbung: Wofür steht welche Farbe?

Diese Bedeutung haben die einzelnen Farben:

  • Blau

    Die Farbe strahlt Autorität aus. Auch verbindet man sie mit Vertrauen und Seriosität. Für das Vorstellungsgespräch kann es kaum eine bessere Wahl geben.

  • Grau

    Auch wenn Sie an das berühmte graue Mäuschen gedacht haben – Grau steht für Eleganz, Kultiviertheit, Schlichtheit und Erfahrung. Eine gute Farbe für die Bewerbung.

  • Schwarz

    Stark und kraftvoll, autoritär bis erdrückend. Sie kann im Vorstellungsgespräch eine Spur zu krass sein.

  • Weiß

    Rein und wahr. Ein strahlendes Weiß eignet sich für Hemden und Shirts – aber sonst für nichts.

  • Braun

    Die Farbe ist solide und im wahrsten Sinne erdverbunden. Der Bewerber steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Ruhig und verlässlich.

  • Rot

    Feuer und Leidenschaft – genau das erwartet ein Unternehmen doch von seinen Mitarbeitern. Ja, aber… Wer sich rot kleidet, drängt sich automatisch in den Vordergrund, wirkt exaltiert und sendet sogar unterschwellig sexuelle Botschaften aus. Darum im Vorstellungsgespräch lieber kein Rot tragen – außer bei Accessoires wie Taschen oder Socken.

Dresscode Bewerbung: Tipps für Männer

Zunächst einmal sollten Sie mit einer gepflegten Frisur auflaufen. Bitte keine Haare, die hinten aus dem Anzug wuchern und auch keinen verlotterten Bart zur Schau stellen.

Für Männer ist ein Anzug in dunklen Farben mit einer passenden Krawatte eine Wahl, mit der sie selten daneben liegen. In kreativen Branchen – Werbeagenturen oder Startups – darf es auch gerne eine Jeanshose mit einem Jackett sein.

Ein modischer Fauxpas unterläuft vielen Männern obenrum. Sprich: beim Jackett und seinen Knöpfen. Der Knigge weiß, wie es geht:

  • Beim Zweireiher werden die Knöpfe immer geschlossen – unabhängig von der umgebenden Temperatur.
  • Bei einem Sakko mit zwei Knöpfen wird ein Knopf geschlossen. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie sich für den oberen oder den unteren entscheiden.
  • Bei einem Sakko mit drei Knöpfen haben Sie Wahl: Entweder Sie schließen die beiden oberen Knöpfe oder nur den mittleren.
  • Bei einem Sakko mit vier Knöpfen schließen Sie die drei oberen oder die beiden mittleren.
  • Bei einem Sakko mit fünf Knöpfen schließen Sie alle Knöpfe bis auf den untersten. Das Gleiche gilt für Westen.

Die Knöpfe können Sie allesamt öffnen, sobald Sie sich hinsetzen. Dann aber bitte daran denken, die Knöpfe beim Aufstehen auch wieder zu verschließen. Nur der Zweireiher bleibt immer verschlossen.

Ein kurzärmeliges Hemd gehört niemals unter ein Sakko. Die Manschette des Hemdes sollte unter dem Ärmel herausschauen. Wenn die Ärmel des Sakkos knapp über dem Handrücken an der Daumenwurzel enden und die Hemdmanschette einen Zentimeter herausschaut, dann haben sie die perfekte Länge.

Der Kragen des Hemdes ragt einen Zentimeter aus dem Anzugkragen heraus und liegt eng am Hals an.

Dresscode Bewerbung: Darum sind Männersocken wichtig

Die Socken unterschätzt Mann gerne. Warum auch nicht, sie sieht ja auch niemand. Vorsicht! Sobald Sie sich hinsetzen, kommen die Fußschlüpfer zum Vorschein. Und wenn dann eine weiße Socke unter einem schwarzen Anzug hervorlugt, rümpft mancher Personaler innerlich die Nase. Das muss doch nicht sein.

Das sollten Sie beachten:

  • Länge

    Kniestrümpfe mag nicht jeder. Aber fürs Vorstellungsgespräch (und für andere Business-Termine) sollten Sie ein Paar im Schrank haben. Denn stoppelige Männerbeine sind nicht unbedingt ein Augenschmaus. Zum Anzug daher immer Kniestrümpfe und keine Socken tragen.

  • Farbe

    Klar, mit schwarzen Strümpfen kann man nichts verkehrt machen. Noch stilvoller aber ist es, die Strümpfe auf die Kleidung – speziell auf die Hose – abzustimmen. Dunkelblaue Hose, dunkelblaue Socken. Noch besser, Sie wählen die Strumpffarbe eine Farbstufe dunkler als die Hose.

  • Hingucker

    Hingucker sind erlaubt. Studien haben bereits gezeigt, dass kleine Extravaganzen einem Bewerber mehr nützen als schaden. Sie sorgen für einen Erinnerungseffekt. Das spricht für bunte oder rote Socken (aber bitte keine weißen), die unter einem Anzug hervorgucken. Das ist aber kein Muss, sondern nur ein Tipp. Es gibt auch Menschen, die auf derartige Spielereien allergisch reagieren und im Bewerber einen Selbstdarsteller sehen.

  • Löcher

    Jeder hat sie schon mal gehabt. Löcher in den Socken. Im Schuh sieht sie ja auch keiner. Aber wehe, Sie müssen die Schuhe wider Erwarten ausziehen – aus welchem Grund auch immer. Vielleicht gehen Sie in ein Sushi-Restaurant oder Sie haben einen Stein im Schuh or whatever. Lassen Sie es nicht darauf ankommen und ziehen Sie vernünftige Strümpfe an – ohne Löcher.

Dresscode Bewerbung: Was Männer nicht tragen sollten

Liebe Herren, das bitte NICHT bei der Bewerbung tragen:

  • Weiße Socken

    Die gehen gar nicht – unabhängig vom restlichen Outfit. Auch nicht zu Jeans tragen. Weiße Socken sind ausnahmslos für den Sport zu gebrauchen. Grundsätzlich sollte die Sockenfarbe entweder zu den Schuhen oder zur Krawatte des Bewerbers passen.

  • Krawatte

    Genau über dem Gürtel endet die Krawatte und nicht mehrere Zentimeter davor. Dann sähe es aus wie bei Ihrer Konfirmation.

  • Hosenbeine

    Achtung, Hochwasser! Ein Zentimeter oberhalb des oberen Absatzrandes des Schuhes sollte der Saum enden. Das sollten Sie unbedingt im Stehen messen.

  • Farben

    Für Männer ist es wichtig, dass Schuhe und Gürtel stets die gleiche Farbe haben. Beide sind entweder schwarz oder braun.

  • Unterhemd

    Das sollten Sie weglassen. Unter weißen Hemden trägt man normalerweise kein Unterhemd, weil es durchscheint. Wer nicht darauf verzichten mag – weil es ihm zu kalt ist – der sollte zumindest auf ein reinweißes Unterhemd ohne Logo oder Text zurückgreifen.

  • Schuhe

    Schöne Schuhe sind das Nonplusultra. Wenn die Absätze abgewetzt sind oder die Schuhe Flecken oder gar Löcher haben, dann ruiniert das einen ansonsten vielleicht glänzenden Auftritt.

Dresscode Bewerbung: Checkliste

  1. Duft

    Parfums und Aftershaves sparsam einsetzen. Nicht jeder teilt Ihren Geschmack. Außerdem wollen Sie dem Personaler nicht die Sinne vernebeln, sondern ihn von Ihren Qualitäten überzeugen.

  2. Körperschmuck

    Piercings und Tattoos verdecken. Auch wenn sich die Konventionen massiv verschoben haben, müssen Sie Personaler nicht gerade darauf stoßen – speziell in konservativen Branchen. In anderen Branchen ist eine Tätowierung mittlerweile aber völlig legitim.

  3. Sauberkeit

    Dreckige Schuhe können den guten Gesamteindruck schnell zunichte machen. Auch Flecken auf der Krawatte oder Soße am Mundwinkel sind ein No-Go. Vorher noch mal alles abputzen.

  4. Mappe

    Nehmen Sie eine Dokumentenmappe mit, in der Sie Ihre Bewerbungsunterlagen (und Notizblock etc.) aufbewahren. Die Mappe können Sie wiederum in eine Tasche stecken. Nur bitte nicht in einen Rucksack, das wirkt etwas zu jugendlich.

  5. Essen

    Knoblauch und Alkohol meiden. Das wissen Sie natürlich selbst, aber zur Sicherheit sei es noch einmal erwähnt. Wer am Vorabend Knoblauch und Alkohol verzehrt, der riecht auch noch am Folgetag. Also lieber nicht.

  6. Utensilien

    Packen Sie ein Ersatzoberteil ein – gerade bei einer längeren Anfahrt. Es kann immer passieren, dass Ihnen jemand aus Versehen Senf auf das Kostüm schmiert oder der Regen Ihre Klamotten auflöst. Wenn Sie schon dabei sind, stecken Sie Kaugummi, Deo und Erfrischungstücher gleich mit ein.

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Schlusssatz Bewerbung: Formulierungen, Beispiele, Tipps

Aller Anfang ist schwer. Noch schwerer aber ist bisweilen das Ende. Der Ausstieg aus der Bewerbung ist ein Nadelöhr, durch das sich viele hindurchquälen. Der Schluss muss passen, denn er hallt nach. Dabei gibt es durchaus einige Optionen, wie Sie den letzten Satz formulieren können. Karrieresprung zeigt sie Ihnen. Schlusssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn richtig…

Schlusssatz Bewerbung: Warum er so wichtig ist

Der erste Eindruck zählt. Aber der letzte eben auch. Am besten, Sie hinterlassen sowohl am Anfang als auch am Ende Ihres Anschreibens einen überragenden Eindruck. Wenn Sie es von zwei Highlights einrahmen, wird Sie der Personaler definitiv in Erinnerung behalten. Die Aufmerksamkeit ist Ihnen gewiss.

Vielleicht ist der Schlusssatz sogar noch wichtiger als der Einleitungssatz. Es ist wie bei einem Wein: Der Auftakt macht neugierig, Lust auf mehr, kitzelt den Gaumen, aber ein schlechter Abgang macht alles wieder zunichte. Ein guter dagegen hallt nach, liegt noch nach einer ganzen Weile angenehm auf der Zunge.

Im Schlusssatz sollte vor allem Ihre Motivation noch erkennbar sein. Sie sollten selbstbewusst aus der Sache namens Anschreiben herausgehen. Soeben haben Sie ja dargelegt, dass Sie die beste Wahl für die Stelle sind, warum Ihre Qualifikationen haargenau zum Anforderungsprofil passen. Jetzt unterstreichen Sie diese Aussagen noch einmal.

Sie bringen ja auch eine ganze Menge mit: Formelle Qualifikationen und weiche Skills, Erfahrung, Wissen, Ambition. Darum ist es auch unangebracht, wie ein Bittsteller aufzutreten – erst recht nicht am Schluss. Bitte bedanken Sie sich im Schlusssatz NICHT „für die Aufmerksamkeit“. So verzwergen Sie sich nur selbst. Unnötig.

Schlusssatz Bewerbung: Call-to-Action einbauen

Marketing-Leute wissen: Der sogenannte Call-to-Action wirkt. Wenn Sie jemanden auffordern, etwas zu tun, dann wird derjenige es mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit wirklich tun, als wenn er nicht dazu aufgefordert wird.

So ist es im Internet mit Leseempfehlungen oder im TV mit Kaufempfehlungen (auch als Werbung bekannt). Lies das mal! Kauf mich! Probieren Sie das aus! Unbedingt testen!

Es liegt also nahe, diesen Psychotrick auch im Anschreiben anzuwenden – aber auf nicht ganz so plumpe Art und Weise. Stell! Mich! Ein! So lieber nicht. Aber vielleicht so:

  • Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
  • Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Noch offensiver wären diese Ansagen:

  • Ich freue mich darauf, Sie in einem Gespräch persönlich kennenzulernen.
  • Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch noch mehr von mir und meinen Erfahrungen zu erzählen.
  • Ich kann Ihnen bereits heute zusagen, die Stelle am TT.MM.JJJJ anzutreten.

Schlusssatz Bewerbung: So nicht!

Grundsätzlich überschreitet das Anschreiben eine DIN A4-Seite nicht. Personaler mögen es kurz und knackig. Niemand von ihnen reserviert sich für ein Bewerbungsanschreiben eine satte halbe Stunde. Es wird schnell überflogen, zack-zack. Deshalb müssen Ihre Sätze sitzen – auch der letzte.

Sie kennen das vielleicht selbst aus den Kommentarspalten unter den Artikeln im Internet. Die Kommentare mit den tiefschürfenden Gedanken ignorieren Sie – zu lang! Die knackigen Mehrzeiler dagegen lesen Sie allesamt durch und nicken zustimmend – oder schütteln den Kopf. Das ist ungerecht, weil sich der Autor der Langfassung viel mehr Mühe gegeben hat als der Troll, der nur ein paar Brocken hingeworfen hat. Aber so ist es nun mal. Und deshalb fassen Sie sich bitte auch im Anschreiben kurz.

Es gilt, schnell auf den Punkt zu kommen – auch im Schlusssatz Bewerbung. Was Sie gar nicht gebrauchen können, sind Konjunktivsätze. Der Konjunktiv wird leider immer noch viel zu häufig verwendet – aus falsch verstandener Höflichkeit. Das ist gut gemeint, aber grundverkehrt. Heraus kommen solche Konstruktionen wie:

  • In einem persönlichen Gespräch würde ich Ihnen meine Kompetenzen gerne näher erläutern.
  • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
  • Ich wäre sehr froh, Ihr Interesse geweckt zu haben.

Noch schlimmer: Der doppelt-und-dreifache Konjunktiv. Beispiele gefällig?

  • Wenn sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
  • Ich könnte Ihnen gerne mehr über mich erzählen, wenn Sie mich berücksichtigen würden.
  • Wenn Sie mir eine Chance geben würde, dass ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen könnte, würde mich das sehr freuen.
  • Ich würde mich sehr freuen, wenn ich von Ihnen hören würde, so dass ich Sie weiter von mir überzeugen könnte.

Das ist – Entschuldigung – jämmerlich. Und das haben Sie auch überhaupt nicht nötig! So geht’s besser…

Schlusssatz Bewerbung: Diese Infos können sie unterbringen

Tipp: Wenn Sie erstens nicht wissen, was Sie im Schlusssatz schreiben wollen. Und wenn Sie zweitens aus persönlicher Neigung nicht so großmäulig auftreten wollen, dann orientieren Sie sich einfach an der Stellenanzeige.

Dort werden oft explizite Informationen vom Kandidaten eingefordert. “ rel=“noopener“ target=“_blank“>Gehaltsvorstellungen oder Eintrittsdatum zum Beispiel. Diese Informationen dürfen Sie ohnehin nicht vergessen. Also warum nicht am Schluss anbringen?

Beispiel: Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 38.000 und 42.000 Euro brutto pro Jahr. Ab dem 1. Februar 2019 stehe ich Ihnen bei Wahrung einer dreimonatigen Kündigungsfrist gerne zur Verfügung.

Diese Informationen können im Schlusssatz auftauchen:

  • Gehaltsvorstellungen
  • Eintrittsdatum (frühestmögliches)
  • Kündigungsfrist (beim aktuellen Arbeitgeber)
  • Führerschein (in Berufen, in denen er unabdingbar ist)

Schlusssatz Bewerbung: Beispiele

Der Konjunktiv ist in der Tat manchmal verlockend. Tipp: Sie können ihn auch verwenden, ohne ihn zu verwenden. Wie das? Zum Beispiel so:

Ich freue mich, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und freue mich auf ein persönliches Kennenlernen.

Das ist das gleiche wie Ich würde mich freuen… Nur, dass es selbstbewusster, einfach besser klingt.

Hier noch mehr Beispiele, wie Sie Ihren Schlusssatz formulieren können. Suchen Sie sich aus, ob Sie eine kurze und prägnante oder forsche Variante bevorzugen…

Schlusssatz Bewerbung: Kurz und prägnant

  • Ich stehe Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
  • Ich freue mich sehr auf Ihre Rückmeldung.
  • Ich freue mich sehr, wieder von Ihnen zu hören.
  • Für weitere Fragen kontaktieren Sie mich gerne jederzeit.
  • Ich freue mich auf die Gelegenheit, mich persönlich bei Ihnen vorzustellen.
  • Sehr gerne stehe ich Ihnen für ein weiterführendes Gespräch zur Verfügung.
  • Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne per E-Mail, persönlich oder Telefon-Interview zur Verfügung.
  • Ich bewerbe mich aus einer ungekündigten Stelle, meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Monatsende.
  • Für das Arbeitsverhältnis stehe ich Ihnen ab dem 1. Juni 2019 zur Verfügung, für ein Vorstellungsgespräch jederzeit.

Schlusssatz Bewerbung: Selbstbewusst

  • Ich freue mich schon jetzt auf eine positive Rückmeldung von Ihnen.
  • Wenn Sie einen kompetenten und leistungswilligen Mitarbeiter suchen, freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
  • Ich brenne darauf, meine Talente so bald wie möglich in den Dienst Ihres Unternehmens zu stellen.
  • Ich freue mich ungemein darauf, schon bald ein wertvoller Teil Ihres Teams zu sein.
  • Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Eignung für die Stelle.
  • Gerne stimme ich in einem persönlichen Gespräch meinen Eintrittstermin und alle weiteren Einzelheiten ab.
  • Auf Ihre E-Mail, in der Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen, freue ich mich sehr.
  • Ich freue mich darauf, die Stelle bei Ihnen am 1. Februar 2019 anzutreten.
  • Wenn Sie auch der Meinung sind, dass ich Ihr Team perfekt ergänze, dann laden Sie mich gerne zu einem Vorstellungsgespräch ein.
  • Letzte Zweifel an meiner Eignung räume ich gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen aus.
  • Ein Führerschein, mit dem ich ab dem 1. April 2019 sehr gerne persönlich zu Ihren Kunden fahren werde, rundet mein Profil ab.
  • Meine Gehaltsvorstellungen bewegen sich im Bereich von 50.000 Euro brutto im Jahr. In einem persönlichen Gespräch werde ich Sie gerne davon überzeugen, dass ich dieses Geld wert bin.
  • Wenn Sie auch glauben, dass ich die richtige Besetzung für die Stelle bin, dann laden Sie mich gerne zu einem persönlichen Kennenlerngespräch ein.
  • Meine Gehaltsvorstellungen betragen 62.000 Euro brutto im Jahr. In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, warum das gut angelegtes Geld ist.

Schlusssatz Bewerbung: Checkliste

Die wichtigsten Punkte noch mal in der Übersicht. Und noch ein Hinweis: Den Begriff Schlusssatz dürfen Sie nicht ZU wörtlich nehmen. Es kann sich auch um zwei oder drei kurze Sätze handeln, mit denen sie Ihr Anschreiben abschließen. Das ist wichtig:

  • Selbstbewusst, aber nicht zu fordernd auftreten
  • Die gewünschten Informationen bereitstellen
  • Call-to-Action einbauen
  • Keinen langen Bandwurmsatz bauen, lieber durch Punkt trennen
  • Den Konjunktiv meiden
  • Aktivsätze bilden und Passivsätze umgehen
  • Grußformel und handschriftliche (!) Unterschrift nicht vergessen
[Bildnachweis: Dusan Petkovic by Shutterstock.com]

Gehaltsvorstellungen: So kommen Sie zu Ihrem Wunschgehalt

Die Gehaltsvorstellungen sind Teil der Bewerbung – und ein überaus wichtiger. Wer zu hoch pokert, kann sich schon früh ins Abseits manövrieren. Wer hingegen zu tief stapelt, bekommt nicht das, was er verdient. Wer keine genaue Zahl nennen will oder kann, greift einfach auf diese Formulierungstricks zurück…

Gehaltsvorstellungen: Darum sind sie so wichtig

Es ist eine Aufgabe, die jedem Berufseinsteiger schwer fällt: die Formulierung der eigenen Gehaltsvorstellungen. Manche Arbeitgeber erwarten ausdrücklich, dass Bewerber ihr Wunschgehalt angeben. Dabei war es noch nie so einfach, den eigenen Marktwert zu eruieren.

Es stehen einem mittlerweile unzählige Quellen zur Verfügung, die man als Bewerber anzapfen kann. Und das sollten Sie auch tun, bevor Sie Ihre Gehaltsvorstellungen niederschreiben.

Das Einstiegsgehalt hat enorme Auswirkungen auf Ihre weitere (finanzielle) Laufbahn. Wer zu niedrig einsteigt, kann den Rückstand oft nie wieder aufholen. Wer hoch pokert, kann sich dagegen eine exzellente Ausgangsposition erarbeiten…

Gehaltsvorstellungen: So formulieren Sie sie richtig

Das sind die wichtigsten Regeln, wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellungen angeben:

  • Geben Sie stets Ihr gewünschtes Brutto-Jahreseinkommen an. Kein Brutto-Monatseinkommen und auch keine Netto-Angaben!
  • Teilen Sie zudem mit, ob sich Ihre Gehaltsvorstellungen auf zwölf oder 13 Monatsgehälter beziehen.
  • Zusatzleistungen nennen Sie hingegen nicht. Darunter fallen zum Beispiel Urlaubsgeld, Fahrtkostenzuschüsse oder vermögenswirksame Leistungen.
  • Sie orientieren sich immer am an Ihrem aktuellen Jahresgehalt, wenn Sie den Job wechseln. Schlagen Sie nach eigenem Ermessen bis zu 20 Prozent drauf – aber nicht mehr.
  • Nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellungen ganz zum Schluss des Bewerbungsanschreibens, also entweder im Schlusssatz oder in PS.

Speziell ein Jobwechsel kann Ihnen einen großen Gehaltssprung bescheren. Auch die Absolventen lukrativer Studiengänge – Informatik oder Ingenieurwissenschaften zum Beispiel – können nach ihrem Abschluss mit einem fetten Zahltag rechnen. Aber Achtung: Halten Sie Maß!

Wenn Sie als Gehaltsvorstellung eine Hammer-Summe nennen, macht Sie das für den Personaler zunächst mal zu einem Geldgeier. Unsympathisch! Insbesondere dann, wenn die Angaben mit dreisten oder unverschämten Aussagen garniert werden a la Weil ich es mir wert bin oder Einen Besseren als mich finden Sie nicht. Das liegt die Vermutung nahe, dass solch ein Bewerber fortwährend Ärger provozieren könnte. Niemand will einen Querulanten in seinem Team.

Aber nicht falsch verstehen: In Zeiten von Fachkräfteengpässen kann Selbstbewusstsein im Verhandlungspoker durchaus eine Erfolgsstrategie sein – aber nur für den, der es sich leisten kann. Speziell IT-Spezialisten, Ingenieure und andere Techniker müssen sich nicht unter Wert verkaufen. Es ist wie so oft im Leben: Der Grat ist schmal zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit.

Zur Orientierung dienen Ihnen diese beiden Punkte:

  1. Marktwert

    Wie hoch ist Ihrer? Informieren Sie sich vorab, welche Gehälter für vergleichbare Positionen gezahlt werden. Nicht nur Ihr Fachgebiet ist von Interesse, sondern auch die Größe des Arbeitgebers und die Region, in der Sie sich bewerben. In Baden-Württemberg können Sie mehr verlangen als in Berlin, in großen Unternehmen mehr als in kleinen.

  2. Kosten

    Welche Kosten verursachen Sie? Unternehmen schätzen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie wollen die Preise am liebsten immer drücken, das entspricht ihrem marktwirtschaftlichen Naturell. Wenn Sie als Bewerber tief stapeln, dann erhöhen sie bisweilen Ihre Chancen. Das könnten Sie strategisch einsetzen, wenn Sie den Job unbedingt haben wollen, aber sich gegen sehr viele Mitbewerber durchsetzen müssen.

Gehaltsvorstellungen: Das sollten Sie beachten

Bedenken Sie bei der Formulierung Ihrer Gehaltsvorstellungen:

  • Wenn Sie ein vergleichsweise hohes Wunschgehalt angeben, haben Sie mehr Spielraum nach unten. So kann der Arbeitgeber Ihren Preis im Folgenden noch drücken, damit sein eigenes Gewissen beruhigen und Sie trotzdem noch mit einem Top-Gehalt ausstatten. Win-win! Andererseits steigt die Gefahr, dass er Sie vorzeitig aussortiert, weil Sie ihm zu teuer sind.
  • Wenn Sie ein vergleichsweise niedriges Wunschgehalt angeben, verfügen Sie über keinen Spielraum mehr nach oben. Schlecht! Sie können nicht im Anschreiben eine Summe von 35.000 Euro nennen und dann im Gespräch 40.000 Euro fordern. Das enttarnt Sie als Windei. Auf der anderen Seite erhöhen Sie mit einer niedrigen Summe Ihre Chance, überhaupt zum Jobinterview eingeladen zu werden. Der Arbeitgeber wittert ein gutes Geschäft.

Vermeiden Sie in jedem Fall die Extreme. Gehen Sie also nicht zu weit nach oben oder zu weit nach unten. Ersteres lässt Sie als geldfixierten Blutsauger dastehen, Letzteres als ahnungslosen Naivling, der seinen eigenen Marktwert nicht kennt. Und wer seinen eigenen Marktwert nicht kennt, kann so kompetent nicht sein, oder? Welcher Betrag allerdings ZU hoch oder ZU tief ist, kann nicht eindeutig definiert werden. Das macht die Sache so tricky.

Ist es darum vielleicht die Lösung, gar keine Stellung zu beziehen? Klare Antwort: nein. Verlangt das Unternehmen die Angabe von Gehaltsvorstellungen im Anschreiben, dann sollten Sie dem auch Folge leisten. Andernfalls geben Sie unvollständige Unterlagen ab. Das verursacht Mehraufwand für das Personalbüro. Und es zeigt, dass Sie nicht auf ein ausdrückliches Anliegen des Arbeitgebers eingehen. Das kann sogar dazu führen, dass Sie vorzeitig draußen sind.

Ein Kompromiss wäre eine Formulierung wie:

Mein aktuelles Jahresgehalt beträgt 42.000 Euro.

Nein, eine konkrete Gehaltsvorstellung ist das nicht. Aber der Bewerber signalisiert, dass er die Aufforderung registriert hat. Immerhin. Auch hat der Personaler nun einen Richtwert, an dem er sich orientieren kann.

Noch besser wäre aber, Sie geben als Gehaltsvorstellung Ihre echte Wunsch-Zahl (oder Spanne) an. Das erspart im Übrigen auch Ihnen selbst Zeit und Aufwand. Angenommen, Sie und das Unternehmen liegen gehaltstechnisch so weit auseinander, dass sich jedes weitere Gespräch erübrigt, dann können Sie sich fortan anderen Bewerbungen widmen.

Gehaltsvorstellungen: So ermitteln Sie Ihren Marktwert

So nähern Sie sich Ihrem Marktwert auf dem Arbeitsmarkt:

  • Freunde

    Fragen Sie bei Freunden oder Bekannten nach, die eine ähnliche Position bekleiden – sofern das Gehalt zwischen Ihnen kein Tabuthema ist.

  • Internet

    Recherchieren Sie in Vergleichsportalen: Davon gibt es mittlerweile eine ganze Menge im Internet. Eine gute Anlaufstelle ist die Plattform gehalt.de. Außerdem gibt es einschlägige Infos in Bewertungsportalen wie Glassdoor und Kununu. Branchendienste wie der Personaldienstleister Robert Half bieten Gehaltsreports für spezielle Berufsgruppen, ebenso die Jobbörse Stepstone für Fachkräfte.

    Tipp in eigener Sache: Eine gute Orientierung liefern auch die verschiedenen Jobprofile auf Karrieresprung. Für jeden Beruf nennen wir Einstiegs- und Spitzengehalt, so wie hier beim Systemadministrator.

  • Statistik

    Ziehen Sie offizielle Statistiken zu Rate. So ermittelt auch die Bundesagentur für Arbeit regelmäßig Durchschnitts- und Mediangehälter. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland lag demnach im Jahr 2017 bei 3771 Euro.

Gehaltsvorstellungen: Und wenn keine verlangt wird?

Was, wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige gar keine Angabe von Gehaltsvorstellungen fordert? Man könnte natürlich trotzdem darauf eingehen. Das gibt der Firma ja schließlich zusätzliche Informationen an die Hand, oder? Nein. Der Gehaltswunsch ist prinzipiell nicht Bestandteil des Bewerbungsschreibens.

Wird er nicht verlangt, dann schreiben Sie auch nichts darüber. Nur dann, wenn Sie ausdrücklich danach gefragt werden. Andernfalls erwecken Sie den Eindruck, als würden finanzielle Aspekte bei Ihnen im Vordergrund stehen. Oder was würden Sie denken, wenn Sie den Bewerber nach seiner Motivation fragen und er Ihnen direkt seine Gehaltsvorstellungen um die Ohren haut?

Im Vorstellungsgespräch (spätestens im zweiten) kommt das Thema ohnehin noch auf die Agenda. Denn klar ist: Ohne finanzielle Einigung unterschreiben Sie den Vertrag nicht.

Gehaltsvorstellungen: Tipps, wie Sie sie formulieren

Sie haben generell zwei Optionen:

  1. Sie nennen eine fixe Zahl.
  2. Oder Sie nennen eine Spanne von X bis Y.

Was für Variante 2 spricht: Sie signalisieren Verhandlungsbereitschaft. Ihre Position ist nicht so unverrückbar wie ein Obelisk. Mit Ihnen kann man reden. Das gefällt Personalern.

Andererseits verstehen sie eine Gehaltsspanne zugleich als Aufforderung, den Preis so weit wie möglich nach unten zu drücken. Das obere Ende der Spanne dürfte als Vertragssumme für Sie daher nicht mehr realistisch sein. Aus Arbeitgebersicht würde es sich schließlich wie eine Niederlage anfühlen. Und die gilt es zu vermeiden.

So können sie Ihre Gehaltsvorstellungen formulieren:

  • Konkret

    Wenn Sie klare Ansagen bevorzugen, dann schreiben Sie zum Beispiel:

    • Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 52.000 Euro im Jahr.
    • Ein jährliches Gehalt von 36.500 Euro brutto entspricht meinen Vorstellungen.
    • Aufgrund meiner Qualifikationen halte ich ein Jahresgehalt von 55.000 Euro für angemessen.
  • Spanne

    Sie können auch eine Gehaltsspanne nennen – von X bis Y. Oder Ihren Gehaltskorridor mit dem Wörtchen Bereich eingrenzen.

    • Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 38.500 und 42.500 Euro brutto im Jahr.
    • Meine Gehaltsvorstellungen liegen im Bereich von 45.000 Euro brutto im Jahr.
  • Ausweichend

    Wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellungen nicht nennen WOLLEN, weil Sie zum Beispiel noch nicht im Bilde über Ihren Marktwert sind, dann formulieren Sie sie folgendermaßen:

    • Meine Gehaltsvorstellungen teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit.
    • Meine Gehaltsvorstellungen können wir bestimmt in Kürze bei einem persönlichen Gespräch klären.
    • Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen und bin sicher, dass wir uns auch bei den Gehaltsvorstellungen einigen werden.

Geben Sie eine ungerade Zahl an!

Gehaltsvorstellungen Geben Sie eine ungerade Zahl an!Geheimtipp für den Verhandlungspoker: Geben Sie als Wunschgehalt eine unrunde Zahl an!

Statt 32.000 Euro nennen Sie also lieber 34.570 Euro oder 32.330 Euro. Warum? Weil es indirekt signalisiert, dass Sie sich mit der Materie bis ins Detail auseinandergesetzt haben. Es wirkt, als ob Sie Ihren Marktwert ganz genau einschätzen können – und ihn nicht Pi mal Daumen berechnet haben.

Ungerade Gehaltsvorstellungen – ein Psychotrick, den Verhandlungsexperten gerne empfehlen!

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