Bewerbungsflyer: Ideal für Job- und Karrieremessen

Bewerbungsflyer Tipps Vorteile

Bewerbungsflyer sind weitgehend unbekannt. Genau das ist Ihr großer Vorteil. Wer mit einem Flyer für sich wirbt, hebt sich von der Masse ab. Speziell auf Jobmessen verspricht diese Taktik Erfolg. Mit einem lieblos beschrifteten Wisch ist es aber nicht getan. Ein Bewerbungsflyer führt Sie direkt zum Job, wenn Sie Folgendes beachten…

Bewerbungsflyer: Was ist das?

Ein Bewerbungsflyer ist genau der richtige Weggefährte für eine Job- oder Karrieremesse. Sie können ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen, um ihr Interesse zu wecken. Im Vergleich zur Visitenkarte ist er origineller, aber auch gehaltvoller.

Beim Bewerbungsflyer handelt es sich um ein klassisches DIN-A4-Blatt. Dieses wird beidseitig bedruckt und im Leporello-Format gefaltet. Durch die Knicke entstehen dabei drei Segmente. Zählt man Vorder- und Rückseite zusammen, ergeben sich sogar sechs Bereiche. Auf diesen können Sie sich und Ihr Profil vorstellen.

Inhaltlich fasst der Bewerbungsflyer Ihren Lebenslauf in einer Art Leistungsprofil zusammen. Es stehen also die wichtigsten Informationen über Sie und Ihre Kompetenzen darauf. Vorteil: Der Empfänger kann sich schnell ein Bild über Sie machen.

Bewerbungsflyer: Für wen eignet er sich?

Für alle Branchen und Berufe ist ein Bewerbungsflyer selbstverständlich nicht geeignet. Ein Manager bewirbt sich nicht per Flyer, auch andere Führungskräfte werden so nur schwerlich überzeugen können. In konservativen Branchen wie der Banken- und Versicherungsbranche findet man auf diese Weise wahrscheinlich keine Stelle. Erst recht nicht, wenn es sich um keinen qualitativ hochwertigen und vorzeigbaren Flyer handelt.

Für Berufseinsteiger dagegen könnte das Medium eine spannende Wahl sein. Oder für Bewerber, die Mühe haben, aus der grauen Masse hervorzustechen.

Bitte nicht falsch verstehen: Der Bewerbungsflyer ist keine Alternative zur Bewerbung. Sie verschicken ihn nicht per Post und spazieren auch nicht ins Personalbüro, um ihn dort abzugeben.

Sie nehmen ihn vielmehr mit auf eine Job- oder Karrieremesse. Vorteil: Die Teilnehmer sind auf Recruiting-Themen geeicht, dürften für originelle Ansätze offen und manchmal sogar regelrecht dankbar sein. Sie stoßen also definitiv auf offene Ohren – und Augen.

Ein denkbares Szenario: Sie haben mit mehreren Unternehmen vorab Termine auf einer Jobmesse vereinbart. Dafür erstellen Sie gewissenhaft Bewerbungsmappen mitsamt einer Kurzbewerbung und packen sie in Ihr Gepäck.

Nun begegnet Ihnen auf der Messe zufällig ein Recruiter Ihrer Traum-Firma. Ein Match! Nur haben Sie für ihn gar keine Kurzbewerbung mehr übrig. Was tun?

Sie kennen die Antwort schon: Sie überreichen ihm einfach einen Ihrer Bewerbungsflyer, von denen Sie ebenfalls ein paar eingesteckt haben. Vorteil: Die Flyer sind nicht individualisiert und eignen sich im Prinzip für jeden Gesprächspartner vor Ort. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Bewerbungsflyer: So ist er aufgebaut

Im Grunde können Sie Ihren Bewerbungsflyer so gestalten, wie Sie wollen. Er soll schließlich Ihre Persönlichkeit unterstreichen. Aber vergessen Sie nicht den Zweck, den Sie letztlich verfolgen. Sie wollen dem Empfänger einen Überblick und Informationen an die Hand geben.

Zunächst nehmen Sie ein DIN A4-Blatt und legen es quer. So könnte die Vorderseite aufgebaut sein:

  • Linke Spalte: Deckblatt, Name, Foto, Kontaktdaten
  • Mittlere Spalte: Beruflicher Werdegang in Tabellenform
  • Rechte Spalte: Spezielle Qualifikationen (Erfahrungen, Projekte, Erfolge)

Und so könnte die Rückseite aufgebaut sein:

  • Linke Spalte: Aus- und Weiterbildungen, Studium, Schule
  • Mittlere Spalte: Referenzen (Empfehlungen)
  • Rechte Spalte: Auslandserfahrungen, Social-Media-Profile

Ob Ihr Flyer zündet, hängt auch von Gestaltung und Design ab. Ein lausig zusammengeschusterter Leporello wird für Stirnrunzeln sorgen und allenfalls ein müdes Lächeln im Gesicht des Empfängers hinterlassen. Wenn Sie das nötige Kleingeld haben, können Sie die Aufgabe auch gerne einem Grafikdesigner übertragen.

Auffälligkeit ist in diesem Fall erwünscht: Der Bewerbungsflyer soll maximale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber gleichzeitig eine gewisse Ernsthaftigkeit und Seriosität wahren. Von allzu gewagten Marketing-Gags sehen Sie also besser ab. Es sei denn, Sie bewegen sich in einer Branche, die Extraversion geradezu einfordert (Werbung, Marketing, Film, Theater, Musiker, Animateure usw.).

Immerhin beweisen Sie auch Mut. Nicht jeder traut sich, einen Bewerbungsflyer zu verteilen. Ein Indiz, dass in Ihnen ein Verkäufer-Gen schlummert. Und kaum etwas lieben Unternehmen mehr als Menschen, die ihre Produkte gut verkaufen können…

Klar sollte Ihnen auch sein, dass sich der Effekt mit der Zeit abnutzt. Mehrere Jahre in Folge sollten Sie mit ein und demselben Flyer die Jobmessen nicht unsicher machen.

Das sind die Vorteile

Diese Vorteile hat ein Bewerbungsflyer:

  • Im Gegensatz zu einer Visitenkarte enthält er mehr Informationen. Er ist aussagekräftiger.
  • Im Vergleich zu einer Kurzbewerbung hat man einen Bewerbungsflyer relativ schnell erstellt. Man kann ihn immer wieder verwenden.
  • Er garantiert Aufmerksamkeit. Weil er noch nicht so verbreitet ist, können Sie sich damit vom Rest abheben.
  • Sie können ihn überall mit hinnehmen. Er ist leicht und handlich, passt in jede Tasche. Und auch wenn Sie ihn falten und knicken, ist er meist noch brauchbar.
  • In kreativen Berufen geben Sie mit einem Bewerbungsflyer zugleich eine Arbeitsprobe ab. Geradezu prädestiniert ist er, wenn Sie eine Ausbildung zum Mediengestalter anstreben.
  • Er ist relativ günstig in der Herstellung.

Das sind die Nachteile

Diese Nachteile hat ein Bewerbungsflyer:

  • Für die Erstellung braucht man Knowhow im Umgang mit Layout- und Designprogrammen. Er stellt somit höhere Anforderungen an den Ersteller als ein einfaches Anschreiben und Lebenslauf.
  • Sie müssen selektieren können. Auf dem Flyer finden nicht alle Informationen Platz, die sie in einer Bewerbung hätten unterbringen können. Wenn Sie sich für die falschen Inhalte entscheiden, ist der Bewerbungsflyer wirkungslos.
  • Bewerbungsflyer erinnern in Form und Gestalt an Werbeflyer. Und die sind in etwa so beliebt wie Pickel im Gesicht. Der Drang ist groß, einen Flyer unmittelbar nach Erhalt schnell wieder zu entsorgen – falls man ihn überhaupt erst aus Höflichkeit entgegengenommen hat.

So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehen

So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehenSie können sich einen Bewerbungsflyer optisch noch immer nicht so richtig vorstellen? Dann werfen Sie mal einen Blick auf unsere Muster. So könnte Ihr Flyer aussehen:

[Bildnachweis: Mila Supinskaya Glashchenko by Shutterstock.com]

Lücken im Lebenslauf: Wie Sie sie sinnvoll füllen

Lücken im Lebenslauf sind wie Löcher in den Zähnen. Sie können richtig weh tun. Eine lange Phase der Arbeitslosigkeit etwa weckt bei Personalern Argwohn. Was stimmt mit dem Bewerber nicht? Im schlechtesten Fall führen Lücken im Lebenslauf dazu, dass der Bewerber aus dem Rennen genommen wird. Doch nicht jede Leerstelle muss gleich das Aus bedeuten. So füllen Bewerber ihre Lücken im Lebenslauf sinnvoll aus…

Lücken im Lebenslauf: Was ist das?

Ein Monat Leerlauf – das ist nicht tragisch. Vielleicht haben Sie eine schöne Reise gemacht. Oder Sie standen gerade an der Schnittstelle zwischen zwei Jobs oder am Übergang vom Studium zum Beruf.

Auch eine Phase der Neuorientierung, die über einen Monat hinausgeht, ist völlig in Ordnung. Wenn Sie sechs oder acht Wochen gebraucht haben, um Zukunftspläne zu schmieden, wird Ihnen kein Personaler den Kopf umdrehen. Aber irgendwann wird es kritisch. Spätestens nach einer zweimonatigen Pause entsteht eine Lücke, die Sie beizeiten erklären müssen.

Eine glasklare Definition für eine zu große Lebenslauf-Lücke gibt es nicht. Als Faustregel können Sie sich aber merken:

Alles, was über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten hinausgeht und nicht erklärt wird, gilt als Lücke.

Grundsätzlich sind Lücken im Lebenslauf Zeitabschnitte, in denen man keiner/keinem…

  • Praktikum
  • Berufsausbildung
  • Studium
  • dauerhaften Beschäftigung
  • Weiterbildung

nachgeht. Im Personalbüro kommt prompt der Verdacht auf: Der Bewerber war arbeitslos. Und der Folgeverdacht lautet: Er war aus gutem Grund arbeitslos. Wenn sich in all der Zeit kein Unternehmen gefunden hat, das ihn einstellen wollte, warum sollten wir es dann tun?

Eine große Lücke wirft also ein schlechtes Licht auf den Bewerber. Manchmal zurecht, oft aber auch zu Unrecht. Darum gilt es, mögliche Missverständnisse rechtzeitig auszuräumen. So gelingt es…

Lücken im Lebenslauf: So werden sie gerne kaschiert

Ein beliebter Trick ist es, keine Monatsangaben im Lebenslauf zu machen, sondern Jahresangaben. Das sieht dann so aus:

2018 Anstellung bei der Fake AG, Rosenheim
2017 Anstellung bei der No Plan GmbH, Flensburg
2016 Praktikum bei der Crazy KG, Köln

Eine zweite Möglichkeit ist es, ein Erfahrungsprofil statt eines achronologischen Lebenslaufs einzureichen. So kann ein Bewerber seine Qualifikationen quantifizieren, ohne Jahreszahlen angeben zu müssen. Zum Beispiel so:

5 Jahre Erfahrung als Außendienst-Mitarbeiter im Tiefkühl-Segment
3 Jahre Erfahrung als Call-Center-Agent Outbound
2 Jahre Erfahrung als Vertriebsassistent

Unser Tipp: Sehen Sie von solchen Mätzchen in Ihrer Bewerbung ab. Personaler kennen die Tricks. Sie nähren nur den Verdacht, dass etwas nicht stimmt mit Ihnen. Die Chancen auf eine Einladung sinken. Wird sie doch ausgesprochen, müssen Sie sich auf unangenehme Fragen einrichten, die Sie vielleicht nicht beantworten können.

Aber Sie können sich anderweitig helfen. Legitim ist es für Bewerber etwa, im Lebenslauf Monatsangaben statt Wochenangaben zu machen. Wenn Sie also ein zweiwöchiges Praktikum vom 20. März bis zum 4. April gemacht haben, könnten sie im Lebenslauf schreiben:

03/2018-04/2018 Praktikum bei der Absurd AG, Mannheim

So werden aus zwei Wochen bis zu zwei Monate. Das kaschiert zumindest eine kleinere Lücke. Und mit einem Erfahrungsprofil dürfen Sie ebenfalls gerne für sich werben – nur bitte nicht in der Bewerbung, sondern im Internet, auf Ihrer privaten Homepage zum Beispiel. Dort stellen Sie die Hausregeln auf und müssen sich nicht an Konventionen halten.

Lücken im Lebenslauf: Darf ich lügen?

Lügen haben kurze Beine – und gehen fast immer nach hinten los. Bleiben Sie lieber bei der Wahrheit. Wer sich Jobs oder Tätigkeiten einfach ausdenkt und hinterher enttarnt wird, verspielt seinen guten Ruf. Das ist gefährlich.

Im Übrigen sind Falschangaben im Lebenslauf ein Kündigungsgrund. Arbeitnehmer können fristlos, aber auch nachträglich gekündigt werden. Das heißt: Auch wenn Sie zunächst mit Ihrer Schwindelei durchgekommen sind, kann sie Ihnen stets auf die Füße fallen. Im Bewerbungsgespräch bedeutet eine Lüge ohnehin das sofortige Aus. Niemand will einen notorischen Lügner einstellen.

Und einen Make-up-Artist ebenfalls nicht. Damit ist in diesem Fall das dezente Schminken von Lebensabschnitten gemeint. Nicht neu ist zum Beispiel der Tipp mancher Coaches, die Work-and-Travel-Tour durch Kanada als interkulturelle Bildungsreise oder als Sprachreise zu deklarieren. Schlecht, weil völlig unnötig! Dass Sie eine Work-and-Travel-Reise persönlich und sprachlich weiterbringt, wissen Personaler auch. Sie müssen sie gar nicht künstlich aufwerten. Und bitte kommen Sie erst gar nicht auf die Idee, eine stinknormale Urlaubsreise als Sprach- und Kulturtour zu tarnen.

Anderes Beispiel: Eine Phase der Arbeitslosigkeit, die man mit intensiver Potenzialanalyse oder Coaching verbracht haben will. Das klingt nicht nur lächerlich, sondern ist es auch. Wenn Sie Lücken im Lebenslauf stopfen wollen, dann machen Sie es lieber auf diese Art und Weise…

Lücken im Lebenslauf: Die wichtigsten Tipps

Ehrlich währt (oft) am längsten. In manchen Szenarien sollten Sie konsequent bei der Wahrheit bleiben. In anderen dürfen Sie sie aber geringfügig dehnen oder verschweigen. Wir haben die wichtigsten Szenarien für Sie durchgespielt:

  1. Studienwechsel

    Ein Studienabbruch ist weder eine Seltenheit noch eine Schande. Die Anzahl der Studiengänge ist in Deutschland mittlerweile so hoch, dass nicht jeder Akademiker mit seiner Wahl richtig liegen kann. Wer nun merkt, tatsächlich die falsche Wahl getroffen zu haben, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Berühmte Studienabbrecher gibt es zur Genüge. Viel interessanter ist die Frage nach dem Was dann?. Haben Sie es stattdessen mit einem neuen Fach, einer Ausbildung oder einer Unternehmensgründung versucht? Ein richtiger Vorteil kann eine Lücke im Lebenslauf sogar sein, wenn Sie jahrelang auf Ihren Wunschstudienplatz gewartet haben. Weil Sie ihn zum Beispiel wegen des happigen Numerus Clausus nicht sofort bekommen haben. Das zeugt von Ausdauer, Durchhaltevermögen, Willen. Hier gibt es also nichts zu kaschieren, nur zu erklären. Problematisch wird es erst dann, wenn Sie alle paar Semester das Studium wechseln.

  2. Berufseinstieg

    Der Berufseinstieg ist für viele die schwierigste Hürde. Referenzen und Fürsprecher sind kaum vorhanden, Berufserfahrungen ebensowenig. Folgerichtig kann sich der Start schon einmal hinziehen. Wenn Sie daher nach dem Studium mehrere Monate vergeblich auf Jobsuche sind, sollte das kein Beinbruch sein. Die Toleranzgrenze liegt bei einem halben Jahr. Dafür gibt es auch ein gutes Argument: Sie wollen ja nicht mit irgendeinem Job starten. Sie wollen den richtigen. Dass der erste Job für den weiteren Verlauf einer Karriere sehr wichtig ist, bestätigen Studien regelmäßig. Sie könnten die Wartezeit aber durchaus mit Praktika oder Weiterbildungen überbrücken.

  3. Krankheit

    Wenn Sie eine schwere Krankheit überwunden oder ein schwer erkranktes Familienmitglied gepflegt haben, dann gibt es nichts zu verheimlichen. Die Art der Krankheit müssen Sie dabei nicht nennen, das fällt in Ihre Privatsphäre. Aber: Eine chronische Krankheit, die jederzeit wieder ausbrechen kann, verschafft Ihnen keinen Vorsprung im Wettlauf um den Job. Der Arbeitgeber wird die Sorge haben, auf Sie noch häufiger verzichten zu müssen. Positiv wäre es daher, wenn Sie den Zeitraum der Krankheit genau eingrenzen und auf eine vollständige Genesung hinweisen könnten. Zum Beispiel so: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft“ oder „Pflege der schwer erkrankten Mutter“.

  4. Vorübergehende Arbeitslosigkeit

    Wenn die Lücke im Lebenslauf nicht zu groß ist, müssen sie auch eine Phase der Arbeitslosigkeit nicht umetikettieren. Im Gegenteil, es gibt Personaler, die Ecken und Kanten an Bewerbern mögen. Gut kommt es an, wenn man sich aus einem Tief wieder herausgearbeitet hat. Sie sollten aber auch darlegen können, WIE Sie aus dem Tief herausgekommen sind. Und trotz allem gilt weiterhin: Kein Personaler schätzt lange Arbeitslosigkeit. Außerdem sollte sich Ihr Tief nicht in den niedersten Abgründen abgespielt haben. Sprich: Massive Drogen- oder Alkoholprobleme oder die Verwicklung in kriminelle Machenschaften sind keine Sieger-Strategien – egal, ob und wie Sie sich davon losgesagt haben.

  5. Unverschuldete Kündigung

    Nicht immer liegt eine Kündigung an Ihrem eigenen Unvermögen. Es kann ja sein, dass Ihre Abteilung geschlossen wurde oder das Unternehmen in großem Stil Stellen abgebaut hat. Oder dass es sogar Konkurs anmelden musste. Wenn dem so sein sollte, dann haben Sie eine gute Argumentationshilfe für Ihre Lücke im Lebenslauf. Sie könnten dann so formulieren:

    08/2012 bis 08/2018Vertriebsmitarbeiter bei der Insolvent GmbH (Kündigung wegen Insolvenz)

    Glaubwürdig sind Sie vor allem, wenn Ihre Berufstätigkeit erst nach einem längeren Zeitraum beendet wurde. Aber die Angaben sollten auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Die Insolvenz größerer Unternehmen wird in der Presse behandelt. Denken Sie sich eine Insolvenz daher nicht aus. Das lässt sich leicht nachprüfen – und Sie stehen hinterher als Schwindler da.

  6. Selbstverschuldete Kündigung

    Kniffliger wird es da schon, wenn Sie den Job durch eigenes Verschulden verloren haben. Vielleicht mochte der Chef Ihre Nase nicht oder Sie haben einfach nicht die Leistung gebracht, die er sich von Ihnen versprochen hatte. In dem Fall bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als die Kündigung als selbstverschuldet einzugestehen. Fangen Sie nicht damit an, Schuldzuweisungen zu verteilen. Nachtreten ist ein No-Go. Völlig akzeptabel wäre eine Begründung wie: Es hat zwischen uns einfach nicht gepasst. So waschen Sie keine schmutzige Wäsche und übernehmen Verantwortung, ohne sich selbst das Vollversager hinzustellen. Einen kleinen Trick gibt es aber vielleicht doch: Platzieren Sie die Lücke nach Möglichkeit dort, wo sie weniger auffällt. Sie haben ja immerhin die Wahl zwischen einem chronologischen und einem achronologischen Lebenslauf. Taucht die Lücke auf Seite 2 nach einer blitzsauberen ersten Seite auf, springt Sie dem Betrachter nicht sofort ins Auge.

  7. Anhaltende Arbeitslosigkeit

    Wer längere Zeit arbeitslos ist, hat zwangsläufig eine große Lücke im Lebenslauf. Als Bewerber müssen Sie dann den Zauberkasten auspacken. Immerhin wollen Sie nicht den Eindruck erwecken, dass Sie zuhause nur faul auf der Couch gelegen und Netflix geschaut haben (selbst wenn das so gewesen sein sollte).

    Zunächst mal sollten Sie zweigleisig fahren: Bewerben Sie sich weiter um Jobs, aber bilden Sie sich parallel weiter. Damit werten Sie Ihre Bewerbung auf. Das können Sprachkurse, fachliche Fortbildungen, Praktika oder Hospitanzen sein. Im Internet gib es heute eine Vielzahl an Weiterbildungsseminaren – suchen Sie sich etwas Passendes aus. Oder erkundigen Sie sich bei der Arbeitsagentur nach Ihren Optionen. So vermeiden Sie, dass Ihre Lücke noch größer wird oder eine neue entsteht.

    Außerdem sollten Sie auf Ihre Ausdrucksweise achten. Ein absolutes No-go ist das Wörtchen arbeitslos in der Bewerbung. Es klingt einfach nur schlimm. Bezeichnen Sie sich selbst bitte niemals als arbeitslos, sondern immer nur als arbeitsuchend. Ja, das ist faktisch das Gleiche. Aber unterschätzen Sie die psychologische Wirkung nicht. Arbeitsuchend beinhaltet den Wortbaustein Suche, klingt dynamischer und aktiver. Arbeitslos klingt nach abgehängt, frustriert, am Ende. Sie können auch noch positiver formulieren, zum Beispiel so: Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Aber Achtung: Wenn Sie schon jahrelang in dieser Stellung verharren, könnte das auf den Personaler unfreiwillig komisch wirken.

    Sie können zudem den Fokus auf eine Neuorientierung Ihrer beruflichen Zukunft richten. Beispiel: 05/2018 bis 10/2018 Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich Datenanalyse.

    Natürlich müssen Sie dann erklären, welche Maßnahmen Sie konkret ergriffen haben, um im Bereich XY Fuß zu fassen. Ohnehin gilt: Sammeln Sie jedes einzelne Argument, das Sie haben. Wenn Sie sich Grundwissen in HTML oder Affiliate Marketing angeeignet haben, dann hinein damit in den Lebenslauf. Falls Sie ein paar Brocken Spanisch, Türkisch oder Kroatisch sprechen, dann unter Grundkenntnisse aufnehmen! Und wenn Sie sich auf irgendeine Art und Weise gemeinnützig engagiert haben – und wenn es sich nur um einen Tag beim Dreck-weg-Tag am Strand gehandelt hat – dann erwähnen Sie das. Auch Soft Skills, die von Ihrer Berufserfahrung weitgehend unabhängig sind, können Punkte bringen.

Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!

Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!Geschliffene Lebensläufe werden immer unbeliebter. Mehr und mehr Unternehmen, die gerade Bewerbern mit Ecken und Kanten, mit einer ungeraden Vita, eine Chance geben wollen. Das verspricht eine Horizonterweiterung.

Auch die Digitalisierung sorgt dafür, dass langjährige Konzernkarrieren zur Rarität werden. Umstiege, Quereinstiege, Branchenwechsel und Boomerang Recruiting – all das ist möglich. Angesichts der Fachkräfteengpässe in vielen Branchen ist manch ein Personalchef froh, überhaupt noch Bewerbungen im Posteingang zu finden.

Eine Lücke im Lebenslauf wird da nicht gleich das Aus bedeuten. Das gilt insbesondere für gefragte Fachkräfte aus dem IT-, Ingenieur- oder Gesundheitsbereich. Aber nicht nur. Bahn-Chef Richard Lutz drückte sich im November 2018 so aus: „Jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird eingestellt.“ Ob mit oder ohne Lücken im Lebenslauf.

Lücken im Lebenslauf: Die witzigsten Antworten

Die Lücke im Lebenslauf kann auch für Erheiterung sorgen. Wenn Sie die Frage des Personalers mit einem glänzenden Joke kontern. Wir haben die witzigsten Sprüche aus Social Media gesammelt:

  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich einen Melonenkern vom Laminat aufgehoben.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem Zug der Deutschen Bahn zu twittern.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Ich hatte einen Knoten in meinem Kopfhörerkabel.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Die Ausbildung in Hogwarts zählt für euch Muggel ja nicht.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Beipackzettel wieder zusammenzufalten.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem IKEA wieder herauszufinden.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich mir mit einem Hotelfön die Haare getrocknet.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da kam die neue Staffel von Game of Thrones raus.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Kundenservice von Vodafone zu erreichen.“
[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

Blindbewerbung: So erhöhen Sie Ihre Chancen

Dass die Blindbewerbung kein Allheilmittel ist, merkt man schon an ihrem Namen. Kopflos, planlos, blind eben – so macht eine Bewerbung doch keinen Sinn. Oder? Tatsächlich sind Blindbewerbungen besser als ihr Ruf, hat eine Schweizer Studie 2018 herausgefunden. Das Schöne an dieser Art der Kontaktaufnahme ist: Sie verursacht weniger Aufwand als eine zielgerichtete Initiativbewerbung. Dennoch müssen Bewerber einige Punkte beachten…

Blindbewerbung: Was ist das?

Häufig werden Blindbewerbung und Initiativbewerbung synonym verwendet. Richtig ist, dass sich beide sehr stark ähneln. Völlig identisch sind sie aber nicht.

In beiden Fällen handelt es sich um eine Bewerbung, die man „auf gut Glück“ losschickt. Oft sogar an viele Unternehmen gleichzeitig als Massenbewerbung.

Der Unterschied besteht darin, dass der Bewerber bei der Initiativbewerbung wenigstens den Ansprechpartner im Unternehmen namentlich kennt. Er kann sein Anschreiben somit genau adressieren und auf diese Zielperson zuschneiden.

Der Ansprechpartner ist bei der Blindbewerbung dagegen nicht bekannt. Und auch sonst weiß der Bewerber nichts Genaues – vom Namen des Unternehmens einmal abgesehen. Es gibt keine Stellenanzeige, keine Kontaktdaten, keine näheren Infos. Die Blindbewerbung wird entweder auf dem Postweg verschickt oder per Mail an die Info-Adresse, die im Impressum auf der Firmenhomepage angegeben ist.

Vorteil: Die Bewerbung kann immer und immer wieder verschickt werden. Man muss lediglich den Firmennamen austauschen.

Allerdings ist diese Praxis fast schon verpönt. Unternehmen bevorzugen persönliche, individuelle Bewerbungen. Auch sie wollen das Gefühl haben, der richtige Topf für den Deckel namens Bewerber zu sein.

Das bedeutet: Bringen Sie lieber eine Initiativbewerbung auf den Weg. Wenn Sie den Ansprechpartner nicht kennen, recherchieren Sie ihn. Die Mühe lohnt sich. Nur wenn all das partout nicht gelingt, sollte eine Blindbewerbung in Betracht kommen. Sie ist als Ultima Ratio zu verstehen.

Blindbewerbung: Was gehört hinein?

Formell unterschiedet sich die Blindbewerbung nicht von einer Kurzbewerbung. Hauptelemente einer Kurzbewerbung sind:

Sie können eine Blindbewerbung mit Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen bestücken. Dazu zählen Schul- und Ausbildungszeugnisse, Arbeitszeugnisse, Referenzen, Empfehlungsschreiben oder Arbeitsproben. Das ist aber kein Muss.

Für einen Bewerber bedeutet dies viel Arbeit – vielleicht zu viel, wenn man bedenkt, dass die meisten Empfänger gar kein Interesse oder keine Stelle frei haben dürften. Daher können Sie die Zusatzdokumente erst einmal weglassen – und bei Bedarf immer noch nachreichen.

Tipps für die Blindbewerbung

Normalerweise geht es im Anschreiben darum, die Motivation für diesen einen Job herauszuarbeiten und direkte Bezüge zum Unternehmen herzustellen. Das ist bei der Blindbewerbung schwierig, sie ist ja ein Massenprodukt.

Darum: Stellen Sie Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen nach vorne. Beschreiben Sie, was Sie können, welche Erfolge Sie vorzuweisen haben, welche Tätigkeiten Sie schon erfolgreich ausgefüllt haben und was Sie sich für die Zukunft fest vorgenommen haben. Verkaufen Sie sich als Experte und Spezialist.

Ihre Persönlichkeit sollte ebenfalls zum Ausdruck kommen. Welche Soft Skills haben sie? Wie können Sie einem Team helfen? Wer ausgeprägte Sozialkompetenzen aufweist, überzeugt einen Arbeitgeber eher davon, ihm eine Chance zu geben.

Verzichten Sie aber auf Phrasen und Floskeln. Schon der Einleitungssatz muss ein kleines Knallbonbon sein, um die Aufmerksamkeit des Empfängers auf sich zu ziehen. „Hiermit bewerbe ich mich…“ So nicht!

Das gehört ins Anschreiben:

  • Absender
  • Empfänger
  • Datum
  • Bewerbungsfoto (im Lebenslauf)
  • Betreff Bewerbung
  • Anrede Sehr geehrte Damen und Herren
  • Einstieg mit Qualifikationen
  • Bezug zum Unternehmen
  • Profil und Soft Skills
  • Motivation
  • Abschluss
  • Unterschrift
  • Anlagen (Lebenslauf)

Blindbewerbung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Blindbewerbung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?Eine Blindbewerbung verschicken Sie am besten nicht während der Sommerferien oder über Weihnachten – oder zu anderen klassischen Urlaubszeiten. Dann geht sie garantiert unter.

Besser ist es, sie zum Ende eines Monats oder Quartals auf den Weg zu bringen. So ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass Ihre Bewerbung mit der Kündigung eines Mitarbeiters zusammenfällt – und Sie die entstandene Lücke ausfüllen können.

Blindbewerbung: Wann ist sie sinnvoll?

Verspricht eine Blindbewerbung Erfolg? Eine klare Antwort kann es darauf kaum geben. Wie so oft kommt es auf den Einzelfall an.

Wer sich blindlings bewirbt, feuert mit der Schrotflinte. Eine feine, zielgerichtete Selektion sieht anders aus. Ob die Firma überhaupt Vakanzen hat, steht in den Sternen. Und wenn ja, ob diese auch zu den Qualifikationen des Bewerbers passen, ebenfalls. Und falls das Unternehmen tatsächlich jemanden sucht, könnte es dann sein, dass es Bewerber bevorzugt, die sich auf anderem Wege nach einer Stelle erkundigen oder bewerben?

Andererseits könnte man argumentieren, dass man mit einer Blindbewerbung kaum etwas falsch machen kann. Wenn sie Erfolg hat, hat sie Erfolg. Wenn nicht, dann halt nicht. Es gibt aber auch fundiertere Gründe, die für eine Blindbewerbung sprechen.

Diese 4 Gründe sprechen für Blindbewerbungen:

  1. Training

    Übung macht bekanntlich den Meister. Je häufiger Sie sich bewerben, desto mehr Erfahrung gewinnen Sie. Sie können mit der Zeit besser einschätzen, welche Einstiegs- und Schlusssätze in den Personalbüros gut ankommen, welche Angaben im Lebenslauf welche Rückfragen erzeugen, worauf Sie beim Vorstellungsgespräch achten müssen. Blindbewerbungen sind Trainings für Bewerber. Sie machen Sie besser. Aber nur, wenn Sie sie auch ernst nehmen…

  2. Talentepool

    Viele Unternehmen können es sich heute gar nicht mehr leisten, Bewerber barsch zurückzuweisen. In Branchen und Regionen, in denen Fachkräfte rar sind, leckt man sich die Finger nach motivierten Kandidaten. Speziell Süddeutschland ächzt bisweilen schon unter dem – Achtung, Unwort – Fachkräftemangel. Allein deshalb kann eine Blindbewerbung gar keine so schlechte und abwegige Idee sein. Und selbst wenn die Bewerbung nicht sofort in ein Vorstellungsgespräch oder Jobangebot mündet – gut möglich, dass Sie das Unternehmen in seinen Talentepool aufnehmen will. Spätere Anstellung nicht ausgeschlossen.

  3. Empfehlungen

    Durch Bewerbungen vergrößern Sie Ihr Netzwerk. Logisch: Wer viele Mails schreibt, kommt mit immer neuen Leuten in Kontakt, die ihm später noch hilfreich sein können. Vorausgesetzt natürlich, Ihre Kontaktaufnahme hat ein Mindestmaß an Klasse und Qualität. Netzwerke haben zudem den Vorteil, dass sich ihre Wirkung potenziert. Ihr Kontakt kennt jemanden, den Sie selbst noch nicht kennen, aber kennenlernen können. Wenn also Ihre Bewerbung nicht auf Anhieb ins Schwarze trifft, könnten Sie für den Kontakt Ihres Kontaktes trotzdem genau der richtige Kandidat sein. Vielleicht werden Sie direkt weiterempfohlen (bzw. Sie erhalten die Empfehlung, sich doch mal bei Firma XY zu bewerben) – und landen so in einer neuen Anstellung.

  4. Wahrscheinlichkeitsrechnung

    Es ist wie beim Online-Dating: Irgendwann wird eine Dame (oder ein Herr), die Sie anflirten, auf Ihre Avancen eingehen. Auch wenn es eine Ewigkeit dauert und Sie zuvor einen Korb nach dem anderen in Empfang nehmen mussten. So ist es bei der Blindbewerbung auch. Wenn Sie mit Zurückweisungen umgehen können, wagen Sie es einfach immer und immer wieder – so lange, bis es klappt (Sie sollten natürlich zwischendurch regelmäßig Korrekturen und Verbesserungen an Ihrer Bewerbung vornehmen). Wenn Absagen aber zu sehr an Ihrem Selbstvertrauen kratzen, dann lassen Sie lieber die Finger von diesem Ansatz.

Schweiz: Hier funktionieren Blindbewerbungen!

Schweiz: Hier funktionieren Blindbewerbungen!Blindbewerbungen sind erstaunlich effektiv – zumindest in der Schweiz!

Das hat die HR Today Research Survey ergeben, die das Beratungsunternehmen von Rundstedt in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift HR Today von April bis August 2018 durchgeführt hatte. 536 Personaler aus der Schweiz haben an der Befragung teilgenommen.

Von ihnen berücksichtigen 54 Prozent Blindbewerbungen im Einstellungsverfahren – eine verblüffend hohe Zahl. Headhunter und Stellenvermittler fanden dagegen nur 30 Prozent wichtig, um neue Bewerber aufzuspüren.

Ohne Arbeitszeugnis und Referenzen sollte die Blindbewerbung aber nicht verschickt werden. Diese zwei Elemente fanden die Personaler wichtig.

Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht für alle Deutschen und Österreicher, die schon über Blindbewerbungen in der Schweiz nachdenken: Die Eidgenossen stellen am liebsten ihre eigenen Landsleute ein.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

Zweites Vorstellungsgespräch: So meistern Sie den Recall

Das erste Gespräch top, das zweite Vorstellungsgespräch die Hölle: Diese Erfahrung haben viele Bewerber gemacht. Immerhin nutzen viele Unternehmen die Gelegenheit, einem Bewerber beim zweiten Mal alles abzuverlangen, ihm Stressfragen zu servieren und ihn in die Enge zu treiben. Besser, Sie sind darauf vorbereitet…

Zweites Vorstellungsgespräch: Was es bedeutet

Wer zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen wird, darf sich zunächst einmal freuen. Er oder sie hat eine Menge richtig gemacht. Schließlich kostet ein Bewerber den Arbeitgeber ja auch Geld. Allein die Zeit, die er für Sie aufwendet, kann er andernorts nicht investieren. Sie sind es ihm offenbar wert, dass er weitere Zeit für Sie opfert. Das ist ein Kompliment.

Außerdem sind Sie jetzt definitiv im Kreise der Finalisten. Im Sport würde man sagen: Sie sind in den Playoffs, vielleicht sogar schon im Finale. Ihre Bewerbung hat also bis zum jetzigen Zeitpunkt überzeugt. Herzlichen Glückwunsch!

Das bringt Ihnen am Ende leider nichts, wenn Sie nicht auch das letzte Puzzleteil an seinen rechten Platz legen. Wenn Sie das zweite Vorstellungsgespräch vergeigen, sind Ihre Chancen fast dahin. Denn es gibt ja noch andere Bewerber, die ebenfalls etwas auf dem Kasten haben. Und die gibt es ganz bestimmt, andernfalls hätte man Sie ja direkt nach Vorstellungsgespräch Nummer eins eingestellt, oder?

Es bestehen seitens des Unternehmens also noch Restzweifel daran, dass Sie wirklich die Bestbesetzung für die offene Stelle sind. Was Sie jetzt auf keinen Fall tun sollten: Davon ausgehen, dass es sich nur noch um ein lockeres Auslaufen handelt und Sie den Job eigentlich schon in der Tasche haben.

Gehen Sie mit voller Energie und Fokus in die zweite Runde. Motto: Jetzt geht’s um die Wurst. Oder um noch mal ein Bild aus dem Sport zu bemühen: Sie haben über 120 Minuten alles gegeben, aber jetzt im Elfmeterschießen müssen Sie unbedingt den letzten Elfer im Netz versenken. Sonst gewinnt ein anderer…

8 Tipps für das zweite Vorstellungsgespräch

Bitte halten Sie sich grundsätzlich an die Regeln, die auch für das erste Vorstellungsgespräch Gültigkeit haben. Versuchen Sie also nicht, durch eine Harakiri-Aktion Aufmerksamkeit auf sich lenken und so die entscheidenden Punkte machen zu wollen – durch extravagante Kleidung zum Beispiel oder dreiste Rückfragen.

Wichtig sind unter anderem diese Punkte:

  • Begrüßen Sie alle Anwesenden höflich, mit einem kräftigen Händedruck und nach Möglichkeit persönlich (mit Namen).
  • Schauen Sie ihnen dabei in die Augen – auch im Folgenden während des Gesprächs.
  • Lächeln Sie während des Vorstellungsgesprächs viel.
  • Spielen Sie nicht so viel mit Ihren Händen herum, wenn Sie gerade nicht reden.
  • Wenn Sie reden, dürfen Sie dagegen gerne gestikulieren.
  • Achten Sie auf angemessene Kleidung, aber ziehen Sie nicht das Gleiche an wie beim ersten Mal.
  • Bereiten Sie sich auf Fangfragen und Stressfragen vor.
  • Legen Sie sich ein paar (tiefergehende) Rückfragen zurecht.

Auch inhaltlich dürfen Sie gerne die wichtigsten Aspekte wiederholen, die Sie schon in der ersten Runde genannt haben. Nach dem Motto: Ich hämmere denen meine Qualifikationen und Kompetenzen so lange ein, bis sie es kapiert haben. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Ihnen ganz neue Gesichter gegenübersitzen. Aber Sie müssen unbedingt auch den einen oder anderen frischen Akzent setzen.

Das ist im zweiten Vorstellungsgespräch wichtig…

Zweites Vorstellungsgespräch: Darauf kommt es an

  1. Analyse

    Der erste Schritt auf dem Weg der Besserung ist die Einsicht. Das soll meinen: Gehen Sie das erste Vorstellungsgespräch noch mal in Ruhe gedanklich durch. Was lief gut, was lief weniger gut? Welche offensichtlichen Fehler haben Sie gemacht? Wo haben die Interviewer eingehakt? So vermeiden Sie es, den gleichen Fehler ein zweites Mal zu begehen. Aber vergessen Sie ebensowenig, was Ihnen gut gelungen ist. Angenommen, der Personaler stellt Ihnen die gleiche Frage erneut, dann sollten Sie sich nicht in Widersprüche verwickeln, sondern inhaltlich bei dem bleiben, was Sie zuvor schon gesagt hatten. Bleiben Sie glaubwürdig.

  2. Gesprächspartner

    Es gibt im Grunde drei Möglichkeiten. Entweder Sie führen das zweite Vorstellungsgespräch mit exakt denselben Personen, die schon in Durchlauf eins dabei waren. Oder Sie erwartet eine Mischung aus alten und neuen Vertretern. Oder Sie bekommen es ausnahmslos mit ganz neuen Gesichtern zu tun. Das wäre vermutlich am schwierigsten, weil Sie alle neu von sich überzeugen müssten. Tipp: Fragen Sie vorher einfach mal bei Ihrem Ansprechpartner im Unternehmen nach, wer genau das Gespräch denn führen wird. Erhalten Sie darauf keine konkrete Antwort, dann kommt wohl oder übel Mehrarbeit auf Sie zu. Dann wäre es nämlich am besten, Sie würden sich auf alle denkbaren Szenarien gleichermaßen vorbereiten.

  3. Bezugnahme

    Das zweite Vorstellungsgespräch baut in der Regel auf dem ersten auf. Wenn Sie also Lösungen für Probleme präsentieren, die in Runde eins aufgeworfen worden waren, wäre das ein großes Plus. Beispiel: Sie hatten mich vor zwei Wochen gefragt, wie ich Ihre Arbeitgebermarke stärken würde. Weil die Nutzerzahlen von Instagram gerade durch die Decke gehen und das Medium viele junge Leute anspricht, könnte ich mir das als Instrument fürs Personalmarketing auch für Ihr Unternehmen gut vorstellen… Jetzt ist die Zeit, um Themen zu vertiefen, offene Fragen zu beantworten oder neue Aspekte zu erörtern. Sehr positiv, wenn der Personaler Anregungen von Ihnen bekommt, die er am liebsten sofort umsetzen würde. Zwar dürfen Sie Ihre altbekannten Stärken und Kompetenzen weiterhin betonen, aber noch mal den gleichen Vortrag wie beim ersten Mal sollten Sie nicht halten. Wenn Sie alles noch mal von vorne herunterspulen, wird Ihr Gegenüber den Eindruck haben, Sie hätten ihr Pulver schon verschossen und keine weiteren Ideen mehr auf Lager.

  4. Anspruch

    Verankern Sie dies in Ihrem Hinterkopf: Das erste Vorstellungsgespräch war die Pflicht, das zweite ist die Kür. Sie müssen jetzt also mindestens genauso gut vorbereitet sein, aber noch eine Spur kreativer und dynamischer zu Werke gehen, um das Publikum von sich zu überzeugen. Genauso wird es das Unternehmen nämlich auch sehen. Keine Seltenheit, dass es im zweiten Durchgang unangenehme Stress-, Fangfragen und Brainteaser serviert. Trainieren Sie ruhig ein paar davon, um Sicherheit zu gewinnen.

  5. Details

    Im zweiten Abschnitt dürfen Sie gerne in die Offensive gehen. Das kann konkret bedeuten: Werfen Sie profundes Fakten- und Fachwissen ein, nutzen Sie auch ein paar Fachtermini (aber nicht übertreiben). Auf der anderen Seite dürfte der Arbeitgeber selbst ebenfalls in die Tiefe gehen wollen. Nicht nur, was Ihre Branchenkenntnisse betrifft. Was ist Ihre Motivation? Was wollen Sie im Job erreichen? Wie wollen Sie das anstellen? Machen Sie sich dazu noch ein paar mehr Gedanken als vor dem ersten Talk.

  6. Mittagessen

    Als Bewerber sollten Sie niemals die Bedeutung des Cultural Fit unterschätzen. Sind mehrere Bewerber gleich gut, bekommt derjenige den Job, der besser ins Team passt. In Wahrheit bekommt er den Job sogar, wenn er fachlich etwas schlechter qualifiziert ist als der Stinkstiefel. Eine gute Gelegenheit, um herauszufinden, wer wirklich in die Gemeinschaft passt, ist ein Mittagessen. Zeigen Sie sich als Teamplayer, als jemand, mit dem man gut auskommt und zusammenarbeiten kann und will. Und den Knigge bitte nicht an der Rezeption abgeben. Fehlende Tischmanieren haben schon manchem Kandidaten den Job gekostet.

  7. Gehalt

    Irgendwann müssen die Gehaltskonditionen auf den Tisch. Wenn sie bis dato noch niemand angesprochen hat, dann ist jetzt der Zeitpunkt dafür. Sie sollten sich gut darauf vorbereiten – mit einer durchdachten Taktik. Informieren Sie sich über die branchenüblichen Gehälter in der Region und berechnen Sie Ihren Marktwert. Und Sie sollten den Verhandlungstopf füllen: Urlaubstage, Zuschläge, Dauer der Probezeit, Benefits wie Firmenhandy oder Tankgutschein. Je größer die Verhandlungsmasse, desto mehr Optionen gibt es, um beide Seiten zufriedenzustellen. Nach dem Motto: Ich verzichte auf 200 Euro, du gibst mir dafür drei Urlaubstage. Das nur als Beispiel. Aber bitte nicht das Gehalt nachverhandeln, wenn es schon im ersten Vorstellungsgespräch Thema war. Das lässt Sie als Geldgeier dastehen.

Zweites Vorstellungsgespräch: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

  • Selbstüberschätzung

    Das zweite Vorstellungsgespräch ist noch nicht Teil des Onboardings. Sie haben den Job noch längst nicht in der Tasche. Machen Sie sich das bewusst. Wenn Sie zu arrogant und siegessicher auftreten, dann kostet Sie das massiv Sympathiepunkte. Und ohne die wird es schwierig, die Stelle zu bekommen. Wenn Sie hochkonzentriert zu Werke gehen, machen Sie außerdem weniger Fehler.

  • Unlust

    Jedes Unternehmen sucht Mitarbeiter, die für ihren Beruf brennen. Es reicht nicht, im ersten Vorstellungsgespräch Begeisterung vorzuspielen und im zweiten jegliche Euphorie vermissen zu lassen. Man könnte Sie für berechnend halten. Und: Sind Sie immer noch hochmotiviert, wenn die Aufgaben anspruchsvoller und die Rahmenbedingungen rauer werden? Der Personaler wird Sie testen.

  • Widersprüche

    Ihre Bewerbung muss stringent sein. Vorstellungsgespräch eins und zwei sind – von Ihren Grundaussagen – deckungsgleich. Vor allem, was Angaben zu Ihrem Lebenslauf, Ihren Tätigkeiten oder Gehaltsvorstellungen angeht. Verwickeln Sie sich in Widersprüche, wittert Ihr Gegenüber Lug und Trug. Schlagen Sie also nicht zum Beispiel 200 Euro auf Ihren Gehaltswunsch drauf. Dreist!

  • Wiederholung

    Das zweite Bewerbungsgespräch ist die Fortsetzung des ersten – aber nicht dessen Wiederholung. Sie müssen unbedingt frische Akzente setzen, thematisch in die Tiefe gehen. Mit anderen Worten: Sie müssen sich noch einmal steigern. Nur das Standardprogramm herunterspulen – das reicht nicht.

So beenden Sie das zweite Vorstellungsgespräch

Wahren Sie Disziplin – bis zur letzten Sekunde. Den flapsigen Spruch, der Ihnen jetzt auf der Zunge liegt, schlucken Sie besser herunter. Sie bedanken sich für das Gespräch, verabschieden sich mit einem kräftigen Händedruck und gehen von dannen.

Es wäre doch schade, sich durch eine unbedachte Äußerung oder irgendein anderes Malheur auf den letzten Metern noch um alle Chancen zu bringen.

Was Sie aber jetzt noch tun können: Sie können fragen, wie der weitere Ablauf ist und wann sie mit einer Antwort rechnen können. Oder mit wem Sie in Kontakt bleiben.

Aber setzen Sie Ihre Gesprächspartner dabei nicht unter Druck. Nach zwei Wochen dürfen Sie auch gerne im Unternehmen nachfragen, falls Sie es eilig haben – aber bitte nicht früher.

Zweites Vorstellungsgespräch: Ihre Chance!

Zweites Vorstellungsgespräch: Ihre Chance!Begreifen Sie das zweite Vorstellungsgespräch als Chance. Denn auch Sie selbst können das Unternehmen nochmals auf die Probe stellen, durch tiefergehende Rückfragen zum Beispiel.

Vielleicht fällt Ihnen auch etwas auf, das Ihnen in Runde eins entgangen war. Dicke Luft in der Belegschaft oder ein herrischer Chef zum Beispiel. Schauen Sie sich alles noch einmal ganz genau an: Räumlichkeiten, Kollegen, Umgangsformen. Wollen Sie hier wirklich tagein tagaus arbeiten?

Wenn die Antwort Auf keinen Fall! lautet, dann können sie im Nachgang noch immer höflich absagen. Für Sie hätte sich das zweite Vorstellungsgespräch auch dann – trotz fehlenden Jobs – gelohnt.

[Bildnachweis: Dima Sidelnikov by Shutterstock.com]

Dresscode Bewerbung: Das sollten Sie anziehen

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Dass Kleider Leute machen, ist bekannt. Auch im Bewerbungsprozess spielt die Optik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer in Sandalen vor die Entscheider tritt, muss sich Fragen nach seiner Ernsthaftigkeit gefallen lassen – und nicht zwingend mit einer positiven Beurteilung rechnen. Das wissen Sie natürlich längst. Doch gibt es auch den einen oder anderen Fauxpas, der so manchem wieder und wieder unterläuft. Dresscode Bewerbung – was Sie anziehen sollten und was nicht…

Dresscode Bewerbung: Wie wichtig ist die Kleidung?

Schönheit zahlt sich auf dem Arbeitsmarkt aus. Wer gut aussieht, verdient bis zu ein Fünftel mehr, berechnete schon 2015 das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Demnach fällt der Schönheits-Bonus in Deutschland sogar noch stärker aus als in den anderen Ländern. Schöne Frauen verdienen hierzulande rund 20 Prozent mehr als der Durchschnitt, attraktive Männer immerhin etwa 14 Prozent.

Das muss man nicht goutieren. Aber zur Kenntnis nehmen, dass man mit einem gepflegten Äußeren auch schon im Bewerbungsgespräch punkten kann. Das fängt bei der Wahl der Kleidung an. Wer gut gekleidet ist, sieht besser aus und hat darum ungleich höhere Chancen auf den Zuschlag. Diese Gleichung dürfte so falsch nicht sein.

Klar ist auch: Ohne Fachwissen, soziale Kompetenzen und eine überzeugende Persönlichkeit werden Sie den Job nicht bekommen – egal, wie gut Sie angezogen oder wie fein Ihre Gesichtszüge sind.

Aber: Eine angenehme Optik kann das Pendel zu Ihren Gunsten ausschlagen lassen. Die Garderobe unterstreicht im besten Fall Ihre Professionalität. Sie erzeugt ein stimmiges Gesamtbild. Sie unterstreicht Ihre Persönlichkeit. Sie wertet Ihre Bewerbung auf. Sie kann Ihnen sogar ein dickes Gehaltsplus bescheren.

Dresscode Bewerbung: Das sollten Sie beachten

Diese zwei Punkte sind wichtig:

  • Sie sollten sich in Ihrer Kleidung wohl fühlen.
  • Ihre Garderobe sollte zum Unternehmen und zur Branche passen.

Wenn Sie in feinstem Zwirn auflaufen, aber darin so verkrampft wirken wie in einem Zwangskorsett, dann merkt der aufmerksame Beobachter das. Ihre Klamotten sollen aber Ihr Selbstwertgefühl stärken. Das bedeutet nicht, dass Sie sich im Hoodie für einen Job in der Bank bewerben, sondern dass Sie sich für ein Outfit entscheiden, dass Ihnen selbst gefällt.

Grundsätzlich gilt: lieber overdressed als underdressed! Aber Achtung: Wenn Ihr Anzug edler ist als der vom Geschäftsführer, dann wirkt das übertrieben und könnte beim Gegenüber Unmut erzeugen – wenn auch nur unterbewusst.

In konservativen Branchen kleiden Sie sich konservativer, in kreativen kreativer. In einer Werbeagentur können Sie durchaus im Smart Casual auflaufen. Zur Bank oder Versicherung kommen Sie im Anzug bzw. Hosenanzug oder Kostüm. Aber was ist eigentlich mit einem Fintech – konservativ oder kreativ?

Das kommt ganz auf das Unternehmen an. Tipp: Surfen Sie auf die Karriereseiten der Firmen, gehen sie auf ihre Facebook-, Xing- und Linkedin-Pages. Dort können Sie sich meist einen Eindruck verschaffen. Lesen Sie Bewertungen von Bewerbern auf Kununu und Glassdoor. Vielleicht kontaktieren sie sogar einen Mitarbeiter und fragen einfach mal nach. Hier ist aber Fingerspitzengefühl gefragt, um nicht zu aufdringlich zu wirken.

Dresscode Bewerbung: 6 Tipps für Frauen

Was ziehen Frauen zur Bewerbung an? Das bitte nicht:

  1. Minirock

    Sexy Legs hin oder her – zeigen Sie nicht zu viel Bein. Freizügigkeit ist im Jobinterview kein Winner-Attribut. Der Rock sollte nicht vorher als eine Handbreit über dem Knie enden. Und vergessen Sie die Strumpfhose nicht. Im Büro lautet die Devise: Immer MIT.

  2. Ausschnitt

    Hier gilt das Gleiche. Bitte eine gewisse Zurückhaltung wahren. Wenn das Dekolleté vorne überzukippen droht, dann ist die Grenze längst überschritten. Kein Dirndl-Style!

  3. High Heels

    Sie bieten sich insbesondere – zwecks optischer Verlängerung – für kleinere Bewerberinnen an. Hohe Absätze sind grundsätzlich auch völlig in Ordnung. Eine Länge von fünf bis sechs Zentimetern sollten sie aber nicht übersteigen.

  4. Laufmasche

    Tipp: Stecken Sie eine Ersatzstrumpfhose ein. Laufmaschen oder Löcher sind ein Fauxpas, den man sich einfach sparen sollte.

  5. Weite

    Selbst wenn Sie einen Traumbody und Bikini-Figur haben: Pressen Sie Ihren Körper nicht in zu enge Kleidung. Das wirkt unseriös. Und sollte sich auch noch Unterwäsche darunter abzeichnen, spricht das ebenfalls nicht für ein gutes Händchen bei der Kleiderwahl.

  6. Parfüm

    Einen angenehmen Duft dürfen Sie gerne versprühen. Aber bitte keine Parfümwolke hinter sich herziehen. Wenn das Aroma noch immer den Raum füllt, wenn Sie ihn längst verlassen haben, haben Sie zu dick aufgetragen.

Dresscode Bewerbung: Welche Farbe wähle ich aus?

Farben haben einen großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Speziell die Farbe Rot ist eine Waffe – nicht nur für Toreros im Stierkampf, auch im Sport. LStudien zufolge gewinnen Sportler in roten Trikots häufiger. Ihre Shirts strahlen Aggressivität aus. Bei Bayern München scheint das jedenfalls zu funktionieren.

Auch spielt es sehr wohl eine Rolle, welche Farben die Wände haben, zwischen denen Sie arbeiten. Sie machen uns aufmerksamer und kreativer – oder eben nicht.

Darum ist es nicht verkehrt, sich vor dem Vorstellungsgespräch auch ein paar Gedanken über die Farbwahl Ihrer Kleidung zu machen. Farben können den Gesamteindruck abrunden oder abwerten.

Ein paar Tipps:

  • Die Farben sollten miteinander harmonieren und gut zusammenpassen. Das ist die Regel Nummer eins.
  • Die Muster sollten Hand in Hand gehen. Ein kariertes Hemd sieht unter einer gestreiften Krawatte unfreiwillig komisch aus. Eine wilde Musterstrumpfhose kann bei Frauen einen ähnlichen Effekt auslösen.

Diese Farben können Sie bedenkenlos tragen:

  • Grau
  • Dunkelblau
  • Braun
  • Schwarz

Sie können sie mit einer weißen Bluse oder einem weißen Hemd kombinieren. Damit machen Sie so gut wie nie etwas falsch. Diese Kombinationen sind immer angemessen. Kombinieren Sie diese Farben auch gerne mit anderen Tönen, bevorzugt hellen Pastelltönen.

Dresscode Bewerbung: Wofür steht welche Farbe?

Diese Bedeutung haben die einzelnen Farben:

  • Blau

    Die Farbe strahlt Autorität aus. Auch verbindet man sie mit Vertrauen und Seriosität. Für das Vorstellungsgespräch kann es kaum eine bessere Wahl geben.

  • Grau

    Auch wenn Sie an das berühmte graue Mäuschen gedacht haben – Grau steht für Eleganz, Kultiviertheit, Schlichtheit und Erfahrung. Eine gute Farbe für die Bewerbung.

  • Schwarz

    Stark und kraftvoll, autoritär bis erdrückend. Sie kann im Vorstellungsgespräch eine Spur zu krass sein.

  • Weiß

    Rein und wahr. Ein strahlendes Weiß eignet sich für Hemden und Shirts – aber sonst für nichts.

  • Braun

    Die Farbe ist solide und im wahrsten Sinne erdverbunden. Der Bewerber steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Ruhig und verlässlich.

  • Rot

    Feuer und Leidenschaft – genau das erwartet ein Unternehmen doch von seinen Mitarbeitern. Ja, aber… Wer sich rot kleidet, drängt sich automatisch in den Vordergrund, wirkt exaltiert und sendet sogar unterschwellig sexuelle Botschaften aus. Darum im Vorstellungsgespräch lieber kein Rot tragen – außer bei Accessoires wie Taschen oder Socken.

Dresscode Bewerbung: Tipps für Männer

Zunächst einmal sollten Sie mit einer gepflegten Frisur auflaufen. Bitte keine Haare, die hinten aus dem Anzug wuchern und auch keinen verlotterten Bart zur Schau stellen.

Für Männer ist ein Anzug in dunklen Farben mit einer passenden Krawatte eine Wahl, mit der sie selten daneben liegen. In kreativen Branchen – Werbeagenturen oder Startups – darf es auch gerne eine Jeanshose mit einem Jackett sein.

Ein modischer Fauxpas unterläuft vielen Männern obenrum. Sprich: beim Jackett und seinen Knöpfen. Der Knigge weiß, wie es geht:

  • Beim Zweireiher werden die Knöpfe immer geschlossen – unabhängig von der umgebenden Temperatur.
  • Bei einem Sakko mit zwei Knöpfen wird ein Knopf geschlossen. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie sich für den oberen oder den unteren entscheiden.
  • Bei einem Sakko mit drei Knöpfen haben Sie Wahl: Entweder Sie schließen die beiden oberen Knöpfe oder nur den mittleren.
  • Bei einem Sakko mit vier Knöpfen schließen Sie die drei oberen oder die beiden mittleren.
  • Bei einem Sakko mit fünf Knöpfen schließen Sie alle Knöpfe bis auf den untersten. Das Gleiche gilt für Westen.

Die Knöpfe können Sie allesamt öffnen, sobald Sie sich hinsetzen. Dann aber bitte daran denken, die Knöpfe beim Aufstehen auch wieder zu verschließen. Nur der Zweireiher bleibt immer verschlossen.

Ein kurzärmeliges Hemd gehört niemals unter ein Sakko. Die Manschette des Hemdes sollte unter dem Ärmel herausschauen. Wenn die Ärmel des Sakkos knapp über dem Handrücken an der Daumenwurzel enden und die Hemdmanschette einen Zentimeter herausschaut, dann haben sie die perfekte Länge.

Der Kragen des Hemdes ragt einen Zentimeter aus dem Anzugkragen heraus und liegt eng am Hals an.

Dresscode Bewerbung: Darum sind Männersocken wichtig

Die Socken unterschätzt Mann gerne. Warum auch nicht, sie sieht ja auch niemand. Vorsicht! Sobald Sie sich hinsetzen, kommen die Fußschlüpfer zum Vorschein. Und wenn dann eine weiße Socke unter einem schwarzen Anzug hervorlugt, rümpft mancher Personaler innerlich die Nase. Das muss doch nicht sein.

Das sollten Sie beachten:

  • Länge

    Kniestrümpfe mag nicht jeder. Aber fürs Vorstellungsgespräch (und für andere Business-Termine) sollten Sie ein Paar im Schrank haben. Denn stoppelige Männerbeine sind nicht unbedingt ein Augenschmaus. Zum Anzug daher immer Kniestrümpfe und keine Socken tragen.

  • Farbe

    Klar, mit schwarzen Strümpfen kann man nichts verkehrt machen. Noch stilvoller aber ist es, die Strümpfe auf die Kleidung – speziell auf die Hose – abzustimmen. Dunkelblaue Hose, dunkelblaue Socken. Noch besser, Sie wählen die Strumpffarbe eine Farbstufe dunkler als die Hose.

  • Hingucker

    Hingucker sind erlaubt. Studien haben bereits gezeigt, dass kleine Extravaganzen einem Bewerber mehr nützen als schaden. Sie sorgen für einen Erinnerungseffekt. Das spricht für bunte oder rote Socken (aber bitte keine weißen), die unter einem Anzug hervorgucken. Das ist aber kein Muss, sondern nur ein Tipp. Es gibt auch Menschen, die auf derartige Spielereien allergisch reagieren und im Bewerber einen Selbstdarsteller sehen.

  • Löcher

    Jeder hat sie schon mal gehabt. Löcher in den Socken. Im Schuh sieht sie ja auch keiner. Aber wehe, Sie müssen die Schuhe wider Erwarten ausziehen – aus welchem Grund auch immer. Vielleicht gehen Sie in ein Sushi-Restaurant oder Sie haben einen Stein im Schuh or whatever. Lassen Sie es nicht darauf ankommen und ziehen Sie vernünftige Strümpfe an – ohne Löcher.

Dresscode Bewerbung: Was Männer nicht tragen sollten

Liebe Herren, das bitte NICHT bei der Bewerbung tragen:

  • Weiße Socken

    Die gehen gar nicht – unabhängig vom restlichen Outfit. Auch nicht zu Jeans tragen. Weiße Socken sind ausnahmslos für den Sport zu gebrauchen. Grundsätzlich sollte die Sockenfarbe entweder zu den Schuhen oder zur Krawatte des Bewerbers passen.

  • Krawatte

    Genau über dem Gürtel endet die Krawatte und nicht mehrere Zentimeter davor. Dann sähe es aus wie bei Ihrer Konfirmation.

  • Hosenbeine

    Achtung, Hochwasser! Ein Zentimeter oberhalb des oberen Absatzrandes des Schuhes sollte der Saum enden. Das sollten Sie unbedingt im Stehen messen.

  • Farben

    Für Männer ist es wichtig, dass Schuhe und Gürtel stets die gleiche Farbe haben. Beide sind entweder schwarz oder braun.

  • Unterhemd

    Das sollten Sie weglassen. Unter weißen Hemden trägt man normalerweise kein Unterhemd, weil es durchscheint. Wer nicht darauf verzichten mag – weil es ihm zu kalt ist – der sollte zumindest auf ein reinweißes Unterhemd ohne Logo oder Text zurückgreifen.

  • Schuhe

    Schöne Schuhe sind das Nonplusultra. Wenn die Absätze abgewetzt sind oder die Schuhe Flecken oder gar Löcher haben, dann ruiniert das einen ansonsten vielleicht glänzenden Auftritt.

Dresscode Bewerbung: Checkliste

  1. Duft

    Parfums und Aftershaves sparsam einsetzen. Nicht jeder teilt Ihren Geschmack. Außerdem wollen Sie dem Personaler nicht die Sinne vernebeln, sondern ihn von Ihren Qualitäten überzeugen.

  2. Körperschmuck

    Piercings und Tattoos verdecken. Auch wenn sich die Konventionen massiv verschoben haben, müssen Sie Personaler nicht gerade darauf stoßen – speziell in konservativen Branchen. In anderen Branchen ist eine Tätowierung mittlerweile aber völlig legitim.

  3. Sauberkeit

    Dreckige Schuhe können den guten Gesamteindruck schnell zunichte machen. Auch Flecken auf der Krawatte oder Soße am Mundwinkel sind ein No-Go. Vorher noch mal alles abputzen.

  4. Mappe

    Nehmen Sie eine Dokumentenmappe mit, in der Sie Ihre Bewerbungsunterlagen (und Notizblock etc.) aufbewahren. Die Mappe können Sie wiederum in eine Tasche stecken. Nur bitte nicht in einen Rucksack, das wirkt etwas zu jugendlich.

  5. Essen

    Knoblauch und Alkohol meiden. Das wissen Sie natürlich selbst, aber zur Sicherheit sei es noch einmal erwähnt. Wer am Vorabend Knoblauch und Alkohol verzehrt, der riecht auch noch am Folgetag. Also lieber nicht.

  6. Utensilien

    Packen Sie ein Ersatzoberteil ein – gerade bei einer längeren Anfahrt. Es kann immer passieren, dass Ihnen jemand aus Versehen Senf auf das Kostüm schmiert oder der Regen Ihre Klamotten auflöst. Wenn Sie schon dabei sind, stecken Sie Kaugummi, Deo und Erfrischungstücher gleich mit ein.

[Bildnachweis: puhhha by Shutterstock.com]

Schlusssatz Bewerbung: Formulierungen, Beispiele, Tipps

Aller Anfang ist schwer. Noch schwerer aber ist bisweilen das Ende. Der Ausstieg aus der Bewerbung ist ein Nadelöhr, durch das sich viele hindurchquälen. Der Schluss muss passen, denn er hallt nach. Dabei gibt es durchaus einige Optionen, wie Sie den letzten Satz formulieren können. Karrieresprung zeigt sie Ihnen. Schlusssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn richtig…

Schlusssatz Bewerbung: Warum er so wichtig ist

Der erste Eindruck zählt. Aber der letzte eben auch. Am besten, Sie hinterlassen sowohl am Anfang als auch am Ende Ihres Anschreibens einen überragenden Eindruck. Wenn Sie es von zwei Highlights einrahmen, wird Sie der Personaler definitiv in Erinnerung behalten. Die Aufmerksamkeit ist Ihnen gewiss.

Vielleicht ist der Schlusssatz sogar noch wichtiger als der Einleitungssatz. Es ist wie bei einem Wein: Der Auftakt macht neugierig, Lust auf mehr, kitzelt den Gaumen, aber ein schlechter Abgang macht alles wieder zunichte. Ein guter dagegen hallt nach, liegt noch nach einer ganzen Weile angenehm auf der Zunge.

Im Schlusssatz sollte vor allem Ihre Motivation noch erkennbar sein. Sie sollten selbstbewusst aus der Sache namens Anschreiben herausgehen. Soeben haben Sie ja dargelegt, dass Sie die beste Wahl für die Stelle sind, warum Ihre Qualifikationen haargenau zum Anforderungsprofil passen. Jetzt unterstreichen Sie diese Aussagen noch einmal.

Sie bringen ja auch eine ganze Menge mit: Formelle Qualifikationen und weiche Skills, Erfahrung, Wissen, Ambition. Darum ist es auch unangebracht, wie ein Bittsteller aufzutreten – erst recht nicht am Schluss. Bitte bedanken Sie sich im Schlusssatz NICHT „für die Aufmerksamkeit“. So verzwergen Sie sich nur selbst. Unnötig.

Schlusssatz Bewerbung: Call-to-Action einbauen

Marketing-Leute wissen: Der sogenannte Call-to-Action wirkt. Wenn Sie jemanden auffordern, etwas zu tun, dann wird derjenige es mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit wirklich tun, als wenn er nicht dazu aufgefordert wird.

So ist es im Internet mit Leseempfehlungen oder im TV mit Kaufempfehlungen (auch als Werbung bekannt). Lies das mal! Kauf mich! Probieren Sie das aus! Unbedingt testen!

Es liegt also nahe, diesen Psychotrick auch im Anschreiben anzuwenden – aber auf nicht ganz so plumpe Art und Weise. Stell! Mich! Ein! So lieber nicht. Aber vielleicht so:

  • Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
  • Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Noch offensiver wären diese Ansagen:

  • Ich freue mich darauf, Sie in einem Gespräch persönlich kennenzulernen.
  • Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch noch mehr von mir und meinen Erfahrungen zu erzählen.
  • Ich kann Ihnen bereits heute zusagen, die Stelle am TT.MM.JJJJ anzutreten.

Schlusssatz Bewerbung: So nicht!

Grundsätzlich überschreitet das Anschreiben eine DIN A4-Seite nicht. Personaler mögen es kurz und knackig. Niemand von ihnen reserviert sich für ein Bewerbungsanschreiben eine satte halbe Stunde. Es wird schnell überflogen, zack-zack. Deshalb müssen Ihre Sätze sitzen – auch der letzte.

Sie kennen das vielleicht selbst aus den Kommentarspalten unter den Artikeln im Internet. Die Kommentare mit den tiefschürfenden Gedanken ignorieren Sie – zu lang! Die knackigen Mehrzeiler dagegen lesen Sie allesamt durch und nicken zustimmend – oder schütteln den Kopf. Das ist ungerecht, weil sich der Autor der Langfassung viel mehr Mühe gegeben hat als der Troll, der nur ein paar Brocken hingeworfen hat. Aber so ist es nun mal. Und deshalb fassen Sie sich bitte auch im Anschreiben kurz.

Es gilt, schnell auf den Punkt zu kommen – auch im Schlusssatz Bewerbung. Was Sie gar nicht gebrauchen können, sind Konjunktivsätze. Der Konjunktiv wird leider immer noch viel zu häufig verwendet – aus falsch verstandener Höflichkeit. Das ist gut gemeint, aber grundverkehrt. Heraus kommen solche Konstruktionen wie:

  • In einem persönlichen Gespräch würde ich Ihnen meine Kompetenzen gerne näher erläutern.
  • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
  • Ich wäre sehr froh, Ihr Interesse geweckt zu haben.

Noch schlimmer: Der doppelt-und-dreifache Konjunktiv. Beispiele gefällig?

  • Wenn sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
  • Ich könnte Ihnen gerne mehr über mich erzählen, wenn Sie mich berücksichtigen würden.
  • Wenn Sie mir eine Chance geben würde, dass ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen könnte, würde mich das sehr freuen.
  • Ich würde mich sehr freuen, wenn ich von Ihnen hören würde, so dass ich Sie weiter von mir überzeugen könnte.

Das ist – Entschuldigung – jämmerlich. Und das haben Sie auch überhaupt nicht nötig! So geht’s besser…

Schlusssatz Bewerbung: Diese Infos können sie unterbringen

Tipp: Wenn Sie erstens nicht wissen, was Sie im Schlusssatz schreiben wollen. Und wenn Sie zweitens aus persönlicher Neigung nicht so großmäulig auftreten wollen, dann orientieren Sie sich einfach an der Stellenanzeige.

Dort werden oft explizite Informationen vom Kandidaten eingefordert. “ rel=“noopener“ target=“_blank“>Gehaltsvorstellungen oder Eintrittsdatum zum Beispiel. Diese Informationen dürfen Sie ohnehin nicht vergessen. Also warum nicht am Schluss anbringen?

Beispiel: Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 38.000 und 42.000 Euro brutto pro Jahr. Ab dem 1. Februar 2019 stehe ich Ihnen bei Wahrung einer dreimonatigen Kündigungsfrist gerne zur Verfügung.

Diese Informationen können im Schlusssatz auftauchen:

  • Gehaltsvorstellungen
  • Eintrittsdatum (frühestmögliches)
  • Kündigungsfrist (beim aktuellen Arbeitgeber)
  • Führerschein (in Berufen, in denen er unabdingbar ist)

Schlusssatz Bewerbung: Beispiele

Der Konjunktiv ist in der Tat manchmal verlockend. Tipp: Sie können ihn auch verwenden, ohne ihn zu verwenden. Wie das? Zum Beispiel so:

Ich freue mich, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und freue mich auf ein persönliches Kennenlernen.

Das ist das gleiche wie Ich würde mich freuen… Nur, dass es selbstbewusster, einfach besser klingt.

Hier noch mehr Beispiele, wie Sie Ihren Schlusssatz formulieren können. Suchen Sie sich aus, ob Sie eine kurze und prägnante oder forsche Variante bevorzugen…

Schlusssatz Bewerbung: Kurz und prägnant

  • Ich stehe Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
  • Ich freue mich sehr auf Ihre Rückmeldung.
  • Ich freue mich sehr, wieder von Ihnen zu hören.
  • Für weitere Fragen kontaktieren Sie mich gerne jederzeit.
  • Ich freue mich auf die Gelegenheit, mich persönlich bei Ihnen vorzustellen.
  • Sehr gerne stehe ich Ihnen für ein weiterführendes Gespräch zur Verfügung.
  • Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne per E-Mail, persönlich oder Telefon-Interview zur Verfügung.
  • Ich bewerbe mich aus einer ungekündigten Stelle, meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Monatsende.
  • Für das Arbeitsverhältnis stehe ich Ihnen ab dem 1. Juni 2019 zur Verfügung, für ein Vorstellungsgespräch jederzeit.

Schlusssatz Bewerbung: Selbstbewusst

  • Ich freue mich schon jetzt auf eine positive Rückmeldung von Ihnen.
  • Wenn Sie einen kompetenten und leistungswilligen Mitarbeiter suchen, freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
  • Ich brenne darauf, meine Talente so bald wie möglich in den Dienst Ihres Unternehmens zu stellen.
  • Ich freue mich ungemein darauf, schon bald ein wertvoller Teil Ihres Teams zu sein.
  • Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Eignung für die Stelle.
  • Gerne stimme ich in einem persönlichen Gespräch meinen Eintrittstermin und alle weiteren Einzelheiten ab.
  • Auf Ihre E-Mail, in der Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen, freue ich mich sehr.
  • Ich freue mich darauf, die Stelle bei Ihnen am 1. Februar 2019 anzutreten.
  • Wenn Sie auch der Meinung sind, dass ich Ihr Team perfekt ergänze, dann laden Sie mich gerne zu einem Vorstellungsgespräch ein.
  • Letzte Zweifel an meiner Eignung räume ich gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen aus.
  • Ein Führerschein, mit dem ich ab dem 1. April 2019 sehr gerne persönlich zu Ihren Kunden fahren werde, rundet mein Profil ab.
  • Meine Gehaltsvorstellungen bewegen sich im Bereich von 50.000 Euro brutto im Jahr. In einem persönlichen Gespräch werde ich Sie gerne davon überzeugen, dass ich dieses Geld wert bin.
  • Wenn Sie auch glauben, dass ich die richtige Besetzung für die Stelle bin, dann laden Sie mich gerne zu einem persönlichen Kennenlerngespräch ein.
  • Meine Gehaltsvorstellungen betragen 62.000 Euro brutto im Jahr. In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, warum das gut angelegtes Geld ist.

Schlusssatz Bewerbung: Checkliste

Die wichtigsten Punkte noch mal in der Übersicht. Und noch ein Hinweis: Den Begriff Schlusssatz dürfen Sie nicht ZU wörtlich nehmen. Es kann sich auch um zwei oder drei kurze Sätze handeln, mit denen sie Ihr Anschreiben abschließen. Das ist wichtig:

  • Selbstbewusst, aber nicht zu fordernd auftreten
  • Die gewünschten Informationen bereitstellen
  • Call-to-Action einbauen
  • Keinen langen Bandwurmsatz bauen, lieber durch Punkt trennen
  • Den Konjunktiv meiden
  • Aktivsätze bilden und Passivsätze umgehen
  • Grußformel und handschriftliche (!) Unterschrift nicht vergessen
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