Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie jetzt tun sollten

Keine Antwort auf Bewerbung

Keine Antwort auf Bewerbung erhalten – das ist mehr als nur unhöflich. Bewerber wollen wissen, wie es um Ihre Chancen steht oder ob der Zug schon lange ohne sie abgefahren ist. Böse Absicht steckt nicht dahinter, wenn das Unternehmen Sie im Unklaren lässt. Zeitnot und Personalmangel schon eher. Die meisten Personalbüros haben auch gar nichts dagegen, wenn Sie sich nach dem Status Ihrer Bewerbung erkundigen. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Spielregeln…

Keine Antwort auf Bewerbung: Höchststrafe!

Die meisten Unternehmen brauchen drei bis sechs Wochen, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sondieren. Die meisten werden aussortiert, andere landen auf dem „Weiter“-Stapel.

Nun darf man es durchaus als Konsens betrachten, dass nicht jeder Bewerber und nicht jede Bewerberin eine Zusage verdient hat – eine Absage indes schon. Eine (förmliche) Absage ist das Mindeste, was ein Bewerber vom Nicht-Arbeitgeber in spé erwarten kann.

Aber nein, selbstverständlich ist auch das keineswegs. Viele Unternehmen machen sich die Mühe nicht, Bewerbungsabsagen zu versenden – geschweige denn einen Zwischenstand oder eine Eingangserklärung.

Es kommt einfach keine Reaktion, null, niente, gar nichts. Die Bewerber fischen im Trüben, wissen nicht, wie es um ihre Chancen steht. Das ist hochgradig ärgerlich und frustrierend – und ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Es ist in einem Wort: respektlos.

Keine Antwort auf Bewerbung: Woran es liegt

Aus Arbeitgebersicht gibt es sehr gute Gründe, KEINE Absagen zu verschicken. Sie…

  • verursachen Aufwand
  • nehmen Zeit in Anspruch
  • kosten Geld

Natürlich können auch andere, organisatorische Gründe dahinterstecken – zum Beispiel eine zu dünne Personaldecke. Oft liegt es am Bewerber selbst, den man gewissermaßen als keiner Antwort würdig erachtet. Wenn er oder sie zum Beispiel unvollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht, die Bewerbungsfrist nicht eingehalten oder einen falschen Betreff gewählt hat. Oder wenn der Bewerber eine völlig unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle aufweist.

Letzteres ist in der Tat leidig. Eine Entschuldigung dafür, nicht einmal eine Absage zu verschicken, ist es aber nicht. Ein Unternehmen sollte keinen Bewerber ignorieren – wie surreal oder unprofessionell sein Auftritt auch gewesen sein mag. Eine kurze, förmliche Absage kann jeder erwarten. Wer eine freie Stelle hat und aktiv nach Neuzugängen sucht, muss schließlich damit rechnen, auch unpassende Angebote zu erhalten (das gilt für Initiativbewerbungen genauso).

Das sollten Arbeitgeber wahlweise verschicken:

  • Eine kurze Mail, die den Eingang der Bewerbung bestätigt.
  • Eine Mail, die über den Zwischenstand informiert (erst recht bei mehrstufigen Bewerbungsverfahren).
  • Eine freundliche Absage oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Keine Antwort auf Bewerbung: Was können Bewerber tun?

Die Antwort ist naheliegend: Nachfragen. Aber wann und wie sollte ein Bewerber das tun? Der Grat ist schmal zwischen berechtigtem Interesse und Penetranz. Das erfordert von Ihnen Fingerspitzengefühl. Schließlich wollen Sie ja nicht verzweifelt wirken, als jemand, der nur diese eine Joboption hat, weil ihn mutmaßlich kein anderer Arbeitgeber einstellen will. Nicht umsonst gibt es ja die Redewendung: „Willst du gelten, mach dich selten.“

Auf der anderen Seite wollen Sie natürlich wissen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Sie wollen Planungssicherheit. Und außerdem müssen Sie dem Arbeitgeber ja seine Ignoranz auch nicht einfach so durchgehen lassen. Wer sich als Bewerber nicht mehr meldet, belohnt das Unternehmen geradezu für seine schlechten Manieren – indem er ihm Arbeit erspart.

In Wahrheit können sich die meisten Personalbüros über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Wenn Sie also wutentbrannt anrufen und sich lautstark echauffieren, wird das am Ende nur dazu führen, dass Sie in der Mittagspause des Personalers fortan der Running Gag sind. Üben Sie nicht zu früh zu viel Druck aus, sondern versuchen Sie es mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie.

Nachhaken? Auch Personaler finden es okay!

Keine Antwort auf Bewerbung Das sagen PersonalerSollen Sie nachhaken, wenn Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten haben? Ja, gerne! Das finden sogar die Personaler selbst. Und wenn es nach ihnen geht, müssen Sie auch gar nicht so lange warten.

Zwar haben nur sechs Prozent der Befragten laut Umfrage der Personalberatung Robert Half Verständnis dafür, wenn Sie schon drei Tage nach Ihrer Bewerbung durchklingeln. Mehr als jeder Vierte aber hält eine Wartezeit von sechs bis sieben Tagen für angemessen. Nur sechs Prozent finden, dass Bewerber überhaupt keinen Kontakt mehr aufnehmen sollten.

Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto früher können Sie sich melden. In größeren Firmen ist das Bewerberangebot in der Regel deutlich größer. Das erhöht den Aufwand – und die Abneigung gegen allzu frühe Kontaktaufnahmen.

5 Tipps: So fragen Bewerber richtig nach

  1. Bewerbungsunterlagen

    Die Selbstverständlichkeit zuerst: Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung Hand und Fuß hat. Sie sollte vollständig und korrekt sein, die richtige Betreffzeile, Kennziffer, Adresse und Ansprechpartner aufweisen. Und sie muss vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschickt worden sein. In einem Satz: Vermeiden Sie formale Fehler. Das vergrößert schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder etwas vom Unternehmen hören werden…

  2. Timing

    Nicht nur die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – auch die vieler Unternehmen. Ein Bewerbungsverfahren zu stemmen ist für die meisten jedenfalls kein Klacks. Geben Sie dem Unternehmen daher ausreichend Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sortieren. Zwei bis drei Wochen sollten Sie mindestens warten, bis sie wieder von sich hören lassen. Als Richtwert können Sie sich auch 15 Werktage merken. Sofern Ferien dazwischen liegen, können Sie die Wartezeit auch noch weiter verlängern -schließlich machen auch Personaler Urlaub. Und nicht jede HR-Abteilung verfügt über personellen Ersatz.

  3. Kanal

    Sehen Sie bitte davon ab, den HR-Verantwortlichen per Whatsapp oder SMS zu kontaktieren. Das ist indiskret und fast schon creepy. Es handelt sich nicht um angemessene Kommunikationskanäle zwischen HR-Büro und Bewerber. Noch schlimmer wäre es, ihn oder sie via Twitter oder Facebook nach einem Zwischenstand zu fragen. So verlagern Sie das Geschehen in die Öffentlichkeit – das ist Tabu! Und Ihre Chancen auf Einstellung dürften dadurch nicht gerade steigen. Eine private Nachricht über Xing oder Linkedin wäre dagegen völlig in Ordnung. Die beste Alternative ist es, eine kurze E-Mail zu schreiben oder persönlich anzurufen – je nachdem, ob Sie mehr der Redner oder mehr der Schreiber sind. Denn manchmal kommen geschriebene Worte nicht so freundlich rüber, wie sie eigentlich gemeint waren. Wenn Ihnen das auch häufiger passiert, rufen Sie lieber an…

  4. Höflichkeit

    Der direkte Weg hat einen Vorteil: Er spart Zeit. Ein kurzer Satz, in dem Sie nach dem Stand Ihrer Bewerbung fragen, sollte daher doch eigentlich ausreichen, oder? Nein, ganz falsch! Unterschätzen Sie die Macht des Freiherrn von Knigge nicht. Achten Sie stets darauf, höflich und charmant zu bleiben. „Hallo Herr Schneider, können Sie mir zu meiner Bewerbung schon etwas sagen? Viele Grüße“. Ist das höflich? Auf den ersten Blick durchaus, aber ein wenig nonchalant ist es trotzdem. Zu direkt, zu schnell, zu wenig. Natürlich sollen Sie dem Personalverantwortlichen keine Zeit klauen, indem Sie ihm einen halben Roman vorsetzen. Aber ein, zwei einleitende Sätze dürfen es schon sein, mit denen Sie Ihre Mail beginnen. Zum Beispiel: „Sehr geehrter Herr Schneider, vor vier Wochen hatte ich mich bei Ihnen als Buchhalter beworben. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für das angenehme Gespräch. Nun würde ich Sie gerne kurz nach einem Zwischenstand fragen. Gibt es einen aktuellen Status meiner Bewerbung?“ So ähnlich können Sie das auch formulieren, wenn Sie Herrn Schneider anrufen. Also: Nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ausholen – zumindest ein wenig…

  5. Optionen

    Verzweiflung ist ein Signal, das niemand aussenden sollte. Das gilt für den Heiratsmarkt genauso wie für den Jobmarkt. Drängeln Sie zu penetrant, wecken Sie Misstrauen auf der anderen Seite. Was ist mit dem los? Will den sonst etwa keiner? Auf der anderen Seite wirkt es anmaßend, arrogant und leidenschaftslos, wenn Sie mit Angeboten wedeln. Nach dem Motto: „Ich habe ein halbes Dutzend Vertragsangebote auf dem Tisch, also beeilen Sie sich mal!“ Das kann zudem erpresserisch wirken. Diesen Spagat auszubalancieren ist zugegebenermaßen schwierig. Wenn Sie es hinkriegen, andere Optionen dezent einfließen zu lassen, aber gleichzeitig zeigen, dass Sie weiterhin extrem an der Stelle interessiert sind, könnte Ihnen das Vorteile bringen. Motto: „Ich würde unheimlich gerne für Ihr Unternehmen arbeiten, aber gerate allmählich unter Zeitdruck. Ein kurzes Feedback Ihrerseits würde meine Planungen da schon enorm erleichtern…“

Keine Antwort auf Bewerbung: Dranbleiben!

Das ist der wohl wichtigste Ratschlag für alle, die keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten. Halten Sie unbedingt weiter nach attraktiven Jobs Ausschau! alles andere wäre naiv. Auch dann, wenn das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist und Sie weiterhin ein gutes Gefühl haben.

Wer aktiv weitersucht, behält das Heft des Handelns in der Hand und erhöht seine Jobchancen. Darum: Weitermachen!

Nachfassen: 6 Tipps fürs Telefonat

Keine Antwort auf Bewerbung 6 TippsDas Nachfass-Telefonat kann in die Hose gehen – wenn Sie allzu fordernd oder dreist auftreten. Mit diesen 6 Tipps behalten Sie die Kontrolle:

  1. Legen Sie sich die Stellenanzeige zurecht – oder öffnen Sie sie in Browser – damit Sie die wichtigsten Infos vorliegen haben.
  2. Überlegen Sie sich ein, zwei einleitende Sätze, die Sie nach Ihrer Vorstellung sagen.
  3. Reden Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
  4. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind – und an dem kein lautes Gekicher oder Gehämmer im Hintergrund zu hören ist.
  5. Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gesprächspartner gerade keine Zeit für Sie hat und fragen Sie, wann es ihm besser passen würde.
  6. Bedanken Sie sich zum Schluss noch einmal und verabschieden sich höflich – am besten, Sie nennen dabei noch einmal den Namen Ihres Ansprechpartners.
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Bewerbung Spanien: Ihr Weg nach Espana

Bewerbung Spanien Tipps

Bewerbung Spanien: Eine Karriere auf der iberischen Halbinsel wird von viel Sonne und Fiesta begleitet. Das ist jedenfalls die Idealvorstellung. Vor der Paella steht aber die Arbeit. Das fängt schon bei der Bewerbung an. Zwar fallen die Bewerbungsunterlagen in Spanien so knapp aus wie ein Bikini auf Ibiza. Dafür sollten Sie mit mehreren Vorstellungsgesprächen rechnen, um am spanischen Personaler vorbeizukommen…

Bewerbung Spanien: Hola!

In Deutschland wird von Bewerbern erwartet, dass sie deutsch sprechen – von den meisten jedenfalls. Genauso ist es in Spanien auch. Ohne Spanischkenntnisse kein Job! Ausschließlich mit Englisch kommt man weder in Deutschland noch in Spanien über die Runden.

Immerhin ist Spanisch eine Weltsprache. Und sogar eine große Zahl der Einwanderer, die nach Spanien kommen, haben Spanisch als Muttersprache – die Südamerikaner vorwiegend. Darum ist es auch für Mitteleuropäer elementar, zunächst spanisch zu sprechen, bevor man sich ins Abenteuer Espana stürzt.

Keine Sorge: Ihr Spanisch muss nicht perfekt sein. Aber es sollte so gut sein, dass Sie sich im Alltag relativ problemlos verständigen können. Es gibt Ausnahmen: In Katalonien (Barcelona) könnte Katalanisch ausreichen bzw. vonnöten sein. Und auf einer Urlaubsinsel wie Mallorca tut es im Einzelfall womöglich eine deutsche Bewerbung – wenn Sie sich bei einem deutschsprachigen Arbeitgeber bewerben.

Daneben sind vor allem Kontakte und ein großes Netzwerk wichtig. In Spanien läuft vieles – wie in anderen Ländern auch – über Beziehungen und Referenzen. Wenn Sie spanische Freunde und Bekannte haben oder solche, die in Spanien arbeiten oder Arbeitserfahrungen gemacht haben, dann bringen Sie diese bei Gelegenheit ins Spiel.

Wo findet man Jobs in Spanien? Zum Beispiel hier:

  • Spanisches Handelsbüro im Generalkonsulat in Düsseldorf
  • Private Stellenvermittlungsagenturen
  • Zeitungen wie El Pais, El Mundo, La Vanguardia, Actualidad Economica

Nebenbei: In Lateinamerika könnte es hilfreich sein, über Online-Plattformen wie Internations Kontakte zu knüpfen.

Bewerbung Spanien: Aufbau

Die spanische Bewerbung ist mit der deutschen nicht vergleichbar. Das gilt nicht nur für Spanien selbst, sondern auch für andere spanischsprachige Länder. Die Bewerbungsunterlagen haben in Spanien einen geringeren Stellenwert. Sie sind eher mit der deutschen Kurzbewerbung zu vergleichen. Das hat den Vorteil, dass eine Bewerbung in Spanien weniger Aufwand verursacht. Nachteil ist, dass Sie es schwerer haben, mit Ihrer Bewerbung aus der Masse hervorzustechen.

Eine Bewerbung Spanien besteht nur aus zwei Dokumenten:

  1. Anschreiben: In Spanien ist es als Carta de presentacion, Carta de Candidatura oder Carta de Solicitud bekannt.
  2. Lebenslauf: Auch in Spanien ist der lateinische Begriff Curriculum Vitae geläufig — und der spanische Hoja de Vida.

Übrigens: Die Initiativbewerbung heißt in Spanien Autocandidatura.

Bewerbung Spanien: Das Anschreiben

Halten Sie das Anschreiben in Spanien so kurz wie möglich. Von Interesse sind insbesondere die Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers. Und achten Sie darauf, Ihren Ansprechpartner im Unternehmen persönlich anzusprechen. Am besten, Sie recherchieren vorher den Namen, falls er Ihnen nicht bekannt ist. Als Anrede können Sie schreiben:

  • Estimado Sr. Diaz
  • Estimada Sra. Diaz

Falls Sie Ihren Ansprechpartner partout nicht eruieren können, dann schreiben Sie:

  • Estimados señores y señoras
  • Das ist spanische Pendant zu Sehr geehrte Damen und Herren.

    Als Grußformel bieten sich für die Bewerbung in Spanien an:

    • Reciba un cordial saludo
    • Les saluda atentamente y espera sus prontas noticias
    • Un cordial saludo de

    Unter die Grußformel setzen Sie Ihre Unterschrift.

    So weit, so gut – und vergleichbar mit der Bewerbung in Deutschland. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf. Nicht üblich ist es in Spanien, weitere Anlagen wie Arbeitszeugnisse oder Bescheinigungen beizufügen. Das müssen Sie als Bewerber nur, wenn es in der Stellenanzeige ausdrücklich gefordert wurde. Andernfalls können Sie abwarten, ob der Arbeitgeber von sich aus noch Arbeitsproben oder Zeugnisse anfordert.

    Relevanter sind da schon Referenzen. Haben Sie eine Referenz in deutscher Sprache vorliegen, übersetzen Sie sie ins Spanische bzw. lassen Sie sie übersetzen. Es ist für Sie von großem Vorteil, wenn Sie einen Fürsprecher in Spanien vorzeigen können. Vielleicht haben sie ja bereits ein Praktikum oder Auslandssemester in Spanien absolviert und verfügen noch über Kontakte. Wenn Sie die nutzen, steigen Ihre Chancen um ein Vielfaches.

    Bewerbung Spanien: Der Lebenslauf

    Das Anschreiben halten Sie bei der Bewerbung in Spanien möglichst kurz, den Lebenslauf auch. Das bedeutet konkret:

    • Der Lebenslauf sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen.
    • Er sollte nur die wichtigsten Stationen und Erfahrungen umfassen.

    In Spanien baut man den Lebenslauf in der Regel chronologisch auf. Vergessen Sie nicht die wesentlichen Daten über sich. Das wären:

    • Vorname, Name
    • Adresse
    • Geburtsdatum und -ort
    • Telefonnummer
    • Familienstand (und Kinderzahl)
    • Ausweisnummer und DNI (nationale und steuerliche Identifikationsnummer)
    • Berufsziel
    • Berufserfahrungen (Experienca)
    • Ausbildung (Estudios oder Formación)
    • Praktische Erfahrungen (Experienca laboral)
    • Sprachkenntnisse (Idiomas)
    • IT-Kenntnisse (Informática)

    Die letzten beiden Punkte sind besonders wichtig. Sprach- und Computerkenntnisse haben für viele spanische Arbeitgeber einen hohen Stellenwert. Geben Sie auch jeweils Ihr Niveau an: muy bien für sehr gut, bien für gut oder regular für durchschnittlich. Hobbys müssen Sie dagegen nicht im Lebenslauf angeben.

    Auch sind die praktischen Erfahrungen, die Sie bislang gesammelt haben, von größerem Wert als Ihre formellen Ausbildungen. Die Ausbildung reduzieren Sie im Lebenslauf also auf das Wesentliche. Eine Unterschrift können Sie sich ebenfalls sparen, sofern Sie Berufseinsteiger sind. Dies wird allerdings unterschiedlich gehandhabt. Auf ein Bewerbungsfoto sollten Sie dagegen nicht verzichten, auch wenn es nicht obligatorisch ist.

    Warten Sie nicht darauf, bis das Unternehmen den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigt. Das ist in Spanien nicht üblich. In Spanien müssen sie Geduld mitbringen – vermutlich noch sehr viel mehr Geduld als in Deutschland – während Sie auf eine Reaktion warten.

    Bewerbung Spanien: Das Interview

    Sie sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden? Felicitationes! Das Jobinterview ist der erste Schritte zum neuen Job. Das ist in Spanien genauso wie in Deutschland.

    Aber beachten Sie: Die Bewerbungsgespräche sind in Spanien noch weitaus wichtiger. Das liegt daran, dass die Bewerbungsunterlagen sehr knapp ausfallen, die Jobinterviews gewinnen dadurch an Bedeutung. Oft gibt es sogar mehrere, in denen die Kandidaten auf Herz und Nieren getestet werden. Die Bewerber müssen vor der Personalabteilung bestehen und vor der jeweiligen Fachabteilung.

    Wenn sie zu einem Vorstellungsgespräch in Spanien eingeladen wurden, denken Sie an diese 3 Punkte:

    1. Outfit

      Der erste Eindruck zählt auch in Spanien. Wenn Sie sympathisch wirken und eine gute Figur abgeben, zahlt das auf Ihr Konto ein. Das Äußere spielt in Spanien eine größere Rolle als in Deutschland. Das klingt nach einem Klischee, dürfte Ihnen aber anhand vieler Erfahrungsberichte bestätigt werden. Das Modebewusstsein ist stark ausgeprägt, ähnlich wie in Italien. Ziehen sie sich gut an, wählen Sie hochwertige Anziehsachen aus, sparen Sie nicht an der Kleidung. Die Krawatte ist bei Männern Pflicht. In punkto Timing dürfen – nein, sollten – sie dagegen ganz teutonisch daherkommen. Pünktlich sein!

    2. Gesprächsthemen

      Das Jobinterview beginnt in Spanien mit einer Runde Smalltalk. Wie war Ihr Weg? Wo wohnen sie? Kommen Sie aus Deutschland? Was führt Sie nach Spanien? Sie müssen jetzt nicht Ihre Lebensgeschichte ausbreiten. Eine kleine, nette Plauderei ist alles, was von Ihnen erwartet wird, um die Atmosphäre aufzulockern. Der Smalltalk ist nur die Aufwärmphase. Seien Sie professionell und nicht zu emotional, aber auch nicht nordisch unterkühlt.

    3. Direktheit

      Offen und ehrlich sein und Dinge direkt ansprechen – das ist eine deutsche Spezialität. Spaniern ist diese Art manchmal zu direkt. Sie kann tatsächlich schroff und uncharmant rüberkommen. Speziell im Vorstellungsgespräch sollten Sie sich mit Kritik daher zurückhalten. Wenn Sie Kritik üben wollen, dann drücken Sie sich ein wenig, nun ja, sanftmütiger aus und umschreiben Sie Ihre Kritik blumig. Allzu forsche Rückfragen sind auch nicht empfehlenswert. Natürlich kommt es stets auf den jeweiligen Gesprächspartner an. Was Sie aber nie vergessen sollten: Bleiben Sie höflich und freundlich. Taktgefühl wird auf der iberischen Halbinsel groß geschrieben.

    Wenn Sie die Ratschläge beherzigen, stehen Ihnen alle Türen in Spanien offen. Dafür müssen Sie aber wahrscheinlich mehrere Jobinterviews bestehen, mitunter auch (psychologische) Tests. Danach geht es zur Vertragsunterzeichnung und Visumsbeschaffung. Dieser Prozess kann sich in die Länge ziehen.

    Übrigens verlangen viele spanische Unternehmen noch ein ärztliches Attest, für das Sie eine medizinische Begutachtung über sich ergehen lassen müssen.

    3 Tipps für Spanien-Liebhaber

    Bewerbung Spanien TippsSie träumen von einer Karriere in Spanien? Hier sind 3 weitere Tipps für Spanien-Fans:

    [Bildnachweis: dreii by Shutterstock.com]

    Stressinterview: Wie Sie dem Druck standhalten

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    Das Bewerbungsgespräch ist hart, das Stressinterview ist härter. Wenn Sie Ihr Gesprächspartner mit derben Fragen provoziert oder Ihre Kompetenzen offen anzweifelt, dann steigt der Blutdruck. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren! Denn man will von Ihnen vor allem wissen, wie Sie unter Druck reagieren. Was Sie dann auf gar keinen Fall tun sollten…

    Stressinterview: Was ist das?

    Stressinterview – das klingt nicht nur anstrengend, das ist es auch. Allerdings muss man konstatieren, dass Stressinterviews keineswegs die Regel sind. Sie sind die Ausnahme. Die meisten Unternehmen verzichten auf diese Form des Stresstests. Dafür gibt es gute Gründe:

    Bewerber stehen auch in einem „normalen“ Vorstellungsgespräch schon unter Druck und sind extrem angespannt und gestresst. Oder der Personaler geht davon aus, dass er durch Stressfragen keine neuen, vielsagenden Erkenntnisse gewinnen wird. Ein Jobinterview ist auch ohne Stressfragen aufschlussreich genug.

    Andererseits gibt es Personalentscheider, die dieses Instrument sehr gerne aus ihrem Zauberkasten holen. Sie tun das nicht, um ihre sadistischen Gelüste zu befriedigen, um den Bewerber zu erniedrigen, zu schikanieren oder zu blamieren (ok, manche vielleicht schon). Sie setzen Stressinterviews ein, um dem Bewerber richtig auf den Zahn zu fühlen. Um live und in Farbe zu sehen, wie er in hyper-stressigen Situationen reagiert. Das ist in einem Assessment Center ähnlich. In vielen Berufen ist Stressresistenz eine wichtige Eigenschaft, ohne die man kaum reüssieren kann.

    Außerdem gehen viele Bewerber heutzutage sehr gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Sie wissen, was auf sie zukommt, antizipieren Fragen und legen sich elegante Antworten zurecht. Sie ziehen sich angemessen an und achten auf einen kräftigen Händedruck. Das verringert den Wert von Vorstellungsgesprächen im Allgemeinen. Im Stressinterview kann man diese Routinen durchbrechen. Man kommt der Wahrheit gewissermaßen ein Stückchen näher, zerrt den wahren Charakter ans Tageslicht und schafft Authentizität.

    Sicherheitshalber der Hinweis: Für Bewerber ist und bleibt es selbstverständlich essenziell, sich gut auf ein Jobinterview vorzubereiten. Das erhöht die Einstellungschancen – und ganz nebenbei auch das Selbstvertrauen. Wenn man sich aber in die Lage eines Personalers versetzt, ist all das unbefriedigend, all die glatten Lebensläufe und korrekt sitzenden Krawatten. All die fein formulierten Fragen und auswendig gelernten Fakten.

    Vor allem wollen Arbeitgeber doch wissen, ob ein Bewerber zu ihnen ins Team passt oder nicht. Aber wie können sie das herausfinden? Zum Beispiel, indem sie ihn oder sie in Situationen beobachtet, in denen nicht alles nach Plan läuft. In einer Situation, in der die Top-Vorbereitung plötzlich nichts mehr wert ist und die Stresshormone nur so aus einem herausschießen. Dann lüftet sich der Vorhang – wenigstens kurzzeitig. Schließlich wird es diese Situationen auch im Arbeitsalltag geben. Situationen, in denen man die Ruhe bewahren und cool bleiben muss. Wer jetzt Panik bekommt und keinen klaren Gedanken fasst, dürfte im Ernstfall auch im Betrieb ein Risikofaktor sein. In manchen Berufen verschreckt so ein Verhalten Kunden, in anderen zerstört es die Arbeitsatmosphäre, in wieder anderen kann es sogar gefährlich für Leib und Leben werden.

    Darum fragen Personaler im Vorstellungsgespräch auch gerne nach Konflikten im bisherigen Arbeitsleben, nach Kündigungen, Verweildauern und Widersprüchen. Hier setzt das Stressinterview an. Der Personaler versucht, den Bewerber auf dem falschen Fuß zu erwischen, indem er ihm eine provokative oder missverständliche Frage stellt. Wie reagiert dieser darauf? Seine Reaktion lässt womöglich tiefere Rückschlüsse auf seinen Charakter zu.

    Damit ist das Stressinterview gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe. Für Arbeitgeber kann es sehr erhellend sein. Aber auch für Sie als Bewerber ist es nicht nutzlos. Erstens können Sie sich durch eine souveräne Reaktion empfehlen und Pluspunkte sammeln. Und zweitens auch Selbstvertrauen tanken, weil Sie gemerkt haben, dass Sie derlei Prüfungen gewachsen sind – und damit auch dem Job.

    Stressinterview: So ist es aufgebaut

    Ein Vorstellungsgespräch durchläuft in der Regel fünf Phasen:

    Die Reihenfolge kann variieren. Das Stressinterview ist anders aufgebaut. Nach der lockeren Aufwärmphase ändert der Personaler abrupt sein Verhalten und wird aggressiver. Er stellt harte Fragen, provoziert den Bewerber, bohrt nach, unterstellt ihm etwas, macht unterschwellige Anmerkungen, greift ihn verbal an. Bisweilen artet das Ganze sogar in ein Kreuzverhör aus – schwitzende Hände und Gesichter inklusive.

    Klar ist: Übertreibt es Ihr Gesprächspartner, dann müssen Sie sich das keineswegs gefallen lassen. Es geht ihn zum Beispiel nichts an, mit wem sie sich daten oder ob sie planen, in naher Zukunft schwanger zu werden (diese Frage wäre ohnehin illegal).

    Aber so weit muss ein Personaler gar nicht gehen, um einen Bewerber aus dem Konzept zu bringen. Es reicht schon, wenn er ihm klar macht, dass er an seiner Eignung stark zweifelt. Das geht zum Beispiel mit diesem Ansatz: „Sie haben so gut wie keine relevanten Erfahrungen und sind für den Job augenscheinlich völlig ungeeignet. Sehen sie das nicht selbst auch so?“ Dadurch werden die meisten Kandidaten enorm verunsichert. Wichtig ist jetzt, wie sie mit ihrer Verunsicherung umgehen.

    Auch Fangfragen, Analogie-Fragen, die mit der Stelle scheinbar gar nichts zu tun haben, und Brainteaser, an denen die Kandidaten zu knabbern haben, generieren Unbehagen. Personaler, die in dieser Kunstform geübt sind, bauen gerne noch eine Prise Sarkasmus und Ironie ein und setzen den Bewerber unter maximalen Rechtfertigungsdruck. Wenn das Stressinterview aufhört und der reine Psychoterror beginnt, müssen Sie als Bewerber die Reißleine ziehen. Stressfragen sind legitim, pure Schikane ist es nicht.

    Stressinterview: Beispiele für Stressfragen

    Hier ist eine Auswahl an Stressfragen, von denen einige – in dieser oder ähnlicher Form – auf Sie als Bewerber zukommen könnten:

    Fangfragen

    • Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
    • Aus welchen Gründen würde jemand nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeiten wollen?
    • Wann haben Sie das letzte Mal Regeln gebrochen und warum?
    • Was glauben Sie, was ist ein Unternehmen seinen Mitarbeitern schuldig?
    • Was konnten Sie an Ihrem letzten Job am wenigsten leiden?

    Analogie-Fragen

    • Wenn Sie im Lotto gewinnen, was würden Sie tun?
    • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?
    • Was unternehmen Sie, wenn Sie Spaß haben wollen?
    • Welche Frage soll ich Ihnen lieber nicht stellen?
    • Wie finden Sie mich so als Interviewer?

    Brainteaser

    • Wie viel wiegt New York?
    • Wie kann man herausfinden, ob das Licht im Kühlschrank brennt, wenn die Tür zu ist?
    • Weswegen ist ein Kanaldeckel rund und nicht eckig?
    • Wie viele Blätter Papier werden in Österreich an einem Tag kopiert?
    • Wozu ist der Filz auf dem Tennisball gut?

    Provokationen

    • Sie waren ja ein richtiger Langzeitstudent, was?
    • Stimmt irgendwas nicht mit Ihnen oder warum suchen Sie schon so lange eine neue Stelle?
    • Ich glaube kaum, dass Sie bei uns ins Unternehmen passen.
    • So richtige Stärken gehen aus Ihrer Bewerbung ja keine hervor, oder habe ich da etwas übersehen?
    • Ihr Lebenslauf war ja bisher 08/15. Erzählen Sie mir doch mal was Spannendes über sich!

    Egal, wie Sie der Personaler locken will – an ein paar Spielregeln sollten Sie sich stets halten. Fallen Sie ihm nicht ins Wort und bleiben Sie ruhig. Zeigen Sie Ihre Nervosität nicht, indem sie mit den Füßen tippen oder hektisch mit den Fingern an Ihrer Kleidung herumnesteln. Was aber ganz wichtig ist: Rechtfertigen Sie sich nicht und gehen Sie nicht in den Gegenangriff über. Das würde Sie sofort disqualifizieren.

    Stressinterview: So parieren Sie gekonnt

    Grundsätzlich haben Sie jederzeit die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch zu beenden. Wenn Ihnen die Fragen zu unverschämt oder indiskret werden, beschweren Sie sich einfach darüber. Führt das nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie vorzeitig gehen – aber bitte höflich. Sie wollen ja nicht Ihren Peiniger spiegeln…

    Am besten aber, sie bleiben bei einer fiesen Stressfrage ganz cool. Sie könnten Ihrem Gegenüber mit eiskalter Miene ein paar Sekunden lang tief in die Augen schauen – und erst dann zu einer Parade ausholen. Zeigen sie, dass Sie der Situation gewachsen sind, indem Sie die Einwände entkräften oder den Argumenten Wind aus den Segeln nehmen. Oder Sie zeigen, dass Sie mit der Art Frage nicht einverstanden sind. Was Sie beispielsweise sagen könnten:

    • Sie sind offenbar falsch informiert.
    • Das ist Ihre Meinung und auf die haben Sie ein gutes Recht. Aber Fakt ist, dass…
    • Was hat das genau mit dem Job zu tun, wenn ich fragen darf?
    • Dazu möchte ich Ihnen nichts sagen und bitte um Ihr Verständnis.

    6 Tipps fürs Stressinterview

    Die COOL-Formel hilft, im Stressinterview Ruhe zu bewahren. Sie funktioniert so:

    • Contenance bewahren
    • Offenheit signalisieren
    • Objektivität herstellen
    • Labern vermeiden

    Darüber hinaus helfen Ihnen diese Tipps, um das Stressinterview zu meistern:

    1. Ruhig bleiben

      Keep cool! Das sagt sich so leicht, ist manchmal aber eine echte Herausforderung. In einem Vorstellungsgespräch ist das Stresslevel ohnehin schon erhöht. Stressfragen verunsichern da noch mehr. Das kann dazu führen, dass man als Bewerber hektisch wird und verzweifelt nach den richtigen Worten sucht. Ganz wichtig: Nicht sofort antworten, sondern kurz innehalten, lächeln und den Druck vom Kessel nehmen. Das gelingt durch eine Antwort wie: „Das machen Sie extra, oder? OK, ich versuche noch mal, Ihnen meine Sicht der Dinge näher zu bringen…“ Danach führen Sie Ihre Antwort aus – ganz ruhig, ganz sachlich. Je schneller Sie antworten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Unbedachtes oder gänzlich Unpassendes sagen. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit und werfen Sie eine behelfsmäßige Formulierung ein, um die Pause zu überbrücken. Was auch geht: „Oh, diese Frage habe ich tatsächlich noch nicht so oft gehört“ oder „Das ist mal eine originelle Frage.“ Damit verschaffen Sie sich ein wenig Zeit.

    2. Meinung sagen

      Ein Stressinterview setzt den Bewerber unter Stress. Das ist Sinn der Sache. Aber es bedeutet nicht, dass Sie nur das kleine Mäuschen spielen sollen, das ständig vom großen Kater attackiert wird. Sie müssen auch keineswegs immer Ja und Amen sagen und jeder These des Personalers zustimmen (obwohl Schleimen im Vorstellungsgespräch erwiesenermaßen hilft!). Lassen Sie sich nicht ausschließlich in die Defensive drängen. Sagen Sie Ihre Meinung, vertreten Sie Ihre Standpunkt und führen Sie Ihre Thesen aus – egal, was der andere Ihnen mit seinen Stressfragen andichten will. „Ich sehe Ihren Punkt, bin aber der Meinung, dass…“ oder „Interessanter Standpunkt. Ich stehe aber auf Folgendem…“

    3. Anstand wahren

      Einen Heißsporn provoziert man nicht ungestraft! Ja, das ist menschlich und auch durchaus verständlich. Aber lassen Sie sich lieber nicht aus der Reserve locken. Werden Sie nicht pampig und erwidern mit einer ebenso unverschämten Retourkutsche! Das zeigt nur, dass Sie dem Druck eben nicht gewachsen sind. Und das erwartet ihr künftiger Arbeitgeber ja schließlich von Ihnen: Dass Sie dem oberdreisten Kunden nicht sofort verbal in die Parade fahren. Na klar: Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Erst recht keine schlüpfrigen Kommentare oder persönliche Beleidigungen. Aber die sind zum Glück so selten wie Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg. Wenn Ihnen das Stressinterview trotzdem zu viel des Guten ist, dann können Sie hinterher immer noch entscheiden, dass Sie für diese Firma lieber nicht arbeiten wollen – und höflich absagen.

    4. Kurz halten

      Stressfragen sind manchmal gemein, manchmal tricky. Auf jeden Fall sind viele nicht so einfach zu beantworten. Das verleitet viele Bewerber dazu, weit auszuholen. Immerhin verschafft man sich so Luft und kann beim Reden denken. Fehler! Lange Ausführungen könnte Ihr Gegenüber zu Gegenfragen nutzen. Kurze und prägnante Antworten sind besser – und wirken selbstbewusster. Ihre Antwort sollten Sie natürlich kurz begründen und erklären, vielleicht anhand eines guten Beispiels. Aber egal, wie Sie auf eine Stressfrage antworten – tragen Sie sie selbstbewusst vor.

    5. Nichts sagen

      Schweigen ist eine unterschätzte Waffe im Vorstellungsgespräch – erst recht im Stressinterview. Erst bombardiert Sie der Personaler mit fiesen Fragen, dann herrscht auf einmal Funkstille. Das verunsichert die meisten Bewerber – und führt zu noch mehr Stress und Selbstzweifeln. In dem Falle spielen Sie das Spiel am besten mit. Erwidern Sie das Schweigen Ihrerseits ebenfalls mit Schweigen. Sie nehmen eine selbstbewusste Haltung ein, halten Blickkontakt und warten ab, bis der Ihr Gesprächspartner wieder das Wort ergreift. Nicht einfach drauflosplappern! Und lassen Sie dabei nicht die Blicke schweifen, bleiben Sie konzentriert. Schweigen erzeugt Druck, und diesem Druck sollen und wollen Sie standhalten. Aber: Sie dürfen natürlich auch selbst etwas sagen, wenn Ihnen etwas Schlagfertiges und Passendes einfällt…

    [Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch beenden: Ihr perfekter Abgang

    Vorstellungsgespraech beenden

    Das Vorstellungsgespräch beenden – klingt einfach, ist aber manchmal ein Balanceakt. Es kann sie im schlimmsten Fall den Job kosten, wenn Sie etwas Unbedachtes sagen oder einen blöden Joke bringen. Dieses Risiko lässt sich minimieren. Und mehr noch: Sie können beim Personaler Eindruck hinterlassen. Das geht am besten durch ein ehrliches „Danke“ – und ein nettes Kompliment…

    Vorstellungsgespräch beenden: So geht’s nicht!

    Das Vorstellungsgespräch lief super. Der Personaler wirkt beeindruckt, Sie fühlen sich prächtig. Wunderbar! Sie hätten den Job auch bekommen, wenn sie nicht so etwas Saudoofes zum Schluss gesagt hätten…

    Der Schluss eines Jobinterviews kann leicht zur Falle werden. Wenn sich der Bewerber seiner Sache zu sicher ist, oder wenn er mental schon abgeschaltet hat und auf dem Heimweg ist. Oder wenn er das Bewerbungsgespräch unbedingt noch mit einem Kracher zum Abschluss krönen will. Das kann mächtig in die Hose gehen.

    10 Dinge, die Sie auf gar keinen Fall sagen sollten, um das Vorstellungsgespräch zu beenden:

    • Vielen Dank nochmal, dass Sie mich überhaupt eingeladen haben!
      (Das tun anscheinend die wenigsten.)
    • Da bin ich aber froh, dass das hier einigermaßen glatt über die Bühne gegangen ist.
      (Normalerweise komme ich nicht unfallfrei aus Vorstellungsgesprächen heraus.)
    • Die Frage mit den Schmetterlingen fand ich aber richtig gemein von Ihnen.
      (Sie haben sie ja auch mehr schlecht als recht beantwortet.)
    • Wie fanden Sie mich denn so?
      (Kein Kommentar)
    • Zum Glück habe ich vorher den Bewerbungsratgeber von Mr. X gelesen.
      (Hat aber auch nicht geholfen.)
    • Die Fragen waren ja viel einfacher, als ich befürchtet hatte.
      (Und Ihre Antworten viel schlechter, als wir erhofft hatten.)
    • Das lief alles in allem super, oder?
      (Eigenlob stinkt.)
    • Puh, ich dachte, das Interview dauert ewig.
      (So unwohl haben Sie sich gefühlt?)
    • So, war’s das mit der Löcherei?
      (Ist das witzig gemeint oder einfach nur unverschämt?)
    • Prima. Jetzt muss nur noch mein nächstes Vorstellungsgespräch genauso gut laufen, dann ist mein Wochenende gerettet.
      (Na, dann wünschen wir viel Glück.)

    Vorstellungsgespräch beenden: Diese Themen ansprechen!

    Am Ende des Vorstellungsgesprächs sind meist noch nicht alle Fragen geklärt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese anzusprechen. Zum Beispiel können Sie klären, wie der weitere Ablauf ist, wie lange der Auswahlprozess voraussichtlich dauern wird und wann sie eine Antwort erwarten können.

    Konkret fragen können Sie etwa so:

    • Was sind die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?
    • Wann kann ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen?
    • Darf ich Sie bei möglichen Rückfragen kontaktieren?

    Aber bauen Sie bitte keinen Druck auf. Es versteht sich von selbst, dass der Bewerbungsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie also nicht drei Tage später schon wieder an und fragen Sie nach dem aktuellen Stand. Faustregel: Zwei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich erkundigen – vorher nicht.

    In vielen Unternehmen dauert der Auswahlprozess noch weitaus länger. Manchmal mahlt die firmeninterne Bürokratie langsam, oder Personalverantwortliche sind erkrankt. Das sollte Sie nicht dazu veranlassen, genervt zu reagieren. Bleiben Sie höflich, freundlich und verständnisvoll. Etwas anderes bleibt Ihnen ehrlicherweise ja auch gar nicht übrig…

    Sind alle Fragen geklärt, verabschieden Sie sich – mit einem genauso festen Händedruck wie zu Beginn des Jobinterviews. Also nochmal Haltung annehmen, Augenkontakt suchen und die Hand geben. Und dann machen Sie sich von dannen – aber ohne sich nochmal umzuschauen. Sie gehen also steten Schrittes zur Treppe oder zum Aufzug und werfen nicht noch mal einen Blick nach hinten. Das wirkt unsicher und unsouverän.

    Geheimtipp: Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich auch noch explizit beim Assistenten, Pförtner oder der Empfangskraft verabschieden. Die freuen sich über gute Manieren – und erwähnen sie möglicherweise mal im Gespräch mit Ihrem künftigen Abteilungsleiter…

    Vorstellungsgespräch beenden: So machen Sie’s richtig

    Klare Empfehlung: Mit diesen Worten können Sie das Vorstellungsgespräch beenden.

    • Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich fast eine ganze Stunde Zeit für unser Gespräch genommen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen.
      (Drückt Wertschätzung aus. Extrem positiv.)
    • Sie haben sich exzellent auf das Gespräch vorbereitet. Ich hoffe, dass ich Sie genauso überzeugen konnte.
      (Jeder hört gerne Komplimente, auch Personaler. Berechtigt sollte das Kompliment aber schon sein.)
    • Sie haben mir ein sehr genaues Bild vermittelt, was mich im Unternehmen erwartet. Ich kann mir das schon sehr konkret vorstellen und muss sagen: Die Vorstellung gefällt mir.
      (So signalisieren Sie, dass Sie weiterhin sehr interessiert sind an der Stelle.)
    • Ich bin mit großen Erwartungen gekommen und muss sagen: Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich kann mir den Job wirklich sehr gut vorstellen.
      (Positives Feedback und Interesse am Job.)
    • Sie haben Fragen gestellt, die mir bislang im Vorstellungsgespräch noch nie gestellt wurden. Das war auch für mich sehr spannend.
      (Wenn das Jobinterview einen Lerneffekt für den Bewerber hatte, muss der Personaler seine Sache gut gemacht haben.)
    • Sie haben meine Fragen sehr ausführlich beantwortet. Das fand ich sehr gut.
      (Ein Kompliment. Und einen Informationsgewinn gab es auch noch.)
    • Ich habe viel über das Unternehmen erfahren. Das gefällt mir alles wirklich sehr gut.
      (Hier ist das Lob umfassender und richtet sich quasi an das gesamte Unternehmen.)
    • Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gespräche mit den anderen Bewerbern.
      (Zeigt Realismus und Stil.)

    Sie müssen Ihren Gesprächspartner am Ende aber gar nicht mit Lob und Komplimenten überschütten. Erst recht nicht, wenn er sich das gar nicht verdient hat. Aber: Auf einen Dank und eine Höflichkeitsformel sollten Sie in keinem Fall verzichten. Das geht ganz einfach so:

    • Es war schön, mit Ihnen zu sprechen. Vielen Dank.
    • Ich habe mich hier wirklich sehr wohl gefühlt.
    • Danke für das angenehme Gespräch.
    • Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Sie von mir wissen wollen, melden Sie sich gerne bei mir.
    • Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und freue mich, dann bald von Ihnen zu hören.

    Vorstellungsgespräch beenden: Was Sie danach tun können

    Das Jobinterview ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit des Wartens. Untätig bleiben müssen bzw. sollten Sie aber nicht. 3 Dringe, die Sie anschließend tun können:

    1. Dankschreiben

      In Deutschland eher unüblich, aber trotzdem eine schöne Geste. Sie sollten allerdings kein langatmiges Essay verfassen, dafür hat kein Personaler Zeit. Und komisch wirken kann es auch. Schreiben Sie stattdessen eine kurze E-Mail, in der Sie sich für das angenehme Gespräch bedanken und betonen, dass Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind. Möglicherweise können Sie im Rahmen der Mail auch offen gebliebene Fragen aus dem Jobinterview beantworten. Und bieten Sie die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für den Fall an, dass das Unternehmen noch Rückfragen hat. Vergessen Sie die Höflichkeitsfloskeln nicht: „Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen.“ „Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.“

    2. Jobsuche

      Das Vorstellungsgespräch lief gut – und es fand sogar bei Ihrem Traumarbeitgeber statt. Das ist toll! Aber Sie sollten nicht naiv sein und annehmen, dass Sie die Stelle schon so gut wie sicher hätten. Bleiben Sie aktiv und schauen sich weiter nach Jobs um! Alles andere wäre unklug. Sie sollten auch weiterhin Einladungen zu anderen Jobinterviews annehmen und sich professionell vorbereiten. Am Ende können Sie womöglich aus mehreren Alternativen wählen. Für die Stellensuche gilt: Je mehr Alternativen, desto besser. Dann können Sie alle Optionen gegenüberstellen und sich für diejenige entscheiden, die Ihnen die meisten Vorteile und besten Rahmenbedingungen verspricht.

    3. Ultimatum

      Nein, ein Ultimatum setzen sollten Sie natürlich nicht. Obwohl, durch die Hintertür vielleicht schon. Es gibt nämlich Unternehmen, die es nicht mal für nötig halten, überhaupt Absageschreiben zu verschicken. Wenn Sie wochen- oder monatelang nichts gehört haben, dann fassen Sie einfach nach – am besten in Form einer E-Mail. Wenn Sie aufs Ganze gehen wollen, dann können Sie die Mail so formulieren: „Ich habe mehrere Jobangebote vorliegen, bin aber weiterhin sehr daran interessiert, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Würden Sie mir kurz mitteilen, wann ich mit einer Entscheidung Ihrerseits rechnen kann?“ Dadurch erhöhen Sie Ihren Marktwert und die Wahrscheinlichkeit, alsbald eine Antwort zu erhalten. Das hilft bei der weiteren Planung – so oder so.

    Vorstellungsgespräch vorzeitig beenden – ja oder nein?

    Klare Antwort: Nein! Brechen Sie ein Vorstellungsgespräch als Bewerber nicht ab – höchstens in absoluten Extremsituationen. Warum auch? Sie haben die Zeit für das Jobinterview ja schon freigemacht. Durch jedes Vorstellungsgespräch lernen Sie dazu, machen Erfahrungen, sammeln Wissen.

    Beenden Sie es auch dann nicht vorzeitig, wenn Ihr Gesprächspartner schlecht vorbereitet ist, Ihre Fragen nicht beantworten kann oder zwischenzeitlich sogar telefoniert. Oder wenn Sie ihn partout nicht leiden können. Ob Sie mit dieser Person je wieder zusammenarbeiten werden, ist ja gar nicht sicher. Vielleicht verlässt er oder sie in zwei Monaten das Unternehmen oder oder oder…

    Wer vorzeitig abbrecht,

    • … erhält kein Jobangebot
    • … wird nicht weiterempfohlen
    • … ist schlicht unhöflich

    Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen Sie das Gespräch vorzeitig beenden sollten. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Gesprächspartner anzügliche Bemerkungen über Sie macht oder Sie persönlich beleidigt – aus welchem Grund auch immer.

    Achtung: Es gibt Arbeitgeber, die stehen auf Stressfragen im Vorstellungsgespräch, wollen den Bewerber bewusst unter Druck setzen.

    Das müssen Sie versuchen zu erkennen. Beispiel: Der Personaler fragt Sie: „Warum sind Sie denn ausgerechnet in diesem Aufzug hier erschienen?“ Will er herausfinden, wie Sie in solchen Situationen reagieren oder ist er einfach nur unverschämt? Entscheiden Sie selbst…

    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gut reinkommen!

    Vorstellungsgespraech Begrueßung

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Dass Sie nicht wortlos an Ihrem Gastgeber vorübergehen, versteht sich von selbst. Aber was sagt man eigentlich am besten, wenn man zum Vorstellungsgespräch erscheint? Hi oder Wie geht’s? Das ist gar nicht so unwichtig, wie Sie vielleicht denken. Der erste Eindruck zählt bekanntlich. Und die Begrüßung prägt den ersten Eindruck. Auf eine Sache sollten Sie dabei besonders achten…

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: So machen Sie’s richtig

    Die Basics beim Vorstellungsgespräch sind: Seien Sie pünktlich. Schalten Sie das Smartphone aus. Nehmen Sie eine Kopie Ihrer Bewerbungsunterlagen in Ihrer Tasche mit. Lächeln Sie oft. Das macht sympathisch.

    Ach ja, und sorgen Sie für frischen Atem. Wer ein unangenehmes Aroma aus dem Rachenraum versprüht, bringt jeden Personaler gegen sich auf – garantiert! Mindestens im Unterbewusstsein. Mundgeruch – das klingt nach einem Unfall, einem Ausrutscher, einem lästigen Detail. In Wahrheit kriegen Sie den Job nicht, wenn Sie mit Mundgeruch ins Vorstellungsgespräch gehen. Warum? Aus diesen 3 Gründen:

    1. Sie wirken ungepflegt. Und Ungepflegtheit assoziiert man mit fehlendem Einsatz, fehlender Detailtreue, Genauigkeit und Sorgfalt. Kurzum: mit vielen Eigenschaften, die man auch am Arbeitsplatz nicht gebrauchen kann.
    2. Sie wirken abschreckend. Wenn Sie schon ins Vorstellungsgespräch mit Mundgeruch gehen, wie sieht dann der Arbeitsalltag mit Ihnen aus? Oder besser gesagt: Wie riecht er? Eine abschreckende Vorstellung für jeden, der mit Ihnen an einem Tisch sitzt.
    3. Sie sind nicht vorbereitet. Zu einer guten Vorbereitung gehören vernünftige Klamotten, geschnittene Fingernägel und… richtig, ein frischer Atem. Das kann man erwarten. Wer sich nicht vorbereitet, will den Job gar nicht so richtig. So jedenfalls kommt es an.

    Darum: Putzen Sie sich noch mal die Zähne, bevor Sie sich auf den Weg machen. Stecken Sie auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch ein Kaugummi in den Mund, aber nehmen es kurz vorher bitte auch wieder heraus. Und ein, zwei Menthol-Bonbons können ebenfalls nicht schaden.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gefühle zeigen!

    Spielen Sie beim Vorstellungsgespräch nicht Mr. oder Mrs. Cool. Wer zu abgebrüht rüberkommt, bekommt den Job nicht. Das haben Wissenschaftler der Universität Texas herausgefunden. Denn: Wer zu cool wirkt, dem mangelt es augenscheinlich an Empathie. Das ist jedenfalls das Bild, das beim Gesprächspartner erzeugt wird. Und Empathie ist ein Top-Skill auf dem Arbeitsmarkt von heute.

    Aber es gibt noch einen weiteren Grund, seine Gefühle nicht vollends zu unterdrücken. Selbstbeherrschung ist so kraftraubend, dass das eigene Erinnerungsvermögen darunter leidet. Daher können sich Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, hinterher schlechter an Einzelheiten aus einem Gespräche erinnern.

    Die wissenschaftliche Erklärung lautet so: Wenn man cool sein möchte, ist man stark mit sich selbst beschäftigt. Man denkt fortwährend über das eigene Verhalten nach und darüber, wie es auf den Gesprächspartner wirkt und wie man es unter Kontrolle behält. Das führt dazu, dass die weiteren Hirnkapazitäten limitiert sind.

    Was allerdings nicht bedeutet, dass Bewerber ihren Gefühlen im Vorstellungsgespräch freien Lauf lassen sollten. Die eigenen Emotionen nicht unterdrücken, aber dosieren – das könnte die richtige Strategie sein. Wer sich etwa vor dem Jobinterview bewusst macht, letztlich nichts zu verlieren zu haben, geht freier und entspannter in das Gespräch – und kann sein Potenzial ausschöpfen.

    Grundsätzlich gilt: Zeigen Sie Ihre Freude darüber, dass Sie hier sind, dass Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden! Das kommt bei jedem Personaler gut an.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: 6 Tipps

    1. Reihenfolge beachten

      Die meisten Bewerber stellen sich reihum vor. Das ist in der Regel auch völlig in Ordnung so. Wer es aber ganz korrekt machen will, achtet auf die Reihenfolge. Zuerst wird die ranghöchste Person im Raum begrüßt, sogar dann, wenn eine Dame anwesend ist. Dann gilt: Ältere Personen begrüßt man vor jüngeren und Damen vor Herren. Allerdings ist dieser Knigge-Tipp in Zeiten flacher werdender Hierarchien und Gleichberechtigung durchaus diskutabel.

    2. Hand geben

      Der perfekte Handschlag dauert drei bis vier Sekunden. Nicht ewig lange, aber auch nicht sofort wieder wegziehen! Vor allem fest muss der Händedruck sein. Nicht einfach nur die Hand hinhalten, sondern zudrücken – aber auch wiederum nicht zu heftig. Das gilt insbesondere auch für Frauen. Sie profitieren Studien zufolge noch mehr von einem festen Händedruck als Männer. So schwer ist das nicht: Stellen Sie sich gerade hin, für Körperspannung sorgen, in die Augen Ihres Gesprächspartners blicken und die Hand geben. Wohlgemerkt GEBEN, nicht wie einen Milchshake schütteln!

    3. Sich vorstellen

      Während des Händedrucks stellen Sie sich vor – mit Ihrem Vor- und Zunamen. „Schönen guten Tag, mein Name ist Max Mustermann.“ Am besten, Sie bedanken sich dabei noch einmal für die Einladung. „Vielen Dank für die Einladung.“ Wahrscheinlich wird sich Ihr Gesprächspartner auch mit seinem Namen vorstellen. Dann ist es sinnvoll, diesen noch mal zu wiederholen. „Hallo Herr Meyer, freut mich, Sie kennenzulernen.“ Und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Gesprächspartner. Nicht den Blick schweifen lassen, in die Luft oder über die Schultern Ihres Gegenübers gucken. Wenn Sie das Gefühl vermitteln, gedanklich schon wieder weiter zu sein, kommt das schlecht an. Es ist wie bei einem Date. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, nur Augen und Ohren für ihn zu haben.

    4. Namen merken

      Wenn Sie konkret wissen, wer mit Ihnen das Vorstellungsgespräch führen wird, dann merken Sie sich unbedingt den oder die Namen. Und zwar so, dass Sie sie auch richtig aussprechen. Wenn Sie bei der Begrüßung dann alle Anwesenden richtig mit ihren Namen anreden, dann kommt das unheimlich gut an. „Guten Morgen, Frau Schröder. Guten Morgen, Herr Weber.“ Das zeigt, dass Sie sich vorher Mühe gemacht haben und nicht völlig planlos ins Jobinterview gehen.

    5. Platz nehmen

      Das Gröbste ist überstanden. Aber Obacht: Begehen Sie nicht den Fehler, sich jetzt unvermittelt hinzusetzen. Bleiben sie erst noch einen Moment stehen und warten Sie darauf, dass man Ihnen einen Platz zuweist oder Sie verbal bittet, Platz zu nehmen. Alles andere wäre unhöflich – und durchaus als grober Schnitzer zu bewerten.

    6. Plaudern

      Vielleicht haben Sie zu Beginn alles richtig und überhaupt keine Fehler gemacht. Und doch haben Sie das Gefühl, dass die Atmosphäre angespannt und die Distanz zwischen Ihnen groß ist. Wenn dem so ist, dann dürfen Sie es gerne mit Smalltalk versuchen. Eine kleine Anekdote kann die Stimmung lockern – aber bitte keine große Geschichten auspacken. Irgendetwas, das zur Situation passt; wie abenteuerlich Ihr Hinweg war, dass Sie das Wetter heute Morgen positiv überrascht hat oder dass Sie gerade schnell noch einen Donut eingeworfen haben, weil Sie noch gar nichts gefrühstückt hatten. Irgend so etwas in der Richtung. Vielleicht ein kleines amüsantes Geschichtchen (aber um Himmels willen nichts Schlüpfriges)!

    Und wenn Sie der Typ Nervenbündel sind, dann versuchen Sie es vor dem Vorstellungsgespräch mal mit Lockerungsübungen. Gehen Sie auf die sanitären Anlagen, schütteln Arme und Beine aus, um sich aufzulockern. Auch Atemübungen helfen. Tief ein- und tief wieder ausatmen. Dann noch mal die Krawatte richten, Bluse oder Hemd geraderücken. Das gibt Sicherheit und lässt Sie gleich viel souveräner erscheinen.

    Wie Sie die Visitenkarte richtig entgegennehmen

    Vorstellungsgespraech Begrueßung VisitenkarteVielleicht werden Sie und Ihr Interviewer Visitenkarten austauschen (wenn auch nicht gleich bei der Begrüßung). Bei Bewerbungsgesprächen ist das insbesondere auf Führungsebene der Fall.

    Wichtig ist, dass Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers nicht einfach in der Tasche verschwinden lassen. Das wäre extrem unhöflich. Nehmen Sie die Karte entgegen, werfen Sie einen Blick darauf und behalten Sie sie für eine Weile in der Hand. Wenn möglich, legen Sie die Karte gut sichtbar vor sich auf den Tisch. Später verstauen Sie sie dann sorgfältig in Ihren Unterlagen – und schieben Sie nicht einfach gedankenlos in die Gesäßtasche.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Das können Sie sagen

    Diese Satzbausteine können Sie bei der Begrüßung im Vorstellungsgespräch verwenden und kombinieren (mit den richtigen Namen, versteht sich):

    • Guten Morgen, Frau Meyer. Mein Name ist Hans Klein.
    • Guten Tag, Herr Müller. Mein Name ist Max Mustermann.
    • Hallo, Herr Groß. Ich bin Roland König.
    • Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Herr Müller.
    • Guten Tag, Herr Weber. Sehr, sehr schöne Räumlichkeiten, die Sie hier haben (sofern das der Wahrheit entspricht).
    • Ich freue mich wirklich sehr, hier zu sein.
    • Es ist schön, hier zu sein.
    • Ich freue mich sehr, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Danke für die Einladung, Herr Müller.
    • Ich freue mich, Sie endlich auch persönlich kennenzulernen, Herr Müller.
    [Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So finden Sie einen Job

    Langzeitarbeitslose Bewerbung

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Auf dem Arbeitsmarkt gelten Langzeitarbeitslose nicht gerade als Juwelen. Ihnen fehlt die Erfahrung und – das zumindest glauben viele Arbeitgeber – auch die Einstellung. In Wahrheit verbessern sich ihre Perspektiven momentan rasant. Der Mangel an Fachkräften und geeignete Fördermaßnahmen sind zwei der Gründe. Einfach aber ist es deswegen nicht, nach einer langen Auszeit wieder beruflich durchzustarten. Bei ihrer Bewerbung sollten Langzeitarbeitslose einen Punkt ganz nach vorne stellen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Gegen diese Vorurteile kämpfen Sie

    Für Langzeitarbeitslosigkeit gibt es viele Gründe. Psychische Probleme oder Krankheiten zum Beispiel. Häufig sind es aber die selbst verschuldeten Gründe, die in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren. Wenn jemand, so drückt es der Volksmund gerne aus, mit seinem A… nicht hoch kommt. Langzeitarbeitslose müssen daher mit diesen (Vor-)Urteilen leben:

    • Sie sind faul und haben keine Lust zu arbeiten.
    • Ihnen fehlen grundlegende Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz, Disziplin und Lernbereitschaft.
    • Sie haben keine oder kaum verwertbare Qualifikationen und sind auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht zu gebrauchen.
    • Sie sind nicht teamfähig und ihnen fehlen soziale Skills.

    Klar ist: Für Langzeitarbeitslose gibt es ein soziales Sicherungsnetz. Hartz IV war – und ist – hoch umstritten, aber trotz allem ein Auffangnetz, das vor dem Schlimmsten bewahrt. Mit Hartz IV verbinden viele aber Drangsalierung, Stigmatisierung, Erniedrigung und Demütigung. Höchste Zeit, also, um aus diesem System auszubrechen.

    Denn die wichtigste Erkenntnis lautet: Aus Langzeitarbeitslosigkeit kann man entkommen. Und psst! Sogar dann, wenn Sie vorher wirklich zu faul waren…

    Dazu ist es wichtig, dass Sie als Langzeitarbeitsloser all die negativen Zuschreibungen, die an Ihnen haften, nicht akzeptieren. Viele Arbeitgeber werden Ihnen mit Vorurteilen begegnen.

    Beschränken Sie sich nicht darauf, sich für Ihre lange Auszeit zu rechtfertigen. So bleiben Sie stets in der Defensive. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten (und wenn es nur Ihr unbändiger Wille ist, endlich wieder arbeiten zu gehen und eigenes Geld zu verdienen) und richten Sie den Blick in die Zukunft. Das ist ganz wichtig. Mit einer durchdachten und authentischen Bewerbung können Sie auch als Langzeitarbeitsloser potenzielle Arbeitgeber von sich überzeugen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So arbeiten Sie mit dem Jobcenter zusammen

    Für Jobcenter-Kunden sind die Auflagen teilweise sehr umfangreich. Wer sich nicht an sie hält, dem drohen Rückzahlungen. Allein im Jahr 2018 haben die Jobcenter in Deutschland fast 2,6 Milliarden Euro von Hartz IV-Empfängern zurückverlangt.

    Für Bewerber ist es wichtig, Engagement zu zeigen und durchgängig mit dem zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter zu kommunizieren.

    Das sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:

    • Sortieren Sie alle Unterlagen, die für das Jobcenter relevant sind, und legen Sie sie gut geordnet ab.
    • Dokumentieren und kopieren Sie alle Anträge, die Sie abgegeben haben.
    • Lassen Sie sich die persönliche Abgabe von Anträgen bestätigen – und zwar schriftlich.
    • Reden Sie mit Ihrem Sachbearbeiter von Anfang an offen und ehrlich über Ihre Situation und Ambitionen.
    • Lesen Sie sich die Flyer und Infomaterialien durch, die im Jobcenter ausliegen.
    • Fragen Sie Ihren Sachbearbeiter schon zu Beginn, welche Nachweise er benötigt.
    • Klären Sie vorab, was Ihr Sachbearbeiter von Ihnen erwartet.
    • Besprechen Sie Ihre Strategie und Ausrichtung mit Ihrem Sachbearbeiter.
    • Bewahren Sie alle Bewerbungen auf.
    • Informieren Sie Ihren Sachbearbeiter über alle Vorstellungsgespräche, die Sie führen.
    • Geben Sie alle Veränderungen, die sich für Sie ergeben, schnell an Ihren Sachbearbeiter weiter.
    • Sprechen Sie ab, wie und über welche Kanäle Sie für das Jobcenter erreichbar sein sollen.
    • Informieren Sie sich über mögliche Förderungen und sprechen Ihren Sachbearbeiter darauf an.
    • Suchen Sie regelmäßig den Kontakt zu Ihrem Sachbearbeiter.
    • Besprechen Sie mit Ihrem Lebenspartner das Vorgehen.

    Denn darauf kommt es letztlich an: Arbeiten Sie mit Ihrem Sachbearbeiter zusammen. Er oder sie hat ein Interesse daran, Sie wieder in Arbeit zu bringen. Gemeinsam kann es funktionieren. Aber, und das gehört auch zur Wahrheit: Verlassen Sie sich bitte NICHT darauf, dass Ihr Sachbearbeiter das schon regeln und Ihnen einen neuen Job aus dem Hut zaubern wird.

    Denn selbst wenn er oder sie hochmotiviert ist – und das sind entgegen mancher Vorurteile in der Tat sehr viele Mitarbeiter – fehlen oft die Kapazitäten. Ein Jobcenter betreut viele Arbeitslose und kann nicht immer individuell auf jeden Einzelnen eingehen. Nicht jeder Job, der Ihnen angeboten wird, passt zu Ihnen. Also ist es besser, Sie ergreifen selbst die Initiative.

    Das fängt schon bei der Informationsbeschaffung an. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Sachbearbeiter Ihnen alle relevanten Informationen im Gespräch mitteilen wird. Das übersteigt seine Möglichkeiten. Vermutlich wird er Sie auf die ausliegenden Broschüren oder auf die Homepage der Bundesagentur für Arbeit verweisen.

    Das wäre also Schritt eins: Informieren Sie sich eigenhändig. Welche Fördermaßnahmen gibt es? Wo kann ich nach Jobs suchen? Welche Bewerbungsstrategien sind erfolgversprechend? Wie kann ich meine Perspektiven verbessern? Welche Optionen habe ich? Und was passiert, wenn ich zwischenzeitlich die Lust verliere und gar nicht mehr mitwirke? Wer seine Rechte und Pflichten kennt, wird später nicht auf dem falschen Fuß erwischt.

    Nehmen Sie sich die Infobroschüren aus der BA mit nach Hause und lesen Sie sie in einer ruhigen Minute durch. Surfen Sie auf die offizielle Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Und natürlich helfen auch wir bei Karrieresprung Ihnen bei der Jobsuche. Sie können auch gerne in allen möglichen Online-Foren stöbern, sollten sich aber auf die Infos nicht verlassen. Sie sind oft sehr subjektiv und von Einzelfällen geprägt, die man nicht immer verallgemeinern kann.

    Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen Job!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen JobGrundsätzlich sind 44 Prozent der Betriebe in Deutschland bereit, einen Langzeitarbeitslosen einzustellen. 34 Prozent würden einen Bewerber in Erwägung ziehen, wenn er nicht länger als zwölf Monate ohne Job war. 14 Prozent würden einen arbeitslosen Bewerber gar nicht berücksichtigen. Das sagte eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2018. Damit ist die Bereitschaft, einen Langzeitarbeitslosen anzuheuern, innerhalb von fünf Jahren um elf Prozentpunkte gestiegen.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Diese Strategien versprechen Erfolg

    Als Langzeitarbeitsloser stehen Sie vor drei wesentlichen Problemen:

    1. Vorurteile

      Sie müssen die Arbeitgeber von sich überzeugen – vor allem von Ihrer Motivation, überhaupt arbeiten zu wollen. Die Vorurteile gilt es zu durchbrechen. Sie müssen zeigen, dass Sie „heiß“ sind und endlich wieder auf eigenen Beinen stehen wollen.

    2. Leistungsfähigkeit

      Es geht nicht nur ums Wollen, auch ums Können. Sind Sie belastbar? Schaffen Sie es, acht Stunden am Stück durchzuhalten – jeden Tag? Nur wenn die Antwort Ja lautet, wird das Interesse des Arbeitgebers steigen. Wie Sie ihn überzeugen können: durch ehrenamtliches Engagement, Teilzeit- und 450-Euro-Jobs. Im Zweifel sollten Sie ihm private Projekte präsentieren, die Sie erfolgreich zu Ende gebracht haben, und sei es ein größeres Heimwerkerprojekt.

    3. Qualifikationen

      Vorausgesetzt, Sie verfügen über gute Qualifikationen. Einen Top-Job zu ergattern dürfte aufgrund Ihrer Langzeitarbeitslosigkeit dennoch schwierig werden. Sie müssen den Arbeitgeber überzeugen, dass Sie sich für die angebotene Stelle nicht zu schade sind. Dass Sie mit dem Einsteigerjob zufrieden sind und wieder Anschluss finden wollen – Überqualifizierung hin oder her.

    Alle drei Probleme hängen miteinander zusammen. Man traut Ihnen möglicherweise nicht zu , den Job zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten ausfüllen zu können.

    Sie sollten also erstens Ihre Motivation zum Ausdruck bringen. Zweitens sollten Sie Arbeitserfahrungen der jüngeren Zeit ins Spiel bringen. Welche das sind, ist erstmal zweitrangig. Es kann sich um Fördermaßnahmen, Mini-Jobs, ehrenamtliche oder private Projekte handeln. Hauptsache, Sie zeigen, dass Sie das Arbeiten nicht verlernt haben. Und drittens gilt es herauszuarbeiten, dass Sie den Einstieg unbedingt wieder schaffen wollen – auch wenn Sie für den Job formal überqualifiziert sein sollten.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Zuverlässigkeit schlägt alle!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Zuverlässigkeit schlägt alleWenn Sie sich als Langzeitarbeitsloser bewerben, dann betonen Sie vor allem Ihre Zuverlässigkeit! Und beweisen Sie sie auch, indem Sie zum Beispiel pünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen und Zusagen einhalten (z.B. zurückrufen, Unterlagen nachreichen). Zuverlässigkeit war den Arbeitgebern laut einer IAB-Umfrage von 2018 von allen Charaktereigenschaften und Kompetenzen am wichtigsten. An zweiter Stelle folgte Motivation, an dritter die fachliche Qualifikation.

    Das ist Arbeitgebern bei Langzeitarbeitslosen am wichtigsten, in dieser Reihenfolge:

    1. Zuverlässigkeit
    2. Arbeitsmotivation
    3. Fachliche Qualifikation
    4. Engagement
    5. Teamfähigkeit
    6. Belastbarkeit
    7. Flexibilität
    8. Soziale Kompetenz
    9. Disziplin

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Keine Geheimniskrämerei

    Es nützt Ihnen gar nichts, die Langzeitarbeitslosigkeit zu verheimlichen. Sie sollten im Lebenslauf und Anschreiben offen damit umgehen. Das schließt keineswegs aus, die lange Zeit der Erwerbslosigkeit mit anderen Inhalten im Lebenslauf zu füllen. Möglicherweise haben Sie Praktika absolviert, Weiterbildungen oder Fördermaßnahmen besucht, ehrenamtlich in der Suppenküche geholfen. All das macht sich gut im Lebenslauf.

    Ihre wichtigsten Erfolge und Projekte während der Langzeitarbeitslosigkeit können Sie im Anschreiben herausarbeiten. Und die Stationen, die Sie vor der Arbeitslosigkeit hatten, sollten ebenfalls einen prominenten Platz einnehmen. Der Arbeitgeber soll das Gefühl bekommen, dass hier ein Schatz darauf wartet, gehoben zu werden. Dass er mit Ihnen einen Glückstreffer landen kann – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gehen immer mehr Unternehmen unkonventionelle Wege.

    Das gilt auch für Zeitarbeitsunternehmen. Diese können speziell für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose eine echte Option sein. Viele spekulieren auf den Klebeeffekt. Der Grundgedanke dahinter: Wenn Sie im Unternehmen als Zeitarbeiter überzeugen, dann wird Sie die Firma irgendwann fest übernehmen.

    Natürlich gibt es auch die Art von Unternehmen, die es nur auf billige Arbeitskräfte abgesehen hat und gar kein Interesse an einer Übernahme hat. Aber das ist vorher nicht immer einfach zu erkennen. Aber auch wenn es mit der Übernahme nicht klappt: Ihre Arbeitserfahrungen in der Zeitarbeit können Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

    Und noch ein Tipp: Wenn Sie wegen einer Krankheit langzeitarbeitslos gewesen sein sollten, dann legen Sie Ihren Bewerbungen ein ärztliches Attest bei, das Ihre Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit bescheinigt.

    Auch könnten Sie einem interessierten Unternehmen von sich aus einen befristeten Vertrag anbieten. Damit signalisieren Sie: Ich will unbedingt wieder Fuß fassen. Wenn du, lieber Arbeitgeber, mir die Chance gibst, trägst du nur ein überschaubares Risiko – und kannst den Vertrag im Zweifel einfach auslaufen lassen. Im Erfolgsfall aber winkt die Entfristung.

    Dieses neue Förderprogramm hilft Langzeitarbeitslosen

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Dieses neue Förderprogramm hilft LangzeitarbeitslosenVerstärkt will auch die Bundesagentur für Arbeit Langzeitarbeitslosen helfen. Die Große Koalition hatte 2018 die Voraussetzungen für das Programm Sozialer Arbeitsmarkt geschaffen und vier Milliarden Euro für fünf Jahre bereitgestellt.

    Dabei handelt es sich um ein Kombilohnmodell. Der Arbeitgeber erhält Lohnkostenzuschüsse, wenn er Langzeitarbeitslose einstellt. Den Teilnehmern soll es als Jobbrücke dienen. Schon sechs Monate nach dem Start spricht die BA von einer „Erfolgsgeschichte“. Seitdem sei es gelungen, 21.300 Langzeitarbeitslose in öffentlich geförderte Jobs zu vermitteln. Insgesamt sollen sogar 150.000 Menschen von dem Programm profitieren.

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Anlagen Bewerbung: Diese gehören hinein

    Anlagen Bewerbung

    Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

    Anlagen Bewerbung: Das ist wichtig

    Zunächst sollten Ihre Anlagen in der Bewerbung eine logische Reihenfolge aufweisen. Dafür gibt es das Anlagenverzeichnis. Hier führen Sie auf, welche Anlagen Sie beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

    Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

    • Chronologisch: Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und sonstigen Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.
    • Synchron: Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie schreiben also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben.

    Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.

    Anlagen Bewerbung: Die gehören hinein

    Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

    • Schulabschlusszeugnisse
    • Ausbildungszeugnisse
    • Praktikumszeugnisse oder -nachweise
    • Arbeitszeugnisse
    • Auslandszeugnisse (mit beglaubigter Übersetzung)
    • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
    • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
    • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
    • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
    • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

    Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgeber gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

    Anlagen Bewerbung: Arbeitszeugnis nicht vergessen!

    Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

    Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

    Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beigelegt ist. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

    Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

    Anlagen in der Bewerbung: Diesen Zweck haben sie

    Tipp: Senden Sie stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

    Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung andererseits nicht mit Anlagen. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Abr welche sind das? Dazu muss man sich zunächst folgende Fragen stellen:

    Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

    Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn die Anlagen wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können Sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

    Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

    Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

    Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang im Beruf sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich.

    Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

    Anlagen Bewerbung: Wie viele sind zu viel?

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalentscheiders: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

    Außerdem: Sie selbst sparen Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

    Diese Anlagen gehören hinein:

    • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, mittlere Reife oder Hauptschulabschluss bei.
    • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
    • Nicht mehr als zwei Referenzen. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.

    Anlagen Bewerbung: Ehrlich bleiben!

    Anlagen Bewerbung EhrlichkeitEhrlich währt am längsten. Ja, die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

    Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, dann fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

    Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich schon.

    E-Mail-Bewerbung: Tipp für die Anlagen

    Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

    1. PDF-Dokument

      Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

    2. Titel

      Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

    3. Dateigröße

      Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

    4. Kontrolle

      Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

    Alles Anlagen oder was?

    Anlagen Bewerbung AnhangSie können im Lebenslauf von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

    • Anlagen
    • Anlagenverzeichnis
    • Inhalt
    • Anhang
    [Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

    Jobwechsel begründen: Diese Argumente sitzen

    jobwechsel begruenden

    Wer seinen geplanten Jobwechsel begründen kann, verbessert seine Aussichten. Denn natürlich will der Personaler wissen, warum Sie denn überhaupt bei ihm landen wollen. Ist es das dicke Gehalt? Oder der Status, der mit dem neuen Job verbunden ist? Manche Argumente sind nachvollziehbar, andere dreist. Jobwechsel begründen: So gelingt’s…

    Jobwechsel begründen: Das muss sein!

    Ein banaler Jobwechsel löst heute nur noch Schulterzucken aus. So what? Nur wer den Arbeitgeber wechselt, kann einen Gehaltssprung machen oder eine ganz neue Branche kennenlernen.

    Damit wären wir schon bei zwei der wichtigsten Argumente für einen Jobwechsel. Aber sollten Sie das Geld als Wechselmotivation auch nennen? Lieber nicht. Einen Grund aber sollten Sie schon angeben, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das interessiert ihn wahrscheinlich mehr als alles andere.

    Liefern Sie KEINEN Grund mit, könnte dies den Verdacht wecken, dass Sie kurz vor einer Kündigung stehen. Oder dass Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommen. Oder dass es Ihnen wirklich einfach nur ums Geld geht. Das sind keine Argumente, die einen Personaler überzeugen. Legen Sie sich also einen guten Grund zurecht, um …

    • Ihre Motivation glaubwürdig zu transportieren
    • klar zu machen, was Sie an der Stelle reizt
    • zu verdeutlichen, dass Sie langfristig im neuen Unternehmen bleiben wollen

    Aber rechtfertigen Sie sich um Gottes willen nicht. Das kommt häufiger vor, als Sie glauben – vor allem dann, wenn der Personaler aktiv danach fragt. Begründen und argumentieren Sie, aber rechtfertigen Sie sich nicht! Das wirkt so, als hätten Sie ein schlechtes Gewissen. Warum sollten Sie das haben? Auch die vorweggenommene Entschuldigung ist ein häufiger Fehler, der taktisch unklug ist.

    Jobwechsel begründen: Damit sind Sie erfolgreich

    Ein Jobwechsel führt meist dann zum Erfolg, wenn mit ihm ein klares Ziel verbunden ist. Zum Beispiel das Ziel, in einer anderen Branche Fuß zu fassen oder ein Team aufzubauen. Wer dagegen vor Problemen davonläuft und einfach nur weg will aus seinem alten Job, der dürfte damit nicht so leicht durchkommen.

    Es kann natürlich sehr gut sein, dass Sie wirklich nur aus Frust oder Unzufriedenheit den Job wechseln wollen. Aber als Begründung sollten Sie das nicht heranziehen. Es wertet den potenziellen Arbeitgeber ab, nach dem Motto: „Hauptsache, raus aus dem alten Job!“

    Besser, Sie richten den Blick nach vorne und fokussieren sich auf die positiven Aspekte der neuen Stelle. Eine Formulierungsmöglichkeit wäre diese:

    Ihr Unternehmen ist genau in der Nische aktiv, der mein Interesse gilt. Die von Ihnen ausgeschriebene Position passt genau zu meinen Ambitionen und Fähigkeiten. Ich sehe bei Ihnen hervorragende Chancen, mich zu entwickeln und Ihr Unternehmen mit meinem Knowhow voranzubringen.

    Allerdings ist diese Formulierung noch ziemlich vage. Sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, ein Bewerber könnte ihm ganz konkret in dieser und jener Aufgabenstellung weiterhelfen, dann wird sein Interesse wachsen. Darum sollten Sie Ihre Bewerbung immer individuell auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden. Welche sind denn Ihre Ambitionen und Fähigkeiten? Wie wollen Sie sich konkret weiterentwickeln?

    Wann eine Begründung problematisch ist

    Eine Begründung für einen Jobwechsel ist sinnvoll, wenn…

    • Sie wissen, wie Sie sich weiterentwickeln können.
    • dies in der ausgeschriebenen Stelle in der Form auch möglich ist.
    • das Unternehmen langfristig mit Ihnen zusammenarbeiten möchte.

    Das ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag eher nicht der Fall. Im Gegenteil, hier sind Ihre Aufgaben klar umrissen (z.B. Elternvertretung). Eine Entwicklungsperspektive gibt es oft nicht. Wenn Sie mit hochtrabenden Zukunftsplänen argumentieren, könnte das auf den Arbeitgeber eher abschreckend wirken.

    In dem Fall sollten Sie stärker auf Ihre aktuellen Stärken und Interessen eingehen. Es geht für Sie darum, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten, um zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Das könnte beispielsweise so klingen:

    Meine Kernkompetenzen kann ich in der ausgeschriebenen Stelle voll einbringen und ausspielen. Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche. Die fachlichen Schwerpunkte, für die Sie Verstärkung suchen, passen genau zu meinem Profil.

    Ganz wichtig ist, dass Ihre Begründung auf den jeweiligen Job maßgeschneidert ist. Sie sollte stimmig sein und zutreffend – sonst verspielen Sie Glaubwürdigkeit.

    Eine wichtige Faustregel für Bewerber lautet: Lästern Sie nie über Ihren alten Arbeitgeber! Auch dann nicht, wenn es aus Ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt wäre, weil Sie nur stupide Tätigkeiten erledigt haben. Schuldzuweisungen und böse Worte sind absolut tabu. Das lässt auf charakterliche Mängel schließen. Ihr Arbeitgeber in spe wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht selbst in den Fuß schießt, wenn er ein Lästermaul engagiert.

    Jobwechsel begründen: Was, wenn Zweifel aufkommen?

    Sie haben sich für einen Jobwechsel entschieden. Ihre Gründe sind wasserdicht. Und doch könnten im Laufe des Bewerbungsprozesses Zweifel aufkommen. Gerade dann, wenn es mit dem Wechsel nicht auf Anhieb klappt, könnte Ihre Skepsis größer werden. Möglicherweise erodiert Ihr eigenes Vertrauen – und Sie verlieren selbst den Glauben an Ihre eigene Begründung für den Jobwechsel.

    Diese drei Fragen können helfen, Zweifel zu beseitigen und Vertrauen wiederherzustellen:

    • Warum?

      Was ist meine Motivation? Warum wollte ich überhaupt den Job wechseln? Sind die Gründe noch aktuell? Oft reicht es aus, sich die ursprünglichen Gründe für die Luftveränderung wieder in Erinnerung zu rufen.

    • Wer?

      Was sagen meine Freunde und Familie dazu? Sie sind es, die einen Jobwechsel objektiv bewerten und Ihnen wichtiges Feedback geben können. Sind die Gründe noch plausibel? Oder sind sie nicht richtig nachvollziehbar? Sprechen Sie darüber – das kann Ihnen die Augen öffnen.

    • Wenn nicht?

      Was passiert, wenn ich meine Pläne nicht in die Tat umsetze? Wenn ich den Jobwechsel nicht durchziehe? Es hilft meistens, sich Wenn-dann-Szenarien auszumalen: Wenn dies passiert, dann geschieht als Nächstes das. Die Alternativen zum Jobwechsel könnten nämlich noch weitaus negativer sein: Stagnation, Frust, Mobbing…? Es ist wie in der Politik bei einer Wahl: Sie wählen immer die Option aus, die für Sie das kleinste Übel ist.

    Jobwechsel begründen: Das sind 5 gute Gründe

    Gründe für einen Jobwechsel gibt es endlos viele. Manche sind gut, andere sind weniger gut. Fünf klassische Wechselmotive werden von Personalverantwortlichen weitgehend akzeptiert. Sie sind positiv besetzt. Dabei handelt es sich um diese:

    1. Herausforderung

      „Ich suche eine neue Herausforderung.“ Fünf Euro ins Phrasenschwein! Die Formulierung findet sich in gefühlt jeder Bewerbung und löst daher bei manchen nur noch Schulterzucken aus. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um ein gutes Wechselmotiv. Sie sollten aber konkret sagen, welche Art von Herausforderung Sie suchen. Das kann Personal- oder Budgetverantwortung sein, oder größere Projekte, die Sie verwirklichen wollen oder dass Sie ein Team zusammenstellen oder ein Produkt launchen wollen. Fehlt diese Angabe, wirkt die Begründung nur wie eine Flucht. Sie suchen die neue Herausforderung offensichtlich nur, weil die alte weg ist.

    2. Internationalität

      Nicht mehr nur für Akademiker ein guter Grund: Sie wollen internationaler arbeiten, Auslandserfahrungen sammeln. „Ich möchte im Ausland arbeiten“: Das reicht als Begründung schon aus. Perfekt wäre es, wenn Sie noch gut begründen könnten, warum Sie ausgerechnet auf DIESE Stelle im Ausland wechseln wollen. Vielleicht bringen sie ja landesspezifische Kenntnisse und Interesse mit (z.B. durch einen Migrationshintergrund). Oder Sie sprechen exzellent Portugiesisch und würden daher gerne vorübergehend als Expat in Brasilien arbeiten. Denn bedenken Sie: Stellen im Ausland snd meist begrenzt und sehr begehrt.

    3. Persönlichkeit

      Das ist der Klassiker überhaupt. „Ich möchte mich weiterentwickeln.“ Die Antwort klingt toll, ist aber auch sehr vage. Sie sollten also schon ein wenig ins Detail gehen. Inwiefern – und wohin – wollen Sie sich weiterentwickeln? Manchmal ergibt sich die Antwort aber auch von alleine. Wenn Sie beispielsweise schon drei oder fünf Jahre Ihre aktuelle Position bekleiden, dann ist es nur logisch, dass Sie jetzt den nächsten Schritt machen – und aufsteigen wollen. Sich weiterentwickeln – das muss aber nicht immer vertikal, sondern kann auch horizontal gemeint sein. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht zwangsläufig aufsteigen, sondern könnten auch einen Schritt zur Seite oder gar zurück gehen, um etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Heute macht das in Zeiten flacher werdender Hierarchien und ungerade Lebensläufe viel mehr Sinn als früher.

    4. Familie

      Auch diese Karte sticht: Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann hat in einer anderen Stadt einen Job gefunden. Also gehen Sie mit und müssen sich folgerichtig ebenfalls nach etwas Neuem umsehen. Kein Arbeitgeber, der dafür nicht Verständnis hätte. Die Szenarien sind vielfältig: Sie können auch gerade eine Trennung hinter sich haben oder möchten neu zusammenziehen oder möchten nun der Kinder wegen in Teilzeit arbeiten oder… Um das klarzustellen: Es ist Ihre Privatsache und geht den Arbeitgeber im Prinzip gar nichts an. Aber wenn Sie Überzeugungsarbeit leisten wollen, können Sie das wunderbar in die Waagschale werfen.

    5. Luftveränderung

      Wenn Sie jahrelang in einem mittelständischen Unternehmen aktiv waren, kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie mal Konzernluft schnuppern wollen. Oder umgekehrt: Sie würden gerne in überschaubaren Strukturen etwas bewirken, als im Dickschiff unterzugehen. Oder Sie möchten ins wendige Boot namens Startup umsteigen. Jedes Unternehmen tickt anders. Die Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Dem einen Charakter liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Eine nachvollziehbare Begründung für einen Jobwechsel ist es allemal. Aber Sie sollten vorher genau recherchieren: Kann Ihnen Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber das, was Sie suchen, überhaupt anbieten? Finden Sie dort die Umgebung, in der Sie sich wohl fühlen? Andernfalls schafft Ihre Begründung neue Probleme…

    Es gibt übrigens noch eine sechste sehr triftige Begründung. „Ich möchte die Branche wechseln“. Hier ist die Antwort kniffliger. Daher widmen wir ihr ein eigenes Kapitel. Dazu später mehr…

    Jobwechsel begründen: Hin-zu oder Weg-von?

    Jobwechsel begründen hin zuDas ist der entscheidende Punkt: Formulieren Sie Ihre Motivation für einen Jobwechsel in der Bewerbung stets als Hin-zu-Motivation! Das Gegenstück heißt Weg-von-Motivation und ist nicht so prickelnd.

    Was heißt das? Hin-zu soll bedeuten, dass Sie sich zu der neuen Stelle hingezogen fühlen. Sie erwarten etwas Konkretes von ihr, versprechen sich neue Herausforderungen und berufliche Erfüllung. Sie wollen des tollen neuen Jobs wegen wechseln.

    Die Weg-von-Begründung argumentiert genau andersherum: Sie wollen bloß weg von Ihrem alten Arbeitgeber. Von den Kollegen, aus dem muffigen Büro, vom übellaunigen Chef. Nichts wie weg! Die neue Stelle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, Ihre Flucht glückt. Wohin: egal. Das wirkt nicht so, als hätten Sie eine Strategie oder einen Plan in der Tasche. Und eine Liebeserklärung an den neuen Arbeitgeber sieht auch anders aus…

    Branchenwechsel begründen: So wird’s gemacht

    Einen Branchenwechsel zu begründen ist eine besondere Herausforderung. Immerhin fehlen Ihnen wahrscheinlich Branchenkenntnisse und -erfahrungen. Und der Schritt ist nicht selten sehr groß. Mit einem Branchenwechsel ist oft ein kompletter Berufswechsel verbunden. Sie haben kein Netzwerk, keine Referenzen, kennen sich nicht aus, können nicht mitreden. Eine gewaltige Herausforderung!

    Darum sollten Sie vor allem Ihre Stärken und Kenntnisse in den Vordergrund stellen, die Ihnen auch in der neuen Branche nützlich sein werden. Denn viele Kenntnisse und Fähigkeiten sind übertragbar. Was in der einen Branche hilfreich ist, kann auch in einer anderen von großem Nutzen sein. Suchen Sie die Skills heraus, mit denen Sie punkten. Dabei kann es sich auch um Fähigkeiten handeln, die in der neuen Branche – Ihrer Meinung nach – noch weitgehend fehlen. Wenn Sie überzeugend darlegen, wie und womit Sie die Branche bereichern, dann könnte der Arbeitgeber anbeißen.

    Einfacher fällt es natürlich, wenn es Überschneidungspunkte zwischen zwei Branchen gibt. So ähneln sich zum Beispiel Telekommunikations- und Energiewirtschaft in Teilen sehr stark. Wenn Sie in solch einem Fall Ihr Erfahrungswissen herausstellen, können Sie punkten.

    Eine gute Begründung für einen Jobwechsel könnte lauten:

    In meiner Branche habe ich jahrelange Erfahrung im Bereich XYZ und konnte schon diesen und jenen Erfolg erzielen. Diese Expertise würde ich jetzt gerne in einer ganz anderen Branche einsetzen und meinen beruflichen Schwerpunkt neu ausrichten. Ich sehe darin großes Potenzial und die richtige Gelegenheit für einen Branchenwechsel.

    Denn Leidenschaft und Interesse sind zwar gute Argumente für einen Branchenwechsel. Aber er gelingt am besten, wenn Sie Ihrem neuen Arbeitgeber einen Mehrwert anbieten können. Dem Unternehmen geht es weniger um Ihre Selbstverwirklichung, mehr um seinen unternehmerischen Nutzen. Den hat er, wenn Sie Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrem alten Job in den neuen übertragen können. Bei Berufseinsteigern können schon Praktika oder Nebenjobs diesbezüglich Punkte bringen.

    Es gibt noch ein Problem: Ihre bisherige Richtung und Branche wird in Ihrem Lebenslauf – ganz logisch – hervorgehoben sein. Also müssen Sie Ihre Wechselmotivation in den anderen Bestandteilen der Bewerbung betonen. Dazu haben Sie diese Optionen:

    Natürlich sollten Sie dabei selbst von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein – und davon, diese in der neuen Branche zur Geltung bringen zu können. Das sind beste Voraussetzungen für einen Branchenwechsel – und dann kann er gelingen.

    Jobwechsel begründen: So nicht!

    Es gibt gute Gründe für einen Jobwechsel. Aber auch gute Gründe dagegen – das sind die wichtigsten 3:

    1. Geld

      „Ich will mehr Geld verdienen.“ Das hört kein Personaler gerne. Natürlich ist jedem bewusst, dass das Gehalt ein überragendes Wechselmotiv ist. Aber sagen Sie es bitte nicht so offensichtlich! Das verrät, dass Sie am Job nicht wirklich interessiert sind, sondern in erster Linie am Geld. Berufung oder gar Liebe zum Job? Eher nicht. Außerdem kann Ihr Arbeitgeber nicht auf einen loyalen Mitarbeiter hoffen. Die Gefahr, dass Sie bei einem besseren Angebot sofort wieder weg sind, wäre groß.

    2. Zeit

      Wenn Sie von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, ist das Zeitmotiv offensichtlich. Dann dürfen Sie das auch sagen. „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben.“ Falls Sie aber auch beim neuen Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten, sollte das nicht Ihr Hauptargument sein. Menschlich zwar nachvollziehbar, suggeriert es: „Ich will so wenig arbeiten wie möglich.“ „Ich drücke mich vor Mehraufwand, wo es nur geht.“ Das lässt nicht auf Ehrgeiz und Einsatz schließen. Vielleicht ist das ein Trugschluss, aber so kommt es nun mal beim Personaler an.

    3. Eigen-PR

      Die dicke Marke im Lebenslauf – damit können Sie abends auf der Cocktail-Party prahlen! Es sei Ihnen auch gegönnt, aber als Argument für einen Jobwechsel sollten Sie die Arbeitgeberattraktivität hintenanstellen. Es zeigt: Sie sind auf der Suche nach Status und Anerkennung. Das ist zwar ebenfalls sehr menschlich, aber kein guter Grund. Der Arbeitgeber braucht eine gefestigte Persönlichkeit mit einem intakten Selbstwertgefühl. Sie arbeiten, um das Unternehmen voranzubringen und nicht, um Ihren Minderwertigkeitskomplex auszugleichen. Um die Inhalte geht es, nicht um Äußerlichkeiten. Dass Sie einen attraktiven Arbeitgeber haben, sollte immer nur netter Nebeneffekt sein, aber nie die Hauptsache.

    [Bildnachweis: fizkes AboutLife by Shutterstock.com]

    Bewerbung Ausbildung: Das müssen Azubis beachten

    Bewerbung Ausbildung

    521.900 Menschen haben 2018 eine Ausbildung begonnen – das waren 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt jeder zehnte Ausbildungsplatz in Deutschland unbesetzt. Vor allem, weil die passenden Bewerber fehlen. Manche Jobs will keiner mehr machen, in anderen Ausbildungsberufen ist die Konkurrenz noch immer groß. Dann müssen Bewerber ihre Wettbewerber ausstechen, mit einer blitzsauberen Bewerbung punkten. Bewerbung Ausbildung: Das müssen angehende Azubis beachten…

    Bewerbung Ausbildung: So gehen Sie an die Sache heran

    Wer sich für einen Ausbildungsplatz bewirbt, muss einige Punkte beachten. Die Bewerbungstipps, die für andere Arbeitnehmer gelten, sind für Azubis nicht ausnahmslos anwendbar. Eine Azubi-Ausbildung sollte eigene Schwerpunkte setzen.

    Zunächst handelt es sich bei angehenden Azubis in der Regel um blutige Anfänger. Sie haben kaum oder noch gar keine Berufserfahrung vorzuweisen, verfügen über keine Referenzen.

    Die erwartet auch niemand. Ein Azubi sollte seine Bewerbung daher aber nicht auf dem Schwerpunkt Erfahrung aufbauen. Wichtiger sind persönliche Interessen, Vorlieben, Stärken – und insbesondere die Motivation. Drei Fragen sollten sich Auszubildende stellen:

    1. Warum wollen Sie diesen Beruf erlernen?
    2. Warum sind Sie dafür genau der oder die Richtige?
    3. Warum möchten Sie Ihre Ausbildung in diesem Betrieb absolvieren?

    Azubi-Ausbildung: Das ist wichtig

    Tipp: Betonen Sie in der Bewerbung Ihre Lernbereitschaft! In Zeiten, in denen lebenslanges Lernen eingefordert wird, müssen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig updaten. Die zunehmende Digitalisierung erfordert das. Sie durchzieht mittlerweile fast alle Branchen und Berufe.

    Darum gibt es auch immer mehr Ausbildungsberufe, in denen die Azubis Zusatzqualifikationen erwerben (müssen). Ihre Zahl ist von 2005 bis 2017 langsam, aber stetig auf 8 gestiegen. 2018 kamen dann auf einen Schlag 12 weitere Ausbildungsberufe mit Zusatzqualifikationen hinzu. Damit gibt es jetzt insgesamt 20, nämlich diese:

    Noch ein Tipp: Seit 2018 gibt es einen ganz neuen Ausbildungsberuf – den Kaufmann/-frau für E-Commerce. Es ist der erste Ausbildungsberuf, der seit 2013 neu ins Leben gerufen wurde. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren nur sechs neue Ausbildungsberufe etabliert – inklusive des E-Commerce-Kaufmanns.

    Aber: Die alten Ausbildungsberufe verändern sich auch. 2018 wurden 24 von ihnen modernisiert. Das heißt konkret, dass die Azubis von heute Dinge lernen, die die Azubis von gestern nicht gelernt haben.

    Bewerbung Ausbildung: Die Checkliste

    Bewerbung Ausbildung Checkliste Wenn Sie Ihre Azubi-Bewerbung an den Regeln der DIN 5008 ausrichten, sind Sie formal schon mal auf der Gewinnerstraße. Die DIN 5008 gibt ganz allgemein Regeln für den Aufbau von Schreiben im Geschäftsleben vor. Darum sollte auch Ihre Azubi-Bewerbung folgende Elemente beinhalten – und keine Rechtschreibfehler enthalten:

    • Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse
    • Datum (rechtsbündig)
    • Anschrift des Empfängers
    • Betreffzeile
    • Persönliche Anrede
    • Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Bewerbung Ausbildung: 6 Tipps

    6 wichtige Tipps für die Bewerbung Ausbildung:

    1. Pünktlichkeit

      Das Ausbildungsjahr fängt stets nach den Sommerferien an, spätestens im September oder Oktober. Manche Bewerber bewerben sich erst im Mai oder Juni – das könnte schon zu spät sein. Viele Unternehmen wählen ihre Azubis schon vorher aus. Vor allem bei großen Konzernen sollte man sich so früh wie möglich bewerben. Bei kleineren Betrieben ist eine späte Bewerbung oft noch von Erfolg gekrönt. Aber warum darauf ankommen lassen? Fangen Sie so früh wie möglich mit der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz an – am besten schon zwei Jahre vor dem geplanten Ausbildungsbeginn. Je früher, desto größer die Auswahl – und umso größer die Chancen auf die Wunschstelle.

    2. Voraussetzungen

      Weil der Talentepool schrumpft, vertrauen immer mehr Unternehmen auf Real- und Hauptschüler. Auch Bewerber ohne Schulabschluss haben heute durchaus Chancen auf eine Ausbildungsstelle. Trotzdem gibt es weiterhin Branchen und Berufe, in denen das Abitur als Voraussetzung angesehen wird. Klären Sie dies vorab. Wenn Sie sich mit Hauptschulabschluss für eine Ausbildungsstelle als Bankkaufmann bewerben, sind Ihre Erfolgsaussichten minimal – so verschwenden Sie nur Zeit. Fragen Sie auch firmenspezifische Voraussetzungen ab, zum Beispiel den erforderlichen Notenschnitt, Praktika oder ausbildungsrelevante Fächer. Aber: Wenn Sie „nur“ die meisten Bedingungen erfüllen, aber nicht alle – oder nur hauchdünn an den Voraussetzungen vorbeischrammen – dann bewerben Sie sich trotzdem!

    3. Bewerbungsunterlagen

      Bereiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen sorgfältig vor. Ohne überzeugende Unterlagen wird es schwer, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Ihre Unterlagen sollten frei von Fehlern sein und alle notwendigen Dokumente enthalten. Hinein gehören: Anschreiben, Lebenslauf und Schulzeugnis. Optional sind Bewerbungsfoto und andere Nachweise wie Praktikumszeugnisse oder ein Führungszeugnis, falls verlangt. Wenn Sie Ihre Bewerbung per Post verschicken (in manchen Betrieben ist das noch üblich), dann achten Sie auf Sauberkeit und Genauigkeit (keine Eselsohren und Flecken!). Nehmen Sie ein durchsichtiges Deckblatt, einen sauberen Umschlag und qualitativ hochwertige Kopien. Zeugnisse bitte nie im Original beilegen. Und verzichten Sie nicht aufs Bewerbungsfoto. Ein professionelles Foto wirkt Wunder! Tipp: Legen Sie Freunden und Verwandten Ihre Bewerbung vor, bevor Sie sie versenden. Diese können Sie noch rechtzeitig auf Fehler oder Ungereimtheiten aufmerksam machen.

    4. Nachweise

      Ihr Schulzeugnis ist ein wichtiges Element in der Azubi-Bewerbung. Eine Kopie davon gehört definitiv hinein. Falls Ihre Noten im Laufe der Zeit immer schlechter geworden sind, dann wenden Sie diesen Kniff an: Legen Sie auch die letzten beiden Zeugnisse bei. So gewinnt der Arbeitgeber einen besseren Eindruck von Ihnen. Was Praktika und ehrenamtliche Aktivitäten angeht: Beschränken Sie sich auf die wichtigsten. Da Berufsanfänger aber meist noch nicht allzu viele Stationen und Erfahrungen haben, ist es oft gerechtfertigt, ALLE bisherigen Stationen zu nennen. Und: Je schlechter Ihre schulischen Leistungen, desto eher sollten Sie versuchen, mit außerschulischen Erfolgen zu punkten. Das können auch Erfolge im Sportverein sein oder ein gelungenes Projekt im Rahmen eines Praktikums.

    5. Länge

      So manch einem Azubi graust es davor, lange Anschreiben verfassen zu müssen. Keine Sorge: Das müssen Sie gar nicht! Länger als eine DIN A4-Seite sollte das Anschreiben auf keinen Fall sein. Auch der Lebenslauf sollte eine Seite nicht überschreiten. Fassen Sie sich kurz! Das ist allerdings eine Kunst für sich und schwerer als gedacht. Nur die wichtigsten Aspekte und Ihre Motivation haben Platz im Anschreiben. Auf der anderen Seite sollte es auch nicht zu kurz sein – nicht kürzer als eine dreiviertel DN A4-Seite. Wenn Sie nur ein paar Zeilen schreiben, dürfte Ihnen dies wohl wirklich als mangelnder Einsatz ausgelegt werden. Die optimale Schriftgröße beträgt übrigens elf bis zwölf Punkte – je nach Schriftart.

    6. Telefonat

      Ein guter Tipp: Rufen Sie, nachdem Sie sich per Post oder E-Mail beworben haben, im Unternehmen an und lassen sich den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigen. Allerdings nicht drei Tage später, sondern frühestens zwei Wochen nach Versand. Erstens können Sie so mögliche Probleme ausräumen. Vielleicht ist die Bewerbung ja tatsächlich gar nicht eingegangen oder im Spam-Ordner gelandet. Dann können Sie sie noch einmal versenden. Zweitens machen Sie auf diese Weise auf sich aufmerksam. Ein persönlicher Kontakt bleibt haften – auch bei einem Personaler. Drittens können Sie nun einschätzen, wann eine Antwort des Unternehmens voraussichtlich bei Ihnen eintrudeln wird. Das hilft bei der weiteren Planung.

    Das sind die 10 besten Arbeitgeber für Azubis in Deutschland

    Die besten Arbeitgeber für Azubis
    Folgt man den Bewertungen auf der Plattform Kununu, dann sind dies die 10 besten Arbeitgeber für Auszubildende in Deutschland:

    1. Rohde und Schwarz, Elektro/Elektronik, Jobs in München
    2. GE Germany, Industrie, Jobs in Frankfurt
    3. Volkswagen Financial Services AG, Finanzen, Jobs in Braunschweig
    4. Tennet Deutschland, Energiewirtschaft, Jobs in Bayreuth
    5. Itzehoer Versicherung, Versicherungswirtschaft, Itzehoe
    6. Provinziell Rheinland Versicherung AG, Versicherungswirtschaft, Jobs in Düsseldorf
    7. Bertrandt, Automotive, Ehningen
    8. CompuGroup Medical SE, EDV/IT, Jobs in Koblenz
    9. Fiducia und GAD IT AG, EDV/IT, Jobs in Karlsruhe
    10. Vivawest, Immobilien/Facility Management, Jobs in Essen
    [Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com]

    Diskret bewerben: So gelingt es Ihnen

    Diskret bewerben

    Diskret bewerben: Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie noch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis sind. Dann wollen sie nicht, dass Ihr aktueller Boss von Ihrem Vorhaben erfährt. Weil es negative Konsequenzen haben könnte, von Nichtachtung bis hin zu Mobbing. Wenn Sie die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bekommt niemand etwas von Ihrer vertraulichen Bewerbung mit…

    Diskret bewerben: Bitte vertraulich behandeln

    Es ist Ihr gutes Recht als Arbeitgeber, sich anderweitig umzusehen. Gefeuert werden können Sie jedenfalls nicht, nur weil Sie sich auf dem Arbeitsmarkt nach Alternativen erkundigt haben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass Sie nur Ihren Marktwert austesten wollten.

    Trotzdem: Die meisten Arbeitgeber sind not amused, wenn sie spitzkriegen, dass einer ihrer Schützlinge mit der Konkurrenz flirtet. Es dürfte ihm oder ihr als Illoyalität – vielleicht gar als Verrat – ausgelegt werden. Abgesehen davon, dass der Verlust einer wertvollen Kraft droht. Im schlimmsten Fall ist Ihr Chef sauer auf Sie, straft Sie mit Nichtachtung, degradiert oder mobbt Sie gar. Die andere Möglichkeit: Er umgarnt Sie, bietet Ihnen seinerseits eine Gehaltserhöhung oder andere Leckerli wie eine Beförderung an.

    Aber wissen können das Bewerber in der Regel nicht. Die beste Strategie ist es daher, sich so diskret wie möglich bei der Konkurrenz umzusehen und zu bewerben. Das ermöglicht auch einen sanften Verbleib im Job, sollte es mit dem Stellenwechsel doch nicht klappen. Aber wie bewirbt man sich direkt? Karrieresprung sagt es Ihnen…

    Diskrete Bewerbung mit Sperrvermerk

    Kein Arbeitgeber wird erst eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben, bevor er Ihre Bewerbung lesen darf. Zumal Diskretion ohnehin zum Grundvokabular der HR-Branche gehört. Wer hier zu offenherzig aus dem Nähkästchen plaudert, beschädigt seine Reputation.

    Aber: Sie haben durchaus die Möglichkeit, Ihre Bewerbung mit einem sogenannten Sperrvermerk zu versehen. Diesen Begriff gibt es in unterschiedlichen Zusammenhängen:

    • Öffentliche Haushalte: Erst nach Aufhebung des Sperrvermerks dürfen die Gelder für einzelne Positionen ausgegeben werden.
    • Pressemitteilungen: Auch sie enthalten häufig eine Sperrfrist. Wenn diese abgelaufen ist, ist eine Veröffentlichung zulässig – vorher nicht.
    • E-Mail: Mit einem Sperrvermerk kann die Weitergabe oder Vervielfältigung untersagt werden.

    Auch in der Bewerbung ist der Sperrvermerk ein legitimes Instrument. Er steht am Anfang eines Dokuments, damit der Empfänger ihn nicht übersieht. Dafür eignet sich:

    Sie integrieren den Sperrvermerk also entweder in den Betreff. Das sieht dann relativ förmlich aus, steht aber praktischerweise ganz am Anfang. Oder Sie bitten im Schlusssatz höflich um Vertraulichkeit. Das können Sie auch in Fettschrift machen. Beispielformulierungen folgen…

    Bitte um Vertraulichkeit: Formulierungsbeispiele

    Im Betreff Ihres Anschreibens bieten sich diese Formulierungen an:

    Im Schlusssatz Ihres Anschreibens können Sie etwas ausführlicher auf die Thematik eingehen. Zum Beispiel so:

    • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Daher bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Wenn Sie mich zurückrufen möchten, dann melden Sie sich bitte abends ab 19 Uhr unter der oben angegebenen Nummer.
    • Bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich.
    • Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass ich den Namen meines aktuellen Arbeitgebers aufgrund meines ungekündigten Arbeitsverhältnisses noch nicht nennen möchte.

    Kleiner Tipp: Bitten Sie nicht um Diskretion oder um einen Sperrvermerk, sondern um Vertraulichkeit bzw. darum, die Bewerbung vertraulich zu behandeln. Das ist das Gleiche in grün – klingt aber zeitgemäßer.

    Und wenn Sie besonders vorsichtig sein wollen, weil Sie etwa um die Geschwätzigkeit in Ihrer Branche wissen, dann können Sie den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers auch ganz aus der Bewerbung entfernen. Statt der Mustermann AG steht dort nur noch „Börsennotiertes Unternehmen“ – oder noch vager: „Größeres Unternehmen“. Arbeits- und Zwischenzeugnisse lassen Sie dann folgerichtig ebenfalls weg.

    Hier einige Formulierungshilfen:

    • Momentan arbeite ich in einem größeren Unternehmen der Immobilienbranche.
    • Ich bin derzeit in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen tätig.
    • Aktuell bin ich bei einem Weltmarktführer im Hochtechnologie-Bereich beschäftigt.

    Diskret bewerben: 4 Tipps für die Jobsuche

    Verschwiegenheit ist eine Tugend. Gerade im Bewerbungsprozess sollten Sie nicht zu früh zu viel preisgeben. Behalten Sie Ihr Vorhaben für sich und vertrauen Sie es nur ausgewählten Personen an – aus dem eigenen Unternehmen am besten niemandem.

    Eine gesunde Portion Misstrauen kann in diesem Szenario Gold wert sein. Nicht selten hat sich eine gute Kollegin als Intrigantin entpuppt, ein Kumpel als Plappermaul. Und wer weiß, vielleicht empfindet ein Kollege Ihre Abwanderungsgedanken ja als Verrat – und tratscht es mit astreinem Gewissen weiter.

    Halten Sie sich an diese 4 Ratschläge, wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben:

    1. E-Mail-Adresse

      Der Anfängerfehler schlechthin: Schicken Sie Ihre Bewerbung um Himmels willen nicht von Ihrer beruflichen E-Mail-Adresse aus ab. Das wäre entweder dreist oder dumm. Beides Charakterzüge, die auch Ihr neuer Arbeitgeber nicht schätzen dürfte. Nehmen Sie Ihre private Adresse. Aber eine, die seriös klingt und optimalerweise Ihren Namen beinhaltet: max.mustermann@gmail.com.

    2. Gewohnheiten

      Bleiben Sie Ihren Routinen und Gewohnheiten treu. Wenn Sie bislang immer im Casual-Look zur Arbeit gekommen sind, dann werfen Sie sich jetzt nicht auf einmal den feinen Zwirn über. Wenn Sie der Typ überpünktlich sind, dann kommen Sie jetzt nicht plötzlich ständig zehn Minuten zu spät. Wenn Sie die Mittagspause immer mit den Kollegen verbracht haben, dann suchen Sie jetzt nicht regelmäßig das Weite. Solche Verhaltenswiesen können Verdacht wecken. Und das wollen Sie nicht. Sie wollen unentdeckt bleiben – allein schon Ihrer Nerven wegen. Trennen Sie Job und Jobsuche – so sollte es ja auch sein. Verlegen Sie Letzteres in Ihren Feierabend und aufs Wochenende. Dafür haben Headhunter Verständnis. Wenn es gar nicht anders geht, dann telefonieren Sie in der Mittagspause im Freien oder in Ihrem Auto.

    3. Sorgfalt

      Das sind auch Anfängerfehler: Lebensläufe oder Anschreiben, die Sie für die Jobsuche vorbereitet haben, auf dem Schreibtisch liegen lassen. Aber im Eifer des Gefechts kann so etwas schon mal passieren. Denn nicht immer kann der Personaler oder Headhunter auf den Feierabend warten. Beseitigen Sie rechtzeitig Ihre Spuren. Keine Kontaktdaten auf Post-its kritzeln und dann im Büro liegenlassen. Keine PDFs auf Ihrem Rechner speichern. Notieren Sie sich Wichtiges direkt in Ihrem Smartphone. Bewerbungsunterlagen schicken Sie entweder von Ihrem Rechner zuhause – oder unterwegs vom Smartphone.

    4. Kündigung

      Mündliche Zusagen sind gut, Verträge sind besser. Auf das Wort eines Personalers können Sie sich im Regelfall verlassen, ja. Ihren alten Job kündigen sollten Sie aber wirklich erst dann, wenn alles unter Dach und Fach ist. Sprich: Wenn der neue Vertrag vorliegt und unterschrieben ist. Im Worst Case sind Sie beides los: den alten und den neuen Job. Und Sie erhalten nicht mal Arbeitslosengeld, wenn Sie von sich aus gekündigt haben. Lassen Sie sich außerdem nicht vom neuen Arbeitgeber drängen – sondern den Arbeitsvertrag von einem Arbeitsrechtler prüfen. Wenn alles korrekt ist, unterschreiben Sie. Danach kündigen Sie Ihren alten Job. Das ist die professionelle Vorgehensweise. Und Professionalität erwartet ja schließlich auch der neue Arbeitgeber von Ihnen…

    Bewerbung: Sie haben ein Recht auf Diskretion!

    Diskret bewerben vertraulichJuristen wissen: Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten personenbezogene Daten. Diese sind besonders schutzwürdig. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Unternehmen, dem Sie Ihre Bewerbung zugeschickt haben.

    Das Unternehmen hat die Pflicht, Ihre Daten vertraulich zu behandeln. Es muss sie vor unbefugtem Zugriff schützen, darf sie etwa nicht öffentlich zugänglich herumliegen lassen. Einsehen dürfen die Unterlagen nur Mitarbeiter des Unternehmens, die mit dem Einstellungsvorgang betraut sind.

    Kommt es zu keiner Einstellung, darf das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen NICHT behalten. Es muss sie entweder zurücksenden oder vernichten. Will es die Unterlagen behalten, müssen Sie als Bewerber ausdrücklich zustimmen.

    [Bildnachweis: KAMPUS by Shutterstock.com]

    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um!

    Brueche Lebenslauf

    Brüche im Lebenslauf sind ein Makel. Das nehmen viele Bewerber jedenfalls an. In Wahrheit können Lücken und Brüche aber auch für das berühmte Salz in der Suppe sorgen. Wenn mit ihnen ein Reifeprozess verbunden war oder ein Kompetenzgewinn, dann wittert der Personaler einen guten Fang. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind Brüche im Lebenslauf einfach nur unschön und wollen kaschiert werden. Wie sorgen Bewerber dafür, dass Brüche im Lebenslauf beim Empfänger kein schlechtes Echo verursachen? Am besten, Sie befolgen die vier goldenen Tipps…

    Brüche im Lebenslauf: Nicht so schlimm!

    Brüche im Lebenslauf sind etwas Schlechtes. Davon sind noch immer die meisten Menschen überzeugt. Schließlich stehen Brüche ja für negative Episoden des Arbeitslebens, nicht wahr? Brüche im Lebenslauf ergeben sich zum Beispiel aus:

    Brüche symbolisieren somit negative Charaktereigenschaften. Sie stehen für mangelnden Willen und Ehrgeiz, Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit, ungenügende Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sehen nicht wenige Arbeitgeber so.

    Das ist nicht zwingend falsch. Aber es ist eindeutig zu kurz gedacht. Öffentlich betonen immer alle, dass sie sich Menschen mit „Ecken und Kanten“ wünschen. Eigentlich aber wollen sie genau die nicht. Sie wollen einen Bewerber, der die Norm erfüllt, der ins Raster passt. Und das ist das Problem: Bewerber ohne Brüche erfüllen lediglich eine Norm – mehr nicht.

    Sie bewegen sich innerhalb des Erwartungshorizonts des Personalers, aber sie erweitern ihn nicht. Dabei können genau jene Bewerber, die die Norm brechen, für ein Unternehmen Gold wert sein. Sie können frische Impulse liefern, kreativen Input – also genau das, was Unternehmen heute brauchen, aber oft nicht finden.

    Resultat sind Belegschaften ohne Unterscheidbarkeit. Ihre Mitglieder ähneln sich, handeln identisch, sind oft blockiert von Denkmustern a la „Das klappt doch eh nicht. Das haben wir noch nie so gemacht. Das geht nicht.“ Für Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – und das sind im 21. Jahrhundert viele – eine fatale Entwicklung. Bahnbrechende Ideen entfalten sich in solch einer Umgebung nur schwer.

    Das alles heißt nicht, dass Brüche im Lebenslauf völlig kritiklos abgehakt werden sollten. Aber sie sollten Anlass sein, sich näher mit dem Bewerber zu beschäftigen – und nach unentdeckten Potenzialen zu suchen. Brüche können eine Chance sein – auch für den Arbeitgeber.

    Brüche im Lebenslauf: Darum sind sie wichtig

    Die gute Nachricht: Brüche im Lebenslauf werden normaler. In Zeiten von Fachkräfteengpässen, vermehrter Quereinstiege und lebenslangen Lernens stellt ein Bruch nicht mehr das Karriere-Aus da. Gut so! Neue Berufsbilder entstehen, Abteilungen verschmelzen, Unternehmen richten sich neu aus. All das erfordert Flexibilität. Hochqualifizierten fällt es leicht, von der einen Rolle in die andere zu schlüpfen. Manchmal lässt sich ihre Funktion nicht einmal mehr genau definieren. Brüche? Herzlich willkommen!

    Aber man muss unterscheiden: Da gibt es die Jobhopper auf der einen und den echten Karriere-Bruch auf der anderen Seite. Letzterer ist nicht immer freiwillig. Der Jobhopper dagegen gilt als opportunistisch, rechnet sich durch zahlreiche Arbeitgeber- oder Berufswechsel bessere Chancen aus. Er baut seine Brüche vorsätzlich in den Lebenslauf ein. Das ist sein gutes Recht.

    Aber auch eine längere Auszeit ist heute nicht mehr zwangsläufig ein Karrierehindernis. Wer seine Ausbildung abgebrochen hat, um die eigenen Eltern zu pflegen, demonstriert Pflichtbewusstsein. Wer ein halbes Jahr im Ausland herumgereist ist – ohne pädagogische Hintergedanken – legt Neugier an den Tag. Alles positive Eigenschaften.

    So kann ein Bruch sogar zu einem Vorteil werden. Bewerber müssen „nur“ die positiven Aspekte, die mit ihm verbunden sind, herausstellen. Brüche im Lebenslauf als wichtiger Teil der Persönlichlichkeitsentwicklung. Das kann internationale Erfahrung sein oder vertieftes Interesse an einem Thema. Darauf legen speziell international aufgestellte Unternehmen wert. Oft sind derartige Erfahrungen und Kompetenzen sogar wertvoller als formelle Qualifikationen.

    Brüche im Lebenslauf: 4 Ratschläge

    Karrieren werden bekanntlich gemacht und nicht von langer Hand geplant. Es sind also nicht nur Talent, Leistung, Entschlossenheit und handwerkliches Geschick vonnöten. Auch eine große Portion Glück gehört zweifelsfrei zu einer erfolgreichen Laufbahn. Und Glück ist genauso planbar wie ein Sechser im Lotto – also gar nicht.

    Karrierepläne sind dagegen starre Konstrukte, denen oftmals der Bezug zur Realität fehlt. Sie entstehen in einer Zeit, in der der Planer noch gar kein Insiderwissen über seinen Job hatte. Er kennt die Regeln, Codes und Gepflogenheiten in seiner Branche noch gar nicht. Das macht einen Karriereplan in vielen Fällen obsolet.

    Zudem machen geplante Karrieren nicht selten blind. Wer seinen Plan stur verfolgt, sieht die Chancen nicht mehr, die sich links und rechts ergeben. Geistige Flexibilität geht verloren – oder kann sich erst gar nicht entwickeln.

    Das soll nicht bedeuten, dass man seine nächsten Karriereschritte nicht planen kann und sollte. Natürlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man in drei oder fünf Jahren stehen möchte. Und wie man es anstellt, dorthin zu kommen und was man dafür im Einzelnen tun muss.

    Aber wir alle kennen das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das ist in der Arbeitswelt so wie im Privatleben.

    Karrierewege verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Es geht bergauf und bergab, manchmal durch Irr- und Umwege. Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, sich guter Optionen zu berauben. Und wer glaubt, dieses Defizit durch einen sehr ausgefeilten Plan zu beheben, könnte sich im selbst gebauten Irrgarten verlaufen. Dann ist man unentwegt in Bewegung, biegt überall ab – aber kommt nirgends an.

    Daher lauten die besten Ratschläge wie folgt:

    • Bleiben Sie flexibel und offen für Neues.
    • Setzen Sie sich gerne einige wichtige Ziele, die Sie unbedingt erreichen möchten. Das können bestimmte Postionen oder Orte sein, an denen Sie arbeiten oder Unternehmen und Branchen, in denen Sie tätig werden möchten.
    • Denken Sie auch darüber nach, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um diese Ziele zu erreichen. Welche Fähigkeiten Sie noch erwerben oder verbessern müssen, um dorthin zu kommen.
    • Seien Sie bereit, Ihre Pläne jederzeit zu überdenken und zu korrigieren. Veränderungen kommen früher, als einem lieb ist. Wenn Sie anpassungsfähig bleiben, wirft Sie so leicht nichts aus der Bahn. Bereiten Sie sich also gewissermaßen stets auf das Unvorhergesehene vor – expect the unexpected. Ohne Improvisation kommen wir auch sonst nicht durchs Leben.

    Letztlich legen Sie selbst fest, welches Gewicht Sie Ihren Brüchen im Lebenslauf beimessen wollen. Interpretieren Sie nicht zu viel hinein, machen Sie sie auch nicht wichtiger, als sie sind. So erhalten Sie sich Anpassungsfähigkeit. Wenn Sie sich auf das große Ganze konzentrieren, werden Sie schnell feststellen, dass jeder Bruch auch nicht mehr als eine Station im Leben ist.

    Brüche im Lebenslauf: Diese Promis hatten auch welche

    Die Kultur des Scheiterns ist schwer in Mode. Durchaus zurecht, denn aus Niederlagen lernt man bekanntlich. Das gilt auch für die vielen Helden und Erfolgsmenschen der Geschichte. Kaum ein Lebenslauf, der ohne Niederlagen – und Brüche – auskommt. Hier sind ein paar Beispiele:

    • Sieben Wahlkämpfe verlor Abraham Lincoln, bevor er endlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
    • Kein Verleger fand sich anfangs für Astrid Lindgrens wundersame Geschichte von einer gewissen Pippi Langstrumpf.
    • Geldgeber waren zu Beginn für Orson Welles und Citizen Kane weit und breit nicht in Sicht.
    • Erst im dritten Anlauf gelang Henry Ford die Gründung der Ford Motor Company.
    • 9.000 Glühfäden probierte Thomas Alva Edison aus, bevor er einen fand, den er dauerhaft zum Leuchten bringen konnte.
    • Nachdem er sein Studium abgebrochen und Apple gegründet hatte, wurde Steve Jobs mit 30 von seiner eigenen Firma entlassen.

    Warum sich Brüche lohnen können

    Warum sich Brüche lohnen können
    Beruf oder Arbeitgeber wechseln, mal etwas ganz Neues ausprobieren – das kann sich auszahlen. So haben auch rund zehn Prozent der Fondsmanager vorher in ganz anderen Berufen gearbeitet. Sie waren Ingenieure, Ärzte oder Getränkefabrikanten. Das hilft ihnen auch im neuen Job.

    Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, der Universität zu Köln und der Mason School of Business in den USA haben 2018 herausgefunden, dass Quereinsteiger in ihren Erfahrungsindustrien besonders gut abschneiden.

    Ihre Vorerfahrungen nützen Ihnen also auch nach einem Bruch im Lebenslauf. Ärzte etwa, die zu Fondsmanagern werden, erzielen bei Pharma-Aktien deutlich höhere Renditen. In diesem Fall lohnt sich das für alle Seiten: für den frischgebackenen Fondsmanager, für seinen Arbeitgeber – die Fondsgesellschaft – und für die Kunden.

    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

    Lebensläufe mit Brüchen kann man auch als Patchwork-Lebensläufe bezeichnen. Sie werden – so wie die Patchwork-Familie auch – immer gewöhnlicher. Jeder Personaler hatte schon welche vor sich liegen.

    Das bedeutet: Sie werden als Bewerber nicht von vornherein aussortiert, nur weil Ihr Lebenslauf Brüche aufweist. Wichtig ist nur, wie Sie mit ihnen umgehen und wie Sie sie kommunizieren. Das gelingt, wenn Sie sich an diese Ratschläge halten:

    1. Einstellung

      Das ist der erste Schritt. Sehen Sie Ihre Brüche selbst als Makel oder Belastung an? Fehler! Brüche können Leben und Lebenslauf bereichern. Hören Sie also zunächst damit auf, Ihren Bruch als etwas Negatives darzustellen – etwas, für das Sie sich entschuldigen müssen. Mit diesem Mindset gelingen auch Bewerbung und Vorstellungsgespräch besser. Stellen Sie das Positive heraus, das Sie in dieser Zeit gelernt haben. Die Entwicklungsschritte, die Sie gegangen sind. Die Lehren, die Sie gezogen haben. Personaler mögen Bewerber, die wieder aufgestanden sind und sich von Niederlagen nicht haben mürbe machen lassen.

    2. Ehrlichkeit

      Eine Möglichkeit wäre es ja, die Brüche im Lebenslauf dezent zu verschweigen und zu verschleiern. Nach dem Motto: War da was? Das sollten Sie aber nicht tun. Personaler sind erfahren und erkennen schnell, wenn Ihnen etwas vorgespielt wird. Zum Beispiel durch den Trick, statt der Monats- nur die Jahreszahlen im Lebenslauf anzugeben. Das ist verdächtig. Erst recht sollten Sie mögliche Brüche nicht durch eine Lüge übertünchen. Indem Sie sich Fake-Arbeitgeber oder Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse einfach ausdenken. Lügen können Sie noch Jahre später verfolgen – und ein Kündigungsgrund sein. Bleiben Sie bei der Wahrheit – das ist für alle am besten, Sie eingeschlossen.

    3. Geradlinigkeit

      Sie brauchen die richtigen Argumente, warum Ihr Lebenslauf-Bruch ein lehrreiche Erfahrung gewesen sein soll. Die können Sie vor einem Vorstellungsgespräch ruhig mal vor dem Spiegel einüben. Denn wenn Sie ins Grübeln oder Stottern geraten, wirkt Ihr Versuch hilflos. Und nach einer Schwäche soll der Bruch ja nicht aussehen. Und lenken Sie auch nicht vom Thema ab, sondern versuchen, eine schlüssige Erklärung zu liefern. Schon im Anschreiben haben Sie die Möglichkeit, einen Bruch plausibel zu erklären.

    4. Kürze

      In der Kürze liegt die Würze. Sie müssen Ihre Lücken im Lebenslauf ja auch nicht gerade zu einem Initiationsritus aufwerten. Oder zu einer TV-tauglichen Leidensgeschichte, die Ihnen widerfahren ist. Das macht Sie zum Opfer. Und Opfer ist keine Rolle, die Sie als Bewerber spielen wollen. Legen Sie kurz und schlüssig dar, wie der Bruch zustande gekommen ist und was Sie daraus gelernt haben. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Begleiteffekte wie Durchhaltevermögen, Disziplin oder Resilienz. Zeigen Sie, dass die Erfahrungen, die Sie gemacht haben, auch im neuen Job von Nutzen sind. Wer eine schwere Herausforderung schon einmal erfolgreich gemeistert hat, ist auf die nächste besser vorbereitet. Den Benefit für den Arbeitgeber gilt es herauszuarbeiten. Dann könnten Ihnen Ihre Brüche im Lebenslauf sogar Gold wert sein. Versuchen Sie aber nicht, krampfhaft eine Verbindung herzustellen. Wenn es eine gibt, dann ist das wunderbar. Wenn nicht, auch gut.

    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Betreffzeile Bewerbung: So trifft sie ins Schwarze

    Betreffzeile Bewerbung

    Betreffzeile Bewerbung: Sie ist ein vermeintlich unwichtiges Detail. Die erste Zeile im Anschreiben, die eigentlich nur kurz sagt, worum es im Folgenden geht. Was soll da schon großartig schiefgehen? Aber Vorsicht: Die Betreffzeile fällt dem Empfänger ihrer Bewerbung als Erstes ins Auge. Sie erleichtert Zuordnung und Einordnung. Und sie kann sogar erste Rückschlüsse auf die Kompetenz ihres Verfassers zulassen…

    Betreffzeile Bewerbung: So formulieren Sie richtig

    Was schreibe ich in die Betreffzeile Bewerbung? Es sind zwar nur ein paar Worte, aber die haben es in sich. Es sind immerhin die ersten, die der Personaler zu Gesicht bekommt. Sie hinterlassen den ersten Eindruck – und der zählt bekanntlich.

    Das bedeutet: Wenn sie Ihre Betreffzeile in der Bewerbung mies formulieren, dann stößt das sofort sauer auf. Und es färbt negativ auf den Rest der Bewerbung ab – vermutlich sehr viel negativer, als wenn sich eine missratene Formulierung irgendwo mitten ins Anschreiben eingeschlichen hat.

    Also ja, eine schlecht formulierte Betreffzeile in der Bewerbung kann Ihre Chancen schmälern, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und letztlich den Job zu bekommen.

    Es geht aber auch anders: Wenn Sie mit einer guten Betreffzeile Bewerbung einsteigen, hinterlassen Sie einen positiven und professionellen Eindruck. Pluspunkt!

    Betreffzeile Bewerbung – so formulieren Sie sie richtig

    1. Konkret werden

      Formulieren Sie so genau wie möglich. Ein lapidares „Bewerbung“ ist zu wenig und zu allgemein. Die Details fehlen. Welche Bewerbung? Für welche Position? Ebenfalls zu allgemein: „Bewerbung in Ihren Unternehmen“. Ist Ihr Betreff zu allgemein, erwecken Sie den Eindruck, sich keine Mühe gemacht zu haben. Und es könnte den Anschein erwecken, dass Sie Massenbewerbungen versenden, ohne jede Bewerbung individuell anzupassen. Werden Sie also so konkret wie möglich. Nennen Sie im Betreff explizit die Stelle, auf die Sie sich bewerben. Manche Stellenangebote haben eine Referenznummer. Die gehört – sofern vorhanden – auch hinein.

    2. Anzeige spiegeln

      Wenn Sie eine Initiativbewerbung schreiben, dann fällt die Referenznummer weg. Es gibt ja keine. In konkreten Stellenangeboten ist aber manchmal eine Referenznummer oder eine Kennziffer angegeben. Bewerben Sie sich auf ein solches Stellenangebot, dann geben Sie die Nummer unbedingt in der Betreffzeile an. So weiß der Empfänger sofort Bescheid und kann Ihre Bewerbung richtig zuordnen. Verwenden Sie außerdem die Berufsbezeichnung, die in der Annonce gebraucht wird. Steht dort etwa „Softwareentwickler„, dann bewerben Sie sich auch als „Softwareentwickler“ – und nicht als „Software Developer“. Sucht die Firma einen „Social Media Redakteur“, dann bewerben Sie als „Social Media Redakteur“ — und nicht als „Redakteur“ und auch nicht als „Social Media Manager“. Im schlimmsten Fall werden Sie von der HR-Software vorab aussortiert, wenn Sie die „falsche“ Berufsbezeichnung verwenden.

    3. Kurz fassen

      Nehmen Sie nur das Nötigste in Ihre Betreffzeile Bewerbung auf. Unnötigen Ballast schmeißen Sie raus. Die Betreffzeile ist ja nicht umsonst ein Einzeiler. Betreffzeilen, die zwei Zeilen beanspruchen, sind ein absolutes No-Go. Also nur die Informationen aufnehmen, die für den Empfänger relevant sind – und ihm helfen, die Bewerbung einzuordnen. Maximal zählen dazu: Was? Bewerbung. Wer? Controller. Wo? Am Standort München. Was Sie unterlassen sollten, sind Satzungetüme wie: „Bewerbung als Sekretär in Ihrer Zentrale in Hamburg auf die Stelle, die Sie auf Ihrem Karriereportal im Internet ausgeschrieben haben.“ Viiieeel zu lang.

    4. Bezug nehmen

      Die Bezugszeile ergänzt die Betreffzeile. Sie ist etwas kleiner und wird direkt unter der Betreffzeile platziert. In der Bezugszeile nehmen Sie Bezug auf das Stellenangebot. Konkret schreiben Sie hier, wo Sie die jeweilige Stellenausschreibung entdeckt haben. Geben Sie den Namen des Print- oder Online-Mediums an. Auch das Datum der Veröffentlichung (insbesondere bei Printmedien) können Sie hier nennen, um die Zuordnung zu erleichtern. Und noch einen Schritt zurück in die Betreffzeile: Lassen Sie das Wörtchen Betreff weg. Das war früher mal üblich. Heute ist es nicht mehr zeitgemäß. Außerdem zieht es die Betreffzeile unnötig in die Länge.

    Betreffzeile Bewerbung: Darauf bitte achten!

    Mit Ihrer Bewerbung wollen Sie den Arbeitgeber von sich überzeugen. Der Inhalt ist von höchster Priorität. Aber auch das Äußere kann über Wohl oder Wehe Ihrer Bewerbung entscheiden.

    So ist der erste Eindruck, den die Betreffzeile in der Bewerbung hinterlässt, auch ein optischer. Die formale Gestaltung des Betreffs ist daher nicht unwichtig. Legen Sie große Sorgfalt an den Tag. Das ist bei der formalen Gestaltung Ihrer Betreffzeile Bewerbung wichtig:

    • Schriftart

      Zu den Standardtypos zählen Arial und Times New Roman. Damit können Sie in der Bewerbung nichts falsch machen. Wichtig ist in jedem Fall, der ausgewählten Schriftart treu zu bleiben. Wählen Sie also eine Schriftart aus – und weichen in der gesamten Bewerbung nicht mehr von ihr ab. Wenn Ihre Betreffzeile die Schriftart Arial hat, dann sollte auch der Text des Bewerbungsschreibens Arial aufweisen. Einheitlichkeit beachten!

    • Schriftgröße

      Die Größe sollte von der Schriftart abhängig gemacht werden. Arial wirkt wuchtiger und größer. Daher können Sie eine kleinere Schriftgröße wählen, am besten zwischen 10 pt und 11,5 pt. Times New Roman ist feiner. Hier können Sie eine größere Schriftgröße auswählen, damit Ihre Bewerbung gut lesbar bleibt. Zwischen 11 pt und 12 pt sind angemessen. Falls Sie sich für eine andere Typo entscheiden, dann passen Sie die Größe individuell an. Faustregel: Der Empfänger sollte Ihre Bewerbung gut und angenehm lesen können. Die Schriftgröße sollte also weder zu groß noch zu klein sein.

    • Struktur

      Früher war es üblich, das Wörtchen Betreff oder die Abkürzung Betr. in die Betreffzeile zu schreiben. Auch heute praktizieren das noch sehr viele Bewerber. Es ist aber nicht mehr zeitgemäß. Sie zeigen dadurch nur, dass Sie nicht auf dem neuesten Stand sind oder schlecht recherchiert haben. Punktabzug für mangelnde Professionalität! Was in die Betreffzeile Ihrer Bewerbung gehört: die genaue Position, auf die Sie sich bewerben und – sofern vorhanden – eine Kennziffer oder Referenznummer aus der Stellenanzeige.

    • Hervorhebung

      Grundregel: Die Betreffzeile dürfen Sie fetten. Sie ist aber auch der einzige Bestandteil Ihres Anschreibens, den Sie in Fettschrift verfassen sollten. So schaffen Sie Struktur und Übersicht. Sie zeigen, dass hier der formale Kopfteil der Bewerbung endet und der inhaltlich wichtige Hauptteil anfängt. Zudem lenkt die Fettung das Auge des Empfängers auf die Betreffzeile. Er ist sofort im Bilde, um was es geht. Tabu: Die Betreffzeile unterstreichen – weder zusätzlich zur Fettung noch als Ersatz! Und noch etwas: Bitte setzen Sie ans Ende der Betreffzeile keinen Punkt und schon gar kein Ausrufezeichen(!).

    Betreffzeile Bewerbung: Das sind schlechte

    Betreffzeile Bewerbung – hier sind einige Negativbeispiele. So sollten Sie es NICHT machen:

    • Bewerbung bei Daimler

      Wenig aussagekräftig, wenn man bedenkt, wie viele Bewerbungen einem großen Unternehmen regelmäßig auf den Tisch flattern. Der Empfänger kann erstens nichts damit anfangen – und weiß zweitens selbst, wie er bzw. sein Unternehmen heißt.

    • Bewerbung in Dortmund

      Auch wenn ein Unternehmen mehrere Standorte hat, ist die Location alleine keine ausreichende Info. Wichtiger als der Standort ist die Position, für die Sie sich bewerben.

    • Bewerbung als Aushilfe

      So kommen wir der Sache schon näher. Allerdings weiß man dennoch nicht, um welche Art Aushilfe es sich denn handelt. Aushilfe im Lager? Oder im Büro? Das sollte noch mit hinein.

    • Bewerbung auf Ihre Anzeige

      Welche Anzeige? Wo ist diese erscheinen? Welche Position soll mit ihrer Hilfe besetzt werden? Diese Infos fehlen.

    • Betreff: Bewerbung als Landschaftsgärtner

      Hier stört das Wörtchen Betreff am Anfang. Der Rest ist so durchaus in Ordnung.

    • Bewerbung als Softwareentwickler!

      Das Ausrufezeichen entwertet die Betreffzeile. Keine Interpunktion im Betreff!

    • Bewerbung als Koch/Köchin

      In einer Stellenanzeige ist Genderneutralität wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben. In einer Betreffzeile wirkt sie nicht nur albern, sondern falsch. Schließlich hat der Bewerber ja ein Geschlecht, mit dem er/sie sich bewerben kann.

    • Bewerbung um eine Stelle in Ihrem Unternehmen

      Das ist zu beliebig. Es sollte schon eine spezifische Position sein.

    • Bewerbung als Bankkaufmann :-)

      Keine Sonderzeichen oder Emoticons — das ist hochgradig unseriös. Möglicherweise käme ein Smiley besser an, wenn Sie sich nicht als Bankkaufmann, sondern als Feelgood-Manager bewerben würden. Branche beachten!

    • Bewerbung als Developer

      Zugegeben, Softwareentwickler können sich in Ihrer Bewerbung fast alles leisten – erst recht farbig hervorgehobene Betreffzeilen. Für die meisten anderen gilt: Den Betreff bitte nicht farbig markieren.

    • Bewerbung als Verkäuferin auf Ihre Stellenanzeige in der FAZ vom 08.08.2019 für den Standort Lüdenscheid in Teilzeit mit Aussicht auf Arbeitszeitverlängerung

      Bitte nicht ALLE Infos in der Betreffzeile unterbringen, sondern nur die wichtigsten.

    Betreffzeile Bewerbung: Das sind gute

    Wie könnte eine gelungene Betreffzeile in der Bewerbung aussehen? Hier sind ein paar Beispiele:

    • Bewerbung als Java-Entwickler; Kennziffer 6666/666

      Alle wichtigen Infos sind enthalten. Das passt!

    • Bewerbung als Key Account Manager, Referenznummer 9876543

      Auch hier steht alles drin, was der Personaler wissen muss.

    • Bewerbung um eine Stelle als Grafikdesigner
      Ihre Stellenanzeige in der Rheinischen Post vom 29.08.2019

      Betreff- und Bezugszeile sind wunderbar aufeinander abgestimmt.

    • Bewerbung als Controller
      Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de, Referenznummer: 123/987

      Betreff- und Bezugszeile ergänzen sich auch hier sehr gut.

    • Bewerbung als Sales Manager
      Unser Telefonat vom 14.05.2019

      So nehmen Sie Bezug auf ein möglicherweise schon stattgefundenes Telefongespräch. Sehr sinnvoll.

    • Initiativbewerbung als Landschaftsarchitekt

      Der Hinweis, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt, erleichtert die Zuordnung.

    • Bewerbung als Industriemechaniker
      Unser Gespräch auf der Jobmesse Hamburg am 16.06.2019

      Einen möglichen Erstkontakt in die Bezugszeile integrieren – das ist empfehlenswert.

    • Bewerbung als Bilanzbuchhalter (IHK)

      So können Sie einen konkreten Titel bzw. Kompetenz integrieren, in diesem Fall die IHK-Zertifikation.

    • Bewerbung für ein Schülerpraktikum als Reiseverkehrskauffrau vom 01.11. bis 15.11.2019

    • Das ist schon ziemlich lang, aber gerade noch im Toleranzbereich – weil informativ.

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