Bewerbung Spanien: Ihr Weg nach Espana

Bewerbung Spanien Tipps

Bewerbung Spanien: Eine Karriere auf der iberischen Halbinsel wird von viel Sonne und Fiesta begleitet. Das ist jedenfalls die Idealvorstellung. Vor der Paella steht aber die Arbeit. Das fängt schon bei der Bewerbung an. Zwar fallen die Bewerbungsunterlagen in Spanien so knapp aus wie ein Bikini auf Ibiza. Dafür sollten Sie mit mehreren Vorstellungsgesprächen rechnen, um am spanischen Personaler vorbeizukommen…

Bewerbung Spanien: Hola!

In Deutschland wird von Bewerbern erwartet, dass sie deutsch sprechen – von den meisten jedenfalls. Genauso ist es in Spanien auch. Ohne Spanischkenntnisse kein Job! Ausschließlich mit Englisch kommt man weder in Deutschland noch in Spanien über die Runden.

Immerhin ist Spanisch eine Weltsprache. Und sogar eine große Zahl der Einwanderer, die nach Spanien kommen, haben Spanisch als Muttersprache – die Südamerikaner vorwiegend. Darum ist es auch für Mitteleuropäer elementar, zunächst spanisch zu sprechen, bevor man sich ins Abenteuer Espana stürzt.

Keine Sorge: Ihr Spanisch muss nicht perfekt sein. Aber es sollte so gut sein, dass Sie sich im Alltag relativ problemlos verständigen können. Es gibt Ausnahmen: In Katalonien (Barcelona) könnte Katalanisch ausreichen bzw. vonnöten sein. Und auf einer Urlaubsinsel wie Mallorca tut es im Einzelfall womöglich eine deutsche Bewerbung – wenn Sie sich bei einem deutschsprachigen Arbeitgeber bewerben.

Daneben sind vor allem Kontakte und ein großes Netzwerk wichtig. In Spanien läuft vieles – wie in anderen Ländern auch – über Beziehungen und Referenzen. Wenn Sie spanische Freunde und Bekannte haben oder solche, die in Spanien arbeiten oder Arbeitserfahrungen gemacht haben, dann bringen Sie diese bei Gelegenheit ins Spiel.

Wo findet man Jobs in Spanien? Zum Beispiel hier:

  • Spanisches Handelsbüro im Generalkonsulat in Düsseldorf
  • Private Stellenvermittlungsagenturen
  • Zeitungen wie El Pais, El Mundo, La Vanguardia, Actualidad Economica

Nebenbei: In Lateinamerika könnte es hilfreich sein, über Online-Plattformen wie Internations Kontakte zu knüpfen.

Bewerbung Spanien: Aufbau

Die spanische Bewerbung ist mit der deutschen nicht vergleichbar. Das gilt nicht nur für Spanien selbst, sondern auch für andere spanischsprachige Länder. Die Bewerbungsunterlagen haben in Spanien einen geringeren Stellenwert. Sie sind eher mit der deutschen Kurzbewerbung zu vergleichen. Das hat den Vorteil, dass eine Bewerbung in Spanien weniger Aufwand verursacht. Nachteil ist, dass Sie es schwerer haben, mit Ihrer Bewerbung aus der Masse hervorzustechen.

Eine Bewerbung Spanien besteht nur aus zwei Dokumenten:

  1. Anschreiben: In Spanien ist es als Carta de presentacion, Carta de Candidatura oder Carta de Solicitud bekannt.
  2. Lebenslauf: Auch in Spanien ist der lateinische Begriff Curriculum Vitae geläufig — und der spanische Hoja de Vida.

Übrigens: Die Initiativbewerbung heißt in Spanien Autocandidatura.

Bewerbung Spanien: Das Anschreiben

Halten Sie das Anschreiben in Spanien so kurz wie möglich. Von Interesse sind insbesondere die Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers. Und achten Sie darauf, Ihren Ansprechpartner im Unternehmen persönlich anzusprechen. Am besten, Sie recherchieren vorher den Namen, falls er Ihnen nicht bekannt ist. Als Anrede können Sie schreiben:

  • Estimado Sr. Diaz
  • Estimada Sra. Diaz

Falls Sie Ihren Ansprechpartner partout nicht eruieren können, dann schreiben Sie:

  • Estimados señores y señoras
  • Das ist spanische Pendant zu Sehr geehrte Damen und Herren.

    Als Grußformel bieten sich für die Bewerbung in Spanien an:

    • Reciba un cordial saludo
    • Les saluda atentamente y espera sus prontas noticias
    • Un cordial saludo de

    Unter die Grußformel setzen Sie Ihre Unterschrift.

    So weit, so gut – und vergleichbar mit der Bewerbung in Deutschland. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf. Nicht üblich ist es in Spanien, weitere Anlagen wie Arbeitszeugnisse oder Bescheinigungen beizufügen. Das müssen Sie als Bewerber nur, wenn es in der Stellenanzeige ausdrücklich gefordert wurde. Andernfalls können Sie abwarten, ob der Arbeitgeber von sich aus noch Arbeitsproben oder Zeugnisse anfordert.

    Relevanter sind da schon Referenzen. Haben Sie eine Referenz in deutscher Sprache vorliegen, übersetzen Sie sie ins Spanische bzw. lassen Sie sie übersetzen. Es ist für Sie von großem Vorteil, wenn Sie einen Fürsprecher in Spanien vorzeigen können. Vielleicht haben sie ja bereits ein Praktikum oder Auslandssemester in Spanien absolviert und verfügen noch über Kontakte. Wenn Sie die nutzen, steigen Ihre Chancen um ein Vielfaches.

    Bewerbung Spanien: Der Lebenslauf

    Das Anschreiben halten Sie bei der Bewerbung in Spanien möglichst kurz, den Lebenslauf auch. Das bedeutet konkret:

    • Der Lebenslauf sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen.
    • Er sollte nur die wichtigsten Stationen und Erfahrungen umfassen.

    In Spanien baut man den Lebenslauf in der Regel chronologisch auf. Vergessen Sie nicht die wesentlichen Daten über sich. Das wären:

    • Vorname, Name
    • Adresse
    • Geburtsdatum und -ort
    • Telefonnummer
    • Familienstand (und Kinderzahl)
    • Ausweisnummer und DNI (nationale und steuerliche Identifikationsnummer)
    • Berufsziel
    • Berufserfahrungen (Experienca)
    • Ausbildung (Estudios oder Formación)
    • Praktische Erfahrungen (Experienca laboral)
    • Sprachkenntnisse (Idiomas)
    • IT-Kenntnisse (Informática)

    Die letzten beiden Punkte sind besonders wichtig. Sprach- und Computerkenntnisse haben für viele spanische Arbeitgeber einen hohen Stellenwert. Geben Sie auch jeweils Ihr Niveau an: muy bien für sehr gut, bien für gut oder regular für durchschnittlich. Hobbys müssen Sie dagegen nicht im Lebenslauf angeben.

    Auch sind die praktischen Erfahrungen, die Sie bislang gesammelt haben, von größerem Wert als Ihre formellen Ausbildungen. Die Ausbildung reduzieren Sie im Lebenslauf also auf das Wesentliche. Eine Unterschrift können Sie sich ebenfalls sparen, sofern Sie Berufseinsteiger sind. Dies wird allerdings unterschiedlich gehandhabt. Auf ein Bewerbungsfoto sollten Sie dagegen nicht verzichten, auch wenn es nicht obligatorisch ist.

    Warten Sie nicht darauf, bis das Unternehmen den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigt. Das ist in Spanien nicht üblich. In Spanien müssen sie Geduld mitbringen – vermutlich noch sehr viel mehr Geduld als in Deutschland – während Sie auf eine Reaktion warten.

    Bewerbung Spanien: Das Interview

    Sie sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden? Felicitationes! Das Jobinterview ist der erste Schritte zum neuen Job. Das ist in Spanien genauso wie in Deutschland.

    Aber beachten Sie: Die Bewerbungsgespräche sind in Spanien noch weitaus wichtiger. Das liegt daran, dass die Bewerbungsunterlagen sehr knapp ausfallen, die Jobinterviews gewinnen dadurch an Bedeutung. Oft gibt es sogar mehrere, in denen die Kandidaten auf Herz und Nieren getestet werden. Die Bewerber müssen vor der Personalabteilung bestehen und vor der jeweiligen Fachabteilung.

    Wenn sie zu einem Vorstellungsgespräch in Spanien eingeladen wurden, denken Sie an diese 3 Punkte:

    1. Outfit

      Der erste Eindruck zählt auch in Spanien. Wenn Sie sympathisch wirken und eine gute Figur abgeben, zahlt das auf Ihr Konto ein. Das Äußere spielt in Spanien eine größere Rolle als in Deutschland. Das klingt nach einem Klischee, dürfte Ihnen aber anhand vieler Erfahrungsberichte bestätigt werden. Das Modebewusstsein ist stark ausgeprägt, ähnlich wie in Italien. Ziehen sie sich gut an, wählen Sie hochwertige Anziehsachen aus, sparen Sie nicht an der Kleidung. Die Krawatte ist bei Männern Pflicht. In punkto Timing dürfen – nein, sollten – sie dagegen ganz teutonisch daherkommen. Pünktlich sein!

    2. Gesprächsthemen

      Das Jobinterview beginnt in Spanien mit einer Runde Smalltalk. Wie war Ihr Weg? Wo wohnen sie? Kommen Sie aus Deutschland? Was führt Sie nach Spanien? Sie müssen jetzt nicht Ihre Lebensgeschichte ausbreiten. Eine kleine, nette Plauderei ist alles, was von Ihnen erwartet wird, um die Atmosphäre aufzulockern. Der Smalltalk ist nur die Aufwärmphase. Seien Sie professionell und nicht zu emotional, aber auch nicht nordisch unterkühlt.

    3. Direktheit

      Offen und ehrlich sein und Dinge direkt ansprechen – das ist eine deutsche Spezialität. Spaniern ist diese Art manchmal zu direkt. Sie kann tatsächlich schroff und uncharmant rüberkommen. Speziell im Vorstellungsgespräch sollten Sie sich mit Kritik daher zurückhalten. Wenn Sie Kritik üben wollen, dann drücken Sie sich ein wenig, nun ja, sanftmütiger aus und umschreiben Sie Ihre Kritik blumig. Allzu forsche Rückfragen sind auch nicht empfehlenswert. Natürlich kommt es stets auf den jeweiligen Gesprächspartner an. Was Sie aber nie vergessen sollten: Bleiben Sie höflich und freundlich. Taktgefühl wird auf der iberischen Halbinsel groß geschrieben.

    Wenn Sie die Ratschläge beherzigen, stehen Ihnen alle Türen in Spanien offen. Dafür müssen Sie aber wahrscheinlich mehrere Jobinterviews bestehen, mitunter auch (psychologische) Tests. Danach geht es zur Vertragsunterzeichnung und Visumsbeschaffung. Dieser Prozess kann sich in die Länge ziehen.

    Übrigens verlangen viele spanische Unternehmen noch ein ärztliches Attest, für das Sie eine medizinische Begutachtung über sich ergehen lassen müssen.

    3 Tipps für Spanien-Liebhaber

    Bewerbung Spanien TippsSie träumen von einer Karriere in Spanien? Hier sind 3 weitere Tipps für Spanien-Fans:

    [Bildnachweis: dreii by Shutterstock.com]

    Stressinterview: Wie Sie dem Druck standhalten

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    Das Bewerbungsgespräch ist hart, das Stressinterview ist härter. Wenn Sie Ihr Gesprächspartner mit derben Fragen provoziert oder Ihre Kompetenzen offen anzweifelt, dann steigt der Blutdruck. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren! Denn man will von Ihnen vor allem wissen, wie Sie unter Druck reagieren. Was Sie dann auf gar keinen Fall tun sollten…

    Stressinterview: Was ist das?

    Stressinterview – das klingt nicht nur anstrengend, das ist es auch. Allerdings muss man konstatieren, dass Stressinterviews keineswegs die Regel sind. Sie sind die Ausnahme. Die meisten Unternehmen verzichten auf diese Form des Stresstests. Dafür gibt es gute Gründe:

    Bewerber stehen auch in einem „normalen“ Vorstellungsgespräch schon unter Druck und sind extrem angespannt und gestresst. Oder der Personaler geht davon aus, dass er durch Stressfragen keine neuen, vielsagenden Erkenntnisse gewinnen wird. Ein Jobinterview ist auch ohne Stressfragen aufschlussreich genug.

    Andererseits gibt es Personalentscheider, die dieses Instrument sehr gerne aus ihrem Zauberkasten holen. Sie tun das nicht, um ihre sadistischen Gelüste zu befriedigen, um den Bewerber zu erniedrigen, zu schikanieren oder zu blamieren (ok, manche vielleicht schon). Sie setzen Stressinterviews ein, um dem Bewerber richtig auf den Zahn zu fühlen. Um live und in Farbe zu sehen, wie er in hyper-stressigen Situationen reagiert. Das ist in einem Assessment Center ähnlich. In vielen Berufen ist Stressresistenz eine wichtige Eigenschaft, ohne die man kaum reüssieren kann.

    Außerdem gehen viele Bewerber heutzutage sehr gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Sie wissen, was auf sie zukommt, antizipieren Fragen und legen sich elegante Antworten zurecht. Sie ziehen sich angemessen an und achten auf einen kräftigen Händedruck. Das verringert den Wert von Vorstellungsgesprächen im Allgemeinen. Im Stressinterview kann man diese Routinen durchbrechen. Man kommt der Wahrheit gewissermaßen ein Stückchen näher, zerrt den wahren Charakter ans Tageslicht und schafft Authentizität.

    Sicherheitshalber der Hinweis: Für Bewerber ist und bleibt es selbstverständlich essenziell, sich gut auf ein Jobinterview vorzubereiten. Das erhöht die Einstellungschancen – und ganz nebenbei auch das Selbstvertrauen. Wenn man sich aber in die Lage eines Personalers versetzt, ist all das unbefriedigend, all die glatten Lebensläufe und korrekt sitzenden Krawatten. All die fein formulierten Fragen und auswendig gelernten Fakten.

    Vor allem wollen Arbeitgeber doch wissen, ob ein Bewerber zu ihnen ins Team passt oder nicht. Aber wie können sie das herausfinden? Zum Beispiel, indem sie ihn oder sie in Situationen beobachtet, in denen nicht alles nach Plan läuft. In einer Situation, in der die Top-Vorbereitung plötzlich nichts mehr wert ist und die Stresshormone nur so aus einem herausschießen. Dann lüftet sich der Vorhang – wenigstens kurzzeitig. Schließlich wird es diese Situationen auch im Arbeitsalltag geben. Situationen, in denen man die Ruhe bewahren und cool bleiben muss. Wer jetzt Panik bekommt und keinen klaren Gedanken fasst, dürfte im Ernstfall auch im Betrieb ein Risikofaktor sein. In manchen Berufen verschreckt so ein Verhalten Kunden, in anderen zerstört es die Arbeitsatmosphäre, in wieder anderen kann es sogar gefährlich für Leib und Leben werden.

    Darum fragen Personaler im Vorstellungsgespräch auch gerne nach Konflikten im bisherigen Arbeitsleben, nach Kündigungen, Verweildauern und Widersprüchen. Hier setzt das Stressinterview an. Der Personaler versucht, den Bewerber auf dem falschen Fuß zu erwischen, indem er ihm eine provokative oder missverständliche Frage stellt. Wie reagiert dieser darauf? Seine Reaktion lässt womöglich tiefere Rückschlüsse auf seinen Charakter zu.

    Damit ist das Stressinterview gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe. Für Arbeitgeber kann es sehr erhellend sein. Aber auch für Sie als Bewerber ist es nicht nutzlos. Erstens können Sie sich durch eine souveräne Reaktion empfehlen und Pluspunkte sammeln. Und zweitens auch Selbstvertrauen tanken, weil Sie gemerkt haben, dass Sie derlei Prüfungen gewachsen sind – und damit auch dem Job.

    Stressinterview: So ist es aufgebaut

    Ein Vorstellungsgespräch durchläuft in der Regel fünf Phasen:

    Die Reihenfolge kann variieren. Das Stressinterview ist anders aufgebaut. Nach der lockeren Aufwärmphase ändert der Personaler abrupt sein Verhalten und wird aggressiver. Er stellt harte Fragen, provoziert den Bewerber, bohrt nach, unterstellt ihm etwas, macht unterschwellige Anmerkungen, greift ihn verbal an. Bisweilen artet das Ganze sogar in ein Kreuzverhör aus – schwitzende Hände und Gesichter inklusive.

    Klar ist: Übertreibt es Ihr Gesprächspartner, dann müssen Sie sich das keineswegs gefallen lassen. Es geht ihn zum Beispiel nichts an, mit wem sie sich daten oder ob sie planen, in naher Zukunft schwanger zu werden (diese Frage wäre ohnehin illegal).

    Aber so weit muss ein Personaler gar nicht gehen, um einen Bewerber aus dem Konzept zu bringen. Es reicht schon, wenn er ihm klar macht, dass er an seiner Eignung stark zweifelt. Das geht zum Beispiel mit diesem Ansatz: „Sie haben so gut wie keine relevanten Erfahrungen und sind für den Job augenscheinlich völlig ungeeignet. Sehen sie das nicht selbst auch so?“ Dadurch werden die meisten Kandidaten enorm verunsichert. Wichtig ist jetzt, wie sie mit ihrer Verunsicherung umgehen.

    Auch Fangfragen, Analogie-Fragen, die mit der Stelle scheinbar gar nichts zu tun haben, und Brainteaser, an denen die Kandidaten zu knabbern haben, generieren Unbehagen. Personaler, die in dieser Kunstform geübt sind, bauen gerne noch eine Prise Sarkasmus und Ironie ein und setzen den Bewerber unter maximalen Rechtfertigungsdruck. Wenn das Stressinterview aufhört und der reine Psychoterror beginnt, müssen Sie als Bewerber die Reißleine ziehen. Stressfragen sind legitim, pure Schikane ist es nicht.

    Stressinterview: Beispiele für Stressfragen

    Hier ist eine Auswahl an Stressfragen, von denen einige – in dieser oder ähnlicher Form – auf Sie als Bewerber zukommen könnten:

    Fangfragen

    • Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
    • Aus welchen Gründen würde jemand nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeiten wollen?
    • Wann haben Sie das letzte Mal Regeln gebrochen und warum?
    • Was glauben Sie, was ist ein Unternehmen seinen Mitarbeitern schuldig?
    • Was konnten Sie an Ihrem letzten Job am wenigsten leiden?

    Analogie-Fragen

    • Wenn Sie im Lotto gewinnen, was würden Sie tun?
    • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?
    • Was unternehmen Sie, wenn Sie Spaß haben wollen?
    • Welche Frage soll ich Ihnen lieber nicht stellen?
    • Wie finden Sie mich so als Interviewer?

    Brainteaser

    • Wie viel wiegt New York?
    • Wie kann man herausfinden, ob das Licht im Kühlschrank brennt, wenn die Tür zu ist?
    • Weswegen ist ein Kanaldeckel rund und nicht eckig?
    • Wie viele Blätter Papier werden in Österreich an einem Tag kopiert?
    • Wozu ist der Filz auf dem Tennisball gut?

    Provokationen

    • Sie waren ja ein richtiger Langzeitstudent, was?
    • Stimmt irgendwas nicht mit Ihnen oder warum suchen Sie schon so lange eine neue Stelle?
    • Ich glaube kaum, dass Sie bei uns ins Unternehmen passen.
    • So richtige Stärken gehen aus Ihrer Bewerbung ja keine hervor, oder habe ich da etwas übersehen?
    • Ihr Lebenslauf war ja bisher 08/15. Erzählen Sie mir doch mal was Spannendes über sich!

    Egal, wie Sie der Personaler locken will – an ein paar Spielregeln sollten Sie sich stets halten. Fallen Sie ihm nicht ins Wort und bleiben Sie ruhig. Zeigen Sie Ihre Nervosität nicht, indem sie mit den Füßen tippen oder hektisch mit den Fingern an Ihrer Kleidung herumnesteln. Was aber ganz wichtig ist: Rechtfertigen Sie sich nicht und gehen Sie nicht in den Gegenangriff über. Das würde Sie sofort disqualifizieren.

    Stressinterview: So parieren Sie gekonnt

    Grundsätzlich haben Sie jederzeit die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch zu beenden. Wenn Ihnen die Fragen zu unverschämt oder indiskret werden, beschweren Sie sich einfach darüber. Führt das nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie vorzeitig gehen – aber bitte höflich. Sie wollen ja nicht Ihren Peiniger spiegeln…

    Am besten aber, sie bleiben bei einer fiesen Stressfrage ganz cool. Sie könnten Ihrem Gegenüber mit eiskalter Miene ein paar Sekunden lang tief in die Augen schauen – und erst dann zu einer Parade ausholen. Zeigen sie, dass Sie der Situation gewachsen sind, indem Sie die Einwände entkräften oder den Argumenten Wind aus den Segeln nehmen. Oder Sie zeigen, dass Sie mit der Art Frage nicht einverstanden sind. Was Sie beispielsweise sagen könnten:

    • Sie sind offenbar falsch informiert.
    • Das ist Ihre Meinung und auf die haben Sie ein gutes Recht. Aber Fakt ist, dass…
    • Was hat das genau mit dem Job zu tun, wenn ich fragen darf?
    • Dazu möchte ich Ihnen nichts sagen und bitte um Ihr Verständnis.

    6 Tipps fürs Stressinterview

    Die COOL-Formel hilft, im Stressinterview Ruhe zu bewahren. Sie funktioniert so:

    • Contenance bewahren
    • Offenheit signalisieren
    • Objektivität herstellen
    • Labern vermeiden

    Darüber hinaus helfen Ihnen diese Tipps, um das Stressinterview zu meistern:

    1. Ruhig bleiben

      Keep cool! Das sagt sich so leicht, ist manchmal aber eine echte Herausforderung. In einem Vorstellungsgespräch ist das Stresslevel ohnehin schon erhöht. Stressfragen verunsichern da noch mehr. Das kann dazu führen, dass man als Bewerber hektisch wird und verzweifelt nach den richtigen Worten sucht. Ganz wichtig: Nicht sofort antworten, sondern kurz innehalten, lächeln und den Druck vom Kessel nehmen. Das gelingt durch eine Antwort wie: „Das machen Sie extra, oder? OK, ich versuche noch mal, Ihnen meine Sicht der Dinge näher zu bringen…“ Danach führen Sie Ihre Antwort aus – ganz ruhig, ganz sachlich. Je schneller Sie antworten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Unbedachtes oder gänzlich Unpassendes sagen. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit und werfen Sie eine behelfsmäßige Formulierung ein, um die Pause zu überbrücken. Was auch geht: „Oh, diese Frage habe ich tatsächlich noch nicht so oft gehört“ oder „Das ist mal eine originelle Frage.“ Damit verschaffen Sie sich ein wenig Zeit.

    2. Meinung sagen

      Ein Stressinterview setzt den Bewerber unter Stress. Das ist Sinn der Sache. Aber es bedeutet nicht, dass Sie nur das kleine Mäuschen spielen sollen, das ständig vom großen Kater attackiert wird. Sie müssen auch keineswegs immer Ja und Amen sagen und jeder These des Personalers zustimmen (obwohl Schleimen im Vorstellungsgespräch erwiesenermaßen hilft!). Lassen Sie sich nicht ausschließlich in die Defensive drängen. Sagen Sie Ihre Meinung, vertreten Sie Ihre Standpunkt und führen Sie Ihre Thesen aus – egal, was der andere Ihnen mit seinen Stressfragen andichten will. „Ich sehe Ihren Punkt, bin aber der Meinung, dass…“ oder „Interessanter Standpunkt. Ich stehe aber auf Folgendem…“

    3. Anstand wahren

      Einen Heißsporn provoziert man nicht ungestraft! Ja, das ist menschlich und auch durchaus verständlich. Aber lassen Sie sich lieber nicht aus der Reserve locken. Werden Sie nicht pampig und erwidern mit einer ebenso unverschämten Retourkutsche! Das zeigt nur, dass Sie dem Druck eben nicht gewachsen sind. Und das erwartet ihr künftiger Arbeitgeber ja schließlich von Ihnen: Dass Sie dem oberdreisten Kunden nicht sofort verbal in die Parade fahren. Na klar: Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Erst recht keine schlüpfrigen Kommentare oder persönliche Beleidigungen. Aber die sind zum Glück so selten wie Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg. Wenn Ihnen das Stressinterview trotzdem zu viel des Guten ist, dann können Sie hinterher immer noch entscheiden, dass Sie für diese Firma lieber nicht arbeiten wollen – und höflich absagen.

    4. Kurz halten

      Stressfragen sind manchmal gemein, manchmal tricky. Auf jeden Fall sind viele nicht so einfach zu beantworten. Das verleitet viele Bewerber dazu, weit auszuholen. Immerhin verschafft man sich so Luft und kann beim Reden denken. Fehler! Lange Ausführungen könnte Ihr Gegenüber zu Gegenfragen nutzen. Kurze und prägnante Antworten sind besser – und wirken selbstbewusster. Ihre Antwort sollten Sie natürlich kurz begründen und erklären, vielleicht anhand eines guten Beispiels. Aber egal, wie Sie auf eine Stressfrage antworten – tragen Sie sie selbstbewusst vor.

    5. Nichts sagen

      Schweigen ist eine unterschätzte Waffe im Vorstellungsgespräch – erst recht im Stressinterview. Erst bombardiert Sie der Personaler mit fiesen Fragen, dann herrscht auf einmal Funkstille. Das verunsichert die meisten Bewerber – und führt zu noch mehr Stress und Selbstzweifeln. In dem Falle spielen Sie das Spiel am besten mit. Erwidern Sie das Schweigen Ihrerseits ebenfalls mit Schweigen. Sie nehmen eine selbstbewusste Haltung ein, halten Blickkontakt und warten ab, bis der Ihr Gesprächspartner wieder das Wort ergreift. Nicht einfach drauflosplappern! Und lassen Sie dabei nicht die Blicke schweifen, bleiben Sie konzentriert. Schweigen erzeugt Druck, und diesem Druck sollen und wollen Sie standhalten. Aber: Sie dürfen natürlich auch selbst etwas sagen, wenn Ihnen etwas Schlagfertiges und Passendes einfällt…

    [Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch beenden: Ihr perfekter Abgang

    Vorstellungsgespraech beenden

    Das Vorstellungsgespräch beenden – klingt einfach, ist aber manchmal ein Balanceakt. Es kann sie im schlimmsten Fall den Job kosten, wenn Sie etwas Unbedachtes sagen oder einen blöden Joke bringen. Dieses Risiko lässt sich minimieren. Und mehr noch: Sie können beim Personaler Eindruck hinterlassen. Das geht am besten durch ein ehrliches „Danke“ – und ein nettes Kompliment…

    Vorstellungsgespräch beenden: So geht’s nicht!

    Das Vorstellungsgespräch lief super. Der Personaler wirkt beeindruckt, Sie fühlen sich prächtig. Wunderbar! Sie hätten den Job auch bekommen, wenn sie nicht so etwas Saudoofes zum Schluss gesagt hätten…

    Der Schluss eines Jobinterviews kann leicht zur Falle werden. Wenn sich der Bewerber seiner Sache zu sicher ist, oder wenn er mental schon abgeschaltet hat und auf dem Heimweg ist. Oder wenn er das Bewerbungsgespräch unbedingt noch mit einem Kracher zum Abschluss krönen will. Das kann mächtig in die Hose gehen.

    10 Dinge, die Sie auf gar keinen Fall sagen sollten, um das Vorstellungsgespräch zu beenden:

    • Vielen Dank nochmal, dass Sie mich überhaupt eingeladen haben!
      (Das tun anscheinend die wenigsten.)
    • Da bin ich aber froh, dass das hier einigermaßen glatt über die Bühne gegangen ist.
      (Normalerweise komme ich nicht unfallfrei aus Vorstellungsgesprächen heraus.)
    • Die Frage mit den Schmetterlingen fand ich aber richtig gemein von Ihnen.
      (Sie haben sie ja auch mehr schlecht als recht beantwortet.)
    • Wie fanden Sie mich denn so?
      (Kein Kommentar)
    • Zum Glück habe ich vorher den Bewerbungsratgeber von Mr. X gelesen.
      (Hat aber auch nicht geholfen.)
    • Die Fragen waren ja viel einfacher, als ich befürchtet hatte.
      (Und Ihre Antworten viel schlechter, als wir erhofft hatten.)
    • Das lief alles in allem super, oder?
      (Eigenlob stinkt.)
    • Puh, ich dachte, das Interview dauert ewig.
      (So unwohl haben Sie sich gefühlt?)
    • So, war’s das mit der Löcherei?
      (Ist das witzig gemeint oder einfach nur unverschämt?)
    • Prima. Jetzt muss nur noch mein nächstes Vorstellungsgespräch genauso gut laufen, dann ist mein Wochenende gerettet.
      (Na, dann wünschen wir viel Glück.)

    Vorstellungsgespräch beenden: Diese Themen ansprechen!

    Am Ende des Vorstellungsgesprächs sind meist noch nicht alle Fragen geklärt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese anzusprechen. Zum Beispiel können Sie klären, wie der weitere Ablauf ist, wie lange der Auswahlprozess voraussichtlich dauern wird und wann sie eine Antwort erwarten können.

    Konkret fragen können Sie etwa so:

    • Was sind die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?
    • Wann kann ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen?
    • Darf ich Sie bei möglichen Rückfragen kontaktieren?

    Aber bauen Sie bitte keinen Druck auf. Es versteht sich von selbst, dass der Bewerbungsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie also nicht drei Tage später schon wieder an und fragen Sie nach dem aktuellen Stand. Faustregel: Zwei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich erkundigen – vorher nicht.

    In vielen Unternehmen dauert der Auswahlprozess noch weitaus länger. Manchmal mahlt die firmeninterne Bürokratie langsam, oder Personalverantwortliche sind erkrankt. Das sollte Sie nicht dazu veranlassen, genervt zu reagieren. Bleiben Sie höflich, freundlich und verständnisvoll. Etwas anderes bleibt Ihnen ehrlicherweise ja auch gar nicht übrig…

    Sind alle Fragen geklärt, verabschieden Sie sich – mit einem genauso festen Händedruck wie zu Beginn des Jobinterviews. Also nochmal Haltung annehmen, Augenkontakt suchen und die Hand geben. Und dann machen Sie sich von dannen – aber ohne sich nochmal umzuschauen. Sie gehen also steten Schrittes zur Treppe oder zum Aufzug und werfen nicht noch mal einen Blick nach hinten. Das wirkt unsicher und unsouverän.

    Geheimtipp: Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich auch noch explizit beim Assistenten, Pförtner oder der Empfangskraft verabschieden. Die freuen sich über gute Manieren – und erwähnen sie möglicherweise mal im Gespräch mit Ihrem künftigen Abteilungsleiter…

    Vorstellungsgespräch beenden: So machen Sie’s richtig

    Klare Empfehlung: Mit diesen Worten können Sie das Vorstellungsgespräch beenden.

    • Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich fast eine ganze Stunde Zeit für unser Gespräch genommen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen.
      (Drückt Wertschätzung aus. Extrem positiv.)
    • Sie haben sich exzellent auf das Gespräch vorbereitet. Ich hoffe, dass ich Sie genauso überzeugen konnte.
      (Jeder hört gerne Komplimente, auch Personaler. Berechtigt sollte das Kompliment aber schon sein.)
    • Sie haben mir ein sehr genaues Bild vermittelt, was mich im Unternehmen erwartet. Ich kann mir das schon sehr konkret vorstellen und muss sagen: Die Vorstellung gefällt mir.
      (So signalisieren Sie, dass Sie weiterhin sehr interessiert sind an der Stelle.)
    • Ich bin mit großen Erwartungen gekommen und muss sagen: Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich kann mir den Job wirklich sehr gut vorstellen.
      (Positives Feedback und Interesse am Job.)
    • Sie haben Fragen gestellt, die mir bislang im Vorstellungsgespräch noch nie gestellt wurden. Das war auch für mich sehr spannend.
      (Wenn das Jobinterview einen Lerneffekt für den Bewerber hatte, muss der Personaler seine Sache gut gemacht haben.)
    • Sie haben meine Fragen sehr ausführlich beantwortet. Das fand ich sehr gut.
      (Ein Kompliment. Und einen Informationsgewinn gab es auch noch.)
    • Ich habe viel über das Unternehmen erfahren. Das gefällt mir alles wirklich sehr gut.
      (Hier ist das Lob umfassender und richtet sich quasi an das gesamte Unternehmen.)
    • Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gespräche mit den anderen Bewerbern.
      (Zeigt Realismus und Stil.)

    Sie müssen Ihren Gesprächspartner am Ende aber gar nicht mit Lob und Komplimenten überschütten. Erst recht nicht, wenn er sich das gar nicht verdient hat. Aber: Auf einen Dank und eine Höflichkeitsformel sollten Sie in keinem Fall verzichten. Das geht ganz einfach so:

    • Es war schön, mit Ihnen zu sprechen. Vielen Dank.
    • Ich habe mich hier wirklich sehr wohl gefühlt.
    • Danke für das angenehme Gespräch.
    • Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Sie von mir wissen wollen, melden Sie sich gerne bei mir.
    • Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und freue mich, dann bald von Ihnen zu hören.

    Vorstellungsgespräch beenden: Was Sie danach tun können

    Das Jobinterview ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit des Wartens. Untätig bleiben müssen bzw. sollten Sie aber nicht. 3 Dringe, die Sie anschließend tun können:

    1. Dankschreiben

      In Deutschland eher unüblich, aber trotzdem eine schöne Geste. Sie sollten allerdings kein langatmiges Essay verfassen, dafür hat kein Personaler Zeit. Und komisch wirken kann es auch. Schreiben Sie stattdessen eine kurze E-Mail, in der Sie sich für das angenehme Gespräch bedanken und betonen, dass Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind. Möglicherweise können Sie im Rahmen der Mail auch offen gebliebene Fragen aus dem Jobinterview beantworten. Und bieten Sie die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für den Fall an, dass das Unternehmen noch Rückfragen hat. Vergessen Sie die Höflichkeitsfloskeln nicht: „Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen.“ „Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.“

    2. Jobsuche

      Das Vorstellungsgespräch lief gut – und es fand sogar bei Ihrem Traumarbeitgeber statt. Das ist toll! Aber Sie sollten nicht naiv sein und annehmen, dass Sie die Stelle schon so gut wie sicher hätten. Bleiben Sie aktiv und schauen sich weiter nach Jobs um! Alles andere wäre unklug. Sie sollten auch weiterhin Einladungen zu anderen Jobinterviews annehmen und sich professionell vorbereiten. Am Ende können Sie womöglich aus mehreren Alternativen wählen. Für die Stellensuche gilt: Je mehr Alternativen, desto besser. Dann können Sie alle Optionen gegenüberstellen und sich für diejenige entscheiden, die Ihnen die meisten Vorteile und besten Rahmenbedingungen verspricht.

    3. Ultimatum

      Nein, ein Ultimatum setzen sollten Sie natürlich nicht. Obwohl, durch die Hintertür vielleicht schon. Es gibt nämlich Unternehmen, die es nicht mal für nötig halten, überhaupt Absageschreiben zu verschicken. Wenn Sie wochen- oder monatelang nichts gehört haben, dann fassen Sie einfach nach – am besten in Form einer E-Mail. Wenn Sie aufs Ganze gehen wollen, dann können Sie die Mail so formulieren: „Ich habe mehrere Jobangebote vorliegen, bin aber weiterhin sehr daran interessiert, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Würden Sie mir kurz mitteilen, wann ich mit einer Entscheidung Ihrerseits rechnen kann?“ Dadurch erhöhen Sie Ihren Marktwert und die Wahrscheinlichkeit, alsbald eine Antwort zu erhalten. Das hilft bei der weiteren Planung – so oder so.

    Vorstellungsgespräch vorzeitig beenden – ja oder nein?

    Klare Antwort: Nein! Brechen Sie ein Vorstellungsgespräch als Bewerber nicht ab – höchstens in absoluten Extremsituationen. Warum auch? Sie haben die Zeit für das Jobinterview ja schon freigemacht. Durch jedes Vorstellungsgespräch lernen Sie dazu, machen Erfahrungen, sammeln Wissen.

    Beenden Sie es auch dann nicht vorzeitig, wenn Ihr Gesprächspartner schlecht vorbereitet ist, Ihre Fragen nicht beantworten kann oder zwischenzeitlich sogar telefoniert. Oder wenn Sie ihn partout nicht leiden können. Ob Sie mit dieser Person je wieder zusammenarbeiten werden, ist ja gar nicht sicher. Vielleicht verlässt er oder sie in zwei Monaten das Unternehmen oder oder oder…

    Wer vorzeitig abbrecht,

    • … erhält kein Jobangebot
    • … wird nicht weiterempfohlen
    • … ist schlicht unhöflich

    Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen Sie das Gespräch vorzeitig beenden sollten. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Gesprächspartner anzügliche Bemerkungen über Sie macht oder Sie persönlich beleidigt – aus welchem Grund auch immer.

    Achtung: Es gibt Arbeitgeber, die stehen auf Stressfragen im Vorstellungsgespräch, wollen den Bewerber bewusst unter Druck setzen.

    Das müssen Sie versuchen zu erkennen. Beispiel: Der Personaler fragt Sie: „Warum sind Sie denn ausgerechnet in diesem Aufzug hier erschienen?“ Will er herausfinden, wie Sie in solchen Situationen reagieren oder ist er einfach nur unverschämt? Entscheiden Sie selbst…

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    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So finden Sie einen Job

    Langzeitarbeitslose Bewerbung

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Auf dem Arbeitsmarkt gelten Langzeitarbeitslose nicht gerade als Juwelen. Ihnen fehlt die Erfahrung und – das zumindest glauben viele Arbeitgeber – auch die Einstellung. In Wahrheit verbessern sich ihre Perspektiven momentan rasant. Der Mangel an Fachkräften und geeignete Fördermaßnahmen sind zwei der Gründe. Einfach aber ist es deswegen nicht, nach einer langen Auszeit wieder beruflich durchzustarten. Bei ihrer Bewerbung sollten Langzeitarbeitslose einen Punkt ganz nach vorne stellen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Gegen diese Vorurteile kämpfen Sie

    Für Langzeitarbeitslosigkeit gibt es viele Gründe. Psychische Probleme oder Krankheiten zum Beispiel. Häufig sind es aber die selbst verschuldeten Gründe, die in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren. Wenn jemand, so drückt es der Volksmund gerne aus, mit seinem A… nicht hoch kommt. Langzeitarbeitslose müssen daher mit diesen (Vor-)Urteilen leben:

    • Sie sind faul und haben keine Lust zu arbeiten.
    • Ihnen fehlen grundlegende Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz, Disziplin und Lernbereitschaft.
    • Sie haben keine oder kaum verwertbare Qualifikationen und sind auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht zu gebrauchen.
    • Sie sind nicht teamfähig und ihnen fehlen soziale Skills.

    Klar ist: Für Langzeitarbeitslose gibt es ein soziales Sicherungsnetz. Hartz IV war – und ist – hoch umstritten, aber trotz allem ein Auffangnetz, das vor dem Schlimmsten bewahrt. Mit Hartz IV verbinden viele aber Drangsalierung, Stigmatisierung, Erniedrigung und Demütigung. Höchste Zeit, also, um aus diesem System auszubrechen.

    Denn die wichtigste Erkenntnis lautet: Aus Langzeitarbeitslosigkeit kann man entkommen. Und psst! Sogar dann, wenn Sie vorher wirklich zu faul waren…

    Dazu ist es wichtig, dass Sie als Langzeitarbeitsloser all die negativen Zuschreibungen, die an Ihnen haften, nicht akzeptieren. Viele Arbeitgeber werden Ihnen mit Vorurteilen begegnen.

    Beschränken Sie sich nicht darauf, sich für Ihre lange Auszeit zu rechtfertigen. So bleiben Sie stets in der Defensive. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten (und wenn es nur Ihr unbändiger Wille ist, endlich wieder arbeiten zu gehen und eigenes Geld zu verdienen) und richten Sie den Blick in die Zukunft. Das ist ganz wichtig. Mit einer durchdachten und authentischen Bewerbung können Sie auch als Langzeitarbeitsloser potenzielle Arbeitgeber von sich überzeugen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So arbeiten Sie mit dem Jobcenter zusammen

    Für Jobcenter-Kunden sind die Auflagen teilweise sehr umfangreich. Wer sich nicht an sie hält, dem drohen Rückzahlungen. Allein im Jahr 2018 haben die Jobcenter in Deutschland fast 2,6 Milliarden Euro von Hartz IV-Empfängern zurückverlangt.

    Für Bewerber ist es wichtig, Engagement zu zeigen und durchgängig mit dem zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter zu kommunizieren.

    Das sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:

    • Sortieren Sie alle Unterlagen, die für das Jobcenter relevant sind, und legen Sie sie gut geordnet ab.
    • Dokumentieren und kopieren Sie alle Anträge, die Sie abgegeben haben.
    • Lassen Sie sich die persönliche Abgabe von Anträgen bestätigen – und zwar schriftlich.
    • Reden Sie mit Ihrem Sachbearbeiter von Anfang an offen und ehrlich über Ihre Situation und Ambitionen.
    • Lesen Sie sich die Flyer und Infomaterialien durch, die im Jobcenter ausliegen.
    • Fragen Sie Ihren Sachbearbeiter schon zu Beginn, welche Nachweise er benötigt.
    • Klären Sie vorab, was Ihr Sachbearbeiter von Ihnen erwartet.
    • Besprechen Sie Ihre Strategie und Ausrichtung mit Ihrem Sachbearbeiter.
    • Bewahren Sie alle Bewerbungen auf.
    • Informieren Sie Ihren Sachbearbeiter über alle Vorstellungsgespräche, die Sie führen.
    • Geben Sie alle Veränderungen, die sich für Sie ergeben, schnell an Ihren Sachbearbeiter weiter.
    • Sprechen Sie ab, wie und über welche Kanäle Sie für das Jobcenter erreichbar sein sollen.
    • Informieren Sie sich über mögliche Förderungen und sprechen Ihren Sachbearbeiter darauf an.
    • Suchen Sie regelmäßig den Kontakt zu Ihrem Sachbearbeiter.
    • Besprechen Sie mit Ihrem Lebenspartner das Vorgehen.

    Denn darauf kommt es letztlich an: Arbeiten Sie mit Ihrem Sachbearbeiter zusammen. Er oder sie hat ein Interesse daran, Sie wieder in Arbeit zu bringen. Gemeinsam kann es funktionieren. Aber, und das gehört auch zur Wahrheit: Verlassen Sie sich bitte NICHT darauf, dass Ihr Sachbearbeiter das schon regeln und Ihnen einen neuen Job aus dem Hut zaubern wird.

    Denn selbst wenn er oder sie hochmotiviert ist – und das sind entgegen mancher Vorurteile in der Tat sehr viele Mitarbeiter – fehlen oft die Kapazitäten. Ein Jobcenter betreut viele Arbeitslose und kann nicht immer individuell auf jeden Einzelnen eingehen. Nicht jeder Job, der Ihnen angeboten wird, passt zu Ihnen. Also ist es besser, Sie ergreifen selbst die Initiative.

    Das fängt schon bei der Informationsbeschaffung an. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Sachbearbeiter Ihnen alle relevanten Informationen im Gespräch mitteilen wird. Das übersteigt seine Möglichkeiten. Vermutlich wird er Sie auf die ausliegenden Broschüren oder auf die Homepage der Bundesagentur für Arbeit verweisen.

    Das wäre also Schritt eins: Informieren Sie sich eigenhändig. Welche Fördermaßnahmen gibt es? Wo kann ich nach Jobs suchen? Welche Bewerbungsstrategien sind erfolgversprechend? Wie kann ich meine Perspektiven verbessern? Welche Optionen habe ich? Und was passiert, wenn ich zwischenzeitlich die Lust verliere und gar nicht mehr mitwirke? Wer seine Rechte und Pflichten kennt, wird später nicht auf dem falschen Fuß erwischt.

    Nehmen Sie sich die Infobroschüren aus der BA mit nach Hause und lesen Sie sie in einer ruhigen Minute durch. Surfen Sie auf die offizielle Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Und natürlich helfen auch wir bei Karrieresprung Ihnen bei der Jobsuche. Sie können auch gerne in allen möglichen Online-Foren stöbern, sollten sich aber auf die Infos nicht verlassen. Sie sind oft sehr subjektiv und von Einzelfällen geprägt, die man nicht immer verallgemeinern kann.

    Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen Job!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen JobGrundsätzlich sind 44 Prozent der Betriebe in Deutschland bereit, einen Langzeitarbeitslosen einzustellen. 34 Prozent würden einen Bewerber in Erwägung ziehen, wenn er nicht länger als zwölf Monate ohne Job war. 14 Prozent würden einen arbeitslosen Bewerber gar nicht berücksichtigen. Das sagte eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2018. Damit ist die Bereitschaft, einen Langzeitarbeitslosen anzuheuern, innerhalb von fünf Jahren um elf Prozentpunkte gestiegen.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Diese Strategien versprechen Erfolg

    Als Langzeitarbeitsloser stehen Sie vor drei wesentlichen Problemen:

    1. Vorurteile

      Sie müssen die Arbeitgeber von sich überzeugen – vor allem von Ihrer Motivation, überhaupt arbeiten zu wollen. Die Vorurteile gilt es zu durchbrechen. Sie müssen zeigen, dass Sie „heiß“ sind und endlich wieder auf eigenen Beinen stehen wollen.

    2. Leistungsfähigkeit

      Es geht nicht nur ums Wollen, auch ums Können. Sind Sie belastbar? Schaffen Sie es, acht Stunden am Stück durchzuhalten – jeden Tag? Nur wenn die Antwort Ja lautet, wird das Interesse des Arbeitgebers steigen. Wie Sie ihn überzeugen können: durch ehrenamtliches Engagement, Teilzeit- und 450-Euro-Jobs. Im Zweifel sollten Sie ihm private Projekte präsentieren, die Sie erfolgreich zu Ende gebracht haben, und sei es ein größeres Heimwerkerprojekt.

    3. Qualifikationen

      Vorausgesetzt, Sie verfügen über gute Qualifikationen. Einen Top-Job zu ergattern dürfte aufgrund Ihrer Langzeitarbeitslosigkeit dennoch schwierig werden. Sie müssen den Arbeitgeber überzeugen, dass Sie sich für die angebotene Stelle nicht zu schade sind. Dass Sie mit dem Einsteigerjob zufrieden sind und wieder Anschluss finden wollen – Überqualifizierung hin oder her.

    Alle drei Probleme hängen miteinander zusammen. Man traut Ihnen möglicherweise nicht zu , den Job zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten ausfüllen zu können.

    Sie sollten also erstens Ihre Motivation zum Ausdruck bringen. Zweitens sollten Sie Arbeitserfahrungen der jüngeren Zeit ins Spiel bringen. Welche das sind, ist erstmal zweitrangig. Es kann sich um Fördermaßnahmen, Mini-Jobs, ehrenamtliche oder private Projekte handeln. Hauptsache, Sie zeigen, dass Sie das Arbeiten nicht verlernt haben. Und drittens gilt es herauszuarbeiten, dass Sie den Einstieg unbedingt wieder schaffen wollen – auch wenn Sie für den Job formal überqualifiziert sein sollten.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Zuverlässigkeit schlägt alle!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Zuverlässigkeit schlägt alleWenn Sie sich als Langzeitarbeitsloser bewerben, dann betonen Sie vor allem Ihre Zuverlässigkeit! Und beweisen Sie sie auch, indem Sie zum Beispiel pünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen und Zusagen einhalten (z.B. zurückrufen, Unterlagen nachreichen). Zuverlässigkeit war den Arbeitgebern laut einer IAB-Umfrage von 2018 von allen Charaktereigenschaften und Kompetenzen am wichtigsten. An zweiter Stelle folgte Motivation, an dritter die fachliche Qualifikation.

    Das ist Arbeitgebern bei Langzeitarbeitslosen am wichtigsten, in dieser Reihenfolge:

    1. Zuverlässigkeit
    2. Arbeitsmotivation
    3. Fachliche Qualifikation
    4. Engagement
    5. Teamfähigkeit
    6. Belastbarkeit
    7. Flexibilität
    8. Soziale Kompetenz
    9. Disziplin

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Keine Geheimniskrämerei

    Es nützt Ihnen gar nichts, die Langzeitarbeitslosigkeit zu verheimlichen. Sie sollten im Lebenslauf und Anschreiben offen damit umgehen. Das schließt keineswegs aus, die lange Zeit der Erwerbslosigkeit mit anderen Inhalten im Lebenslauf zu füllen. Möglicherweise haben Sie Praktika absolviert, Weiterbildungen oder Fördermaßnahmen besucht, ehrenamtlich in der Suppenküche geholfen. All das macht sich gut im Lebenslauf.

    Ihre wichtigsten Erfolge und Projekte während der Langzeitarbeitslosigkeit können Sie im Anschreiben herausarbeiten. Und die Stationen, die Sie vor der Arbeitslosigkeit hatten, sollten ebenfalls einen prominenten Platz einnehmen. Der Arbeitgeber soll das Gefühl bekommen, dass hier ein Schatz darauf wartet, gehoben zu werden. Dass er mit Ihnen einen Glückstreffer landen kann – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gehen immer mehr Unternehmen unkonventionelle Wege.

    Das gilt auch für Zeitarbeitsunternehmen. Diese können speziell für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose eine echte Option sein. Viele spekulieren auf den Klebeeffekt. Der Grundgedanke dahinter: Wenn Sie im Unternehmen als Zeitarbeiter überzeugen, dann wird Sie die Firma irgendwann fest übernehmen.

    Natürlich gibt es auch die Art von Unternehmen, die es nur auf billige Arbeitskräfte abgesehen hat und gar kein Interesse an einer Übernahme hat. Aber das ist vorher nicht immer einfach zu erkennen. Aber auch wenn es mit der Übernahme nicht klappt: Ihre Arbeitserfahrungen in der Zeitarbeit können Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

    Und noch ein Tipp: Wenn Sie wegen einer Krankheit langzeitarbeitslos gewesen sein sollten, dann legen Sie Ihren Bewerbungen ein ärztliches Attest bei, das Ihre Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit bescheinigt.

    Auch könnten Sie einem interessierten Unternehmen von sich aus einen befristeten Vertrag anbieten. Damit signalisieren Sie: Ich will unbedingt wieder Fuß fassen. Wenn du, lieber Arbeitgeber, mir die Chance gibst, trägst du nur ein überschaubares Risiko – und kannst den Vertrag im Zweifel einfach auslaufen lassen. Im Erfolgsfall aber winkt die Entfristung.

    Dieses neue Förderprogramm hilft Langzeitarbeitslosen

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Dieses neue Förderprogramm hilft LangzeitarbeitslosenVerstärkt will auch die Bundesagentur für Arbeit Langzeitarbeitslosen helfen. Die Große Koalition hatte 2018 die Voraussetzungen für das Programm Sozialer Arbeitsmarkt geschaffen und vier Milliarden Euro für fünf Jahre bereitgestellt.

    Dabei handelt es sich um ein Kombilohnmodell. Der Arbeitgeber erhält Lohnkostenzuschüsse, wenn er Langzeitarbeitslose einstellt. Den Teilnehmern soll es als Jobbrücke dienen. Schon sechs Monate nach dem Start spricht die BA von einer „Erfolgsgeschichte“. Seitdem sei es gelungen, 21.300 Langzeitarbeitslose in öffentlich geförderte Jobs zu vermitteln. Insgesamt sollen sogar 150.000 Menschen von dem Programm profitieren.

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    Jobwechsel begründen: Diese Argumente sitzen

    jobwechsel begruenden

    Wer seinen geplanten Jobwechsel begründen kann, verbessert seine Aussichten. Denn natürlich will der Personaler wissen, warum Sie denn überhaupt bei ihm landen wollen. Ist es das dicke Gehalt? Oder der Status, der mit dem neuen Job verbunden ist? Manche Argumente sind nachvollziehbar, andere dreist. Jobwechsel begründen: So gelingt’s…

    Jobwechsel begründen: Das muss sein!

    Ein banaler Jobwechsel löst heute nur noch Schulterzucken aus. So what? Nur wer den Arbeitgeber wechselt, kann einen Gehaltssprung machen oder eine ganz neue Branche kennenlernen.

    Damit wären wir schon bei zwei der wichtigsten Argumente für einen Jobwechsel. Aber sollten Sie das Geld als Wechselmotivation auch nennen? Lieber nicht. Einen Grund aber sollten Sie schon angeben, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das interessiert ihn wahrscheinlich mehr als alles andere.

    Liefern Sie KEINEN Grund mit, könnte dies den Verdacht wecken, dass Sie kurz vor einer Kündigung stehen. Oder dass Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommen. Oder dass es Ihnen wirklich einfach nur ums Geld geht. Das sind keine Argumente, die einen Personaler überzeugen. Legen Sie sich also einen guten Grund zurecht, um …

    • Ihre Motivation glaubwürdig zu transportieren
    • klar zu machen, was Sie an der Stelle reizt
    • zu verdeutlichen, dass Sie langfristig im neuen Unternehmen bleiben wollen

    Aber rechtfertigen Sie sich um Gottes willen nicht. Das kommt häufiger vor, als Sie glauben – vor allem dann, wenn der Personaler aktiv danach fragt. Begründen und argumentieren Sie, aber rechtfertigen Sie sich nicht! Das wirkt so, als hätten Sie ein schlechtes Gewissen. Warum sollten Sie das haben? Auch die vorweggenommene Entschuldigung ist ein häufiger Fehler, der taktisch unklug ist.

    Jobwechsel begründen: Damit sind Sie erfolgreich

    Ein Jobwechsel führt meist dann zum Erfolg, wenn mit ihm ein klares Ziel verbunden ist. Zum Beispiel das Ziel, in einer anderen Branche Fuß zu fassen oder ein Team aufzubauen. Wer dagegen vor Problemen davonläuft und einfach nur weg will aus seinem alten Job, der dürfte damit nicht so leicht durchkommen.

    Es kann natürlich sehr gut sein, dass Sie wirklich nur aus Frust oder Unzufriedenheit den Job wechseln wollen. Aber als Begründung sollten Sie das nicht heranziehen. Es wertet den potenziellen Arbeitgeber ab, nach dem Motto: „Hauptsache, raus aus dem alten Job!“

    Besser, Sie richten den Blick nach vorne und fokussieren sich auf die positiven Aspekte der neuen Stelle. Eine Formulierungsmöglichkeit wäre diese:

    Ihr Unternehmen ist genau in der Nische aktiv, der mein Interesse gilt. Die von Ihnen ausgeschriebene Position passt genau zu meinen Ambitionen und Fähigkeiten. Ich sehe bei Ihnen hervorragende Chancen, mich zu entwickeln und Ihr Unternehmen mit meinem Knowhow voranzubringen.

    Allerdings ist diese Formulierung noch ziemlich vage. Sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, ein Bewerber könnte ihm ganz konkret in dieser und jener Aufgabenstellung weiterhelfen, dann wird sein Interesse wachsen. Darum sollten Sie Ihre Bewerbung immer individuell auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden. Welche sind denn Ihre Ambitionen und Fähigkeiten? Wie wollen Sie sich konkret weiterentwickeln?

    Wann eine Begründung problematisch ist

    Eine Begründung für einen Jobwechsel ist sinnvoll, wenn…

    • Sie wissen, wie Sie sich weiterentwickeln können.
    • dies in der ausgeschriebenen Stelle in der Form auch möglich ist.
    • das Unternehmen langfristig mit Ihnen zusammenarbeiten möchte.

    Das ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag eher nicht der Fall. Im Gegenteil, hier sind Ihre Aufgaben klar umrissen (z.B. Elternvertretung). Eine Entwicklungsperspektive gibt es oft nicht. Wenn Sie mit hochtrabenden Zukunftsplänen argumentieren, könnte das auf den Arbeitgeber eher abschreckend wirken.

    In dem Fall sollten Sie stärker auf Ihre aktuellen Stärken und Interessen eingehen. Es geht für Sie darum, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten, um zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Das könnte beispielsweise so klingen:

    Meine Kernkompetenzen kann ich in der ausgeschriebenen Stelle voll einbringen und ausspielen. Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche. Die fachlichen Schwerpunkte, für die Sie Verstärkung suchen, passen genau zu meinem Profil.

    Ganz wichtig ist, dass Ihre Begründung auf den jeweiligen Job maßgeschneidert ist. Sie sollte stimmig sein und zutreffend – sonst verspielen Sie Glaubwürdigkeit.

    Eine wichtige Faustregel für Bewerber lautet: Lästern Sie nie über Ihren alten Arbeitgeber! Auch dann nicht, wenn es aus Ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt wäre, weil Sie nur stupide Tätigkeiten erledigt haben. Schuldzuweisungen und böse Worte sind absolut tabu. Das lässt auf charakterliche Mängel schließen. Ihr Arbeitgeber in spe wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht selbst in den Fuß schießt, wenn er ein Lästermaul engagiert.

    Jobwechsel begründen: Was, wenn Zweifel aufkommen?

    Sie haben sich für einen Jobwechsel entschieden. Ihre Gründe sind wasserdicht. Und doch könnten im Laufe des Bewerbungsprozesses Zweifel aufkommen. Gerade dann, wenn es mit dem Wechsel nicht auf Anhieb klappt, könnte Ihre Skepsis größer werden. Möglicherweise erodiert Ihr eigenes Vertrauen – und Sie verlieren selbst den Glauben an Ihre eigene Begründung für den Jobwechsel.

    Diese drei Fragen können helfen, Zweifel zu beseitigen und Vertrauen wiederherzustellen:

    • Warum?

      Was ist meine Motivation? Warum wollte ich überhaupt den Job wechseln? Sind die Gründe noch aktuell? Oft reicht es aus, sich die ursprünglichen Gründe für die Luftveränderung wieder in Erinnerung zu rufen.

    • Wer?

      Was sagen meine Freunde und Familie dazu? Sie sind es, die einen Jobwechsel objektiv bewerten und Ihnen wichtiges Feedback geben können. Sind die Gründe noch plausibel? Oder sind sie nicht richtig nachvollziehbar? Sprechen Sie darüber – das kann Ihnen die Augen öffnen.

    • Wenn nicht?

      Was passiert, wenn ich meine Pläne nicht in die Tat umsetze? Wenn ich den Jobwechsel nicht durchziehe? Es hilft meistens, sich Wenn-dann-Szenarien auszumalen: Wenn dies passiert, dann geschieht als Nächstes das. Die Alternativen zum Jobwechsel könnten nämlich noch weitaus negativer sein: Stagnation, Frust, Mobbing…? Es ist wie in der Politik bei einer Wahl: Sie wählen immer die Option aus, die für Sie das kleinste Übel ist.

    Jobwechsel begründen: Das sind 5 gute Gründe

    Gründe für einen Jobwechsel gibt es endlos viele. Manche sind gut, andere sind weniger gut. Fünf klassische Wechselmotive werden von Personalverantwortlichen weitgehend akzeptiert. Sie sind positiv besetzt. Dabei handelt es sich um diese:

    1. Herausforderung

      „Ich suche eine neue Herausforderung.“ Fünf Euro ins Phrasenschwein! Die Formulierung findet sich in gefühlt jeder Bewerbung und löst daher bei manchen nur noch Schulterzucken aus. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um ein gutes Wechselmotiv. Sie sollten aber konkret sagen, welche Art von Herausforderung Sie suchen. Das kann Personal- oder Budgetverantwortung sein, oder größere Projekte, die Sie verwirklichen wollen oder dass Sie ein Team zusammenstellen oder ein Produkt launchen wollen. Fehlt diese Angabe, wirkt die Begründung nur wie eine Flucht. Sie suchen die neue Herausforderung offensichtlich nur, weil die alte weg ist.

    2. Internationalität

      Nicht mehr nur für Akademiker ein guter Grund: Sie wollen internationaler arbeiten, Auslandserfahrungen sammeln. „Ich möchte im Ausland arbeiten“: Das reicht als Begründung schon aus. Perfekt wäre es, wenn Sie noch gut begründen könnten, warum Sie ausgerechnet auf DIESE Stelle im Ausland wechseln wollen. Vielleicht bringen sie ja landesspezifische Kenntnisse und Interesse mit (z.B. durch einen Migrationshintergrund). Oder Sie sprechen exzellent Portugiesisch und würden daher gerne vorübergehend als Expat in Brasilien arbeiten. Denn bedenken Sie: Stellen im Ausland snd meist begrenzt und sehr begehrt.

    3. Persönlichkeit

      Das ist der Klassiker überhaupt. „Ich möchte mich weiterentwickeln.“ Die Antwort klingt toll, ist aber auch sehr vage. Sie sollten also schon ein wenig ins Detail gehen. Inwiefern – und wohin – wollen Sie sich weiterentwickeln? Manchmal ergibt sich die Antwort aber auch von alleine. Wenn Sie beispielsweise schon drei oder fünf Jahre Ihre aktuelle Position bekleiden, dann ist es nur logisch, dass Sie jetzt den nächsten Schritt machen – und aufsteigen wollen. Sich weiterentwickeln – das muss aber nicht immer vertikal, sondern kann auch horizontal gemeint sein. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht zwangsläufig aufsteigen, sondern könnten auch einen Schritt zur Seite oder gar zurück gehen, um etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Heute macht das in Zeiten flacher werdender Hierarchien und ungerade Lebensläufe viel mehr Sinn als früher.

    4. Familie

      Auch diese Karte sticht: Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann hat in einer anderen Stadt einen Job gefunden. Also gehen Sie mit und müssen sich folgerichtig ebenfalls nach etwas Neuem umsehen. Kein Arbeitgeber, der dafür nicht Verständnis hätte. Die Szenarien sind vielfältig: Sie können auch gerade eine Trennung hinter sich haben oder möchten neu zusammenziehen oder möchten nun der Kinder wegen in Teilzeit arbeiten oder… Um das klarzustellen: Es ist Ihre Privatsache und geht den Arbeitgeber im Prinzip gar nichts an. Aber wenn Sie Überzeugungsarbeit leisten wollen, können Sie das wunderbar in die Waagschale werfen.

    5. Luftveränderung

      Wenn Sie jahrelang in einem mittelständischen Unternehmen aktiv waren, kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie mal Konzernluft schnuppern wollen. Oder umgekehrt: Sie würden gerne in überschaubaren Strukturen etwas bewirken, als im Dickschiff unterzugehen. Oder Sie möchten ins wendige Boot namens Startup umsteigen. Jedes Unternehmen tickt anders. Die Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Dem einen Charakter liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Eine nachvollziehbare Begründung für einen Jobwechsel ist es allemal. Aber Sie sollten vorher genau recherchieren: Kann Ihnen Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber das, was Sie suchen, überhaupt anbieten? Finden Sie dort die Umgebung, in der Sie sich wohl fühlen? Andernfalls schafft Ihre Begründung neue Probleme…

    Es gibt übrigens noch eine sechste sehr triftige Begründung. „Ich möchte die Branche wechseln“. Hier ist die Antwort kniffliger. Daher widmen wir ihr ein eigenes Kapitel. Dazu später mehr…

    Jobwechsel begründen: Hin-zu oder Weg-von?

    Jobwechsel begründen hin zuDas ist der entscheidende Punkt: Formulieren Sie Ihre Motivation für einen Jobwechsel in der Bewerbung stets als Hin-zu-Motivation! Das Gegenstück heißt Weg-von-Motivation und ist nicht so prickelnd.

    Was heißt das? Hin-zu soll bedeuten, dass Sie sich zu der neuen Stelle hingezogen fühlen. Sie erwarten etwas Konkretes von ihr, versprechen sich neue Herausforderungen und berufliche Erfüllung. Sie wollen des tollen neuen Jobs wegen wechseln.

    Die Weg-von-Begründung argumentiert genau andersherum: Sie wollen bloß weg von Ihrem alten Arbeitgeber. Von den Kollegen, aus dem muffigen Büro, vom übellaunigen Chef. Nichts wie weg! Die neue Stelle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, Ihre Flucht glückt. Wohin: egal. Das wirkt nicht so, als hätten Sie eine Strategie oder einen Plan in der Tasche. Und eine Liebeserklärung an den neuen Arbeitgeber sieht auch anders aus…

    Branchenwechsel begründen: So wird’s gemacht

    Einen Branchenwechsel zu begründen ist eine besondere Herausforderung. Immerhin fehlen Ihnen wahrscheinlich Branchenkenntnisse und -erfahrungen. Und der Schritt ist nicht selten sehr groß. Mit einem Branchenwechsel ist oft ein kompletter Berufswechsel verbunden. Sie haben kein Netzwerk, keine Referenzen, kennen sich nicht aus, können nicht mitreden. Eine gewaltige Herausforderung!

    Darum sollten Sie vor allem Ihre Stärken und Kenntnisse in den Vordergrund stellen, die Ihnen auch in der neuen Branche nützlich sein werden. Denn viele Kenntnisse und Fähigkeiten sind übertragbar. Was in der einen Branche hilfreich ist, kann auch in einer anderen von großem Nutzen sein. Suchen Sie die Skills heraus, mit denen Sie punkten. Dabei kann es sich auch um Fähigkeiten handeln, die in der neuen Branche – Ihrer Meinung nach – noch weitgehend fehlen. Wenn Sie überzeugend darlegen, wie und womit Sie die Branche bereichern, dann könnte der Arbeitgeber anbeißen.

    Einfacher fällt es natürlich, wenn es Überschneidungspunkte zwischen zwei Branchen gibt. So ähneln sich zum Beispiel Telekommunikations- und Energiewirtschaft in Teilen sehr stark. Wenn Sie in solch einem Fall Ihr Erfahrungswissen herausstellen, können Sie punkten.

    Eine gute Begründung für einen Jobwechsel könnte lauten:

    In meiner Branche habe ich jahrelange Erfahrung im Bereich XYZ und konnte schon diesen und jenen Erfolg erzielen. Diese Expertise würde ich jetzt gerne in einer ganz anderen Branche einsetzen und meinen beruflichen Schwerpunkt neu ausrichten. Ich sehe darin großes Potenzial und die richtige Gelegenheit für einen Branchenwechsel.

    Denn Leidenschaft und Interesse sind zwar gute Argumente für einen Branchenwechsel. Aber er gelingt am besten, wenn Sie Ihrem neuen Arbeitgeber einen Mehrwert anbieten können. Dem Unternehmen geht es weniger um Ihre Selbstverwirklichung, mehr um seinen unternehmerischen Nutzen. Den hat er, wenn Sie Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrem alten Job in den neuen übertragen können. Bei Berufseinsteigern können schon Praktika oder Nebenjobs diesbezüglich Punkte bringen.

    Es gibt noch ein Problem: Ihre bisherige Richtung und Branche wird in Ihrem Lebenslauf – ganz logisch – hervorgehoben sein. Also müssen Sie Ihre Wechselmotivation in den anderen Bestandteilen der Bewerbung betonen. Dazu haben Sie diese Optionen:

    Natürlich sollten Sie dabei selbst von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein – und davon, diese in der neuen Branche zur Geltung bringen zu können. Das sind beste Voraussetzungen für einen Branchenwechsel – und dann kann er gelingen.

    Jobwechsel begründen: So nicht!

    Es gibt gute Gründe für einen Jobwechsel. Aber auch gute Gründe dagegen – das sind die wichtigsten 3:

    1. Geld

      „Ich will mehr Geld verdienen.“ Das hört kein Personaler gerne. Natürlich ist jedem bewusst, dass das Gehalt ein überragendes Wechselmotiv ist. Aber sagen Sie es bitte nicht so offensichtlich! Das verrät, dass Sie am Job nicht wirklich interessiert sind, sondern in erster Linie am Geld. Berufung oder gar Liebe zum Job? Eher nicht. Außerdem kann Ihr Arbeitgeber nicht auf einen loyalen Mitarbeiter hoffen. Die Gefahr, dass Sie bei einem besseren Angebot sofort wieder weg sind, wäre groß.

    2. Zeit

      Wenn Sie von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, ist das Zeitmotiv offensichtlich. Dann dürfen Sie das auch sagen. „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben.“ Falls Sie aber auch beim neuen Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten, sollte das nicht Ihr Hauptargument sein. Menschlich zwar nachvollziehbar, suggeriert es: „Ich will so wenig arbeiten wie möglich.“ „Ich drücke mich vor Mehraufwand, wo es nur geht.“ Das lässt nicht auf Ehrgeiz und Einsatz schließen. Vielleicht ist das ein Trugschluss, aber so kommt es nun mal beim Personaler an.

    3. Eigen-PR

      Die dicke Marke im Lebenslauf – damit können Sie abends auf der Cocktail-Party prahlen! Es sei Ihnen auch gegönnt, aber als Argument für einen Jobwechsel sollten Sie die Arbeitgeberattraktivität hintenanstellen. Es zeigt: Sie sind auf der Suche nach Status und Anerkennung. Das ist zwar ebenfalls sehr menschlich, aber kein guter Grund. Der Arbeitgeber braucht eine gefestigte Persönlichkeit mit einem intakten Selbstwertgefühl. Sie arbeiten, um das Unternehmen voranzubringen und nicht, um Ihren Minderwertigkeitskomplex auszugleichen. Um die Inhalte geht es, nicht um Äußerlichkeiten. Dass Sie einen attraktiven Arbeitgeber haben, sollte immer nur netter Nebeneffekt sein, aber nie die Hauptsache.

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