Bewerben ohne Berufserfahrung: Wie man es richtig macht

Bewerben ohne Berufserfahrung Tipps

Bewerben ohne Berufserfahrung? Aussichtslos! Diesen Eindruck gewinnen Bewerber beim Blick in die Stellenanzeigen. Die berufliche Erfahrung, die jemand mitbringt, ist in der Tat ein wichtiges Einstellungskriterium. Berufsanfänger, Schulabgänger oder Hochschulabsolventen aber können damit nicht punkten. Auch Mütter oder Väter, die nach langer Auszeit in den Beruf zurückkehren möchten, müssen sich etwas einfallen lassen. Die gute Nachricht: Tricks und Hilfsmittel, derer sie sich bedienen können, gibt es einige. Bewerben ohne Berufserfahrung: So geht’s!

Bewerben ohne Berufserfahrung: Ein Teufelskreis!

Ein Arbeitsmarkt-Klischee besagt: Unternehmen wollen vor allem Bewerber, die jung und billig sind, aber schon gaaaanz viel Berufserfahrung mitbringen. Oft ist da auch was dran. Wenn in Stellenanzeigen etwa gefordert wird, Bewerber für eine Junior- oder Einstiegsposition müssten mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Na prima!

Im schlimmsten Fall führt das direkt in einen Teufelskreis: Keine Erfahrung, kein Job, keine Erfahrung, kein Job, immer noch keine Erfahrung, immer noch kein Job.

Für gut ausgebildete Fachkräfte und Absolventen stehen die Chancen freilich sehr gut, eine adäquate Stelle zu finden – auch ohne mehrjährige Erfahrung. Aber anfangs besagte Fälle gibt es noch immer, und eine oft übertriebene Anspruchshaltung der Unternehmen ebenso.

Was also soll jemand tun, der mit dem Verweis auf fehlende Berufserfahrung regelmäßig abgewiesen wird? Diesen Trend gilt es zu durchbrechen…

Bewerben ohne Berufserfahrung: Warum ist es so schwer?

Man brennt innerlich und würde alles geben, um diese Chance endlich zu bekommen – und zu nutzen. Indes: Man darf nicht. Wegen fehlender Berufserfahrung. Bewerber lässt das in einem Zustand der Ohnmacht zurück. Denn um Berufserfahrung sammeln zu können, braucht man diese Chance.

Vielleicht hat man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium, womöglich sogar mit Top-Noten. Dazu Praktika und Nebenjobs bestritten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als berufliche Erfahrung lassen das viele Unternehmen aber nicht gelten. Man will ja schließlich eine Arbeitskraft einstellen, die man nicht mehr groß einarbeiten muss, die einem sofort weiterhilft. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits unrealistisch.

Erfolglose Bewerber haben mehrere Optionen, um Berufserfahrung zu sammeln – auch ohne Berufserfahrung. Zum Beispiel die folgenden…

Keine Berufserfahrung: 7 Tipps für Jobsucher

So vergrößern Sie Ihre Chancen, wenn Sie sich trotz fehlender Berufserfahrung bewerben:

  1. Standort

    Den Radius vergrößern – das war schon immer eine Erfolgstaktik für Jobsucher. Bedeutet: Bewerben Sie sich in anderen Regionen, Städten, vielleicht sogar Ländern. Einen Umzug aus der Heimat bringt das mit sich, das stimmt. Aber es erhöht Ihre Erfolgsaussichten ganz erheblich – auch dann, wenn Sie bislang an der fehlenden Berufserfahrung gescheitert sind. Ein Umzug von Bremerhaven nach Baden-Württemberg etwa bringt Sie vielen Unternehmen näher, die massiv über fehlende Kräfte klagen. In Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel akut, in Bremerhaven die Arbeitslosigkeit hoch. Also: Im Süden werden Sie ungleich bessere Perspektiven haben, auch ohne langjährige Erfahrung einen Arbeitgeber zu finden, der Ihnen eine Chance gibt.

  2. Stellenanzeige

    Aus der Stellenanzeige lässt sich meist herauslesen, ob und welche Berufserfahrung gefordert ist. Manche erheben sie nicht zur Muss-Qualifikation, sondern zur Kann-Qualifikation. Wenn es etwa heißt: „Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert“ oder gar „Erste Berufserfahrung wünschenswert“, dann sollten Sie sich nicht von einer Bewerbung abhalten lassen. Zwar haben Erfahrene Vorteile, aber Unerfahrene landen nicht gleich auf dem Aussortiert-Stapel. Bestes Szenario für Sie ist: Sie erfüllen alle Anforderungen, die der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auflistet, einzig die Berufserfahrung fehlt. Dann sollten Sie in der Bewerbung vor allem auf die Qualitäten hinweisen, die deckungsgleich sind. Die fehlende Erfahrung können Sie beispielsweise so aufhübschen: „Ich brenne darauf, mein gesammeltes Knowhow endlich in die Praxis zu überführen.“

  3. Nischen

    Mit dem Strom schwimmen will keiner. Und trotzdem tun es (fast) alle. Bei den großen Konzernen wollen viele Absolventen unterkommen, für namhafte Arbeitgeber schaffen. Das ist auch völlig legitim. Allerdings gilt: Je größer das Unternehmen, desto populärer ist es, umso mehr Bewerber hat es und umso geringer sind die Einstellungschancen für jeden Einzelnen. Erst recht, wenn Sie noch keine oder kaum Berufserfahrung in die Waagschale werfen können. Schauen Sie sich daher nach Alternativen um. Die müssen gar nicht so viel schlechter sein. So gibt es in der Provinz unzählige Hidden Champions und Weltmarktführer, die unter dem Radar fliegen – und vielleicht auf Sie gewartet haben.

  4. Internationalität

    Ein Auslandsaufenthalt kann berufliche Erfahrung kompensieren – zumindest manchmal und teilweise. Er steht synonym für interkulturelle Kompetenz, Eigenständigkeit, Neugier und Kommunikationsvermögen – alles wertvolle Eigenschaften auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Außerdem lassen sich viele Auslandsaufenthalte kaum auf Echtheit überprüfen. Nein, damit wollen wir nicht andeuten, dass Sie schummeln, lügen und betrügen sollen. Aber Sie können durchaus ein paar Adjektive einstreuen, die Ihren Auslandsaufenthalt vorteilhaft beschreiben. So haben Sie im Work-and-Travel-Jahr in Australien nicht einfach Schafe geschoren, um sich die Weiterfahrt leisten zu können. Sie haben aktiv auf einer landwirtschaftlichen Farm mitgearbeitet und Arbeitserfahrungen gesammelt. Tipp daher: Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht aus, um Erfahrungen in Ihren Lebenslauf einfließen zu lassen. Nein, die zweiwöchige Abschlusstour an den Ballermann zählt nicht dazu. Aber eben Work-and-Travel-Reisen, Praktika, Schüler- und Studienaustausche, vielleicht sogar Kulturreisen.

  5. Kontakte

    Ein großes Netzwerk hilft bei der Jobsuche ungemein. Wer jemanden fragen kann, der jemanden kennt, der ein Unternehmen führt, das gerade neue Bewerber sucht. Gerade auf Jobsuche sollten Sie sich nicht zu schade sein, Ihre Kontakte zu aktivieren. In Zeiten von Xing und Linkedin wird es immer einfacher, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Und das sollten Sie auch tun. Denn nebenbei bemerkt ist es so: Wenn andere sehen, wie groß und verzweigt Ihr Netzwerk ist, imponiert ihnen das. Es suggeriert Expertise, Weltläufigkeit, Kommunikationsvermögen. Und es deutet an, dass sie schon herumgekommen sind in der Arbeitswelt (unabhängig davon, ob das stimmt). Das lässt Sie gleich wie eine gute Partie aussehen – echte Erfahrung hin oder her.

  6. Zeitarbeit

    Einem Absolventen mit guten Noten ist der Gang in die Zeitarbeit nur sehr bedingt zu empfehlen. Wenn Sie aber schon jahrelang auf Jobsuche sind, ohne Aussicht auf Besserung, dann können Sie die Zeitarbeit als Alternative in Betracht ziehen. Die Einstiegshürde ist deutlich niedriger. Sie können also endlich anfangen, Berufserfahrung zu sammeln. Die Lücken in Ihrem Lebenslauf werden nicht größer und größer. Außerdem gibt es den sogenannten Klebeeffekt: Wenn Sie das ausleihende Unternehmen so von sich überzeugen, dass es Sie nach einer Zeit fest übernehmen will. Das gelingt aber ehrlicherweise nicht jedem. Und es besteht die Gefahr, dass Sie tatsächlich kleben bleiben – nämlich in der Zeitarbeit.

  7. Knackpunkt

    Berufserfahrung ist und bleibt nur EIN Kriterium von vielen. Ein ganz wichtiger Tipp lautet: Finden Sie heraus, was den meisten anderen Bewerbern in Ihrem Wunschunternehmen fehlt – und nutzen Sie es zu Ihren Gunsten aus. Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich in einem mittelständischen Unternehmen als Kundenbetreuer bewerben. Dieses Unternehmen ist sehr bekannt, hat viele Sympathisanten und Unmengen an Bewerbungen auf dem Schreibtisch. Sie sind als Bewerber aber eher Durchschnitt und Ihnen fehlt außerdem – Sie ahnen es – die Berufserfahrung. Ihre Chancen sind ausgesprochen gering. Nun machen Sie aber die Entdeckung, dass die Firma aktuell eine Expansion nach Russland anstrebt. Sie sprechen zufällig russisch, weil Sie einen entsprechenden Migrationshintergrund haben. Geschätzt dürften nur ein paar Prozent aller anderen Bewerber ebenfalls fließend russisch sprechen. Für Kundenbetreuer in Russland aber ist russisch ein K.o.-Kriterium – ohne geht es nicht. Darum gehen Sie mit genau dieser Einzelkompetenz hausieren und lassen die fehlende Berufserfahrung fehlende Berufserfahrung sein. Das Unternehmen braucht einen Mitarbeiter, der russisch spricht. Darauf richten Sie Ihre Bewerbung aus. So kriegen Sie den Job – und nicht, indem Sie krampfhaft versuchen, die mangelnde Erfahrung zu verschleiern.

Wie Sie Ihren Lebenslauf mit Berufserfahrung anreichern

Erfahrung ist Definitionssache. Es gibt Menschen, die haben zehn Jahre gearbeitet, ohne etwas dazugelernt zu haben. Andere konnten aus einer zweiwöchigen Hospitation bahnbrechende Erkenntnisse mitnehmen. Im Bewerbungsprozess wird Erfahrung meist in Monaten und Jahren gemessen. Je länger, desto erfahrener.

In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass Ihre bisherigen Stationen in einem möglichst guten Licht erscheinen. Ein Praktikum gewinnt gleich an Wert, wenn Sie Erfolge und Erkenntnisgewinn beschreiben. Fehlen diese Hinweise, könnte man meinen, Sie haben Ihre Zeit nur abgesessen und sehnlich darauf gewartet, endlich wieder nach Hause gehen zu können.

Und: In Ihrem Privatleben gibt es bestimmt auch Stationen, die Sie einbringen können. Wenn Sie sich zum Beispiel im Sportverein engagieren oder als Elternsprecher der Kita. Das fällt formell nicht unter Berufserfahrung, aber ist doch eine sehr gute Argumentationshilfe für die eigene Bewerbung. Beispiel: Sie verkaufen regelmäßig alte Klamotten auf dem Flohmarkt in Ihrer Stadt. Ein ausgezeichneter Beleg dafür, dass Sie gut mit Kunden umgehen können und Spaß am Verkaufen haben – und der richtige Mann oder die richtige Frau für den Verkäufer-Job sind, für den Sie sich bewerben wollen.

Kurzum: Es gibt Mittel und Wege, fehlende Berufserfahrung im Lebenslauf auszugleichen. Diese zählen dazu:

  • Weiterbildungen, Fortbildungen, auch private (z.B. Sprachen lernen)
  • Ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen oder sozialen Projekten
  • Private Projekte wie Blog schreiben, thematischen Instagram-Account pflegen, Nachhilfe geben…
  • Kurse (Malen, Töpfern, Singen, Sprachen)

Ihre Engagements können Sie im Lebenslauf im Einzelfall sogar unter Berufliche Stationen auflisten. Aber nur dann, wenn sie für die angestrebte Stelle eindeutig relevant sind. Wenn nicht, dann führen Sie lieber eine eigene Rubrik ein, in der Sie ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unterbringen.

Fehlende Berufserfahrung: Sie betrifft mehr als Sie glauben!

Bewerben ohne Berufserfahrung Umfrage70 Prozent der Deutschen stecken in einem ungeliebten Job fest, behauptete das Karriereportal Linkedin Ende 2018. Trotzdem versuchen viele nicht, diesen Zustand zu ändern. Sie bleiben im alten Job kleben. Vor allem Millenials und Frauen plagen demnach Selbstzweifel. Warum bewerben sie sich nicht?

  • 33 Prozent glauben, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst.
  • 30 Prozent sagen, dass sie keine ausreichende Berufserfahrung haben.
  • 28 Prozent verlassen die eigene Komfortzone nur ungerne.

Sie sehen: Nicht nur Langzeitarbeitslose oder Stay-at-home-Mamas sind mit diesem Problem konfrontiert. Sehr viele Arbeitnehmer glauben von sich, ihnen fehle die Erfahrung – und bewerben sich erst gar nicht. Ein Fehler – der nur denjenigen nützt, die sich TROTZDEM bewerben…

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Bewerbung Werkstudent: Die besten Tipps

Bewerbung Werkstudent Tipps

Werkstudenten können sich glücklich schätzen. Sie haben einen Fuß in der Tür des Unternehmens, sammeln Erfahrung, Kontakte und bekommen deutlich mehr als ein Taschengeld. Doch zuerst müssen sich BWLer oder Informatiker eine Stelle sichern, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Eine lieblose Bewerbung führt da meist nicht zum Ziel. Bewerbung Werkstudent: So überzeugen Sie den Arbeitgeber davon, dass Sie ein Gewinn für ihn sind…

Bewerbung Werkstudent: Warum sind die Stellen so begehrt?

Stellen als Werkstudent sind so begehrt wie gute Noten im Studium. Sie sind so etwas wie die bessere Alternative zum Studentenjob. Während klassische Studentenjobs dazu da sind, um Geld zu verdienen, bauen Werkstudenten eine enge Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Sie sammeln schon während des Studiums wertvolle Berufserfahrungen, üben anspruchsvolle Tätigkeiten aus und vergrößern ihre Chancen auf einen Berufseinstieg – oft im gleichen Unternehmen.

Viele Unternehmen stimmen ihre Aufgaben sogar auf das Studium und den Vorlesungsplan ihres Werkstudenten ab – eine immense Hilfe. So leidet das Studium nicht unter der Nebenbeschäftigung.

Und noch ein Vorteil: Da es oft größere Unternehmen sind, die Werkstudenten-Stellen anbieten, sind diese in der Regel gut bezahlt: Bis zu 1.000 Euro pro Monat sind drin – für Studierende ein beträchtlicher Betrag.

Und auch wenn es hinterher mit der Übernahme nicht klappt: Eine gute Referenz sollten Studenten allemal mitnehmen. Dadurch wird ihr Lebenslauf aufgewertet, die Attraktivität für andere Arbeitgeber steigt. Dafür müssen Werkstudenten natürlich auch eine Gegenleistung erbringen. Und die hat es in sich:

  • Bis zu 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche im Unternehmen – während der Vorlesungszeit.
  • In der vorlesungsfreien Zeit ist meist Vollzeitarbeit angesagt.

Die Abschlussarbeit sollte über das Unternehmen geschrieben werden bzw. über ein Thema, das mit dem Unternehmen in Verbindung steht – und ihm selbst einen Erkenntnisgewinn liefert. Von wissenschaftlicher Freiheit kann dann nicht mehr die Rede sein.

Die Bewerberzahlen sind oft sehr hoch. Bewerber müssen sich durch aufwändige Prozesse kämpfen und gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Manchmal bekommen Sie die Stelle sogar nur über Beziehungen.

Bewerbung Werkstudent: Wie komme ich an eine Stelle?

Die Vorlaufzeit ist in vielen Fällen lang. Werkstudenten müssen sich oft schon drei bis sechs Monate vor dem avisierten Eintrittstermin beim Unternehmen bewerben. Die Arbeitgeber wollen sich einerseits auf den Werkstudenten einrichten, andererseits müssen sie sich durch einen riesigen Stapel an Bewerbungen kämpfen. Das zieht sich.

Zudem müssen oft noch festlegen, welche Aufgaben der Werkstudent übernehmen soll. Anforderungsprofile verändern sich – so wie der Arbeitsmarkt ingesamt. Als Bewerber sollten Sie zunächst diese Fragen beantworten, um in die engere Auswahl zu kommen:

  • Was studieren Sie?
  • Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich?
  • Warum wollen Sie gerade hier als Werkstudent anheuern?

Es geht also darum, wie gut Sie zum Unternehmen passen, wie sehr Sie sich mit ihm und seinen Produkten identifizieren – und nicht zuletzt darum, was der Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann. Motivation und Mehrwert – dieses Duo bringt Sie auf dem Weg zur Werkstudenten-Stelle weiter.

Dementsprechend sollten Sie in der Bewerbung auch nicht nur schreiben, dass Sie Praxiserfahrung sammeln wollen. Es geht nicht nur um Sie, auch um das Unternehmen. Warum sollte es Ihnen denn Praxiserfahrung gewähren; welche Gegenleistung bieten Sie an?

Darum sollten Sie diese Aspekte in der Bewerbung Werkstudent möglichst genau beschreiben:

  • Motivation
  • Qualifikation
  • Aufgaben
  • Ziele

Bewerbung Werkstudent: Soft Skills betonen!

Wenn Sie sich für eine Stelle als Werkstudent bewerben, betonen Sie vor allem Ihre Soft Skills. Unternehmen wollen sich keinen Studenten ins Haus holen, der die Atmosphäre stört, den Zusammenhalt untergräbt oder die Abläuft stört. Keinen Besserwisser, Motzki, Nörgelpott, Quertreiber oder Tratschtante.

Sicher, das gilt im Prinzip für ALLE Bewerber. Aber für Werkstudenten noch mehr. Sie haben keine oder kaum Berufserfahrung, auf die Sie sich berufen könnten. Eine begehrte Fachkraft lässt man nicht einfach vom Haken, nur weil sie in der Zusammenarbeit schwierig ist. Einen potenziellen Werkstudenten sofort.

Wichtige Soft Skills für Werkstudenten sind:

  • Belastbarkeit
  • Emotionale Intelligenz
  • Empathie
  • Engagement
  • Flexibilität
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Problemlösungskompetenz
  • Selbstdisziplin
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zuverlässigkeit

Welche Vorteile haben Werkstudenten?

Werkstudenten sind aus vielen Unternehmen nicht wegzudenken. Immerhin bieten sie ihren Arbeitgebern handfeste Vorteile. Auf der anderen Seite sind sie aber deutlich teurer als Praktikanten. Und ihre Einarbeitung erfordert erheblichen Mehraufwand. Darum ist der Auswahlprozess manchmal sehr anspruchsvoll – und für den Bewerber oft vergeblich.

Hat er oder sie die Stelle aber ergattert, winken Vorteile:

Als Werkstudent sammelt man Erfahrung und kann sich beweisen. Ein Unternehmen, das einen fähigen Werkstudenten beschäftigt, ist in Zeiten von Fachkräfteengpässen gut beraten, ihm ein Übernahmeangebot zu machen. Der Berufseinstieg kommt näher.

Und selbst wenn das nicht klappt und der Arbeitgeber keine Übernahme offeriert, verbessern sich die Jobperspektiven. Der Lebenslauf wird durch die Station aufgewertet. Eine gute Referenz gibt es noch obendrauf. Das sind Vorteile im kommenden Bewerbungsmarathon.

Werkstudenten haben auch die Möglichkeit, sich in einem Beruf und einer Branche auszuprobieren. Dies gibt Orientierung und beantwortet offene Fragen. Nicht jeder Student hat schließlich einen klaren Karriereplan in der Tasche. Wenn der Job gefällt, kann man sich in dieser Nische einrichten. Ist die Stelle gar nichts für einen, schlägt man eben einen anderen Weg ein.

Darüber hinaus sammeln Werkstudenten wertvolle Kontakte. Und Kontakte sind die Leitwährung auf dem modernen Arbeitsmarkt. Sie können auch später noch aktiviert werden. Wer weiß, vielleicht klappt es ja in einigen Jahren mit einer Anstellung im Unternehmen – wenn der aktuelle Einstellungsstopp vorüber ist zum Beispiel.

Werkstudenten: Das sollten Sie wissen

Bewerbung Werkstudent VersicherungStudenten dürfen während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dies besagt die sogenannte Werkstudentenregelung. Dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht. Dazu können auch mehrere Beschäftigungen – Minijob und selbstständige Tätigkeit zum Beispiel – zusammengerechnet werden.

In diesem Fall ist die Tätigkeit für Studierende sozialversicherungsfrei. Sie zahlen genauso wenig wie Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Nur Beiträge zur Rentenversicherung müssen sie abführen.

Außerdem gilt: Werkstudenten…

  • …sind einkommensteuerpflichtig. Die meisten bleiben aber unter dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro (Stand: 2019) und zahlen de facto keine Steuern.
  • …dürfen während der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
  • …müssen in einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein
  • …erwerben durch ihre Tätigkeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • …haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für maximal sechs Wochen.
  • …können nur in der Familienversicherung der Eltern bleiben, wenn ihr monatliches Einkommen 445 Euro (Stand: 2019) nicht übersteigt.
[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

Bewerbung zurückziehen: So einfach ist das

Bewerbung zurückziehen Tipps

Manche bewerben sich mit der Schrotflinte, andere versenden ihre Unterlagen nur an ausgewählte Unternehmen. So oder so: Manchmal muss ein Unternehme vom Bewerber aus seiner Liste gestrichen und aussortiert werden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Doch wie ziehe ich eine Bewerbung zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren oder meinen Ruf aufs Spiel zu setzen? Bewerbung zurückziehen: So einfach kann das sein…

Bewerbung zurückziehen: Warum sollte ich das tun?

Wer eine Bewerbung zurückziehen möchte, muss sich in einer Luxussituation befinden. Er oder sie hat ganz offensichtlich eine bessere Alternative aufgetan, die entsprechende Stelle gar nicht mehr nötig. Doch gibt es weitaus mehr Szenarien, als man denkt, in denen man die eigene Bewerbung widerrufen möchte – oder zumindest darüber nachdenkt.

Gründe können sein:

  • Eine schwere Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, in absehbarer Zukunft eine Tätigkeit auszuüben.
  • Eine Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst voll und ganz auf Ihren Nachwuchs konzentrieren.
  • Ein neuer Job Ihres Partners in einer anderen Stadt, Region oder im Ausland. Sie wollen ihm oder ihr dorthin folgen.
  • Wirtschaftliche Gründe. Zum Beispiel den, dass Sie sich ursprünglich für eine Teilzeitstelle beworben haben, nun aufgrund finanzieller Zwänge aber doch lieber in Vollzeit arbeiten möchte. Oder den umgekehrten Fall, dass Sie statt Vollzeit doch lieber Teilzeit arbeiten möchten.
  • Akute Bedenken. Sie könnten zum Beispiel Angst haben, dass Ihnen der Job doch nicht liegen wird, dass Sie die Anforderungen nicht erfüllen oder auch, dass Sie massiv überqualifiziert sind.
  • Informationsgewinn. Sie haben neue Informationen erhalten – durch das Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda – die den künftigen Arbeitgeber sehr unvorteilhaft aussehen lassen. Deswegen wollen Sie lieber Abstand von einer Anstellung nehmen.
  • Den Probearbeitstag haben Sie als katastrophal empfunden.
  • Das angebotene Gehalt entspricht in keinster Weise Ihren Erwartungen.

Und das sind nur einige Gründe; es gibt ganz sicher noch sehr viel mehr. Aber egal, weswegen Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen, Sie sollten Ihren Rückzieher offen und ehrlich kommunizieren. Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen oder auf Anfragen nicht reagieren, das wäre kein guter Stil. Das haben Sie überhaupt nicht nötig – und es spricht sich in der Branche vielleicht sogar herum. Nicht gut!

Aber wie sagen Sie es dem Unternehmen nur? Karrieresprung hat folgende Vorschläge für Sie…

Bewerbung zurückziehen: 3 gute Argumente

Natürlich kann es passieren, dass der Arbeitgeber verschnupft auf Ihren Rückzieher reagiert. Immerhin hat er Zeit und Mühe investiert, Ihre Bewerbung gesichtet, Sie vielleicht sogar schon zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alles für die Katz!

Andererseits gehören Absagen zum Recruiting-Prozess dazu wie die Drehleiter zur Feuerwehr. Sie sind für Personaler das tägliche Brot. Und was wäre die Alternative? Die Füße still halten und nichts mehr von sich hören lassen? Dies würde das Personalbüro erst recht verärgern und überdies ebenfalls Arbeit verursachen. Und eine zweite Chance bekommen Sie in dem Unternehmen so schnell auch nicht mehr.

Sie könnten natürlich auch den Umweg über die Probezeit gehen. Sie nehmen Ihre Arbeit auf und kündigen dann gefahrlos in der Probezeit. Aber dies würde nur Zeit kosten und wäre unehrlich. Wozu das Theater?

Vor allem drei Gründe sprechen dafür, eine Bewerbung offen und ehrlich wieder zurückzunehmen…

  1. Manieren

    Anstand, Manieren, Gepflogenheiten – klingt wie der Auszug aus einem Lehrbuch des 19. Jahrhunderts, ist aber aktueller, als wir manchmal glauben. Höflichkeit ist eine Tugend – auch heute noch. Es gehört sich schlicht und einfach, einem Unternehmen abzusagen, wenn man eine andere Stelle gefunden hat oder aus einem anderen Grund von der Bewerbung Abstand nehmen will. Das sollte als Grund doch eigentlich schon genügen, oder? Kleiner Tipp: Es fühlt sich richtig gut an, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein. Probieren Sie es mal aus!

  2. Ruf

    Ihr Ruf wird massiv beschädigt, wenn Sie nicht souverän mit der Situation umgehen. Sie wissen ja: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Das gilt gerade für kleine, überschaubare Branchen mit einer begrenzten Anzahl von Arbeitgebern. So etwas könnte sich herumsprechen – schlecht für Sie! Außerdem werden Boomerang-Karrieren immer beliebter. Boomerang bedeutet: Man verlässt das Unternehmen im Guten, um anderswo eine neue Herausforderung anzunehmen. Gelingt die nicht so wie erwartet, kehrt man in die alte Firma zurück. Es wird jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein, wenn man sich dort gerne an Sie erinnert.

  3. Fairplay

    Nicht jeder Sportler ist ein fairer Sportsmann. Aber die meisten sind es sehr wohl. Das merkt schnell, wer Judo oder Rugby, Handball oder Hockey spielt. Auch zur Bewerbung gehört der Fairplay-Gedanke dazu. Wenn Sie absagen, geben Sie Ihren Mitstreitern eine Chance. Das ist nur fair – und richtig.

Wie ziehe ich meine Bewerbung zurück?

Sie haben im Grunde drei Alternativen:

  • Anruf
  • Brief
  • E-Mail

Karrieresprung empfiehlt Ihnen Variante 1, den Anruf. Er hat folgende Vorteile: Die Absage ist schnell erledigt. Sie können sicher sein, dass der Empfänger Ihre Absage erhalten hat und Sie aus dem Bewerbungsprozess nimmt. Sie müssen kein Porto bezahlen und nicht auf eine Reaktion des Empfängers warten. Die kriegen Sie nämlich sofort. Außerdem wirkt es selbstbewusst, zum Hörer zu greifen und die Situation persönlich zu regeln. Es schindet Eindruck – wenigstens ein bisschen.

Eine Alternative ist der Absagebrief. Er zeugt von Stil und einem Mindestmaß an Mühe, die Sie sich extra gemacht haben. Immerhin mussten Sie Formulierungen finden, den Brief aufsetzen und zur Post bringen. Das ist sehr viel aufwändiger als eine kurze E-Mail in die Tasten zu hauen.

Die ist selbstverständlich auch eine Option. Schließlich haben Sie die E-Mail-Adresse des Personalers vermutlich schon. Wenn Sie also eine E-Mail schreiben, kommt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch an. Wenn nicht, wird Ihnen das hoffentlich in Form eines Abwesenheitsassistenten mitgeteilt. Aber investieren Sie ausreichend Zeit, um die richtigen Formulierungen zu finden und belassen Sie es nicht bei ein oder zwei Sätzen. Das wäre unhöflich.

Im Übrigen können Sie auch eine Mischform wählen. Erst eine Absagemail schreiben und hinterher noch einmal durchklingeln oder umgekehrt am Telefon erwähnen, dass Sie Ihre Absage auch noch schriftlich bestätigen. Das zeigt Professionalität. Unternehmen schätzen das.

Wie baue ich meine Absage auf?

Haben Sie sich für eine schriftliche Variante entschieden? Sie können sie im Prinzip so ähnlich aufbauen wie ein Anschreiben:

  • Briefkopf (Ihr Name, Anschrift, Kontaktdaten)
  • Name, Anschrift des Empfängers
  • Datum
  • Betreff
  • Persönliche Anrede
  • Absage
  • Grußformel
  • Unterschrift

Kein Personaler will sich lange Essays durchlesen, warum Sie den Job doch nicht wollen. Höchstens, um sich zu amüsieren. Den Gefallen sollten Sie ihm nicht tun. Bleiben Sie kurz und prägnant. Aber nicht ZU kurz. Ein Satz a la „Hiermit möchte ich meine Bewerbung für die Stelle as Controller zurückziehen. Mit freundlichen Grüßen“ wirkt wie ein höflicheres „Leck mich“. Sie sollen keine Rechtfertigungen, aber Begründungen liefern. Diese hat die Firma durchaus verdient.

Bauen Sie die Absage inhaltlich so auf:

  • Danksagung: Als Erstes bedanken Sie sich für die Möglichkeit, dass Sie sich im Unternehmen bewerben konnten beziehungsweise dass Sie schon zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.
  • Begründung: Nun führen Sie den Grund an, der für Ihre Absage ausschlaggebend ist. Mehr als zwei Gründe sollten es auf keinen Fall sein. Selbst wenn Sie mehrere gute Gründe für eine Absage haben, sollten Sie nicht alle aufzählen – nur den Hauptgrund. Andernfalls würde der Text wie eine einzige Rechtfertigung wirken und rechtfertigen müssen Sie sich nicht.
  • Bedauern: Drücken Sie Ihr Bedauern darüber aus, dass Sie dem Unternehmen Umstände bereitet haben, aber bitten Sie gleichzeitig um Verständnis für Ihre Entscheidung.

Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 1

So könnten Sie eine Absagemail formulieren:

Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

haben Sie vielen Dank, dass ich mich vor einigen Wochen auf Ihre Stellenanzeige als Controller bewerben konnte.

Hiermit möchte ich diese Bewerbung aber wieder zurückziehen. Ich hatte zwar großes Interesse an der Stelle und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot erhalten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses noch besser mit meinen beruflichen Plänen vereinbar ist. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen absagen und bitte um Ihr Verständnis.

Wenn ich Ihnen Umstände bereitet haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, Sie finden schnell den richtigen Mann oder die richtige Frau für die Stelle.

Für Ihr freundliches Entgegenkommen bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Tim Taler

Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 2

So könnte Ihre Absage aussehen, wenn Sie bereits eine Zusage des Unternehmens erhalten haben:

Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

ich freue mich sehr über Ihre Zusage für die Stelle als Marketingassistent und bedanke mich für Ihr Vertrauen.

Allerdings habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Stelle nicht anzutreten. In der Zwischenzeit habe ich ein anderes Angebot erhalten, was meinen beruflichen Plänen noch besser entspricht. Daher möchte ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.

Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen dadurch Umstände bereite, bitte Sie aber um Verständnis für meine Entscheidung. Die Wahl fiel jedenfalls nicht GEGEN Ihr Unternehmen, sondern FÜR ein anderes.

Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr freundliches Entgegenkommen und hoffe, dass Sie die Stelle zügig neu besetzen können.

Mit freundlichen Grüßen
Tim Taler

Bewerbung zurückziehen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

Hier sind weitere Satzbausteine, die in einer Absage benutzt werden können:

  • Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein Angebot erhalten, was noch ein bisschen besser zu mir passt. Darum ziehe ich meine Bewerbung schweren Herzens wieder zurück.
  • Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis.
  • Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken. Von Ihrem Unternehmen habe ich dabei einen sehr positiven Eindruck gewonnen und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit für ein anderes Stellenangebot entschieden, das mich noch etwas mehr reizt. Daher möchte ich Ihnen heute leider absagen.
  • Vielen Dank für das positive Feedback auf meine Bewerbung. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot angenommen, das noch besser zu mir passt. Daher muss ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.
  • Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich muss meine Bewerbung hiermit leider zurücknehmen. Nach gründlicher Überlegung glaube ich, dass ein anderes Stellenangebot meinem Profil noch besser entspricht und habe es daher angenommen. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedauere es, Ihnen Umstände bereitet zu haben.

Interne Bewerbung zurückziehen

Interne Bewerbung zurückziehenSie haben längst gemerkt: Der Ton macht auch bei einem Bewerbungsrückzieher die Musik. Das gilt umso mehr, wenn es sich um eine interne Bewerbung handelt. Sie werden den Personen im Flur über den Weg laufen, denen Sie zuvor einen Korb gegeben und Umstände bereitet haben.

Darum ganz wichtig: Begründung liefern, aufrichtig bedanken und bedauern. Am besten persönlich anrufen – oder im Büro vorbeischauen! So können Sie Missverständnisse aus dem Weg räumen und Ihre Beweggründe darlegen.

[Bildnachweis: Lolostock by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Worauf Sie achten sollten

Vorstellungsgespräch Körpersprache beachten

Wie der Bewerber geht, guckt und gestikuliert – das ist oft noch wichtiger als das, was er im Vorstellungsgespräch sagt. Die Körpersprache gibt viele Geheimnisse über uns preis: Sie zeigt, ob wir nervös oder abgebrüht sind, offen oder verschlossen. Zumindest glauben das viele; Personalverantwortliche messen der Körpersprache eine große Bedeutung zu. Allein darum sollten Bewerber auf ihre Hände und Füße achten, auf Gestik und Mimik. Vorstellungsgespräch Körpersprache: Was gut ankommt – und was nicht…

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Darum ist sie wichtig

Ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch zu jedem Zeitpunkt die richtigen Dinge sagt, kriegt den Job trotzdem nicht – wenn seine Körpersprache negativ auffällt.

Keine Angst: Ihre Gestik und Mimik müssen nicht perfekt oder makellos sein. Jeder wippt oder zappelt oder nestelt oder fuchtelt mal ungelenk herum – alles völlig normal. Aber des Gesamteindruck muss stimmen.

Sofern Ihre erratischen Bewegungen Überhand nehmen, wird Ihr Gegenüber denken: Was stimmt mit ihm oder ihr nicht? Zu den Gesten, die Personalern negativ auffallen, zählen folgende. Wenn der Bewerber…

  • nicht oder selten lächelt
  • keinen Blickkontakt aufnimmt bzw. ihn nicht hält
  • unentwegt zappelt, fummelt, nestelt
  • keine Körperspannung hat, sondern schlapp im Stuhl sitzt
  • einen laffen Händedruck hat
  • permanent mit den Haaren spielt
  • wild mit den Händen herumfuchtelt
  • die Arme verschränkt

Auf den Händedruck kommt’s an

Allein der Händedruck hat großen Einfluss auf den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs, wollen US-Wissenschaftler herausgefunden haben. Insbesondere Frauen bekommen den Job demnach eher, wenn sie kraftvoll zugedrückt haben.

Grundsätzlich gilt: Bitte nicht schütteln oder rühren! Sondern kurz die Hand geben und drücken. Mehr als drei bis vier Sekunden sollte der Vorgang nicht dauern. Sie sind ja nicht Donald Trump, der aus jedem Handshake eine eigene Zeremonie macht!

So geht es richtig:

  • Zur Begrüßung aufstehen.
  • Sich mit Namen vorstellen.
  • Der Ranghöchste reicht zuerst die Hand.
  • Blickkontakt halten.
  • Hand kräftig drücken (aber nicht ZU kräftig), nicht schütteln.
  • Nach spätestens 5 Sekunden loslassen

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Der erste Eindruck

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie eine große Klippe umschifft. Sie zählen zu den Auserwählten, bringen offensichtlich alle notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen mit.

Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und ohne überzeugende Kür kann niemand Eiskunstlauf-Weltmeister werden – und den Job bekommt er oder sie auch nicht. In der Regel sind es die Soft Skills, die zu Punktabzügen in der B-Note führen.

Bewerber senden Signale aus, viele davon will der Personaler aber nicht empfangen. Wenn in ihm der Eindruck entsteht, der Bewerber passe doch nicht richtig ins Team, dann war es das. Das kann an fehlendem Sinn für Humor liegen oder auch an einer extravaganten Kleidungswahl – oder eben an der Körpersprache.

Wichtig ist der erste Eindruck. Oft bilden wir uns in den ersten Momenten schon ein abschließendes Urteil über eine Person, das wir dann immer weiter verfestigen. Die Körpersprache ist hierfür mitentscheidend. Warum schaut mir der Bewerber nicht in die Augen? Wieso ist sein Händedruck so schlapp wie ein toter Fisch? Warum guckt er so böse?

Über die Qualifikationen eines Kandidaten sagt all das rein gar nichts aus. Aber es ist dennoch von enormer Tragweite. Denken Sie vor Ihrem nächsten Jobinterview unbedingt daran…

3 Tipps für alle Gesprächsphasen

Karrieresprung hat Tipps für alle Phasen des Bewerbungsgesprächs…

  1. Begrüßung

    Sobald Sie den Gesprächsraum betreten, sollte Ihr Outfit sitzen. Sie sollten also nicht mehr an Ihrer Bluse herumzupfen oder die Krawatte richten oder das Hemd in die Hose stopfen.

    Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner Sie begrüßt und Ihnen die Hand reicht. Nicht von sich aus die Hand ausstrecken, das bleibt dem Gastgeber vorbehalten. Und drücken Sie kurz und kräftig zu, aber nicht so fest, dass ihm die Fingerknochen weh tun.

    Immer wichtig: Blickkontakt halten und lächeln!

  2. Gesprächsbeginn

    Knigges Grundregeln: Lümmeln Sie sich nicht wie ein Teenager in den Stuhl und verschränken die Arme, schlagen die Beine in Macker-Manier übereinander oder tippen damit nervös auf den Boden. Und erst hinsetzen, nachdem man Ihnen den Stuhl angeboten hat.

    Ein Fauxpas wäre es auch, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder mit Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn zu reiben – so wie griechische Philosophen das mutmaßlich getan haben. Diese Gesten wirken entweder unsouverän, anstandslos, arrogant, desinteressiert – oder alles zusammen.

    Wie Sie es besser machen: Gerade hinsetzen. Aufrecht! Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls, sondern nehmen die gesamte Sitzfläche ein. Die Beine am besten nebeneinander platzieren, Arme und Hände locker im Schoß. Dabei können Sie sich mit Gesten wie der Merkel-Raute behelfen. Ihren Körper lehnen Sie leicht nach vorne, das zeigt Interesse und Engagement.

    Optimal, wenn Sie die Sitzhaltung an jene Ihres Gegenübers anpassen. Experten sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Auf gut deutsch: Nachmachen. Dabei sollten Sie sich aber nicht zu plump anstellen, sondern subtil vorgehen. Vorteil: Gemeinsamkeiten lassen Vertrauen und Sympathie wachsen. Und mit dem Spiegeleffekt tragen Sie genau dazu bei.

  3. Gesprächsende

    Sie können eine Top-Leistung abrufen – und am Ende doch alles zunichte machen. Der Abschied ist der letzte Eindruck, den der Personaler von Ihnen hat. Versauen Sie ihn nicht. Das kommt leider sehr häufig vor.

    Vielleicht ist der letzte Eindruck sogar noch wichtiger als der erste, denn er wirkt nach. Er bleibt kleben, so wie ein schlechter Wein.

    Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, müssen Sie nur noch einmal kurz höchste Konzentration aufbringen – und alles ist gut. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern also erneut die Hand, schauen Sie ihnen in die Augen (!) und verabschieden sich höflich, aber selbstbewusst. „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“

    Fangen Sie jetzt bloß nicht an, Anekdoten auszupacken oder Witze zum Nachtisch zu servieren. Kein Geblubber, sondern ein kurzer und gewinnender Abschied. Dann mit aufrechter Körperhaltung hinaus zur Tür – und erst, wenn Sie außer Sichtweite sind, können Sie genüsslich an Ihrem Bart zupfen, das Jacket auf den Boden pfeffern oder die schäbige Sonnenbrille aufsetzen – was Sie wollen.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Kleine Gesten

Eine Geste kann zum Markenzeichen eines Menschen werden. Aber wenn es zu viele kleine Gesten werden, in zu kurzer Zeit, sieht das in den seltensten Fällen vorteilhaft aus. Sie sollten also nicht ständig an der Nase kratzen, ans Kinn fassen, durch die Haare streichen oder mit den Fingern tippen. Personalern fallen diese Gesten auf, auch wenn es nur kleine sind. Sie sind darauf trainiert. Sie können das Gesamtbild eines Bewerbers komplett ruinieren.

Besser sind ruhige und nicht zu hektische Gesten. Nicht immer mit beiden Händen, gerne nur mit einer. Eine offene Körperhaltung signalisiert Entgegenkommen und Offenheit. Spielkinder verzichten möglichst darauf, am Ring oder anderen Spielzeugen herumzufingern, weil es Unsicherheit und Nervosität bezeugt.

Wenn Sie mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzen, wenden Sie sich stets dem zu, der gerade spricht. Ab und zu nicken, Blickkontakt halten und ihm oder ihr niemals ins Wort fallen. Machen Sie nicht den Fehler, sich auf den ranghöheren Gesprächspartner zu konzentrieren und den anderen zu ignorieren. Das ist Ausdruck höchster Arroganz und Berechnung.

Und noch etwas: Falls Sie am Schreibtisch des Personalers Platz nehmen und Ihre Unterlagen dort ausbreiten, beanspruchen Sie so wenig Platz wie möglich. Andernfalls verletzen Sie das Territorium Ihres Gesprächspartners – und das kostet viele Punkte.

Gefühle nicht unterdrücken!

Die volle Kontrolle über sich und seinen Körper haben – das erfordert Anstrengung. Aber vielleicht ist totale Kontrolle auch gar nicht sinnvoll.

Ihre Gefühle komplett unterdrücken sollten Sie nämlich nicht. Wer im Vorstellungsgespräch zu cool auftritt, reduziert seine Einstellungschancen. Das haben US-Wissenschaftler aus Texas herausgefunden.

Ihre Argumente: Selbstkontrolle kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Darum können sich Menschen, die Gefühle unterdrücken, schlechter an Einzelheiten aus Ihrem Lebenslauf erinnern. Und wirken nicht mehr cool, sondern stocksteif.

[Bildnachweis: igorstevanovic by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch verschieben: Auf diese Weise klappt es

Vorstellungsgespräch verschieben Tipps

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber sieht das der Arbeitgeber genauso? Diese Frage stellen sich Bewerber, die ein Vorstellungsgespräch verschieben wollen oder müssen. Schließlich kann eine lästige Erkältung dazwischenkommen oder ein privater Notfall oder ein Geschäftstermin oder… Ob die Chancen durch eine Absage auf den Nullpunkt sinken oder so intakt sind wie zuvor, kommt auf Umstände und Begründung an. Einen guten Grund nimmt kein seriöser Arbeitgeber dem Bewerber übel, einen schlechten umso mehr…

Vorstellungsgespräch verschieben: Geht das überhaupt?

Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut sich jeder. So manch einer flippt sogar regelrecht aus. Viel Zeit für eine Reaktion indes bleibt nicht. Man sollte schon innerhalb von zwei Werktagen den Termin bestätigen – das erwarten Arbeitgeber von einem Bewerber.

Bleibt die Terminbestätigung aus, entsteht der Eindruck, man sei in Wahrheit gar nicht so heiß auf den Job. Und das bringt einen direkt wieder ins Hintertreffen gegenüber der Konkurenz.

Auf der anderen Seite schauen Bewerber heute aufmerksam nach links und rechts. Mit anderen Worten: Sie bewerben sich anderweitig. Das erhöht ihre Chancen, so schnell wie möglich wieder in Arbeit zu kommen. Und es streut gewissermaßen das Risiko, verringert die Abhängigkeit von den Launen EINES Arbeitgebers.

Dann kann es passieren, dass man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zusagen fürs begehrte Jobinterview bekommt. Das schmeichelt der geschundenen Seele, kann einen aber gleichzeitig in arge Terminnot bringen. Denn vielleicht überschneiden sich die Termine.

Was tun in solch einem Fall?

Vorstellungsgespräch verschieben: Damit testen Sie den Arbeitgeber!

So mancher verkneift sich den Wunsch nach einer Terminverschiebung. Das könnte dem Arbeitgeber sauer aufstoßen, so der Glaube, und die Jobchancen verringern. Doch das ist Mumpitz.

Einen Termin gibt man nicht vor, man spricht ihn ab. Dazu gehört, dass beide Seiten mit ihm einverstanden sind. Es gibt sicher Ausnahmen: Findet ein Bewerber partout keine Übereinstimmung und kann drei, vier, fünf angebotene Termine aus den verschiedensten Gründen nicht wahrnehmen, spricht das nicht gerade für seine Motivation. Ein wenig entgegenkommen müssen Sie dem Unternehmen dann schon…

Grundsätzlich aber ist die Bitte nach Terminbestätigung keine reine Höflichkeitsfloskel. Ja, Bewerber dürfen sehr gerne nach einer Alternative fragen oder diese von sich aus anbieten. Bedenken Sie: Ein Arbeitgeber, der zu keinem Kompromiss bereit ist und stur auf diesem einen Termin besteht, wird Sie und Ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag auch nicht sonderlich wertschätzen.

Genau das spricht sogar dafür, explizit nach einem neuen Termin zu bitten: Zeigt das Unternehmen Verständnis und kommt Ihnen entgegen, dann dürfen Sie an dieser Stelle einen Haken machen – und es in die engere Wahl Ihrer Wunsch-Arbeitgeber aufnehmen.

3 gute Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

Generell gilt: Ja, Vorstellungsgespräche dürfen Sie guten Gewissens verschieben. Vielleicht sollten Sie es sogar. Eine Begründung aber sollten Sie in jedem Fall mitliefern. Es liegt in der Natur der Sache, dass es gute und schlechte Gründe gibt.

Das sind gute Gründe:

  1. Geschäftliches

    Wenn Sie momentan auf Arbeitssuche sind, fallen geschäftliche Termine als Absagegrund für Sie aus. In einem bestehenden Arbeitsverhältnis aber ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie unabkömmlich und auf Reisen sind. Ein Business-Termin ist ein exzellenter Absagegrund, unterstreicht er doch Ihren Stellenwert im Noch-Unternehmen. Man könnte sogar sagen, er lässt Sie wichtig erscheinen. Denn vermutlich haben Sie sich diskret beworben und Ihr aktueller Arbeitgeber weiß davon überhaupt nichts. Dies ist der Normalfall und auch keineswegs verwerflich.

  2. Privates

    Hier wird es schon kniffliger. Für manche Privattermine hat Otto-Normal-Arbeitgeber sicher Verständnis, für andere weniger. Ein Polterabend oder der Geburtstag eines alten Schwippschwagers mögen bei Ihnen rot im Kalender stehen. Deshalb ein Vorstellungsgespräch absagen? Lieber nicht. Einen Familienurlaub dagegen, den Sie lange zuvor geplant und gebucht haben, müssen Sie nicht kurzerhand wieder absagen. Auch die Taufe Ihres Patenkindes oder eine wichtige Klausur im Studium sind allemal wichtiger als ein Jobinterview. Grünes Licht! Und sollte der Arbeitgeber das anders sehen, kann er Sie gerne mal kreuzweise… Aber Sie merken: Ein wenig Gefühl in den Fingerspitzen bringt Sie in Ihrer Entscheidungsfindung weiter.

  3. Krankheit

    Wenn Sie krank sind, können Sie nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Punkt. Das gilt auch, wenn Ihr Kind erkrankt ist. Es handelt sich also um einen guten und nachvollziehbaren Grund. Aber das denken die meisten, deshalb ist Krankheit auch ein gern genutztes Alibi. In jedem Fall erweckt die Absage Misstrauen. Darum können Sie maximal zwei Tage vor dem Termin die Karte Krankheit spielen. Erkrankungen sind schließlich (meist) etwas Kurzfristiges. Niemand weiß, ob er in zwei Wochen erkältet sein wird – logisch. Krank zum Vorstellungsgespräch erscheinen kann man übrigens sehr wohl, wenn man den Job unbedingt will. Aber: Man bringt vermutlich nicht die Leistung, die man in gesundem Zustand bringen könnte.

4 schlechte Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

Das sind schlechte Gründe, um ein Vorstellungsgespräch zu verschieben:

  1. Auswahl

    Ehrlichkeit ist eine Tugend, ja. Aber in diesem Fall ist unser Rat: Greifen Sie auf eine Notlüge zurück. Denn wenn Sie wirklich das Jobinterview absagen mit der Begründung, Sie haben parallel noch ein anderes, dann könnten Sie Ihrem Gesprächspartner auch gleich mit der Bratpfanne eins überbraten. Es sagt so viel wie: Ihr hier seid für mich nur zweite Wahl, wenn überhaupt. Das andere Unternehmen ist mir deutlich wichtiger. Von der Motivation, über die ich euch in meinem Anschreiben vorgeschwärmt habe, kann keine Rede sein. Das Ganze grenzt schon fast an eine Ehrverletzung. Sie könnten also genauso gut Ihre Bewerbung zurückziehen. Mit einer Ausnahme: Sie sind als Fachkraft so selten und begehrt, dass Sie sich dieses dreiste Verhalten leisten können – als Softwareentwickler zum Beispiel. Aber für die Mehrheit ist es nicht zu empfehlen – und für viele das sofortige Aus.

  2. Therapie

    Wenn Sie sich angreifbar machen wollen, dann verschieben Sie Ihren Termin mit dem Hinweis, Sie hätten an diesem Tag schon einen Therapie-Termin. Das kann eine Therapie beim Psychiater oder den anonymen Alkoholikern oder gegen chronische Rückenschmerzen oder Depressionen sein. Daran ist auch überhaupt nichts Verwerfliches. Aber es offenbart einen Makel, der Sie weniger leistungsfähig erscheinen lässt. Für Arbeitgeber ein Warn-Signal! Für Depressionen etwa muss sich niemand schämen, Arbeitgeber aber müssen mit erhöhten Fehlzeiten rechnen. Ein schwacher Rücken ist für Handwerker, die sich häufig bücken müssen, ebenfalls kein Gütesiegel. Falls Sie es noch nicht wussten: Zu Angaben über ihre Gesundheit sind Bewerber nicht verpflichtet. Tipp auch hier: Eine Notlüge ist die bessere Alternative.

  3. Vorsorge

    Arzttermine sind delikat. Auf der einen Seite zeugt es von Ihrem Verantwortungsbewusstsein, wenn Sie Ihren Vorsorgetermin nicht verschieben wollen. Vielleicht sind Sie erblich vorbelastet und warten schon ewig auf die Darmspiegelung oder das Brust-Screening. Auf der anderen Seite sind solche Vorsorgetermine von langer Hand geplant. Man kann sie prinzipiell auch auf einen anderen Termin legen. Wenn Ihnen nun der Arzttermin wichtiger ist als das Jobinterview, dann liegt Ihnen an der Stelle SO VIEL offensichtlich nicht. Oder aber Sie müssen gesundheitlich so angeschlagen oder gefährdet sein, dass es wiederum Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit zulässt. Klar ist aber: Manche Termine sind schwieriger zu rechtfertigen als andere. Einen reinen Vorsorgetermin ohne akute Beschwerden beim Zahnarzt kann man durchaus schieben, einen Nachsorgetermin nach einer OP nicht. Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an.

  4. Nichts

    Eine Begründung, die keine ist, ist ein No-Go. Wenn Sie gar keinen Absagegrund nennen, ist das unhöflich und ein Ausschlussgrund. Nach dem Motto: Hmm, nö, da kann ich nicht. Oder etwas förmlicher: An diesem Termin bin ich leider verhindert. Es gibt natürlich Arbeitgeber, die eine solch vage Absage akzeptieren, aber verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Das gilt auch für den simplen und unbegründeten Wunsch, dass man lieber einen anderen Termin vorziehen würde. Es geht nicht nur um die Wünsche des Bewerbers, auch um die Zwänge des Arbeitgebers. Fehlende Begründungen sind ein Zeichen geringer Motivation und Wertschätzung. Darum sollten Sie immer einen Grund mitliefern.

Glück haben Bewerber, die zwischen zwei Terminen ausreichend Puffer vorfinden. So viel, dass sie das eine Jobinterview morgens und das andere nachmittags führen können. Optimal, oder?

Nein, optimal ist auch dieses Szenario nicht. Bewerber halsen sich sehr viel Stress auf und sind beim zweiten Jobinterview wahrscheinlich schon sehr abgekämpft. Höchstleistung adé!

In dem Fall picken Sie sich lieber Ihren Favoriten heraus und bitten für Nummer zwei um einen Alternativtermin. Eine gute Begründung haben Sie ja jetzt…

Wie verschiebe ich mein Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch verschieben möchten, können Sie das entweder…

  • per Telefon.
  • oder per E-Mail.

Es versteht sich von selbst, dass Sie keinen Brief mehr schreiben, wenn Sie morgen wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht erscheinen können. Sowieso könnten Unternehmen an Ihrer Digitalkompetenz zweifeln, wenn Sie sich auf dem Postweg melden. Und digitale Skills sind heute wichtiger denn je.

Am empfehlenswertesten ist die telefonische Variante. Ein Anruf geht schnell, ist persönlich, sicher, unkompliziert. Lange Kettenmails fallen weg, Sie können ruckzuck einen Ersatztermin ausmachen. Haben Sie die Nummer Ihres Ansprechpartners nicht zur Hand, rufen Sie in der Zentrale an und lassen Sie sich diese geben. Vergessen Sie aber nicht, sich schon vorher zwei oder drei Alternativtermine zu überlegen, die Sie anbieten können. Das ist professionell.

Wenn Sie aber Bammel vor einem Anruf haben (weil Sie eine Notlüge auftischen müssen zum Beispiel), dann schreiben Sie eine E-Mail und halten sich dabei an diesen Aufbau:

  • Für die Einladung bedanken.
  • Weiterhin Freude und Motivation zum Ausdruck bringen.
  • Den Termin mit Bedauern absagen.
  • Um einen Alternativtermin bitten.
  • Selbst mehrere Termine vorschlagen.

Im Anschluss finden Sie zwei Beispieltexte für Ihre Absage-Mail…

Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 1

So könnte Ihre E-Mail aussehen:

Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut und freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

An dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin bin ich allerdings verhindert (ich habe geheiratet und bin dann in den Flitterwochen). Daher würde ich mich gerne an einem anderen Termin bei Ihnen vorstellen. Ich könnte Ihnen folgende Termine anbieten:

Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

Wann passt es Ihnen am besten? Für weitere Vorschläge Ihrerseits bin ich natürlich ebenfalls offen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 2

Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

herzlichen Dank für die Einladung zum Bewerbungsgespräch, über die ich mich sehr gefreut habe.

Ich bin an der Stelle sehr interessiert, allerdings an dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin verhindert. Für meinen aktuellen Arbeitgeber bin ich auf Geschäftsreise. Diese Reise kann ich leider unmöglich verschieben. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Ich würde Sie daher bitten, einen Ersatztermin für mich zu finden – gerne auch kurzfristig. Folgende Termine kann ich Ihnen meinerseits schon einmal anbieten:

Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

Ich würde mich freuen, wenn Ihnen einer davon passt. Wenn nicht, rufen Sie mich auch gerne über meine Mobilnummer (0123-123456789) an, damit wir einen Ersatztermin abstimmen können.

Ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldung und das persönliche Kennenlernen.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Das sagen Sie dann!

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Eine Frage, die jeder Bewerber kommen sieht. Aber auf die nicht jeder vorbereitet ist. Dabei ist sie für die weitere Gehaltsentwicklung von enormer Bedeutung. Wer einen falschen Anker setzt, verschenkt Geld. Doch faustdick lügen sollte – und darf – man ja schließlich auch nicht. Wie Sie bei der Gehaltsverhandlung auftrumpfen und die Gehaltsfrage zu Ihrem Vorteil nutzen…

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?

Ein Jobwechsel lohnt sich finanziell. Im Schnitt können Jobwechsler mit einer Gehaltserhöhung von 5 Prozent rechnen. Die Spanne reicht sogar von 3 bis 20 Prozent.

Natürlich hängt die Höhe des Gehaltssprungs von vielen Faktoren ab: von Alter, Branche, Standort, Beruf und vom bisherigen Gehalt. Der aktuelle Gehaltsscheck dient als Vergleichs- und Verhandlungsgrundlage.

Die Gehaltssteigerung berechnet man schließlich in Prozenten. Dafür benötigt man das Basisgehalt – das ist in der Regel das, was Sie bisher verdient haben. Liegt es über dem Marktdurchschnitt, dürfte es schwer werden, eine massive prozentuale Steigerung herauszuschlagen. Ist es unterdurchschnittlich, könnte die Gehaltserhöhung weitaus höher ausfallen.

Darum ist das Gehalt, das Sie im Vorstellungsgespräch nennen, so entscheidend. Sie legen damit einen Anker fest. Der Rahmen ist somit fixiert, der weitere Verhandlungsspielraum stark eingeschränkt.

Hier beginnt das Problem: Viele Arbeitnehmer wollen das Unternehmen wechseln, weil sie sich für unterbezahlt halten. Drei oder vier Prozent mehr lösen das Problem nicht. Wer aber 20 Prozent mehr fordert, könnte als dreist oder gierig erscheinen…

So bestimmen Sie Ihr Basisgehalt

Der erste Schritt ist in jedem Fall: Recherchieren Sie so gut wie möglich den marktüblichen Rahmen für Ihr Gehalt. Damit sind die Vergleichswerte gemeint, die andere Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position verdienen.

Was verdient jemand, der vergleichbare Qualifikation und Erfahrungen aufweist wie Sie…

  • in diesem Beruf?
  • in dieser Branche?
  • in diesem Unternehmen?
  • in dieser Position?
  • in dieser Region?

Auf Basis dieser Zahlen sollen Sie entscheiden, was Sie verdienen wollen, was angemessen und realistisch ist – so genau wie möglich.

Tipp: In der Gehaltsverhandlung sollten Sie einen konkreten Betrag nennen – vielleicht sogar einen krummen. Warum? Sie suggerieren damit, dass Sie die marktüblichen Konditionen und Ihren Marktwert sehr genau kennen und einschätzen können.

Wo finden Sie Gehaltszahlen? Zum Beispiel hier:

  • In unseren Jobprofilen hier bei Karrieresprung
  • Fach-Blogs wie Karrierebibel
  • Gehaltsreports von Jobbörsen wie Stepstone oder Xing
  • Arbeitgeberbewertungsportale wie Glassdoor und Kununu
  • Offizielle Daten des Statistischen Bundesamts oder der Bundesagentur für Arbeit
  • Durch Bekannte und Mund-zu-Mund-Propaganda

Gehalt: Wählen Sie einen Job, der…!

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt PersönlichkeitWählen Sie einen Job, der zu Ihrer Persönlichkeit passt! Nicht nur der Selbstverwirklichung wegen, sondern auch, weil Sie dann mehr Geld verdienen. Denn: Wer in einem Beruf arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere.

Das haben niederländische Wissenschaftler von der Universität Tilburg herausgefunden. Ihre Studie wurde 2018 im Fachmagazin Psychological Science veröffentlicht. Demnach sind keineswegs nur bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit oder Extraversion entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Arbeitnehmern, sondern die Passung des Charakters mit dem Beruf.

Wer also etwa besonders extrovertiert, umgänglich oder emotional stabil ist, sollte einen Job wählen, in dem genau diese Eigenschaft in überdurchschnittlichem Maße gefordert ist.

Ergebnis der Forscher: Menschen, deren Persönlichkeit zu ihrem Job passt, können in einem Jahr bis zu ein Monatsgehalt mehr als ihre Kollegen verdienen.

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Darf ich lügen?

Was tun, wenn das letzte Gehalt aus Ihrer Sicht eindeutig zu niedrig ausfiel – dreist lügen?

Nein, das kann nicht das richtige Vorgehen sein. Wenn Ihre Lüge auffliegt (was durchaus vorkommt), dann stehen Sie als Lügner da – als jemand, dem man nicht vertrauen kann. Und ein Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter nicht vertraut, kann ihn eigentlich direkt feuern…

Übrigens ist die Frage nach dem letzten Gehalt durchaus erlaubt – sofern die neue Stelle ähnliche Kenntnisse und Kompetenzen des Kandidaten erfordert wie die alte. Durchaus denkbar also, dass Ihnen eine Lüge, die nachträglich auffliegt, als arglistige Täuschung ausgelegt wird. Der Arbeitgeber ist dann noch zehn Jahre später berechtigt, den Arbeitsvertrag wieder aufzulösen.

Und auffliegen kann eine Mogelei sehr leicht. Zum Beispiel dann, wenn Arbeitnehmer ein bestimmtes Jahresgehalt nicht überschreiten und daher in den gesetzlichen Pflichtversicherung versichert sind. Der Datenschutz greift hier nicht. Wer also im Vorstellungsgespräch ein Gehalt angibt, das über der jährlichen Versicherungspflichtgrenze lag, in Wahrheit aber pflichtversichert war, kann leicht enttarnt werden.

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: So formulieren!

Verschämt sollten Sie deshalb aber nicht auftreten. Wenn Sie bislang zu wenig verdient haben, dann sagen Sie das auch ganz klar und offen. Sie sollten aber auch ansatzweise belegen können, warum Sie Ihr bisheriges Gehalt für unterbewertet halten. Zum Beispiel so:

Ich würde mein bisheriges Gehalt nur ungern als Vergleichswert zugrunde legen. Es handelte sich um mein Einstiegsgehalt. Damals habe ich die üblichen Marktwerte nicht recherchiert, schlecht verhandelt und mich deutlich unter Wert verkauft. Heute verfüge ich über wesentlich mehr Erfahrung und halte ein Gehalt in Höhe von XXXXX Euro pro Jahr für angemessen.

Noch bessere Argumente haben Sie, wenn mit dem Jobwechsel eine andere Position oder gar Führungsverantwortung verbunden ist. In diesem Fall lassen sich altes und neues Gehalt gar nicht mehr übereinanderlegen – zu unterschiedlich die Stellenprofile.

Nur plausibel, dass Sie sich auch finanziell weiterentwickeln wollen. So lange das Gehalt, das Sie fordern, nicht den marktüblichen Rahmen sprengt, dürften Sie gute Karten auf Zuschlag haben.

Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Wann wird die Frage gestellt?

Das Gehalt ist ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl – aber längst nicht das einzige. Im Vordergrund sollte es ohnehin nicht stehen. Und selbst wenn es für Sie Priorität A hat, dann zeigen Sie es bitte nicht so offensichtlich.

Im Vorstellungsgespräch stehen Job, Firma, Herausforderung, Aufgaben an vorderster Stelle – nicht das Geld. Ihr Arbeitgeber will keine Söldner, die bei der erstbesten Gelegenheit weiterziehen. Er will jemanden, der sich mit der Stelle identifziert, Freude an der Arbeit hat und alles gibt.

Bringen Sie das Gehalt daher nicht als Erstes ins Gespräch, sondern stets zu einem späteren Zeitpunkt. In der Regel stellt der Arbeitgeber von sich aus die Gehaltsfrage. Diesen Zeitpunkt können Sie in aller Ruhe abwarten. Erst recht, wenn Sie über Vergleichs- und Marktwerte im Bilde sind und eine schlüssige Gehaltszahl auf den Tisch legen können.

Dabei handelt es sich im Übrigens meist um das Brutto-Jahresgehalt. Enthalten sind Weihnachts- und Urlaubsgeld, mögliche Prämien und Sonderleistungen. Fragen Sie aber explizit nach, sonst erleben Sie noch eine unangenehme Überraschung.

Übrigens: Wenn Sie mit Ihrem Grundgehalt nicht einverstanden sind, müssen Sie die Verhandlung nicht gleich abbrechen, sondern können noch andere Leistungen in den Verhandlungstopf werfen. Zum Beispiel einen Dienstwagen, Dienst-Handy oder andere Zusatzleistungen und Benefits.

Gehaltserhöhung: Nicht zu viel auf einmal!

Eine Gehaltserhöhung fühlt sich toll an. Das Hochgefühl ist aber nicht von Dauer.

Nach spätestens vier Jahren ist die Euphorie über den dickeren Gehaltsscheck vollständig verfolgen, wie Wissenschaftler der Universität Basel 2018 herausfanden. Ihre Studie wurde im Fachmagazin Journal of Economic Behavior and Organization veröffentlicht.

Anfangs überwiegt die Freude über die Gehaltserhöhung. Noch größer ist der Effekt, wenn der Gehaltssprung größer ausfällt als bei den Kollegen. Mit der Zeit aber entwickelt sich das neue Gehalt zum Referenzwert, an den sich der Mitarbeiter zunehmend gewöhnt. Anders herum ist es übrigens genauso: Nach einiger Zeit hat man sich an eine Gehaltsreduzierung – wenn etwa der Arbeitgeber in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt – gewöhnt.

Rat der Forscher: Viele kleine Gehaltserhöhungen motivieren Arbeitnehmer langfristig mehr als ein einzelner großer Gehaltssprung.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie?

Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Das könnte man einfach als saublöde Frage abtun. Aber so mancher Personaler will es im Vorstellungsgespräch wissen. Immerhin steckt hinter der Frage mehr: Wie gut Sie improvisieren und ableiten können, wie kreativ Sie sind. Diese Tiere dürfen Sie gerne wählen – und diese auf keinen Fall!

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?

„Soll das ein Witz sein?“ Das werden Sie sich vielleicht fragen, wenn Ihnen der Personaler die Tier-Frage stellt: Welches Tier wären Sie? Sie gehört in die Kategorie Stressfragen. Denn sie löst Stress bis hin zu Panik aus, verursacht Druck und Zeitnot.

So manch einer ist aufgeschmissen. Einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Was allein schon an der Fülle möglicher Antworten liegt. So viele Tiere gibt es auf dem Planeten, mit so unterschiedlichen Eigenschaften.

Man muss das Pferd (das wäre auch schon der erste Vorschlag) gewissermaßen von hinten aufzäumen. Denn am Anfang steht die Frage: Welche Eigenschaft will ich in meiner Antwort eigentlich zum Ausdruck bringen? Und dann gilt es, das dazugehörige Tier zu finden. Am besten eines, das man wirklich mag, sonst schwingt in der Antwort etwas Unehrliches mit.

Wie aussagekräftig die Tier-Frage ist, darüber kann man streiten. Aber oft geht es auch vielmehr um Spontanität und Witz, um die Fähigkeit zu improvisieren. Der Personaler will testen, wie Sie auf so einen vermeintlichen Mumpitz reagieren. Ob Sie Humor haben oder nicht, ob Sie stressresistent sind.

Darum ist es auch nur bedingt ratsam, sich auf die Tier-Frage so fleißig wie eine Biene (noch ein Vorschlag!) vorzubereiten. Aber besser ist es allemal, ein paar mögliche Ideen im Hinterkopf zu haben. Sonst stammeln Sie womöglich nur Bruchstücke heraus wie: „Äh, Tier, ok, naja, wie wär’s mit einem Dackel?“ Und ob das den Personaler überzeugt, ist fraglich…

Welche tierischen Fähigkeiten braucht der Arbeitgeber?

Grundsätzlich ist die Frage gut geeignet, um Bewerber nach Ihren Stärken und Schwächen auszuhorchen. Grund: Mit Tieren verbinden wir klar festgelegte Eigenschaften, die teils über Jahrhunderte weitergegeben wurden. Manche vielleicht nicht immer zurecht, aber sie haben sich tief ins kollektive Gedächtnis gefressen.

Es gibt Märchen und Fabeln über Wölfe und Füchse, Hasen und Igel. Auch nutzen wir gerne Redewendungen mit tierischem Bezug: der schlaue Fuchs, die blöde Ziege, die graue Maus oder gar die dumme Sau.

So kann die Wahl Ihres Lieblingstieres Hinweise geben auf…

  • Teamfähigkeit

    Manche Tiere fühlen sich in Herden, Rudeln, Schwärmen, Rotten am wohlsten. Sie sind am liebsten unter ihresgleichen. Pferde, Wölfe, Fische zum Beispiel. Die Kooperation ist ihre große Stärke. Herdentiere helfen sich gegenseitig. Ein Bewerber, der ein Herdentier wählt, suggeriert, dass auch er sich gut in ein Team einfügen kann und ein echter Mannschaftsspieler ist. Aber: Leader wählen ein Herdentier wohl eher nicht.

  • Überlegenheit

    Führungspersönlichkeiten wollen aus der Masse herausstechen. Dafür bieten sich Tiere an, die besonders stark, mächtig, selbstbewusst sind. Tiere, die eine übergeordnete Position haben und in der Nahrungskette ganz oben stehen. So wie der König der Tiere, der Löwe. Auch Tiger sind mutig und auf der Jagd. Allerdings sind dominante Tiere auch eigensinnig und gehen nicht gerade zimperlich vor. Mit ihnen könnte man im Unternehmen Probleme bekommen.

  • Fleiß

    Als faul sind viele Tiere verschrien, als besonders fleißig nur wenige. Als Erste fällt einem die fleißige Biene ein. Sie schafft und schafft, kommt tagein tagaus pünktlich zur Arbeit und muckt nicht auf. Oder Ameisen. Aber die einzelne Biene oder Ameise fällt eben auch nicht auf. Nachteil! Ein Kompromiss könnte der fleißige Biber sein oder das Eichhörnchen, das geflissentlich seine Nüsse sammelt.

  • Treue

    Welches Tier ist treu? Na klar, der Hund. Von ihm kann man maximale Loyalität erwarten. Das mögen Unternehmen. Er ordnet sich unter, erhebt keinen Führungsanspruch. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein – je nachdem. Außerdem ist, wer treu ist, manchmal auch treudoof. Eine gute Antwort wäre so etwas wie: „Ich wäre gerne MEIN Golden Retriever. Dem geht es einfach viel zu gut.“

  • Ausdauer

    Pferde rennen und rennen. Auch Kamele haben Durchhaltevermögen (sind aber aus anderen Gründen keine gute Antwort). Elefanten bestechen durch Geduld und Gewissenhaftigkeit. Sie sind Felsen in der Brandung und haben ein tierisch gutes Gedächtnis. Allerdings sind die Dickhäuter zugleich langsam und träge. Sie sind die prototypischen Blockierer, dafür gibt es Abzüge.

  • Ambition

    Der Löwe bietet sich erneut an. Er sitzt schon auf dem Thron – also da, wo Sie im übertragenen Sinne noch hin möchten. Sie möchten weiter nach oben in der Nahrungskette, die Karriereleiter emporsteigen. Sie können aber auch den Geparden wählen. Er ist schneller als der Blitz, hochmotiviert und bringt Top-Leistungen, wenn es darauf ankommt.

  • Kreativität

    Eine Antwort für Profis: Ich wäre gerne ein fliegender Fisch, weil ich mich im Team wohl fühle und Abwechslung schätze. Ich mag es im Wasser, schaue mir alles aber auch gerne von oben an. So behalte ich immer den Überblick.

Diese Tiere lieber nicht nennen!

Dann gibt es Tiere, die äußerlich vor allem negative Eigenschaften verkörpern. Von denen sollten Sie Abstand nehmen.

Zum Beispiel von der (miesen, kleinen) Ratte, die als verräterisch gilt. Da hilft auch keine lange Erklärung, warum Ratten in Wahrheit ganz tolle, bewundernswerte Tiere und echte Überlebenskünstler sind. Sie wecken einfach zu negative Assoziationen…

Diese Tiere sind keine gute Wahl:

  • Fuchs: Schlau, aber auch gerissen und hinterlistig.
  • Lamm: Unschuldig, schwach, schutzlos, dumm.
  • Elster, Rabe: Diebisch.
  • Wolf: Gierig, böse.
  • Schlange: Falsch, unehrlich, intrigant.
  • Aal: Glitschig, schleimig, schwer zu fassen.
  • Pfau: Eitel, selbstsüchtig.
  • Heuschrecke: Gefräßig (als Antwort nicht mal bei einer Bewerbung in einer Investment-Gesellschaft zu empfehlen.)
  • Hai: Nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht.
  • Dinosaurier: Antiquiert, seine Zeit ist abgelaufen.
  • Faultier: Bedarf keiner Erklärung.

Welches Tier wären Sie: Noch mehr gute Antworten

Welches Tier wären Sie? Diese Antworten könnten zu Ihnen passen…

  • Adler: Ich behalte immer den Überblick und schlage dann blitzschnell zu.
  • Chamäleon: Ich bin wandlungsfähig und vielseitig einsetzbar. Wenn sich die Gegebenheiten ändern, verfalle ich nicht in Panik, sondern stelle mich schnell auf sie ein.
  • Biber: Ich baue gerne etwas auf.
  • Luchs: Ich bin schnell, schlau und gehe die Dinge nicht mit der Brechstange an.
  • Delfin: Ich habe ein gutes Gedächtnis, bin mitfühlend und – glaube ich jedenfalls – auch recht beliebt.
  • Eule: Ich bringe nachts die besten Leistungen. (das bietet sich vor allem für Menschen in Nacht-Berufen an, Schichtarbeiter, Krankenschwestern oder Barkeeper zum Beispiel.)
  • Mensch: Ich bin sehr menschlich und fühle mich unter Menschen am wohlsten. Menschen sind ja bekanntlich auch Tiere. (speziell in sozialen Berufen keine schlechte Antwort, in Pflege und Gesundheit, aber auch in Gastronomie oder Vertrieb.)

10 Antworten für Spaßvögel

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Die Frage darf bzw. muss man immer mit einer Prise Humor verstehen. Wer hierauf eine bierernste Antwort erwartet, macht irgendetwas falsch.

Sie müssen also vor einer Spaß-Antwort nicht zurückschrecken. Wenn Sie glauben, ein kleiner Gag ist gerade angemessen, dann antworten Sie halt so etwas wie…

  • Eierlegende Wollmilchsau: Die suchen Sie doch schließlich, oder? Alternativ geht auch der Wolpertinger (speziell in Bayern) oder ein anderes Fabel-Mischwesen.
  • Känguru: Dann verliere ich nie mehr meine Schlüssel und Handy.
  • Einhorn: Dann wäre ich so begehrt, dass ich dieses Bewerbungsgespräch gar nicht führen müsste. Oder: Dann wäre ich eine Milliarde Dollar wert (eine gute Wahl insbesondere für das Jobinterview im Startup.)
  • Vielfraß: Ich esse auch Ihnen die Kaffeeküche leer!
  • Ork: Weil ich unsere Konkurrenten kurz und klein schlage – im übertragenen Sinne natürlich.
  • Hydra: Mich kriegt man einfach nicht klein, so sehr man es auch versucht.
  • Spinne: Mir gehen alle Aufträge ins Netz. Versprochen!
  • Säbelzahntiger: So jemanden wie mich, mit meinen Qualitäten, gibt es eigentlich gar nicht mehr. Und ich habe Biss!
  • Arbeitstier: Das Lieblingstier in JEDEM Unternehmen.
  • Nessie, Yeti: Ich lasse mich nur ganz selten im Büro blicken. Sie bieten doch Homeoffice an?
[Bildnachweis: Katsiaryna Pakhomava by Shutterstock.com]

Warum sollten wir Sie einstellen? 7 gute Antworten

Warum sollten wir Sie einstellen

„Warum sollten wir Sie einstellen?“ „Weil ich hochmotiviert und ein Teamplayer bin.“ Falsch, so antworten Bewerber bitte nicht! Motiviert und teamfähig sind sie schließlich alle. Sie wollen sich aber abheben vom Rest, hervorstechen aus der Masse. In der Tat fällt eine ansprechende Antwort viel schwerer als man vermutet. So könnte sie aussehen…

Beliebte Bewerberfrage: Warum sollten wir Sie einstellen?

Es handelt sich um eine offene Frage, auf die Sie nicht mit Ja oder Nein antworten können. Der Fragesteller will mehr über Sie erfahren, möglichst viele Infos gewinnen.

In dieser Frage schwingen subtil noch sehr viele andere Fragen mit:

  • Inwiefern haben Sie die notwendigen Qualifikationen für den Job?
  • Weshalb sind Sie der beste Kandidat?
  • Welchen Mehrwert, den Sie mitbringen, können die anderen Kandidaten nicht anbieten?
  • Warum passen Sie in unsere Unternehmenskultur?

Aber egal, wie er oder sie die Frage formuliert: Es geht für Sie als Bewerber darum, die Unterschiede zwischen sich und dem Wettbewerb herauszuarbeiten. Sie sollten klar machen, was Sie ausmacht und was Sie besonders macht.

Darauf können und sollten Sie sich vorbereiten. Denn die Frage ist hochgradig relevant. Sie dürfte in überdurchschnittlichem Maße zur Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kandidaten beitragen.

Warum wird Ihnen die Frage gestellt?

Das Unternehmen möchte den besten Kandidaten für die vakante Stelle finden. Auf diese Weise versucht es, den Kandidatenkreis zu filtern und einzuschränken. Denn die Suche nach dem Wunschbewerber ist meist schwieriger als gedacht. Erst recht, wenn die Zahl der Bewerber sehr hoch ist. Oft ähneln sich dann die Lebensläufe und Qualifikationen.

Irgendwie aber muss man die Spreu vom Weizen trennen und eine Entscheidung treffen. Eine Frage, mit der man die Unterschiede kennbar macht, bietet sich da an. Das ist der Plan. Worin also unterscheiden sich die Bewerber?

Als Bewerber sollten Sie also nicht mit Allgemeinplätzen antworten wie: „Ich bin hochmotiviert und bringe alle notwendigen Qualifikationen mit.“ Das tun sie alle!

Vielmehr ist es wichtig, Eloquenz, Persönlichkeit und auch eine Prise Gewitztheit zu verkörpern. Ihr Gesprächspartner wird aus Ihren Antworten ableiten, wie gut Sie in die Firma und ins jeweilige Team passen, wie Sie arbeiten, ob Sie analytisch-systematisch vorgehen oder eher emotional.

Sie sollten dem Personaler zeigen, dass Sie…

  • sich in Teams und Abläufe integrieren können.
  • zuverlässig und sorgfältig arbeiten.
  • dem Unternehmen neue Impulse geben können.
  • über reichhaltige und praktische Erfahrungen verfügen.
  • Herausforderungen annehmen und auch unter Stress Top-Leistungen abliefern können.

Das macht eine gute Antwort aus

Es gibt Menschen, die nur ungern über sich selbst reden. Diesmal müssen Sie es! Aber bitte auch nicht zu lange. Wer ausschweifend über sein Leben erzählt, kann schon mal 20 oder 30 Minuten ausfüllen. Ein riesiger Irrtum!

Bedenken sie: Der Personaler interessiert sich nicht für Ihre gesamte Lebensgeschichte. Er will nur das wissen, was für ihn und seinen Arbeitgeber von Belang ist. Außerdem sollten Sie im Vorstellungsgespräch nachweisen, dass Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, die Substanz herauszufiltern. Mehr als sechs bis acht Minuten sollte Ihre Antwort nicht einnehmen.

Überlegen Sie sich vorab eine grobe Struktur. Sie können drei oder vier Punkte auswählen, die Sie voranstellen wollen oder drei bis vier Beispiele aus Ihrem Lebenslauf. Diese tragen Sie dann kurz und prägnant vor. Setzen Sie Schwerpunkte!

Die Frage sollten Sie NICHT wie ein Bewerbungsschreiben angehen: Dieses ist schön sauber und chronologisch geordnet. Diesmal gilt es vielmehr darum, das Wichtigste an den Anfang zu stellen. Viele Bewerber begehen den Fehler, alles fein säuberlich aufzuzählen: Schule, Studium, berufliche Stationen. Und dann kommen noch ein paar Adjektive zur Anwendung wie „Ich bin teamfähig und sehr motiviert.“ Falsch!

Diese Perspektive sollten Sie einnehmen

Die Ich-Perspektive ist nicht überzeugend. Versetzen Sie sich lieber in Ihren Gesprächspartner, nehmen Sie seine Perspektive ein. Wenn er einen Benefit oder Mehrwert wittert, steigt seine Neugier. En Problem, das Sie für ihn lösen könnten. Eine Herausforderung, bei der Sie ihm helfen könnten. Das ist es, was er hören will.

Sie verkaufen nicht sich selbst, Sie verkaufen eine Problemlösung. Mit diesem Mindset sind Sie im Vorstellungsgespräch erfolgreicher. Ihre Qualifikationen und Kompetenzen sind deshalb nicht wertlos. Im Gegenteil, sie sind das Fundament, auf dem die Problemlösung fußt.

Wenn Sie Ihre Stärken mit bisherigen Erfolgen unterstreichen und mit potenziellen Einsatzmöglichkeiten im neuen Unternehmen verknüpfen, kann sich der Personalverantwortliche darunter etwas vorstellen. Top!

Liefern Sie z.B. Belege für Ihre…

  • Berufs- und Branchenerfahrung
  • Netzwerke
  • Problemlösungskompetenzen
  • Führungserfahrungen
  • Weiterbildungen
  • technische oder konzeptionelle Fähigkeiten
  • Preise und Auszeichnungen

So nähern Sie sich einer guten Antwort

Als Erstes brainstormen Sie. Diese Fragen helfen:

  • Welche meiner Qualifikationen sind für den Job am wichtigsten?
  • Welche besonderen Leistungen kann ich damit erbringen?
  • Welchen Mehrwert kann ich anbieten?
  • Mit welchen Erfolgen kann ich das belegen?
  • Welche außergewöhnlichen Erfahrungen bringe ich mit?

Nun wählen Sie aus allen Möglichkeiten drei oder vier aus, die vermutlich am besten passen. Nicht vergessen, praktische Beispiele einfließen zu lassen!

Die Kunst ist es, Allgemeines herunterzubrechen und so tief ins Detail zu gehen wie möglich, ohne dabei zu weit auszuholen. Länger als zwei Minuten sollten Sie für ein Beispiel nicht benötigen.

Warum sollten wir Sie einstellen: Formulierungsbeispiele

  • Ich habe mir Ihren Auftritt in den sozialen Medien angesehen und schon ein paar Ideen, wie ich ihn noch emotionaler und effektiver gestalten kann. Meine Erfahrungen im Social Media Marketing helfen mir dabei. Ich bin mir sicher, in kurzer Zeit Reichweiten und Interaktionen mit den Fans erhöhen zu können.
  • Ich habe mittlerweile zehn Jahre im HR-Bereich gearbeitet und weiß, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden. Auf der anderen Seite weiß ich auch, DASS es geht – und WIE es geht. Mit den geeigneten Maßnahmen kann man im Rahmen der Personalsuche die Effizienz erhöhen und außerdem viel Zeit und Geld sparen. Das würde ich gerne für Sie machen!
  • Ihren Seitencode kann man optimieren und vereinfachen, das habe ich bei einem ersten Blick auf Ihre Webseite bereits bemerkt. Das würde ich als Erstes umsetzen, damit die Ladezeiten kürzer werden, die Seite schneller und das Ranking bei Google besser.

Sie sehen: Wenn man als Bewerber ein Problem benennt, das man für das Unternehmen lösen möchte, wird die Antwort gleich viel attraktiver. Die Kundenperspektive steht über der Bewerberperspektive. Damit überzeugen Sie im Bewerbungsgespräch.

Ihre Antworten können Sie vorher auch einüben – vor dem Spiegel oder als Rollenspiel mit Freunden. Am besten, sie sitzen flüssig, klingen aber nicht wie auswendig gelernt. Denn das bleibt wichtig: Bewerber sollten authentisch, engagiert und motiviert auftreten – und nicht wie perfekt programmierte Roboter.

Warum sollten wir Sie einstellen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

  • Die aktuellen Herausforderungen in der Branche sind mir wohl bekannt. Wir haben in meinem letzten Unternehmen täglich damit zu tun gehabt. Ich weiß aber auch, wie man damit umgeht. Kenne Strategien, Mittel und Wege, um den Umsatzrückgang aufzuhalten. So habe ich es mit meinem letzten Team geschafft, durch den Einsatz von…
  • Als Berufseinsteiger habe ich nicht so viele Erfahrungen vorzuweisen wie der Rest des Teams, das ist mir bewusst. Aber ich sehe das sogar als Vorteil. Ich glaube, dass es Ihrem Team helfen könnte, jemanden mit einem frischen Blick hineinzuholen. Jemanden, der eine ganz neue Perspektive einnimmt, keinen Tunnelblick hat und noch sehr jung ist. Ich bin mir sicher, damit könnte ich dem Team insgesamt helfen…
  • Heutzutage wird es immer einfacher, ein Produkt in den Medien zu platzieren, aber gleichzeitig immer schwerer, Aufmerksamkeit dafür zu generieren. Es gibt einfach so viel Content, so viel Werbung, so viele Angebote im Internet. Ich weiß, wie man ein neues Produkt lanciert. Das habe ich in meinem letzten Job bewiesen, als ich mit meinem Team sogar eine Auszeichnung gewinnen konnte…
  • Ich lebe für die Technik. Ich träume von Technik. Ich beschäftige mich Tag und Nacht mit Technik. Und ich kenne mich mit Technik sehr gut aus, insbesondere mit allen Facetten des Elektromotors. Darum wäre ich genau der richtige Mann für Sie, um das Projekt Elektromobilität voranzutreiben. Ich WILL von ganzem Herzen – und das meine ich ernst – dass Ihrem Unternehmen der Umstieg auf E-Mobilität gelingt…
[Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]

Warum haben Sie gekündigt? So punkten Bewerber!

Warum haben Sie gekündigt

„Warum haben Sie gekündigt?“ „Also das ist ganz einfach. Mein Chef war ein Vollpfosten, die Kollegen unerträglich, die Firma ohnehin ein Ort des Wahnsinns und die Lage im Gewerbegebiet gruselig. Ach ja, und das Gehalt war genauso mies wie das Kantinenessen.“ Fraglich, ob Bewerber mit dieser Antwort Punkte auf ihr Konto einzahlen. Besser, Sie antworten auf folgende Art und Weise…

Darum stellen Personaler Ihnen diese Frage

Sie wollen wissen, warum Sie wechseln wollen. Und auch, wie hoch Ihre Frustrationstoleranz ist. Denn angenommen, Sie wollen Ihren Arbeitgeber wegen vermeintlicher Petitessen verlassen, wie werden Sie sich dann am neuen Arbeitsplatz verhalten, sobald erste Schwierigkeiten auftreten?

Arbeitgeber wollen keine Job-Hopper, sondern Mitarbeiter, die sich committen. Darum fragen Sie manchmal auch indirekt: Wie lange sind Sie schon auf Jobsuche? Warum suchen Sie aktuell eine neue Stelle? Was hat Ihnen an Ihrem letzten Arbeitsplatz nicht gefallen?

So kann der Interviewer klären, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig gehen – und wo mögliche Konfliktfelder lauern. Die Frage ist für Sie als Bewerber ausgesprochen heikel. Besser, Sie manövrieren sich nicht in eine ausweglose Situation. Dafür ist es wichtig, sich vorab hieb- und stichfeste Antworten zu überlegen. Ehrlich und authentisch sollten die aber schon sein…

5 schlechte Kündigungsgründe

Es gibt zahlreiche Kündigungsgründe. Aber nicht alle sind gute. Manche sollten Sie in der Bewerbung lieber verschweigen. Zum Beispiel diese schlechten Kündigungsgründe:

  1. Chef

    Ein altes Business-Bonmot besagt: Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs. Das stimmt auch sehr häufig. Aber laut sagen sollten Sie es nicht. Kritik am früheren Boss ist eine Lästerei. Und Lästern ist schlechter Stil, illoyal und charakterschwach. Erstens begeben Sie sich damit selbst in die Rolle des Opfers. Zweitens weckt es Zweifel an Ihrer Loyalität dem neuen Arbeitgeber gegenüber. Werden Sie später auch schlecht über ihn reden? Wahrscheinlich ja.

  2. Herausforderung

    Sie haben den Großteil der Arbeitszeit damit verbracht, vor dem Rechner Solitaire zu spielen? Wäre definitiv eine witzige Antwort, aber sicher nicht zu Ihrem Vorteil. Natürlich gibt es langweilige Jobs und Aufgaben und Zeitabschnitte. Manch einer steht vielleicht sogar vor dem Boreout. Aber dann stellt sich die Frage: Wieso haben Sie nicht schon viel früher gekündigt? Zweite Frage: Warum wird ein vermeintlicher Leistungsträger wie Sie nicht intensiver in die wichtigen Prozesse des Unternehmens eingebunden? Und drittens: Weshalb haben Sie nicht selbst versucht, an diesem Zustand etwas zu ändern? Denn seinen Job kann man auch selbst mitgestalten, formen und spannender machen. Das nennt sich Job Crafting.

  3. Atmosphäre

    Die Vorgesetzte war ein Biest, der Kollege ein Lästermaul und die Neue eine Intrigantin. Die Harmonie im Team hat nicht gestimmt. Sie haben darunter am meisten gelitten, wurden vielleicht sogar gemobbt. Sehr nachvollziehbar, dass Sie kündigen wollen. Trotzdem stehen Sie vor einem Dilemma: Die Disharmonie im Team fällt auf Sie zurück – unabhängig davon, ob Sie sich wirklich in irgendeiner Weise etwas haben zu Schulden kommen lassen oder nicht. Ein Team besteht aus seinen einzelnen Mitgliedern. Und Sie waren eines davon. Dass es gekracht hat, muss auch an Ihnen gelegen haben. So ist jedenfalls der Eindruck, den man als neutraler Beobachter gewinnt. Zudem wäre es souveräner gewesen, wenn Sie sich durchgebissen und weitergemacht hätten – trotz Ihrer Meinungsverschiedenheiten. Denn die wird es im neuen Unternehmen garantiert auch geben…

  4. Stress

    Der alte Job war die Hölle, die Arbeitsbelastung einfach viel zu hoch. Sie mussten für zwei schuften, weil eine vakante Stelle langfristig nicht besetzt werden konnte. So viel Druck, so viel Stress. Ganz schlimm das alles! Mag sein, aber ein guter Kündigungsgrund ist dies ebenfalls nicht. Stressresistenz ist eine Grundvoraussetzung in vielen Berufen und Branchen. Und von einem Mitarbeiter erwartet man nun einmal Mehreinsatz und die ein oder andere Überstunde, wenn Not am Mann ist. Der Arbeitgeber will Sie einstellen, weil sie belastbar, leistungsfähig und motiviert sind.

  5. Feedback

    Mitarbeiter wollen auch mal gelobt werden. Andernfalls schalten Sie irgendwann einen Gang zurück und schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, wenn überhaupt. Eine Dauerbelobigung indes kann niemand erwarten. Zu negatives Feedback und zu viel Kritik – das sollten Sie auf keinen Fall als Kündigungsgrund nennen. Erstens könnte ja in der Kritik ein wahrer Kern stecken, wer weiß. Und zweitens wirken Sie so wie jemand, der nicht mit Kritik umgehen kann – und sich nicht weiterentwickelt.

Sie sehen: Als Bewerber können Sie vieles sagen, was Ihren Gesprächspartner auf eine ungünstige Fährte lockt. In Wahrheit kann er Ihnen sogar ALLES negativ auslegen. Jede Antwort, die Sie geben, bleibt suboptimal. Warum? Weil Sie die Vergangenheit, das Negative und die Fehler in den Fokus holen.

Dann wirkt es so, als würden Sie sich immer nur auf die schlechten Seiten des Jobs konzentrieren. Der Arbeitgeber wird sich die Frage stellen, ob dies im neuen Job nicht wieder genauso sein wird. Sie wollen sich ja nicht als Jammerlappen präsentieren, sondern als zuversichtlicher Möglichmacher.

Warum haben Sie gekündigt: Das ist wichtig

Es ist empfehlenswert, dass Sie die Frage ganz nüchtern und professionell aufnehmen und den Blick sogleich wieder nach vorne richten. Tenor: Ich bin in dieser Position unter meinen Möglichkeiten geblieben – dieses Gefühl hatte ich jedenfalls – und habe keine Herausforderung mehr gesehen und keine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

Verkneifen Sie sich Seitenhiebe und Lästereien – selbst, wenn das Betriebsklima in Ihrem alten Unternehmen wirklich auf dem Nullpunkt angekommen sein sollte. Was Sie zum Beispiel sagen können: Unser Team ist umstrukturiert und komplett neu ausgerichtet worden. Dabei ist mir klar geworden, dass dies nicht die richtige Position für mich ist. Und dann ist es besser – für BEIDE Seiten besser – wenn man diesen Zustand überdenkt.

Sie sehen: Man muss keineswegs immer rosa Puderzucker über alles streuen. Wenn etwas negativ war, dann müssen Sie es nicht als paradiesisch umetikettieren. Ehrlichkeit, Selbstreflexion und Souveränität kommen so zum Ausdruck. Und das ist nicht verbittert, sondern zukunftsorientiert.

Warum haben Sie gekündigt: Formulierungsbeispiele

Nichtsdestotrotz lautet die Devise: Niemals über alte Arbeitgeber lästern! Das zeugt von Charakterschwäche. Und es sagt mehr über Sie aus als über denjenigen, über den Sie lästern.

Führen Sie möglichst sachliche Gründe für den geplanten Jobwechsel an: Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, neue Branche, neue Herausforderung. Hier sind ein paar Formulierungsbeispiele:

Wenn Sie selbst gekündigt haben

  • Ich habe mich mit meinen Kollegen und Vorgesetzten wirklich super verstanden. Daran lag es nicht. Allerdings hatte ich das Gefühl, perspektivisch an Grenzen zu stoßen. Eine internationale Ausrichtung war zum Beispiel kaum möglich. Also musste ich etwas ändern.
  • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel gelernt. Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass meine Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Darum war es an der Zeit, dass ich mich neu orientiere…
  • Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen. Das war bei meinem früheren Arbeitgeber leider nicht möglich, aufgrund verschiedener organisatorischer Zwänge. Ich habe aber mittlerweile so viel Erfahrung und Fachwissen, dass ich nicht mehr länger damit warten möchte. Daher die Neuausrichtung…
  • Ich bin ehrlich: Mein Hauptkriterium bei der Jobsuche ist der Standort. Ich bin meinem Partner hierher gefolgt und möchte nun beruflich in dieser Region Fuß fassen. Am liebsten bei einem aufstrebenden Unternehmen mit vielen Entwicklungschancen, das aus einer Branche kommt, in der ich mich auskenne. So einem wie Ihrem!
  • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel über XY gelernt. Das ist sein Schwerpunkt. Mich selbst sehe ich in Zukunft aber eher im Bereich YX. Darauf möchte ich mich konzentrieren und spezialisieren, weil es noch besser zu meinen Fähigkeiten und Interessen passt. Und genau darum glaube ich, dass Sie der richtige Arbeitgeber für mich sind.
  • Mein bisheriger Job war wunderbar. Ich habe überhaupt keinen Grund zu Klage. Als ich aber Ihre Stellenanzeige gesehen habe, war ich Feuer und Flamme und sofort überzeugt davon, dass dieser Job noch besser zu meinem Profil passt. Ich bin überzeugt, dass ich mich hier voll einbringen könnte…
  • Wenn wir hier bei Tinder wären, wäre es ein Match. Sie bieten das, was ich suche und ich habe das, was Sie suchen. Das wurde mir schnell bewusst, als ich von der Stelle gehört habe. Allerdings bin ich nicht wie die meisten Männer bei Tinder: Ich suche nämlich etwas Langfristiges…

Wenn Ihnen gekündigt wurde

  • Es ist ganz simpel: Dem Unternehmen ging es zum Schluss nicht mehr gut. Den Umstrukturierungen ist auch meine Stelle zum Opfer gefallen.
  • Der Konzern hat sich ganz neu aufgestellt. Mehrere Niederlassungen wurden geschlossen, darunter auch meine. Ein Umzug kommt für mich wegen familiärer Verpflichtungen aber nicht infrage.
  • Mein bisheriger Arbeitgeber hat die Führungsriege umgekrempelt. Es gibt einen neuen Manager, der mein Team komplett neu ausgerichtet hat. Das ist auch völlig legitim. Ich selbst glaube aber, dass dieser Weg nicht der richtige für mich ist. Daher suche ich einen Job, in dem ich mich und meine Kompetenzen voll einbringen kann.
  • Ich möchte mich beruflich neu orientieren. Diese Stelle erscheint mir dafür ideal. Auf der einen Seite werde ich in einem führenden Unternehmen der XY-Branche viel lernen, auf der anderen Seite kann ich meine langjährigen Erfahrungen einbringen und Ihnen sofort weiterhelfen.
  • Die Wahrheit ist, dass mir nur gekündigt wurde, um eine Sperre bei der Arbeitsagentur zu umgehen. Mein Arbeitgeber und ich haben uns einvernehmlich dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen. Wir haben lange und erfolgreich zusammengearbeitet und haben immer gewusst, was wir an dem anderen haben. Aber es war einfach mal an der Zeit, den Reset-Button zu drücken.
[Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch absagen: Das Date elegant abservieren

Vorstellungsgespräch absagen Tipps

Ja, Sie hatten sich bei ebendiesem Unternehmen beworben. Sie wollten den Job unbedingt. Aber jetzt nicht mehr. Weil Sie ein besseres Angebot auf dem Tisch liegen haben oder weil Sie aus privaten Gründen wegziehen oder weil… Manchmal müssen Bewerber ein Vorstellungsgespräch absagen. Das kann unangenehm sein. Aber wer es höflich und galant macht, hält sich Türen für später offen.

Vorstellungsgespräch absagen: Ist das überhaupt notwendig?

Sagen Sie Ihr Vorstellungsgespräch ab, wenn Sie zum Termin nicht erscheinen können oder wollen. Einfach nicht hingehen – das ist schlechter Stil. Eine echte Alternative zur Absage gibt es nicht.

Verständlich ist es aber durchaus, wenn einem Bewerber nicht wohl dabei ist, ein vereinbartes Vorstellungsgespräch wieder zu canceln. Der Personaler könnte es einem übel nehmen oder unwirsch reagieren. Unangenehm! In Wahrheit aber sind die meisten froh und dankbar, wenn ein Bewerber klare Kante macht und einen Termin frühzeitig wieder absagt. Aus unterschiedlichen Gründen:

  • Respekt

    Alle fordern ihn ein, aber nicht alle geben ihn auch. Die Rede ist von Respekt. Bewerber haben ihn während des gesamten Bewerbungsprozesses verdient, Unternehmen aber auch. Seien Sie respektvoll Ihren Ansprechpartnern gegenüber. Wenn Sie dem vereinbarten Termin einfach fernbleiben, pfeifen Sie auf ebendiesen Respekt. Das ist unhöflich, unprofessionell und kann Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt noch auf die Füße fallen.

  • Planung

    Das Unternehmen hat für Sie Kapazitäten freigemacht. Es hat einen Termin organisiert, einen oder mehrere Mitarbeiter für das Bewerbungsgespräch eingeteilt und einen Raum gebucht. Das alles kostet Zeit und Geld. Sagen Sie frühzeitig ab, kann das Personalbüro seine Kapazitäten neu verteilen. Es wird Ihnen dankbar dafür sein. Denn wenn das Gespräch schon vollständig vorbereitet worden ist, bekommt es die investierte Zeit nicht wieder zurück. Und wenn Sie gar nicht absagen, haben Sie die Zeit von gleich mehreren Personen verschwendet – und hinterlassen keinen guten Eindruck.

  • Fairness

    Fairness ist der Zwillingsbruder von Respekt. Sagen Sie ein Gespräch rechtzeitig ab, verhalten Sie sich fair gegenüber dem Unternehmen – aber auch Ihren Mitbewerbern gegenüber. Ihre Absage ermöglicht es einem anderen Kandidaten nachzurücken. Möge am Ende der Beste gewinnen – so viel Fairness muss sein.

  • Perspektive

    Sie haben es gar nicht nötig, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen? Gut für Sie! Aber irgendwann kann sich das Blatt auch wieder wenden – und Sie einen neuen Job brauchen. Vielleicht ist das jetzt übergangene Unternehmen ja wieder eine Option. Wenn Sie Pech haben, bewerben Sie sich in ein paar Jahren nochmal, der Personaler ist aber immer noch auf seinem Posten und erinnert sich an Ihr unverschämtes Fernbleiben. Dann wird er den Teufel tun und Ihnen eine zweite Chance geben — beziehungsweise nur dann, wenn er wirklich gar keine andere Wahl hat. Bedenken Sie: Eine höfliche Absage kostet Sie nur einen Wimpernschlag. Unentschuldigtes Fernbleiben kann Sie langfristig sehr viel mehr kosten.

Ein anderer Weg, den Sie gehen können: Sie nehmen das Jobinterview wahr, obwohl Sie schon längst eine anderweitige Zusage gegeben haben und diese auch keinesfalls wieder verwerfen wollen.

Das können Sie machen. Sie sammeln Erfahrung, gewinnen Einblicke in ein anderes Unternehmen und erweitern Ihr Netzwerk. Auf der anderen Seite ist es Zeitverschwendung – für Sie und für alle anderen Beteiligten. Entscheiden Sie selbst…

4 Gründe, das Jobinterview abzusagen

Es gibt mehrere Gründe, ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Vielleicht haben Sie in der Zwischenzeit einen anderen, besseren Job gefunden und Ihre Zusage schon gegeben. Schließlich gehen die wenigsten heute naiv ins Bewerbungsrennen. Sie schreiben mehrere Bewerbungen, halten sich alle Optionen offen und wägen dann ab.

Manche Arbeitgeber reagieren schneller, andere langsamer. Und dann gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft… der Bewerber. Es gibt aber noch andere Motive, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen:

  1. Krankheit

    Wenn Ihnen eine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung macht, können Sie nicht erscheinen – so viel steht fest. Erst recht, wenn es sich um eine ernste oder langfristige Krankheit handelt. Dann gelten andere Prioritäten: Dass Sie wieder gesund werden. Abgesehen davon könnten Sie sich nicht von Ihrer besten Seite zeigen. Und wer nicht in Bestform ist, hat schlechtere Chancen auf den Jobzuschlag.

  2. Ortswechsel

    Ihre privaten Rahmenbedingungen haben sich komplett geändert. Sie haben sich von Ihrer Frau oder Ihrem Mann scheiden lassen oder ziehen Ihrem Partner in eine neue Stadt nach. Sie müssen sich also dort neu auf Jobsuche begeben. Die Bewerbungen, die Sie bislang verschickt haben, werden Ihren neuen Lebensumständen nicht mehr gerecht. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Vorstellungsgespräch abzusagen.

  3. Sinneswandel

    Denkbar, dass Sie sich aus Verärgerung über Ihren Chef woanders beworben haben. Das kommt häufig vor. Aber vielleicht wurden die Wogen ja wieder geglättet. Sie haben sich ausgesprochen, sind frisch motiviert und voller Tatendrang. Möglicherweise kriegen Sie die Beförderung ja doch, oder eine Gehaltserhöhung. Ihrem aktuellen Job wollen Sie jedenfalls gar nicht mehr entfliehen.

  4. Reputationsschaden

    Das Unternehmen kam Ihnen sehr respektiert vor, als Sie sich dort beworben haben. Jetzt, wo Sie weitere Nachforschungen angestellt haben, nicht mehr. Sie haben Arbeitgeberbewertungsportale durchforstet und vernichtende Bewertungen entdeckt. Bekannte haben Ihnen von den schlimmen Zuständen in der Firma berichtet. Und die Medien berichten ebenfalls mit einer Mischung aus Grausen und Verachtung. Unter diesen Umständen wollen Sie nicht mehr zu diesem Unternehmen wechseln – und absagen.

Währt ehrlich wirklich am längsten?

Das waren nur die offensichtlichsten Gründe, um ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Es gibt noch weitere. Die Frage, die sich stellt: Sollen Sie den wahren Grund auch wirklich nennen?

Zunächst sollten Sie auf jeden Fall überhaupt einen Grund nennen. Alles andere wäre unhöflich.

In der Mehrzahl der Fälle fahren Sie mit Ehrlichkeit tatsächlich sehr gut. Personaler sind auch Menschen und haben durchaus Verständnis für Ihre privaten und beruflichen Irrungen und Wirrungen. Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn man kleine Geheimnisse mit Ihnen teilt. Schenken Sie reinen Wein ein.

Und verbinden Sie Ehrlichkeit mit einem Dank für die geopferte Zeit und das entgegengebrachte Interesse. Das macht einen guten Eindruck.

Jetzt kommt das große Aber: Nicht IMMER ist Ehrlichkeit Ihre Trumpfkarte. Wenn Sie ehrlicherweise sagen, dass Sie am Job nicht mehr interessiert sind, weil unschöne Gerüchte über das Unternehmen kursieren, dann behalten Sie das lieber für sich. Damit wecken Sie schlafende Hunde und lösen eine interne Lawine aus. Möglich, dass Ihnen das hinterher noch andere Personen übel nehmen werden…

Vorstellungsgespräch absagen: Aber wie?

Sie können eine kurze E-Mail mit Ihrer Absage verschicken oder gar einen Brief per Post auf den Weg bringen. Am besten aber, Sie rufen an und teilen den Grund Ihrer Absage persönlich mit.

Aber hüten Sie sich davor, anzurufen und dann KEINE Begründung mitzuliefern. Das wiederum wäre mehr als dreist. Nach dem Motto: Hallo, ich muss leider mein Vorstellungsgespräch nächste Woche absagen, weil ich da doch nicht kann. Danke für Ihr Verständnis. Wiederhören.

Was sie selbstverständlich nicht tun: Persönlich erscheinen, um dem Personaler mitzuteilen, dass Sie das Vorstellungsgespräch absagen. Völlig übertrieben.

Für viele ist die E-Mail das Mittel der Wahl. Sie ist schnell geschrieben, bequem und weniger unangenehm. Außerdem hat man alles unter Kontrolle, muss nicht schnell auf entlarvende Rückfragen eine Antwort finden. Eine gut geschriebene, höfliche E-Mail erfüllt auch sicherlich ihren Zweck.

Und trotzdem bleibt der Anruf die bessere Variante. Er ist ehrlicher, persönlicher und auch mutiger. Sie stellen sich der Situation. Wenngleich es hier „nur“ um eine Absage für ein Vorstellungsgespräch geht, nicht um einen Heiratsantrag.

Letztlich hängt es von Ihrem Selbstbewusstsein, Ihren Prioritäten und auch Ihrem Zeitdruck ab. Wenn Ihnen das Unternehmen nicht wichtig genug ist und Sie zeitlich extrem eingespannt sind, dann schreiben Sie eine E-Mail. Wenn sie aber unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen und sich Chancen für später offenhalten wollen, rufen Sie an.

Vorstellungsgespräch kurzfristig absagen

Je kurzfristiger Sie ein Jobinterview absagen müssen, desto unangenehmer. Sie bringen den Arbeitgeber in Terminprobleme.

Das kennt jeder aus dem Privaten: Wenn sich Ihre Schwester 30 Minuten vor dem gemeinsamen Kinobesuch wegen einer vermeintlichen Petitesse abmeldet, ist der Frust groß. Drei Tage vorher wäre eine Absage kein Problem gewesen.

Ganz verhindern kann man kurzfristige Absagen aber nicht. Wenn man sich eine schlimme Erkältung zugezogen hat oder das Kind spontan krank geworden ist, bleibt einem nichts anderes übrig. Natürlich kann es auch passieren, dass ein Tag vor einem Bewerbungsgespräch die Zusage eines anderen Unternehmen ins Haus flattert, das man anzunehmen gedenkt. Was also tun?

Faustregel: Je kurzfristiger die Absage, desto sinnvoller ist es, sie am Telefon zu überbringen. Das Telefon ist noch immer das schnellste Medium. Gleichzeitig können Sie sicher sein, dass Ihre Botschaft ankommt. Eine E-Mail dagegen kann schon mal versanden – im Spam-Ordner beispielsweise – oder erst später gelesen oder sogar komplett übersehen werden. Außerdem ist ein Anruf persönlicher: Sie können Ihr Bedauern persönlich zum Ausdruck bringen und sich entschuldigen. So hinterlassen Sie beim Personaler einen deutlich besseren Eindruck.

Bei der Art der Begründung ist schon etwas mehr Überlegung nötig. Im Zweifel greifen Sie auf eine Notlüge zurück: Ich bin gestern Abend krank geworden. Das ist allemal besser als ein Grund wie: Ich habe heute einen Vorsorgetermin beim Arzt. Den kannten Sie schließlich schon vorher. Sie hätten ihn längst verschieben können.

Eine schwache Begründung zeugt davon, dass Sie schlecht organisiert sind oder andere Prioritäten haben – keine guten Einstellungsvoraussetzungen!

Vorstellungsgespräch absagen: Formulierungsbeispiele

Verkomplizieren Sie die Absage nicht! Personalverantwortliche mögen klare Ansagen. Sie sparen Zeit und sind eindeutig.

Langweilen Sie nicht damit, wie Sie sich Ihre Sommergrippe vermutlich beim Grillen mit den Nachbarn eingefangen haben, als Sie einer Person die Hand schüttelten, die vorher als Krankenschwester gearbeitet hat, in einer Station, in der es viele Fälle gab, weil ja zuvor… Uninteressant! Kurz und knapp formulieren.

Sie benötigen im Prinzip nur diese Bausteine: die Absage, eine kurze Entschuldigung mitsamt Begründung, ein Dank sowie Abschiedsgruß. Das reicht völlig. Hier sind zwei Formulierungsbeispiele:

Beispiel 1

Sehr geehrte Frau Sperber,

herzlichen Dank für Ihr nettes Feedback und Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit entschieden, das Angebot eines anderen Unternehmens anzunehmen.

Daher bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich den Termin bei Ihnen nicht wahrnehmen kann. Ich entschuldige mich für die Umstände, die Ihnen daraus entstehen und verbleibe…

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

Beispiel 2

Sehr geehrter Herr Herold,

ich habe mich sehr über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch gefreut und freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Leider kann ich den Termin wegen eines wichtigen privaten Termins nicht wahrnehmen und würde mich freuen, wenn wir ihn auf ein anderes Datum verschieben könnten.

Was halten Sie zum Beispiel vom Freitag, den 13. Dezember? Sie können mich auch gerne telefonisch anrufen, damit wir einen Ersatztermin absprechen können. Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]

Bewerbung nach Kündigung: So klappt es

Bewerbung nach Kündigung Tipps

Eine Kündigung kann jeden treffen. Manchmal geht man auch von sich aus, weil man es mit Chef und Kollegen einfach nicht mehr aushält. Spätestens bei der nächsten Bewerbung kann die Episode wieder aktuell werden. Der neue Arbeitgeber will vielleicht wissen, wieso und weshalb und warum. Besser, Sie haben die richtigen Erklärungen parat – und Formulierungen. Bewerbung nach Kündigung: So klappt’s…

Bewerbung nach Kündigung: Muss ich das erwähnen?

Muss man eine Kündigung im Lebenslauf explizit erwähnen? Natürlich muss man das nicht. Wenn Sie nach Ihrem Rausschmiss nahtlos wieder eine Neuanstellung gefunden haben, entsteht auch keine Lücke. Weitere Erklärung überflüssig. Oder?

Fragen können im Personalbüro aber durchaus aufkommen. Wenn Sie zum Beispiel aus einer Position mit Führungsverantwortung in einem großen Konzern in eine Position ohne Führungsverantwortung in einem Mini-Betrieb wechseln, wirft dieser Vorgang zweifellos welche auf. Oder wenn Sie im Anschluss an eine vermeintlich gute Stelle monatelang ohne Job waren. Der Personaler, bei dem Sie sich beworben haben, riecht dann den Braten. Sie müssen wohl rausgeschmissen worden sein…

Sie als Bewerber haben dann zwei Möglichkeiten:

  • Die Kündigung in den Bewerbungsunterlagen verschweigen. Auf mögliche Rückfragen im Vorstellungsgespräch müssen Sie sich gleichwohl trotzdem vorbereiten.
  • Die Kündigung im Lebenslauf in Stichpunkten erklären. So räumen Sie Missverständnisse von vornherein aus. Das kann Ihre Perspektive durchaus verbessern.

Vorausgesetzt, Sie schreiben das Richtige. „Mir wurde die Kündigung überreicht, nachdem ich mehrere gravierende Fehler begangen hatte und der Chef endgültig an meiner Kompetenz gezweifelt hat.“ So lieber nicht! Karrieresprung sagt Ihnen, wie Sie eine Kündigung ansprechend verpacken

Bewerbung nach Kündigung: Wie Sie an die Sache herangehen

Eine Kündigung tut weh. Immer. Aber sie läutet auch einen neuen Lebensabschnitt ein. Und das ist ja per se nichts Schlechtes. Wichtig ist erstmal nicht, was andere über Ihre Kündigung denken. Wichtig ist, wie Sie selbst damit umgehen.

Sie können daran wachsen. Auf jeden Fall ist ein Rauswurf eine gar nicht so unwichtige Erfahrung im Leben. Nicht umsonst wird die heilsame Kultur des Scheiterns von Medien und Politik rauf- und runtergepredigt.

Gehen Sie zunächst nüchtern an die Sache heran: Eine Kündigung – so schmerzhaft Sie auch sein mag – ist ein ganz normaler Teil des Arbeitslebens. Sie hat schon Abermillionen Menschen heimgesucht – und wird noch viele weitere unschön überraschen. Sie ist stinknormal, keine Schande und schon gar kein Grund, irgendeine Flinte in irgendein Feld zu werfen.

Das kommt auch bei immer mehr Unternehmen an. Eine Kündigung ist längst kein Einstellungshindernis mehr – meistens jedenfalls nicht. Und diese Denkweise dürfte sich weiter durchsetzen. Je weniger Fachkräfte es gibt, desto weniger Vorbehalte gegen ungerade Lebensläufe mit Macken.

Wir wollen das Thema aber gar nicht unnötig verniedlichen. Natürlich kann eine Kündigung als Makel daherkommen. Es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen und die Umstände an. Interpretiert ein Unternehmen Ihre Kündigung falsch, sortiert es Ihre Bewerbung vielleicht aus. Auf jeden Fall können Zweifel an Ihrer Eignung oder Loyalität aufkommen.

Zunächst kommt es also auf den Grund an, wegen dem Sie gefeuert wurden. Im Wesentlichen gibt es die folgenden drei…

Bewerbung nach unverschuldeter Kündigung

In Finanz- oder Wirtschaftskrisen fallen Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Das ist unvermeidlich. Banken bauen gegenwärtig in großem Stil Stellen ab, Automobilhersteller und -zulieferer ebenso. Einige Abteilungen werden geschlossen, andere aufgebaut. Vorgänge, die zur Marktwirtschaft dazugehören. Folgerichtig kann es auch mal Sie, Ihre Abteilung oder Ihren Berufsstand treffen.

Zum Beispiel auch dann, wenn der Arbeitgeber selbst Mist baut. Unternehmen können sich verschulden oder Insolvenz anmelden und zu Sparmaßnahmen gezwungen sein. Manche Jobs sind in diesem Fall gefährdeter als andere.

Beispiel: Ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage könnte als Erstes Marketing- und PR-Maßnahmen zurückfahren, weil diese nicht unbedingt notwendig sind. Sollten Sie als Marketing Manager arbeiten, liegt Ihr Rauswurf also keineswegs an Ihrer Leistung, sondern an den Umständen. Sie müssen sich nicht grämen. Für Ihr Selbstbewusstsein gibt es keinen Grund, unter der Kündigung zu leiden.

Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

10/2016-11/2018 Marketingleiter bei der Concurse AG (Stellenverlust wegen Insolvenz)
10/2017-08/2018 Key Account Manager bei der Abstieg AG (Umstrukturierung des Unternehmens mit verbundenem Stellenabbau)
08/2015-09/2018 Niederlassungsleiter bei der Up and Down GmbH (Schließung der Filiale aus Gründen der Konsolidierung)

Kündigung durch eigenes Verschulden

Wenn die Kündigung doch an Ihnen selbst lag, ist das problematischer – aber keine Katastrophe. Zunächst können viele Gründe dahinterstecken: Sie haben mit Ihrem Charakter vielleicht nicht ins Team gepasst, Ihre Leistungen waren ungenügend oder Sie konnten einfach nicht mit dem Chef. Welcher Grund für Ihre Kündigung ausschlaggebend war, ist im Grunde belanglos.

Fakt ist: Der Arbeitgeber hat Sie rausgeschmissen. Eine lange Erklärung wirkt da nur wie ein verzweifelter Versuch, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Schadensbegrenzung können Sie aber sehr wohl betreiben.

Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

08/2016-07/2019 Marketing Manager bei der Minusminus AG (einvernehmliche Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über berufliche Entwicklung)
06/2015 -11/2019 Social Media Manager bei der Tunichtgut GmbH (einvernehmliche Kündigung wegen beruflicher Neuorientierung)

Was Sie nicht tun sollten: Schlecht über den ehemaligen Chef oder Arbeitgeber sprechen. Völlig unabhängig davon, ob Ihr Vorgesetzter wirklich ein Despot war oder die Kollegen hochgradig inkompetent. Lästern ist unprofessionell und fällt vor allem auf den Absender negativ zurück – in diesem Fall auf Sie.

Bewerbung nach eigener Kündigung

Es bedarf einer Erklärung, wenn Sie selbst gekündigt haben, ohne einen Anschlussjob in der Tasche. Immerhin haben Sie damit auf eine sichere Anstellung und auf Arbeitslosengeld verzichtet.

Rechtfertigen müssen Sie sich dafür aber keineswegs. Wie eine überhastete Flucht sollte Ihr Vorgehen nicht wirken, dann wirken Sie planlos und überemotional – wie jemand, der in brenzligen Situationen den Kopf verliert. Darum: Nicht aus der Defensive heraus argumentieren, nicht entschuldigen, nicht rechtfertigen. Das macht Sie gleichzeitig zum Täter und Opfer Ihrer eigenen Entscheidung.

Hier ein Formulierungsbeispiel für den Lebenslauf:
…das meine Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch am 31.10.2015 endet…

Einen Grund müssen Sie gar nicht unbedingt proaktiv mitliefern. Aber Sie sollten auf Rückfragen im Vorstellungsgespräch vorbereitet sein. Gut möglich, dass der Interviewer Hintergründe in Erfahrung bringen will.

3 Tricks für Ihre Bewerbung

Es gibt noch weitere Tricks und Kniffe, die Sie anwenden können, um Ihren Makel im Lebenslauf abzumildern. Hier sind sie:

  1. Aufbau

    Üblich ist heute der amerikanische Lebenslauf. Sie beginnen also mit der aktuellen bzw. letzten Station und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit zurück. Sie können aber auch chronologisch vorgehen und mit der ersten Station beginnen. Wählen Sie die Variante, die für Sie am vorteilhaftesten ist. Ihre bisherigen Highlights sollten am Anfang stehen. Das können zur Not auch persönliche Interessen und soziale Engagements sein. Hauptsache, die Episode mit der Kündigung taucht möglichst weit hinten auf, am besten erst auf der zweiten Seite.

  2. Herunterspielen

    Noch mal der Hinweis: Liefern Sie keine langen Rechtfertigungsversuche mit. Und keine ausschweifenden Erzählungen, warum der Chef Sie gemobbt hat oder die Kollegen alle doof waren. Im Zweifel reicht eine kurze Erwähnung ohne Grund. Versuchen Sie trotz allem, positiv zu bleiben und zu wirken, nach vorne zu schauen. Negative Erfahrungen kann man ja in positive Energie ummünzen, seine Lektionen daraus lernen. Schieben Sie nicht die Schuld auf andere – weder im Lebenslauf noch im Vorstellungsgespräch – sondern konzentrieren Sie sich darauf, aus schlechten Erfahrungen etwas Positives mitzunehmen.

  3. Euphemismus

    Den Lebenslauf pimpen – das ist heute Usus. Und es ist auch gar nicht verwerflich, so lange man es nicht damit übertreibt und gleichzeitig bei der Wahrheit bleibt. Vermeiden Sie daher unbedingt das Wörtchen arbeitslos – IMMER. Es hat in Ihrem Anschreiben nichts zu suchen, im Lebenslauf nichts und im Bewerbungsgespräch erwähnen Sie es bitte auch niemals. Schreiben und reden Sie stets von arbeitssuchend – das klingt positiver, weil aktiver. Noch vorteilhafter ist eine Formulierung wie: 04/2017-06/2018 – Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position im Bereich Key Account Management. Das beweist Zielorientierung, Selbstbewusstsein und Tatkraft.

Bewerbung: Das ist wichtiger als eine Kündigung

Eine Kündigung liegt immer in der Vergangenheit. Richten Sie Ihren Blick lieber nach vorne. Das sollten Sie auch dem Unternehmen vermitteln, bei dem Sie sich bewerben. Ihre Bewerbung sollte…

  • aufzeigen, warum die angestrebte Stelle so gut zu Ihnen passt
  • verdeutlichen, warum Sie zum Unternehmen passen
  • klar machen, wie Sie dem Unternehmen ganz konkret weiterhelfen können
  • Selbstbewusstsein ausstrahlen und Ihr Profil schärfen

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihnen schon einmal – oder gar mehrmals – gekündigt wurde. Ihre Stärken und Kompetenzen sind entscheidend. Wenn diese hervorragend zur neuen Stelle passen, dann winkt eine Win-win-Situation. Das müssen Sie dem Arbeitgeber klar machen.

Oft ist es ja auch so: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ein Profi-Fußballer kann in drei Vereinen gnadenlos scheitern. Beim vierten Verein aber trifft er auf einen Trainer, der ihn fördert; auf ein Umfeld, das ihm behagt und auf ein Spielsystem, das ihm liegt. Er wird zum Volltreffer!

Zweifeln Sie daher nicht an Ihren Fähigkeiten, weil Sie schon einmal gescheitert sind.

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Datenschutz Bewerbung: Das müssen Sie wissen!

Bewerbung Datenschutz Tipps

Daten, Daten, Daten – sie werden auch im Bewerbungsprozess immer wichtiger. Unternehmen wollen möglichst viel Wissen über ihre Bewerber abgreifen, Bewerber aber sorgen sich um die Sicherheit ihrer Daten. Das Gesetz steht weithin auf ihrer Seite. Datenschutz Bewerbung: Das sollten Bewerber wissen!

Datenschutz Bewerbung: Warum er wichtig ist

Vielleicht haben sie auch schon mal eine Absage erhalten, die in etwa diesen Wortlaut hatte:

Vielen Dank für Ihre Bewerbung in unserem Unternehmen. Wir freuen uns über Ihr Interesse, dass Sie an unserem Unternehmen haben. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir derzeit keine Möglichkeit sehen, Sie innerhalb unseres Unternehmen in einer Ihren Qualifikationen entsprechenden Position einzusetzen. Wir freuen uns aber, wenn wir Ihre Daten für mögliche Projekte in der Zukunft erfassen dürfen. Falls sich eine neue Beschäftigungsmöglichkeit ergibt, werden wir Sie noch einmal kontaktieren.

Das klingt erstmal alles ganz harmlos, zuvorkommend gar. Allerdings hat die Formulierung einen ernsten Datenschutz-Hintergrund. Denn Bewerberdaten dürfen nicht ohne Weiteres aufbewahrt und gespeichert werden. So will es das Gesetz. Was hat es also damit auf sich?

Darum wollen Unternehmen Ihre Daten

Unternemen nennen in der Regel einen von zwei Gründen, warum sie Ihre Daten aufbewahren wollen:

  • Die Bewerbungsunterlagen werden gespeichert, wenn der Bewerber auch Interesse an anderen Stellen im Unternehmen hat. Dann kann man ihm später weitere Jobangebote zukommen lassen.
  • Die Firma ergreift Maßnahmen gegen eine mögliche Diskriminierungsklage. Die Unterlagen helfen bei der Beweisführung, dass die Ablehnung des Bewerbers auf rein fachliche Gründe zurückzuführen ist.

Diese Gründe klingen durchaus plausibel. Ausreichend sind sie aber nicht, um Bewerberdaten grenzenlos aufzubewahren. Gemäß des Bundesdatenschutzgesetzes müssen personenbezogene Daten gelöscht werden, sobald der Zweck dafür entfällt.

Das bedeutet: Sobald die ausgeschriebene Stelle besetzt ist, für die sich der Bewerber beworben hatte, ist der Zweck der Datenspeicherung nicht mehr vorhanden. Die Daten müssen dann qua Gesetz gelöscht werden.

Nur Grund Nummer zwei, die mögliche Diskriminierungsklage, gestattet eine längere Aufbewahrungsfrist von ca. drei Monaten. Denn abgelehnte Bewerber müssen Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz spätestens nach zwei Monaten geltend machen.

Will das Unternehmen die Daten darüber hinaus sichern, benötigt es die schriftliche Einwilligung des Betroffenen – zwingend. Erteilt er diese nicht, muss das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen löschen bzw. „zu unserer Entlastung“ zurücksenden.

Das betrifft im Übrigen auch Initiativbewerbungen und Blindbewerbungen. Das Unternehmen kann sich nicht darauf berufen, dass der Bewerber diese ja von sich aus eingesandt hatte, ohne dass eine entsprechende Stelle zu vergeben gewesen wäre.

Das spielt keine Rolle. Kommt der Bewerber nicht zum Zug – aus welchem Grund auch immer – müssen seine Bewerbungsunterlagen vernichtet werden. Ein Zweck zur Speicherung liegt nicht vor.

Datenschutz Bewerbung: Er hat höchste Priorität!

Datenschutz ist für deutsche Arbeitnehmer ein wichtiges Thema.

Für 86 Prozent der Deutschen ist Datenschutz rund um ihre Jobsuche wichtiger als beispielsweise dann, wenn sie im Internet einkaufen oder sich bei anderen Online-Diensten registrieren. Das haben Recruiting-Anbieter Viasto und Marktforschungsunternehmen Respondi 2018 in einer Umfrage ermittelt.

48 Prozent der Bewerber befürchten, dass ihre Bewerbungsdaten bei den Unternehmen nicht sicher sind. Misstrauen herrscht insbesondere Unternehmen gegenüber, deren Hauptsitze im Ausland angesiedelt sind.

Datenschutz Bewerbung: Warum Sie zustimmen sollten

Aber was, wenn das Unternehmen meine Daten sichern möchte? Sollte ich dem zustimmen? Dazu muss man verschiedene Aspekte abwägen. Es gibt gute Gründe für ein Ja und für ein Nein…

  • Jobchancen

    Manch ein Bewerber fühlt sich geschmeichelt. Wenn der Arbeitgeber meine Daten behalten möchte, kann er mich so grauenvoll ja nicht finden. So falsch ist der Denkansatz sicher nicht. Allerdings versuchen viele Unternehmen auch schlicht, ihren Talentepool aufzufüllen und möglichst großvolumig aufzublähen. Je mehr, desto besser. Aber dennoch: Ja, Sie reduzieren Ihre Jobchancen dadurch sicher nicht. Vielleicht meldet sich das Unternehmen nie wieder, vielleicht aber doch. Außerdem waren Sie ja an einer Anstellung in genau diesem Unternehmen interessiert. Warum also den Kontakt sofort wieder abreißen lassen? Zudem bekräftigen Sie hiermit noch mal Ihr Interesse. Falls die Stelle zufällig wieder vakant werden sollte, weil zum Beispiel der auserwählte Kandidat abspringt, kommen sie vielleicht doch noch zum Zug.

  • Grundeinstellung

    Sie halten Datenschutz für überbewertet. Ja, solche Menschen soll es geben – sogar bei uns in Deutschland. Immerhin treiben Sie sich überall im Netz herum, bei Facebook und Instagram, bei Xing und Linkedin. Ihre Daten schwirren überall umher. Warum nicht auch im Unternehmen? Und welche Nachteile hätten Sie dadurch eigentlich zu erwarten? Wenn Ihnen die Chancen größer erscheinen als die Risiken, dann stimmen Sie zu.

Datenschutz Bewerbung: Warum Sie nicht zustimmen sollten

  • Eigentum

    Es sind IHRE Daten. Und die wollen Sie geschützt sehen. Ganz einfach. Das ist Ihr gutes Recht. Niemand weiß, wer im Unternehmen Einblick in welche Daten hat und was mit diesen Daten geschieht. Hacker-Angriffe auf Unternehmen nehmen ebenfalls zu. Das erhöht das Risiko, dass Ihre Daten in die falschen Hände geraten.

  • Präferenz

    Sie hatten sich in diese Stelle verliebt. Nur in diese eine, sonst keine! Wird sie anderweitig vergeben, erlischt auch Ihr Interesse. Sie haben keinen Bedarf für eine Ersatzstelle und wollen nicht irgendwann der Notnagel für irgendwen sein. Sie wollten DIESE Stelle. Da Sie sie nicht bekommen haben, kriegt auch das Unternehmen Ihre Daten nicht. Ein fairer (Nicht-)Tausch.

  • Rufschaden

    Wer in der Personaldatenbank bleibt, erhöht nicht zwingend seine Jobchancen für später. Angenommen, Sie haben sich schon für zwei oder drei Stellen erfolglos beworben. Was denkt ein Personaler, wenn er Ihre Daten einsieht? Er sieht jemanden, dem schon mehrfach die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Kein Gütesiegel! Da erscheint es strategisch cleverer, Ihre Daten wären nicht mehr auffindbar. In fünf oder zehn Jahren könnten Sie immer noch einen neuen Anlauf starten – ohne vorbelastet zu sein.

Fazit: Ein klares Ja oder Nein gibt es nicht. Ob Sie der Datenspeicherung Ihre Zustimmung erteilen, entscheiden Sie selbst. Es gibt Vorteile, aber auch Nachteile.

Behalten Sie nur im Hinterkopf, dass Sie Rechte haben. Niemand kann einfach so über Ihre Bewerbungsunterlagen verfügen – nur Sie selbst!

Datenschutz: Das sagt die DSGVO

Datenschutz Bewerbung DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagt: Unternehmen müssen Bewerber darüber informieren, wie und zu welchem Zweck sie die Daten verarbeiten und gegebenenfalls bei welchen externen Quellen Daten erhoben werden. Bei externen Quellen kann es sich zum Beispiel um Business-Netzwerke wie Xing oder Facebook handeln.

Auch müssen Arbeitgeber Kandidaten über ihre Rechte informieren und den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung benennen.

Das gilt im Übrigen auch für Bewerber, die ihre Bewerbungsunterlagen auf dem Postweg einreichen. Auch ihnen muss der Arbeitgeber die Datenschutzinformationen zukommen lassen – per Post oder E-Mail.

Außerdem dürfen nur Personen die Bewerbungsunterlagen sichten, die darüber entscheiden, wer die Stelle bekommt. Bewerbungsunterlagen intern herumreichen – das untersagt die DSGVO.

Sie sieht zudem vor, dass Bewerber eine Möglichkeit haben müssen, ihre Bewerbungsunterlagen verschlüsselt einzureichen. Dadurch soll verhindert werden, dass Dritte die Daten mitlesen können.

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