Vorstellungsgespräch Körpersprache: Worauf Sie achten sollten

Vorstellungsgespräch Körpersprache beachten

Wie der Bewerber geht, guckt und gestikuliert – das ist oft noch wichtiger als das, was er im Vorstellungsgespräch sagt. Die Körpersprache gibt viele Geheimnisse über uns preis: Sie zeigt, ob wir nervös oder abgebrüht sind, offen oder verschlossen. Zumindest glauben das viele; Personalverantwortliche messen der Körpersprache eine große Bedeutung zu. Allein darum sollten Bewerber auf ihre Hände und Füße achten, auf Gestik und Mimik. Vorstellungsgespräch Körpersprache: Was gut ankommt – und was nicht…

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Darum ist sie wichtig

Ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch zu jedem Zeitpunkt die richtigen Dinge sagt, kriegt den Job trotzdem nicht – wenn seine Körpersprache negativ auffällt.

Keine Angst: Ihre Gestik und Mimik müssen nicht perfekt oder makellos sein. Jeder wippt oder zappelt oder nestelt oder fuchtelt mal ungelenk herum – alles völlig normal. Aber des Gesamteindruck muss stimmen.

Sofern Ihre erratischen Bewegungen Überhand nehmen, wird Ihr Gegenüber denken: Was stimmt mit ihm oder ihr nicht? Zu den Gesten, die Personalern negativ auffallen, zählen folgende. Wenn der Bewerber…

  • nicht oder selten lächelt
  • keinen Blickkontakt aufnimmt bzw. ihn nicht hält
  • unentwegt zappelt, fummelt, nestelt
  • keine Körperspannung hat, sondern schlapp im Stuhl sitzt
  • einen laffen Händedruck hat
  • permanent mit den Haaren spielt
  • wild mit den Händen herumfuchtelt
  • die Arme verschränkt

Auf den Händedruck kommt’s an

Allein der Händedruck hat großen Einfluss auf den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs, wollen US-Wissenschaftler herausgefunden haben. Insbesondere Frauen bekommen den Job demnach eher, wenn sie kraftvoll zugedrückt haben.

Grundsätzlich gilt: Bitte nicht schütteln oder rühren! Sondern kurz die Hand geben und drücken. Mehr als drei bis vier Sekunden sollte der Vorgang nicht dauern. Sie sind ja nicht Donald Trump, der aus jedem Handshake eine eigene Zeremonie macht!

So geht es richtig:

  • Zur Begrüßung aufstehen.
  • Sich mit Namen vorstellen.
  • Der Ranghöchste reicht zuerst die Hand.
  • Blickkontakt halten.
  • Hand kräftig drücken (aber nicht ZU kräftig), nicht schütteln.
  • Nach spätestens 5 Sekunden loslassen

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Der erste Eindruck

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie eine große Klippe umschifft. Sie zählen zu den Auserwählten, bringen offensichtlich alle notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen mit.

Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und ohne überzeugende Kür kann niemand Eiskunstlauf-Weltmeister werden – und den Job bekommt er oder sie auch nicht. In der Regel sind es die Soft Skills, die zu Punktabzügen in der B-Note führen.

Bewerber senden Signale aus, viele davon will der Personaler aber nicht empfangen. Wenn in ihm der Eindruck entsteht, der Bewerber passe doch nicht richtig ins Team, dann war es das. Das kann an fehlendem Sinn für Humor liegen oder auch an einer extravaganten Kleidungswahl – oder eben an der Körpersprache.

Wichtig ist der erste Eindruck. Oft bilden wir uns in den ersten Momenten schon ein abschließendes Urteil über eine Person, das wir dann immer weiter verfestigen. Die Körpersprache ist hierfür mitentscheidend. Warum schaut mir der Bewerber nicht in die Augen? Wieso ist sein Händedruck so schlapp wie ein toter Fisch? Warum guckt er so böse?

Über die Qualifikationen eines Kandidaten sagt all das rein gar nichts aus. Aber es ist dennoch von enormer Tragweite. Denken Sie vor Ihrem nächsten Jobinterview unbedingt daran…

3 Tipps für alle Gesprächsphasen

Karrieresprung hat Tipps für alle Phasen des Bewerbungsgesprächs…

  1. Begrüßung

    Sobald Sie den Gesprächsraum betreten, sollte Ihr Outfit sitzen. Sie sollten also nicht mehr an Ihrer Bluse herumzupfen oder die Krawatte richten oder das Hemd in die Hose stopfen.

    Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner Sie begrüßt und Ihnen die Hand reicht. Nicht von sich aus die Hand ausstrecken, das bleibt dem Gastgeber vorbehalten. Und drücken Sie kurz und kräftig zu, aber nicht so fest, dass ihm die Fingerknochen weh tun.

    Immer wichtig: Blickkontakt halten und lächeln!

  2. Gesprächsbeginn

    Knigges Grundregeln: Lümmeln Sie sich nicht wie ein Teenager in den Stuhl und verschränken die Arme, schlagen die Beine in Macker-Manier übereinander oder tippen damit nervös auf den Boden. Und erst hinsetzen, nachdem man Ihnen den Stuhl angeboten hat.

    Ein Fauxpas wäre es auch, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder mit Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn zu reiben – so wie griechische Philosophen das mutmaßlich getan haben. Diese Gesten wirken entweder unsouverän, anstandslos, arrogant, desinteressiert – oder alles zusammen.

    Wie Sie es besser machen: Gerade hinsetzen. Aufrecht! Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls, sondern nehmen die gesamte Sitzfläche ein. Die Beine am besten nebeneinander platzieren, Arme und Hände locker im Schoß. Dabei können Sie sich mit Gesten wie der Merkel-Raute behelfen. Ihren Körper lehnen Sie leicht nach vorne, das zeigt Interesse und Engagement.

    Optimal, wenn Sie die Sitzhaltung an jene Ihres Gegenübers anpassen. Experten sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Auf gut deutsch: Nachmachen. Dabei sollten Sie sich aber nicht zu plump anstellen, sondern subtil vorgehen. Vorteil: Gemeinsamkeiten lassen Vertrauen und Sympathie wachsen. Und mit dem Spiegeleffekt tragen Sie genau dazu bei.

  3. Gesprächsende

    Sie können eine Top-Leistung abrufen – und am Ende doch alles zunichte machen. Der Abschied ist der letzte Eindruck, den der Personaler von Ihnen hat. Versauen Sie ihn nicht. Das kommt leider sehr häufig vor.

    Vielleicht ist der letzte Eindruck sogar noch wichtiger als der erste, denn er wirkt nach. Er bleibt kleben, so wie ein schlechter Wein.

    Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, müssen Sie nur noch einmal kurz höchste Konzentration aufbringen – und alles ist gut. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern also erneut die Hand, schauen Sie ihnen in die Augen (!) und verabschieden sich höflich, aber selbstbewusst. „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“

    Fangen Sie jetzt bloß nicht an, Anekdoten auszupacken oder Witze zum Nachtisch zu servieren. Kein Geblubber, sondern ein kurzer und gewinnender Abschied. Dann mit aufrechter Körperhaltung hinaus zur Tür – und erst, wenn Sie außer Sichtweite sind, können Sie genüsslich an Ihrem Bart zupfen, das Jacket auf den Boden pfeffern oder die schäbige Sonnenbrille aufsetzen – was Sie wollen.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Kleine Gesten

Eine Geste kann zum Markenzeichen eines Menschen werden. Aber wenn es zu viele kleine Gesten werden, in zu kurzer Zeit, sieht das in den seltensten Fällen vorteilhaft aus. Sie sollten also nicht ständig an der Nase kratzen, ans Kinn fassen, durch die Haare streichen oder mit den Fingern tippen. Personalern fallen diese Gesten auf, auch wenn es nur kleine sind. Sie sind darauf trainiert. Sie können das Gesamtbild eines Bewerbers komplett ruinieren.

Besser sind ruhige und nicht zu hektische Gesten. Nicht immer mit beiden Händen, gerne nur mit einer. Eine offene Körperhaltung signalisiert Entgegenkommen und Offenheit. Spielkinder verzichten möglichst darauf, am Ring oder anderen Spielzeugen herumzufingern, weil es Unsicherheit und Nervosität bezeugt.

Wenn Sie mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzen, wenden Sie sich stets dem zu, der gerade spricht. Ab und zu nicken, Blickkontakt halten und ihm oder ihr niemals ins Wort fallen. Machen Sie nicht den Fehler, sich auf den ranghöheren Gesprächspartner zu konzentrieren und den anderen zu ignorieren. Das ist Ausdruck höchster Arroganz und Berechnung.

Und noch etwas: Falls Sie am Schreibtisch des Personalers Platz nehmen und Ihre Unterlagen dort ausbreiten, beanspruchen Sie so wenig Platz wie möglich. Andernfalls verletzen Sie das Territorium Ihres Gesprächspartners – und das kostet viele Punkte.

Gefühle nicht unterdrücken!

Die volle Kontrolle über sich und seinen Körper haben – das erfordert Anstrengung. Aber vielleicht ist totale Kontrolle auch gar nicht sinnvoll.

Ihre Gefühle komplett unterdrücken sollten Sie nämlich nicht. Wer im Vorstellungsgespräch zu cool auftritt, reduziert seine Einstellungschancen. Das haben US-Wissenschaftler aus Texas herausgefunden.

Ihre Argumente: Selbstkontrolle kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Darum können sich Menschen, die Gefühle unterdrücken, schlechter an Einzelheiten aus Ihrem Lebenslauf erinnern. Und wirken nicht mehr cool, sondern stocksteif.

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