Haben Sie sich noch woanders beworben?

Haben Sie sich noch woanders beworben

Haben sie sich noch woanders beworben? Manche Arbeitgeber wollen es von Ihnen im Vorstellungsgespräch wissen. Wenn Sie die erste und einzige Wahl sind, steigen schließlich auch ihre Chancen, vom Bewerber auserwählt zu werden. Auch Unternehmen haben Gefühle – und wollen die einzig wahre Liebe des Bewerbers sein. Aber wie reagieren Sie nun, wenn Ihnen der Personaler diese Frage stellt? Karrieresprung hat diese Vorschläge für Sie…

Haben Sie sich noch woanders beworben?

Der Arbeitgeber darf Sie das fragen. Wahrheitsgemäß antworten müssen Sie darauf nicht. In diesem Fall könnte man nämlich davon ausgehen, dass eine kleinen Notlüge Wunder wirkt.

Wenn Sie nämlich trotz weiterer Bewerbungen Ihrerseits sagen: „Nein, habe ich nicht. Ich möchte DIESE Stelle.“ Dann signalisieren Sie, dass es sich bei diesem Unternehmen tatsächlich um Ihren absoluten Wunscharbeitgeber handelt. Dass Sie das Gefühl haben, hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sie sind der Mann oder die Frau für diese Stelle. Genau das ist es, was der Personaler hören will.

Aber es gibt eine Einschränkung: Wer zu offensichtlich schleimt, macht sich verdächtig. Garnieren Sie Ihre Beteuerung daher am besten mit einer kleinen Erklärung wie: „Ich habe tatsächlich keine andere Stelle gefunden, die meinem Profil so gut entspricht wie diese.“ Und dann zählen sie zwei, drei Gründe auf, warum das so ist. Damit zeigen Sie überdies noch, dass Sie systematisch vorgegangen sind und sich nicht allein aus Faulheit oder Bequemlichkeit bei der Jobsuche zurückgehalten haben.

Dabei müssen Sie aber aufpassen, nicht allzu sehr wie ein Bittsteller oder Firmen-Groupie aufzutreten. Sie haben etwas zu bieten – und wenn das Unternehmen dies nicht erkannt, macht es einen gewaltigen Fehler. Diese Message sollte bei Ihrem Gegenüber ankommen.

Was Sie alternativ sagen können: „Ja, ich habe mich auch bei anderen Unternehmen beworben. Am liebsten würde ich aber hier anfangen. Diesen Job würde ich allen anderen vorziehen.“

Das klingt realistischer als die Variante oben und hat zwei weitere Vorteile: Sie steigern Ihren Marktwert und setzen das Unternehmen dezent unter Druck. Nach dem Motto: Wenn SIE nicht zuschnappen, ein anderer tut es bestimmt! Und Sie bringen trotzdem zum Ausdruck, wie sehr Sie an dieser Stelle interessiert sind…

Das sagen Sie, wenn Sie nicht lügen wollen

„Haben Sie sich noch woanders beworben?“ Angenommen, Sie antworten darauf einfach mit: „Ja, ich habe mich noch bei mehreren anderen Unternehmen hier in der Region beworben.“ Mehr nicht, keine Erklärungen, kein gar nichts. Wie käme das wohl beim Personaler an?

Richtig, er würde denken, dass Sie ziemlich beliebig und willkürlich auf Stellensuche sind. Hauptsache Job, irgendwo und irgendwie. Er will seinerseits aber das beste Match für die ausgeschriebene Stelle finden – und nicht irgendeinen Bewerber, der sich zufällig gerade beworben hat.

Es ist wie beim ersten Date: Ihrem Flirtpartner würden Sie wahrscheinlich auch nicht sagen, dass Sie sich noch mit anderen Frauen oder Männern treffen. Dieses Eingeständnis würde das Date entwerten. Es hätte einen faden Beigeschmack. So ist es im Vorstellungsgespräch auch – jedenfalls ein bisschen.

Die Realität ist natürlich ganz anders: Bewerber halten sich heute in der Regel mehrere Optionen offen. Alles andere wäre geradezu fahrlässig. Personaler wissen das.

Darum könnten Sie auf die Frage „Haben Sie sich noch woanders beworben“ auch erwidern: „Haben Sie auch andere Bewerber eingeladen?“ Eine Reaktion, die man als forsch und gewagt bezeichnen darf. Es handelt sich zwar „nur“ um eine rhetorische Frage, aber nicht jeder kann damit umgehen. Man könnte sie Ihnen als arrogant oder unverschämt auslegen.

Wenn Sie in einer guten Verhandlungsposition sind und sich keine großen Sorgen machen müssen, am Ende Ihres Bewerbungsmarathons mit leeren Händen dazustehen (weil Sie z.B. in einem Engpassberuf arbeiten), können Sie durchaus keck auftreten. Wenn Sie nicht ganz so gute Karten haben, dann lassen Sie es lieber sein.

Das sagen Sie, wenn Sie den Job wollen

Eine Möglichkeit ist es, ganz offen mit der Frage umzugehen. Direkt zu erwidern, dass Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben haben, möglicherweise sogar bei einem direkten Konkurrenten. Nur sollten Sie dabei deutlich machen, warum Sie das getan haben.

Sie wollen nicht willkürlich und wie ein Opportunist wirken (obwohl das Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zwangsläufig fast immer sind). Sie könnten beispielsweise klar machen, dass Sie unbedingt in der Pharmabranche Fuß fassen wollen und daher Ihre Bewerbung auch bei den anderen Playern eingereicht haben. Oder dass es in der Region einige sehr attraktive Unternehmen gibt, die vakante Stellen zu besetzen haben. Diese Chance können Sie nicht einfach ignorieren.

Eine typische Antwort könnte so lauten: „Ja, Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich mich auch anderweitig beworben habe. Es gibt hier in der Gegend und in meiner Branche einige attraktive Unternehmen, die auf Wachstumskurs sind. Ich habe auch schon erste Gespräche geführt. Die Bewerbungsprozesse laufen aber noch, eine Entscheidung habe ich also definitiv noch nicht getroffen.“

Für Sie bietet dies mehrere Vorteile:

  • Sie steigern Ihren Marktwert: Wer mehrere Verehrer hat, zwingt jeden Einzelnen dazu, in die Offensive zu gehen – oder sich ganz zurückzuziehen. Jedenfalls sind Sie als Bewerber nicht der Spielball des Unternehmens. Es kann Sie nicht ewig warten lassen oder Ihnen ein unverschämtes Gehaltsangebot unterbreiten. Dann gehen Sie eben woanders hin. Wer nur diese eine Option hat, ist in einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition.
  • Sie erhöhen den Druck auf das Unternehmen: Es muss Sie ebenso von sich überzeugen, wenn es bei Ihnen landen will. Das beinhaltet ein attraktives Gehaltspaket oder Zusatzleistungen – und eine zeitnahe Entscheidung.
  • Bewerber beweisen damit eine gewisse Reife: Wer sich nur bei einem Unternehmen bewirbt in der Hoffnung, hier sehr wahrscheinlich unterzukommen, handelt nicht nur naiv, sondern auch überheblich. Zwei Attribute, die in keinem Job hilfreich sind. Das wissen auch Personaler. Eine charakterliche Reife darf man durchaus als Vorteil sehen.

Ausschließlich Vorteile hat diese Strategie aber keineswegs. Das sind die Nachteile:

  • Sie riskieren viel: Wenn sie hoch pokern, aber gar nicht die Qualifikationen und Skills mitbringen, sind Sie ruckzuck draußen. Denn wer miserable Zeugnisse mitbringt und sich überall bewirbt, macht sich angreifbar. Motto: Ich habe eh keine Chance, also nutze ich sie. Mit der Schrotflinte schießen nur die, die mit der Pistole nicht treffen.
  • Es könnte beliebig wirken: Sie sollten trotz allem versichern, dass Sie diesen Job in ebendiesem Unternehmen den anderen immer vorziehen würden. Auch Unternehmen wollen umgarnt werden – und reagieren gekränkt auf Fremdflirts.
  • Sie wirken planlos: Eine Strategie sollte erkennbar sein. Dutzendfach Bewerbungen über alle Branchen- und Stadtgrenzen hinaus versenden – das wirkt ziellos und verpeilt. Und so wollen sie als Bewerber nicht wirken. Schränken Sie also zumindest ein, dass Sie sich nur bei wenigen ausgewählten Unternehmen umgeschaut haben – aber nicht bei ausnahmslos jeder Wald-und-Wiesen-Bude.

Achtung: 4 Fehler, die Sie vermeiden sollten

Haben Sie sich auch woanders beworbenDiese 4 Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Die Namen der Unternehmen nennen, bei denen Sie sich beworben haben. Das zeugt von Indiskretion! Und die ist in allen Unternehmen eine Todsünde. Das Unternehmen verrät Ihnen ja auch nicht die Namen der anderen Bewerber.
  • Verraten Sie nicht zu viele Details. Wann Sie sich auf welchem Wege beworben haben, wie viele Vorstellungsgespräche Sie schon geführt haben und wie die verlaufen sind. All das sparen Sie sich bitte! Es zeugt ebenfalls von ungenügender Diskretion und geht den Personaler nichts an. Einzig der Hinweis, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, ist relevant.
  • Eine Zahl nennen. Wenn Sie 25 Bewerbungen verschickt haben, sind das reichlich viele – aus Sicht des Unternehmens vielleicht zu viele. Sie könnten ausweichend sagen: „Es sind wirklich nur ein paar. Nur die, bei denen ich mir sicher bin, dass ich gut hineinpassen würde.“
  • Beleidigt reagieren. Versuchen Sie, souverän mit der Frage umzugehen – selbst wenn Sie der Meinung sind, dass es das Unternehmen überhaupt nichts angeht. Seien Sie höflich und bedanken Sie sich am Ende trotzdem für das Gespräch.
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Wie stehen Sie zu Überstunden? Das antworten Sie!

Wie stehen Sie zu Ueberstunden

Jeder kennt sie, die meisten hassen sie: Überstunden. Im ersten Halbjahr 2019 hat jeder Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 6,4 bezahlte und 6,0 unbezahlte Überstunden geleistet. Ernst wird es aber schon vorher: Im Vorstellungsgespräch will so mancher Personaler wissen, wie es der Bewerber mit der Mehrarbeit hält. Wie stehen Sie zu Überstunden? Die naheliegende Antwort ist nicht unbedingt die beste…

Wie stehen Sie zu Überstunden?

So richtig wissen Bewerber nie, was sie im Bewerbungsgespräch erwartet. Da nützt auch ein Blick in die Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber nicht viel. Manchmal sind es gerade erfolgsverwöhnte Firmen, denen der eigene Ruhm zu Kopf gestiegen ist, die im Jobinterview anmaßend werden.

Nach dem Motto: Wir sind die Besten, also können wir die Bewerber auch ein bisschen piesacken. Und wenn sie damit nicht einverstanden sind, dann nehmen wir halt einen von den anderen 1.000 Bewerbern, die da draußen warten…

Darum sind Fangfragen im Bewerbungsgespräch nichts, worüber Sie sich wundern sollten. Es gibt Fangfragen, die ganz harmlos klingen und solche, bei denen Sie auf Anhieb zusammenzucken. Ein Klassiker lautet:

Wie stehen Sie eigentlich zu Überstunden?

Eine Frage, auf die die Antwort sehr leicht erscheint. Durchweg ablehnen wollen Sie Überstunden natürlich nicht. Sie sind ja kein Faulpelz!

Außerdem werden Überstunden in dieser Firma eher die Regel als die Ausnahme sein, so Ihr erster Gedanke, sonst würde der Personaler ja nicht fragen. Also sagen Sie so etwas wie…

Was Sie nicht antworten sollten

Sie antworten vermutlich so etwas wie: „Überstunden? Kein Thema. Ich bin Überstunden gewöhnt. Schon in meinem letzten Job war das so. Da kam es häufiger vor, dass wir zwei oder drei Stunden länger geblieben sind. Das ist nichts, was mich in Panik versetzt. Im Gegenteil, ich kann dafür sogar Reserven freimachen.“

Puh, Schwein gehabt! Das ist bestimmt die Antwort, die Ihr Gegenüber hören will. Ein Bewerber, der motiviert und leistungswillig ist und nicht sofort die neumodische Karte Work-Life-Balance spielt. Falsch!

Natürlich ist es nicht verkehrt, Engagement und Einsatzbereitschaft nach vorne zu stellen. Die Antwort klingt daher erstmal positiv. Aber sie hat einen Unterton. In ihr schwingt nämlich auch folgendes mit:

  • Ich habe keine Freunde und keine Familie und lebe nur für meinen Job. Mit mir kann es machen, mein Arbeitgeber kann eigentlich alles von mir verlangen und ich springe.
  • Meine Selbstorganisation ist mangelhaft – und mein Zeitmanagement auch. Ich schaffe es einfach nicht, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen. Ich arbeite zwar gründlich, aber auch extrem langsam. Wenn es mal zügig gehen muss, bin ich der Falsche…

Nun könnte man wiederum einwenden: Na und? Es handelt sich doch trotzdem – oder gerade deswegen – um einen Mitarbeiter, nach dem sich die Unternehmen die Finger lecken. Um einen, den sie ausbeuten und herumschubsen können. Aber das ist meist zu kurz gedacht.

Wer keinen Ausgleich in seinem Privatleben hat, wird früher oder später einen Leistungsabfall haben. Zumindest ist dieser sehr wahrscheinlich. Eine starke Familie oder ein großer Freundeskreis sorgen für mentalen Abstand zum Büro und geben Kraft.

Und schlechte Organisation führt zu einer erhöhten Arbeitsbelastung. Die erhöht den Druck im Kessel zusätzlich. Letzten Endes sollten Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Produktivität dieses Typus Mitarbeiters langfristig nachlässt.

Und noch etwas: Wer zu allem Ja und Amen sagt, empfiehlt sich auch nicht gerade als Führungskraft und Leistungsträger. Es ist zwar ein Mythos, dass alle Arbeitgeber eigenständige Querdenker schätzen würden, aber Lemminge eben auch nicht.

Wenn Sie vorher genau über diese Frage nachgedacht haben, dann werden Sie vermutlich eine andere Antwort wählen…

So sieht eine gute Antwort aus

Als Ja-Sager wollen Sie nicht dastehen. So weit, so gut. Als Querulant, der bei der erstbesten Gelegenheit zum Betriebsrat rennt, aber ebenso wenig. Natürlich kann man auch von Ihnen erwarten, dass Sie mal eine Stunde dranhängen, wenn es sein muss. Und das Sie dies klaglos hinnehmen, sofern es nicht ständig von Ihnen verlangt wird.

Schließlich ist die Arbeit in einem Unternehmen nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Stoßzeiten und Dürreperioden. Eine Spielzeugfirma hat in der Weihnachtszeit mehr um die Ohren, ein Skihotel im Winter. Das sollte jedem bewusst sein.

Es gilt also, diesen Spagat zu gehen: Einsatz und Flexibilität auf der einen Seite, Selbstbewusstsein und eigene Bedürfnisse auf der anderen. Wie das geht? Zum Beispiel mit einer Antwort wie dieser:

„Generell versuche ich, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und meistens schaffe ich das auch. Ich kann schnell UND gründlich arbeiten. Dazu ist es aber wichtig, dass man die Abläufe genau analysiert, die Aufgaben strukturiert und priorisiert. Das habe ich im Laufe der Jahre immer besser verinnerlicht. Allerdings bin ich mir auch darüber bewusst, dass in einem Unternehmen immer wieder unvorhergesehene Ereignisse auftreten. Ich bin flexibel genug, um einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Kollegen sollten sich gegenseitig unterstützen und dazu bin ich selbstverständlich bereit. Für mich ist es nicht wichtig, einen starren Nine-to-Five-Job zu haben, sondern einen, in dem man flexibel ist und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. So wie ich das einschätze, wäre die Stelle daher genau die richtige für mich. Mit meiner Familie habe ich das auch schon besprochen. Wir sind uns einig, dass es regelmäßig fordernde Phasen im Berufsleben gibt. Deswegen ist es so wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf unser Familienleben wollen wir deshalb nicht verzichten, das ist uns weiterhin sehr wichtig. Ich bin sicher, dass man das in diesem Unternehmen in Einklang bringen kann.“

Speziell die letzten beiden Sätze lassen durchklingen, dass Sie Überstunden nicht ständig machen wollen, sondern nur im Ausnahmefall. Und dass Sie dafür auch einen Ausgleich erwarten, zeitlich oder finanziell. Ihr Gegenüber wird den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

Klar ist, dass Sie eine differenzierte Antwort geben sollten. Ein stures „Nein“ ist tabu, damit schießen Sie sich ins Aus. Ein naives „Ja, klar“ ist genauso schlecht – aus den oben genannten Gründen.

Bin ich zu Überstunden verpflichtet?

Bin ich zu Ueberstunden verpflichtetGrundsätzlich nein. Der Arbeitgeber hat zwar ein Weisungsrecht. Dieses erlaubt es ihm aber nicht, Überstunden prinzipiell zu verlangen. Mit Ausnahme von Notsituationen, die allerdings sehr selten sind. Mit einer Notsituation ist im Übrigen kein Großauftrag oder ähnliches gemeint, sondern eine unvorhersehbare Katastrophe wie ein Brand.

Darüber hinaus gibt es noch vier Säulen, auf denen Überstunden fußen können:

  • Ihr Arbeitsvertrag enthält eine Klausel, die es dem Arbeitgeber gestattet, Überstunden anzuordnen.
  • Im Unternehmen gibt es eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, in der das Thema Überstunden geregelt ist und die Überstunden grundsätzlich möglich macht.
  • Der Tarifvertrag enthält Bestimmungen zu Überstunden, aus denen sich ihre Zulässigkeit ergibt.
  • Sie schließen mit Ihrem Arbeitgeber eine Einzelvereinbarung und einigen sich darauf, im Einzelfall länger zu arbeiten. Die Vereinbarung kann mündlich oder per Handschlag getroffen werden, ein förmlicher Vertrag ist nicht nötig.

Es gibt kein Recht auf Überstunden!

Es gibt kein Recht auf UeberstundenNicht jeder will Überstunden vermeiden. Im Gegenteil, manche gewöhnen sich schnell an sie – und an die zusätzliche Entlohnung. Doch ein Recht auf Überstunden gibt es nicht. Der Arbeitgeber kann sie jederzeit wieder streichen.

[Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]

Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

Bewerbungssünden Tipps

Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden…

Bewerbungssünden: Schlecht für Sie

Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf. Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler ins Anschreiben einbaut, gefällt das niemandem.

Darum ist es legitim, von „allgemeinen Bewerbungssünden“ zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen. Die Ich-Perspektive ist so ein Fehler. Bewerber sollten vielmehr versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Dienstwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht so überzeugend.

Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

Eine eindeutige Bewerbungssünde sind falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen. Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt das von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten. Kleine Anmerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, können Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Das merzt zumindest die gröbsten Fehler aus.

Wann bedeutet eine Bewerbungssünde das Aus?

Es kommt darauf an. Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, kann den Job vergessen. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein. Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, hat denkbar schlechte Karten. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an. Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünde und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – logisch.

Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, wovon ich spreche.

Aber um es noch mal klarzustellen: Eine Bewerbungssünde muss keineswegs das Aus beantworten. Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe des Bewerbungsgesprächs ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

Das sind die 10 häufigsten Bewerbungssünden

  1. Rechtschreibfehler

    Ja, Tippfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hinterher auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls entstehen Zweifel an Ihrer Genauigkeit – und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten. Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

  2. Belanglosigkeiten

    Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen. Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne. So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

  3. Floskeln

    Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich. „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an. Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“ Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

  4. Foto

    Verpflichtet sind Sie nicht, ein Bewerbungsfoto beizufügen. Aber ein Foto erhöht Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich! Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn diese schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht mal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

  5. Schleimerei

    Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – jedenfalls oft. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um. Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

  6. Verzweiflung

    Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen. Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten. Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte!“ Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten. Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

  7. Internet

    Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben? Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen. Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern. Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

  8. Understatement

    Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler! Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung. Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun? Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

  9. E-Mail-Adresse

    Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s! Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß. Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre offenbar nicht gut bestellt…

  10. Zeitmanagement

    Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt. Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen de facto Zeit. Nicht so schön! Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Kündigung vorbereiten: So wird es gemacht!

Kündigung vorbereiten Tipps

Irgendwann ist es Zeit zu gehen. Es gibt viele Gründe, die für und viele, die gegen eine Kündigung sprechen. In jedem Fall sollte eine Kündigung gut vorbereitet sein. Das hat nur Vorteile für Sie. Wer überhastet zur Tür hinaus spaziert, hinterlässt verbrannte Erde und schießt sich selbst ins Bein. Kündigung vorbereiten: So machen Sie es richtig…

Kündigung vorbereiten: Das zählt!

Sie haben einen Fehler begangen oder negatives Feedback bekommen und wollen nur noch raus aus dem Job. Halt, nicht so schnell!

Eine spontane Kündigung ist eine ganz schlechte Idee. Sie sollten gut darüber nachdenken, ob Sie wirklich aufgeben wollen – egal, wie der groß der Frust im Moment auch sein mag. Jeder hat mal schlechte Tage im Büro – oder gar Wochen und Monate. Jeder fühlt sich mal missverstanden und wie ein begossener Pudel. Jeder macht Fehler, ständig. Das sind alles keine Gründe, um die Brocken einfach hinzuschmeißen.

Gute Gründe für eine Kündigung liegen tiefer. Ein Klassiker ist etwa die fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Laut einer Umfrage des Gehaltsportals gehalt.de und der Vergütungsagentur Compensation Partner von 2019 zählten dies 45 Prozent der Befragten zu den Hauptgründen. Dahinter folgte mit 41 Prozent ein zu niedriges Einkommen. Auf Platz drei rangierte das bessere Angebot eines anderen Arbeitgebers mit 38 Prozent, auch fehlende Aufstiegschancen wurden mit 33 Prozent häufig genannt.

Das sind die häufigsten Kündigungsgründe:

  • Zu wenig Wertschätzung durch den Chef: 45 Prozent
  • Zu niedriges Einkommen: 40,5 Prozent
  • Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber: 38,4 Prozent
  • Keine Aufstiegsmöglichkeiten: 32,5 Prozent
  • Überlastung durch zu viel psychischen Druck: 20,6 Prozent
  • Unterforderung und Langeweile: 19,4 Prozent
  • Überlastung durch Überstunden: 12,8 Prozent
  • Familiäre Gründe: 11,6 Prozent
  • Unternehmen droht Pleite: 11,0 Prozent
  • Gesundheitliche Probleme: 4,4 Prozent
  • Zu wenig Urlaub: 2,5 Prozent
  • Sonstiges: 11 Prozent

7 gute Gründe für eine Kündigung

  1. Bindung

    Wenn Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt fühlen, hat dies noch andere Folgewirkungen. Sie entwickeln keine Bindung zu ihrem Unternehmen. Identifikation? Fehlanzeige. Das erleichtert den schnellen Jobwechsel. Wer seinem alten Team keine Träne nachweint, der ist eher bereit, einen anderen Weg einzuschlagen. Wertschätzung durch Vorgesetzte, aber auch eine persönliche Bindung zu anderen Mitarbeitern kann dem entgegenwirken. Ein echtes Team- und Zugehörigkeitsgefühl macht dieEntscheidung für einen Arbeitgeberwechsel deutlich schwerer.

  2. Gehalt

    Niemand will ausgebeutet werden – oder sich so fühlen, als würde er es. Und selbst wenn das Gehalt überdurchschnittlich hoch ist, dann schlägt man ein noch besseres Angebot nur ungern aus. Die Bezahlung ist ein Dauerbrenner. Große, zahlungskräftige Unternehmen sind hier im Vorteil. Aber auch ein faires Gehaltsgefälle und Transparenz könnten das Gefühl von Ungerechtigkeit zumindest reduzieren. Zu diesem Zweck wurde vor einiger Zeit auch das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht.

  3. Belohnung

    Ob und wie wirksam monetäre Anreize sind, darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten. Naheliegend ist aber die Annahme, dass Wertschätzung auch mit Bezahlung zu tun hat. Wer eine gute Leistung erbracht hat, erwartet dafür eine Belohnung – in welcher Form auch immer. Ärgerlich, wenn Gehaltserhöhungen oder Prämien offenbar willkürlich vergeben werden.

  4. Onboarding

    Der erste Eindruck zählt – auch für neue Mitarbeiter. Werden sie von Anfang an nicht richtig integriert, kann das zu dauerhaften atmosphärischen Störungen führen. Und zu schwerwiegenden Missverständnissen. Folge: Man fühlt sich fehl am Platz, weiß gar nicht so recht, was man hier überhaupt soll. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die nach gesundheitlichen Problemen an ihren Arbeitslatz zurückkehren. Nimmt das Unternehmen sie herzlich auf und erleichtert ihnen die Eingewöhnung, dann steigt die Arbeitsmotivation.

  5. Karrierepfade

    Ein Leben lang den gleichen Job machen – dieses Prinzip hat ausgedient. Mitarbeiter wollen dazulernen, sich weiterentwickeln und aufsteigen. Wenn das nicht möglich ist, sinkt irgendwann die Motivation. Wahr ist aber, dass nicht jeder das Zeug zum Abteilungsleiter oder gar CEO hat. Doch muss die Karriere gar nicht immer vertikal verlaufen: Erst Junior, dann Key, später Senior, dann Head… Eine horizontale Laufbahn hat auch ihren Reiz, zum Beispiel für die, die sich in einer Führungsrolle nicht wohl fühlen. Hauptsache, man lernt neue Bereiche des Unternehmens kennen, erwirbt neue Skills, macht sich neue Aufgaben zu Eigen.

  6. Passgenauigkeit

    Wenn wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, sind wir im Flow. Dieser entsteht an der Grenze zwischen Überforderung und Unterforderung. Wenn uns eine Aufgabe nicht langweilt, sondern herausfordert, aber nicht überfordert, sind das demnach beste Voraussetzungen. In der Realität ist das oft ein Problem. Viele Menschen geben Überlastung als Kündigungsgrund an, auch Unterforderung durch Langeweile ist weit verbreitet. Wer einen Job mit den „richtigen“ Aufgaben findet, wird dauerhaft glücklich.

  7. Kommunikation

    Wenn der Chef ein Schweiger ist, kann das früher oder später zur Kündigung führen. Kommunikation ist auf mehreren Ebenen wichtig. Durch sie zeigt sich Wertschätzung (oder eben nicht). Auch kann der Chef Aufstiegschancen aufzeigen, die Vision des Unternehmens skizzieren oder die Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele einschwören und das Unternehmen so vor einer möglichen Pleite bewahren.

Warum Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten sollten

Viele Mitarbeiter haben längst innerlich gekündigt. Sie schieben nur noch Dienst nach Vorschrift – wenn überhaupt. Kollegen, Chefs, Unternehmensziele? Zweitrangig. Hauptsache, so schnell wie möglich weg hier.

Kommt dann die echte Kündigung, sind die Gedanken ähnlich. Warum jetzt noch anstrengen? Ciao mit V, ich bin eh bald weg! Ihr alle könnt mir ab sofort den Buckel runterrutschen. Falsche Einstellung!

Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Sie sollten vor, während und nach Ihrer Kündigung professionell bleiben. Das hat für Sie mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Chancen auf eine gute Referenz. Erstens erhalten Sie ja noch Ihr Arbeitszeugnis, zweitens könnte ein neuer Arbeitgeber beim Ex-Unternehmen durchklingeln und sich nach Ihnen erkundigen. Sie können jahrelang noch so gute Leistungen erbracht haben: Ist Ihr Abgang stillos, wird das im Unternehmen negativ aufgenommen und zu Missmut führen.

Außerdem sinken Ihre Chancen, je wieder bei diesem Arbeitgeber anheuern zu können. Speziell in kleinen Branchen mit wenigen Arbeitgebern könnte das noch ein Problem werden. Boomerang-Karrieren sind nichts Ungewöhnliches mehr. Unternehmen schrecken angesichts kleiner werdender Fachkräfte-Reservoirs nicht davor zurück, ehemalige Abgänge wieder an Bord zu holen.

Aber der wichtigste Grund lautet: Ein guter Abgang zeugt von guten Manieren Ihrerseits. Wer die Kündigung zum Anlass nimmt, auf der Leck-mich-am-Arsch-Schiene zu fahren, zeigt einen zweifelhaften Charakter. Und als charakterloser Egomane wollen Sie doch nun wirklich nicht in Erinnerung bleiben…

Kündigung vorbereiten: Das sind die 2 größten Vorteile

Sie können ins Chefbüro spazieren, das Kündigungsschreiben auf den Tisch pfeffern und dann auf dem Absatz kehrtmachen. Sich vielleicht nochmal umdrehen und Tschüss rufen. Und das war’s dann. Besser aber, Sie bereiten Ihre Kündigung gut vor und legen sich einen Ablaufplan zurecht. Das hat zwei große Vorteile:

  • Nerven schonen

    Wenn Sie kündigen, bedeutet dies (oft), dass ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen kommt. Der muss eingearbeitet werden – am besten von seinem Vorgänger. Nehmen Sie diese Aufgabe an! Hinterher haben Sie alle Missverständnisse ausgeräumt und fühlen sich besser. Und Sie müssen keine Angst mehr haben, dass das Unternehmen im Nachhinein ständig bei Ihnen durchklingelt, um sich nach Passwörtern, Dokumenten und Projektordnern zu erkundigen…

  • Eindruck machen

    Kündigung geplant und sauber vollzogen – sehr gut! Ein klarer, feiner Schnitt kommt auch dem Unternehmen gelegen. Es sieht, dass Sie ein Profi sind und dass es mit Ihnen eine fähige Kraft verliert. Vielleicht kommen Sie ja noch mal zurück. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, Ihnen im nächsten Job Pech und Schwefel an den Hals zu wünschen. Gute Reise!

Wie sage ich es meinem Chef?

Wie bringen Sie Ihrem Chef bei, dass Sie gehen wollen? Die Antwort hängt von verschiedenen Parametern ab. Aber egal, ob Ihr Chef ein Kumpel für Sie ist, eine Respektsperson oder ein rotes Tuch – Sie sollten ihn oder sie persönlich informieren. Diese Punkte sind wichtig:

  • Zeitpunkt

    Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für Ihr Gespräch. Im Weihnachtsgeschäft könnte es trubelig werden; auch dann, wenn der Chef schon mit einem Bein im Urlaub ist. Zwischen Tür und Angel sollten Sie die Botschaft ebenfalls nicht überbringen. Schlagen Sie einen Termin vor, von einer halben Stunde etwa, in dem Sie ein ruhiges Gespräch führen können. Natürlich unter vier Augen – und nicht in der Kaffeeküche, wo jeder mithören kann…

  • Frist

    Aus formeller Sicht ist die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von Bedeutung. Im Falle einer ordentlichen Kündigung beträgt sie vier Wochen zum 15. oder zu Monatsende. Bei längerer Betriebszugehörigkeit ist die Kündigungsfrist länger. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung lieber früher als später mit. Er wird Ihnen (hoffentlich) danken, dass er rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger gehen kann. Und: Sie müssen die Kündigung schriftlich überbringen, in Papierform. Eine mündliche Kündigung oder per E-Mail oder Whatsapp reicht nicht aus.

  • Priorität

    Informieren Sie Ihren Vorgesetzten als Ersten. Das gebietet der Respekt vor seiner Position – und liegt in Ihrem eigenen Interesse. Für Sie wäre es nämlich äußerst unangenehm, wenn die halbe Firma schon Bescheid wüsste, Ihr Chef aber die Kündigung über den Flurfunk erfahren müsste. Höchst unprofessionell und schädlich für Ihre Reputation!

  • Haltung

    Einen vernünftigen Grund für Ihre Kündigung sollten Sie Ihrem Chef gegenüber schon nennen. Und auf Schuldzuweisungen und Vorhaltungen verzichten. Aber von hochtrabenden Entschuldigungen oder Rechtfertigungen sollten Sie genauso absehen. Sie haben eine Entscheidung getroffen und es ist Ihr gutes Recht zu kündigen. Fertig.

Kündigung vorbereiten aus dem Job heraus

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Redewendung kann man verlängern: Wer wagt, der oft verliert. Angenommen, Sie wollen gar nicht kündigen, weil Sie sich wohl fühlen. Sie haben aber ein tolles Angebot von einem anderen Unternehmen auf dem Tisch. Was tun?

Wägen Sie gut ab. Auf der Pro-Seite stehen vermutlich die bessere Bezahlung, eine neue Herausforderung, Aufstiegschancen und Renommee. Auf der Contra-Seite der Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes und der lieben Kollegen sowie ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der neue Job kann eine einzige Katastrophe, Sie schon in der Probezeit wieder draußen sein.

Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Beherzigen Sie aber auf jeden Fall diese Ratschläge: Kündigen Sie niemals, bevor…

  • die Verhandlungen über Aufgaben und Gehalt abgeschlossen sind.
  • Sie den Bewerbungsprozess komplett durchlaufen haben.
  • Sie sich vollends einig mit Ihrem neuen Arbeitgeber sind.
  • Sie den Vertrag unterschrieben in Händen halten.

Das heißt also: Kündigen Sie nicht schon nach einer mündlichen Einigung – oder sogar schon, nachdem Ihnen das Angebot auf den Tisch geflattert ist.

Es kann noch so viele Unvorhergesehenes passieren. Der Recruiter mag Sie vielleicht nicht, das Gehalt ist doch nicht so gut wie angedeutet, die Aufgaben völlig anders als geplant – oder der Arbeitgeber macht auf den letzten Drücker einen Rückzieher. Darum: Zuerst beim Neuen unterschreiben, dann beim Alten kündigen!

Kündigung vorbereiten: Checkliste

  • Kündigung schriftlich übergeben
  • Arbeitszeugnis einholen (oder selbst formulieren)
  • Referenzen anfragen
  • Projekte und Aufgaben abschließen
  • Liste mit offenen Aufgaben anfertigen
  • Übergabe organisieren
  • Kollegen, Kunden und Kooperationspartner informieren
  • Sicherungskopien von wichtigen Daten anfertigen
  • Persönliche Unterlagen mitnehmen
  • Offene Konflikte klären
  • Abschiedsgespräche mit Kollegen führen
  • Verabschiedung vorbereiten
  • Vernetzen und Kontakt halten
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Eignungstest Bewerbung: Wie Sie ihn meistern

Eignungstest Bewerbung Tipps

Eignungstest dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Zum Einen ist ihr Einsatz einfacher und günstiger geworden, immer mehr Unternehmen setzen folgerichtig welche ein. Zum Zweiten mehren sich die Zweifel an der Aussagekraft von Schulzeugnissen. Unternehmen wollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der neue Mitarbeiter ein Volltreffer wird. Für Bewerber kann das unangenehme Folgen haben. Eignungstest Bewerbung: So überspringen Sie die Hürde…

Eignungstest Bewerbung: Es werden immer mehr

Mit einem Eignungstest können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum Beispiel:

  • Auswahltest
  • Bewerbungstest
  • Einstellungstest

Im Grunde geht es aber immer um ein Auswahlverfahren, dem sich Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungs- Studien- oder Arbeitsplatz unterziehen müssen.

Speziell für Studieninteressierte gibt es diese Eignungstests:

  • Self-Assessment

    Dabei handelt es sich meist um freiwillige Tests, die der Studienorientierung dienen. Die Teilnehmer sollen dadurch herausfinden, für welches Fach sie sich wirklich eignen, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Dazu müssen Sie diverse Fragen beantworten und erhalten entsprechende Informationen über Studienfächer und Perspektiven. Auch können sie so herausfinden, ob sie überhaupt für ein Studium geeignet sind oder vielleicht lieber einen anderen Weg einschlagen sollten.

  • Fachbezogene Tests

    Studieninteressierte, die sich etwa für Fächer wie Psychologie oder Medizin bewerben, müssen sich bisweilen einem Eignungstest stellen. Auch für Studiengänge wie Architektur und Design kann ein fachbezogener Eignungstest zeigen, wie stark das künstlerische Kompetenzprofil ist. Diese Eignungstests sind stark fachbezogen und sollen vor allem die Eignung für das jeweilige Fach ermitteln.

Welche Eignungstests gibt es noch?

Unternehmen setzen Eignungstests immer häufiger ein. Sie können ein wertvolles Instrument sein, um die richtigen Kandidaten zu ermitteln – und eine gute Ergänzung zu Schulzeugnissen und Arbeitszeugnissen. Eine Garantie bieten Eignungstests natürlich nicht. Aber sie können auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und eine differenzierte Personalauswahl ermöglichen.

Aus Bewerbersicht wichtig: Diese Eignungstest sind erstens nicht freiwillig. Und zweitens haben sie Konsequenzen. Wer durchfällt, muss damit rechnen, vorzeitig aussortiert zu werden. Dann bleibt ihm oder ihr vorerst nichts weiter übrig, als sich die fehlenden Kompetenzen anzueignen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

Ein anderes Beispiel: Polizei und Bundeswehr. Wer sich hier bewerben möchte, muss auch einen Sporttest absolvieren. Das ist logisch – eine gewisse Fitness ist für den körperlichen Job Voraussetzung. Dazu kommt noch ein schriftlicher Test. Bewerber müssen beide Prüfungen bestehen, sonst sind sie draußen.

So weit muss es aber gar nicht kommen. Auf Eignungstests kann man sich schließlich auch vorbereiten. Überspringt man diese Hürde, ist man dem Job ein großes Stück nähergekommen. Danach folgt noch das Vorstellungsgespräch. Schafft es der Bewerber, auch hier zu überzeugen, ist die Stelle so gut wie fix. Es sei denn, das Unternehmen fordert noch einen Probearbeitstag ein.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Eignungstest ist zwar nur eines von vielen Hindernissen für Bewerber, aber ein besonders hohes. Einen Blackout im Vorstellungsgespräch kann man vielleicht noch ausbügeln, im Eignungstest ist das schwieriger.

Eignungstest Bewerbung: Was wird abgefragt?

In vielen Branchen sind Eignungstests längst üblich. Sie sind auch keineswegs nur auf Berufsanfänger beschränkt und können alle treffen, ob IT-Experte oder Handwerker, Werbetexter oder Industriekaufmann.

In akademischen Berufen ist das Assessment Center beliebt. Dabei kommen viele Bewerber zusammen, meist in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dort müssen sie Aufgaben lösen, kooperieren und die anwesenden Personaler von ihren Fähigkeiten überzeugen. Das Assessment Center stellt Eigenschaften wie Teamfähigkeit auf den Prüfstand – und ist daher schon per se ein Eignungstest. Integraler Bestandteil vieler Assessment Center ist zudem ein schriftlicher Test, der fachspezifische Fragen stellt – ein Eignungstest im Eignungstest gewissermaßen.

Etablierte Führungskräfte wiederum werden nur selten ins Assessment Center gebeten. Sie unterziehen sich einem Einzelassessment. Auch das ist ein Eignungstest. Immerhin kommt Unternehmen ein Fehlgriff auf dieser Ebene teuer zu stehen. Eignungstests haben auch den Zweck, die langfristigen Kosten für den Arbeitgeber gering zu halten.

Abgefragt wird in einem Eignungstest üblicherweise dies:

  • Allgemeinwissen
  • Logisches Denkvermögen
  • Mathematik
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sprachverständnis
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen

Von technischen Zeichnern wird weniger Sprachverständnis, dafür umso mehr räumliches Vorstellungsvermögen und Technik-Verständnis erwartet. Für Journalistenschüler dagegen ist die Sprache ihr wichtigstes Werkzeug, auch ein möglichst breites Allgemeinwissen ist wichtig.

Aber keine Sorge: In der Regel gehen die Fragen im Eignungstest nur selten ganz tief ins Detail. Sie bauen auf Schulwissen auf. Es werden also keine Wunderdinge oder Geniestreiche von Ihnen erwartet.

Es geht aber noch um etwas anderes: um die psychologische Dimension. Oft reicht die Zeit nämlich nicht aus, einen Eignungstest in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten. Daher kommt es darauf an, ob die beantworteten Fragen richtig sind. Und darum, welche Aufgaben der Bewerber priorisiert bzw. ausgelassen hat.

Ist er oder sie womöglich in Panik geraten? Der Arbeitgeber will wissen, ob der Kandidat mit Stress umgehen und unter Zeitdruck arbeiten kann – eine Qualität, die jeder Arbeitgeber schätzt. Im Arbeitsalltag werden noch viele weitere stressige Situationen entstehen. Gut also, wenn der Kandidat ihnen gewachsen ist.

Eignungstest Bewerbung: Das sollten Sie beherzigen

  • Allgemeinwissen

    Niemand erwartet von Ihnen enzyklopädisches Wissen. Ein solides Level sollte Ihr Allgemeinwissen aber schon haben. Oder würden Sie jemanden einstellen, der Rom für die Hauptstadt Spaniens hält?

    Ihr Allgemeinwissen ist eine Visitenkarte. Sie zeigt grob an, mit wem es der Arbeitgeber zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann – oder auch nicht.

    Warum ist Allgemeinwissen wichtig? Weil es belegt, dass Sie sich auf dem Laufenden halten und sich dafür interessieren, was um Sie herum passiert. Dass Sie neugierig und engagiert sind. Immerhin ist es für (fast) jedes Unternehmen heute wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Auch in punkto PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist dieser Punkt relevant. Nur wer Zusammenhänge richtig einordnen kann, ist in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen attraktiv zu positionieren.

  • Konzentration

    Konzentrationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Warum? Weil sie immer seltener wird. In der Dauerbeschallung von Smartphones, Fernsehern und Tablets fällt es von Tag zu Tag schwieriger, die Gedanken zu sammeln und den Fokus zu halten.

    Beim Eignungstest MÜSSEN Sie sich konzentrieren. Andernfalls werden Sie die Fragen nicht gut und richtig beantworten. Am Arbeitsplatz ist Konzentrationsfähigkeit ebenfalls von großer Bedeutung. Wer es kaum noch schafft, fünf Minuten NICHT aufs Handy zu blicken, der beschert seinem Arbeitgeber krasse Produktivitätsverluste.

    Im Eignungstest werden Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Eine Übung kann beispielsweise darin bestehen, sich 60 Sekunden lang Dutzende Begriffe ansehen und sie anschließend aus dem Gedächtnis aufzählen zu müssen.

    Konzentrationsfähigkeit hängt von vielen Parametern ab. Manchen fällt sie im Großraumbüro schwer, andere bringen auch Lärm und permanentes Gewusel nicht aus der Ruhe. Wer aber nicht einmal während des Eignungstests in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten, hinterlässt keinen überzeugenden Eindruck.

  • Logik

    Logisches Denken und Analysefähigkeit sind unglaublich schwer zu messen. Bedeutsam sind diese Eigenschaften gleichwohl. Es geht im Firmenalltag immer darum, Probleme zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Auch geht es um Schnelligkeit. Welches Problem besitzt Priorität?

    Im Eignungstest werden Bewerber mitunter mit Zahlenreihen konfrontiert. Diese sollen sinnvoll ergänzt werden. Oder es müssen zu bestimmten Begriffen passende Assoziationen gefunden werden.

    Und auch wenn Sie es nicht glauben: Logisches Denkvermögen ist nicht angeboren – jedenfalls nicht ausschließlich. Man kann es trainieren. Wenn Sie im Eignungstest überzeugen, weiß der Arbeitgeber: Wir haben es hier mit einem Arbeitnehmer zu tun, der Probleme analysieren – und auch lösen kann.

  • Persönlichkeit

    Im Anschreiben und vor allem im Vorstellungsgespräch gewinnt das Unternehmen einen Eindruck von der Persönlichkeit eines Bewerbers. Aber im Eignungstest? Ja, auch der Test lässt Schlüsse auf persönliche Charaktereigenschaften zu.

    Motivation, Kommunikationsvermögen, Pflichtbewusstsein – all das kommt auch im Eignungstest zum Ausdruck. Das Unternehmen will einen Kandidaten finden, der zur Firmenkultur passt.

    Dabei muss aber auch klar gesagt werden: Verstellen Sie sich nicht. Schreiben Sie nicht nur das auf, was die Personaler hören wollen. Sie wollen ja selbst auch im Unternehmen glücklich werden. Wenn es zwischen beiden einfach nicht passt, wird keiner von beiden Seiten glücklich.

So oft scheitern Bewerber am Eignungstest

Eignungstest Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 41 Prozent sagen: Weil seine Testergebnisse im Auswahlverfahren zu schlecht waren! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die versemmelten Eignungstests allerdings nur auf Platz 9 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

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