Tätigkeitsbeschreibung: Wie sie Ihre Bewerbung aufwertet

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

Eine Tätigkeitsbeschreibung ist ein Instrument für Bewerber. Sie bietet sich an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat klare Vorteile…

Tätigkeitsbeschreibung: Wann brauche ich sie?

Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Das ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

Nun können Bewerber das Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim aktuellen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Ganz so irrelevant ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

Einem erfahrenen Personaler dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

Das gehört in die Tätigkeitsbeschreibung

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen würden.

Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

  • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
  • Offizieller Jobtitel
  • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
  • Ihre Leistungen und Erfolge
  • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
  • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten so aus:

Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie: „Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.“ Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine ähnliche Variante wie diese: „Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.“

Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

Projektleiter Digitalisierung
Vom 10.10.2016 bis 01.08.2018 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

Bitten Sie um Vertraulichkeit!

Tätigkeitsbeschreibung VertraulichkeitIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben zusätzlich um Vertraulichkeit!

Eine mögliche Formulierung wäre: „Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

4 Tipps für Ihre Tätigkeitsbeschreibung

Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

  • Realismus: Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.
  • Sachlichkeit: Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.
  • Professionalität: Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.
  • Einheitlichkeit: Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

Tätigkeit: Sie interessiert brennend

Nein, das ist nicht ironisch gemeint. Personaler interessieren sich sehr dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

Die Tätigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

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Bewerbungsgespräch Fehler: Diese 11 sind fatal!

Bewerbungsgespraech Fehler Tipps

Bewerbungsgespräch Fehler: Darüber ließen sich Romane schreiben. Es gibt kleine und große Missgeschicke. Dutzende Fettnäpfchen, Missgriffe und Patzer. Der eine Fauxpas zu viel – oder zu schwerwiegend – kann das vorzeitige Aus bedeuten. Traumjob adé! Aber wer sagt, dass Ihnen im Jobinterview ein dummer Lapsus unterlaufen muss? Bewerbungsgespräch Fehler: Wenn sie nicht so auftreten wie die 11 Typen, die wir Ihnen gleich vorstellen, haben Sie die größten Klippen umschifft…

Bewerbungsgespräch Fehler: Es gibt so viele

Ein Vorstellungsgespräch ist ein Slalomlauf. Links und rechts warten die Slalomstangen förmlich darauf, von Ihnen umgenietet und überfahren zu werden. Stets müssen Sie ausweichen, Gas geben und wieder abbremsen, um am Ende als Sieger dazustehen.

Da gibt es fiese Fangfragen des Personalers, ungeklärte Lücken im Lebenslauf oder nervöse Nesteleien mit den Händen. Fehler über Fehler über Fehler können Bewerber hier aneinanderreihen. Wer zu viele macht – oder die falschen – ist den Job los.

Dabei kann einem Arbeitgeber völlig egal sein, was dem anderen überaus wichtig ist. Ein paar Kardinalfehler aber sehen sie alle nicht gerne. Karrieresprung zeigt Ihnen, welche das sind.

Bewerbungsgespräch Fehler: Diese 11 Typen sollten Sie im Vorstellungsgespräch NICHT verkörpern:

Späti

Wenn schon der Eindruck von Ihnen VOR dem ersten Eindruck miserabel ist, dann ist es um die Bewerbung nicht gut bestellt. Miserabel ist er, wenn Sie zu spät zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

Pünktlichkeit hat oberste Priorität. Fahren Sie rechtzeitig los und planen Sie einen großzügigen Puffer ein, damit Sie für alle Eventualitäten gewappnet sind, die in Form von Staus oder Baustellen lauern.

Andererseits: Eine halbe Stunde vor Gesprächsbeginn sollten Sie auch nicht am Empfang aufschlagen. Das wirkt so, als hätten Sie sonst nichts zu tun, den Job ganz bitter nötig und würden alles, ja wirklich alles tun, um ihn zu kriegen. Keine gute Ausgangsposition!

Außerdem setzen Sie Ihren Gesprächspartner damit unter Druck, sich doch bitte zu beeilen. Er oder sie ist davon ganz sicher nicht begeistert. Deshalb: Wenn Sie viel zu früh da sind, bleiben Sie lieber noch 15 Minuten im Auto sitzen und spielen auf Ihrem Handy. Oder setzen Sie sich ins Café um die Ecke.

Tratschmaul

Schon beim Wort Smalltalk läuft es vielen eiskalt den Rücken runter. Ein Horror! Was sage ich nur zu diesem fremden Menschen?

Auf der anderen Seite gibt es die Typen, die völlig frei und ungezwungen drauflosquasseln. „Haben Sie da draußen auch diese Kids von Fridays for Future gesehen? Totale Spinner! Wissen Sie, ich habe neulich meine alte Waschmaschine ausgetauscht, weil die so einen hohen Verbrauch hatte. Aber Sie ahnen ja nicht, was…“ Sie merken schon: Freigiebiges Geplauder kann einen schnell in die Bredouille bringen. Wenn die Inhalte mit dem Weltbild des Gegenübers kollidieren. Oder wenn Sie schlicht zu viel Belangloses herausposaunen.

Natürlich sollen Sie weder einen Maulkorb tragen noch Ihre eigene Meinung zensieren. Mit Ihren Kollegen können Sie hinterher immer noch über Gott und die Welt philosophieren. Im Jobinterview aber ist es strategisch cleverer, sich zurückzuhalten.

Überlegen Sie sich zwei, drei smalltalk-taugliche Themen zum Einstieg, um im Notfall das Eis zu brechen. Ansonsten konzentrieren Sie sich lieber auf das Fachliche. Aber wer weiß, vielleicht verlangt Ihnen der Personaler noch die eine oder andere persönliche Frage ab. Dann können Sie immer noch loslegen, wenn Sie wollen…

Automat

Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie Informationen über das Unternehmen einholen. Dass Sie sich Rückfragen überlegen, Ihre Selbstpräsentation einstudieren und vernünftige Klamotten rauslegen.

Aber übertreiben sollten Sie es nicht. Lassen Sie Platz für Improvisation. Mut zur Lücke! Sie können sich nicht auf jede Frage hundertprozentig vorbereiten. Wer zu perfekt auftritt, dem fehlen die Ecken und Kanten. Und diese Ecken und Kanten sind es, die einen Bewerber attraktiv machen.

Nicht falsch verstehen: Vorbereitung ist wichtig. Gerade für Menschen, die weniger spontan sind. Aber wenn Sie am Ende wie ein Roboter Ihren Text aufsagen, haben Sie nichts gewonnen.

Tiefstapler

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter… Alter Spruch, aktuelle Gültigkeit. Understatement lässt auf einen angenehmen, integren und sympathischen Charakter schließen.

Zu dumm, dass Ihnen dies im Vorstellungsgespräch leider rein gar nichts bringt. Hier tragen Sie lieber zu dick als zu dünn auf. Immerhin will Ihr Gesprächspartner von Ihren Fähigkeiten überzeugt werden.

Was hätte ein Diego Maradona im Jobinterview gesagt? Nicht gesagt hätte er, dass er im Spiel gerne mal zu unfairen Mitteln greift (die Hand Gottes!), aber ansonsten ein ganz guter Spieler sei. Er hätte gesagt, dass er in der Lage ist, eine gesamte Weltmeisterschaft im Alleingang für sein Team zu gewinnen.

Die Wahrheit ist: Sie müssen sich verkaufen, selbstbewusst auftreten und vielleicht sogar ein bisschen angeben. Bis zur Toleranzgrenze! Sobald Selbstbewusstsein in Arroganz und Überheblichkeit umschlägt, winken Personaler innerlich ab. Aber auch erst dann.

Schweiger

Der Personaler spricht, ich antworte. So stellen sich viele Bewerber ein Vorstellungsgespräch vor. Falsche Vorstellung!

Verharren Sie nicht in der Rolle des passiven Zuhörers. Das Jobinterview ist ein Dialog, kein Verhör. Nicht nur das Unternehmen will erfahren, ob Sie die richtige Besetzung sind. Auch für Sie als Bewerber bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, mehr über die Firma zu erfahren.

Darum sollten Sie sich gute Rückfragen überlegen – und diese auch stellen. Sie demonstrieren so zudem Interesse und Neugier.

Eintreiber

In Zeiten des Fachkräftemangels haben begehrte Spezialisten mehr Verhandlungsspielraum als andere. Den dürfe und sollten sie auch nutzen.

Aber es geht im Vorstellungsgespräch nicht nur um Sie. Es geht auch um den Bedarf des Unternehmens. Darum, was es sich von Ihnen verspricht und welche Leistung es erwarten darf. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen – für Sie als Bewerber, aber eben auch für den Arbeitgeber.

Darum ist es so wichtig, Ihren Marktwert richtig einzuschätzen. Pokern Sie ruhig hoch und verkaufen Sie sich ja nicht unter Wert. Aber stellen sie keine exorbitant überzogenen und völlig abgehobenen Forderungen. Das Unternehmen wird Sie dann nicht einstellen – Fachkräftemangel hin oder her.

Außerdem wollen sie ja nicht gierig wirken. Und setzen sie dem Gesprächspartner nicht die Pistole auf die Brust. Nach dem Motto: Entweder ich kriege die zwei Tage Home Office pro Woche oder ich komme nicht. Verhandeln: ja, pauschal einfordern: nein.

Phrasendrescher

„Ich bin ungeduldig. Ein echter Teamplayer. Perfektionist.“ Gähn! Im Vorstellungsgespräch mutieren Bewerber gerne zu Phrasendreschern. Personaler aber haben schätzungsweise schon tausendmal die Adjektive motiviert, lernfähig und belastbar gehört. Dass die Bewerber etwas bewegen wollen oder eine neue Herausforderung suchen.

Logisch, Sie können nicht (Achtung Phrase!) das Rad neu erfinden. Wenn Sie wirklich gerne im Team arbeiten, dann erwähnen Sie das. Aber belegen Sie es anhand echter Beispiele aus Ihrem Arbeitsleben. So konkret wie möglich, damit sich Ihr Gegenüber etwas darunter vorstellen kann. Behaupten kann man schließlich vieles.

Darüber hinaus dürfen Sie natürlich auch gerne nach Vorteilen und Stärken suchen, die nicht so oft verwendet werden. Attribute, die Sie auszeichnen, die aber noch nicht ausgenudelt sind. Schließlich gilt es als Erfolgsrezept, neue Wege zu gehen, aus der Masse hervorzustechen, im Sport oder in der Kunst zum Beispiel. Wer einzigartig ist, erhöht seinen Wiedererkennungs- und Marktwert.

Egozentriker

Na klar, im Bewerbungsgespräch geht es um Sie und Ihre Qualitäten. Aber versuchen Sie dennoch, eine Verbindung zum Arbeitgeber in spé herzustellen. Welche Vorteile hat er von Ihnen?

Dass Sie so ein smarter und charmanter Typ sind, ist schön für Sie. Aber wie bringt es das Unternehmen voran? Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Er will eine konkrete Stelle besetzen mit einer Person, die spezielle Aufgaben übernimmt. Legen Sie also dar, wie Sie der Firma genau helfen können. Ihre Skills, Kenntnisse und Netzwerke können Sie zum Wohle der Firma einsetzen, indem Sie…

Der Personaler muss spüren, dass ein fähiger Kandidat auf ihn wartet, der die Firma weiterbringt. Und nicht einer, dem es nur um die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse geht, um den Dienstwagen oder das Eckbüro.

Wachsfigur

Manche halten die Körpersprache für überbewertet. Ihr Gesprächspartner im Jobinterview dürfte sie aber sehr ernst nehmen. Spielt ein Bewerber nervös mit seinen Händen herum, zeugt das von Unsicherheit – zumindest ist das die Botschaft, die ankommt.

Versuchen Sie also, Ihren Körper zu beherrschen. Aufrecht hinsetzen, Hände gefaltet in den Schoß legen, Blickkontakt halten. Kräftiger Händedruck, ebenso kräftige Stimme. Die sollten Sie auch aufrechthalten, wenn Sie mit einer unangenehmen Frage konfrontiert werden. Sie dürfen auch gerne gestikulieren und müssen nicht wie eine Wachsfigur auf Ihrem Platz kleben.

Ungünstig wäre, wenn Sie bei einer fiesen Fangfrage zusammenzucken, in Panik geraten oder anfangen zu stottern. Das können Sie vorher auch trainieren, mit Freunden oder vor dem Spiegel.

Schlumpergrete

Nachlässige Kleidung. Ein Anfängerfehler. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie überwerfen sollen, dann befolgen Sie die Regel: Lieber overdressed als underdressed. Im Zweifel den Anzug, Hosenanzug oder das Kostüm anziehen.

Selbstverständlich kommt es auf die Branche und das Unternehmen an. Bei einem Software-Startup dürfen Sie es ruhig wagen, sich im Hoodie als Entwickler vorzustellen. Ihre Einstellungschancen sind hoch – unabhängig vom Outfit. In der Finanzbranche geht es konservativer zu, in der Werbung kreativer. Der Einzelfall entscheidet.

Es geht aber nicht nur um den Dresscode: Sauber und fusselfrei sollte Ihre Kleidung sein – egal, um welche es sich handelt. Die Hygiene-Basics kennen Sie selbst: Fingernägel schneiden, Haare waschen, solche Dinge. Allerdings weiß nicht jeder, dass er selbst üblen Mundgeruch hat. Vorsichtshalber lieber ein paar Drops einwerfen?

Bedenken Sie: Ein klitzekleines Detail kann den Gesamteindruck völlig zunichte machen. Ein brauner Soßenfleck auf der Hinterseite Ihres Hemdes. Oder ein winziges, aber doch sichtbares Loch im Strumpf oder ein Hosenstall, den Sie vergessen haben zu schließen. Vor dem Jobinterview noch mal einen genauen Checkup durchführen!

Undankwart

Der letzte Eindruck hallt nach. Vergessen Sie nicht, sich zum Abschied noch einmal herzlich zu bedanken. Für das Gespräch und die Zeit, die man für Sie geopfert hat. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie das Gespräch verlaufen ist, ob es gut oder mies war. Ein aufrichtiger Dank gehört sich einfach.

Wer es versäumt, hinterlässt mindestens einen faden Nachgeschmack. Wenn Sie sich dagegen bedanken, wird der Personaler dies wertschätzen – und sie als Mensch mit guten Manieren in Erinnerung behalten.

Ein kleiner Baustein, der viel wert ist. Schließlich will man Leute einstellen, die sich zu benehmen wissen…

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Haben Sie sich noch woanders beworben?

Haben Sie sich noch woanders beworben

Haben sie sich noch woanders beworben? Manche Arbeitgeber wollen es von Ihnen im Vorstellungsgespräch wissen. Wenn Sie die erste und einzige Wahl sind, steigen schließlich auch ihre Chancen, vom Bewerber auserwählt zu werden. Auch Unternehmen haben Gefühle – und wollen die einzig wahre Liebe des Bewerbers sein. Aber wie reagieren Sie nun, wenn Ihnen der Personaler diese Frage stellt? Karrieresprung hat diese Vorschläge für Sie…

Haben Sie sich noch woanders beworben?

Der Arbeitgeber darf Sie das fragen. Wahrheitsgemäß antworten müssen Sie darauf nicht. In diesem Fall könnte man nämlich davon ausgehen, dass eine kleinen Notlüge Wunder wirkt.

Wenn Sie nämlich trotz weiterer Bewerbungen Ihrerseits sagen: „Nein, habe ich nicht. Ich möchte DIESE Stelle.“ Dann signalisieren Sie, dass es sich bei diesem Unternehmen tatsächlich um Ihren absoluten Wunscharbeitgeber handelt. Dass Sie das Gefühl haben, hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sie sind der Mann oder die Frau für diese Stelle. Genau das ist es, was der Personaler hören will.

Aber es gibt eine Einschränkung: Wer zu offensichtlich schleimt, macht sich verdächtig. Garnieren Sie Ihre Beteuerung daher am besten mit einer kleinen Erklärung wie: „Ich habe tatsächlich keine andere Stelle gefunden, die meinem Profil so gut entspricht wie diese.“ Und dann zählen sie zwei, drei Gründe auf, warum das so ist. Damit zeigen Sie überdies noch, dass Sie systematisch vorgegangen sind und sich nicht allein aus Faulheit oder Bequemlichkeit bei der Jobsuche zurückgehalten haben.

Dabei müssen Sie aber aufpassen, nicht allzu sehr wie ein Bittsteller oder Firmen-Groupie aufzutreten. Sie haben etwas zu bieten – und wenn das Unternehmen dies nicht erkannt, macht es einen gewaltigen Fehler. Diese Message sollte bei Ihrem Gegenüber ankommen.

Was Sie alternativ sagen können: „Ja, ich habe mich auch bei anderen Unternehmen beworben. Am liebsten würde ich aber hier anfangen. Diesen Job würde ich allen anderen vorziehen.“

Das klingt realistischer als die Variante oben und hat zwei weitere Vorteile: Sie steigern Ihren Marktwert und setzen das Unternehmen dezent unter Druck. Nach dem Motto: Wenn SIE nicht zuschnappen, ein anderer tut es bestimmt! Und Sie bringen trotzdem zum Ausdruck, wie sehr Sie an dieser Stelle interessiert sind…

Das sagen Sie, wenn Sie nicht lügen wollen

„Haben Sie sich noch woanders beworben?“ Angenommen, Sie antworten darauf einfach mit: „Ja, ich habe mich noch bei mehreren anderen Unternehmen hier in der Region beworben.“ Mehr nicht, keine Erklärungen, kein gar nichts. Wie käme das wohl beim Personaler an?

Richtig, er würde denken, dass Sie ziemlich beliebig und willkürlich auf Stellensuche sind. Hauptsache Job, irgendwo und irgendwie. Er will seinerseits aber das beste Match für die ausgeschriebene Stelle finden – und nicht irgendeinen Bewerber, der sich zufällig gerade beworben hat.

Es ist wie beim ersten Date: Ihrem Flirtpartner würden Sie wahrscheinlich auch nicht sagen, dass Sie sich noch mit anderen Frauen oder Männern treffen. Dieses Eingeständnis würde das Date entwerten. Es hätte einen faden Beigeschmack. So ist es im Vorstellungsgespräch auch – jedenfalls ein bisschen.

Die Realität ist natürlich ganz anders: Bewerber halten sich heute in der Regel mehrere Optionen offen. Alles andere wäre geradezu fahrlässig. Personaler wissen das.

Darum könnten Sie auf die Frage „Haben Sie sich noch woanders beworben“ auch erwidern: „Haben Sie auch andere Bewerber eingeladen?“ Eine Reaktion, die man als forsch und gewagt bezeichnen darf. Es handelt sich zwar „nur“ um eine rhetorische Frage, aber nicht jeder kann damit umgehen. Man könnte sie Ihnen als arrogant oder unverschämt auslegen.

Wenn Sie in einer guten Verhandlungsposition sind und sich keine großen Sorgen machen müssen, am Ende Ihres Bewerbungsmarathons mit leeren Händen dazustehen (weil Sie z.B. in einem Engpassberuf arbeiten), können Sie durchaus keck auftreten. Wenn Sie nicht ganz so gute Karten haben, dann lassen Sie es lieber sein.

Das sagen Sie, wenn Sie den Job wollen

Eine Möglichkeit ist es, ganz offen mit der Frage umzugehen. Direkt zu erwidern, dass Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben haben, möglicherweise sogar bei einem direkten Konkurrenten. Nur sollten Sie dabei deutlich machen, warum Sie das getan haben.

Sie wollen nicht willkürlich und wie ein Opportunist wirken (obwohl das Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zwangsläufig fast immer sind). Sie könnten beispielsweise klar machen, dass Sie unbedingt in der Pharmabranche Fuß fassen wollen und daher Ihre Bewerbung auch bei den anderen Playern eingereicht haben. Oder dass es in der Region einige sehr attraktive Unternehmen gibt, die vakante Stellen zu besetzen haben. Diese Chance können Sie nicht einfach ignorieren.

Eine typische Antwort könnte so lauten: „Ja, Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich mich auch anderweitig beworben habe. Es gibt hier in der Gegend und in meiner Branche einige attraktive Unternehmen, die auf Wachstumskurs sind. Ich habe auch schon erste Gespräche geführt. Die Bewerbungsprozesse laufen aber noch, eine Entscheidung habe ich also definitiv noch nicht getroffen.“

Für Sie bietet dies mehrere Vorteile:

  • Sie steigern Ihren Marktwert: Wer mehrere Verehrer hat, zwingt jeden Einzelnen dazu, in die Offensive zu gehen – oder sich ganz zurückzuziehen. Jedenfalls sind Sie als Bewerber nicht der Spielball des Unternehmens. Es kann Sie nicht ewig warten lassen oder Ihnen ein unverschämtes Gehaltsangebot unterbreiten. Dann gehen Sie eben woanders hin. Wer nur diese eine Option hat, ist in einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition.
  • Sie erhöhen den Druck auf das Unternehmen: Es muss Sie ebenso von sich überzeugen, wenn es bei Ihnen landen will. Das beinhaltet ein attraktives Gehaltspaket oder Zusatzleistungen – und eine zeitnahe Entscheidung.
  • Bewerber beweisen damit eine gewisse Reife: Wer sich nur bei einem Unternehmen bewirbt in der Hoffnung, hier sehr wahrscheinlich unterzukommen, handelt nicht nur naiv, sondern auch überheblich. Zwei Attribute, die in keinem Job hilfreich sind. Das wissen auch Personaler. Eine charakterliche Reife darf man durchaus als Vorteil sehen.

Ausschließlich Vorteile hat diese Strategie aber keineswegs. Das sind die Nachteile:

  • Sie riskieren viel: Wenn sie hoch pokern, aber gar nicht die Qualifikationen und Skills mitbringen, sind Sie ruckzuck draußen. Denn wer miserable Zeugnisse mitbringt und sich überall bewirbt, macht sich angreifbar. Motto: Ich habe eh keine Chance, also nutze ich sie. Mit der Schrotflinte schießen nur die, die mit der Pistole nicht treffen.
  • Es könnte beliebig wirken: Sie sollten trotz allem versichern, dass Sie diesen Job in ebendiesem Unternehmen den anderen immer vorziehen würden. Auch Unternehmen wollen umgarnt werden – und reagieren gekränkt auf Fremdflirts.
  • Sie wirken planlos: Eine Strategie sollte erkennbar sein. Dutzendfach Bewerbungen über alle Branchen- und Stadtgrenzen hinaus versenden – das wirkt ziellos und verpeilt. Und so wollen sie als Bewerber nicht wirken. Schränken Sie also zumindest ein, dass Sie sich nur bei wenigen ausgewählten Unternehmen umgeschaut haben – aber nicht bei ausnahmslos jeder Wald-und-Wiesen-Bude.

Achtung: 4 Fehler, die Sie vermeiden sollten

Haben Sie sich auch woanders beworbenDiese 4 Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Die Namen der Unternehmen nennen, bei denen Sie sich beworben haben. Das zeugt von Indiskretion! Und die ist in allen Unternehmen eine Todsünde. Das Unternehmen verrät Ihnen ja auch nicht die Namen der anderen Bewerber.
  • Verraten Sie nicht zu viele Details. Wann Sie sich auf welchem Wege beworben haben, wie viele Vorstellungsgespräche Sie schon geführt haben und wie die verlaufen sind. All das sparen Sie sich bitte! Es zeugt ebenfalls von ungenügender Diskretion und geht den Personaler nichts an. Einzig der Hinweis, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, ist relevant.
  • Eine Zahl nennen. Wenn Sie 25 Bewerbungen verschickt haben, sind das reichlich viele – aus Sicht des Unternehmens vielleicht zu viele. Sie könnten ausweichend sagen: „Es sind wirklich nur ein paar. Nur die, bei denen ich mir sicher bin, dass ich gut hineinpassen würde.“
  • Beleidigt reagieren. Versuchen Sie, souverän mit der Frage umzugehen – selbst wenn Sie der Meinung sind, dass es das Unternehmen überhaupt nichts angeht. Seien Sie höflich und bedanken Sie sich am Ende trotzdem für das Gespräch.
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Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Das sind gute Antworten!

Wo sehen Sie sich in fuenf Jahren Jobinterview

Wo sehen Se sich in fünf Jahren? Eine Personaler-Frage, auf die nicht mal Nostradamus eine gescheite Antwort hätte. Vor allem schätzen viele Bewerber ihre Stoßrichtung völlig falsch ein. Es geht keineswegs darum, möglichst ehrgeizig zu wirken und hochtrabende Ziele zu formulieren. Nein, Bewerber sollten die Sichtweite des Unternehmens verinnerlichen. Dem Unternehmen sind ganz andere Aspekte wichtig…

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Die Frage gehört zu den absoluten Klassikern im Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Manche Bewerber fragen sich dann im Gegenzug: Warum will der oder die das wissen? Es ist doch gar nicht wichtig. Doch, ist es! Der Personaler will mehr über Ihre persönlichen Karriereziele in Erfahrung bringen – und ob der Arbeitgeber in Ihren Masterplan hineinpasst.

Nun könnte man argumentieren, dass die Lebensläufe immer unsteter und häufige Jobwechsel immer normaler werden. Eher unwahrscheinlich also, dass Sie in fünf Jahren noch an Bord sind. Im Interesse des Arbeitgebers aber ist es, eine fähige Kraft wie Sie möglichst langfristig zu binden.

Außerdem ist es für die interne Planung nicht unerheblich. Sind Sie ein potenzieller Kandidat für eine Führungsposition – oder ist die Stelle, auf die Sich beworben haben, auch langfristig Ihre absolute Traumstelle?

All das ist für den Personaler äußerst interessant. Es könnte ja auch sein, dass Sie total planlos unterwegs sind und gar nicht wissen, was Sie wollen. Das wäre ein Alarmsignal. Was, wenn Sie nach einigen Monaten feststellen, dass diese Branche doch nicht die richtige für Sie ist? Dann müsste das Unternehmen noch mal von vorne auf Personalsuche gehen. Ärgerlich – und teuer!

Und noch etwas: Wer sich selbst Ziele setzt und eine Strategie verfolgt, ist leistungswillig und intrinsisch motiviert. Er oder sie ist jedenfalls motivierter als jemand, der nur des Chefs zuliebe und des Gehalts wegen seine Zeit im Büro absitzt…

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: Diese Fragen sind ganz ähnlich

In diesem Zusammenhang stehen auch andere Personalerfragen wie:

  • Was ist für Sie Erfolg?
  • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
  • Was sind Ihre langfristigen Ziele?

Sie klingen anders, meinen aber das Gleiche. Hinterfragt wird stets Ihre berufliche Perspektive.

Dankbare Fragen, könnte man nun meinen. Der Bewerber kann loslegen, was er noch alles Tolles erreichen will. Er kann Ambition und Ehrgeiz demonstrieren.

Ja, schon! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Frage kann sich im schlimmsten Fall als Bärenfalle erweisen. Wenn der Bewerber allzu ehrlich drauflosplaudert und von seiner Vision berichtet…

Warum die Frage so bedeutsam ist

Versetzen Sie sich zunächst in die Perspektive des Personalverantwortlichen. Warum stellt er diese Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Er will nicht nur einen Mitarbeiter, der talentiert und kompetent ist. Er möchte auch einen, der für diesen Job brennt. Jemanden, der die Stelle als Chance sieht und nicht als Notlösung. Er will einen Mitarbeiter, der überzeugt ist, dass dieser Job prima in seinen Karriereplan passt – nach Möglichkeit auch in ein paar Jahren noch.

Auf der anderen Seite will er niemanden, für den die Position nur ein lästiger Zwischenschritt auf dem Weg zu höheren Weihen ist. Sie sollten also tunlichst vermeiden, ZU ambitioniert zu klingen. Nach dem Motto: Morgen in Ihrem Job, übermorgen im Sessel des Geschäftsführers.

Logisch: Das HR-Büro möchte diese Stelle möglichst langfristig besetzen. Personalsuche ist aufwändig und teuer. Und sie dürfte in naher Zukunft angesichts der demographischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden.

Zudem fällt es sogar persönlich auf einen Personaler zurück, wenn er ständig Mitarbeiter anheuert, die das Unternehmen zügig wieder verlassen. Ein bisschen Fluktuation ist gut, zu viel ist schädlich.

Also: Sie als Bewerber sollten klar machen, was Sie an dieser Stelle reizt und warum Sie auch in ein paar Jahren noch hochmotiviert zur Arbeit kommen werden.

Sie reduzieren Ihre Chancen auf den Job ganz erheblich, wenn Sie indirekt zugeben, dass Sie in fünf Jahren eigentlich ganz woanders sein wollen – bei der Konkurrenz, in Ihrer heimlichen Traumbranche oder in New York.

Na klar: Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie den Job Ihr Leben lang machen. Diese Zeiten sind vorbei. Aber längerfristig planen will man schon mit Ihnen. Der Sprung auf eine höhere Hierarchiestufe ist selbstverständlich auch möglich und erwünscht. Aber wenn Sie ein zu hohes Tempo anschlagen, klingt das erstmal verdächtig – und für andere Mitarbeiter bedrohlich…

Das sollten Sie beherzigen

Diese 3 Punkte sind wichtig:

  1. Fixpunkt

    Niemand weiß, was in fünf Jahren ist. Nur Sie sollten wissen, dass Sie in fünf Jahren immer noch im Unternehmen sein wollen. Im Ernst: Ihre Antworten sollten sich mehr um das Unternehmen drehen, weniger um Sie selbst. Breiten Sie nicht aus, in welchen anderen Unternehmen, Branchen oder Städten Sie sich selbst noch wunderbar vorstellen können. Richten Sie den Blick nach innen. Sie möchten sich im Unternehmen weiterentwickeln, mit ihm gemeinsam wachsen. Selbst wenn das nicht stimmt, der Personaler wird es gerne hören…

  2. Allgemeinplätze

    Ja, es stimmt. Fußballprofis, die in Interviews mit Allgemeinplätzen um sich werfen, sind ein Ärgernis. Strategisch verhalten Sie sich aber völlig richtig. Sie stellen sich den Fragen des Reporters, vermeiden aber nach innen Ärger und Unruhe. So ähnlich können Sie es auch machen. Bleiben Sie allgemein und vage. Drücken Sie sich vorsichtig aus. Halten Sie sich alle Optionen offen. Vorteil dabei: Auf eine faustdicke Lüge müssen Sie nicht zurückgreifen.

  3. Optimismus

    Keine Ahnung; mal schauen, was geht. Zuversicht hört sich anders an. Legen Sie ruhig ein bisschen Begeisterung an den Tag. Die künftige Stelle biete Ihnen ganz tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Eine Herausforderung, an der Sie hundertprozentig wachsen werden. So klingt es, als wäre der Job wunderbar mit Ihrem Karriereplan vereinbar. Viel konkreter müssen Sie gar nicht werden…

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: So antworten Sie richtig

Aber was antworte ich nun konkret auf die Frage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Eine gute Formulierung klingt zum Beispiel so:

„Jetzt möchte ich erst einmal ein Unternehmen finden, in dem ich mich weiterentwickeln kann. Eines, das zu mir passt und mit dem ich gemeinsam verschiedene Herausforderungen bewältigen kann. Und wenn ich das geschafft habe, dann ist es schon mein Ziel, in den nächsten Jahren mehr Personalverantwortung und Managementaufgaben zu übernehmen. In einem dynamischen und wachsenden Unternehmen ist das, glaube ich, sehr gut möglich und realistisch. Ihr Unternehmen zähle ich definitiv dazu.“

Die Antwort passt natürlich nur, wenn Sie eine Führungskarriere anstreben. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Antwort motiviert rüberbringen, aber gleichzeitig keine zu genauen Vorstellungen über Ihre Karriere verbreiten.

Eine andere Antwort, die mehr auf eine Fachkarriere abzielt, könnte so lauten:

„Ich bin in dem, was ich tue, schon sehr gut. Aber jeder Mensch kann dazulernen – und ich will unbedingt noch sehr viel lernen. Darum möchte ich für ein Unternehmen arbeiten, das mir genau das ermöglicht. Meine Skills und mein Fachwissen kontinuierlich noch weiter auszubauen und zugleich spannende Projekte umzusetzen. Am liebsten natürlich in einem tollen Team, in dem man sich gut versteht und von dem jeder Einzelne profitiert. In Ihrem Unternehmen arbeiten einige sehr fähige Köpfe und ich glaube, dass ich von Ihnen viel lernen könnte.“

Sie würden damit wie ein Politiker in einer TV-Talkshow antworten. Die sagen auch, was sie sagen wollen, antworten aber nicht auf die Frage. Macht nichts!

Sie haben zwar nicht Auskunft gegeben, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen, aber die Marschrichtung vorgegeben. Und Sie haben ein Plädoyer gehalten, mit dem sich Ihre Einstellungschancen nicht verschlechtern dürften. Lernwilligkeit, Unternehmensorientierung und Teamfähigkeit – diese drei Kriterien haben Sie in wenigen Sätzen mit Leben gefüllt. Sehr gut!

Wann eine andere Strategie gefragt ist

Es gibt auch Szenarien, in denen Sie die Sicherheitsvorschriften über Bord werfen und Tacheles reden müssen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die kaum Berührungspunkte mit Ihrem bisherigen Werdegang hat. Wenn Sie als Quereinsteiger anfangen wollen etwa.

In diesem Fall müssen Sie sehr glaubhaft begründen, warum Sie diesen Schritt gehen wollen – und warum er auch langfristig der richtige für Sie sein wird. Denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Ihnen um einen flatterhaften Vagabunden handeln könnte, der nicht weiß, was er will. Und das birgt Gefahren für jeden Arbeitgeber. Vor allem die Gefahr, dass Sie auch den künftigen Job nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen und zu neuen Ufern werden schwimmen wollen.

Dann reicht es nicht, Wischi-Waschi zu reden. Sie müssen offen über Ihren neuen Karriereplan reden; über die Motivation, die dahintersteckt und über Ihre Zukunftspläne. Antworten wie diese sind dann tabu: Hmm, wo will ich in fünf Jahren stehen? Gute Frage eigentlich. Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher, hahaha!

Bei einem Branchen- oder Berufswechsel sollten Sie sich vorher genauestens überlegen, wie Sie ihn im Vorstellungsgespräch begründen. Und eine andere Bewerber-Faustregel greift in diesem Fall ebenfalls nicht bzw. nur bedingt. Die lautet: Waschen Sie nie dreckige Wäsche! In der Tat kann es ein guter Grund sein, einer Branche komplett den Rücken kehren zu wollen, weil man sie für verlogen oder ethisch verantwortungslos hält. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie einen glaubwürdigen Grund für einen Branchenwechsel genannt.

Humorlos bleiben!

Humorlos bleiben!
Ein flotter Spruch kann ein Jobinterview auflockern. Und wer keinen Spaß versteht, für den möchte man eh nicht arbeiten, richtig? Gewiss, gewiss. Aber in diesem Fall lautet unser Rat dennoch: Bleiben Sie humorlos! Lassen Sie Ihren Peter Lustig in der Hosentasche.

Sparen Sie sich Kommentare wie:

  • In fünf Jahren bin ich Kaiser von China.
  • In fünf Jahren? Wenn ich dann nicht CEO bin, dürfen Sie mich wieder feuern.
  • In fünf Jahren haben wir hier alle den Exit gemacht, weil ich den Laden bis dahin auf Vordermann und an die Börse gebracht habe.
  • In fünf Jahren? Bis dahin möchte ich mindestens einmal Mitarbeiter des Monats geworden sein!

Das wirkt in den meisten Fällen albern bis peinlich — und es ist zudem ausweichend. Keine Sorge: Für einen kleinen Scherz bieten sich Ihnen bestimmt andere Gelegenheiten…

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

Wie stehen Sie zu Überstunden? Das antworten Sie!

Wie stehen Sie zu Ueberstunden

Jeder kennt sie, die meisten hassen sie: Überstunden. Im ersten Halbjahr 2019 hat jeder Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 6,4 bezahlte und 6,0 unbezahlte Überstunden geleistet. Ernst wird es aber schon vorher: Im Vorstellungsgespräch will so mancher Personaler wissen, wie es der Bewerber mit der Mehrarbeit hält. Wie stehen Sie zu Überstunden? Die naheliegende Antwort ist nicht unbedingt die beste…

Wie stehen Sie zu Überstunden?

So richtig wissen Bewerber nie, was sie im Bewerbungsgespräch erwartet. Da nützt auch ein Blick in die Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber nicht viel. Manchmal sind es gerade erfolgsverwöhnte Firmen, denen der eigene Ruhm zu Kopf gestiegen ist, die im Jobinterview anmaßend werden.

Nach dem Motto: Wir sind die Besten, also können wir die Bewerber auch ein bisschen piesacken. Und wenn sie damit nicht einverstanden sind, dann nehmen wir halt einen von den anderen 1.000 Bewerbern, die da draußen warten…

Darum sind Fangfragen im Bewerbungsgespräch nichts, worüber Sie sich wundern sollten. Es gibt Fangfragen, die ganz harmlos klingen und solche, bei denen Sie auf Anhieb zusammenzucken. Ein Klassiker lautet:

Wie stehen Sie eigentlich zu Überstunden?

Eine Frage, auf die die Antwort sehr leicht erscheint. Durchweg ablehnen wollen Sie Überstunden natürlich nicht. Sie sind ja kein Faulpelz!

Außerdem werden Überstunden in dieser Firma eher die Regel als die Ausnahme sein, so Ihr erster Gedanke, sonst würde der Personaler ja nicht fragen. Also sagen Sie so etwas wie…

Was Sie nicht antworten sollten

Sie antworten vermutlich so etwas wie: „Überstunden? Kein Thema. Ich bin Überstunden gewöhnt. Schon in meinem letzten Job war das so. Da kam es häufiger vor, dass wir zwei oder drei Stunden länger geblieben sind. Das ist nichts, was mich in Panik versetzt. Im Gegenteil, ich kann dafür sogar Reserven freimachen.“

Puh, Schwein gehabt! Das ist bestimmt die Antwort, die Ihr Gegenüber hören will. Ein Bewerber, der motiviert und leistungswillig ist und nicht sofort die neumodische Karte Work-Life-Balance spielt. Falsch!

Natürlich ist es nicht verkehrt, Engagement und Einsatzbereitschaft nach vorne zu stellen. Die Antwort klingt daher erstmal positiv. Aber sie hat einen Unterton. In ihr schwingt nämlich auch folgendes mit:

  • Ich habe keine Freunde und keine Familie und lebe nur für meinen Job. Mit mir kann es machen, mein Arbeitgeber kann eigentlich alles von mir verlangen und ich springe.
  • Meine Selbstorganisation ist mangelhaft – und mein Zeitmanagement auch. Ich schaffe es einfach nicht, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen. Ich arbeite zwar gründlich, aber auch extrem langsam. Wenn es mal zügig gehen muss, bin ich der Falsche…

Nun könnte man wiederum einwenden: Na und? Es handelt sich doch trotzdem – oder gerade deswegen – um einen Mitarbeiter, nach dem sich die Unternehmen die Finger lecken. Um einen, den sie ausbeuten und herumschubsen können. Aber das ist meist zu kurz gedacht.

Wer keinen Ausgleich in seinem Privatleben hat, wird früher oder später einen Leistungsabfall haben. Zumindest ist dieser sehr wahrscheinlich. Eine starke Familie oder ein großer Freundeskreis sorgen für mentalen Abstand zum Büro und geben Kraft.

Und schlechte Organisation führt zu einer erhöhten Arbeitsbelastung. Die erhöht den Druck im Kessel zusätzlich. Letzten Endes sollten Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Produktivität dieses Typus Mitarbeiters langfristig nachlässt.

Und noch etwas: Wer zu allem Ja und Amen sagt, empfiehlt sich auch nicht gerade als Führungskraft und Leistungsträger. Es ist zwar ein Mythos, dass alle Arbeitgeber eigenständige Querdenker schätzen würden, aber Lemminge eben auch nicht.

Wenn Sie vorher genau über diese Frage nachgedacht haben, dann werden Sie vermutlich eine andere Antwort wählen…

So sieht eine gute Antwort aus

Als Ja-Sager wollen Sie nicht dastehen. So weit, so gut. Als Querulant, der bei der erstbesten Gelegenheit zum Betriebsrat rennt, aber ebenso wenig. Natürlich kann man auch von Ihnen erwarten, dass Sie mal eine Stunde dranhängen, wenn es sein muss. Und das Sie dies klaglos hinnehmen, sofern es nicht ständig von Ihnen verlangt wird.

Schließlich ist die Arbeit in einem Unternehmen nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Stoßzeiten und Dürreperioden. Eine Spielzeugfirma hat in der Weihnachtszeit mehr um die Ohren, ein Skihotel im Winter. Das sollte jedem bewusst sein.

Es gilt also, diesen Spagat zu gehen: Einsatz und Flexibilität auf der einen Seite, Selbstbewusstsein und eigene Bedürfnisse auf der anderen. Wie das geht? Zum Beispiel mit einer Antwort wie dieser:

„Generell versuche ich, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und meistens schaffe ich das auch. Ich kann schnell UND gründlich arbeiten. Dazu ist es aber wichtig, dass man die Abläufe genau analysiert, die Aufgaben strukturiert und priorisiert. Das habe ich im Laufe der Jahre immer besser verinnerlicht. Allerdings bin ich mir auch darüber bewusst, dass in einem Unternehmen immer wieder unvorhergesehene Ereignisse auftreten. Ich bin flexibel genug, um einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Kollegen sollten sich gegenseitig unterstützen und dazu bin ich selbstverständlich bereit. Für mich ist es nicht wichtig, einen starren Nine-to-Five-Job zu haben, sondern einen, in dem man flexibel ist und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. So wie ich das einschätze, wäre die Stelle daher genau die richtige für mich. Mit meiner Familie habe ich das auch schon besprochen. Wir sind uns einig, dass es regelmäßig fordernde Phasen im Berufsleben gibt. Deswegen ist es so wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf unser Familienleben wollen wir deshalb nicht verzichten, das ist uns weiterhin sehr wichtig. Ich bin sicher, dass man das in diesem Unternehmen in Einklang bringen kann.“

Speziell die letzten beiden Sätze lassen durchklingen, dass Sie Überstunden nicht ständig machen wollen, sondern nur im Ausnahmefall. Und dass Sie dafür auch einen Ausgleich erwarten, zeitlich oder finanziell. Ihr Gegenüber wird den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

Klar ist, dass Sie eine differenzierte Antwort geben sollten. Ein stures „Nein“ ist tabu, damit schießen Sie sich ins Aus. Ein naives „Ja, klar“ ist genauso schlecht – aus den oben genannten Gründen.

Bin ich zu Überstunden verpflichtet?

Bin ich zu Ueberstunden verpflichtetGrundsätzlich nein. Der Arbeitgeber hat zwar ein Weisungsrecht. Dieses erlaubt es ihm aber nicht, Überstunden prinzipiell zu verlangen. Mit Ausnahme von Notsituationen, die allerdings sehr selten sind. Mit einer Notsituation ist im Übrigen kein Großauftrag oder ähnliches gemeint, sondern eine unvorhersehbare Katastrophe wie ein Brand.

Darüber hinaus gibt es noch vier Säulen, auf denen Überstunden fußen können:

  • Ihr Arbeitsvertrag enthält eine Klausel, die es dem Arbeitgeber gestattet, Überstunden anzuordnen.
  • Im Unternehmen gibt es eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, in der das Thema Überstunden geregelt ist und die Überstunden grundsätzlich möglich macht.
  • Der Tarifvertrag enthält Bestimmungen zu Überstunden, aus denen sich ihre Zulässigkeit ergibt.
  • Sie schließen mit Ihrem Arbeitgeber eine Einzelvereinbarung und einigen sich darauf, im Einzelfall länger zu arbeiten. Die Vereinbarung kann mündlich oder per Handschlag getroffen werden, ein förmlicher Vertrag ist nicht nötig.

Es gibt kein Recht auf Überstunden!

Es gibt kein Recht auf UeberstundenNicht jeder will Überstunden vermeiden. Im Gegenteil, manche gewöhnen sich schnell an sie – und an die zusätzliche Entlohnung. Doch ein Recht auf Überstunden gibt es nicht. Der Arbeitgeber kann sie jederzeit wieder streichen.

[Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]

Gesprächsführung: So nehmen Sie das Heft in die Hand

Gesprächsführung Tipps

Der Personaler führt das Gespräch, denken viele Bewerber. Er stellt die Fragen, er gibt die Richtung vor. Das ist auch nicht ganz falsch. Aber in der Rolle des reinen Fragenbeantworters, der nur den Mund aufmacht, wenn er gefragt wird, sollten Sie nicht verharren. Ganz im Gegenteil, gute Bewerber übernehmen die Kontrolle über ein Gespräch. Ganz einfach ist das nicht. Für eine gute Gesprächsführung müssen zunächst diese Vorraussetzungen erfüllt sein…

Gesprächsführung: So wichtig ist sie im Vorstellungsgespräch

Der erste Tipp ist der wichtigste: Machen Sie sich nicht klein. Dazu gehört auch, die Gesprächsführung nicht komplett aus der Hand zu geben. Es handelt sich ja schließlich um ein Bewerbungsgespräch, nicht um ein Bewerbungsverhör oder einen Bewerbungsmonolog.

Dass Sie zum Jobinterview eingeladen worden sind, sollte Ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Sie haben die erste Hürde überstanden, der Arbeitgeber ist an Ihnen interessiert. Sehr positiv!

Gut vorbereiten sollten Sie sich in jedem Fall auf das Vorstellungsgespräch. Wichtig ist vor allem, typische Personalerfragen zu antizipieren (und zu kontern) und selbst gute Rückfragen in petto zu haben.

Am besten, Sie bringen Ihre Punkte ehrlich und authentisch rüber. Was abgedroschen klingt, dient der Partnerfindung. Sie selbst wollen auch wissen, ob das Unternehmen zu Ihnen passt. Wenn Sie mit offenen Karten spielen, fällt beiden die Partnerwahl leichter.

3 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gesprächsführung

Ein erfolgreiches Gespräch mit dem Arbeitgeber in spé setzt drei Dinge voraus:

  1. Bewerbungsunterlagen

    Ihre eigenen sollten Sie kennen. Schauen Sie vorher unbedingt noch mal auf Ihre Unterlagen. Sonst erwischt man sie womöglich auf dem falschen Fuß. Wenn Sie sich an das Praktikum bei der Konkurrenzfirma nicht mehr erinnern oder Ihr Französisch, das Sie im Lebenslauf mit fließend angegeben haben, in Wahrheit aus ein paar Brocken besteht, macht das Ihre Vorstellung zu einer Farce.

  2. Informationen

    Der Personaler erzählt und fragt und macht und tut – und Sie verstehen nur Bahnhof. Sie müssen Ihr zukünftiges Unternehmen nicht aus dem Effeff kennen, aber die wichtigsten Infos sollten sitzen. Wenn Sie sich bei Volkswagen bewerben, aber Elektroautos für ferngesteuerte Spielzeuge halten, können Sie das Gespräch vergessen. Ein Gespräch kontrollieren, das eben nicht auf Augenhöhe stattfindet, ist unmöglich.

  3. Namen

    Dieser Punkt ist viel wichtiger als man denkt. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner und reden Sie sie auch persönlich mit Namen an. Das zeugt von Wertschätzung. Ein Gespräch besteht immer aus zwei Parteien. Und gelingen kann es nur, wenn beide Seiten der jeweils anderen mit Respekt begegnen. Auch die Position bzw. Funktion Ihrer Gesprächspartner sollten Sie sich unbedingt gemerkt haben.

3 unterschätzte Fehler

Achtung – diese drei Fehler machen die beste Gesprächsführung zunichte:

  1. Handy

    Wenn es während des Jobinterviews bimmelt, ist das keine Katastrophe. Jeder kann mal vergessen, sein Handy rechtzeitig auszustellen. Ihre Reaktion ist es, die zählt. Und die kann nur so aussehen: Sie entschuldigen sich, drücken den Anruf sofort weg und schalten das Smartphone aus. Wehe dem, der noch mehrere Sekunden wie gebannt aufs Display starrt, um zu sehen, wer gerade anruft oder gar rangeht (das können und sollten Sie in familiären Notlagen natürlich tun, aber auch nur dann)!

  2. Uhr

    Bitte niemals auf die Uhr blicken, auch nicht heimlich! Und schon gar nicht mehrfach. Weder auf die Armbanduhr oder Smartwatch, noch auf die Uhr an der Wand. Das zeigt entweder, dass Sie an Langeweile leiden oder sich wünschten, der Zeiger liefe noch viel schneller. Ein ehrliches Interesse am Job drücken Sie dadurch jedenfalls nicht aus. Was Sie im weiteren Laufe des Vorstellungsgesprächs sagen oder nicht sagen, spielt jetzt schon fast keine Rolle mehr.

  3. Laberei

    Nervosität zeigt sich darin, dass man sich gar nicht traut, etwas zu sagen – oder dass man den Gegenüber komplett zutextet. Smalltalk als Eisbrecher – schön und gut. Aber halten Sie sich ein wenig zurück. Quasseln Sie nicht ohne Punkt und Komma drauflos. Sprechen Sie langsam und deutlich. Posaunen Sie keine Belanglosigkeiten heraus. Bleiben Sie cool und souverän. Das wird im Job auch von Ihnen erwartet.

So kontrollieren Sie das Gespräch

Sie sollen das Gespräch kontrollieren, nicht dominieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Zunächst ist es logisch, dass der Personaler die Gesprächsführung übernimmt. Er hat Sie eingeladen, er stellt die Fragen, er will etwas über Sie erfahren, er stellt den Arbeitgeber vor.

Aber Sie können als Bewerber dennoch kontrollieren, welche Botschaften Sie vermitteln. Welchen Eindruck Sie hinterlassen und was Sie zum Ausdruck bringen. Das fängt mit der Selbstpräsentation an. Die Stationen und Erfolge, die Ihnen am wichtigsten sind, legen Sie ausführlicher dar als jene, die weniger durchschlagend waren.

Auch andere typische Personalerfragen sind so gestrickt, dass Sie das Heft in der Hand behalten können.

Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, läuft es so: Der Personaler fragt, aber Sie kontrollieren das Gespräch.

Gesprächsführung: Hier lauern die Gefahren

Schwieriger wird es bei sogenannten Stressfragen. Die sind speziell darauf ausgelegt, Sie aus der Reserve zu locken – und Ihnen die Schweißperlen ins Gesicht zu treiben.

Dies ist der Zeitpunkt, an dem viele Bewerber die Kontrolle verlieren. Wenn sie rot anlaufen, nervös mit den Händen spielen oder anfangen zu nuscheln. Oder, wenn sie etwas anderes sagen als das, was sie eigentlich zum Ausdruck bringen wollten.

Grundsätzlich: Es ist nicht schlimm, mal auf dem Schlauch zu stehen! Wichtiger ist, wie Sie damit umgehen. Bleiben Sie vor allem ruhig. Versuchen Sie, sich mit einem Kommentar Zeit zu erkaufen. So einem wie: „Knifflige Aufgabe, die Sie mir stellen.“ Sie können Ihre Antworten auch im Nachhinein korrigieren oder präzisieren, ohne als Windbeutel dazustehen. Fangfragen erfordern das mitunter. Nur Mut!

Und selbst wenn Sie mehr schlecht als recht aus dieser Gesprächsphase herausgekommen sind, ist die Chance noch nicht vertan. Sie können das Ruder wieder in die Hand nehmen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem, wenn der Personaler die berühmte Frage stellt: Haben Sie noch Fragen an uns? Darauf sollten Sie gut vorbereitet sein und eine oder zwei Rückfragen aus dem Hut zaubern…

Gesprächsführung: Der Schlussakkord

Sobald der Gesprächspartner mit den Rückfragen startet, bietet sich Ihnen noch eine ganz andere Gelegenheit. Sie können Punkte, die Ihnen wichtig, aber noch nicht zur Sprache gekommen sind, ins Gespräch einweben. Oder Dinge klarstellen, wenn sie einer Klarstellung bedürfen.

„Bevor ich Ihnen meine Fragen stelle, würde ich gerne noch eine Sache sagen: Und zwar ist es, glaube ich, vorhin nicht ganz deutlich geworden, dass…“

Das klingt für Sie vielleicht verwegen, ist aber völlig legitim. Sie führen ein Gespräch (!) und sind kein Antworten-Automat. Dazu gehört, dass Sie selbst ansprechen können, was Sie für wichtig erachten. Nur arrogant oder anmaßend sollten Sie dabei nicht wirken.

Und noch ein Hinweis: Sie dürfen die Aspekte, die für Sie relevant sind, auch gerne in einem Notizbuch notieren und mit ins Jobinterview nehmen. Und sich während des Gesprächs neue Notizen machen. So wirken Sie gut vorbereitet und engagiert.

Nein, jedem Personaler gefällt auch das sicher nicht. Es gibt tatsächlich welche, die nur Mitarbeiter suchen, die folgen und keine unangenehmen Fragen stellen. Das ist auch in Ordnung. Völlig ok ist es auch, wenn sie so jemand sein wollen. Aber Sie können eben auch anders…

Gesprächsführung: Die Checkliste

Die wichtigsten Tipps in der Übersicht:

  • Reden Sie Ihre Gesprächspartner mit Namen an.
  • Holen Sie die notwendigen Informationen über das Unternehmen ein und lassen Sie Ihr Wissen im Laufe des Gesprächs einfließen („Sie wissen ja durch Ihr Werk in Malaysia auch, dass die Uhren in Asien anders ticken…“)
  • Überlegen Sie sich vorher, welche Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen Sie unbedingt anbringen möchten.
  • Legen Sie sich ein oder zwei Themen für den Smalltalk zu Beginn des Gesprächs zurecht.
  • Trainieren Sie Ihre Antworten, aber lernen Sie sie nicht auswendig.
  • Üben Sie Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel.
  • Antizipieren Sie mögliche Fragen des Personalers, die sich aus Ihrem Lebenslauf ergeben (z.B. Lücken, vorherige Stationen, Studienwahl, Häufigkeit der Jobwechsel usw.).
  • Bereiten Sie zwei oder drei smarte Rückfragen für den Personaler vor.
  • Reden Sie langsam, aber nicht behäbig, und deutlich, aber gerne lebendig.
  • Lassen sich nicht hetzen oder unter Druck setzen – auch nicht durch Fangfragen.
  • Bereiten Sie ein oder zwei solide Floskeln vor, um im Notfall Zeit zu gewinnen („Das ist eine sehr schwierige Frage.“ „Lassen Sie mich da bitte noch mal kurz drüber nachdenken.“).
  • Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nie ins Wort.
  • Bedanken Sie sich am Ende des Gespräch und verabschieden sich höflich – egal, wie gut oder schlecht es gelaufen ist.
[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]

Jobwechsel im Lebenslauf: Wie Sie sie erklären

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Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

Jobwechsel im Lebenslauf: Welche Zweifel sie wecken

Jobwechsel sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt daran bisweilen nicht vorbei. Trotzdem ist das Thema im Rahmen einer Bewerbung delikat. Denn Jobwechsel können auch ein Makel sein. Dann etwa, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind ZU viele?

Eine klare Antwort lässt sich darauf freilich nicht geben. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht immer die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

  • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
  • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
  • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
  • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
  • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber schon, dass Sie diesen Eindruck erwecken.

Prinzipiell gilt: Ein Wechsel ist nach drei Jahren im Job völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie auf jeden Fall etwas dazugelernt. Und so unfähig können Sie nicht gewesen sein. Aber alles unter drei Jahren wirft mitunter Fragen auf…

Diese Jobwechsel sind erklärungsbedürftig

  1. Zeitpunkt

    Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Oder sie haben bislang nur befristete Anstellungen gefunden. Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt an, wenn sich ihre vielen Wechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

  2. Intermezzi

    Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem! Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem. Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

  3. Gründe

    Häufige Jobwechsel können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein verdächtiges Mosaik ergeben. Wenn Sie aber alle Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Gute Gründe machen Ihre Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar. Und sie zeigen, dass manchmal sogar ein guter Plan dahintersteckte…

Warum Jobwechsel kein Makel sind

Wer Jobwechsel als Makel auffasst, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

So können Sie das Unternehmen jedenfalls nicht von sich überzeugen. Sie sollen Ihre Stärken präsentieren. Das gilt auch, wenn Sie wirklich jedes Mal während der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

Das fängt schon bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich, das ist leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es durchaus. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch ein ein Lernprozess – Pluspunkt!

Aber bitte nicht falsch verstehen: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

So drehen Sie Jobwechsel im Lebenslauf ins Positive

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf immer in ein gutes Licht rücken – oder zumindest in ein besseres – egal, wie düster er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

Folgende Argumente können Ihnen dabei nützen:

  • Plan

    Wer sagt, dass Ihre häufigen Wechsel willkürlich oder unfreiwillig waren? Vielleicht verfolgen Sie ja einen Karriereplan, an den Sie sich penibel halten. Sie wechseln zu Ihren Bedingungen und nach Ihren eigenen Vorstellungen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Ego-Zocker. Aber besser als die Opferrolle, in der Sie ständig vor die Tür gesetzt wurden, ist diese allemal. Sie sollten nur glaubwürdig vermitteln, warum welcher Wechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

  • Flexibilität

    Festgefahren und starr – zwei Attribute, die in der heutigen Arbeitswelt als Unwörter gelten. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden. Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig spielt dabei gar keine so große Rolle.

  • Erfahrungsschatz

    Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln. Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Branchenexperten mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

Noch mehr Tipps für Job-Hopper

  • Zeitangaben

    Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen – durch Fettungen oder sonstige Hervorhebungen zum Beispiel. Ein beliebter Trick: Verzichten Sie auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

  • Erklärungen

    Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe oder interne Umstrukturierung. Das sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das auch bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

  • Lücken

    Wenn Sie ganz viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen. So entstehen zwar Lücken. Aber die lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßigen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

  • Netzwerke

    Für Job-Hopper könnte es eine gute Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen. Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können die vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

[Bildnachweis: Blackregis by Shutterstock.com]

Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

Bewerbungssünden Tipps

Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden…

Bewerbungssünden: Schlecht für Sie

Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf. Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler ins Anschreiben einbaut, gefällt das niemandem.

Darum ist es legitim, von „allgemeinen Bewerbungssünden“ zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen. Die Ich-Perspektive ist so ein Fehler. Bewerber sollten vielmehr versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Dienstwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht so überzeugend.

Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

Eine eindeutige Bewerbungssünde sind falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen. Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt das von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten. Kleine Anmerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, können Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Das merzt zumindest die gröbsten Fehler aus.

Wann bedeutet eine Bewerbungssünde das Aus?

Es kommt darauf an. Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, kann den Job vergessen. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein. Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, hat denkbar schlechte Karten. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an. Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünde und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – logisch.

Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, wovon ich spreche.

Aber um es noch mal klarzustellen: Eine Bewerbungssünde muss keineswegs das Aus beantworten. Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe des Bewerbungsgesprächs ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

Das sind die 10 häufigsten Bewerbungssünden

  1. Rechtschreibfehler

    Ja, Tippfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hinterher auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls entstehen Zweifel an Ihrer Genauigkeit – und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten. Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

  2. Belanglosigkeiten

    Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen. Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne. So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

  3. Floskeln

    Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich. „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an. Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“ Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

  4. Foto

    Verpflichtet sind Sie nicht, ein Bewerbungsfoto beizufügen. Aber ein Foto erhöht Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich! Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn diese schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht mal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

  5. Schleimerei

    Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – jedenfalls oft. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um. Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

  6. Verzweiflung

    Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen. Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten. Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte!“ Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten. Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

  7. Internet

    Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben? Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen. Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern. Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

  8. Understatement

    Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler! Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung. Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun? Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

  9. E-Mail-Adresse

    Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s! Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß. Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre offenbar nicht gut bestellt…

  10. Zeitmanagement

    Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt. Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen de facto Zeit. Nicht so schön! Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Kündigung vorbereiten: So wird es gemacht!

Kündigung vorbereiten Tipps

Irgendwann ist es Zeit zu gehen. Es gibt viele Gründe, die für und viele, die gegen eine Kündigung sprechen. In jedem Fall sollte eine Kündigung gut vorbereitet sein. Das hat nur Vorteile für Sie. Wer überhastet zur Tür hinaus spaziert, hinterlässt verbrannte Erde und schießt sich selbst ins Bein. Kündigung vorbereiten: So machen Sie es richtig…

Kündigung vorbereiten: Das zählt!

Sie haben einen Fehler begangen oder negatives Feedback bekommen und wollen nur noch raus aus dem Job. Halt, nicht so schnell!

Eine spontane Kündigung ist eine ganz schlechte Idee. Sie sollten gut darüber nachdenken, ob Sie wirklich aufgeben wollen – egal, wie der groß der Frust im Moment auch sein mag. Jeder hat mal schlechte Tage im Büro – oder gar Wochen und Monate. Jeder fühlt sich mal missverstanden und wie ein begossener Pudel. Jeder macht Fehler, ständig. Das sind alles keine Gründe, um die Brocken einfach hinzuschmeißen.

Gute Gründe für eine Kündigung liegen tiefer. Ein Klassiker ist etwa die fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Laut einer Umfrage des Gehaltsportals gehalt.de und der Vergütungsagentur Compensation Partner von 2019 zählten dies 45 Prozent der Befragten zu den Hauptgründen. Dahinter folgte mit 41 Prozent ein zu niedriges Einkommen. Auf Platz drei rangierte das bessere Angebot eines anderen Arbeitgebers mit 38 Prozent, auch fehlende Aufstiegschancen wurden mit 33 Prozent häufig genannt.

Das sind die häufigsten Kündigungsgründe:

  • Zu wenig Wertschätzung durch den Chef: 45 Prozent
  • Zu niedriges Einkommen: 40,5 Prozent
  • Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber: 38,4 Prozent
  • Keine Aufstiegsmöglichkeiten: 32,5 Prozent
  • Überlastung durch zu viel psychischen Druck: 20,6 Prozent
  • Unterforderung und Langeweile: 19,4 Prozent
  • Überlastung durch Überstunden: 12,8 Prozent
  • Familiäre Gründe: 11,6 Prozent
  • Unternehmen droht Pleite: 11,0 Prozent
  • Gesundheitliche Probleme: 4,4 Prozent
  • Zu wenig Urlaub: 2,5 Prozent
  • Sonstiges: 11 Prozent

7 gute Gründe für eine Kündigung

  1. Bindung

    Wenn Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt fühlen, hat dies noch andere Folgewirkungen. Sie entwickeln keine Bindung zu ihrem Unternehmen. Identifikation? Fehlanzeige. Das erleichtert den schnellen Jobwechsel. Wer seinem alten Team keine Träne nachweint, der ist eher bereit, einen anderen Weg einzuschlagen. Wertschätzung durch Vorgesetzte, aber auch eine persönliche Bindung zu anderen Mitarbeitern kann dem entgegenwirken. Ein echtes Team- und Zugehörigkeitsgefühl macht dieEntscheidung für einen Arbeitgeberwechsel deutlich schwerer.

  2. Gehalt

    Niemand will ausgebeutet werden – oder sich so fühlen, als würde er es. Und selbst wenn das Gehalt überdurchschnittlich hoch ist, dann schlägt man ein noch besseres Angebot nur ungern aus. Die Bezahlung ist ein Dauerbrenner. Große, zahlungskräftige Unternehmen sind hier im Vorteil. Aber auch ein faires Gehaltsgefälle und Transparenz könnten das Gefühl von Ungerechtigkeit zumindest reduzieren. Zu diesem Zweck wurde vor einiger Zeit auch das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht.

  3. Belohnung

    Ob und wie wirksam monetäre Anreize sind, darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten. Naheliegend ist aber die Annahme, dass Wertschätzung auch mit Bezahlung zu tun hat. Wer eine gute Leistung erbracht hat, erwartet dafür eine Belohnung – in welcher Form auch immer. Ärgerlich, wenn Gehaltserhöhungen oder Prämien offenbar willkürlich vergeben werden.

  4. Onboarding

    Der erste Eindruck zählt – auch für neue Mitarbeiter. Werden sie von Anfang an nicht richtig integriert, kann das zu dauerhaften atmosphärischen Störungen führen. Und zu schwerwiegenden Missverständnissen. Folge: Man fühlt sich fehl am Platz, weiß gar nicht so recht, was man hier überhaupt soll. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die nach gesundheitlichen Problemen an ihren Arbeitslatz zurückkehren. Nimmt das Unternehmen sie herzlich auf und erleichtert ihnen die Eingewöhnung, dann steigt die Arbeitsmotivation.

  5. Karrierepfade

    Ein Leben lang den gleichen Job machen – dieses Prinzip hat ausgedient. Mitarbeiter wollen dazulernen, sich weiterentwickeln und aufsteigen. Wenn das nicht möglich ist, sinkt irgendwann die Motivation. Wahr ist aber, dass nicht jeder das Zeug zum Abteilungsleiter oder gar CEO hat. Doch muss die Karriere gar nicht immer vertikal verlaufen: Erst Junior, dann Key, später Senior, dann Head… Eine horizontale Laufbahn hat auch ihren Reiz, zum Beispiel für die, die sich in einer Führungsrolle nicht wohl fühlen. Hauptsache, man lernt neue Bereiche des Unternehmens kennen, erwirbt neue Skills, macht sich neue Aufgaben zu Eigen.

  6. Passgenauigkeit

    Wenn wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, sind wir im Flow. Dieser entsteht an der Grenze zwischen Überforderung und Unterforderung. Wenn uns eine Aufgabe nicht langweilt, sondern herausfordert, aber nicht überfordert, sind das demnach beste Voraussetzungen. In der Realität ist das oft ein Problem. Viele Menschen geben Überlastung als Kündigungsgrund an, auch Unterforderung durch Langeweile ist weit verbreitet. Wer einen Job mit den „richtigen“ Aufgaben findet, wird dauerhaft glücklich.

  7. Kommunikation

    Wenn der Chef ein Schweiger ist, kann das früher oder später zur Kündigung führen. Kommunikation ist auf mehreren Ebenen wichtig. Durch sie zeigt sich Wertschätzung (oder eben nicht). Auch kann der Chef Aufstiegschancen aufzeigen, die Vision des Unternehmens skizzieren oder die Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele einschwören und das Unternehmen so vor einer möglichen Pleite bewahren.

Warum Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten sollten

Viele Mitarbeiter haben längst innerlich gekündigt. Sie schieben nur noch Dienst nach Vorschrift – wenn überhaupt. Kollegen, Chefs, Unternehmensziele? Zweitrangig. Hauptsache, so schnell wie möglich weg hier.

Kommt dann die echte Kündigung, sind die Gedanken ähnlich. Warum jetzt noch anstrengen? Ciao mit V, ich bin eh bald weg! Ihr alle könnt mir ab sofort den Buckel runterrutschen. Falsche Einstellung!

Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Sie sollten vor, während und nach Ihrer Kündigung professionell bleiben. Das hat für Sie mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Chancen auf eine gute Referenz. Erstens erhalten Sie ja noch Ihr Arbeitszeugnis, zweitens könnte ein neuer Arbeitgeber beim Ex-Unternehmen durchklingeln und sich nach Ihnen erkundigen. Sie können jahrelang noch so gute Leistungen erbracht haben: Ist Ihr Abgang stillos, wird das im Unternehmen negativ aufgenommen und zu Missmut führen.

Außerdem sinken Ihre Chancen, je wieder bei diesem Arbeitgeber anheuern zu können. Speziell in kleinen Branchen mit wenigen Arbeitgebern könnte das noch ein Problem werden. Boomerang-Karrieren sind nichts Ungewöhnliches mehr. Unternehmen schrecken angesichts kleiner werdender Fachkräfte-Reservoirs nicht davor zurück, ehemalige Abgänge wieder an Bord zu holen.

Aber der wichtigste Grund lautet: Ein guter Abgang zeugt von guten Manieren Ihrerseits. Wer die Kündigung zum Anlass nimmt, auf der Leck-mich-am-Arsch-Schiene zu fahren, zeigt einen zweifelhaften Charakter. Und als charakterloser Egomane wollen Sie doch nun wirklich nicht in Erinnerung bleiben…

Kündigung vorbereiten: Das sind die 2 größten Vorteile

Sie können ins Chefbüro spazieren, das Kündigungsschreiben auf den Tisch pfeffern und dann auf dem Absatz kehrtmachen. Sich vielleicht nochmal umdrehen und Tschüss rufen. Und das war’s dann. Besser aber, Sie bereiten Ihre Kündigung gut vor und legen sich einen Ablaufplan zurecht. Das hat zwei große Vorteile:

  • Nerven schonen

    Wenn Sie kündigen, bedeutet dies (oft), dass ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen kommt. Der muss eingearbeitet werden – am besten von seinem Vorgänger. Nehmen Sie diese Aufgabe an! Hinterher haben Sie alle Missverständnisse ausgeräumt und fühlen sich besser. Und Sie müssen keine Angst mehr haben, dass das Unternehmen im Nachhinein ständig bei Ihnen durchklingelt, um sich nach Passwörtern, Dokumenten und Projektordnern zu erkundigen…

  • Eindruck machen

    Kündigung geplant und sauber vollzogen – sehr gut! Ein klarer, feiner Schnitt kommt auch dem Unternehmen gelegen. Es sieht, dass Sie ein Profi sind und dass es mit Ihnen eine fähige Kraft verliert. Vielleicht kommen Sie ja noch mal zurück. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, Ihnen im nächsten Job Pech und Schwefel an den Hals zu wünschen. Gute Reise!

Wie sage ich es meinem Chef?

Wie bringen Sie Ihrem Chef bei, dass Sie gehen wollen? Die Antwort hängt von verschiedenen Parametern ab. Aber egal, ob Ihr Chef ein Kumpel für Sie ist, eine Respektsperson oder ein rotes Tuch – Sie sollten ihn oder sie persönlich informieren. Diese Punkte sind wichtig:

  • Zeitpunkt

    Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für Ihr Gespräch. Im Weihnachtsgeschäft könnte es trubelig werden; auch dann, wenn der Chef schon mit einem Bein im Urlaub ist. Zwischen Tür und Angel sollten Sie die Botschaft ebenfalls nicht überbringen. Schlagen Sie einen Termin vor, von einer halben Stunde etwa, in dem Sie ein ruhiges Gespräch führen können. Natürlich unter vier Augen – und nicht in der Kaffeeküche, wo jeder mithören kann…

  • Frist

    Aus formeller Sicht ist die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von Bedeutung. Im Falle einer ordentlichen Kündigung beträgt sie vier Wochen zum 15. oder zu Monatsende. Bei längerer Betriebszugehörigkeit ist die Kündigungsfrist länger. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung lieber früher als später mit. Er wird Ihnen (hoffentlich) danken, dass er rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger gehen kann. Und: Sie müssen die Kündigung schriftlich überbringen, in Papierform. Eine mündliche Kündigung oder per E-Mail oder Whatsapp reicht nicht aus.

  • Priorität

    Informieren Sie Ihren Vorgesetzten als Ersten. Das gebietet der Respekt vor seiner Position – und liegt in Ihrem eigenen Interesse. Für Sie wäre es nämlich äußerst unangenehm, wenn die halbe Firma schon Bescheid wüsste, Ihr Chef aber die Kündigung über den Flurfunk erfahren müsste. Höchst unprofessionell und schädlich für Ihre Reputation!

  • Haltung

    Einen vernünftigen Grund für Ihre Kündigung sollten Sie Ihrem Chef gegenüber schon nennen. Und auf Schuldzuweisungen und Vorhaltungen verzichten. Aber von hochtrabenden Entschuldigungen oder Rechtfertigungen sollten Sie genauso absehen. Sie haben eine Entscheidung getroffen und es ist Ihr gutes Recht zu kündigen. Fertig.

Kündigung vorbereiten aus dem Job heraus

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Redewendung kann man verlängern: Wer wagt, der oft verliert. Angenommen, Sie wollen gar nicht kündigen, weil Sie sich wohl fühlen. Sie haben aber ein tolles Angebot von einem anderen Unternehmen auf dem Tisch. Was tun?

Wägen Sie gut ab. Auf der Pro-Seite stehen vermutlich die bessere Bezahlung, eine neue Herausforderung, Aufstiegschancen und Renommee. Auf der Contra-Seite der Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes und der lieben Kollegen sowie ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der neue Job kann eine einzige Katastrophe, Sie schon in der Probezeit wieder draußen sein.

Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Beherzigen Sie aber auf jeden Fall diese Ratschläge: Kündigen Sie niemals, bevor…

  • die Verhandlungen über Aufgaben und Gehalt abgeschlossen sind.
  • Sie den Bewerbungsprozess komplett durchlaufen haben.
  • Sie sich vollends einig mit Ihrem neuen Arbeitgeber sind.
  • Sie den Vertrag unterschrieben in Händen halten.

Das heißt also: Kündigen Sie nicht schon nach einer mündlichen Einigung – oder sogar schon, nachdem Ihnen das Angebot auf den Tisch geflattert ist.

Es kann noch so viele Unvorhergesehenes passieren. Der Recruiter mag Sie vielleicht nicht, das Gehalt ist doch nicht so gut wie angedeutet, die Aufgaben völlig anders als geplant – oder der Arbeitgeber macht auf den letzten Drücker einen Rückzieher. Darum: Zuerst beim Neuen unterschreiben, dann beim Alten kündigen!

Kündigung vorbereiten: Checkliste

  • Kündigung schriftlich übergeben
  • Arbeitszeugnis einholen (oder selbst formulieren)
  • Referenzen anfragen
  • Projekte und Aufgaben abschließen
  • Liste mit offenen Aufgaben anfertigen
  • Übergabe organisieren
  • Kollegen, Kunden und Kooperationspartner informieren
  • Sicherungskopien von wichtigen Daten anfertigen
  • Persönliche Unterlagen mitnehmen
  • Offene Konflikte klären
  • Abschiedsgespräche mit Kollegen führen
  • Verabschiedung vorbereiten
  • Vernetzen und Kontakt halten
[Bildnachweis: Charlie’s by Shutterstock.com]

IT-Kenntnisse Bewerbung: Worauf es ankommt

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Die Digitalisierung rollt über uns hinweg, heißt es manchmal. Besser, wir gestalten sie aktiv mit. IT-Kenntnisse helfen dabei. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse Bewerbung: Darauf kommt es an…

IT-Kenntnisse Bewerbung: Darum sind sie wichtig

IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort der Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

Bewerber müssen diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt zu erstellen. So signalisiert man überdies, dass man um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

Was versteht man eigentlich unter IT-Kenntnissen?

IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Entwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber IT-Kenntnisse oder IT-Kompetenzen oder auch Computerkenntnisse.

Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Das sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sind die wichtigsten

Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

  • Betriebssysteme (z.B. Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
  • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
  • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
  • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
  • Content-Management-Systeme, etwa WordPress
  • Social-Media-Erfahrung
  • Datenbanken wie SAP
  • Büroanwendungen wie Microsoft Powerpoint
  • Programmiersprachen: z.B. HTML, Java, VBA, XML, Perl, Python etc.
  • Werkzeuge wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Hardware
  • Blogging, Content-Erstellung
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Aber hier lauert auch eine Falle. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich auf die wirklich wichtigen Skills. Ihre Aufzählung soll schließlich keine ganze DIN A4-Seite umfassen.

Außerdem interessiert es den Arbeitgeber nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz toll Texte mit Word schreiben können. Als Datenspezialist wäre unter anderem ein Hinweis auf Excel wichtig. Darüber hinaus erweckt eine Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sollten Sie beachten

  • Wahrheit

    Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie das lieber sein mit der Bewerbung.

    Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

    Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Sprachkenntnissen genauso.

    Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

  • Reihenfolge

    Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der IT-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

    Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

    Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

  • Benotung

    Nicht jeder Skill ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen – und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

    Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

    Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

  • Belege

    Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

  • Aktualität

    Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume interessieren den Personaler.

    Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

  • Beispiele

    Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

[Bildnachweis: REDPIXEL.PL by Shutterstock.com]

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: So bringen Sie sie unter

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung Tipps

Ohne Fremdsprachenkenntnisse kein Job! Diese Gleichung gilt heute mehr denn je. In vielen Jobs und Branchen ist Englisch längst Standard, eine zweite Fremdsprache erwünscht. Es gibt aber auch Situationen, in denen Bewerber ihre Fremdsprachenkenntnisse lieber nicht auf einen Sockel heben. Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wie Sie als Bewerber überzeugen

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wann sie wichtig sind

An Fremdsprachenkenntnissen kommen viele Berufstätige heutzutage nicht mehr vorbei. Weil sie zum Beispiel im Ausland arbeiten oder bei einem internationalen Unternehmen im Inland, bei dem die Amtssprache englisch ist. Darum gehört Englisch nicht nur zum guten Ton, die Sprache ist Standard.

Positiv: Nahezu jeder Bewerber, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, verfügt heute über Englischkenntnisse. Freilich unterscheidet sich die Anzahl der Schuljahre. Letztlich kommt es darauf an, wie gut man die fremde Sprache wirklich spricht. In der Bewerbung ist das Kompetenzniveau entscheidend.

Abheben können sich Bewerber mit Englisch also nicht. Dazu benötigen sie schon eine zweite Fremdsprache. Am besten, diese ist deckungsgleich mit den Realitäten und Ambitionen des Unternehmens. Will die Firma ihre China-Geschäfte ausbauen, sind Chinesischkenntnisse ein Pfund, mit dem Bewerber wuchern können. Wer sich dagegen mit Verweis auf seine exzellenten Finnisch-Skills bei einem Unternehmen bewirbt, dass in Finnland in keiner Weise präsent ist oder sein wird, dürfte kaum Vorteile haben.

Die Aufgabe lautet also herauszufinden: In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wo oder wohin will es expandieren? Welche Sprachkenntnisse werden dabei hilfreich sein?

Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Finnisch-Kenntnisse auch dann nicht verschweigen, wenn Sie ihnen vermutlich nichts bringen. Allein die Beherrschung verschiedener Sprachen zeugt von Interesse, Neugier und Lernbereitschaft…

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Worauf Sie achten sollten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Anforderungen. Muss-Anforderungen sind zwingend zu erfüllen, wenn Sie als Bewerber die Stelle wollen. Kann-Anforderungen dagegen sind so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte: Schön, wenn sie da sind, aber keine Voraussetzung.

Im Bereich Fremdsprachenkenntnisse formulieren Arbeitgeber Muss-Anforderungen zum Beispiel so:

  • perfekte Beherrschung der deutschen Sprache
  • gute bis sehr gute Englischkenntnisse
  • …setzen wir verhandlungssichere Englischkenntnisse voraus
  • sehr gute Französischkenntnisse in Wort und Schrift

Wenn Sie solche Ausdrucksweisen in einer Stellenanzeige entdecken, können Sie davon ausgehen, dass Sie an diesen Sprachskills nicht vorbeikommen – und dass Sie auch im Berufsalltag in einer Fremdsprache kommunizieren müssen. Das ist wahrscheinlich, wenn Sie etwa im internationalen Vertrieb oder Produktmanagement arbeiten. Es kann sich um Telefongespräche handeln oder um E-Mails, in denen Ihnen keine frappierenden Fehler unterlaufen sollten.

Es gibt aber auch Formulierungen, die darauf schließen lassen, dass es sich „nur“ um Kann-Anforderungen handelt. Sie sind für die Stelle keine Voraussetzung. Aber wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, erhöhen Sie damit sehr wohl Ihre Jobchancen:

  • …verfügen Sie idealerweise über gute Kenntnisse der russischen Sprache
  • …Sprachkenntnisse in Polnisch und Tschechisch wären wünschenswert
  • …von Vorteil wären Japanisch- oder Koreanischkenntnisse

Sollen Sie stets Ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung angeben?

Prinzipiell: Ja. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aus den abenteuerlichsten Gründen. Aber Fremdsprachenkenntnisse gehen generell mit wünschenswerten Eigenschaften einher: Lerneifer, Neugier, Engagement zum Beispiel. Sie können auch darauf hindeuten, dass Sie über ein gewisses intellektuelles Niveau verfügen – schön!

Aber: Wenn Sie etwa mit Ihren Spanischkenntnissen prahlen wollen, Sie diese im neuen Job aber rein gar nicht einsetzen können, dann sollte Spanisch keinen prominenten Platz in Ihrer Bewerbung einnehmen. Im Lebenslauf auflisten? Ja, sicher. Im Anschreiben extra erwähnen oder im Lebenslauf demonstrativ hervorheben (durch Fettung etwa)? Auf keinen Fall. Das würde wiederum schlechte Eigenschaften zu Tage fördern: das Unvermögen, Dinge zu priorisieren oder zu analysieren.

Optimal wäre es, wenn Ihre Fremdsprachenkenntnisse vom Unternehmen gebraucht oder sogar aktiv nachgefragt werden. Dann ist es eine gute Strategie, sie in den Bewerbungsunterlagen möglichst präsent zu machen. Sind sie weniger wichtig, dann sollten andere Skills die vorderen Plätze einnehmen.

Es kommt dabei überdies auf den Beruf und die Branche an. In einem Wirtschaftszweig, der durch internationale Verflechtungen geprägt ist, kann man mit Sprachkompetenzen etwas anfangen. Sie können ein Vorteil sein, selbst wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige nicht danach gefragt hat. Ein Mittelständler oder Handwerksbetrieb dagegen, der hauptsächlich in der Heimatregion aktiv ist, dürfte sich über die Betonung Ihrer Japanischkenntnisse verwundert die Augen reiben. Im schlimmsten Fall fasst er es als überheblich und sonderbar auf – und sortiert Sie aus.

Und dann wären da noch die alten, klassischen Sprachen wie Latein, Hebräisch oder Altgriechisch, die im Alltag gar nicht mehr gesprochen werden. Wichtig sind sie allenfalls für angehende Historiker oder Theologen. Weglassen müssen Sie Ihr Latein-Wissen selbstverständlich nicht, aber damit angeben sollten Sie ebensowenig. Sie müssen für diese Sprachen auch keine Kompetenzstufen angeben. Latinum, Graecum oder Hebraicum genügen.

In diesen Berufsfeldern benötigen Sie Englischkenntnisse

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung BrancheHier müssen Sie englisch sprechen – eine unvollständige Aufzählung:

  • IT und Software-Entwicklung
  • Business Development
  • Ingenieurwesen
  • Finanzen
  • Kommunikation und PR
  • Medien

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Schummeln oder nicht?

Vorsicht! Wenn Sie Ihre Bewerbung mit fließenden Englischkenntnissen garnieren, sollten Sie auch tatsächlich fließend englisch sprechen. Es gibt nichts Peinlicheres für Bewerber, als wie ein begossener Pudel dazustehen, wenn der Interviewer unvermittelt ins Englische wechselt. Blamage-Gefahr!

Kleiner Einwand: Natürlich können die fließenden Englischkenntnisse im Lebenslauf Sie überhaupt erst ins Bewerbungsgespräch bringen. Es ist also strategisch durchaus sinnvoll, mit seinen Sprachkompetenzen zu übertreiben als übervorsichtig zu sein. Aber nur ein bisschen!

Wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung leicht übertrieben haben, dann lautet der Rat: Üben Sie wenigstens vor dem Vorstellungsgespräch! Legen Sie sich ein paar Standardsätze zurecht, über sich und Ihren Werdegang und feilen an der Aussprache. Das nimmt die größte Nervosität und leitet Sie im Zweifel über die erste Klippe.

Wenn Sie aber kaum Ihren Namen in der jeweiligen Fremdsprache richtig aussprechen können, dann sehen Sie von einer zu positiven Selbstbewertung ab. Das fliegt Ihnen um die Ohren. Grundkenntnisse in Französisch zeugen von intellektueller Neugier, erfordern aber keinen praktischen Nachweis. Sie sind damit auf der ziemlich sicheren Seite.

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Diese Kompetenzstufen gibt es

So formulieren Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse in Ihrer Bewerbung:

  • Grundkenntnisse

    Sie kennen die wichtigsten Vokabeln. Sich vorstellen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen. Der Satzbau ist für Sie kein Buch mit sieben Siegeln. Dann nehmen Sie die Sprache mit Grundkenntnissen in Ihren Lebenslauf auf. Das können Sie etwa dann machen, wenn Sie nur in der Schulzeit mit ihr in Berührung gekommen – aber seitdem ziemlich eingerostet sind.

  • Gute Kenntnisse

    Hier wird schon mehr verlangt. Dass Sie in der Sprache ein Gespräch führen oder telefonieren können. Dann spricht man auch von konversationssicheren Sprachkenntnissen. Diese Formulierung beinhaltet aber auch, dass Sie im Schriftverkehr noch Defizite aufweisen.

  • Sehr gute Sprachkenntnisse

    Komplexe Texte sind für Sie problemlos zugänglich. Über abstrakte Themen können Sie sich locker unterhalten. Sie können sich in Diskussionen einschalten oder fachbezogene Konversationen führen – und zwar auch mit Muttersprachlern. Dann haben Sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse.

  • Verhandlungssicher in Wort und Schrift

    Sie können in der Fremdsprache völlig problemlos kommunizieren: verbal und schriftlich. In allen Kontexten ist der Einsatz der Fremdsprache möglich – und zwar intuitiv. Lange nach Formulierungen oder Wörtern müssen Sie nicht suchen. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie lange im Ausland gelebt haben.

  • Muttersprachler/muttersprachliches Niveau

    Das ist einfach. Wenn Sie einen Migrationshintergrund und die Fremdsprache zuhause gesprochen haben, ist sie für Sie logischerweise keine Fremdsprache. Aber nicht schummeln: Es gibt Migrantenkinder, die die Sprache ihrer Eltern keineswegs perfekt beherrschen. Das Kompetenzniveau Muttersprachler können Sie aber auch ohne familiäre Bindungen erreichen. Wer Jahrzehnte in den USA gelebt hat und auch zuhause mit seiner Familie (perfekt) englisch spricht, der kann in seiner Bewerbung guten Gewissens muttersprachliches Niveau angeben.

A1 bis C2: Das sind die offiziellen Kompetenzniveaus

Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihr Fremdsprachenniveau ganz genau dokumentieren wollen oder müssen, dann können Sie dies anhand von Zertifikaten tun. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) etwa soll Sprachtests vergleichbar machen.

Demnach gibt es drei Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind wiederum in zwei Niveaustufen unterteilt. Das höchste liegt bei C, das niedrigste bei A.

  • Kompetenzniveau A: Elementar

    A1: Hier finden sich absolute Beginner wieder. Diese können sich maximal rudimentär verständigen, ihren Namen nennen und Tschüss sagen. Die Gesprächspartner müssen ihr Sprachtempo und Vokabular dafür auf ein Starter-Level zurückfahren.
    A2: Die Basics sind vorhanden. Der Sprecher kann sich in der Fremdsprache in einfachen Sätzen ausdrücken. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe versteht er.

  • Kompetenzniveau B: Selbstständig

    B1: Das Sprachniveau ist fortgeschritten. Im Urlaub kann er oder sie sich gut mit Muttersprachlern verständigen. Auch sind leichte Konversationen über andere Themen wie Arbeit und Freizeit möglich.
    B2: Komplexe Themen und Texte können schon verstanden werden – zumindest die Quintessenz daraus. Der Sprecher ist in der Lage, sich fließend und spontan zu verständigen. Er fühlt sich in der fremden Sprache auch in seinem Fachgebiet wohl.

  • Kompetenzniveau C: Kompetent

    C1: Die Fremdsprachenkenntnisse sind fachkundig. Er oder sie verfügt über ein umfangreiches Textverständnis und kann auch tiefergehende Bedeutungen verstehen. Zu komplexen Themen kann sich der Sprecher völlig problemlos, spontan und fließend äußern.
    C2: Jetzt sind wir (fast) auf muttersprachlichem Niveau angekommen. Raum nach oben gibt es kaum noch. Der Sprecher ist nun in der Lage, Texten und Unterhaltungen mühelos zu folgen und selbst etwas beizutragen. Seine Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert, sehr flüssig – und unterscheidet sich allenfalls noch durch den Akzent von einem echten Muttersprachler.

So wichtig sind Fremdsprachenkenntnisse wirklich

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 31 Prozent sagen: Weil dessen Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die mangelhaften Fremdsprachenkenntnisse allerdings nur auf Platz 10 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

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Eignungstest Bewerbung: Wie Sie ihn meistern

Eignungstest Bewerbung Tipps

Eignungstest dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Zum Einen ist ihr Einsatz einfacher und günstiger geworden, immer mehr Unternehmen setzen folgerichtig welche ein. Zum Zweiten mehren sich die Zweifel an der Aussagekraft von Schulzeugnissen. Unternehmen wollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der neue Mitarbeiter ein Volltreffer wird. Für Bewerber kann das unangenehme Folgen haben. Eignungstest Bewerbung: So überspringen Sie die Hürde…

Eignungstest Bewerbung: Es werden immer mehr

Mit einem Eignungstest können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum Beispiel:

  • Auswahltest
  • Bewerbungstest
  • Einstellungstest

Im Grunde geht es aber immer um ein Auswahlverfahren, dem sich Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungs- Studien- oder Arbeitsplatz unterziehen müssen.

Speziell für Studieninteressierte gibt es diese Eignungstests:

  • Self-Assessment

    Dabei handelt es sich meist um freiwillige Tests, die der Studienorientierung dienen. Die Teilnehmer sollen dadurch herausfinden, für welches Fach sie sich wirklich eignen, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Dazu müssen Sie diverse Fragen beantworten und erhalten entsprechende Informationen über Studienfächer und Perspektiven. Auch können sie so herausfinden, ob sie überhaupt für ein Studium geeignet sind oder vielleicht lieber einen anderen Weg einschlagen sollten.

  • Fachbezogene Tests

    Studieninteressierte, die sich etwa für Fächer wie Psychologie oder Medizin bewerben, müssen sich bisweilen einem Eignungstest stellen. Auch für Studiengänge wie Architektur und Design kann ein fachbezogener Eignungstest zeigen, wie stark das künstlerische Kompetenzprofil ist. Diese Eignungstests sind stark fachbezogen und sollen vor allem die Eignung für das jeweilige Fach ermitteln.

Welche Eignungstests gibt es noch?

Unternehmen setzen Eignungstests immer häufiger ein. Sie können ein wertvolles Instrument sein, um die richtigen Kandidaten zu ermitteln – und eine gute Ergänzung zu Schulzeugnissen und Arbeitszeugnissen. Eine Garantie bieten Eignungstests natürlich nicht. Aber sie können auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und eine differenzierte Personalauswahl ermöglichen.

Aus Bewerbersicht wichtig: Diese Eignungstest sind erstens nicht freiwillig. Und zweitens haben sie Konsequenzen. Wer durchfällt, muss damit rechnen, vorzeitig aussortiert zu werden. Dann bleibt ihm oder ihr vorerst nichts weiter übrig, als sich die fehlenden Kompetenzen anzueignen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

Ein anderes Beispiel: Polizei und Bundeswehr. Wer sich hier bewerben möchte, muss auch einen Sporttest absolvieren. Das ist logisch – eine gewisse Fitness ist für den körperlichen Job Voraussetzung. Dazu kommt noch ein schriftlicher Test. Bewerber müssen beide Prüfungen bestehen, sonst sind sie draußen.

So weit muss es aber gar nicht kommen. Auf Eignungstests kann man sich schließlich auch vorbereiten. Überspringt man diese Hürde, ist man dem Job ein großes Stück nähergekommen. Danach folgt noch das Vorstellungsgespräch. Schafft es der Bewerber, auch hier zu überzeugen, ist die Stelle so gut wie fix. Es sei denn, das Unternehmen fordert noch einen Probearbeitstag ein.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Eignungstest ist zwar nur eines von vielen Hindernissen für Bewerber, aber ein besonders hohes. Einen Blackout im Vorstellungsgespräch kann man vielleicht noch ausbügeln, im Eignungstest ist das schwieriger.

Eignungstest Bewerbung: Was wird abgefragt?

In vielen Branchen sind Eignungstests längst üblich. Sie sind auch keineswegs nur auf Berufsanfänger beschränkt und können alle treffen, ob IT-Experte oder Handwerker, Werbetexter oder Industriekaufmann.

In akademischen Berufen ist das Assessment Center beliebt. Dabei kommen viele Bewerber zusammen, meist in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dort müssen sie Aufgaben lösen, kooperieren und die anwesenden Personaler von ihren Fähigkeiten überzeugen. Das Assessment Center stellt Eigenschaften wie Teamfähigkeit auf den Prüfstand – und ist daher schon per se ein Eignungstest. Integraler Bestandteil vieler Assessment Center ist zudem ein schriftlicher Test, der fachspezifische Fragen stellt – ein Eignungstest im Eignungstest gewissermaßen.

Etablierte Führungskräfte wiederum werden nur selten ins Assessment Center gebeten. Sie unterziehen sich einem Einzelassessment. Auch das ist ein Eignungstest. Immerhin kommt Unternehmen ein Fehlgriff auf dieser Ebene teuer zu stehen. Eignungstests haben auch den Zweck, die langfristigen Kosten für den Arbeitgeber gering zu halten.

Abgefragt wird in einem Eignungstest üblicherweise dies:

  • Allgemeinwissen
  • Logisches Denkvermögen
  • Mathematik
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sprachverständnis
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen

Von technischen Zeichnern wird weniger Sprachverständnis, dafür umso mehr räumliches Vorstellungsvermögen und Technik-Verständnis erwartet. Für Journalistenschüler dagegen ist die Sprache ihr wichtigstes Werkzeug, auch ein möglichst breites Allgemeinwissen ist wichtig.

Aber keine Sorge: In der Regel gehen die Fragen im Eignungstest nur selten ganz tief ins Detail. Sie bauen auf Schulwissen auf. Es werden also keine Wunderdinge oder Geniestreiche von Ihnen erwartet.

Es geht aber noch um etwas anderes: um die psychologische Dimension. Oft reicht die Zeit nämlich nicht aus, einen Eignungstest in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten. Daher kommt es darauf an, ob die beantworteten Fragen richtig sind. Und darum, welche Aufgaben der Bewerber priorisiert bzw. ausgelassen hat.

Ist er oder sie womöglich in Panik geraten? Der Arbeitgeber will wissen, ob der Kandidat mit Stress umgehen und unter Zeitdruck arbeiten kann – eine Qualität, die jeder Arbeitgeber schätzt. Im Arbeitsalltag werden noch viele weitere stressige Situationen entstehen. Gut also, wenn der Kandidat ihnen gewachsen ist.

Eignungstest Bewerbung: Das sollten Sie beherzigen

  • Allgemeinwissen

    Niemand erwartet von Ihnen enzyklopädisches Wissen. Ein solides Level sollte Ihr Allgemeinwissen aber schon haben. Oder würden Sie jemanden einstellen, der Rom für die Hauptstadt Spaniens hält?

    Ihr Allgemeinwissen ist eine Visitenkarte. Sie zeigt grob an, mit wem es der Arbeitgeber zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann – oder auch nicht.

    Warum ist Allgemeinwissen wichtig? Weil es belegt, dass Sie sich auf dem Laufenden halten und sich dafür interessieren, was um Sie herum passiert. Dass Sie neugierig und engagiert sind. Immerhin ist es für (fast) jedes Unternehmen heute wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Auch in punkto PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist dieser Punkt relevant. Nur wer Zusammenhänge richtig einordnen kann, ist in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen attraktiv zu positionieren.

  • Konzentration

    Konzentrationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Warum? Weil sie immer seltener wird. In der Dauerbeschallung von Smartphones, Fernsehern und Tablets fällt es von Tag zu Tag schwieriger, die Gedanken zu sammeln und den Fokus zu halten.

    Beim Eignungstest MÜSSEN Sie sich konzentrieren. Andernfalls werden Sie die Fragen nicht gut und richtig beantworten. Am Arbeitsplatz ist Konzentrationsfähigkeit ebenfalls von großer Bedeutung. Wer es kaum noch schafft, fünf Minuten NICHT aufs Handy zu blicken, der beschert seinem Arbeitgeber krasse Produktivitätsverluste.

    Im Eignungstest werden Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Eine Übung kann beispielsweise darin bestehen, sich 60 Sekunden lang Dutzende Begriffe ansehen und sie anschließend aus dem Gedächtnis aufzählen zu müssen.

    Konzentrationsfähigkeit hängt von vielen Parametern ab. Manchen fällt sie im Großraumbüro schwer, andere bringen auch Lärm und permanentes Gewusel nicht aus der Ruhe. Wer aber nicht einmal während des Eignungstests in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten, hinterlässt keinen überzeugenden Eindruck.

  • Logik

    Logisches Denken und Analysefähigkeit sind unglaublich schwer zu messen. Bedeutsam sind diese Eigenschaften gleichwohl. Es geht im Firmenalltag immer darum, Probleme zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Auch geht es um Schnelligkeit. Welches Problem besitzt Priorität?

    Im Eignungstest werden Bewerber mitunter mit Zahlenreihen konfrontiert. Diese sollen sinnvoll ergänzt werden. Oder es müssen zu bestimmten Begriffen passende Assoziationen gefunden werden.

    Und auch wenn Sie es nicht glauben: Logisches Denkvermögen ist nicht angeboren – jedenfalls nicht ausschließlich. Man kann es trainieren. Wenn Sie im Eignungstest überzeugen, weiß der Arbeitgeber: Wir haben es hier mit einem Arbeitnehmer zu tun, der Probleme analysieren – und auch lösen kann.

  • Persönlichkeit

    Im Anschreiben und vor allem im Vorstellungsgespräch gewinnt das Unternehmen einen Eindruck von der Persönlichkeit eines Bewerbers. Aber im Eignungstest? Ja, auch der Test lässt Schlüsse auf persönliche Charaktereigenschaften zu.

    Motivation, Kommunikationsvermögen, Pflichtbewusstsein – all das kommt auch im Eignungstest zum Ausdruck. Das Unternehmen will einen Kandidaten finden, der zur Firmenkultur passt.

    Dabei muss aber auch klar gesagt werden: Verstellen Sie sich nicht. Schreiben Sie nicht nur das auf, was die Personaler hören wollen. Sie wollen ja selbst auch im Unternehmen glücklich werden. Wenn es zwischen beiden einfach nicht passt, wird keiner von beiden Seiten glücklich.

So oft scheitern Bewerber am Eignungstest

Eignungstest Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 41 Prozent sagen: Weil seine Testergebnisse im Auswahlverfahren zu schlecht waren! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die versemmelten Eignungstests allerdings nur auf Platz 9 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

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