IT-Kenntnisse Bewerbung: Worauf es ankommt

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Die Digitalisierung rollt über uns hinweg, heißt es manchmal. Besser, wir gestalten sie aktiv mit. IT-Kenntnisse helfen dabei. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse Bewerbung: Darauf kommt es an…

IT-Kenntnisse Bewerbung: Darum sind sie wichtig

IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort der Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

Bewerber müssen diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt zu erstellen. So signalisiert man überdies, dass man um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

Was versteht man eigentlich unter IT-Kenntnissen?

IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Entwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber IT-Kenntnisse oder IT-Kompetenzen oder auch Computerkenntnisse.

Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Das sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sind die wichtigsten

Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

  • Betriebssysteme (z.B. Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
  • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
  • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
  • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
  • Content-Management-Systeme, etwa WordPress
  • Social-Media-Erfahrung
  • Datenbanken wie SAP
  • Büroanwendungen wie Microsoft Powerpoint
  • Programmiersprachen: z.B. HTML, Java, VBA, XML, Perl, Python etc.
  • Werkzeuge wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Hardware
  • Blogging, Content-Erstellung
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Aber hier lauert auch eine Falle. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich auf die wirklich wichtigen Skills. Ihre Aufzählung soll schließlich keine ganze DIN A4-Seite umfassen.

Außerdem interessiert es den Arbeitgeber nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz toll Texte mit Word schreiben können. Als Datenspezialist wäre unter anderem ein Hinweis auf Excel wichtig. Darüber hinaus erweckt eine Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sollten Sie beachten

  • Wahrheit

    Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie das lieber sein mit der Bewerbung.

    Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

    Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Sprachkenntnissen genauso.

    Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

  • Reihenfolge

    Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der IT-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

    Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

    Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

  • Benotung

    Nicht jeder Skill ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen – und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

    Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

    Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

  • Belege

    Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

  • Aktualität

    Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume interessieren den Personaler.

    Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

  • Beispiele

    Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

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