Jobwechsel im Lebenslauf: Wie Sie sie erklären

jobwechsel im lebenslauf tipps

Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

Jobwechsel im Lebenslauf: Welche Zweifel sie wecken

Jobwechsel sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt daran bisweilen nicht vorbei. Trotzdem ist das Thema im Rahmen einer Bewerbung delikat. Denn Jobwechsel können auch ein Makel sein. Dann etwa, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind ZU viele?

Eine klare Antwort lässt sich darauf freilich nicht geben. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht immer die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

  • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
  • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
  • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
  • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
  • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber schon, dass Sie diesen Eindruck erwecken.

Prinzipiell gilt: Ein Wechsel ist nach drei Jahren im Job völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie auf jeden Fall etwas dazugelernt. Und so unfähig können Sie nicht gewesen sein. Aber alles unter drei Jahren wirft mitunter Fragen auf…

Diese Jobwechsel sind erklärungsbedürftig

  1. Zeitpunkt

    Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Oder sie haben bislang nur befristete Anstellungen gefunden. Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt an, wenn sich ihre vielen Wechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

  2. Intermezzi

    Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem! Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem. Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

  3. Gründe

    Häufige Jobwechsel können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein verdächtiges Mosaik ergeben. Wenn Sie aber alle Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Gute Gründe machen Ihre Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar. Und sie zeigen, dass manchmal sogar ein guter Plan dahintersteckte…

Warum Jobwechsel kein Makel sind

Wer Jobwechsel als Makel auffasst, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

So können Sie das Unternehmen jedenfalls nicht von sich überzeugen. Sie sollen Ihre Stärken präsentieren. Das gilt auch, wenn Sie wirklich jedes Mal während der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

Das fängt schon bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich, das ist leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es durchaus. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch ein ein Lernprozess – Pluspunkt!

Aber bitte nicht falsch verstehen: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

So drehen Sie Jobwechsel im Lebenslauf ins Positive

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf immer in ein gutes Licht rücken – oder zumindest in ein besseres – egal, wie düster er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

Folgende Argumente können Ihnen dabei nützen:

  • Plan

    Wer sagt, dass Ihre häufigen Wechsel willkürlich oder unfreiwillig waren? Vielleicht verfolgen Sie ja einen Karriereplan, an den Sie sich penibel halten. Sie wechseln zu Ihren Bedingungen und nach Ihren eigenen Vorstellungen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Ego-Zocker. Aber besser als die Opferrolle, in der Sie ständig vor die Tür gesetzt wurden, ist diese allemal. Sie sollten nur glaubwürdig vermitteln, warum welcher Wechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

  • Flexibilität

    Festgefahren und starr – zwei Attribute, die in der heutigen Arbeitswelt als Unwörter gelten. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden. Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig spielt dabei gar keine so große Rolle.

  • Erfahrungsschatz

    Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln. Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Branchenexperten mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

Noch mehr Tipps für Job-Hopper

  • Zeitangaben

    Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen – durch Fettungen oder sonstige Hervorhebungen zum Beispiel. Ein beliebter Trick: Verzichten Sie auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

  • Erklärungen

    Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe oder interne Umstrukturierung. Das sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das auch bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

  • Lücken

    Wenn Sie ganz viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen. So entstehen zwar Lücken. Aber die lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßigen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

  • Netzwerke

    Für Job-Hopper könnte es eine gute Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen. Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können die vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

[Bildnachweis: Blackregis by Shutterstock.com]