Tätigkeitsbeschreibung: Wie sie Ihre Bewerbung aufwertet

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

Eine Tätigkeitsbeschreibung ist ein Instrument für Bewerber. Sie bietet sich an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat klare Vorteile…

Tätigkeitsbeschreibung: Wann brauche ich sie?

Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Das ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

Nun können Bewerber das Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim aktuellen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Ganz so irrelevant ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

Einem erfahrenen Personaler dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

Das gehört in die Tätigkeitsbeschreibung

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen würden.

Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

  • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
  • Offizieller Jobtitel
  • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
  • Ihre Leistungen und Erfolge
  • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
  • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten so aus:

Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie: „Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.“ Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine ähnliche Variante wie diese: „Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.“

Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

Projektleiter Digitalisierung
Vom 10.10.2016 bis 01.08.2018 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

Bitten Sie um Vertraulichkeit!

Tätigkeitsbeschreibung VertraulichkeitIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben zusätzlich um Vertraulichkeit!

Eine mögliche Formulierung wäre: „Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

4 Tipps für Ihre Tätigkeitsbeschreibung

Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

  • Realismus: Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.
  • Sachlichkeit: Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.
  • Professionalität: Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.
  • Einheitlichkeit: Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

Tätigkeit: Sie interessiert brennend

Nein, das ist nicht ironisch gemeint. Personaler interessieren sich sehr dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

Die Tätigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

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