Telefoninterview: Tipps, No-Gos und typische Fragen

Das Telefoninterview ist eine zeitgemäße Alternative zum Face-to-Face-Vorstellungsgespräch. In den meisten Fällen ist es aber nur dessen Vorstufe. Der Personaler kann via Telefon seinen Kandidatenkreis überprüfen – und verkleinern. Wenn Sie im Telefoninterview nicht überzeugen, schwinden Ihre Chancen auf den Job. So weit muss es aber gar nicht kommen. So überzeugen Sie im telefonischen Interview

Telefoninterview: Sinn und Zweck

Dass Sie vom Unternehmen zum Telefoninterview eingeladen worden sind, dürfen Sie als Kompliment verstehen. Man ist interessiert an Ihnen, sonst würde man sich die Zeit für das telefonische Bewerbungsgespräch erst gar nicht nehmen.

Vermutlich aber gibt es noch die eine oder andere offene Frage vonseiten des Unternehmens. Der Personaler möchte sich einen näheren Eindruck von Ihnen verschaffen, ohne Sie gleich zum (persönlichen) Vorstellungsgespräch einladen zu müssen.

Jetzt ist für ihn die Gelegenheit, nachzuhaken und Sie auf Unstimmigkeiten in der Bewerbung und im Lebenslauf abzuklopfen. Auf kritische Fragen dazu sollten Sie sich vorbereiten.

Grundsätzlich setzen Unternehmen Telefoninterviews gerne ein, weil…

  • …sie dadurch Zeit und Geld sparen. Jobinterviews vor Ort sind aufwändiger, langwieriger und teurer.
  • …sie auf diese Weise eine größere Zahl an Kandidaten prüfen können. Das ist gerade für große Unternehmen, die aus einer Vielzahl an Bewerbungen schöpfen können, ein wichtiger Punkt. Sie können mit Hilfe von Telefoninterviews die Auswahl an interessanten Kandidaten erst vergrößern, dann schnell wieder verkleinern.
  • …sie die Spontanität und (geistige) Flexibilität eines Bewerbers testen können. Gespräche am Telefon erfordern Soft Skills. Auch die Kommunikationsfähigkeit wird auf den Prüfstand gestellt. In vielen Jobs müssen Kandidaten in der Lage sein, ein professionelles Telefonat zu führen. Das ist nicht jedermanns Stärke.
  • …sie einen Kandidaten besser kennenlernen. Wer zuerst ein Telefoninterview führt und dann noch ein Bewerbungsgespräch am Firmensitz, nimmt einen Bewerber doppelt unter die Lupe. Und aus der Statistik wissen wir: Je größer die Stichprobe, desto zuverlässiger das Ergebnis. Zweimal ist zwar nicht viel, aber zweimal ist besser als einmal.
  • …sie offene Fragen klären. Möglich, dass es dabei um Lücken im Lebenslauf, Fremdsprachenkenntnisse oder EDV-Kenntnisse oder etwas ganz anderes geht. Die wichtigsten Punkte können Arbeitgeber und Bewerber vorab besprechen. Fällt die Antwort nicht zufriedenstellend aus, kann sich das Unternehmen die Einladung zum Jobinterview sparen.

Telefoninterview Dauer

Gut vorbereitet ist halb gewonnen – das gilt für das Telefoninterview genauso wie für ein Bewerbungsgespräch von Angesicht zu Angesicht. Aber manchmal haben Sie gar keine Zeit für eine gründliche Vorbereitung. Dann nämlich, wenn Sie der Personaler überfallartig anruft. Auf dieses Prozedere müssen Sie sich erst gar nicht einlassen.

Teilen Sie dem Anrufer mit, dass Sie momentan beschäftigt sind und keine Zeit für ein längeres Gespräch haben, aber sehr gerne einen zeitnahen Termin vereinbaren. Bei der Gelegenheit fragen Sie am besten direkt nach, wie lange das Telefoninterview voraussichtlich dauern wird. So können Sie sich besser darauf einstellen.

Die veranschlagte Dauer des Telefoninterviews lässt zudem Rückschlüsse auf dessen Inhalt zu. Ein 20-minütiges Gespräch kratzt meist nur an der Oberfläche, lässt höchstens ein paar Rückfragen zu Ihrer Person und Ihrem Lebenslauf zu.

Ist jedoch eine ganze Stunde avisiert, sollten Sie mit tiefergehenden Fragen zu Ihren Plänen und Karrierezielen rechnen – und auch einige smarte Rückfragen vorbereiten.

Die Dauer hängt nicht zuletzt von unterschiedlichen Parametern ab – von Ihrem Sprechtempo etwa, der Länge Ihrer Selbstpräsentation oder von Ihren Rückfragen. Sie haben die Dauer des Telefoninterviews also selbst in der Hand – beziehungsweise im Mund. Die Mitte macht’s – nicht zu langatmig werden, aber auch nicht zu kurz angebunden sein!

Insgesamt lässt sich festhalten: Ein Telefoninterview dauert normalerweise zwischen 30 und 60 Minuten.

Telefoninterview: Lidl und Deutsche Bahn machen’s auch

Telefoninterview Lidl Deutsche BahnTelefoninterviews sind gang und gäbe. Hier eine kleine Auswahl von Unternehmen, die auf telefonische Bewerbungsgespräche setzen:

  • Lidl
  • Deutsche Bahn
  • Xing
  • Hays
  • Cornelsen Verlag
  • Auto1
  • Bechtle
  • Deutsche Bank
  • Zeiss

Lidl etwa will nach eigenen Angaben durch Telefoninterviews eine „solide Vorauswahl“ treffen. Dabei ist von der jeweiligen Stelle abhängig, ob der Discounter mit dem Bewerber ein Telefoninterview, ein Online-Assessment oder ein Videointerview durchführt. Im Internet berichten Bewerber, dass ihr Telefoninterview mit Lidl rund 20 Minuten gedauert hat.

Telefoninterview Ablauf

Ein Telefoninterview läuft meist so ähnlich ab wie ein Vorstellungsgespräch vor Ort. Es sei denn, der Unternehmensvertreter ruft Sie spontan und ohne Termin an. In dem Fall will er Sie testen. Will wissen, wie Sie reagieren und wie Sie mit Stress umgehen.

Wenn Sie sich aber zum Telefoninterview verabredet und auf einen festen Termin geeinigt haben, ist der Ablauf üblicherweise so:

  • Vorstellung

    Sie begrüßen sich gegenseitig. Ihr Gesprächspartner stellt sich und sein Unternehmen kurz vor. Danach sind Sie an der Reihe. Wer sind Sie, woher kommen Sie, was haben Sie bisher gemacht?

  • Fragen

    Der Personalverantwortliche wird sich zuvor einige Fragen zurechtgelegt haben. Auf diese können Sie sich vorbereiten (siehe unten). Er will mehr über Sie erfahren, über Ihre Persönlichkeit und Motivation. Manchmal sind ihm spezifische Fachkenntnisse sehr wichtig.

  • Formalitäten

    Ein mögliches Eintrittsdatum könnte ein Thema sein. Oder Ihre genaue Position im Unternehmen. Oder Ihre Gehaltsvorstellungen. Viel hängt davon ab, ob Sie noch anderswo unter Vertrag stehen oder sofort verfügbar sind.

  • Rückfragen

    Die Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen, sollten Sie unbedingt nutzen. Bereiten Sie eine Handvoll Fragen vor, die Sie – je nach Gesprächsverlauf – am Ende anbringen. In jedem Fall sollten Sie sich am Ende des Telefongesprächs nach dem weiteren Vorgehen erkundigen – und wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Ganz zum Schluss folgt die Verabschiedung.

Telefoninterview Vorbereitung

So gehen Sie gut vorbereitet ins Telefoninterview:

  • Sammeln Sie Informationen

    Sie sollten über die Basics Bescheid wissen. Was macht das Unternehmen überhaupt? Wo hat es Standorte, wie viele Mitarbeiter, welches Geschäftsmodell? Dazu genügt es oft schon, auf der Homepage zu stöbern. Auch ein Blick in die tagesaktuellen Nachrichten – beispielsweise durch eine Suche über Google News – kann nicht schaden.

  • Lernen Sie Ihren Lebenslauf

    Nicht so, dass sie ihn im Telefoninterview wie auswendig gelernt herunterrattern. Aber die wichtigsten Stationen und die größten Erfolge sollten sitzen. Zu Ihren Tätigkeiten, Stationen, Erfahrungen sollten Sie etwas sagen können – und sich dabei von Ihrer besten Seite präsentieren.

  • Bereiten Sie sich auf wichtige Fragen vor

    Sie können natürlich nicht jede Frage des Personalers kommen sehen. Viele aber schon. Schauen Sie sich vor allem die Standardfragen an und überlegen Sie sich ein paar sinnvolle – vielleicht sogar originelle – Antworten. Das gibt Ihnen Sicherheit.

  • Recherchieren Sie Ihren Gesprächspartner

    Indem Sie zum Beispiel auf sein Xing- oder Linkedin-Profil surfen. Die gesammelten Informationen könnten Ihnen helfen, sich auf Ihren Gesprächspartner vorzubereiten und einzustellen. Und vielleicht entdecken Sie ja sogar eine Gemeinsamkeit, die gleichen Hobbys oder dieselbe Alma Mater. Das bringt Sympathiepunkte.

  • Checken Sie die Telefonverbindung

    Wenn die Technik verrückt spielt, könnte das negativ auf das ganze Telefoninterview abfärben. Sorgen Sie also dafür, dass die Leitung steht. Benutzen Sie ein Festnetztelefon und kein Handy. Ein Smartphone, dem zwischendurch der Saft ausgeht, könnte signalisieren, dass Sie auch im Job schlampig und wenig sorgfältig sind. Vermeiden!

  • Ziehen Sie sich schick an

    Ja, es geht noch immer um ein Telefoninterview. Und ja, Ihr Gesprächspartner wird Sie gar nicht sehen können. Aber unterschätzen Sie nicht die Macht der Psychologie. Gute Kleidung macht Menschen selbstbewusster und selbstsicherer. Das wiederum hört man auch übers Telefon. Ziehen Sie sich also so an, als würden Sie zu einem Vorstellungsgespräch in die Firma gehen.

Telefoninterviews Tipps

Diese Tipps helfen Ihnen, ein erfolgreiches Telefoninterview zu führen:

  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre

    Smalltalk liegt nicht jedem. Versuchen Sie trotzdem, Ihren Gesprächspartner zu Beginn des Telefoninterviews emotional abzuholen. So bauen Sie eine gewisse Nähe auf – was sich bestimmt nicht schlecht auf den weiteren Verlauf des Gesprächs auswirkt. Vergessen Sie nicht, viel zu lächeln – auch das hört man am Telefon.

  • Vermeiden Sie Hintergrundlärm

    Fatal, wenn im Hintergrund der Fernseher läuft! Sie sollen sich voll und ganz auf das Telefoninterview konzentrieren, es nicht nur so nebenbei führen. Fokus und Konzentrationsfähigkeit sind schließlich auch im Job wichtig. Stellen Sie alle elektronischen Geräte – TV, Radio, Smartphone – aus und ziehen sich in ein möglichst ruhiges Zimmer zurück, in dem Sie nicht gestört werden.

  • Achten Sie auf Ihre Stimme

    Sprechen Sie langsam und deutlich. Sie können das Tempo auch variieren, aber bitte nicht nuscheln. Stimme und Sprechweise sollen ihr Selbstbewusstsein zeigen, nicht ihre Nervosität. Was hilft: Während des Telefonats aufstehen und einen festen Stand einnehmen.

  • Vermeiden Sie Jargon

    Jugendslang, Schimpfwörter oder gar Fäkalsprache – in Ihrer Freizeit können Sie sagen, was und wie Sie wollen. Aber im Telefoninterview achten Sie möglichst darauf, sich wie ein gebildeter und zivilisierter Mensch auszudrücken. Auch Füllwörter wie „äh“ und „öh“ nach Kräften vermeiden.

  • Lassen Sie sich nicht ablenken

    Während des Telefoninterviews machen Sie nur eines: Telefonieren. Also nicht nebenbei essen, rauchen, trinken, auf dem Smartphone herumtippen, mit der Fernbedienung oder dem Hund spielen. Mit einer Ausnahme…

  • Stellen Sie Wasser hin

    Die einzige Ablenkung, die Sinn macht: einen Schluck Wasser trinken. Das bewahrt Sie vor einem trockenen Hals. Aber nichts mit Kohlensäure. Aufstoßgefahr!

  • Lassen Sie Pausen zu

    Stille ist ein rhetorisches Mittel, das gerne unterschätzt wird. Lassen Sie sich in Pausen nicht verrückt machen und versuchen Sie nicht, krampfhaft irgendetwas zu sagen, nur um die Stille wegzuquasseln. Ruhig bleiben, Gedanken sammeln, Orientierung bewahren.

  • Fragen Sie nach

    Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie unbedingt nach! Das ist bei einem Telefonat nichts Verwerfliches. „Können Sie das noch mal wiederholen bitte? Ich hab’ es akustisch nicht verstanden.“

  • Fallen Sie nicht ins Wort

    Andere unterbrechen ist eine grobe Unsportlichkeit. Im Telefoninterview kann es das Aus bedeuten, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner fortwährend ins Wort fallen. Das zeigt nicht nur, dass Sie keine Manieren haben – sondern auch, dass Sie nicht zuhören können.

  • Stellen Sie sich auf Englisch ein

    Vor allem in größeren Unternehmen entwickelt sich Englisch zunehmend zur Amtssprache. Vielleicht will der Personaler mit eigenen Ohren hören, ob und wie gut Sie es beherrschen. Stellen Sie sich also mental darauf ein, dass er spontan ins Englische wechselt. Dann bitte nicht in Panik verfallen, sondern ganz ruhig bleiben und nicht überhastet antworten.

  • Verabschieden Sie sich persönlich

    „Vielen Dank für das nette Gespräch, Herr oder Frau Schneider!“ Verabschieden Sich unbedingt persönlich von Ihrem Gesprächspartner. Dies beschert Ihnen einen guten letzten Eindruck – und Pluspunkte.

9 typische Fragen im Telefoninterview

Die Fragen in einem Telefoninterview sind nicht bei jedem Bewerber gleich. Ihr Gesprächspartner wird – sofern er sich gut vorbereitet – auf Ihren Lebenslauf eingehen. Dabei könnte er auf Lücken gestoßen sein, auf viele Arbeitgeberwechsel oder auf Stationen, die auf eine Kündigung in der Probezeit hindeuten. Es würde sich anbieten, Sie danach zu fragen.

Falls Ihre Vita derart neuralgische Punkte aufweist, bereiten Sie sich darauf vor. Fragen im Telefoninterview könnten sein:

  • Wurden Sie im letzten Job gekündigt und warum?
  • Welche Kompetenzen qualifizieren Sie für den Job?
  • Welche Motivation bringen Sie mit?

Es gibt auch Unternehmen, die unkonventionelle Wege gehen. Manche verlangen am Telefon, dass Ihnen der Bewerber einen Witz oder eine spannende Anekdote aus Ihrem Leben erzählt. Andere switchen unvermittelt in eine andere Sprache – zumal dann, wenn Fremdsprachenkenntnisse im neuen Job eine entscheidende Rolle spielen.

Der Interviewer will im Telefongespräch in den meisten Fällen etwas herausfinden über Ihre…

  • Werte
  • Ziele
  • Motivation
  • Arbeitsweise

Diese Fragen könnten im Telefoninterview auf Sie zukommen:

  • Wie geht es Ihnen?

    Eine vermeintlich harmlose Einstiegsfrage. Aber eine, die es durchaus in sich hat. Denn ob jemand Smalltalk beherrscht – wenigstens im Ansatz – gibt Hinweise darauf, wie souverän er oder sie später mit Kollegen, Kunden und Gesprächspartnern umgehen wird. Seien Sie unverfänglich, aber charmant. Und sagen Sie bitte nicht, dass Sie gerade „furchtbar nervös“ seien: Sie sind keine 14 mehr!

  • Was halten Sie von unseren Produkten?

    Achtung! Wenn Sie sich jetzt als Ahnungsloser outen, der das Unternehmen gar nicht wirklich kennt, sind Sie unten durch. Sie sollten schon wissen, was das Unternehmen herstellt und wofür es sonst noch bekannt ist. Sie müssen sich nicht als Fan der Firma positionieren, aber dürfen tun Sie es schon. Ehrlich gesagt ist es nämlich so: Schleimen hilft. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

  • Was mochten Sie an Ihrem letzten Job nicht?

    Das ist eine fiese Frage. Einerseits sollte man niemals über den alten Arbeitgeber lästern, aber ein bisschen Kritik kann ja grundsätzlich nicht schaden – außerdem wäre es vollkommen unrealistisch, wenn Sie nichts zu beanstanden gehabt hätten. Einen Mittelweg zu finden ist schwierig, aber nicht unmöglich. Beispiel für eine gute Antwort: „Ich hätte gerne noch mehr Verantwortung übernommen.“ Oder mit einem Augenzwinkern: „Die Kantine war eine einzige Katastrophe.“

  • Was reizt Sie besonders an diesem Job?

    Der Personaler drängt Sie dazu, möglichst konkret zu werden. Sie sollten natürlich Ihre allgemeine Motivation nach vorne stellen. Aber Sie können ruhig auch ins Detail gehen – und die Dinge nennen, die Ihnen normalerweise besonders viel Freude bereiten. Beachten Sie nur: Ihre Ziele und Wünsche sollten sich mit denen des Unternehmens decken! Tabu sind Antworten wie: „Gutes Gehalt“ oder „Angenehme Arbeitszeiten“. Wenn Sie Ihrem Unternehmen bei der Entwicklung helfen und sich dabei selbst weiterentwickeln – das wäre ein Win-win.

  • Sind Sie ein Häuptling oder ein Indianer?

    Für die meisten dürfte die Antwort klar sein. Sie werden mit Häuptling antworten – die meisten aber wohl nur deshalb, weil sie denken, dass diese Antwort von ihnen erwartet wird. Wenn Sie sich für einen Häuptling halten, dann müssen Sie dies aber auch gut begründen – und mit Referenzen – belegen können.

  • Was muss ich über Sie wissen, was nicht in Ihrem Lebenslauf steht?

    Eine sehr offensive Frage in einem Telefoninterview. Sie verrät, wie offen Sie sind. Der Grad Ihrer Offenheit bleibt aber natürlich Ihnen überlassen. Geben Sie nichts preis, von dem Sie nicht wollen, dass es Ihr Gesprächspartner erfährt. Aber Sie können genauso gut ein markiges Statement abgeben, ein kleines Geheimnis lüften und sich somit in Erinnerung bringen.

  • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?

    Eine Frage, die im Telefoninterview extrem schwierig zu beantworten ist. Den meisten dürfte wohl bewusst sein, dass sie nicht mit „möglichst einfach“ oder „Hauptsache, viel Geld verdienen“ antworten sollten. Aber über wie viel Gestaltungskraft verfügen Sie? Wie konkret sieht Ihre Karriereplanung aus und wie arbeiten Sie? Darauf lässt Ihre Antwort Rückschlüsse zu.

  • Wovor haben Sie – diesen Job betreffend – am meisten Respekt?

    Dass nicht alles eitel Sonnenschein sein wird, sollte klar sein. Aber wie viel Offenheit wollen Sie Ihrem Gesprächspartner zumuten? Durch eine überlegte Antwort beweisen Sie Reflexion, Weitsicht und Verstand. Und Sie zeigen, dass Sie wissen, welche Herausforderungen auf Sie zukommen und wie Sie diese meistern wollen.

  • Wie viel Interesse haben Sie an dieser Stelle auf einer Skala von 1 bis 10?

    Die Mehrzahl der Kandidaten dürfte 10 sagen. Dann müssen sie aber auch darlegen können, warum das so ist. Wenn Sie gerne pokern oder wirklich noch mehrere Asse im Ärmel haben, können sie auch 8 oder 9 antworten. Daraufhin wird Sie der Personaler ganz bestimmt fragen, warum es zur 10 nicht gereicht hat. Wenn Sie jetzt etwas Kluges sagen, beweisen Sie Chuzpe und können sogar Ihren Marktwert in die Höhe treiben. Ein Vabanque-Spiel!

Telefoninterview: Vorteile und Nachteile

Telefoninterview TippsDer größte Vorteil des Telefoninterviews in der Bewerbung: Ihr Gegenüber sieht Sie nicht. Sie können im Bademantel telefonieren oder im Jogginganzug, auf der Couch oder im Garten, völlig ungeschminkt und mit zerzauster Aufsteh-Frisur.

Auch sieht er nicht, dass Sie unruhig mit den Fingern tippen oder sonstige Zuckungen haben. Gerade für Menschen, die schnell nervös werden oder Lampenfieber entwickeln, ein unschätzbarer Vorteil.

Ein Nachteil ist es für all die, die im persönlichen Gespräch sehr sicher sind. Sie können ihre Stärken nicht in die Waagschale werfen – beziehungsweise müssen damit bis zum Bewerbungsgespräch warten.

Sie können Ihre Worte nicht durch Gestik und Mimik unterstützen. Und: Wenn Sie nicht mit einer wohlklingenden Stimme gesegnet sind, hilft Ihnen das im Telefoninterview auch nicht.

8 No-Gos im Telefoninterview

Das kommt im Telefoninterview gar nicht gut an:

  • Lärm

    Setzen Sie nicht in Ihr Lieblingscafé oder lassen das Fenster auf, wenn Sie an einer vielbefahrenen Straße wohnen. Ruhe sorgt für höhere Konzentration – und sie vermittelt Professionalität. Wenn im Hintergrund jemand Krach macht, könnte man an Ihrer zweifeln.

  • Indiskretion

    Plaudern Sie nicht aus dem Nähkästchen. Privates soll privat bleiben. Ihre Eltern, Kinder oder Liebschaften sind nicht Thema im Telefoninterview. Bedenken Sie: Sie reden hier mit einem Fremden, den Sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben – und möglicherweise auch nie zu Gesicht bekommen werden.

  • Multitasking

    Menschen sind nicht fürs Multitasking gemacht (entgegen einer weitverbreiteten Meinung auch Frauen nicht). Konzentrieren Sie sich voll und ganz aufs Telefoninterview – auch wenn die Verlockung groß ist, sich nebenbei die Nägel zu lackieren.

  • Desinteresse

    In jedem Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber Rückfragen stellen, um erstens mehr Informationen zu gewinnen und zweitens Interesse zu signalisieren. Das gilt auch für ein telefonisches Bewerbungsgespräch.

  • Unpünktlichkeit

    Sie sollten schon ans Telefon gehen, wenn der Personaler Sie zum verabredeten Zeitpunkt anruft – oder selbst pünktlich im Personalbüro durchklingeln. Unpünktlichkeit ist in Personaler-Kreisen eine Todsünde. Haben Sie wenigstens eine gute Ausrede parat, wenn Sie zu spät dran sind.

  • Hinhaltetaktik

    „Entschuldigen Sie, ich habe gerade jemanden in der Leitung. Ich rufe Sie in zwei Minuten zurück, ok?“ Der Job scheint bei Ihnen nicht oberste Priorität zu haben. So kommt das bei Ihrem Gegenüber jedenfalls an. Tun Sie so etwas nicht – es sei denn, Sie sind in einer familiären Notlage, die keinen Aufschub duldet.

  • Unterbrechungen

    Auch wenn Sie schon ganz ungeduldig sind und Ihre Punkte unbedingt anbringen wollen: Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nicht ins Wort. Lassen Sie ihn ausreden und hören aufmerksam zu – das ist gar nicht immer so leicht, wie es sich anhört.

  • Funkloch

    Nicht selbstverständlich, dass Ihr Gesprächspartner Sie gut versteht. Für ein erquickliches Gespräch ist eine gute Verbindung zwingend erforderlich. Stellen Sie sicher, dass alles funktioniert und Sie nicht in einem Funkloch sitzen.

Telefongespräch Bewerbung: Gute Zeichen

War das telefonische Kennenlernen nun ein Erfolg oder doch eher ein Reinfall? Das ist oft schwer zu beurteilen. Auch der Gesprächspartner wird Ihnen sicher nicht verraten, ob Sie in seinen Augen eine gute oder schlechte Figur abgegeben haben. Abr es gibt Indizien. Manchmal erkennen Sie es daran, dass…

  1. …Sie Gemeinsamkeiten entdecken konnten

    Persönliche Sympathie sollte Sie niemals unterschätzen – erst recht nicht im Bewerbungsprozess. Wenn Sie und Ihr Telefoninterviewer Gemeinsamkeiten entdeckt und sich darüber ausgetauscht haben, ist das ganz bestimmt kein Nachteil für Sie. Ob es sich dabei um die gemeinsame Schule, Universität, Arbeitgeber handelt oder den gleichen Fußballverein, Urlaubsziel oder Lieblingsserie im TV. Gemeinsames verbindet.

  2. …das Gespräch länger gedauert hat als erwartet

    Der Personaler opfert seine kostbare Zeit nicht aus Langeweile für Sie. Er will wissen, ob Sie für das Unternehmen brauchbar, für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind. Wenn Sie das offenkundig nicht sind, ist es in seinem Interesse, das Gespräch möglichst schnell zum Ende zu bringen. Erkennt er jedoch Potenzial in Ihnen, widmet er Ihnen gerne noch ein paar Minuten mehr. Dauert das Telefoninterview also länger als erwartet, ist dies ein gutes Zeichen.

  3. …Sie gut vorbereitet waren

    Vorbereitung ist das eine, Umsetzung das andere. Wenn Ihnen die gut gelungen ist, dann dürfen Sie sich berechtigte Hoffnungen auf den Job machen. Wenn Sie zum Beispiel Fachwissen über die Branche und das Unternehmen einbringen, Ihre größten Erfolge darlegen und die Fragen souverän beantworten konnten, ist das eine schöne Belohnung für die Mühen, die Sie in die Vorbereitung des Telefoninterviews gesteckt haben.

Telefoninterview Leitfaden

Telefoninterview Leitfaden

  • Störquellen beseitigen
  • Rückfragen vorbereiten
  • Gerade hinsetzen
  • Unterlagen ausbreiten
  • Festnetztelefon benutzen
  • Wasser hinstellen
  • Notizen machen
  • Viel lächeln
  • Deutlich sprechen
  • Ausreden lassen
  • Persönlich verabschieden

Eine Checkliste zum Ausdrucken finden Sie hier: Telefoninterview PDF.

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[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Kuendigungsfristen Arbeitnehmer Arbeitgeber Arbeitsvertrag

Die Kündigungsfristen sind gesetzlich vorgegeben. Kein Unternehmen kann Sie von heute auf morgen vor die Tür setzen. Umgekehrt können Sie auch Ihrem Arbeitgeber nicht urplötzlich den Rücken kehren. Aber wie lange dauert es von der Kündigung bis zum letzten Arbeitstag? Wie lange ist ist die Kündigungsfrist bei einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren? Und wie lange ist die gesetzliche Kündigungsfrist bei 20 Jahren? Alles, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum Thema Kündigungsfristen wissen müssen…

Gesetzliche Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Bei einer ordentlichen Kündigung sind die gesetzlichen Kündigungsfristen einzuhalten. Sie gelten für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber und sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) § 622 geregelt.

Die sogenannte Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. eines Monates oder zum Monatsende. Diese gilt für jeden Arbeitnehmer – mit Ausnahme derer, mit denen vertraglich etwas anderes vereinbart wurde. So können beispielsweise Kleinbetriebe, die weniger als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der Azubis beschäftigen, durch eine individuelle Vereinbarung im Arbeitsvertrag festhalten, dass die vierwöchige Kündigungsfrist durch den Arbeitnehmer nicht nur zum 1. und 15. eines Monats vollzogen werden kann, sondern ohne festen Kündigungstermin.

Weniger als vier Wochen darf die Kündigungsfrist aber auch hier nicht betragen. Sie können als Arbeitnehmer also bei Ihrem Arbeitgeber vier Wochen vorher die Kündigung einreichen – unabhängig davon, wie lange Sie schon beschäftigt sind.

Umgekehrt gilt dies nicht. Will der Arbeitgeber einem Mitarbeiter kündigen, ist die Dauer der Betriebszugehörigkeit die entscheidende Größe. So beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitgeber

  • einen Monat zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von zwei Jahren
  • zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von fünf Jahren
  • drei Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von acht Jahren
  • vier Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von zehn Jahren
  • fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von zwölf Jahren
  • sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren
  • sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von 20 Jahren

Eine Ausnahme bilden Aushilfstätigkeiten, die nicht länger als drei Monate ausgeübt werden. Hier kann im jeweiligen Arbeitsvertrag eine kürzere Kündigungsfrist als die gesetzliche festgelegt werden.

Kündigungsfristen Probezeit: Wann kann ich kündigen?

Die Probezeit ist schon dem Namen nach eine Ausnahme: eine Zeit, in der sich der Arbeitnehmer bewähren soll und muss. Sie dient dazu, dass sich beide Seiten näher kennenlernen.

In Wahrheit bringt sie in erster Linie dem Unternehmen Vorteile. Es kann sich schnell eines neuen Mitarbeiters entledigen, sollte sich herausstellen, dass dieser für die Stelle untauglich – oder charmanter ausgedrückt: nicht so prädestiniert wie erhofft – ist.

Aber: Auch in der Probezeit kann das Unternehmen einen Arbeitnehmer nicht von heute auf morgen vor die Tür setzen. Es gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen – sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber.

Entscheidend ist dabei, wann die Kündigung der Gegenseite zugeht. Dies muss innerhalb der Probezeit erfolgen. Möglich ist es demzufolge auch, am letzten Tag der Probezeit zu kündigen und den Arbeitsvertrag somit zwei Wochen nach der Probezeit zu beenden.

Eine Ausnahme ist die außerordentliche fristlose Kündigung. In diesem Fall gibt es keine Kündigungsfrist.

Kündigungsfristen Arbeitsvertrag: Welche Regelungen können enthalten sein?

Die gesetzlichen Kündigungsfristen stehen im Bürgerlichen Gesetzbuch. Sie sind allgemeingültig. Das heißt aber nicht, dass alle zusätzlichen Klauseln zur Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag unwirksam sein müssen – manche sind es aber durchaus. Schauen Sie also genau in Ihren Arbeitsvertrag.

So darf zum Beispiel die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer nie unterhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist von vier Wochen liegen. Ein Arbeitgeber kann nicht einfach eine Kündigungsfrist von einer, zwei oder drei Wochen in den Arbeitsvertrag aufnehmen. Tut er es doch, ist die Klausel unwirksam.

Im entgegengesetzten Fall ist eine Verlängerung sehr wohl möglich. So kann beispielsweise die Kündigungsfrist des Arbeitnehmers an die des Arbeitgebers angepasst werden. Dann muss auch der Arbeitnehmer bei einer langjährigen Betriebszugehörigkeit eine mehrmonatige Kündigungsfrist einhalten – nicht allein das Unternehmen. So ist es speziell bei Führungskräften keine Seltenheit, dass in ihren Arbeitsverträgen eine mehrmonatige Kündigungsfrist festgeschrieben wird.

Aber Achtung: Über die Kündigungsfrist des Unternehmens hinausgehen darf sie nicht. Und zu lang sein darf sie ebenfalls nicht. So entschied das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil 2017, dass eine dreijährige Kündigungsfrist eine unangemessene Benachteiligung des Arbeitnehmers und damit unwirksam sei. Sie verstoße gegen Paragraph 307 des Bürgerliches Gesetzbuches (BGB), weil sie die im Grundgesetz geschützte Berufsausübungsfreiheit verletze. Steht eine solche Klausel in Ihrem Arbeitsvertrag, ist sie unwirksam. Sprechen Sie im Zweifelsfall Ihren Rechtsanwalt darauf an.

Bei aller Fairness und Chancengleichheit: Eine verlängerte Kündigungsfrist hat für Sie als Arbeitnehmer natürlich Nachteile. Sie können nicht so schnell den Arbeitsplatz wechseln, um eine neue Herausforderung anzunehmen. Ein möglicher Einkommensverlust!

Arbeitgeber hingegen können länger und besser planen, ihre Personalplanung profitiert insgesamt. Andererseits können kurze Kündigungsfristen in Zeiten des War for Talents durchaus auch ein Argument sein, das Unternehmen bei der Verhandlung mit Fachkräften in die Waagschale werfen können.

Kündigungsfristen Tarifvertrag: Das gilt im Öffentlichen Dienst

Auch in Tarifverträgen finden sich mitunter spezielle Regelungen und Hinweise zu Kündigungsfristen. Ein genauer Blick lohnt sich!

Achtung: Anders als im Arbeitsvertrag können die tariflichen Kündigungsfristen deutlich verkürzt sein. Dabei können sie auch von den gesetzlichen Kündigungsfristen abweichen.

Der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) etwa unterscheidet zwischen befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen.

Diese Kündigungsfristen gelten laut Tarifvertrag für unbefristete Verträge:

  • zwei Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von weniger als sechs Monaten
  • ein Monat Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von bis zu einem Jahr
  • sechs Wochen Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen einem und fünf Jahren
  • drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen fünf und acht Jahren
  • vier Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen acht und zehn Jahren
  • fünf Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen zehn und 15 Jahren
  • sechs Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als zwölf Jahren

Diese Kündigungsfristen gelten laut Tarifvertrag für befristete Verträge:

  • zwei Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bis zum Ablauf der Probezeit
  • vier Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als sechs Monaten
  • sechs Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als einem Jahr
  • drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als zwei Jahren
  • vier Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als drei Jahren

Kündigungsfristen berechnen: So geht’s

Eine Kündigung bedarf der Schriftform. Und auf der schriftlichen Kündigung steht immer eine Datumsangabe. Also ist es doch logisch, dass dieses Datum maßgebend für die Berechnung der Kündigungsfrist ist, oder?

Antwort: Nein. Es könnte ja sein, dass der Arbeitgeber das Kündigungsschreiben schon vor zwei Monaten erstellt und jetzt erst wieder aus der Schublade gezaubert hat. Oder dass er das Datum absichtlich zurückdatiert hat. Oder dass er sich beim Datum schlicht geirrt hat. Oder…

Das heißt: Das Datum auf dem Kündigungsschreiben spielt für die Berechnung der Kündigungsfrist keine Rolle. Entscheidend ist alleine, wann die Kündigung beim Empfänger als zugestellt gilt.

Die nächste Frage aber lautet: Zu welchem Zeitpunkt gilt eine Kündigung als erklärt und zugestellt?

Hierbei ist entscheidend, wann der Mitarbeiter die Information der Kündigung tatsächlich erhält. Wird die Kündigung persönlich überreicht, ist die Antwort klar. Aber was, wenn das Dokument mit der Post verschickt wurde? Das ist schon kniffliger. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass die Kündigungsfrist beginnt, wenn das Schreiben in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist.

Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Wenn die Kündigung im Briefkasten des Mitarbeiters liegt, hat sie dessen Machtbereich erreicht. Es bringt also nichts, wenn Sie den Brief mit dem Kündigungsschreiben gar nicht erst öffnen – er gilt dennoch als zugestellt.

Aber sogar der genaue Zeitpunkt spielt eine Rolle. Wenn die Kündigung bis zum Nachmittag eintrifft, beginnt die Kündigungsfrist normalerweise noch am gleichen Tag. Denn der Arbeitnehmer hatte ja die Möglichkeit, seinen Briefkasten zu kontrollieren. Wird sie am Abend zugestellt, geht man davon aus, dass die Kündigung erst am nächsten Tag beim Empfänger eingeht.

Und dann wäre da noch der Wochentag: Wenn die Kündigung an einem Samstagabend eingeht, gilt sie üblicherweise erst am Montagmorgen als zugestellt. Am Montag beginnt damit die Kündigungsfrist. Denn Gerichte gehen davon aus, dass Briefkästen samstagabends und sonntags nicht regelmäßig geleert werden.

Kompliziert, nicht wahr? Als Faustregel können Sie sich merken, dass die Kündigungsfrist meist an dem Tag beginnt, nach dem ein Mitarbeiter die Kündigung erhalten hat. Beispiel: Die Kündigung wird am 5. August ausgesprochen und zugestellt. Dann ist der 6. August der erste Tag der Kündigungsfrist.

Beginn Kündigungsfrist berechnen: 4 Beispiele

Hier sind einige Beispiele, wie Sie den Beginn der Kündigungsfrist berechnen können:

  • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 1

    Sie werden von Ihrem Chef in sein Büro zitiert. Dort überreicht er Ihnen persönlich die schriftliche Kündigung. Die Kündigungsfrist beginnt somit ab dem nächsten Tag.

  • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 2

    Das Unternehmen verschickt die Kündigung schriftlich am 10. April. Das ist ein Mittwoch. Am Donnerstagvormittag wird das Kündigungsschreiben zugestellt und landet in Ihrem Briefkasten. Sie haben den ganzen Tag Zeit, diesen zu leeren. Dadurch gilt die Kündigung am Donnerstag als zugestellt – unabhängig davon, ob Sie das Dokument wirklich gelesen haben oder nicht.

  • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 3

    Der Chef wirft die Kündigung persönlich in Ihren Briefkasten. Das tut er am 15. Februar – einem Samstagabend – um 22.00 Uhr. Sie gehen nicht davon aus, zu dieser Zeit noch Post zu erhalten. Man kann von Ihnen nicht erwarten, den Briefkasten zu kontrollieren. Die Kündigung gilt somit erst am Montag, den 17. Februar, als zugestellt.

  • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 4

    Der Briefträger verspätet sich und wirft die Kündigung erst am Dienstagabend um 20.30 Uhr in Ihren Postkasten. Zu dieser Uhrzeit kann niemand von Ihnen verlangen, noch einmal nach der Post zu schauen. Die Kündigung gilt damit erst am Mittwoch als zugestellt.

Berechnung Kündigungsfrist: Beispiel

Wann endet das Arbeitsverhältnis genau? Dabei kommt es immer wieder zu Ungereimtheiten und Missverständnissen. Grundsätzlich ist es nicht ganz unwichtig, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung ausgesprochen wird. Die Dauer bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses kann sich dadurch spürbar verlängern oder verkürzen.

Außerdem haben Sie als Arbeitgeber die Möglichkeit, Klage vor dem Arbeitsgericht einzureichen, sollte der Arbeitgeber die Kündigungsfrist falsch berechnet haben.

Hier sind einige Beispiele für die Berechnung der Kündigungsfrist:

  • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 1

    Sie erhalten von Ihrem Arbeitgeber am 1. Juni eine Kündigung. Ihr Arbeitsverhältnis besteht zu diesem Zeitpunkt noch keine zwei Jahre. Somit gilt die Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende. Unter Berücksichtigung der vierwöchigen Kündigungsfrist endet das Arbeitsverhältnis am 30. Juni.

  • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 2

    Sie erhalten das Kündigungsschreiben von Ihrem Arbeitgeber am 6. November. Ihr Arbeitsverhältnis besteht mehr als zwei Jahre. Der Arbeitgeber kann mit einer Kündigungsfrist von einem Monat bis zum Ende eines Kalendermonats kündigen, aber nicht mehr bis zum 15. eines Monats. Weil in diesem Fall der November schon angebrochen ist, ist der mögliche Kündigungstermin der 31. Dezember 2019. Der Zeitraum zwischen Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses ist somit einen ganzen Monat länger. Das wäre im Übrigen auch dann der Fall gewesen, wenn die Kündigung schon am 1. November zugestellt worden wäre. Die Kündigungsfrist beginnt erst am Tag danach, der Kündigungstermin wäre dann ebenfalls der 31. Dezember gewesen.

  • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 3

    Sie erhalten die Kündigung am 12. Oktober. Das Arbeitsverhältnis mit Ihrem Arbeitgeber besteht schon mehr als fünf Jahre. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats. In diesem Fall endet die Kündigungsfrist am 31. Dezember.

  • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 4

    Sie erhalten die Kündigung von Ihrem Arbeitgeber am 7. März. Ihr Arbeitsverhältnis dauert schon mehr als acht Jahre, so dass die Kündigungsfrist drei Monate zum Ende eines Kalendermonats beträgt. Dadurch endet die Kündigungsfrist in diesem Fall erst am 30. Juni.

Warum gibt es Kündigungsfristen überhaupt?

Warum gibt es gesetzliche Kündigungsfristen Arbeitnehmer Arbeitgeber
Kündigungsfristen sind nichts Selbstverständliches. In den USA etwa sind unsere großzügigen Regelungen weitgehend unbekannt. Es gilt das Prinzip Hire-and-fire, Arbeitnehmer können jederzeit vor die Tür gesetzt werden – oder selbst von einem Tag auf den anderen wechseln.

In Deutschland gelten Kündigungsfristen dem Arbeitnehmerschutz. Der Beschäftigte soll vor Arbeitslosigkeit ein Stück weit abgesichert werden. Vor allem vergrößern Kündigungsfristen seine Planungssicherheit.

Grundsätzlich muss jedes Unternehmen, das einem Arbeitnehmer kündigen will, die jeweiligen Kündigungsfristen einhalten. Umgekehrt gilt das auch. Die Kündigungsfristen sind aber keineswegs immer einheitlich. Es gibt für beide Seiten einiges zu beachten.

Die Kündigungsfrist bezeichnet dabei den Zeitraum zwischen dem Aussprechen bzw. Zustellen der Kündigung und dem offiziellen Ende des Arbeitsverhältnisses. In der Realität liegen mehrere Wochen dazwischen.

Der offensichtliche Vorteil aus Arbeitnehmersicht: Sie erhalten weiterhin Ihr Gehalt und haben Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen – indem sie zum Beispiel die Suche nach einem neuen Job starten. Arbeitgeber wiederum können die Zeit nutzen, um Ausschau nach einem Nachfolger zu halten. Währenddessen steht Ihnen die Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung.

Kündigungsfristen Arbeitnehmer: 6 Dinge, die Sie noch erledigen sollten

Bevor Sie das Unternehmen endgültig verlassen, sollten Sie klar Schiff machen. Kündigung vorbereiten – das sind die wichtigsten Etappen:

  • To-do-Liste

    Was sind Ihre wichtigsten Projekte? Was müssen Sie unbedingt noch abarbeiten? Mit wem ein Gespräch führen? Erstellen sie eine Liste, auf der Sie alle Projekte und Aufgaben notieren, an denen Sie gegenwärtig arbeiten. Diese Liste arbeiten Sie konsequent ab. So kann Ihnen niemand nachsagen, sich nicht bis zum Schluss für die Firma engagiert zu haben.

  • übergabe

    Wenn Sie eine blitzsaubere Übergabe hinlegen, werden Sie in guter Erinnerung bleiben. Das könnte Ihnen später noch von Nutzen sein. In erster Linie aber ist es einfach nur anständig. Erstellen Sie also gut sortierte Übergabeprotokolle für Ihren Nachfolger. Wenn dieser schon feststeht, können Sie ihn direkt einarbeiten.

  • Ordnung

    Räumen Sie Ihre Sachen aus dem Schrank. Alte Unterlagen, Bilder, Dokumente, Nippes. Auch auf Ihrem Rechner sollten Sie vor Ihrem Abschied Ordnung schaffen. Dateien, die Sie nicht mehr brauchen, löschen sie. Und vergessen Sie nicht, Ihre eigenen Dateien abzuspeichern und mitzunehmen oder in die Cloud zu transferieren – zum Beispiel Fotos.

  • Netzwerk

    Vielleicht kommt bei Ihnen in den letzten Wochen Wehmut auf. So viele nette Menschen, die Sie nun nicht mehr so oft sehen werden. Sie sollten aber auch pragmatisch denken. Je mehr Kontakte in Ihrem Netzwerk, desto hilfreicher für Sie. Nutzen Sie die verbleibende Zeit, um sich mit Ihren Noch-Kollegen zu vernetzen – wenn Sie es nicht schon sind. Das ist heute dank sozialer Medien ganz einfach. Einfach Kontaktanfrage via Xing, Linkedin oder Facebook schicken – oder der jeweiligen Person auf Twitter, Instagram oder Snapchat folgen. Für alle, die weniger Social-Media-affin sind, tut es der gute alte Nummerntausch. Klar ist auch: Sie müssen sich nicht mit JEDEM vernetzen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Verbindung zu toxischen Menschen endgültig zu kappen!

  • Arbeitszeugnis

    Arbeitszeugnisse sind für Ihren weiteren Werdegang nicht unerheblich. Zukünftige Unternehmen werden einen genauen Blick darauf werfen, bevor sie Sie einstellen. Vereinbaren Sie daher am besten ein persönliches Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, in dem Sie alle offenen Fragen klären und sich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Bei der Gelegenheit bitten Sie ihn auch um ein Arbeitszeugnis. Wenn Sie einen guten Draht haben, können sie ihm auch anbieten, das Zeugnis selbst zu formulieren.

  • Abschied

    Abschied ist schwer. Aber er kann auch ganz nett sein. Nämlich dann, wenn Sie alle Kollegen noch einmal zu einem kleinen Umtrunk in geselliger Runde einladen. Planen Sie den Abschiedsveranstaltung ruhig bis ins Detail – und legen Sie sie auf einen Tag, an dem möglichst viele Kollegen anwesend sind.

Kündigungsfrist einhalten: Kündigungsschreiben zum Download

Ein kostenloses Kündigungsschreiben als Word-Vorlage können Sie hier herunterladen.
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[Bildnachweis: Halfpoint by Shutterstock.com]

Soft Skills: Top 5, Definition, Liste, Training

Soft Skills Bewerbung trainieren soziale Kompetenzen

Soft Skills sind eine wesentliche Zutat für jedes berufliche Erfolgsrezept. Wer sich im Büro wie der berühmte Elefant im Porzellanladen aufführt, läuft schnell gegen eine Wand. Auch Umfragen belegen regelmäßig, dass sich Mitarbeiter vor allem Chefs wünschen, die motivieren und führen können. Fachwissen ist demnach nur eine untergeordnete Kompetenz. Schon in der Bewerbung sollten Kandidaten ihre weichen Fähigkeiten nach vorne stellen. Am besten diese…

Was sind Soft Skills?

Soft Skills definiert der Duden als „Kompetenz im zwischenmenschlichen Bereich, Fähigkeit im Umgang mit anderen Menschen“. Laut Dorsch-Lexikon der Psychologie „bilden soziale Kompetenzen einen Komplex von Fähigkeiten, die dazu dienen, dem Individuum die Möglichkeit zu geben, in Kommunikations- und Interaktionssituationen, entsprechend den Bedürfnissen der Beteiligten Realitätskontrolle zu übernehmen.“ Alles klar?

Soft Skills ist ein Sammelbegriff, der unterschiedlichste Fähigkeiten und Eigenschaften zusammenfasst. Man kann sie auch als Schlüsselkompetenzen, weiche Faktoren oder soziale Kompetenzen umschreiben.

Grob lassen sich Soft Skills in drei Bereiche einteilen:

  • Soziale Kompetenz: Dazu zählen die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren und zu kooperieren, sie zu überzeugen und für sich einzunehmen, Interaktionen erfolgreich zu gestalten.
  • Personale Kompetenz: Damit sind Fähigkeiten gemeint, die sich auf den Umgang mit sich selbst beziehen: Selbstbewusstsein, Selbstreflexion oder Selbstkritik zum Beispiel. Die personalen Kompetenzen färben auch auf die soziale und methodische Kompetenz ab.
  • Methodische Kompetenz: Diese Skills helfen dabei, Aufgaben und Probleme zu lösen. Selbstdisziplin und Stressresistenz fallen in diese Kategorie. Methodische Kompetenzen kann man besonders gut lernen, zum Beispiel die freie Rede vor vielen Menschen.

Hard Skills sind dagegen harte Fähigkeiten. Fachkompetenzen, für die man einen Nachweis hat, zum Beispiel eine Berufsausbildung, ein Studienzeugnis, Zertifikate oder Weiterbildungen.

Ein Schreiner etwa benötigt Hard Skills UND Soft Skills, um einen Tisch zu bauen. Er benötigt sowohl das fachliche Wissen, was er wie und wann mit welchen Werkzeugen anstellt, als auch weiche Faktoren wie Disziplin, Ausdauer, Frustrationstoleranz – und Überzeugungskraft, damit er den Tisch hinterher auch verkauft.

Soft Skills Liste: Welche wichtig sind

Soft Skill ist nicht gleich Soft Skill. Es gibt Hunderte, wahrscheinliche Tausende weicher Kompetenzen.

Damit steht auch fest: Jeder Mensch besitzt Soft Skills – nur eben nicht immer die gleichen. Und manche von ihnen sind in bestimmten Jobs wichtiger als andere. Beispiel Kindergärtner: Wer würde bezweifeln wollen, dass Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein in diesem Job sehr viel mehr wert sind als etwa Selbstbewusstsein (wenngleich die sicher auch nicht schadet)? Oder dass einem Altenpfleger großes Einfühlungsvermögen besser zu Gesicht steht als analytische Kompetenz (obwohl er die selbstverständlich auch haben darf).

Das ist natürlich auch für Ihre Bewerbung wichtig. Achten Sie genau darauf, welche Soft Skills in der Stellenanzeige gefordert und welche in Ihrem angestrebten Job generell wichtig sind – und versuchen Sie dann, Ihre Bewerbung danach auszurichten.

Eine Rangfolge der besten Soft Skills sieht also immer wieder anders aus – je nach Job und Branche. Und auch die Arbeitgeber selbst haben völlig unterschiedliche Präferenzen. Der eine hält Belastbarkeit für unverzichtbar, der andere legt mehr Wert auf Kreativität und Eigeninitiative. Die Vorlieben hängen wiederum stark von der Persönlichkeit des Chefs bzw. Personalverantwortlichen selbst ab.

Und denken Sie daran: Wer sich selbst als teamfähig bezeichnet, muss diese auch nachweisen können. Überlegen Sie sich also konkrete Beispiele und Erfolgserlebnisse, an denen Sie Ihre Soft Skills festmachen. „Ich bin verantwortungsbewusst“ oder „Ich zeichne mich durch emotionale Intelligenz aus“ – das kann jeder sagen. Belegen und beweisen Sie es!

Hier sind einige der wichtigsten Soft Skills:

Hard Skills und Soft Skills: Top 5

Hard Skills und Soft Skills Das sind die wichtigstenWelche Soft Skills sind wichtig? Die Antwort darauf fällt immer wieder anders aus. In manchen Berufen ist Eigeninitiative unerlässlich, in anderen Disziplin, in wieder anderen Organisationstalent.

Das Karrierenetzwerk Linkedin hat versucht, die Bedeutung aller Soft Skills miteinander zu vergleichen und die Daten von 660 Millionen Mitgliedern und mehr als 20 Millionen Jobs analysiert. Herausgekommen sind die Top 5 der weichen Faktoren, die von den Unternehmen am häufigsten nachgefragt werden. Das sind …

Die 5 wichtigsten Soft Skills in Deutschland 2020:

  • Teamfähigkeit
  • Zeitmanagement
  • Anpassungsfähigkeit
  • Kreativität
  • Emotionale Intelligenz

Die Top 5 der Soft Skills von Arbeitgebern aus der ganzen Welt werden von Kreativität angeführt, gefolgt von Überzeugungskraft, Teamfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und emotionaler Intelligenz. Sie decken sich also weitgehend mit den deutschen, nur die Reihenfolge ist anders. Und: Während deutsche Unternehmen Zeitmanagement für bedeutsam halten, stehen internationale eher auf Überzeugungskraft.

Die 10 wichtigsten Hard Skills in Deutschland 2020:

  • Blockchain
  • Analytisches Denken
  • Business Analysis
  • Affiliate Marketing
  • Künstliche Intelligenz
  • Vertrieb
  • Fremdsprachen
  • Industriedesign
  • Data Science
  • Unternehmenskommunikation

Global gesehen steht ebenfalls Blockchain auf Platz eins. Internationale Arbeitgeber schätzen außerdem Kenntnisse im Bereich Cloud Computing, UX Design, Scientific Computing und Videoproduktion.

Soft und Hard Skills miteinander verbinden

Mit Soft Skills sind weiche Faktoren und soziale Kompetenzen gemeint. Sie beziehen sich auf die Persönlichkeit, den Charakter und das Verhalten des Bewerbers.

Ausdrücklich NICHT gemeint sind fachliche Qualifikationen. Harte Skills erschließt sich der Arbeitgeber durch Schul- und Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Sprachkurse und Arbeitsproben.

Einzig auf seine Soft Skills sollte sich ein Bewerber nicht verlassen. Was vor allem zählt, sind harte Fakten, Zeugnisse, Qualifikationen – gerade im papierbesessenen Deutschland.

Die Hard Skills sind nach wie vor das Fundament jeder Bewerbung: spezifisches Wissen, technische Kenntnisse oder Datenkompetenz zum Beispiel. Wer die erforderlichen Qualifikationen in der Bewerbung nicht vorweisen kann, hat kaum Aussichten auf den Zuschlag.

Wie soll man auch sonst aus einer Vielzahl an Bewerbern den besten auswählen? Hard Skills sind vergleichbar, sie bieten eine wunderbare Arbeitsgrundlage. Der Bewerber mit der Top-Note kommt eine Runde weiter, der mit den miesen Noten wird aussortiert.

Aber: Wer von all den Klonen mit nahezu identischem Lebenslauf bekommt am Ende den Zuschlag? Antwort: Der, der (wahrscheinlich) am besten ins Team passt. Ganz ohne Soft Skills geht es in der Regel also doch nicht. Die weichen Qualifikationen werden zunehmend wichtiger, weil auch Teamwork und Kooperation in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen.

Und sie zeigen sich schon im Vorstellungsgespräch. Das Jobinterview ist der perfekte Ort, um die eigenen Soft Skills zu demonstrieren. Wie verkauft sich der Bewerber? Kann er zuhören? Ist er empathisch oder arrogant? Wie groß ist seine Neugier?

Kurzum: Wer mit seiner Persönlichkeit auftrumpft, macht einen großen Schritt in Richtung Stelle. Immerhin liegt die Vermutung nahe, dass er auch mit den Kollegen gut zusammenarbeiten, die Kunden überzeugen und vernünftig mit den Vorgesetzten kooperieren wird. Andersherum kann ein negativer Auftritt im Bewerbungsgespräch auch die besten Hard Skills vergessen machen.

Ergo ergänzen sich Hard und Soft Skills im Optimalfall. Die einen können ohne die anderen (oft) nicht sein. Wer in einer spezialisierten Anstellung – zum Beispiel als Data Scientist oder Umweltingenieur – mehrfach befördert wurde, zeigt, dass er über beides verfügt: über Fachwissen im eigenen Spezialgebiet sowie über ausgeprägte Soft Skills. Sonst wäre er oder sie schließlich nicht befördert wurden (Ausnahmen gibt es freilich immer)…

Soft Skills Bewerbung: Welche nennen?

Wodurch zeichnen sich Soft Skills aus? Richtig, man kann sie im Gegensatz zu harten Skills nur sehr schwer nachweisen. Darum ist es auch so leicht, die Bewerbung mit den entsprechenden Keywords vollzustopfen. Belastbar, teamfähig, zielstrebig, durchsetzungsstark usw. – die ganze Palette! Warum auch nicht erwähnen? Der Personaler wird das eigentliche Fehlen dieser Eigenschaften im Jobinterview nur schwer entlarven können.

Doch das ist zu kurz gedacht. Zunächst sollten Sie Soft Skills in der Bewerbung sehr selektiv auswählen und dosiert einsetzen. Beschränken Sie auf einige wenige Skills, die besonders vorteilhaft sind. Wer zu viel will und zu viel aufzählt, entwertet jeden einzelnen Punkt. Soft Skills sind nicht beliebig!

Gehen Sie am besten so vor…

  1. Ehrlich bleiben

    Picken Sie sich die soften Skills heraus, die Sie als Person wirklich auszeichnen. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Wenn Sie sich als überaus selbstbewusst präsentieren, aber im Jobinterview permanent ins Stottern geraten, konterkariert das Ihre eigenen Angaben. Es macht Sie unglaubwürdig. Oder wenn Sie sich als belastbar und zielstrebig anpreisen, aber schon drei Lehrstellen und ein Studium geschmissen haben. Sie müssen ja immerhin auch noch die Probezeit überstehen. Wählen Sie also keine weichen Skills aus, von denen Sie selbst wissen, dass sie keinesfalls zu Ihren Stärken zählen. Sonst fliegen Sie eher früher als später auf…

  2. Stelle analysieren

    Nicht jede Fähigkeit ist für Ihre Wunschstelle relevant. Konzentrieren Sie sich daher auf die, die Sie im Job auch wirklich gebrauchen und anwenden können. Was Ihr Arbeitgeber in spe sucht, können Sie schon aus der jeweiligen Stellenanzeige herauslesen. Hier werden meist nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch soziale Kompetenzen genannt. Gehen Sie genau darauf ein – und schrecken Sie auch keineswegs davor zurück, die Schlagworte zu wiederholen. Immer mehr Unternehmen setzen Software ein, die Bewerbungen analysiert. Fehlen wichtige Keywords, kann das womöglich schon das vorzeitige Aus im Bewerbungsprozess bedeuten. Also nochmal: Zählen Sie in Ihrer Bewerbung nicht so viele Soft Skills wie möglich auf, sondern nur die wichtigsten.

  3. Beweise sammeln

    Auf die richtige Auswahl kommt es an. Wenn Sie die angeführten Social Skills dann aber nicht nachweisen können, kratzt dies ebenfalls an Ihrer Glaubwürdigkeit. Suchen Sie also von Anfang an nach Belegen, die Ihre sozialen Kompetenzen untermauern. Das können spezielle Projekte sein oder Aufgaben oder eine Beförderung zum Teamleiter. Die signalisiert, dass es um Ihre Durchsetzungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft nicht so schlecht bestellt sein kann. Auch als Berufsanfänger können sie ohne Weiteres mit Soft Skills wuchern. Beispiel: Der Nebenjob als Kellner oder Barkeeper hat Ihre kommunikativen Fähigkeiten während des Studiums geschärft. Als grundsätzlicher Rat darf gelten: Bleiben Sie bei der Wahrheit – aber schmücken Sie sie ruhig ein wenig aus.

Soft Skills: Führungskräfte brauchen die hier

Soft Skills FührungskräfteVon Führungskräften werden vor allem Soft Skills erwartet. Das ist das Ergebnis der Absolventenumfrage 2018 des Beratungsunternehmens Trendence. So sagten Österreichs Wirtschaftsstudenten, dass Leader unbedingt die Fähigkeit mitbringen müssen, andere zu motivieren. Fachwissen rangierte dagegen nur auf Platz fünf.

Das sind nach Meinung der Studenten die wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft:

  • Motivationsfähigkeit: 57,6 Prozent
  • Organisationsfähigkeit: 42,5 Prozent
  • Konfliktmanagement: 25,8 Prozent
  • Empathie: 23,8 Prozent
  • Expertise: 22,0 Prozent
  • Zielstrebigkeit: 21,5 Prozent
  • Authentizität: 21,4 Prozent
  • Kritikfähigkeit: 19,7 Prozent
  • Offenheit: 18,6 Prozent
  • Leistungsbereitschaft: 17,4 Prozent
  • Pflichtbewusstsein: 12,1 Prozent
  • Innovationsfähigkeit: 10,3 Prozent
  • Toleranz: 6,8 Prozent

Soziale Kompetenzen im Job: Darum sind sie von Vorteil

Soft Skills sind für Bewerber ein klarer Wettbewerbsvorteil. Denn sie geben Hinweise auf das Potenzial eines Kandidaten. Das kennen wir alle aus der Schule: Faktenwissen kann man durch stumpfes Pauken lernen. Bulimielernen nennen das die Studenten heute. Auch das ist zugegeben eine Leistung, weil sie Ausdauer, Durchhaltevermögen und Disziplin verlangt. Aber letztlich kommt es auch darauf an, dieses Wissen richtig anzuwenden, es mit anderen zu diskutieren und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Dazu braucht man Offenheit, Lernwillen, Neugier, kommunikative Fähigkeiten. Wer diese Eigenschaften hat, kann sich später auch im Unternehmen besser einbringen.

Andererseits: Unternehmen erwarten nicht den perfekten Bewerber mit einem gigantischen Strauß an Soft Skills. Jeder Personaler weiß: Wir alle sind Menschen, haben unsere Fehler, Ecken und Kanten. Oder anders formuliert: Jeder von uns bietet genügend Angriffsfläche für stundenlange Lästereien. Die Kunst ist es, richtig mit diesen Macken umzugehen – mit den eigenen und mit denen der anderen.

Soft Skills befähigen einen, sich auch von Misserfolg nicht erschüttern zu lassen. Auf die richtige Einstellung kommt es an – dann kann man Fehlleistungen wieder ausbügeln, das Verhältnis mit dem Kollegen gerade rücken oder ein berufliches Comeback starten.

Diese Erkenntnis ist wichtig: Erfolg im Job besteht nur zu einem erstaunlich geringen Anteil aus knallharter Leistung. Den viel wichtigeren Part übernehmen Psychologie, Diplomatie, Soziologie und Selbstvermarktung – alles Dinge, bei denen Soft Skills den Ausschlag geben.

Schlüsselkompetenzen: Sie müssen nicht alle haben

Ein weiteres Problem von Soft Skills besteht darin, dass sie bis zu einem gewissen Grad unabänderlich sind: Wissen ist erlernbar, emotionale Intelligenz weniger. Soziale Kompetenzen hängen sehr stark von der Persönlichkeit und vom Naturell eines Menschen ab.

Wenn Sie also eine Stelle anstreben, in der bestimmte Soft Skills vonnöten sind, Sie diese aber nicht haben und auch nicht erlernen können, dann schlagen Sie besser einen anderen Karrierepfad ein. Beispiel: Sie träumen von einer Karriere als Vertriebsleiter. Charakterlich sind Sie aber sehr introvertiert, arbeiten am liebsten alleine und sind extrem maulfaul. Vermutlich werden Sie im Vertrieb nicht glücklich.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich viele Soft Skills, die Sie im Laufe der Zeit erwerben und verbessern können. Wieder ein Beispiel: Sie wollen in Ihrer Abteilung unbedingt zur Führungskraft aufsteigen, sind aber konfliktscheu und kein guter Redner – beides Soft Skills, die Führungskräfte durchaus vorweisen sollten. Dies sind nun Kompetenzen, an denen sie aktiv arbeiten können. Immerhin gibt es da draußen unheimlich viele Rhetorikkurse oder Weiterbildungsseminare, in denen Konfliktmanagement gelehrt wird. Motto: Sie können es schaffen!

Auch werden Ihre Soft Skills oft automatisch besser – durch Lebenserfahrung oder gar einen Schuss Weisheit. Ihr Soft-Skill-Profil ist eine Dauerbaustelle, die nie geschlossen wird.

Und bedenken Sie bitte auch: Wichtig ist vor allem, dass Sie und Ihre weichen Fähigkeiten zum Arbeitgeber und Job passen müssen. Sie müssen nicht Mr. oder Mrs. Perfect, sondern einfach nur der passende Topf für den Deckel sein…

Soft Skills trainieren: So geht’s

Kann man seine Soft Skills wirklich verbessern? Klare Antwort: Ja, man kann. Eine Studie der MIT Sloan School, dass entsprechendes Soft-Skill-Training die Produktivität im Unternehmen nachweislich verbessert – sogar in einer Fabrik.

So verbessern Sie Ihre Soft Skills in drei Schritten:

  • Selbstreflexion: Wo haben Sie Schwächen? Und welche Soft Skills werden generell immer wichtiger? Hier sollten Sie ehrlich zu sich selbst sein.
  • Realitätsnähe: Was können Sie trainieren? Wo können Sie sich verbessern? Und wie – durch Seminare oder in der Freizeit?
  • Umsetzung: Sie erfordert Willen, Ehrgeiz und einen langen Atem. Dranbleiben!

Konkret können Sie Ihre Schlüsselkompetenzen so trainieren:

  • Weiterbildung

    Drei von vier Unternehmen halten digitale Lernmedien laut einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln für geeignet, um berufliches Fachwissen aufzubauen oder IT-Anwenderkenntnisse zu vermitteln. Immerhin die Hälfte glaubt zudem, dass digitale Medien auch geeignet seien, um soziale Kompetenzen zu erwerben. In der Praxis umgesetzt haben dies aber erst die wenigsten.

    Für Arbeitnehmer heißt das: Sprechen Sie das Thema an! Wenn Sie über ein Weiterbildungsbudget verfügen, könnte ein E-Learning-Kurs eine Option für Sie sein, um an Ihren sozialen Skills zu feilen. Für die private Weiterbildung ist er das ohnehin. Die großen E-Learning-Anbieter haben entsprechende Kurse im Programm. Udemy bietet beispielsweise den Online-Kurs „Soft Skills: The 11 Essential Career Soft Skills“ an, auch EdX hat ein Soft-Skill-Seminar im Angebot, Coursera lehrt unter anderem „Leadership and Influence“.

  • Arbeitsalltag

    Sie können Ihre Soft Skills im Arbeitsalltag verfeinern. Ja, das erfordert Ausdauer, kann anstrengend sein. Aber es lohnt sich.

    Dinge, die Sie üben können: Ihrem Gesprächspartner zuhören und sich ganz auf ihn einlassen, ohne an etwas anderes zu denken oder womöglich gar im Handy herumzuspielen. Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen – durch ein ausdrückliches Lob etwa. Empathie zeigen – indem man ernsthaft versucht, sich in einen Kollegen hineinzuversetzen und nach außen betont, auch seine Sicht der Dinge zu verstehen. Und auch Selbstverantwortung ist ein wichtiger Soft Skill. Wenn Fehler passieren, nicht permanent nach Alibis oder anderen Schuldigen suchen, sondern die Verantwortung an- und übernehmen und aktiv nach Lösungen suchen.

Soft Skills: Risikofaktor Roboter

Soft Skills LebenslaufImmer häufiger setzen Unternehmen automatisierte und datengesteuerte Tools ein. Damit können Bewerber frühzeitig aussortiert werden. Zu den beliebtesten Instrumenten zählen Chatbots, Sprachanalyse-Tools oder Matching-Algorithmen.

Soziale Kompetenzen messen sie allerdings nicht oder nur sehr begrenzt. Darum befürchten drei Viertel der Unternehmen eine Abwertung von Soft Skills (75 Prozent). Zu diesem Ergebnis kam eine Ifo-Personalleiterbefragung des Personalvermittlers Randstad im August 2019.

Aus diesem Grund belassen es viele Firmen vorerst dabei, datengesteuerte Instrumente zur Personalsuche einzusetzen. Die endgültige Auswahl neuer Mitarbeiter dagegen bleibt Menschen vorbehalten. Soft Skills bleiben also bis auf Weiteres auch bei der Bewerbung wichtig – im Arbeitsalltag sowieso.

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[Bildnachweis: lenetstan by Shutterstock.com]

Jobs Berlin: Stellenangebote in der Hauptstadt

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Jobs Berlin: Die Hauptstadt ist das Mekka der Jungen und Abenteuerhungrigen. Wer etwas erleben will, zieht nach Berlin. Aber auch für gestandene Arbeitnehmer sind in Berlin bessere Zeiten angebrochen. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Startups kommen, die Jobs in Berlin mehren sich. Sogar die ehemals mauen Gehälter in Berlin ziehen kräftig an. Wenn da nur die Mieten nicht wären…

Jobs Berlin: Das ist Berlin

Berlin hat das wohl jüngste Wahrzeichen Deutschlands. Der Berliner Flughafen BER ist seit Jahren Dauerbrenner in den Gazetten.

Die moderne Bauruine hält die Menschen aber nicht davon ab, massenweise in die Stadt zu strömen. Die Vier-Millionen-Einwohner-Marke ist langfristig in Reichweite, noch fehlen dazu rund 350.000 Neu-Berliner (Stand: Januar 2020).

Bis in die 90er Jahre hinein war (West-)Berlin die Stadt der Außenseiter. Dann kamen die Bundesregierung, Immobilieninvestoren, Startups, junge Menschen aus ganz Deutschland und Zuwanderer aus aller Welt.

Berlin verfügt heute durch seine bewegte Geschichte über einen einzigartigen Fundus an Wahrzeichen, Monumenten, Gedenkstätten. Gleichzeitig gibt es glitzernde Shopping Malls an nahezu jeder Ecke. Vergangenheit trifft Moderne – ein beliebter Spruch von Stadtmarketingmenschen. Auf Berlin trifft er wirklich zu.

Die Hauptstadt pulsiert. Stadtteile wie Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Kreuzberg sind bei den Jungen beliebt. Aber die Unschuld ist verloren. So macht die Gentrifizierung selbst vor Neukölln oder dem Wedding nicht mehr Halt. Wer es sich leisten kann, zieht nach Charlottenburg oder ins noble Grunewald. Oder gleich ganz raus in den Speckgürtel, ins schicke Potsdam zum Beispiel.

Was viele Nicht-Berliner übrigens nicht wissen: Das Berliner Umland ist eine einzige Seenlandschaft. Zwischen Teer und Beton verbringen die Berliner ihre Freizeit gewiss nicht.

Jobs Berlin: Der Arbeitsmarkt

In Berlin gibt es insgesamt rund 150.000 Arbeitslose (Stand: Dezember 2019). Das sind so genauso viele Arbeitslose wie Großstädte wie Regensburg oder Darmstadt Einwohner haben. Über 100.000 arbeitslose Berliner beziehen Hartz IV.

Die Arbeitslosenquote in Berlin liegt damit bei 7,7 Prozent – das ist deutlich über dem Bundesschnitt. Diese liegt laut Bundesagentur für Arbeit im Dezember 2019 bei 4,9 Prozent.

Und auch die Zahl der Unterbeschäftigten ist in Berlin überproportional hoch. 217.000 Berliner wollen und könnten mehr arbeiten, das sind 10,8 Prozent. Bundesweit liegt die Unterbeschäftigungsquote nur bei 6,9 Prozent.

Die gute Nachricht: Weniger als 150.000 Arbeitslose hatte es in Berlin zuletzt 1991 gegeben. In der Stadt werden mehr Jobs geschaffen als in den anderen Bundesländern, sogar Langzeitarbeitslose profitieren von dem Trend.

Insgesamt steigt die Zahl der Beschäftigten in Berlin stark an. Mittlerweile gibt es 1,42 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Berlin. 2007 waren es erst knapp über eine Million. Damit steht die Zahl der erwerbstätigen Berliner schon bei 1,95 Millionen. Entstehen weiterhin so viele neue Jobs in Berlin, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis die Zwei-Millionen-Marke geknackt wird.

Jobs Berlin: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Berlin ist für vieles berühmt, aber ganz sicher nicht für seine bombastischen Gehälter. Laut Gehaltsatlas 2019 der Vergleichsplattform gehalt.de verdient man mit einem Job in Berlin deutlich weniger als in anderen Bundesländern. Das Lohnniveau in der Hauptstadt liegt demnach bei 94,5 Prozent des Bundesdurchschnitts, ist im Vergleich zum Vorjahr aber um 0,9 Prozent gestiegen.

Zum Vergleich: Das Lohnniveau in Hessen beträgt 114,1 Prozent – Platz eins im Ranking. Auch in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen verdienen Arbeitnehmer mehr als im Bundesschnitt. Im Gehaltsranking liegt Berlin damit nur auf Position neun von 16 Bundesländern.

Deutlich schlechtere Gehälter werden allerdings in den östlichen Bundesländern gezahlt. Mecklenburg-Vorpommern kommt als Schlusslicht der Gehaltstabelle nur auf ein durchschnittliches Lohnniveau von 75,9 Prozent. Und auch die Durchschnittsgehälter in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind laut gehalt.de niedriger als in Berlin.

Noch gravierender sind die Unterschiede, wenn man ausschließlich die Landeshauptstädte miteinander vergleicht. Stuttgart kommt auf 124,8 Prozent des durchschnittlichen Lohnniveaus – Rang 1. Auch in München, Düsseldorf und Wiesbaden sind die Gehälter deutlich höher als in Berlin.

Das Einstiegsgehalt für Ausgelernte liegt bei einem Job in Berlin laut gehalt.de bei 29.081 Euro. Akademiker mit einem Job in Berlin starten mit durchschnittlich 43.605 Euro ins Berufsleben.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit, liegt das Bruttogehalt von Arbeitnehmern, die in Vollzeit arbeiten, in Berlin bei 3.126 Euro im Schnitt. Der bundesweite Mittelwert beträgt 3.209 Euro. In Hamburg kommen Vollzeitbeschäftigte sogar auf 3.619 Euro. Das höchste Durchschnittsgehalt aber gibt es in Ingolstadt. Dort verdient jeder Arbeitnehmer in Vollzeit durchschnittlich 4.635 Euro.

Im Vergleich mit Nachbar Potsdam steht Berlin aber gut da. Die Potsdamer kommen nur auf 2.979 Euro im Schnitt. Akademiker verdienen in Berlin deutlich besser. Bei ihnen stehen durchschnittlich 4.400 Euro auf dem Lohnzettel. Gelernte Arbeitnehmer nehmen von ihren Jobs in Berlin 2.900 Euro mit nach Hause, ungelernte Berliner verdienen dagegen nur 2.250 Euro.

Jobs Berlin: Die wichtigsten Arbeitgeber

Mitten in Berlin soll der neue Innovationscampus von Siemens entstehen, wie der Konzern im Oktober 2018 bekannt gab. Auf 50.000 bis 60.000 Quadratmetern entsteht Platz für Forschungseinrichtungen, Startups, Sozialwohnungen – und neue Jobs in Berlin. 600 Millionen Euro will Siemens in das Projekt stecken. 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Schon heute ist Siemens einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Rund 11.600 Menschen arbeiten hier für den Weltkonzern. Das ist Platz fünf im Ranking der größten Arbeitgeber der Hauptstadt. Noch mehr Berliner beschäftigen nur die Deutsche Bahn AG, die Charité, Vivantes und die Berliner Verkehrsbetriebe.

Jobs Berlin: Das sind laut IHK-Ranking die 30 wichtigsten Arbeitgeber in Berlin:

  • Deutsche Bahn
  • Charité
  • Vivantes
  • Berliner Verkehrsbetriebe
  • Siemens
  • Edeka
  • Daimler
  • Deutsche Post DHL
  • Deutsche Telekom
  • Dussmann Group
  • Gegenbauer Holding
  • Securitas Sicherheitsdienste
  • Zalando
  • Berliner Stadtreinigung
  • Bayer AG
  • Axel Springer
  • Vattenfall
  • Kaufland
  • Berliner Wasserbetriebe
  • Paul Gerhardt Diakonie
  • Berliner Sparkasse
  • Deutsche Bank
  • Rewe
  • DRK Kliniken
  • Alexianer
  • Deutsche Lufthansa
  • Lidl
  • Allianz
  • Netto Marken-Discount
  • Unionhilfswerk (Unternehmensverbund)

Jobs Berlin: Die 10 besten Arbeitgeber

jobs berlin beste arbeitgeberDie größten müssen nicht zwangsläufig die besten Arbeitgeber sein. Legt man die Bewertungen der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu zugrunde, dann sind das die 10 besten Arbeitgeber Berlins:

  • Pepper Media Holding (Internet)
  • Signavio (IT)
  • We.Conect Global Leaders (Internet)
  • Finum Private Finance (Finanzen)
  • Mahr (EDV)
  • Interim Group (Dienstleistungen)
  • Headmatch (Personalwesen)
  • Alogis (IT)
  • Friendsurance (Internet)
  • etventure (Consulting)

Startup Jobs Berlin: Die bekanntesten Startups

Startup Jobs BerlinBerlin ist ein Startup-Biotop. Neue Startups und Startup-Jobs wachsen hier scheinbar wie Unkraut aus dem Boden. Startup Jobs Berlin: Das sind einige der bekanntesten Startups aus der Hauptstadt:

  • Auto1 Group
  • Delivery Hero
  • N26
  • GetYourGuide
  • SoundCloud
  • Tier Mobility
  • Helpling
  • Hello Fresh
  • Solaris Bank
  • Circ
  • Foodpanda
  • Blinkist
  • Babbel
  • Zalando
  • Wunderlist
  • Searchmetrics
  • Researchgate
  • Foodspring
  • Smava
  • Spotcap
  • EyeEm
  • Home24
  • Outfittery
  • Vimcar
  • Mister Spex
  • Trade Republic

Jobs in Berlin: Karriereaussichten und Wirtschaft

Berlin als kranker Mann Deutschlands. Dieses Bild ist nicht mehr ganz aktuell. Im Jahr 2017 wies die Hauptstadt im Ländervergleich sogar das zweitstärkste Wirtschaftswachstum auf – nur Bremen wuchs noch stärker.

Schon seit Jahren wächst Berlin schneller als der Bundesschnitt. In den letzten drei Jahren stand jeweils eine Drei vor dem Komma, während das Bundeswachstum sich stets um die Zwei-Prozent-Marke bewegte.

Speziell für Junge und Kreative ist Berlin ein Sehnsuchtsort. Die Bärenmetropole ist die unangefochtene Startup-Hauptstadt Deutschlands – und spielt im internationalen Vergleich in einer Liga mit London und Paris. Über 16 Prozent aller Startups in Deutschland haben laut Deutschem Startup-Monitor 2019 ihren Sitz in Berlin. Damit beherbergt die Stadt mehr Gründerteams als ganz Bayern. Zu den bekanntesten Berliner Startups zählen Delivery Hero, Auto1, Hello Fresh und Soundcloud. Online-Versandhändler Zalando ist dem Rang eines Startups hingegen schon entwachsen.

Die industrielle Basis ist allerdings dünn. Wie schwach die Berliner Industrie noch immer ist, zeigt sich auch am DAX. Im deutschen Leitindex befindet sich mit Siemens nur ein einziges Unternehmen aus der Spreemetropole. Überdies muss man sich Siemens mit München teilen, wo sich der zweite Hauptsitz des Unternehmens befindet. Die bayerische Landeshauptstadt verfügt damit – inklusive Siemens – über vier DAX-Unternehmen. Sogar Leverkusen und Bonn weisen mit jeweils zwei mehr DAX-Unternehmen auf als Berlin.

Zu den Exportschlagern aus Berlin zählen vor allem Pharmaerzeugnisse, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung, Fahrzeuge, Kraftmaschinen, Tabakerzeugnisse, Kfz-Teile und medizinische Geräte.

Rosarot ist die Situation in Berlin also keineswegs. Die Löhne liegen noch immer deutlich unter dem Bundesschnitt, gleichzeitig steigen die Mieten rasant an. Fachkräfteengpässe gibt es für Jobs in Berlin so gut wie keine – im Gegensatz zu vielen Regionen in Süddeutschland. Für viele Bewerber ist das nicht unbedingt eine gute Nachricht: Sie haben in Berlin explizit NICHT die Qual der Wahl.

Berlin zieht sogar das deutsche Bruttoinlandsprodukt nach unten – im internationalen Vergleich ist das ein Kuriosum. Rechnet man die Bundeshauptstadt und ihre Bewohner heraus, wäre das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner um 0,2 Prozent höher, hat das Institut der deutschen Wirtschaft ausgerechnet.

Jobs in Berlin: Diese Wirtschaftsbereiche wachsen in Berlin am schnellsten:

  • Öffentliche Dienstleister, Gesundheit, Erziehung
  • Unternehmensdienstleistungen
  • Handel, Verkehr, Gastgewerbe
  • Kommunikation
  • Grundstücks- und Wohnungswesen
  • Baugewerbe
  • Finanzdienstleistungen

English Jobs Berlin: Stellen für Native Speaker

english jobs berlinBerlin ist Einwanderungsstadt. In den Büros der Hauptstadt setzt sich Englisch als Amtssprache immer mehr durch. Für English-Speaker sind das gute Nachrichten – sie haben auch mit Deutsch-Defiziten Aussichten auf einen guten Job in Berlin.

English Jobs Berlin – es gibt sie unter anderem in diesen Bereichen und Berufen:

Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise in Berlin

Preiswerte Wohnungen in guter Lage – das ist auch in Berlin längst ein Oxymoron. Laut Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) lag der Mittelwert der im Jahr 2017 angebotenen Wohnungen schon bei 10,15 Euro je Quadratmeter Kaltmiete. Gegenüber dem Vorjahr hatte sich der Quadratmeterpreis somit um zwölf Prozent verteuert. Und der Preisanstieg setzt sich unvermindert fort. Im letzten Quartal 2017 wurden die Wohnungen bereits zu 10,80 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Nur noch drei Prozent der Wohnungen werden zu einem Mietpreis von unter sechs Euro angeboten, lediglich zehn Prozent für unter sieben Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Einzig die Mietpreise für Neubauwohnungen stagnieren. Sie liegen seit einigen Jahren konstant bei 13 Euro.

Die Tendenz ist eindeutig – und lässt sich auch aus den der Immobilienplattform Immowelt ablesen.

Hier bewegt sich der aktuelle Quadratmeterpreis – je nach Größe der Wohnung – zwischen elf und 14,50 Euro. Damit liegt Berlin schon auf dem Niveau von Düsseldorf. Noch 2011 musste man teilweise nur 6,10 Euro pro Quadratmeter hinlegen. Zum Vergleich: In Frankfurt beträgt die Spanne laut Immowelt 12,50 bis 18,10 Euro, in Duisburg sind es dagegen nur 5,80 bis 6,90 Euro.

Kontaktdaten und Servicestellen in Berlin

Sie wollen sich in Berlin selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs Berlin suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Alle Dienstleistungen der Stadt Berlin zu Arbeit, Beruf und Soziales finden Sie hier.
  • Alle Dienstleistungen der Stadt Berlin im Bereich Wirtschaft finden Sie hier.
  • Alle Dienstleistungen der Stadt Berlin zu Steuern, Finanzen und Recht finden Sie hier.
  • Ihr zuständiges Finanzamt in Berlin finden Sie hier.
  • Die Bundesagentur für Arbeit Berlin-Mitte finden Sie hier.
  • Die IHK Berlin finden Sie hier.
  • Jobs in Berlin finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: N.M.Bear by Shutterstock.com]

Jobs in Mittelhessen: Regionale Stellenangebote Gießen, Wetzlar, Marburg

Jobs in Mittelhessen Regionale Stellenangebote

Jobs in Mittelhessen sind so zahlreich wie Bäume im Westerwald. Geschaffen werden sie von weltbekannten Unternehmen wie Bosch, Siemens, Novartis und Carl Zeiss. Sie alle sind hier an Lahn und Dill ansässig. Die bekanntesten Städte Mittelhessens sind Gießen, Marburg und Wetzlar. Die Arbeitslosigkeit vor Ort ist niedrig, Jobs in Mittelhessen gibt es in Hülle und Fülle. Dennoch ist Mittelhessen keine starke Marke, wenn man ehrlich ist. Dabei haben in Mittelhessen einige ganz spezielle Branchen eine Heimat gefunden, zum Beispiel die Optische Industrie und die Vakuumtechnik

Jobs in Mittelhessen: Wetzlar, Gießen, Marburg

Mittelhessen und Nordhessen machen etwa zwei Drittel der Gesamtfläche Hessens aus. Die meisten Hessen aber wohnen im Süden ihres Bundeslandes. Das Rhein-Main-Gebiet ist das Epizentrum. Hier liegen Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden, hier stehen Bankentürme und Unternehmenszentralen. Durch Mittelhessen fährt man nur hindurch, wenn man von Frankfurt nach Hannover oder Hamburg muss. Ist es nicht so? Humbug!

Mittelhessen hat seine eigenen Reize. Und damit sind nicht nur die landschaftlichen gemeint. Der Vogelsberg und das Gladenbacher Bergland, das schöne Lahntal und Teile von Westerwald und Rothaargebirge.

In Marburg steht die Philipps-Universität, eine der klassischen Universitäten Deutschlands. Medizin, Pharmazie und Psychologie gehören zu ihren Steckenpferden. Die Justus-Liebig-Universität Gießen wiederum ist unter anderem Veterinärmedizinern, Agrarwissenschaftlern und Biologen ein Begriff.

Marburg, das über einen schönen Altstadtkern verfügt, hat rund 80.000 Einwohner. Gießen zählt sogar 90.000 Menschen.

Das sind die größten Städte und Gemeinden in Mittelhessen:

  • Gießen
  • Marburg
  • Wetzlar
  • Limburg an der Lahn
  • Lauterbach
  • Alsfeld
  • Bad Endbach
  • Biedenkopf
  • Dillenburg
  • Herborn
  • Kirchhain
  • Schotten
  • Weilburg

Jobs Mittelhessen: Der Arbeitsmarkt

In Hessen sind die Jobchancen grundsätzlich hervorragend. Die Arbeitslosigkeit lag im Dezember 2019 bei nur 4,5 Prozent. Auch Mittelhessen glänzt durch Top-Werte. So betrug die Arbeitslosigkeit im Dezember 2019 in…

  • Gießen 5,3 Prozent
  • Lahn-Dill-Kreis 4,7 Prozent
  • Limburg-Weilburg 3,8 Prozent
  • Marburg-Biedenkopf 3,5 Prozent
  • Vogelsbergkreis 3,4 Prozent

Dabei gibt es auch in Hessen Orte, an denen das Jobwunder vorbeigeht. Die Documenta-Stadt Kassel hat 7,1 Prozent Arbeitslose, Offenbach sogar 8,2 Prozent.

Mittelhessen ist als Wohnort bei Pendlern beliebt. Viele Beschäftigte pendeln für ihren Job nach Frankfurt, speziell Fachkräfte und Akademiker. Das ist zum Beispiel im Kreis Limburg-Weilburg der Fall. Von Limburg sind es knapp 70 Kilometer bis in die Bankenmetropole.

Auch in Mittelhessen tun sich die Arbeitgeber bisweilen schwer, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. Im März 2019 waren zum Beispiele viele Jobs in Mittelhessen in diesen Berufen frei:

Jobs in Mittelhessen: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

In Hessen werden Top-Gehälter gezahlt. Laut Xing-Gehaltsreport können Fach- und Führungskräfte in Hessen mit durchschnittlich über 65.000 Euro im Jahr rechnen – Platz eins im Vergleich aller 16 Bundesländer. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 weist sogar ein Durchschnittsgehalt für hessische Fach- und Führungskräfte von knapp 77.000 Euro aus – ebenfalls Rang eins. Und das Durchschnittsgehalt aller Arbeitnehmer beziffert gehalt.de in Hessen auf rund 51.300 Euro – natürlich ist das Position eins.

Aber: Topverdiener bringen vor allem die großen Städte im Süden hervor. Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden. So liegt das monatliche Medianeinkommen in Wiesbaden laut Bundesagentur für Arbeit bei 3.758 Euro, in Frankfurt bei 4.182 Euro und in Darmstadt bei exorbitanten 4.185 Euro. Der Wert für ganz Deutschland liegt bei 3.209 Euro.

Ganz so hoch hinaus geht es in Mittelhessen nicht. Am vollsten ist die Lohntüte noch in Marburg-Biedenkopf, am leersten im Vogelsbergkreis. So hoch sind die monatlichen Medianeinkommen bei einem Job in Mittelhessen:

  • Marburg-Biedenkopf: 3.331 Euro
  • Lahn-Dill-Kreis: 3.300 Euro
  • Gießen: 3.237 Euro
  • Limburg-Weilburg: 2.982 Euro
  • Vogelsbergkreis: 2.954 Euro

Job in Mittelhessen: Hier können Sie eine Auszeit machen!

Jobs in Mittelhessen SehenswürdigkeitenVon einem Job in Mittelhessen muss man sich beizeiten auch mal erholen. Gut, dass die Region viele Ausflugsziele auf ihrer Karte hat. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Mittelhessens zählen:

  • Schloss Lich
  • König-Konrad-Denkmal in Vilmar
  • Schloss Friedelhausen
  • Kirbergturm Weilmünster
  • Eduardsturm Haiger
  • Burgruine Rauschenberg
  • Diebsturm Grünberg
  • Schloss Dehrn
  • Besucherstollen Ypsilanta Oberscheld
  • Schloss Stockhausen
  • Eschenburgturm
  • Stiftskirche St. Lubentius
  • Altstadt Stadtallendorf
  • Fraurombacher Wandmalereien
  • Kloster Altenberg (Solms)
  • Schloss Mengerskirchen
  • Bismarckturm auf dem Taufstein
  • Junker-Hansen-Turm
  • Wilhelmsturm in Dillenburg
  • Kubacher Kristallhöhle
  • Limburger Dom

Jobs in Mittelhessen: Die wichtigsten Arbeitgeber

Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in der Region – hier gibt es Jobs in Mittelhessen:

  • Universitätsklinikum Gießen/Marburg
  • Friedhelm Loh Group (Elektrotechnik), Haiger
  • Schunk Group (Mischkonzern), Heuchelheim
  • Buderus Edelstahl, Wetzlar
  • Bosch Group (Automotive), Breidenbach
  • CSL Behring (Pharma), Marburg
  • Siemens Healthineers (Medizintechnik), Marburg
  • STI Group (Verpackungen), Lauterbach
  • Volksbank Mittelhessen, Gießen
  • Novartis (Pharma), Marburg
  • Küster Holding (Automotive), Ehringshausen
  • Kühne und Nagel (Logistik), Haiger
  • Alternate (Versandhandel), Linden
  • Sparkasse Marburg-Biedenkopf
  • Kamax Holding (Automotive), Homberg (Ohm)
  • Carl Zeiss Sports Optics (Optik), Wetzlar
  • Outokumpu Nirosta (Edelstahl), Dillenburg
  • Seidel GmbH (Metall), Marburg
  • Roth Werke GmbH (Gebäudetechnik), Dautphetal
  • Sparkasse Gießen
  • Sparkasse Wetzlar
  • Berkenhoff (Metallverarbeitung), Heuchelheim
  • Linde und Wiemann SE (Automotive), Dillenburg
  • Pfeiffer Vacuum (Vakuumtechnik), Asslar
  • Carl Cloos Schweißtechnik, Haiger
  • Tucker GmbH (Automotive), Gießen
  • Isabellenhütte (Messtechnik), Dillenburg
  • Christmann und Pfeifer (Bau), Marburg
  • Klingspor AG (Schleifmittel), Haiger
  • Leica Microsystems (Optik), Wetzlar
  • Selzer Fertigungstechnik (Automotive), Driedorf

Job Mittelhessen: Karriereaussichten und Wirtschaft

Mittelhessen klingt provinziell. Die Region ist aber in vielen Bereichen eine richtig große Nummer. Stark ist Mittelhessen vor allem in diesen Bereichen und Branchen:

  • Optik, Elektronik und Mechanik
  • Umwelttechnologie
  • Holzbau
  • Medizinwirtschaft und Pharma
  • Verpackung

Global Player der optischen Industrie wie Carl Zeiss und Leica schätzen den Standort im Herzen Europas. Robert Bosch produziert in Breidenbach und Ludwigshütte jedes Jahr 20 Millionen Pkw-Bremsscheiben.

Novartis wollte seinen Standort in Marburg vor einigen Jahren schon schließen. Doch der Pharmakonzern überlegte es sich anders und investierte stattdessen 69 Millionen Euro. Jetzt werden hier an modernsten Zellkulturanlagen Immuntherapien erforscht, die für Krebspatienten überlebenswichtig sein könnten.

Weitere große Namen, die Jobs in Mittelhessen schaffen, sind Medizintechniker Siemens Healthineers, Logistiker Kühne und Nagel sowie Vakuumtechniker Pfeiffer Vacuums. Die Schunk-Group ist im Bereich Kohlenstofftechnik und Keramik international erfolgreich.

In der Zentrale im mittelhessischen Heuchelheim beschäftig Schunk zum Beispiel:

Jobs in Mittelhessen: Hochschulen in der Region

Jobs in Mittelhessen HochschulenMittelhessen zählt nicht weniger als drei renommierte Universitäten, die fähigen Nachwuchs für die Arbeitgeber der Region ausbilden und ihrerseits eigene Jobs in Mittelhessen anbieten:

  • Die Justus-Liebig-Universität Gießen ist bei Wirtschaftswissenschaftlern, Lehramtsstudenten, Medizinern und Ökotrophologen beliebt.
  • Die Philips-Universität Marburg steht in Psychologie und Pharmazie hervorragend da.
  • Und die Technische Hochschule Mittelhessen mit Standorten in Gießen, Friedberg und Wetzlar ist für Mathematiker, Naturwissenschaftler und Informatiker eine gute Anlaufstelle.

Jobs Mittelhessen: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Hessen ist ein teures Pflaster. Frankfurt, Darmstadt oder Wiesbaden rufen Preise auf, die Zugezogene mit den Ohren schlackern lassen. Weiter nördlich in Mittelhessen sind die Kosten etwas niedriger – und damit immer noch sehr hoch.

So müssen Mieter laut Immowelt in Marburg mit Preisen von 10,30 Euro pro Quadratmeter rechnen. Gießen ist mit 10,00 Euro nur unwesentlich günstiger. Damit zählen beide zu den wenigen mittelgroßen Städten in Deutschland, die die Zehn-Euro-Grenze überbieten.

Zum Vergleich: In Hanau bei Frankfurt beträgt der Wert 8,90 Euro. Starke Wirtschaftsstandorte wie Bamberg oder Bayreuth in Bayern bleiben bei knapp über neun Euro. An wirtschaftlich schwächeren Mittelstädten werden bisweilen auch nur sechs oder sieben Euro pro Quadratmeter fällig.

Wer in Gießen eine Immobilie kaufen möchte, überweist laut Immowelt 2.530 Euro pro Quadratmeter. In Marburg werden 2.380 Euro fällig. Für einen Hessen aus Darmstadt oder Wiesbaden sind das akzeptable Preise. Sie müssen in ihren eigenen Städten über 3.000 Euro hinlegen, Frankfurter sogar 4.400 Euro. Besser sieht es in Nordhessen aus. In Kassel kostet die Immobilie „nur“ 2.210 Euro pro Quadratmeter.

Jobs in Mittelhessen: Kontaktdaten und Servicestellen

Sie wollen sich in Mittelhessen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Mittelhessen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Finanzamt in Mittelhessen finden Sie hier.
  • Die Agentur für Arbeit Hessen finden Sie hier.
  • Die IHK Gießen-Friedberg finden Sie hier.
  • Jobs in Mittelhessen finden Sie hier.
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Initiativbewerbung: Vorteile, Muster und die besten Tipps

Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung ohne konkretes Stellenangebot – eine Bewerbung auf gut Glück sozusagen. Sie bewerben sich damit für den sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Und Ihre Chancen sind gar nicht mal schlecht. Im Gegenteil, rund 70 Prozent aller offenen Stellen werden vergeben, noch bevor sie offiziell ausgeschrieben wurden – oftmals sehr attraktive Positionen. Um an die Stellen zu kommen, müssen sie entweder über das berühmte Vitamin B verfügen – oder eine Initiativbewerbung schreiben. Übrigens ist eine Initiativbewerbung nicht gleichbedeutend mit der Blindbewerbung. So führt sie zum Erfolg…

Was ist eine Initiativbewerbung?

Initiativbewerbung DefinitionWas genau ist eine Initiativbewerbung? Die Antwort ist einfach: Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die ohne konkretes Stellenangebot oder Stellenausschreibung erfolgt. Sie wissen also nicht, ob im Unternehmen überhaupt eine Stelle frei ist – aber Sie bewerben Sich dennoch.

Kleiner Unterschied zur sogenannten Blindbewerbung: Bei der Initiativbewerbung kennen Sie zumindest einen Ansprechpartner des entsprechenden Unternehmens. Ihre Initiativbewerbung sollte daher auf jeden Fall eine persönliche Anrede enthalten.

Ein Vorteil der Initiativbewerbung: Selbst wenn Ihre Wunschstelle gar nicht vakant sein sollte, können Sie sich in eine gute Position bringen – und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden.

Oder das Unternehmen lädt Sie für eine ganz andere Stelle zum Vorstellungsgespräch ein. Das allerdings nur, wenn Sie durch eine überzeugende Initiativbewerbung zuvor gepunktet haben. Ziel der Initiativbewerbung ist es also, die Aufmerksamkeit des Unternehmens zu gewinnen und sich ins Gespräch zu bringen.

Und noch ein Vorteil: Die Konkurrenz für Sie ist natürlich deutlich geringer, als wenn Sie gegen Hunderte Mitbewerber antreten, die sich allesamt auf eine öffentliche Stellenanzeige beworben haben.

Immerhin flattern Arbeitgebern heute im Schnitt 48 Bewerbungen für ein einziges Stellenangebot auf den Tisch. Intensiv beschäftigen sich die Unternehmen laut Studie Recruiting-Trends aber nur mit 42,2 Prozent der Bewerbungen. Mehr als die Hälfte fällt unbeachtet einfach hinten herüber.

Im Optimalfall gelingt Ihnen mit der Initiativbewerbung ein Überraschungseffekt, der Aufmerksamkeit erzeugt – egal, ob mit einer Papierbewerbung oder online.

Initiativbewerbung Muster

Max Mustermann
Beispielstr. 99
12345 Musterhausen
Telefon: 01234 / 56 78 90
E-Mail: m.mustermann@blog.de

Redaktion ABC
Weg 555
98765 Stadt

XX.XX.XXXX (Datum)

Initiativbewerbung

Sehr geehrte Frau Weber,

als Autor eines renommierten Blogs über Influencer Marketing setze ich mich seit vier Jahren intensiv mit den Entwicklungen im Netz auseinander – und mit der Frage, wie Unternehmen davon profitieren können. Dabei baue ich auf langjährige Erfahrungen, die ich als Mitarbeiter der Marketingagentur bei der Betreuung namhafter internationaler Unternehmen sammeln konnte.

Heute erreicht mein Blog bereits mehr als 20.000 interessierte Leser im Monat, darunter viele Entscheider und Fachleute, mit denen ich mich regelmäßig in den Kommentaren oder auf Konferenzen austausche.

Wie ich bei meinen Recherchen feststellen konnte, setzen auch Sie seit Kurzem verstärkt auf den Einsatz von Influencer Marketing. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Ihr Personalbedarf in diesem Bereich stark wächst. Umso mehr würde es mich freuen, wenn wir hierbei zusammenfinden und ich Sie künftig beim Auf- und Ausbau sowie beim Optimieren Ihrer diversen Strategie unterstützen kann. Dafür möchte ich mich heute bei Ihnen bewerben.

Ich verfolge Ihre Aktivitäten im Social Web schon seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse und habe dazu auch schon einige Ideen, wie Sie beispielsweise Ihre Reichweite steigern und attraktive Testimonials gewinnen könnten. Gerne führe ich dies in einem persönlichen Gespräch weiter aus. Über eine Einladung würde ich mich freuen.

Herzliche Grüße
Max Mustermann (Unterschrift)

Initiativbewerbung Vorlagen kostenlos

Um Ihnen das Formulieren eines Initiativschreibens zu erleichtern haben wir vier Gratis-Muster für Sie erstellt. Die Initiativbewerbung-Vorlagen können Sie sich kostenlos als PDF herunterladen, indem Sie einfach auf die Bilder klicken.

Wir empfehlen, die Musterschreiben aber bitte nur zur Anregung und Inspiration zu verwenden. Bitte nie wörtlich abschreiben. Das könnte auffallen – und katapultiert Ihre Bewerbung sofort ins Aus.

Initiativbewerbung Muster kostenlosInitiativbewerbung Vorlage kostenlos

Initiativbewerbung Vorteile

Das sind die Vorteile der Initiativbewerbung auf einen Blick:

  • Die Konkurrenz ist für Bewerber kleiner als bei einer ausgeschriebenen Stellenanzeige.
  • Sie demonstriert Eigeninitiative, Engagement und Ehrgeiz – Charaktereigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.
  • Eine Initiativbewerbung gibt Ihnen größeren Freiraum. Sie können eigene Schwerpunkte setzen und müssen nicht die Anforderungen in der Stellenannonce spiegeln.
  • Sie können sich einfach bei Ihrem Traumarbeitgeber bewerben – ohne ewig darauf zu warten, bis dieser eine Stelle ausschreibt, die zu Ihnen passt.
  • Bewerber erhalten Tipps aus erster Hand oder werden weiterempfohlen – wenn es im Unternehmen gerade keine passende Stelle geben sollte. Die Initiativbewerbung kann also auch indirekt zum Erfolg führen.
  • Sie machen das Unternehmen auf sich aufmerksam – und sammeln Pluspunkte für eine mögliche spätere Einstellung.

Initiativbewerbung Nachteile

Hat eine Initiativbewerbung nur Vorteile? Nein, keineswegs. Sie müssen schließlich auch bei einer Initiativbewerbung wichtige Informationen über das Unternehmen einholen. Die Recherche kostet Sie wertvolle Zeit – und das mit dem Wissen, dass die Wunschfirma eigentlich gar keine Mitarbeiter sucht. Das kann demotivieren.

Eine Initiativbewerbung bindet Kapazitäten – vermutlich noch mehr als bei einer konventionellen Bewerbung. Dabei sind Zeit und Geld oft knapp, wenn man gerade dringend einen neuen Job benötigt. Ergo: Eine Initiativbewerbung ist ein wunderbares Mittel, wenn man sich aus einer festen Anstellung heraus bewirbt.

Für arbeitsuchende Bewerber kann sie zu Frustration führen. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Absage ist größer als die einer Zusage. Und mit jedem neuen Korb sinkt das Selbstbewusstsein. Gerade deshalb ist so wichtig, professionell vorzugehen.

Die Bewerbung muss rund, durchdacht und professionell sein. Sie können insgesamt nicht weniger Arbeit investieren, nur weil es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Andernfalls könnte sie sogar imageschädigend für Sie sein – insbesondere dann, wenn Sie sich für eine Führungsposition bewerben.

Initiativbewerbung Vorbereitung

Diese Fragen sollten Sie sich bei der Vorbereitung Ihrer Initiativbewerbung stellen. Wenn Sie danach zu dem Schluss kommen, dass Sie mit Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten den aktuellen Bedarf des Unternehmens adressieren, dann könnte eine Initiativbewerbung erfolgversprechend sein:

  • Gibt es im Unternehmen momentan einen Einstellungsstopp oder Stellenabbau?
  • Welche Märkte sind heute und in Zukunft wichtig für das Unternehmen?
  • Sind neue Produkte oder Dienstleistungen in Arbeit, die das Unternehmen vermehrt anbieten möchte?
  • Welche Qualifikationen sind wichtig – und werden immer relevanter?
  • Wie hoch ist die Zahl vakanter Stellen auf den Karriereseiten des Unternehmen und in Jobbörsen?
  • Welche Berufe bzw. Fachkräfte werden dort vornehmlich gesucht?
  • Wie leicht oder schwierig dürfte es dem Unternehmen fallen, seine Vakanzen zu füllen?

Das Schöne am Internet ist, dass Sie heute über nahezu jedes Unternehmen viele relevante Informationen recherchieren können. Über große Konzerne oder kleinere Betriebe. Natürlich wird es mit abnehmender Größe schwieriger, an brauchbare Infos zu gelangen.

Aber auch das muss keine Sackgasse sein: Sie könnten ja mal über Xing, Linkedin oder Twitter Kontakt zu Mitarbeitern oder ehemaligen Mitarbeitern aufnehmen – oder eine der zahlreichen Fach- und Jobmessen besuchen. Das ähnelt zwar mitunter der Suche im Heuhaufen und kostet Sie Zeit. Aber viel zu verlieren haben Sie dabei nicht.

Ein weiterer Tipp diesbezüglich: Bringen Sie Ihre Online-Profile auf Vordermann, bevor Sie eine Initiativbewerbung verschicken. Dabei sollten Sie darauf achten, Widersprüche und Ungereimtheiten zu Ihrer Bewerbung auszubügeln. Das Gesamtbild sollte rund und stimmig sein.

Viele Personaler werden es sich nicht entgehen lassen, Sie im Netz ausfindig zu machen, zum Beispiel eben bei Xing oder Linkedin. Sollten Ihnen dabei Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit kommen, sind nahezu all Ihre Chancen verspielt. Aktualisieren Sie also erst Ihre Profile und verschicken dann die Bewerbung.

Außerdem gibt es etliche Unternehmen, die Bewerber aktiv dazu auffordern, eine Initiativbewerbung zu verschicken. Geben Sie doch einfach mal die Keyword-Kombination „Initiativbewerbung + Firmenname“ in die Suchmaschine ein. Nicht selten stoßen Sie auf die Karriereseite des gesuchten Unternehmens – und wertvolle Hinweise zu Initiativbewerbungen.

Initiativbewerbung Umfang

Ihr Handlungsspielraum ist deutlich größer als normalerweise, denn Ihre Initiativbewerbung bezieht sich ja auf keine konkrete Stellenanzeige. Das heißt: Sie können Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen schicken. Oder Sie schicken nur eine Kurzbewerbung.

Tipp: Schicken Sie eine vollständige Bewerbung. So erhöhen Sie Ihre Chancen und signalisieren zugleich, dass Sie nicht mit halber Kraft eine volle Stelle ergattern wollen.

Das gilt auch für die Arbeitszeugnisse. Rat: Schicken Sie Ihre Zeugnisse mit. Personaler lieben Zeugnisse und lesen sie fast immer. Außerdem erwarten laut Umfragen 87 Prozent der Personalverantwortlichen, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig beifügen. Aber nicht vergessen: Nur die Kopien und nie das Original mitschicken!

Eine Alternative wäre es, die Zeugnisse wegzulassen, aber am Ende des Anschreibens das Angebot zu machen, diese auf Wunsch nachzureichen.

Initiativbewerbung Aufbau

Eine gute Initiativbewerbung zu verfassen ist schwieriger als eine konventionelle, weil sie schlicht weniger Anhalts- und Bezugspunkte haben. Sie müssen gewissermaßen mehr konstruieren. Aber keine Angst, das kriegen Sie hin.

Der wichtigste Tipp vorweg: Schreiben Sie im Aktivstil. Vermeiden Sie Substantivierungen, nutzen sie Verben, kreieren Sie auch gerne mal einen ungewöhnlichen Satz. Sie wollen schließlich auf sich aufmerksam machen.

Dem Bewerbungsschreiben kommt bei einer Initiativbewerbung eine besonders wichtige Rolle zu. Es muss begeistern und überzeugen. Die nüchternen Fakten, nach denen im Übrigen niemand gefragt hat, kann man im Lebenslauf nachlesen.

So geht’s am schnellsten!

Initiativbewerbung AnschreibenInitiativbewerbungen sind heute simpler denn je. Bewerber müssen keine dicken Ordner mehr zum Postamt schleppen. Sie können sich mit zwei, drei Klicks im Netz bewerben.

Viele Unternehmen akzeptieren schon Bewerbungen per Xing oder Linkedin. Und es geht sogar noch einfacher. Sie können den Personalmanager oder einen HR-Mitarbeiter ausfindig machen, eine Kontaktanfrage senden und daraufhin Ihr Interesse ausdrücken. Das funktioniert nicht immer, kann es aber. Firmen mit Nachwuchsmangel dürften für diese Art der Kontaktaufnahme dankbar sein – speziell kleinere Unternehmen abseits der Metropolen.

Was Sie parallel aber unbedingt tun sollten: Bringen Sie Ihre Online-Profile auf den neuesten Stand. Laden Sie ein aktuelles Foto hoch, updaten Sie Ihre Kompetenzen, Interessen und Stationen. Veröffentlichen Sie Beiträge oder schalten Sie sich in laufende Diskussionen ein. Denn: Wenn Sie die Aufmerksamkeit mit einer initiativen Anfrage auf sich ziehen, werden ein paar Leute Sie googeln und im Netz stalken. Besser, Sie geben dann ein gutes Bild ab.

Vor allem sollten sich die Angaben in Ihrer Initiativbewerbung mit jenen in Ihren sozialen Profilen decken. Alles andere macht Sie unglaubwürdig – und lässt die Erfolgschancen einkrachen.

Initiativbewerbung Betreff

Zunächst mal: Auch eine Initiativbewerbung sollte eine Betreffzeile enthalten. Die Formulierung fällt Kandidaten mitunter schwer, weil sie sich auf keine konkrete Stellenanzeige bewerben.

Aber oft gibt es eine angestrebte Position sehr wohl. Die Wunsch-Position kann bzw. sollte dann im Betreff auftauchen. Wenn die angestrebte Tätigkeit eher vager Natur ist (z.B. irgendwas im Marketing oder eine Aushilfstätigkeit), dann formulieren Sie den Betreff dementsprechend um.

Alternativ schreiben Sie in die Betreffzeile einfach Initiativbewerbung. Ob Sie Initiativbewerbung oder nur Bewerbung schreiben, ist letztlich nicht entscheidend.

Wie könnte die Betreffzeile konkret formuliert sein? Hier einige Beispiele:

  • Initiativbewerbung als Senior Controller
  • Bewerbung als Bauingenieur
  • Initiativbewerbung als Marketing Manager
  • Bewerbung um eine Tätigkeit in der Marketingabteilung
  • Bewerbung um eine Tätigkeit mit dem Schwerpunkt Social Media
  • Ich bewerbe mich als Feelgood Manager

Die besten Tipps

Ihre Initiativbewerbung sollte sich vom Einheitsbrei abheben, das schon. Völlig draufgängerisch sollten Sie indes nicht an die Sache herangehen. Diese Grundregeln sind zu beachten:

  • Kontakt

    Eine persönliche Ansprache ist nicht nur höflich, sondern zeigt, dass Sie gut recherchiert haben. Richten sie das Anschreiben also konkret an Frau oder Herrn Mustermann und nicht an die sehr geehrten Damen und Herren. Tipp: Sie können bei Gelegenheit auch einen Mitarbeiter erwähnen, mit dem Sie bereits Kontakt hatten. Zum Beispiel: „Wie bereits mit Frau Huber besprochen…“. Den Namen bringen Sie am besten so weit vorne wie möglich im Anschreiben unter.

  • Name

    Auch der direkte Bezug zum Unternehmen ist ein Muss. So machen Sie klar, dass es sich um eine individuelle Bewerbung – und keine Massenware – handelt. Streuen Sie im Anschreiben mindestens einmal den Firmennamen ein (allerdings auch nicht zu oft). Auch Produktnamen oder Kennziffern können Mosaiksteine sein. Aussage: Sie wollen in exakt DIESEM Unternehmen arbeiten und nirgendwo anders.

  • Phrasen

    Auf eine förmliche Initiativbewerbung wartet in der HR-Abteilung niemand. Dort müssen Sie ja erst noch Überzeugungsarbeit für sich leisten. Und das gelingt nicht mit einer sterbenslangweiligen 08/15-Bewerbung. Also nur Mut zu außergewöhnlichen, originellen, spektakulären Formulierungen. Sie sollen zwar keineswegs clownesk auftreten, aber abgedroschene Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ meiden. Sie müssen es irgendwie hinkriegen, dass man neugierig auf Sie wird.

  • Soft Skills

    Kommen Sie ruhig über die emotionale Schiene. Menschenfänger sprechen die Emotionen ihrer Mitmenschen an – und als Bewerber müssen Sie ja gewissermaßen ein Menschenfänger sein. Beschreiben Sie Ihre besten Soft Skills. Inwiefern sind Sie kommunikativ und teamfähig? Wie arbeiten Sie, wie lösen Sie Probleme? Und das möglichst konkret, am besten anhand von Beispielen.

  • Stärken

    Sie haben ja bereits anrecherchiert, welchen Bedarf das Unternehmen hat. Die erforderlichen Skills stellen Sie nun in den Vordergrund. Dabei kann es um ganz konkrete Dinge gehen wie die Beherrschung einer Programmiersprache oder den professionellen Umgang mit Excel. Nennen Sie Erfolge und Projekte, die Ihre Fähigkeiten belegen.

Wichtig: Sie sollen zwar kreativ sein, aber die HR-Menschen auch nicht überfordern. Kommen Sie in Ihrer Initiativbewerbung schnell zum Punkt. Schreiben Sie zielgerichtet. Bauen Sie die Bewerbung klar und übersichtlich auf. Bringen Sie schlüssige Argumente. Nennen Sie konkrete Beispiele.

Der Empfänger muss sofort erkennen, dass Sie die Motivation und Fähigkeiten für den angestrebten Job mitbringen – egal um welchen Beruf es sich handelt.

Und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Argumente. Nicht jede Ihrer Fähigkeiten ist wichtig.

Das ist umso schwieriger, weil Sie den Eindruck von Spam vermeiden wollen. Klingt das Anschreiben so, als hätten Sie es genauso schon dutzendfach verschickt, sinken Ihre Aussichten auf ein Minimum.

Darum: Verfassen Sie wirklich jedes Anschreiben individuell. Zugegeben, die Mühe lohnt sich nicht immer. Aber manchmal schon. Ohne individuellen Zuschnitt können Sie sich eine Initiativbewerbung jedenfalls von vornherein sparen.

Checkliste

Initiativbewerbung ChecklisteHier eine Übersicht aller Inhalte, die Sie in Ihre Initiativbewerbung aufnehmen sollten – von oben nach unten:

  • Absender inklusive Name, Adresse, Festnetznummer, Handynummer, E-Mail-Adresse
  • Datum (rechts)
  • Empfänger inklusive Firma, Vor- und Nachname des Adressaten und Adresse
  • KEIN Bewerbungsfoto
  • Betreff „Initiativbewerbung“ (oder einen noch konkreteren Betreff)
  • Persönliche Anrede
  • Einstieg
  • Bezug zum Unternehmen
  • Kurze Darstellung des eigenen Profils, der Stärken und Soft Skills auch anhand von Beispielen
  • Hinweis auf sonstige Kenntnisse wie etwa Fremdsprachenkenntnisse
  • Hinweis auf Referenzen, zum Beispiel ehemalige Arbeitgeber
  • Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
  • Abschlussformulierung
  • Unterschrift
  • Anlagen wie tabellarischer Lebenslauf und Arbeitszeugnis(se)

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[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

Jobs in Bochum: Aktuelle Stellenangebote in Bochum und Umgebung

jobs bochum teilzeit aushilfe

Jobs in Bochum – es gibt sie wirklich! Bochum, ich komm aus dir, sang Herbert Grönemeyer einst. Die Jobs gingen jedenfalls schneller, als sie kamen. Zechen, Nokia, Opel – alle weg. Und dennoch ist Bochum ein Musterknabe im Ruhrgebiet, steht im Vergleich mit seinen Nachbarstädten erstaunlich gut da. Hier gibt es aktuelle Jobs in Bochum und Umgebung für Akademiker, Teilzeit, Aushilfen…

Jobs in Bochum, Wattenscheid und Umgebung

Bochum steht für Herbert Grönemeyer. Bochum steht für Starlight Express. Wofür Bochum nicht mehr steht: Nokia und Opel. Die großen Namen der lokalen Wirtschaft landeten nach und nach im Heimatmuseum. Apropos: Das Bochumer Eisenbahnmuseum ist ein Highlight jedes Bochum-Trips. Es diente schon oft als Filmkulisse, zum Beispiel für den Fußballfilm Das Wunder von Bern.

Die Stadt liegt gut angebunden im östlichen Ruhrgebiet. In wenigen Minuten ist man in Dortmund – oder übers Wochenende im Sauerland. In Bochum selbst lässt es sich – trotz anderslautender Gerüchte – aber auch sehr gut aushalten. Das Bermuda-Dreieck bietet Partygängern Zuflucht, Musik- und Food-Festivals sind fest etabliert. Für junge Menschen ist Bochum – auch wegen seiner Universität – eine der attraktivsten Ruhrgebietsstädte.

Der Süden Bochums ist eindeutig der privilegierte. In den Stadtteilen Stiepel, Eppendorf, Weitmar-Mark, Linden und Wiemelhausen/Brenschede lebt es sich sicher und komfortabel. Weniger erquicklich ist es in Westenfeld in Bochum-Wattenscheid, in Leithe und in Kornhapen im Osten. Hier ist die soziale Schieflage bedenklich. In diese Kategorie gehören außerdem Günnigfeld, Riemke und Hofstede, die sich allesamt im Bochumer Norden befinden.

Jobs Bochum: Der Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote lag in Bochum im Dezember 2019 bei 8,2 Prozent. Für eine Ruhrgebietsstadt ist das ein sehr respektabler Wert. Immerhin lag sie noch drei Jahre zuvor – im November 2016 – bei 9,9 Prozent. Seit Einführung der Hartz-Gesetze 2005 war sie bis dato noch nie unter die Neun-Prozent-Marke gefallen.

Zum Vergleich: In Gelsenkirchen betrug die Arbeitslosenquote im Dezember 2019 stattliche 12,8 Prozent, in Duisburg 10,4 Prozent, in Essen 9,8 Prozent, in Dortmund 10,0 Prozent, in Oberhausen 9,7 Prozent. Bochum ist damit so etwas wie der Primus unter den großen Städten im Pott.

Jobs in Bochum: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Eine Vollzeitstelle in Bochum bringt laut Bundesagentur für Arbeit monatlich 3.273 Euro aufs Konto. Dabei handelt es sich nicht um den Durchschnittswert, sondern um den aussagekräftigeren Median. Die eine Hälfte der Gehälter liegt darunter, die andere darüber.

Die Gehälter für Jobs in Bochum sind damit vergleichbar mit denen in anderen Ruhrgebietsstädten. In Dortmund gibt es monatlich 3.315 Euro, in Gelsenkirchen 3.242 Euro.

Der Bochumer Wert liegt sogar leicht über dem deutschen Durchschnitt von 3.209 Euro.

Jobs in Bochum: Die wichtigsten Arbeitgeber

Bochum stand einmal für die ganz Großen der Wirtschaft. Opel und Nokia zum Beispiel. Davon ist nicht viel übrig – um nicht zu sagen: gar nichts. Das heißt aber nicht, dass die Stadt keine Zukunft hätte. Das Fundament der Bochumer Wirtschaft steht nicht mehr auf einigen wenigen, sondern auf immer mehr Pfeilern.

Das sind die wichtigsten Arbeitgeber, die für Jobs in Bochum sorgen:

  • Aral AG
  • Bochumer Eisenhütte Heintzmann (Bergbau)
  • Bochumer Verein Verkehrstechnik
  • Bogestra (Verkehrsunternehmen)
  • Dr. C Otto & Comp. (Feuerfeste Materialien)
  • Faber Lotto-Service
  • G Data Software AG
  • Eickhoff Gruppe (Maschinenbau)
  • GLS-Bank
  • Möbel Hardeck
  • Privatbrauerei Moritz Fiege
  • QVC
  • Sparkasse Bochum
  • ThyssenKrupp
  • Unicum Verlag (Medien)
  • United Cinemas International (Kinounternehmen)
  • USB Umweltservice Bochum
  • Volkswagen Infotainment
  • Vonovia

Hier gibt es Studentenjobs und Aushilfsjobs in Bochum

jobs in bochum aushilfeNeu-Bochumer und Studenten (auf Jobsuche) kommen an ihm nicht vorbei: Das Bermudadreieck ist eine der beliebtesten Partymeilen im Ruhrgebiet. Es liegt in der südlichen Innenstadt, südwestlich vom Bochumer Hauptbahnhof. Das Bermudadreieck beherbergt unzählige…

  • Restaurants und Frittenbuden
  • Cafés
  • Bars
  • Clubs
  • Einkaufsläden

…und bietet extrem viele Stellen und Jobs in Bochum für Studierende, Aushilfen oder Teilzeitjobber.

Job Bochum: Karriereaussichten und Wirtschaft

Kaum eine Stadt ist in den letzten Jahren so gebeutelt worden wie Bochum. Erst zog Nokia 2008 von dannen, 2015 schloss Opel seine Pforten. Auch Autositzhersteller Johnson Controls hat seine Produktion in Bochum beendet – nach 27 Jahren. Eine Hiobsbotschaft reiht sich an die nächste.

Dass Bochum nicht die ganz großen Asse im Ärmel hat, zeigt auch das Städteranking 2018 von IW Consult. Von 71 Städten belegt Bochum nur Rang 63. Das BIP ist niedrig, die Produktivität schwach, die Lebensqualität mittelmäßig.

Aber: Offenbar stehen Bochum bessere Zeiten bevor. Im Zukunftsranking liegt die Stadt auf Position 37. Mut machen die vielen Hochschulabsolventen der Bochumer Ruhr-Uni.

Und Bochum wächst. Die Steuereinnahmen sprudeln, die Arbeitslosigkeit sinkt, es gibt immer mehr frische Stellen in Bochum. An die Stelle der alten Fabriken wurden Paketzentren gebaut, Dienstleister siedelten sich an.

Seit 2015 ist Bochum sogar mit einem DAX-Unternehmen vertreten. Die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia ist in der Erfolgsspur, darf angesichts des allgemeinen Wohnungsmangels auf eine gute und profitable Zukunft hoffen.

Jobs in Bochum bietet Vonovia unter anderem für diese Berufsgruppen:

Jobs Bochum: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Der Quadratmeter kostet in Bochum laut Immowelt durchschnittlich 6,90 Euro kalt (Stand: 1. Halbjahr 2018). Zehn Jahre zuvor waren es 5,50 Euro. Die Preise stiegen seitdem um 25 Prozent.

Im Vergleich zu anderen Städten ist der Preisanstieg damit noch moderat. In Duisburg verteuerten sich Mietwohnungen seit 2008 ebenfalls um 25 Prozent, in Köln um 30 Prozent, in Dortmund um 35 Prozent, in Düsseldorf um 36 Prozent. Sogar in Herne fiel der Anstieg mit 26 Prozent etwas stärker aus. Auf der anderen Seite war er in Gelsenkirchen (17 Prozent), Mönchengladbach, Oberhausen (jeweils 16 Prozent) und Solingen (14 Prozent) schwächer.

Allerdings war das Ausgangsniveau der meisten anderen Städte im Revier niedriger. Das bedeutet: Die Mieten sind in Bochum heute insgesamt teurer als in Duisburg, Gelsenkirchen oder Essen. Nur in Dortmund befinden sie sich mit 7,00 Euro pro Quadratmeter leicht darüber.

Wie tief das Preisniveau in der Region ist, zeigt der IW-Studentenwohnpreisindex. Eine 30 Quadratmeter große Wohnung kostet im Ruhrgebiet 280 Euro im Schnitt. Nur in Leipzig und Magdeburg ist sie noch billiger. In Berlin kostet eine vergleichbare Bleibe dagegen schon 385 Euro, in Hamburg 427 Euro, in Frankfurt 499 Euro und in München sogar 635 Euro.

Jobs in Bochum: Kontaktdaten und Servicestellen

Sie wollen sich in Bochum selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Bochum suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Finanzamt in Bochum finden Sie hier.
  • Die Agentur für Arbeit Bochum finden Sie hier.
  • Das Jobcenter Bochum finden Sie hier.
  • Die IHK Mittleres Ruhrgebiet finden Sie hier.
  • Die Kreishandwerkerschaft Ruhr finden Sie hier.
  • Jobs in Bochum finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: VanReeel by Shutterstock.com]

Jobs Würzburg: Stellenangebote in Würzburg und Mainfranken

Jobs Würzburg: Die Stadt ist alt und jung zugleich. Die barocken Bauwerke verleihen ihr Statur, die vielen Studenten Vitalität. Jobs in Würzburg gibt es vor allem im Dienstleistungsbereich. Die Industrie ist weniger kraftvoll, aber keineswegs saftlos. Würzburg kann eine Karriere beflügeln. Die Stadt zählt sogar zu den Top Ten in ganz Deutschland…

Jobs Würzburg: Das ist Würzburg

In Übersee ist Würzburg vielen ein Begriff. Basketball-Ikone Dirk Nowitzki hat seine Geburtsstadt in Unterfranken jahrzehntelang glänzend repräsentiert.

Nowitzki ist nur noch selten in Würzburg, die Würzburger Residenz dagegen bleibt. Das barocke Schloss war Anfang der 1980er Jahre nach dem Aachener Dom und dem Dom zu Speyer das dritte deutsche Kulturdenkmal, das zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde. Oberhalb von Würzburg auf dem Marienberg steht die Festung Marienberg. Von der Altstadt aus erreicht man sie über die Alte Mainbrücke, einem weiteren Wahrzeichen Würzburgs.

Würzburg ist mit seinen rund 125.000 Einwohnern eine Studentenstadt mit allem, was dazugehört. Die Julius-Maximilians-Universität gehört zu den klassischen Universitäten Deutschlands. Stadt und Uni sind im Übrigen sehr gut erreichbar. Würzburg liegt sowohl auf einer wichtigen Nord-Süd-Achse (A7) als auch auf der Ost-West-Achse (A3) auf halber Strecke zwischen Frankfurt und Nürnberg.

Wer in Zentrumsnähe wohnen möchte, schaut sich bevorzugt in den Stadtteilen Sanderau, Vordere Zellerau, Unteres Frauenland und Steinbachtal um. Auch die Altstadt, Höchberg und Veitshöchheim sind beliebt.

Jobs Würzburg: Der Arbeitsmarkt

Nur rund 2.350 Menschen waren im Dezember 2019 ohne Job in Würzburg und offiziell arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent. Für eine Großstadt mit über 120.000 Einwohnern ist das ein ausgezeichneter Wert.

Einige Kilometer weiter nördlich in Schweinfurt gibt es immerhin 6,0 Prozent Arbeitslose. Für ganz Bayern beträgt die Quote allerdings nur 2,8 Prozent. Östlich in Nürnberg liegt die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent, westlich in Frankfurt am Main bei 5,0 Prozent.

Insgesamt sind in Würzburg 90.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze besetzt. Aber nicht jeder Job in Würzburg wird von einem Würzburger ausgeübt. Über 57.000 Menschen pendeln jeden Tag in die Stadt – Tendenz steigend. Aus der Stadt heraus pendeln dagegen „nur“ rund 18.000 Beschäftigte.

Jobs in Würzburg: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Das Medianeinkommen liegt in Würzburg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei 3.317 Euro im Monat. In ganz Deutschland liegt der Wert bei 3.209 Euro. Median sagt aus, dass die eine Hälfte der Gehälter darüber liegt und die andere Hälfte darunter.

Im nahen Aschaffenburg liegt das Medianeinkommen mit 3.327 Euro in etwa gleichauf. In Schweinfurt werden dagegen 3.962 Euro gezahlt, in Nürnberg 3.470 Euro, in Fürth 3.221 Euro. Frankfurt am Main kommt gar auf 4.182 Euro.

Würzburg liegt im „Dreiländereck“ Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Aus Gehaltsperspektive kann es gar keine günstigere Lage geben. Die drei Bundesländer liegen im Deutschlandvergleich auf den Plätzen 1, 2 und 3.

Fach- und Führungskräfte verdienen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 jährlich im Schnitt 65.296 Euro in Hessen, 62.375 Euro in Baden-Württemberg und 62.172 Euro in Bayern. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 hat noch höhere Werte berechnet. Xing kommt auf Durchschnittsgehälter für Fach- und Führungskräfte von 76.972 Euro in Hessen, 75.931 Euro in Bayern und 72.526 Euro in Baden-Württemberg. Von allen anderen Bundesländern springt nur Nordrhein-Westfalen (knapp) über die 70.000-Euro-Marke.

Und auch die Durchschnittsgehälter für alle Arbeitnehmer können sich sehen lassen. Laut gehalt.de liegen sie bei 51.345 Euro in Hessen, 48.870 Euro in Baden-Württemberg und 47.295 Euro in Bayern.

Jobs Würzburg: Die wichtigsten Arbeitgeber

Sie schaffen Jobs in Würzburg – das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Unterfranken:

  • S.Oliver Group (Mode)
  • Brose Fahrzeugteile (Automotive)
  • Koenig und Bauer (Druckmaschinen)
  • Flyeralarm (Online-Druckerei)
  • Stadt Würzburg
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Universitätsklinikum Würzburg
  • Fraunhofer-Institut für Silicatforschung
  • NKM Noell Special Cranes (Kranbau)
  • Mero-TSK International (Bauzulieferer)
  • Sektkellerei J. Oppmann
  • Duttenhofer (Versandhandel)
  • Vogel Communications Group
  • Fürstlich Castell’sche Bank
  • Richter und Frenzel (Großhandel)
  • Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH
  • Frankonia Handels GmbH
  • Gebrüder Götz (Versandhandel)
  • Garmin Würzburg (Navigationssysteme)
  • MT Industrietechnik (Zeitarbeit)
  • Bilfinger Noell (Nukleartechnik)
  • Va-Q-Tec (Dämmstoffe)
  • Stadtwerke Würzburg AG
  • SKZ (Kunststoff-Technologie)

Jobs Würzburg Studenten: So gelingt die Jobsuche

Jobs Würzburg StudentenWürzburg ist eine der attraktivsten Städte in Deutschland für Studenten. So klappt’s mit dem Nebenjob:

Jobs Würzburg: Karriereaussichten und Wirtschaft

Über allem thront die Festung Marienberg – und die altehrwürdige Julius-Maximilians-Universität. Über 28.000 Studenten besuchen die Hörsäle – in Jura, Philosophie oder im Medizinstudium. Die Würzburger Forschungslandschaft wird ergänzt durch das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) und das Süddeutsche Kunststoffzentrum. Jobs in Würzburg gibt es für Wissenschaftler nicht nur an der Uni.

Fast 65 Prozent der Wertschöpfung entfallen auf den Dienstleistungssektor. Weitere 22 Prozent werden durch Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation erwirtschaftet. Nur 12 Prozent gehen auf das Konto des produzierenden Gewerbes. Würzburg ist eine Dienstleistungsstadt mit vielen mittelständischen und hochspezialisierten Betrieben.

Die Fahne der Industrie hält insbesondere Automobilzulieferer Brose hoch. In Würzburg nahm Brose 2008 sein „Headquarter Antriebe“ in Betrieb und beliefert seitdem Audi, BMW, Fiat oder Ford mit Elektromotoren. Brose beschäftigt in Würzburg unter anderem Entwicklungsingenieure, Systemingenieure, Vertriebsingenieure, Technische Assistenten und Konstrukteure.

Diese Branchen schaffen die meisten Jobs in Würzburg:

  • Medizin- und Gesundheitswirtschaft
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Medien
  • Groß- und Einzelhandel
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Forschung und Entwicklung
  • Energie- und Umwelttechnik
  • Logistik
  • PC-Messtechnik

Weil die Stadt so breit aufgestellt ist, bietet sie vielfältige Chancen. Das sieht auch das Beratungsunternehmen IW Consult so, dass Würzburg in seinem Städteranking 2018 auf Platz 10 von 71 untersuchten Großstädten Deutschlands positionierte.

Vor allem der Arbeitsmarkt hat sich dank vieler neuer Jobs in Würzburg prächtig entwickelt. Würzburg zählt demnach zu den Top Ten in Deutschland für Jobsuchende.

Jobs Würzburg Uni: Freie Stellen nicht nur für Wissenschaftler

Jobs Würzburg UniDie Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Jobs in Würzburg gibt es an der Uni zum Beispiel in diesen Berufsbildern:

Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Würzburg ist eine klassische Studentenstadt. Zu Studentenpreisen wohnt man hier aber leider nicht. Von 2017 auf 2018 stiegen die Mietpreise laut Immowelt um sechs Prozent auf jetzt 10,50 Euro pro Quadratmeter.

Das ist zwar sehr viel weniger als in Frankfurt im Westen und Stuttgart im Süden, aber teurer als in Nürnberg im Osten. In der Frankenstadt mietet man sich schon für 10,10 Euro pro Quadratmeter ein.

Käufer müssen für eine Immobilie in Würzburg laut Immowelt mit 2.950 Euro pro Quadratmeter kalkulieren. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Schallmauer von 3.000 Euro durchbrochen wird.

Das haben andere Studentenstädte allerdings schon hinter sich. In Freiburg kauft man den Quadratmeter für sagenhafte 4.260 Euro, in Münster für 3.070 Euro und in Darmstadt für 3.280 Euro. Auch Nachbar Nürnberg kommt Käufer teurer zu stehen. Hier werden 3.110 Euro aufgerufen.

Insgesamt ist Würzburg eine Stadt mit hohem Preisniveau. Wenn man aber den Standort im Süden Deutschlands bedenkt, dann darf man die Lebenshaltungskosten sogar noch als moderat bewerten.

Das zeigt ein Vergleich von Financescout24. Wer in Würzburg 50.000 Euro im Jahr verdient, würde in Berlin nur rund 45.000 Euro benötigen, um den gleichen Lebensstandard zu haben. Sogar Lebensmittel sind in Berlin um 16 Prozent günstiger. In München aber bräuchte man 65.000 Euro – hauptsächlich der hohen Mieten wegen.

Kontaktdaten und Servicestellen in Würzburg

Sie wollen sich in Würzburg selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs Würzburg suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Das Finanzamt in Würzburg finden Sie hier.
  • Die Agentur für Arbeit Würzburg finden Sie hier.
  • Das Jobcenter Würzburg finden Sie hier.
  • Die IHK Würzburg-Schweinfurt finden Sie hier.
  • Die Handwerkskammer für Unterfranken finden Sie hier.
  • Jobs in Würzburg finden Sie in unserer Jobbörse.

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[Bildnachweis: Massimo Santi by Shutterstock.com]

Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern

Fangfragen Vorstellungsgespraech Beispiele

Fangfragen machen Spaß – aber nur dem, der sie stellt. Den Gefragten befördern sie direkt aufs Glatteis. Dabei wollen Ihnen Personaler, die im Vorstellungsgespräch eine Fangfrage servieren, gar nichts Böses. Sie wollen Ihre Spontanität, Improvisationskunst und Auffasungsgabe testen. Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Wie Sie Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern…

Fangfragen im Vorstellungsgespräch: Darum sind sie so beliebt

Fangfragen machen Spaß. Das ist die einfache Erklärung. Man könnte sogar meinen, sie befriedigen unsere sadistische Ader. Wie der Bewerber da zappelt und keucht, rot anläuft und stottert. Herrlich!

Aber das entspricht wohl in den seltensten Fällen der Realität. In den meisten erfüllen Fangfragen eine durchaus wichtige Funktion: Sie zeigen dem Personaler ganz konkret, wie ein Bewerber in Stresssituationen reagiert. Ob er kühlen Kopf bewahrt oder unter dem Druck zerbricht. Meistert er die Fangfrage mit Bravour, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch im Job cool bleibt.

Außerdem ist es ja so: Bewerber haben im Vorstellungsgespräch genügend Zeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Sie können ihre Selbstpräsentation aus dem Hut zaubern, ihre bisherigen Erfolge und Highlights darlegen und intelligente Rückfragen im Bewerbungsgespräch stellen. Routiniers kommen da kaum noch ins Schwitzen. Fangfragen aber bringen sie aus dem Konzept. Das ist ihr Sinn.

Das Unternehmen will schließlich wissen, wer und wie Sie wirklich sind. Er will nicht nur die Fassade kennenlernen, sondern auch das Interieur. Fangfragen sollen Rückschlüsse zulassen auf Ihre…

Fangfragen Bewerbungsgespräch: So reagieren Sie am besten

Zunächst mal: Nehmen Sie Ihrem Gesprächspartner fiese Fangfragen nicht übel. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass er Sie damit insgeheim aus dem Rennen kicken will. Er will Sie testen, ja. Aber er würde sich bestimmt darüber freuen, wenn Sie die Aufgabe bestehen. Immerhin ist er auf der Suche nach einem fähigen Mitarbeiter für sein Unternehmen.

Und merken Sie sich: Er oder sie will durch Fangfragen mehr über Ihre Persönlichkeit in Erfahrung bringen. Es geht also gar nicht darum, Fangfragen richtig oder falsch zu beantworten. Viel wichtiger ist, wie Sie reagieren, wie Sie mit der Herausforderung umgehen.

Es ist übrigens auch gar nicht schlimm, wenn Sie erstmal mit einem herzhaften Oh nein oder Ach du Schande auf eine gestellte Fangfrage reagieren. Das macht Sie menschlich. Niemand freut sich über fiese Fragen im Vorstellungsgespräch.

Beherzigen Sie im Umgang mit Fangfragen vor allem diese vier Tipps…

Auf fiese Fragen richtig reagieren: 4 Tipps

Das sollten Sie beachten, wenn Sie der Personaler im Vorstellungsgespräch mit Fangfragen konfrontiert:

  1. Nicht auswendig lernen

    Wenn der Personaler Pech hat, muss er einem Bewerber zuhören, der seine Sätze zuhause auswendig gelernt hat. Ermüdend! Er will aber auch wissen, wie dieser in Alltagssituationen reagiert. Kramen Sie also nicht irgendwelche Standardfloskeln aus Ihrem Zauberkasten hervor. Bleiben Sie authentisch und antworten Sie spontan.

  2. Ehrlich bleiben

    Wenn der Bewerber genau das sagt, von dem er glaubt, dass es der Personaler hören will – dann merkt dieser das sofort. Als Bewerber dürfen Sie auch gerne überraschen, mit einer Prise Humor, Witz, Spontanität. Wenn Sie also einen Gag parat haben, der als Antwort auf eine Fangfrage wie die Faust aufs Auge passt, dann bringen Sie ihn. Wer eine provokative Frage stellt, verträgt auch eine mutige Antwort.

  3. Offen sein

    Ein einziger Satz als Antwort, das könnte zu wenig sein. Immerhin erfodert so eine Fangfrage intensives Nachdenken. Bei Brainteasern denken Sie ruhig laut. Wie nähern Sie sich der Lösung? Das ist oft wichtiger als die Lösung selbst. Aber es kann auch nach hinten losgehen, wenn Sie Ihre Gedankengänge offenlegen, diese aber wirr und unlogisch sind…

  4. Zeit lassen

    Ein rhetorischer Kniff, den Profis gerne anwenden: Sie machen eine Pause. Das dürfen Sie als Bewerber auch. Lassen Sie sich von einer Fangfrage nicht hetzen oder unter Zeitdruck setzen. Überlegen Sie in Ruhe und setzen sie dabei Ihr Pokerface auf. Natürlich sollten Sie Ihren Gesprächspartner nicht minutenlang warten lassen. Aber übereilt irgendetwas zu sagen, nur um irgendetwas zu sagen – dabei kommt meist nichts Gutes raus.

Die 29 besten Fangfragen im Bewerbungsgespräch

Hier sind die 29 besten Fangfragen im Vorstellungsgespräch – und wie Sie darauf reagieren können:

  1. Wenn Sie sich mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, welches wäre das?

    Das ist eine Fangfrage für Anfänger. Immerhin gibt es eine Menge Adjektive, die in Frage kommen. Ambitioniert. Ehrlich. Neugierig. Offen. Verantwortungsbewusst. Auf der einen Seite ist klar, dass Sie ein positives Attribut wählen sollten. Aber es macht einen Unterschied, welches das ist. Wenn der Bewerber etwa das Wörtchen intelligent nennt, könnte ihm das schon wieder als großkotzig ausgelegt werden. Und was soll der Personaler mit mutig anfangen? Sensibel wiederum würde – obwohl es sich um eine positive Eigenschaft handelt – Zweifel daran aufkommen lassen, ob Sie der Herausforderung im Job gewachsen sind.

  2. Sie stecken in einem Aufzug in der 13. Etage fest. Um die Tür öffnen zu können, müssen Sie den richtigen Knopf von insgesamt 20 drücken. Sie haben nur einen Versuch. Was würden Sie tun?

    Zunächst mal können Sie darauf aufmerksam machen, dass es die 13. Etage in Hochhäusern gar nicht gibt. Aberglaube! Nun aber könnte der pfiffige Personaler einwenden, dass die 13. Etage eben diejenige ist, die über der 12. Etage liegt – völlig egal, wie sie beschriftet ist. Was sagen Sie dann? Ganz einfach: Sie drücken den Notrufknopf. Mit dem kommen Sie wieder aus dem Fahrstuhl – und der Fangfrage – heraus.

  3. Was sollen die Leute einmal über Sie sagen, wenn Sie dieses Unternehmen wieder verlassen?

    Eine Frage, die die zeitlichen Abläufe scheinbar auf den Kopf stellt. Sie haben den Job noch gar nicht, sollen sich aber schon über Ihren Abgang Gedanken machen. Unbedingt zum Ausdruck sollten Sie bringen, dass es Ihnen nicht nur um Geld und Lebensunterhalt geht, sondern dass Sie auch etwas erreichen wollen.

  4. Was haben Sie an Ihrem alten Job gehasst?

    GEHASST haben sie natürlich gar nichts. Aber es gab Dinge, die weniger attraktiv waren. Die sollten Sie aber auf keinen Fall an bestimmten Personen festmachen. Nicht lästern! Entscheidungswege, die man irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte. Oder der Zeitpunkt, an dem man merkte, dass man sich nicht mehr weiterentwickeln oder etwas verändern kann. Das könnten gute Antworten auf derartige Fangfragen sein.

  5. Sind Sie eher der Anführer oder der Ausführer?

    Die meisten würden wohl mit Anführer antworten. Auch weil sie glauben, dass dies die erwünschte Antwort ist. Aber dann müssen Sie auch belegen, warum Sie ein Anführer sind. Welche Führungspositionen haben Sie denn bisher ausgefüllt und mit welchem Erfolg? Und falls sie bislang noch keine Personalverantwortung hatten: Wie kommen sie dann dazu, sich selbst als Anführer zu bezeichnen? Das sollten Sie bei derartigen Fangfragen beantworten können.

  6. Worauf waren Sie zuletzt stolz?

    Stolz gilt heutzutage nicht gerade als Tugend. Sie ist etwas für die Eitlen und Unbescheidenden und Selbstbezogenen, heißt es. Falsch! Sie können auf Ihre Kinder stolz sein oder darauf, dass Ihre Frau so schöne Haare hat. Stolz ist etwas ganz Natürliches. In diesem Kontext ist es allerdings besser, Sie binden einen Erfolg aus Ihrem Arbeitsleben ein. Eine Errungenschaft, für die Sie sich wirklich ins Zeug gelegt haben. Beispiel: Drei Jahre hat unser Architektenteam an dem Gebäude gearbeitet. Als es dann endlich stand, hat uns das wahrlich mit Stolz erfüllt.

  7. Wenn Sie der Titelheld eines Magazins sein könnten, welches würde das sein?

    Eine originelle Antwort: „NICHT der Playboy.“ Geistreiche Antwort: „FAZ – dahinter steckt ja bekanntlich immer ein kluger Kopf.“ Noch besser: „Das Time Magazine – als Person des Jahres.“ Obwohl das für manche vielleicht schon wieder zu selbstbewusst klingt. Dass Sie nicht die Apotheken Umschau nennen, sollte aber einleuchten. Wenn Ihnen hingegen gar kein Medium einfällt, spricht das nicht für Ihre Kreativität (und Allgemeinbildung).

  8. Wie geht es Ihnen heute Vormittag?

    Gut, aber ich bin leicht nervös. Das dürfte die Standardantwort sein. Banal ist die Frage übrigens keineswegs. Wenn der Bewerber halbherzig Jaja, geht schon murmelt, wirkt das irgendwie uninspiriert. So angeödet könnte er dann auch auf Kollegen und Kunden wirken. Darum: Hauptsache, Sie bringen die Antwort auf derlei Fangfragen mit ein wenig Charme rüber. Dann spielt es auch keine Rolle, WAS Sie sagen.

  9. Warum haben Sie eigentlich nicht Ihr eigenes Unternehmen?

    Eine Fangfrage, die schon existenzielle Dimensionen hat. Und sie erfordert eine Gratwanderung. Unternehmertum steht synonym für Verantwortung, Ehrgeiz, Innovationskraft – alles Attribute, die jeder Arbeitgeber schätzt. Andererseits sollten Sie nicht das Bild vermitteln, dass Sie nur auf den perfekten Zeitpunkt für den Absprung warten.

  10. Was ist das Lustigste, das Ihnen je passiert ist?

    Mit der Frage schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen testet der Personalverantwortliche, wie spontan der Bewerber ist. Fällt diesem überhaupt nichts ein, spricht das nicht gerade für seine Spontaneität. Außerdem merkt er, welche Art von Humor der Kandidat hat. Basiert er auf Schadenfreude oder ist er feinsinnig?

  11. Wann haben Sie sich das letzte Mal über alle Regeln hinweggesetzt?

    Regelbrecher – das klingt nach Hollywood, nach dem einsamen Wolf, der sein Ding durchzieht. So wollen wir doch alle sein! Nur wer die Regeln bricht, ist zu Höherem berufen, kann Außerordentliches schaffen, nicht wahr? Naja, nicht ganz. Einen notorischen Querulanten will kein Unternehmen in den eigenen Reihen haben. Es kommt also stark darauf an, wann und wo und warum Sie die Regeln gebrochen haben – und ob Sie das gut erklären können.

  12. Was sind Ihre 10 größten Schwächen?

    Vor der Frage nach den Schwächen hat jeder Bewerber Bammel. Dass jeder welche hat, ist klar. Darum darf man auch ruhig eine oder zwei Schwächen klar benennen. Aber gleich zehn? Darauf sollten Sie sich nicht einlassen. Bleiben Sie bei der einen Schwäche, die Sie sich vorher überlegt haben. Vielleicht fallen Ihnen spontan noch ein oder zwei kleinere Makel ein, die Sie scherzhaft anbringen können (Ich esse viel zu gerne Schokolade. Ich brauche morgens so lange vor dem Spiegel). Aber dann ist Schluss.

  13. Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?

    Sie gehört in die Kategorie Fangfragen light. Aber die Antwort verrät doch etwas über Ihren Charakter. Je nachdem, ob Sie Superman, Wonder Woman oder Spiderman auswählen, offenbart sich dem Fragesteller, was Ihnen insgeheim wichtig ist. Und mit wem Sie sich identifizieren. Aufschlussreich!

  14. Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?

    Als Erstes meinen Job kündigen! Das sagen Sie natürlich nicht. Unternehmen schätzen Kandidaten, die intrinsisch motiviert sind. Die etwas verändern und ihre Ziele erreichen wollen – unabhängig vom Faktor Geld. Sie müssen andererseits aber auch nicht den Samariter spielen und alles für wohltätige Zwecke spenden wollen. Die Mischung aus Anlegen, Investieren und Verschenken macht’s.

  15. Mit welcher Eigenschaft ecken Sie regelmäßig an?

    Eine fiese Frage! Sie ist die Frage nach den Schwächen, nur in anderem Gewand. Dabei kann sich auch eine Eigenschaft herauskristallisieren, die man gar nicht als Schwäche ansieht, Selbstbewusstsein zum Beispiel. Wenn Sie mit gar keiner antworten, dann provozieren Sie direkt die Folgefrage: Sie haben also gar keine Ecken und Kanten? In diese Schublade möchte man schließlich auch nicht gesteckt werden…

  16. Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?

    Der Personaler wartet Ihre Reaktion ab. Sind Sie verärgert? Pikiert? Beleidigt? Sie sollten jetzt nicht mit einer Retourkutsche antworten wie: Einen Kopf größer als Sie bin ich ja immerhin schon. Das zeigt nur, dass Sie über sich selbst nicht lachen können. Lächeln Sie die Spitze weg und erzählen dann etwas über Ihre Motivation, Träume und Ziele.

  17. Welche positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

    Noch eine subtile Strategie, um die Schwächen des Kandidaten auszuleuchten. Wenn Sie sagen, Ihnen fehle gar keine positive Charaktereigenschaft, wirkt das anmaßend und unreflektiert. Aber was können Sie auf solcherlei Fangfragen antworten? Am besten nennen Sie positive Eigenschaften, die Sie in der angestrebten Stelle nicht zwingend benötigen. Beispiel: Ich bin nicht so der ordentliche Typ. Für einen Kreativen wäre das völlig ok. Oder: So richtig mutig bin ich leider nicht. Muss man als Buchhalter auch nicht sein. Es gibt aber auch Eigenschaften, die Sie besser verschweigen. Ich bin unehrlich oder Ehrgeizig bin ich eigentlich gar nicht – das ist im Jobinterview unverzeihlich.

  18. Welche Bücher haben Ihr Leben am meisten beeinflusst?

    Kulturbanause an Bord? Auch in Zeiten von Smartphone und Netflix sollten Sie das eine oder andere Buch schon nennen können. Aber bitte nicht Fifty Shades of Grey (ordinär) oder im Spaß das Lustige Taschenbuch (infantil). Wenn Ihnen gar nichts anderes einfällt, nehmen Sie ein Werk aus der Schule (Goethes Faust?), über das Sie eine wichtige Klausur geschrieben haben. Grundsätzlich bieten sich Biographien an.

  19. Welche Macken und Marotten haben Sie?

    Unter normalen Umständen sollten Sie aus dieser Geschichte heil herauskommen. Zum Beispiel so: Ich führe sehr gerne Selbstgespräche. Oder: Ich drücke IMMER dreimal die Snooze-Taste, bevor ich aufstehe. Es sei denn, Ihnen rutscht etwas wirklich Peinliches heraus. Ich rauche nach dem Sex immer eine Zigarette. Das will keiner wissen, bitte nicht!

  20. Sind Sie nicht etwas unerfahren für den Job?

    Wenn Sie der Personaler so piekt, fassen Sie das bitte nicht als Beleidigung auf. Er will Sie mit seinen Fangfragen nur aus der Reserve locken. Manchmal ist Aggression aber auch eine Hilfe. Wenn Sie innerlich kochen, dann schießen die Argumente nur so aus Ihnen heraus. Sagen Sie ihm klipp und klar (sachlich, aber bestimmt), warum Sie der Mann oder die Frau für den Job sind – und warum Sie die notwendige Erfahrung sehr wohl haben.

  21. Erklären Sie einem Blinden die Farbe Lila.

    In der Tat eine schwierige Aufgabe. Vollkommen klar, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht. Sondern um Ihre Lösungsfindung. Wie kreativ sind Sie, wie gehen Sie vor? Außerdem zeigt Ihre Antwort auf die Fangfrage, ob Sie in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Killer-Skill Empathie! Negativ fallen sie dagegen auf, wenn Sie über ein Äh, öhm, ja, keine Ahnung… nicht hinauskommen.

  22. Was haben Sie heute Vormittag gefrühstückt?

    Bei derartigen Fangfragen sollten Sie Ihren Charme spielen lassen. Wer schulterzuckend signalisiert, dass er von dieser Art Frage nichts hält, zeigt fehlende Reflektion und Sensibilität. Der Personaler will Sie nicht ärgern, aber kitzeln. Im Grunde ist es ihm schnurzpiepegal, ob Sie zwei hartgekochte Eier oder einen Quark mit Müsli gefrühstückt haben. Er will wissen, wie sie mit so einer Frage umgehen, ob Sie die hohe Kunst der Konversation beherrschen.

  23. Haben Sie einen IQ von mehr als 130?

    Eine Fangfrage, die Google angeblich gerne stellt. Die Mehrheit der Menschen hat einen IQ zwischen 85 und 115. Wer darüber liegt, hat einen „hohen IQ“. Mit einem Intelligenzquotienten von mehr als 130 gilt man sogar als hochbegabt. In diese Kategorie fallen in Deutschland lediglich zwei Prozent der Bevölkerung. Was also will der Personaler mit dieser Fangfrage bezwecken? Er will wissen, wie und ob der Bewerber ein gesundes Understatement pflegt oder unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Ein einfaches Ja ist daher die denkbar schlechteste Antwort (unabhängig davon, ob sie der Wahrheit entspricht). Der Kandidat muss es wohl nötig haben, sich selbst zu erhöhen – oder er hat einfach keinen Sinn für Humor. So käme das Ja rüber. Eine solide Antwort wäre: Ich kenne meinen IQ gar nicht. Ich hoffe aber, dass er nicht allzu weit unten liegt. Oder eine Antwort für Spaßvögel, die sie mit Ironie vortragen können: Jaha. Ich bin so schlau, ich könnte Einstein Nachhilfeunterricht geben.

  24. Was sollen wir heute zu Mittag essen?

    Eine denkbare Fangfrage, wenn der Bewerber zum Kennenlerngespräch ins Restaurant eingeladen wird. Für Arbeitgeber durchaus zu empfehlen. Vielleicht lässt sich der Kandidat zu keiner konkreten Aussage hinreißen und antwortet: Was immer Sie mögen. Oder: Ich bin für alles offen. Oder: Das ist mir egal. Sehr nachvollziehbare Antworten, aber unbefriedigend. Viel spannender wäre es doch, der Kandidat würde Farbe bekennen und eine klare Ansage machen. Nach dem Motto: Also, ich persönlich hätte Lust auf Mexikanisch. Oder: Was halten Sie von Sushi? Oder auch: Pizza. Damit wird jeder glücklich. So zeigen Sie Führungsqualitäten und dass Sie vor Entscheidungen nicht zurückschrecken.

  25. Sind Sie inkompetent und faul?

    Eine Fangfrage, die sich an der Grenze zur Dreistigkeit bewegt. Ironiebegabte könnten natürlich so antworten: Leider viel zu oft! Oder so: Ja, ich fürchte, das bin ich wirklich manchmal. Klar ist, dass Sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Der Personaler will wissen, wie Sie in dieser Stresssituation reagieren, wie schnell Sie schalten und eine befriedigende Lösung finden. Eine wie: Eigentlich bin ich ziemlich clever und aktiv. Fast immer.

  26. Wie ehrlich sind Sie?

    So könnte man auf solche Fangfragen antworten: Ich bin immer hundertprozentig ehrlich! Klingt erhaben, aber wer glaubt Ihnen das? Sie greifen also nicht einmal auf eine klitzekleine Notlüge zurück, wenn es sein muss? Und was sagt das über Sie aus? Sie sehen: Ganz so einfach ist diese Fangfrage gar nicht zu beantworten. Vielleicht so: Ehrlichkeit ist für mich eine der wichtigsten Tugenden überhaupt – sowohl privat als auch beruflich. Ich will aber gar nicht bestreiten, dass ich in meinem Leben auch schon mal auf die eine oder andere kleine Notlüge zurückgreifen musste.

  27. Sind Sie ein glücklicher Mensch?

    Manche Fangfragen gehen ins Persönliche, so wie diese. Der Interviewer will etwas über die Grundeinstellung des Kandidaten erfahren. Hat er eine positive Weltsicht oder eine negative? Welche Wertvorstellungen teilt er? Jetzt einfach nur mit dem Hinweis zu antworten, man sei total happy mit seinem Leben, ist nicht befriedigend, fast schon oberflächlich. Eine Top-Antwort wäre: Ja, ich bin ein glücklicher Mensch. Das war aber nicht immer so. Ich hatte schwierige Zeiten zu überstehen und weiß heute sehr genau, dass man jeden Tag hart für sein Glück arbeiten muss.

  28. Was mögen Sie an der Menschheit am wenigsten?

    Jetzt bitte keine Schimpftirade loslassen. Credo: Die Welt ist so schlecht und ungerecht. Und die Menschen sind alle so böse und gewalttätig und zerstören die Umwelt und und und… Mag ja alles sein, ist aber eine sehr eindimensionale Sicht. Ihre Antwort auf diese Fangfrage verrät, ob Sie einen gewissen Intellekt mitbringen, ob Sie sich grundlegende Gedanken machen und welche Prioritäten Sie setzen. Eine pointierte, argumentativ starke Antwort ist besser als ein plumper Rundumschlag.

  29. Welches Geschenk haben Sie zuletzt jemandem gemacht?

    Meiner Frau einen Gutschein geschenkt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch, die Antwort relativ schlecht. Sie zeugt von Einfallslosigkeit. Dabei will der Personaler ja wissen, ob Sie kreativ sind. Vor allem aber, wie wichtig Ihnen andere Menschen sind, ob Sie empathisch sind und an Ihren zwischenmenschlichen Beziehungen arbeiten. Eine simple, aber effektive Antwort: Ich habe meiner Frau Blumen geschenkt. Oder: Eine Lego-Feuerwehrstation für meinen Sohn. Dies zeigt, dass Sie (hoffentlich) glücklich verheiratet sind und einen familiären Rückhalt haben. Unternehmen mögen das. Möglich auch: Etwas Selbstgebasteltes für meine ehemaligen Kollegen beim Abschied. So signalisieren Sie, dass Sie ein Teamplayer waren und mit allen gut zurechtkamen. Was gar nicht geht: Ich habe leider lange niemandem mehr ein Geschenk gemacht. Auch mies: Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern.

15 irre Fangfragen zum Download

Fangfragen zum DownloadNoch mehr Fangfragen gefällig? 15 irre Fangfragen zum Herunterladen und Üben finden Sie Fangfragen-im-Vorstellungsgespräch-die-besten (PDF-Dokument).

10 Fangfragen für Bewerber: Drehen Sie den Spieß um!

Heutzutage haben Bewerber mehr Verhandlungsspielraum als früher – vorausgesetzt, Sie arbeiten in Branchen und Berufen, in denen der Bewerbermangel groß ist. Dabei kann es sich um Softwareentwickler oder Fleischer handeln, um Bauingenieure oder Klempner.

Zählen Sie dazu? Dann drehen Sie den Spieß im Vorstellungsgespräch doch einfach mal um – und konfrontieren den Interviewer Ihrerseits mit einer Fangfrage.

Fangfragen im Vorstellungsgespräch – hier sind 10 Vorschläge für Bewerber:

  • Was stört Sie an Ihrem Chef am meisten?
  • Was stört Sie an Ihrem Arbeitgeber aktuell am meisten?
  • Basierend auf Ihren eigenen Erfahrungen – was sollte ich in den ersten 100 Tagen im Job auf keinen Fall tun?
  • Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich zu einer Führungskraft entwickelt haben?
  • Was ist der größte Fehler, den man hier begehen kann?
  • Was würde passieren, wenn ich meinen Chef schon in der ersten Woche kritisiere?
  • Worauf kann das Unternehmen wirklich stolz sein?
  • Wo bestellen die Mitarbeiter immer ihr Essen, wenn sie Überstunden machen müssen – beim Italiener oder beim Chinesen?
  • Wo fand Ihre letzte Weihnachtsfeier statt?
  • Was hat dieses Unternehmen aus seinem letzten größeren Fehler gelernt?

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[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

Arbeitszeugnis: Muster, Geheimcode, Noten, Beispiel

Arbeitszeugnis-Codes-Formulierungen-Noten

Das Arbeitszeugnis ist ein wichtiges Dokument. Es kann im Einzelfall über Wohl und Wehe der gesamten Berufslaufbahn entscheiden. Daran ändert auch nichts, dass ein Arbeitszeugnis per Gesetz wohlwollend sein MUSS. Es gibt Formulierungen, die nur oberflächlich gut klingen. Nicht alle Codes sind jedem Arbeitnehmer bekannt. Aber auch für Unternehmer können Arbeitszeugnisse brisant sein – zum Beispiel dann, wenn sie sich nebenbei als Sugardaddys austoben…

Arbeitszeugnis entschlüsseln: Wie es geht

Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert sein – darum liest sich so gut wie jedes Zeugnis auf den ersten Blick ganz gut. Wer aber mit geschärftem Blick darauf schaut, kann oft die eine oder andere Verstimmung herauslesen. Dabei wollen wir Ihnen helfen.

Denn: All Ihre Arbeitszeugnisse werden Sie über Ihr gesamtes Berufsleben hinweg begleiten. Jede neue Bewerbung bringt Ihre Zeugnisse abermals ans Licht.

Auch sind Arbeitszeugnisse bei Personalverantwortlichen überaus beliebt. Es lässt sich eine Menge aus ihnen herauslesen. Mitunter bilden Arbeitszeugnisse auch ein Kontrastprogramm zu den – durch die Bank – überschwänglichen Bewerbungsschreiben.

Denn das Arbeitszeugnis stammt – in den meisten Fällen jedenfalls – aus der Feder eines Dritten. Es ist also unabhängig. Auf diese 5 Aspekte achten Personalmanager in einem Arbeitszeugnis am meisten:

  • Formale Kriterien
  • Kompetenzen des Bewerbers
  • Übereinstimmung mit dem tabellarischen Lebenslauf
  • Zeugniscodes und Warnsignale
  • Leistungen im Zeitverlauf

Arbeitszeugnis Bewertung: Welche Note Ihr Zeugnis hat

Ein Arbeitszeugnis ist einem Schulzeugnis gar nicht so unähnlich. Denn auch Arbeitszeugnisse enthalten Noten. Nur werden diese besser versteckt.

Beispielsweise deuten Begriffe wie stets, zur vollsten Zufriedenheit oder zur vollen Zufriedenheit auf gute Noten hin.

Wenn Sie dagegen das Wörtchen bemüht in Ihrem Arbeitszeugnis ausfindig machen, sollten Sie hellhörig werden. Es bedeutet meist nichts Gutes.

Arbeitszeugnis Bewertung – so erkennen Sie Ihre Note im Arbeitszeugnis:

Sie/er erfüllte ihre/seine Aufgaben…

  • stets zur vollsten Zufriedenheit – Note 1
  • stets zur vollen Zufriedenheit/zur vollsten Zufriedenheit – Note 2
  • zur vollen Zufriedenheit – Note 3
  • zur Zufriedenheit – Note 4
  • im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit – Note 5
  • sie/er hat sich bemüht – Note 6

Arbeitszeugnis Noten: Von sehr gut bis mangelhaft

Ein Arbeitszeugnis zu entschlüsseln ist tricky: Manchmal sind es nur sprachliche Feinheiten, die ein erstklassiges Papier von einer Demütigung unterscheiden. Hier haben wir die wichtigsten Codes im Arbeitspapier für Sie zusammengetragen:

Arbeitszeugnis: Note 1

  • Sie/er erledigte ihre/seine Aufgaben stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Sie/er erzielte hervorragende Arbeitsergebnisse und legte ein außergewöhnliches Engagement an den Tag.
  • Sie/er verfügt über ausgezeichnete und fundierte Fachkenntnisse.
  • Sie/er verstand es, die Kollegen in allerbester Weise zu überzeugen und zu motivieren.
  • Sie/er war in höchstem Maße zuverlässig.
  • Sie/er war im Umgang mit Mitarbeitern und Vorgesetzten stets freundlich, zuvorkommend und korrekt.
  • Mit ihren/seinen Leistungen war unser Unternehmen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden.
  • Sie/er hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und in allerbester Weise entsprochen.
  • Sie/er verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Dies bedauern wir außerordentlich.

Arbeitszeugnis: Note 2

  • Sie/er erledigte die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Sie/er arbeitete stets zuverlässig und äußerst gewissenhaft.
  • Sie/er zeigte hohes Engagement und erzielte beste Arbeitsergebnisse.
  • Sie/er zeigte stets überdurchschnittliche Initiative und Arbeitsqualität.
  • Ihr/sein Verhältnis zu Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden war stets einwandfrei.
  • Sie/ er hat den Erwartunen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.

Arbeitszeugnis: Note 3

  • Sie/er erledigte die zugeteilten Arbeiten systematisch und zufriedenstellend.
  • Sie/er arbeitete gewissenhaft und zuverlässig.
  • Sie/er war bei der Arbeit sorgfältig und genau.
  • Sie/er zeigte Initiative und Engagement.
  • Sie/er verfügt über solide Fachkenntnisse.
  • Ihr/sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war vorbildlich.
  • Sie/ er erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.
  • Mit ihren/seinen Leistungen waren wir jederzeit zufrieden.

Arbeitszeugnis: Note 4

  • Sie/er erledigte die ihr/ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit.
  • Sie/er erledigte alle übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß.
  • Sie/er hat unseren Erwartungen entsprochen.
  • Sie/er zeigte keine Unsicherheiten bei der Ausführung der Aufgaben.
  • Ihre/seine Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen.
  • Sie/er erledigte alle Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit.
  • Sie/er war immer mit Interesse bei der Sache.
  • Ihr/sein persönliches Verhalten war insgesamt einwandfrei.
  • Mit ihren/seinen Leistungen waren wir zufrieden.

Arbeitszeugnis: Note 5

  • Sie/er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.
  • Sie/er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.
  • Sie/er bemühte sich um zuverlässige Arbeitsweise.
  • Sie/er war den Belastungen gewachsen.
  • Sie/er erledigte die Arbeiten mit Fleiß und dem Willen, sie termingerecht zu beenden.
  • Sie/er entsprach im Allgemeinen den Anforderungen.
  • Sie/er hat unseren Erwartungen weitestgehend entsprochen.
  • Sie/er war in der Regel erfolgreich.
  • Sie/er legte nach Anleitung Fleiß und Ehrgeiz an den Tag.
  • Ihr/sein Verhalten war ohne Tadel.
  • Sie/er hat unseren Unternehmen großes Interesse entgegengebracht.
  • Sie/er verlässt unser Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis oder einfaches Arbeitszeugnis?

Die meisten der oben genannten Formulierungen bekommen Sie nur zur Gesicht, wenn Ihnen der Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellt. In einem einfachen Arbeitszeugnis werden Sie Geheimcodes in der Regel nicht entdecken.

Was ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis? Das qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält wesentlich mehr Informationen und eine Beurteilung des Arbeitnehmers. Seine Bedeutung entspricht einem Schulzeugnis. Eine gute Note im Arbeitszeugnis erleichtert die künftige Jobsuche, eine schlechte Note erschwert sie. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis umfasst zwingend diese Inhalte:

  • Name des Arbeitgebers
  • Datum
  • Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort des Arbeitnehmers
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Beschreibung der Tätigkeit des Arbeitnehmers
  • Beurteilung der Leistung des Arbeitnehmers

Der Unterschied zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis besteht zusammengefasst darin:

  • Einfaches Zeugnis: Es beinhaltet ausschließlich sachliche und objektiv nachprüfbare Fakten wie den Zeitraum und die Art und Erfüllung der Aufgaben.
  • Qualifiziertes Zeugnis: Hier kommt neben den nackten Fakten auch die Beurteilung zur Sprache. Wie war die Leistung des Arbeitnehmers? Was für ein Sozialverhalten hat er an den Tag gelegt?

Haben Arbeitnehmer Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?

Qualifiziertes Arbeitszeugnis AnspruchGrundsätzlich haben Arbeitnehmer bei Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses Anspruch auf Erteilung eines schriftlichen Arbeitszeugnisses. Sollte der Arbeitgeber Ihnen ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verweigern, können Sie ihn vor dem Arbeitsgericht verklagen.

Es gibt aber Ausnahmen: Arbeitnehmer, die nur wenige Tage oder Wochen beschäftigt waren, haben unter Umständen keinen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Auch eine Kündigung in der Probezeit wirft die Frage auf, ob ein Anspruch besteht. Oft muss sie von Gerichten geklärt werden.

Arbeitszeugnis Formulierungen: Auf diese kommt es an

Wenn Sie Ihr Arbeitszeugnis in Händen halten, kommen Sie sicher nicht auf die Idee, der Personaler hätte Ihnen gegenüber Vorbehalte. Das ist aber gut möglich. Denn die Geheimcodes und versteckten Chiffren, die in Zeugnissen lauern, lesen sich oberflächlich gar nicht so übel.

Es gibt viele solcher Geheimbotschaften, die Unternehmen vor einem Kandidaten warnen sollen (siehe auch dieses PDF).

Tipp für Arbeitnehmer: Achten Sie darauf, ob eine Aussage doppeldeutig sein kann. Einige Beispiele:

  • Sie hat Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen.
    Übersetzung: Die Dame ist eine Diva.
  • Er war bei den Kunden überaus beliebt.
    Übersetzung: Der Typ kann nicht verhandeln.
  • Sie bemühte sich, den Anforderungen des Unternehmens gerecht zu werden.
    Übersetzung: Sie ist praktisch nicht zu gebrauchen.
  • Sie verfügt über ein sehr gutes Einfühlungsvermögen und konnte sich in die Belange der Belegschaft sehr gut hineinversetzen.
    Übersetzung: Die Frau flirtete unentwegt.
  • Er war sehr gesellig, was zur Verbesserung des Betriebsklimas beitrug.
    Übersetzung: Der Mann ist dem Alkohol nicht abgeneigt.
  • Mit großem Elan machte sie sich an ihre Aufgaben.
    Übersetzung: Sie verursachte nichts als Chaos.
  • Er war sehr tüchtig und in der Lage, seine Meinung zu vertreten.
    Übersetzung: Der Mann kann keine Kritik vertragen.
  • Sie legte eine erfrischende Art im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten an den Tag.
    Übersetzung: Sie ist etwas zu forsch und hat keine Manieren.
  • Er war sehr umgänglich und kontaktbereit.
    Übersetzung: Bei den Kollegen war er äußerst unbeliebt.
  • Sie war durch ihre Pünktlichkeit ein gutes Beispiel.
    Übersetzung: Mehr als pünktlich war sie aber leider nicht.
  • Er verstand es, seine Aufgaben erfolgreich zu delegieren.
    Übersetzung: Ein Faulpelz, der andere für sich arbeiten lässt.
  • Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis und Interesse.
    Übersetzung: Gearbeitet hat sie deswegen noch lange nicht.
  • Wir wünschen ihr alles Gute und Gesundheit!
    Übersetzung: Es kam mehr als einmal vor, dass sie krankheitsbedingt gefehlt hat.
  • Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und vor allem Erfolg.
    Übersetzung: Erfolg hatte er hier nämlich keinen.

Formulierungen Arbeitszeugnis: Noch mehr Beispiele

Kennen Sie schon diese Formulierungen im Arbeitszeugnis? Karrieresprung sagt Ihnen, was sie in Wahrheit bedeuten:

  • Bei unseren Kunden war er sehr beliebt.
    Übersetzung: Er machte in Verhandlungen zu viele Zugeständnisse.
  • Sie hatte die Gelegenheit, sich viel Fachwissen anzueignen.
    Übersetzung: Sie hätte sie nur nutzen müssen.
  • Er brachte Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen mit.
    Übersetzung: Mit seiner großen Klappe wollte er seine Ahnungslosigkeit kaschieren.
  • Innerhalb und außerhalb des Unternehmens trat er engagiert für die Interessen der Kollegen ein.
    Übersetzung: Er war aktives Mitglied der Gewerkschaft.
  • Alle Aufgaben löste er in seinem Interesse und dem der Firma.
    Übersetzung: Er hat geklaut und schwere Vergehen begangen.
  • Alle Aufgaben erledigte er pflichtbewusst und ordnungsgemäß.
    Übersetzung: Nur leider ohne jede Eigeninitiative.
  • Großes Einfühlungsvermögen bewies er für die Belange der Belegschaft.
    Übersetzung: Er war ständig auf der Suche nach Sexualkontakten.
  • Er war außerordentlich tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.
    Übersetzung: Ein Angeber und Wichtigtuer.
  • Ihr Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war vorbildlich.
    Übersetzung: Sie hatte Probleme mit dem Chef (weil der erst nach den Kollegen erwähnt wird).
  • Seinen Mitarbeitern gegenüber war er jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter.
    Übersetzung: Er verfügt über keinerlei Autorität.
  • Ihre Aufgaben verstand sie erfolgreich zu delegieren.
    Übersetzung: Eine Faulenzerin vor dem Herrn.
  • Sie arbeitete mit größter Genauigkeit.
    Übersetzung: Eine langsam arbeitende Pedantin und Erbsenzählerin.

Zeugnissprache entschlüsseln: So geht’s

Vorweg: Nicht jede unglückliche Formulierung entspringt der Boshaftigkeit Ihres Arbeitgebers. Manchmal ist es reiner Zufall oder es stecken Schusseligkeit oder Eile dahinter. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an, wenn Sie das Gefühl haben, dass ihm ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen ist.

In manchen Fällen aber steckt pure Absicht hinter einer bösen Botschaft. Wenn der Chef dem alten Mitarbeiter partout noch einen Knüppel zwischen die Beine werfen und ihm per Arbeitszeugnis nachträglich einen verbalen Hieb verpassen will.

Deshalb hier noch ein paar Hinweise, wie Sie Codes im Arbeitszeugnis durchschauen können:

  1. Fehlende Bewertung

    Was erwarten Sie von einem Art Director? Kreativität und Teamfähigkeit natürlich. Und von einem Controller? Akkuratesse und Sorgfalt sind sicher nicht ganz unwichtig. Wenn diese entscheidenden Bewertungen im Arbeitszeugnis fehlen, könnte Absicht dahinterstecken. Ein Arbeitgeber, der einem Mitarbeiter kein gutes Zeugnis gönnt, lässt die Aussagen zur entscheidenden Qualifikation einfach weg. Darum: Wichtig ist nicht nur, was im Zeugnis steht, sondern auch, was fehlt!

  2. Betonung von Irrelevantem

    Das geht in eine ähnliche Richtung wie Punkt 1. Wenn Sie ein Arbeitgeber zum Beispiel im Arbeitszeugnis überschwänglich für Ihren „sparsamen Umgang mit Büromitteln“ lobt, werden Sie dann nicht trotzdem misstrauisch? Was oberflächlich wie ein Lob klingt, kann in Wahrheit eine subtile Spitze sein. Nach dem Motto: Sonst ganz ok, aber bei der eigentlichen Arbeit nicht zu gebrauchen.

  3. Negative Formulierung

    Eine negative Formulierung im Arbeitszeugnis sollte Sie prinzipiell stutzig machen. Dazu zählen Begriffe wie „kein“, „nicht“, „fast“, die eine Formulierung nur scheinbar ins Positive drehen. Beispiel: „Sein Arbeitseinsatz ließ nicht zu wünschen übrig.“ Warum betont man etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte? Falls der Arbeitseinsatz wirklich tadellos war, dann kann man es weglassen. So aber klingt es irgendwie zweideutig.

Arbeitszeugnis: Warum Abschlussformeln wichtig sind

Ihre Gesamtleistung auf eine Formel bringen – genau das bewerkstelligt die Abschlussformel im Arbeitszeugnis. Meist sind es nur zwei oder drei Sätze, die ganz am Ende des Arbeitszeugnisses stehen. Doch sie sind dominant – und können alles andere mühelos überdecken.

Die Abschlussformel kann das zuvor Geschriebene entweder bestätigen und betonen – oder aber mit einem Federstrich widerlegen. Und wichtig: Die Abschlussformel ist – laut Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts – freiwillig.

Der Arbeitgeber hat es also in der Hand, dem Arbeitnehmer einen Stolperstein in den weiteren Berufsweg zu legen oder ihm Brücken zu bauen. Fehlt die Abschlussformel im Arbeitszeugnis, kann dies als negatives Zeichen interpretiert werden.

Denn was spricht schon dagegen, jemandem für die Mitarbeit zu danken und ihm weiterhin alles Gute zu wünschen?

Hier zwei Beispiele:

  • Arbeitszeugnis Beispiel 1

    Frau Rademacher verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und bedanken und für ihre stets guten und überaus engagierten Leistungen. Für ihre berufliche und private Zukunft wünschen wir ihr weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

  • Arbeitszeugnis Beispiel 2

    Frau Rademacher verlässt unser Unternehmen in beiderseitigem Einverständnis zum 31.12.2017. Wir bedauern dies und bedanken uns gleichzeitig für ihre Mitarbeit. Weiterhin wünschen wir privat und beruflich viel Erfolg.

Der Unterschied liegt im Detail, und ist doch frappierend. Bei Version 1 handelt es sich um gute Wünsche, die offenbar auch so gemeint sind. Version 2 klingt nett, ist es aber nicht.

Abschlussformel: Wie ist sie aufgebaut?

Die Abschlussformel ist im Arbeitszeugnis meist ähnlich aufgebaut und gegliedert. Sie besteht aus diesen vier Teilen:

  • Trennungsgrund

    Steht im Arbeitszeugnis Auf eigenen Wunsch…, dann hat der Mitarbeiter selbst die Trennung veranlasst (zum Beispiel durch ein eigenes Kündigungsschreiben). In gegenseitigem Einverständnis deutet auf eine Kündigung seitens des Arbeitgebers hin.

  • Danksagung

    Das Unternehmen bedankt sich im Arbeitszeugnis in der Regel für die Zusammenarbeit und die erbrachten Leistungen des Arbeitnehmers. Fällt der Dank sehr positiv aus, ist das ein gutes Zeichen. Fehlt ein Dankeschön komplett, ist das ein schlechtes.

  • Bedauern

    Auch ein Ausdruck des Bedauerns gehört in ein gutes Arbeitszeugnis. Kein Unternehmen lässt einen wertvollen und verdienten Mitarbeiter einfach so ziehen. Beinhaltet das Arbeitszeungis gar kein Zeichen des Bedauerns, scheint er wohl auch keine so überragende Kraft – und vielleicht nicht mal sonderlich beliebt – gewesen zu sein.

  • Wünsche

    Gute Wünsche mit auf den weiteren Berufs- und Lebensweg geben – auch das gehört meist dazu. Fehlen jegliche Wünsche im Arbeitszeugnis, ist das nicht so gut. Aber: Grundsätzlich auf die Formulierung achten!

Arbeitszeugnis Abschlussformel: Beispiele

Eine Abschlussformel könnte zum Beispiel so aussehen:

Herr Körbel verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum XX.XX.XXXX (Datum). Seine Entscheidung bedauern wir sehr. Wir danken ihm für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihm auch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Eine Abschlussformel, mit der Herr Köbel sicherlich gut leben kann. Die Formulierung ist durch und durch positiv. Das ist nicht immer so. Kleine Feinheiten können darüber entscheiden, wie eine Abschlussformel – und damit das gesamte Arbeitszeugnis – wahrgenommen wird. Zum Beispiel diese:

  1. Wörter auswählen

    Nicht jeder positiv besetzte Begriff ist positiv gemeint. Ein gutes Beispiel: Wir wünschen ihm oder ihr viel Glück. Glück ist etwas, das vor allem Menschen brauchen, denen die nötigen Kompetenzen fehlen. Nach dem Motto: Ohne Glück wird er oder sie es schwer haben. Darauf achten!

  2. Satz umstellen

    Auch hier sind es wieder die klitzekleinen Nuancen, die einem Zeugnis einen anderen Dreh geben. Beispiel: Wir wünschen weiterhin viel Erfolg… und Weiterhin wünschen wir viel Erfolg… Der gleiche Satz, die gleichen Vokabelen, nur geringfügig umgestellt – und schon ergibt sich eine ganz andere Bedeutung. Variante 1 legt nahe, dass der Mitarbeiter gute Leistungen gebracht hat und dies auch weiterhin tun wird. Variante 2 dagegen, dass es zum Erfolg bislang noch nicht gereicht hat.

  3. Intensität abschwächen

    Das ist der wohl wichtigste Parameter, den Unternehmen ändern können. Er gibt den Ausschlag darüber, ob ein Arbeitszeugnis mittelmäßig, gut oder sehr gut ausfällt. Begriffe wie sehr, besonders, groß, stets oder immer werten das Zeugnis auf – genauso wie engagiert, motiviert oder erfolgreich.

Arbeitsrecht Zeugnissprache: Das ist verboten

Wenig verwunderlich: Die Geheimbotschaften und versteckten Codes in Arbeitszeugnissen sorgen regelmäßig für handfesten Streit – auch vor Gericht. Denn: Arbeitnehmer können sich gegen Negativurteile wehren – diese sind verboten.

Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn das Fehlverhalten zweifelsfrei erwiesen ist – Diebstahl im Büro oder Untreue zum Beispiel – darf dies im Arbeitszeugnis Erwähnung finden. Mehr noch, es MUSS sogar im Zeugnis vorkommen – auch in Gestalt harter Formulierungen.

Wenn nämlich der künftige Arbeitgeber darüber getäuscht wird, einen Betrüger einzustellen und deshalb zu Schaden kommt, kann er vom alten Arbeitgeber Schadenersatz verlangen.

Bedeutet: Ein Unternehmen, das weitreichende Leistungsmängel eines ehemaligen Beschäftigten verschweigt, macht sich regresspflichtig.

Arbeitsrecht: Diese Urteile sollten Sie kennen

In punkto Arbeitsrecht sollten Sie diese Urteile beachten:

  • Versteckte Hinweise

    Versteckte Hinweise im Arbeitszeugnis sind nicht zulässig. Im konkreten Fall stand dieser Satz im Zeugnis: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber von XY hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“ Das Arbeitsgericht Herford ließ die Passage streichen (2 Ca 1502/08). Sie suggeriert nämlich, dass der betroffene Arbeitnehmer in Wahrheit keineswegs so gut war wie sein Arbeitszeugnis.

  • Krakelige Unterschrift

    In einem Fall, den das Landesarbeitsgericht Hamm behandelte (LAG Hamm, 27.7.2016, Az 4 Ta 118/16), gab es Streit über die äußere Form des Arbeitszeugnisses. Der Geschäftsführer hatte das Zeugnis keineswegs in seiner Sonntagsschrift unterschrieben – die Unterschrift war extrem krakelig und kippte von links oben nach rechts unten. Das ist laut LAG Hamm unzulässig. Zum Einen müsse die Unterschrift derjenigen ähneln, mit der der Geschäftsführer auch wichtige betriebliche Unterlagen abzeichnet. Zum Anderen könnte eine abfallende Unterschrift – eine, die nicht parallel zum Zeugnistext verläuft – darauf hindeuten, dass man mit dem Arbeitnehmer unzufrieden gewesen sei.

  • Schlechte Note

    Wichtiges Detail: Ein schlechtes Arbeitszeugnis muss der Arbeitgeber begründen, für ein gutes oder sehr gutes gilt die Beweisumkehr – hier muss der Arbeitnehmer die Beweise auf den Tisch legen (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13). Im entsprechenden Fall ging es vor dem Arbeitsgericht Berlin darum, dass die Klägerin ein gutes Zeugnis verlangte – weil mittlerweile 86,6 Prozent aller Arbeitszeugnisse „gut“ oder „sehr gut“ seien. Erfolg hatte sie damit vor Gericht aber nicht.

  • Keine Banalitäten

    Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend sein. Darunter fallen aber keine Selbstverständlichkeiten – zum Beispiel der sichere Umgang mit dem Textverarbeitungsprogramm Word. Wer derartige Banalitäten betont, sorgt subtil dafür, dass doch ein schlechter Eindruck hängenbleibt. Das Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 9 Ta 325/10) kassierte zum Beispiel diese Formulierung ein: „Die Zusammenarbeit mit Mandanten und Vorgesetzten war einwandfrei.“ Wie wirkt der Satz auf Sie? Die Richter meinen, er unterstelle mangelnde Teamfähigkeit.

Die (automatische) Silbentrennung ist im Arbeitszeugnis hingegen zulässig. Eine Verwaltungsangestellte hatte geklagt. Sie meinte, als Sekretärin müsse die die fehlerfreie Erstellung von Texten garantieren – einwandfreies Schrriftbild inklusive. Die Silbentrennung würde dem zuwiderlaufen.

Die Klage wurde abgelehnt. Für Arbeitnehmer heißt das: Sie dürfen die automatische Silbentrennungsfunktion guten Gewissens einsetzen, wenn Sie ein Arbeitszeugnis erstellen.

Arbeitszeugnis erstellen: Sogar ein Sugardaddy muss es!

Arbeitszeugnis anfordernEinen skurrilen Fall verhandelte das Landesarbeitsgericht Hamm im Sommer 2019. Ein Unternehmer aus Bochum hatte 2017 eine 35-jährige Frau eingestellt – offiziell als Haushaltshilfe, in Wahrheit bezahlte er sie pauschal für Sex. Mit der dreifachen Mutter verabredete er, dass sie ihn jede Woche zweimal zwecks einvernehmlichem Geschlechtsverkehr zuhause besuche.

Wenig später schlossen beide Seiten einen offiziellen Arbeitsvertrag, nach dem die Frau als teilzeitbeschäftigte Hauswirtschafterin engagiert wurde. Eine monatliche Bruttovergütung von 460 Euro wurde genauso vereinbart wie ein Urlaubsanspruch von jährlich 25 Tagen. Insgesamt habe der Mann der Frau nach eigenen Angaben in Form von Barzahlungen und Zuschüssen sogar über 20.000 Euro gezahlt.

Weil sich aber die erotischen Erwartungen des Mannes offenbar nicht erfüllten, kündigte er der Frau am 28. Februar 2018 und stellte sie frei. Daraufhin klagte sie vor dem Arbeitsgericht Bochum auf Zahlung des letzten monatlichen Arbeitsentgelts. Letztlich ohne Erfolg, da der Arbeitsvertrag nach Auffasung der Richter ein bloßes Scheingeschäft war.

Aber: Auch Prostitution könne, so das Gericht, im Rahmen eines Arbeitsvertrags ausgeübt werden. Der Mann wurde daher zur Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses verurteilt. Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis ergebe sich aus §§ 109, 6 Abs. 2 der Gewerbeordnung.

Arbeitszeugnis Muster: Vorlage

So könnte ein Arbeitszeugnis formuliert sein:

„Herr Hammer, geboren am XX.XX.XXXX, war vom XX.XX.XXXX bis zum XX.XX.XXXX als Senior Controller in unserem Hause tätig.

Die Fantasia AG ist ein Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft, das seit 1992 besteht und über 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Zu Herrn Hammers Aufgaben gehörten unter anderem:

  • Kontrolle der Planungsziele
  • Überprüfung der Prozess- und Steuerungsgrößen
  • Aufbau eines Berichtswesens
  • Einführung eines Informationssystems
  • Führung eines Teams von bis zu 20 Mitarbeitern
  • Beratung der Geschäftsleitung

Herr Hammer verfügt über ausgezeichnete und fundierte Fachkenntnisse, die er stets erfolgreich in die Praxis umsetzte und an seine Mitarbeiter weitergab. Gerne bestätigen wir ihm eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Sachkompetenz. Herr Hammer erzielte hervorragende Arbeitsergebnisse und legte ein außergewöhnliches Engagement an den Tag.

Während seiner Tätigkeit in unserem Unternehmen hat sich Herr Hammer kontinuierlich weitergebildet. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei. Herr Hammer hat seine Aufgaben stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.

Herr Hammer verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern, mit ihm eine exzellente Fachkraft und einen geschätzten Kollegen zu verlieren und danken ihm für die stets vorbildliche Mitarbeit. Wir wünschen Herrn Hammer für seine persönliche und berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

Hier können Sie das Arbeitszeugnis als WORD-Dokument herunterladen.

Hier können Sie das Arbeitszeugnis als PDF herunterladen.

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Natürlich müssen Sie den Lebenslauf aus dem Editor nachher noch handschriftlich unterschreiben und – wenn Sie mögen – ein Bewerbungsfoto einfügen. Sollten Sie sich mit Verfassen, Formulieren sowie dem Aufbau und der Struktur des tabellarischen Lebenslaufs immer noch schwer tun, lesen Sie einfach weiter und kehren dann an diese Stelle und dem Lebenslauf-Editor zurück. Im Folgenden finden Sie noch zahlreiche Ratschläge, Tipps, FAQs für den perfekten Lebenslauf

Lebenslauf Max Mustermann

Persönliche Daten

Name: Vorname, Nachname
Kontakt: Fantasiestr.1
12345 Beispielstadt
Telefon: 0123 / 4 56 78 90
Mail: m.mustermann@mail.de
Web: http://www.maxblog.de
Geburtsort/-tag: Köln, 29. Februar 2018
Familienstand: ledig


Angestrebte Position: ______________________

BERUFLICHER WERDEGANG

MM/JJJJ – MM/JJJJ AKTUELLE POSITION
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge

AUSBILDUNG

MM/JJJJ – MM/JJJJ WEITERBILDUNG
Institut
Inhaltliche Schwerpunkte
MM/JJJJ – MM/JJJJ PROMOTION
Hochschule, Doktorvater
Inhaltliche Schwerpunkte
MM/JJJJ – MM/JJJJ ABSCHLUSS STUDIUM
Hochschule
Studiengang
MM/JJJJ – MM/JJJJ AUSBILDUNG
Ausbildungsbetrieb
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PRAKTIKA

MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
Inhalte
Projekte, Leistungen, Erfolge
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BESONDERE KENNTNISSE

  • ZERTIFIKAT: Inhalte
  • EDV KENNTNISSE: Inhalte
  • FREMDSPRACHEN: Niveau der Sprachkenntnisse
  • FÜHRERSCHEIN: Klasse

INTERESSEN & HOBBYS

  • SOZIALES ENGAGEMENT: Was / Wo
  • EHRENAMT: Was / Wo
  • HOBBYS: Was genau
ORT, DATUM Unterschrift

Lebenslauf erstellen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Lebenslauf-Editor

  • Warum sollte ich den Lebenslauf-Editor nutzen?

    Der Lebenslauf-Editor soll Ihnen die Arbeit erleichtern. Er ermöglicht Ihnen, online und absolut kostenlos Bewerbungsunterlagen beziehungsweise einen tabellarischen Lebenslauf direkt im Browser zu erstellen.

    Wenn Sie den fertigen Text später in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren, haben Sie überdies die Möglichkeit, verschiedene Farben und Designs auszuwählen beziehungsweise das Dokument noch weiter zu gestalten. Wir entwickeln unser Angebot zudem ständig weiter, sodass mit der Zeit auch neue Lebenslaufvorlagen und Lebenslaufdesigns hinzu kommen.

    Der Vorteil eines Lebenslauf-Editors besteht vor allem darin, dass Sie hier erst einmal nicht auf spezielle Software, wie zum Beispiel Microsoft Word, Pages oder Open Office angewiesen sind. Sie können Ihren Lebenslauf damit erst einmal von jedem Endgerät aus – PC, Laptop, Tablet, Smartphone – erstellen, gestalten und durch Markieren und Kopieren in Ihrer Zwischenablage speichern.

  • Ist des möglich, Design und Layout des Lebenslauf-Editors zu ändern?

    Im Editor selbst leider nicht. Aber sobald Sie Ihren Lebenslauf vollständig erstellt und alle Daten im Lebenslauf-Editor individuell umformuliert haben haben, können Sie den gesamten Text per Copy and Paste in ein Textverarbeitungsprogramm wie Word auf Ihrem Rechner einfügen und dort jederzeit die Farben oder Designs wechseln – solange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und den perfekten Lebenslauf für Ihre Bewerbungsunterlagen gefunden haben.

  • Kann ich den Abstand zwischen den Kategorien vergrößern?

    Um größere Abstände zwischen einzelnen Abschnitten zu erzeugen, geben Sie einfach mehr Leerzeilen ein (Return bzw. Enter-Taste drücken). Der Zwischenraum zwischen den Zeilen erhöht sich dadurch und Sie können den Platz der DIN A4 Seite optimal ausnutzen und mit sogenanntem Weißraum etwas gestalten.

  • Wer haftet für den Lebenslauf-Editor?

    Sie selbst. Unser Lebenslauf-Editor ist ein kostenloses und unverbindliches Angebot. Die Nutzung des Lebenslauf-Editors erfolgt damit auf eigene Gewähr. Wir übernehmen daher keinerlei Haftung für die korrekte Nutzung des Editors, für korrekte Bewerbungsunterlagen oder den Erfolg Ihrer Bewerbung.

  • Wird der Lebenslauf automatisch dauerhaft gespeichert?

    Nein. Ihre Eingaben werden nur lokal auf Ihrem Browser und nur während der aktuellen Sitzung vorgehalten. Sobald Sie unsere Seite verlassen oder aktualisieren bzw. neu laden, werden alle Eingaben zurückgesetzt. Sie können also ganz anonym und immer wieder gratis den Lebenslauf-Editor nutzen. Allerdings werden die Daten dann eben auch jedes Mal gelöscht, sobald Sie Karrieresprung.de verlassen. Wollen Sie den Lebenslauf zu einem späteren Zeitpunkt und für eine andere Bewerbung nutzen, müssten Sie alle Daten erneut eingeben.

  • Wie kann ich mein Bewerbungsfoto hochladen?

    Das geht später nur in Ihrer Textverarbeitung. Bei Microsoft Word gehen Sie dazu auf den Menüpunkt Einfügen -> Foto -> Bild aus Datei. Dann erscheint ein Feld, in dem Sie eine Quelle (auf Ihrem Rechner) auswählen können, in der Ihr Bewerbungsfoto gespeichert ist. Anschließend klicken Sie auf Einfügen – und das Bewerbungsbild wird automatisch in Ihre Lebenslauf-Vorlage eingebaut. Dann müssen Sie nur noch die optimale Position im Lebenslauf auswählen.

  • Lässt sich der Lebenslauf zu einem späteren Punkt noch bearbeiten?

    Ja. Allerdings nur, wenn Sie den Lebenslauf in einer eigenen Datei auf Ihrem Rechner lokal gespeichert haben. Ansonsten werden die Daten hier im Browser automatisch gelöscht, sobald Sie die Seite verlassen. Wir selber speichern keinerlei Daten, die Sie hier eingeben und können auch nicht mitlesen. De facto geschieht das ausschließlich lokal auf Ihrem Rechner und Browser.

  • Ist es möglich, mehrere Lebensläufe zu erstellen?

    Selbstverständlich, das empfehlen wir sogar. Sie können unseren Lebenslauf-Editor natürlich auch für verschiedene Bewerbungsmappen und -zwecke nutzen. Nur müssen Sie die Daten eben immer lokal auf Ihrem Rechner anpassen und speichern. Dort und danach können Sie dann auch jederzeit ein neues Layout auswählen und editieren.

  • Mir fehlt eine wichtige Funktion. Kann ich mir etwas wünschen?

    Wir versuchen unseren Lebenslauf-Editor stetig zu verbessern und die Wünsche unserer Nutzer zu berücksichtigen. Natürlich können wir dabei nicht alle Wünsche erfüllen. Manches ist technisch schlicht zu aufwendig oder zu teuer. Aber natürlich freuen wir uns jederzeit über Anregungen und Fehlermeldungen. Schicken Sie uns dazu einfach Ihr Feedback an die Adresse im Impressum. Wir sagen schon mal DANKE für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Lebenslauf und zum Lebenslauf-Editor finden sie kompakt zusammengefasst auch noch einmal hier.

Lebenslauf mit WORD verfassen

lebenslauf vorlage wordMit Microsoft WORD ist der Aufbau eines tabellarischen Lebenslaufs kinderleicht. Einfach eine Tabelle mit zwei Spalten einrichten – oder die TAB-Taste (aber nicht die Leertaste!) nutzen. Später können Sie die Rahmen (bzw. Linien) der Tabelle sogar unsichtbar machen bzw. unter Rahmen und Schattierungen entfernen. Die Formatierung der Seite bleibt dann aber erhalten.

Lebenslauf Vorlagen

Sie haben im Grunde drei Möglichkeiten, um Ihren Lebenslauf zu erstellen:

  • Sie erstellen Ihre Vita individuell und komplett selbst.
  • Sie erstellen den Lebenslauf mithilfe von (kostenlosen) Vorlagen – siehe unsere Vorlagen oben.
  • Sie lassen ihn von einem Profi erstellen, gestalten und optimieren.

Falls Sie sich für die erste Variante entscheiden, ist vermutlich die Textverarbeitung von Microsoft WORD die erste Wahl. Mit dem Textverarbeitungsprogramm lassen sich (unsichtbare) Tabellen oder Tabulatoren in das Dokument einfügen und die Textblöcke exakt an diesem Raster ausrichten.

Fertige Muster und Lebenslauf-Vorlagen nehmen Ihnen diese Arbeit ab. Hier brauchen Sie meist nur noch den vorgefertigten Blindtext durch eigene Angaben zu ersetzen. Mit unseren Vorlagen ist das ganz easy – einfach kostenlos herunterladen.

Aber Achtung: Da solche Vorlagen oft auch von vielen anderen Bewerbern genutzt werden, sollten Sie diese immer persönlich abwandeln und individualisieren. Oft reicht es schon, ein anderes Hintergrundbild (sogenanntes Wasserzeichen) einzufügen.

Darüber hinaus können und sollten Sie bei einem solchen Lebenslauf-Muster möglichst auch die Schriftarten, Schriftgrößen sowie vorhandene Farben und Grafik- Elemente anpassen. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, lohnt sich aber immer, weil Ihr Lebenslauf so einzigartig wird.

Lebenslauf Bedeutung

Der tabellarische Lebenslauf ist ein elementarer Bestandteil der Bewerbung. Er ist extrem wichtig – und für die Personaler überaus nützlich, da er eine Übersicht herstellt und alle wesentlichen Informationen eines Bewerbers übersichtlich strukturiert.

Ob ein Kandidat zum Stellenangebot in der Jobbörse passt, kann von Personalern durch einen Blick auf den Lebenslauf schnell erfasst werden.

Auch bei einer Kurzbewerbung oder Initiativbewerbung ist der tabellarische Lebenslauf unverzichtbar.

Lebenslauf und Bewerbungsschreiben bilden so das Zentrum jeder Bewerbung. Während aber der Stellenwert des Anschreibens immer weiter sinkt, hat der Lebenslauf nach wie vor eine große Bedeutung. Die weiteren Elemente einer vollständigen Bewerbung sind:

Ein Deckblatt sollten Sie allerdings nur einbauen, wenn es einen echten Mehrwert bietet. Es ist eher Kür als Pflicht – im Gegensatz zum Lebenslauf. Den tabellarischen Lebenslauf schicken Sie bitte zwingend in jeder Bewerbung mit.

Lebenslauf Aufbau

Punkt für Punkt auflisten, Datum daneben, fertig. Stopp! Behandeln Sie Ihren Lebenslauf bitte nicht wie einen Aussätzigen – indem Sie ihn kaum anrühren.

Er sollte genauso sorgfältig und akribisch erstellt werden wie das Anschreiben. Und zwar für jede neue Bewerbung individuell.

Der tabellarische Lebenslauf ist nicht nur ein prägender Faktor Ihrer Bewerbung – er entscheidet, ob Sie überhaupt in die engere Auswahl kommen.

Grundsätzlich folgt er einem klaren Schema. Diese Punkte werden nacheinander abgehandelt:

  • Persönliche Daten
  • Angestrebte Position
  • Beruflicher Werdegang und Berufserfahrung
  • Ausbildung (inklusive Schule und Studium)
  • Praktika
  • Kenntnisse und Weiterbildungen
  • Interessen & Hobbys

Die Grundidee: Ihr Lebenslauf soll dem Personaler auf den ersten Blick klar machen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen für den Job mitbringen und im Laufe Ihrer bisherigen Laufbahn gesammelt haben. Kurz: Sie bringen alle erforderlichen Voraussetzungen mit.

Der tabellarische Lebenslauf sollte daher auch nur zwei bis maximal drei DIN A4-Seiten umfassen. Nur wenn Sie schon zehn Jahre Berufserfahrung oder mehr auf dem Buckel haben, sind auch drei Seiten eine angemessene Länge. Besser ist aber immer, Sie fassen sich kurz. Ihr CV ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa.

Lebenslauf Inhalt

Welche Inhalte gehören hinein? Zunächst einmal hängt das natürlich von Ihrem bisherigen Werdegang ab. Grundsätzlich aber gilt: Der Lebenslauf sollte möglichst ein bis zwei DIN A4-Seiten nicht übersteigen.

Die berufliche Vita stellt schließlich eine komprimierte und fokussierte Darstellung Ihres bisherigen Könnens und Schaffens dar. Die Vita soll zwar lückenlos sein. Das gilt aber nur für die bisherigen beruflichen Stationen und die Ausbildung (inklusive Schule und Hochschule).

Bei den anderen Punkten wie Zusatzqualifikationen (Zertifikate), Interessen oder Hobbys gilt: Nur was zur ausgeschriebenen Stelle passt und für diese relevant ist, gehört auch in den Lebenslauf. Hauptsache, die Stationen und Skills sind übersichtlich und strukturiert aufgeführt (Erfolge und Zahlen nicht vergessen!). Alles andere sollten Sie bitte weglassen – unnützer Leseballast!

Als Faustformel für das Formulieren der einzelnen Stationen können Sie sich merken: Was habe ich wo gemacht, was waren die Aufgaben und was habe ich in dieser Zeit für meinen Arbeitgeber erreicht?

Mithilfe von Stichworten oder Kurzsätzen lassen sich fast alle Punkte perfekt verdichten. Allenfalls Führungskräften über 50 oder Fachkräften mit bewegter Vergangenheit wird ein Lebenslauf von maximal drei Seiten zugestanden. Länger und ausführlicher darf dieser allerdings nie werden.

Diese Inhalte und Informationen gehören in jeden Lebenslauf:

  • Persönliche Daten

    Die Basics stehen immer ganz am Anfang: Vorname und Nachname, Anschrift, Kontaktdaten, Geburtstag, Geburtsort, Familienstand und gegebenenfalls die Staatsangehörigkeit. Ihre Konfession müssen Sie im Normalfall nicht aufführen. Nur bei speziellen Arbeitgebern – zum Beispiel im Sozialbereich – kann die Information manchmal vorteilhaft sein. Legen Sie hier auch bitte Sorgfalt an den Tag: Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Bewerber sein Geburtsdatum vertauscht hat und sich so ins Aus manövriert hat. Auch macht es einen denkbar schlechten Eindruck, wenn man seinen eigenen Namen – ganz offensichtlich – aus Schusseligkeit falsch geschrieben hat — zum Beispiel „Schmidtt“.

  • Angestrebte Position

    Diese Rubrik dürfen Sie als Geheimtipp verstehen. In den meisten Bewerbungen werden Sie den Eintrag „angestrebte Position“ vermutlich nicht finden. Aber der psychologische Effekt ist enorm: Zum Einen erheben Sie so noch einmal ausdrücklich Anspruch auf die Position und sagen indirekt, dass Sie den Job wirklich haben wollen. Zum Anderen zeigt der Eintrag, dass der Lebenslauf individuell, also nur für diese Stelle angepasst wurde. Kleiner Aufwand, große Wirkung!

  • Beruflicher Werdegang und Berufserfahrung

    Die amerikanische Variante des Lebenslaufs hat sich heute durchgesetzt. Das heißt: Sie beginnen mit Ihrer bisherigen Position. Danach folgen – absteigend – die Positionen davor. Ein Muss, den Lebenslauf so aufzubauen, ist das aber nicht. Sie können sich auch chronologisch von hinten nach vorne arbeiten und mit Ihrer ersten Berufsstation anfangen. Das ist vor allem für Berufseinsteiger sinnvoll, die noch nicht über viel Erfahrung verfügen. Wichtig ist nur, dass Sie die gewählte Variante konsequent durchziehen und auf ein sauberes Layout und einheitliche Formatierung achten. Die einzelnen Stationen ergänzen Sie um möglichst kurze, aber aussagekräftige Stichpunkte.

  • Ausbildung

    Die gewählte Chronologie (amerikanisch oder chronologisch) müssen Sie bitte auch hier durchhalten. Die Ausbildung umfasst neben dem Studium und möglichen Stipendien die Berufsausbildung, Schulbildung einschließlich der Schulabschlüsse und Abschlussnote. Geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst sollte ebenfalls nicht unterschlagen werden, weil sonst womöglich eine Lücke im Lebenslauf entsteht. Gut möglich, dass später im Vorstellungsgespräch Fragen zur Ausbildung gestellt werden. Darauf vorbereiten!

  • Praktika

    Berufserfahrene mit langjähriger Expertise müssen keine Praktika mehr aufführen. Für Berufsanfänger aber sind sie enorm wichtig. Vor allem sollten sie herausstellen, welche Erfahrungen und Kenntnisse Sie während des Praktikums gewonnen haben – und warum diese für die angestrebte Position von Vorteil sind. Stellen Sie also nach Möglichkeit eine direkte Verbindung zwischen Praktikum und Job her.

  • Hobbys

    Die Wahrheit ist: Persönliche Interessen und Hobbys befriedigen keinesfalls nur die angeborene Neugier eines Personalers. Sie werden vor allem geschätzt, weil Sie das persönliche Profil und die Soft Skills eines Bewerbers abrunden. Sie zeigen darin Persönlichkeit – und wenn diese Vorlieben für die Stelle auch noch relevant sind, umso besser! Achten Sie also darauf, was Sie hier hineinschreiben. Am besten nennen Sie Interessen, die in irgendeiner Weise Stärken und Talente betonen, die sich mit der Position decken. Beispiel: Sie wollen bei einer Versicherung anheuern, die auch wertvolle Spring- und Rennpferde versichert. Das Hobby „Reiten“ würde – natürlich nur, wenn es auch der Wahrheit entspricht – wunderbar passen. Das könnten Sie übrigens auch durch die Mitgliedschaft in Vereinen oder Ehrenämter nachweisen.

    Weitere Punkte, die Sie hier aufnehmen könnten:

    Aber nochmal der Hinweis: Überfrachten Sie Ihren Lebenslauf bitte nicht. Im Zweifel lieber einen Punkt weglassen, damit die Bewerbung übersichtlich bleibt. Klarheit, Übersicht und Werdegang sind Trumpf.

  • Ort, Datum, Unterschrift

    Ein wichtiges Detail zum Schluss: Ihre Unterschrift fügen Sie bitte handschriftlich in den Lebenslauf ein. Ort und Datum können Sie noch in der Textverarbeitung ausschreiben. Das Datum zeigt die Aktualität und signalisiert dem Personaler überdies Individualität. Aussage: „Es handelt sich hier um ein Unikat, kein altes Massen-Papier.“ Mit Ihrer Unterschrift dokumentieren Sie zudem die Korrektheit der Angaben.

Führerschein

Ein vorhandener Führerschein gehört in die Rubrik „Besondere Kenntnisse“. Die Angaben dazu sollten Sie zudem mit den vorhandenen Führerscheinklassen versehen.

Dass Sie einen Führerschein besitzen, sollten Sie aber nur angeben, wenn dies in der Stellenanzeige verlangt wird (etwa bei einem Berufskraftfahrer, Service-Fahrer, Rettungssanitäter oder einem reisenden Handelsvertreter). Ansonsten ist diese Information irrelevant und kann gestrichen werden.

Angaben zu den Eltern

Gehören Angaben zu den Eltern ins CV? Kurze Antwort: Nein. Das ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, wo man noch die Berufe der Eltern in der Vita erwähnt hat. Das interessiert heute aber niemanden mehr. Schließlich bewerben sich nicht ihre Eltern auf die Stelle, sondern Sie.

Lebenslauf: Lügen haben kurze Beine

lebenslauf schönenWer in der Bewerbung unwahre Angaben macht, muss auch nach überstandener Probezeit noch mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

Gefälschte Arbeitszeugnisse, falsche akademische Titel oder erfundene Arbeitsstationen sind keine Bagatellen. Sie sind Betrug. Und Betrug ist strafbar.

Bleiben Sie daher bei der Wahrheit. Lügen haben kurze Beine – und gehören nicht in den Lebenslauf.

Lebenslauf Format

Sündhaft teure Tools oder Wunderwerkzeuge benötigen Sie nicht, wenn Sie einen tabellarischen Lebenslauf erstellen wollen. Ein Textverarbeitungsprogramm wie WORD reicht völlig aus.

Wenn Sie den Lebenslauf hinterher durchs Internet schicken wollen, sollten Sie in jedem Fall eine PDF-Datei nutzen. Vorteil: Das Format ist gar nicht bzw. nur schwer veränderbar. Bewahren Sie die ursprüngliche WORD-Datei aber gut auf, um nachträgliche Änderungen vornehmen zu können.

Außerdem: Das PDF versehen Sie am besten mit einem sprechenden Dateinamen wie „Lebenslauf_Name.pdf“. Sie können die Datei dann immer zuordnen (der Personaler übrigens auch), ohne sie stets auf Neue öffnen zu müssen.

Lebenslauf Design

Der tabellarische Lebenslauf hat den Vorteil, schon per se übersichtlich zu sein. Durch den strukturierten Aufbau erkennt der Empfänger sofort, welche Fähigkeiten, Qualifikationen und Ausbildungsstationen der Bewerber aufzuweisen hat. Das erleichtert die Arbeit der Personalentscheider enorm. Schnell die Angaben scannen und einmal drüberfliegen – das ist in drei fünf Minuten erledigt.

Das sind die entscheidenden Vorteile des tabellarischen Lebenslaufs:

  • Er bündelt viele Informationen auf nicht mehr als zwei Seiten.
  • Relevante Auswahlkriterien wie Abschlussnote oder Berufserfahrung können schnell erfasst werden.
  • Er stellt die direkte Vergleichbarkeit verschiedener Bewerber her.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch: Ihre Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb abzuheben, sind begrenzt. Wer seinen Lebenslauf zu aufwändig gestaltet, riskiert, dass Übersichtlichkeit und Struktur darunter leiden.

Trotzdem gibt es kleine Schrauben, an denen Sie drehen können. So können Sie den Lebenslauf zum Beispiel dezent aufpeppen, indem Sie folgende Tipps zum Lebenslaufdesign beherzigen:

  • Fettschrift

    Fettungen lassen sich gezielt einsetzen, um einzelne Stationen, Skills oder Bulletpoints hervorzuheben. Das macht die Lesbarkeit besser. Achten Sie in dem Fall aber auf Einheitlichkeit, indem Sie zum Beispiel immer nur die Datumsangaben (MM/JJJJ) fetten.

  • Linien

    Dünne und dezente Linien verbessern den Lesefluss ebenfalls. Setzen Sie diese gezielt ein, um dem Leser gewissermaßen Arbeit abzunehmen. Was auch hilft: Die Linien grau und nicht schwarz gestalten.

  • Farben

    Allzu farbenfroh sollte der Lebenslauf nicht sein. Das lenkt ab und wirkt infantil. Sie könnten aber durchaus die Farbe, die das Unternehmen und der potenzielle Arbeitgeber im Logo verwendet, als Hauptfarbe wählen und für die Überschriften nutzen. Die versteckte Botschaft: Sie passen zum Unternehmen – und wollen dazugehören.

  • Kopfzeile

    Wenn Sie in Ihrem Anschreiben eine Kopfzeile verwenden, sollte diese sich genauso auch im Bewerbungsanschreiben wiederfinden. Das verpasst Ihrer Bewerbung einen einheitlichen Look.

  • Bewerbungsfoto

    Das Bewerbungsfoto gehört – sofern Sie eines anbringen möchten – im Lebenslauf nach rechts oben. Je nach Aufbau und Design sind aber auch andere Varianten möglich. Nach dem AGG – dem Allgemeinen Gleichbehandlunsgesetz – können Sie das Bewerbungsfoto heute zwar auch weglassen. Wir empfehlen dies aber nicht. Tatsächlich können Sie sich mit einem Bewerbungsfoto immer noch positiv von der Masse abheben – vorausgesetzt, es ist professionell und originell gemacht.

Lebenslauf Schriftart

Auch wenn die Typographie der Bewerbungsunterlagen auf den ersten Blick irrelevant scheint – Schriftarten entfalten subtile Wirkung – erst recht, wenn es sich dabei nicht gerade um eine der beiden Standard-Schriftarten Arial oder Times handelt. Glücklicherweise gibt es hervorragende Alternativen…

Egal, für welche Schrift Sie sich entscheiden – sie muss gut lesbar sein. Zu viele Schnörkel oder Designschriften sind bei langen Texten eher eine Netzhautpeitsche. Wir halten zum Beispiel Helvetica oder Georgia nach wie vor für sehr geeignet.

Die wichtigste Regel lautet: Verwenden Sie in all Ihren Bewerbungsunterlagen – Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite oder Motivationsschreiben – immer dieselbe Schriftart. Schwarz auf Weiß.

Wer hier willkürlich mixt, signalisiert seinem Leser, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, individuell für das Unternehmen Gestaltetes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent bei den Absagen.

Lebenslauf Schriftgröße

Die meisten Bewerber verwenden die Standard-Schriftgröße von 12 Punkt für den normalen Text. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und perfekt lesbar. Nichtsdestotrotz können Sie auch bewusst mit der Schriftgröße experimentieren und origineller und individueller werden – zum Beispiel mit der sogenannten 11-13-15-Regel:

  • 11-Punkt: In dieser Schriftgröße sollte der gesamt Fließtext stehen. Also alle längeren Textpassagen im Lebenslauf oder Anschreiben. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen.
  • 13-Punkt: Diese Größe sollte allein Datum, Absender, Adressen, Zwischenüberschriften vorbehalten bleiben. Hierfür eignen sich groteske Schriften.
  • 15-Punkt: Diese Schriftgröße verwenden Sie bitte nur für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen und in Erinnerung bleiben (serifenlose Schrift).

Warum ausgerechnet diese krummen Größen? Ganz einfach: Weil die Mehrheit der Bewerbungen heute dem Schema 12-14-16 folgt. Nebeneinander gelegt werden Sie also prompt auffallen.

Lebenslauf Position

In der typischen Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben lose obenauf. In der Bewerbungsmappe selbst steht der Lebenslauf an erster Stelle.

Wird zudem ein Deckblatt verwendet, landet der Lebenslauf auf Rang 2. In dem Fall kommt also das Deckblatt an erster Stelle – innerhalb der Mappe. So sieht das Ergebnis dann zum Beispiel aus:

Wie schreibt man eine Bewerbung Vollstaendige Bewerbungsmappe Bewerbungsunterlagen Muster

Wichtig: Anschreiben und Lebenslauf werden beide per Hand unterschrieben. Im Falle einer E-Mail-Bewerbung wiederum wird meist nur ein einziges PDF im
Anhang versendet. Auch hier folgt der Lebenslauf in dem Bewerbungsdokument nach dem Bewerbungsanschreiben.

Der tabellarische Lebenslauf ist heute Standard. Der Begriff meint eine tabellarische Darstellung des beruflichen Werdegangs – in der Regel in zwei Spalten: links die Datumsangaben und Zeitspannen (Format: mm/JJJJ – MM/JJJJ), rechts die Angaben zu bisherigen Stationen, Kompetenzen, Interessen, Hobbys.

Lückenloser Lebenslauf

Ein lückenloser Lebenslauf dient zum Einen als Beleg für seine Wahrhaftigkeit. Es bleibt keine Station unerwähnt, der Bewerber hat nichts zu verheimlichen.

Gleichzeitig dient die Lückenlosigkeit den Personaler dazu, herauszufinden, wie zielstrebig der Kandidat ist und wie geradlinig er seine (bisherige) Karriere verfolgt: Reihen sich hier eher zufällige Stationen aneinander? Motto: Hauptsache, irgendein Job! Oder lässt sich im Lebenslauf eine Art roter Faden erkennen, der bis zur aktuell angestrebten Stelle führt.

Je deutlicher Bewerber diesen Karriereplan im Lebenslauf herausarbeiten und je genauer dieser zur neuen Stelle passt, desto überzeugender wirkt der Lebenslauf auf den Personaler. Schließlich hat er dann – dokumentiert – ein Talent vor sich, das für den Job wie gemacht ist.

Lücken im Lebenslauf füllen

Ihr Lebenslauf hat noch immer die eine oder andere Lücke? Das ist nicht so gut. Lebenslauf-Lücken sind Gift für die Bewerbung. Aber eine kleine Entwarnung: Als Lücken gelten nur Zeitabstände von mehr als zwei Monaten. Ein längerer Urlab oder eine kurze Pause? Halb so wild.

Achten Sie aber darauf, dass die Chronologie innerhalb Ihres Werdegangs passt. Fügen Sie die Stationen möglichst nahtlos aneinander, lassen Sie keine aus und achten Sie auf die Datierungen.

Die meisten Bewerbungsratgeber raten davon ab, „arbeitslos“ zu schreiben. Viel zu passiv! „Arbeit suchend“ klinge als Formulierung wesentlich aktiver und engagierter.

Das stimmt zweifellos. Gleichwohl weiß natürlich trotzdem jeder Leser, was gemeint ist, und achtet dann vor allem darauf, wie lange die Suche schon dauert und was der Kandidat in der Zeit unternommen hat – außer Bewerbungen zu schreiben.

Wichtig ist dabei, dem künftigen Arbeitgeber zu zeigen, dass Sie…

  • über aktuelles Fachwissen verfügen.
  • den Arbeitsalltag nach wie vor kennen.
  • leistungsfähig und arbeitswillig sind.
  • sich in Ihrem Job auskennen und ihn beherrschen.

Natürlich kann im Vorstellungsgespräch immer noch die Frage nach dem Grund für die Arbeitslosigkeit aufkommen, damit sollten Sie sogar rechnen. Doch erstens haben Sie die Hürde zum Gespräch dann bereits genommen und zweitens können die meisten die Gründe dafür meist problemlos erklären.

Wie können Sie Lücken im Lebenslauf nun kaschieren? Ein Tipp: Versehen Sie die einzelnen Stationen stets mit Datumsangabe – aber nicht auf den Tag genau. Nach diesem Muster:

MM/JJJJ – MM/JJJJ

Zum Beispiel so:

01/2017 – 11/2017 Position, Arbeitgeber

Der berufliche Werdegang ist – wie Sie sich denken können – für die Personalentscheider extrem wichtig. Er dokumentiert Ihre Stationen, Erfahrungen, Kompetenzen. Sprich: Ihre berufliche Eignung und Profession. Seien Sie daher nicht zu flapsig oder sorglos.

Wer zum Beispiel nur einen abgekürzten Firmennamen oder ein Mini-Stichwort zur jeweiligen Tätigkeit aufführt, offenbart Lustlosigkeit und mangelnde Professionalität. Besser, Sie stellen anhand von Beispielen klar, welchen Nutzen Sie für Ihre bisherigen Arbeitgeber hatten und welche Erfolge Sie vorzuweisen haben.

Die Herausforderung ist also: Möglichst viel sagen – mit so wenigen Worten wie möglich.

Wichtig ist auch, dass Sie Übersichtlichkeit und Struktur beibehalten. Am besten, Sie gliedern die Stationen nach diesem Schema:

  • Position: Welche Bezeichnung hatte Ihre Position?
  • Arbeitgeber: Wie hieß die Firma? Um welche Art von Unternehmen handelte es sich?
  • Aufgaben, Erfolge: Was haben Sie gemacht? Was haben Sie geschafft?

Schreiben Sie also nicht einfach:

Logistics Supervisor
Arbeitgeber: Logistik KG (100 Mitarbeiter)
Personalverantwortung für 20 Mitarbeiter

Sondern schreiben Sie lieber:

Leiter interne Logistik
Arbeitgeber: Logistik KG, Hamburg, (100 Mitarbeiter)
Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Tankzugentladung, 20 Mitarbeiter

  • Aufbau der Logistikabteilung
  • Verlagerung der Absackanlage
  • Verdoppelung der Absackleistung
  • Einführung eines Recycling-Systems und Kostenreduktion um 25 Prozent

Sie fassen also Ihre Aufgaben kurz und aussagekräftig zusammen – und garnieren Sie mit Ihren Erfolgen. Wichtig: Das alles nur im Telegrammstil, keine ausschweifenden Erklärungen und Romane.

Lebenslauf unterschreiben

Der Lebenslauf wird immer am Ende, also unterhalb der letzten Zeile unterschrieben – mit Ort, Datum und einer handschriftlichen Unterschrift. Ob rechtsbündig oder linksbündig, hängt wiederum vom Layout ab.

Die Unterschrift dokumentiert und bestätigt noch einmal, dass Ihre Angaben korrekt sind und dass Sie diese selbst verfasst haben. Fehlt die Unterschrift, sind die Angaben deshalb nicht weniger wert, aber es wirkt auf manch (konservativen) Personaler so. Zudem verleiht die Unterschrift Ihrer Bewerbung eine persönliche Note.

Die Unterschrift selbst sollten Sie mit einem Füller oder Fineliner in blauer oder schwarzer Tinte leisten. Bleistift ist tabu, Kugelschreiber wirkt latent billig.

Lebenslauf Tabus

Stopfen Sie Ihren Lebenslauf bitte nie mit irrelevanten Informationen voll. Und auch nicht mit unpassenden Angaben. Diese zum Beispiel gehören nicht hinein:

  • Angaben zur Familie
  • Beruf der Eltern
  • Gehaltsvorstellungen (sind nur bei Bedarf im Anschreiben zu platzieren)
  • Rechtfertigungen für Kündigungen
  • Formulierung „arbeitslos“ (bitte ersetzen durch die aktivere Formulierung „arbeitssuchend“)

Lebenslauf checken lassen

Bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken: Lassen Sie diese am besten noch von einem Dritten prüfen. Sind die Unterlagen vollständig? Sind alle Angaben korrekt? Überzeugt das Anschreiben? So entgehen Ihnen auch kein Grammatik- oder Rechtschreibfehler.

Ideal ist, hier die Unterstützung durch einen professionellen Lebenslauf-Check und die Hilfe von Profis – wie zum Beispiel CV Coach, einem zertifizierten Personalberater. Karrieresprung.de hat für Sie extra eine Kooperation abgeschlossen, um Ihnen eine erste kostenlose Unterstützung vom Bewerbungsexperten bieten zu können. Nutzen Sie also gleich hier den für Sie kostenlosen und professionellen Lebenslauf-Check.

Amerikanischer Lebenslauf

Es gibt heute zwei Varianten, wie sich der tabellarische Lebenslauf aufbauen lässt – amerikanisch oder chronologisch.

Beim sogenannten amerikanischen Lebenslauf werden die beruflichen Stationen so aufgelistet, dass die letzte beziehungsweise aktuelle Position zuerst erscheint. Beim chronologischen Lebenslauf ist es genau umgekehrt.

Die amerikanische Variante hat sich inzwischen als Standard durchgesetzt. Der chronologische Lebenslauf eignet sich dafür eher bei aktueller und längerer Arbeitslosigkeit, da diese dann erst später im Dokument erscheint. Letztlich ist aber beides erlaubt und eine persönliche Geschmacksfrage.

Lebenslauf Checkliste

Checkliste BewerbungHaben Sie auch an alles gedacht? Unsere Checkliste sagt es Ihnen. Diese Inhalte bitte im Lebenslauf nicht vergessen:

  • Vorname, Nachname
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Geburtsdatum, Geburtsort
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Berufliche Stationen (Unternehmen, Ort, Tätigkeit)
  • Praktika (während der Hochschulzeit)
  • Studenten-, Mini- oder Nebenjobs (sofern für die neue Position relevant)
  • Studium (Hochschule, Fächer, Schwerpunkte, Abschlussnote, ggf. Thema der Abschlussarbeit)
  • Auslandssemester
  • Schulabschluss (Schulname, Abschlussnote)
  • Berufliche Ausbildung
  • Sprachkenntnisse
  • Computerkenntnisse
  • Weiterbildungen und Zertifikate
  • Führerschein
  • Soziales Engagement und Ehrenämter
  • Hobbys (optional)

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[Bildnachweis: Ditty_about_summer by Shutterstock.com]

Kündigungsschreiben: Muster, Vorlage, Tipps für Arbeitnehmer

Kuendigungsschreiben Muster Vorlage formulieren

Das Kündigungsschreiben besiegelt Ihren Ausstieg aus der Firma. Es muss aber formell korrekt sein, damit es auch wirksam ist. Dabei kann durchaus der eine oder andere Fehler unterlaufen. Der Zeitpunkt und Ihre Unterschrift sind wichtig und dass Sie das Kündigungsschreiben in Papierform abliefern. Wenn Arbeitnehmer eine Kündigung schreiben, sollten sie außerdem diese Punkte beachten…

Kündigungsschreiben Muster für Arbeitnehmer

Kündigungsschreiben Muster

Jörg Jörgensen
Dänenstraße 123
98765 Koppenhaggen

Unternehmen AG
Personalabteilung z.H. Frau Jacobsen
Hyggestraße 9
45678 Arhusen

Datum, TT.MM.JJJJ

Kündigung

Sehr geehrte Frau Jacobsen,

hiermit kündige ich meinen mit Ihrem Unternehmen bestehenden Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Datum.

Für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedanke ich mich sehr herzlich. Ich wünsche Ihnen und dem Unternehmen für die Zukunft weiterhin alles Gute.

Bestätigen Sie mir bitte den Erhalt meiner Kündigung und das Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet.

Darüber hinaus bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis anzufertigen und an meine oben genannte Adresse zu senden.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Jörgensen (Unterschrift)

Hier können Sie das Kündigungsschreiben als Word- oder PDF-Dokument konstenlos downloaden:

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Darauf kommt es an

Die gute Nachricht zuerst: Ein Kündigungsschreiben ist kein Hexenwerk. Sie benötigen im Grunde kaum Text, um ein formell korrektes Kündigungsschreiben aufzusetzen.

Und das sollten Sie auch beherzigen. Keine ausgefeilten Formulierungen, keine verschachtelten Sätze: Je kürzer und präziser das Kündigungsschreiben, desto besser.

Die wichtigsten Regeln für das Kündigungsschreiben für Arbeitnehmer lauten:

  • Schriftform

    Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen. (BGB § 623)

    Sie müssen Ihre Kündigung also auf Papier einreichen. Per E-Mail, Anruf oder Fax ist sie rechtlich nicht bindend. Achtung: Verwechseln Sie das nicht mit Kündigungsschreiben für Handyvertrag, Fitnessstudio und andere Verbraucherverträge. Diese können Sie seit einiger Zeit sehr wohl per E-Mail kündigen.

  • Klarheit

    Die Kündigung muss eindeutig sein. Verzichten Sie auf den Konjunktiv oder längere Ausführungen. So nicht: Ich würde ganz gerne meinen Arbeitsvertrag kündigen. Auch nicht so: Ich habe die Arbeit in Ihrem Unternehmen zwar sehr genossen, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass es für mich vielleicht doch besser wäre, zum nächsten Januar zu gehen.

    Für den Arbeitgeber muss klar sein, dass Sie kündigen – ohne Wenn und Aber. So wie hier: Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bedenken Sie: Ihr Kündigungsschreiben muss rechtlich wasserdicht sein. Kommen Zweifel an seiner Rechtswirksamkeit auf, kann das im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Arbeitgeber die Kündigung nicht akzeptiert und Sie vor das Arbeitsgericht ziehen müssen.

Job Kündigung schreiben: So geht’s

  • Briefkopf

    Hier muss Ihr vollständiger Name sowie Ihre Adresse stehen, darunter der Name und die Adresse Ihres Arbeitgebers – so wie man es von Geschäftsbriefen gewohnt ist. Lesen Sie am Ende unbedingt noch mal Korrektur, bevor Sie das Kündigungsschreiben an Arbeitnehmer absenden, damit sich keine Tippfehler oder Buchstabendreher einschleichen.

  • Datum

    Bei einer Kündigung ist das Datum relevant. Zunächst müssen Sie Ihr Kündigungsschreiben datieren – oben rechts. Im Text selbst nennen sie zudem das Datum, an dem Arbeitsverhältnis endet – also den letzten offiziellen Arbeitstag. „Ich kündige zum TT.MM.JJJJ“.

  • Betreff

    Schreiben Sie einfach nur Kündigung in die Betreffzeile. Oder alternativ: Kündigung meines Arbeitsvertrages. Oder noch genauer: Kündigung meines Arbeitsvertrags vom TT.MM.JJJJ zum TT.MM.JJJJ. Sie können an dieser Stelle zudem Ihre Personalnummer ins Schreiben aufnehmen, damit erst gar keine Unklarheiten über Ihre Identität aufkommen. Denn: Einen Michael Müller könnte es in einem größeren Betrieb ja durchaus zweimal geben.

  • Empfänger

    Richten Sie die Kündigung an die zuständige Person – also nach Möglichkeit nicht an Sehr geehrte Damen und Herren. Dabei handelt es sich in der Regel um Ihren Vorgesetzten oder die Personalabteilung. Wenn Sie die zuständige Person nicht kennen, bringen Sie sie vorher in Erfahrung. Immerhin muss diese Ihre Kündigung ja dann auch erhalten.

  • Unterschrift

    Ganz zum Schluss setzen Sie Ihre handschriftliche Unterschrift unter das Kündigungsschreiben. Dabei darf es sich nicht um den getippten Namen oder ein eingefügtes Bild der Unterschrift handeln. Bitte per Hand unterschreiben! Wenn Ihre Kündigung ohne Originalunterschrift eingeht, ist sie womöglich unwirksam.

Kündigungsschreiben Arbeitsvertrag: Kann ich es rückgängig machen?

Achten Sie bitte darauf: Eine Kündigung ist endgültig.

Sobald Sie formell korrekt und schriftlich gekündigt haben, können Sie Ihre Kündigung nicht mehr zurücknehmen – auch nicht mit dem Verweis auf ein „Versehen“.

Bei einer mündlichen Kündigung geht das hingegen schon. Wenn sie also Ihrem Chef im Eifer des Gefechts ein „Ich kündige“ um die Ohren gehauen haben, können sie das hinterher revidieren.

Arbeitnehmer lassen sich den Empfang der Kündigung am besten bestätigen – zum Beispiel vom Sekretariat oder der Personalabteilung. Wer auf Nummer sicher gehen will, überreicht die Kündigung unter Zeugen (Betriebsrat) oder versendet sie als Einschreiben mit Rückschein.

Was gehört in eine Kündigung?

Form KuendigungsschreibenDas gehört in eine Kündigung:

  • Absender und Adressat: Damit klar wird, wer wem kündigt.
  • Datum: Zeigt, dass Sie fristgerecht kündigen.
  • Betreff: Unbedingt das Wort „Kündigung“ aufnehmen.
  • Danksagung: Ist kein Muss, zeigt aber Größe.
  • Arbeitszeugnis: Fordern Sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis an, es steht Ihnen rechtlich zu.
  • Grüße: Höflichkeitsfloskel am Ende.
  • Unterschrift: Macht das Kündigungsschreiben erst wirksam.

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Diese Kündigungsfristen gelten für Sie

Wenn Arbeitnehmer kündigen wollen, müssen sie folgende Kündigungsfristen beachten:

  • Gesetzliche Kündigungsfrist

    Arbeitnehmer können ihr Arbeitsverhältnis generell mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen. Für Arbeitgeber ist die gesetzliche Kündigungsfrist teilweise deutlich länger. Sie richtet sich nach der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers.

    Laut Paragraph 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen…

    • zwei Jahre bestanden hat: 1 Monat
    • fünf Jahre bestanden hat: 2 Monate
    • acht Jahre bestanden hat: 3 Monate
    • zehn Jahre bestanden hat: 4 Monate
    • zwölf Jahre bestanden hat: 5 Monate
    • 15 Jahre bestanden hat: 6 Monate
    • 20 Jahre bestanden hat: 7 Monate
  • Arbeitsvertrag

    Arbeitnehmer können mit einer Frist von vier Wochen kündigen. Es sei denn, Ihr Arbeitsvertrag legt ausdrücklich eine andere Kündigungsfrist fest. Dann kann es sein, dass sie erst mit einer Kündigungsfrist von zwei oder drei Monaten aus Ihrem Vertrag herauskommen.

    Aber: Die Frist für eine Kündigung durch den Arbeitnehmer darf niemals länger sein as die durch den Arbeitgeber.

  • Tarifvertrag

    Liegt ein Tarifvertrag Ihrem Arbeitsvertrag zugrunde, gelten wiederum die dort festgehaltenen Kündigungsfristen.

  • Probezeit

    Normalerweise dauert die Probezeit sechs Monate. In dieser Zeit müssen sich Arbeitnehmer im Unternehmen bewähren und können ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Die Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt zwei Wochen.

Kündigung schreiben: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Einige Fragen zum Kündigungsschreiben tauchen immer wieder auf. Hier sind die Antworten:

  • Wird das Arbeitslosengeld gesperrt?

    Unter normalen Umständen: Ja. Arbeitnehmer, die von sich aus kündigen, sperrt das Arbeitsamt üblicherweise für drei Monate. Es kann Ausnahmen geben, wenn jemand etwa massiv gemobbt wurde oder am Arbeitsplatz gesundheitlichen Risiken ausgesetzt war.

    Diese müssen Sie dann allerdings gemäß Arbeitsrecht ärztlich nachweisen. Auch wenn Sie aus privaten Gründen in eine andere Stadt ziehen, kann das Arbeitsamt von einer Sperre absehen. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Partner dort eine neue Stelle angetreten hat oder Sie Angehörige pflegen.

  • Kann man mit einem Kündigungsschreiben auch eine Stelle kündigen, die man noch gar nicht angetreten hat?

    Ein Szenario, das gar nicht so unwahrscheinlich ist: Sie haben im Laufe Ihrer Jobsuche einen Arbeitsvertrag unterschrieben, bekommen aber nun ein noch besseres Angebot von einem anderen Unternehmen, das Sie gerne annehmen würden. Was tun?

    Ob eine sogenannte Kündigung vor Arbeitsantritt rechtlich möglich ist, hängt vor allem von Klauseln im Arbeitsvertrag ab. Wird eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausdrücklich ausgeschlossen, müssen Sie sich an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten.

    Ansonsten wäre eine gütliche Einigung mit dem Arbeitgeber eine sinnvolle Maßnahme. Aber bedenken Sie: Mit so einem Vorgehen verscherzen Sie es sich mit dem Unternehmen – und bauen sich keine gute Reputation auf.

  • Was passiert nach Einreichung des Kündigungsschreibens mit meinem Resturlaub?

    Der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers bleibt auch nach einer Kündigung bestehen. Der volle gesetzliche Urlaubsanspruch steht Ihnen zu, wenn die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam wird. Dafür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben.

    Bei einem kürzeren Arbeitsverhältnis muss der Arbeitgeber den Urlaub nur anteilig gewähren. Das ist auch dann der Fall, wenn der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte liegt.

  • Muss ich im Kündigungsschreiben einen Grund nennen?

    Nein. Einen Grund müssen Sie im Kündigungsschreiben nicht nennen. Und das sollten Sie auch nicht, denn Sie zerschlagen nur Porzellan, wenn Sie schreiben, wie leid Sie Ihren Job, die Kollegen, Vorgesetzten oder die schlechte Bezahlung sind. Gehen Sie mit Stil – ohne Wutausbrüche.

  • Wie kündigt man zeitlich richtig?

    Die Kündigung wird üblicherweise zum Monatsende ausgesprochen. Sie kündigen also zum Beispiel zum 30.09.2018 oder zum 31.12.2019. Eine Formulierung könnte lauten: Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht. Das Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf des 30.09.2018.

  • Kann ich ein Kündigungsschreiben vorzeitig einreichen und mich auf einen späteren Austrittstermin beziehen?

    Ja, das ist ohne Weiteres möglich. Beispiel: Sie wollen zum 1. Januar 2019 eine neue Stelle antreten und wissen dies schon vier Monate vorher. Ihre Kündigungsfrist beträgt vier Wochen. Müssen sie noch monatelang warten, bis Sie Ihre Kündigung auf den Weg bringen?

    Nein. Die Frist ist nicht mehr als eine Mindestangabe. Sie müssen in Ihrem Kündigungsschreiben nur deutlich machen, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirksam sein soll – dann können Sie sie auch früher einreichen. Ob das aber immer strategisch clever ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

  • Kann ich im Kündigungsschreiben duzen, wenn die Du-Form im Unternehmen üblich ist?

    Rein theoretisch ist das sicher möglich. Empfehlenswert ist es aber nicht. Ein Kündigungsschreiben soll vor allem formell korrekt sein – Danksagung und höfliche Grüße schließt das nicht aus.

    Dennoch: Formulieren Sie es am besten in der Sie-Form. Damit machen Sie nichts falsch – auch dann nicht, wenn in der Firma jeder jeden duzt.

  • Ist es besser, das Kündigungsschreiben persönlich zu überreichen oder per Post zu schicken?

    Es ist eindeutig besser, das Kündigungsschreiben persönlich an den Arbeitgeber zu überreichen. Zum Einen beweisen Sie Größe, wenn Sie die Kündigung persönlich vorbeibringen. Und Sie erlauben Ihrem Arbeitgeber Rückfragen und können ihn über Ihre Motive aufklären.

    Die Kündigung per Post hat dagegen etwas Distanziertes und Anonymes. Sie wirkt weniger souverän, mehr wie eine Abrechnung. Aber: Wenn Sie mit Ihrem Vorgesetzten auf Kriegsfuß stehen, dann verschicken Sie das Kündigungsschreiben eben per Post.

  • Kann ich im Falle einer (zu) langen Kündigungsfrist einen Rauswurf provozieren?

    Angenommen, Ihre Kündigungsfrist beträgt fünf Monate, Sie wollen aber so schnell wie möglich weg. Dann kann es durchaus verlockend sein, zu spät zu kommen und die Arbeit zu verweigern, um eine fristlose Kündigung zu provozieren. Problem gelöst!

    Doch Halt: Lassen Sie es lieber sein. Denn Ihr Verhalten wird sich auch äußerst negativ im Arbeitszeugnis niederschlagen, Ihre Reputation wird leiden. Im schlimmsten Fall verbauen Sie sich alle Zukunftsperspektiven. Setzen Sie daher lieber auf eine gütliche Einigung mit Ihrem Arbeitgeber – vielleicht per Aufhebungsvertrag.

Kündigung schreiben: Schritt für Schritt

Das Kündigungsschreiben ist nicht kompliziert. Fehler können trotzdem passieren. Darum sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Kündigungsfrist

    Machen Sie sich schlau, welche Kündigungsfristen für Sie gelten. Die finden Sie in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag. So verpassen sie nicht den richtigen Zeitpunkt für Ihren Absprung.

  2. Chef

    Terminieren Sie ein Gespräch mit Ihrem Chef. Wenn Sie ein vertrauensvolles Verhältnis haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung zu kündigen vorab in einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch mit. Möglicherweise wird Ihr Vorgesetzter noch versuchen, Sie umzustimmen. Und wenn Sie kein so gutes Verhältnis haben: Bleiben Sie sachlich und brechen Sie keinen Streit vom Zaun. Das lohnt sich nicht!

  3. Neue Stelle

    Ganz wichtig: Kündigen Sie erst, wenn Sie einen neuen Job in der Tasche haben. Dazu müssen sie schon vorher aktiv Ausschau halten und Ihre Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen. Andernfalls stehen sie ohne Stelle – und sogar ohne Arbeitslosengeld – da. Denn wer als Arbeitnehmer von sich aus kündigt, dem brummt das Arbeitsamt eine Sperre auf.

  4. Familie

    Ohne familiären Rückhalt könnten viele Menschen im Job nicht erfolgreich sein. Bevor Sie kündigen: Besprechen Sie den Schritt vorab innerhalb der Familie. Tun Sie das nicht, riskieren Sie neben einer beruflichen gleich noch eine private Krise.

  5. Unterlagen

    Man kann ja nie wissen! Gehen Sie auf Nummer sicher und sammeln Sie alle Unterlagen, die für Ihre Kündigung relevant sind. Kündigungsschreiben, E-Mails, aber auch mögliche Drohungen Ihres Vorgesetzten. So sind auf den Fall der Fälle – einen Rechtsstreit – gut vorbereitet. Die Dokumente aber bitte zuhause verstauen und nicht im Büro.

Kündigungsschreiben: Können Arbeitnehmer fristlos kündigen?

Im Normalfall sprechen wir von einer ordentlichen Kündigung. Der Arbeitnehmer kündigt unter Einhaltung der Kündigungsfrist.

Daneben gibt es aber noch die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung. Meist sind es Arbeitgeber, die einen Arbeitnehmer wegen einer schweren Verfehlung fristlos vor die Tür setzen. Aber: Auch Arbeitnehmer können fristlos kündigen.

Eine fristlose Kündigung ist möglich, wenn es dem Arbeitnehmer aus einem „wichtigen Grund“ nicht zumutbar ist, weiterhin in dem Unternehmen zu arbeiten. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer…

  • nicht oder regelmäßig zu spät entlohnt wird.
  • durch den Arbeitgeber bedroht, beleidigt oder sogar körperlich angegriffen wird.
  • von seinem Arbeitgeber nachweislich zu kriminellen Handlungen angestiftet wird oder dieser selbst Straftaten begeht.

Jeder dieser Sachverhalte stellt einen Grund für eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer dar. Allerdings müssen Sie trotzdem Fristen beachten.

So ist der Kündigende nach § 626 Absatz 2 BGB dazu verpflichtet, innerhalb von zwei Wochen zu reagieren: Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen. Erst dann ist die außerordentliche Kündigung wirksam.

Kündigungsschreiben bei befristetem Vertrag: Ist es notwendig?

Ein befristeter Vertrag ist – wie der Name schon sagt – auf einen vorher festgelegten Zeitraum beschränkt. Daher sieht er normalerweise auch keine spezielle Kündigung oder Kündigungsfrist vor. Der Vertrag endet automatisch mit Beendigung der Vertragslaufzeit – ganz einfach.

Nur wenn im Arbeitsvertrag eine entsprechende Kündigungsklausel festgelegt wurde, ist eine vorzeitige Kündigung durch den Arbeitnehmer möglich. Dazu steht im § 15 Absatz 3 und 4 Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG):

  • (1) Ein kalendermäßig befristeter Arbeitsvertrag endet mit Ablauf der vereinbarten Zeit.
  • (3) Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.
  • (4) Ist das Arbeitsverhältnis für die Lebenszeit einer Person oder für längere Zeit als fünf Jahre eingegangen, so kann es von dem Arbeitnehmer nach Ablauf von fünf Jahren gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Kündigungsschreiben Arbeitgeber: Diese 5 Kündigungsarten gibt es

Als Arbeitnehmer können Sie kündigen, wenn Sie sich beruflich verändern wollen. Einfach so. Für Arbeitgeber ist es nicht immer so leicht, ein Kündigungsschreiben
durchzubringen. Wann können Arbeitgeber einem Arbeitnehmer kündigen? Wenn eines der folgenden 5 Szenarien zutrifft:

  1. Betriebsbedingte Kündigung

    Wenn betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden, dann geht es dem Unternehmen wirtschaftlich nicht gut. Vielleicht muss es Standorte schließen oder gar Insolvenz anmelden, weil Aufträge ausbleiben.

  2. Verhaltensbedingte Kündigung

    Wenn Sie dauernd zu spät kommen, blau machen, am Arbeitsplatz Alkohol konsumieren oder trotz Rauchverbots rauchen, kann Ihnen der Arbeitgeber ein Kündigunggschreiben zukommen lassen. Allerdings muss eine solche Kündigung verhältnismäßig sein. Vor der verhaltensbedingten Kündigung steht zuerst die Ermahnung – und dann die Abmahnung.

  3. Fristlose Kündigung

    Bei der fristlosen Kündigung handelt es sich nicht um eine ordentliche, sondern um eine außerordentliche Kündigung. Besonders schwerwiegende Fälle können so geahndet werden. Eine fristlose Kündigung kann angemessen sein, wenn der Mitarbeiter eine Straftat begeht oder Betriebsspionage betreibt oder ähnliches.

  4. Personenbedingte Kündigung

    Wenn der Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage ist, seine Aufgaben aus dem Arbeitsvertrag ordnungsgemäß zu erfüllen, kann die personenbedingte Kündigung die Folge sein. Dies kann etwa der Fall sein, wenn er wegen gesundheitlicher Beschwerden keine körperliche Arbeit mehr verrichten kann.

  5. Krankheitsbedingte Kündigung

    Wer krank ist, kann sehr wohl gekündigt werden – aber nur unter strengen Voraussetzungen. Wenn die Gesundheitsprognose negativ ist, die Betriebsabläufe des Unternehmens beeinträchtigt werden und dem Mitarbeiter keine andere Tätigkeit zuzumuten ist, dann könnte das Kündigungsschreiben irgendwann im Briefkasten landen.

Kündigung schreiben: Was dafür spricht

Sollten Sie überhaupt kündigen? Ist das wirklich die richtige Entscheidung? Bevor Sie das Kündigungsschreiben auf den Weg bringen, sollten Sie sich über Ihre Motive klar werden. Sonst begehen sie vielleicht einen Fehler, den sie später bereuen.

Das sind 3 gute Gründe für eine Kündigung:

  • Gesundheit

    Der Job macht Sie krank? Er sorgt für Herzleiden, löst Allergien aus oder macht Sie schlaflos. Dann suchen Sie sich etwas Neues. Ihr Körper kann auch durch zu viele Überstunden oder Nachtschichten zu Schaden kommen.

  • Stagnation

    Die gläserne Decke ist für Sie erreicht? Besser wird’s nicht. Es gibt keine Entwicklungsmöglichkeiten, keine Herausforderungen, keine Perspektiven. In einem anderen Unternehmen finden Sie die vielleicht. Ein guter Grund, um ein Kündigungsschreiben aufzusetzen.

  • Chance

    Sie haben ein tolles Angebot auf dem Tisch oder wollen einen ganz neuen Weg gehen? Zum Beispiel ein eigenes Startup oder Café gründen oder fortan als Freelancer arbeiten oder… Dann machen Sie einen sauberen Cut und versuchen Ihr Glück – aber nur, wenn Sie es wirklich wollen und Ihre Erfolgsaussichten realistisch sind.

Kündigung schreiben: Was dagegen spricht

Das sind 3 schlechte Gründe für eine Kündigung:

  • Kündigung aus Frust

    Einen Beruf ohne Frustmomente gibt es nicht. Und den werden Sie auch nirgendwo finden. Entscheidend ist, wie Sie mit Frust umgehen, ob Sie ihn in Energie umwandeln können. Frust alleine – kein guter Grund für eine Kündigung.

  • Kündigung nach Kritik

    Auch mit Kritik müssen wir alle leben – und umgehen können. Andererseits wäre etwas Lob auch ganz angenehm. Wenn sich beides nicht annähernd die Waage hält, die Kritik irgendwann völlig übertrieben ist und in Maßlosigkeit abdriftet, sollten Sie über einen Jobwechsel nachdenken. Vorher nicht.

  • Kündigung wegen des Chefs

    Mitarbeiter kommen wegen des Jobs und gehen wegen des Chefs, lautet ein weiser Satz. Da ist etwas dran. Aber bedenken sie bitte auch: Niemand ist perfekt. Gestehen Sie auch Ihrem Chef die eine oder andere Macke und Schwäche zu. Er ist Ihr Chef, nicht Superman. Er ist ein Mensch wie Sie und ich – nicht mehr und nicht weniger.

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