Referenzen in der Bewerbung: Beispiele, Tipps, Muster

Referenzen Bewerbung

Referenzen schmücken eine Bewerbung. Dabei waren es bislang die Arbeitszeugnisse, die im Bewerbungsprozess als größtes Faustpfand erachtet wurden. Aber sie sind kein so großes, wie man vielleicht meinen könnte. Denn schon die Gewerbeordnung besagt, dass ein qualifizierendes Arbeitszeugnis auf jeden Fall wohlwollend sein muss. Außerdem steht es dem Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu. Anders eine Referenz: Sie ist komplett freiwillig – und kann individuell formuliert werden. Referenzen können aus einer guten eine sehr gute Bewerbung – eine mit besten Erfolgsaussichten auf ein Vorstellungsgespräch – machen. Wer seiner Bewerbung Referenzschreiben beifügt, kann damit nur gewinnen. Mehr als drei Referenzen sollten es aber nicht sein…

Unterschied zwischen Referenzen und Empfehlungen

Der Begriff Referenz geht auf das lateinische referre zurück. Das bedeutet so viel wie: „sich auf etwas beziehen“, „berichten“, „auf etwas zurückführen“.

Mit einer Referenz beziehen Sie sich also auf etwas – beziehungsweise: auf jemanden. Im Bewerbungsprozess ist eine Referenz ein maximal einseitiges Dokument in DIN A4. Dort trifft der Referenzgeber – meist eine Führungskraft – über den Bewerber eine positive Aussage und empfiehlt ihn für eine bestimmte Stelle oder Position.

Oft werden als Synonym die Begriffe Empfehlungsschreiben oder Empfehlungsbrief verwendet. Zur Referenz gibt es jedoch einen Unterschied:

  • Referenzen

    Referenzen konzentrieren sich auf die Vergangenheit der entsprechenden Person: Welche Qualifikation hat sie erworben? Welche Tätigkeiten ausgeübt? Welche Erfolge errungen? Auch richtet sich die Referenz nicht an einen bestimmten Empfänger, sondern ist allgemeingültig.

  • Empfehlungen

    Empfehlungen dagegen sind in der Regel an einen konkreten Empfänger gerichtet. Der Fokus liegt hier in der Zukunft: Warum wird der Bewerber in der entsprechenden Position reüssieren? Das Empfehlungsschreiben soll hierzu konkrete Hinweise geben.

Referenzschreiben Aufbau

Ein Referenzschreiben hat stets einen persönlichen Charakter. Eine Person äußert sich wohlwollend über eine andere – aus der Ich-Perspektive und in der Ich-Form. Darum gibt es auch keine strenge Normung dieses Elements in der Bewerbung.

Ein Referenzschreiben können Sie ganz individuell gestalten. Nur folgende Inhalte sollten Sie berücksichtigen, um den gewünschten Effekt zu erzielen – und dem Empfänger auch die notwendigen Informationen bereitzustellen:

  • Briefkopf inklusive Vor- und Nachname des Fürsprechers sowie Name des Unternehmens oder der Organisation
  • Telefonnummer, um direkte Rückfragen und eine Verifzierung zu ermöglichen
  • Datum
  • Betreff inklusive Namensnennung des Bewerbers
  • Selbstvorstellung des Fürsprechers
  • Nennung des Zeitraums, in dem Referenzgeber und Bewerber zusammengearbeitet haben
  • Qualifikationen, Aufgaben, Fähigkeiten des Bewerbers, Erfolge des Bewerbers
  • Sozialverhalten, Persönlichkeit und Soft Skills des Bewerbers
  • Unterschrift

Referenzen Bewerbung: Wo angeben?

referenzen bewerbung angebenDas Referenzschreiben erwähnen Sie entweder im Anschreiben, im Anlageverzeichnis oder im Lebenslauf – in letzterem Fall bei der entsprechenden beruflichen Position.

Achtung: Die Telefonnummer des Fürsprechers nennen Sie nur im Referenzschreiben selbst – nirgendwo sonst. Das wäre zu aufdringlich.

Sie können auch eine Referenzliste auf einem Extra-Blatt erstellen. Nachteil: Sie bläht die Bewerbung unnötig auf.

Einfacher ist es, Sie schreiben in der im Anlageverzeichnis so etwas wie: Max Meier, Geschäftsführer der ABC GmbH, bestätigt Ihnen gerne meine Kompetenzen und Qualifikationen.

Referenzen in der Bewerbung: Für wen sie sinnvoll sind

Referenzen sind im Kommen – und ihre Bedeutung dürfte in Zukunft weiter wachsen. Der Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse führt auch dazu, dass viele Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben.

Zum Beispiel Freiberufler, die projektbezogen arbeiten. Sie können Ihre Chancen auf zukünftige Aufträge durch zielgerichtete Referenzen deutlich verbessern.

Allerdings sind aktuell und im Rahmen einer Bewerbung andere Elemente wichtiger. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse (sofern vorhanden) haben einen höheren Stellenwert. Mit Referenzen kann man die eigenen Chancen aber – in vielen Fällen – entscheidend erhöhen, sich von anderen Bewerben absetzen.

Merke: Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dem Menschen mehr vertrauen als einer persönlichen Empfehlung.

Auch Berufseinsteiger können daher von Referenzschreiben oder einer sogenannten Referenzliste profitieren. Schließlich haben sie noch kein Arbeitsverhältnis nachzuweisen – und damit auch keine Zeugnisse und nur einen sehr kurzen tabellarischen Lebenslauf.

Wer außerdem um Referenzen bitten könnte (und sollte):

  • Azubis
  • Praktikanten
  • Trainees
  • Studenten (möglicher Referenzgeber: Professor oder Dozent)
  • Schüler (vom Lehrer)
  • Stipendiaten (vom Professor oder Förderer)
  • Ehrenamtler

Übrigens: Referenzen müssen natürlich nicht zwingend vom letzten Arbeitgeber stammen. Sie können auch Menschen, mit denen Sie vor langer Zeit (gut) zusammengearbeitet haben, nachträglich um ein Referenzschreiben bitten.

Und es muss auch nicht der Chef höchstpersönlich sein, der die Referenz erstellt. Im Prinzip kann jeder und jede, mit dem Sie schon gearbeitet haben, als Ihr Fürsprecher in Erscheinung treten.

Wahr ist aber auch: Je höher der Aussteller in der Hierarchie eines Unternehmens oder einer Organisation steht, desto gewichtiger werden die Referenzen. Am besten eignen sich Geschäftsführer, Personalchefs, Abteilungs- oder Teamleiter sowie Kunden und Auftraggeber als Referenzgeber. Weniger sinnvoll ist es, Freunde und Verwandte als Referenzgeber einzuspannen.

Und beachten Sie: Der Referenzgeber muss mit neugierigen Anrufern rechnen. Deshalb muss er sich auch damit einverstanden erklären, dass Personaler ihn kontaktieren, um die Echtheit des Referenzschreibens zu prüfen.

Generell sollten Sie Referenzen nur in geringen Dosierungen angeben. Wer es damit übertreibt, entwertet die Referenzen, macht sich unglaubwürdig. Mehr als zwei oder maximal drei Referenzen brauchen Bewerber nicht.

Referenzen Muster

Hier finden Sie zwei Referenzen als Vorlage. Sie können die Referenzschreiben auch als WORD- oder PDF-Dokument herunterladen und bearbeiten. Einfach unten auf die entsprechenden Links klicken.

Name des Referenzgebers

Anschrift

PLZ Wohnort

Telefonnummer

Datum

Referenzschreiben für XXX

Herr/Frau Mustermann hat sich nach langjähriger und erfolgreicher Tätigkeit in unserem Unternehmen dazu entschlossen, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Als sein/ihr Vorgesetzter bedauere ich diesen Entschluss, möchte Herrn/Frau Mustermann aber nichtsdestotrotz wärmstens weiterempfehlen.

In der Zeit von 01.01.2016 bis 29.02.2020 hat Herr/Frau Mustermann in der Position als Marketingleiter für unser Unternehmen gearbeitet und dabei alle Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit und mit großem Elan und viel Engagement bewältigt. Ich habe ihn/sie als selbstständig denkenden, verantwortungsvollen und immer zuverlässigen Kollegen kennen und schätzen gelernt.



Bis heute genießt Herr/Frau Mustermann einen ausgezeichneten Ruf bei Kollegen und Kunden. Neben der herausragenden Fachkenntnis zeichnet sich Herr/Frau Mustermann durch Kreativität, Flexibilität und hohe Teamfähigkeit aus. Ich halte ihn/sie für eine Position als ZZZ für bestens geeignet und empfehle ihn/sie jederzeit für eine Beschäftigung in diesem Bereich.



Falls Sie hierzu noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne für telefonische Rückfragen zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen


Unterschrift Referenzgeber

Name des Referenzgebers

Anschrift

PLZ Wohnort

Telefonnummer

Datum

Referenzschreiben für XXX

Herr Müllermann hat in unserem Unternehmen im Zeitraum vom 01.12.2019 bis 29.02.2020 ein Praktikum im Bereich Social Media absolviert. In dieser Zeit war ich sein Betreuer und Vorgesetzter.

Von Beginn an zeichnete sich Herr Müllermann durch sein außerordentliches Engagement, grenzenlose Kreativität und hohe Sorgfalt aus. Fachlich wie sozial brachte er sich sofort in das Team ein und legte ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative und Hilfsbereitschaft an den Tag. Auch war er für Anregungen und Kritik offen und zu jeder Zeit lernwillig.

Herr Müllermann übernahm eine große Bandbreite an Aufgaben und erledigte sie allesamt mit Bravour. Besonders erwähnen möchte ich aber das Projekt „Twitter-Pyramide“, das er selbst initiierte und durchführte. Dabei hat er nicht nur in vorbildlicher Weise die Reputation unseres Unternehmens im sozialen Netz gesteigert, sondern auch viele neue Follower erreicht und damit einen Beitrag zum Erfolg der Firma in den sozialen Medien geleistet.

Ich halte Herrn Müllermann für eine hoch motivierte und zuverlässige Kraft, die sich in meinen Augen besonders für eine Position als Social Media Manager qualifiziert hat. Ich kann ihn uneingeschränkt für eine Beschäftigung in diesem Bereich empfehlen.

Falls Sie mich hierzu noch einmal telefonisch kontaktieren möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Unterschrift Referenzgeber

Hier noch mal alle Referenzen zum Download:

  • Referenzschreiben Muster 1: WORD.
  • Referenzschreiben Muster 1: PDF.
  • Referenzschreiben Muster 2: WORD.
  • Referenzschreiben Muster 2: PDF.

Referenzen: Wie Sie darum bitten

Referenzen fliegen einem nicht einfach so zu. Man muss sie sich erbitten. Das ist in manchen Fällen gar nicht so einfach – und manchmal ist es einem auch unangenehm. So kommen Sie an Ihre Referenzen – in unterschiedlichen Szenarien:

An der Universität

Es versteht sich von selbst, dass Sie nur einen Professor oder Dozenten um ein Referenz- oder Empfehlungsschreiben bitten, der Sie auch wirklich kennt und bei dem Sie eine Arbeit geschrieben haben – eine möglichst gute. Insbesondere Ihr Betreuer bei der Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit bietet sich an. Auch gut: Wenn Sie als studentische Hilfskraft gearbeitet haben. Grundsätzlich ist es für Universitätsprofessoren nichts Außergewöhnliches, um Referenzen gebeten zu werden. Also keine falsche Scheu!

So könnten Sie um Referenzen bitten:

  • Timing: Kommen sie nicht einfach mal schnell im Büro vorbei, sondern machen sie vorher einen Termin ab. Schreiben Sie eine Mail oder rufen Sie an.
  • Wunsch: Tragen Sie Ihr Anliegen vor. Und sagen Sie möglichst konkret, welchen Hintergrund Ihr Wunsch hat und was Ihnen wichtig ist. Geht es um Ihre fachlichen Qualifikationen oder Ihre persönliche Arbeitsweise? Referenzen für ein Stipendium sind etwas anderes als Referenzen für eine Arbeitsstelle.
  • Unterlagen: Bringen Sie am besten alle Unterlagen mit, die relevant sein könnten. Zeugnisse, Lebenslauf, Arbeitsproben usw., damit der Professor sofort im Bilde ist und nicht lange nach irgendetwas suchen muss.
  • Puffer: Einen zeitlichen Puffer sollten Sie vorab einplanen. Sie werden Ihre Referenz nicht schon nach zwei Stunden in Händen halten. Professoren haben erfahrungsgemäß eine lange To-do-Liste – und Referenzschreiben genießen ganz sicher nicht Priorität 1A. Fragen Sie also rechtzeitig an – schon einige Wochen vorher.
  • Dank: Ein herzliches Dankeschön – gerne auch noch mal per Mail – sorgt für Wertschätzung. Und falls Ihnen der Professor keine Referenzen geben will, verkneifen Sie sich bissige Kommentare oder andere rhetorische Ausfälle. Sie haben nun einmal kein Anrecht darauf.

Bitte um Referenz: Beispielformulierung 1

Sehr geehrter Professor Reuter,

bestimmt erinnern sie sich, dass ich meine Bachelorarbeit über das politische System Chiles bei Ihnen geschrieben habe. Ich möchte mich nun um einen Masterplatz für den Master Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin bewerben und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen könnten. Der Abgabetermin ist der TT.MM.JJJJ. Ich würde die Details auch gerne – sofern Sie Zeit haben – in einem persönlichen Gespräch besprechen.

Als Angestellter

Ein Referenzschreiben von Ihrem direkten Vorgesetzten – das ist prinzipiell eine gute Idee. Allerdings nicht, wenn Ihr jetziger Arbeitgeber nichts von Ihren Wechselplänen erfahren soll. In dem Fall würde er sofort hellhörig werden. Gehen Sie generell sehr vorsichtig vor, wenn Sie im aktuellen Unternehmen jemanden nach Referenzen fragen wollen – zum Beispiel auch einen ehemaligen Vorgesetzten aus einer anderen Abteilung. Ohne Vertrauensbasis bitte sein lassen! Ein richtig guter Zeitpunkt hingegen ist, wenn Ihr Vorgesetzter wechselt – in ein anderes Unternehmen oder eine andere Abteilung. Diese Gelegenheit sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Sie ist optimal, um nach einer Referenz zu fragen. Für Sie wäre das gleichzeitig eine Absicherung, falls sie mit Ihrem neuen Chef nicht auf der gleichen Wellenlänge funken sollten.

So könnten Sie um Referenzen bitten:

  • Bitte: Am besten melden Sie sich telefonisch. Um einen persönlichen Termin zu bitten – das wäre zu dick aufgetragen. Er oder sie hat ja auch noch andere Aufgaben zu erledigen. Sie können auch mailen. Aber bedenken Sie: Eine E-Mail kann in die falschen Hände geraten.
  • Einschätzung: Um Ihrem Chef – aber vor allem Ihnen selbst – eine Blamage zu ersparen, denken sie bitte vorher ganz genau nach: Ist Ihr Vorgesetzter mit Ihnen und Ihren Leistungen vollauf zufrieden? Hat er Grund dazu? Schätzt er sie? Sind Sie ihm sympathisch? Wenn all das nicht zutrifft, dann sollten Sie Ihren Plan vielleicht noch mal überdenken.
  • Begründung: Das heißt nicht, dass Sie im Zweifel nicht auch dezent nachhelfen können. Legen Sie sich Argumente zurecht: Warum sind Sie für den Job qualifiziert? Warum passt die Stelle zu Ihnen und was haben Sie geleistet, um Ihre Eignung zu unterstreichen? Warum haben Sie eine Referenz verdient?

Bitte um Referenz: Beispielformulierung 2

Lieber Herr Weber,

ich bin seit nunmehr sieben Jahren für dieses Unternehmen im Controlling tätig. Nun würde ich mich gerne weiterentwickeln und mich für die intern ausgeschriebene Position als Leiter der Abteilung ABC bewerben. Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie mich in den vergangenen Jahren begleitet und gefördert haben. Sie kennen meine Fähigkeiten am besten. Daher würde ich mich freuen, wenn sie mir für meine Bewerbung ein Empfehlungsschreiben ausstellen.

Als Freiberufler

Für Freiberufler sind Referenzen nicht selten überlebenswichtig. Sie helfen Ihnen, ihre Reputation zu verbessern und an Folgeaufträge zu kommen. Ihre renommiertesten Kunden oder Auftraggeber sind zugleich diejenigen, die Sie um Referenzen bitten sollten. Die Wirkung ist dann naturgemäß am stärksten. Und fragen Sie jene Kunden, die mit Ihrer Leistung augenscheinlich zufrieden sind.

So könnten Sie um Referenzen bitten:

  • Ansprache: Nach einem abgeschlossenen Projekt erkundigen Sie sich bei Ihren Kunden, ob sie mit mit Ihrer Arbeit zufrieden waren. Das ist bei vielen der Fall, ohne dass man ein ausdrückliches Lob bekommt. Werden sie also selbst aktiv.
  • Konservierung: Schreibt Ihnen Ihr Kunde eine wohlwollende Mail, halten Sie diese unbedingt fest. Und fragen Sie ihn, ob Sie das Lob – in dieser oder abgewandelter Form – als Referenz verwenden dürfen. Wenn Sie das Statement auf Ihrer Webseite einbinden wollen, benötigen Sie ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie niemals eine Referenz ohne Einverständnis!
  • Glaubwürdigkeit: Tipp: Bitten Sie darum, die Referenz auf Firmenpapier ausstellen zulassen. Es wirkt authentischer und erhöht die Glaubwürdigkeit.

Bitte um Referenz: Beispielformulierung 3

Lieber Herr Schröder,

herzlichen Dank noch einmal für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Neulich sagten Sie mir in einem Gespräch etwas in dieser Art: „Die Betreuung war exzellent und wir würden uns jedes Mal wieder für Herrn XY entscheiden.“ Das hat mich sehr gefreut. Am liebsten würde ich Sie mit dieser Aussage auf meiner Webseite zitieren. Wären Sie damit einverstanden?

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Headhunter: Definition, Aufgaben, Gehalt und Liste

Für die einen sind Headhunter des Teufels, für die anderen ein Wink des Himmels. Sie können einen Arbeitnehmer in arge Verlegenheit, aber auch ganz nah an den Job der Träume bringen. Einen Automatismus indes gibt es nicht. Wenn der Headhunter anruft, ist die angebotene Stelle alles andere als sicher. Sie müssen ihn erst noch überzeugen…

Was ist ein Headhunter?

Headhunter heißt übersetzt Kopfjäger. Man könnte auch sagen: Kopfgeldjäger. Ganz so brutal wie etwa Headhunter Caitlyn im Videospiel League of Legends gehen sie aber dann doch nicht vor.

Ein Headhunter sucht im Auftrag eines Unternehmens nach Fach- und Führungskräften. Er vermittelt Personal. Und das Geschäft boomt: Im Jahr 2018 wurden insgesamt 72.000 offene Stellen durch Personalberater besetzt, wie eine Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer Steigerung um 6 Prozent.

Für die Firmen ist es oftmals leichter, diesen Service auszulagern. Ganz billig ist es nicht. Headhunter erhalten für ihre Vermittlung ein Honorar, das abhängig ist vom Erfolg und dem Jahresgehalt der zu besetzenden Position.

Darum gibt es auch kaum Headhunter für geringqualifizierte Stellen – das lohnt sich für die meisten nicht. Sie suchen lieber nach Top-Kräften, die möglichst gut bezahlt werden und entsprechende Honorare einbringen. Das durchschnittliche Zieleinkommen der gesuchten Kandidaten lag 2018 laut BDU bei 160.000 Euro pro Jahr.

Zum Portfolio eines Headhunters können außerdem Beratungsleistungen zählen, in Bezug etwa auf Arbeitsverträge, Vergütung oder die Personalentwicklung insgesamt, auf Employer Branding, Talentmanagement oder Outplacement.

Aber Vorsicht: Geschützt ist die Berufsbezeichnung „Headhunter“ nicht. Jeder Scharlatan kann sich so nennen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich unter den vielen seriösen Headhuntern auch einige faule Äpfel tummeln.

Headhunting: So funktioniert es

Das Geschäft funktioniert so:

Das Unternehmen beauftragt einen Headhunter, damit dieser eine bestimmte Position im Unternehmen möglichst gut besetzt. In einem Briefing macht der Auftraggeber klar, wen er konkret sucht. Das Unternehmen sollte so exakt wie möglich sein Anforderungsprofil darlegen – Kenntnisse, Fähigkeiten und Persönlichkeit des Wunschkandidaten inklusive.

Der Headhunter macht sich nun auf die Suche nach geeigneten Kandidaten – zum Beispiel über Xing und Linkedin, Facebook oder die Führungskräfte-Community YPO. Ein eigenes großes Netzwerk hilft ihm ebenfalls. Viele Personalberatungen setzen auch schon Künstliche Intelligenz und andere IT-Tools bei ihrer Suche ein.

In der Regel hat der Headhunter es auf Kandidaten abgesehen, die in einem festen Arbeitsverhältnis stehen. Diese spricht er direkt an, muss sie bisweilen noch von einem Jobwechsel überzeugen. Die Direktansprache wird auch als Direct Search oder Executive Search bezeichnet. Der Headhunter ruft die Kandidaten an, führt mit ihnen Interviews und Backgroundchecks durch. Auf dieser Basis trifft er eine Vorauswahl. Die Liste an passenden Kandidaten legt der Headhunter dem Auftraggeber vor und spricht seine Empfehlungen aus.

In Gesprächen mit dem Headhunter und den Kandidaten trifft der Auftraggeber am Ende eine Entscheidung – und stellt den für ihn besten Kandidaten ein. Der Headhunter erhält für seine Dienste ein Honorar – in der Regel zwischen einem Viertel und einem Drittel des Jahresgehalts der Neueinstellung.

Allerdings gibt es verschiedene Honorarmodelle. So kann das Honorar allein nach Aufwand auf Stundenbasis gezahlt werden oder ausschließlich im Erfolgsfall – oder beide Seiten einigen sich auf eine Mischform. Beispiel: Beim Drittel-Modell fließt das Honorar in drei Etappen. Das erste Drittel gibt es bei Auftragserteilung, das zweite, wenn der Headhunter geeignete Kandidaten vorgestellt hat und das dritte, sobald der Auftraggeber einen von ihnen einstellt.

Eine Einstellung erfolg aber längst nicht immer. Erstens kann es passieren, dass keiner der Kandidaten den Vorstellungen des Auftraggebers entspricht. Und zweitens konkurrieren oftmals mehrere Headhunter um die Gunst einer Firma – gewinnen kann am Ende aber nur einer von ihnen.

Headhunter Gehalt: So viel verdienen Personalvermittler

headhunter gehalt verguetungWie viel Headhunter verdienen, hängt maßgeblich von ihrem Können ab – und von ihrem Erfolg. Faustregel: Je mehr Kandidaten sie in eine neue Einstellung vermitteln und je mehr diese dort verdienen, desto mehr Geld fließt auch aufs Konto des Headhunters.

Ein (realistisches) Rechenbeispiel: Die Personalberatung vermittelt einem Unternehmen eine Führungskraft, die dort auf ein Jahresgehalt von 160.000 Euro kommt. Als Honorar hat man sich auf 25 Prozent des Jahreseinkommens geeinigt. Die Personalberatung erhält für ihre erfolgreiche Vermittlung also ein Honorar von 40.000 Euro.

Headhunter Anruf: Richtig reagieren

Oft wird man überrumpelt. Der Headhunter ruft an und fragt, ob Sie an einem Wechsel interessiert sind. Bums!

Ihre Reaktion hängt nicht nur von Ihrer Schlagfertigkeit ab – auch davon, ob Sie frei reden können. Im Büro können Sie das nicht. In dem Fall bitten Sie den Anrufer, zu einer bestimmten Zeit nach Feierabend erneut durchzuklingeln. Sie hätten gerade noch viel zu tun.

Reagieren Sie so wie immer, um keine Aufmerksamkeit zu erregen – es könnte sich ja auch um einen Kunden oder Auftraggeber handeln. Wenn Sie ein neugieriger Kollege fragt, um wen es sich denn handelte, dürfen Sie ruhig zu einer kleinen Notlüge greifen. „Jemand, der vermutlich Kaltakquise betreibt. Ich rufe später mal zurück und frage ihn, was er genau will“, könnte so eine Antwort sein.

Absolut legitim. Denn der Kontakt zu Personalvermittlern könnte Ihnen intern als illoyal ausgelegt werden – egal, wie er zustande gekommen ist. Sie sollten also Gespräche mit Headhuntern niemandem auf die Nase binden.

Noch besser, Sie bitten den Headhunter um seine Telefonnummer mit dem Verweis, Sie würden ihn später zurückrufen. So haben Sie alles unter Kontrolle und laufen nicht erneut Gefahr, am Hörer kalt erwischt zu werden. Auch können Sie sich in Ruhe auf das Gespräch vorbereiten und erst dann zum Telefon greifen.

Sie können mit der Telefonnummer des Anrufers auch eine Rückwärtssuche starten. So finden Sie vielleicht heraus, mit wem Sie es konkret zu tun haben.

Im Gespräch überlassen sie dem Headhunter erstmal das Wort. Was will er? Was hat er anzubieten? Sie sollten sich das in Ruhe anhören, selbst wenn Sie nicht das geringste Interesse an einem Wechsel haben. Es ist immer sinnvoll, den Markt zu kennen. So können Sie sich selbst und Ihre Verhandlungsposition besser einschätzen – zum Beispiel in der nächsten Gehaltsverhandlung.

Bei aller gebotenen Vorsicht: Über den Anruf eines Headhunters dürfen Sie sich freuen. Zum Einen besteht da draußen offensichtlich Bedarf an Ihnen und Ihren Skills. Zum Zweiten erhalten Sie einen kostenlosen Check Ihres Marktwerts – unabhängig davon, ob der Wechsel über die Bühne geht oder nicht.

Das sind die besten Tipps für den Fall, dass Sie ein Headhunter anruft:

  • Coolness

    Bleiben Sie ganz locker und entspannt. Sie haben nichts zu verlieren. Grund zur Nervosität besteht jedenfalls keiner, wenn ein Headhunter am anderen Ende der Leitung ist. Fangen Sie aber auch nicht sofort mit Prahlereien an, was für ein toller Hecht Sie doch seien. Überbescheiden und verlegen müssen Sie andererseits ebenfalls nicht sein, nach dem Motto: Wie kommen Sie denn nur auf mich?

  • Zurückhaltung

    Der Anruf des Headhunters ist für Sie ein Geschenk des Himmels, weil Sie unbedingt wechseln wollen? Fein. Aber zeigen sollten Sie das nicht. Es verschlechtert Ihre Verhandlungsposition. Wer verzweifelt klingt, wird nicht gerade als Top-Kraft wahrgenommen, sondern als leichte Beute. Das weckt im Headhunter dieses Mindset: Vielleicht finde ich noch jemand Besseren. Wenn nicht, kann ich immer noch auf den hier zurückkommen. Nach dem Gehalt fragen Sie den Headhunter lieber auch nicht sofort, das kommt gierig rüber. Dass Sie grundsätzlich Interesse an einer neuen Herausforderung haben und sich alle Angebote gerne anhören – das klingt grundvernünftig. Devise: Bedeckt halten, aber für alles offen sein.

  • Rückfragen

    Ein guter Headhunter sammelt Informationen. Das sollten Sie auch. Versuchen Sie so viel wie möglich herauszufinden. Wer ist der Auftraggeber? Für welche Personalberatung arbeitet er überhaupt? Notieren Sie sich zumindest den Namen des Anrufers und die Kontaktdaten. Dass der Headhunter das Unternehmen, um das es geht, beim ersten Anruf namentlich nennen wird, ist unwahrscheinlich. Das passiert erst später. Aber Sie können ihn auf den Kontext abklopfen: Branche, Unternehmensgröße, Standort, Position usw.

  • Lebenslauf

    Sie sollten nicht jedem Anrufer sofort Ihren Lebenslauf mailen. Es gibt schwarze Schafe in der Branche, die regelrechten Lebenslauf-Handel betreiben und Ihre Daten verhökern. Frühestens nach dem zweiten Telefonat können Sie sich überlegen, ob Sie mit Ihrer Vita herausrücken wollen – besser erst nach einem persönlichen Treffen. Außerdem können Sie den Headhunter auch auf Ihre Daten im Netz verweisen, die ohnehin öffentlich sind: Ihr Xing-Profil zum Beispiel.

Stellen Sie nur bitte nicht die beliebte Frage, wie denn der Headhunter auf Sie gekommen sei. Falsches Understatement! Das klingt so, als wären Sie selbst nicht mal auf sich gekommen. Die falsche Einstellung für qualifizierte Fach- oder Führungskräfte, weil sie mangelndes Selbstvertrauen offenbart.

Sie sollten Selbstbewusstsein vermitteln und sich Ihrer Stärken bewusst sein. Wer überrascht reagiert und womöglich noch den Hinweis einstreut Mich hat noch nie ein Headhunter angerufen!, der bringt den Anrufer zum Grübeln. Habe ich da wirklich die richtige Person kontaktiert?

Headhunter Fragen: Welche sie stellen

Der Headhunter ist der Gatekeeper zum Personalbüro. Er hat ein Interesse daran, den möglichst besten Kandidaten für die jeweilige Stelle zu finden.

Erstens will er sein Honorar sehen – und zweitens auch an Folgeaufträge kommen. Die bekommt er nur, wenn die von ihm vorgeschlagenen Fachkräfte sich als gute Besetzungen entpuppen.

Darum wird der Headhunter Sie genauer durchleuchten wollen – nicht schon beim ersten Telefonat, aber beim zweiten oder bei einem möglichen Treffen.

Auf diese Headhunter-Fragen sollten Sie vorbereitet sein:

  • Was war Ihr bislang größter Erfolg?
  • Welchen Fehler bedauern sie am meisten?
  • Was treibt Sie an?
  • Wie haben Sie Ihre bisher größte Herausforderung gemeistert?
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
  • Würden Sie für die neue Stelle umziehen?
  • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
  • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
  • Welche Ziele haben Sie?
  • Würden Sie Ihr aktuelles Unternehmen verlassen?

Diese Rückfragen können Sie einem Headhunter stellen:

  • Aus welcher Branche kommt das Unternehmen?
  • In welche Richtung entwickelt sich das Unternehmen?
  • Welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
  • Wo wäre meine Position angesiedelt und an wen muss ich berichten?
  • Ist die Stelle neu oder gibt es einen Vorgänger?
  • Warum ist die Stelle vakant?
  • In welchem Bereich bewegt sich das Gehalt?
  • Wie geht es nach unserem Gespräch weiter?
  • Wie viele Kandidaten-Interviews werden insgesamt geführt?
  • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

Headhunter unseriös: Wie man sie erkennt

Nicht jeder Headhunter arbeitet seriös. Unseriöse Personalvermittler erkennen Sie an diesen Warnsignalen:

  • Heimlichtuerei

    Dass der Headhunter seinen Kunden sofort nennt, wäre in der Tat unprofessionell. Mit seinem eigenen Namen und Unternehmen sollte er hingegen herausrücken. Nur halbseidene Gestalten verschleiern ihre Identität.

  • Verhör

    Kaltakquise gehört de facto zum Job. Der erste Anruf darf aber nur kurz sein. Ist der Empfänger gesprächsbereit – ja oder nein? Danach kann der Headhunter die Stelle kurz schildern und nach der Nummer fragen. Wenn er Sie hingegen schon bei der ersten Gelegenheit ausquetschen und Details in Erfahrung bringen will, ist das unseriös.

  • Unwissenheit

    Irgendwie ist der Headhunter ja auf Sie gekommen. Oft sind die Wege sehr einfach. Bei Xing oder Linkedin warten Hunderttausende Profil auf Abruf – öffentlich. Wenn der Headhunter aber rein gar nichts über Sie weiß, offenbart er Ahnungslosigkeit und mangelnde Vorbereitung. So arbeiten Profis nicht.

  • Schönfärberei

    Alles toll, alles super. Friede, Freude, Eierkuchen. Das trifft auf kein Unternehmen dieser Welt zu. Headhunter sollten eine Stelle daher nicht in ihren schönsten Farben malen, sondern sachlich deren Vorzüge aufzeigen – und die Nachteile zumindest nicht leugnen. Die vollmundigen Versprechungen fallen hinterher schließlich auf sie zurück, wenn sie nicht einlösbar waren. Gute Headhunter sind keine Schönfärber.

  • Rückschritt

    Der neue Job muss ein Schritt nach vorne für den Arbeitnehmer sein. Manchmal aber wird einem ein Job angeboten, der eher als minderwertig zu bezeichnen ist. Das kann nur bedeuten, dass der Headhunter keine Ahnung hat, wo Sie beruflich gerade stehen – oder dass es ihm schlicht und einfach egal ist.

  • Überredungskünste

    Ein absolutes No-Go: Der Headhunter will Sie mit aller Macht davon überzeugen, den Job anzunehmen. Er drängt Sie regelrecht, streut vielleicht noch abfällige Bemerkungen ein wie: Sie wollen doch nicht ewig in Ihrer jetzigen Stellen bleiben, oder? Das geht gar nicht. Professionelle Vermittler legen die Vorteile des Jobs dar, das schon. Aber Sie versuchen nicht, Arbeitnehmer plump zu manipulieren.

  • Ghosting

    Der Headhunter ruft Sie an, Sie erklären Ihre grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Und dann Funkstille. Er oder sie meldet sich einfach nicht mehr. Vielleicht hat er einen besseren Kandidaten gefunden, das kann passieren. Sie sind aber kein Spielball, den man einfach so durch die Gegend kickt. Wenigstens eine Absage per Telefon oder notfalls per E-Mail haben Sie verdient. Hören Sie dagegen gar nichts mehr vom Headhunter, beschweren Sie sich ruhig bei seiner Personalvermittlung mit der Aufforderung, Sie in Zukunft bitte nicht noch einmal zu kontaktieren.

Wen Headhunter suchen

Headhunter suchen qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Zudem werden sie häufig beauftragt, wenn Beiräte und Aufsichtsräte besetzt oder Interimsmanager gefunden werden müssen.

Immer wichtiger wird digitales Knowhow. So handelte es sich laut BDU-Studie im Jahr 2018 schon bei 13,5 Prozent der Positionen, die über Headhunter besetzt wurden, um eine Stelle mit „digitalem“ Bezug. Auch der prozentuale Anteil weiblicher Kandidaten, die von Headhuntern vermittelt werden, wächst.

In diesen Branchen sind Headhunter hauptsächlich aktiv:

  • Maschinenbau
  • Chemie/Pharma
  • Konsumgüterindustrie
  • Fahrzeugbau
  • Versicherungen
  • Kreditinstitute
  • Handel
  • Öffentliche Verwaltung
  • Wissensintensive Dienstleistungen
  • Telekommunikation
  • Informationstechnologie
  • Medien/Entertainment
  • Healthcare
  • Energie-/Wasserversorgung

Personalvermittler auf sich aufmerksam machen

Wenn der Headhunter zweimal klingelt… In der Theorie klingt es so einfach. Man wird angerufen, bekommt den Traumjob angeboten und alle Probleme lösen sich fortan in Luft auf. Die Realität ist komplexer.

Manchmal rufen Headhunter nahezu alle Freunde und Kollegen an, einen selbst aber lassen sie links liegen. Woran mag das liegen? Zugegeben, das kratzt gewaltig am Selbstvertrauen. Aber die Nichtbeachtung kann ganz profane Gründe haben.

Vielleicht haben Sie einfach nicht genügend für sich getrommelt. Dabei kann das heutzutage jeder. Wie mache ich Headhunter auf mich aufmerksam? Für den Anfang reicht es schon, die eigenen Profile bei Xing und Linkedin auf Vordermann zu bringen – oder überhaupt welche anzulegen. Networking ist das Stichwort. Auf Messen und Konferenzen präsent sein und fleißig Visitenkärtchen zücken – auch das wirkt.

Headhunter aktiv anrufen und Ihren Lebenslauf weiträumig verteilen sollten Sie hingegen nicht. Das wirkt billig und peinlich. Sie müssen es ja nötig haben! Ihre Devise sollte vielmehr lauten: Steter Tropfen höhlt den Stein…

Headhunter: Das sind die 50 besten

headhunter liste auswahlDas sind die wichtigsten Headhunter und Personalberatungen in Deutschland:

  • Egon Zehnder
  • Spencer Stuart
  • Heidrick und Struggles
  • Kienbaum
  • Korn Ferry
  • Russell Reynolds
  • Heads!
  • Odgers Berndtson
  • Senator Executive Search
  • Dr. Maier und Partner
  • Deininger
  • Baumann
  • FMT
  • H/P Executive Consulting
  • Transearch
  • Rochus Mummert
  • Indigo
  • ifp
  • LAB
  • Hager
  • Eric Salmon
  • Swissconsult
  • Sabine Märten
  • Westwind
  • PrimePeople
  • Boyden
  • Herbold Fischer Associates
  • D-Level
  • i-Potentials
  • Change Group
  • Dwight Cribb
  • Convenio
  • Amblank Jung
  • HiTec-Consult
  • Dfind
  • Talent Tree
  • Christian Könitzer Consulting
  • Passion for People
  • CareerTeam Group
  • MINT Solutions
  • Dr. Schannath Executive Search
  • Emfelia
  • SAM Executive Search
  • Deltacon
  • Tayfun Recruitment
  • Digital Future Recruitment
  • Knaisch Consulting
  • Selaestus
  • Division One
  • QRC Group

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[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Lebenslauf auf Englisch: Muster und Tipps für CV und Resume

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Die USA, Kanada, Großbritannien und Australien zählen allesamt zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. Eine Karriere in einem dieser Länder ist mehr als verlockend. Noch günstiger, dass man dort die Lingua Franca Englisch spricht, die nicht gerade zu den schwierigsten Sprachen der Welt zählt.

Aber auch wenn sie sich für einen guten Englischsprecher halten: Bei der Bewerbung auf Englisch müssen Sie die eine oder andere Kleinigkeit beachten. Von der deutschen unterscheidet sich die englische Bewerbung in einigen Punkten sogar erheblich.

Es wäre also ein Fehler, Ihren Lebenslauf Eins zu Eins ins Englische zu übersetzen. Das fängt schon bei der Bezeichnung an. In England umschreibt man den Lebenslauf gerne als Curriculum Vitae, in den USA sind Resume oder Personal Resume geläufiger.

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Wenn Sie sich in den USA oder UK bewerben, kommen sie an einem englischen Lebenslauf sowieso nicht vorbei. Es kann aber auch sein, dass Sie bei einem international tätigen Konzern in einem anderen Land anheuern wollen, das Englisch als Geschäftssprache festgelegt hat. Auch in vielen deutschen Unternehmen spricht man mittlerweile englisch.

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Machen Sie sich als Erstes schlau, welches Format verlangt wird: CV oder Resume. Das Curriculum Vitae ist in den USA vor allem in akademischen Berufen gefragt. Andernfalls nimmt man eher ein Resume. Neben Großbritannien bewerben Sie sich auch in Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika klassischerweise mit einem CV. Das sind die größten Unterschiede zwischen CV und Resume…

Resume

  • ist in den USA gebräuchlich.
  • bildet nur einen Ausschnitt der bisherigen Karriere ab und stellt die Höhepunkte heraus.
  • umfasst maximal 1 Seite.
  • enthält KEIN Foto.
  • listet relevante berufliche Stationen aus, die aktuelle zuerst. Irrelevante bleiben außen vor.
  • enthält auch die größten Stärken und Skills des Bewerbers.
  • benötigt keine Unterschrift.
  • verzichtet auf Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität oder Religion.
  • sollte unbedingt Referenzen enthalten.

CV/Curriculum Vitae

  • ist in Großbritannien gebräuchlich.
  • liefert eine vollständige Übersicht des beruflichen Werdegangs.
  • umfasst maximal 2 bis 3 Seiten.
  • enthält kein Foto.
  • listet relevante berufliche Stationen aus, die aktuelle zuerst. Unwichtige bleiben unerwähnt.
  • benötigt weder Unterschrift noch Datum.
  • verzichtet auf Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität oder Religion.
  • sollte unbedingt Referenzen enthalten.

Lebenslauf Englisch Inhalt

Grundsätzlich ist der Lebenslauf auf Englisch keine reine Faktensammlung. Er soll Einblicke geben in Ihre Persönlichkeit und vor allem Ihre Fähigkeiten. Zeigen Sie, welche Erfolge Sie in den vergangenen Jahren gefeiert und welche Herausforderungen Sie gemeistert haben.

Aber nicht falsch verstehen: In den Lebenslauf auf Englisch gehören nur Stichworte, keine Prosa, kein Blabla, kein Nonsens.

Achten Sie darauf, vor allem Punkte aufzuschreiben, die eine Relevanz für die jeweilige Stelle haben. Das gilt auch für Hobbys, die Sie angeben. Teamsport oder ehrenamtliches Engagement kommen auch im englischsprachigen Ausland gut an. Sie zeugen von Einsatz, Leidenschaft, Führungsqualitäten. Auf Extremsportarten sollten Sie dagegen besser verzichten. Die hohe Verletzungsgefahr wirkt auf manche Arbeitgeber abschreckend.

Nehmen Sie also nur die Aspekte auf, die Ihr Profil unterstreichen. Belangloses lassen Sie weg. Die Angelsachsen mögen es kurz und knackig. Denn diese Devise gilt drüben so wie bei uns: Time is money. Kein Personalverantwortlicher wird sich eingehend mit Ihrem Werdegang befassen. Er wird nur kurz Ihr CV scannen und Sie dann in eine Schublade stecken – hoffentlich in die richtige…

Lebenslauf Englisch Aufbau

Ganz oben schreiben Sie Curriculum Vitae oder Resume oder Personal Resume in den Titel.

Wichtig: Im englischen Lebenslauf ist kein Platz für ein Bewerbungsfoto, das Geburtsdatum oder den Familienstand. Das hat vor allem mit den harten Antidiskriminierungsgesetzen zu tun.

Teilweise gibt es in den USA auch vollständig anonymisierte Bewerbungen, bei denen gar keine persönliche Daten abgefragt werden. Stattdessen füllt der Bewerber einen Online-Bewerbungsbogen aus oder muss ein vorgefertigtes Bewerbungsformular per Hand bearbeiten und auf dem Postweg zurücksenden.

Darüber hinaus können Sie am Schluss Ihrer englischen Bewerbung auf Datum und Unterschrift verzichten.

Lebenslauf englisch – diese Angaben kommen hinein:

  • Personal Details

    Die persönlichen Informationen umfassen Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Der Name kommt in die erste Zeile, darunter die restlichen Angaben. Bitte die Umlaute ausschreiben. Ä und Ö gibt es im Englischen nicht. Statt Lisa Müller, München schreiben Sie also Lisa Mueller, Muenchen.

  • Personal Profile/Summary

    Hier stehen zwei bis drei Zeilen zu Ihrer Person. Wer Sie sind, was Sie auszeichnet. Dieser Abschnitt ist optional, Sie können ihn auch komplett weglassen. Es ist aber generell nicht verkehrt, hier seine größten Stärken voranzustellen. Aber bitte nur ganz kurz!

  • Objective

    Welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben, gehört in diesen Abschnitt. Außerdem können Sie noch hinzufügen, warum Sie die Stelle reizt und was Sie in ihr erreichen wollen. Beispielhaft könnte hier stehen: To acquire the position of a senior sales manager and upgrade my knowledge in sales.

  • Professional/Work Experience

    Das ist der berufliche Werdegang. Im Prinzip ist dieser Abschnitt genauso aufgebaut wie im deutschen Lebenslauf. Alle bisherigen Arbeitsstationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Sie starten also mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Vollständig sind die Angaben nur mit dem Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und der genauen Position im Unternehmen. Tipp: Ergänzen Sie die Angaben stichwortartig mit den Tätigkeiten, die Sie dort ausgeübt haben. Beispiel:

    01/2018-08/2019 Junior marketing manager at Scoobydoo GmbH, Leverkusen, Developing a marketing strategy.

    Wenn Sie kein Curriculum Vitae, sondern ein Resume schreiben, dann können Sie diesen Abschnitt auch straffen. Im Resume sind nur die zwei oder drei Stellen interessant, die für den ausgeschriebenen Job relevant sind. Alle anderen lassen Sie einfach weg. In diesem Fall fangen sie mit dem Job an, der den größten Bezug zur angestrebten Position hat. Diesen Aufbau bezeichnet man auch als Functional Resume. Der große Vorteil: Etwaige Lücken im Lebenslauf müssen erst gar nicht kaschiert werden.

  • Education

    Ihre schulische Bildung findet hier Platz. Auch diese Stationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Also erst das Gymnasium, Gesamtschule, Realschule oder Hauptschule, dann die Grundschule. Auch mögliche Fort- und Weiterbildungen können Sie an dieser Stelle nennen.

  • Skills

    Zu den Skills zählen vorrangig Sprach- und IT-Kenntnisse. Sie geben sich selbst in der jeweiligen Fremdsprache eine Bewertung (very good, good etc.), damit Sie der Personaler richtig einordnen kann. Dabei bitte nicht zu krass übertreiben, das fliegt eher früher als später auf. Und vergessen Sie nicht, Ihre Deutsch-Kenntnisse zu notieren. Da überdies IT-Kenntnisse immer wichtiger werden, sollten Sie versuchen, hier keine Lücke zu lassen. Zumindest in MS Office sollten Sie bewandert sein. Wenn Sie leidenschaftlicher Instagrammer oder Facebooker sind, dürfen Sie auch gerne Social-Media-Skills nennen. Alle anderen Fähigkeiten nur aufschreiben, wenn sie für die Stelle eine Relevanz aufweisen.

  • Engagement/Activities/Interests

    In diesem Abschnitt ist Platz für Ehrenämter, Interessen und Hobbys. Bewerber sollten selektiv sein. Den Personalverantwortlichen interessiert es nicht, ob Sie Kronkorken sammeln. Nur die Aspekte erwähnen, die relevant sind. Ehrenämter zeugen von Verantwortungsbewusstsein, Sport von körperlicher Fitness – Pluspunkte! Aber Achtung: Es gibt auch Konstellationen, die weniger günstig sind. Beispiel: Sie spenden seit Jahren für Greenpeace. Wenn Sie sich dann (trotzdem) bei Öl-Multi BP bewerben wollen, sollten Sie Ihre Greenpeace-Vorliebe vielleicht lieber nicht erwähnen.

  • References

    Hier besteht ein klarer Unterschied zum deutschen Lebenslauf. Unter References nennen Sie eine Person (besser zwei), die über Sie Auskunft geben können. Es sollte sich im besten Fall um Ihre größten Fürsprecher handeln. Die Referenzgeber sind wichtig, weil sie oft auch wirklich kontaktiert werden. Notieren Sie also ihren Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Vorher klären Sie aber möglichst noch ab, ob die jeweilige Person überhaupt einverstanden ist. Nicht, dass sie Sie noch in die Bredouille bringt…

Lebenslauf Englisch: Die wichtigsten Begriffe

lebenslauf englisch wichtige begriffeWenn Sie einen Lebenslauf auf englisch verfassen, sollten Sie die wichtigsten Begriffe parat haben. Hier sind sie:

  • Bewerbung – Job application
  • Anschreiben – Cover letter
  • Lebenslauf – Resume/Curriculum vitae
  • Persönliche Daten – Personal details
  • Nationalität – Nationality
  • Geburtsdatum – Date of birth
  • Karriereziel – Career objective
  • Persönliches Profil – Personal profile
  • Beruflicher Werdegang – Professional experience/work experience
  • Ausbildung – Training/vocational training
  • Bildung – Education
  • Akademische Bildung – Academic education
  • Abschluss – Qualification
  • Realschulabschluss – O levels, GCSE
  • Abitur – A levels, High School Diploma (USA)
  • Hobbys/Ehrenämter – Activities/engagement
  • Tätigkeit/Position – Occupation/position
  • Beschäftigungszeit – Period of employment
  • Aufgabengebiet – Activities and responsibilities
  • Arbeitgeber – Employer
  • Arbeitnehmer – Employee
  • Unternehmen – Company
  • Praktikum – Internship
  • EDV Kenntnisse – Computer skills

Alle, aber auch wirklich ALLE englischen Vokabelhilfen, die man für Bewerbung und Lebenslauf auf Englisch braucht, hat der Career Service der Ruhr-Uni Bochum in diesem praktischen PDF zusammengestellt.

Bewerbung Englisch: Das sind die 5 größten Unterschiede zur deutschen

Das sind die größten Unterschiede zwischen der Bewerbung auf deutsch und der Bewerbung auf englisch:

  1. Persönliche Daten

    Sie gibt es nur in überschaubaren Dosierungen. Auf Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion verzichten Sie. Diskriminierungsgefahr!

  2. Referenzen

    Sie sind keine Kür, sondern Pflicht. In der deutschen Bewerbung sind Referenzen nur eine angenehme Zugabe. In der englischen Bewerbung sollten Sie mindestens zwei Referenzen nennen. Die Unternehmen wollen sich nicht allein auf Ihre Angaben verlassen, sondern aus zuverlässiger Quelle bestätigt wissen, dass Sie es mit einer 1-A-Person zu tun haben. Legen Sie allergrößten Wert darauf, gute Fürsprecher für sich zu gewinnen.

  3. Fotos

    Bewerbungsfotos sind in einer Bewerbung auf englisch eher unüblich. Auch das ist der Fairness und Chancengleichheit geschuldet. So soll ausgeschlossen werden, dass ein attraktiver Bewerber allein aufgrund seiner Optik den Vorzug erhält.

  4. Zeitfolge

    Der amerikanische Lebenslauf ist achronologisch aufgebaut. Die letzten Stationen kommen zuerst. Diese Variante hat sich indes auch in Deutschland durchgesetzt. Also bestehen diesbezüglich gar keine Unterschiede mehr.

  5. Unterschrift

    Die können sie sich im englischen Lebenslauf sparen – genau wie das Datum.

Lebenslauf auf Englisch: Typisch deutsche Fehler!

Die englische Sprache hat nicht den höchsten Schwierigkeitsgrad. Was nicht heißt, dass sie keine fiesen Fallgruben bereithalten würde – speziell für deutsche Muttersprachler. Merke: Wer hierzulande seine Denglisch-Künste zelebriert, kann damit in der englischen Bewerbung mächtig auf die Nase fallen. Lebenslauf Englisch – diese Fehler sind besonders beliebt:

  • Wenn Sie Ihre Handynummer mitteilen wollen, schreiben Sie bitte nicht Handy. Das Wort ist eine denglische Erfindung. Im Englischen kennt man das Handy nur als mobile.
  • Sie haben zwar ein Gymnasium besucht, sollten aber lieber von highschool oder grammar school sprechen. Das gym ist der Ort, in dem die Muskeln gestählt und Konditionswunder geboren werden.
  • Ihr Vorgesetzter ist nicht der Chef – es sei denn, Sie arbeiten in einer Küche. Ein Chef ist immer ein Koch. Richtige Bezeichnung für den Vorgesetzten: Boss.
  • Ihre Noten gehören in den Lebenslauf. Aber auf englisch heißen sie nicht notes. Sondern marks oder grades.
  • Mag sein, dass Sie auch im study studiert haben. Damit ist aber wohlgemerkt das Arbeitszimmer gemeint. Das Studium wird mit studies richtig übersetzt.
  • Schön, dass Sie so ein engagierter Mitarbeiter sind. Aber als engaged sollten Sie sich dennoch nicht bezeichnen – es sei denn, sie sind frisch verlobt. Engagiert übersetzt man vielmehr mit committed.

Lebenslauf Englisch Vorlage

Einen Muster-Lebenslauf auf englisch finden sie hier zum Downloaden und Bearbeiten:

  • Lebenslauf Englisch Vorlage: WORD.
  • Lebenslauf Englisch Vorlage: PDF.

Lebenslauf Englisch: Mit diesen Berufen klappt’s!

Lebenslauf Englisch Fehler
Sie liebäugeln mit einer Karriere in den USA oder Großbritannien? Dann wäre es zunächst hilfreich, wenn Sie den „richtigen“ Beruf haben. Hier eine kleine Auswahl an Trend-Jobs, für die die Nachfrage in den USA und Großbritannien extrem hoch ist:

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Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Die besten Antworten und Beispiele

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren Frage Antworten

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Eine typische Personaler-Frage im Bewerbungsgespräch, auf die aber nicht mal Nostradamus eine gescheite Antwort wüsste. Vor allem schätzen viele Bewerber die Stoßrichtung der Frage völlig falsch ein. Es geht keineswegs darum, möglichst ehrgeizig zu wirken und hochtrabende Ziele zu formulieren. Nein, Bewerber sollten die Sichtweite des Unternehmens verinnerlichen. Dem Unternehmen sind ganz andere Aspekte wichtig, wenn sie die berüchtigte Bewerberfrage stellen: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?. Hier sind die besten Antworten…

Sinn der Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Die Frage gehört zu den absoluten Klassikern im Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Manche Bewerber fragen sich dann im Gegenzug: Warum will er oder sie das wissen? Es ist doch gar nicht wichtig. Doch, ist es! Der Personaler will mehr über Ihre persönlichen Karriereziele in Erfahrung bringen – und ob er als Arbeitgeber in Ihren beruflichen Masterplan überhaupt hineinpasst.

Nun könnte man argumentieren, dass die Lebensläufe immer unsteter und häufige Jobwechsel immer normaler werden. Eher unwahrscheinlich also, dass Sie in fünf Jahren noch an Bord sind. Im Interesse des Arbeitgebers aber ist es, eine fähige Kraft wie Sie möglichst langfristig zu binden.

Außerdem ist es für die interne Planung des Unternehmens nicht unerheblich. Sind Sie ein potenzieller Kandidat für eine Führungsposition – oder ist die konkrete Stelle, auf die Sich beworben haben, auch langfristig Ihre absolute Traumstelle?

All das ist für den Personaler äußerst interessant. Es könnte ja auch sein, dass Sie total planlos unterwegs sind und gar nicht wissen, was Sie wollen. Dies wäre ein Alarmsignal. Was, wenn Sie nach einigen Monaten feststellen, dass diese Branche doch nicht die richtige für Sie ist? Dann müsste das Unternehmen noch mal von vorne auf Personalsuche gehen. Ärgerlich – und teuer!

Und noch etwas: Wer sich selbst Ziele setzt und eine Strategie verfolgt, ist leistungswillig und intrinsisch motiviert. Er oder sie ist jedenfalls motivierter als jemand, der nur des Chefs zuliebe und des Gehalts wegen seine Zeit im Büro absitzt…

In diesem Zusammenhang stehen auch andere Personalerfragen wie:

  • Was ist für Sie Erfolg?
  • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
  • Was sind Ihre langfristigen Ziele?
  • Wo möchten Sie in 3 Jahren stehen?
  • Wo möchten Sie in 10 Jahren stehen?

Sie klingen anders, meinen aber das Gleiche. Hinterfragt wird stets Ihre berufliche Motivation und Perspektive.

Dankbare Fragen, könnte man nun meinen. Der Bewerber kann loslegen, was er noch alles Tolles erreichen will. Er kann Ambitionen und Ehrgeiz demonstrieren.

Ja, schon! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Bewerberfrage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren kann sich im schlimmsten Fall als Bärenfalle erweisen. Wenn der Bewerber allzu ehrlich drauflosplaudert und von seiner Vision berichtet…

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: 3 gute Strategien

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Wenn Ihnen der Personalmanager diese Frage stellt, dann gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Stets hängt es von den Rahmenbedingungen, von Ihrer individuellen Position und der des Arbeitgebers ab – und nicht zuletzt von den Charakteren am Tisch. In der Regel fahren Sie aber gut, wenn Sie diese 3 Strategien beherzigen:

  1. Fixpunkt

    Niemand weiß, was in fünf Jahren ist. Nur Sie sollten wissen, dass Sie in fünf Jahren immer noch im Unternehmen sein wollen. Wichtig: Ihre Antworten sollten sich mehr um das Unternehmen drehen, weniger um Sie selbst. Breiten Sie nicht aus, in welchen anderen Unternehmen, Branchen oder Städten Sie sich selbst noch wunderbar vorstellen können. Richten Sie den Blick nach innen. Sie möchten sich im Unternehmen weiterentwickeln, mit ihm gemeinsam wachsen. Selbst wenn das nicht stimmt, der Personaler wird es gerne hören…

  2. Allgemeinplätze

    Ja, es stimmt. Fußballprofis, die in Interviews mit Allgemeinplätzen um sich werfen, sind ein Ärgernis. Strategisch verhalten Sie sich aber völlig richtig. Sie stellen sich den Fragen des Reporters, vermeiden aber nach innen Ärger und Unruhe. So ähnlich können Sie es auch machen. Bleiben Sie allgemein und vage. Drücken Sie sich vorsichtig aus. Halten Sie sich alle Optionen offen. Vorteil dabei: Auf eine faustdicke Lüge müssen Sie nicht zurückgreifen.

  3. Optimismus

    Keine Ahnung; mal schauen, was geht. Zuversicht hört sich anders an. Legen Sie ruhig ein bisschen Begeisterung an den Tag. Die künftige Stelle biete Ihnen ganz tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Eine Herausforderung, an der Sie hundertprozentig wachsen werden. So klingt es, als wäre der Job wunderbar mit Ihrem Karriereplan vereinbar. Viel konkreter müssen Sie gar nicht werden…

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Personalersicht

Versetzen Sie sich zunächst in die Perspektive des Personalverantwortlichen. Warum stellt er diese Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Er will nicht nur einen Mitarbeiter, der talentiert und kompetent ist. Er möchte auch einen, der für diesen Job brennt. Jemanden, der die Stelle als Chance sieht und nicht als Notlösung. Er will einen Mitarbeiter, der überzeugt ist, dass dieser Job prima in seinen Karriereplan passt – nach Möglichkeit auch in drei, fünf und zehn Jahren noch.

Auf der anderen Seite will er niemanden, für den die Position nur ein lästiger Zwischenschritt auf dem Weg zu höheren Weihen ist. Sie sollten also tunlichst vermeiden, ZU ambitioniert zu klingen. Nach dem Motto: Morgen in Ihrem Job, übermorgen im Sessel des Geschäftsführers.

Logisch: Das HR-Büro möchte diese Stelle möglichst langfristig besetzen. Personalsuche ist aufwändig und teuer. Und sie dürfte in naher Zukunft angesichts der demographischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden.

Zudem fällt es sogar persönlich auf einen Personaler zurück, wenn er ständig Mitarbeiter anheuert, die das Unternehmen zügig wieder verlassen. Ein bisschen Fluktuation ist gut, zu viel ist schädlich.

Also: Sie als Bewerber sollten klar machen, was Sie an dieser Stelle reizt und warum Sie auch in ein paar Jahren noch hochmotiviert zur Arbeit kommen werden.

Sie reduzieren Ihre Chancen auf den Job ganz erheblich, wenn Sie indirekt zugeben, dass Sie in fünf Jahren eigentlich ganz woanders sein wollen – bei der Konkurrenz, in Ihrer heimlichen Traumbranche oder in New York.

Na klar: Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie den Job Ihr Leben lang machen. Diese Zeiten sind vorbei. Aber längerfristig planen will man schon mit Ihnen. Der Sprung auf eine höhere Hierarchiestufe ist selbstverständlich auch möglich und erwünscht. Aber wenn Sie ein zu hohes Tempo anschlagen, klingt das erstmal verdächtig – und für andere Mitarbeiter bedrohlich…

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: 5 gute Antworten

Aber was antworte ich nun konkret auf die Frage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Karrieresprung.de zeigt Ihnen 5 gute Antworten:

  • Antwort 1: Führungsambitionen

    „Jetzt möchte ich erst einmal ein Unternehmen finden, in dem ich mich weiterentwickeln kann. Eines, das zu mir passt und mit dem ich gemeinsam verschiedene Herausforderungen bewältigen kann. Und wenn ich das geschafft habe, dann ist es schon mein Ziel, in den nächsten Jahren mehr Personalverantwortung und Managementaufgaben zu übernehmen. In einem dynamischen und wachsenden Unternehmen ist das, glaube ich, sehr gut möglich und realistisch. Ihr Unternehmen zähle ich definitiv dazu.“

    Wann die Antwort gut ist: Nur dann, wenn Sie tatsächlich eine Führungskarriere anstreben. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Antwort motiviert rüberbringen, aber gleichzeitig keine zu genauen Vorstellungen über Ihre Karriere verbreiten.

  • Antwort 2: Fachkarriere

    „Ich bin in dem, was ich tue, schon sehr gut. Aber jeder Mensch kann dazulernen – und ich will unbedingt noch sehr viel lernen. Darum möchte ich für ein Unternehmen arbeiten, das mir genau das ermöglicht. Meine Skills und mein Fachwissen kontinuierlich noch weiter auszubauen und zugleich spannende Projekte umzusetzen. Am liebsten natürlich in einem tollen Team, in dem man sich gut versteht und von dem jeder Einzelne profitiert. In Ihrem Unternehmen arbeiten einige sehr fähige Köpfe und ich glaube, dass ich von Ihnen viel lernen könnte.“

    Wann die Antwort gut ist: Sie würden damit wie ein Politiker in einer TV-Talkshow antworten. Die sagen auch, was sie sagen wollen, antworten aber nicht auf die Frage. Macht nichts! Sie haben zwar nicht Auskunft gegeben, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen, aber die Marschrichtung vorgegeben. Lernwille, Unternehmensorientierung und Teamfähigkeit – diese drei Kriterien haben Sie in wenigen Sätzen mit Leben gefüllt. Sehr gut!

  • Antwort 3: Soziales Engagement

    „Zunächst will ich mich fachlich weiterentwickeln. In fünf Jahren kann ich hier eine Menge lernen, denke ich, und werde fachlich ein noch höheres Level erreicht haben. Daneben ist es mir auch wichtig, in dieser Zeit die Werte des Unternehmens zu verkörpern und voranzutreiben. Zum Einen, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, aber zum Anderen auch, um Sinnvolles zu tun und Gutes bewirken. Ein Beispiel: Ihr Unternehmen setzt sich seit Jahren finanziell für das Kinderhospiz in der Stadt ein. Wenn ich tatkräftig dabei mithelfen könnte, dass wir in fünf Jahren den Kindern eine noch sehr viel größere Summe zur Verfügung stellen könnten, würde mich das sehr stolz machen.“

    Wann die Antwort gut ist: Wenn das Unternehmen sozial engagiert ist, dann können Sie in Ihrer Antwort daran anknüpfen, eine direkte Verbindung zwischen den Werten des Unternehmens und Ihren eigenen herstellen. Die Antwort würde dann auf einen Cultural Fit zwischen Arbeitgeber und Bewerber hindeuten – großer Pluspunkt!

  • Antwort 4: Innovationsfähigkeit

    „In fünf Jahren möchte ich zunächst noch hier sein. Das ist in dieser Branche ja keineswegs selbstverständlich. Ich weiß, dass die Konkurrenz groß ist und immer mehr Wettbewerber aus Asien auf den Markt drängen. In fünf Jahren sehe ich mich hier im großen Konferenzraum, wie ich gemeinsam mit allen Kollegen anstoße, weil wir zusammen den weltweit führenden Saugroboter entwickelt und erfolgreich vertrieben haben. Das wäre definitiv ein Traum – und für den werde ich hart arbeiten.“

    Wann die Antwort gut ist: Wenn sich das Unternehmen in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld behaupten muss. Oder wenn es wirtschaftlich von einem einzigen Produkt oder einer Dienstleistung abhängt. Wenn es auf Innovationen angewiesen ist. Die Antwort würde verdeutlichen, dass Sie sich in die Lage des Arbeitgebers hineinversetzen können, für sein Fortbestehen kämpfen wollen und große Ziele haben, die sich mit denen des Unternehmens decken.

  • Antwort 5: Identifikation

    „Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Ich möchte hier zunächst Schritt für Schritt gehen. Zuerst das Trainee-Programm erfolgreich durchlaufen, viel von den alten Hasen lernen und Stück für Stück mehr Verantwortung übernehmen. Aber grundsätzlich würde ich in fünf Jahren das Unternehmen schon auch gerne nach außen repräsentieren. Zum Beispiel als Speaker auf Kongressen oder Fachmessen. Ich fände es fantastisch, wenn ich dann sagen könnte: Ja, ich bin den letzten fünf Jahren ein Siemensianer mit Leib und Seele geworden.“

    Wann die Antwort gut ist: Sie versprüht Emotionen – wirksam! Und sie drückt Lernbereitschaft aus. Für den Arbeitgeber wäre der Entwicklungsprozess des Mitarbeiters außerdem mit einem konkreten Nutzen verbunden. Die Antwort signalisiert, dass der Bewerber das Unternehmen grundsätzlich für einen Arbeitgeber hält, dem man längere Zeit die Treue hält und bei dem man langfristig glücklich werden kann – auch, weil man Perspektiven hat.

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Strategiewechsel

Es gibt auch Szenarien, in denen Sie die Sicherheitsvorschriften über Bord werfen und Tacheles reden müssen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die kaum Berührungspunkte mit Ihrem bisherigen Werdegang hat. Wenn Sie als Quereinsteiger anfangen wollen etwa.

In diesem Fall müssen Sie sehr glaubhaft begründen, warum Sie diesen Schritt gehen wollen – und warum er auch langfristig der richtige für Sie sein wird. Denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Ihnen um einen flatterhaften Vagabunden handeln könnte, der nicht weiß, was er will. Und das birgt Gefahren für jeden Arbeitgeber. Vor allem die Gefahr, dass Sie auch den künftigen Job nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen und zu neuen Ufern werden schwimmen wollen.

Dann reicht es nicht, Wischi-Waschi zu reden. Sie müssen offen über Ihren neuen Karriereplan reden; über die Motivation, die dahintersteckt und über Ihre Zukunftspläne. Antworten wie diese sind dann tabu: Hmm, wo will ich in 5 Jahren stehen? Gute Frage eigentlich. Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher, hahaha!

Bei einem Branchen- oder Berufswechsel sollten Sie sich vorher genauestens überlegen, wie Sie ihn im Vorstellungsgespräch begründen.

Und eine andere Bewerber-Faustregel greift in diesem Fall ebenfalls nicht bzw. nur bedingt. Die lautet: Waschen Sie nie dreckige Wäsche! In der Tat kann es ein guter Grund sein, einer Branche komplett den Rücken kehren zu wollen, weil man sie für verlogen oder ethisch verantwortungslos hält. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie einen glaubwürdigen Grund für einen Branchenwechsel genannt.

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Humorlos bleiben!

So sehen Sie sich in 5 Jahren gute AntwortenEin flotter Spruch kann ein Jobinterview auflockern. Und wer keinen Spaß versteht, für den möchte man eh nicht arbeiten, richtig? Gewiss, gewiss. Aber in diesem Fall lautet unser Rat dennoch: Bleiben Sie humorlos! Lassen Sie Ihren Peter Lustig in der Hosentasche, wenn Sie gefragt werden: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Sparen Sie sich Kommentare wie:

  • In fünf Jahren bin ich Kaiser von China.
  • In fünf Jahren? Wenn ich dann nicht CEO bin, dürfen Sie mich wieder feuern.
  • In fünf Jahren haben wir hier alle den Exit gemacht, weil ich den Laden bis dahin auf Vordermann und an die Börse gebracht habe.
  • In fünf Jahren? Bis dahin möchte ich mindestens einmal Mitarbeiter des Monats geworden sein!

Das wirkt in den meisten Fällen albern bis peinlich — und es ist zudem ausweichend. Keine Sorge: Für einen kleinen Scherz bieten sich Ihnen bestimmt noch andere Gelegenheiten…

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[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

Jobs in Göttingen: Aktuelle Stellenanzeigen für Südniedersachsen

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Göttingen glänzt durch seine Geistesgrößen. Die Georg-August-Universität hat schon Dutzende Wissenschaftler von Weltformat hervorgebracht. Die private Wirtschaft ist nicht ganz so überragend aufgestellt. Trotzdem gibt es auch in Südniedersachsen versteckte Champions. Jobs in Göttingen gibt es vornehmlich in der Messtechnik und im Gesundheitswesen. Ein Unternehmen sticht ganz besonders aus der Masse heraus…

Jobs Göttingen: Nobelpreisverdächtig!

Am Anfang dieses Jahrtausends gab es eine Ausstellung in der Paulinerkirche. Ihr Titel: das Göttinger Nobelpreiswunder.

Tatsächlich wirkten im südniedersächsischen Städtchen Männer vom Schlage eines Robert Koch und Max Planck, Gustav Hertz und Werner Heisenberg, Otto Hahn und Max Born. Nicht weniger als 45 Nobelpreisträger brachte Göttingen hervor, die meisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erst in der zweiten Jahrhunderthälfte überholten die amerikanischen Top-Unis die Georg-August-Universität.

Vom alten Glanz zeugen unzählige Denkmäler im Stadtbild: das Gauß-Weber-Denkmal, der Eichendorff-Gedenkstein, das Wöhlerdenkmal und auch der Bismarckturm. Dass der alte Reichskanzler ebenfalls an der Georgia Augusta eingeschrieben war, versteht sich von selbst. Das Bismarckhäuschen, in dem er damals wohnte, steht noch immer am Wall, der die Innenstadt umschließt.

Heute besteht die Bevölkerung Göttingens zu einem Fünftel aus Studenten. Das studentische Leben ist hier von Ost bis West sichtbar, von Nord bis Süd. Bars und Kneipen findet man in den alten Fachwerkhäusern und Gewölbekellern der Stadt.

Und Göttingen ist hügelig. Viele Zugezogene sind überrascht, dass man sich hier keineswegs auf dem platten Land wiederfindet. Das sollte man auch bei der Wohnungssuche bedenken. Vor allem dann, wenn man wie viele Einheimische mit dem Rad durch die Stadt navigieren will.

Schöne Wohnlagen gibt es überall: in Weende im Norden oder Geismar im Süden, in der Altstadt, der Südstadt oder im Ostviertel. Probleme bereitet der Ortsteil Grone. Schon länger in Verruf ist der Maschmühlenweg, der sich als Junkie-Treffpunkt einen unrühmlichen Namen gemacht hat.

Jobs Göttingen: Der Arbeitsmarkt

Im Januar 2020 betrug die Arbeitslosenquote in Göttingen 5,5 Prozent. Erfahrungsgemäß laufen zum Jahresende viele befristete Verträge aus. Darum stieg die Quote im Vergleich zum Dezember 2019 auch relativ stark an. Zum Jahresende 2019 lag sie nur bei 5,0 Prozent.

Rund 8.660 Arbeitslose gibt es in Göttingen, darunter viele Ungelernte ohne abgeschlossene Ausbildung. Für sie dürfte die Stellensuche schwierig bleiben. Denn 80 Prozent der offenen Stellen richten sich der örtlichen Arbeitsagentur zufolge an…

  • Fachkräfte
  • Spezialisten
  • Akademiker

Dennoch gibt es im Raum Göttingen auch für Nicht-Akademiker Jobperspektiven, zum Beispiel für:

Jobs Göttingen: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Göttingen liegt im Süden Niedersachsens. Das Bundesland ist nicht für seine ausufernden Gehälter bekannt.

In Niedersachsen beträgt das Durchschnittsgehalt nach Angaben der Plattform gehalt.de 41.310 Euro brutto im Jahr. Im benachbarten Hessen liegt es dagegen bei 51.345 Euro. Nur in Schleswig-Holstein und den ostdeutschen Ländern (mit Ausnahme von Berlin) werden niedrigere Löhne gezahlt als in Niedersachsen.

Laut Bundesagentur für Arbeit verdient ein Arbeitnehmer mit einem Vollzeitjob in Göttingen 3.128 Euro im Monat. Dabei handelt es sich nicht um das Durchschnitts-, sondern um das Medianeinkommen. Göttingen liegt damit knapp unter dem gesamtdeutschen Medianwert von 3.209 Euro.

Im Vergleich mit dem Umland steht Göttingen aber gut da. So verdient man in Northeim nur 2.931 Euro und in Hildesheim 3.044 Euro. Die Region Hannover ist mit 3.387 Euro lukrativer. Noch mehr Geld winkt qualifizierten Arbeitnehmern in Salzgitter (4.085 Euro) und Wolfsburg (4.622 Euro).

Jobs Göttingen: Die wichtigsten Arbeitgeber

Der wichtigste Name ist Sartorius. Das Medizintechnik-Unternehmen ist das einzige in Göttingen, das im Jahr mehr als eine Milliarde Euro umsetzt.

Allerdings gibt es in der Nachbarschaft noch das eine oder andere Schwergewicht, zum Beispiel Prothesenhersteller Otto Bock in Duderstadt oder Pflanzenzüchter KWS in Einbeck.

Jobs Göttingen – das sind die wichtigsten Arbeitgeber der Stadt:

  • Sartorius AG
  • Mahr Gruppe (Fertigungsmesstechnik)
  • Universitätsmedizin Göttingen
  • Sparkasse Göttingen
  • Volksbank Kassel Göttingen
  • Novelis (Aluminium)
  • Amedes Medizinische Dienstleistungen
  • Coherent (Lasertechnologie)
  • Zufall Logistics Group
  • Carl Zeiss AG (Mikroskope)
  • Phywe Systeme (Lehr- und Lernmittel)
  • Pfeiffer Vacuum Components and Solutions
  • Börner Eisenacher (Nahrungsmittel)
  • Aqua-Institut (Beratungsunternehmen)
  • Vandenhoeck und Ruprecht (Verlag)
  • Steidl Verlag
  • Wallstein Verlag
  • Sycor Gruppe (IT-Beratungsunternehmen)
  • Xtentio (Beratungsunternehmen)
  • Blackbit Digital Commerce
  • Tech Unternehmensgruppe (Industriedienstleistungen)
  • Robert Bosch GmbH
  • Asklepios Kliniken
  • Circlon dff (Software)
  • Qioptiq Photonics
  • Conduent (Call Center)
  • Eresult (Online-Marktforschung)
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Jobs Göttingen: Karriereaussichten und Wirtschaft

Der offizielle Slogan Göttingens lautet: „Stadt, die Wissen schafft.“ Das zeigt schon an: Die Universität ist das Aushängeschild der Stadt. Daneben gibt es noch die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst sowie die private PFH Hochschule.

Die Privatwirtschaft hat ihre Stärken in der Messtechnik. Etwas holprig ist manchmal auch von Göttingen als Measurement Valley die Rede. Ganz vorne mischt die Sartorius AG mit. Unter Aktionären gilt die Aktie, die im Tec-Dax notiert ist, seit Jahren als heimlicher Star. Die Boston Consulting Group kürte sie 2018 gar zu einer „der besten Aktien der Welt“.

Jobs Göttingen – bei Sartorius in Göttingen arbeiten unter anderem:

Sartorius ist aber nicht allein auf weiter Flur. Auch die Mahr-Gruppe und Carl Zeiss vermessen von Göttingen aus die Welt – und schaffen viele Jobs in Göttingen.

Daneben gibt es eine verblüffend große Zahl an kleinen Fachverlagen. Das Gesundheitswesen hat in Göttingen – Standort der riesigen Universitätsmedizin – ohnehin einen festen Platz. Das sind die Schwerpunkte der Göttinger Wirtschaft – mit entsprechenden Karrierechancen in Vollzeit und Teilzeit:

  • Messwesen
  • Logistik
  • Verlagswesen
  • Gesundheitswesen

Jobs in der Gastronomie

jobs goettingen gastronomieIn Göttingen wimmelt es nur so vor Studenten. Und auch die brauchen Jobs, um über die Runden zu kommen. Sie gehören dazu – und suchen einen Kellner-Job in Göttingen? Einfach mal in einer dieser Einrichtungen nachfragen!

Jobs Göttingen – das sind die beliebtesten Bars und Kneipen in der Studentenstadt:

  • Thanners
  • Nautibar
  • Salamanca
  • Dots
  • Z.a.k
  • Deja Vu
  • Villa Cuba
  • Sonderbar
  • La Vida
  • Bierecke Quick
  • The Queen’s Head
  • Charlie Bar
  • Trou
  • Stadion an der Speckstraße
  • Monro’s Park

Jobs Göttingen: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Noch hat Göttingen die magische Zehn-Prozent-Marke nicht erreicht. Bei 9,20 Euro lag die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter im Jahr 2018. Das besagen Daten des Portals Immowelt.

2017 waren es noch 9,00 Euro im Schnitt. Der Preisanstieg von zwei Prozent macht sich auf dem Konto des Einzelnen zwar bemerkbar. Im Vergleich mit anderen Städten fiel er noch sehr moderat aus. In Uni-Städten wie Heidelberg oder Erlangen legten die Mietpreise im gleichen Zeitraum um 13 beziehungsweise 12 Prozent zu.

Am günstigsten sind in Göttingen Immowelt zufolge Wohnungen zwischen 120 und 140 Quadratmetern. Für sie müssen Mieter 8,60 Euro einkalkulieren.

Alles in allem liegen die Preise in Göttingen im deutschen Mittelfeld. Das beweist auch ein Blick auf den IW-Studentenwohnpreisindex. Demnach kostet eine Studentenbude mit 30 Quadratmetern hier 389 Euro. Von den 18 Städten in der Wertung liegt Göttingen damit auf Rang 10. Vorne liegt München mit 635 Euro, ganz hinten Magdeburg mit 247 Euro.

Kontaktdaten und Servicestellen in Göttingen

Sie wollen sich in Göttingen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Göttingen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Finanzamt Göttingen finden Sie hier.
  • Die Agentur für Arbeit Göttingen finden Sie hier.
  • Die Jobcenter im Landkreis Göttingen finden Sie hier.
  • Die IHK-Geschäftsstelle Göttingen finden Sie hier.
  • Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen finden Sie hier.
  • Jobs Göttingen finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: YanaKotina by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch: Alle Fragen, Tipps und No-Gos

Vorstellungsgespraech Interview Vorbereitung Fragen Tipps

Jedes Vorstellungsgespräch ist anders. Und trotzdem ähneln sie sich. Sie als Bewerber sollen sich in wenigen Minuten von Ihrer besten Seite zeigen, Eloquenz, Wissen und clevere Rückfragen mitbringen. Dabei stehen Sie unter Hochdruck und Dauerstress. Keine leichte Aufgabe! Wenn Sie sich gewissenhaft vorbereiten, steigen Ihre Chancen. So kommen Sie gut durchs Vorstellungsgespräch

Worauf es im Vorstellungsgespräch wirklich ankommt

Vorstellungsgespräche sind der Goldstandard im Bewerbungsprozess. Laut Personalvermittler Randstad wählen noch immer 98 Prozent der Personaler neue Mitarbeiter in einem klassischen Vorstellungsgespräch aus.

Erfreulich aus Bewerbersicht: Jobsuchende in Deutschland versenden im Schnitt nur zehn Bewerbungen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Aus zwei Jobinterviews wiederum folgt ein Vertragsangebot. Das hat die Jobplattform Stepstone im Jahr 2019 herausgefunden.

Doch ein Selbstläufer ist die Bewerbung nicht. Ohne überzeugendes Vorstellungsgespräch kein Job. Darauf kommt es im Bewerbungsgespräch an:

  • Professionalität

    Wer vorbereitet ins Vorstellungsgespräch geht, zeigt Professionalität. Wer unvorbereitet ist, signalisiert dagegen mangelndes Interesse. Eine gründliche Vorabrecherche ist zwingend vonnöten, um im Vorstellungsgespräch glänzen zu können. Nein, Sie müssen nicht jedes klitzekleine Detail über die Firma kennen. Aber den Grundriss und die Basisdaten schon: Historischer Background, Branche, Produktpalette, Standorte, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. In Zeiten des Internets ist es nicht schwer, die wichtigsten Infos zu sammeln.

  • Kompetenz

    Dass Sie die Muss-Anforderungen der Stelle erfüllen, sollte im Vorstellungsgespräch zum Ausdruck kommen. Da sind zum Einen die harten Skills: ein Softwareentwickler sollte programmieren, ein Biologe im Labor arbeiten und ein Taxifahrer ein Auto fahren können. Darüber hinaus sind aber auch die Soft Skills wesentlich. Motivation, soziale Intelligenz, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit. Ihre Grundeinstellung, Ihr Arbeitsethos sollte einwandfrei – und nach außen sichtbar sein. Wie wichtig dieser Punkt ist, verdeutlicht eine Umfrage von Linkedin: 68 Prozent der Personaler verlassen sich demnach hauptsächlich auf die im Vorstellungsgespräch gesammelten Eindrücke über die Soft Skills eines Bewerbers.

  • Passgenauigkeit

    Auf neudeutsch heißt das heute: Cultural Fit. Personaler interessiert vor allem, ob ein Bewerber (vermutlich) ins Team passen wird oder nicht. Dabei lässt er sich zugegebenermaßen oft von seiner Intuition leiten – und von Sympathien. Am besten, es gibt so viele Übereinstimmungen zwischen Unternehmen und Bewerber wie möglich. Wenn die Denkweise, Arbeitsauffassung, Werte und Interessen ähnlich sind, stimmt die Chemie. Versuchen Sie dem Personalmanager im Vorstellungsgespräch klar zu machen, dass Sie ein Teamplayer sind, mit dem die Kollegen gerne zusammenarbeiten. Hilfreich sind natürlich auch eine Affinität zur Branche oder ein direkter Bezug zum Unternehmen.

Vorstellungsgespräch Aufbau

Bewerber können im Vorstellungsgespräch eine Menge falsch machen. Dass es schlecht läuft, erkennen sie unter anderem dann, wenn es schnell wieder vorbei ist. Zwischen 30 und 60 Minuten dauert ein Vorstellungsgespräch üblicherweise. Gute Vorstellungsgespräche ziehen sich länger hin, miese sind flugs wieder beendet – oft schon nach 30 Minuten.

Für Bewerber gibt es unendliche viele Möglichkeiten, sich selbst aus dem Rennen zu kegeln. Wenn sie zum Beispiel Info an Info aneinanderreihen, die nur leider allesamt völlig irrelevant für den Job sind.

Oder wenn sie zu viel preisgeben und das Bild vom High Potential zerstören. Darum ist eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch so wichtig. Gehen Sie nie unvorbereitet ins Jobinterview – dann können sie es auch direkt sein lassen.

Ein Vorstellungsgespräch gliedert sich normalerweise in fünf Phasen:

  1. Gesprächsphase: Begrüßung und Smalltalk

    Für viele beginnt der Horror ohne Verzögerung. Die Smalltalk-Phase soll Verspannungen lösen, ist für Nervenbündel aber Stress pur.

    Das bekannte Problem: Schon der erste Eindruck entscheidet maßgeblich darüber, ob wir jemanden mögen oder nicht. Und der Smalltalk am Anfang eines Vorstellungsgesprächs prägt den ersten Eindruck ganz entscheidend mit. Unterschätzen Sie den Einstieg also bitte nicht – egal, ob der Personaler mit Ihnen übers Wetter plaudern will oder fragt, wie Ihre Anreise so war.

    Am besten, Sie sind dabei ganz ruhig und gelassen. Der Hinweis, wie nervös Sie sind, nimmt Ihnen der Personaler normalerweie aber auch nicht übel. Also ruhig mit offenen Karten spielen.

    Gehen Sie zunächst nicht mit der ausgestreckten Hand voraus ins Büro. Warten Sie, bis Ihnen Ihr Gesprächspartner die Hand anbietet und greifen Sie dann kurz, aber fest zu. Namentlich vorstellen, in die Augen sehen, dabei lächeln – so stellen Sie sich kurz selbst vor. Selbstbewusstsein ausstrahlen, also aufrecht stehen und gehen und nicht zu leise reden. Aber auch nicht zu laut – und nicht übertreiben.Selbstdarsteller kommen nicht gut an.

  2. Gesprächsphase: Kennenlernen und Selbstpräsentation

    „Erzählen Sie doch mal ein bisschen über sich!“ „Wie ist Ihr Werdegang?“ Damit leitet der Personaler oft die Kennenlern-Phase im Vorstellungsgespräch ein. Er will mehr über Sie, Ihre Person und Ihre Stationen erfahren.

    Am besten, Sie üben Ihre Selbstpräsentation vor dem Vorstellungsgespräch zuhause ein – aber nicht so perfekt, dass sie wie aufgesagt klingt. Eine gute Selbstpräsentation dauert nicht länger als drei bis fünf Minuten. Sie nennen zunächst Ihren Namen und Ihr Alter und gehen dann auf Ihre Ausbildung, Erfahrungen und beruflichen Schwerpunkte ein.

    Gehen Sie davon aus, dass Ihr Lebenslauf bereits bekannt ist. Rattern sie also nicht Ihre Stationen herunter, sondern setzen Sie Schwerpunkte. Die Erfolge und Qualifikationen, die besonders wichtig sind, stellen sie nach vorne – und Ihre Persönlichkeit.

  3. Gesprächsphase: Präsentation des Arbeitgebers

    Jetzt ist der Arbeitgeber an der Reihe. Was macht er, was erwartet er, wie arbeitet er? Darüber sollte er jetzt Aufschluss geben – zumindest ansatzweise.

    Bitte jetzt nicht die Ohren auf Durchzug stellen – auch dann nicht, wenn sie schon gut im Bilde sind. Pluspunkte gibt es für Sie, wenn Sie intelligente Zwischenfragen stellen oder sinnvolle Anmerkungen machen.

    Signalisieren Sie, dass Sie zuhören und sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben – ohne Ihren Gesprächspartner zu unterbrechen!

  4. Gesprächsphase: Rückfragen

    Das Ende des Vorstellungsgesprächs naht allmählich. Jetzt kommt die klassiche Frage des Personalers: Haben Sie noch Fragen an uns?

    Ihre Antwort sollte in jedem Fall lauten: Ja. Wenn Sie keine Rückfragen stellen, könnten Sie sich sogar schon disqualifiziert haben. Mit Rückfragen beweisen Sie, dass Sie ernsthaft am Unternehmen und an der Stelle interessiert sind.

    Allerdings ist nicht jede Rückfrage automatisch eine gute. Es gibt auch echte Killerfragen, die man sich besser spart: Stellen Sie bitte keine Rückfragen zu Sonderleistungen oder Urlaubsregelungen – sie würden kein gutes Licht auf Sie werfen.

  5. Gesprächsphase: Abschluss und Verabschiedung

    Das war’s, Ihr Vorstellungsgespräch ist beendet.

    Verabschieden Sie sich höflich, aber nicht, ohne sich nach dem weiteren Verlauf zu erkundigen, wann Sie mit einer Antwort rechnen können und auf welchem Wege man Sie kontaktiert.

    Sehr empfehlenswert: Bedanken Sie sich am Ende des Vorstellungsgesprächs noch einmal bei Ihrem Gastgeber. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich genommen haben. Es hat mich sehr gefreut. So oder so ähnlich. Ein Dank drückt Wertschätzung aus – und gute Manieren.

Vorstellungsgespräch Tipps

Eine gute Vorbereitung ist extrem wichtig. Aber hüten Sie sich davor, das komplette Bewerbungsgespräch auswendig zu lernen.

Wenn Sie Ihre gelernten Punkte nur aufsagen, durchschaut das der Personaler sofort. Ihre Antworten und Argumente dürfen im Vorstellungsgespräch nicht wie einstudiert wirken.

Die Kunst ist es, die richtige Mixtur aus Selbstdarstellung und Eigenwerbung zu mischen und gerne noch einen Schuss Spekulationsmasse unterzurühren. Sie wollen fachlich überzeugen, aber vor allem auch persönlich. Ihr Charakter ist es, der Ihre Gegenüber interessiert. Die Fakten aus dem tabellarischen Lebenslauf sind ja bereits bekannt.

So machen Sie im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck:

  • Anekdoten erzählen

    Ein paar schöne Anekdoten dürfen Sie sich vor dem Jobinterview ruhig zurechtlegen. Denn die passende Frage kommt bestimmt. Aber erzählen Sie sie so – auch wenn es schwierig ist – als ob sie Ihnen ganz spontan in den Sinn gekommen ist. Möglichst bildhaft und lebensnah.

  • Fragen stellen

    Sagen Sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Bringen Sie knappe und prägnante Beispiele. Und bringen Sie einen Dialog in Gang, zum Beispiel, indem Sie fragen: Soll ich Ihnen noch ein Projekt nennen, das ich geführt habe?

  • Körpersprache beobachten

    Der Blick Ihres Gesprächspartners schweift ab oder er macht sich kaum Notizen? Mögliche Anzeichen von Langeweile. Wenn Sie dies während des Vorstellungsgesprächs wahrnehmen, versuchen Sie verbal einen Gang nach oben zu schalten und in die Offensive zu gehen.

Vorstellungsgespräch Schwächen

Eine Frage sticht aus der Kanonade heraus: die Frage nach den Schwächen. Sie ist die wohl berühmteste, vielleicht auch die gefürchtetste. Was sind Ihre größten Schwächen?

Aber sie ist eine, auf die sich Bewerber im Laufe der Jahre natürlich längst eingestellt haben. Die Antworten ähneln sich mittlerweile und lauten oftmals so: „Ich bin zu ungeduldig.“ „Ich bin zu perfektionistisch.“ „Ich bin ein Workaholic.“ Nicht gut!

Das sind nicht mehr als Phrasen, die unseligen Ratgeberbüchern entstammen. Bitte antworten Sie nicht so! Damit zeigen Sie lediglich, dass Sie den Personaler an der Nase herumführen wollen und nicht zu Ihren Schwächen stehen. Denn dass Sie welche haben, ist unausweichlich, weil menschlich.

Schwächen und Unzulänglichkeiten hat jeder Mensch. Und das weiß auch jeder Personaler dieser Welt. Tun Sie im Vorstellungsgespräch also gar nicht erst so, als hätten Sie keine. Außerdem hat oder hätte ein Personaler, der die pure Perfektion von einem Bewerber erwartet und serviert bekommen möchte, seinen Job verfehlt.

Unser Ratschlag daher: Antworten Sie im Vorstellungsgespräch ehrlich, aber koppeln Sie die Ehrlichkeit an einen guten Vorsatz.

Sie dürfen also ruhig eine Schwäche offenbaren (so lange es nicht Trinksucht oder notorische Faulheit ist), aber sagen zugleich, wie Sie diese Schwäche in den Griff bekommen.

Beispiel:

Ich bin ehrlich gesagt immer ziemlich nervös, wenn ich jemanden anrufen muss, den ich nicht kenne. Und auch wenn Telefonieren hier nicht zu meinen Hauptaufgaben zählen wird, arbeite ich konsequent an diesem Problem.

Vorstellungsgespräch Fragen

Natürlich werden Sie nicht mit jeder einzelnen Frage konfrontiert. Aber wenn Sie diesen Fragenkatalog durchgehen und auf jede Frage eine gute Antwort finden, haben Sie gute Karten.

Das sind die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch:

Gesprächsöffner

  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Warum sollten wir Sie nehmen?
  • Was können Sie, was andere nicht können?
  • Erzählen Sie etwas über sich.

Motivation

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Und was über unsere Branche?
  • Warum sind Sie momentan arbeitslos?
  • Welche Ziele verfolgen Sie im Job?
  • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
  • Welches Gehalt möchten Sie bei uns verdienen?
  • Würden Sie für die Stelle umziehen?

Persönlichkeit, Stärken und Schwächen

  • Wo liegen Ihre Stärken?
  • Wo liegen Ihre Schwächen?
  • Wie würden Ihre Kommilitonen Sie beschreiben?
  • Welche Ideen haben Sie schon umgesetzt?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Was war Ihr größter Fehler und wie sind Sie damit umgegangen?
  • Welche Charaktereigenschaften würden Sie sich wünschen?
  • Was mögen Sie an anderen Menschen nicht?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Was war Ihr größter Erfolg außerhalb des Berufs?
  • Welchen großen Traum haben Sie im Leben?

Arbeitsweise

  • Woraus ziehen Sie Ihre Motivation?
  • Welche Tools und Techniken nutzen Sie?
  • Wie bauen Sie innerhalb eines Team Vertrauen auf?
  • Wie reagieren Sie, wenn Sie ein Nein als Antwort erhalten?
  • Wie kann ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Welches Problem war für Sie zu schwer und was haben Sie dann getan?
  • Was möchten Sie im ersten Monat in Ihrem neuen Job schaffen?

Alle Fragen, alle Antworten!

Vorstellungsgespräch FragenSie wollen sich auf mögliche Fragen und Rückfragen im Vorstellungsgespräch so gut wie möglich vorbereiten? Hier sind alle weiterführenden Infos, die Sie dafür brauchen:

Vorstellungsgespräch Rückfragen

Ein wesentlicher Punkt im Vorstellungsgespräch ist es, Rückfragen zu stellen. Dies sollten Sie in jedem Fall beherzigen.

In der Rückfragen-Phase des Vorstellungsgesprächs haben Sie die Gelegenheit dazu. Der Interviewer wird Sie aller Voraussicht nach aktiv darum bitten. Nutzen Sie diese Chance unbedingt!

Ein guter Personaler erkennt an Ihren Rückfragen, wie professionell Sie sich vorbereitet haben, was Sie schon über das Unternehmen wissen und vielleicht sogar, welche Prioritäten Sie setzen.

Hier sind weitere Gründe, warum Sie im Vorstellungsgespräch immer (gute) Rückfragen stellen sollten:

  • Sie zeigen Interesse.
  • Sie zeigen, dass Sie vorbereitet sind.
  • Sie gewinnen mehr Informationen über den Job und das Unternehmen.
  • Sie unterstreichen Ihre Intelligenz.
  • Sie können das Gespräch führen.

Aber welche sind eigentlich gute Rückfragen? Zum Beispiel diese:

  • Was ist die größte Herausforderung in dieser Stelle?

    Erstens zeigt die Frage, dass Sie sich inhaltlich schon mit der Position befasst haben und auf der Suche nach Lösungen sind. Und zweitens kriegen Sie Wind – wenn Sie zwischen den Zeilen lesen – von möglichen Schwachstellen im Unternehmen. Sind Ihre Fähigkeiten und Stärken für die Stelle wirklich passend?

  • Warum ist die Position frei?

    Wenn es sich um eine neu geschaffene Position handelt, können Sie direkt mit einer Folgefrage anknüpfen: Warum wurde sie geschaffen? Wenn das Unternehmen wächst, konnte die Belegschaft die Arbeit womöglich nicht mehr bewältigen. Stressalarm! Sollte Sie aber schon länger frei sein, dann wurde der passende Kandidat ganz offensichtlich noch nicht gefunden. Warum nicht? Diese Frage können Sie dem Interviewer stellen – aber auch sich selbst.

  • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?

    So verlangen Sie vom Unternehmen eine Definition von Talent und Leistung. Und Sie wollen wissen, was der Arbeitgeber in Zukunft von Ihnen erwartet. Auch offenbart sich in der Antwort meist Erhellendes über die Unternehmenskultur.

Hier gibt’s 500 Euro für jeden Bewerber

Vorstellungsgespräch Kosten TippsGeld für ein Vorstellungsgespräch bekommen? Klingt nach einem schlechten Aprilscherz, ist aber die neue Masche der Deutschen Familienversicherung.

Das Versicherungsunternehmen aus Frankfurt sorgte Anfang 2020 für Aufsehen, weil es jedem Bewerber, der es ins Vorstellungsgespräch schaffte, Geld anbot. Für die Teilnahme am Bewerbungsgespräch gibt es 500 Euro, für die Teilnahme am Assessment Center 1.000 Euro und bei Einstellung sogar 5.000 Euro.

Das Unternehmen zeigte sich überzeugt, dass sich die Idee auf breiter Front durchsetzt. Immerhin können sich Unternehmen so den Umweg über Headhunter und Personalberater sparen, die ja auch nicht umsonst arbeiten.

Außerdem zeigt die Episode, dass sich der Arbeitsmarkt immer mehr zum Kandidatenmarkt entwickelt. Unternehmen wollen Bewerber überzeugen, nicht umgekehrt. Für Bewerber dürfte das Vorstellungsgespräch so seinen Schrecken endgültig verlieren…

Vorstellungsgespräch Kleidung

Zunächst mal: Das perfekte Outfit fürs Vorstellungsgespräch gibt es nicht. Es muss vielmehr zum Arbeitgeber passen.

In konservativen Branchen erscheinen Sie besser förmlich, in kreativen darf es ausgefallener sein. Aber vielleicht auch nicht, das hängt immer vom jeweiligen Unternehmen ab.

Diese Grundregeln sollten Sie in jedem Fall beachten:

  • Ihr Outfit sollte gepflegt sein, unabhängig von der Branche. Motto: Wer sich schlampig kleidet, arbeitet vermutlich auch so.
  • Das Outfit darf Ihre Individualität unterstreichen. Aber: Es geht mehr um die Frage, ob Sie zum Unternehmen passen. Achten Sie also eher auf Passgenauigkeit denn auf Individualität. Soll heißen: Passen Sie sich – ein Stück weit – an.

Profi-Tipp: Bringen Sie stets Ihre Bewerbungsunterlagen mit zum Vorstellungsgespräch – möglichst in mehrfacher Ausführung.

Die können Sie im Fall der Fälle aus dem Hut zaubern, sollte einer der Anwesenden seine Unterlagen vergessen haben.

Für Sie als Bewerber hat das nur Vorteile: Sie stellen Ihre Sorgfalt unter Beweis, sammeln Sympathiepunkte, hinterlassen einen geordneten Eindruck. Falls Sie die Kopien nicht benötigen, bleiben sie eben in der Tasche.

Vorstellungsgespräch Körpersprache

Sie können noch so überzeugend parlieren. Wenn Ihre Körpersprache im Vorstellungsgespräch negativ aus dem Rahmen fällt, schwinden Ihre Chancen auf den Job.

Und Ihr Körper redet immer – auch dann, wenn Ihr Mund verschlossen bleibt. Wenn Sie sich beispielsweise in Ihrer Haut unwohl fühlen, strahlen Sie das auch aus – und werden vielleicht genau daran scheitern.

Die nonverbalen Signale, die Sie im Vorstellungsgespräch aussenden, können der Hauptgrund für Ihr schlussendliches Aus sein. Laut Umfrage gefallen folgende Bewerber-Gesten Personalern im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht – in dieser Reihenfolge:

  • Kein Blickkontakt
  • Kein Lächeln
  • Herumgezappel
  • Schlaffe Körperhaltung
  • Schlapper Händedruck
  • Verschränkte Arme
  • Herumgefummel im Gesicht oder Spielereien mit den Haaren
  • Fuchtelei mit den Händen

Die Körpersprache ist im Vorstellungsgespräch mitentscheidend. Sie beginnt in dem Moment, in dem der Bewerber das Firmengelände betritt und endet, wenn er es wieder verlassen hat.

Vorher und hinterher dürfen Sie so viele merkwürdige Bewegungen machen, wie Sie wollen, aber mittendrin sollten Sie sich zusammenreißen – wenn Sie den Job haben wollen.

Und noch ein Tipp: Seien Sie auch auf dem Weg zum Personalerbüro zu jedermann höflich und zuvorkommend. Es soll schon Personaler gegeben haben, die den Pförtner nach seinem Eindruck gefragt haben. War der Bewerber höflich, schnippisch oder gar herrisch?

Denken Sie daran, sich das Hemd rechtzeitig in die Anzughose zu stopfen, die Krawatte zu richten und die Bluse zurecht zu zupfen – und nicht erst, während Sie den Raum betreten, in dem das Vorstellungsgespräch stattfindet.

Dann stellen Sie sich höflich vor und bedanken sich für die Einladung zum Vorstellungsgespräch, aber setzen Sie sich noch nicht hin. Erst wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Und: Behandeln Sie Ihre Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch – sofern es um mehr als einen geht – gleichberechtigt. Das bedeutet konkret: Schauen Sie nacheinander alle an, wenn Sie antworten und kehren zum Schluss zu der Person zurück, die die Frage gestellt hat.

All das bringt Ihnen aber gar nichts, wenn Sie eine wesentliche Sache vergessen: Lächeln!

Lächeln Sie viel im Vorstellungsgespräch, das bringt Sympathiepunkte. Natürlich nicht unentwegt und so, dass es albern oder künstlich wirkt.

Schlechte Gesprächsthemen im Vorstellungsgespräch

Sie können im Vorstellungsgespräch viel über sich erzählen, gute Rückfragen stellen, sollten aber im Gegenzug auch den einen oder anderen Aspekt unter den Tisch fallen lassen.

Unter anderem diese:

  • Kündigung

    Manche Personaler fragen gezielt danach. Lügen sollten Sie dann zwar nicht, könnten eine Kündigung aber durchaus relativieren. Vielleicht wurden Sie ja tatsächlich Opfer von Sparmaßnahmen oder betriebsbedingten Kündigungen. Aktiv ansprechen aber sollten Sie eine Kündigung im Vorstellungsgespräch nicht. Warum auch?

  • Bezahlung

    Das liebe Geld – es umtreibt die Menschen wie kaum etwas anderes. Im Jobinterview aber sollten Sie die Bezahlung aussparen. Jedenfalls so lange, bis der Interviewer selbst darauf zu sprechen kommt. Wenn der neue Arbeitgeber Ihre Gehaltsvorstellungen abklopft, dann nennen Sie immer eine Spanne und keinen Einzelbetrag. Nennt der Arbeitgeber von sich aus das Gehalt, das er zu zahlen bereit ist, kommentieren Sie das nicht weiter, sondern nehmen es erst einmal nur zur Kenntnis. Vorsichtig nach Boni oder Dienstwagen können Sie aber ruhig fragen. Vor allem dann, wenn Ihnen das Angebot zu gering erscheint. Übereilt absagen aber sollten Sie auch dann nicht – Sie könnten es bereuen.

  • Privatleben

    Was Sie in Ihrer Freizeit treiben, ist Ihre Privatsache. Darum sollten Sie im Vorstellungsgespräch auch nicht darüber reden. Und außerdem: Punkte sammeln lässt sich auf diese Weise meist nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Personaler die gleichen Vorlieben und Hobbys hat wie Sie, ist eher gering. Ausnahme: Sie haben ein Hobby, das Ihre Fähigkeiten für den Job perfekt unterstreicht.

  • Negative Erfahrungen

    Wenn Sie mit Ihrem Ex-Chef nicht auf einer Wellenlänge oder mit den Kollegen im Dauerclinch lagen – dann ist das nichts, worüber Sie im Vorstellungsgespräch reden sollten. Im besten Fall gelten Sie als Tratschtante, im schlimmsten Fall als jemand, der üble Nachrede betreibt. Stellen sie immer das Positive an Ihren früheren Jobs heraus. Schließlich wird ja Ihr künftiger irgendwann auch Ihr ehemaliger Arbeitgeber sein – und dann auch nicht wollen, dass Sie ihn schlechtreden.

Vorstellungsgespräch Fehler

Geheimnisse ausplaudern, alte Chefs schlechtreden, zu viel Belangloses erzählen – im Vorstellungsgespräch kann man viel falsch machen.

Aber Ihnen können auch dicke Patzer unterlaufen, wenn Sie nicht den Mund aufmachen. Nicht jeder Fehler im Interview ist ein verbaler. Diese drei Missgeschicke ersparen Sie sich bitte:

  1. Handy anlassen

    Keine Todsünde, aber unangenehm. Zeugt ein wenig von mangelhafter Vorbereitung. Wenn das Handy im Vorstellungsgespräch klingelt, dann heißt es flott: Entschuldigung sagen, Anruf wegdrücken und Handy ausschalten.

  2. Gestik unterschätzen

    Seien Sie Herr Ihrer Sinne – und Ihres Körpers. Bitte während des Vorstellungsgesprächs nicht die Arme verschränken, mit dem Fuß auf dem Boden tippeln oder an den Fingernägeln kauen. Ganz schlimm: Höhnisch lachen oder die Augen verdrehen – es drückt Arroganz aus. Übrigens gilt das auch für Jobinterviewer.

  3. Uhrzeit checken

    „Nichts wie raus hier!“ Dieses Signal senden Sie dem Personaler, wenn Sie auf die Uhr schauen. Faustregel fürs Vorstellungsgespräch: Niemals die Uhrzeit checken. Nicht aufs Handy schauen, nicht heimlich zur Wanduhr schielen. Sie sind gerne hier – der Blick zur Uhr drückt das Gegenteil aus.

Geheimtipp: Zweiten Termin nehmen!

Vorstellungsgespräch Tipps TermineWenn Ihnen der Personaler zwei Alternativtermine für das Vorstellungsgespräch anbietet, nehmen Sie den zweiten!

Juroren geben in Wettbewerben erwiesenermaßen besser Noten, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Achten Sie doch mal bei den Olympischen Spielen darauf: im Turnen, Wasserspringen oder Dressurreiten zum Beispiel.

Kein Wunder, denn man will sich schließlich noch Spielraum erhalten, Luft nach oben lassen. Dass dieser Effekt auch für Vorstellungsgespräch gilt, haben Psychologen herausgefunden.

Darum: Zweiten Termin nehmen, gründlich vorbereiten, vor Ort überzeugen – und den Traumjob bekommen. Wir wünschen viel Erfolg!

Vorstellungsgespräch beenden

Ein kluges deutsches Sprichwort lautet: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Genauso verhält es sich auch im Vorstellungsgespräch.

Sie können einen fantastischen Eindruck hinterlassen haben, bis Sie im Abgang alles versauen. Das Vorstellungsgespräch ist erst gelaufen, wenn Sie den Raum verlassen haben.

Sie reichen Ihrem Gesprächspartner zum Schluss noch einmal die Hand (kräftiger Händedruck!), blicken ihm in die Augen und verabschieden sich höflich mit einem „Auf Wiedersehen“, das wörtlich so gemeint ist. Am besten bedanken Sie sich für das gute Gespräch (unabhängig davon, ob es der Wahrheit entspricht).

Dann noch dies: Aufrecht das Gebäude verlassen – und erst entspannen, wenn Sie außer Sichtweite sind. Dann können Sie sich nach Belieben ausschütteln, kräftig auspusten, seufzen, stöhnen oder einen Blick zurück werfen – aber bitte auch erst dann.

Was Sie sich überlegen können: Ob Sie am Ende des Gesprächs noch betonen, dass Sie die Stelle auch wirklich wollen. Damit signalisieren Sie Interesse, Willen, Selbstbewusstsein.

Aber Vorsicht: Wenn Sie dabei zu offensiv auftreten, kann es auch nach Bedürftigkeit klingen. Nach dem Motto: Bitte, lieber Personaler, gib’ mir den Job, ich brauche ihn unbedingt!

So könnten Sie sich ausdrücken:

Variante 1:

Das ist der Job, den ich ich haben möchte. Ich bin mir jetzt sicher. Kann ich noch etwas dafür tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ch die beste Besetzung bin?

Variante 2:

…darum denke ich, dass ich die optimale Besetzung für diese Position wäre. Brauchen Sie noch weitere Informationen?

Variante 3:

Am liebsten würde ich schon nächste Woche bei Ihnen anfangen. Haben Sie noch Fragen an mich, die Ihre Entscheidung erleichtern könnten?

Variante 4:

Ich bin sehr an dieser Stelle interessiert. Wie kann ich Sie dazu bringen, mir ein Angebot zu machen?

Variante 5:

Sie kennen nun meine Stärken und Schwächen. Ich würde mich freuen, wenn ich für Sie arbeiten dürfte – und wenn Sie das auch wollen.

Variante 6:

Ich bin von der Stelle und Ihrem Unternehmen sehr angetan. Ich hoffe, bald eine positive Nachricht von Ihnen zu erhalten!

Dabei handelt es sich selbstverständlich nur um Formulierungsvorschläge. Was Sie zum Schluss sagen, sollte an den Inhalt des Vorstellungsgesprächs anknüpfen. Es muss passen.

Und klar ist auch: Sie sollten am Ende nur dann noch mal auf Ihr Interesse hinweisen, wenn Sie die Stelle tatsächlich haben wollen – und nicht, weil Sie glauben, man würde es so von Ihnen erwarten.

Nach dem Vorstellungsgespräch

Nach einem guten Vorstellungsgespräch wartet man erst einmal ab. Die Nervosität steigt von Tag zu Tag. Aber was, wenn sich das Unternehmen einfach nicht bei Ihnen meldet?

Abwarten und Tee trinken? Mehr bleibt Ihnen ja gar nicht übrig. Falsch! Sie müssen nicht im Wartemodus verharren, sondern können aktiv werden. Sie können an der einen oder anderen Stellschraube drehen, um den Bewerbungsprozess positiv zu beeinflussen oder zu beschleunigen.

Zum Beispiel so:

  • Dankesschreiben

    In anderen Ländern wie den USA gehört ein Dankesschreiben mittlerweile de-facto zu einer Bewerbung dazu. Wer sich bedankt, hat gleich mehrere Vorteile: Sie heben sich damit von anderen Bewerbern ab. Sie können den Gesamteindruck noch ein Stückchen zum Positiven verändern.

    Das können Sie einfach per E-Mail machen. Sie schreiben etwa, wie anregend Sie das Vorstellungsgespräch fanden und dass Sie weiterhin großes Interesse an der Position haben. Auch können Sie mögliche offene Fragen, die im Vorstellungsgespräch aufgeworfen wurden, beantworten.

    Bedanken Sie sich für die Aufmerksamkeit und freuen sich auf eine baldige Antwort – aber auf nicht mehr als einer halben Seite.

  • Fristen

    Vielleicht haben Sie vergessen, im Vorstellungsgespräch danach zu fragen. Dann tun Sie es jetzt!

    Haken Sie nach, wie lange der Bewerbungsprozess normalerweise dauert und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

    Sofern drei Werktage seit dem Vorstellungsgespräch verstrichen sind, können Sie sich auch telefonisch erkundigen. Besser, weil souveräner: eine Woche warten.

    Wenn Sie drei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch immer noch nichts vom Unternehmen gehört haben, dürfen Sie ruhig ein wenig forscher auftreten. Wenigstens eine kurze Eingangsbestätigung können auch Sie als Bewerber erwarten.

    Bei allem Enthusiasmus sollten Sie dem Personaler nicht auf die Nerven gehen. Übertreiben Sie es also nicht.

  • Alternativen

    Was Sie nicht machen sollten: Alles auf eine Karte setzen. Das wäre unklug. Hören Sie sich also nach einem Vorstellungsgespräch weiter nach potenziellen Arbeitgebern und offenen Stellen um.

    So verlieren Sie keine Zeit und haben im besten Fall mehrere Angebote, aus denen Sie auswählen können. Nehmen Sie also weiterhin Einladungen zu Vorstellungsgesprächen an und schreiben auch weiterhin Bewerbungen.

    Ihre Chancen auf den Traumjob werden dadurch definitiv nicht sinken.

  • [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

Bewerbung Praktikum: Muster, Vorlage, Aufbau und Tipps

Bewerbung Praktikum Vorlage Beispiel Tipps

Bewerbung Praktikum: Das Praktikum kann ein Türöffner sein oder einfach nur eine nette Referenz im Lebenslauf. Aber dazu muss man den Praktikumsplatz erst einmal bekommen. Und das ist nicht immer ganz einfach. Die Unternehmen wollen all ihre Stellen bestmöglich besetzen – dazu zählen auch die Praktikantenstellen. Damit die Bewerbung für ein Praktikum gelingt, sollten Bewerber folgende Punkte beachten…

Bewerbung Praktikum Muster und Vorlagen

Max Mustermann
Beispielstr. 99
12345 Musterhausen
Telefon: 01234 / 56 78 90
E-Mail: m.mustermann@blog.de

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98765 Stadt

XX.XX.XXXX (Datum)

Bewerbung für ein Praktikum im Einzelhandel

Sehr geehrter Herr Personaler,

auf der Jobbörse Karrieresprung.de bin ich auf Ihre Stellenausschreibung für ein Praktikum im Einzelhandel aufmerksam geworden. Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche Ihres Unternehmens haben meinen Wunsch verstärkt, bei Ihnen ein Praktikum zu absolvieren.

Serviceorientiertheit und ein freundliches Wesen sind in dieser Branche von großer Bedeutung. Der Umgang mit Menschen und Verkaufsberatung liegen mir. Damit habe ich bereits in den Ferien im Markt meines Onkels reichhaltige Erfahrungen gesammelt.

Dort habe ich nicht nur die Kunden bedient, sondern auch kassiert, die Produkte ein- und ausgeräumt und bei der Inventur geholfen. Mein Herz aber schlägt für die Mode. Im Rahmen meines Praktikums zur Berufsorientierung möchte ich daher mein Schülerpraktikum gerne bei Ihnen absolvieren.

Als führendes Modehaus in der Region genießen Sie einen ausgezeichneten Ruf, den ich mit meinen Erfahrungen im Kundenkontakt gerne noch weiter ausbauen würde. Derzeit besuche ich die zehnte Klasse des Mark-Zuckerberg-Gymnasiums in Netzstadt. Nach dem Abitur plane ich, das Studium der Betriebswirtschaft aufzunehmen.

Ich freue mich sehr, schon bald mit Motivation und Begeisterung zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen und freue mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Herzliche Grüße aus Musterhausen
Max Mustermann (Unterschrift)

Hier einige Vorlagen für Ihre Praktikumsbewerbung zum Download:

  • Bewerbung Praktikum Social Media als WORD-Dokument
  • Bewerbung Praktikum Social Media als PDF
  • Bewerbung Praktikum Studium als WORD-Dokument
  • Bewerbung Praktikum Studium als PDF

Bewerbung Praktikum Aufbau

Eine Praktikumsbewerbung ist prinzipiell genauso aufgebaut wie jede andere Bewerbung. Inhaltlich gehören hinein:

  • Anschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf mit Unterschrift
  • Anlagen (Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate)

Die Kirsche auf der Torte wäre ein persönliches Empfehlungsschreiben, zum Beispiel von Ihrem Lehrer, Professor oder einem ehemaligen Arbeitgeber. Wenn Sie einen glaubwürdigen Fürsprecher haben, erhöht das die Chancen Ihrer Praktikumsbewerbung.

Und unterschätzen Sie die formellen Aspekte nicht. Einheitliche Schriftarten in der Bewerbung und ein durchgängiges Design vermitteln dem Unternehmen Genauigkeit und Sorgfalt. Achten Sie darauf!

Lassen Sie die am Ende die Rechtschreibung und Grammatik in Ihrer Praktikumsbewerbung unbedingt noch einmal prüfen – von Eltern, Geschwistern, Freunden, Kommilitonen oder der Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms. Und versuchen Sie, das Bewerbungsanschreiben individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber anzupassen. Keine Massenware!

Am Ende erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sehr freuen würden.

Anschreiben Bewerbung Praktikum

Das Anschreiben ist für jeden Praktikumsbewerber eine Herausforderung. Was Sie prinzipiell nicht tun sollten: Die wichtigsten Stationen Ihres tabellarischen Lebenslaufes im Anschreiben nacherzählen. Unnötiger Ballast! Zumal Sie als Praktikant vermutlich noch gar nicht über allzu viel Berufserfahrung verfügen dürften.

Darum lautet die Devise: Motivation herausstellen! Warum wollen Sie gerade in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren? In dieser Branche, in diesem Fachbereich, in dieser Position? Dabei sollten Sie Ihre Neugier herausstellen, Lernwillen, Motivation und Einsatzbereitschaft.

Machen Sie sich folgendes klar: Das Unternehmen ist kein Wohlfahrtsverein (es sei denn, Sie bewerben sich bei einem). Es würde gerne einen Vorteil davon haben, wenn es Sie als Praktikanten einstellt. Eine Arbeitserleichterung, neue Ideen, frischen Wind. Machen Sie im Praktikumsanschreiben klar, dass Sie gewillt sind, genau das beizutragen.

Falls es eine Ausschreibung für die Praktikumsstelle gibt, dann lesen Sie sie sorgfältig durch. Gehen Sie auf die Punkte ein, die dort genannt werden und wiederholen Sie auch ruhig Schlüsselbegriffe.

Anschreiben Bewerbung Praktikum – so ist es aufgebaut:

  • Kontaktdaten des Absenders
  • Kontaktdaten des Empfängers
  • Ort, Datum
  • Betreffzeile (z.B. Bewerbung für ein Praktikum als Altenpfleger)
  • Anrede (z.B. Sehr geehrte Frau Weber)
  • Einleitung (Warum wollen Sie die Praktikumsstelle?)
  • Hauptteil (Welche Kompetenzen bringen Sie mit?)
  • Schlussteil (z.B. Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen)
  • Grußformel (z.B. Herzliche Grüße nach Hamburg)
  • Unterschrift
  • PS (bei Bedarf)

Bewerbungsanschreiben Praktikum Tipps

Wichtig: In jeder Stellenausschreibung gibt es Kann-Anforderungen und Muss-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind die entscheidenden – auch in einer Praktikumsbewerbung. Hat sie der Bewerber nicht, ist er draußen.

Bei den Kann-Anforderungen dagegen wäre es nur schön, sie zu haben – eine Voraussetzung sind sie nicht. Für Sie als Praktikumsbewerber ist es wichtig, die Kann- und Muss-Anforderungen zunächst aus der Stellenanzeige richtig herauszulesen.

Ihr Vorteil: An Praktikanten sind die Anforderungen gewöhnlich nicht so hoch wie an Vollzeitbeschäftigte. Aber in vielen Unternehmen sind selbst Praktikumsstellen heiß begehrt – und locken unzählige Konkurrenten an. Nicht unterschätzen!

Beispiele für Muss-Anforderungen: der Führerschein, sofern eine Mitarbeit ohne Führerschein nahezu unmöglich ist. Wenn in der Anzeige dagegen wörtlich „wünschenswert“ oder „idealerweise bringen Sie mit“ steht, dann handelt es sich um eine Kann-Anforderung. Sie können (und sollten) sich trotzdem bewerben, auch wenn Sie die genannte Anforderung nicht erfüllen.

Bewerbung Praktikum – Pluspunkte bringen:

  • andere, idealerweise ähnliche Praktika
  • ehrenamtliches Engagement
  • besondere Fähigkeiten und EDV Kenntnisse, z.B. Programmier- oder SAP-Skills
  • Fremdsprachenkenntnisse, z.B. sehr gute Englischkenntnisse oder die Beherrschung einer außergewöhnlichen Fremdsprache

Klar ist auch, dass nicht jede Fähigkeit in jedem Praktikum von Nutzen ist. Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die im entsprechenden Unternehmen gefragt sind.

Und legen Sie viel Wert auf Soft Skills. Niemand will einen Praktikanten einstellen, der sich im Nachhinein als Querulant entpuppt. Stellen Sie heraus, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen darstellen würden, weil sie belastbar, kreativ, flexibel und motiviert sind.

Speziell für Praktikumsbewerber, die aufgrund ihrer fehlenden Berufserfahrung noch über wenig Hard Skills verfügen, sind Soft Skills im Praktikumsanschreiben Gold wert.

Bewerbung Praktikum Lebenslauf

Das grundlegende Problem ist: Gerade junge Menschen haben meist noch nicht so viele Stationen und Kenntnisse gesammelt. Wie also den Lebenslauf füllen?

Zunächst mal ist das kein Grund zur Beunruhigung. Von Praktikumsbewerbern wird kein üppiger Lebenslauf erwartet. Im Gegenteil, den Personalern ist sehr wohl bewusst, dass Sie noch am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Ein prall gefülltes Dokument könnte da fast schon verdächtig erscheinen.

Ihr Lebenslauf muss also nicht lang sein – aber sauber und übersichtlich sollte er auf jeden Fall sein. Er ist optimalerweise so aufgebaut, dass Sie mit den aktuellen Stationen beginnen und sich chronologisch nach hinten arbeiten.

Bewerbung Praktikum – diese Elemente gehören zwingend in Ihren Lebenslauf:

  • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, aktuelle Adresse
  • Kontaktinformationen: Telefonnummer, Mobilnummer, E-Mail-Adresse (evtl. sogar Skype)
  • Werdegang: Besuchte Schulen und erworbene Abschlüsse
  • Fähigkeiten: EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse, belegte Kurse oder Seminare
  • Interessen und Hobbys
  • Ort, Datum und Unterschrift

Angaben zu Ihren Eltern oder Geschwistern sind in der Bewerbung für ein Praktikum dagegen völlig überflüssig. Ob Ihr Vater Oberstudienrat oder Sachbearbeiter ist oder war, spielt keine Rolle.

Was dagegen relevant ist: Ihre Lieblingsfächer in der Schule. Falls Sie sich für ein Schülerpraktikum bewerben und Ihre liebsten Fächer einen Bezug zum Praktikumsplatz haben, dann geben Sie sie unbedingt an.

Das gilt auch für Interessen, Hobbys und andere Freizeitbeschäftigungen. Je besser Sie zum Unternehmen und zur Stelle passen, desto größer Ihre Chancen auf den Praktikumsplatz.

Bewerbung Praktikum Berufserfahrung

Von Praktikanten erwartet man normalerweise keine umfassende Vorbildung. Das kann bei sehr begehrten Stellen bei renommierten Arbeitgebern durchaus anders sein. Aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen verlangen von Praktikanten mitunter langjährige Berufserfahrung.

Das können Sie ignorieren und sich trotzdem bewerben. Sie können aber auch von einer Bewerbung für ein Praktikum absehen. Denn manchmal liegt der Verdacht nahe, man will sich mit dem Praktikanten lediglich eine hochqualifizierte Billigkraft ins Haus holen. Das ist im Übrigen bei Trainee-Stellen manchmal ganz ähnlich.

Wägen Sie also gut ab. Als Faustregel gilt: Große Unternehmen erwarten mehr als kleine – auch von ihren Praktikanten. Sollte eine Drei-Mann-Agentur zu hohe Ansprüche haben, dann sagen Sie lieber ab. Als Praktikant sind Sie ein Lehrling, der zwar gerne wichtige Aufgaben und Verantwortung übernimmt, aber keine reguläre Arbeitskraft ersetzt.

Bewerbung Praktikum Motivation

Ein Praktikum kann man aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus absolvieren. Werden Sie sich zunächst über Ihr Motiv klar, bevor Sie Ihre Praktikumsbewerbung in Angriff nehmen. Wollen Sie…

  • in einen bestimmten Beruf hineinschnuppern?
  • wertvolle Referenzen für den Lebenslauf sammeln?
  • einen Fuß in die Tür eines bestimmten Arbeitgebers bekommen?
  • die Vorarbeit für eine spätere Übernahme leisten?

Ansprüche und Anforderungen an ein Praktikum unterscheiden sich je nach Ausgangssituation. Auch kommt es darauf an, mit welchen Vorzügen Sie selbst als Bewerber wuchern können.

Als Schüler, der ein Schülerpraktikum absolvieren wil, haben Sie noch kaum Berufserfahrung. Das gilt auch für Studienanfänger, die dementsprechend während des Praktikums auch noch nicht mit den verantwortungsvollsten Aufgaben betraut – und nicht so gut bezahlt werden.

Dies ist bei Hochschulabsolventen mit Vorerfahrungen schon ganz anders. Hier dürfen Sie als Praktikant mehr verlangen – sowohl in Hinsicht auf Ihre Aufgaben als auch auf die Vergütung.

Bewerbung Praktikum Tipps

Grundsätzlich unterscheidet sich die Bewerbung für ein Praktikum nicht von der für eine reguläre Stelle. Anschreiben und Lebenslauf sollten Sie in beiden Fällen sehr genau und sorgfältig verfassen.

Immerhin gilt der Mindestlohn mittlerweile auch – mit Ausnahmen – für Praktikanten. Die Unternehmen sind also auch in Hinsicht auf ihre Praktikanten anspruchsvoll, wollen die besten Bewerber für sich gewinnen – sie kosten ja jetzt mehr Geld.

Tipp: Bewerben Sie sich bitte nicht für irgendein Praktikum im Unternehmen, sondern immer für ein spezielles. Entweder für genau das Praktikum, das ausgeschrieben wurde oder für genau DAS Praktikum in Ihrer Wunschabteilung in Ihrer Wunschposition. Das macht es auch dem Personaler leichter, Sie einzusortieren.

Schülerpraktikum Bewerbung

Praktikum Bewerbung SchülerpraktikumMan muss es nicht komplizierter machen, als es ist. Denn zur Wahrheit gehört auch: Viele Praktika werden ausschließlich über Vitamin B vergeben und über nichts anderes. Wenn Ihr Vater einen kennt, der in Unternehmen XY in der Personalabteilung arbeitet, könnte das schon die Eintrittskarte sein.

Speziell Schüler, die ein Schülerpraktikum absolvieren wollen, müssen nicht gleich einen Bewerbungsmarathon hinlegen. Gehen Sie im Unternehmen vorbei, an dem Sie interessiert sind, oder rufen Sie einfach mal an – und fragen ganz unverbindlich nach, ob grundsätzlich die Möglichkeit auf ein Praktikum besteht.

Aber nicht vergessen: Der erste Eindruck zählt! Wenn Sie eloquent auftreten und nicht gerade einen Jogginganzug überstreifen, dann werden Sie eher als Bereicherung angesehen – und in eine freie Stelle vermittelt.

Bewerbung Praktikum Stellen

Bevor Sie sich für eine Praktikumsstelle bewerben, sollten Sie ein wenig Recherche betreiben. In Arbeitgeberbewertungsportalen erfährt man, wie gut Unternehmen mit ihren Praktikanten umgehen und ob sich ein Praktikum wirklich lohnt, zum Beispiel auf…

  • Glassdoor
  • Kununu

Vielleicht können Sie über Xing und Linkedin sogar Kontakt zu ehemaligen Praktikanten aufnehmen und sie nach ihren Erfahrungen fragen. Verlassen Sie sich in keinem Fall nur auf die Erfahrungsberichte von Ex-Praktikanten auf der Unternehmenshomepage. Logisch, dass dort nur gutmeinende Stimmen zu Wort kommen.

Wenn sie einen Wunscharbeitgeber haben sollten, schauen Sie auf dessen Karriereseite nach Praktikumsstellen – oder fragen Sie ihn unverbindlich via Facebook oder Twitter danach. Signalisiert er Ihnen Möglichkeiten, können sie sich direkt dort bewerben.

Viele Praktikumsstellen finden Sie auch hier bei Karrieresprung in unserer Jobbörse.

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Aufhebungsvertrag: Alle Vorteile, Nachteile, Tipps und Muster

Der Aufhebungsvertrag kann ein Ausweg sein, aber auch eine Falle. Mit seiner Hilfe ist es Arbeitnehmern möglich, schnell aus dem Arbeitsvertrag herauszukommen. Das kann erforderlich sein, wenn man zügig eine neue, lukrativere Stelle antreten will. Für Arbeitgeber ist der Aufhebungsvertrag die vermeintlich bessere Alternative zur Kündigung. Beide Seiten sollten aber genau abwägen, bevor sie den Aufhebungsvertrag unterzeichnen…

Aufhebungsvertrag Definition: Was ist das?

Ein Aufhebungsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, mit der beide Parteien die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses regeln. Ein Aufhebungsvertrag unterscheidet sich von einer Kündigung vor allem dadurch, dass er in gegenseitigem Einverständnis geschlossen wird.

Mit dem Aufhebungsvertrag können zum Einen Kündigungsfristen umschifft werden, zum Anderen bedarf es keines triftigen Grundes. Das ist bei einer Kündigung in den allermeisten Fällen anders. Wer beispielsweise einen Arbeitnehmer fristlos vor die Tür setzen will, benötigt sogar schwerwiegende Gründe, um eine Kündigung durchsetzen zu können.

Profitieren können von einem Aufhebungsvertrag aber wohlgemerkt beide Seiten, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

Diese Aspekte sind wichtig:

  • Kündigungsfristen

    An die gesetzlichen Kündigungsfristen muss sich ein Aufhebungsvertrag nicht halten. Man kann den Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis endet, frei wählen bzw. verhandeln. Somit kann die Kündigungsfrist auch verkürzt oder verlängert werden. Denkbar, dass das Arbeitsverhältnis durch den Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung beendet wird.

  • Begründung

    Ohne gute Gründe ist die Kündigung eines Mitarbeiters oft unmöglich. Bei einem Aufhebungsvertrag ist eine Begründung unnötig, da dieser einvernehmlich geschlossen wird. Der Betriebsrat ist ebenfalls nicht involviert. Er muss nur bei einer Kündigung hinzugezogen werden. Der Aufhebungsvertrag ist also eine Möglichkeit, um ein unerwünschtes Arbeitsverhältnis ohne jeglichen Grund zu einem Wunsch-Zeitpunkt zu beenden.

  • Kündigungsschutz

    Der gesetzliche Kündigungsschutz greift bei einem Aufhebungsvertrag nicht. Das kann speziell für den Arbeitgeber sehr vorteilhaft sein. Schließlich sind manche Mitarbeiter schwieriger zu kündigen als andere, zum Beispiel Mitglieder des Betriebsrats oder solche mit einem Handicap. Durch einen Aufhebungsvertrag können Arbeitgeber den besonderen Kündigungsschutz, den diese genießen, umgehen.

Aufhebungsvertrag Vorteile

Der Zeitfaktor ist von besonderer Bedeutung. Bei einer Kündigung können von deren Einreichung bis zum letzten Arbeitstag Ewigkeiten vergehen.

Das ist aber nicht der einzige Vorteil eines Aufhebungsvertrags. Er kann Unternehmen auch einen langwierigen Prozess vor dem Arbeitsgericht ersparen. Viel kostengünstiger und einfacher wäre es da doch, sich außergerichtlich zu einigen. Beim Aufhebungsvertrag handelt es sich de facto um einen Vergleich, wie man ihn auch aus Gerichtsprozessen kennt.

Für den Arbeitnehmer wiederum ist eine Aufhebung des Vertrags die oftmals beste Möglichkeit, um schnell aus einem Arbeitsvertrag herauszukommen. Das kann attraktiv sein, wenn man eine lukrative Stelle antreten will, die unverzüglich besetzt werden soll.

Ein anderes Szenario: Ein Auszubildender, der merkt, dass er den falschen Beruf gewählt hat oder sich am Arbeitsplatz extrem unwohl fühlt, kommt so am schnellsten aus seinem Vertrag. Nicht jeder Fehlgriff kristallisiert sich schon in der Probezeit heraus. Manchmal braucht man dafür etwas länger.

Konfliktscheue Menschen sollten sich aber hüten, vorschnell einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Denn das Klischee besagt, dass Arbeitgeber unliebsame Angestellte mit seiner Hilfe ruckzuck vor die Tür setzen und am besten noch über den Tisch ziehen wollen. Das ist in vielen Fällen auch tatsächlich so. Aber längst nicht immer.

Hier noch mal auf einen Blick die größten Vorteile des Aufhebungsvertrags aus Arbeitnehmersicht:

  • Der Arbeitnehmer kann ohne Kündigungsfrist schnell eine neue Stelle antreten.
  • Er kann ohne Wartezeit einer für ihn unerträglichen Situation am Arbeitsplatz entkommen.
  • Der Arbeitnehmer kann den Aufhebungsvertrag aktiv mitgestalten.
  • Er kann eine Abfindung aushandeln, wenngleich kein Anspruch darauf besteht.
  • Durch einen Aufhebungsvertrag geht er einer verhaltensbedingten oder außerordentlichen Kündigung aus dem Weg.

Aufhebungsvertrag Nachteile

Nicht immer ist der Aufhebungsvertrag einer Kündigung überlegen. Arbeitnehmer sollten genau abwägen, welche die für sie bessere Alternative ist.

Das sind die größten Nachteile eines Aufhebungsvertrags:

  • Arbeitnehmer riskieren eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.
  • Der gesetzliche Kündigungsschutz greift für sie nicht.
  • Für Schwangere oder Schwerbehinderte gilt der besondere Kündigungsschutz nicht.
  • Eine Anhörung durch den Betriebsrat findet nicht statt.
  • Versorgungsanwartschaften aus der betrieblichen Altersversorgung könnten entfallen.
  • Der Aufhebungsvertrag kann nicht wieder rückgängig gemacht werden (es sei denn, es wurde ein Widerrufsrecht vereinbart).

Aufhebungsvertrag Inhalt

Diese Punkte sollten im Aufhebungsvertrag festgehalten sein:

  • Beendigungsdatum des Arbeitsvertrags

    Das Arbeitsverhältnis kann per Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung beendet werden. Eine Frist ist aber genauso möglich.

  • Grund für die Beendigung

    Für Arbeitnehmer ist die Angabe eines Grundes wichtig, um eine Sperrfrist seitens der Arbeitsagentur abzuwenden.

  • Abfindung und Höhe der Abfindung

    Ein Anspruch besteht für Arbeitnehmer zwar nicht, aber je besser ihre Verhandlungsposition, desto größer die Chance auf eine (hohe) Abfindung.

  • Betriebliche Altersversorgung

    Arbeitnehmer sollten per Aufhebungsvertrag verhindern, dass Versorgungsanwartschaften entfallen.

  • Freistellung

    In der Regel wird der Arbeitnehmer nach Abschluss eines Aufhebungsvertrages sofort freigestellt. Er kann per widerruflicher Freistellung aber auch dazu verpflichtet werden, im Notfall doch wieder arbeiten zu müssen.

  • Urlaubsansprüche

    Falls der Arbeitnehmer noch über Resturlaub verfügt, kann er ihn weiterhin in Anspruch nehmen oder ihn sich auszahlen lassen.

  • Sonderzahlungen

    Entweder werden Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld für das laufende Jahr noch gezahlt oder der Arbeitnehmer verzichtet darauf – gegen eine Entschädigung.

  • Dienstwagen/Diensthandy

    Hier geht es um die Frage, ob und wie lange der Arbeitnehmer Dienstwagen und Diensthandy noch nutzen darf.

  • Arbeitszeugnis

    Es ist denkbar, ein komplett ausformuliertes Arbeitszeugnis in den Aufhebungsvertrag aufzunehmen. Arbeitnehmer sollten zumindest die Gesamtnote verhandeln und hineinschreiben lassen.

  • Wettbewerbsverbote

    Der Aufhebungsvertrag könnte sie vorsehen, um einen Wechsel zur Konkurrenz zu verhindern. Dafür muss der Arbeitgeber aber eine sogenannte Karenzentschädigung zahlen.

  • Ausgleichsklausel

    Darin erklären die Parteien, dass keinerlei Ansprüche mehr gegeneinander bestehen, sondern alle Ansprüche durch den Abschluss des Aufhebungsvertrags abgegolten sind.

  • Widerrufsrecht

    Es ist möglich, einer Partei ein Widerrufsrecht vom Aufhebungsvertrag zuzugestehen.

Daneben gibt es noch weitere Aspekte, die im Einzelfall in den Aufhebungsvertrag aufgenommen werden könnten bzw. sollten. Dazu zählen:

  • Rückzahlungspflichten aus einem Arbeitgeber-Darlehen
  • Erstattung von Rechtsanwaltskosten für die Prüfung und/oder Ausarbeitung des Aufhebungsvertrags
  • Erstattung von Ausbildungskosten
  • Regelungen über mögliche Patente und Erfindungen des Arbeitnehmers
  • Wiedereinstellungsklausel
  • Klagerücknahme, sofern eine Klage bereits erhoben wurde

Aufhebungsvertrag Arbeitszeugnis

Dieser Punkt ist wichtig: Bestehen Sie darauf, ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausgestellt zu bekommen. Das können Sie insbesondere dann, wenn von Ihrem Arbeitgeber die Initiative ausgeht und er Ihren Vertrag vorzeitig beenden will. Wenn er zum Beispiel unter Zeitdruck steht, dann verfügen Sie über relativ viel Verhandlungsmasse.

Im Endeffekt erhalten Sie dann nicht nur ein qualifiziertes, sondern ein sehr positives Arbeitszeugnis. Das kann sich in Ihrem weiteren Berufsleben noch auszahlen.

Einen Anspruch darauf haben Sie selbstverständlich nicht – es ist von Ihrem Verhandlungsgeschick und Ihrer Verhandlungsposition abhängig, ob das Arbeitszeugnis Bestandteil des Aufhebungsvertrags wird. Andererseits wird kein Arbeitgeber den gemeinsamen Deal wegen eines Arbeitszeugnisses scheitern lassen. Gehen Sie also mutig voran.

Aufhebungsvertrag Abfindung

Der Abfindung gewürzte Aufhebungsvertrag ist ein Dokument, das Arbeitgeber relativ gerne entgegennehmen. So lassen sich Kündigungsschutz, Sozialauswahl und Betriebsrat umgehen. Der Deal ist klar: Geld gegen Weggang! In der Regel beträgt die Höhe der Abfindung zwischen 0,25 und 0,5 Brutto-Monatsgehältern pro Jahr der Beschäftigung.

Einen Rechtsanspruch auf eine Abfindung haben Sie als Arbeitnehmer aber wohlgemerkt nicht. Es sei denn, sie ist in Ihrem Tarif- oder Arbeitsvertrag oder Sozialplan festgeschrieben.

Darum ist die Verlockung für viele groß, den Vertrag zu unterschreiben. Das Geld kann ein schmackhafter Köder sein – und es hilft im Zweifel, die nächste Zeit zu überbrücken. Wägen Sie aber ganz genau ab, ob Sie mit dem Geld wirklich besser fahren.

Aufhebungsvertrag Sperrzeit

Wenn Sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, wertet die Arbeitsagentur dies als freiwillige Aufgabe eines sicheren Arbeitsplatzes. Das hat in der Regel eine zwölfwöchige Sperrzeit zur Folge, während der der Ex-Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat.

Der Anspruch kann sogar noch weiter verkürzt werden. Sollte der Arbeitnehmer für mehr als zwölf Monate ALG erhalten, reduziert sich sein Anspruch um ein Viertel der Anspruchsdauer. So bleiben von 24 Monaten ALG-Anspruch am Ende nur noch 18 Monate übrig. Davon werden zwölf Wochen am Anfang und der Rest am Ende gestrichen.

Die Sperre ist allerdings nicht zulässig, wenn der Arbeitnehmer ohnehin seine Stelle verloren hätte – zum Beispiel durch eine betriebsbedingte Kündigung – und wenn er der Kündigung mit dem Aufhebungsvertrag nur zuvorgekommen ist. Darum ist es wichtig, einen wichtigen Grund (z.B. betriebliche Veränderungen) in den Aufhebungsvertrag aufzunehmen. Dadurch kann die Sperrzeit umgangen werden.

Und: Wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht, ist der Arbeitnehmer durch die Arbeitsagentur nicht kranken- oder rentenversichert. Dafür hat er selbst Sorge zu tragen. Zudem müssen Sie auf Ihre Abfindung Lohnsteuer zahlen. Für Abfindungen gilt allerdings ein ermäßigter Steuersatz.

Wann der Vertrag unwirksam ist

Einen Aufhebungsvertrag sollten Sie niemals spontan unterschreiben. Und drängen lassen sollten Sie sich ebenfalls nicht. Übt der Arbeitgeber Druck auf Sie aus, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen, wäre dieser sogar unwirksam – wegen Überrumpelung. Bedenken Sie: Niemand kann Sie zwingen, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben!

Weil der Aufhebungsvertrag für sie aber so attraktiv ist, setzen ihn viele Unternehmen auf unredliche Weise ein. Sie versuchen, einen unerwünschten Mitarbeiter im Schongang zu entsorgen. Bei Ihnen als Arbeitnehmer sollten die Alarmglocken klingeln, wenn…

  • der Arbeitgeber Druck aufbaut

    Beispiel: Das Angebot ist für drei Tage gültig, aber keinen Tag länger. Lassen sie sich auf derartige Spielchen gar nicht erst ein.

  • der Arbeitgeber Drohungen ausspricht

    Wenn Sie das Angebot nicht annehmen, verklagen wir Sie. Oder: Dann machen wir Ihnen das Leben hier zur Hölle. Drohungen, egal welcher Art, gehören nicht zum Vorspiel eines Aufhebungsvertrages. Das ist unanständig, unseriös und kann vor Gericht zum Widerruf des Aufhebungsvertrags führen.

Außerdem muss Aufhebungsvertrag stets schriftlich auf Papier fixiert werden. Nicht bindend ist eine mündliche Vereinbarung — auch dann nicht, wenn sie unter Zeugen geschlossen wurde. Ebenfalls nicht bindend ist eine schriftliche Vereinbarung per Fax, E-Mail oder SMS. Setzen Sie also auf eine formell saubere Lösung: auf den guten alten Vertrag auf Papier.

Was möglich ist: Der Vertrag kann statt des Arbeitgebers von einem Prokuristen oder einem Mitarbeiter der Personalabteilung unterzeichnet werden.

Aufhebungsvertrag Formulierungen

Wir haben die wichtigsten Aspekte, die in einem Aufhebungsvertrag geregelt sein sollten, für Sie zusammengestellt – mit Formulierungsbeispielen. Das sind sie:

  1. Beendigung des Arbeitsverhältnisses

    Hier­mit heben die Parteien das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­ver­hält­nis zur Ver­mei­dung ei­ner an­sons­ten un­aus­weich­li­chen, vom Ar­beit­ge­ber aus­zu­spre­chen­den or­dent­li­chen Kün­di­gung aus be­trieb­li­chen Grün­den ein­ver­nehm­lich zum TT.MM.JJJJ auf. Die im Fal­le ei­ner Kün­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber ein­zu­hal­ten­de or­dent­li­che Kün­di­gungs­frist ist mit diesem Austrittsdatum ge­wahrt.

  2. Freistellung

    Der Arbeitgeber stellt den Arbeitnehmer ab dem TT.MM.JJJJ bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses unwiderruflich frei. Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass mit der unwiderruflichen Freistellung etwaige Urlaubs- und Freizeitausgleichsansprüche abgegolten sind.

  3. Gehalt

    Der Arbeitgeber zahlt dem Arbeitnehmer bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses das ihm zustehende reguläre Gehalt in Höhe von 0000,00 Euro brutto pro Monat.

  4. Abfindung

    Als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung in Höhe von 0000,00 Euro brutto. Der Anspruch auf Abfindung entsteht mit Abschluss dieser Vereinbarung und ist ab diesem Zeitpunkt vererblich. Fällig und zahlbar ist die Abfindung zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

  5. Zeugnis

    Der Arbeitgeber erteilt dem Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein qualifiziertes Zeugnis mit der üblichen Dankes- und Bedauernsformel und der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung „gut“.

  6. Firmeneigentum

    Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, spätestens bis zum TT.MM.JJJJ, sämtliche dem Arbeitgeber gehörenden Sachen an diesen auszuhändigen.

  7. Pflicht zur Meldung bei der Agentur für Arbeit

    Der Ar­beit­neh­mer wur­de dar­über in­for­miert, dass er zur früh­zei­ti­gen Ar­beits­su­che ver­pflich­tet ist. Er ist ver­pflich­tet, sich spä­tes­tens drei Mo­na­te vor Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses per­sön­lich bei der Agen­tur für Ar­beit ar­beits­su­chend zu mel­den. Der Ar­beit­neh­mer ist außerdem da­zu ver­pflich­tet, ak­tiv nach ei­ner Be­schäf­ti­gung zu su­chen. Informiert wurde der Ar­beit­neh­mer dar­über, dass der Ab­schluss der vor­lie­gen­den Ver­ein­ba­rung auch bei un­ver­züg­li­cher Mel­dung ei­ne Sperr­zeit zur Fol­ge ha­ben kann.

  8. Wettbewerbsverbot

    Das nachvertragliche Wettbewerbsverbot bleibt durch den Aufhebungsvertrag unberührt. Es tritt mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Kraft. Die Entschädigungszahlung fällt gemäß der Regelung im Arbeitsvertrag aus.

Aufhebungsvertrag Vorlage

aufhebungsvertrag vorlage musterSo kann ein Aufhebungsvertrag konkret aussehen – zwei Muster:

  • Aufhebungsvertrag Muster von Karrierebibel: Hier (PDF)
  • Aufhebungsvertrag Muster der IHK Gießen-Friedberg: Hier (PDF).

4 Szenarien für Arbeitnehmer

Denken Sie gut über diese Szenarien nach, bevor Sie den Aufhebungsvertrag unterschreiben:

  1. Jobwechsel

    Der Aufhebungsvertrag legt exakt das Datum fest, an dem das Arbeitsverhältnis endet. Das kann ein sehr viel früherer Zeitpunkt sein als der, den die gesetzlichen Kündigungsfristen vorsehen. Laut Gesetz können Arbeitnehmer zwar schon mit einer einmonatigen Frist kündigen, viele haben aber eine längere Kündigungsfrist im Vertrag.

    Klar ist: Wer den Vertrag zur Aufhebung unterschreibt, sollte sicher sein, den neuen Job auch wirklich in der Tasche zu haben. Sonst kann es ein böses Erwachen geben. Andererseits sollten Sie den neuen Arbeitsvertrag nicht unterschreiben, sofern Sie nicht sicher sein können, ihn auch rechtzeitig antreten zu können.

    Sie sehen: Der Prozess erfordert viel Diplomatie. Sie müssen sich als Arbeitnehmer mit zwei Parteien besprechen und einigen. Das ist Arbeit – die sich am Ende aber auszahlen kann.

  2. Renommee

    Es gibt Fälle, in denen Arbeitnehmer die fristlose Kündigung verdient hätten, weil sie sich etwas Schwerwiegendes haben zuschulden kommen lassen. Und trotzdem bietet ihnen der Chef einen Aufhebungsvertrag an. Aus Arbeitnehmersicht ist das natürlich ein schönes Szenario. Der Lebenslauf bleibt frei von Makeln, auf die weitere Jobsuche wirkt sich der Fehltritt nicht aus.

    Warum aber sollte ein Chef das machen? Vielleicht entspricht es einfach seinem Naturell. Vielleicht ist er gutmütig oder konfliktscheu. Oder es entspringt der Sympathie für den Mitarbeiter, der zwar etwas falsch gemacht hat, aber immer wohlgelitten und beliebt war.

    Zu guter Letzt kann sich ein Unternehmen nie hundertprozentig sicher sein, ob eine fristlose Kündigung vor Gericht besteht. Ein Aufhebungsvertrag wäre da die sichere Variante.

  3. Widerruf

    Achtung: Wenn Sie Ihren Aufhebungsvertrag einmal unterschrieben haben, können Sie den Federstrich kaum noch rückgängig machen.

    Wägen Sie also vorher ganz genau ab, ob Sie das Angebot wirklich annehmen wollen. Ein Widerrufs- oder Rücktrittsrecht existiert normalerweise nicht (nur, wenn Sie ihn explizit in den Kontrakt haben aufnehmen lassen). Der Vertrag könnte andernfalls höchstens wegen Irrtums oder wegen Täuschung und Drohung angefochten werden, doch dieser Weg ist steinig und führt nicht sonderlich oft zum Erfolg.

    Unterschreiben Sie daher auch nicht unter Druck. Im Zweifel setzen Sie sich vorher mit einem Anwalt, dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft in Verbindung.

  4. Hinweispflicht

    Die Aufklärungspflicht eines Arbeitgebers beschränkt sich auf die arbeits- und sozialrechtlichen Folgen des Aufhebungsvertrags. Das umfasst etwa eine mögliche Sperrzeit für das Arbeitslosengeld.

    Über mehr muss Sie Ihr Arbeitgeber aber nicht informieren. Auch nicht darüber, dass Sie vom Vertrag – sofern einmal geschlossen – nicht mehr loskommen.

    Auch darum noch mal der Rat: Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, konsultieren Sie vor der Unterzeichnung einen Anwalt.

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    Online Bewerbung: Die besten Tipps und Tricks für Online-Formulare

    Die Online Bewerbung ist aus den Personalbüros nicht mehr wegzudenken. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Personalsuchenden mühevoll durch Berge an Bewerbungspapier gekämpft haben. Doch die Art der Übermittlung kann sich auch weiterhin unterscheiden: Die einen bevorzugen eine Bewerbung via E-Mail, die anderen über das hauseigene Online-Formular. Bei beiden Varianten gibt es für Bewerber eine Menge zu beachten. Was Sie bei einer Online Bewerbung in die nächste Runde bringt – und was Ihnen das Genick bricht…

    Was ist eine Online Bewerbung?

    Wenn von einer Online Bewerbung die Rede ist, können im Wesentlichen zwei Varianten gemeint sein:

    1. E-Mail-Bewerbung

      Dabei verschicken Sie Ihre Bewerbung per Mail. Sie erstellen zunächst Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen, führen die einzelnen Dokumente in einem PDF zusammen und fügen sie Ihrer Mail als Anhang bei. Die Bewerbung an sich beinhaltet alle wesentlichen Bestandteile: Anschreiben, Lebenslauf, Anlagen. Nur auf das Papier können Sie verzichten.

    2. Online-Formular

      Diese Variante wird immer beliebter. Sie erlaubt es Unternehmen, Bewerbungen in das hauseigene IT-System zu überführen. Das ist einfacher und verursacht deutlich weniger Aufwand. Der Bewerber muss dabei seine Angaben in eine Online-Bewerbungsmaske eingeben, kann zwischen den Seiten hin- und herblättern und die Bewerbung am Ende per Absenden auf den Weg bringen. Anhänge werden im entsprechenden Feld hochgeladen.

    Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Die E-Mail-Bewerbung lässt Bewerbern mehr (kreativen) Spielraum. Sie können Schwerpunkte besser herausarbeiten, eigene Akzente setzen. Ein Online-Formular engt den Bewerber stärker ein, macht es ihm schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzusetzen.

    Hinweis: Die meisten Systeme erlauben es, zwischen den einzelnen Seiten hin- und herzublättern. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie Ihre Angaben nicht nachträglich noch bearbeiten können, wenn Sie auf „Weiter“ geklickt haben. Erst mit dem Absenden der vollständigen Bewerbung ist das nicht mehr möglich.

    Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sich zunächst anonym unter falschem Namen anmelden, Screenshots von allen Feldern machen, Antworten per Word vorbereiten und diese später unter richtigem Namen eingeben – und dann erst Ihre Online Bewerbung absenden. Das ist umständlich, aber eine Option.

    Bei Fragen zur Online-Bewerbung melden Sie sich ruhig in der Personalabteilung – aber bitte nur, wenn es keine Fragen sind, deren Antworten Sie kinderleicht selbst in Erfahrung bringen könnten. Das HR-Büro ist kein Beratungsbüro, allzu unbedarfte Fragesteller verspielen Sympathien.

    Online Bewerbung schreiben: Ja oder nein?

    Eine Grundregel bei der Bewerbung lautet: Wenn in einer Stellenanzeige die gewünschte Bewerbungsform genannt wird, dann halten Sie sich auch bitte daran! Wird also eine Online-Bewerbung eingefordert, dann sehen Sie von einer Papierbewerbung mit klassischer Bewerbungsmappe ab. Andernfalls verspielen Sie nicht nur wichtige Sympathien, sondern möglicherweise auch den Job.

    Die Online Bewerbung setzt sich dabei zunehmend gegen ihre analoge Konkurrenz durch. Immer mehr Unternehmen – und Bewerber – schätzen ihre Einfachheit und Schnelligkeit. Aber sie hat auch ihre Tücken: Das Internet verleitet so manchen zu Nachlässigkeiten und Schlampereien. Fehler, die bei einer Papierbewerbung nie passieren würden, treten bei der Online-Bewerbung mitunter häufiger auf.

    Darum sollten Sie auch bei der Online Bewerbung auf Genauigkeit achten. Formulieren Sie sorgfältig, achten Sie penibel genau auf Grammatik und Rechtschreibfehler.

    Online-Bewerbungsformular richtig ausfüllen

    Immer mehr Unternehmen nutzen Online-Formulare, die Bewerber am Bildschirm ausfüllen sollen – beziehungsweise ausfüllen müssen. Viele Felder wollen dann mit den relevanten Informationen gefüllt werden: Kontaktdaten, Ausbildung, Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen usw.

    Einzelne Bestandteile wie Anschreiben oder Lebenslauf können oft als Anhang hochgeladen werden – in der Regel klappt das problemlos. Darum sollten Sie als Erstes alle Informationen aktualisieren und sammeln – alles, was für die Bewerbung wichtig sein könnte. Ihre Unterlagen sollten aktuell sein und vollständig. Legen Sie sich vorab insbesondere diese zurecht:

    • Tabellarischer Lebenslauf (als PDF)
    • Arbeitszeugnisse (Scans)
    • Empfehlungsschreiben

    Einsteiger-Hinweis für alle Online-Bewerber: Füllen Sie im Online-Formular unbedingt alle Felder aus! Eine freies Feld kann zur Absage führen. Vielleicht sortiert Sie der Computer einfach aus – und verhindert so, dass je ein Mensch aus Fleisch und Blut Ihre Bewerbung zu Gesicht bekommt. Im Normalfall kommen Sie aber erst gar nicht weiter zum nächsten Bildschirm, wenn Sie ein Pflichtfeld freilassen.

    Darauf kommt es bei der Online Bewerbung an:

    1. Anschreiben

      Auch bei der Online-Bewerbung darf ein individuelles Anschreiben nicht fehlen. Eruieren Sie den Ansprechpartner im Unternehmen und richten das Anschreiben persönlich an ihn oder sie – auch wenn Sie das Anschreiben im Online-Formular eintragen. Auch Datum und Betreffzeile bitte noch mal kontrollieren, sollten Sie das Anschreiben im Online-Formular hochladen müssen. Der Personaler sollte nicht den Eindruck gewinnen, es hier mit einer Massenbewerbung zu tun zu haben.

    2. Unterschrift

      Die Unterschrift ist ein klassischer Bestandteil der Bewerbung. Machen Sie sich die Mühe, Ihre Unterschrift einzuscannen und Sie in Ihre Bewerbung zu transferieren. Unterschreiben Sie einfach auf einem weißen Blatt Papier, scannen Sie die Unterschrift ein und fügen Sie diese am Ende des Anschreibens ein. Dann können Sie es hochladen oder per Mail versenden. Oder Sie drucken die Bewerbung aus, unterschreiben und scannen sie wieder ein. Je nachdem, was einfacher für Sie ist und besser aussieht (könnte von Ihrem Equipment abhängen). Auch bei Online-Bewerbungen gehört eine Unterschrift dazu. Sie haben die Unterschrift vergessen? Das kann schon mal passieren und muss nicht Ihr sofortiges Aus bedeuten. Aber es zeugt dennoch von mangelnder Sorgfalt und Ungenauigkeit. Denken Sie also lieber daran!

    3. Vorschreiben

      Sie können die einzelnen Felder im Online-Formular ruhig vorschreiben. So vermeiden Sie einfache und Flüchtigkeitsfehler. Noch besser, Sie lassen die Textbausteine noch einmal von einem Freund oder Verwandten gegenlesen. Oder Sie aktivieren die Rechtschreibprüfung in Ihrem Textverarbeitungsprogramm, korrigieren mögliche Fehler und Buchstabendreher und übertragen den Text dann erst in Ihre Online-Bewerbung im Browser. Und noch ein Tipp: Verzichten Sie in der Online Bewerbung vorsichtshalber auf Sonderzeichen wie das Euro- oder Prozent-Symbol. Die könnten zu Formatierungsfehlern – und Missverständnissen – führen. Schreiben Sie also Euro und Prozent einfach in Buchstaben aus.

    4. Freitextfelder

      In der Regel müssen Sie im Online-Formular verschiedene Freitextfelder ausfüllen – eventuell auch das Anschreiben. Achten Sie vor allem auf Zeichenbegrenzungen, die verhindern könnten, dass Ihr ganzes Anschreiben hineinpasst. In dem Fall müssen Sie clever und sinnvoll kürzen. Beschränken Sie sich dann auf Ihre wesentlichen Aussagen und nutzen Sie die wichtigsten Schlüsselwörter, um die Anforderungen des Jobs sowie Ihre Kompetenzen und Erfahrungen zu beschreiben. Auch gut im Freitextfeld: Absätze, Spiegelstriche und Gliederstriche einbauen, um den Text zu strukturieren und übersichtlich zu gestalten.

    5. Anhänge

      Auf der einen Seite muss die Online Bewerbung vollständig sein. Auf der anderen Seite sollten Sie sie nicht überladen. Begrenzen Sie die Empfehlungsschreiben also auf maximal drei und nehmen Sie nur die Arbeitszeugnisse der letzten drei Stationen auf. Das Bewerbungsfoto integrieren Sie in den Lebenslauf. Alle Dokumente fassen Sie dann in einem PDF zusammen, um dem Personaler die Durchsicht zu erleichtern. Zum Zusammenfügen einzelner PDFs gibt es im Netz kostenlose Tools wie SmallPDF oder SodaPDF. Nicht vergessen, dem PDF-Dokument hinterher einen passenden Dateinamen zu geben! Mit Tools wie BeCyPDFMetaEdit können Sie sogar die Metadaten des PDFs bearbeiten, um auch ja keine verräterischen Spuren zu hinterlassen. Manchmal müssen Sie die Anhänge einzeln hochladen, zum Beispiel das Anschreiben und den Lebenslauf. Halten Sie sich einfach an die Vorgaben, die das jeweilige Unternehmen in seinem Online-Bewerbungsformular macht.

    6. Dateigröße

      Die meisten Bewerbungsformulare haben eine Begrenzung, was die Größe der Uploads betrifft. Diese kann zum Beispiel bei 1 MB pro Datei liegen oder bei 5 MB für alle Anhänge zusammen. Sie müssen also Ihre Unterlagen für die Online-Bewerbung so komprimieren, dass sie das Maximum nicht überschreiten. Das gelingt mit Tools wie SmartPDF oder PDF24. Wenn das nicht hilft, müssen Sie Ihre Dateien verringern – gerade Bilddateien, Arbeitsproben oder Zeugnisse benötigen viel Speicherplatz. Vielleicht genügt es schon, eine oder zwei Arbeitsproben komplett wegzulassen.

    7. Dateiname

      Eine vermeintliche Kleinigkeit, die Ihnen aber auf die Füße fallen könnte. Geben Sie den Dateien, die Sie im Rahmen Ihrer Online-Bewerbung hochladen wollen, vernünftige Namen. Noch besser als anschreiben.pdf wäre zum Beispiel der Dateiname anschreiben.eva.mustermann.pdf. So kann der Empfänger Ihre Bewerbung leichter erfassen und im System einsortieren. Am besten bringen Sie sogar den Namen des potenziellen Arbeitgebers und die ausgeschriebene Stelle im Dateinamen unter. Das zeigt dem Personaler, dass die Datei speziell für ihn angefertigt wurde.

    8. Spamfilter

      Sobald Sie die Bewerbung abgeschickt haben, läuft die Zeit. Als Nächstes sollte eine Empfangsbestätigung in Ihrem Posteingang landen. Für Sie ist das ein gar nicht so unwichtiger Hinweis, das Ihre Bewerbung eingegangen ist. Jetzt können Sie abwarten, bis sich das Unternehmen wieder bei Ihnen meldet – mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einer Absage. Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Spam-Ordner, damit Ihnen die Nachricht nicht durch die Lappen geht.

    9. Social Media

      Ihre Social-Media-Profile sind zwar kein direkter Bestandteil Ihrer Online-Bewerbung. Aber Sie können davon ausgehen, dass der Personalverantwortliche sich auch im Netz ein Bild von Ihnen machen will, sobald er Ihre Unterlagen auf dem Tisch bzw. Bildschirm hat. Und da kommen Facebook, Twitter, Xing und Linkedin ins Spiel – sie sind für Personalmanager einfach unwiderstehlich. Bringen Sie Ihre Profile auf den neuesten Stand – zum Beispiel durch ein aktuelles und professionelles Foto oder durch eigene Beiträge zu Fachthemen. Ganz wichtig: Ihre Angaben in den sozialen Netzwerken dürfen denen in Ihrer Bewerbung – zum Beispiel im Lebenslauf – nicht widersprechen.

    Top 10: Diese Unternehmen machen es Bewerbern leicht!

    Online Bewerbung ArbeitgeberWelche Arbeitgeber in Deutschland haben den besten Online-Bewerbungsprozess? Forschungsunternehmen Potentialpark hat es untersucht. Bei diesen Unternehmen sollten sich Jobsucher vorstellen, wenn sie sich eine transparente, einfache und praktische Online-Bewerbung wünschen:

    Online Bewerbung – das Ranking der besten 10 Arbeitgeber in Deutschland 2019:

    • Fresenius
    • ThyssenKrupp
    • Deutsche Telekom
    • TÜV Nord
    • Allianz
    • Ernst and Young
    • ProSiebenSat1.Media
    • Otto
    • Nestlé
    • BASF

    Online Bewerbung Muster

    Die Online-Bewerbung ist keine Bewerbung zweiter Wahl. Sie sollte genauso sorgfältig erstellt werden wie eine Bewerbung auf Papier – und alle erforderlichen Unterlagen enthalten.

    Überprüfen Sie also unbedingt, ob sie auch wirklich komplett ist. Eine nachträgliche Korrektur ist nach dem Absenden nicht mehr möglich.

    Die Anordnung der Dokumente sollte in der Online-Bewerbung per E-Mail so sein:

    Hier finden Sie zwei Muster-Lebensläufe für Ihre Online-Bewerbung – als WORD-Datei und PDF zum Downloaden:

    Online Bewerbung: 3 Tipps

    Wenn Ihre Online Bewerbung restlos überzeugen soll, müssen Sie auf verschiedenste Dinge achten. Karrieresprung zeigt Ihnen die wichtigsten:

    • E-Mail-Adresse

      Richten Sie sich eine seriöse E-Mail-Adresse ein, sofern Sie noch keine haben. Absender wie MisterBoombastic@gmail.de oder HeißeBiene123@gmx.de kommen bei Personalentscheidern nur bedingt gut an. In Wahrheit vermitteln sie mangelnde Professionalität.

      Nichts falsch machen können Sie mit vorname.Nachname@Provider.de. Wenn Sie einen Allerweltsnamen wie Meier, Müller, Schmitz oder Öztürk haben, müssen Sie wahrscheinlich improvisieren, da viele Adressen schon vergeben sind. Eine Zahlenkombination hinter dem Namen könnte die Lösung sein. Beispiel: ronald.meyer1976@provider.de.

      Eine seriöse E-Mail-Adresse brauchen Sie in jedem Fall. Bei der E-Mail-Bewerbung verschicken Sie von dieser Adresse Ihre Bewerbung, im Online-Formular müssen Sie ebenfalls eine Adresse angeben, über die Sie erreichbar sind. Auf diesem Wege erreicht Sie auch die Nachricht, ob Sie eine Runde weiter gekommen oder aus dem Rennen geflogen sind.

      Und achten Sie außerdem darauf, dass Sie überall im Bewerbungsprozess die gleiche E-Mail-Adresse angeben.

    • Dokumente

      Wichtig: Loggen Sie sich erst ins Online-Formular ein, wenn Sie alle wichtigen Dokumente überarbeitet und aktualisiert haben. Dazu zählen insbesondere das Anschreiben und der Lebenslauf. Denken Sie auch an die Zeugnisse und mögliche Empfehlungsschreiben.

      Im Optimalfall halten Sie alle Dokumente einzeln vor und führen Sie außerdem einmal zu vollständigen Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

    • Online-Profil

      Achtung, Stalker im Anmarsch! Ernsthaft: Wenn Sie eine Bewerbung abschicken, lenken Sie die Aufmerksamkeit des Personalbüros auf sich. Das bedeutet konkret, dass der Personaler mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit im Internet nach Ihnen suchen wird. Schließlich kann er alle verfügbaren Informationen gut gebrauchen, um sie zu einem möglichst vollständigen Bild über Ihre Person zusammenzufügen.

      Googeln Sie sich also ruhig mal selbst und schauen sie, was die Suchmaschine auf Seite eins über Sie ausspuckt. Bei allen Treffern, die Sie aktiv verändern können, sollten Sie das auch tun. Das werden hauptsächlich Ihre sozialen Profile sein: Xing, Linkedin, Facebook, Twitter oder auch Ihre private Homepage.

      Legen Sie vor allem Wert auf die Business-Profile Xing und Linkedin und aktualisieren Sie diese. Sie können neue Stationen hinzufügen, Referenzen oder Arbeitsproben. Tipp: Wenn Ihr Xing-Profil gut gepflegt und vorzeigbar ist, sollten Sie es ruhig für alle User im Netz öffentlich sichtbar machen. Dies können Sie in den Xing-Einstellungen festlegen.

    Online-Bewerbung Vorteile

    Die Online Bewerbung ist auf dem Vormarsch. Die Unternehmen, die noch ausschließlich auf Papier setzen, kann man bald vermutlich an einer Hand abzählen. Immerhin bietet eine Online Bewerbung unbestrittene Vorzüge, sowohl für das Unternehmen als auch für die Bewerber:

    • Zeit

      Eine Online-Bewerbung können Sie immer und überall abschicken: frühmorgens, nachts, am Wochenende. Sie müssen nicht darauf warten, bis die Postfiliale wieder öffnet, um die Unterlagen an den Arbeitgeber zu versenden. Auch der Arbeitgeber kann seine Antwortmails ganz unkompliziert durchs Internet schicken.

    • Kosten

      Für Sie als Bewerber fallen keine Kosten für Porto, Briefumschlag und Bewerbungsmappe an. Auch der Arbeitgeber kann sich das Porto sparen, wenn er auf Online-Bewerbungen setzt. Die zusätzlichen Kosten für Strom und WLAN sind dagegen zu vernachlässigen.

    • Empfänger

      Die Unterlagen, die Sie über ein Online-Formular verschicken, können im Prinzip nicht verloren gehen (es sei denn, Sie landen im Spam-Ordner). Und sie erreichen automatisch die richtige Stellen. Eine große Hilfe! Das ist auch für den Arbeitgeber eine Erleichterung.

    • Update

      Viele Unternehmen machen es möglich, dass sich der Bewerber über den Bewerbungsstatus informiert. Er kann sich einloggen und sieht, wie weit fortgeschritten er ist. Das ist zwar noch nicht überall möglich. Und es macht auch den Prozess zwar nicht schneller, aber transparenter.

    Checkliste: Das sind die größten Fehler!

    Online Bewerbung groesste FehlerBitte vermeiden – das sind die größten Fehler bei einer Online Bewerbung:

    • Unvollständige Angaben und fehlende Anlagen
    • Tippfehler und Rechtschreibfehler
    • Zu große Dateianhänge
    • Unseriöse oder infantile E-Mail-Adresse
    • Häufige Benutzung von Abkürzungen
    • Unprofessionelles Bewerbungsfoto
    • Eingebaute Emojis und Emoticons
    • Durchgehende Kleinschreibung
    • Umgangssprache
    • Keine Anrede, Grußformel und Unterschrift

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    [Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

    Einstellungstest: Kostenlos üben, Fragen, Lösungen und die besten Tipps

    Einstellungstest Beispiele Tipps

    Der Einstellungstest ist eine Rückversicherung für Unternehmen. Er soll das Risiko verringern, dass man dem falschen Bewerber einen Arbeitsvertrag vorlegt. Für Bewerber bedeuten Einstellungstests eine Extremsituation. Auf die sollte man sich vorbereiten. Dafür müssen Bewerber aber erst einmal wissen, mit was für einem Einstellungstest sie es zu tun bekommen…

    Einstellungstest Fragen: 10 Aufgaben zum Üben!

    Einstellungstests kann man üben. Legen Sie direkt los! Wir haben 10 beispielhafte Fragen für Sie vorbereitet: Rechnen, Sprachverständnis, Allgemeinwissen, Persönlichkeit. Die Lösungen finden Sie ganz unten.

    Hier sind 10 Aufgaben zum Üben:

    • 1. Für ein Pastagericht für 4 Personen werden 500 Gramm Hackfleisch benötigt. Wie viel Hackfleisch benötigt man für zehn Personen?
    • 2. Bitte rechnen Sie im Kopf: 75,6 + 567 + 12,7
    • 3. Bitte rechnen Sie im Kopf: 29 x 476
    • 4. Ein Wort hat nicht eine ähnliche Bedeutung wie mindern. Welches?
      a) abrunden b) abwerten c) verkleinern d) einschätzen e) abnehmen
    • 5. Ein Wort hat nicht eine ähnliche Bedeutung wie Dementi. Welches?
      a) Richtigstellung b) Bestätigung c) Widerruf d) Berichtigung e) Ableugnung
    • 6. Wer wählt in Deutschland den Bundeskanzler?
      a) Das Volk b) Die Länderminister c) Der Bundestag d) Die Bundesversammlung
    • 7. Wählen Sie die richtige Schreibweise:
      a) Rhythmus b) Rytmus c) Rhytmus d) Rythmus
    • 8. Frau Yildirim möchte ein Auto kaufen. Der Verkäufer bietet ihr 12,5 Prozent Rabatt auf den Listenpreis in Höhe von 18.000 Euro an. wie viel muss Frau Yildirim zahlen?
    • 9. Was tun Sie, wenn Sie jemand anschreit?
    • 10. Wären Sie lieber Förster oder Lehrer?

    Einstellungstest Polizei: Warum er entschärft wurde

    Einstellungstest PolizeiDie Bundespolizei sucht dringend Personal – und hat daher ihre Anforderungen an Bewerber gesenkt. So gibt es mittlerweile keine Mindestgrößen (Frauen: 1,63 Meter, Männer: 1,65 Meter) und Maximalgrößen (1,95 Meter) mehr. Auch Sporttest und Sprachtest sind weniger anspruchsvoll als früher. Liegestütze und Weitsprung wurden gestrichen.

    Der Sporttest besteht nun aus diesen drei Teilen:

    • Koordinationstest

      Rolle vorwärts, Umlaufen eines Medizinballs, Überspringen und Unterkriechen einer Latte, erneutes Umlaufen des Medizinballs, zweites Überspringen und Unterkriechen einer Latte, drittes Umlaufen eines Medizinballs, nochmaliges Überspringen und Unterkriechen einer Latte, letztes Umlaufen eines Medizinballs, Rückkehr zum Ausgangspunkt – das alles (je nach Geschlecht und Alter) in 18 bis 22 Sekunden.

    • Zwölf-Minuten-Lauf

      19- bis 24 faches Umlaufen eines Rechtecks mit 100 Metern Umfang in zwölf Minuten.

    • Pendellauf(wurde neu aufgenommen)

      Viermaliges Zurücklegen einer Strecke von zehn Metern zwischen zwei Turnkästen innerhalb von 10,3 bis 11,9 Sekunden.

    Im schriftlichen Test müssen die Bewerber ein Diktat von 180 Wörtern meistern. Bestimmte Begriffe tauchen aber nicht mehr auf. Das Wort „Chrysantheme“ zum Beispiel müssen die angehenden Bundespolizisten nicht mehr fehlerfrei schreiben können. Darüber hinaus besteht das Auswahlverfahren der Bundespolizei je nach Laufbahn noch aus anderen Bausteinen wie einem Vorstellungsgespräch und einer ärztlichen Untersuchung, in der die Kandidaten auf ihre körperliche Eignung abgeklopft werden.

    Es handelt sich wohlgemerkt um das Auswahlverfahren der Bundespolizei. Der Einstellungstest der Polizei weicht davon ab – und er ist sogar noch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Selbst der Sporttest ist nicht einheitlich. In Berlin müssen Polizeibewerber zum Beispiel einen Hindernisparcours absolvieren, im Saarland müssen Klimmzüge möglichst lange halten und in Bayern Bankdrücken und Sprünge aus dem Stand hinlegen.

    Einstellungstest Aufgaben

    Einstellungstest ist nicht gleich Einstellungstest. Es gibt die verschiedensten Formate und Inhalte. Diese Kompetenzen werden am häufigsten abgefragt:

    1. Wissen

      Damit ist zum Einen das Allgemeinwissen gemeint. Geschichte, Politik, Sport. Aber auch mathematische Grundkenntnisse werden gerne abgefragt: Dreisatz, Bruchrechnen und die Grundrechenarten (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren). Für die meisten Arbeitgeber äußerst relevant ist das Sprachverständnis eines Bewerbers. Unter Umständen spielt auch das jeweilige Branchenwissen eine Rolle. Tipp: Nähern Sie sich einem Wissenstest wie der Teilnahme bei Wer wird Millionär?: So viel lesen wie möglich, auch mal ins Lexikon gucken.

    2. Persönlichkeit

      Ein Persönlichkeitstest basiert zum großen Teil auf der Selbsteinschätzung des Kandidaten. Wo sieht er selbst seine Stärken und Schwächen, welche Interessen und Werte hat er, welche Verhaltensweisen legt er an den Tag? Auf diese Weise wollen sich Unternehmen der Persönlichkeit eines Bewerbers nähern. Immer mehr Unternehmen legen nämlich Wert darauf, dass Bewerber auch menschlich ins Unternehmen passen. Der Fachbegriff dafür lautet: Cultural Fit. Manche Firmen haben sogar schon Tools auf ihren Karriereseiten installiert, mit denen die Bewerber selbst vorab checken können, ob ihre Denkweise, Mentalität, Einstellung deckungsgleich mit der des Arbeitgebers ist. Ein Einstellungstest im wahrsten Sinne des Wortes also…

    3. Fitness

      Körperliche Fitness ist in jedem Beruf hilfreich – in manchen aber ist sie Grundvoraussetzung. Darum müssen Bewerber bei der Bundeswehr, Feuerwehr oder Polizei körperlich topfit sein. Ihr Bewerbungsverfahren beinhaltet in der Regel eine Sportprüfung. Wenn Sie die Disziplinen kennen, können Sie sich gezielt darauf vorbereiten. Andernfalls hilft nur regelmäßiges Training. Auch Bewerber der Deutschen Sporthochschule in Köln müssen eine Sporteignungsprüfung absolvieren.

    4. Intelligenz

      Im Intelligenztest wird das logische Denkvermögen geprüft. Sie können also die richtigen Antworten – anders als im Wissenstest – NICHT auswendig lernen. Das Ganze geschieht unter größtem Zeitdruck, was die Sache so knifflig macht. Nichtsdestotrotz können Sie einen Intelligenztest trainieren. Üben Sie Zahlen-, Wort- und Figurenreihen, Sudokus, gerne auch Kreuzworträtsel. Aufgaben, bei denen man nie nach Schema F vorgeht, sondern stets einen neuen Lösungsweg suchen muss.

    Wann Sie mit einem Test rechnen müssen

    Nicht jedes Unternehmen will sich auf Bewerbungsunterlagen und Schulnoten verlassen. Ein Test – so die Theorie – klopft den Bewerber gründlich ab. Er gibt Aufschluss darüber, wie intelligent, gebildet und stressresistent Sie wirklich sind.

    In der Praxis ergänzt ein Einstellungstest das Bewerbungsgespräch. Er ersetzt es aber nicht. Für manche Einstellungstests bitten die Unternehmen ins Assessment Center, in anderen sind Interview und Test zeitlich weiter voneinander getrennt.

    Natürlich flechten viele Arbeitgeber Testfragen auch in Ihre Jobinterviews ein. Wenn man dem Bewerber Fang-, Stressfragen und Brainteaser vor die Füße wirft, muss man ihn nicht extra zum Einstellungstest bitten. Das spart Zeit und Geld.

    Sie merken: Ein Einstellungstest ist keine bösartige Schikane. Im Gegenteil, er zeigt den Stellenwert, den Sie als Bewerber innehaben. Das Unternehmen macht sich extra die Mühe, organisiert ein Testverfahren, lädt die Bewerber ein, wertet die Klausuren aus. Eine Einladung zum Einstellungstest dürfen Sie also durchaus als Komplimentchen verstehen.

    Viele Einstellungstests haben gemeinsam, dass sie die Bewerber in unterschiedlichen Kategorien abfragen. Dazu zählen Allgemeinwissen, logisches Denken, Mathe, Sprachverständnis und Branchenwissen. Die Ausrichtung unterscheidet sich von Firma zu Firma, von Branche zu Branche. Allgemeinwissen zum Beispiel lässt sich aus keinem Anschreiben und auch nicht aus den Schulzeugnissen und Unizeugnissen herauslesen. Warum also nicht einfach abfragen?

    Einstellungstest Vorteile

    Ganz klar: Der Arbeitgeber will sein Risiko minimieren. Stellt er den falschen Bewerber ein, kostet ihn das viel Geld. Die Organisation eines Einstellungstests oder Assessment Centers wäre vermutlich günstiger gewesen. Schließlich sind Bewerbungsverfahren für die Unternehmen kostspielig. Sie müssen Stellenanzeigen schalten, Karriereseiten updaten, Fahrtkosten übernehmen. Dazu kommen die verlorene Arbeitszeit, Verpflegungskosten und und und…

    Der Einstellungstest soll die Wahrscheinlichkeit erhöhen, den richtigen Bewerber zu finden. Das macht hinterher auch das Onboarding leichter, die Produktivitätsverluste halten sich in Grenzen, eine weitere Recruiting-Runde kann man sich sparen.

    Was außerdem für einen Einstellungstest spricht:

    • Ein Einstellungstest bietet eine bessere Vergleichbarkeit als Vorstellungsgespräche. Jedes Interview verläuft anders. Die Tests dagegen kann man im Prinzip übereinanderlegen.
    • Der Einstellungstest bietet Chancengleichheit. Die Bedingungen sind für jeden komplett identisch. Das setzt auch das mögliche Argument der Diskriminierung schachmatt.
    • Einstellungstests gewährleisten Objektivität. Man kann das Allgemeinwissen klar nachprüfen, ohne sein Urteil von subjektiven Faktoren beeinflussen zu lassen.
    • Der Einstellungstest ist umfassender als ein Jobinterview. Das Unternehmen sammelt Erkenntnisse auf breiter Basis. Sprachverständnis, Wissen, Intelligenz. So kann es ein Persönlichkeitsprofil erstellen, dass der Realität sehr nahe kommt.

    Einstellungstest Nachteile

    Auch das kann man festhalten: Ein Einstellungstest ist nicht die ultimative Lösung, um die Befähigung eines Bewerbers festzustellen. Er bietet keine absolute Verlässlichkeit und kann zu vielfältigen Irrtümern führen. In dem Fall hätte ein Unternehmen nur unnötigen Aufwand betrieben.

    Was spricht gegen einen Einstellungstest? Vor allem Folgendes:

    • Aussagekraft

      Kennt der Bewerber zufällig die richtige Antwort auf eine Frage, hat er Glück gehabt. Kennt er sie nicht, fliegt er raus. Aber welche Rolle spielt das für den Arbeitsalltag? Es geht doch darum, immer wieder neue, individuelle Lösungen zu finden. Ein Wissenstest sagt über diese Fähigkeit nichts aus. Auch kann man über die Selektion streiten. Vielleicht hätte der Bewerber in einem anderen Wissenstest mit anderen Schwerpunkten viel besser abgeschnitten und der andere deutlich schlechter. Über Tests kann man sich einem Bewerber nähern. Stellen kann man ihn nicht.

    • Tagesform

      Ein Einstellungstest ist für alle gleich. Auch dieses Argument könnte man zerpflücken, denn es stimmt nur bedingt. Selbst wenn alle Kandidaten zeitgleich im Prüfungszimmer sitzen und mit dem gleichen Stift schreiben, sind die Rahmenbedingungen doch höchst unterschiedlich. Der eine ist übermüdet, weil er gestern Abend seine Mutter ins Krankenhaus fahren musste. Der andere ist durch eine Erkältung geschwächt. Der dritte hat eine 100 Kilometer lange Anfahrt hinter sich. Waffengleichheit gibt es nicht, niemals, auch nicht im Einstellungstest.

    Was von Ihnen erwartet wird

    Was wollen Unternehmen eigentlich per Einstellungstest herausfinden? Vor allem, ob Sie folgende Fähigkeiten besitzen…

    1. Zahlenverständnis

      Ein beliebter Satz lautet: In Mathe war ich noch nie gut. Das klingt charmant, weil man indirekt damit klar macht, eher der soziale Typ zu sein. Darum kokettieren heutzutage viele Menschen mit ihrer Mathe-Schwäche. Sollten sie aber nicht. Zahlenverständnis wird immer wichtiger, die Wirtschaft lässt sich immer mehr von Big Data treiben. Daten sammeln und auswerten – ein Super-Skill für die moderne Arbeitswelt. Darum sind Mathe-Aufgaben im Einstellungstest populär. Trotzdem: Sie müssen kein Mathematik-Genie sein, um gut abzuschneiden. Üben Sie für den Anfang aber schon mal Prozentrechnen, Kopfrechnen und Dreisatz…

    2. Logisches Denkvermögen

      Zahlen- oder Figurenreihen, die Sie fortführen sollen, sind klassische Beispiele. Sie testen unsere Begabung, logisch zu denken. Die ist nicht unwichtig. Immer mehr Routinejobs gehen verloren, zum Beispiel in der Produktion. In den neuen Jobs kommt es viel mehr darauf an, analytisch vorzugehen, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

    3. Konzentration

      Auch Konzentrationsfähigkeit ist eine Begabung, die an Wert gewinnt. Immerhin versuchen Smartphone und Co., uns dauerhaft von unseren eigentlichen Aufgaben abzulenken. Jeder Einstellungstest stellt Ihre Konzentration auf die Probe. Das gilt für Wissenstests wie für Intelligenztests.

    4. Allgemeinbildung

      Echte Gelehrte, so wie es sie früher gab, gibt es heutzutage kaum noch. Mit einer Ausnahme: Professor Google. Der weiß einfach alles. Dennoch bringt es in jedem Beruf Vorteile, wenn man über Gott und die Welt halbwegs Bescheid weiß. In manchen Berufen geht es gar nicht ohne umfassende Allgemeinbildung. Eine Journalistenschule etwa sieht man ohne überdurchschnittliches Allgemeinwissen nicht von innen.

    Einstellungstest Tipps

    Nervosität ist nichts, was Sie den Job kosten muss. Im Gegenteil, sie sorgt dafür, dass Sie im Einstellungstest hellwach und aufmerksam sind. Das reduziert die Gefahr für Flüchtigkeitsfehler. Aber paralysieren sollte Sie Ihre Angst natürlich nicht.

    Damit Sie mit guten Chancen in den Einstellungstest gehen, empfiehlt sich folgendes:

    • Vorbereitung

      Sie ist das A und O. Bereiten Sie sich gut auf den Einstellungstest vor. Die Schwerpunkte hängen natürlich von der Art der Prüfung ab. Bleiben Sie auf dem Laufenden, was das Weltgeschehen betrifft, wenn Sie ein Wissenstest erwartet. Befassen Sie sich mit Bilderrätseln und Zahlenreihen, wenn ein Intelligenztest vor der Tür steht. Und selbst wenn sie keinen blassen Schimmer haben, wie die Prüfung aussehen wird: Eine gute Vorbereitung macht Sie sicherer!

    • Auftreten

      Ziehen Sie sich vernünftig an. Duschen, rasieren, Schuhe polieren, die ganze Palette. Warum das alles? Sie müssen zwei Aspekte bedenken: Zum Einen verleiht Ihnen ein gepflegtes Äußeres Selbstvertrauen. Sie fühlen sich fit, stark, ready to go. Das wiederum wirkt sich auf Ihre Performance im Einstellungstest aus. Zum Zweiten werden auch die anwesenden Unternehmensvertreter ein Auge auf Sie werfen. Wenn Sie durch Jogginghose und Krümel im Bart glänzen, dann sieht es zumindest nicht ganz professionell aus. Das sind Minuspunkte, die Sie ganz leicht vermeiden können. Tun Sie das!

    • Ruhe

      Nicht nur durch die Optik können Sie den Entscheidern auffallen – im Guten wie im Schlechten. Sind Sie ein Nervenbündel, das hektisch auf einem Stift herumkaut, mit den Füßen hin- und her wippt oder panisch die Hände überm Kopf zusammenschlägt? So einen will man nicht zwingend im Team haben. Denn auch im Arbeitsalltag werden Stresssituationen auf Sie zukommen. Bewahren Sie also Ruhe und lassen Sie sich Ihre Unsicherheit (wenn vorhanden) nicht anmerken.

    • Sorgfalt

      Wenn Sie die Lösung auf eine Frage nicht kennen, dann kennen Sie sie nicht. Was Sie aber im Einstellungstest gar nicht gebrauchen können, sind Flüchtigkeitsfehler. Sie entstehen durch mangelnde Sorgfalt und Zerstreutheit. Bleiben Sie fokussiert! Achten Sie genau darauf, was von Ihnen verlangt wird und schreiben Sie nicht einfach wild drauflos. Zur Not werfen Sie ein Stück Traubenzucker ein, um die Konzentration wahren zu können. Lesen Sie sich – sofern zeitlich möglich – auch zum Schluss alles noch einmal durch. Rechtschreibung, Grammatik, Buchstabendreher, unsaubere Formulierungen – all das ist in einem Einstellungstest wichtig.

    • Zeit

      Zeitmanagement ist ein Riesen-Thema im Arbeitsalltag. Vor allem Selbstständige, Freiberufler und Home Office-Worker wissen nur zu gut, wie wertvoll eine gute Zeiteinteilung ist. Das ist sie auch im Einstellungstest. Verplempern Sie nicht unzählige Zeigerrunden für eine einzige von 30 Aufgaben. Lösen Sie erst diejenigen, die Sie lösen können. Ist zum Schluss noch Zeit auf der Uhr, können Sie sich den ungeknackten Nüssen widmen. Setzen Sie Prioritäten! Das wird auch im Job von Ihnen verlangt.

    • Erwartungshaltung

      Gehen sie nicht mit zu hohen Erwartungen in den Einstellungstest. Ja, Sie haben richtig gehört. Sie haben es ja gar nicht in der Hand, welche Fragen kommen werden. Mit ein bisschen Pech sind es genau die falschen. Das ist nicht Ihre Schuld. Sie sollten sich gut vorbereiten, abends früh schlafen gehen, pünktlich auf der Matte stehen und den Test konzentriert absolvieren. That’s it! Für alles andere müssen Sie sich keine Vorwürfe machen. Überdies muss Ihr Einstellungstest gar nicht perfekt laufen. Gehen Sie davon aus, dass auch die anderen Bewerber nicht jede Frage korrekt beantworten.

    • Alternativen

      Bei der Jobsuche sollten Sie nie alles auf eine Karte setzen. Schauen Sie nach vorne und überlegen sich, was Sie im Falle eines Ausscheidens tun. Gehen Sie parallel weiter auf Stellensuche. Das bewahrt sie auch vor der Opferrolle, in die man bei widrigen Umständen gerne schlüpft (Zu schwere Fragen! Unfaire Gewichtung!) Bleiben Sie aktiv. Und: Jeder Einstellungstest gibt Ihnen Erfahrung mit auf den Weg – auch dann, wenn er völlig in die Hose gegangen ist. Schon beim nächsten Mal sind Sie routinierter, können auf Erfahrungswerte zugreifen. Vorteil!

    Einstellungstest Beispiel

    Wie sieht so ein Einstellungstest in der Praxis aus? Zum Beispiel wie jener der Deutschen Journalistenschule. Hier sind zehn der insgesamt 24 Fragen der Aufnahmeprüfung 2017:

    • Seit dem 1.Januar ist ein neuer Generalsekretär der Vereinten Nationen im Amt. Wie heißt er?
    • Wie heißt der Bundespräsident Deutschlands, und wie heißen seine beiden Vorgänger?
    • Der MDAX (abgeleitet von Mid-Cap-DAX) ist neben dem DAX der zweitwichtigste deutsche Aktienindex. Aus wievielen Werten besteht er? Nennen Sie zwei.
    • Am 1.Juni 2016 wurde in der Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit ein historisches Bauwerk eingeweiht. Es handelt sich um…?
    • Warum waren viele Musikvideos auf YouTube bis Ende vergangenen Jahres in Deutschland „nicht verfügbar“?
    • Durch welchen Interpreten wurde dieses Album/dieser Song bekannt? a.) „Heroes“ b.) „Faith“ c.) „Purple Rain“ d.) „Suzanne“
    • Welches ist der größte deutsche Medienkonzern (nach Umsatzzahlen)?
    • Von welchem Gremium wird der deutsche Bundespräsident gewählt, und wie setzt sich dieses zusammen? Welche weiteren Aufgaben hat dieses Gremium?
    • Wer sind die „Blauhelme“, wer die „Weißhelme“?
    • Oft liest und hört man den Begriff „Gentrifizierung“. Was versteht man darunter?

    Einstellungstest PDF: Üben, üben, üben!

    Einstellungstest PDFHier finden Sie noch mehr weiterführende Fragen, Aufgaben, Tipps und Hinweise zum Einstellungstest. Die Links führen zu externen Seiten, die wir im Netz für Sie recherchiert haben:

    • Einstellungstest Mechatroniker: Hier (PDF).
    • Einstellungstest Öffentlicher Dienst: Hier (PDF).
    • Einstellungstest trainieren (Verdi): Hier (PDF).
    • Einstellungstest üben (Stadt Dietzenbach): Hier (PDF).
    • Einstellungstest typische Aufgaben (Saarland/Bundesagentur für Arbeit): Hier (PDF).

    Testaufgaben Lösungen

    Hier sind die Lösungen unserer Testaufgaben von ganz oben:

    • 1. 1.250 Gramm
    • 2. 655,3
    • 3. 13.804
    • 4. d) einschätzen
    • 5. b) Bestätigung
    • 6. c) Bundestag
    • 7. a) Rhythmus
    • 8. 15.750 Euro
    • Fragen 9 und 10 sind Fragen zur Persönlichkeit des Bewerbers. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.

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    [Bildnachweis: panitanphoto by Shutterstock.com]

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    In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beträgt sie dagegen noch immer um die acht Prozent.

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    Auch hier der Vergleich: In Gera liegt die Arbeitslosenquote bei 8,5 Prozent. Besser als Erfurt stehen in Thüringen Gotha (5,4 Prozent), Jena (5,6 Prozent), Suhl (5,3 Prozent) und Weimar (5,9 Prozent) da.

    Jobs Erfurt: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    In rasender Geschwindigkeit füllt sich das Bankkonto durch einen Job in Erfurt nicht. Aber es füllt sich immer schneller. So stieg das Durchschnittsgehalt in Erfurt nach Angaben von gehalt.de im Jahr 2018 um 4 Prozent. Von allen 16 Landeshauptstädten in Deutschland war der Gehaltsanstieg nur in Magdeburg (4,1 Prozent) noch größer.

    Dennoch verdient ein Arbeitnehmer mit einer Stelle in Erfurt durchschnittlich sehr viel weniger als im Westen. Während in Erfurt 37.980 Euro brutto pro Jahr auf der Habenseite stehen, sind es in Stuttgart 56.160 Euro, in München 55.980 Euro und in Düsseldorf 52.965 Euro. Auch Berlin und Kiel liegen mit jeweils rund 42.000 Euro deutlich vor Erfurt.

    Unter den östlichen Bundesländern (mit Ausnahme Berlins) nimmt Thüringen den Spitzenplatz ein. Das Durchschnittsgehalt beträgt hier 36.450 Euro im Jahr. Spitzenreiter ist Hessen mit über 51.000 Euro, ganz hinten rangiert Mecklenburg-Vorpommern mit rund 34.000 Euro.

    Ein Vollzeitarbeitnehmer mit einem Job in Erfurt kommt laut Bundesagentur für Arbeit auf 2.679 Euro brutto im Monat. Das ist der Medianwert, bei dem 50 Prozent der Vollzeitbeschäftigten darüber liegen und 50 Prozent darunter. Für ganz Deutschland liegt dieser Wert bei 3.209 Euro.

    Die wichtigsten Arbeitgeber in Erfurt und Umgebung

    Das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Erfurt:

    • SWE Stadtwerke Erfurt
    • Teag Thüringer Energie AG
    • Siemens (Generatorenwerk)
    • DB Systel (IT-Dienstleistungen)
    • Sparkasse Mittelthüringen
    • ITT Industrie- und Transportschutz Thüringen
    • Thüringer Industriebeteiligungs GmbH
    • Modis IT-Outsourcing (IT-Dienstleister)
    • Universität Erfurt
    • X-Fab Silicon Foundries (Halbleiter)
    • N3 Engine Overhaul Services (Flugzeug-Instandhaltung)
    • Thüringer Aufbaubank
    • Fachhochschule Erfurt
    • Qundis (Messgeräte)
    • Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen
    • Ibykus AG für Informationstechnologie
    • Erf24 Touristic Services
    • Melexis (Mikroelektronik)
    • TÜV Thüringen
    • Hermanns RTE (Rohrleitungsbau)
    • Mediengruppe Thüringen
    • PDV-Systeme (IT-Dienstleister)
    • Media und Communications Systems (Mediendienstleister)
    • NT Neue Technologie AG (IT-Dienstleister)
    • Thüringer Tourismus GmbH
    • DMK Deutsches Milchkontor
    • Messe Erfurt
    • Helaba Landesbank Hessen-Thüringen
    • Erfurter Bank
    • Computacenter (IT-Dienstleister)
    • Zalando (Logistikzentrum)
    • Capita Europe (Outsourcing-Dienstleister)
    • Freenet AG (Telekommunikation)
    • Deutsche Post DHL
    • Helios Klinikum
    • Flughafen Erfurt-Weimar
    • Amazon (Verteilzentrum)

    Jobs Erfurt Flughafen

    Jobs Erfurt FlughafenDer Flughafen Erfurt-Weimar liegt westlich der Landeshauptstadt. Mit dem Auto fährt man nur eine gute Viertelstunde von der Innenstadt bis zum Airport. Eine Stelle am Erfurter Flughafen ist damit in Reichweite – und keineswegs ein Pendler-Albtraum für alle, die zentrumsnah wohnen. Aktuell beschäftigt der Regionalflughafen rund 130 Mitarbeiter – viele davon in Teilzeit.

    Jobs am Flughafen Erfurt gibt es unter anderem für:

    Jobs Erfurt: Karriereaussichten und Wirtschaft

    Überregionale Bekanntheit hat das Erfurter Kreuz erlangt. Hier will der chinesische Konzern CATL für 240 Millionen eine moderne Autobatteriefabrik aus dem Boden stampfen. Von Erfurt aus sollen die Automobilzentren wie Wolfsburg und Ingolstadt schnell beliefert werden. Viele neue Jobs in Erfurt sollen entstehen.

    Im Januar 2020 kündigte zudem der baden-württembergische Automobilzulieferer Marquardt Services den Bau einer Produktionsstätte für Steuerungssysteme von Fahrzeugbatterien in Erfurt an. Das Unternehmen mit Stammsitz in Rietheim-Weilheim unterhält bei Arnstadt bereits eine Fertigung für die Innenraumelektronik von Autos. Dort sind momentan 25 Mitarbeiter beschäftigt, künftig sollen es 180 Arbeitsplätze sein. Im Bereich Batteriesteuerungen sollen weitere 100 neue Stellen in Erfurt hinzukommen.

    Große Namen haben sich in der thüringischen Landeshauptstadt nach und nach niedergelassen: Die Deutsche Bahn beschäftigt hier IT-Mitarbeiter, die Deutsche Post und E-Commerce-Senkrechtstarter Zalando haben Logistikzentren gebaut. Siemens indes kündigte im September 2018 an, in seinem Erfurter Generatorenwerk 200 von 500 Arbeitsplätzen abzubauen. Die Produktion wird in die USA verlagert, der Standort immerhin bleibt erhalten.

    Erstaunlich stark ist die Stadt im IT-Bereich. Erfurt beherbergt zahlreiche IT-Dienstleister. Und das, obwohl die Universität Erfurt von den Geisteswissenschaften geprägt ist und keinen Nachschub an IT-Kräften bereithält. Allerdings gibt es im Umkreis die Uni Jena und die TU Ilmenau. Beide bilden Informatiker aus.

    Jobs Erfurt – die ökonomischen Schwerpunkte Erfurts liegen in den Bereichen:

    • Maschinen- und Anlagenbau
    • Medien- und Kreativwirtschaft
    • Gartenbau
    • Nahrungsmittelindustrie
    • Logistik
    • Technologie (Mikrotechnologie, Photovoltaik, Sensorik, IT)

    Als Landeshauptstadt ist Erfurt Verwaltungssitz. Das Land Thüringen mit 12.000 Mitarbeitern und die Stadt Erfurt mit 4.000 sind die größten Arbeitgeber. Danach schaffen die Stadtwerke Erfurt und das Helios Klinikum die meisten Stellen in Erfurt.

    Im Städteranking 2019 von IW Consult belegte Erfurt wie schon im Vorjahr Platz 41 von 71 Großstädten in Deutschland. Pluspunkte gab es für den heimischen Arbeitsmarkt: Auch Frauen und Ältere finden überdurchschnittlich oft einen (neuen) Job in Erfurt.

    Muttischicht: Jobs für Muttis in Erfurt

    Jobs Erfurt MuttischichtSie sind vor allem im Einzelhandel verbreitet: Sogenannte Muttischichten, die es einer Mama (oder einem Papa) erlauben, in Teilzeit zu arbeiten – und zwar möglichst in dem Zeitraum, in dem die Kinder in der Kita sind. Wer einen Jobs als Verkäufer mit Muttischichten in Erfurt und Umgebung sucht, könnte bei diesen Arbeitgebern fündig werden:

    • Swarovski
    • Camp David
    • Orsay
    • Apollo Optik
    • Mäc Geiz
    • Foot Locker
    • Lidl
    • Big Burgester
    • Rewe
    • Edeka
    • Takko
    • J-Club
    • New Yorker
    • Ernsting’s Family
    • Pandora
    • Runner’s Point
    • Deichmann
    • Saturn
    • Görtz
    • Fressnapf
    • Christ
    • Tchibo
    • Roller
    • Dänisches Bettenlager

    Jobs Erfurt: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

    Die Mieten in Erfurt steigen – allerdings nur moderat. Von 2018 auf 2019 haben sie nach Immowelt-Angaben um 1 Prozent angezogen. Die Medianmiete in Erfurt liegt demnach jetzt bei 7,50 Euro pro Quadratmeter. Der Medianwert meint: 50 Prozent der Wohnungen sind teurer, 50 Prozent billiger.

    Die Durchschnittsmiete liegt in Erfurt nach Angaben des Forschungsunternehmens F+B sogar noch unter der 7-Euro-Marke. Demnach befindet sich Erfurt auf einem Niveau mit Jena und Rostock, ist aber deutlich teurer als Potsdam, Schwerin oder Dresden. In Schwerin liegt die Durchschnittsmiete sogar bei weniger als sechs Euro pro Quadratmeter.

    Enorm gestiegen sind in Erfurt die Kaufpreise für Immobilien. Kostete der Quadratmeter 2017 noch 1.760 Euro, waren es laut Immowelt ein Jahr später schon 2.130 Euro – ein Anstieg von 21 Prozent. Damit ist eine Immobilie in Erfurt schon fast so teuer wie in Dresden, wo die Kaufpreise im gleichen Zeitraum „nur“ um zwölf Prozent von 1.990 Euro auf 2.230 Euro anzogen.

    Trotzdem leben die Erfurter günstig. Das Rechenbeispiel von Financescout24 zeigt es: Ein Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro müsste in München 78.500 Euro verdienen, um seinen Lebensstandard halten zu können. In Hamburg würde er immerhin 60.000 Euro benötigen, in Chemnitz dagegen nur 43.000 Euro.

    Wichtige Kontaktdaten und Servicestellen in Erfurt

    Sie wollen sich in Erfurt selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Erfurt suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Erfurt finden Sie hier.
    • Die Agentur für Arbeit Erfurt finden Sie hier.
    • Das Jobcenter Erfurt finden Sie hier.
    • Die IHK Erfurt finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Erfurt finden Sie hier.
    • Jobs in Erfurt und Umgebung finden Sie in unserer Jobbörse.
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