Empfehlungsschreiben: Vorlage, Formulierungen, Tipps

Empfehlungsschreiben Stipendium Bewerbung

Empfehlungsschreiben können über Ihren weiteren Werdegang entscheiden. Für ein Stipendium zum Beispiel brauchen Sie eines. Auch als Bewerber können Sie punkten, wenn Sie Ihren Unterlagen eine oder mehrere Empfehlungen beilegen. Darin enthalten ist in der Regel eine Bestätigung der Stärken und Fähigkeiten des Bewerbers. Empfehlungsschreiben sind Allzweckwaffen. Aber sie können auch Schaden anrichten…

Empfehlungsschreiben Anlässe

Empfehlungsschreiben gibt es für verschiedene Anlässe. Man kann sie zum Beispiel als Referenz in die eigene Bewerbung einbauen.

Auch werden Studenten, die sich nach Ihrem Bachelor-Abschluss für einen Master einschreiben wollen, von der Universität gerne gebeten, ein Empfehlungsschreiben eines ehemaligen Dozenten oder Professors vorzulegen. Die Gepflogenheit stammt aus dem angelsächsischen Raum, setzt sich im Zuge der Internationalisierung aber auch in Deutschland immer stärker durch.

Außerdem kann man Empfehlungsschreiben ausstellen für…

  • Praktikum
  • Stipendium
  • Zulassung zu einem Master-Studium
  • Zulassung zu einem MBA-Studium
  • Zulassung zu einem Studium an einer privaten Hochschule
  • Zulassung für einen zulassungsbeschränkten Studiengang
  • Auslandssemester
  • Promotion
  • Festanstellung
  • Jobwechsel
  • Beförderung
  • Bewerbung als Führungskraft
  • Referenz für Freiberufler
  • Anmieten einer Wohnung

In all diesen Szenarien macht es Sinn oder kann es Sinn machen – oder sogar Voraussetzung sein – ein Empfehlungsschreiben vorzulegen.

Empfehlungsschreiben Nutzen

Grundsätzlich sind Empfehlungsschreiben (fast) immer nützlich. Speziell Berufseinsteiger profitieren von ihnen. Sie verfügen noch nicht über viele Arbeitszeugnisse und andere Arbeitsnachweise. Umso wichtiger wird jeder Beleg, der Ihnen Kompetenz und Arbeitseinsatz attestiert. Durch ein Empfehlungsschreiben werten sie eine Bewerbung in jedem Fall auf.

Ein Empfehlungsschreiben ist auch für ehemalige Praktikanten, Trainees, Auslandsstudenten oder Stipendiaten nützlich. Es soll dokumentieren, dass sie Erfahrungen gesammelt und ihre Chefs überzeugt haben. Das Testat wiegt im Zweifel mehr als die besten Noten.

Bei Freiberuflern spricht man häufig von Referenzschreiben. Sie erhalten das Referenzschreiben anstelle eines Arbeitszeugnisses. Freelancer hangeln sich von Job zu Job, müssen also immer wieder neue Arbeitgeber von sich überzeugen. Da helfen Empfehlungen enorm.

Tipp: Fragen Sie als Freiberufler Ihre Auftraggeber aktiv nach Referenzschreiben. Je mehr Sie sammeln, desto größer Ihre Auswahl. Sie müssen in einer künftigen Bewerbung auch nicht sämtliche Referenzschreiben beilegen, sondern nur die wichtigsten oder besten. Das können von Stelle zu Stelle verschiedene sein. Wie Sie als Freiberufler um ein Empfehlungsschreiben bitten, zeigen wir Ihnen gleich…

Freiberufler haben wohlgemerkt keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch dann nicht, wenn sie etwa sechs Monate ein Projekt geleitet und erfolgreich beendet haben. Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben nur festangestellte Mitarbeiter. Diese Tatsache macht Empfehlungen für Freiberufler umso wertvoller…

Der Unterschied zwischen einem Empfehlungsschreiben und einem Referenzschreiben besteht im Übrigen darin, dass Letzteres allgemein formuliert ist. Das Empfehlungsschreiben ist dagegen an einen konkreten Empfänger gerichtet. Abgesehen davon sind sich beide Formate aber sehr ähnlich.

Empfehlungsschreiben Aufbau

Ein Arbeitszeugnis wird nicht in der Ich-Form verfasst, ein Empfehlungsschreiben aber sehr wohl.

Immerhin handelt es sich beim Referenzgeber um eine natürliche Person, nicht um ein Unternehmen. Darum sind Empfehlungsschreiben auch sehr viel persönlicher als Arbeitszeugnisse. Eine Prise Emotionen dürfen sie durchaus enthalten.

Inhaltlich geht es vor allem um die Fähigkeiten und Fachkenntnisse des Beschriebenen – und um seine Persönlichkeit. Ein paar lobende Worte über die Stärken bzw. den Charakter des Referenznehmers sollten schon fallen.

Diese Elemente beinhaltet ein Empfehlungsschreiben – von oben nach unten:

  • Briefkopf (Vorname, Nachname, Unternehmen oder Organisation)
  • Telefonnummer für Rückfragen
  • Datum
  • Name und Anschrift des Adressaten (nicht die des Bewerbers)
  • Betreff („Empfehlungsschreiben für Max Mustermann“)
  • Selbstvorstellung (kurz)
  • Ausstellungsgrund (z.B. Praktikumsende)
  • Sachliche Empfehlung
  • Erreichte Qualifikationen (z.B. Studienabschluss)
  • Erfolge
  • Subjektive Empfehlung (Soft Skills, Charakter)
  • Datum, Unterschrift

Empfehlungsschreiben Fehler

Natürlich können Empfehlungsschreiber auch eine Menge falsch machen. Es gibt zwar keine Geheimcodes wie im Arbeitszeugnis, aber doch die eine oder andere Falle, in die man tappen kann.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jemand, der Ihrer Bitte um eine Empfehlung nachkommt, Sie auch wirklich loben und weiterempfehlen will. Wer Sie hingegen für unfähig hält, wird erst gar kein Empfehlungsschreiben erstellen.

Darum sollte man selbst übrigens auch nicht jeder Bitte nach einer Referenz nachkommen. Sie kann wieder auf Sie zurückfallen! Hält der Kandidat nicht, was Sie in Ihrer Empfehlung versprechen, beschädigt dies Ihren guten Ruf.

Es gibt aber noch mehr Punkte, die den Wert eines Empfehlungsschreibens nach unten ziehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn…

  • der Gutachter eine schlechte Reputation hat.
  • der Text aus lauter abgedroschenen Phrasen und Floskeln besteht.
  • der Text eine einzige Lobhudelei ist, die verdächtig an ein Gefälligkeitsgutachten erinnert.
  • der Text wegen seiner Superlative unglaubwürdig ist.
  • der Gutachter das, was er geschrieben hat, fachlich gar nicht beurteilen kann.

Der letzte Punkt betrifft auch die Online-Empfehlungen, die sich Mitglieder in Business-Netzwerken geben können. Sie laufen meist nach dem Schema „Gibst du mir eine gute Bewertung, gebe ich dir auch eine“ ab. Das ist durchschaubar. Nicht jede Empfehlung ist daher wertsteigernd.

Bewerber aufgepasst!

Empfehlungsschreiben TippsDiese formellen Voraussetzungen sollte ein Empfehlungsschreiben einhalten, wenn Sie es für Ihre Bewerbung verwenden:

  • Nicht länger als eine DIN-A4-Seite
  • Auf Firmenpapier gedruckt, um ihm einen offiziellen Charakter zu verleihen
  • Nicht mehr als 3 Empfehlungsschreiben pro Bewerbung

Zu viele Referenzen in der Bewerbung wirken inflationär. Zwei oder drei überzeugende Referenzen ziehen dagegen, haben Wert. Gleiches gilt für die Empfehlung selbst. Nicht nur überschwänglich loben, sondern dosiert und differenziert. Das ist glaubwürdiger!

Den Professor nach einem Empfehlungsschreiben fragen

Professoren an der Universität werden häufig um ein Empfehlungsschreiben gebeten – allein schon von den vielen Studierenden, die sich um ein Stipendium bewerben wollen. Es muss Ihnen also nicht unangenehm sein, das Gleiche zu tun.

Aber: Eine Bindung zum jeweiligen Professoren sollten Sie schon haben. Er oder sie sollte zumindest wissen, wer Sie sind. Vielleicht haben Sie ein Seminar bei ihm belegt, eine Arbeit geschrieben oder wurden sogar als studentische Hilfskraft eingestellt. Einen Professor zu fragen, der Ihr Gesicht noch nie gesehen hat, wäre dagegen unverschämt.

So fragen Sie den Professor nach einem Empfehlungsschreiben:

  • Termin

    Vereinbaren Sie einen Termin – zum Beispiel per Mail. Einfach so hineinplatzen und nach einer Empfehlung fragen – das ist anmaßend. Eine Absage wäre dann durchaus gerechtfertigt.

  • Genauigkeit

    „Hmm, naja, ich brauche da so eine Empfehlung, in der drin steht, dass ich…“ Falsch! Sagen Sie konkret, um was es geht. Wofür benötigen Sie das Empfehlungsschreiben? Was soll darin zum Ausdruck kommen? Warum glauben Sie, dass Sie eine Empfehlung verdient hätten? Liefern Sie dem Professoren Informationen und Argumente.

  • Motivation

    Präzisieren Sie Ihr Vorhaben. Was ist Ihr Ziel? Der Professor sollte Ihre Beweggründe verstehen – und erkennen, dass Sie hochmotiviert sind. Er sollte nicht den Eindruck gewinnen, dass Ihr Vorhaben nur eines von vielen ist. Motto: Wenn dieses nicht klappt, dann halt ein anderes. Dass es Ihnen am Herzen liegt, sollte vielmehr ersichtlich sein.

  • Unterlagen

    Ein Empfehlungsschreiben macht Arbeit. Machen Sie es dem Professor daher so einfach wie möglich. Liefern Sie alle Unterlagen mit, die er benötigt. Und vermeiden Sie Missverständnisse. Wenn Sie das Schreiben in englischer Sprache brauchen, dann sagen Sie es. Machen Sie sich vorher eine Liste, auf der die wichtigsten Punkte aufgelistet sind. Dann vergessen Sie nichts.

  • Zeit

    Drängeln Sie nicht. An der Uni gibt es viel zu tun – und ehrlich gesagt auch Wichtigeres, als ein Empfehlungsschreiben zu verfassen. Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen. Fragen Sie nicht erst drei Tage vorher an. Vier bis fünf Wochen Vorlauf sollten Sie einplanen.

So könnten Sie Ihre Bitte um ein Empfehlungsschreiben an den Professor formulieren:

  • Sehr geehrter Professor Beck,

    vor Kurzem habe ich bei meinen Ihnen meine Bachelorarbeit über energiewirtschaftliche Optimierungspotenziale in energieintensiven Unternehmen geschrieben und mit der Note 1,3 bestanden. Nun möchte ich mich für den Master Nachhaltige Energieversorgungstechnologien an der Technischen Universität Chemnitz bewerben und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen. Die Bewerbungsfrist läuft am xx.yy.zzzz ab. Gerne können wir die Details in einem persönlichen Gespräch besprechen. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und wünsche Ihnen eine produktive Woche!

Empfehlungen von der Uni

empfehlungsschreiben uni studium professorViele Unis und Hochschulen haben klare Regeln im Umgang mit Empfehlungsschreiben aufgestellt. Ohne vorheriges Gespräch und Unterlagen ist das Anliegen oft aussichtslos.

Hier finden Sie beispielhaft die Merkblätter von drei Universitäten zu Empfehlungsschreiben:

Ehemaligen Chef nach einem Empfehlungsschreiben fragen

Ihren aktuellen Chef um ein Empfehlungsschreiben bitten, damit Sie sich anderweitig bewerben können? Das klingt nach einem schlechten Witz. In der Tat ist dieser Plan in den meisten Fällen nicht zu empfehlen. Es sei denn, Sie haben ein offenes und enges Verhältnis und Ihren Chef längst in Ihre Pläne eingeweiht – und der will Ihnen auch keine Steine in den Weg legen.

Normalerweise aber sollten Sie nur ehemalige Arbeitgeber fragen. Am besten die, mit denen Sie im Guten auseinandergegangen sind. Darum ist Netzwerken übrigens so wichtig. Wenn Sie sich nach fünf Jahren Funkstille wieder melden und sofort eine Empfehlung einfordern, hat das ein Geschmäckle. Motto: Der meldet sich nur, wenn er was will.

So fragen Sie Ihren ehemaligen Chef nach einer Empfehlung:

  • Anruf

    Wenn Sie einen ehemaligen Chef um eine Referenz bitten wollen, dann rufen Sie ihn an. Eine E-Mail ist zu unpersönlich – nur im Notfall eine Alternative (wenn der Chef telefonisch unerreichbar ist).

  • Selbstreflexion

    Fragen Sie wirklich nur, wenn Sie der Überzeugung sind, dass Sie eine Empfehlung auch verdient haben. Und wenn der Ex-Chef dies ähnlich sehen dürfte. Wurden Sie hingegen aus Leistungsgründen gefeuert, dann riecht Ihr Vorhaben eher nach Verzweiflungstat – oder nach einem Aprilscherz.

  • Begründung

    Blicken Sie in die Zukunft und erläutern Ihr Vorhaben. Wo wollen Sie mit dem Bewerbungsschreiben hin? Niemand schreibt gerne eine Empfehlung ins Blaue hinein. Wer weiß, wofür sie verwendet wird? Das könnte schließlich noch auf einen zurückfallen. Versorgen Sie Ihren Ex-Chef daher mit den wichtigsten Informationen.

So könnten Sie Ihre Bitte um ein Empfehlungsschreiben an den Ex-Chef formulieren:

  • Liebe Frau Heineken,

    seit sechs Jahren arbeite ich mit großer Leidenschaft und Begeisterung als Marketingmanagerin im Unternehmen. Sie haben meinen Werdegang in all dieser Zeit begleitet und mich stets gefördert. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Ich denke nun, dass es für mich an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu gehen. Darum bewerbe ich mich für die intern ausgeschriebene Stelle als Leiterin der neu gegründeten Abteilung für Social-Media-Marketing. Ein Empfehlungsschreiben von Ihnen würde mir dabei sicherlich sehr helfen, weswegen ich Sie hiermit ganz herzlich um eines bitten möchte. Gerne komme ich auch persönlich bei Ihnen Büro vorbei, um die Angelegenheit zu besprechen.

Als Freiberufler nach einem Empfehlungsschreiben fragen

So fragen Freiberufler Ihre Auftraggeber nach einer Empfehlung:

  • Aktivität

    Warten Sie nie einfach ab, bis Sie eine Referenz vom Unternehmen erhalten. Die kommt im Zweifel nie. Fragen Sie aktiv danach. Insbesondere dann, wenn Sie gute Leistungen gebracht haben. Viele Kunden vergessen es schlicht und einfach – oder wollen es vergessen, um Zeit zu sparen.

  • Zitate

    Hat Ihnen ein Team- oder Abteilungsleiter ein Lob ausgesprochen, dann notieren Sie es sich. Fragen Sie, ob Sie das Zitat als Empfehlung verwenden dürfen. Ist Ihr Chef gerade vollauf zufrieden mit Ihnen, wird er Ihnen diesen Wunsch wahrscheinlich nicht abschlagen.

  • Einverständnis

    Sie können Empfehlungen auch auf Ihrer Webseite verwenden. Nur echte Referenzgeber und Unternehmen wirken authentisch. Dafür benötigen Sie aber ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie keine Empfehlungen ohne schriftliches Einverständnis des jeweiligen Kunden!

  • Firmenpapier

    Ein Empfehlungsschreiben, das auf offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde, wirkt hochwertiger. Und es erhöht die Glaubwürdigkeit. Fragen Sie ruhig danach.

So könnten Sie Ihre Bitte um ein Empfehlungsschreiben an einen ehemaligen Auftraggeber formulieren:

  • Hallo Herr Anheuser,

    nachdem Sie vor Kurzem in Rente gegangen sind, möchte ich mich auch auf diesem Wege noch einmal herzlich bei Ihnen für die langjährige und gute Zusammenarbeit bedanken. Es hat mir großen Spaß gemacht und war mir eine Ehre! Ich hoffe, Ihnen gelingt der Übergang in den Ruhestand und Sie können ihn vom ersten Tag an genießen. Mir klingt noch Ihr letztes Lob in den Ohren, als sie sinngemäß sagten: Herr Busch hat uns von Anfang an mit seinem Konzept umgehauen. Und die Umsetzung war sogar noch besser! Dürfte ich Sie damit auf meiner Homepage zitieren? Ich hoffe auf Ihr Einverständnis und grüße Sie auf das Herzlichste.

Empfehlungsschreiben Muster

Dr. Herbert Herbertson
Herbertstraße 1
12345 Herbertsdorf
Telefon: 1234-56789

Empfänger
Anschrift
PLZ Standort

Empfehlungsschreiben für Rollo Roller

Herr Roller hat insgesamt acht Jahre für unser Unternehmen gearbeitet – mit großem Erfolg. Daher bedauere ich es sehr, dass er unser Unternehmen nun verlassen und eine neue Herausforderung annehmen wird. Nichtsdestotrotz kann ich Herrn Roller wärmstens weiterempfehlen.

Rollo Roller hat vom xx.xx.xxxx bis zum yy.yy.yyyy als Position für unser Unternehmen gearbeitet. Von Anfang gefiel mir sein Elan und seine Durchsetzungsstärke. Ich habe ihn zudem als verantwortungsvollen Kollegen kennengelernt, der früh Führungsverantwortung übernommen hat. Als Führungskraft hat er mich nie enttäuscht. Durch seine gute Arbeit haben wir Prozesse im Unternehmen verschlankt und Kosten reduziert. Dass wir in den vergangenen Jahren insgesamt wettbewerbsfähiger geworden sind, verdanken wir auch ihm

Herr Roller genießt daher einen ausgezeichneten Ruf bei Kunden und Kollegen. Ich halte ihn für hochgradig geeignet, um weiterhin Führungsaufgaben in der XX-Branche auszuüben. Seine Einstellung kann ich Ihnen ohne jeden Zweifel empfehlen.

Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Ein weiteres Muster-Empfehlungsschreiben zum Download und Bearbeiten finden Sie als Vorlage hier:

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[Bildnachweis: Gajus by Shutterstock.com]

Jobs in Leverkusen: Aktuelle Stellenangebote bei Bayer und Co.

Jobs in Leverkusen gibt es keineswegs nur bei Chemie-Gigant Bayer. Zahlreiche Zulieferer und Dienstleister haben sich in der Stadt niedergelassen. Karriereperspektiven gibt es hier in der Produktion und Verwaltung, für Controller und Personaler. Wahr ist: Leverkusen ist nicht die Perle des Rheinlands. Ein Geheimtipp ist die Stadt aber schon, wenn man gut verdienen UND günstig wohnen will…

Jobs Leverkusen: Die Stadt

Leverkusen steht ganz im Zeichen des Bayer-Kreuzes. Nur wenige Städte in Deutschland sind so eng mit einem Unternehmen verknüpft wie die Bayer-Stadt – daneben allenfalls noch Wolfsburg mit Volkswagen oder Ludwigshafen mit BASF. So präsent wie früher ist das Bayer-Kreuz aber gar nicht mehr. Nachts bleibt die Beleuchtung aus, um Zugvögel nicht in die Irre zu führen.

Gegründet wurde Leverkusen 1930 durch den Zusammenschluss der Stadt Wiesdorf mit den Gemeinden Schlebusch, Steinbüchel und Rheindorf. Bayer dagegen gibt es schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Nicht jeder weiß, dass der Chemiekonzern seine Ursprünge in Barmen hat, das heute zu Wuppertal gehört. Erst 1891 verlegte man den Unternehmenssitz nach Leverkusen – das war der Beginn des industriellen Aufstiegs der Stadt.

Auch assoziieren die meistem Leverkusen wohl mit dem Rheinland. Immerhin führt die Rheinschiene direkt an Köln und Leverkusen vorbei nach Düsseldorf. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Leverkusen ist eine Chimäre – halb rheinisch, halb bergisch. Das macht sich nicht nur durch die geographische Lage bemerkbar, sondern auch durch die unterschiedlichen Dialekte, die in Leverkusen gesprochen werden.

Während viele Singles wohl Köln bevorzugen, ist Leverkusen speziell bei jungen Familien beliebt. Vor allem in Hitdorf am Rhein fühlen sie sich immer wohler. Auch in Schlebusch und Lützenkirchen kann man es aushalten. Das sind die beiden teuersten Viertel. Günstiger ist es in Rheindorf – aber manchmal auch unbehaglicher.

Insgesamt besteht die 167.000-Einwohner-Stadt Leverkusen aus diesen Stadtteilen:

  • Wiesdorf
  • Manfort
  • Rheindorf
  • Hitdorf
  • Opladen
  • Küppersteg
  • Bürrig
  • Quettingen
  • Bergisch Neukirchen
  • Schlebusch
  • Steinbüchel
  • Lützenkirchen
  • Alkenrath

Jobs Leverkusen: Der Arbeitsmarkt

Leverkusen steht besser da als der große Bruder Köln. Während die Domstadt eine Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent aufweist, sind es in Leverkusen 8,5 Prozent (Stand: Mai 2020).

Dieser Wert liegt aber ebenfalls über dem Schnitt Nordrhein-Westfalens (7,7 Prozent) und ganz Deutschlands (6,1 Prozent). Im Vergleich mit den Städten im Ruhrgebiet ist die Situation in Leverkusen aber geradezu luxuriös. Duisburg hat 12,2 Prozent Arbeitslose, Gelsenkirchen sogar 15 Prozent (!).

Doch steigen die Zahlen derer, die keine Stelle in Leverkusen, kontinuierlich an. Ende 2018 war die Arbeitslosenquote schon auf weniger als 7 Prozent gesunken, infolge der Corona-Pandemie könnte im Jahresverlauf 2020 sogar die 10-Prozent-Marke wieder ins Sichtfeld geraten.

Jobs in Leverkusen: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Von allen Städten in Deutschland ist Leverkusen für Hochschulabsolventen die Nummer eins. Nach der Uni steigt man hier mit durchschnittlich 53.195 Euro brutto pro Monat in den Beruf ein. Zu diesen Ergebnissen kam eine Auswertung der Gehaltsplattform gehalt.de.

Damit lag die Stadt im Rheinland im Gehaltsranking vor Erlangen, München, Stuttgart, Wolfsburg und Frankfurt am Main. Zum Vergleich: In Berlin lag das Einstiegsgehalt für Absolventen nach dieser Berechnung bei rund 40.000 Euro.

Hintergrund: Chemische und Pharmaindustrie zählen zu besonders zahlungskräftigen Branchen. Und da Leverkusen ein Zentrum der Chemie- und Pharmawirtschaft ist, können sich auch die Gehälter sehen lassen. Für IT-Fachkräfte lag Leverkusen mit einem Startgehalt von 54.626 Euro auf Platz drei hinter Erlangen und München. BWLer landen mit einem Einstiegsgehalt von 50.800 Euro ebenfalls auf Platz drei – hinter Ulm und München.

Insgesamt verdient ein Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen laut gehalt.de durchschnittlich 46.360 Euro jährlich. Fach- und Führungskräfte erhalten laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 in NRW 58.846 Euro im Schnitt pro Jahr. Die Xing-Gehaltsstudie 2019 sieht sie sogar bei 71.913 Euro.

Und auch die Bundesagentur für Arbeit bescheinigt Leverkusen Top-Gehälter. Im Median bringt eine Vollzeitstelle hier 4.170 Euro brutto pro Monat ein. Damit zählt Leverkusen zu den wenigen Städten in Deutschland, die die 4.000-Euro-Schwelle überspringen. Dazu zählen beispielsweise auch Wolfsburg, Darmstadt, Stuttgart, Ludwigshafen, Ingolstadt und München.

In Nordrhein-Westfalen ist Leverkusen einsame Spitze. So liegen die Mediangehälter
in Köln (3.696 Euro), Düsseldorf (3.882 Euro) und Essen (3.451 Euro) deutlich darunter. Auch Bonn (3.857 Euro), Münster (3.432 Euro) oder Mülheim an der Ruhr (3.523 Euro) kommen nicht an die Bayer-Stadt heran.

Wichtige Arbeitgeber in Leverkusen

Hier winken Jobs in Leverkusen – das sind die größten Arbeitgeber in Leverkusen:

  • Bayer AG (Chemie, Pharma)
  • Covestro AG (Kunststoff)
  • Lanxess AG (Chemie)
  • Currenta (Industriedienstleistungen)
  • Carcoustics (Automotive)
  • Kronos Titan (Chemie)
  • TMD Friction (Automotive)
  • Bayer Direct Services (Industriedienstleistungen)
  • Bayer Business Services (Industriedienstleistungen)
  • Travelboard (Reise)
  • Mazda Motors (Automobil)
  • Oripharm (Arzneimittelimport)
  • Enbi (Büroartikel)
  • AT-Plan Automatisierungstechnik
  • Wuppermann AG (Metallbau)
  • Momentive Performance Materials (Silikon)
  • Med 360 Grad (Medizinische Dienstleistungen)
  • Tectrion (Industriedienstleistungen)
  • Denso (Chemie)
  • Synlab (Labordienstleistungen)
  • Bayer Leverkusen (Fußball)
  • Klinikum Leverkusen (Gesundheit)
  • Stadt Leverkusen (Verwaltung)

Stellen Leverkusen: Karriereaussichten und Wirtschaft

Leverkusen ist die Bayer-Stadt. Am Rhein ist der Stammsitz des Chemie-Konzerns. Hier arbeiten 10.000 Fachkräfte. Auch mehrere Töchtergesellschaften sitzen in Leverkusen, darunter Bayer Business Services, Currenta und die Vertriebsgesellschaft Bayer Vital.

Nicht zu vergessen die Covestro AG, die aus der Kunststoff-Sparte von Bayer hervorgegangen ist. Mit Bayer und Covestro verfügt die 167.000-Einwohner-Stadt über genauso viele DAX-Unternehmen wie Berlin und Hamburg zusammen (Beiersdorf und Siemens).

Bayer schafft Jobs in Leverkusen in diesen Funktionen und Bereichen:

  • Produktion
  • Verwaltung
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Forschung und Entwicklung
  • Strategie
  • Accounting
  • Controlling
  • Human Resources
  • Law and Patents
  • Mergers and Aquisitions

Bayer ist der Hecht im Karpfenteich. Aber er hat ein ganzes Ökosystem mit aufgebaut. So tummeln sich in Leverkusen weitere Chemieunternehmen, Automobilzulieferer, Kunststoff- und Metallverarbeiter und Gesundheitsdienstleister. Die Industrie verlängert die Wertschöpfungskette bis ins Handwerk und den Einzelhandel.

Im Chempark, in dem auch Leverkusen sitzt, sind insgesamt rund 200 Betriebe mit über 32.000 Beschäftigten versammelt. Sie alle profitieren von der zentralen Lage der Stadt am Rhein.

Im Städteranking 2019 des Beratungsunternehmens IW Consult belegte Leverkusen Platz 37 von 71 Großstädten in Deutschland. Die Arbeitsplatzversorgung ist gut, genauso wie die Produktivität. Für die Industrie der Zukunft ist die Stadt gut aufgestellt, sogar die Breitbandversorgung ist Spitze. Kritikpunkt: Es mangelt an kreativen Dienstleistungen.

Jobs bei Bayer in Leverkusen

jobs leverkusen bayerJobs in Leverkusen bei den Chemie-Konzernen Bayer, Covestro oder Lanxess finden Sie hier:

Jobs Leverkusen: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Leverkusen steht im Schatten seines großen Bruders Köln. Für das Konto der Leverkusener ist das ein Vorteil. Sie müssen weniger Ausgaben einplanen als die Kölner. Wer in Leverkusen 50.000 Euro im Jahr verdient, müsste in Köln laut Financescout24 über 56.500 Euro einstreichen, um den gleichen Lebensstandard zu erreichen – und das, obwohl beide Städte nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind.

In Köln stiegen die durchschnittlichen Mietpreise von 2012 auf 2017 laut Immowelt um 21 Prozent, in Leverkusen nur um 12 Prozent. In Köln liegen sie jetzt bei 10,90 Euro pro Quadratmeter, in Leverkusen bei 7,80 Euro. Auch Düsseldorf (10,40 Euro), Bonn (9,70 Euro) und sogar Bergisch Gladbacher (8,80 Euro) sind teurer als Leverkusen.

Sehr viel günstiger wohnt man innerhalb Nordrhein-Westfalens nur im Ruhrgebiet. Hier liegen die Mietpreise vielerorts unter sechs Euro. Zum Vergleich: In München kostet der Quadratmeter über 18 Euro.

Noch bessere Nachrichten gibt es für Käufer. Die Kaufpreise in Leverkusen sind von 2017 auf 2018 um sechs Prozent gefallen – von 2.350 Euro auf 2.210 Euro. Nur in vier von 80 Großstädten, die die Plattform Immowelt untersucht hat, gab es in diesem Zeitraum sinkende Kaufpreise. Neben Leverkusen zählen dazu Darmstadt, Mönchengladbach und Hagen. Aber: In diesen drei Städten gingen sie jeweils nur um ein einziges Prozent zurück.

Der Quadratmeter kostet in Köln 3.230 Euro, in Düsseldorf 3.320 Euro. Auch Bergisch Gladbach (2.540 Euro) und Bonn (2.710 Euro) liegen oberhalb des Leverkusener Kaufpreisniveaus.

Kontaktdaten und Servicestellen in Leverkusen

Sie wollen sich in Leverkusen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Leverkusen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Das Finanzamt Leverkusen finden Sie hier.
  • Die Agentur für Arbeit Leverkusen finden Sie hier.
  • Die IHK in Leverkusen finden Sie hier.
  • Die Handwerkskammer zu Köln finden Sie hier.
  • Jobs in Leverkusen finden Sie hier.

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[Bildnachweis: Thomas Quack by Shutterstock.com]

EDV Kenntnisse im Lebenslauf: Liste, Tipps, Beispiele

EDV Kenntnisse Bewerbung Tipps Lebenslauf Formulierung

EDV Kenntnisse werden in unserer digitalisierten Welt immer wichtiger. Natürlich kommt es auf den Job an: In manchen Fällen reicht simples Office-Wissen, in anderen sind komplexe Big-Data-Anwendungen gefragt. Die Bandbreite ist gewaltig: Es gibt heutzutage Content-Management-Systeme, Business Intelligence-Tools, Programmiersprachen und Datenbanken, Social Media und Sicherheitsarchitekturen. Wer braucht was? Und wo im Lebenslauf gebe ich meine EDV Kenntnisse an? Karrieresprung hilft Ihnen weiter…

EDV Kenntnisse Definition

Das Akronym EDV steht für Elektronische Datenverarbeitung. Es handelt sich im Grunde um einen Uralt-Begriff, der sich schon vor Jahrzehnten in der Bewerbersprache etabliert hat.

Damals meinte EDV die Fähigkeit, elektronische Rechenmaschinen und Computer zu bedienen, zu verwalten und zu warten. Das war in den 80er Jahren durchaus noch ein Alleinstellungsmerkmal, immerhin waren Computer zu der Zeit noch kein alltäglicher Bestandteil des Arbeitslebens.

Heute sind Rechner, Smartphones, Software und Internet am Arbeitsplatz selbstverständlich – in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Der Begriff EDV oder EDV-Kenntnisse im Lebenslauf ist mittlerweile so veraltet wie der Name Raider für Twix. EDV – das klingt nach Windows 95 und Diskettenlaufwerk.

Karrieresprung empfiehlt Ihnen daher, den Terminus nicht in Ihrer Bewerbung zu verwenden.
Dies gilt ebenso für Begriffe wie Computerkenntnisse, PC-Wissen oder Computerfähigkeiten. Greifen Sie lieber auf ein zeitgemäßes Synonyom zurück wie:

  • IT-Kenntnisse
  • IT-Skills
  • IT-Kompetenzen

Was Sie auf gar keinen Fall tun sollten: In der Bewerbung Ihre EDV-Kenntnisse zusammenfassend und undifferenziert mit einer Schulnote wie sehr gut oder gut umschreiben, also so:

  • EDV-Kenntnisse – sehr gut

Damit outen Sie sich als jemand, der in der Zeit stehengeblieben ist. EDV-Kenntnisse (bzw. IT-Kenntnisse) sind heute weit mehr, als den Rechner zu booten und ein Textverarbeitungsprogramm zu starten.

Darunter fällt jegliches Know-how im Umgang mit Computern, sämtliche Skills und Qualifikationen. Es gibt unzählige Programme, Systeme, Programmiersprachen, Algorithmen, Künstliche Intelligenzen. In jedem Beruf sind die Anforderungen an Ihre EDV-Kenntnisse bzw. IT-Skills unterschiedlich.

Bewerber sollten in ihrer Bewerbung daher differenzierter sein. Listen Sie die einzelnen IT-Kompetenzen fein säuberlich im Lebenslauf auf. Karrieresprung zeigt Ihnen, wie das geht…

EDV Kenntnisse Liste

Unter EDV-Kenntnisse fallen zum Beispiel:

  • Textverarbeitungsprogramme (z.B. Microsoft Word)
  • Tabellenkalkulation (Excel)
  • Bildbearbeitungsprogramme und Grafikdesign (Photoshop)
  • Präsentationsprogramme (Powerpoint)
  • Betriebssysteme (Windows)
  • Projektmanagement (Scrum)
  • Programmiersprachen (Java)
  • Datenbankmanagement (SQL)
  • Content-Management-Systeme (CMS)
  • Social Media (Facebook, Instagram, Twitter)
  • Social Media Management (Hootsuite)
  • Netzwerktechnik
  • IT-Security
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Unternehmenssoftware (SAP)
  • Hardware
  • Big Data (Hadoop)
  • E-Commerce
  • Cloud-Kenntnisse (Amazon Web Services)
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA)
  • Computer Aided Engineering (CAD)

Je mehr Einzelskills Sie mitbringen, desto größer sind Ihre EDV Kenntnisse insgesamt. Aber: Nicht jeder einzelne Punkt ist zwingend wichtig für Ihre Bewerbung.

Wenn Sie ein wahrer IT-Allrounder sind, dann ist es im Zweifel sinnvoller, sich in der Bewerbung auf die IT-Kenntnisse zu beschränken, die für den jeweiligen Job relevant sind.

Ein Programmierer braucht normalerweise keine SAP-Kenntnisse, muss dafür aber sicher im Umgang mit Programmiersprachen sein. Ein Social Media Manager muss dagegen nicht programmieren können, SEO-Wissen aber bringt ihm jede Menge Pluspunkte. Ein SEO-Experte, der zugleich ein Top-Fotograf ist und exzellent Bilder mit Photoshop bearbeiten kann, hat im Arbeitsalltag mitunter Vorteile.

Achten Sie also genau darauf, was in der Stellenanzeige gefordert wird und was im Beruf wichtig ist. Nur die dafür brauchbaren EDV-Kenntnisse sind in Ihrer Bewerbung relevant – und möglicherweise jene, die Sie so gut beherrschen, dass Ihr Arbeitgeber einen Extranutzen davonträgt. Das könnte Ihnen dann sogar Einkommensvorteile bescheren…

EDV Kenntnisse im Lebenslauf angeben

Eine Bewerbung ohne EDV Kenntnisse? Das ist heutzutage schon fast ein Sonderfall – und in vielen Fällen sogar aussichtslos. Wo aber gebe ich meine EDV-Kenntnisse in der Bewerbung genau an?

Antwort: Ihre EDV-Kenntnisse gehören vor allem in den tabellarischen Lebenslauf. Bilden Sie dafür eine eigene Kategorie (mit der Bezeichnung IT-Kenntnisse) und listen Sie Ihre IT-Skills dort auf – wohlgemerkt nur jene, die relevant sind und/oder die Sie extrem gut beherrschen.

Achten Sie darauf, die IT-Skills möglichst sauber zu strukturieren und zu unterteilen: in Datenverarbeitungsprogramme, Programmiersprachen usw. Bedenken Sie: Personaler mögen kaum etwas so sehr wie Übersichtlichkeit. Diese erleichtert ihnen die Arbeit – und zeigt ihnen außerdem, dass sie es mit einem strukturierten Bewerber zu tun haben.

So könnten Sie Ihre EDV-Kenntnisse im Lebenslauf formulieren:

  • MS Excel (tägliche Anwendung), MS Word (häufige Anwendung)
  • Microsoft Excel (sehr gute Kenntnisse), Microsoft Word (gute Kenntnisse), Adobe Photoshop (Grundkenntnisse)
  • MS Powerpoint (Erstellung von Kundenpräsentationen), MS Photoshop (Bearbeitung von Bildern für die Unternehmenshomepage und Social Media)
  • Sehr gute Kenntnisse in Microsoft Windows, WordPress. Gute Kenntnisse in Linux. Grundkenntnisse in SEO und SEA.
  • Java, PHP, C# (seit 8 Jahren), Ruby, Matlab (seit 5 Jahren), Matlab (seit 2 Jahren), Julia (seit 1 Jahr)
  • Javascript, Java, C++ (Expertenkenntnisse), Ruby, SQL (gute Kenntnisse), Python (Grundkenntnisse)
  • SAP (zertifiziert in SD und PP)
  • Scrum (Licensed Scrum Master seit 2019)
  • SAP FI (seit 2019 in täglicher Anwendung im Vertriebscontrolling)

Nur wenn EDV-Kenntnisse für den Job nicht sonderlich relevant sind, können Sie auf eine eigene Rubrik verzichten und sie mit anderen, den besonderen Fähigkeiten, zusammen einordnen. Beispiel: In einer Bewerbung für einen Nebenjob in der Gastronomie sind EDV-Kenntnisse weniger interessant. Es wäre geradezu merkwürdig, wenn Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen extra darauf hinweisen würden.

Auch im Anschreiben können sie auf Ihre EDV-Kenntnisse eingehen – und sollten es sogar, wenn sie für die Stelle relevant sind. Dann aber bitte nicht alle Fähigkeiten herunterrattern, sondern möglichst nur eine Top-Fähigkeit herausstellen und erklären.

6 Tipps für EDV Kenntnisse in der Bewerbung

Wie setzen Sie Ihre EDV Kenntnisse in der Bewerbung gekonnt in Szene? Mit diesen 6 Tipps gelingt es:

  1. Abstufung

    Ein Programmierer beherrscht nicht jede Programmiersprache gleich gut. Eine Bürokraft ist nicht in allen Office-Programmen bewandert. Erleichtern Sie dem Unternehmen die Arbeit, indem Sie Ihre Fähigkeiten sinnvoll abstufen.

    Das geht mithilfe von Schulnoten oder einer Unterteilung in Grundkenntnisse, Fortgeschrittene Kenntnisse und Sehr gute, Experten– oder Hervorragende Kenntnisse (Beispiele siehe oben).

    IT-Skills, über die Sie nicht verfügen, die aber auch gar nicht benötigt werden, lassen Sie direkt außen vor. Es wäre unklug, sich selbst die Note Sechs zu verpassen.

  2. Ehrlichkeit

    Bleiben Sie ehrlich – alles andere hilft weder Ihnen noch dem Unternehmen. Früher oder später kommt heraus, dass Sie die Programmiersprache Python in Wahrheit gar nicht beherrschen.

    Wenn Sie den Job deshalb nicht machen können, werden Sie in ihm weder glücklich noch erfolgreich, sondern fliegen womöglich schon in der Probezeit hinaus. Das beschert Ihnen mittel- bis langfristig also nur Probleme.

    Ein bisschen Übertreibung bleibt aber natürlich erlaubt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie in der Bewerbung Ihre SAP-Kenntnisse mit einer 2 oder 3 bewerten sollen, dann wählen Sie die bessere Note. Ehrlichkeit? Ja. Understatement? Nein!

  3. Details

    Noch besser als Schulnoten sind konkrete Projekte und Erfolge. Sie haben eine eigene App entwickelt? Ein Computerspiel programmiert? Beim vorherigen Arbeitgeber ein IT-Team geleitet? Dann unbedingt rein damit in die Bewerbung. Nichts ist so effektiv wie eine gute Referenz. Sie hat mehr Aussagekraft als eine Note, die man sich selbst gegeben hat.

    Dabei muss es sich nicht immer um die ganz großen Projekte handeln – auch kleine Erfolge können Eindruck schinden. Es kommt gut generell an, wenn Sie darlegen können, Ihre EDV-Kenntnisse schon in die Tat umgesetzt zu haben.

  4. Zeugnisse

    Eine gute Referenz ist noch wertvoller, wenn sie von einem Dritten beglaubigt wurde. Beispielsweise in Form eines Zeugnisses oder Zertfikats. Dabei kann es sich um Zeugnisse von Modulen, Abschlussarbeiten oder Kursen in der Universität oder ein Zeritfikat von Online-Anbietern wie Coursera oder Udacity handeln.

    Wenn es der Personaler schwarz auf weiß von einer unabhängigen Quelle hat, wertet das Ihre Bewerbung auf.

  5. Netzwerke

    Bringen Sie Ihre Karrierenetzwerke auf Vordermann. Tragen Sie in Ihrem Profil bei Xing- oder Linkedin unbedingt Ihre EDV-Kenntnisse ein – und bereichern Sie Ihre bisherigen Arbeitsstationen mit Details Ihrer Arbeit.

    Tipp: Bei Linkedin können Kontakte Ihre Skills mit einem Klick bestätigen. Auch dies verleiht Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Viele Personaler werden es sich nicht nehmen lassen, einen Blick in Ihre Profile zu werfen.

  6. Daten

    Ihre IT-Erfahrungen können Sie mit Zahlen untermauern. Denn auch im Umgang mit Computern gilt: Übung macht den Meister, langjährige Erfahrung zahlt sich aus. Wenn Sie also schon seit Kindesbeinen programmieren oder Hardwarebastler sind, dann stellen Sie den langen Zeitraum heraus.

    Oder geben Sie den Zeitraum an, in denen Sie an einem wichtigen IT-Projekt gearbeitet haben – oder wie lange Ihre IT-Weiterbildung gedauert hat.

EDV Kenntnisse lernen

EDV Kenntnisse kann man lernen. Manchmal MUSS man sie sogar erlernen, um Chancen auf einen neuen Job zu haben. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) scheitern vor allem Arbeitslose über 55 Jahre an einer Wiederbeschäftigung, weil sie über zu geringe oder veraltete EDV-Kenntnisse verfügen.

Doch das muss nicht so bleiben. Es ist heute so einfach wie nie zuvor, IT-Kompetenzen zum Leben zu erwecken oder zu revitalisieren. 4 Tipps – hier können Sie EDV-Kenntnisse lernen:

  • Online-Kurse von E-Learning-Anbietern wie Coursera, Edx, Udacity, Linkedin oder openHPI
  • Youtube-Tutorials
  • IT-Schulungen und Workshops von privaten Agenturen oder Anbietern wie der IHK
  • Hackathons von Unternehmen und Organisationen

EDV-Kenntnisse Berufe

Heute kommt kaum noch jemand ohne EDV-Kenntnisse aus. Ingenieure brauchen sie zusehends, Betriebswirte, Steuerberater, Journalisten. Sogar Kellner und Kassierer kommen im Arbeitsalltag nicht mehr ohne elektronische Hilfsmittel aus. Es gibt natürlich weiterhin Ausnahmen, doch die werden immer rarer.

Und dennoch: In manchen Berufen sind IT-Kenntnisse in der DNA verankert, in anderen kann man sie sich „on the job“ aneignen. In folgenden Jobs brauchen Sie definitiv profunde IT-Skills – eine Auswahl:

Das sind die 10 wichtigsten Programmiersprachen 2020

EDV Kenntnisse ProgrammiersprachenEin Sachbearbeiter muss nicht programmieren können, ein Entwickler schon. Laut Entwickler-Umfrage der Online-Plattform Stack Overflow sind das wichtigsten Programmiersprachen 2020:

  • JavaScript
  • HTML/CSS
  • SQL
  • Python
  • Java
  • Bash/Shell/Powershell
  • C#
  • TypeScript
  • PHP
  • C++

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[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

Jobs in Bielefeld: Aktuelle Stellenangebote in Ostwestfalen

jobs in bielefeld ostwestfalen

Karrieresprung deckt auf: Das Bielefeld-Komplott ist eine Lüge. Die Stadt Bielefeld gibt es wirklich! Und sie hat richtig viel zu bieten. Früher war Bielefeld eine Textilstadt, heute ist sie von Dienstleistungen und Handel geprägt. Familienunternehmen haben die Stadt stark gemacht. Jobs in Bielefeld gibt es in Hülle und Fülle…

Jobs Bielefeld: Die Stadt

Bielefeld liegt in einer der stärksten und vielfach unterschätzten Wirtschaftsregionen Deutschlands. Ihre Innovationskraft ist enorm. Man könnte auch sagen: Ostwestfalen sind die Schwaben Norddeutschlands.

Bielefeld liegt am Rande des Teutoburger Waldes mit seinem legendären Hermannsdenkmal. Als Wohngegend sind vor allem der Westen und das Stadtzentrum beliebt. Große Preissprünge sind seit einiger Zeit im Musikerviertel zu verzeichnen. Familien fühlen sich im Schlachthofviertel wohl.

Sehr beliebt ist auch das Univiertel. Im Zuge der Uni-Renovierung entstehen hier viele neue Wohnungen – nah an der Uni, im Grünen und mit guter Anbindung.

Jobs Bielefeld: Der Arbeitsmarkt

Im Jahr 2018 war die Arbeitslosigkeit in Bielefeld unter die Marke von sieben Prozent gefallen. Im November 2018 lag sie nur noch bei 6,7 Prozent deutlich niedriger als in den Vorjahren. Mittlerweile ist sie wieder in die Höhe geschnellt. Fast 14.000 Bielefelder sind aktuell arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent (Stand: Mai 2020).

Anfang 2016 waren noch mehr als 16.000 Menschen offiziell ohne Stelle in Bielefeld. Damals lag die Arbeitslosenquote bisweilen bei 9,6 Prozent und näherte sich bedrohlich der Zweistelligkeit.

Die Nachbarschaft steht freilich besser da. Im Kreis Gütersloh verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit nur 4,8 Prozent Arbeitslose, in Paderborn 6,2 Prozent, in Herford 6,3 Prozent und in Lippe 6,7 Prozent (Stand: Mai 2020).

Jobs in Bielefeld: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Eine Vollzeitstelle in Bielefeld bringt 3.310 Euro brutto im Monat ein. Das ist der Medianwert, den die Bundesagentur für Arbeit errechnet hat. Median bedeutet: Die eine Hälfte der Gehälter liegt darüber, die andere darunter.

Damit verdient man mit einem Job in Bielefeld etwas mehr als in den Nachbarstädten und -gemeinden Paderborn, Gütersloh, Herford, Lippe und Minden-Lübbecke, wo der Wert jeweils bei etwas mehr als 3.000 bis 3.100 Euro brutto monatlich liegt.

So erklärt sich auch, warum das Medianeinkommen aller Vollzeitbeschäftigten, die in Bielefeld wohnen, bei 3.257 Euro liegt. Dabei werden auch jene mit eingerechnet, die auswärts ihren Arbeitsplatz haben.

Wichtige Arbeitgeber in Bielefeld

Bielefeld ist eine Hochburg des Mittelstands. Viele Unternehmen hier befinden sich noch immer im Familienbesitz.

Auch sind viele Bielefelder Firmen zu überregionalen Marken geworden. Da gibt es zum Beispiel den Fensterhersteller Schüco, gegründet von Heinz Schürmann, oder den Tiefkühlpizzahersteller Dr.Oetker, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts von August Oetker begründet wurde.

Das sind einige der größten Arbeitgeber in Bielefeld:

  • Dr. August Oetker KG
  • Schüco International (Bauzulieferer)
  • Goldbeck GmbH (Baugewerbe)
  • Dürkopp Adler (Industrienähmaschinen)
  • Stockmeier Chemie
  • Böllhoff Gruppe (Systemtechnik)
  • DMG Mori (Maschinenbau)
  • ThyssenKrupp Schulte
  • Starrag Group (Maschinenbau)
  • Westfalen-Blatt (Medien)
  • Seidensticker (Textil)
  • Marktkauf Holding (Handel)
  • JAB Anstoetz (Textil)
  • EK/Servicegroup (Handel)
  • Kühne und Nagel (Logistik)
  • Piening (Zeitarbeit)
  • Kantar Emnid (Markt- und Meinungsforschung)
  • Itelligence (IT-Dienstleister)
  • Ruf Jugendreisen
  • Von Bodelschwingsche Stiftungen Bethel (Sozialunternehmen)
  • Klinikum Bielefeld

Die 9 beliebtesten Arbeitgeber in Bielefeld

Jobs in Bielefeld zu vergeben – laut Auswertung des Bewertungsportals Kununu sind das die 9 beliebtesten Arbeitgeber in Bielefeld (Stand: 21. Mai 2019).

Hinweis: Die Nummer 3 der ursprünglichen Top-Ten-Rangliste, die Coaching-Akademie CCA, ist in der Zwischenzeit insolvent gegangen. Übrig geblieben sind diese 9 beliebten Arbeitgeber in Bielefeld:

  • Apsolut (Unternehmensberatung)
  • Consenso Consulting (Unternehmensberatung)
  • Mindsquare (SAP-Beratung)
  • Diamant Software (Software für Rechnungswesen und Controlling)
  • Dr. August Oetker (Nahrungsmittel)
  • Goldbeck (Baugewerbe)
  • ProMediaService (Call Center)
  • Itelligence (SAP-Beratung)
  • Piening (Personaldienstleistungen)

Stellen Bielefeld: Karriereaussichten und Wirtschaft

Bielefeld ist eine alte Leineweberstadt. Auch heute ist der industrielle Kern noch stark – aber er schrumpft. Noch Mitte der 90er Jahre waren in der Industrie mehr Menschen beschäftigt als in Handel- und Dienstleistungsberufen. Das ist heute vollkommen anders.

Rund 450.000 Bielefelder arbeiten mittlerweile in Service-Jobs, die Zahl der Industriejobs dagegen ist auf unter 240.000 gefallen. Das ist übrigens auch der Grund, warum es in der Stadt mittlerweile einen deutlichen Frauenüberschuss gibt. Fast jeder fünfte Einwohner kann einen akademischen Abschluss vorweisen – deutlich mehr als im Umland.

Pro Kopf erwirtschaften die Bielefelder trotzdem weniger als ihre Nachbarn. Während das BIP pro Kopf laut IHK Ostwestfalen 2015 bei knapp 38.600 Euro lag, waren es im Kreis Gütersloh über 46.000 Euro. Auch an den Kreis Minden-Lübbecke (40.300 Euro) kommt Bielefeld nicht heran, mit Paderborn liegt es auf Augenhöhe.

Ohnehin ist Bielefeld – trotz seiner großen Unternehmen – nicht das alles überragende Wirtschaftszentrum der Region. In der Stadt Bielefeld gibt es 170 Industriebetriebe, im Kreis Paderborn aber deren 228 und im Kreis Gütersloh sogar 372.

Wichtige Branchen der regionalen Wirtschaft sind:

  • Möbelindustrie
  • Ernährungsindustrie
  • Maschinenbau
  • Elektrische Ausrüstungen
  • Metallerzeugung und -bearbeitung
  • Gummi- und Kunststoffwaren
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Einzelhandel, Großhandel

Im Städteranking 2019 von IW Consult liegt Bielefeld auf Platz 43 von 71 deutschen Städten – und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahresranking um drei Plätze. Der Arbeitsmarkt in Bielefeld ist grundsolide — und bietet auch älteren Arbeitnehmern< Perspektiven.

Startup Jobs in Bielefeld

startup jobs bielefeldFür seine Familienunternehmen ist Bielefeld schon bekannt. Daneben wächst aber auch ein starkes Startup-Ökosystem heran. Hier sind einige der vielversprechendsten Startups in Bielefeld und Ostwestfalen:

  • Bitcoin.de (Bitcoin-Marktplatz)
  • Zahnarzt-Helden (Dentalgeräte)
  • Margin (Marktplatz für Kryptowährungen)
  • Semalytix (Künstliche Intelligenz)
  • Lieblingskapital (Marktplatz für Sachwerte)
  • Valuedesk (Software)
  • Greenergetic (Online-Vertrieb von Energiesystemen)
  • Talents Friends (HR-Plattformen)
  • Matchmetrics (Fußball-Datenanalyse)
  • Assembly Solutions (Assistenzsystemtechologie)
  • Limoment (Limonade)
  • Persomatch (Personalberatung)
  • Studyhelp (Online-Kurse)

Jobs Bielefeld: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Das Leben in Bielefeld ist vergleichsweise günstig. Wer hier 50.000 Euro im Jahr verdient, müsste nach Angaben von Financescout24 in Köln fast 60.000 Euro mit nach Hause nehmen, um sich den gleichen Lebensstandard leisten zu können. Vor allem die Mieten sind in Ostwestfalen deutlich günstiger.

Der Quadratmeter kostete im ersten Halbjahr 2018 laut Immowelt-Analyse 7,30 Euro. Zehn Jahre zuvor lag der Wert noch bei 6,00 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 22 Prozent.

Was sich nach viel anhört, ist im Vergleich zu anderen Städten moderat. In Düsseldorf gab es im gleichen Zeitraum eine Preissteigerung um 36 Prozent, in Frankfurt um 42 Prozent und in Kassel sogar um 59 Prozent.

Auch die Städte im Umland verteuerten sich schneller. In Paderborn schnellten die Preise zwischen 2008 und 2018 um 42 Prozent in die Höhe, in Gütersloh um 26 Prozent. Damit ist der Quadratmeterpreis in Paderborn mit 7,50 Euro an Bielefeld vorbeigezogen.

Im Januar 2019 lagen die Quadratmeterpreise in Bielefeld laut Immowelt zwischen 7,50 Euro und 10,20 Euro im Median – je nach Wohnungsgröße. Vor allem größere Wohnungen sind relativ günstig zu haben. Für Wohnungen bis 120 Quadratmeter veranschlagt die Immobilienplattform 6,70 Euro.

Kontaktdaten und Servicestellen in Bielefeld

Sie wollen sich in Bielefeld selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Bielefeld suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Finanzamt in Bielefeld finden Sie hier.
  • Das Jobcenter Bielefeld finden Sie hier.
  • Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld finden Sie hier.
  • Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld finden Sie hier.
  • Jobs in Bielefeld finden Sie in unserer Jobbörse.
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    [Bildnachweis: Joel Wuestehube by Shutterstock.com]

    Die 11 schlimmsten Fehler im Vorstellungsgespräch

    Fehler im Vorstellungsgespraech Tipps

    Fehler im Vorstellungsgespräch – darüber ließen sich Romane schreiben. Es gibt kleine und große Missgeschicke. Dutzende Fettnäpfchen, Missgriffe und Patzer. Der eine Fauxpas zu viel – oder zu schwerwiegend – kann das vorzeitige Aus bedeuten. Traumjob adé! Aber wer sagt, dass Ihnen im Jobinterview ein dummer Lapsus unterlaufen muss? Fehler im Vorstellungsgespräch: Wenn Sie nicht so auftreten wie die 11 Typen, die wir Ihnen gleich vorstellen, haben Sie die größten Klippen umschifft…

    Fehler im Vorstellungsgespräch: Checkliste

    Im Jobinterview geht es um die Wurst. Gravierende Fehler will man da nach Kräften vermeiden. Und das geflügelte Wort der Fehlerkultur greift hier nicht. Jeder Fehler im Vorstellungsgespräch bringt Ihnen Minuspunkte, in Summe können sie Ihr vorzeitiges Aus bedeuten.

    Hier die wichtigsten Fehler im Vorstellungsgespräch, die Sie tunlichst vermeiden sollten:

    • Unpünktlich erscheinen
    • Lasch die Hand geben
    • Mundgeruch haben
    • Wenig Wissen über das Unternehmen mitbringen
    • überzogene Kritik über das Unternehmen äußern
    • Über den ehemaligen Arbeitgeber lästern
    • Betriebsinterna preisgeben
    • Keine Rückfragen stellen
    • Unangemessene Kleidung anziehen
    • Den Namen des Gesprächspartners vergessen oder falsch aussprechen
    • Keinen Blickkontakt aufnehmen
    • Dem Gegenüber ins Wort fallen
    • Den Gesprächspartner nicht zu Wort kommen lassen
    • Offensichtlich lügen
    • Zu leise oder monoton sprechen
    • Nur mit Ja oder Nein antworten
    • Nicht richtig zuhören
    • Selbstpräsentation vermasseln
    • Text wie auswendig gelernt aufsagen
    • Handy anlassen oder ans Handy gehen
    • Zwischendurch auf die Uhr schauen
    • Gähnen
    • Am Ende des Gesprächs nicht bedanken

    Hier die Checkliste zum Downloaden als PDF.

    Die 11 schlimmsten Fehler im Vorstellungsgespräch

    Ein Vorstellungsgespräch ist ein Slalomlauf. Links und rechts warten die Slalomstangen förmlich darauf, von Ihnen umgenietet und überfahren zu werden. Stets müssen Sie ausweichen, Gas geben und wieder abbremsen, um am Ende als Sieger dazustehen.

    Da gibt es fiese Fangfragen des Personalers, ungeklärte Lücken im Lebenslauf oder nervöse Nesteleien mit den Händen. Fehler über Fehler über Fehler können Bewerber hier aneinanderreihen. Wer zu viele Fehler im Vorstellungsgespräch macht – oder die falschen – ist den Job los, noch bevor er ihn überhaupt hatte.

    Dabei kann dem einen Arbeitgeber völlig egal sein, was dem anderen überaus wichtig ist. Einige Kardinalfehler aber sehen sie alle nicht gerne. Karrieresprung zeigt Ihnen, welche das sind.

    Fehler im Vorstellungsgespräch: Diese 11 Typen sollten Sie im Jobinterview NICHT verkörpern…

    1. Späti

      Wenn schon der Eindruck von Ihnen VOR dem ersten Eindruck miserabel ist, dann ist es um die Bewerbung nicht gut bestellt. Miserabel ist er, wenn Sie zu spät zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

      Pünktlichkeit hat oberste Priorität. Fahren Sie rechtzeitig los und planen Sie einen großzügigen Puffer ein, damit Sie für alle Eventualitäten gewappnet sind, die in Form von Staus oder Baustellen lauern.

      Andererseits: Eine halbe Stunde vor Gesprächsbeginn sollten Sie auch nicht am Empfang aufschlagen. Das wirkt so, als hätten Sie sonst nichts zu tun, den Job ganz bitter nötig und würden alles, ja wirklich alles tun, um ihn zu kriegen. Keine gute Ausgangsposition!

      Außerdem setzen Sie Ihren Gesprächspartner damit unter Druck, sich doch bitte zu beeilen. Er oder sie ist davon ganz sicher nicht begeistert. Deshalb: Wenn Sie viel zu früh da sind, bleiben Sie lieber noch 15 Minuten im Auto sitzen und spielen auf Ihrem Handy. Oder setzen Sie sich ins Café um die Ecke.

    2. Tratschmaul

      Schon beim Wort Smalltalk läuft es vielen eiskalt den Rücken runter. Ein Horror! Was sage ich nur zu diesem fremden Menschen?

      Auf der anderen Seite gibt es die Typen, die völlig frei und ungezwungen drauflosquasseln. „Haben Sie da draußen auch diese Kids von Fridays for Future gesehen? Totale Spinner! Wissen Sie, ich habe neulich meine alte Waschmaschine ausgetauscht, weil die so einen hohen Verbrauch hatte. Aber Sie ahnen ja nicht, was…“ Sie merken schon: Freigiebiges Geplauder kann einen schnell in die Bredouille bringen. Wenn die Inhalte mit dem Weltbild des Gegenübers kollidieren. Oder wenn Sie schlicht zu viel Belangloses herausposaunen.

      Natürlich sollen Sie weder einen Maulkorb tragen noch Ihre eigene Meinung zensieren. Mit Ihren Kollegen können Sie hinterher immer noch über Gott und die Welt philosophieren. Im Jobinterview aber ist es strategisch cleverer, sich zurückzuhalten.

      Überlegen Sie sich zwei, drei smalltalk-taugliche Themen zum Einstieg, um im Notfall das Eis zu brechen. Ansonsten konzentrieren Sie sich lieber auf das Fachliche. Aber wer weiß, vielleicht verlangt Ihnen der Personaler noch die eine oder andere persönliche Frage ab. Dann können Sie immer noch loslegen, wenn Sie wollen…

    3. Automat

      Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie Informationen über das Unternehmen einholen. Dass Sie sich Rückfragen überlegen, Ihre Selbstpräsentation einstudieren und vernünftige Klamotten rauslegen.

      Aber übertreiben sollten Sie es nicht. Lassen Sie Platz für Improvisation. Mut zur Lücke! Sie können sich nicht auf jede Frage hundertprozentig vorbereiten. Wer zu perfekt auftritt, dem fehlen die Ecken und Kanten. Und diese Ecken und Kanten sind es, die einen Bewerber attraktiv machen.

      Nicht falsch verstehen: Vorbereitung ist wichtig. Gerade für Menschen, die weniger spontan sind. Aber wenn Sie am Ende wie ein Roboter Ihren Text aufsagen, haben Sie nichts gewonnen.

    4. Tiefstapler

      Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter… Alter Spruch, aktuelle Gültigkeit. Understatement lässt auf einen angenehmen, integren und sympathischen Charakter schließen.

      Zu dumm, dass Ihnen dies im Vorstellungsgespräch leider rein gar nichts bringt. Hier tragen Sie lieber zu dick als zu dünn auf. Immerhin will Ihr Gesprächspartner von Ihren Fähigkeiten überzeugt werden.

      Was hätte ein Diego Maradona im Jobinterview gesagt? Nicht gesagt hätte er, dass er im Spiel gerne mal zu unfairen Mitteln greift (die Hand Gottes!), aber ansonsten ein ganz guter Spieler sei. Er hätte gesagt, dass er in der Lage ist, eine gesamte Weltmeisterschaft im Alleingang für sein Team zu gewinnen.

      Die Wahrheit ist: Sie müssen sich verkaufen, selbstbewusst auftreten und vielleicht sogar ein bisschen angeben. Bis zur Toleranzgrenze! Traurig, das sagen zu müssen, aber: Bescheidenheit ist ein Fehler im Vorstellungsgespräch.

      Erst wenn Selbstbewusstsein in Arroganz und Überheblichkeit umschlägt, winken Personaler innerlich ab. Aber auch erst dann.

    5. Schweiger

      Der Personaler spricht, ich antworte. So stellen sich viele Bewerber ein Vorstellungsgespräch vor. Falsche Vorstellung!

      Verharren Sie nicht in der Rolle des passiven Zuhörers. Das Jobinterview ist ein Dialog, kein Verhör. Nicht nur das Unternehmen will erfahren, ob Sie die richtige Besetzung sind. Auch für Sie als Bewerber bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, mehr über die Firma zu erfahren.

      Darum sollten Sie sich gute Rückfragen überlegen und diese auch stellen. Sie demonstrieren so zudem Interesse und Neugier. Keine Rückfragen stellen – großer Fehler im Bewerbungsgespräch!

    6. Eintreiber

      In Zeiten des Fachkräftemangels haben begehrte Spezialisten mehr Verhandlungsspielraum als andere. Den dürfen und sollten sie auch nutzen.

      Aber es geht im Vorstellungsgespräch nicht nur um Sie. Es geht auch um den Bedarf des Unternehmens. Darum, was es sich von Ihnen verspricht und welche Leistung es erwarten darf. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen – für Sie als Bewerber, aber eben auch für den Arbeitgeber.

      Darum ist es so wichtig, Ihren Marktwert richtig einzuschätzen. Pokern Sie ruhig hoch und verkaufen Sie sich ja nicht unter Wert. Aber stellen sie keine exorbitant überzogenen und völlig abgehobenen Forderungen. Das Unternehmen wird Sie dann nicht einstellen – Fachkräftemangel hin oder her.

      Außerdem wollen sie ja nicht gierig wirken. Und setzen sie dem Gesprächspartner nicht die Pistole auf die Brust. Nach dem Motto: Entweder ich kriege die zwei Tage Home Office pro Woche oder ich komme nicht. Verhandeln: ja, pauschal einfordern: nein.

    7. Phrasendrescher

      „Ich bin ungeduldig. Ein echter Teamplayer. Perfektionist.“ Gähn! Im Vorstellungsgespräch mutieren Bewerber gerne zu Phrasendreschern. Personaler aber haben schätzungsweise schon tausendmal die Adjektive motiviert, lernfähig und belastbar gehört. Dass die Bewerber etwas bewegen wollen oder eine neue Herausforderung suchen.

      Logisch, Sie können nicht (Achtung, Phrase!) das Rad neu erfinden. Wenn Sie wirklich gerne im Team arbeiten, dann erwähnen Sie das. Aber belegen Sie es anhand echter Beispiele aus Ihrem Arbeitsleben. So konkret wie möglich, damit sich Ihr Gegenüber etwas darunter vorstellen kann. Behaupten kann man schließlich vieles.

      Darüber hinaus dürfen Sie natürlich auch gerne nach Vorteilen und Stärken suchen, die nicht so oft verwendet werden. Attribute, die Sie auszeichnen, die aber noch nicht ausgenudelt sind.

      Schließlich gilt es als Erfolgsrezept, neue Wege zu gehen, aus der Masse hervorzustechen, im Sport oder in der Kunst zum Beispiel. Wer einzigartig ist, erhöht seinen Wiedererkennungs- und Marktwert.

    8. Egozentriker

      Na klar, im Bewerbungsgespräch geht es um Sie und Ihre Qualitäten. Aber versuchen Sie dennoch, eine Verbindung zum Arbeitgeber in spé herzustellen. Welche Vorteile hat er von Ihnen?

      Dass Sie so ein smarter und charmanter Typ sind, ist schön für Sie. Aber wie bringt es das Unternehmen voran? Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Er will eine konkrete Stelle besetzen mit einer Person, die spezielle Aufgaben übernimmt. Legen Sie also dar, wie Sie der Firma genau helfen können. Ihre Skills, Kenntnisse und Netzwerke können Sie zum Wohle der Firma einsetzen, indem Sie…

      Der Personaler muss spüren, dass ein fähiger Kandidat auf ihn wartet, der die Firma weiterbringt. Und nicht einer, dem es nur um die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse geht, um den Dienstwagen oder das Eckbüro.

    9. Wachsfigur

      Manche halten die Körpersprache für überbewertet. Ihr Gesprächspartner im Jobinterview dürfte sie aber sehr ernst nehmen. Spielt ein Bewerber nervös mit seinen Händen herum, zeugt das von Unsicherheit – zumindest ist dies die Botschaft, die ankommt.

      Versuchen Sie also, Ihren Körper zu beherrschen. Aufrecht hinsetzen, Hände gefaltet in den Schoß legen, Blickkontakt halten. Kräftiger Händedruck, ebenso kräftige Stimme. Die sollten Sie auch aufrechthalten, wenn Sie mit einer unangenehmen Frage konfrontiert werden. Sie dürfen auch gerne gestikulieren und müssen nicht wie eine Wachsfigur auf Ihrem Platz kleben.

      Ungünstig wäre, wenn Sie bei einer fiesen Fangfrage zusammenzucken, in Panik geraten oder anfangen zu stottern. Das können Sie vorher auch trainieren, mit Freunden oder vor dem Spiegel.

      Negative Körpersprache – ein unterschätzter Fehler im Vorstellungsgespräch!

    10. Schlumpergrete

      Nachlässige Kleidung. Ein Anfängerfehler im Vorstellungsgespräch. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie überwerfen sollen, dann befolgen Sie die Regel: Lieber overdressed als underdressed. Im Zweifel den Anzug, Hosenanzug oder das Kostüm anziehen.

      Selbstverständlich kommt es auf die Branche und das Unternehmen an. Bei einem Software-Startup dürfen Sie es ruhig wagen, sich im Hoodie als Softwareentwickler vorzustellen. Ihre Einstellungschancen sind hoch – unabhängig vom Outfit. In der Finanzbranche geht es konservativer zu, in der Werbung kreativer. Der Einzelfall entscheidet.

      Es geht aber nicht nur um den Dresscode: Sauber und fusselfrei sollte Ihre Kleidung sein – egal, um welche es sich handelt. Die Hygiene-Basics kennen Sie selbst: Fingernägel schneiden, Haare waschen, solche Dinge. Allerdings merkt man selbst oft nicht, dass man üblen Mundgeruch hat. Vorsichtshalber lieber ein paar Drops einwerfen?

      Bedenken Sie: Ein klitzekleines Detail kann den Gesamteindruck völlig zunichte machen. Ein brauner Soßenfleck auf der Hinterseite Ihres Hemdes. Oder ein winziges, aber doch sichtbares Loch im Strumpf oder ein Hosenstall, den Sie vergessen haben zu schließen. Vor dem Jobinterview noch mal einen genauen Checkup durchführen.

      Modischer Fauxpas – ein Fehler im Vorstellungsgespräch, den Sie unbedingt vermeiden sollten!

    11. Undankwart

      Der letzte Eindruck hallt nach. Vergessen Sie nicht, sich zum Abschied noch einmal herzlich zu bedanken. Für das Gespräch und die Zeit, die man für Sie geopfert hat. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie das Gespräch verlaufen ist, ob es gut oder mies war. Ein aufrichtiger Dank gehört sich einfach.

      Wer es versäumt, hinterlässt mindestens einen faden Nachgeschmack. Wenn Sie sich dagegen bedanken, wird der Personaler dies wertschätzen – und sie als Mensch mit guten Umgangsformen in Erinnerung behalten.

      Ein kleiner Baustein, der viel wert ist. Schließlich will man Leute einstellen, die sich zu benehmen wissen…

    Fehler im Vorstellungsgespräch von Unternehmen

    fehler im vorstellungsgespraech von unternehmenBewerber sind nicht die einzigen, die sich Fehler im Vorstellungsgespräch erlauben. Arbeitgeber sind auch nicht gerade perfekt. Nach Angaben der Jobbörse Monster haben 60 Prozent der Jobsuchenden schon einmal ein Angebot aufgrund ihrer Eindrücke im Einstellungsgespräch abgelehnt.

    Wenn der Personaler durch Unpünktlichkeit oder Arroganz glänzt, ist so mancher Interessent innerlich schon wieder aus der Tür. Besonders ärgerlich ist eine schlechte Organisation: Wenn der Raum für das Jobinterview gar nicht gebucht war, der Personalchef kurzfristig lieber einen anderen Termin wahrnimmt oder die Bewerbungsmappe auf unerklärliche Weise verschwunden ist.

    Bewerber wollen merken, dass sich der Arbeitgeber mit ihrer Vita befasst hat – wenigstens ansatzweise. Wenn dagegen nur das Standardprogramm abgespult wird, kommt die Wertschätzung zu kurz. Und eine Prise Emotion darf auch gerne im Spiel sein. Personaler, die sich für den Menschen hinter dem Arbeitnehmer interessieren, machen Lust auf eine Zusammenarbeit. Zu oberflächlich und technisch sollte das Bewerbungsgespräch nicht sein.

    Die größten Fehler im Vorstellungsgespräch von Unternehmen:

    • Schwache Unternehmenspräsentation
    • Unprofessionelles Auftreten der Personaler
    • Schlechte Organisation
    • Unpünktlichkeit
    • Oberflächliches oder zu technisches Gespräch

    Frage an Bewerber: Was war Ihr größter Fehler?

    Im Bewerbungsgespräch begeht man nicht nur Fehler, man wird auch nach ihnen gefragt. Die Frage „Was war Ihr größter Fehler?“ (oder „Was war Ihr größter Misserfolg?“) zählt eindeutig zu den beliebtesten von HR-Mitarbeitern.

    Wie reagieren Bewerber darauf? Fehler verleugnen ist jedenfalls keine realistische Strategie. Geben Sie Fehler zu und suchen Sie auch keinen Schuldigen. Nach dem Motto: Der Rasen war schlecht, der Schiri mies und unser Torwart eine Katastrophe, darum MUSSTE ich ja quasi das Eigentor schießen.

    Aber zeigen Sie gleichzeitig, dass sie aus der Episode gelernt haben. Sie haben den Misserfolg analysiert, Ihre Lehren gezogen und begehen den Fehler kein zweites Mal. Im Gegenteil, Sie sind gestärkt aus der Sache hervorgegangen.

    Fehler im Vorstellungsgespräch erklären – hier sind 3 konkrete Beispiele, wie es funktionieren kann:

    • Frage nach Fehlern: Antwort 1

      Ich habe bei meinem Berufseinstieg ein sehr hohes Einstiegsgehalt verlangt, weil ich von mir einfach maßlos überzeugt war. Das war im Rückblick sehr übertrieben und überzogen. Mittlerweile weiß ich, dass man erst Leistung bringen muss und danach etwas einfordern kann. Verstehen Sie mich nicht falsch, heute bin ich jeden Cent wert, den ich fordere… (der letzte Satz mit einem Augenzwinkern, versteht sich).

    • Frage nach Fehlern: Antwort 2

      Ich musste mal eine Rede vor versammelter Belegschaft halten und es war eine Katastrophe. Ich war hypernervös, habe mich ständig verhaspelt und ohne Übertreibung zum Gespött gemacht. Danach habe ich mir geschworen: Das passiert dir nie wieder! Ich habe einen Rhetorikkurs belegt und zuhause geübt, geübt, geübt. Ehrlich gesagt hatte ich bis heute nicht die Möglichkeit, diese Blamage wieder wettzumachen, weder bei meinem damaligen Arbeitgeber noch anderswo. Aber ich brenne darauf, genau das irgendwann zu tun, vielleicht ja sogar bei Ihnen…

    • Frage nach Fehlern: Antwort 3

      Nach meinem Studium wollte ich unbedingt bei Siemens anfangen, weil es damals mein absoluter Traumarbeitgeber war. Ich bin siegesgewiss zum Vorstellungsgespräch gefahren, aber es ging richtig in die Hose. Ich hatte mich nicht genügend vorbereitet und habe geglaubt, dass alles ganz von alleine läuft. Nicht bewusst war mir, dass ich mich auch als Traumarbeitnehmer von Siemens präsentieren musste, um den Job zu bekommen. Habe ich aber nicht. Die Geschichte war mir eine Lehre. Seitdem bereite ich mich, wenn ich einen Job wirklich will, absolut gründlich und gewissenhaft auf ein Jobinterview vor. Darum bin ich heute auch so gut vorbereitet…

    Wichtige Anmerkung: Zu gravierend darf Ihr Fehler nicht gewesen sein. Wenn Sie illegale Geschäfte gemacht oder Ihren Chef hintergangen haben, dann können Sie zwar auch daraus gelernt haben und längst auf die gute Seite gewechselt sein. Erwähnen sollten Sie den Fehler im Vorstellungsgespräch trotzdem nicht. Niemand stellt wissentlich Lügner, Betrüger, Diebe und sonstige Ganoven ein…

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    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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    Der Personaler übernimmt die Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch, denken viele Bewerber. Er stellt die Fragen, er gibt die Richtung vor. Das ist auch nicht ganz falsch. Aber in der Rolle des reinen Fragenbeantworters, der nur den Mund aufmacht, wenn er gefragt wird, sollten Sie nicht verharren. Ganz im Gegenteil, gute Bewerber übernehmen die Kontrolle über ein Gespräch. Ganz einfach ist es allerdings nicht. Was eine gute Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch ausmacht…

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Probleme

    Viele Bewerber glauben, die Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch obliege dem Interviewer. Das ist auch nicht ganz falsch. Er oder sie ist es schließlich, der die Fragen stellt, die Qualifikationen auf den Prüfstand stellt, den besten Kandidaten für die vakante Stelle finden will.

    Auf der anderen Seite ist es der Bewerber, der größtenteils redet. Der Redeanteil in einem Bewerbungsgespräch sollte bei ungefähr 30 zu 70 liegen. 30 Prozent der Zeit spricht der HR-Mitarbeiter, 70 Prozent der Zeit parliert der Bewerber.

    Viele Bewerber wünschen sich zudem ausdrücklich ein Vorstellungsgespräch „auf Augenhöhe.“ In einer Umfrage des Personaldienstleisters Softgarden äußerten fast drei Viertel der Befragten diesen Wunsch. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Vorstellungsgespräche oftmals eben NICHT auf Augenhöhe geführt werden, sondern eher einem Verhör oder gar einem Inquisitionstribunal gleichen.

    Augenhöhe meint Wertschätzung – und Wertschätzung fängt schon bei den vermeintlichen Petitessen an. Wer dem Bewerber zu Beginn nicht mal ein Glas Wasser anbietet oder ihn minutenlang warten lässt, drückt keine Achtung vor jemandem aus, der möglicherweise eine lange Anreise hinter sich oder sich tagelang auf den Termin vorbereitet hat. Bewerber wollen ein Gespräch führen, keiner Frage-Antwort-Runde beisitzen. Sie wollen überzeugt werden.

    Aber sie können auch durch ihre eigene Art der Gesprächsführung dazu beitragen, dass der Termin zum Erfolg wird…

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Basics

    Es gibt die verrücktesten Situationen: Da erscheinen Bewerber in Begleitung eines Elternteils oder Freundes. Sobald der Interviewer eine Frage stellt, übernimmt der Begleiter die Gesprächsführung. Alles schon da gewesen!

    Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass Sie auf solche Ideen gar nicht erst kommen. Nicht mal dann, wenn Sie sich mit 16 für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz bewerben, hochgradig unerfahren, scheu, verunsichert – und rhetorisch noch arg ungeschliffen sind. Macht nichts! Mit etwas Übung werden Sie und Ihre Gesprächsführung immer besser. Aber ohne den gelegentlichen Sprung ins kalte Wasser erzielt man nun einmal keine Fortschritte…

    Der erste Tipp für eine gelungene Gesprächsführung im Bewerbungsgespräch lautet daher: Machen Sie sich nicht klein. Geben Sie die Gesprächsführung nicht komplett aus der Hand. Es handelt sich ja schließlich um ein Bewerbungsgespräch, nicht um ein Bewerbungsverhör oder einen Bewerbungsmonolog.

    Dass Sie überhaupt zum Jobinterview eingeladen worden sind, sollte Ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Sie haben die erste Hürde überstanden, der Arbeitgeber ist an Ihnen interessiert. Sehr positiv!

    Gut vorbereiten sollten Sie sich in jedem Fall auf das Interview. Wichtig ist vor allem, typische Fragen im Vorstellungsgespräch zu antizipieren (und zu kontern) und selbst gute Rückfragen in petto zu haben.

    Am besten, Sie bringen Ihre Punkte ehrlich und authentisch rüber. Was abgedroschen klingt, dient der Partnerfindung. Sie selbst wollen auch wissen, ob das Unternehmen zu Ihnen passt. Wenn Sie mit offenen Karten spielen, fällt beiden die Partnerwahl leichter. Wie Sie das konkret in die Tat umsetzen, verraten wir Ihnen gleich…

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Vorbereitung

    Ein erfolgreiche Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch setzt diese drei Dinge voraus:

    1. Bewerbungsunterlagen

      Ihre eigenen Bewerbungsunterlagen sollten Sie kennen. Schauen Sie vorher unbedingt noch mal hinein. Sonst erwischt man sie womöglich auf dem falschen Fuß. Wenn Sie sich an das Praktikum bei der Konkurrenzfirma nicht mehr erinnern oder Ihr Französisch, das Sie im Lebenslauf mit fließend angegeben haben, in Wahrheit aus ein paar Brocken besteht, macht das Ihre Vorstellung zu einer Farce.

    2. Informationen

      Der Personaler erzählt und fragt und macht und tut – und Sie verstehen nur Bahnhof. Sie müssen Ihr zukünftiges Unternehmen nicht aus dem Effeff kennen, aber die wichtigsten Infos sollten sitzen. Wenn Sie sich bei Volkswagen bewerben, aber Elektroautos für ferngesteuerte Spielzeuge halten, können Sie das Gespräch vergessen. Ein Gespräch kontrollieren, das eben nicht auf Augenhöhe stattfindet, ist unmöglich.

    3. Namen

      Dieser Punkt ist viel wichtiger als man denkt. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner und reden Sie sie auch persönlich mit Namen an. Das zeugt von Wertschätzung. Ein Gespräch besteht immer aus zwei Parteien. Und gelingen kann es nur, wenn beide Seiten der jeweils anderen mit Respekt begegnen. Auch die Position bzw. Funktion Ihrer Gesprächspartner sollten Sie sich unbedingt merken.

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch übernehmen

    Sie sollen das Gespräch kontrollieren, nicht dominieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Zunächst ist es logisch, dass der Personaler die Gesprächsführung übernimmt. Er hat Sie eingeladen, er stellt die Fragen, er will etwas über Sie erfahren, er stellt den Arbeitgeber vor.

    Aber Sie können als Bewerber dennoch kontrollieren, welche Botschaften Sie vermitteln. Welchen Eindruck Sie hinterlassen und was Sie zum Ausdruck bringen. Das fängt mit der Selbstpräsentation an. Die Stationen und Erfolge, die Ihnen am wichtigsten sind, legen Sie ausführlicher dar als jene, die weniger durchschlagend waren.

    Auch andere typische Personalerfragen sind so gestrickt, dass Sie das Heft in der Hand behalten können.

    Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, läuft es so: Der Personaler fragt, aber Sie kontrollieren das Gespräch.

    Übrigens: Zu einer guten Gesprächsführung gehört auch das betonte Schweigen. Warten Sie ruhig mal einige Sekunden mit Ihrer Antwort. So demonstrieren Sie Souveränität.

    Und halten Sie auch das Schweigen Ihres Gegenübers aus. Fatal: Wild drauflosplappern, um eine unangenehme Stille zu durchbrechen. Bleiben Sie cool und schweigen Sie mit – ein Geheimtipp für jedes Bewerbungsgespräch und jede Verhandlung.

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Gefahren

    Schwieriger wird es bei sogenannten Stressfragen. Die sind speziell darauf ausgelegt, Sie aus der Reserve zu locken und Ihnen die Schweißperlen ins Gesicht zu treiben.

    Dies ist der Zeitpunkt, an dem viele Bewerber die Kontrolle verlieren. Wenn sie rot anlaufen, nervös mit den Händen spielen oder anfangen zu nuscheln. Oder, wenn sie etwas anderes sagen als das, was sie eigentlich zum Ausdruck bringen wollten.

    Grundsätzlich: Es ist nicht schlimm, mal auf dem Schlauch zu stehen! Wichtiger ist, wie Sie damit umgehen. Bleiben Sie vor allem ruhig. Versuchen Sie, sich mit einem Kommentar Zeit zu erkaufen. So einem wie: „Knifflige Aufgabe, die Sie mir da stellen.“ Sie können Ihre Antworten auch im Nachhinein korrigieren oder präzisieren, ohne als Windbeutel dazustehen. Fangfragen erfordern dies mitunter. Nur Mut!

    Und selbst wenn Sie mehr schlecht als recht aus dieser Gesprächsphase herausgekommen sind, ist die Chance noch nicht vertan. Sie können das Ruder wieder in die Hand nehmen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem, wenn der Personaler die berühmte Frage stellt: Haben Sie noch Fragen an uns?

    Speziell auf diese Frage sollten Sie gut vorbereitet sein und eine oder zwei Rückfragen aus dem Hut zaubern…

    Gesprächsführung: 3 unterschätzte Fehler

    gespraechsfuehrung im vorstellungsgespraech fehlerAchtung – diese drei Fehler machen die beste Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch zunichte:

    1. Handy

      Wenn es während des Jobinterviews bimmelt, ist das noch keine Katastrophe. Jeder kann mal vergessen, sein Handy rechtzeitig auszustellen. Ihre Reaktion ist es, die zählt. Und die kann nur so aussehen: Sie entschuldigen sich, drücken den Anruf sofort weg und schalten das Smartphone aus. Wehe dem, der noch mehrere Sekunden wie gebannt aufs Display starrt, um zu sehen, wer gerade anruft oder gar rangeht (das können und sollten Sie in familiären Notlagen natürlich tun, aber auch nur dann)!

    2. Uhr

      Bitte niemals auf die Uhr blicken, auch nicht heimlich! Und schon gar nicht mehrfach. Weder auf die Armbanduhr oder Smartwatch noch auf die Uhr an der Wand. Das zeigt entweder, dass Sie Langeweile leiden oder sich wünschten, der Zeiger liefe noch viel schneller. Ein ehrliches Interesse am Job drücken Sie dadurch jedenfalls nicht aus. Was Sie im weiteren Laufe des Vorstellungsgesprächs sagen oder nicht sagen, spielt jetzt schon fast keine Rolle mehr.

    3. Laberei

      Nervosität zeigt sich darin, dass man sich gar nicht traut, etwas zu sagen – oder dass man den Gegenüber komplett zutextet. Smalltalk als Eisbrecher – schön und gut. Aber halten Sie sich ein wenig zurück. Quasseln Sie nicht ohne Punkt und Komma drauflos. Sprechen Sie langsam und deutlich. Posaunen Sie keine Belanglosigkeiten heraus. Bleiben Sie cool und souverän. Das wird im Job auch von Ihnen erwartet.

    Gesprächsführung am Ende des Vorstellungsgesprächs

    Sobald der Gesprächspartner mit den Rückfragen startet, bietet sich Ihnen noch eine ganz andere Gelegenheit. Sie können Punkte, die Ihnen wichtig, aber noch nicht zur Sprache gekommen sind, ins Gespräch einweben. Oder Dinge klarstellen, wenn sie einer Klarstellung bedürfen.

    • Bevor ich Ihnen meine Fragen stelle, würde ich gerne noch eine Sache sagen: Und zwar ist es, glaube ich, vorhin nicht ganz deutlich geworden, dass…

    Das klingt für Sie vielleicht verwegen, ist aber völlig legitim. Sie führen ein Gespräch (!) und sind kein Antworten-Automat. Dazu gehört, dass Sie selbst ansprechen können, was Sie für wichtig erachten. Nur arrogant oder anmaßend sollten Sie dabei nicht wirken.

    Und noch ein Hinweis: Sie dürfen die Aspekte, die für Sie relevant sind, auch gerne in einem Notizbuch notieren und mit ins Jobinterview nehmen. Und sich während des Gesprächs neue Notizen machen. So wirken Sie gut vorbereitet und engagiert.

    Nein, jedem Personaler gefällt auch das sicher nicht. Es gibt tatsächlich welche, die nur Mitarbeiter suchen, die folgen und keine unangenehmen Fragen stellen. Das ist auch in Ordnung. Völlig ok ist es auch, wenn sie so jemand sein wollen. Aber Sie können eben auch jemand anderes sein…

    Gesprächsführung: Checkliste

    Die wichtigsten Tipps für eine gute Gesprächsführung im Bewerbungsgespräch in der Übersicht:

    • Reden Sie Ihre Gesprächspartner mit Namen an.
    • Holen Sie die notwendigen Informationen über das Unternehmen ein und lassen Sie Ihr Wissen im Laufe des Gesprächs einfließen („Sie wissen ja durch Ihr Werk in Malaysia auch, dass die Uhren in Südostasien anders ticken…“)
    • Überlegen Sie sich vorher, welche Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen Sie unbedingt anbringen möchten.
    • Legen Sie sich ein oder zwei Themen für den Smalltalk zu Beginn des Gesprächs zurecht.
    • Trainieren Sie Ihre Antworten, aber lernen Sie sie nicht auswendig.
    • Üben Sie Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel.
    • Antizipieren Sie mögliche Fragen des Personalers, die sich aus Ihrem Lebenslauf ergeben (z.B. Lücken im Lebenslauf, vorherige Stationen, Studienwahl, Häufigkeit der Jobwechsel usw.).
    • Bereiten Sie zwei oder drei smarte Rückfragen für den Personaler vor.
    • Reden Sie langsam, aber nicht behäbig – und deutlich, aber gerne lebendig.
    • Lassen sich nicht hetzen oder unter Druck setzen – auch nicht durch Fangfragen.
    • Bereiten Sie ein oder zwei solide Floskeln vor, um im Notfall Zeit zu gewinnen („Das ist eine sehr schwierige Frage.“ „Lassen Sie mich da bitte noch mal kurz drüber nachdenken.“).
    • Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nie ins Wort.
    • Bedanken Sie sich am Ende des Gespräch und verabschieden sich höflich – egal, wie gut oder schlecht es gelaufen ist.

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch für Interviewer

    gespraechsfuehrung im vorstellungsgespraech interviewer tippsAuch für Unternehmen und Personalabteilungen gewinnt das Thema Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch an Relevanz. Immerhin müssen sie fähige Fachkräfte für sich gewinnen – und davon gibt es auf dem Arbeitsmarkt mitunter nicht (mehr) so viele.

    Manche schwören dabei auf die personenorientiere Gesprächsführung nach Rogers. Carl Rogers war ein US-amerikanischer Psychologe des 20. Jahrhunderts. Die von ihm geprägte Gesprächstechnik betont das aktive, einfühlende Zuhören. Der Interviewer signalisiert seinem Gesprächspartner durch Gesten, dass er ihn versteht, etwa durch Blickkontakt, Kopfnicken und verbale Bestätigungen wie Ja, Ach so, Hm oder OK.

    Der Interviewer sollte sein Gegenüber nicht unterbrechen; auch nicht, um weiterführende Fragen zu stellen. Der Bewerber soll sich verstanden und akzeptiert fühlen. Dazu zählt auch, auf Wertungen vorerst zu verzichten. Schnell aufs Handy oder auf die Uhr schauen oder gar die Augen verdrehen – solche Gesten bewirken das Gegenteil und zeigen, dass es mit dem Interesse in Wahrheit nicht weit her ist.

    Die wichtigsten Tipps für eine gute Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch für den Interviewer:

    • Bereiten Sich gut auf das Bewerbungsgespräch vor, indem Sie sich genügend Zeit für die Sichtung der Bewerbungsunterlagen nehmen.
    • Stellen Sie sicher, dass Sie sich für den festgelegten Zeitraum (z.B. 30 Minuten) ungestört und ohne Termindruck unterhalten können, etwa durch eine rechtzeitige Buchung des Konferenzraumes.
    • Erstellen Sie einen groben Leitfaden für das Vorstellungsgespräch, aber lassen Sie Raum für Spontanität und Improvisation.
    • Legen Sie vorher fest, welche Fähigkeiten und Qualifikationen Sie unbedingt abfragen möchten.
    • Bereiten Sie sich auf mögliche Rückfragen des Bewerbers vor.
    • Begrüßen Sie den Bewerber höflich bis herzlich und beginnen mit Smalltalk, um die Situation aufzulockern.
    • Formulieren Sie nach Möglichkeit offene Fragen, die es dem Bewerber erlauben, in einen Redefluss zu kommen.
    • Teilen Sie dem Bewerber am Ende des Gesprächs mit, wie der weitere Verlauf ist und bedanken Sie sich ausdrücklich für sein Kommen und seine Zeit.

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    [Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]

    Jobs in Oldenburg: Aktuelle Stellenangebote im Oldenburger Land

    jobs in oldenburg vollzeit teilzeit

    Jobs in Oldenburg gibt es vor allem für Akademiker. Zahlreiche IT- und Technologiefirmen haben sich im Nordwesten Niedersachsens angesiedelt. Die ganz großen Namen hat die Oldenburger Firmenlandschaft zwar nicht zu bieten. Dafür gibt es hier einen innovativen Fotodienstleister, der mit der (digitalen) Zeit geht…

    Jobs Oldenburg: Die Stadt

    Der Oldenburger ist ein kräftiger, sportlicher Typ. Damit ist die Pferderasse gemeint, ein Symbol der Region. Kräftig ist auch Oldenburgs Nationalgericht: Grünkohl. Eine Vitamin-C-Bombe, die nicht auf jeden anziehend wirkt. In Oldenburg aber ist man ganz versessen auf das Wintergemüse – und wählt sogar regelmäßig einen Grünkohlkönig.

    Genauso grün ist es im Schlossgarten, dem Prunkstück der Stadt. Das Schloss wurde Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut, als Residenz des Grafen Anton Günter von Oldenburg. Heute genießen hier alle Oldenburger den Sommer.

    Wem das Kleinod nicht genug ist, der fährt einfach 20 Kilometer gen Westen nach Bad Zwischenahn. Im pittoresken Luftkurort erholen sich Gestresste und Erschöpfte. Am Zwischenahner Meer können sie – auch wenn kerngesund – die Seele baumeln lassen.

    Vor allem junge Akademiker zieht es wegen der Wissenschaftsinstitute in den Norden. Sie lassen sich besonders gerne in den Stadtteilen Ziegelhof und Haarenesch nieder. Das Gerichtsviertel zählt genauso zu en Top-Wohnlagen wie die Stadtmitte und Bürgeresch. Zu den unschöneren Gegenden zählt das Kennedyviertel rund um die Kennedystraße, die für manche schon zu einem Angstort geworden sein soll.

    Jobs Oldenburg: Der Arbeitsmarkt

    In Oldenburg stottert der Jobmotor. Im Mai 2020 gab es 7.145 Arbeitslose in der 170.000-Einwohner-Stadt. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent. Ein Jahr zuvor betrug die Quote nur 5,9 Prozent (Juni 2019).

    Damit liegt die Oldenburger Quote deutlich über dem Wert für ganz Niedersachsen von 6,0 Prozent (Stand: Juni 2020). Besser sieht es im Landkreis Oldenburg aus. Hier beträgt die Arbeitslosenquote nur 3,8 Prozent. Der Landkreis Oldenburg besteht aus diesen Gemeinden:

    • Dötlingen
    • Ganderkesee
    • Großenkneten
    • Harpstedt
    • Hatten
    • Hude
    • Wardenburg
    • Wildeshausen

    Zum Vergleich: Leer im Osten kommt auf 6 Prozent Arbeitslosigkeit, die Stadt Bremen im Westen auf 10,8 Prozent und Wilhelmshaven im Norden gar auf 12 Prozent. Lediglich Cloppenburg und Vechta im Süden können gegen die Regionalmetropole bestehen. In Cloppenburg sind es 4,6 Prozent Arbeitslose, in Vechta 4,5 Prozent (Stand: Juni 2020).

    Jobs in Oldenburg: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Niedersachsen zählt nicht zu den Bundesländern mit den höchsten Gehältern. Das Durchschnittsgehalt zwischen Harz und Küste liegt nach Angaben von gehalt.de bei 41.310 Euro brutto im Jahr. Im benachbarten Hessen sind es 10.000 Euro mehr. Niedersachsen liegt damit nur auf Rang 10 von 16 Bundesländern.

    Uni-Absolventen steigen hier mit rund 42.000 Euro brutto jährlich in den Beruf ein. In Hessen stehen abermals 10.000 Euro mehr zu Buche. Lehrlinge kommen nach erfolgreicher Ausbildung in Niedersachsen auf ein Gehalt von rund 28.000 Euro brutto im Schnitt.

    Für Fach- und Führungskräfte weist der Stepstone-Gehaltsreport 2019 ein niedersächsisches Durchschnittsgehalt von 53.545 Euro aus.

    Auch Oldenburg ist keine Stadt, in der es Gold regnet. Laut Bundesagentur für Arbeit kann ein Vollzeitbeschäftigter mit einem Job in Oldenburg mit monatlich 3.152 Euro brutto rechnen. Das ist der Medianwert. 50 Prozent der Vollzeitgehälter liegen darüber, die anderen 50 Prozent darunter.

    Der Medianwert für ganz Deutschland liegt bei 3.209 Euro. Den knackt Oldenburg nicht. Immerhin kann man in der Stadt deutlich mehr verdienen als im Umland. Im Ammerland kommen Vollzeitarbeitnehmer auf 2.809 Euro, in Cloppenburg nur auf 2.609 Euro. In Bremen sind es dagegen 3.445 Euro brutto pro Monat.

    Wichtige Arbeitgeber in Oldenburg

    Hier gibt es Jobs in Oldenburg – das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Oldenburg:

    • EWE AG (Versorgungsunternehmen)
    • Cewe (Fotodienstleister)
    • Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
    • Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität (Forschung)
    • Oldenburgische Landesbank
    • Jade Hochschule
    • BTC Business Technology Consulting AG
    • Landessparkasse zu Oldenburg
    • Niedersachsen Ports (Hafenbetreiber)
    • Leffers (Mode)
    • Nanu-Nana (Einzelhandel)
    • Inperso (Personaldienstleistungen)
    • Nordwest-Zeitungsverlag
    • Ingenieurgesellschaft Oldenburg
    • Vierol AG (Fahrzeugteile)
    • DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme
    • Bernard Matthews GmbH (Nahrungsmittel)
    • SmarAct (Hightech)
    • KDO (Technologiedienstleister)
    • ISE Individuelle Software und Elektronik GmbH
    • Brille24 (E-Commerce)
    • BTC Embedded Systems (Technologie)
    • Kehag AG (Energieversorgung)
    • Nowis (IT-Dienstleister)
    • VRG (Software)
    • Timecon (Personalberatung)
    • Ashampoo (Software)
    • Floragard (Blumenerde)
    • Gina Laura GmbH (Mode)
    • GSG Oldenburg Bau- und Wohnungsgesellschaft
    • Ludwig Freytag (Bauunternehmen)
    • Öffentliche Versicherungen Oldenburg
    • Rhein-Umschlag (Containerlogistik)
    • DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme
    • Klinikum Oldenburg
    • Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland

    Die 14 größten Arbeitgeber im Oldenburger Land

    Mit über 8.500 Beschäftigten ist Energieversorger EWE AG der größte Arbeitgeber in Oldenburg – und das nach Umsatz siebtgrößte Unternehmen in ganz Niedersachsen. Unter den Top 100 Niedersachsens sind nach einer Auswertung der Norddeutschen Landesbank vom 25. November 2019 insgesamt 14 Unternehmen aus dem Oldenburger Land:

    • EWE AG (Energieversorgung)
    • PHW Gruppe (Ernährungswirtschaft)
    • Wernsing Gruppe (Ernährungswirtschaft)
    • Big Dutchman AG (Stallausrüstung)
    • Molkerei Ammerland (Ernährungswirtschaft)
    • Boge Elastmetall (Autozulieferer)
    • Premium Aerotec (Flugzeugbau)
    • Sprehe Gruppe (Ernährungswirtschaft)
    • CEWE Stiftung (Foto-Dienstleistungen)
    • Danish Crown Fleisch (Ernährungswirtschaft)
    • Heidemark (Ernährungswirtschaft)
    • Gebr. Stolle (Ernährungswirtschaft)
    • Waskönig und Walter Kabel-Werk (Metall- und Elektroindustrie)
    • Nordfrost Gruppe (Logistik)

    Startup Jobs in Oldenburg

    jobs oldenburg startupsOldenburg hat als Studentenstadt viele junge Köpfe, frische Ideen – und Jobs in Startups. Das sind die wichtigsten Startups aus Oldenburg:

    • Amagno (Dokumentenmanagement)
    • Brille24 (Online-Optiker)
    • SurpriseHim (Männer-Geschenke)
    • Worldiety (Software)
    • Quantumfrog (Spieleentwickler)
    • Cruvidu (Tourenanbieter)
    • VGen (IT-Visualisierungen)
    • Studimus (Intelligente Abfallsysteme)
    • Vekoop (Veganer Online-Shop)

    Stellen Oldenburg: Karriereaussichten und Wirtschaft

    Oldenburg ist ein Zentrum der Informationstechnologie. Zahlreiche IT- und Softwareunternehmen haben sich in der Stadt angesiedelt. Das Gleiche gilt für Automobilzulieferer, Nahrungsmittel- und Energieindustrie. Ein Vorteil ist die Nähe zur Carl-von-Ossietzky-Universität und den zwei Fachhochschulen in der Stadt.

    Die EWE AG mit Sitz in Oldenburg ist das neuntgrößte Unternehmen in Niedersachsen – hinter Schwergewichten wie Volkswagen, Continental, TUI und der Salzgitter AG. Auch Fotodienstleister Cewe zählt zu den Top 100. Das sind aber auch die beiden einzigen Top-100-Unternehmen der Stadt.

    Oldenburg ist kleinteilig. Und das, obwohl die Zahl der Unternehmen in der Stadt Oldenburg von 2008 bis 2018 nach IHK-Angaben um fast fünf Prozent zurückgegangen ist. Im Landkreis Oldenburg stieg sie im gleichen Zeitraum um rund sieben Prozent, im benachbarten Landkreis Cloppenburg sogar um 36 Prozent.

    Im Städteranking 2018 von IW Consult landete Oldenburg unter 71 Städten im guten Mittelfeld auf Rang 32. Punkte gab es vor allem für die hohe Lebensqualität. Die hat sich im bundesweiten Vergleich in keiner anderen Stadt zuletzt so verbessert wie in Oldenburg – auch wegen der steigenden Kita-Quote.

    Jobs bei Cewe in Oldenburg

    Jobs Oldenburg CeweÜberregional bekannt ist Fotodienstleister Cewe, der einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro jährlich generiert. Bei Cewe findet man unter anderem diese Stellenangebote in Oldenburg:

    Jobs Oldenburg: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

    Nicht wahnsinnig teuer, nicht spottbillig: Oldenburg liegt preislich im Mittelfeld. Die Medianmiete in Oldenburg betrug 2018 nach Immowelt-Angaben 8,40 Euro pro Quadratmeter. Ein Jahr zuvor waren es 8,10 Euro. Der Preisanstieg von vier Prozent fiel damit moderat aus. Vor allem Wohnungen von 60 bis 80 Quadratmetern sind auch für unter acht Euro zu haben.

    Damit liegt Oldenburg auf demselben Preisniveau wie seine Nachbarstädte. In Bremen liegt die Medianmiete bei 8,30 Euro, in Osnabrück bei 8,00 Euro. Weiter südlich in Münster wird es mit 10,40 Euro deutlich teurer.

    Die Kaufpreise für Immobilien in Oldenburg haben sich von 2017 auf 2018 um fünf Prozent verteuert. Kostete der Quadratmeter 2017 noch 2.390 Euro, waren es 2018 bereits 2.520 Euro. Auch hier der Vergleich: In Bremen werden nur rund 2.000 Euro fällig, in Münster dagegen ca. 3.000 Euro.

    Im Nord-Süd-Vergleich schneidet Oldenburg erwartungsgemäß gut ab. So ist das Leben in einer vergleichbaren Studentenstadt wie etwa Freiburg eindeutig teurer. Laut Financescout24 zahlen Freiburger 42 Prozent mehr Miete als Oldenburger. Die Transportkosten (Bahn, Auto) sind in Freiburg um 18 Prozent teurer, Freizeit- und Kulturangebote um vier Prozent und Lebensmittel immerhin um drei Prozent.

    Kontaktdaten und Servicestellen in Oldenburg

    Sie wollen sich in Oldenburg selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Oldenburg suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Das Finanzamt Oldenburg finden Sie hier.
    • Das Jobcenter Oldenburg finden Sie hier.
    • Die Oldenburgische IHK finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Oldenburg finden Sie hier.
    • Jobs in Oldenburg finden Sie in unserer Jobbörse.

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    [Bildnachweis: LaMiaFotografia by Shutterstock.com]

    Brüche im Lebenslauf erklären: Die besten Tipps

    Brueche Lebenslauf erklaeren bewerber

    Brüche im Lebenslauf sind ein Makel. Das nehmen viele Bewerber jedenfalls an. In Wahrheit können Lücken und Brüche aber auch für das berühmte Salz in der Suppe sorgen. Wenn mit ihnen ein Reifeprozess verbunden war oder ein Kompetenzgewinn, dann wittert der Personaler einen guten Fang. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind Brüche im Lebenslauf einfach nur unschön und wollen kaschiert werden. Wie sorgen Bewerber dafür, dass Brüche im Lebenslauf beim Empfänger kein schlechtes Echo verursachen? Am besten, Sie befolgen die 4 goldenen Tipps…

    Brüche im Lebenslauf erklären

    Unter normalen Umständen gilt: Gehen Sie im Anschreiben nicht explizit auf die Brüche in Ihrem Lebenslauf ein. Es sei denn, der Bruch oder die Brüche sind absolut prägend für Ihr bisheriges Berufsleben gewesen. Andernfalls ist hinterher noch genügend Zeit und Platz für Erklärungen – in Ansätzen im Lebenslauf, aber insbesondere im Vorstellungsgespräch.

    So erklären Sie die einzelnen Brüche in Ihrem Lebenslauf:

    Arbeitslosigkeit

    Bis zu drei Monate Arbeitslosigkeit sind heutzutage völlig unbedenklich. Diese Lücke müssen Sie im Lebenslauf keinesfalls kaschieren.

    Nur sollten Sie sie im Lebenslauf nicht mit Arbeitslos umschreiben. Schreiben Sie lieber:

    • 10/2019-02/2020 Berufliche Neuorientierung
    • 01/2020-04/2020 Berufliche Umorientierung

    Das klingt aktiver – und auch sehr viel besser als Berufliche Orientierungslosigkeit. Beschriften Sie getrost auch Brüche, die fünf oder sieben oder neun Monate umfassen, mit beruflicher Neuorientierung.

    Problematisch wird es erst, wenn Sie zu lange arbeitslos waren. Bei anderthalb Jahren fragt sich so mancher Personaler dann doch, was Sie in der Zeit der Neuorientierung eigentlich konkret gemacht haben.

    Kündigung

    Jobwechsel gehören zum Berufsleben dazu wie der Senf zur Bratwurst. Sie würzen es. Eine Kündigung müssen Sie im Lebenslauf nicht erklären, dafür ist sie viel zu selbstverständlich. Ob Sie selbst gekündigt haben oder gekündigt wurden – Schwamm drüber.

    Es sei denn, Sie wechseln auffallend häufig den Job. Dann interessiert sich der Personaler plötzlich brennend für ihr unstetes Wesen. Was dann? In manchen Fällen können Sie im Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch die Hintergründe einer Kündigung – zu Ihren Gunsten – aufklären (aber natürlich nur, wenn es auch der Wahrheit entspricht). Beispiele:

    • Insolvenz des Arbeitgebers
    • oder Umzug nach Berlin
    • oder ganz aktuell auch Stellenabbau wegen Coronakrise.

    Krankheit

    Ehrlich währt am längsten? Ja, aber… In manchen Fällen ist es ratsam, die Wahrheit nicht an die große Glocke zu hängen. Wahr ist nämlich auch: Wenn Sie in der Vergangenheit monatelang nach einem Motorradunfall oder wegen schwerer Depressionen ausgefallen sind, verringert dies in der Gegenwart Ihre Einstellungschancen.

    Dies gilt leider für alle Krankheiten und Leiden, die nicht gänzlich verschwunden sind, wiederkehren oder wiederkehren könnten und somit – so brutal das klingt – ein Betriebsrisiko für den Arbeitgeber darstellen. Diabetes, ein bösartiger Tumor, regelmäßige Migräneattacken und und und. Nein, Sie müssen mittelschwere bis schwere Krankheiten nicht verheimlichen. Aber eben auch nicht proaktiv in den Lebenslauf hineinschreiben. Schreiben Sie notfalls

    • 11/2017-07/2018 Ausfall wegen Erkrankung,

    wenn die Lücke sonst zu groß wird.

    Wenn Sie im Bewerbungsgespräch danach gefragt werden, können Sie immer noch näher auf die Hintergründe eingehen. Aber betonen Sie dann auch, dass die Leidenszeit hinter Ihnen liegt, es Ihnen jetzt besser geht und Sie körperlich und mental top gerüstet für eine neue Herausforderung sind.

    Sabbatical

    Ein Sabbatjahr ist heute nichts Außergewöhnliches mehr. Es sei Ihnen gegönnt, zwölf Monate lang durch die Weltgeschichte zu reisen oder einen alten Bauernhof zu restaurieren.

    Den Hinweis auf ein Sabbatical können Sie im Lebenslauf also gerne aufnehmen, um einen Bruch zu erklären. Zum Beispiel so:

    • 10/2019-08/2020 Sabbatical, Reise durch Lateinamerika.

    Zeitpunkt und Häufigkeit spielen allerdings schon eine Rolle. Wenn Sie innerhalb Ihrer ersten zehn Jahre im Berufsleben schon zwei Sabbatjahre genommen haben, weckt das Zweifel an Ihrer grundsätzlichen Arbeitseinstellung. Und weckt den Verdacht, Sie könnten bei der ersten Schwierigkeit prompt wieder den Abflug machen.

    Kinderbetreuung

    Einen Bruch im Lebenslauf, der auf die Betreuung Ihres Nachwuchses zurückzuführen ist, umschreiben Sie im Lebenslauf genau so.

    • 01/2019-01/2020 Betreuung meines Kindes
    • 02/2017-06/2020 Elternzeit und Betreuung meiner Kinder

    Damit ist im Grunde alles gesagt. Natürlich wäre es für Sie vorteilhaft, wenn Ihre Auszeit vergleichsweise kurz war. Das erleichtert den Einstieg oder Wiedereinstieg. Dennoch ist und bleibt es allein Ihre Entscheidung, wie lange Sie der Kinder wegen pausieren.

    Deshalb: Rechtfertigen Sie sich nicht für eine möglicherweise längere Auszeit, indem Sie einen Grund dafür vorbringen. Etwa so: 06/2015- 06/2020 Längere Zeit der Kinderbetreuung meines autistischen Sohnes. Der Hinweis auf den Autismus soll wohl signalisieren, dass für Sie als Mutter oder Vater ein gehöriger Mehraufwand bestanden hat.

    Fehler! Erstens müssen Sie sich nicht rechtfertigen und zweitens würde ein solcher Hinweis nur den Verdacht nähren, dass für Sie auch zukünftig Mehraufwand bestehen wird – zu Lasten des Arbeitgebers.

    Brüche im Lebenslauf: Gründe

    Brüche im Lebenslauf sind etwas Schlechtes. Davon sind noch immer die meisten Menschen überzeugt. Schließlich stehen viele Brüche ja für negative Episoden des Arbeitslebens, nicht wahr?

    Brüche im Lebenslauf ergeben sich zum Beispiel aus:

    Brüche symbolisieren zuvorderst negative Charaktereigenschaften. Sie stehen für mangelnden Willen und Ehrgeiz, Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit, ungenügende Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sehen nicht wenige Arbeitgeber so.

    Das ist nicht zwingend falsch. Aber es ist eindeutig zu kurz gedacht. Öffentlich betonen Arbeitgeber gerne, dass sie sich Menschen mit Ecken und Kanten wünschen. Eigentlich aber wollen sie genau die nicht. Sie wollen einen Bewerber, der die Norm erfüllt, der ins Raster passt. Und das ist das Problem: Bewerber ohne Brüche erfüllen lediglich eine Norm – mehr nicht.

    Sie bewegen sich innerhalb des Erwartungshorizonts des Personalers, aber sie erweitern ihn nicht. Dabei können genau jene Bewerber, die die Norm brechen, für ein Unternehmen Gold wert sein. Sie können frische Impulse liefern, kreativen Input – also genau das, was Unternehmen heute brauchen, aber oft nicht finden.

    Resultat sind Belegschaften ohne Unterscheidbarkeit. Ihre Mitglieder ähneln sich, handeln identisch, sind oft blockiert von Denkmustern à la „Das klappt doch eh nicht. Das haben wir noch nie so gemacht. Das geht nicht.“ Für Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – und das sind im 21. Jahrhundert viele – eine fatale Entwicklung. Bahnbrechende Ideen entfalten sich in solch einer Umgebung nur schwer.

    Das alles heißt nicht, dass Brüche im Lebenslauf völlig kritiklos abgehakt werden sollten. Aber sie sollten Anlass sein, sich näher mit dem Bewerber zu beschäftigen – und nach unentdeckten Potenzialen zu suchen. Brüche können eine Chance sein – auch für den Arbeitgeber.

    Brüche im Lebenslauf: Vorteile

    Die gute Nachricht: Brüche im Lebenslauf werden normaler. In Zeiten von Fachkräfteengpässen, vermehrter Quereinstiege und lebenslangen Lernens stellt ein Bruch nicht mehr das Karriere-Aus da. Gut so!

    Neue Berufsbilder entstehen, Abteilungen verschmelzen, Unternehmen richten sich neu aus. All das erfordert Flexibilität. Hochqualifizierten fällt es leicht, von der einen Rolle in die andere zu schlüpfen. Manchmal lässt sich ihre Funktion nicht einmal mehr genau definieren. Brüche? Herzlich willkommen!

    Aber man muss unterscheiden: Da gibt es die Jobhopper auf der einen und den echten Karriere-Bruch auf der anderen Seite. Letzterer ist nicht immer freiwillig. Der Jobhopper dagegen gilt als opportunistisch, rechnet sich durch zahlreiche Arbeitgeber- oder Berufswechsel bessere Chancen aus. Er baut seine Brüche vorsätzlich in den Lebenslauf ein. Das ist sein gutes Recht.

    Aber auch eine längere Auszeit ist heute nicht mehr zwangsläufig ein Karrierehindernis. Wer seine Ausbildung abgebrochen hat, um die eigenen Eltern zu pflegen, demonstriert Pflichtbewusstsein. Wer ein halbes Jahr im Ausland herumgereist ist – ohne pädagogische Hintergedanken – legt Neugier an den Tag. Alles positive Eigenschaften.

    So kann ein Bruch sogar zu einem Vorteil werden. Bewerber müssen „nur“ die positiven Aspekte, die mit ihm verbunden sind, herausstellen. Brüche im Lebenslauf als wichtiger Teil der Persönlichlichkeitsentwicklung. Das kann internationale Erfahrung sein oder vertieftes Interesse an einem Thema. Darauf legen speziell international aufgestellte Unternehmen Wert. Oft sind derartige Erfahrungen und Kompetenzen sogar wertvoller als formelle Qualifikationen.

    Das sind die Vorteile von Brüchen im Lebenslauf. Sie stehen für:

    • Neugier
    • Interesse
    • Lernfähigkeit
    • Flexibilität
    • Agilität
    • Resilienz
    • Experimentierfreude

    Brüche im Lebenslauf: 4 Tipps

    Lebensläufe mit Brüchen kann man auch als Patchwork-Lebensläufe bezeichnen. Sie werden – so wie die Patchwork-Familie auch – immer gewöhnlicher. Jeder Personaler hatte schon welche vor sich liegen.

    Das bedeutet: Sie werden als Bewerber nicht von vornherein aussortiert, nur weil Ihr Lebenslauf Brüche aufweist. Wichtig ist nur, wie Sie mit ihnen umgehen und wie Sie sie kommunizieren. Das gelingt, wenn Sie sich an diese Ratschläge halten:

    1. Einstellung

      Das ist der erste Schritt. Sehen Sie Ihre Brüche selbst als Makel oder Belastung an? Fehler! Brüche können Leben und Lebenslauf bereichern.

      Hören Sie also zunächst damit auf, Ihren Bruch als etwas Negatives darzustellen – etwas, für das Sie sich entschuldigen müssen. Mit positivem Mindset gelingen auch Bewerbung und Vorstellungsgespräch besser.

      Stellen Sie das Positive heraus, das Sie in der jeweiligen Zeit gelernt haben. Die Entwicklungsschritte, die Sie gegangen sind. Die Lehren, die Sie gezogen haben. Personaler mögen Bewerber, die wieder aufgestanden sind und sich von Niederlagen nicht haben mürbe machen lassen.

    2. Ehrlichkeit

      Eine Möglichkeit wäre es ja, die Brüche im Lebenslauf dezent zu verschweigen und zu verschleiern. Nach dem Motto: War da was?

      Das sollten Sie nicht tun. Personaler sind erfahren und erkennen schnell, wenn Ihnen etwas vorgespielt wird. Zum Beispiel durch den Trick, statt der Monats- nur die Jahreszahlen im Lebenslauf anzugeben. Das ist verdächtig.

      Erst recht sollten Sie mögliche Brüche nicht durch eine Lüge übertünchen. Indem Sie sich Fake-Arbeitgeber oder Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse einfach ausdenken. Lügen können Sie noch Jahre später verfolgen – und ein Kündigungsgrund sein.

      Bleiben Sie bei der Wahrheit oder lassen Sie die Wahrheit wenigstens unausgesprochen (siehe ganz oben unter Krankheit…)

    3. Geradlinigkeit

      Sie brauchen die richtigen Argumente, warum Ihr Lebenslauf-Bruch ein lehrreiche Erfahrung gewesen sein soll. Die können Sie vor einem Vorstellungsgespräch ruhig mal vor dem Spiegel einüben.

      Denn wenn Sie ins Grübeln oder Stottern geraten, wirkt Ihr Versuch hilflos. Und nach einer Schwäche soll der Bruch ja nicht aussehen. Und lenken Sie auch nicht vom Thema ab, sondern versuchen, eine schlüssige Erklärung zu liefern (dazu gleich mehr…)

    4. Kürze

      In der Kürze liegt die Würze. Sie müssen Ihre Lücken im Lebenslauf ja auch nicht gerade zu einem Initiationsritus aufwerten. Oder zu einer TV-tauglichen Leidensgeschichte, die Ihnen widerfahren ist.

      Das macht Sie zum Opfer. Und Opfer ist keine Rolle, die Sie als Bewerber spielen wollen. Legen Sie kurz und schlüssig dar, wie der Bruch zustande gekommen ist und was Sie daraus gelernt haben. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Begleiteffekte wie Durchhaltevermögen, Disziplin oder Resilienz. Zeigen Sie, dass die Erfahrungen, die Sie gemacht haben, auch im neuen Job von Nutzen sind. Wer eine schwere Herausforderung schon einmal erfolgreich gemeistert hat, ist auf die nächste besser vorbereitet.

      Den Benefit für den Arbeitgeber gilt es herauszuarbeiten. Dann könnten Ihnen Ihre Brüche im Lebenslauf sogar Gold wert sein. Versuchen Sie aber nicht, krampfhaft eine Verbindung zum angestrebten Job herzustellen. Wenn es eine gibt, dann ist das wunderbar. Wenn nicht, auch gut.

    Warum sich Brüche lohnen können

    Brüche im Lebenslauf erklären BewerbungBeruf oder Arbeitgeber wechseln, mal etwas ganz Neues ausprobieren – das kann sich auszahlen. So haben auch rund zehn Prozent der Fondsmanager vorher in ganz anderen Berufen gearbeitet. Sie waren Ingenieure, Ärzte oder Getränkefabrikanten. Das hilft ihnen auch im neuen Job.

    Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, der Universität zu Köln und der Mason School of Business in den USA haben 2018 herausgefunden, dass Quereinsteiger in ihren Erfahrungsindustrien besonders gut abschneiden.

    Ihre Vorerfahrungen nützen Ihnen also auch nach einem Bruch im Lebenslauf. Ärzte etwa, die zu Fondsmanagern werden, erzielen bei Pharma-Aktien deutlich höhere Renditen. In diesem Fall lohnt sich das für alle Seiten: für den frischgebackenen Fondsmanager, für seinen Arbeitgeber – die Fondsgesellschaft – und für die Kunden.

    Warum Sie Brüche im Lebenslauf zulassen sollten

    Karrieren werden gemacht und nicht von langer Hand geplant. Es sind nicht nur Talent, Leistung, Entschlossenheit und handwerkliches Geschick vonnöten. Auch eine große Portion Glück gehört zweifelsfrei zu einer erfolgreichen Laufbahn. Und Glück ist genauso planbar wie ein Sechser im Lotto – also gar nicht.

    Karrierepläne sind dagegen starre Konstrukte, denen oftmals der Bezug zur Realität fehlt. Sie entstehen in einer Zeit, in der der Planer noch gar kein Insiderwissen über seinen Job hatte. Er kennt die Regeln, Codes und Gepflogenheiten in seiner Branche noch gar nicht. Das macht einen Karriereplan in vielen Fällen obsolet.

    Zudem machen geplante Karrieren nicht selten blind. Wer seinen Plan stur verfolgt, sieht die Chancen nicht mehr, die sich links und rechts ergeben. Geistige Flexibilität geht verloren – oder kann sich erst gar nicht entwickeln.

    Das soll nicht bedeuten, dass man seine nächsten Karriereschritte nicht planen kann und sollte. Natürlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man in drei oder fünf Jahren stehen möchte. Und wie man es anstellt, dorthin zu kommen und was man dafür im Einzelnen tun muss.

    Aber wir alle kennen das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das ist in der Arbeitswelt so wie im Privatleben.

    Karrierewege verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Es geht bergauf und bergab, manchmal durch Irr- und Umwege. Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, sich guter Optionen zu berauben. Und wer glaubt, dieses Defizit durch einen sehr ausgefeilten Plan zu beheben, könnte sich im selbst gebauten Irrgarten verlaufen. Dann ist man unentwegt in Bewegung, biegt überall ab – aber kommt nirgends an.

    Daher lauten die besten Ratschläge wie folgt:

    • Bleiben Sie flexibel und offen für Neues.
    • Setzen Sie sich gerne einige wichtige Ziele, die Sie unbedingt erreichen möchten. Das können bestimmte Postionen oder Orte sein, an denen Sie arbeiten oder Unternehmen und Branchen, in denen Sie tätig werden möchten.
    • Denken Sie auch darüber nach, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um diese Ziele zu erreichen. Welche Fähigkeiten Sie noch erwerben oder verbessern müssen, um dorthin zu kommen.
    • Seien Sie bereit, Ihre Pläne jederzeit zu überdenken und zu korrigieren. Veränderungen kommen früher, als einem lieb ist. Wenn Sie anpassungsfähig bleiben, wirft Sie so leicht nichts aus der Bahn. Bereiten Sie sich also gewissermaßen stets auf das Unvorhergesehene vor – expect the unexpected. Ohne Improvisation kommen wir auch sonst nicht durchs Leben.

    Letztlich legen Sie selbst fest, welches Gewicht Sie Ihren Brüchen im Lebenslauf beimessen wollen. Interpretieren Sie nicht zu viel hinein, machen Sie sie auch nicht wichtiger, als sie sind. So erhalten Sie sich Anpassungsfähigkeit. Wenn Sie sich auf das große Ganze konzentrieren, werden Sie schnell feststellen, dass jeder Bruch auch nicht mehr als eine Station im Leben ist.

    Diese Promis hatten auch Brüche im Lebenslauf

    Die Kultur des Scheiterns ist schwer in Mode. Durchaus zurecht, denn aus Niederlagen lernt man tatsächlich. Das gilt auch für die vielen Helden und Erfolgsmenschen der Geschichte. Kaum ein Lebenslauf, der ohne Niederlagen – und Brüche – auskommt. Hier sind ein paar Beispiele:

    • Sieben Wahlkämpfe verlor Abraham Lincoln, bevor er endlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
    • Kein Verleger fand sich anfangs für Astrid Lindgrens wundersame Geschichte von einer gewissen Pippi Langstrumpf.
    • Geldgeber waren zu Beginn für Orson Welles und Citizen Kane weit und breit nicht in Sicht.
    • Erst im dritten Anlauf gelang Henry Ford die Gründung der Ford Motor Company.
    • 9.000 Glühfäden probierte Thomas Alva Edison aus, bevor er einen fand, den er dauerhaft zum Leuchten bringen konnte.
    • Nachdem er sein Studium abgebrochen und Apple gegründet hatte, wurde Steve Jobs mit 30 von seiner eigenen Firma entlassen.

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    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Jobs in Osnabrück: Aktuelle Stellenangebote im Osnabrücker Land

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    Jobs in Osnabrück und Umgebung gibt es in Hülle und Fülle. Osnabrücks Faustpfand ist die Lage. Für die einen Niemandsland, für Logistiker das Paradies. Viele Speditionen und Automobilzulieferer genießen im Südwesten Niedersachsens Beinfreiheit. Ein schwerer Schlag war für die 160.000-Einwohner-Stadt die Insolvenz von Autobauer Karmann 2009, die viele Jobs in Osnabrück kostete. In der Zwischenzeit aber sind andere in die Bresche gesprungen. Aktuelle Stellenangebote in Osnabrück und alle wichtigen Infos zur Stadt, Wirtschaft und Arbeitsmarkt…

    Jobs Osnabrück: Die Stadt

    Osnabrück ist die Friedensstadt. Im Osnabrücker Rathaus wurden 1648 die Friedensverträge unterzeichnet, der Dreißigjährige Krieg damit beendet. Darum heißt es heute auch das Rathaus des Westfälischen Friedens.

    Das Friedensmotiv zieht sich durch die ganze Stadt. Schon auf den Ortsschildern grüßt den Neuankömmling „die Friedensstadt“. Frieden hätte sich auch der berühmteste Sohn der Stadt gewünscht. Schriftsteller Erich Maria Remarque zog von hier in den Ersten Weltkrieg, „Im Westen nichts Neues“ machte ihn weltberühmt. Heute gibt es das nach ihm benannte Friedenszentrum und den Friedenspreis.

    Politisch sind die Osnabrücker noch immer. Die Stadt ist eine Brutstätte für Berufspolitiker. Ex-Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU), der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff (CDU), Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sind allesamt gebürtige Osnabrücker.

    Die Osnabrücker fühlen sich nicht nur im Plenarsaal wohl, auch in der freien Natur. Die Stadt wird umgeben von Wiehengebirge und Teutoburger Wald.

    Wer im Grünen wohnen möchte, ist in Osnabrück-Hellern gut aufgehoben. Der Stadtteil hat sich in den vergangenen Jahren zum Geheimtipp für Familien entwickelt. Auch Belm, Eversburg und Georgsmarienhütte sind beliebte Wohngegenden. Nicht mehr so wohl fühlen sich viele in Schinkel.

    Im Landkreis Osnabrück haben – neben der Stadt Osnabrück – diese Gemeinden mehr als 10.000 Einwohner:

    • Melle
    • Bramsche
    • Wallenhorst
    • Georgsmarienhütte
    • Bad Essen
    • Bissendorf
    • Belm
    • Hagen am Teutoburger Wald
    • Bohmte
    • Hasbergen
    • Bad Iburg

    Jobs in Osnabrück: Der Arbeitsmarkt

    Rund 7.500 Osnabrücker sind ohne Arbeit (Stand: Mai 2020). Damit ergibt sich für die Stadt eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent.

    Das liegt über dem Schnitt des Landes Niedersachsen von 6,0 Prozent. Besser sieht es im Landkreis Osnabrück aus, wo die Arbeitslosigkeit bei nur 3,7 Prozent liegt. Auch weiter nördlich in den ländlichen Kreisen Vechta (4,5 Prozent) und Cloppenburg (4,6 Prozent) herrscht de facto Vollbeschäftigung.

    Im Norden hat die Stadt Oldenburg 7,4 Prozent, im Osten Bielefeld 8,7 Prozent und im Süden Münster 5,3 Prozent Arbeitslose. Insgesamt kann sich Osnabrück mit seiner Quote also durchaus sehen lassen.

    Die meisten Osnabrücker arbeiten im Gesundheitswesen und im Einzelhandel. Viele neue Jobs in Osnabrück sind in den vergangenen Jahren entstanden in:

    • Hochbau
    • IT
    • Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen (Bau von Pipelines)
    • Möbelindustrie

    Jobs Osnabrück: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

    Das niedersächsische Durchschnittsgehalt beträgt laut gehalt.de 41.310 Euro brutto im Jahr. Von allen westlichen Bundesländern zahlt nur eines schlechter als Niedersachsen, nämlich der nördliche Nachbar Schleswig-Holstein.

    Nach der Hochschule steigen Absolventen in Niedersachsen mit durchschnittlich 42.368 Euro brutto jährlich ein, ausgelernte Azubis mit 28.256 Euro.

    Fach- und Führungskräfte kommen in Niedersachsen laut Stepstone-Gehaltsreport 2019 auf ein jährliches Durchschnittsgehalt von 53.545 Euro. Nebenan in Hessen sind es über 65.000 Euro.

    Speziell in Osnabrück sind die Gehälter mit einem einzigen Wort präzise beschrieben: durchschnittlich. Ein Beschäftigter mit einer Vollzeit-Stelle in Osnabrück verdient nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 3.245 Euro brutto im Monat. Dabei handelt es sich um den offiziellen Medianwert, bei dem eine Hälfte mehr, die andere Hälfte weniger verdient.

    Der gesamtdeutsche Median liegt bei 3.209 Euro – ist also nicht weit entfernt. Immerhin ist das Gehaltsgefüge in der Stadt Osnabrück deutlich besser als im Umland. So kommen Vollzeitarbeitnehmer in den Landkreisen Osnabrück und Vechta nur auf rund 2.800 Euro brutto im Monat.

    Die wichtigsten Arbeitgeber in Osnabrück

    Hier winken Jobs in Osnabrück – das sind die wichtigsten Arbeitgeber in Osnabrück:

    • Unternehmensgruppe Hellmann (Logistik)
    • KME AG (Kupfer)
    • Köster Holding (Bau)
    • Felix Schoeller Group (Spezialpapier)
    • Piepenbrock Unternehmensgruppe (Gebäudedienstleistungen)
    • Q1 Energie
    • Stadtwerke Osnabrück
    • Paracelsus-Kliniken
    • Conditorei Coppenrath und Wiese
    • Niels-Stensen-Kliniken
    • Klinikum Osnabrück
    • Volkswagen Osnabrück
    • Dios Diakonie
    • Heilpädagogische Hilfe Osnabrück
    • Sparkasse Osnabrück
    • NOZ Medien
    • KIKxxl (Kommunikationsdienstleister)
    • Koch International (Logistik)
    • Ameos Gruppe (Gesundheitsdienstleister)
    • Convergys (IT-Dienstleister)
    • Meyer und Meyer (Fashionlogistik)
    • Westnetz (Energie)
    • Systemgastronomie Christian Eckstein
    • L und T Lengermann und Trieschmann (Einzelhandel)
    • Froneri Ice Cream Deutschland
    • Heinrich Fip (Mineralölvertrieb)
    • Kinderhospital Osnabrück
    • Leysieffer (Confiserie)
    • Nordwestbahn
    • Osma Aufzüge
    • Sievert AG (Bauwirtschaft)
    • Spedition Sostmeier
    • Titgemeyer (Großhandel)
    • Wellergruppe (Automobilhandel)
    • WM SE (Großhandel)
    • Universität Osnabrück

    Die 27 größten Arbeitgeber in Osnabrück und Umgebung

    jobs osnabrueck arbeitgeberIm IHK-Bezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, der bis an die niederländische Grenze reicht, gibt es insgesamt 70 gewerbliche Unternehmen mit mindestens 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. 77.000 Menschen sind dort in Lohn und Brot. Die meisten arbeiten im Dienstleistungssektor im Gesundheits-, Finanz- und Kreditwesen, im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Herstellung von Lebensmitteln, Papier-, Chemie- und Kunststoffprodukten.

    27 Unternehmen beschäftigen sogar 1.000 Mitarbeiter oder mehr. Laut IHK-Bezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sind das die 27 größten Arbeitgeber in der Region Osnabrück (Stand: September 2019):

    • Niels-Stensen-Kliniken, Osnabrück (Gesundheitswesen)
    • Bernard Krone Gruppe, Spelle/Werlte (Fahrzeug- und Maschinenbau)
    • St. Bonifatius Hospitalgesellschaft, Lingen (Gesundheitswesen)
    • Klinikum Osnabrück, Osnabrück (Gesundheitswesen)
    • Volkswagen Osnabrück, Osnabrück (Automobilindustrie)
    • DIOS Diakonie Osnabrück, Osnabrück (Sozialwesen)
    • Firmengruppe Rothkötter, Meppen (Geflügelzucht und -verarbeitung, Mischfutterproduktion)
    • Kesseböhmer Holding, Bad Essen (Metallverarbeitung)
    • Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, Osnabrück (Sozialwesen)
    • UPM, Dörpen (Papierherstellung)
    • KME Group, Osnabrück (Kupferverarbeitung)
    • Hellmann Worldwide Logistics, Osnabrück (Logistik und Transport)
    • Christliches Krankenhaus Quakenbrück, Quakenbrück (Gesundheitswesen)
    • Neuenhauser Unternehmensgruppe, Neuenhaus (Maschinenbau)
    • Kemper Gruppe, Nortrup (Fleischverarbeitung)
    • Schüchtermann-Schiller’sche Kliniken, Bad Rothenfelde (Gesundheitswesen)
    • Georgsmarienhütte GmbH, Georgsmarienhütte (Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung)
    • Stadtwerke Osnabrück, Osnabrück (Dienstleister, Personenverkehr, Wasser- und Energieversorgung)
    • Euregio-Klinik, Nordhorn (Gesundheitswesen)
    • Piepenbrock Unternehmensgruppe, Osnabrück (Facility Management, Gebäudereinigung)
    • Rosen Group, Lingen (Entwicklung und Herstellung innovativer Produkte)
    • Homann Feinkost, Dissen (Lebensmittelproduktion)
    • Sparkasse Osnabrück, Osnabrück (Finanz-, Kreditwirtschaft)
    • Amazonen-Werke, Hasbergen (Fahrzeugbau)
    • Fuchs Gruppe, Dissen (Gewürz- und Feinkostproduktion)
    • NOZ Medien, Osnabrück (Medien)
    • GE Wind Energy, Salzbergen (Windenergieanlagen)

    Stellenangebote Osnabrück: Karriereaussichten und Wirtschaft

    Im Städteranking 2019 von IW Consult belegte Osnabrück Platz 38 von 71 untersuchten Großstädten. – damit rutschte die Stadt im Südwesten Niedersachsens im Vergleich zum Vorjahr um einen Rang ab. Gute Bewertungen gab es unter anderem für die Zahl der Gründungen, einen gesunden Arbeitsmarkt mit vielen Jobs für Jüngere, eine solide Zahl an Kita-Plätzen sowie die vergleichsweise zahlreichen MINT-Absolventen.

    Das sind die wichtigsten Branchen in Osnabrück:

    • Automotive (Automobilzulieferer, Innenausstattung, Karosseriebau, Prototypenbau, Werkzeugbau, Elektromobilität)
    • Logistik
    • Informations- und Kommunikationstechnologie
    • Gesundheitswirtschaft
    • Kreativwirtschaft

    Osnabrück liegt geographisch günstig. Die A1 führt weiter nach Norden in Richtung Bremen und Hamburg. Auf der A30 geht es nach Westen Richtung Amsterdam. Im Osten führt die A2 über Hannover bis nach Berlin. Auch über den Wasserweg ist die Stadt gut verbunden. Bis zum Flughafen Münster/Osnabrück sind es 30 Autominuten.

    Gute Voraussetzungen für Logistikunternehmen, von denen gleich mehrere ihre Zentrale in Osnabrück haben. Jobs in Osnabrück in der Logistikbranche gibt es zum Beispiel für:

    Stellenangebote in Osnabrück beim größten Arbeitgeber der Region

    jobs in osnabrueck niels stensen klinikenDie Niels-Stensen-Kliniken sind mit über 6.000 Beschäftigten der mit Abstand größte Arbeitgeber in Osnabrück. Der Bedarf an Arbeitskräften im Gesundheitswesen ist ungebrochen, auch eine Initiativbewerbung jederzeit aussichtsreich – und ausdrücklich erwünscht.

    Die Niels-Stensen-Kliniken haben unter anderem diese Stellen in Osnabrück zu vergeben:

    Jobs Osnabrück: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

    Das Leben wird teurer in Osnabrück. Das fängt bei den Mieten an. Zwischen 2017 und 2018 stieg die Medianmiete laut Immowelt um sieben Prozent – von 7,50 Euro auf 8,00 Euro pro Quadratmeter.

    Damit ist das Osnabrücker Mietniveau aber noch sehr moderat. In Münster werden schon 10,40 Euro für den Quadratmeter fällig, auch Oldenburg ist mit 8,40 Euro teurer.

    Aber vielleicht nicht mehr lange. Denn die Mieten in Osnabrück steigen besonders rasant. Dies geht aus dem Jahresgutachten der „Immobilienweisen“ von Forschungsinstituten und Verbänden hervor, das der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) im Februar 2019 vorgelegt hat. Demnach sind die Mieten für die Neuanmietung einer Wohnung zwischen 2005 und 2018 in neun Städten um mehr als 50 Prozent gestiegen. Dazu zählen München, Berlin, Stuttgart, Ingolstadt, Würzburg, Augsburg, Nürnberg, Heilbronn – und eben Osnabrück.

    Wer eine Immobilie in Osnabrück kaufen will, wird aber noch mit moderaten Preisvorstellungen konfrontiert. Zwischen 2017 und 2018 stiegen die Kaufpreise in Osnabrück laut Immowelt nur um drei Prozent – von 2.030 Euro auf 2.100 Euro pro Quadratmeter. In Münster werden pro Quadratmeter schon über 3.000 Euro fällig, in Oldenburg über 2.500 Euro. Demgegenüber liegt Bielefeld noch knapp unter der 2.000-Euro-Marke.

    Kontaktdaten und Servicestellen in Osnabrück

    Sie wollen sich in Osnabrück selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Osnabrück suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

    • Ihr Finanzamt in Osnabrück finden Sie hier.
    • Das Jobcenter Osnabrück finden Sie hier.
    • Die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim finden Sie hier.
    • Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim finden Sie hier.
    • Jobs in Osnabrück finden Sie hier.
    [Bildnachweis: Alizada Studios by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch üben: Vorteile, Übungen und die 8 besten Tipps

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    Vorstellungsgespräch üben – das ist eine sehr gute Idee. So gewinnen Bewerber Sicherheit, verscheuchen Nervosität und erkennen rechtzeitig, welche Defizite Sie noch haben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf, wenn man fürs Jobinterview übt? Die Selbstpräsentation sollten Sie unbedingt trainieren, sich auch Antworten auf Standardfragen zurechtlegen. Wenn Sie dann noch auf diese 4 Übungsvarianten zurückgreifen, steht einem erfolgreichen Jobinterview nichts mehr im Wege…

    Vorstellungsgespräch üben: Warum Sie es tun sollten

    Übung macht bekanntlich den Meister. Aber was machen zum Beispiel Berufsanfänger, die sich noch nie in einem echten Jobinterview präsentieren konnten? Klare Antwort: Üben!

    Im Prinzip gilt für alle Bewerber das gleiche: Wer sich gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet, erhöht die Erfolgsaussichten. Sehen Sie die Vorbereitung nicht losgelöst vom Gespräch, sondern als einen Bestandteil des Gesprächs. Am besten, Sie sammeln als Erstes Informationen über das Unternehmen. Zahlen, Philosophie, Ziele. Die Infos können Sie schon in die Vorbereitung einfließen lassen.

    Wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben, haben Sie davon vor allem:

    • Selbstbewusstsein

      Eine gute Vorbereitung verleiht Selbstvertrauen und reduziert die Nervosität und die Fehleranfälligkeit. Schließlich wissen Sie schon, was auf Sie zukommen könnte. Sie haben sich entsprechende Antworten und Reaktionen überlegt. Der Personaler kann Sie nicht mehr so leicht auf dem falschen Fuß erwischen. Wer selbstbewusst auftritt, bekommt den Job mit größerer Wahrscheinlichkeit als derjenige, der ängstlich wirkt und sehr langsam spricht. Das wurde bereits mehrfach untersucht.

    • Problembewusstsein

      Wenn Sie vorher das Vorstellungsgespräch üben, dann merken Sie schnell, welche Defizite Sie noch haben. Auf welche Fragen fehlen die richtigen Antworten? Was wissen Sie nicht? Welche Fehler machen Sie? So können Sie Defizite noch vor dem Bewerbungsgespräch ausmerzen – indem Sie wichtige Fakten nachrecherchieren, sich Fragen und Antworten überlegen oder Ihre Körpersprache einüben.

    Vorstellungsgespräch üben: Die 8 besten Tipps

    Vorstellungsgespräch üben – was Sie konkret trainieren sollten:

    Informationen sammeln

    Ohne Basiswissen über den Arbeitgeber sinken Ihre Chancen auf Zuschlag ins Bodenlose. Eine gründliche Recherche ist Ihr Fundament – und schon ein Bestandteil Ihres Trainings. Standorte, Mitarbeiterzahl, Produktpalette, Historie – Sie müssen gewiss nicht alle Einzelheiten wie ein wandelndes Lexikon aufsagen können, aber zumindest die Basics kennen.

    Fürs Erste reicht schon ein Blick in den Wikipedia-Eintrag (falls vorhanden) und auf die Webseite des Unternehmens. Auch eine einfache Google-Suche fördert Relevantes zutage. Schauen Sie sich die Einträge über die und von der Firma bei Kununu, Glassdoor, Xing oder Linkedin an. Und einen Tag vor dem Bewerbungsgespräch starten Sie bei Google News eine Suche über den Arbeitgeber, um auf dem neuesten Stand zu sein. Die tagesaktuellen Entwicklungen können für eine gute Konversation entscheidend sein.

    Was Sie über das Unternehmen wissen, lassen Sie ins Gespräch einfließen – auch schon im Training, wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben

    Selbstpräsentation einüben

    Die Selbstpräsentation gehört zum Vorstellungsgespräch wie der Wind zum Herbst. Sie werden sich mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Anwesenden vorstellen müssen (dürfen). Das fängt häufig mit Sätzen an wie: „Erzählen Sie uns doch mal etwas über sich!“

    Die Selbstpräsentation steht meist am Anfang – und darum sollten Sie sie auch als Erstes vornehmen, wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben. Warum? Wenn Sie gut und sicher durch die Selbstpräsentation kommen, gewinnen Sie Sicherheit für den weiteren Verlauf des Jobinterviews. Wenn Sie die Selbstpräsentation dagegen verstolpern, steigt Ihre Unsicherheit – keine gute Voraussetzungen für das weitere Gespräch!

    Überlegen Sie sich also vorher ganz genau, was Sie sagen wollen, wie Sie sich vorstellen, welche Schwerpunkte Sie setzen und was an Ihrem bisherigen Werdegang für den Personaler relevant ist. Der letzte Punkt ist wichtig: Machen Sie keine reine Ego-Show aus Ihrer Selbstpräsentation. Das Unternehmen will wissen, welchen Nutzen es von Ihnen hat und ob Sie gut ins Team passen. Behalten Sie das im Hinterkopf.

    Antworten überlegen

    Jeder Bewerber muss im Vorstellungsgespräch ein Stück weit improvisieren. Auf die wichtigsten Fragen sollten Sie sich aber vorab stimmige Antworten überlegen – und diese üben.

    Sie sollten aber natürlich nicht wie aufgesagt klingen. Es gibt ein paar Fragen, die fast jeder Personaler stellt:

    • Wo liegen Ihre Stärken?
    • Wo liegen Ihre Schwächen?
    • Was haben Sie bisher gemacht?
    • Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?

    Hier finden Sie ein PDF mit den 100 häufigsten Vorstellungsgesprächsfragen. Hier finden Sie 45 gute Stärken für die Bewerbung. Und hier alle Tipps rund um Ihre Schwächen im Vorstellungsgespräch.

    Lassen Sie möglichst konkrete Beispiele in Ihre Antworten einfließen. Darunter kann sich Ihr Gesprächspartner etwas vorstellen. Also nicht einfach Talente und Kompetenzen aufzählen, sondern diese an konkreten Beispielen aus Ihrem Arbeitsleben festmachen. Nicht einfach behaupten, Sie seien teamfähig, sondern an einem Beispiel belegen, dass Sie es sind.

    Rückfragen antizipieren

    Rückfragen stehen jedem Bewerber gut zu Gesicht. Wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben, dann schließen Sie diesen Aspekt mit ein. Stellen Sie zwei, drei Rückfragen.

    Es gibt eine ganze Reihe an smarten Rückfragen, die Ihr Interesse oder Ihre Intelligenz bezeugen. Hier finden Sie 100 gute Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch.

    Tipp: Stellen Sie die, die Sie persönlich am meisten interessieren. Es geht dabei ja schließlich nicht (nur) darum, die äußere Fassade zu wahren und einen guten Eindruck zu schinden, sondern um Ihren persönlichen Erkenntnisgewinn. Rückfragen kommen gut an, aber Sie bringen Ihnen als Bewerber auch etwas, helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung.

    Körpersprache schulen

    Über unsere Körpersprache haben wir nicht immer die volle Kontrolle. Manche zupfen unbewusst an ihrer Kleidung, andere tippen nervös mit ihren Füßen auf den Boden. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Wer es aber übertreibt, signalisiert dem Gegenüber Nervosität und Unsicherheit. Das kommt schlecht an!

    Deshalb sollten Sie nach Möglichkeit genau auf Ihre Körpersprache achten – und Sie einüben. Es ist ja auch wirklich ein Problem, wo man während eines Gesprächs die eigenen Hände lassen soll. Angela Merkel hat dies mit der berühmten Raute gelöst – eine überzeugende Lösung! Kein Herumspielen, Herumzupfen, Herumfingern. So etwas können Sie sie auch einüben (es muss wohlgemerkt nicht die Raute sein).

    Aber es gibt daneben noch so viele andere Aspekte, die wichtig sind und die Sie fürs Vorstellungsgespräch üben sollten:

    • Zur Begrüßung aufstehen
    • Fest die Hand Hand geben (aber nicht pressen)
    • Blickkontakt halten
    • Viel lächeln (aber nicht grinsen)
    • Dem Gesprächspartner zuwenden
    • Die Arme nicht verschränken
    • Hände locker in den Schoß legen
    • Ab und zu mit den Händen gestikulieren (aber nicht zu wild)
    • Aufrecht sitzen
    • Körperspannung halten
    • Gerne den Gesprächspartner dezent nachahmen (Chamäleon-Effekt!)

    Stimme trainieren

    Manche sind mit einer sonoren Stimme gesegnet. Aber möglicherweise geraten auch sie manchmal ins Stottern oder Piepsen oder Lispeln oder Nuscheln. Das können Sie – bis zu einem gewissen Grad – wegtrainieren. Wenn Sie also Bedenken wegen Ihrer Stimme haben, dann betreiben Sie vor dem Bewerbungsgespräch etwas Sprach- und Stimmtraining.

    Es fängt schon bei der Körperhaltung an: Wer verkrampft in seinem Hocker kauert, lässt dem Zwerchfell nicht genügend Freiraum. Die Luftversorgung ist aber wichtig für die Stimme. Darum: Aufrecht hinsetzen!

    Versuchen Sie darüber hinaus, zu variieren. Moderates Sprechtempo, mal ganz schnell, dann wieder extrem langsam. Die Lautstärke erhöhen, dann wieder leiser werden. So können Sie besser betonen, den Zuhörer fesseln und schläfern ihn nicht ein. Nichts ist ermüdender als ein monotoner Vortrag. Und vergessen Sie nicht, Pausen zu machen, während Sie reden.

    Nervosität drosseln

    Versuchen Sie, das Training wie einen Ernstfall zu simulieren. Zum Ernstfall gehört auch eine gehörige Portion Nervosität, vielleicht sogar Angst.

    Wenn wir Angst haben oder nervös sind, schüttet unser Körper Stresshormone aus, das Herz rast, der Atem wird flacher, die Muskeln spannen sich an. Das ist aber gar nichts Schlechtes. Es macht uns wacher und aufmerksamer. Zu große Nervosität sieht man einem Bewerber allerdings an – und das ist leider durchaus etwas Schlechtes. Immerhin wird von zukünftigen Mitarbeitern erwartet, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

    Sie besiegen Ihre Anspannung, indem Sie ganz langsam tief ein- und ausatmen. Im Zweifel auch mal die Fäuste (unterm Tisch) ballen, einige Sekunden anspannen und dann wieder locken lassen. Probieren Sie es aus!

    Schlusspunkt setzen

    Feiern Sie den Tag nicht vor dem Abend. Abgewandelt auf das Vorstellungsgespräch heißt das: Feiern Sie das Gespräch nicht vor der Verabschiedung. Dabei kann noch eine Menge schiefgehen.

    Darum sollten Sie auch Ihren Abgang üben. Nicht einfach am Ende des Interviews losstürmen, sondern sich angemessen verabschieden. Dazu gehören ein freundlicher und kräftiger Händedruck, ein Lächeln mit Blickkontakt und ein aufrichtiges Dankeschön für die Zeit, die sich Ihr Gesprächspartner für Sie genommen hat.

    Nennen Sie unbedingt noch einmal den Namen Ihres Gegenübers. Eine Geste, die Wertschätzung ausdrückt. Zum Beispiel so: Vielen Dank für Ihre Zeit und das angenehme Gespräch, Herr Schröder!

    14 Fragen, auf die Sie sich vorbereiten sollten

    Vorstellungsgespräch üben FragenWie antworten Sie auf die folgende Fragen im Vorstellungsgespräch? Das sollten Sie unbedingt schon VORHER wissen:

    Bewerbungsgespräch üben mit diesen 4 Hilfsmitteln

    Jetzt wissen Sie, woran Sie arbeiten müssen. Aber WIE und auf welche Weise können Sie das Vorstellungsgespräch üben? Am besten so:

    1. Rollenspiel

      Im Rollenspiel nehmen Sie – wie im echten Leben – die Rolle des Bewerbers ein. Ihre Freunde oder Familienangehörigen sind die Personaler, die Sie mit Fragen löchern.

      Rollenspiele sind bestens geeignet, um sich aufs Jobinterview vorzubereiten. Ihre Mitstreiter können genau beurteilen, wie Sie sich gemacht haben und Ihnen Tipps geben. Wichtig ist, dass sie dabei kein Blatt vor den Mund nehmen und ehrliches Feedback geben.

      Durch Rollenspiele üben Sie auch schwierige Situationen – wenn Ihnen etwa gleich drei Unternehmensvertreter gegenübersitzen. Oder wenn sie Sie aus der Reserve locken wollen, durch Stressfragen oder spöttische Bemerkungen. Fragen Sie anschließend genau nach, was gut und was schlecht war.

    2. Spiegel

      Sie sind alleine in einer fremden Stadt und haben niemanden zum Trainieren? Dann üben Sie vor dem Spiegel.

      Setzen Sie sich auf einen Stuhl und beobachten Sie sich selbst genau. Was machen Ihre Hände, wie wirken Sie selbst auf sich, wie sieht Ihre Kleidung aus? Die Anziehsachen, die Sie im Vorstellungsgespräch tragen wollen, dürfen Sie nämlich gerne schon einmal überwerfen. So gewinnt die Situation an Echtheit.

      Sie können das Ganze alternativ auch per Video aufnehmen – und sich Ihre Vorstellung in aller Ruhe noch mal anschauen.

    3. Tonaufnahme

      Zeichnen Sie das Gesprochene mit Ihrem Smartphone auf und hören Sie sich die Audio-Datei hinterher selbst noch einmal an. Sie werden erstaunt sein.

      Viele Bewerber reden viel zu schnell – so schnell, das ihnen der Gesprächspartner kaum folgen kann. Zu langsam sollten Sie aber auch nicht sprechen, wenn Sie ihn nicht narkotisieren wollen. Dann gibt es noch diverse Zisch- oder Schnalzlaute, die Sie vermeiden sollten – und das berühmte Ähh… (wenngleich Sie dies auch mal zur Zeitgewinnung und Überbrückung nutzen können, sofern Sie es nicht übertreiben).

      In jedem Fall sind Ihre Stimme und Aussprache wichtige Faktoren – die Sie trainieren können. Dazu müssen Sie aber erstmal wissen, welche Fehler Sie machen: Reden Sie zu laut oder zu leise, zu schnell oder langsam, akzentuiert oder nuschelig…?

    4. Profis

      Wenn alles nichts hilft, müssen Profis ran. Zahlreiche Anbieter werben mit professionellen Bewerbungscoachings.

      Die kosten manchmal mehrere Hundert Euro. Das ist eine Menge Holz, kann aber gut angelegtes Geld sein. Nämlich dann, wenn Sie wirklich massive Probleme in Vorstellungsgesprächen haben. Bis dahin können Sie es aber auch autodidaktisch versuchen …

    Online-Vorstellungsgespräch üben

    online vorstellungsgespräch übenOnline-Vorstellungsgespräche werden – nicht nur wegen Corona – immer populärer. Ein Jobinterview vor dem Bildschirm unterscheidet sich immens von einem Tête-à-Tête im Konferenzraum. So üben Sie Ihr Online-Bewerbungsgespräch:

    • Standort auswählen

      Suchen Sie sich zuerst einen geeigneten Ort aus, an dem Sie Ihren Rechner für das Vorstellungsgespräch platzieren. Am besten einen ruhigen Ort mit schlichtem Hintergrund, einer weißen Wand etwa. Offene Kleiderschränke oder Playboy-Poster im Hintergrund sind . Falls Sie dem Personaler doch mit der Deko im Hintergrund imponieren wollen, dann stellen Sie sich mental auf Rückfragen dazu ein. Schöne Elefantenvase, wo haben sie die her?

    • Outfit wählen

      Ihre Gesprächspartner sehen Sie vielleicht nicht von oben bis unten. Empfehlenswert ist es dennoch, sich ein seriöses Ganzkörper-Outfit überzuwerfen, schon der inneren Spannung wegen. Und was, wenn Sie wirklich kurz mal aufstehen müssen, dann aber keine Hose anhaben? Generell gilt: Ziehen einfach das an, was Sie beim Vorstellungsgespräch vor Ort auch angezogen hätten.

    • Testlauf durchführen

      Auch das Online-Vorstellungsgespräch sollten Sie vorher üben, zum Beispiel mit einem Freund. So bekommen Sie ein Gefühl dafür und einen Blick für mögliche Fehler. Achten Sie auf Körpersprache, aber auch auf die Rahmenbedingungen inklusive Tonqualität, Hintergrund, Internetverbindung. Wie zum Beispiel reagieren Sie, wenn es mal ruckelt? Ein höfliches Entschuldigung, ich habe Ihre Frage akustisch nicht verstanden, könnten Sie sie noch mal wiederholen? ist kein Beinbruch.

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    Bewerbung zurückziehen: Tipps, Formulierungen und 9 gute Gründe

    Bewerbung zurueckziehen formulierung

    Bewerbung zurückziehen – unangenehm, aber mitunter notwendig. Denn manchmal muss ein Unternehmen aus der Wunschliste gestrichen und aussortiert werden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Doch wie ziehe ich eine Bewerbung zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren oder meinen Ruf aufs Spiel zu setzen? Bewerbung zurückziehen: So einfach kann das sein…

    Bewerbung zurückziehen: 9 gute Gründe

    Wer eine Bewerbung zurückziehen möchte, muss sich in einer Luxussituation befinden. Er oder sie hat ganz offensichtlich eine bessere Alternative aufgetan, die entsprechende Stelle gar nicht mehr nötig. Könnte man jedenfalls meinen.

    Doch gibt es weitaus mehr Szenarien, als man denkt, in denen es Sinn macht, die eigene Bewerbung für einen Job zu widerrufen. Bewerbung zurückziehen – hier sind 9 gute Gründe:

    • Eine schwere Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, in absehbarer Zukunft eine Tätigkeit auszuüben.
    • Eine Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst voll und ganz auf Ihren Nachwuchs konzentrieren.
    • Ein bevorstehender Umzug. Etwa, weil Ihr Partner einen neuen Job in einer anderen Stadt oder im Ausland antritt und Sie ihm oder ihr dorthin folgen möchten. Oder weil es Sie wieder zurück in Ihre Heimatregion zieht.
    • Wirtschaftliche Gründe. Zum Beispiel der, dass Sie sich ursprünglich für eine Teilzeitstelle beworben haben, nun aufgrund finanzieller Zwänge aber doch lieber in Vollzeit arbeiten möchte. Oder den umgekehrten Fall, dass Sie statt Vollzeit doch lieber Teilzeit arbeiten möchten.
    • Akute Bedenken. Sie könnten Angst haben, dass Ihnen der Job doch nicht liegen wird, dass Sie die Anforderungen nicht erfüllen oder auch, dass Sie extrem überqualifiziert sind.
    • Informationsgewinn. Sie haben neue Informationen erhalten – durch das Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda – die den künftigen Arbeitgeber sehr unvorteilhaft aussehen lassen. Deswegen wollen Sie lieber Abstand von einer Anstellung nehmen.
    • Den Probearbeitstag haben Sie als katastrophal empfunden.
    • Das angebotene Gehalt entspricht in keinster Weise Ihren Erwartungen.
    • Sie haben sich in der Zwischenzeit entschieden, lieber ein Studium aufzunehmen.

    Und das sind nur einige Gründe; es gibt ganz sicher noch mehr. Aber egal, aus welchem Grund Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen: Sie sollten Ihren Rückzieher offen und ehrlich kommunizieren. Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen oder auf Anfragen nicht reagieren, das wäre kein guter Stil. Das haben Sie überhaupt nicht nötig – und es spricht sich in der Branche vielleicht sogar herum. Nicht gut!

    Aber wie teilen Sie dem Unternehmen Ihre Entscheidung mit? Karrieresprung hat folgende Vorschläge für Sie…

    Warum Sie eine Bewerbung zurückziehen sollten

    Natürlich kann es passieren, dass der Arbeitgeber verschnupft auf Ihren Rückzieher reagiert. Immerhin hat er Zeit und Mühe investiert, Ihre Bewerbung gesichtet, Sie vielleicht sogar schon zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alles für die Katz!

    Andererseits gehören Absagen zum Recruiting-Prozess dazu wie die Drehleiter zur Feuerwehr. Sie sind für Personaler das tägliche Brot. Und was wäre die Alternative? Die Füße still halten und nichts mehr von sich hören lassen? Dies würde das Personalbüro erst recht verärgern und überdies ebenfalls Arbeit verursachen. Und eine zweite Chance bekommen Sie in dem Unternehmen so schnell auch nicht mehr.

    Sie könnten natürlich auch den Umweg über die Probezeit gehen. Sie nehmen Ihre Arbeit auf und kündigen dann gefahrlos in der Probezeit. Aber dies würde nur Zeit kosten und wäre unehrlich. Wozu das Theater?

    Vor allem drei Gründe sprechen dafür, eine Bewerbung offen und ehrlich wieder zurückzunehmen…

    1. Manieren

      Anstand, Manieren, Gepflogenheiten – klingt wie der Auszug aus einem Lehrbuch des 19. Jahrhunderts, ist aber aktueller, als wir manchmal glauben. Höflichkeit ist eine Tugend – auch heute noch. Es gehört sich schlicht und einfach, einem Unternehmen abzusagen, wenn man eine andere Stelle gefunden hat oder aus einem anderen Grund von der Bewerbung Abstand nehmen will. Das sollte als Grund doch eigentlich schon genügen, oder?

      Kleiner Tipp: Es fühlt sich richtig gut an, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein. Probieren Sie es mal aus!

    2. Ruf

      Ihre Reputation wird massiv beschädigt, wenn Sie nicht souverän mit der Situation umgehen. Sie wissen ja: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Das gilt gerade für kleine, überschaubare Branchen mit einer begrenzten Anzahl an Arbeitgebern. So etwas könnte sich herumsprechen – schlecht für Sie!

      Außerdem werden Boomerang-Karrieren immer beliebter. Boomerang bedeutet: Man verlässt das Unternehmen im Guten, um anderswo eine neue Herausforderung anzunehmen. Gelingt die nicht so wie erwartet, kehrt man in die alte Firma zurück. Es wird jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein, wenn man sich dort gerne an Sie erinnert.

    3. Fairplay

      Nicht jeder Sportler ist ein fairer Sportsmann. Aber die meisten sind es sehr wohl. Das merkt schnell, wer Judo oder Rugby, Handball oder Hockey spielt.

      Auch zur Bewerbung gehört der Fairplay-Gedanke dazu. Wenn Sie absagen, geben Sie Ihren Mitstreitern eine Chance. Das ist nur fair – und richtig.

    Bewerbung online zurückziehen

    Vor allem in größeren Firmen gibt es eine einfache Möglichkeit, die Bewerbung zu stornieren. Sofern Sie sich über ein Online-Bewerberportal beworben haben, loggen Sie sich erneut mit Ihren Zugangsdaten ein und ziehen Ihre Bewerbung mit einem Mausklick zurück.

    In einigen System genügt ein Klick auf den Zurückziehen-Button, in anderen müssen Sie Ihr ganzes Profil löschen. Und manchmal ist es nur möglich, eine Bewerbung zurückzuziehen, wenn die Bewerbungsfrist noch nicht abgelaufen ist.

    Angst haben, dass Ihnen das Unternehmen den Rückzug krumm nimmt, müssen Sie in den meisten Fällen nicht. Dafür ist die Funktion ja da. Es gibt sogar Arbeitgeber, die wissen wollen, warum Sie Ihre Bewerbung zurückgezogen haben. So fragt Drogeriekonzern dm seine Ex-Bewerber explizit nach den Beweggründen und bittet um eine entsprechende Mail an die Personalabteilung.

    Aber Achtung: Wer seine Bewerbung im Online-Bewerbersystem zurückzieht, kann sich unter Umständen nicht noch einmal auf die gleiche Stelle bewerben. Sie können es sich dann nicht nochmal anders überlegen.

    Bewerbung per Anruf oder E-Mail zurückziehen

    Falls Sie die Möglichkeit nicht haben, Ihre Bewerbung im Bewerbersystem zurückzunehmen, haben Sie diese drei Optionen:

    • Anruf
    • Brief
    • E-Mail

    Karrieresprung empfiehlt Ihnen den Griff zum Telefon. Ein Anruf hat folgende Vorteile: Die Absage ist schnell erledigt. Sie können sicher sein, dass der Empfänger Ihre Absage erhalten hat und Sie aus dem Bewerbungsprozess nimmt. Sie müssen nicht auf eine Reaktion des Empfängers warten. Die kriegen Sie nämlich sofort. Außerdem wirkt es selbstbewusst, zum Hörer zu greifen und die Situation persönlich zu regeln. Es schindet Eindruck – wenigstens ein bisschen.

    Eine Alternative ist der Absagebrief. Er zeugt von Stil und einem Mindestmaß an Mühe, die Sie sich extra gemacht haben. Immerhin mussten Sie Formulierungen finden, den Brief aufsetzen und zur Post bringen. Das ist sehr viel aufwändiger als nur eine kurze E-Mail in die Tasten zu hauen.

    Die E-Mail-Absage ist selbstverständlich auch eine Option. Schließlich haben Sie die E-Mail-Adresse des Personalers vermutlich schon. Wenn Sie also eine E-Mail schreiben, kommt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch an. Wenn nicht, wird Ihnen das hoffentlich in Form eines Abwesenheitsassistenten oder einer Fehlermeldung mitgeteilt. Aber investieren Sie ausreichend Zeit, um die richtigen Formulierungen zu finden und belassen Sie es nicht bei ein oder zwei Sätzen. Das wäre unhöflich.

    Im Übrigen können Sie auch eine Mischform wählen. Erst eine Absagemail schreiben und hinterher noch einmal durchklingeln oder umgekehrt am Telefon erwähnen, dass Sie Ihre Absage auch noch schriftlich bestätigen. Ein Zeichen von Professionalität. Unternehmen schätzen das.

    Absage richtig formulieren

    Haben Sie sich für eine schriftliche Variante entschieden? Sie können sie im Prinzip so ähnlich aufbauen wie ein Anschreiben:

    • Briefkopf (Ihr Name, Anschrift, Kontaktdaten)
    • Name, Anschrift des Empfängers
    • Datum
    • Betreff
    • Persönliche Anrede
    • Absage
    • Grußformel
    • Unterschrift

    Kein Personaler will sich lange Essays durchlesen, warum Sie den Job doch nicht wollen. Höchstens, um sich zu amüsieren. Den Gefallen sollten Sie ihm nicht tun. Bleiben Sie kurz und prägnant. Aber auch nicht ZU kurz. Ein Satz a la „Hiermit möchte ich meine Bewerbung für die Stelle as Controller zurückziehen. Mit freundlichen Grüßen“ wirkt wie ein höflicheres „Leck mich“. Sie sollen keine Rechtfertigungen, aber Begründungen liefern. Eine Begründung hat die Firma durchaus verdient.

    Bauen Sie die Absage inhaltlich so auf:

    • Danksagung

      Als Erstes bedanken Sie sich für die Möglichkeit, dass Sie sich im Unternehmen bewerben konnten beziehungsweise dass Sie schon zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.

    • Begründung

      Nun führen Sie den Grund an, der für Ihre Absage ausschlaggebend ist. Mehr als zwei Gründe sollten es auf keinen Fall sein. Selbst wenn Sie mehrere gute Gründe für eine Absage haben, sollten Sie nicht alle aufzählen – nur den Hauptgrund. Andernfalls würde der Text wie eine einzige Rechtfertigung wirken und rechtfertigen müssen Sie sich nicht.

    • Bedauern

      Drücken Sie Ihr Bedauern darüber aus, dass Sie dem Unternehmen Umstände bereitet haben, aber bitten Sie gleichzeitig um Verständnis für Ihre Entscheidung.

    Bewerbung zurückziehen: Formulierung

    Bewerbung höflich zurückziehen – so könnten Sie Ihre Absage formulieren:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

    haben Sie vielen Dank, dass ich mich vor einigen Wochen auf Ihre Stellenanzeige als Controller bewerben konnte.

    Hiermit möchte ich diese Bewerbung aber wieder zurückziehen. Ich hatte zwar großes Interesse an der Stelle und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot erhalten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses noch besser mit meinen beruflichen Plänen vereinbar ist. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen absagen und bitte um Ihr Verständnis.

    Wenn ich Ihnen Umstände bereitet haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, Sie finden schnell den richtigen Mann oder die richtige Frau für die Stelle.

    Für Ihr freundliches Entgegenkommen bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Tim Taler

    Bewerbung nach Zusage zurückziehen: Formulierung

    So könnten Sie Ihre Absage formulieren, wenn Sie bereits eine Zusage des Unternehmens erhalten haben:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

    ich freue mich sehr über Ihre Zusage für die Stelle als Marketingassistent und bedanke mich für Ihr Vertrauen.

    Allerdings habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Stelle nicht anzutreten. In der Zwischenzeit habe ich ein anderes Angebot erhalten, was meinen beruflichen Plänen noch besser entspricht. Daher möchte ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.

    Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen dadurch Umstände bereite, bitte Sie aber um Verständnis für meine Entscheidung. Die Wahl fiel jedenfalls nicht GEGEN Ihr Unternehmen, sondern FÜR ein anderes.

    Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr freundliches Entgegenkommen und hoffe, dass Sie die Stelle zügig neu besetzen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tim Taler

    Bewerbung zurücknehmen: Weitere Formulierungen

    Hier sind 5 weitere Formulierungen, die Sie nutzen können, um Ihre Bewerbung zurückzuziehen:

    • Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein Angebot erhalten, was noch ein bisschen besser zu mir passt. Darum ziehe ich meine Bewerbung schweren Herzens wieder zurück.
    • Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis.
    • Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken. Von Ihrem Unternehmen habe ich dabei einen sehr positiven Eindruck gewonnen und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit für ein anderes Stellenangebot entschieden, das mich noch etwas mehr reizt. Daher möchte ich Ihnen heute leider absagen.
    • Vielen Dank für das positive Feedback auf meine Bewerbung. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot angenommen, das noch besser zu mir passt. Daher muss ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.
    • Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich muss meine Bewerbung hiermit leider zurücknehmen. Nach gründlicher Überlegung glaube ich, dass ein anderes Stellenangebot meinem Profil noch besser entspricht und habe es daher angenommen. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedauere es, Ihnen Umstände bereitet zu haben.

    Bewerbung für einen Studienplatz zurückziehen

    Die Bewerbung für einen Studienplatz können Sie an vielen Hochschulen problemlos zurückziehen. Loggen Sie sich in Ihren Online-Account ein und klicken Sie dort auf die entsprechende Schaltfläche.

    Achtung: An manchen Hochschulen ist es dann nicht mehr möglich, im laufenden Bewerbungsverfahren einen erneuten Bewerbungsantrag für den gleichen Studiengang zu stellen – an anderen aber schon. Falls Sie Ihre Bewerbung nicht online zurückziehen können, wenden Sie sich an Ihr jeweiliges Studiensekretariat.

    Eine Bewerbung in den zulassungsbeschränkten Studienfächern Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie können Sie im Bewerbungsportal von Hochschulstart oder bei dezentraler Bewerbungsabgabe auch über das hochschuleigene Bewerbungsportal zurückziehen.

    Interne Bewerbung zurückziehen

    Bewerbung zurückziehen formulierenSie haben längst gemerkt: Der Ton macht auch bei einem Bewerbungsrückzieher die Musik. Das gilt umso mehr, wenn es sich um eine interne Bewerbung handelt. Sie werden den Personen im Flur über den Weg laufen, denen Sie zuvor einen Korb gegeben und Umstände bereitet haben.

    Darum ganz wichtig: Begründung liefern, aufrichtig bedanken und bedauern. Am besten persönlich anrufen – oder im Büro vorbeischauen! So können Sie Missverständnisse aus dem Weg räumen und Ihre Beweggründe darlegen.

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    [Bildnachweis: Lolostock by Shutterstock.com]

    Bewerbungskosten absetzen: Pauschalen, Liste, Tipps

    bewerbungskosten absetzen steuer

    Bewerbungskosten absetzen – das geht. Immerhin müssen Sie als Bewerber in Vorleistung gehen. Bewerbungsfoto anfertigen, Bewerbungsratgeber kaufen, Hotel am Unternehmensstandort buchen, um nur ein paar Kostenbeispiele zu nennen. Bewerbungen kosten Geld. Das Finanzamt erstattet Ihnen die Bewerbungskosten – sofern Sie alles richtig belegen und eintragen. Bewerbungskosten absetzen: So machen Sie’s richtig…

    Bewerbungskosten steuerlich absetzen

    Ihre Bewerbungskosten können Sie steuerlich absetzen. Bewerbungskosten zählen zu den Werbungskosten. Werbungskosten sind laut Einkommensteuergesetz „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.“

    Bewerbungen dienen zweifelsfrei dazu, Einnahmen zu erwerben und zu sichern. Dabei ist es unerheblich, ob eine Bewerbung zum Erfolg führt oder nicht. Wichtig ist nur, dass die Kosten im Rahmen der Stellensuche angefallen sind.

    Bei der Berechnung der Einkünfte in der Steuererklärung können Sie die Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen. Somit mindern Bewerbungskosten Ihre Steuerlast. Darum ist es auch ratsam, sich im Laufe des Jahres alle Bewerbungsgespräche zu notieren und die angefallenen Belege zu sammeln. Das bringt Ihnen am Ende des Steuerjahres bares Geld.

    Sparen können Sie sich den Aufwand freilich, wenn für Sie insgesamt nur geringe Werbungskosten anfallen. Denn das Finanzamt gewährt jedem Arbeitnehmer die sogenannte Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro. Diesen Betrag zieht Ihnen das Finanzamt automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Dafür müssen Sie keine Belege oder Nachweise einreichen! Die Werbungskostenpauschale gilt für jeden einzelnen Arbeitnehmer – also bekommen sie Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften doppelt, sofern beide arbeiten.

    Tatsächlich können Ihre Werbungskosten aber auch gut und gerne oberhalb von 1.000 Euro liegen. Um die Kosten geltend zu machen, müssen Sie sie einzeln in der Steuererklärung angeben. Immerhin gehören zu den Werbungskosten neben den Bewerbungskosten auch:

    • Fahrtkostenpauschale bzw. Pendlerpauschale
    • Verpflegungsmehraufwand
    • Arbeitsmittel (Berufskleidung, Fachbücher, Aktentasche, Werkzeuge, Laptop, PC, Handy, Software)
    • Arbeitszimmer bzw. Home Office
    • Mitgliedsbeiträge für Berufsverbände (z.B. Ärztekammer, Handwerkskammer, Gewerkschaft etc.)
    • Kosten von Dienstreisen
    • Berufliche Versicherungsbeiträge (z.B. Berufshaftpflicht)
    • Beruflich veranlasste Umzüge
    • Fortbildungen

    Bewerbungskosten absetzen: Liste

    Bewerbungskosten absetzen – diese Materialien und Dienstleistungen sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar:

    Eigenwerbung

    Materialien

    • Bewerbungsmappen
    • Briefumschläge
    • Klarsichthüllen
    • Druckerpatronen
    • Kleber
    • Einfache und beglaubigte Kopien
    • Stifte, Füller
    • Schreibpapier
    • Briefmarken

    Recherche

    • Kurse
    • Seminare
    • Übersetzungen
    • Bücher, Ratgeber
    • Magazine, Zeitschriften
    • Bewerbungsschreiber
    • Beglaubigungen
    • Polizeiliches Führungszeugnis

    Reisekosten

    • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen
    • Parkgebühren
    • Übernachtungen
    • Verpflegung
    • Stadtpläne
    • Unfallkosten auf der Fahrt zu einer Bewerbung

    Hinweis: Wer die Telefon- oder Internetkosten anteilig absetzen will, könnte Probleme mit dem Finanzamt bekommen. Häufig lehnt es die Steuererstattung ab. Trotzdem: Probieren geht über studieren.

    Online-Bewerbungskosten absetzen

    Der Großteil der Bewerbungen erfolgt heute online. Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Auf den ersten Blick sind Online-Bewerbungen deutlich kostengünstiger als solche aus Papier. Das Porto fällt weg, außerdem Anschaffungskosten für Mappe, Papier, Stifte, Druckerpatronen.

    Dennoch können Sie selbstverständlich auch eine Online Bewerbung von der Steuer absetzen. Die Pauschale, die das Finanzamt akzeptiert, ist bei Online-Bewerbungen aber geringer als bei schriftlichen (dazu gleich mehr).

    Außerdem entstehen Ihnen ja weiterhin Kosten im Zusammenhang mit der Bewerbung: Bewerbungsratgeber, Foto und Fahrtkosten beispielsweise. Die können Sie anrechnen, unabhängig davon, ob die Bewerbung auf dem Online- oder Offline-Weg erfolgt ist.

    Was Sie hingegen nicht in Ihrer Steuererklärung absetzen können, sind die Bewerbungskosten Ihres Kindes oder Ihrer Kinder.

    Bewerbungskosten absetzen: Pauschalen

    Sie haben drei Optionen, um Ihre Bewerbungskosten abzusetzen:

    • Sie machen die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro geltend.
    • Sie reichen die Belege für Ihre Bewerbungskosten ein.
    • Sie machen Ihre Bewerbungskosten über Pauschalen geltend.

    Bei Variante 1 müssen Sie nichts weiter tun. Das Finanzamt schreibt Ihnen die Werbungskostenpauschale automatisch gut, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Sie könnten dabei aber Geld verschenken – wenn Ihre tatsächlichen Werbungskosten im vergangenen Steuerjahr mehr als 1.000 Euro betragen haben. Wenn Sie das verhindern wollen, springen Sie zu Variante 2 oder 3.

    Bei Variante 2 rechnen Sie alle Bewerbungskosten, für die Sie Belege gesammelt haben, zusammen und tragen Sie als Werbungskosten in Ihre Steuererklärung ein. Das kann eine langwierige und komplizierte Angelegenheit sein.

    Einfacher ist Variante 3: Das lästige Sammeln der Quittungen bleibt Ihnen damit erspart. Sie legen einfach eine Pauschale zugrunde. Pro schriftlicher Bewerbung lässt das Finanzamt erfahrungsgemäß neun bis 15 Euro durchgehen. Manche Finanzämter orientieren sich an einem Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004, das für schriftliche Bewerbungen Kosten von jeweils 8,50 Euro angenommen hatte.

    Für eine E-Mail-Bewerbung, wie sie heute üblich ist, bekommen Sie nicht so viel zurück – hier beträgt die Pauschale nur 2,50 Euro pro Bewerbung. Fahrt- und Übernachtungskosten sind nicht inbegriffen.

    Aber: Auch wenn sich das Finanzamt in der Regel an Pauschalen orientiert — Anspruch auf eine solche Pauschale haben Sie grundsätzlich nicht. Es liegt immer im Ermessen des Sachbearbeiters, ob und welche Pauschale er anerkennt.

    Bewerbungskosten in der Steuererklärung eintragen

    Die Steuererklärung ausfüllen – für die meisten eine undankbare Aufgabe. Speziell für Berufsanfänger ist sie sehr herausfordernd. Wo soll ich meine Bewerbungskosten überhaupt eintragen?

    Antwort: in der Anlage N. Hier werden die Werbungskosten – und damit auch die Bewerbungskosten – eingetragen. Einfach in Zeile 45 der Anlage N die Bewerbungskosten mit einer passenden Bezeichnung (z.B. „Kosten für Briefumschläge“, „Kosten für Bewerbungsratgeber“) sowie die Summe der einzelnen Ausgabenposten eingeben.

    Mit einer guten Steuersoftware geht das in der Regel ohne Probleme. Sie können so viele Felder für Ihre Bewerbungskosten hinzufügen, wie Sie benötigen.

    Bewerbungskosten absetzen: Tipps

    Die Steuererstattung sollten Sie schon während Ihres Bewerbungsprozesses im Hinterkopf abspeichern. Das heißt: Dokumentieren Sie all Ihre Bewerbungen auf einer Liste und bewahren Sie die entsprechenden Dokumente, Mappen, Mails auf.

    Vor allem dann, wenn Sie Ihre tatsächlichen Bewerbungskosten absetzen wollen – und keine Pauschalen. Auch könnte das Finanzamt die Vorlage von Belegen nachträglich von Ihnen verlangen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Zum Beispiel, indem Sie auf Ihrem Rechner einen Ordner anlegen, in dem Sie die Eingangsbestätigungen oder Absagen der einzelnen Unternehmen ablegen – oder Ihre per Mail verschickten Bewerbungen.

    Das Gleiche gilt für alle anderen Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen. Bewahren Sie also auch Quittungen von Mappen, Stiften, Fotos, Stadtplänen usw. auf – am besten heften Sie alles in einem Ordner, Ihrem Steuerordner, ab.

    Tipp: Ein Schuhkarton bietet sich für Papierbelege an. Der ist im Innern trocken und dunkel. So verblassen Ihre Dokumente nicht so schnell. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Belege auch kopieren oder einscannen und auf Ihrem Computer ablegen.

    Bewerbungskosten vom Arbeitgeber erstatten lassen

    Bis Sie Geld vom Finanzamt erstattet bekommen, können Wochen und Monate ins Land gehen. Es gibt aber noch andere Wege, sich Ihre Bewerbungskosten zurückzuholen. Das ist gerade für Menschen wichtig, die mit jedem Euro kalkulieren müssen. Auch ist es gerade in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Studium oder geringfügiger Beschäftigung oft schwierig, alle anfallenden Kosten auszulegen.

    Die gute Nachricht: Viele Arbeitgeber erstatten die Kosten für ein Vorstellungsgespräch. Es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Erstattung der Bewerbungskosten. Voraussetzung ist, dass der Bewerber sich auf eine zu besetzende Stelle beworben und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hat. Die Pflicht zur Kostenübernahme ist unabhängig davon, ob der Bewerber letztlich den Zuschlag erhält oder nicht. Es werden allerdings nur solche Kosten erstattet, die nach den Gesamtumständen „erforderlich“ waren. Der Bewerber hat sich also stets die Frage zu stellen, ob die jeweiligen Auslagen wirklich notwendig sind.

    Auf der anderen Seite haben Arbeitgeber die Möglichkeit, die Kostenübernahme zu verweigern oder zu begrenzen. Dies muss das Unternehmen aber bei der Einladung zum Bewerbungsgespräch deutlich machen. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Nicht unüblich ist es beispielsweise, nur die Anreise mit der Bahn zu erstatten. Möchte der Bewerber aber mit dem Flugzeug anreisen, muss er die Mehrkosten selbst tragen.

    Tatsächlich hängt die Bereitschaft zur Kostenübernahme häufig davon ab, für welche Stelle der Bewerber vorgesehen ist. Hochqualifizierten und nachgefragten Arbeitskräften will man das eigene Unternehmen möglichst schmackhaft machen – dazu gehört auch eine großzügige Übernahme der Bewerbungskosten.

    Eigentlich selbstverständlich: Erscheint der Kandidat gar nicht oder ohne ausdrückliche Einladung zum Vorstellungsgespräch, ist das Unternehmen nicht verpflichtet, die Bewerbungskosten zu übernehmen. In jedem Fall gilt: Der Bewerber muss die Kosten innerhalb von drei Jahren geltend machen, danach sind sie verjährt. Das sollte machbar sein.

    Bewerbungskosten vom Arbeitsamt erstatten lassen

    Es gibt sogar noch eine weitere Möglichkeit, um sich die Bewerbungskosten zurückzuholen: Die Übernahme der Bewerbungskosten durch die Arbeitsagentur beziehungsweise das Jobcenter. Vielfach können Sie sich hier Bewerbungskosten erstatten lassen.

    Anhand ihres Vermittlungsbudgets entscheidet die für Sie zuständige Arbeitsagentur oder das Jobcenter, ob und in welcher Höhe Ihnen Bewerbungskosten erstattet werden. Möglich sind bis zu 260 Euro Erstattung pro Jahr.

    Wichtig: Sofern die Eingliederungsvereinbarung keine Angaben zu Bewerbungskosten macht, müssen Sie Übernahme der Kosten vor ihrer Entstehung beantragen. Fragen Sie also unbedingt VOR Ihrem Bewerbungsgespräch nach, ob und welche Kosten übernommen werden können, damit Sie nicht auf den Bewerbungskosten sitzen bleiben.

    Mehr Zeit für die Steuererklärung!

    Bewerbungskosten absetzen frist
    Seit 2019 haben Sie mehr Zeit, um sich Ihr Geld inklusive der Bewerbungskosten vom Finanzamt zurückzuholen. Bislang mussten Sie Ihre Steuererklärung stets bis Ende Mai vorlegen. Jetzt reicht es dem Finanzamt aus, wenn sie bis zum 31. Juli vorliegt.

    Falls Sie Ihre Steuererklärung nicht selbst machen, sondern von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lassen, verschiebt sich die Frist noch weiter nach hinten. Ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2019 muss dann nicht vor Ende Februar 2021 beim Finanzamt eingehen.

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