Jobs in Dortmund: Aktuelle Stellenangebote und alle Infos

Jobs in Dortmund Vollzeit Teilzeit Quereinsteiger

Bei Dortmund denkt man an Bier und Borussia. Doch gibt es hier neben Brauereien und Stadion noch andere schöne Orte, die entdeckt werden wollen. Und es gibt Jobs in Dortmund, die dem Image der Arbeiterstadt so gar nicht gerecht werden. So finden Sie Jobs in Dortmund

Jobs Dortmund: Die Stadt

Dortmund ist die Stadt mit dem größten Bevölkerungswachstum im Ruhrgebiet. Bis 2025 soll die Bevölkerung um 5,1 Prozent wachsen – das ist umso erstaunlicher, weil fast alle Nachbarstädte schrumpfen. Hagen, Bottrop und Unna verlieren allesamt je über acht Prozent ihrer Bevölkerung. Außer Dortmund wächst im Revier voraussichtlich nur Essen.

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Dortmunder U, ein von einer Brauerei errichtetes Hochhaus. Andere sagen, es sei die Gelbe Wand im Westfalenstadion. Tatsächlich soll der ruhmreiche BVB für manchen Anhänger ein Grund sein, ganz nach Dortmund zu ziehen.

Die zwei Enden des Spektrums bilden die Gartenstadt im Dortmunder Osten und die Nordstadt. In der Gartenstadt kann man an schicken Villen und Häuschen entlangspazieren, bis man an der Galopprennbahn wieder herauskommt. Die Nordstadt dagegen hat sich ihren Ruf als Drogenumschlagplatz mühsam erarbeitet. Sie gilt mittlerweile als einer der Crime-Hotspots im ganzen Land.

Dortmund liegt günstig. Das Ruhrgebiet im Westen, das Rheinland im Süden, das Sauerland im Osten und das Münsterland im Norden. Für die Freizeitplanung der Dortmunder bietet das reichlich Optionen…

Jobs in Dortmund: Der Arbeitsmarkt

Im Oktober 2018 war die Arbeitslosenquote in Dortmund unter die magische Zehn-Prozent-Schwelle gerutscht. Im November 2019 lag sie noch immer bei 9,9 Prozent – einem für Dortmund sehr soliden Wert. Eine einstellige Arbeitslosenquote war hier noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar.

Seitdem klettert sie aber wieder nach oben. Im Juli 2020 waren bereits 38.290 Dortmunder offiziell ohne Arbeit. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 12,0 Prozent.

Die meisten Jobs in Dortmund gibt es in diesen Wirtschaftsbereichen. Hier arbeiten die Dortmunder:

  • Öffentliche Verwaltung, Erziehung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen: 115.700
  • Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 92.100
  • Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen: 73.100
  • Produzierendes Gewerbe: 47.500
  • Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 300

[Quelle: Wirtschaftsdaten 2020, IHK Dortmund]

Jobs Dortmund: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Mit Jobs in Dortmund verdient man gar nicht so übel. Das Medianeinkommen für Arbeitnehmer, die in Dortmund arbeiten, liegt laut Bundesagentur für Arbeit bei 3.315 Euro brutto pro Monat.

Zum Vergleich: In Köln sind es 3.696 Euro, in Düsseldorf sogar 3.882 Euro. Im Ruhrpott-Vergleich steht Dortmund deutlich besser da. Essen kommt zwar noch auf 3.451 Euro, aber Bochum nur auf 3.273 Euro, Oberhausen auf 3.272 Euro, Gelsenkirchen auf 3.242 Euro und Bottrop sogar nur auf 3.149 Euro. Das Medianeinkommen bei den in Dortmund wohnhaften Arbeitnehmern (die auch außerhalb der Stadt ihren Arbeitsplatz haben können) liegt bei 3.224 Euro.

Erstaunlich: Das Gehaltsniveau für IT-Führungskräfte in Dortmund liegt laut Kienbaum-Vergütungsreport 2018 bei 107 Prozent des bundesweiten Durchschnitts – und damit sogar noch vor jenem in Stuttgart, Nürnberg oder Hamburg.

Laut Stepstone-Gehaltsreport 2020 verdienen Fach- und Führungskräfte in Nordrhein-Westfalen 58.815 Euro brutto jährlich im Schnitt. Nur in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg sind die Gehälter höher.

Wichtige Arbeitgeber in Dortmund

Hier winken Jobs in Dortmund. Das sind die größten und wichtigsten Arbeitgeber in Dortmund:

  • DEW21 Dortmunder Energie- und Wasserversorgung
  • DSW21 Dortmunder Stadtwerke
  • Verizon Deutschland (Telekommunikation)
  • Elmos Semiconductor (Halbleiterhersteller)
  • Peag Holding (Transfergesellschaft)
  • EDG Entsorgung
  • Kath. St.-Johannes-Gesellschaft (Pflege)
  • Continentale (Versicherung)
  • Klinikum Dortmund (Gesundheit)
  • Klinikum Westfalen (Gesundheit)
  • Caritas-Altenhilfe Dortmund (Pflege)
  • Arvato Direct Services (IT-Dienstleister)
  • Städtische Seniorenheime Dortmund (Pflege)
  • Wilo (Pumpenhersteller)
  • Medienhaus Lensing
  • Amprion (Übertragungsnetzbetreiber)
  • RGM Facility Management
  • Borussia Dortmund (Sport)
  • Signal Iduna (Versicherungen)
  • Prokundo (Versicherungen)
  • KHC Westfalenhallen
  • Koch Personaldienstleistungen
  • Dula-Werke Dustmann (Innenausbau)
  • Objektcontrol Sicherheitsdienste Vogt
  • Transgas Flüssiggas Transport und Logistik
  • Thyssengas GmbH
  • Thyssenkrupp Rothe Erde (Maschinenbau)
  • Diakonische Pflege Dortmund
  • Luftfahrtgesellschaft Walter
  • Winkelmann Recycling
  • Givaudan Deutschland (Duftstoffe)
  • Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt
  • Ebbinghaus Automobile
  • KHS Group (Maschinenbau)
  • AOK Nordwest (Gesundheit)
  • AWO Bezirksverband Westliches Westfalen (Wohlfahrt)
  • BFW Berufsförderungswerk Dortmund (Weiterbildung)
  • Dortmunder Volksbank
  • Sparkasse Dortmund (Finanzen)
  • Technische Universität Dortmund
  • Fachhochschule Dortmund
  • Materna Information and Communication (IT-Dienstleister)
  • Quinscape (IT-Dienstleister)
  • E-Spirit AG (IT-Dienstleister)
  • IHK Gesellschaft für Informationsverarbeitung (IT-Dienstleister)
  • Prismat (SAP-Berater)
  • Comline AG (IT-Dienstleister)
  • Dortmund Airport

Jobs Stadt Dortmund

jobs stadt dortmundJobs bei der Stadt Dortmund gibt es für Absolventen, Berufserfahrene Quereinsteiger oder Auszubildende. Zum Beispiel für:

Jobs in Dortmund: Karriereaussichten und Wirtschaft

Strukturwandel ist im Ruhrgebiet ein geflügeltes Wort. Auch Dortmund ist längst zu einer Service- und Dienstleistungsstadt geworden.

Das verarbeitende Gewerbe trägt im gesamten Ruhrgebiet 16,2 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. In Dortmund sind es nur 10,5 Prozent. Von 2007 bis 2016 wuchs der Dienstleistungsbereich in Dortmund um 27,6 Prozent. Höher war die Dynamik nur in Bochum, das im gleichen Zeitraum ein Plus von 33,6 Prozent aufwies.

Von rund 250.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt Dortmund arbeiten nur knapp 44.000 im produzierenden Gewerbe (Stand: 31.12.2019).

Im Ruhrgebiet leben weniger Akademiker als in anderen Wirtschaftsregionen. Insgesamt stellen sie 13,2 Prozent der Bevölkerung. In Dortmund liegt die Quote aber leicht darüber – genauso wie in Essen und Bochum. Daran dürften die TU Dortmund und die Fachhochschule Dortmund ihren Anteil haben.

Und dennoch: Im Städteranking 2019 von IW Consult belegt Dortmund von 71 deutschen Großstädten nur Platz 59, verbesserte sich damit aber immerhin um drei Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Auch liegt Dortmund vor den Revier-Rivalen Bochum (60.), Hagen (64.), Bottrop (65.), Hamm (66.), Oberhausen (67.), Duisburg (68.), Herne (70.) und Gelsenkirchen (71.). Nur Mülheim an der Ruhr (47.) und Essen (54.) landen vor Dortmund.

Lichtblicke: Die Technische Uni produziert viele MINT-Absolventen, von denen einige nach ihrem Abschluss der Stadt erhalten bleiben. Es werden zahlreiche Patente angemeldet, die Ingenieursquote in Dortmund ist hoch – und die Unternehmen sind für die Industrie 4.0 vergleichsweise gut aufgestellt.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 sprang für Dortmund Platz 255 von 401 untersuchten Regionen in Deutschland heraus. In der Kategorie Arbeitsmarkt schaffte Dortmund mit Rang 97 sogar den Sprung unter die Top 100.

Jobs in Dortmund: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Dortmund liegt laut Immowelt zwischen 6,80 Euro und 8,60 Euro kalt – je nach Wohnungsgröße.

Demnach fielen die Mietsteigerungen in den vergangenen Jahren vergleichsweise moderat aus. 2011 musste man für Wohnungen mit einer Fläche von bis zu 120 Quadratmetern 5,30 Euro zahlen, 2017 waren es 6,60 Euro. Die Medianmiete stieg laut Immowelt von 5,10 euro im Jahr 2009 auf 7,00 Euro 2019.

Dass Dortmund eine günstige Adresse zum Wohnen ist, zeigt auch der IW-Studentenwohnpreisindex. Demnach kostet eine 30 Quadratmeter große Wohnung im Ruhrgebiet 280 Euro im Schnitt. Das ist günstiger als in Greifswald, Jena oder Kiel. In Frankfurt werden für eine vergleichbare Unterkunft 499 Euro fällig, in München sogar 635 Euro.

Die Postbank rät direkt zum Kauf einer Immobilie in Dortmund. Es gebe Regionen in Deutschland, in denen der durchschnittliche Kaufpreis bis zu fünf Prozent unter den örtlichen Mieten liege, rechnete die Bank im November 2018 vor. Das sei zum Beispiel in ländlichen Gebieten Ostdeutschlands der Fall – aber auch in Städten wie Göttingen, Leipzig und Dortmund.

Kontaktdaten und Servicestellen in Dortmund

Sie wollen sich in Dortmund selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Dortmund suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Finanzamt in Dortmund finden Sie hier.
  • Das Jobcenter Dortmund finden Sie hier.
  • Die IHK zu Dortmund finden Sie hier.
  • Die Handwerkskammer Dortmund finden Sie hier.
  • Aktuelle Stellenangebote in Dortmund finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: Christian Mueller by Shutterstock.com]

Jobs in Essen: Aktuelle Stellenangebote und alle Infos

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Essen war schon immer ein Schwergewicht der deutschen Wirtschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Eine reine Malocherstadt aber ist Essen nicht mehr. Fast jeder Fünfte Erwerbstätige hat einen Hochschulabschluss. So finden Sie Jobs in Essen

Jobs Essen: Die Stadt

Die Stadt Essen ist eine der ganz großen, alten Adressen der deutschen Industrie. Thyssenkrupp, RWE und Eon haben hier ihren Sitz. Noch immer sind fünf der 50 größten deutschen Unternehmen in der Ruhrstadt zuhause.

Doch droht Essen den Anschluss zu verlieren. Die Industrie-Dinosaurier kämpfen gegen den Lauf der Zeit, heuer ist die Stadt eher für Clan-Gewalt denn für wirtschaftliche Innovationen berühmt.

Essen droht zu einem Industriemuseum zu werden, über dem die altehrwürdige Villa Hügel im Süden thront. Die Zeche Zollverein im Nordosten ist bereits zum Industriedenkmal mutiert.

Trotzdem ist Essen eine wachsende Stadt. Bis 2025 soll die Einwohnerzahl laut Prognose der NRW Bank um 3,6 Prozent steigen. Damit ist Essen neben Dortmund die einzige Ruhrgebietsstadt mit einer wachsenden Bevölkerung.

Und ihre Einwohner sind noch immer vergleichsweise wohlhabend. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt in Essen 41.500 Euro. Zum Vergleich: In der kleinen Nachbarstadt Bottrop ist es mit 21.200 Euro gerade einmal die Hälfte. Wenn nur der negative Trend nicht wäre: So sank das BIP pro Kopf in Essen seit 2011 um 2,6 Prozent.

Essen ist eine zweigeteilte Stadt. Der Norden ist von sozialen Spannungen geprägt. Der Süden mit seinem Baldeneysee ist ein Schmuckkästchen und beliebte Wohngegend.

Jobs in Essen: Der Arbeitsmarkt

Das Ruhrgebiet ist das Sorgenkind Westdeutschlands. Daran hat auch die Stadt Essen ihren Anteil. Über 35.500 Essener waren im Juli 2020 arbeitslos. Ein Jahr zuvor waren es 30.800 Arbeitslose.

Die Arbeitslosenquote beträgt satte 11,7 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlandweit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 8,1 Prozent (Stand: Juli 2020).

Auch die Unterbeschäftigungsquote in Essen befindet sich auf einem hohen Niveau – bei offiziell 15,3 Prozent. Das heißt konkret: Die Essener wollen mehr arbeiten, können aber nicht.

All dies bedeutet aber nicht, dass Stellensuchende in Essen nicht fündig würden. Im Gegenteil – angesichts zahlreicher großer Unternehmen und des fortschreitenden Strukturwandels gibt es längst nicht mehr nur Jobs in Essen für Arbeiter, sondern auch Perspektiven für Akademiker

Jobs Essen: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Eine Faustregel lautet: Je größer das Unternehmen, desto höher die Gehälter. Für die Erwerbstätigen in Essen sind das eigentlich ganz wunderbare Aussichten. Immerhin sitzen hier einige der größten Unternehmen des ganzen Landes.

Auf der anderen Seite ist das Ruhrgebiet eine strukturschwache Region. Hohe Arbeitslosigkeit, vergleichsweise wenig Konkurrenz um Arbeitskräfte – das drückt die Löhne. Beispiel Ingenieure: Während Ingenieure in Stuttgart laut gehalt.de im Schnitt 81.640 Euro brutto pro Jahr verdienen, sind es in Essen lediglich 67.099 Euro. Essen rangiert im Städtevergleich weit hinten – sogar noch hinter Mannheim, Nürnberg, Hannover, Bielefeld und Paderborn.

Trotzdem können Fachkräfte mit Jobs in Essen gute Löhne erwarten. Laut Stepstone-Gehaltsreport 2020 verdient eine Fach- und Führungskraft in Nordrhein-Westfalen 58.815 Euro im Schnitt. Nur in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg sind die Gehälter höher. Den nordrhein-westfälischen Schnitt heben vor allem die Städte – Köln, Düsseldorf, Bonn, Münster, aber eben auch Essen.

Die größten Arbeitgeber in Essen

Wer hätte das gedacht? Fünf der 50 größten Unternehmen Deutschlands kommen aus Essen. Darunter sind die zwei DAX-Konzerne RWE und Eon sowie Ex-DAX-Schwergewicht Thyssenkrupp.

Laut Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft sind zudem acht der 100 und 15 der 500 umsatzstärksten Firmen in Essen beheimatet – eine beeindruckende Quote. Zu den Essener Granden zählen auch Chemiehändler Brenntag AG, der im Oktober 2018 seine neue Firmenzentrale im Essener Grugacaree bezog, sowie Evonik und Hochtief.

Das sind die wichtigsten Unternehmen in Essen:

  • RWE
  • ThyssenKrupp
  • Eon
  • Innogy
  • Evonik
  • Hochtief
  • Brenntag
  • Aldi Nord
  • Schenker
  • Noweda
  • Deichmann
  • Steag
  • Karstadt
  • Medion
  • Funke Mediengruppe

Jobs in Essen bei RWE und Co.

jobs essen stellenSie träumen von einer Karriere bei RWE oder E.ON? Hier geht’s zu den Karriereseiten der Essener Konzerne:

Jobs in Essen bei RWE und Co. finden Sie auch hier bei Karrieresprung in unserer Jobbörse.

Jobs in Essen: Karriereaussichten und Wirtschaft

Essen ist noch immer eine Industriestadt. Laut Wirtschaftsförderungsgesellschaft sind 200 Industrieunternehmen und produzierende Handwerksbetriebe mit jeweils 20 und mehr Beschäftigten hier beheimatet. Das produzierende Gewerbe beschäftigt 44.100 Mitarbeiter, darunter sind rund 41.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Daneben sind Gesundheit, IuK-Technologien, Energietechnik und Ressourceneffizienz wichtige Stützen der Stadt. Trotz seines industriellen Kerns ist Essen längst auch eine Dienstleistungsstadt. 86 Prozent der Erwerbstätigen haben einen Service-Job in Essen, nur knapp 14 Prozent arbeiten im produzierenden Gewerbe.

Essen profitiert von kurzen Wegen und einer bunten Hochschullandschaft. Neben der Universität Duisburg-Essen gibt es noch die private FOM Hochschule, die Private Kunsthochschule und die Folkwang Universität. Immerhin 17 Prozent der Beschäftigten in Essen haben einen Hochschulabschluss. Eine reine Arbeiterstadt ist Essen schon lange nicht mehr.

Auch werden nur noch 8,6 Prozent der Wertschöpfung nach Angaben der NRW Bank durch die Industrie generiert. Damit ist der Industrieanteil in Nordrhein-Westfalen nur in Bonn und Münster geringer. Während der Rest des Ruhrgebiets wenig produktiv ist, weisen einzig Essen und Duisburg eine überdurchschnittliche Produktivität auf – und einen ausgeprägten Erfindergeist.

So ist die Patentintensität in der Stadt Essen (174 Patente) verhältnismäßig hoch und wird nur von wenigen Teilregionen NRWs übertroffen. Zum Vergleich: In Oberhausen hat es zuletzt nur 17 Patente gegeben.

Jobs Stadt Essen

jobs stadt essenJobs bei der Stadt Essen gibt es auch für Quereinsteiger, Auszubildende und duale Studenten. Zum Beispiel für:

Weitere Infos zu Job- und Karrieremöglichkeiten bei der Stadt Essen finden Sie hier.

Jobs Essen: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Das Szene-Viertel Essens heißt Rüttenscheid. Cafés, Bars und Bio-Supermärkte prägen das Bild im südlichen Stadtteil. Zu einer Gentrifizierung ist es bislang aber nur in geringem Maßstab gekommen. Noch immer ist Rüttenscheid eine der beliebtesten Wohngegenden Essens.

Auch die Nähe zum schönen Baldeneysee ist ein Pluspunkt. Wer es sich leisten kann, zieht direkt ins noble Bredeney.

Generell ist Essen eine Stadt mit ausgeprägtem Nord-Süd-Gefälle. Der Norden gilt als sozialschwach, hier reiht sich ein sozialer Brennpunkt an den nächsten. Dem Essener Süden geht es deutlich besser. Viele Essener sprechen sogar schon von einer „geteilten Stadt“.

Die Mieten können daher auch sehr stark variieren. Insgesamt bewegt sich der Quadratmeterpreis für die Kaltmiete laut Immowelt in Essen zwischen sieben und acht Euro. Kostete der Quadratmeter in Essen im Jahr 2009 noch 5,50 Euro im Median, waren es 2019 schon 7,00 Euro. Der Preisanstieg betrug in diesem Zeitraum damit 27 Prozent.

Zum Vergleich: In Dortmund stieg die Medianmiete von 2009 bis 2019 um 37 Prozent auf 7,00 Euro pro Quadratmeter, in Bochum um 30 Prozent auf 6,90 Euro, in Duisburg um 22 Prozent auf 6,10 Euro und in Gelsenkirchen um 19 Prozent auf 5,60 Euro. In anderen Landesteilen sind die Mietpreise gleichwohl deutlich höher.

Kontaktdaten und Servicestellen in Essen

Sie wollen sich in Essen selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Essen suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Finanzamt in Essen finden Sie hier.
  • Die IHK Ruhr finden Sie hier.
  • Die Kreishandwerkerschaft Essen finden Sie hier.
  • Jobs in Essen finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: A G Baxter by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Die 10 größten Fehler

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Wie der Bewerber geht, guckt und gestikuliert – das ist oft noch wichtiger als das, was er im Vorstellungsgespräch sagt. Die Körpersprache gibt viele Geheimnisse über uns preis: Sie zeigt, ob wir nervös oder abgebrüht sind, offen oder verschlossen. Zumindest glauben das viele; Personalverantwortliche messen der Körpersprache eine große Bedeutung zu. Allein darum sollten Bewerber auf ihre Hände und Füße achten, auf Gestik und Mimik. Vorstellungsgespräch Körpersprache: Was gut ankommt – und was nicht…

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Die 10 größten Fehler

Ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch zu jedem Zeitpunkt die richtigen Dinge sagt, kriegt den Job trotzdem nicht – wenn seine Körpersprache negativ auffällt.

Keine Angst: Ihre Gestik und Mimik müssen nicht perfekt oder makellos sein. Jeder wippt oder zappelt oder nestelt oder fuchtelt mal ungelenk herum – alles völlig normal. Aber der Gesamteindruck muss stimmen.

Sofern Ihre erratischen Bewegungen Überhand nehmen, wird Ihr Gegenüber denken: Was stimmt mit ihm oder ihr nicht? Zu den Gesten, die Personalern negativ auffallen, zählen laut einer Umfrage des US-Karriereportal Career Builder vor allem diese:

  1. Kein Blickkontakt aufnehmen

    Für 68 Prozent der befragten Recruiter ist fehlender Augenkontakt Lapsus Nummer eins. Für Bewerber gilt: Sie müssen Ihrem Gegenüber nicht wie hypnotisiert ununterbrochen in die Augen blicken, aber die meiste Zeit schon. Faustregel: Mindestens eine Sekunde den Augenkontakt halten, aber nicht länger als drei Sekunden. Blickkontakt steht für Offenheit und Selbstbewusstsein, fehlender Augenkontakt für das Gegenteil.

  2. Zu wenig lächeln

    38 Prozent der Personaler fehlt das Lächeln. Die Dosis macht das Gift. Wer nonstop grinst, wird nicht für voll genommen. Ab und zu sollten Sie aber lächeln, insbesondere bei der Begrüßung und der Verabschiedung. Lächeln macht Sie sympathisch.

  3. Auf dem Tisch mit etwas herumspielen

    Für 36 Prozent der Personaler keine gute Sache. Ob es sich um einen Kugelschreiber oder einen Ring oder etwas anderes handelt – spielen und fingern Sie während des Jobinterviews nicht herum. Ein Zeichen von Nervosität. Und es nervt!

  4. Herumzappeln

    32 Prozent der Befragten mögen es nicht, wenn der Bewerber auf seinem Stuhl herumzappelt. Starr und steif sollten Sie keineswegs dasitzen, aber nicht unentwegt von der linken auf die rechte Po-Backe rutschen oder ausufernde Bewegungen mit Ihrem ganzen Körper machen. Wirkt unsouverän.

  5. Schlechte Sitzhaltung einnehmen

    Für 31 Prozent der Personaler ein Ärgernis. Wer sich lustlos in den Stuhl hängt, zeigt mangelnden Respekt. Auch die breitbeinige Macker-Pose kommt nicht gut an. Ins Gegenteil sollten Sie aber auch nicht verfallen und wie ein Häufchen Elend mit herunterhängenden Schultern im Stuhl kauern. Besser: Aufrecht hinsetzen, dabei die gesamte Sitzfläche einnehmen, die Beine leicht nebeneinander stellen, Arme und Hände locker auf dem Tisch platzieren und den Körper leicht (!) vorlehnen. So wirken Sie interessiert und engagiert.

  6. Arme verschränken

    31 Prozent der Befragten mögen es nicht, wenn ein Bewerber die Arme vor der Brust verschränkt. Die Geste ist eine Abwehrhaltung, steht für Verschlossenheit und Unnahbarkeit, nicht für Offenheit und Neugier. Noch schlimmer sind indes Hände, die in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken versteckt werden. Absolutes No-Go!

  7. Mit den Haaren spielen oder ins Gesicht fassen

    Für 26 Prozent der Befragten sind dies schlechte Gesten. In der Tat wissen viele Bewerber nicht, wohin mit ihren Händen. Eine Lösung ist es aber nicht, damit ständig in die Haare oder ins eigene Gesicht zu greifen. Deutet darauf hin, dass sich der Bewerber nicht im Griff hat und hypernervös ist. Kann sogar infantil wirken.

  8. Schlaff die Hand geben

    22 Prozent der Personaler verabscheuen einen laschen Händedruck. Er ruiniert nicht nur den ersten, sondern oft den gesamten Eindruck. Ein fester Händedruck ist insbesondere auch für Frauen wichtig. Deutet auf Durchsetzungsfähigkeit hin und drückt Respekt aus.

  9. Zu wild herumfuchteln

    13 Prozent stehen nicht auf wilde Gesten. Dabei ist es generell ratsam, die eigenen Argumente mit Handgesten zu untermauern. Rotieren und gestikulieren Sie während des Vorstellungsgesprächs lieber mit Ihren Händen, als Sie stocksteif im Schoß zu versenken. Zu hektisch und übertrieben sollte Ihre Gestik indes nicht sein. Am besten vorher vor dem Spiegel üben.

  10. Zu stark die Hand geben

    8 Prozent der Personaler ist ein zu starker Händedruck unangenehm. Einem toten Fisch will man zwar nicht die Hand geben, sie aber auch nicht in eine Presse hineinlegen. Credo für Bewerber: Kräftig die Hand schütteln, aber nicht auf Teufel komm raus drücken wie Mister Universum.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Erster Eindruck

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie eine große Klippe umschifft. Sie zählen zu den Auserwählten, bringen offensichtlich alle notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen mit.

Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und ohne überzeugende Kür kann niemand Eiskunstlauf-Weltmeister werden – und den Job bekommt er oder sie auch nicht. In der Regel sind es die Soft Skills, die zu Punktabzügen in der B-Note führen.

Wenn beim Personaler der Eindruck entsteht, der Bewerber passe doch nicht richtig ins Team, dann war es das. Das kann an fehlendem Sinn für Humor liegen oder auch an einer extravaganten Kleidungswahl – oder eben an der Körpersprache. Bewerber senden viele versteckte Signale aus.

Wichtig ist der erste Eindruck. Oft bilden wir uns in den ersten Momenten schon ein abschließendes Urteil über eine Person, das wir dann immer weiter verfestigen. Die Körpersprache ist hierfür mitentscheidend. Warum schaut mir der Bewerber nicht in die Augen? Wieso ist sein Händedruck so schlapp wie ein toter Fisch? Warum guckt er so böse?

Über die Qualifikationen eines Kandidaten sagt all das rein gar nichts aus. Aber es ist dennoch von enormer Tragweite. Denken Sie vor Ihrem nächsten Jobinterview unbedingt (auch) an Ihre Körpersprache

Vorstellungsgespräch Händedruck

Allein der Händedruck hat großen Einfluss auf den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs, wollen US-Wissenschaftler herausgefunden haben. Insbesondere Frauen bekommen den Job demnach eher, wenn sie kraftvoll zugedrückt haben.

Grundsätzlich gilt: Bitte nicht schütteln oder rühren! Sondern kurz die Hand geben und drücken. Mehr als drei bis vier Sekunden sollte der Vorgang nicht dauern. Sie sind ja nicht Donald Trump, der aus jedem Handshake eine eigene Zeremonie macht!

Vorstellungsgespräch Händedruck – so geht er richtig:

  • Stehen Sie zur Begrüßung auf.
  • Stellen Sie sich mit Ihrem Namen vor.
  • Der Ranghöchste reicht zuerst die Hand.
  • Halten Sie Blickkontakt.
  • Drücken Sie kräftig die Hand (aber nicht ZU kräftig), nicht schütteln.
  • Lassen Sie nach spätestens 5 Sekunden wieder los.

Vorstellungsgespräch Hände

Hände sind Wunderwerkzeuge, die der Himmel gebracht hat. Im Bewerbungsgespräch aber stören sie nur. Wohin mit ihnen?

Zunächst mal sind Sie mit diesem Problem nicht allein. Selbst Menschen wie Angela Merkel kennen es – und haben sich damit beholfen, die Hände stets zur Raute zusammenzulegen. Die Raute symbolisiert Souveränität. Auch Bewerber können ihre Hände, wenn sie wollen und ihnen nichts anderes einfällt, zur Raute formen.

Allerdings handelt es sich um eine passive Geste. Wenn Sie dem Jobinterviewer zuhören, ist sie angemessen. Wenn Sie selbst reden, sollten auch Ihre Hände in den Aktivmodus wechseln.

Körpersprache Hände – fürs Vorstellungsgespräch empfiehlt karrieresprung.de Ihnen:

  • Gestikulieren Sie mit Ihren Händen in langsamen Bewegungen und in einem kleinen Radius vor Bauch und Brust, um das, was Sie gerade sagen, zu unterstreichen.
  • Lassen sie Ihre Hände getrennt voneinander. Nicht beide Hände ineinander verschränken, falten, klammern oder beten (wirkt verschlossen). Die Merkelraute ist eine Ausnahme. Synchronisieren Sie Ihre Handbewegungen, indem Sie beide Hände gleichzeitig öffnen, rotieren oder mit ihnen etwas (gedanklich) umfassen.
  • Alternativ machen Sie sich während des Gesprächs Notizen mit einem Stift. So können Sie sich an etwas festhalten (aber nicht mit dem Stift herumspielen!) und kommen erst gar nicht in die Verlegenheit, etwas Unüberlegtes mit Ihren Händen anzustellen.

Vorstellungsgespräch Mimik und Gestik

Eine Geste kann zum Markenzeichen eines Menschen werden. Aber wenn es zu viele kleine Gesten werden, in zu kurzer Zeit, sieht das in den seltensten Fällen vorteilhaft aus.

Sie sollten also nicht (ständig)…

  • an der Nase kratzen
  • ans Kinn fassen
  • durch die Haare streichen
  • mit den Fingern tippen oder trommeln
  • die Brille gerade rücken
  • Mund offen lassen
  • die Hände reiben
  • den Kopf auf die Hand stützen

Personalern fallen diese Gesten auf, auch wenn es nur kleine sind. Sie sind darauf trainiert. Sie können das Gesamtbild eines Bewerbers komplett ruinieren.

Besser sind ruhige und nicht zu hektische Gesten. Nicht immer mit beiden Händen, gerne nur mit einer. Eine offene Körperhaltung signalisiert Entgegenkommen und Offenheit. Spielkinder verzichten möglichst darauf, am Ring oder anderen Spielzeugen herumzufingern, weil es Unsicherheit und Nervosität bezeugt.

Wenn Sie mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzen, wenden Sie sich stets dem zu, der gerade spricht. Ab und zu nicken, Blickkontakt halten und ihm oder ihr niemals ins Wort fallen. Machen Sie nicht den Fehler, sich auf den ranghöheren Gesprächspartner zu konzentrieren und den anderen zu ignorieren. Das ist Ausdruck höchster Arroganz und Berechnung.

Und noch etwas: Falls Sie am Schreibtisch des Personalers Platz nehmen und Ihre Unterlagen dort ausbreiten, beanspruchen Sie so wenig Platz wie möglich. Andernfalls verletzen Sie das Territorium Ihres Gesprächspartners – und das kostet viele Punkte.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Tipps

Vorstellungsgespräch Körpersprache – hier sind Tipps für alle Phasen des Bewerbungsgesprächs…

  1. Begrüßung

    Sobald Sie den Gesprächsraum betreten, sollte Ihr Outfit sitzen. Sie sollten also nicht mehr an Ihrer Bluse herumzupfen oder die Krawatte richten oder das Hemd in die Hose stopfen.

    Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner Sie begrüßt und Ihnen die Hand reicht. Nicht von sich aus die Hand ausstrecken, dies bleibt dem Gastgeber vorbehalten. Und drücken Sie kurz und kräftig zu, aber nicht so fest, dass ihm die Fingerknochen weh tun.

    Immer wichtig: Blickkontakt halten und lächeln!

  2. Gesprächsbeginn

    Knigges Grundregeln: Lümmeln Sie sich nicht wie ein Teenager in den Stuhl und verschränken die Arme, schlagen die Beine in Macker-Manier übereinander oder tippen damit nervös auf den Boden. Und erst hinsetzen, nachdem man Ihnen den Stuhl angeboten hat.

    Ein Fauxpas wäre es auch, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder mit Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn zu reiben – so wie griechische Philosophen das mutmaßlich getan haben. Diese Gesten wirken entweder unsouverän, anstandslos, arrogant, desinteressiert – oder alles zusammen.

    Wie Sie es besser machen: Gerade hinsetzen. Aufrecht! Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls, sondern nehmen die gesamte Sitzfläche ein. Die Beine am besten nebeneinander platzieren, Arme und Hände locker auf dem Tisch. Dabei können Sie sich mit Gesten wie der Merkel-Raute behelfen. Ihren Körper lehnen Sie leicht nach vorne, das zeigt Interesse und Engagement.

    Optimal, wenn Sie die Sitzhaltung an jene Ihres Gegenübers anpassen. Experten sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Auf gut deutsch: Nachmachen. Dabei sollten Sie sich aber nicht zu plump anstellen, sondern subtil vorgehen. Vorteil: Gemeinsamkeiten lassen Vertrauen und Sympathie wachsen. Und mit der Spiegeltechnik tragen Sie genau dazu bei.

  3. Gesprächsende

    Sie können eine Top-Leistung abrufen – und am Ende doch alles zunichte machen. Der Abschied ist der letzte Eindruck, den der Personaler von Ihnen hat. Versauen Sie ihn nicht. Das kommt leider sehr häufig vor.

    Vielleicht ist der letzte Eindruck sogar noch wichtiger als der erste, denn er wirkt nach. Er bleibt kleben, so wie ein schlechter Wein.

    Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, müssen Sie nur noch einmal kurz höchste Konzentration aufbringen – und alles ist gut. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern also erneut die Hand, schauen Sie ihnen in die Augen (!) und verabschieden sich höflich, aber selbstbewusst. „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“

    Fangen Sie jetzt bloß nicht an, Anekdoten auszupacken oder Witze zum Nachtisch zu servieren. Kein Geblubber, sondern ein kurzer und gewinnender Abschied. Dann mit aufrechter Körperhaltung hinaus zur Tür – und erst, wenn Sie außer Sichtweite sind, können Sie genüsslich an Ihrem Bart zupfen, das Jacket auf den Boden pfeffern oder die peinliche Sonnenbrille aufsetzen – was Sie wollen.

Körpersprache beim Videointerview

Vorstellungsgespräch Körpersprache – im Videointerview gelten im Grunde die gleichen Regeln wie beim Jobinterview vor Ort.

Ein bisschen leichter ist es für Bewerber aber schon. Der Händedruck fällt ausnahmslos weg, auch der direkte Blickkontakt ist per Webcam nicht möglich. Mehr als in die Kamera schauen können Sie schließlich nicht (das sollten Sie allerdings auch tun). Und noch ein Vorteil: Wo Ihre Hände versteckt sind, sieht Ihr Gegenüber im Normalfall nicht.

Aber aufgepasst: Nehmen Sie das Videointerview nicht auf die leichte Schulter – im wahrsten Sinne des Wortes. Körperhaltung und Körperspannung wirken sich auf Ihre Stimme aus. Und die ist im Videointerview wichtiger denn je. Setzen Sie sich unbedingt aufrecht hin. Und lächeln sie viel. Ein Lächeln kann man nicht nur sehen, auch hören.

Achten Sie im Videointerview noch mehr als sonst darauf, deutlich und selbstbewusst zu sprechen. Empfehlenswert ist es, Lautstärke und Sprechtempo zu wechseln und bewusst zu regulieren, um nicht zu monoton und langweilig zu klingen. Dies kann man üben.

Wenn Sie nervös sind, steigt die Gefahr, dass Sie zu schnell sprechen. In dem Fall hilft: Tief und langsam mit dem Bauch ein- und ausatmen. Es beruhigt.

Noch ein Tipp: Sie dürfen sich für das Videointerview ruhig ein Glas Wasser auf den Tisch stellen und zwischendurch daran nippen. Hilft, wenn Ihr Mund trocken wird. Am besten Wasser ohne Kohlensäure, um nicht aufzustoßen.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Gefühle nicht unterdrücken!

vorstellungsgespraech koerpersprache sitzen pdfDie volle Kontrolle über sich und seinen Körper haben – das erfordert Anstrengung. Aber vielleicht ist totale Kontrolle auch gar nicht sinnvoll.

Ihre Gefühle komplett unterdrücken sollten Sie nämlich nicht. Wer im Vorstellungsgespräch zu cool auftritt, reduziert seine Einstellungschancen. Das haben US-Wissenschaftler aus Texas herausgefunden.

Ihre Argumente: Selbstkontrolle kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Darum können sich Menschen, die Gefühle unterdrücken, schlechter an Einzelheiten aus Ihrem Lebenslauf erinnern. Und wirken nicht mehr cool, sondern stocksteif.

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Arbeitsvertrag: Alle Klauseln, Tipps und kostenloses Muster

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Bevor Sie Ihren Arbeitsvertrag unterschreiben, sollten Sie einen Blick auf unseren Musterarbeitsvertrag werfen. Wichtig ist es zum Beispiel, dass die Regelungen zum Arbeitsbeginn, zur Tätigkeit und zur Urlaubslänge im Arbeitsvertrag genau festgelegt worden sind. Auch tauchen des öfteren Unklarheiten auf, was die Länge der Probezeit und Kündigungsfristen betrifft. So muss ein Arbeitsvertrag aussehen…

Der Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag regelt die Rahmenbedingungen Ihrer Tätigkeit. Er ist die Basis Ihrer Zusammenarbeit. Der Arbeitsvertrag ist bindend und wichtig – sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber.

Aus dem Arbeitsvertrag ergibt sich einerseits die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers. Die im Arbeitsvertrag festgehaltene Arbeitsleistung haben Sie zu erbringen. Sie müssen den Anweisungen, die sich aus dem Direktionsrecht des Arbeitgebers ergeben, Folge leisten, Verschwiegenheits-, Rücksichtnahme-, Schutz- und Arbeitsschutzpflicht einhalten. Kommen Sie Ihren Pflichten nicht nach, kann Sie der Arbeitgeber abmahnen und im Wiederholungsfall sogar kündigen.

Häufig ist im Arbeitsvertrag zudem ein Wettbewerbsverbot festgeschrieben, welches es dem Arbeitnehmer verbietet, nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen direkt zur Konkurrenz zu wechseln. Dafür hat dieser Anspruch auf eine Entschädigung.

Für den Arbeitgeber entstehen aus dem Arbeitsvertrag ebenfalls Pflichten. Vor allem muss er Sie wie vereinbart bezahlen. Das sind die wichtigsten Pflichten des Arbeitgebers:

  • Vergütungspflicht
  • Fürsorgepflicht
  • Treuepflichten
  • Gewährung von Urlaub
  • Schutz von Persönlichkeitsrechten
  • Gleichbehandlungsgrundsatz
  • Pflicht zur Ausstellung eines Arbeitszeugnisses

Anstellungsvertrag Tipps

In der Regel schickt Ihr Arbeitgeber den Vertrag vor der Unterzeichnung zur Ansicht zu Ihnen nach Hause. So haben Sie genügend Zeit, um alles zu prüfen. Sinnvoll kann es sein, einen Experten bzw. Rechtsanwalt zu bemühen.

Doch der kostet Geld. Alternativ gehen Sie den Arbeitsvertrag selbst durch und gleichen ihn wenigstens mit unserem Musterarbeitsvertrag ab (siehe unten). Passagen, die Ihnen komisch vorkommen, sollten Sie genauer prüfen (bzw. prüfen lassen) und zur Sprache bringen. Sie können unseren Musterarbeitsvertrag auch gerne als Vorlage bemühen (Hinweis: Wir sind keine Anwälte und übernehmen daher keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben).

Hier sind 3 Tipps zum Umgang mit Ihrem Arbeitsvertrag:

  • Lassen Sie sich einen schriftlichen Arbeitsvertrag aushändigen. Zwar kann ein Arbeitsvertrag prinzipiell auch mündlich geschlossen werden, aber zu verworrenen Auseinandersetzungen führen. Nur befristete Arbeitsverträge MÜSSEN schriftlich fixiert werden.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitsvertrag keine unwirksamen Klauseln enthält. Diese tauchen häufig dann auf, wenn Überstunden pauschal abgegolten werden sollen oder der Arbeitgeber die Möglichkeit auf eine Versetzung wahren will. Auch Ausschluss- und Verfallklauseln sind oft unwirksam.
  • Betrachten Sie den Arbeitsvertrag nicht als unabänderliches Konstrukt. Verhandeln Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wenn er Ihnen inhaltlich nicht passt – zum Beispiel über Ihr Gehalt, die Zahl der Urlaubstage, Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, die Dauer der Probezeit, Kündigungsfristen oder Nebentätigkeiten.

Arbeitsvertrag Inhalt

Diese Klauseln und Inhalte sind in einem Arbeitsvertrag unentbehrlich:

  • Vertragspartner

    Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind die Vertragspartner des Arbeitsvertrags. Der korrekte Name des Unternehmens und Ihr vollständiger Name sind unverzichtbare Bestandteile des Arbeitsvertrags.

    Dieses scheinbar unerhebliche Detail kann wichtig werden, wenn es um eine Kündigung geht oder sich Ihr Arbeitgeber ändert – weil er beispielsweise eine Tochterfirma gründet.

  • Beginn des Arbeitsverhältnisses

    Der Arbeitsvertrag muss den Zeitpunkt des Arbeitsbeginns genau festhalten. Damit ist ein konkretes Datum gemeint. Es reicht nicht aus – wie etwa in der Bewerbung – vom nächstmöglichen Zeitpunkt zu sprechen.

    Schauen Sie also vor Ihrer Vertragsunterschrift genau hin, ob das Datum wirklich korrekt ist. Dies ist auch für Ihren Urlaubsanspruch, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen relevant.

    Bei befristeten Verträgen muss der Arbeitsvertrag zudem das Ende des Arbeitsverhältnisses beinhalten. Eine Befristung ist ohne Angabe von Gründen bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig. Danach dürfen Sie nur befristet weiterbeschäftigt werden, wenn dafür ein gültiger Sachgrund vorliegt. Beispiel: Sie erhalten einen zeitlich befristeten Vertrag als Vertretung für eine Kollegin in Elternzeit.

  • Probezeit

    Die Probezeit ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich lang. Bis zu sechs Monate sind gesetzlich zulässig, manchmal beträgt die Probezeit auch nur drei Monate.

    Während der Probezeit können Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohne Angabe von Gründen mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen das Arbeitsverhältnis lösen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Je kürzer die Probezeit, desto vorteilhafter. Fehlt eine Regelung zur Probezeit in Ihrem Arbeitsvertrag gänzlich, wird das Arbeitsverhältnis ohne Probezeit geschlossen.

    Nach der Probezeit entfristet sich der Arbeitsvertrag automatisch. Es ist weder ein neuer Arbeitsvertrag noch eine Überarbeitung notwendig.

  • Tätigkeit

    Welche Tätigkeit soll der Arbeitnehmer ausüben? Die Aufgaben müssen vertraglich fixiert werden – genauso wie die Position, die der Arbeitnehmer bekleiden wird.

    Oft ist die Angabe der Aufgaben im Arbeitsvertrag nur sehr vage. Unternehmen wollen flexibel einsetzbare Arbeitnehmer, darum ist auch die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag meist nicht sehr konkret.

    Denn: Je genauer Ihre Berufsbezeichnung und Tätigkeit im Arbeitsvertrag beschrieben sind, desto eher können Sie Tätigkeiten ablehnen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Außerdem müssen Sie nicht ohne Weiteres hinnehmen, wenn der Arbeitgeber Ihnen eine schlechter bezahlte Tätigkeit zuweisen will.

    Auch müssen Sie mit Arbeitgeber verhandeln, wenn Sie nicht wollen, dass er Sie an anderen Standorten in anderen Städten oder gar Ländern einsetzt. Eine Versetzungsklausel ist oft ein Streitpunkt im Arbeitsvertrag.

  • Arbeitszeit

    Die Arbeitszeit ist wesentlicher Bestandteil des Arbeitsvertrags. Immer noch üblich ist die 40-Stunden-Woche. Das sind umgerechnet fünf Arbeitstage pro Woche mit je acht Arbeitsstunden.

    Je nach Branche und Unternehmen gibt es aber etliche Abweichungen. Von den vielen (unbezahlten) Überstunden ganz zu schweigen. Klauseln zu Überstunden im Arbeitsvertrag sind oft unwirksam. Unbedingt prüfen lassen.

  • Gehalt

    Das Gehalt kann sich nach dem Verhandlungsgeschick des Bewerbers richten – oder nach dem jeweils gültigen Tarifvertrag. Schauen Sie genau hin, ob die Vergütung korrekt im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Sie haben 2.700 Euro brutto ausgehandelt, im Vertrag stehen aber nur 2.650 Euro? Dann sollten Sie schnell Rücksprache mit der Personalabteilung halten.

    In jedem Fall ist Ihr Arbeitgeber an den Mindestlohn gebunden. Dieser beträgt seit dem 1. Januar 2020 pro Stunde 9,35 Euro brutto. Anspruch auf den Mindestlohn haben alle Arbeitnehmer, die älter als 18 Jahre sind. Ausnahmen gibt es für Schüler, Studenten und bei der Existenz abweichender Tarifverträge.

    Im Arbeitsvertrag wird das Gehalt üblicherweise als Bruttomonatsgehalt angegeben. Außerdem steht hier, wann das Gehalt ausgezahlt wird, beispielsweise am 15. oder am 1. eines Monats.

    Auch Sonderzahlungen und Bonuszahlungen wie Weihnachtsgeld oder Bonuszahlungen gehören in den Arbeitsvertrag. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an, sofern in Ihrem Vertrag dazu nichts steht.

  • Urlaub

    Der gesetzliche Mindestanspruch auf Urlaub beträgt laut Bundesurlaubsgesetz bei einer Fünf-Tage-Woche 20 Urlaubstage, bei einer Sechs-Tage-Woche 24 Urlaubstage – jeweils nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Dies gilt auch für Teilzeitkräfte.

    Der Mindestanspruch richtet sich dabei immer nach den Arbeitstagen, nicht nach den Arbeitsstunden pro Tag. Teilzeitangestellte, die weniger als fünf Tage pro Woche arbeiten, müssen ihren Urlaubsanspruch anteilig berechnen.

    Viele Arbeitgeber gehen über den gesetzlichen Mindestanspruch hinaus und gewähren etwa 26, 28 oder 30 Urlaubstage pro Jahr. Die Zahl Ihrer Urlaubstage ist Verhandlungssache. Es kann sich lohnen, bei der Vertragsverhandlung an diesem Punkt anzusetzen.

  • Krankheit

    Im Falle einer Erkrankung muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber unverzüglich darüber informieren.

    Nicht immer einheitlich sind die Regelungen darüber, wann ein ärztliches Attest eingereicht werden muss. Viele Arbeitgeber schreiben vertraglich fest, dass Mitarbeiter spätestens am dritten Tag der Erkrankung eine offizielle Krankmeldung vorlegen müssen. Sie können sie aber auch schon am ersten Tag verlangen.

  • Nebentätigkeit

    Ein pauschales Verbot darf der Arbeitgeber Ihnen nicht aussprechen. Er muss Ihnen dann einen Nebenjob vertraglich gestatten, wenn dieser Ihre Arbeit nicht beeinträchtigt oder wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran hat, dass Sie den Nebenjob nicht annehmen. Dies ist offensichtlich dann der Fall, wenn Sie für einen Konkurrenten tätig werden wollen.

    Einfach so darf ein Arbeitnehmer einen Nebenjob aber nicht antreten, sofern im Vertrag steht, dass er ihn zuvor anmelden muss.

  • Kündigung

    Im Arbeitsvertrag wird neben dem Beginn und Inhalt des Arbeitsverhältnisses auch sein Ende geregelt.

    Von Bedeutung ist hier vor allem die Kündigungsfrist. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass ein Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen kündigen kann – unabhängig von seiner Beschäftigungsdauer. Der Arbeitgeber muss hingegen die Beschäftigungsdauer seines Arbeitnehmers beachten, wenn er ihm kündigen will. Je länger ein Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt ist, desto länger diese Kündigungsfrist.

    Der Arbeitgeber kann nun aber beide Kündigungsfristen vertraglich angleichen. Dann könnte ein langjähriger Arbeitnehmer nicht mehr innerhalb von vier Wochen kündigen. Die vertraglich fixierten Kündigungsfristen müssen wohlgemerkt immer für beide Seiten gleichermaßen gelten – eine Bevorteilung des Arbeitgebers ist unzulässig.

  • Sonstiges

    Es können sich noch viele weitere Klauseln im Arbeitsvertrag wiederfinden. So wird oft eine Klausel zur Verschwiegenheitspflicht eingebaut, die es dem Mitarbeiter untersagt, Betriebsgeheimnisse und andere Interna weiterzugeben. Die Regelung kann wohlgemerkt auch noch dann gelten, wenn das Arbeitsverhältnis längst beendet worden ist.

    Mögliche Vertragsstrafen, Verfall- und Ausschlussfristen können sich ebenfalls in einem eigenen Paragraphen im Vertrag wiederfinden. Am Ende fügt der Arbeitgeber oft eine Klausel ein, die besagt, wie mögliche Änderungen am Vertrag zu erfolgen haben.

Arbeitsvertrag Muster

Arbeitsvertrag

Zwischen
ABC AG
Kommerzstraße 1
98765 Kapitalstadt

– nachfolgend Arbeitgeber genannt –

und
Frau
Silke Sonnenschein
Sonnenallee 999
12345 Sommern

– nachfolgend Arbeitnehmer genannt –

wird folgender Arbeitsvertrag geschlossen:

§ 1 Beginn des Arbeitsverhältnisses
Das Arbeitsverhältnis beginnt am tt.mm.jjjj.

§ 2 Probezeit
Das Arbeitsverhältnis wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit. Während dieser Probezeit kann das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von zwei Wochen ohne Angaben von Gründen gekündigt werden.

oder:
Der Arbeitsvertrag wird auf die Dauer von sechs Monaten vom tt.mm.jjjj bis zum tt.mm.jjjj zur Probe abgeschlossen. Nach Ablauf dieser Befristung endet das Arbeitsverhältnis, ohne dass es einer Kündigung bedarf, wenn nicht bis zu diesem Zeitpunkt eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses vereinbart wird. Innerhalb der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, unbeschadet des Rechts zur fristlosen Kündigung (befristetes Probearbeitsverhältnis).

§ 3 Tätigkeit
Der Ar­beit­neh­mer wird als Berufsbezeichnung ein­ge­stellt. Der Ar­beit­ge­ber be­hält sich vor, dem Ar­beit­neh­mer un­ter Bei­be­hal­tung der Ver­gü­tung an­de­re gleich­wer­ti­ge Ar­beits­auf­ga­ben zu­zu­wei­sen, so­weit dies bei Ab­wä­gung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen für den Ar­beit­neh­mer zu­mut­bar ist. Ort der Tätigkeit ist Düsseldorf.

§ 4 Vergütung
Der Ar­beit­neh­mer er­hält für seine Tätigkeit ein monatliches Gehalt von 3.200 Euro brutto. Das Gehalt wird jeweils zum Monatsende gezahlt. Ein An­spruch auf wei­te­re Zah­lun­gen wie zum Beispiel ein Ur­laubs­geld, ein Weih­nachts­geld oder ein 13. Mo­nats­ge­halt be­steht nicht. So­weit der Ar­beit­ge­ber sol­che Zah­lun­gen leis­tet, ge­schieht dies frei­wil­lig. Auch mehr­fa­che Zah­lun­gen be­grün­den kei­nen Rechts­an­spruch für die Zu­kunft.

§ 5 Arbeitszeit
Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, die auf fünf Tage in der Kalenderwoche zu verteilen sind. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit richten sich nach der betrieblichen Einteilung. Die Kernarbeitszeit ist täglich von 9 bis 17 Uhr.

§ 6 Urlaub
Der Ar­beit­neh­mer hat An­spruch auf be­zahl­ten Ur­laub im Um­fang von 20 Arbeitstagen pro Ka­len­der­jahr – ausgehend von einer Fünf-Tage-Woche. Der Arbeitgeber gewährt zusätzlich einen vertraglichen Urlaub von weiteren zehn Arbeitstagen.

Für den vertraglichen Urlaub gilt abweichend von dem gesetzlichen Mindesturlaub, dass der Urlaubsanspruch am 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres auch dann verfällt, wenn er wegen Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers nicht genommen werden kann. Ei­ne Über­tra­gung auf das Fol­ge­jahr fin­det nur im Fal­le ei­ner aus­drück­li­chen Über­tra­gungs­ver­ein­ba­rung statt und höchs­tens bis zum 31. März des Fol­ge­jah­res. Der über­tra­ge­ne Ur­laubs­an­spruch ver­fällt am 31. März des Fol­ge­jah­res auch dann, wenn der Ur­laub in­fol­ge ei­ner Er­kran­kung nicht ge­nom­men wer­den kann.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind verbleibende Urlaubsansprüche innerhalb der Kündigungsfrist abzubauen, soweit dies möglich ist. Der vertragliche Zusatzurlaub erlischt mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses.  

§ 7 Krankheit
Der Ar­beit­neh­mer hat je­de krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit und de­ren vor­aus­sicht­li­che Dau­er un­ver­züg­lich dem Ar­beit­ge­ber an­zu­zei­gen und ein ärzt­li­ches At­test vor­zu­le­gen. Ist der Arbeitnehmer infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig, hat er Anspruch auf die Fortzahlung der Arbeitsvergütung bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen nach den gesetzlichen Bestimmungen.

§ 8 Nebentätigkeit
Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, jede regelmäßige Ausübung einer Nebenbeschäftigung vor ihrer Aufnahme dem Arbeitgeber gegenüber in Textform anzuzeigen. Sie ist  nur mit Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.

Der Arbeitgeber verpflichtet sich dazu, diese Zustimmung zu erteilen, sollte er kein berechtigtes Interesse daran haben, diese zu untersagen. Ein solch berechtigtes Interesse besteht, wenn die Ausübung der Nebentätigkeit den Arbeitnehmer in der Erfüllung seiner Pflichten beeinträchtigt oder die Nebentätigkeit im Widerspruch zu den Zielen des Arbeitgebers steht.

Der Arbeitgeber kann seine Einwilligung jederzeit widerrufen, wenn sein betriebliches Interesse dies auch unter Berücksichtigung der Arbeitnehmerinteressen erfordert. 

§ 9 Verschwiegenheitspflicht
Der Ar­beit­neh­mer ist dazu ver­pflich­tet, über al­le Be­triebsgeheimnisse und Ge­schäfts­ge­heim­nis­se so­wie über An­ge­le­gen­hei­ten, die der Ar­beit­ge­ber als ver­trau­lich be­zeich­net hat, drit­ten Per­so­nen ge­gen­über Still­schwei­gen zu be­wah­ren. Die­se Pflicht gilt auch über die Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses hin­aus.

Für jeden Fall der Zuwiderhandlung verpflichtet er sich, eine Vertragsstrafe in Höhe einer Bruttomonatsvergütung zu zahlen. Verstößt der Arbeitnehmer gegen seine Verschwiegenheitspflicht, kann dies zur Kündigung führen.

§ 10 Kündigung
Nach Ab­lauf der Prob­ezeit gel­ten die Kün­di­gungs­fris­ten des § 622 Abs.2 Satz 1 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB). Jede gesetzliche Verlängerung der Kündigungsfrist zugunsten des Arbeitnehmers gilt dabei in gleicher Weise auch zugunsten des Arbeitgebers. Die Kündigung bedarf der Schriftform. Vor Antritt des Arbeitsverhältnisses ist die Kündigung ausgeschlossen.

Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist auch ohne Einhaltung der Kündigungsfrist möglich.
Bei Ende des Arbeitsverhältnisses ist der Arbeitnehmer verpflichtet, alle ihm überlassenen Unterlagen, Dokumente und sonstige Materialien unverzüglich zurückzugeben.

Das Arbeitsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, bei Erreichen des gesetzlich festgelegten Renteneintrittsalters oder mit der Feststellung der Erwerbsunfähigkeit.

§ 11 Zusätzliche Vereinbarungen
Vertragsänderungen, Nachträge und Ergänzungen des Arbeitsvertrages sind nur wirksam, wenn sie schriftlich getroffen werden. Dies gilt auch für den Verzicht auf das Schriftformerfordernis.

Dem Arbeitnehmer entstehen daher keine Ansprüche aus betrieblicher Übung. Vertragsänderungen durch Individualabreden sind formlos wirksam.

Sollten eine oder mehrere Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, wird die Wirksamkeit des übrigen Vertrages und der übrigen Bestimmungen nicht berührt. In diesem Fall verpflichten sich die Vertragsparteien, umgehend rechtswirksame Ersatzregelungen zu treffen.

Ort, Datum

Unterschrift Arbeitgeber, Unterschrift Arbeitnehmer

Hier können Sie unsere Vorlage des Arbeitsvertrags kostenlos herunterladen und bearbeiten:

  • Hier Arbeitsvertrag Muster kostenlos downloaden und bearbeiten: WORD.
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Jobwechsel im Lebenslauf: Die besten Tipps für Jobhopper

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen noch immer Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt an einer Luftveränderung bisweilen nicht vorbei.

Trotzdem sind Jobwechsel im Rahmen einer Bewerbung delikat. Sie können ein Makel sein. Insbesondere dann, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind zu viele?

Eine klare Antwort darauf gibt es freilich nicht. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht unbedingt die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

  • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
  • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
  • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
  • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
  • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber, wenn Sie als Bewerber diesen Eindruck erwecken.

Prinzipiell gilt: Ein Jobwechsel nach drei bis fünf Jahren im Job ist völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie sich im Unternehmen etabliert, weiterentwickelt, eigene Spuren hinterlassen. So unfähig können Sie jedenfalls nicht gewesen sein.

Hingegen wirft ein Jobwechsel nach sehr kurzer Verweildauer – nach sechs oder zehn Monaten, nach einem oder zwei Jahren – möglicherweise Fragen auf. Tauchen diese schnellen Jobwechsel im Lebenslauf häufiger auf, gilt man schnell als Jobhopper

Jobwechsel im Lebenslauf: Hintergründe

Jeder Jobwechsel ist anders. Die Hintergründe unterscheiden sich, die Rahmenbedingungen, die Erfahrungen und Ziele. Hier sind 4 Aspekte, die Sie beachten sollten, wenn es darum geht, Ihre Jobwechsel im Lebenslauf zu begründen:

  • Zeitpunkt

    Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz in der Arbeitswelt noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Auch erhält man als Berufseinsteiger oft nur befristete Verträge.

    Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt allerdings an, wenn sich Ihre vielen Jobwechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

  • Verhältnis

    Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem!

    Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem.

    Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

  • Gründe

    Häufige Jobwechsel im Lebenslauf können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein unschönes Mosaik ergeben.

    Wenn Sie aber einen Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es im Ausnahmefall sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Ein guter Grund macht Ihren Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar.

  • Branche

    In bestimmten Branchen gehören viele Jobwechsel zum guten Ton. In anderen wechselt man nur selten den Arbeitsplatz oder Arbeitgeber.

    Viele verschiedene Jobs in kurzer Zeit sammeln naturgemäß Zeitarbeiter an, aber auch IT-Experten und Ingenieure, die freiberuflich arbeiten. In der Gastronomie, der Beratungs- und Medienbranche ist die Fluktuation Erhebungen zufolge deutlich höher als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Auch Software-Entwickler hält es selten Jahre oder gar Jahrzehnte in einer Anstellung.

    Weniger sprunghaft geht es dagegen im Gesundheits- und Rechtswesen zu, in der öffentlichen Verwaltung, dem verarbeitenden Gewerbe und der Immobilienbranche.

Jobwechsel im Lebenslauf begründen

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf IMMER in ein gutes Licht rücken – auch wenn die vielen Jobwechsel einen Schatten werfen.

6 Tipps für Bewerber: So können Sie Jobwechsel im Lebenslauf begründen

  1. Zeitangaben abwandeln

    Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen. Schon gar nicht sollten Sie sie im Anschreiben von sich aus thematisieren. Keine schlafenden Hunde wecken!

    Ein beliebter Trick: Verzichten Sie im Lebenslauf auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

  2. Erklärungen hinzufügen

    Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe wegen Corona oder interne Umstrukturierung.

    Dies sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das etwa bei einem Konjunktureinbruch infolge einer Pandemie der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

  3. Lücken lassen

    Wenn Sie extrem viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen.

    So entstehen zwar die berüchtigten Lücken im Lebenslauf. Aber diese lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßig zahlreichen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

  4. Projekte zusammenfassen

    Ähnliche Stellen und Projekte können Sie im Lebenslauf zusammenfassen. Sie schreiben also links den Zeitraum und sammeln rechts die einzelnen Projekte.

    Diese Taktik bietet sich insbesondere für Beschäftigte an, die zahlreiche Projektarbeiten in kurzer Abfolge hintereinander haben, zum Beispiel IT-Freelancer. Die einzelnen Aufträge erklären Sie kurz mit Stichpunkten. Dadurch wirken die vielen kurzen Engagements wie ein großes und Ihr Lebenslauf gleich viel runder.

  5. Highlights setzen

    Eine beliebte Strategie: Wenn Sie viele Stationen im Lebenslauf stehen haben, dann sollten Sie die für Sie vorteilhaftesten aufwerten.

    Dies gelingt, indem Sie die relevanten Stationen näher mit Stichworten erläutern und beschreiben, die anderen aber nicht. Wenn Sie außerdem mit Fettungen und optischen Hervorhebungen arbeiten, wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die „guten“ Stationen gelenkt.

  6. Netzwerke nutzen

    Speziell für Job-Hopper könnte es eine lohnenswerte Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen.

    Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können Ihre vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

Jobhopping Vorteile

Wer seine vielen Jobwechsel selbst als Makel begreift, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

Stellen Sie lieber Ihre Stärken nach vorne. übrigens auch auch, wenn Sie wirklich jedes Mal in der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

Es fängt bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es sehr wohl, sehr viele. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch mit einem Lernprozess verbunden – Pluspunkt!

Aber: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

Das sind die größten Vorteile von Jobhoppern:

  • Sie sind Macher-Typen

    Jobhopper reden nicht nur, träumen nicht nur, fordern nicht nur. Sie handeln. Sind sie mit Ihrem Job unzufrieden oder den Rahmenbedingungen, ziehen sie weiter.

    Natürlich können schnellen Jobwechseln auch unrealistische Erwartungen zugrunde liegen. Grundsätzlich aber spricht Jobhopping sehr wohl für Macher-Qualitäten. Anpacken und agieren statt abwarten und reagieren.

    Sie sollten in der Bewerbung allerdings glaubwürdig vermitteln, warum welcher Jobwechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

  • Sie sind flexibel

    Festgefahren und starr – zwei Unwörter in der heutigen Arbeitswelt. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden.

    Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen.

    Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig, spielt dabei gar keine so große Rolle.

  • Sie sind breit aufgestellt

    Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln.

    Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Der Erfahrungsschatz begünstigt mitunter auch die Innovationsfreude. Jobhopper transferieren viele frische Ideen von einem Arbeitsplatz an den nächsten.

    Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen tätig waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Brancheninsider mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

  • Sie haben große Netzwerke

    Ein großes Netzwerk an Kontakten hilft im Berufsleben ungemein. Es ist zudem ein Argument, mit dem Sie im Vorstellungsgespräch Punkte sammeln können.

    Kontakte helfen bei der Suche nach Geschäftspartnern, Lieferanten, Kunden, Mitarbeitern. Wer viele Menschen in vielen Unternehmen kennt – und diese bei Bedarf aktivieren kann – hat Vorteile.

  • Sie verdienen mehr Geld

    Für viele Berufstätige sind Gehaltssprünge nur bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes möglich. Mehr als drei bis fünf Prozent sind bei internen Gehaltsrunden oft nicht drin, beim Jobwechsel steigt das Potenzial teilweise auf zehn bis 20 Prozent.

    Wer häufig und strategisch clever den Job wechselt, verdient nach einigen Jahren deutlich mehr als Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position.

[Bildnachweis: Blackregis by Shutterstock.com]

Jobs in Duisburg: Aktuelle Stellenangebote in Duisburg und Umgebung

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Duisburg gilt nicht als Sehnsuchtsort. Dabei tun sich hier ungeahnte Möglichkeiten auf. Vor allem Logistiker haben im größten Binnenhafen Europas die freie Auswahl. Der Duisburger Innenhafen ist nicht nur eine Jobmaschine, sondern auch ein Schmuckstück. Hier sichern Sie sich einen der besten Jobs in Duisburg

Jobs Duisburg: Die Stadt

Duisburg ist die Stadt der Malocher. Das war schon bei Schimanski so. Sie gilt als grau, düster, mitunter sogar gefährlich. Ins Bild passt, dass sich 2010 ausgerechnet hier das verheerende Love-Parade-Inferno zugetragen hat.

Doch Duisburg kann auch anders. Wie kreativ die Duisburger sind, zeigt Tiger and Turtle, eine Großskulptur im Angerpark in Form einer Achterbahn – für viele das Wahrzeichen der Stadt. Oder das Krokodil, ein grün leuchtender alter Industriekran. Er steht im Landschaftspark Duisburg-Nord – früher ein Hüttenwerk, heute ein Erlebnispark mit Klettergarten und Taucherbecken.

Das Highlight aber – und die Lebenslinie der Duisburger Wirtschaft – ist der schmucke Innenhafen. Ein Ort für jede Lebenslage, zum Arbeiten, Wohnen, Flanieren und Dinieren.

Die Wohnlagen im Innenhafen sind daher besonders gefragt. Der Kaiserberg ist Duisburgs Villenviertel. Auch Baerl im Nordwesten ist beliebt. Grundsätzlich erfreut sich der Duisburger Süden einer größeren Popularität, Wedau oder Bissigheim etwa. Im Norden befindet sich das weniger behagliche Marxloh, das es zu bundesweiter Bekanntheit gebracht hat. Auch Hochfeld ist problematisch.

Jobs in Duisburg: Der Arbeitsmarkt

Bei 12,8 Prozent lag die Arbeitslosenquote in Duisburg im Juli 2020. Ein Jahr zuvor betrug sie 10,9 Prozent. Im Februar 2016 aber wies die Agentur für Arbeit sogar noch 13,5 Prozent aus.

Das Schlusslicht im Ruhrgebiet ist Duisburg nicht. In Gelsenkirchen ist die Arbeitslosenquote im Juli 2020 auf 16,0 Prozent hochgeschnellt. In Herne liegt sie bei 12,7 Prozent, in Hagen bei 12,4 Prozent und in Dortmund bei 12,0 Prozent. Einzig Mülheim an der Ruhr befindet sich mit 8,9 Prozent im einstelligen Bereich.

Einen hohen Anteil hat die Zeitarbeit. Viele der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in Duisburg sind Zeitarbeiter. Bei einer Konjunkturdelle (oder Pandemie) gehen diese Jobs erfahrungsgemäß am schnellsten verloren.

Jobs Duisburg: Einstiegsgehälter und Gehaltsniveaus

Die Gehälter sind in Duisburg höher, also so mancher vermuten würde. Bei einer Vollzeitstelle in Duisburg kann man mit 3.467 Euro brutto im Monat rechnen. Das ist der Medianwert, den die Bundesagentur für Arbeit ausgerechnet hat.

In Essen beträgt er 3.451 Euro, in Dortmund 3.315 Euro, in Gelsenkirchen 3.242 Euro. Mit dem südlichen Nachbarn Düsseldorf, der auf 3.882 Euro kommt, kann Duisburg allerdings nicht mithalten.

Alle Vollzeitarbeitnehmer, die in Duisburg wohnen (aber nicht zwangsläufig auch in Duisburg arbeiten), kommen auf 3.249 Euro.

Die wichtigsten Arbeitgeber in Duisburg

Hier winken Jobs in Duisburg – diese Unternehmen schaffen Stellen in Duisburg:

  • ThyssenKrupp Steel Europe
  • Hamborner Reit AG (Immobilien)
  • Klöckner (Stahlhandel)
  • Duisport – Duisburger Hafen AG
  • ArcelorMittal (Stahl)
  • Caramba Chemie
  • Contargo (Logistik)
  • CWS-boco International (Hygiene, Arbeitskleidung)
  • Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft
  • Franz Haniel und Cie. (Investmentholding)
  • Grillo-Werke (Metall, Chemie)
  • HTI-Gruppe (Handel)
  • Havi Logistics
  • Hövelmann (Getränke, Logistik)
  • Hüttenwerke Krupp Mannesmann (Stahl)
  • Imperial Logistics
  • Imperial Shipping Group (Logistik)
  • Klöckner und Co. (Stahl, Metall)
  • König Brauerei
  • Krohne Messtechnik
  • Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe (Anlagen- und Maschinenbau)
  • Panopa Logistik
  • PCC SE (Logistik)
  • Sachtleben Chemie
  • Schauinsland-Reisen
  • Siemens Energy
  • Sparkasse Duisburg
  • Stadtwerke Duisburg
  • Volksbank Rhein-Ruhr
  • Westspiel (Glücksspiel)
  • Wirtschaftsbetriebe Duisburg
  • Xella (Baustoffe, Dämmstoffe)
  • Aldi Süd (Einzelhandel)
  • AWO Duisburg (Wohlfahrt)
  • Evangelisches Klinikum Niederrhein
  • Mercedes-Benz Rhein-Ruhr (Automobilhandel)
  • Universität Duisburg-Essen
  • Rewe (Logistikzentrum)
  • Deutsche Bahn
  • Jumedi (E-Health)

Stellen Duisburg: Karriereaussichten und Wirtschaft

Früher war Duisburg Stahlstadt. Heute ist Duisburg vor allem ein Logistikstandort. Im Bereich Verkehr und Lagerei arbeiten 8,4 Prozent aller Beschäftigten. In ganz Nordrhein-Westfalen sind es 5,3 Prozent.

Und noch eine Zahl zeigt, dass Dienstleistungsjobs in Duisburg im Kommen sind – und die Arbeiterjobs nach und nach verschwinden. Seit der Finanzkrise 2008 brach der Anteil des produzierenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung in Duisburg um 25,5 Prozent ein.

Duisburg ist eine junge Stadt. Zwischen 2014 und 2017 verringerte sich das Durchschnittsalter von 44,0 auf 43,5 Jahre – hauptsächlich durch den Zuzug von außerhalb. Allerdings beherbergt Duisburg landesweit die meisten Menschen ohne Berufsabschluss. 40,6 Prozent haben keinen Abschluss – so viele wie in keiner anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Folgerichtig ist auch die Akademikerquote gering. Ebenfalls auffällig: Nur 41,1 Prozent der Frauen arbeiten. In Bochum sind es mit 48,1 Prozent deutlich mehr.

Im Städteranking 2019 von IW Consult liegt Duisburg weit hinten. Von 71 untersuchten Städten rangiert man auf Platz 68. Schlechtere Rahmenbedingungen haben nur Bremerhaven, Herne und Gelsenkirchen. Ein Lichtblick: Die Zahl der Ingenieure ist relativ hoch – was auch an der Nähe zur Universität Duisburg-Essen liegt.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 belegt Duisburg Platz 317 von 401 Städten und Regionen in Deutschland. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt liegt Duisburg auf Rang 312.

Jobs Duisburg Hafen

jobs duisburg stellenangeboteViele Jobs in Duisburg sind nah am Wasser gebaut. Der Duisburger Hafen ist ein Drehkreuz für die europäischen Wasser- und Handelswege. Jobs in Duisburgs Logistikbranche gibt es für Akademiker und Arbeiter, zum Beispiel für:

Jobs in Duisburg: Kosten, Lebenshaltung, Mietpreise

Eine teure Stadt ist Duisburg nicht. Wer in Duisburg 50.000 Euro im Jahr verdient, bräuchte in München über 80.000 Euro, um auf den gleichen Lebensstandard zu kommen. So sagt es der Vergleich von Financescout24. In Düsseldorf müssten es schon 62.000 Euro sein, um sich das Gleiche leisten zu können.

Die Nettokaltmiete in Duisburg lag im Jahr 2019 bei lediglich 6,10 Euro pro Quadratmeter. Zehn Jahre zuvor betrug die Medianmiete in Duisburg 5,00 Euro pro Quadratmeter. Median bedeutet: Die eine Hälfte liegt oberhalb dieses Wertes, die andere darunter. Der Mietpreisanstieg von 22 Prozent innerhalb von zehn Jahren fiel im Vergleich zu anderen Städten sehr moderat aus. Das besagt ein Vergleich von Immowelt.

In Münster stiegen die Mieten im gleichen Zeitraum um 40 Prozent, in Düsseldorf um 36 Prozent und in Dortmund um 37 Prozent. Am anderen Ende des Spektrums befindet sich Hagen. Hier gingen die Preise von 2009 bis 2019 nur um 17 Prozent nach oben – auf nunmehr 5,50 Euro pro Quadratmeter.

Stelle Duisburg: Kontaktdaten und Servicestellen

Sie wollen sich in Duisburg selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Duisburg suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst. Hier gibt’s Jobs in Duisburg:

  • Ihr Finanzamt in Duisburg finden Sie hier.
  • Das Jobcenter Duisburg finden Sie hier.
  • Die Niederrheinische IHK finden Sie hier.
  • Die Kreishandwerkerschaft Duisburg finden Sie hier.
  • Jobs in Duisburg finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: saiko3p by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Fragen, Antworten und alle Tipps

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Je näher der große Termin rückt, desto größer die Anspannung. Vom Bewerbungsgespräch hängt ab, ob die Stelle näher kommt oder nur ein Wunschtraum bleibt. Besser, Sie bereiten sich gut auf Fragen, Antworten, Selbstpräsentation und Rückfragen vor. Falsch machen können Bewerber eine Menge. Wer sich gut präpariert, reduziert indes die Risiken erheblich. Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Warum es sich für Sie lohnt…

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Gründe

Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten – herzlichen Glückwunsch! Die erste Hürde haben Sie damit übersprungen. Sie zählen zur Elite – wenigstens zur Elite in Ihrer Bewerber-Kohorte. Ja, das ist ein Erfolg.

Aber einer, der wertlos bleibt, wenn auf ihn nicht der Arbeitsvertrag folgt. Darum ist gerade jetzt wichtig, bei aller Freude die Spannung zu halten.

Der schwierigste Part kommt erst noch: Nur wer im Bewerbungsgespräch überzeugt, hat reelle Chancen auf die Stelle. Eine klägliche Performance und Sie sind draußen.

Doch das muss nicht sein. Man kann und sollte sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten – und die eigenen Chancen so drastisch erhöhen. Eine gründliche Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch ist vor allem für unerfahrene Bewerber wichtig, welche noch nicht so häufig oder sogar noch nie in einem Jobinterview saßen. Wenn sie die Nervosität übermannt, können Aussetzer oder idiotische Rückfragen die Folge sein. Negativ!

Es gibt auch Kandidaten, die ihre Unruhe im Bewerbungsgespräch wegquasseln wollen. Was häufig in die Hose geht. Wer irrelevante Informationen aneinanderreiht oder persönliche Anekdoten preisgibt, redet sich mitunter um Kopf und Kragen. Ein High Potential hört sich anders an. So kommt es jedenfalls beim Personaler an.

Betretenes Schweigen ist allerdings auch keine Lösung. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen und die Zähne kaum auseinanderkriegen, wird Ihr Gegenüber Zweifel an Ihren Führungsqualitäten bekommen.

Nein, Sie wollen souverän auftreten. Nicht zu viel reden, nicht zu wenig, sondern in der richtigen Dosierung. Selbstsicher auftreten, kluge Rückfragen stellen, mit Fachwissen glänzen und mit ruhiger Stimme.

Aber keine Sorge: Erstens kriegen Sie das mit einer guten Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch hin. Und zweitens erwartet niemand Perfektion von Ihnen. Wir zeigen Ihnen, wie sie sich perfekt aufs Bewerbungsgespräch vorbereiten…

Vorstellungsgespräch vorbereiten: Ablauf

Um sich angemessen aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten zu können, müssen Sie zuerst die typischen Phasen eines Jobinterviews kennen. Wie läuft es normalerweise ab? Worauf kommt es an?

Ein gutes Vorstellungsgespräch dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten. Meist gliedert sich das Gespräch in fünf Phasen, die fließend ineinander übergehen. Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Diese 5 Phasen kommen auf Sie zu…

  • Begrüßung und Smalltalk

    Fester Händedruck, Guten Tag sagen und dabei Blickkontakt halten. Sie stellen sich namentlich vor, lächeln am besten dazu. Dies ist der erste – nicht ganz – unwichtige Schritt auf dem Weg zum Job. Der erste Eindruck ist bekanntlich nicht ganz unwichtig.

    Rumpeln Sie nicht wie Hans Dampf ins Gesprächszimmer, aber gehen Sie auch nicht mit eingesunkenen Schultern und gebeugter Haltung hinein. Selbstbewusst, aber nicht großspurig auftreten. Dass Sie nicht sofort mit dem Geschäftlichen loslegen, versteht sich eigentlich von selbst.

    Wie war die Fahrt? Haben Sie uns auf Anhieb gefunden? Wie geht es Ihnen? Ein, zwei Sätze smalltalken – darauf sollten Sie sich einstellen, auch wenn Sie Smalltalk in Wahrheit verabscheuen. Seien Sie freundlich und bleiben Sie ruhig und gelassen.

  • Vorstellung

    Als Nächstes wird Sie Ihr Gesprächspartner auffordern, etwas über sich zu erzählen. Wer sind Sie? Was haben Sie bisher so gemacht? Welche Erfolge bedeuten Ihnen etwas?

    Ihre Selbstpräsentation sollte aber keine Nacherzählung des Lebenslaufes sein, sondern sich auf die Stationen und Aspekte beschränken, die wirklich relevant sind. Setzen Sie Schwerpunkte. Die Basisinfos kennen Ihre Interviewer schon aus Ihren Bewerbungsunterlagen.

    Im Übrigen ist die Selbstpräsentation prädestiniert dafür, sie vorher vor dem Spiegel einzuüben. Wie aufgesagt sollte sie aber nicht klingen.

  • Firmenpräsentation

    Nach Ihnen ist der Arbeitgeber an der Reihe. Auch er stellt sich kurz vor. Was macht er, wo will er hin, was erwartet er von Ihnen?

    Das meiste sollten Sie bereits aus der Vorabrecherche wissen. Trotzdem nicht abschalten! Sonst schlussfolgert der Interviewer womöglich, dass Sie kein guter Zuhörer sind. Der sollten Sie aber sein, um einen guten Job machen zu können.

    Wenn Sie kluge Verständnisfragen stellen, zahlt das auf Ihr Punktekonto ein. Aber: Den Interviewer nicht unterbrechen und keine Banalitäten oder Selbstverständlichkeiten abfragen – und andererseits auch nicht ZU tief ins Detail gehen.

  • Rückfragen

    Irgendwann kommt der Moment, wo der Interviewer Sie fragt: Haben Sie noch Fragen an uns? Goldene Regel: Immer mit Ja antworten.

    Andernfalls scheinen Sie kein ausgeprägtes Interesse am Unternehmen zu haben. Sie können sich bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch einige gute Rückfragen einprägen und je nach Gesprächsverlauf die passendsten aus dem Hut zaubern.

  • Abschluss

    Auch nach dem Ende des Gesprächs können Bewerber noch eine ganze Menge falsch machen. Sich nicht bedanken zum Beispiel.

    Geben Sie dem Interviewer die Hand und bedanken Sie sich für die Zeit, die er sich für Sie genommen hat. Blickkontakt nicht vergessen.

    Außerdem können Sie sich nach dem weiteren Verlauf erkundigen. Wann dürfen Sie mit einer Antwort rechnen? Das offenbart Ihr Interesse – und hilft Ihnen bei der weiteren Planung.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: 8 Tipps

Die meisten Vorstellungsgespräche ähneln sich im Aufbau. Viele Fragen wiederholen sich. Diese Erkenntnis sollte Ihnen schon helfen, die größte Nervosität abzuschütteln und sich gut aufs Jobinterview vorbereiten zu können.

Aber: Erwarten Sie das Unerwartete! Der Personaler könnte Sie auch mit kniffligen Brainteasern kitzeln oder plötzlich in eine andere Sprache wechseln – in eine, in der Sie sich in Ihrer Bewerbung als verhandlungssicher eingestuft haben.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, sind Sie optimal aufs Bewerbungsgespräch vorbereitet…

  1. Recherche

    Die wichtigsten Informationen sollten sitzen. Was produziert das Unternehmen bzw. welche Dienstleistung bietet es an? Wofür ist es bekannt? Welche Standorte und wie viele Mitarbeiter hat es und wann wurde es (ungefähr) gegründet?

    Dass Siemens kein Startup und Zalando kein alteingesessener Mittelständler ist, sollten Bewerber schon wissen. Je mehr Informationen Sie sammeln, desto besser.

    An die Infos kommen Sie heute glücklicherweise sehr leicht. Googeln Sie das Unternehmen, suchen Sie in Google News. Recherchieren Sie in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Youtube und Instagram. Informieren Sie sich in Business-Netzwerken wie Xing oder Linkedin und werfen Sie einen Blick in Bewertungsportale wie Kununu und Glassdoor.

  2. Selbstpräsentation

    Mit der Selbstpräsentation beschreiben Sie sich, Ihren Werdegang und Ihre Kompetenzen.

    Die Selbstpräsentation sollten Sie auf jeden Fall vorbereiten und mehrmals üben. So wissen Sie auch, ob sie zu kurz oder zu lang ist. Länger als fünf Minuten sollte sie nicht dauern. Zwei, drei dahingeworfene Sätze sind hingegen zu wenig.

    Wichtig ist, dass der Personaler erkennt, was Sie können, was Sie schon geleistet haben, was Sie wollen – und DASS Sie wollen. Dazu bringen Sie am besten prägnante Beispiele, die Ihre Stärken und bisherigen Erfolge veranschaulichen.

    Bleiben Sie nicht zu abstrakt – und nehmen Sie unbedingt den einen oder anderen Aspekt mit auf, der aus Ihrem Anschreiben und Lebenslauf nicht hervorgeht. So wecken Sie neues Interesse.

  3. Bewerbungsunterlagen

    Ein Punkt, den Sie nicht unterschätzen sollten: Schauen Sie sich vor dem Jobinterview Ihre Bewerbung noch einmal ganz genau an. An welcher Stelle könnten Rückfragen auftauchen? Was sagen Sie dann?

    Außerdem sollten Sie Ihren Lebenslauf genau kennen. Klingt blöd, ist aber so. Angenommen, der Personaler fragt Sie nach dem Praktikum damals im Reisebüro. Wenn Ihnen dazu nicht mal zwei Sätze einfallen, wirkt das nicht gerade überzeugend.

    Auch Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie belegen. Wenn im Lebenslauf steht, dass Sie Javascript beherrschen, dann will Ihr Gegenüber vielleicht wissen, wie und wann Sie sich die Programmiersprache angeeignet haben.

  4. Fragen

    Die typischen Gesprächsphasen haben Sie schon kennengelernt. Jetzt fehlen noch die typischen Personalerfragen. Klar, dass sich niemand jedes Mal aufs Neue originelle Fragen überlegt. Meist greift man zum Multitool aus dem Werkzeugkasten.

    Wenn Sie die häufigsten Fragen kennen, können Sie sich darauf vorbereiten. Diese Fragen zählen zu den beliebtesten im Bewerbungsgespräch:

    • Warum sollten wir Sie einstellen?
    • Warum wollen Sie den Job überhaupt?
    • Was können Sie, was andere nicht können?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Warum haben Sie Ihren alten Job gekündigt?
    • Was wissen Sie über uns?
    • Was wissen Sie über unsere Branche?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Was wollen Sie bei uns verdienen?
    • Was sind Ihre Stärken?
    • Was sind Ihre Schwächen?
    • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
    • Was waren Ihre größten Erfolge?
    • Worauf waren Sie zuletzt stolz?
    • Welche Eigenschaft fehlt Ihnen?
    • Was erwarten Sie von einem Unternehmen?
    • Was war der größte Fehler, den Sie bisher begangen haben?
    • Wie motivieren Sie sich?
    • Wie muss ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
    • Wie gehen Sie mit Kritik um?
    • Was wollen Sie in den ersten 30 Tagen im neuen Job unternehmen?
    • Wie definieren Sie Erfolg?
  5. Körpersprache

    Sie können stundenlang vor dem Spiegel üben und reden, reden, reden. Es wird Ihnen nichts nützen, wenn Ihre Körpersprache mies ist.

    Rücken gerade, Spannung annehmen. Blickkontakt aufnehmen und halten. Viel lächeln. Und vermeiden Sie es, mit den Händen herumzuspielen. Das vermittelt Nervosität.

    Kann man alles üben. Setzen Sie sich vor den Spiegel und trainieren Sie. Oder machen Sie ein Rollenspiel mit Freunden und lassen sich Feedback geben. Es hilft Ihnen bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.

  6. Rückfragen

    Elementar wichtig: Rückfragen vorbereiten. Wenn der Interviewer Sie danach fragt, sollten Sie unbedingt zwei oder drei passende Rückfragen parat haben. Haben Sie die nicht, wirkt dies lustlos und desinteressiert. Schlecht!

    Allerdings sollte es sich um kluge Rückfragen handeln. Den Spruch „Es gibt keine dummen Fragen“ können Sie getrost in den Müll werfen. Denn die gibt es! „Was macht Ihr Unternehmen genau“ wäre so eine. Oder: „Wie lange muss ich warten, bis ich Urlaub nehmen kann?“

    Stellen Sie Fragen, die zum Gesprächsverlauf und zur Situation passen und die Sie tatsächlich interessieren. Ein Beispiel: Warum sind Sie eigentlich noch nicht in China aktiv?

    Hier finden Sie alle Infos, Tipps und über 100 Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch.

  7. Dresscode

    Zu einer guten Vorbereitung gehört natürlich auch die Wahl der richtigen Kleidung. Welche Klamotten die richtigen sind, hängt immer auch vom Unternehmen und der Branche ab.

    Faustregel: In konservativen Branchen (z.B. Finanzen) seriöser anziehen, in progressiven weniger förmlich (z.B. Werbung). In Zeiten von Innovation Labs und Startup-Kultur verschwimmen allerdings die Grenzen, was die Kleiderwahl schwieriger macht.

    Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrem Outfit wohl fühlen und sich keinen offensichtlichen Lapsus leisten. In diese Kategorie fallen Flecken auf dem Jacket, Löcher in den Socken oder ein faltenverseuchtes Hemd.

    Hier finden Sie alle Infos und Tipps zum Dresscode Bewerbung.

  8. Routenplanung

    Die beste Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch nützt nichts, wenn Sie eine Viertelstunde zu spät aufkreuzen. Pünktlich sein ist Pflicht!

    Planen Sie also auch die Anreise – und einen Puffer – ein. Droht Staugefahr auf der Strecke? Wie ist die Zugverbindung? Wann muss ich losfahren? Wer ohne Hektik am Ziel ankommt, ist zudem ausgeruhter und gelassener.

  9. Vorstellungsgespräch vorbereiten: Videointerview

    Jobinterviews per Skype und Co. gehören in vielen Unternehmen zum Standardprogramm. Als Bewerber sollten Sie sich umfassend auf ein Videointerview vorbereiten, um die nächste Runde zu erreichen – das Vor-Ort-Interview, Assessment Center oder die unmittelbare Stelle.

    Diese Punkte sind bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch per Video wichtig:

    • Technik

      Sparen Sie nicht am falschen Ende und investieren Sie in gutes Equipment. Laptop, Webcam, Mikro, Headset usw. Wenn Ton und Bild von guter Qualität sind, erscheinen Sie im besten Licht und beweisen überdies IT-Kompetenz. Die Elektronik können Sie, wenn Sie den Job bekommen, hinterher auch im Home Office gut gebrauchen.

    • Ruhe

      Beseitigen Sie alle Stör- und Lärmquellen. Geräte aus. Fernseher, Radio und Smartphone nicht nur auf lautlos, sondern ganz abschalten. Alle Fenster schließen, um Straßenlärm draußen zu halten. Ziehen Sie sich in ein ruhiges Zimmer zurück. Andernfalls leiden das Gespräch und Ihre Konzentration.

    • Hintergrund

      Stellen Sie Ihr Laptop vor einem neutralen Hintergrund auf, einer weißen Wand etwa. Rumpelkammer oder Schlafzimmer sorgen nicht für eine produktive Gesprächsatmosphäre. Bitte keine peinlichen Bilder an der Wand oder ein vermüllter Schreibtisch im Vordergrund. Ein kleiner Trick könnte hingegen sein, das Laptop vor dem Bücherregal oder der Schallplattensammlung aufzustellen.

    • Unterlagen

      Breiten Sie die wichtigsten Unterlagen vor oder neben sich aus – so, dass sie der Interview nicht sieht. Zum Beispiel Ihren Lebenslauf oder die Key Facts über das Unternehmen. So können Sie sich im Notfall Fakten und Details in Erinnerung rufen und kommen besser durchs Gespräch.

    • Kleidung

      Legen Sie die Kleidung an, mit der Sie auch zum Vorstellungsgespräch vor Ort gegangen wären. Ein förmliches Outfit macht Sie wacher, sorgt zumindest im Unterbewusstsein dafür, dass Sie das Jobinterview ernst nehmen. Abgesehen davon sieht der Interviewer Sie und Ihre Klamotten über Video ja auch – nur eben nicht alle.

    • Training

      Wenn Sie noch nie ein Vorstellungsgespräch per Video geführt haben, sollten Sie es vorher einmal üben. Mit Freunden, Kommilitonen oder Verwandten. Lassen Sie sich von Ihnen über Skype (oder einen anderen Dienst) anrufen und spielen das Gespräch einmal durch. Hinterher sammeln Sie Feedback über Gestik, Mimik, Inhalte – und haben noch genügend Zeit für Optimierungen.

    Vorstellungsgespräch vorbereiten: Tabuthemen

    Vorstellungsgespräch vorbereiten – diese Themen sprechen sie im Bewerbungsgespräch lieber nicht an…

    • Privates

      Was Sie privat so treiben, kann später Gesprächsstoff im Flurfunk werden. Aber nicht schon im Vorstellungsgespräch.

      Erstens geht es Ihren Arbeitgeber nichts an. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, mit einem Hobby zu punkten. Das können Sie nur, wenn der Interviewer zufällig das Gleiche hat. Vielleicht finden Sie das ja vorher heraus…

    • Kündigung

      Dass Sie gekündigt wurden, sollten Sie nur zugeben, wenn Sie danach gefragt werden. Ehrlich bleiben! Dann können Sie auch versuchen, die Geschehnisse zu relativieren. Dass Sie Opfer von Sparmaßnahmen wurden oder dass es sich um eine betriebsbedingte Kündigung handelte (sofern wahr).

      Aber die Kündigung proaktiv ins Gespräch einbringen? Nein, das ist keine gute Idee. Wenn Ihre Kündigung zur Sprache kommt, sollten Sie in jedem Fall darauf hinweisen, dass Sie aus der Episode gelernt und sich weiterentwickelt haben.

    • Geld

      Es ist nicht ungewöhnlich, dass im Vorstellungsgespräch über Geld geredet wird. Dies sollte aber stets vom Personaler ausgehen. Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen? Dann können Sie Ihre Sicht der Dinge darlegen.

      Aber kommen Sie nicht selbst auf das Thema zu sprechen. Nach dem Motto: Wann reden wir denn endlich mal über die Bezahlung? Und bekomme ich eigentlich auch Diensthandy und Dienstwagen? Sie scheinen es nur aufs Geld abgesehen zu haben – das kann keinem Arbeitgeber gefallen.

    • Lästereien

      Die Verlockungen sind groß und zahlreich. Wie gerne würde man dem undankbaren Ex-Chef und den tratschsüchtigen Ex-Kollegen eins reinwürgen? Privat können Sie das gerne mal tun.

      Aber auf geschäftlicher Ebene gilt: Professionell bleiben. Und Lästereien sind unprofessionell und fallen negativ auf einen zurück. Goldene Regel: Reden Sie NIE schlecht über ehemalige Arbeitgeber und Kollegen! Sie müssen sie ja andererseits auch nicht gleich in den Himmel loben…

    Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Fehler vermeiden

    Nicht jeder Fehler lässt sich vermeiden. Die kleinen sind auch gar nicht tragisch. Die großen hingegen können Ihren Masterplan vom neuen Job durchkreuzen.

    Vorstellungsgespräch Vorbereitung – diese Fehler sollten Sie vermeiden…

    • Blick auf die Uhr: Ist Ihnen langweilig? Oder das Gespräch unangenehm? Oder haben Sie heute noch ein anderes Jobinterview im Kalender? Egal, warum Sie den Drang verspüren, auf die Uhr an der Wand oder am Handgelenk zu schauen: Tun Sie’s nicht!
    • Handy klingeln lassen: OK, mit ein wenig Toleranz kann man ein klingelndes Handy verzeihen. Jeder kann mal vergessen, es auszumachen oder auf lautlos zu stellen. Aber es klingeln lassen, ostentativ auf das Display schauen, um zu wissen, wer gerade anruft oder womöglich noch kurz rangehen – nein, das geht gar nicht.
    • Dummes Zeug labern: Ein bisschen talken, ein bisschen plaudern, ein bisschen schnacken – ja klar, Smalltalk kann ein Eisbrecher sein. Aber texten Sie sich während des eigentlichen Bewerbungsgesprächs nicht um Kopf und Verstand. Wenn Sie ständig vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen und lauter saublöde Anekdoten zum Besten geben, denkt Ihr Gegenüber, Sie hätten nicht mehr alle Latten am Zaun. Wahrscheinlich zurecht.
    • Überheblich auftreten: Ja, der Arbeitsmarkt ist heute ein Bewerbermarkt – in vielen Branchen jedenfalls. Einen arroganten Pinkel will trotzdem niemand in seinem Team haben. Niemand ist unersetzlich, egal, wie groß der Fachkräftemangel auch sein mag. NIEMAND, nicht mal Steve Jobs. Apple geht es schließlich immer noch blendend…

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    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Fragen: 100 Fragen, Antworten, Beispiele

    Die gute Nachricht ist: Sie haben die erste Hürde der Bewerbung genommen und wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die zweite gute Nachricht: Dieses Interview ist in erster Linie ein Kennenlerngespräch. Dennoch wird man Ihnen im Vorstellungsgespräch Fragen stellen – auch unangenehme. Der Personaler prüft dabei, ob sein schriftlicher Eindruck von Ihnen als Kandidat stimmt. Aber auch Sie als Bewerber können per Rückfragen abklopfen, ob die Stelle und Unternehmenskultur zu Ihnen passen. Um daraus ein konstruktives Gespräch zu machen, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Genau dabei hilft auch die folgende Übersicht der häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch, die (natürlich nicht alle auf einmal) auf Sie zukommen können. Zumindest auf manche davon sollten Sie aber ein paar gute Antworten wissen…

    Vorstellungsgespräch: 100 Fragen

    Fragen gehören zu einem Vorstellungsgespräch wie der Hafen zu Hamburg. Nicht auf jede können Sie sich als Bewerber vorbereiten. Allemal sinnvoll aber ist es, sich für die typischen Fragen im Vorstellungsgespräch zu wappnen.

    Die Evergreens tauchen nämlich immer wieder auf. Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch drehen sich um…

    • Stärken und Schwächen
    • Motivation
    • Arbeitsweise
    • Persönlichkeit
    • Cultural Fit

    Für diese Themenbereiche können Sie sich vorab griffige Antwortstrategien zurechtlegen. Auswendig lernen sollten Sie Ihre Antworten natürlich nicht. Das ist nicht praktikabel und auch nicht erstrebenswert. Aber die grobe Richtung, in die Sie eine Antwort lenken wollen, dürfen Sie vorab ruhig festlegen.

    Bei manchen Fragen wiederum ist dies kaum möglich. So gibt es auch Stress-, Spontanitäts- oder Fangfragen, mit denen Sie der Interviewer aus der Reserve locken will. Hier sind Improvisation und schnelle Auffassungsgabe erforderlich. Strategien, um erhobenen Hauptes aus der Nummer herauszugehen, gibt es indes sehr wohl.

    Auf Sie kommen jedenfalls allerhand Fragen im Vorstellungsgespräch zu, für die Sie eine akzeptable bis sensationell gute Antwort finden sollten. Die folgende Auswahl listet 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch auf, die natürlich nie alle auf einmal gestellt werden. Auswendig lernen also zwecklos! Weil das Unsinn wäre, gibt es auch keine passenden Antworten dazu. Personaler erkennen Standardantworten sofort – und hassen sie.

    Dennoch können Sie sich mit diesen Fragen gut vorbereiten und zur Anregung nutzen, darüber nachdenken. Die Fragen liefern nicht nur gute Denkanstöße, um sich auf das Bewerbungsgespräch einzustimmen, sondern auch, um im Vorfeld zu prüfen, ob und warum Sie den Job überhaupt wollen.

    Vorstellungsgespräch Fragen – einige der folgenden kommen mit großer Wahrscheinlichkeit auf Sie zu…

    Vorstellungsgespräch: Fragen zur Gesprächseröffnung

    Eine typische Frage, mit der der Interviewer das Bewerbungsgespräch eröffnet, lautet so:

    Erzählen Sie doch mal etwas über sich. Wer sind Sie?

    Hier kommt es vor allem auf die Art und Weise an, mit der Sie antworten. Ihr Gesprächspartner gewinnt einen ersten Eindruck über Ihre rhetorischen und kommunikativen Skills, sieht Ihre Mimik und Gestik. Antworten Sie in jedem Fall nicht wie aufgesagt. Humorvoll, aber selbstbewusst. Und erzählen Sie nicht Ihr Leben in chronologischer Reihenfolge nach – langweilig! Wieso beginnen Sie nicht mit einem Knalleffekt? Mit etwas, das Interesse beim Gegenüber weckt. Generell können sich Bewerber bei der Beantwortung einer Eröffnungsfrage an diesem Dreiklang orientieren: Ich bin, ich kann, ich will.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere zur Gesprächseröffnung:

    • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
    • Aus welchem Grund sollten wir Sie einstellen?
    • Was können Sie, was andere nicht können?
    • Wieso sind Sie zu spät? (als reine Provokation)

    Vorstellungsgespräch: Fragen zu Stärken und Schwächen

    Eine typische Frage im Vorstellungsgespräch Frage lautet:

    Was sind Ihre Schwächen?

    Vorbei sind die Zeiten, in denen man mit einer als Schwäche getarnten Stärke – Ungeduld zum Beispiel – auf der sicheren Seite war. Bleiben Sie ehrlich, ohne sich allzu große Blöße zu geben. Tabu sind natürlich Schwächen, die Ihnen den K.o. versetzen würden: Unehrlichkeit, Faulheit, Indifferenz, Rücksichtslosigkeit, Verantwortungslosigkeit. Wählen Sie eine nachgeordnete Schwäche – am besten eine, an der man intensiv arbeiten und sich realistischerweise auch verbessern kann. Reden vor vielen Zuhörern, Englischkenntnisse oder spezielle IT-Kenntnisse könnten akzeptable Schwächen sein.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Fragen zu Stärken und Schwächen:

    • Wo liegen Ihre Stärken?
    • Wo liegen Ihre Schwächen?
    • Was würde Ihr letzter Chef Positives über Sie sagen?
    • Und was würde er Negatives sagen?
    • Welche Weiterbildung würde Ihnen helfen?
    • Welche Ideen oder Projekte haben Sie schon umgesetzt?
    • Was haben Sie aus Ihrem größten Fehler gelernt?
    • Welche drei positiven Charaktereigenschaften würden Sie sich wünschen?
    • Wann haben Sie Überdurchschnittliches und wann Unterdurchschnittliches geleistet?
    • Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie für Ihre Arbeit kritisiert worden sind?
    • Womit haben Sie bei anderen Menschen Probleme?
    • Wovor haben Sie Angst?
    • Was ist Ihr größter Erfolg, der nichts mit Ihrem Beruf zu tun hat?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Wie soll Ihre Karriere im besten Fall verlaufen?
    • Was muss ich sonst noch über Sie wissen?
    • Welche Träume haben Sie im Leben?

    Vorstellungsgespräch: Fragen zur Motivation

    Eine typische Frage im Vorstellungsgespräch lautet:

    Warum haben Sie sich bei uns beworben?

    Unternehmen wünschen sich Mitarbeiter, die eine hohe Eigenmotivation an den Tag legen und möglichst lange im Unternehmen bleiben. Dies erhöht die Produktivität und reduziert die Fluktuation – und damit die Kosten. Bewerber, die überzeugend darlegen, warum Sie sowohl für die Stelle als auch für das Unternehmen und seine Produkte brennen, sammeln Punkte.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Fragen zur Motivation:

    • Aus welchem Grund wollen Sie Ihre alte Stelle aufgeben?
    • Warum sind Sie immer noch auf der Suche nach einer neuen Stelle?
    • Was möchten Sie in diesem neuen Job erreichen?
    • Wie war Ihr letzter Chef so?
    • Was hat Ihnen an Ihrer alten Stelle überhaupt nicht gefallen?
    • Und was werden Sie vermissen?
    • Sind Sie bereit, für die neue Stelle umzuziehen?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?
    • Kennen Sie unser Unternehmen eigentlich?
    • Was können Sie mir über unsere Branche sagen?
    • Wenn Sie Ihre eigene Stellenbeschreibung für das erste Jahr schreiben müssten, wie sähe die aus?
    • Wenn Sie an meiner Stelle wären, worauf würden Sie bei einem Bewerber achten?
    • Wann wären Sie soweit, dass Sie für unser Unternehmen einen substanziellen Beitrag leisten könnten?
    • Haben Sie noch Fragen?

    Vorstellungsgespräch: Fragen zur Arbeitsweise

    Eine beliebte Frage im Vorstellungsgespräch lautet:

    Was haben Sie getan, als eine Aufgabe zu schwer für Sie war?

    Wichtig sind in diesem Zusammenhang vor allem zwei Eigenschaften: Lernwille und Teamfähigkeit. Als Bewerber müssen Sie nicht Superman mimen, der alles kann. Geben Sie ruhig zu, das Sie bei dieser oder jener Aufgabe Probleme hatten. Wichtig ist nur, dass Sie bereit waren, die Herausforderung anzunehmen. Wenn Sie zum Beispiel signalisieren, dass Sie sich eigens weiterbildeten, um besagte Aufgabe zu meistern, spricht dies eindeutig für Sie. Oder wenn Sie sich intern Hilfe bei einem Kollegen geholt haben. So beweisen Sie Teamwork – und ein Ego, das noch nicht aus dem Ruder gelaufen ist.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Fragen zur Arbeitsweise:

    • Wie muss ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
    • Woraus ziehen Sie Motivation?
    • Welche Tools oder Techniken nutzen Sie zur Selbstorganisation?
    • Wie lief das letzte Projekt, an dem Sie gearbeitet haben?
    • Wie schaffen Sie so schnell wie möglich eine Vertrauensbasis in einem neuen Team?
    • Wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle erledigen können, was würden Sie tun?
    • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
    • Was denken Sie, wenn Sie ein „Nein“ als Antwort bekommen?
    • Wenn Sie einen Kollegen kritisieren müssen, wie machen Sie das?
    • Wie gehen Sie damit um, wenn es in Ihrem Team einen Kollegen gibt, der sich auf der Arbeit anderer ausruht?
    • Was haben Sie getan, als eine Aufgabe zu schwer für Sie war?
    • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen im neuen Job tun?

    Charakterfragen im Vorstellungsgespräch

    Eine beliebte Frage im Vorstellungsgespräch lautet:

    Worauf sind Sie stolz?

    Hier haben wir es mit einem sogenannten Wertetest zu tun. Sie sollen sich selbst beschreiben – und damit zeigen, wie reflektiert Sie sind. Wichtig ist, dass Sie Selbstbewusstsein demonstrieren, ohne in Selbstbeweihräucherung zu verfallen. Nennen Sie Projekte aus der Vergangenheit, die Sie erfolgreich zu Ende geführt haben und in denen Sie Ihre Stärken voll zur Geltung brachten. Sie dürfen auch gerne ins Privatleben abschweifen. Macht menschlich! Beispiel: Auf meine Tochter bin ich wahnsinnig stolz.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Charakterfragen:

    • Welche Lektion, die Sie in der Schule gelernt haben, war die wichtigste?
    • Und welche, die Sie während des Studiums gelernt haben?
    • Wer hat Sie in Ihrem Leben am meisten geprägt und warum?
    • Welcher Mensch hat Sie verändert?
    • Welche fünf Begriff beschreiben Ihren Charakter am besten?
    • Mit welchen drei Charaktereigenschaften würden Freunde Sie beschreiben?
    • Worauf sind Sie stolz?
    • Was tun Sie, wenn Sie herausfinden, dass Ihr Arbeitgeber etwas Verbotenes tut?
    • Welches Auto fahren Sie?
    • Mit welchen Persönlichkeiten kommen Sie am besten klar?
    • Welchen Manager würden Sie als Vorbild ansehen?
    • Was war die schwerste Entscheidung in Ihrem Berufsleben?
    • Angenommen, Sie bestellen beim Mittagessen ein Steak, englisch. Der Kellner serviert es Ihnen durchgebraten. Wie reagieren Sie?
    • Wie gehen Sie damit um, wenn Sie etwas falsch machen?
    • Was bereuen Sie am meisten?
    • Wenn Sie für jemanden arbeiten müssten, der weniger weiß als Sie, wie würden Sie sich fühlen?

    Vorstellungsgespräch: Fragen zu Kultur und Fitting

    Eine beliebte Frage im Vorstellungsgespräch lautet:

    Welche Eigenschaften zeichnet eine gute Führungskraft aus?

    Am liebsten will man als Bewerber die Eigenschaften nennen, die die Führungskraft, die vor einem sitzt, tatsächlich innehat. Indes: Die kennt man nicht. Stattdessen können Bewerber zunächst Grundtugenden anführen, die sie für unerlässlich halten: Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Fürsorge. Wer einen modernen Führungsansatz mag, der ergänzt, dass eine Führungskraft Mitarbeiter mitnehmen, begeistern und – neudeutsch – empowern sollte. Wer sich in einem konservativen Unternehmen wohler fühlt, der könnte betonen: Orientierung und Richtung geben, Verantwortung übernehmen. Arbeitgeber und Bewerber wollen letztlich beide herausfinden, ob sie kulturell zusammenpassen.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Fragen zum Cultural Fit:

    • Wofür waren Sie in Ihrem alten Job verantwortlich?
    • Was hat Sie an dem Unternehmen interessiert?
    • Wie muss das perfekte Unternehmen für Sie sein?
    • Und wie sieht der perfekte Job für sie aus?
    • Wann war Ihre Zufriedenheit in Ihrem letzten Job am größten?
    • Wird der bessere Chef aus Ihrer Sicht eher geliebt oder gefürchtet?
    • Welche Eigenschaften zeichnen eine gute Führungskraft aus?
    • Und welche sind charakteristisch für eine schlechte Führungskraft?
    • Sagt Ihnen eine strukturierte oder eine unternehmerische Arbeitskultur mehr zu?
    • Würden Sie sich eher als detailverliebt oder als visionär beschreiben?
    • Welche Konflikte haben Sie in Ihren bisherigen Jobs schon ausgetragen?
    • Beschreiben Sie mir bitte den Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich.
    • Angenommen, Ihr Chef verlangt etwas von Ihnen, von dem Sie nicht überzeugt sind, was tun Sie?

    Vorstellungsgespräch: Fangfragen zu Social Media

    Eine Fangfrage im Vorstellungsgespräch könnte lauten:

    Warum sind Sie in den sozialen Medien quasi unsichtbar?

    Eine Fangfrage muss man erstmal als solche erfassen – und verdauen. Lassen Sie sich darum bei der Beantwortung Zeit. Eine spontane Antwort bringt Ihnen gar nichts. Gut möglich, dass der Interviewer zuvor im Netz über Sie recherchiert hat und Sie testen will. Seien Sie darauf vorbereitet. Bewahren Sie kühlen Kopf und verfallen nicht in Hektik oder gar Panik. Sie gewinnen Zeit, indem Sie amüsiert lächeln oder eine Floskel nutzen wie: Hoppla, mit der Frage hatte ich jetzt nicht gerechnet. Das Gleiche gilt im Übrigen für Stress- und Spontanitätsfragen (siehe unten).

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Fangfragen:

    • Ein Video im Netz zeigt Sie bei einem Fußballturnier, wie Sie Mitspieler foulen, ohne dass es der Schiedsrichter mitbekommen hat. Setzen Sie sich häufiger über Regeln hinweg, wenn es Ihnen nutzt?
    • Sie schreiben bei Twitter häufig, dass Sie gerade keine Lust haben zu arbeiten. Sind Sie jemand, der stark motiviert werden muss?
    • Sie besitzen laut Ihrer Bewerbung angeblich viele Kontakte in Ihrer Branche, sind aber auf Xing mit sehr wenigen Leuten vernetzt. Wie passt das zusammen?
    • Nach unseren Recherchen waren Sie bei Ihrem früheren Job ständig online und haben lauter Kommentare gepostet. War das in dem Unternehmen erlaubt oder waren sie einfach nicht ausgelastet?
    • Haben Sie schon jemanden in einem Blog mit einem Kommentar persönlich beleidigt? So wie bei diesem Blog, das wir neulich gefunden haben … Wie hieß das noch gleich?
    • Sie sind bei Facebook in einer Gruppe von Frauen, die damit kokettiert, keine Unterwäsche zu tragen. Glauben Sie nicht, dass das unseren Betriebsfrieden stören könnte, wenn unsere Kunden davon erfahren?
    • Bei Facebook sind Sie auf einem Partybild verlinkt, das Sie in einem erbarmungswürdigen Zustand zeigt. Und das war nicht das einzige Bild, das wir gefunden haben. Erklärt das vielleicht die Abschlussnote 3 in Ihrem Bachelor-Studium?
    • Sie haben sich laut Lebenslauf im letzten Sommer weitergebildet. In Ihrem Facebook-Profil habe ich aber nur Urlaubsfotos gefunden. Was für eine Weiterbildung war das?
    • In Ihrem Blog schreiben Sie, dass Sie nicht mit Menschen zusammenarbeiten möchten, die kein deutsch verstehen. Wie schätzen Sie vor dem Hintergrund, dass wir viele internationale Kunden haben, Ihre interkulturelle Kompetenz ein?
    • Bei Instagram folgen Sie fast ausschließlich Pornodarstellerinnen. Kennen Sie die von irgendwoher?

    Vorstellungsgespräch: Spontanitäts- und Stressfragen

    Eine Stressfrage im Vorstellungsgespräch könnte lauten:

    Wie finden Sie mich als Interviewer?

    Bei dieser Frage geht es nicht – oder nur vordergründig – um ein Feedback. Es geht vielmehr darum, ob man Rückgrat und Selbstbewusstsein hat oder zeigt. Wer jetzt in Jubelarien ausbricht und über den grünen Klee lobt, outet sich als Schleimer. Aber überkritisch will man natürlich auch nicht sein. Ein möglicher Ausweg: Wechseln Sie in die Metaebene! Zum Beispiel so: „Ist das eine Fangfrage? Ich würde mich viel lieber mit Ihnen noch über den Job unterhalten…“ Grundsätzlich sollen Stressfragen den Bewerber aus der Ruhe und aus der Deckung bringen. Bleiben Sie cool und lassen sich Zeit. Wichtig ist nicht unbedingt das Ergebnis, zu dem Sie kommen. Wichtig ist der Weg, den Sie einschlagen. Dadurch sieht der Personaler, wie Sie ticken, ob Sie logisch und analytisch denken können.

    Vorstellungsgespräch Fragen – hier sind weitere Spontanitäts- und Stressfragen:

    • Wie häufig überlappen sich die Zeiger einer Uhr am Tag?
    • Wie würden Sie ohne Maßstab ein Flugzeug vermessen?
    • Welche Superkraft hätten Sie, wenn Sie ein Superheld sein könnten?
    • Wenn Sie ein Tier wären, welches Tier wären Sie?
    • An welchem Ort dieser Erde wären Sie jetzt gerade, wenn Sie frei wählen könnten?
    • Wozu dient der Filz auf einem Tennisball?
    • Welche drei Dinge nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?
    • Was machen Sie mit einem Lottogewinn?
    • Was machen Sie, um Spaß zu haben?
    • Verkaufen Sie mir diesen Bleistift!
    • Zu welchen 10 Dingen kann man einen Stift noch benutzen?

    Vorstellungsgespräch: Dumme Rückfragen

    Mit den Fragen im Vorstellungsgespräch ist das so eine Sache – und mit den Rückfragen auch. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer fragt, kann aber auch dumm dastehen. Denn selbstverständlich gibt es auch dumme Fragen, die man im Vorstellungsgespräch als Bewerber tunlichst nicht stellen sollte.

    Nicht so clever wäre es zum Beispiel, eine Frage zu stellen, die man durch einen Klick auf die Firmenhomepage leicht hätte beantworten können. Oder eine Frage, auf die die Antwort im Grunde genommen schon feststeht:

    • Wie ist das Betriebsklima?
      (Kurz: Planet der Affen.)
    • Sind die Kollegen nett?
      (Nein, wir mobben uns alle!)
    • Hat das Unternehmen eine gute Perspektive?
      (Nein, wir melden morgen Konkurs an.)

    Wer so fragt, manövriert sich selbst ins Aus, wirkt unvorbereitet, naiv oder gar dümmlich.

    Ebenfalls unklug: Fragen zu Urlaubs- oder Arbeitszeiten, Zusatzleistungen, Vergünstigungen oder baldigen Gehaltserhöhungen. Die stellen in dieser Phase Ihre Motivation gewaltig in Frage. Monetäres können Sie in einer zweiten Gesprächsrunde oder während der Vertragsverhandlungen immer noch klären. Jetzt wollen Sie erst einmal mit Ihrer Eignung für die Stelle überzeugen.

    Und zum Schluss: Fragen Sie bitte nie am Ende des Gesprächs, wie Sie sich geschlagen haben oder wie Ihre Chancen stehen. So machen Sie sich klein und wirken eben nicht souverän und selbstbewusst.

    Sie sollten im Gegenzug auch keine Arroganz versprühen, aber der Grundtenor muss sein:

    Liebes Unternehmen, das ist Deine Chance, mich einzustellen. Nutze Sie!

    Vorstellungsgespräch: Gute Rückfragen

    Wenn es schon um die eigenen Rückfragen geht, wirkt es wesentlich professioneller, wenn Sie sich während des Bewerbungsgesprächs Notizen machen und hinterher Detailfragen zu Ihrem Einsatzgebiet stellen. Beispiele:

    • Welche Erwartungen stellen Sie im ersten Jahr an mich?
    • Wo soll ich konkret eingesetzt werden?
    • Wie viele Mitglieder das Team?
    • An wen muss ich berichten und wer berichtet mir?
    • Könnte ich mir den Arbeitsplatz vielleicht sogar noch kurz ansehen?

    Dabei dürfen Sie auch ruhig ein wenig nachbohren und nachhaken. Nur übertreiben sollten Sie es nicht. Vor allem aber: Den Spieß umdrehen und dem Personaler die gleichen Fragen stellen, die er zuvor Ihnen gestellt hat („Weshalb sollte ich mich für Ihr Unternehmen entscheiden?“), ist tabu (siehe auch weiter unten „Tabuthemen“).

    Vorstellungsgespräch: Fragen von namhaften Unternehmen

    Vorstellungsgespraech Fragen BeispieleAuf die wenigsten Fragen im Vorstellungsgespräch lautet die korrekte Antwort: Ja oder Nein, richtig oder falsch. Viele Fragen im Bewerbungsgespräch zielen vielmehr darauf, Kreativität, Selbstreflexion und assoziatives Denken des Bewerbers abzufragen.

    Wir zeigen Ihnen, mit welchen Fragen und Killerfragen bekannte Unternehmen Ihre Kandidaten gerne mal konfrontieren:

    • Wenn Sie einen Song wählen könnten, der gespielt wird, sobald Sie einen Raum betreten – welcher wäre es? (Google)
    • Was war der beste Tag Ihres Lebens in den vergangenen vier Jahren? (Apple)
    • Wie würden Sie versuchen, in einer Menschenmenge herauszuragen? (Microsoft)
    • Wie viel Honorar würden Sie verlangen, um alle Fenster in Seattle zu putzen? (Facebook)
    • Wie würden Sie ein Facebook für blinde Menschen entwickeln? (Facebook)
    • An diesem Punkt in Ihrem Leben: Würden Sie lieber lernen oder Geld verdienen? (Google)
    • Wann wollen Sie in den Ruhestand gehen? (Adobe)
    • Wenn Sie mit nur einem Satz in Erinnerung bleiben könnten – wie würde dieser lauten? (Google)
    • Welche Führungskraft verehren Sie am meisten? (Boston Consulting Group)
    • Wie würden Sie den Wert einer Kuh berechnen? (Bain)

    Vorstellungsgespräch Fragen: Tabus

    Im Vorstellungsgespräch gibt es viel zu bereden. Daneben gibt es aber auch das eine oder andere Thema, das man im Bewerbungsgespräch besser nicht zur Sprache bringt. Als da wären:

    1. Geld

      Natürlich sind Ihre Gehaltsvorstellungen ein Thema im Vorstellungsgespräch.

      Aber: Sollte das Angebot Ihres vermeintlichen Neu-Arbeitgebers deutlich unter Ihren Erwartungen zurückbleiben, dann halten Sie sich mit einem Kommentar zurück. Schweigen ist Gold. Wenn Sie Ihren Unmut äußern, schlagen Sie nur eine Tür zu, durch die Sie vielleicht doch noch gehen wollen. Unnötig!

      Strategisch klüger ist es, die Verärgerung einzig Ihren Gedanken zu überlassen. Was Sie tun können: Boni, Dienstwagen oder andere Annehmlichkeiten als Verhandlungsmasse ins Gespräch bringen – und dann zuhause alles in Ruhe abwägen.

    2. Rauswurf

      Sollte Sie im letzten Job eine Kündigung ereilt haben, ist das unangenehm – und kein Fakt, den man im Jobinterview ansprechen möchte. Wenn Sie aber der Personaler gezielt danach fragte, dürfen und sollen Sie zwar nicht lügen.

      Aber möglicherweise können Sie sich mit einer Relativierung behelfen. Es kann ja sein, dass Sie ein Opfer von Sparmaßnahmen oder betriebsbedingten Kündigungen geworden sind. Oder Sie haben sich mit dem Arbeitgeber auf die Kündigung geeinigt, um Arbeitslosengeld beziehen zu können, wussten aber schon länger, dass die Stelle nicht die richtige für Sie war.

      Und: Wenn es Sie schon aufgrund eines groben Fehlers getroffen hat, dann beweisen Sie zumindest Lernfähigkeit. „Ich habe aus dem Fehler gelernt und er würde mir heute nicht noch einmal passieren!“

    3. Privates

      Der Bungeesprung vom letzten Samstag – das ist nichts, was Sie dem Personaler unter die Nase binden sollten. Es sei denn, er fragt Sie danach.

      Grund: Ihre Freizeitaktivitäten gehen ihn schlicht und einfach nichts an.

      Außerdem können Sie damit unter normalen Umständen kaum punkten. Hobbys haben im Vorstellungsgespräch nur etwas zu suchen, wenn sie sich auf eine Fähigkeit beziehen, die im Beruf gefragt oder wichtig ist.

    4. Pleiten

      Auf eigene Misserfolge sollten Sie das Gespräch nicht leiten. Das ist selbsterklärend.

      In diese Kategorie fällt aber auch: nicht schlecht über ehemalige Kollegen, Chefs oder Kunden sprechen. Lassen Sie sich dazu auf gar keinen Fall hinreißen! Es hinterlässt mehr als nur einen faden Beigeschmack. Denn der Personaler denkt als Erstes: Wird er oder sie später auch so über uns reden?

      Besser ist es, positive Erfahrungen hervorzuheben. Was haben Sie Ihrem alten Arbeitgeber zu verdanken? Was haben Sie gelernt? Das zeigt Klasse.

    5. Vorgesetzte

      Das Gleiche gilt auch für ehemalige Vorgesetzte. Sprechen Sie im Jobinterview nicht über deren Schwächen und auch nicht über die Probleme, die Sie mit ihnen hatten!

      Die Stärken Ihres Ex-Chefs dürfen Sie dagegen ruhig herausstellen, wenn es sich anbieten sollte. Und was Sie von ihm oder ihr alles lernen konnten. Hilfreiche Lektionen gibt es ja schließlich auch vom größten Tyrannen. Ansonsten: Schweigen!

    Nun kennen Sie die wichtigsten Vorstellungsgespräch-Fragen – und wissen vielleicht auch schon gute Antworten. Derart vorbereitet sollten Sie das Jobinterview meistern können. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

    Gratis-Download der Fragenliste

    Vorstellungsgespräch-Fragen-PDF-CoverDie Liste der 100 typischen Fragen im Vorstellungsgespräch unserer Schwesterseite Karrierebibel können Sie sich auch kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und zur Offline-Vorbereitung nutzen. Zum Beispiel, indem Sie das Personaler-Spielchen mit jobsuchenden Freunde und Bekannten einfach mal spielen. Fragen stellen, antworten lassen und ehrliches Feedback geben.

    Stressfragen Beispiele VorstellungsgesprächZusätzlich haben wir – beziehungsweise Karrierebibel – auch noch typische Stressfragen im Vorstellungsgespräch für Sie zusammengestellt. Es gibt zahlreiche Variationen aber, man kann sie grob in fünf Arten unterteilen: Analogie-Fragen, Fangfragen, Provokationen (die keine Fragen sind), Brainteaser und Trichterfragen. Eine vollständige Checkliste dieser Fragenarten samt einiger Beispiele können Sie sich ebenfalls hier gerne gratis als PDF herunterladen.

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    [Bildnachweis: Sofi photo by Shutterstock.com]

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Beispiele, Muster, Formulierungen

    Bewerben ohne Berufserfahrung Formulierungen

    Bewerben ohne Berufserfahrung? Aussichtslos! Diesen Eindruck gewinnen Bewerber beim Blick in die Stellenanzeigen. Die berufliche Erfahrung, die jemand mitbringt, ist in der Tat ein wichtiges Einstellungskriterium. Berufsanfänger, Schulabgänger oder Hochschulabsolventen aber können damit nicht punkten. Auch Mütter oder Väter, die nach langer Auszeit in den Beruf zurückkehren möchten, müssen sich etwas einfallen lassen. Die gute Nachricht: Tricks und Hilfsmittel, derer sie sich bedienen können, gibt es einige. Bewerben ohne Berufserfahrung – so machen Sie es richtig…

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Ein Teufelskreis!

    Ein Arbeitsmarkt-Klischee besagt: Unternehmen wollen vor allem Bewerber, die jung und billig sind, aber schon gaaaanz viel Berufserfahrung mitbringen. Oft ist da auch was dran. Wenn in Stellenanzeigen etwa gefordert wird, Bewerber für eine Junior- oder Einstiegsposition müssten mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Na prima!

    Im schlimmsten Fall führt das direkt in einen Teufelskreis: Keine Berufserfahrung, kein Job, keine Berufserfahrung, kein Job, immer noch keine Erfahrung, immer noch kein Job.

    Man brennt innerlich und würde alles geben, um diese Chance endlich zu bekommen – und zu nutzen. Indes: Man darf nicht. Wegen fehlender Berufserfahrung. Bewerber lässt es in einem Zustand der Ohnmacht zurück. Denn um Berufserfahrung sammeln zu können, braucht man diese Chance.

    Vielleicht hat man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium, womöglich sogar mit Top-Noten. Dazu Praktika und Nebenjobs bestritten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als berufliche Erfahrung lassen viele Unternehmen diese aber nicht gelten. Sie wollen am liebsten eine Arbeitskraft einstellen, die sie nicht mehr groß einarbeiten müssen, die ihnen sofort weiterhilft. Einerseits nachvollziehbar, andererseits unrealistisch.

    Für gut ausgebildete Fachkräfte und Absolventen stehen die Chancen freilich sehr gut, eine adäquate Stelle zu finden – auch ohne mehrjährige Erfahrung. Aber anfangs besagte Fälle gibt es noch immer, und eine oft übertriebene Anspruchshaltung der Unternehmen ebenso.

    Bewerben ohne Berufserfahrung – so kann Ihre Bewerbung trotzdem zum Erfolg führen…

    Bewerben ohne Berufserfahrung: 7 Tipps

    Bewerben ohne Berufserfahrung – die Kombination klingt nach Misserfolg. Doch hängt es auch maßgeblich von Ihrer Strategie ab, ob Ihre höhepunktarme Bewerbung zündet. So vergrößern Sie Ihre Chancen, wenn Sie sich trotz fehlender Berufserfahrung bewerben:

    1. Radius vergrößern

      Den Radius vergrößern – das war schon immer eine Erfolgstaktik für Jobsucher. Bedeutet: Bewerben Sie sich in anderen Regionen, Städten, vielleicht sogar Ländern. Einen Umzug aus der Heimat bringt das mit sich, das stimmt. Aber es erhöht Ihre Erfolgsaussichten ganz erheblich – auch dann, wenn Sie bislang an der fehlenden Berufserfahrung gescheitert sind.

      Beispiel: Ein Umzug von Bremerhaven nach Baden-Württemberg bringt Sie vielen Unternehmen näher, die massiv über fehlende Kräfte klagen. In Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel akut, in Bremerhaven die Arbeitslosigkeit hoch.

      Daher: Im Süden werden Sie ungleich bessere Perspektiven haben, auch ohne langjährige Erfahrung einen Arbeitgeber zu finden, der Ihnen eine Chance gibt.

    2. Stellenanzeige analysieren

      Aus der Stellenanzeige lässt sich meist herauslesen, ob und welche Berufserfahrung gefordert ist. Manche erheben Erfahrung in einem Bereich nicht zur Muss-Qualifikation, sondern zur Kann-Qualifikation.

      Wenn es etwa heißt: „Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert“ oder gar „Erste Berufserfahrung wünschenswert“, dann sollten Sie sich nicht von einer Bewerbung abhalten lassen. Zwar haben Erfahrene Vorteile, aber Unerfahrene landen nicht gleich auf dem Aussortiert-Stapel.

      Bestes Szenario für Sie ist: Sie erfüllen alle Anforderungen, die der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auflistet, einzig die Berufserfahrung fehlt. Dann sollten Sie in der Bewerbung vor allem auf die Qualitäten hinweisen, die deckungsgleich sind. Die fehlende Erfahrung können Sie beispielsweise so umdeuten: „Ich brenne darauf, mein gesammeltes Knowhow endlich in die Praxis zu überführen.“

    3. Nischen finden

      Mit dem Strom schwimmen will keiner. Und trotzdem tun es (fast) alle. Bei den großen Konzernen wollen viele Absolventen unterkommen, für möglichst namhafte Arbeitgeber schaffen. Das ist auch völlig legitim.

      Allerdings gilt: Je größer das Unternehmen, desto populärer ist es, umso mehr Bewerber hat es und umso geringer sind die Einstellungschancen für jeden Einzelnen. Erst recht, wenn Sie sich ohne Berufserfahrung bewerben.

      Schauen Sie sich daher nach Alternativen um. Die müssen gar nicht so viel schlechter sein. So gibt es in der Provinz unzählige Hidden Champions und Weltmarktführer, die unter dem Radar fliegen – und vielleicht auf Sie gewartet haben.

    4. Internationalität herausstellen

      Ein Auslandsaufenthalt kann berufliche Erfahrung kompensieren – zumindest manchmal und teilweise. Er steht synonym für interkulturelle Kompetenz, Eigenständigkeit, Neugier und Kommunikationsvermögen – allesamt wertvolle Eigenschaften auf dem heutigen Arbeitsmarkt.

      Außerdem lassen sich viele Auslandsaufenthalte kaum auf Echtheit überprüfen. Nein, damit wollen wir nicht andeuten, dass Sie schummeln, lügen und betrügen sollen. Aber Sie können durchaus ein paar Adjektive einstreuen, die Ihren Auslandsaufenthalt vorteilhaft beschreiben. So haben Sie im Work-and-Travel-Jahr in Australien nicht einfach Schafe geschoren, um sich die Weiterfahrt leisten zu können. Sie haben aktiv auf einer landwirtschaftlichen Farm mitgearbeitet und Arbeitserfahrungen gesammelt.

      Tipp daher: Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht aus, um Erfahrungen in Ihren Lebenslauf einfließen zu lassen. Nein, die zweiwöchige Abschlusstour an den Ballermann zählt nicht dazu. Aber eben Work-and-Travel-Reisen, Praktika, Schüler- und Studienaustausche, vielleicht sogar Kulturreisen.

    5. Kontakte aktivieren

      Ein großes Netzwerk hilft bei der Jobsuche ungemein. Wer jemanden fragen kann, der jemanden kennt, der ein Unternehmen führt, das gerade neue Bewerber sucht.

      Gerade auf Jobsuche sollten Sie sich nicht zu schade sein, Ihre Kontakte zu aktivieren. In Zeiten von Xing oder Linkedin wird es immer einfacher, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Und das sollten Sie auch tun.

      Denn nebenbei bemerkt ist es so: Wenn andere sehen, wie groß und verzweigt Ihr Netzwerk ist, imponiert ihnen das. Es suggeriert Expertise, Weltläufigkeit, Kommunikationsvermögen. Und es deutet an, dass sie schon herumgekommen sind in der Arbeitswelt (unabhängig davon, ob das stimmt). Es lässt Sie gleich wie eine gute Partie aussehen – echte Erfahrung hin oder her.

    6. Zeitarbeit erwägen

      Einem Absolventen mit guten Noten ist der Gang in die Zeitarbeit nur sehr bedingt zu empfehlen. Wenn Sie aber schon jahrelang auf Jobsuche sind, ohne Aussicht auf Besserung, dann können Sie die Zeitarbeit als Alternative in Betracht ziehen.

      Vorteil: Die Einstiegshürde ist deutlich niedriger. Sie können also endlich anfangen, Berufserfahrung zu sammeln. Die Lücken im Lebenslauf werden nicht größer und größer.

      Außerdem gibt es den sogenannten Klebeeffekt: Wenn Sie das ausleihende Unternehmen so von sich überzeugen, dass es Sie nach einer Zeit fest übernehmen will. Das gelingt aber ehrlicherweise nicht jedem. Und es besteht die Gefahr, dass Sie tatsächlich kleben bleiben – nämlich in der Zeitarbeit.

    7. Knackpunkt finden

      Berufserfahrung ist und bleibt nur EIN Kriterium von vielen. Ein ganz wichtiger Tipp lautet: Finden Sie heraus, was den meisten anderen Bewerbern in Ihrem Wunschunternehmen fehlt – und nutzen Sie es zu Ihren Gunsten aus.

      Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich in einem mittelständischen Unternehmen als Kundenbetreuer bewerben. Dieses Unternehmen ist sehr bekannt, hat viele Sympathisanten und Unmengen an Bewerbungen auf dem Schreibtisch. Sie sind als Bewerber aber eher Durchschnitt und Ihnen fehlt außerdem – Sie ahnen es – die Berufserfahrung. Ihre Chancen sind ausgesprochen gering.

      Nun machen Sie aber die Entdeckung, dass die Firma aktuell eine Expansion nach Russland anstrebt. Sie sprechen zufällig russisch, weil Sie einen entsprechenden Migrationshintergrund haben. Geschätzt dürften nur ein paar Prozent aller anderen Bewerber ebenfalls fließend russisch sprechen. Für Kundenbetreuer in Russland aber ist Russisch ein K.o.-Kriterium – ohne geht es nicht.

      Darum gehen Sie mit genau dieser Einzelkompetenz hausieren und bewerben sich ohne Berufserfahrung, aber strotzend vor Selbstbewusstsein. Das Unternehmen braucht einen Mitarbeiter, der russisch spricht. Darauf richten Sie Ihre Bewerbung aus. So kriegen Sie den Job – und nicht, indem Sie krampfhaft versuchen, die mangelnde Erfahrung zu verschleiern.

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Lebenslauf

    Erfahrung ist Definitionssache. Es gibt Menschen, die haben zehn Jahre gearbeitet, ohne etwas dazugelernt zu haben. Andere konnten aus einer zweiwöchigen Hospitation bahnbrechende Erkenntnisse mitnehmen. Im Bewerbungsprozess wird Erfahrung meist in Monaten und Jahren gemessen. Je länger, desto erfahrener.

    In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass Ihre bisherigen Stationen in einem möglichst guten Licht erscheinen. Ein Praktikum gewinnt gleich an Wert, wenn Sie Erfolge und Erkenntnisgewinn beschreiben. Fehlen diese Hinweise, könnte man meinen, Sie haben Ihre Zeit nur abgesessen und sehnlichst darauf gewartet, endlich wieder nach Hause gehen zu können.

    Und: In Ihrem Privatleben gibt es bestimmt auch Stationen, die Sie einbringen können. Wenn Sie sich zum Beispiel im Sportverein engagieren oder als Elternsprecher der Kita. So etwas fällt formell nicht unter Berufserfahrung, aber ist doch eine sehr gute Argumentationsstütze für die eigene Bewerbung.

    Beispiel: Sie verkaufen regelmäßig alte Klamotten auf dem Flohmarkt in Ihrer Stadt. Ein ausgezeichneter Beleg dafür, dass Sie gut mit Kunden umgehen können und Spaß am Verkaufen haben – und der richtige Mann oder die richtige Frau für den Verkäufer-Job sind, für den Sie sich bewerben wollen.

    Kurzum: Es gibt Mittel und Wege, fehlende Berufserfahrung im Lebenslauf auszugleichen. Diese zählen dazu:

    • Weiterbildungen, Fortbildungen, auch private (z.B. Sprachen lernen)
    • Ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen oder sozialen Projekten
    • Private Projekte wie Blog schreiben, thematischen Instagram-Account pflegen, Nachhilfe geben…
    • Kurse (Malen, Töpfern, Singen, Sprachen)

    Ihre Engagements können Sie im Lebenslauf im Einzelfall sogar unter Berufliche Stationen auflisten. Aber nur dann, wenn sie für die angestrebte Stelle eindeutig relevant sind. Wenn nicht, dann führen Sie lieber eine eigene Rubrik ein, in der Sie ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unterbringen.

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Formulierungen

    Bei der Bewerbung ist es nicht immer leicht, die richtigen Worte zu finden – schon gar nicht, wenn Sie sich ohne Berufserfahrung bewerben. Hier sind ein paar Formulierungen fürs Anschreiben, die Ihnen als Inspiration dienen sollen. Ziel ist es jedes Mal, das Defizit der fehlenden Berufserfahrung wettzumachen durch eine Erfahrung oder Stärke, die man anderweitig erworben hat.

    Bewerben ohne Berufserfahrung – so können Sie es konkret formulieren…

    • Erfahrung durch Auslandsaufenthalt

      Während meines Austauschsemesters in Italien bin ich viel selbstständiger und auch selbstbewusster geworden. Ich gehe mehr auf Leute zu als früher. Außerdem weiß ich jetzt, dass ich Ziele erreiche, wenn ich sie mit Ernsthaftigkeit und Ausdauer verfolge. In meinem Semester in Turin wollte ich mindestens 30 Credit Points erreichen und mein Italienisch signifikant verbessern – beides habe ich geschafft.

    • Erfahrung durch Schülerpraktikum

      Als ich vor zwei Jahren in mein Schülerpraktikum in einer Marketing-Agentur startete, hatte ich keine sonderlich hohen Erwartungen. Ein ausgeprägtes Interesse an Werbung und Marketing hatte ich ehrlicherweise gar nicht. Dies sollte sich im Laufe von vier Wochen radikal ändern. Als ich merkte, wie Unternehmen und Organisationen Menschen durch kreative und smarte Ideen mitnehmen, überzeugen und begeistern können, war ich Feuer und Flamme für dieses Fachgebiet. Seitdem ist auch der Einsatz und das Zusammenspiel der Marketing-Kanäle ein Thema, das mich beschäftigt…

    • Erfahrung durch ehrenamtliches Engagement

      In meiner Jugend war ich Messdiener in meiner Heimatgemeinde. Weil ich einen guten Überblick und ein Talent zum Organisieren hatte und von allen respektiert wurde, bin ich nach einiger Zeit in das sogenannte Planungskomitee aufgenommen worden. Unsere Aufgabe war es, die Ferienfreizeiten zu organisieren. Ich bin regelrecht darin aufgegangen, Ausflüge und Camping-Wochenenden zu planen und zu managen. Jede geglückte Veranstaltung war ein tolles Erfolgserlebnis und eine Bestätigung meiner Arbeit und Mühen…

    • Bewerben ohne Berufserfahrung nach Kindern

      Als dreifache Mutter ist mir die Fähigkeit, Aufgaben zu priorisieren, in Fleisch und Blut übergegangen. Ich habe einen Blick für das große Ganze entwickelt und kann sehr gut beurteilen, welche Aufgaben für eine Organisation – sei es eine Familie oder ein Unternehmen – elementar wichtig oder eher nebensächlicher Natur sind. Außerdem trage ich gerne Verantwortung. Das war während meiner Studienzeit und beim Berufseinstieg ehrlicherweise noch nicht der Fall. Als Mutter lernt man, Entscheidungen zu treffen und diese konsequent durchzuziehen…

    • Erfahrung durch Freizeitsport

      Mein privates Interesse gilt dem Radsport. Ich fahre für mein Leben gerne Fahrrad – alleine, zu zweit oder in größeren Gruppen. Es gehört aber mehr dazu, als nur in die Pedale zu treten. Als Hobby-Radsportler reinige ich regelmäßig das Bike mit Bürste und Schwamm, öle und schmiere die Fahrradkette, ziehe die Bremse nach und repariere das Licht. Und ich plane kurze und lange Touren, auf denen ich dann alles aus mir heraushole. Dies entspricht haargenau meinem Arbeitsethos. Ich habe viel Liebe fürs Detail und gebe mir Tag für Tag größte Mühe, um zum Schluss das Endprodukt auf die Straße bringen – und den Erfolg genießen zu können…

    • Bewerben ohne Berufserfahrung nach Krankheit

      Aufgrund einer längeren Erkrankung war ich mehrere Jahre außer Gefecht gesetzt. Dies erklärt auch meine Lücke im Lebenslauf. Mittlerweile bin ich wieder vollständig genesen und sprühe vor Tatendrang. Ich will endlich wieder das tun, was ich am besten kann: Kunden im persönlichen Gespräch beraten und überzeugen – sie mit viel Leidenschaft für Produkte begeistern, die ich selbst toll finde…

    • Erfahrung durch persönliche Interessen

      Als Kind hatte ich einen C64. Danach einen Commodore Amiga und einen Gameboy. Dann einen PC, eine Super NES und schließlich eine Playstation. Videospiele waren schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich habe nächtelang gegen und mit Freunden gespielt, habe ein messerscharfes Auge für Gameplay und Grafik und weiß ganz genau, was sich Videospielenthusiasten wünschen. Das will ich bei Ihnen als Junior Game Designer in die Waagschale werfen…

    • Erfahrung durch Mehrsprachigkeit

      Über digitale Kanäle kommuniziere ich sehr gerne. Dennoch bin ich der Meinung, dass die direkte Kommunikation unersetzlich ist – gerade in Ihrer Branche, die vom Kundenkontakt und der Internationalität lebt. Mir persönlich kommt dabei meine Zweisprachigkeit zugute. Ich habe mit Deutsch und Französisch zwei Muttersprachen. Englisch spreche ich fließend. Für die Zukunft habe ich mir außerdem fest vorgenommen, Spanisch zu lernen…

    • Bewerben ohne Berufserfahrung nach Studium

      Den Schwaben sagt man ja nach, dass sie sehr sparsam und penibel seien. Den Kölnern, dass sie offen und aufgeschlossen sind. Als gebürtiger Schwabe habe ich tatsächlich einen guten Blick für Einsparpotenziale und gehe schon aus Prinzip verantwortungsvoll mit den Ressourcen um, die mir zur Verfügung gestellt werden. In Köln, wo ich meine Studienjahre verbrachte habe, lernte ich, bisweilen auch neue Wege zu gehen und kreative Lösungen zu suchen. Ich bin davon überzeugt, dass ich als schwäbisch-kölsche Mischung sehr gut in Ihr Unternehmen passen würde…

    Fehlende Berufserfahrung: Sie betrifft mehr als Sie glauben!

    Bewerben ohne Berufserfahrung Umfrage70 Prozent der Deutschen stecken in einem ungeliebten Job fest, behauptete das Karriereportal Linkedin in einer Umfrage. Trotzdem versuchen viele nicht, diesen Zustand zu ändern. Sie bleiben im alten Job kleben. Vor allem Millenials und Frauen plagen demnach Selbstzweifel. Warum bewerben sie sich nicht?

    • 33 Prozent glauben, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst.
    • 30 Prozent sagen, dass sie keine ausreichende Berufserfahrung haben.
    • 28 Prozent verlassen die eigene Komfortzone nur ungerne.

    Sie sehen: Nicht nur Langzeitarbeitslose oder Stay-at-home-Mamas sind mit diesem Problem konfrontiert. Sehr viele Arbeitnehmer glauben von sich, ihnen fehle die Erfahrung – und bewerben sich erst gar nicht. Ein Fehler – der nur denjenigen nützt, die sich TROTZDEM bewerben…

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    Vorstellungsgespräch absagen: Gründe, Muster und Text

    Vorstellungsgespraech absagen Muster Tipps Text

    Ja, Sie hatten sich bei ebendiesem Unternehmen beworben. Sie wollten den Job unbedingt. Aber jetzt nicht mehr. Weil Sie ein besseres Angebot auf dem Tisch liegen haben oder weil Sie aus privaten Gründen wegziehen oder weil… Manchmal müssen Bewerber ein Vorstellungsgespräch absagen. Das kann unangenehm sein. Aber wer es höflich und galant macht, hält sich Türen für später offen…

    Warum Sie das Vorstellungsgespräch absagen sollten

    Sie sollten Ihr Vorstellungsgespräch absagen, wenn Sie zum Termin nicht erscheinen können oder wollen. Einfach nicht hingehen – das ist schlechter Stil. Eine echte Alternative zur Absage gibt es nicht.

    Verständlich ist es aber durchaus, wenn einem Bewerber nicht wohl dabei ist, ein vereinbartes Vorstellungsgespräch wieder zu canceln. Der Personaler könnte es einem übel nehmen oder unwirsch reagieren. Unangenehm!

    In Wahrheit aber sind die meisten froh und dankbar, wenn ein Bewerber klare Kante macht und einen Termin frühzeitig wieder absagt. Aus unterschiedlichen Gründen:

    • Sie zeigen Respekt
      Alle fordern ihn ein, aber nicht alle geben ihn auch. Die Rede ist von Respekt. Bewerber haben ihn verdient, Unternehmen aber auch. Seien Sie respektvoll Ihren Ansprechpartnern gegenüber. Wenn Sie dem vereinbarten Termin einfach fernbleiben, pfeifen Sie auf ebendiesen Respekt. Das ist unhöflich, unprofessionell und kann Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt noch auf die Füße fallen.
    • Sie machen es dem Unternehmen leichter
      Das Unternehmen hat einen Termin organisiert, einen oder mehrere Mitarbeiter für das Bewerbungsgespräch eingeteilt und einen Raum gebucht. Das alles kostet Zeit und Geld. Sagen Sie frühzeitig ab, kann das Personalbüro seine Kapazitäten neu verteilen. Es wird Ihnen dankbar dafür sein. Denn wenn das Gespräch schon vollständig vorbereitet worden ist, bekommt es die investierte Zeit nicht wieder zurück. Und wenn Sie gar nicht absagen, haben Sie die Zeit von gleich mehreren Personen verschwendet – und hinterlassen keinen guten Eindruck.
    • Sie verhalten sich fair
      Fairness ist der Zwillingsbruder von Respekt. Sagen Sie ein Gespräch rechtzeitig ab, verhalten Sie sich fair gegenüber dem Unternehmen – aber auch Ihren Mitbewerbern gegenüber. Ihre Absage ermöglicht es einem anderen Kandidaten nachzurücken. Möge am Ende der Beste gewinnen – so viel Fairness muss sein.
    • Sie erhalten sich Perspektiven
      Sie haben es gar nicht nötig, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen? Gut für Sie! Aber irgendwann kann sich das Blatt auch wieder wenden – und Sie einen neuen Job brauchen. Vielleicht ist das jetzt übergangene Unternehmen ja wieder eine Option. Wenn Sie Pech haben, bewerben Sie sich in ein paar Jahren nochmal, der Personaler ist aber immer noch auf seinem Posten und erinnert sich an Ihr unverschämtes Fernbleiben. Dann wird er den Teufel tun und Ihnen eine zweite Chance geben — beziehungsweise nur dann, wenn er wirklich gar keine andere Wahl hat. Bedenken Sie: Eine höfliche Absage kostet Sie nur einen Wimpernschlag. Unentschuldigtes Fernbleiben kann Sie langfristig sehr viel mehr kosten.

    Ein anderer Weg, den Sie gehen können, geht so: Sie nehmen das Jobinterview wahr, obwohl Sie schon längst eine anderweitige Zusage gegeben haben und diese auch keinesfalls wieder verwerfen wollen.

    So sammeln Sie Erfahrung, gewinnen Einblicke in ein anderes Unternehmen und erweitern Ihr Netzwerk. Auf der anderen Seite könnte man aber auch von Zeitverschwendung sprechen – für Sie und für alle anderen Beteiligten. Entscheiden Sie selbst…

    Vorstellungsgespräch absagen: Gründe

    Ein Vorstellungsgespräch absagen – dafür gibt es gute Gründe.

    Vielleicht haben Sie in der Zwischenzeit einen anderen, besseren Job gefunden und Ihre Zusage bereits gegeben. Naiv sollten Sie schließlich nicht ins Bewerbungsrennen gehen. Sie schreiben mehrere Bewerbungen, halten sich alle Optionen offen und wägen dann ab.

    Manche Arbeitgeber reagieren schneller, andere langsamer. Und dann gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft… der Bewerber. Es gibt aber noch andere Motive, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen:

    1. Krankheit

      Wenn Ihnen eine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung macht, können Sie nicht erscheinen – so viel steht fest. Erst recht, wenn es sich um eine ernste oder langfristige Krankheit handelt.

      Dann gelten andere Prioritäten: Dass Sie wieder gesund werden. Abgesehen davon könnten Sie sich nicht von Ihrer besten Seite zeigen, wenn Sie krank sind. Und wer nicht in Bestform ist, hat schlechtere Chancen auf den Jobzuschlag.

    2. Privates

      Ihre privaten Rahmenbedingungen haben sich komplett geändert. Vielleicht haben Sie sich von Ihrer Frau oder Ihrem Mann getrennt oder aber Sie ziehen zu Ihrem neuen Partner in eine andere Stadt. Sie müssen sich also dort auf Jobsuche begeben.

      Die Bewerbungen, die Sie bislang verschickt haben, werden Ihren neuen Lebensumständen nicht mehr gerecht. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Vorstellungsgespräch abzusagen.

    3. Sinneswandel

      Denkbar, dass Sie sich aus Verärgerung über Ihren Chef woanders beworben haben. Das kommt häufig vor. Aber vielleicht wurden die Wogen ja wieder geglättet.

      Sie haben sich ausgesprochen, sind frisch motiviert und voller Tatendrang. Möglicherweise kriegen Sie die Beförderung ja doch, oder eine Gehaltserhöhung. Ihrem aktuellen Job wollen Sie jedenfalls gar nicht mehr entfliehen.

    4. Einblicke

      Das Unternehmen kam Ihnen sehr respektiert vor, als Sie sich dort beworben haben. Jetzt, wo Sie weitere Nachforschungen angestellt haben, nicht mehr.

      Sie haben Arbeitgeberbewertungsportale durchforstet und vernichtende Bewertungen entdeckt. Bekannte haben Ihnen von den schlimmen Zuständen in der Firma berichtet. Und die Medien berichten ebenfalls mit einer Mischung aus Grausen und Verachtung.

      Unter diesen Umständen wollen Sie nicht mehr zu diesem Unternehmen wechseln – und das Vorstellungsgespräch absagen.

    Das waren nur die offensichtlichsten Gründe, um ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Es gibt noch weitere. Die Frage, die sich immer stellt: Sollen Sie den wahren Grund auch wirklich nennen?

    Zunächst sollten Sie auf jeden Fall überhaupt einen Grund nennen, wenn Sie ein Bewerbungsgespräch absagen. Alles andere wäre unhöflich.

    In der Mehrzahl der Fälle fahren Sie mit Ehrlichkeit tatsächlich sehr gut. Personaler sind auch Menschen und haben durchaus Verständnis für Ihre privaten und beruflichen Irrungen und Wirrungen. Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn man kleine Geheimnisse mit Ihnen teilt. Schenken Sie reinen Wein ein.

    Und verbinden Sie Ehrlichkeit mit einem Dank für die geopferte Zeit und das entgegengebrachte Interesse. So hinterlassen Sie einen guten Eindruck.

    Jetzt kommt das große Aber: Nicht IMMER ist Ehrlichkeit Ihre Trumpfkarte. Wenn Sie ehrlicherweise sagen, dass Sie am Job nicht mehr interessiert sind, weil unschöne Gerüchte über das Unternehmen kursieren, dann behalten Sie dies lieber für sich. Damit wecken Sie schlafende Hunde und lösen eine interne Lawine aus. Möglich, dass Ihnen das hinterher noch andere Personen übel nehmen werden…

    Vorstellungsgespräch absagen: Anruf oder E-Mail

    Sie können eine kurze E-Mail schreiben, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch absagen wollen, oder gar einen Brief per Post auf den Weg bringen. Am besten aber, Sie rufen an und teilen den Grund Ihrer Absage persönlich mit.

    Aber hüten Sie sich davor, anzurufen und dann KEINE Begründung mitzuliefern. Dies wäre dreist. Nach dem Motto: Hallo, ich muss leider mein Vorstellungsgespräch nächste Woche absagen, weil ich da doch nicht kann. Danke für Ihr Verständnis. Wiederhören.

    Was Sie selbstverständlich auch NICHT tun: Persönlich erscheinen, um dem Personaler mitzuteilen, dass Sie das Vorstellungsgespräch absagen. Völlig gaga.

    Für viele ist die E-Mail das Mittel der Wahl, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen. Sie ist schnell geschrieben, bequem und weniger unangenehm. Außerdem hat man alles unter Kontrolle, muss nicht schnell auf entlarvende Rückfragen eine Antwort finden. Eine gut geschriebene, höfliche E-Mail erfüllt auch sicherlich ihren Zweck.

    Und trotzdem bleibt der Anruf die bessere Variante. Er ist ehrlicher, persönlicher und auch mutiger. Sie stellen sich der Situation. Wenngleich es hier „nur“ um eine Absage für ein Vorstellungsgespräch geht, nicht um einen Heiratsantrag.

    Letztlich hängt es von Ihrem Selbstbewusstsein, Ihren Prioritäten und auch Ihrem Zeitdruck ab. Wenn Ihnen das Unternehmen nicht wichtig genug ist und Sie zeitlich extrem eingespannt sind, dann schreiben Sie eine E-Mail. Wenn sie aber unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen und sich Chancen für später offenhalten wollen, rufen Sie an.

    Vorstellungsgespräch kurzfristig absagen

    Je kurzfristiger Sie ein Jobinterview absagen müssen, desto unangenehmer. Sie bringen den Arbeitgeber in Terminprobleme.

    Das kennt jeder aus dem Privatleben: Wenn sich Ihre Freundin 30 Minuten vor dem gemeinsamen Kinobesuch wegen einer vermeintlichen Petitesse abmeldet, ist der Frust groß. Drei Tage vorher wäre eine Absage kein Problem gewesen.

    Ganz verhindern kann man kurzfristige Absagen aber nicht. Wenn man sich eine schlimme Erkältung zugezogen hat oder das Kind spontan krank geworden ist, bleibt einem nichts anderes übrig. Natürlich kann es auch passieren, dass ein Tag vor einem Bewerbungsgespräch die Zusage eines anderen Unternehmen ins Haus flattert, das man anzunehmen gedenkt. Was also tun?

    Faustregel: Je kurzfristiger die Absage, desto sinnvoller ist es, sie am Telefon zu überbringen. Das Telefon ist noch immer das schnellste Medium. Gleichzeitig können Sie sicher sein, dass Ihre Botschaft ankommt.

    Eine E-Mail dagegen kann schon mal versanden – im Spam-Ordner beispielsweise – oder erst später gelesen oder sogar komplett übersehen werden. Außerdem ist ein Anruf persönlicher: Sie können Ihr Bedauern persönlich zum Ausdruck bringen und sich entschuldigen. So hinterlassen Sie beim Personaler einen deutlich besseren Eindruck.

    Bei der Art der Begründung ist schon etwas mehr Überlegung nötig. Im Zweifel greifen Sie auf eine Notlüge zurück:

      Ich bin gestern Abend krank geworden.

    Das ist allemal besser als ein Grund wie:

      Ich habe heute einen Vorsorgetermin beim Arzt.

    Den kannten Sie schließlich schon vorher. Sie hätten ihn längst verschieben können.

    Eine schwache Begründung für die Absage Ihres Vorstellungsgesprächs zeugt davon, dass Sie schlecht organisiert sind oder andere Prioritäten haben – keine guten Einstellungsvoraussetzungen!

    Vorstellungsgespräch absagen: Muster und Text

    Verkomplizieren Sie die Absage nicht. Personalverantwortliche mögen klare Ansagen. Sie sparen Zeit und sind eindeutig.

    Langweilen Sie nicht damit, wie Sie sich Ihre Sommergrippe vermutlich beim Grillen mit den Nachbarn eingefangen haben, als Sie einer Person die Hand schüttelten, die vorher als Krankenschwester gearbeitet hat, in einer Station, in der es viele Fälle gab, weil ja zuvor… Uninteressant! Kurz und knapp formulieren.

    Sie benötigen im Prinzip nur diese Bausteine:

    • die Absage
    • eine kurze Entschuldigung mitsamt Begründung
    • ein Dank
    • sowie Abschiedsgruß.

    Das reicht völlig. Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir Ihnen jetzt…

    Vorstellungsgespräch absagen aus privaten Gründen

    Sehr geehrter Herr Herold,

    ich habe mich sehr über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch gefreut und freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Leider kann ich den Termin wegen eines wichtigen privaten Termins nicht wahrnehmen und würde mich freuen, wenn wir ihn auf ein anderes Datum verschieben könnten.

    Was halten Sie zum Beispiel vom Freitag, den 13. Dezember? Sie können mich auch gerne telefonisch anrufen, damit wir einen Ersatztermin absprechen können. Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Mia Mustermann

    Vorstellungsgespräch absagen wegen Krankheit

    Sehr geehrte Frau Henson,

    leider bin ich gestern Abend kurzfristig erkrankt und muss daher das für heute um 12:30 Uhr angesetzte Vorstellungsgespräch absagen. Telefonisch habe ich Sie vorhin nicht erreicht, darum melde ich mich per E-Mail.

    Ich hoffe, dass wir den Termin in Kürze nachholen können, da mein Interesse an der Position weiterhin sehr groß ist. Sobald ich einen Arzt aufgesucht habe, werde ich mich noch einmal bei Ihnen melden und Ihnen mitteilen, wie lange ich voraussichtlich ausfalle. Es wäre schön, wenn wir dann einen Nachholtermin abmachen könnten.

    Eine kurzfristige Absage ist immer ärgerlich, dies ist mir nur allzu bewusst. Ich möchte mich daher in aller Form für die Unannehmlichkeiten bei Ihnen entschuldigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martha Mustermann

    Wegen Annahme eines anderen Angebots

    Sehr geehrte Frau Sperber,

    herzlichen Dank für Ihr nettes Feedback und Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit entschieden, das Angebot eines anderen Unternehmens anzunehmen.

    Daher bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich den Termin bei Ihnen nicht wahrnehmen kann. Ich entschuldige mich für die Umstände, die Ihnen daraus entstehen und verbleibe

    Mit freundlichen Grüßen
    Malte Mustermann

    Absagen wegen der Anfahrt

    Sehr geehrter Herr Amoroso,

    herzlichen Dank noch einmal für Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch am 5. September um 14:00 Uhr. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Allerdings war mir nicht bewusst, dass der Termin in Ihrer Zweigstelle in Karlsruhe stattfinden soll und nicht in der Zentrale in Berlin, für die ich mich beworben hatte.

    Aus diesem Grunde muss ich das Gespräch leider absagen. Ich bedanke mich dennoch ganz herzlich für Ihr Interesse.

    Freundliche Grüße
    Mats Mustermann

    Absagen wegen eines Sinneswandels

    Sehr geehrte Frau Meier,

    vielen Dank für Ihr Interesse und die Einladung zum Vorstellungsgespräch am 8. Oktober um 10:30 Uhr. Leider muss ich den Termin hiermit absagen. Ich habe mich in der Zwischenzeit dazu entschieden, doch nicht den Arbeitgeber zu wechseln.

    Ich hoffe auf Ihr Verständnis und entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen dadurch entstehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Mustermann

    Vorstellungsgespräch absagen ohne Grund

    Sehr geehrte Frau Jakobs,

    über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch habe ich mich sehr gefreut. Dennoch möchte ich meine Bewerbung für die Stelle als Produktmanagerin hiermit zurückziehen. Daher muss ich leider auch das persönliche Gespräch mit Ihnen absagen.

    Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten und bitte um Ihr Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matilde Mustermann

    [Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]

    Bewerbung Minijob: Anschreiben, Tipps und kostenlose Muster

    Ein Minijob hat Vorteile: Er spült frisches Geld in die Haushaltskasse, ohne dass Sozialbeiträge fällig werden. Vor allem in der Gastronomie, in Hotels, Privathaushalten und im Verkauf gibt es haufenweise Minijobs. Manchmal aber stehen die Bewerber Schlange. Dann kommt es darauf an, eine überzeugende Bewerbung vorzulegen. Bewerbung Minijob: So kommen Sie an die 450 Euro…

    Minijob Definition

    Minijob ist die Kurzform für eine geringfügige Beschäftigung. Dabei handelt es sich um ein Beschäftigungsverhältnis, bei dem der Arbeitnehmer nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient.

    Das zeichnet einen Minijob aus:

    • Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung zahlen.
    • Lediglich für die Rentenversicherung fallen Beiträge an.
    • Der Arbeitgeber zahlt dagegen Pauschalen für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung ein.

    Auch Vollzeitarbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtiger Stelle können nebenbei einen Minijob ausüben – aber nur einen einzigen, sofern man von Sozialbeiträgen verschont bleiben will. Alle Minijobs darüber hinaus werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind versicherungspflichtig.

    Wer keinen Hauptjob hat, kann auch mehrere Minijobs parallel ausüben. Versicherungsfrei bleibt er oder sie allerdings nur dann, wenn die Einkünfte zusammengenommen 450 Euro im Monat nicht überschreiten.

    Wichtig: Minijobber haben – wie andere Arbeitnehmer auch – einen Anspruch auf Urlaub sowie auf den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser wurde zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben und zum 1. Januar 2020 abermals auf 9,35 Euro pro Stunde. Minijobber dürfen somit nicht länger als ca. 48 Stunden pro Monat arbeiten. Andernfalls kommen sie über die Grenze von 450 Euro.

    Mehr über die Rechte von Minijobbern lesen Sie ganz unten…

    Bewerbung für einen Minijob

    Minijobs gibt es wie Sand am Meer. In diesen Branchen und Bereichen der Wirtschaft werden besonders viele Minijobs angeboten:

    • Gastronomie
    • Hotellerie
    • Einzelhandel
    • Privathaushalte (Putzhilfe, Babysitter, Haushaltshilfe etc.)
    • Events (Messen, Konzerte etc.)
    • Krankenhäuser
    • Pflege
    • Büros
    • Verkauf
    • Lager

    Viele Branchen sind ohne Minijobber kaum vorstellbar – die Gastronomie zum Beispiel. Daher können Sie auch guten Gewissens einfach in Restaurants, Bars, Kneipen, Cafés unverbindlich nachfragen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihre Anfrage auf offene Ohren stößt. Erst recht, wenn per Aushang nach neuen Mitarbeitern gesucht wird. Aber selbst, wenn nicht – fragen kostet nichts.

    Gut Vorbereitete bringen direkt Ihre Kurzbewerbung mit. Die dicke Bewerbungsmappe mit unzähligen Dokumenten und Zeugnissen können Sie sich sparen. Interessiert niemanden! Nur die wichtigsten Infos, komprimiert und übersichtlich, in einem Anschreiben und Lebenslauf (mehr zu Anschreiben und Lebenslauf finden Sie weiter unten).

    So bekommt der Filialeiter (oder sonstige Personalverantwortliche) sofort einen Eindruck von Ihnen. Bei Interesse kann er Sie kontaktieren. Alternativ können Sie natürlich auch eine E-Mail schreiben und Ihr Interesse signalisieren – mit dem Hinweis, bei Bedarf die vollständigen Bewerbungsunterlagen nachzureichen.

    Im Internet finden Sie darüber hinaus zahlreiche Minijob-Angebote, auf die Sie sich direkt bewerben können — zum Beispiel hier auf karrieresprung.de in unserer Jobbörse.

    Vorteil: Sie sehen in der Stellenanzeige, welche Unterlagen gefordert sind und auf welche Sie verzichten können. In einigen Fällen reicht es, eine Bewerbungsmaske auszufüllen, andere Unternehmen legen auf Anschreiben und Lebenslauf wert.

    Beliebte Minijobs

    bewerbung minijob berufe listeIn diesen Berufen findet man viele Minijobs:

    Bewerbung Minijob: Aufbau

    Eine Hochglanzbewerbung müssen Sie für einen Minijob nicht einreichen. Mühe geben sollten Sie sich aber sehr wohl.

    Denn von Minijobbern werden zunächst einmal die Grundtugenden verlangt: Pünktlichkeit, Genauigkeit, Sorgfalt, Zuverlässigkeit. Und wer schon bei der Bewerbung erkennbar schludert, der hinterlässt einen schlechten ersten Eindruck und suggeriert, dass er über genau diese Tugenden eben nicht verfügt.

    Eine Bewerbung für einen Minijob umfasst normalerweise nicht mehr als:

    Nein, eine dicke Bewerbungsmappe mit allerhand Anlagen brauchen Sie nicht zu versenden. Aber die Basis-Infos sollten Sie schnell und übersichtlich vermitteln.

    Dazu können auch Zertifikate und Bescheinigungen zählen, die Ihre Qualitäten unterstreichen – aber nur, wenn sie für die Stelle wirklich relevant sind. Das Zertifikat eines IT-Seminars können Sie sich sparen, wenn Sie sich als Lagerkraft bewerben. Irrelevant!

    Wenn Sie dagegen mal ein Online-Vertriebsseminar belegt haben – und sei es aus rein persönlichem Interesse – dann nehmen Sie es gerne mit auf, wenn Sie sich als Verkäuferin bewerben. Es unterstreicht Ihr Interesse für das Fachgebiet.

    Achten Sie aber vor allem darauf, was der Arbeitgeber von Bewerbern erwartet. Manche legen Kärtchen in der Filiale aus mit dem Credo: Ruf mich einfach mal an! In diesem Fall rufen Sie an, stellen sich vor, melden Ihr Interesse an und fragen, ob er oder sie noch weitere Unterlagen benötigt. Sind hingegen vollständige Bewerbungsunterlagen gefordert, reichen Sie die ein.

    Bewerbung Minijob: Anschreiben

    Wenn der Arbeitgeber eine vollständige Bewerbung für den Minijob sehen will, dann ist das Anschreiben ein wichtiger Baustein. Das Anschreiben einer Bewerbung Minijob umfasst:

    • Absender inkl. Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
    • Datum
    • Empfänger inkl. Unternehmen, Vorname und Nachname des Adressaten, Adresse
    • Betreff (z.B. Bewerbung für Minijob)
    • Persönliche Anrede
    • Einleitungssatz
    • Unternehmensbezug
    • Profil inkl. eigener Stärken
    • Schlusssatz
    • Unterschrift
    • KEIN Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf)

    Sie beginnen das Anschreiben mit der Einleitung. Am Anfang können und sollten Sie direkt Ihr stärkstes Argument bringen. Der Empfänger sollte sofort spüren, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen sein werden.

    Danach folgt die Selbstdarstellung, in der Sie Ihre Stärken, Erfahrungen, Erfolge und Qualifikationen beschreiben. Aber nur die wichtigsten, in wenigen Sätzen.

    Am besten, Sie stellen dabei eine Verbindung zum Unternehmen her und zeigen auf, wie es von Ihren Skills profitieren könnte. Beispiel: Sie waren in der Schule zwischenzeitlich Klassensprecher. Ein Signal, dass Sie verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig und engagiert sind. Jeder Arbeitgeber schätzt das.

    Zum Schluss bedanken sie sich für das Interesse und drücken Ihre Freude über ein künftiges Kennenlernen aus. Nicht großkotzig auftreten, aber auch nicht wie ein Bittsteller. Motto: „Ich bin mir sicher, dass ich gut in Ihr Unternehmen passen würde und freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.“

    Die herzlichen Grüße und die Unterschrift nicht vergessen – fertig. Ein Muster-Anschreiben für Ihre Bewerbung für einen Minijob finden Sie unten…

    Bewerbung Minijob: Lebenslauf

    Zu einer vollständigen Bewerbung für einen Minijob zählt neben dem Anschreiben der Lebenslauf. Der Lebenslauf einer Bewerbung Minijob umfasst:

    • Persönliche Angaben inkl. Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort (Land), Adresse, Telefonnummer, E-Mail
    • Bewerbungsfoto (optional, aber empfehlenswert)
    • Familienstand
    • Staatsangehörigkeit
    • Beruflicher Werdegang
    • Schulbildung, Ausbildung und Hochschulbildung
    • Praktika
    • Besondere Kenntnisse (z.B. IT-Kenntnisse, Fremdsprachenkenntnisse)
    • Interessen und ehrenamtliches Engagement
    • Ort, Datum, Unterschrift

    Nicht relevant sind dagegen Angaben zu Eltern und anderen Angehörigen – wie zum Beispiel zu den Berufen der Eltern. Die hat man früher noch in die Bewerbung aufgenommen, gelten heute aber als verpönt.

    Konkret laufen sie dem Gedanken der Chancengleichheit zuwider. Einen Bewerber mit einem Staatsanwalt als Vater schätzt man – bewusst oder unbewusst – gleich viel kompetenter ein, als wenn dort stattdessen Müllmann (ein wichtiger Beruf, aber gesellschaftlich nicht hoch angesehen) stehen würde. Das ist ungerecht. Darum weglassen!

    Bewerbung Minijob: Vorlage

    Hier finden Sie eine Vorlage für Ihre Bewerbung für einen Minijob. Um sie als WORD- oder PDF-Dokument herunterzuladen und zu bearbeiten, klicken sie auf die Links darunter.

    Bewerbung Minijob Muster

    Max Mustermann
    Musterstraße 1
    12345 Musterstadt

    Vorzeigeunternehmen AG
    Herr Franz Keller
    Superstraße 9
    98765 Primadorf

    01.01.2020

    Bewerbung als Servicemitarbeiter

    Sehr geehrter Herr Keller,

    ins Restaurant gehen die Menschen, weil sie lecker essen und erstklassig bedient werden wollen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Gäste auch weiterhin gerne zu Ihnen kommen.

    Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Servicekraft sagt mir jedenfalls sehr zu. Momentan studiere ich Betriebswirtschaft an der Hans-Meiser-Universität in Entenhausen. Berufserfahrung habe ich schon in Gastronomie, Hotellerie und im Einzelhandel gesammelt. Der Umgang mit den Kunden hat mir jedes Mal große Freude bereitet – und er liegt mir.

    Ich bin absolut zuverlässig, gewissenhaft, offen und kommunikativ. In meinem Freundeskreis bin ich für meine Pünktlichkeit berühmt. Insbesondere an den Wochenenden bin ich flexibel einsetzbar. Regelmäßig lade ich auch Freunde zum Essen ein, ein guter Gastgeber war ich schon immer. Das würde ich auch gerne in Ihrem Namen sein.

    Haben Sie noch Fragen? Melden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei mir. Ich würde mich freuen, mich persönlich bei Ihnen vorstellen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Unterschrift

    • Das Muster für Ihre Bewerbung Minijob finden Sie hier: WORD.
    • Das Muster für Ihre Bewerbung Minijob finden Sie hier: PDF.

    Rechte für Minijobber

    Minijobber als rechtlose Arbeitssklaven – zugegeben, das Bild ist überspitzt, aber gar nicht immer so weit entfernt von der Vorstellung mancher Menschen. Die Wahrheit ist: Die Rechte und Pflichten von Minijobbern unterscheiden sich kaum von denen vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer. Minijobber haben…

    Einen Anspruch auf Krankengeld haben Minijobber hingegen nicht. Es sei denn, sie gehen neben dem Minijob noch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

    Außerdem können Minijobber aufgrund ihrer Versicherungsfreiheit kein Kurzarbeitergeld beziehen – das ist gerade in Pandemie-Zeiten ein Nachteil.

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    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Vorteile, Tipps, Checkliste

    vorstellungsgespraech nachbereiten nachbereitung

    Gut vorbereitet ist halb gewonnen – das ist aus Bewerbersicht völlig richtig. Es gibt aber noch eine Möglichkeit, die eigenen Erfolgsaussichten kurz- bis mittelfristig in die Höhe zu treiben. Und die lautet: Ein Vorstellungsgespräch nachbereiten. Wer sich etwas Zeit nimmt, um über die guten und schlechten Aspekte seines letzten Jobinterviews nachzudenken, darf mit äußerst positiven Effekten rechnen.Vorstellungsgespräch nachbereiten – so geht’s Schritt für Schritt…

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Gründe

    Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist die halbe Miete. Wer sich smarte Fragen und Antworten überlegt und die Selbstpräsentation vor dem Spiegel übt, hebt seine Erfolgsaussichten auf ein höheres Level. Hat man das Jobinterview dann hinter sich, fallen einem Steine vom Herzen. Puh, geschafft!

    Es ist wie nach einer Schulklausur. Alle Stifte und Hefte verschwinden schlagartig im Karton – und werden bis auf Weiteres nicht mehr angerührt. Für Bewerber kann das ein Fehler sein. Denn bedenken Sie: Jedes Jobinterview bietet Ihnen die Chance, zu lernen und zu wachsen. Dies sollten Sie nutzen – indem Sie das Vorstellungsgespräch nachbereiten.

    Wer ein Vorstellungsgespräch professionell aufarbeitet, erhöht seine Erfolgsaussichten in der Zukunft – und spart am Ende womöglich auch noch Zeit. Die Lehren, die man zieht, helfen einem schnell weiter.

    Am besten, die Nachbereitung des Jobinterviews erfolgt zeitnah. Denn kurz danach sind die Erinnerungen und Eindrücke noch ganz frisch. Sie wissen, was Sie gesagt haben, was Ihr Gesprächspartner gesagt hat und sogar was er oder sie anhatte und ob ein Teller mit Gebäck auf dem Tisch stand. Ein paar Wochen später sind all die Details vergessen.

    Sortieren und analysieren Sie alles – folgende Fragen helfen Ihnen dabei…

    Vorstellungsgespräch Nachbereitung: Checkliste

    Diese Fragen sollten Sie sich bei der Nachbereitung eines Vorstellungsgesprächs stellen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können Sie nachjustieren und das nächste Jobinterview noch besser meistern:

    • War ich insgesamt gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet?
    • Waren die Informationen, die ich zuvor über das Unternehmen gesammelt hatte, ausreichend?
    • Wie war der erste Eindruck, den ich hinterlassen habe?
    • War mein Outfit angemessen – in Bezug auf Arbeitgeber und Branche? War ich zu leger angezogen oder overdressed?
    • Wie lief meine Selbstpräsentation? War sie zu kurz oder zu lang?
    • Konnte ich meine Stärken und Kompetenzen gut in Szene setzen?
    • Welche Fragen im Vorstellungsgespräch habe ich gut beantwortet?
    • Welche Fragen haben mir Schwierigkeiten bereitet?
    • War ich auf die gestellten Fragen ausreichend vorbereitet?
    • Wie haben meine Gegenüber auf die von mir gestellten Rückfragen reagiert?
    • Habe ich irgendetwas Wichtiges vergessen, was ich unbedingt hatte sagen oder fragen wollen?
    • Wie bin ich mit meiner Nervosität im Vorstellungsgespräch umgegangen, unter anderem in Bezug auf Körpersprache und Mimik?
    • In welchen Situationen war ich unsicher?
    • Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Und was würde ich wieder genauso machen?
    • Mit welchem Aspekt des Bewerbungsgesprächs war ich persönlich nicht zufrieden?
    • Kam ich meiner eigenen Einschätzung nach sympathisch rüber?
    • Habe ich mich höflich vorgestellt und verabschiedet?

    Lassen Sie sich bei der Beantwortung der Fragen ruhig ein wenig Zeit – und schreiben alle Pros und Cons auf eine Liste. Sie werden feststellen, dass Ihnen Einzelheiten einfallen, die Sie in der Zwischenzeit schon wieder irgendwo in den Untiefen Ihres Arbeitsgedächtnisses abgelegt hatten.

    Wenn Sie die Notizen festhalten – vielleicht in einem Ordner auf Ihrem Laptop – können Sie sie immer wieder hervorholen. Sie geben Ihnen langfristig eine gute Orientierung.

    Nach mehreren Jobinterviews erkennen Sie vielleicht sogar Muster. Ihnen hat jedes Mal Ihre eigene Selbstpräsentation missfallen? Dann arbeiten Sie daran. Sie kommen regelmäßig bei Stressfragen ins Stottern? Überlegen Sie sich doch mal ein paar ausweichende Floskeln, mit denen Sie während des Gesprächs Zeit gewinnen. Oder trainieren Sie Ihre Stressresistenz, zum Beispiel durch Rollenspiele mit Freunden.

    Wer bei der Nachbereitung systematisch vorgeht, merzt Fehler zügiger aus und gelangt schneller wieder auf den Erfolgspfad. Hier sind noch mehr Tipps…

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: 7 Punkte

    vorstellungsgespraech nachbereiten fragenWenn Sie ein Vorstellungsgespräch nachbereiten, dann stellen Sie sich am besten auch diese 7 Fragen über das Unternehmen. Sie können ebenfalls einen enormen Erkenntnisgewinn bieten:

    • Wie empfand ich die grundsätzliche Stimmung im Unternehmen?
    • Wie gingen die Gesprächspartner miteinander um – vorausgesetzt, es waren mehrere?
    • Welchen Gesamteindruck hatte ich vom Unternehmen – zum Beispiel in Bezug auf Gebäude, Empfang, Personal?
    • Wie wurde ich begrüßt? Begann das Gespräch pünktlich?
    • Kann ich mir vorstellen, in diesem Unternehmen zu arbeiten? Warum bzw. warum nicht?
    • Haben die Interviewer meine Fragen zufriedenstellend beantwortet?
    • Wie war mein Anfahrtsweg? Wie gut könnte ich diese Strecke täglich bewältigen?

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Vorteile

    Es sind im Wesentlichen zwei Vorteile, die die Nachbereitung eines Bewerbungsgesprächs mit sich bringt.

    Zum Einen dient die Nachbereitung Ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Sie entdecken Ihre Defizite schneller, wenn Sie Jobinterviews nachbereiten. Und zweitens merken Sie auch, ob der jeweilige Arbeitgeber überhaupt der richtige für sie ist.

    Allerdings sollten Sie auf der Hut sein. Während Ihres Gesprächs haben Sie nur einen mickrigen Ausschnitt des Unternehmens gesehen. Sie sollten also nicht Ihr ganzes Urteil darauf bauen.

    Aber ein paar Hinweise gibt dieser Ausschnitt schon. Wenn sich beispielsweise die Angestellten angegiftet haben, lässt das grob nur zwei Schlüsse zu. Entweder ist die Atmosphäre und Kollegialität unterirdisch oder die wirtschaftliche Situation gerade extrem mies. Beides Warnsignale!

    Oder Ihre Erfahrungen decken sich überhaupt nicht mit dem, wie Sie die Firma zuvor eingeschätzt hatten oder wie sie sich selbst nach außen verkauft. Dann lohnt ein näherer Blick – oder eine noch eingängigere Recherche im Internet.

    Oder aber Ihr Gesprächspartner ist Ihnen dermaßen unsympathisch, dass Sie sich nicht ausmalen mögen, mit dieser Person – sofern es sich um Ihren direkten Vorgesetzten oder einen Mitarbeiter aus Ihrer künftigen Abteilung handelt – die nächsten Monate und Jahre zusammenzuarbeiten.

    Warnsignale können Sie im zweiten Vorstellungsgespräch oder im Assessment Center noch einmal überprüfen.

    Die Nachbereitung eines Vorstellungsgesprächs ist somit gleichzeitig – sehr oft jedenfalls – eine Vorbereitung. Gerade in großen Konzernen ist es nicht unüblich, Bewerber durch mehrere Runden zu jagen.

    Schon aus diesem Grund macht es Sinn, nach dem ersten Jobinterview tief in sich zu gehen, es noch einmal Revue passieren zu lassen, zu reflektieren und zu analysieren. Die Fehler, die Ihnen im ersten Termin unterlaufen sind, sollen Ihnen kein zweites Mal passieren.

    Darum: Eine gründliche Nachbereitung des ersten Bewerbungsgesprächs ist gleichzeitig eine strategische Vorbereitung auf das zweite – und gibt Ihnen noch mehr Sicherheit und Durchschlagskraft. Was Sie außerdem konkret tun können, ist folgendes…

    Vorstellungsgespräch Nachbereitung: E-Mail

    In den USA ist es üblich, auf ein Jobinterview ein Dankschreiben folgen zu lassen. Credo: „Danke für Ihre Zeit. Hat mich sehr gefreut, Sie persönlich kennenzulernen. Ich bin weiterhin sehr an der Stelle interessiert.“ Keine schlechte Sitte!

    Sie brechen sich auch hierzulande keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich im Nachhinein noch einmal gebührend bedanken. Und viel Zeit kostet es Sie auch nicht, eine kurze E-Mail zu verfassen.

    Vielmehr zeugt so ein Dankschreiben von sozialer Kompetenz. Damit die Mail ihre Wirkung nicht verfehlt, sollten Sie sie unbedingt persönlich an Ihren direkten Ansprechpartner adressieren. Zum Beispiel so:

    Dankschreiben 1

    Sehr geehrter Herr Jensen,

    ich möchte mich noch einmal sehr herzlich für das angenehme Vorstellungsgespräch bei Ihnen bedanken. Die Arbeitsatmosphäre in Ihrem Unternehmen hat mich sehr beeindruckt und in der Überzeugung bestärkt, dass die Stelle genau die richtige für mich wäre. Es würde mich sehr freuen, wenn ich Sie in Zukunft mit vollem Einsatz unterstützen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Hansen

    Dankschreiben 2

    Sehr geehrte Frau Jensen,

    ich möchte mich noch einmal bei Ihnen für das angenehme Gespräch am vergangenen Freitag bedanken. Mir hat die Atmosphäre bei Ihnen wirklich sehr gut gefallen, mein Eindruck von Ihrem Unternehmen war rundum positiv. Umso mehr würde ich mich freuen, wenn ich Sie und Ihr Team künftig als Produktmanager unterstützen könnte. Lassen Sie es mich wissen, wenn ich Ihnen die Entscheidung mit weiteren Referenzen, Arbeitsproben o.ä. erleichtern könnte.

    Unabhängig davon bedanke ich mich sehr herzlich für das von Ihnen entgegengebrachte Vertrauen und die Zeit, die Sie sich für mich genommen haben – und würde mich freuen, wenn wir uns demnächst in der Musterstraße 123 wiedersehen.

    Beste Grüße nach Hamburg
    Martin Mustermann

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Wartezeit

    Das Ende ist immer auch ein neuer Anfang. Auch im Bewerbungsgespräch ist das der Fall. Denn zum Schluss wird normalerweise das weitere Prozedere erörtert. Als Bewerber können Sie aktiv danach fragen, wie es jetzt weitergeht. Dann sollte der Personalverantwortliche Ihnen auch eine zufriedenstellende Antwort geben.

    Üblicherweise liegt die Frist zwischen einer und zwei Wochen nach dem Gespräch. In diesem Zeitraum dürfen Sie mit einer Nachricht des Unternehmens rechnen. Mit einer Nachricht wohlgemerkt, nicht zwangsläufig mit einer endgültigen Zu- oder Absage. Es könnte also sein, dass Sie zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen werden oder dass man Ihnen mitteilt, dass Sie es in die nähere Auswahl geschafft haben – oder auch nicht.

    In dieser Zeit sollten Sie auch nicht beim Unternehmen anrufen oder Mails schreiben (außer eines Dankesmail) und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen. Das wirkt ungeduldig bis penetrant nervig. Erst nach einer Wartezeit von zwei oder drei Wochen sollten Sie erste Erkundigungen anstellen – wenn Sie wollen.

    Dabei spielt auch die Größe des Arbeitgebers und die Anzahl der Bewerber eine Rolle. Je größer das Unternehmen, desto mehr Bewerber gibt es normalerweise und umso länger dauert das Auswahlverfahren.

    Nachbereitung bei Absage

    Man bereitet sich auf Siege vor. Aber es sind die Niederlagen, die man nachbereiten muss. Dadurch verwandeln sich die Niederlagen von früher in die Siege von morgen.

    Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre ersten Bewerbungen nicht zum Erfolg führen, ist hoch. Gerade Berufsanfänger starten aber mit hohen Erwartungen ins Berufsleben, manchmal mit überhöhten. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es nicht klappt. Davon sollten Sie sich nicht entmutigen lassen. Leichter gesagt als getan, natürlich, aber Sie können aus diesen ersten Pleiten viel mitnehmen. Eine Nachbereitung hilft.

    Das ist nebenbei bemerkt auch bei Startup-Gründern so: Die Lernkurve ist unfassbar steil für alle, die direkt nach der Uni ein Unternehmen gründen. Das liegt an den vielen kleinen und großen Niederlagen entlang des Weges (Siege gibt es natürlich auch regelmäßig). Sehen Sie eine erfolglose Bewerbung also als etwas, das dazugehört.

    Und vielleicht haben Sie sogar eine blitzsaubere Bewerbung und mächtig Eindruck hinterlassen. Nur war ein anderer Bewerber NOCH besser als Sie. Glück gehört natürlich auch dazu.

    Also: Es ist sogar sehr rational, eine Niederlage nicht als solche anzuerkennen. Nehmen Sie eine Absage nicht persönlich, analysieren Sie ganz nüchtern, was gut und was schlecht lief, ziehen Sie Ihre Schlüsse. Aber lassen Sie sich um Gottes Willen nicht von einer Pleite unterkriegen.

    Je mehr Erfahrungen Sie sammeln – auch schlechte – desto steiler ist Ihre persönliche Lernkurve. Die gleichen Muster werden Ihnen hinterher im Job auch wieder begegnen. Erfolglose Pitches, erfolglose Kundenakquise, erfolglose Projekte.

    Und statistisch ist es so: Je häufiger Sie sich bewerben, desto mehr Absagen werden Sie bekommen. Aber irgendwann landet eine Zusage im Postkasten. Wer sich nicht bewirbt, erhält auch keine Absagen – aber auf die Zusage wird er ewig warten.

    Zum Schluss noch ein Tipp: Wenn Sie noch sehr unerfahren sind, können Sie das Unternehmen auch nach Feedback fragen. Was hat den Ausschlag gegen Sie gegeben? Nicht alle Unternehmen antworten ehrlich – schon allein aus Höflichkeit oder aus Angst, gegen das Antidiskriminierungsgesetz zu verstoßen – aber den einen oder anderen Anhaltspunkt könnte es Ihnen durchaus geben.

    Was Sie nach einer Absage unbedingt tun sollten, sagen wir Ihnen jetzt…

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Analyse

    Nach einer Absage will man die Unterlagen am liebsten in die Ecke pfeffern. Aus den Augen, aus dem Sinn! Das ist menschlich und nur allzu verständlich. Trotzdem der Rat: Reißen Sie sich nochmal kurz am Riemen und bereiten den Termin nach – trotz des negativen Ausgangs. Eine gute Nachbereitung hilft Ihnen ungemein.

    Es ist wie beim Date: Wer fünf Körbe am Stück kassiert hat, sollte bei Date Nummer sechs vielleicht etwas ändern. Das Outfit, den Treffpunkt, die Tischmanieren, whatever.

    Analysieren Sie das Bewerbungsgespräch von vorne bis hinten – und seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst. Wenn Sie sich selbst in die Tasche lügen, verlängert dies nur Ihre Leidenszeit. Woran könnte es gelegen haben, dass Sie den Job doch nicht gekriegt haben?

    Diese Fragen helfen bei der Nachbereitung:

    • Habe ich mich auf die richtige Stelle beworben?
    • Bringe ich alle Muss-Qualifikationen mit?
    • Waren meine Bewerbungsunterlagen vollständig und überzeugend?
    • Hat mein Lebenslauf zu große oder unerklärbare Lücken?
    • Wirke ich motiviert genug?
    • Wie kann ich mein Profil schärfen?
    • Welche meiner Kompetenzen werden auf dem Arbeitsmarkt aktuell nachgefragt – und welche nicht?

    Wenn Sie sich die Fragen ehrlich beantworten, entdecken Sie vielleicht das eine oder andere Defizit. Was nicht schlimm ist, denn nur so können Sie Verbesserungen anstoßen oder Ihre Strategie verändern. Sie könnten beispielsweise Ihren Suchradius erweitern, Ihre Branchenschwerpunkt ändern oder auch ein Coaching absolvieren.

    Fazit: Ein Vorstellungsgespräch nachzubereiten ist immer eine gute Idee – im Erfolg wie im Misserfolg. Viel Glück bei Ihrer nächsten Bewerbung!

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