Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

Die groessten Bewerbungssuenden Liste Tipps

Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden

Die größten Bewerbungssünden

Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf.

Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler und Tippfehler ins Anschreiben einbaut, klatscht dafür niemand Beifall.

Darum ist es legitim, von allgemeinen Bewerbungssünden zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen.

Die Ich-Perspektive ist so eine Bewerbungssünde. Bewerber sollten versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Firmenwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht wahnsinnig überzeugend.

Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

Zu den eindeutigen Bewerbungssünden gehören falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen.

Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt dies von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten.

Kleine Nebenbemerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, sollten Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. So merzen Sie zumindest die gröbsten Fehler aus.

Bewerbungssünden und ihre Folgen

Bedeutet eine Bewerbungssünde das sofortige Aus für den Bewerber?

Es kommt darauf an. Wer zum Beispiel zwei Tippfehler oder mehr in sein Bewerbungsschreiben einbaut, kann den Job vergessen. Bei zwei Tippfehlern hört die Fehlertoleranz der meisten Personaler auf, hatte eine Umfrage unserer Schwesterseite Karrierebibel ergeben.

Gleichzeit wiegen bestimmte Bewerbungssünden in manchen Berufen und Branchen schwerer:

  • Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, hat vermutlich schlechte Karten. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein.
  • Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, begeht (trotz aller Modernisierungsversuche der Finanzinstitute) einen strategischen Fehler. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an.
  • Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünden und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – eigentlich logisch.

Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler und begehen keinerlei Bewerbungssünden. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen.

Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, was gemeint ist.

Aber um es noch mal klarzustellen: Eine oder mehrere Bewerbungssünden müssen keineswegs das Aus für Sie als Bewerber bedeuten.

Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe vom Bewerbungsgespräch ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

So bügeln Sie Fehler wieder aus

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Bewerbungssünden vermeiden, schön und gut. Ihnen ist der Lapsus aber schon längst unterlaufen? Keine Panik!

Hier erfahren Sie, wie Sie Fehler in der Bewerbung wieder ausbügeln.

Das sind die 10 größten Bewerbungssünden

Das sind die 10 größten Bewerbungssünden von Bewerbern:

  1. Rechtschreibfehler

    Ja, Tippfehler, Buchstabendreher, Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht.

    Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen penibel genau auf Rechtschreib- und Grammatikfehler, bevor Sie sie auf den Weg bringen. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls könnten Zweifel an Ihrer Genauigkeit und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten aufkommen. Tippfehler sind eine der größten Bewerbungssünden – vielleicht sogar die größte.

    Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

  2. Belanglosigkeiten

    Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen.

    Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne.

    So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

  3. Floskeln

    Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich.

    „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an.

    Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“

    Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

  4. Foto

    Verpflichtet sind Sie nicht, Ihrer Bewerbung ein Bewerbungsfoto beizufügen. Eine Bewerbungssünde kann das Weglassen eines Fotos streng genommen also gar nicht sein.

    Aber de facto erhöht ein Foto Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich!

    Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn Fotos schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht einmal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

  5. Schleimerei

    Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – oft jedenfalls.

    Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um – und wird zur Bewerbungssünde.

    Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

  6. Verzweiflung

    Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen.

    Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten.

    Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte.“ Große Bewerbungssünde! Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten.

    Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

  7. Internet

    Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben?

    Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen.

    Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern.

    Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

  8. Understatement

    Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler!

    Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei harte und Soft Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung.

    Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun?

    Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

  9. E-Mail-Adresse

    Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker unter den Bewerbungssünden: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s!

    Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß.

    Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre IT-Kenntnisse offenbar nicht gut bestellt…

  10. Zeitmanagement

    Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt.

    Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Und Unpünktlichkeit eine der größten Bewerbungssünden. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen Zeit.

    Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

Umfrage: Das sind die größten Bewerbungssünden

die groessten bewerbungssuenden umfrageAuch unser Schwesterportal Karrierebibel wollte wissen, welche die größten Bewerbungssünden sind – und startete eine Umfrage unter Personalern. Demnach sind dies die größten Bewerbungssünden:

  • Adresse, Ansprechpartner oder Unternehmen falsch geschrieben (69 Prozent)
  • Unangemessene Sprache oder Jargon (64 Prozent)
  • Rechtschreibfehler (53 Prozent)
  • Wiederverwendete Bewerbungsunterlagen (44 Prozent)
  • Unpassendes Bewerbungsfoto (38 Prozent)
  • Zu lange Ausführungen (33 Prozent)
  • Anhänge vergessen (30 Prozent)
  • Lücken im Lebenslauf (28 Prozent)
  • Uneinheitliches Schriftgrüßen und Schriftarten in der Bewerbung (22 Prozent)
  • Unterschrift und Datum vergessen (21 Prozent)
  • Unterlagen per Hand geschrieben (18 Prozent))

Hier finden Sie ALLE Bewerbungsfehler und die größten Bewerbungskiller auf einen Klick.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

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