Ghosting in der Bewerbung und am Arbeitsplatz: Alle Tipps

Ghosting Dating Bewerbung

Wenn man plötzlich weg ist und unauffindbar, dann spricht man neuerdings von Ghosting. Ein Date, das sich nicht mehr meldet oder gar ein Partner, der ohne Vorwarnung jeden Kontakt abbricht. Im Bewerbungsprozess spielte Ghosting schon immer eine tragende Rolle. Arbeitgeber, die Bewerber links liegen lassen und es nicht mal für nötig erachten, ihnen eine Absage zu schicken. Doch auch Bewerber und Arbeitnehmer können Ghosting betreiben. Wenn sie clever sind, lassen sie es aber bleiben. Job-Ghosting: Es zeugt von schlechtem Stil – und kann schneller nach hinten losgehen, als einem lieb ist…

Ghosting: Was ist das überhaupt?

Ghosting kennen Sie – hoffentlich nicht – aus Ihrem Liebesleben. Die Mode-Vokabel meint Folgendes: Der Freund oder die Freundin meldet sich einfach nicht mehr. Er oder sie reagiert nicht auf Anrufe oder Nachrichten, ruft nicht zurück, schreibt nicht mehr, weder über Whatsapp noch per E-Mail, verschwindet einfach von der Bildfläche.

Ältere Generationen bemühen dafür gerne eine anderes Bild: „Ich geh mal kurz Zigaretten holen.“ Und weg war er – und ward nie mehr gesehen. Gemeint ist das Gleiche.

Ghosting kann jeder betreiben: Lose Kontakte, aber auch enge Freunde, im schlimmsten Fall Paare. Relativ normal ist es wohl bei Dates, die nach dem ersten Treffen den Kontakt abbrechen – wohlgemerkt ohne Begründung. Bricht jemand den Kontakt hingegen ab mit den Worten „Das war’s, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“, dann haben wir es streng genommen nicht mit Ghosting zu tun, sondern mit einem Schlussstrich – oder, um im Englischen zu bleiben: mit einem klaren Cut.

Offenbar betreiben Frauen Ghosting häufiger als Männer. So ergab eine Umfrage des Dating-Portals Elitepartner unter 11.000 Befragten, dass…

  • jede vierte Frau schon einmal jemanden geghostet hat.
  • von den Single-Frauen bis 29 Jahre sogar 36 Prozent schon einmal Ghosting angewandt haben.
  • 19 Prozent der Männer Ghosting betrieben haben.

Der Kern des Ghosting: Es lässt einen ratlos zurück. Der Betroffene kann nur rätseln und über die Beweggründe des Gegenübers mutmaßen. Was kann ihn oder sie dazu veranlasst haben? Hat er oder sie einen Neuen? Hier kommt auch der sogenannte Zeigarnik-Effekt ins Spiel: ein psychologischer Effekt, der besagt, dass man sich an unerledigte, unterbrochene Aufgaben besser erinnert als an abgeschlossene. Sie bleiben im Kopf kleben, während Erfolge schnell abgehakt werden.

Damit einher gehen oft Schuldgefühle und Gewissensbisse. Für die gibt es aber oft – objektiv betrachtet – gar keinen Anlass. Darum ist Ghosting so hinterhältig und regelrecht asozial. Der erste Ratschlag muss daher lauten: Tun Sie es nicht! Betreiben Sie kein Ghosting, auch nicht bei der Bewerbung oder im Job. Warum Job-Ghosting Ihnen schaden kann, erklären wir Ihnen gleich…

Ghosting in der Bewerbung und im Job

Um ehrlich zu sein, ist Ghosting im Bewerbungsverfahren nichts Neues. Es gibt das Phänomen seit Jahr und Tag. So spielt es sich ab: Der Bewerber reicht seine Bewerbungsunterlagen ein, ist frohen Mutes, erhält auch eine Eingangsbestätigung mit dem Hinweis: „Wir melden uns bei Ihnen.“ Und dann? Nichts. Der Arbeitgeber meldet sich nicht zurück.

Ghosting kann auch nach dem Bewerbungsgespräch auftreten. Wenn der Personalmanager gemerkt hat, dass die Chemie nicht stimmt – und den Kontakt abbricht. Das ist zwar eine Arbeitserleichterung, aber Wertschätzung geht anders.

Mögliche Gründe, warum ein Arbeitgeber Ghosting bei der Bewerbung betreibt. Er…

  • hat sich für einen anderen Bewerber entschieden.
  • möchte sich die Mühe nicht machen, Ihnen abzusagen.
  • will Zeit sparen.
  • hat Sie aussortiert und danach schnell vergessen.
  • sagt Ihnen nicht persönlich ab, weil er Angst vor Ihrer Reaktion ab.

Allesamt Gründe, die sehr menschlich, aber dennoch inakzeptabel sind.

Ghosting kann aber auch von Bewerbern oder Arbeitnehmern ausgehen. Diese Fälle scheinen sich zu häufen – speziell im Ausland, wo die Kündigungsfristen kürzer und die Regularien laxer sind. Da erscheinen Mitarbeiter von heute auf morgen einfach nicht mehr zur Arbeit – und die Firmen können nichts dagegen tun.

In Deutschland ist das kaum möglich. Wenigstens eine Kündigung muss der Arbeitnehmer einreichen. Tut er das, kann man nicht mehr von Ghosting sprechen.

Abtauchen können dafür Bewerber während oder nach der Bewerbung. Sie erscheinen trotz einer Einladung nicht zum Vorstellungsgespräch – ohne abzusagen. Sie sind nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr für weitere Rückfragen zu erreichen. Sie reagieren auf einen angebotenen Arbeitsvertrag nicht.

Dahinter stecken natürlich handfeste Beweggründe: Vielleicht ist dem Bewerber klar geworden, dass diese Stelle in diesem Unternehmen doch nicht die richtige für ihn ist. Oder er hat in der Zwischenzeit das Angebot eines Konkurrenten erhalten, das er nicht ablehnen kann. Oder der Bewerber ist feige und will einem unangenehmen Telefonat aus dem Weg gehen.

Job-Ghosting: 6 Beispiele

ghosting jobGhosting gibt es in sehr vielen Konstellationen auf dem Arbeitsmarkt und im Job. Hier noch ein paar andere Beispiele:

  • Kunden, die nach regelmäßiger Zusammenarbeit abtauchen
  • Vertriebler, die nichts mehr von einem Interessenten hören
  • Freiberufler, die keine Rückmeldung von einem möglichen Auftraggeber erhalten
  • Potenzielle Auftraggeber, die keine Rückmeldung vom Freiberufler bekommen
  • Bewerber, die nicht zum Assessment Center erscheinen
  • Alte Kollegen, die trotz ihrer Präsenz in sozialen Netzwerken nicht auf Kontaktanfragen reagieren

An den Beispielen sehen Sie: Manchmal ist Ghosting durchaus nachvollziehbar, meistens aber nicht. Als Bewerber sollten Sie jedenfalls davon absehen. Wir sagen Ihnen auch, warum…

Warum Ghosting Bewerbern schadet

Ghosting ist immer ein schlechter Zug – IMMER. Auch dann, wenn sich beide Parteien einig sind, dass es zwischen ihnen nicht funktionieren kann. Eine höfliche Standardabsage ist das Mindeste, was sowohl Bewerber als auch Unternehmen erwarten können.

5 Gründe, warum Sie als Bewerber kein Ghosting betreiben und dem Unternehmen wenigstens absagen sollten. Ghosting…

  • zeugt von mangelndem Respekt

    Und Respekt fordern heute doch alle unentwegt ein. Also zeigen auch Sie ihn auch, den Respekt!

  • ist feige

    Niemand verlangt von Ihnen übertriebenen Heldenmut im Bewerbungsdschungel. Aber eine höfliche Absage kriegt jeder hin – zur Not per E-Mail. Sie müssen Ihrem Gegenüber nicht einmal in die Augen sehen und die Wahrscheinlichkeit, überhaupt ein Feedback zu erhalten, ist gering. Geben Sie sich einen Ruck!

  • kann Ihnen sehr lange schaden

    Man sieht sich ja bekanntlich immer zwei- oder drei- oder viermal im Leben. Vielleicht wollen Sie in einigen Jahren doch noch bei diesem Unternehmen anheuern. Die Erinnerung an Ihr Ausweichmanöver könnte Sie dann den Job kosten. Speziell in kleinen Branchen, in denen jeder jeden kennt, ist Ghosting brandgefährlich.

  • spricht sich herum

    Und zwar schneller, als Ihnen lieb ist. Dann schadet Ghosting schon sehr kurzfristig. Wenn die Chefs zweier Wettbewerber gut miteinander können und sich gegenseitig Anekdoten auftischen, kriegen Sie weder hier noch dort den Job. Vor allem in kleinen Branchen drohen Nachteile.

  • zeigt Konfliktscheu

    In einer Beziehung oder beim Dating ist Ghosting ein Abgang für Menschen, die nicht in der Lage oder willens sind, einen Konflikt auszutragen oder auszuhalten. Wer sich heimlich aus dem Staub macht, muss sich selbst nicht erklären, den Gegenüber nicht anhören, nichts ausdiskutieren. Sehr bequem. Wahrscheinlich ist so jemand im Privaten kein guter Partner – und im Job-Kontext kein guter Mitarbeiter.

Ghosting durch den Arbeitgeber: Was tun?

Als Bewerber können Sie erwarten, dass das Unternehmen fair mit Ihnen umgeht. Die Realität sieht manchmal anders aus. Darum gilt es zunächst, Ghosting durch den Arbeitgeber von vornherein zu verhindern. Ein paar kleine Kniffe gibt es durchaus, die Ghosting zumindest unwahrscheinlicher machen. Zum Beispiel:

  • Sowohl im Anschreiben als auch am Ende eines möglichen Jobinterviews darauf hinweisen, dass man sich „darauf freut, von Ihnen zu hören“.
  • Am Ende des Vorstellungsgesprächs nach „dem weiteren Vorgehen“ erkundigen.
  • Sich für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken.
  • Den Gesprächspartner bei der Verabschiedung mit Namen anreden.
  • Betonen, welch positiven Gesamteindruck man vom Unternehmen habe.

All das baut – wenigstens subtil – Druck auf, erzeugt Verbindlichkeit.

Wie aber verhalten, wenn man schon zum Ghosting-Opfer geworden ist? Angenommen, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und warten ab. Und warten und warten und warten. Irgendwann dämmert Ihnen, dass Sie keine Antwort mehr erhalten werden.

Dann müssen Sie selbst aktiv werden. Immerhin könnt es ja auch sein, dass Ihre Bewerbung aus Versehen im Spam-Ordner gelandet oder bei der Mitarbeiterin angekommen ist, die in Elternzeit gegangen ist, aber vergessen hat, eine Abwesenheitsnotiz zu aktivieren.

Zunächst einmal: Geben Sie dem Unternehmen Zeit. Nicht drängeln! Nach Ablauf der Wartezeit (zwei Wochen sind angemessen) aber können und sollten Sie nachhaken. Sie könnten eine E-Mail schreiben. Oder anrufen. Versuchen Sie es telefonisch über verschiedene Wege. Rufen Sie in der Personalabteilung an, in der Zentrale, zur Not sogar im Kundenservice oder in der Pressestelle.

Kommen Sie nirgends durch, dann ist auch der Weg über öffentliche Kanäle denkbar. Senden Sie einen Tweet, schreiben Sie über Facebook oder Instagram. Öffentlicher Druck wirkt oft Wunder.

Aber Vorsicht: Sie selbst begeben sich damit ebenfalls in die Schusslinie. Wenn andere Arbeitgeber sehen, dass Sie Firmen im Social Web aggressiv angehen, könnten sie Sie als Unruheherd einordnen und von einer Einstellung Abstand nehmen. Daher auch im Netz immer höflich bleiben!

Und natürlich sollte Ihr aktueller Arbeitgeber nicht Wind davon kriegen, dass Sie sich anderweitig bewerben. Soziale Medien also immer mit Bedacht einsetzen…

Eine Alternative: Eruieren Sie auf Xing oder Linkedin den Personalverantwortlichen des Unternehmens und schreiben ihn direkt an.

Fruchtet keine Ihrer Bemühungen, dann bleibt nur eins: Aufgeben. Was Sie aber durchaus nachträglich noch tun können: Eine Bewertung auf Portalen wie Kununu oder Glassdoor hinterlassen.

Auch hier bitte nicht mit Beleidigungen um sich werfen, sondern sachlich bleiben. Motto:

  • Ich habe nach meiner Bewerbung nichts mehr vom Unternehmen gehört. Das nennt sich wohl Ghosting und zeugt von schlechten Umgangsformen. Schade.

Diese Beziehungsphänomene gibt es noch

Ghosting Dating BewerbungGhosting ist nicht das einzige grassierende Beziehungsphänomen. Daneben gibt es zum Beispiel noch…

  • Cushioning. Das meint, sich neben der aktuellen Freundin oder dem Freund noch jemand anderen warmzuhalten, damit man im Falle einer Trennung butterweich landet.
  • Dann gibt es Benching. Sich immer mal wieder melden, ohne eine verbindliche Beziehung einzugehen. Eine Taktik für Abgebrühte: So kann man weiterhin die Fühler ausstrecken, hat aber jemanden in der Hinterhand für den Fall, dass die Suche im Nichts endet.
  • Wer auf Lovebombing setzt, überschüttet andere mit Liebesbekundungen, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die Phase ist aber erfahrungsgemäß sehr schnell zu Ende.
  • Zombieing bedeutet, dass sich der Ex-Partner oder ein früheres Date nach langer Zeit wieder meldet. Vielleicht, weil er oder sie wieder Single ist.
  • Last but not least scheint auch Gatsbying im Kommen zu sein. Nie gehört? Wer gatsbyed, der möchte andere über soziale Netzwerke beeindrucken und die Aufmerksamkeit seines Schwarms auf sich ziehen. Instagram scheint dabei das perfekte Vehikel für Hobby-Gatsbys zu sein.

Und jetzt die spannende Frage: Welches dieser Dating-Phänomene lässt sich auf die Arbeitswelt übertragen?

Cushioning könnte für Freiberufler mit mehreren Auftraggebern interessant sein, Benching für umworbene Spitzenkräfte, die gelegentlich mit einer neuer Herausforderung liebäugeln.

Lovebombing bietet sich für Unternehmen an, die unbedingt Mister X von der Konkurrenz abwerben wollen. Zombieing kennt man aus der Arbeitswelt als Boomerang-Recruiting.

Gatsbying hingegen kann jeder betreiben – kluge Beiträge in Business-Netzwerken oder Fachforen haben schon so manches Unternehmen nachhaltig beeindruckt…

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[Bildnachweis: Brian A Jackson by Shutterstock.com]

Stärken in der Bewerbung: 45 Beispiele und die besten Tipps

Das Anschreiben muss sitzen, damit’s mit der Bewerbung klappt. Ein wesentlicher Bestandteil des Anschreibens sind die eigenen Stärken. Am besten, die Fähigkeiten des Bewerbers sind deckungsgleich mit denen, die das Unternehmen gerade dringend sucht. Doch Achtung: Nicht alle Stärken, die wir mit uns selbst assoziieren, sollten im Anschreiben Platz finden. So gibt es einige, die dermaßen abgenutzt sind, dass Sie lieber Abstand von ihnen nehmen. Stärken in der Bewerbung: Welche Sie aufnehmen sollten und welche lieber nicht…

Stärken in der Bewerbung nennen

Als Faustregel gilt: Arbeiten Sie in Ihrer Bewerbung nicht mehr als drei persönliche Stärken heraus. Wer zu viele nennt, macht sich unglaubwürdig und entwertet jede einzelne.

Das müssen Sie wohlgemerkt im Anschreiben tun. Im Lebenslauf findet sich dafür kein geeigneter Platz. Dort gibt es zwar Kategorien wie Werdegang, Ausbildung, Sonstige Kenntnisse oder Interessen, aber nicht den Unterpunkt Stärken. Indirekt sagen natürlich auch die Angaben im Lebenslauf etwas über Ihre Stärken (und Schwächen) aus. Wenn Sie leidenschaftlich gerne in einer Band spielen, dann sind Sie vermutlich ein extrovertierter Typ. Paragliding und Rennsport als Hobbys lassen auf einen Adrenalinjunkie schließen, Theater und klassische Musik auf einen kultivierten Menschen und so weiter…

Im Vorstellungsgespräch haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, noch weitere Stärken in die Waagschale zu werfen – aber nur, wenn Sie die erste Hürde überspringen.

Die Stärken, die Sie im Bewerbungsprozess herausstellen, sollten erstens nicht zu abgegriffen sein. Sie wollen dem Unternehmen zeigen, dass Sie der beste Mann oder die beste Frau für den Job sind. Das erfordert eine klare Ansage. Und wer Klarheit schaffen will, kann sich nicht mit Allerweltsplatitüden zufriedengeben. Die schaffen vielmehr Unklarheit – weil sie die Bewerber gleich aussehen lassen.

Desweiteren sollten die betonten Stärken zu Stelle und Beruf passen. Wenn Sie sich als Erzieherin oder Altenpfleger bewerben, dann kommen Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent, ein freundliches Wesen und Freude im Umgang mit Menschen sicher gut an. Auslandserfahrung oder Programmierkenntnisse bringen Ihnen im Job dagegen nicht so wahnsinnig viel.

Einer Führungskraft steht es gut zu Gesicht, Entscheidungen treffen zu wollen und zu können. Ohne Organisationstalent wird man kein guter Eventmanager. Ein Animateur lebt von seinem Temperament. Ein Designer besticht üblicherweise durch seine Kreativität, ein Journalist durch Neugier, ein Unternehmensberater durch Belastbarkeit, ein Social Media Manager durch Schlagfertigkeit und Fingerspitzengefühl.

Doch nicht immer lassen sich Eigenschaften einfach so ein- und abgrenzen. Was für den einen Arbeitgeber eine große Stärke wäre, ist für den anderen vielleicht ein Makel. Kreativität zum Beispiel ist eine Kardinalstugend in der Werbung und Modeindustrie, in Forschung und Entwicklung. In der Verwaltung, im OP-Saal oder Cockpit ist sie hingegen kaum zu gebrauchen. Sie kann sogar lebensgefährlich sein. Und Erfahrung sehen in Startups nicht alle als Auszeichnung.

Welche Stärken abgenutzt sind

Der perfekte Bewerber ist hochmotiviert, äußerst kreativ und leidenschaftlich bei der Sache. Ein Traum für jeden Arbeitgeber! Ja, fast… Ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Denn motiviert, kreativ und leidenschaftlich – das sind sie heute alle.

Diese drei Vokabeln zählen zu den zehn meist genutzten Schlagwörtern von Bewerbern in Deutschland. Das hat die Business-Plattform Linkedin in einer Analyse von weltweit mehr als 530 Millionen Nutzerprofilen herausgefunden. Sie seien generisch und austauschbar, schreibt Linkedin. Wenn also ein Kandidat sich selbst als innovativ bezeichnet, dann zeugt das vor allem nicht von – Achtung Pointe! – Innovationsfreude.

Aber es geht noch abgenutzter. Auf Platz eins der Linkedin-Rangliste steht das Wörtchen spezialisiert, dahinter folgt erfahren – und das, obwohl es speziell von Berufsanfängern kaum benutzt werden kann.

Klar ist: Nur weil ein Begriff abgenutzt ist, heißt es nicht, dass Sie ihn keinesfalls verwenden sollten. Wenn Sie auf Ihrem Gebiet spezialisiert und erfahren sind, außerdem schon Ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt haben, dann nehmen Sie diese Tugenden mit auf. Aber Sie sollten vielleicht nicht NUR auf überstrapazierte Adjektive zurückgreifen. Streuen Sie auch das eine oder andere ein, mit dem der Personaler nicht rechnet.

Das sind die zehn meist genutzten und damit abgenutztesten Bewerber-Schlagwörter in Deutschland:

  • spezialisiert
  • erfahren
  • Expertenwissen
  • Führungsqualitäten
  • leidenschaftlich
  • qualifiziert
  • innovativ
  • strategisch
  • kreativ
  • motiviert

Auf internationaler Ebene sehen die Top Ten ganz ähnlich aus. Auch US-amerikanische Personaler können sich vor spezialisierten, erfahrenen und qualifizierten Kräften kaum retten. Bedenken Sie dies, wenn Sie sich um eine Stelle im Ausland bewerben.

Das sind die zehn meist genutzten und damit abgenutztesten Bewerber-Schlagwörter international:

  • spezialisiert
  • erfahren
  • qualifiziert
  • Führungsqualitäten
  • leidenschaftlich
  • Expertenwissen
  • motiviert
  • kreativ
  • strategisch
  • fokussiert

Stärken in der Bewerbung: 45 gute Beispiele

Hier eine Liste mit Stärken, die jedem Bewerber gut zu Gesicht stehen:

  • Unternehmerisches Denken
  • Diplomatisches Geschick
  • Eigeninitiative
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Leistungsbereitschaft
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Entscheidungsfreude
  • Neugier
  • Analytisches Denkvermögen und logisches Denken
  • Zahlenaffinität und Mathematik-Kompetenz
  • Organisationstalent
  • Flexibilität
  • Zielstrebigkeit
  • Lernfähigkeit
  • Loyalität
  • Auslandserfahrung
  • Auffassungsgabe
  • Belastbarkeit
  • (Eigen)Motivation, intrinsische Motivation
  • Zuverlässigkeit
  • Lösungsorientierung
  • Agilität
  • Verhandlungsgeschick
  • Pünktlichkeit
  • Ehrlichkeit
  • Humor
  • Ausdauer
  • Gewissenhaftigkeit
  • Fleiß
  • Erfindungsreichtum
  • Kritikfähigkeit
  • Reflexionsvermögen
  • Menschenkenntnis
  • Rhetorische Begabung, Wortgewandtheit
  • Technisches Geschick, Fingerfertigkeit
  • Höflichkeit
  • Pragmatismus
  • Sorgfalt
  • Sprachbegabung
  • Sozialkompetenz
  • Souveränität
  • Vielseitigkeit
  • Umsichtigkeit
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Herzlichkeit

Alle 45 Stärken für die Bewerbung hier noch mal als PDF zum Downloaden.

Stärken in der Bewerbung: Tipps

4 Tipps, wie Sie Ihre Stärken in der Bewerbung richtig zur Geltung bringen:

  1. Keine Phrasen

    In Ihrer Bewerbung beschreiben Sie sich als motiviert, kreativ und leidenschaftlich? Gäbe es ein Phrasenschwein für Bewerber, dann müssten Sie jetzt tief in die Tasche greifen. Meiden Sie phrasenhafte Schlagwörter wie Vampire das Licht. Wenngleich Sie das eine oder andere prägnante Adjektiv schon benutzen können. Die Dosierung macht das Gift. Orientieren Sie sich an den Erfordernissen Ihres potenziellen Arbeitgebers und der jeweiligen Branche.

  2. Bessere Alternativen

    Motiviert und kreativ sein – das sind zwei tolle Eigenschaften! Sie können sie also ruhig in Ihr Anschreiben aufnehmen. Aber es bleiben nun mal Floskeln. Noch besser wäre also, Sie würden Ihre Motivation und Kreativität zum Ausdruck bringen – nur eben weniger phrasenhaft. Wie das geht? Zum Beispiel, indem Sie Synonyme benutzen oder auch Übertreibungen. „Ich bin bis in die Haarspitzen motiviert.“ In dem Satz stecken eine alte Redewendung und ein abgenutztes Bewerber-Schlagwort drin – und dennoch wirkt er in dem Kontext erstaunlich frisch und originell. Oder auch: „Meinem Einfallsreichtum waren noch nie Grenzen gesetzt.“ Wenn Sie diese Behauptung noch mit konkreten Projekten belegen, gewinnt sie eine ganz neue Dimension – und wird den Personaler bestimmt nicht ermüden.

  3. Keine Allgemeinplätze

    Niemand mag Worthülsen. Darum sollten Sie auch in Ihrer Bewerbung Allgemeinplätze meiden. Werden Sie so konkret wie möglich. Der Personaler will sich bildhaft vorstellen können, was Sie bisher geschafft haben. Wenn Sie sich als teamfähig vorstellen, dann belegen Sie das an ganz konkreten Begebenheiten: „Ich habe damals mein Team zum Erfolg geführt, als es um die Umsetzung eines Projekts für einen großen Kunden ging. Anfangs waren einige Teammitglieder auf Kriegsfuß, aber ich konnte schnell den Zusammenhalt wieder herstellen, indem ich…“ Keine falsche Bescheidenheit!

  4. Mit Ausblick

    Der Blick zurück sagt etwas über Ihre Erfolge und Qualitäten. Aber vergessen Sie den Blick nach vorne nicht. Es geht schließlich nicht nur um Sie, sondern auch um das Unternehmen. Was wollen Sie für Ihren neuen Arbeitgeber erreichen? Wie können Ihre Stärken dazu beitragen, dass dieser erfolgreich bleibt oder wird? „Ich will meine Führungsqualitäten so einbringen, dass Ihre neue Repräsentanz in Frankfurt ein durchschlagender Erfolg wird.“ Das wäre in die Zukunft gerichtet – und mehr als eine Worthülse.

Stärken im Anschreiben formulieren

Wie können Sie Ihre Stärken im Anschreiben konkret formulieren? Hier sind 3 Beispiele zur Inspiration…

  1. Stärke: Kundenorientierung

    Als Key Account Manager hatte ich für einen früheren Arbeitgeber die Betreuung des wichtigsten Kunden übernommen. Dieser Kunde fühlte sich nicht mehr wertgeschätzt und war spürbar unzufrieden. In zahlreichen Einzelgespräche und mehreren Workshops ist es uns gemeinsam gelungen, die Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage zu stellen. Zum Einen haben wir die Kommunikation neu geordnet. Zum Anderen haben wir in enger Zusammenarbeit ein neues Produkt entwickelt, das sich am Bedarf des Kunden orientiert hat. Nach der Markteinführung konnten wir das Produkt auch anderweitig vertreiben und Neukunden gewinnen.

  2. Stärke: Flexibilität

    Seit mehr als zehn Jahren bin ich in der Eventbranche tätig. Es gibt wohl kaum ein logistisches Problem, das ich noch nicht persönlich kennengelernt habe. Doch habe ich es bislang (fast) immer geschafft, eine Lösung zu finden. So drohte zum Beispiel im Jahr 2020 unser weltgrößter Fachkongress XY infolge der Coronakrise komplett auszufallen und ein großes Loch in unseren Haushalt zu reißen. Wir haben kurzerhand umdisponiert und die Veranstaltung ins Internet verlegt – mit durchschlagendem Erfolg.

  3. Stärke: Verhandlungsgeschick

    Bei einem früheren Arbeitgeber arbeitete ich mehrere Jahre als strategischer Einkäufer. Als wir in einer strategisch günstigen Position waren, ist es mir gelungen, einen hochprozentigen Rabatt mit einem Lieferanten auszuhandeln. Von diesem Deal profitiert das Unternehmen noch heute. Mir hat er damals den Weg auf die Position des Chefeinkäufers geebnet.

Corona: Welche Kompetenzen wichtiger werden

staerken bewerbung anschreibenDie Corona-Krise wertet bestimmte Stärken und Skills auf. Und je länger sie andauert, desto mehr zahlen diese sich aus.

Positiv: Zahlreiche Trend-Kompetenzen kann man sich aneignen. Zum Beispiel die Fähigkeit, eine Videotelefonie-Konferenz zu organisieren, durchzuführen und zu moderieren. Oder die Befähigung zur totalen Konzentration im Home Office. Hier sind weitere Eigenschaften, die ein Corona-Upgrade erfahren haben:

  • IT-Kenntnisse
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Selbstmotivation
  • Disziplin
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Kreativität
  • Empathie
  • Achtsamkeit
  • Weitsicht

Stärken finden und erkennen

Manchmal verstecken sich die eigenen Stärken vor einem. Welche Stärken habe ich denn überhaupt? Vorweg die Entwarnung: JEDER hat Stärken. Garantiert! Hier sind drei Wege, wie Sie Ihren Stärken auf die Schliche kommen:

  1. Lernerfolg

    Welche Kompetenzen oder Skills haben Sie innerhalb kürzester Zeit erworben? Dabei kann es sich um Schlittschuhlaufen, Häkeln, Programmieren oder Videospiele handeln. Wobei hatten Sie wenig Mühe? Dies lässt Rückschlüsse auf Ihre Talente und Interessen zu.

  2. Überlegenheit

    Auf welchem Gebiet fragen Ihre Freunde und Familie Sie um Rat? Gibt es Probleme, für die Sie ein sehr gefragter Ansprechpartner sind? Wenn ja, dann sind Sie vermutlich auf diesem Gebiet sehr bewandert. Es scheint eine Stärke von Ihnen zu sein.

  3. Erfüllung

    Was macht Ihnen unheimlich viel Spaß? Worin gehen Sie auf? Ein Instrument spielen, surfen oder puzzeln – denken Sie an Hobbys oder kleine Zeitvertreibe. Sogar passionierte Netflix-Gucker können so ungeahnte Stärken eruieren. Denn wer in der Lage ist, aus einem gigantischen Angebot schnell die richtigen Serien herauszufiltern, verfügt mit großer Wahrscheinlichkeit über Organisationstalent und logisches Denkvermögen.

Auch die SWOT-Analyse kann Bewerbern helfen, ihre Potenziale zu entdecken. Sie hat ihre Ursprünge in der Strategieentwicklung für Unternehmen. Die vier Buchstaben stehen für:

  • S = Strengths, Stärken
  • W = Weaknesses, Schwächen
  • O = Opportunities, Chancen
  • T = Threats, Risiken

Stärken und Schwächen hat jedes Unternehmen, Chancen und Risiken beziehen sich dagegen auf die Märkte und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bewerber können das Schema einfach auf sich selbst anwenden.

Mit Stärken und Schwächen sind dann die eigenen Kompetenzen und Fertigkeiten auf der einen Seite und Defizite auf der anderen Seite gemeint. Dabei kann es sich etwa um formelle Qualifikationen, autodidaktisch erworbene oder Soft Skills handeln. Chancen und Risiken haben dann eher den Arbeitsmarkt, die Stellensituation und potenzielle Arbeitgeber im Blick.

  • Beispiel für Stärken: Branchenerfahrung.
  • Beispiel für Schwächen: Fehlende Führungserfahrung.
  • Beispiel für Chancen: Branche sucht gerade händeringend Fachkräfte.
  • Beispiel für Risiken: Die Konjunktur flaut ab und der Arbeitsmarkt gerät in die Defensive.

Das können Sie in einem Schema abbilden – auf dem Bildschirm oder auf einem Blatt Papier. So wird Ihnen auch schnell klar, welche Stärken Ihnen momentan besonders gut zu Gesicht stehen – und im Bewerbungsprozess helfen.

Wichtig ist dabei nur, dass Sie realistisch bleiben. Überhöhen Sie sich selbst nicht, das bringt nichts. Versuchen Sie, sich und Ihre Lage wirklichkeitsnah einzuschätzen. Wenn Sie das schaffen, haben Sie eine gute Basis für Ihre weitere Jobsuche.

So kann es zum Beispiel passieren, dass Ihre Stärken gar nicht zu den Arbeitgebern passen, die Sie eigentlich favorisieren. Dann haben Sie entweder die Wahl, Ihre Stärken auszubauen, um Deckungsgleichheit zu schaffen. Nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Oder aber, Sie konzentrieren sich fortan auf die Arbeitgeber, die Ihrem Profil näher sind.

Auf jeden Fall kann Ihnen die SWOT-Analyse helfen, Stärken zu erkennen und zu erweitern. Probieren Sie es aus!

Und was ist mit den Schwächen?

Lassen Sie eine Schwäche einfach mal eine Schwäche sein. Das ist flapsig dahingesagt, hat aber einen wahren Kern. Studien deuten darauf hin, dass der erfolgreicher ist, der seine Stärken stärkt als derjenige, der seine Schwächen stärkt. Bauen Sie lieber Ihre Stärken aus als dass Sie versuchen, Ihre Schwächen auszumerzen. Letzteres fällt im Übrigen auch sehr viel schwerer.

Denn auch Stärken sind immer ausbaufähig Es gibt nichts, was man nicht NOCH besser könnte. Sogar Lionel Messi profitiert noch immer von Dribbel- und Torschusstraining. Sie können das in Ihrem Job auch – durch Training, Online-Kurse oder anderen Formen der Weiterbildung.

Und Ihre Schwächen? Dafür haben sie ja Kollegen oder Geschäftspartner. Suchen sie sich welche, die Ihre Schwächen wettmachen. Das ist auch bei Gründer-Teams so: Einer übernimmt meist die Finanzen, der zweite den Vertrieb, der dritte ist der Techniker. Das ist deutlich effizienter, als wenn einer alles alleine machen will.

Manchmal gibt es natürlich Ausnahmen: Angenommen, Sie wollen unbedingt im Vertrieb arbeiten, haben aber große Probleme, auf Menschen zuzugehen. Dann müssen Sie wohl oder übel an Ihrer Schwäche arbeiten. Es gibt in allen Berufen und Bereichen Schlüsselqualifikationen, ohne die es nicht geht. Am besten aber, Sie suchen einen Job und Arbeitgeber, der Ihre Stärken einzusetzen weiß.

[Bildnachweis: Adam Gregor by Shutterstock.com]

IT-Kenntnisse im Lebenslauf: Alle Tipps für Ihre Bewerbung

IT-Kenntnisse helfen uns dabei, die Digitalisierung nicht nur zu meistern, sondern aktiv zu gestalten. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche EDV-Kompetenzen nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse im Lebenslauf: Darauf kommt es an…

IT Kenntnisse: Definition

IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Softwareentwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

Von Mitarbeitern in kaufmännischen Office-Berufen werden vor allem Excel- und andere Datenbanken-Kompetenzen verlangt, Controller und andere Finanzexperten profitieren von SAP-Skills. Data Scientists und Data Analysts sollten im Umgang mit Big-Data-Tools versiert sein, Online-Redakteure oder Content Manager mit Content-Management-Systemen, Social Media Manager mit Facebook, Twitter, Instagram sowie den wichtigsten Social-Media-Management-Tools.

Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber

  • IT-Kenntnisse
  • oder IT-Kompetenzen
  • oder auch Computerkenntnisse.

Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Dies sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden. Schreiben Sie nur bitte nicht Internet oder gar Surfen in Ihren Lebenslauf. Internet ist keine IT-Kenntnis.

IT-Kenntnisse im Lebenslauf platzieren

IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

Bewerber sollten diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt für die IT-Kenntnisse zu erstellen.

So signalisiert der Bewerber, dass er um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

IT-Kenntnisse Liste

Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

  • Betriebssysteme (zum Beispiel Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
  • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
  • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
  • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
  • Content-Management-Systeme, etwa WordPress, Drupal, Typo3
  • Social-Media-Erfahrung (Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, Tiktok etc.)
  • Social-Media-Management-Tools, zum Beispiel Hootsuite
  • Datenbanksprachen wie SQL, MySQL, MongoDB etc.
  • Big-Data-Anwendungen wie Hadoop, Mahout, Cloudera etc.
  • Cloud-Kenntnisse, etwa Amazon Web Services, Azure
  • Präsentationssoftware wie Powerpoint, Keynote etc.
  • Programmiersprachen, zum Beispiel HTML und CSS, Java, Javascript, C, C++, C#, Swift, Matlab, VBA, Perl, Python, Ruby, Matlab, Kotlin, Visual Basic etc.
  • IT-Tools wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
  • Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) und Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM), zum Beispiel von SAP, Oracle etc.
  • IT-Security-Kenntnisse, etwa Malware-Analyse, Cloud-Sicherheit etc.
  • Hardware-Skills, zum Beispiel Netzwerkkonfiguration, Reparatur etc.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA)
  • IT-Projektmanagement, zum Beispiel Scrum, Kanban, Devops etc.
  • Computer Aided Engineering, zum Beispiel CAD, CAP, CAM etc.
  • Blogging, Content-Erstellung

Sie sehen: Die Liste ist lang. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich im Lebenslauf auf die wirklich wichtigen IT-Kenntnisse, die in Ihrem Beruf und in der angestrebten Stelle von Bedeutung sind.

Außerdem interessiert es den Arbeitgeber wahrscheinlich nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz tolle Texte mit Word schreiben können. Darüber hinaus erweckt eine IT-Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

Trotzdem: Wenn Sie nicht zu bescheiden auftreten und Ihr geballtes IT-Wissen auf keinen Fall unter den Teppich kehren wollen, dann fertigen Sie für Ihren Lebenslauf eine Extra-Seite mit all Ihren IT-Kenntnissen an. Aber bitte schön sauber strukturiert und übersichtlich!

Die 10 wichtigsten IT-Kenntnisse

die wichtigsten it-kenntnisseMit welchen IT-Kenntnissen findet man am leichtesten einen Job? Die Jobbörse Indeed hat ihre Stellenanzeigen dahingehend durchforstet, welche Anforderungen Unternehmen besonders oft nennen. Demnach sind das die 20 IT-Kenntnisse, die am häufigsten nachgefragt werden – beginnend mit der wichtigsten:

  • SQL
  • Python
  • Java
  • Linux
  • Javascript
  • Amazon Web Services
  • C++
  • C
  • C#
  • .NET

IT Kenntnisse im Lebenslauf formulieren

Nicht jede IT-Kenntnis ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

Oder Sie umschreiben Ihre Kenntnisse näher: Wie lange Sie schon bewandert sind in der jeweiligen Bürosoftware oder Programmiersprache (seit 10 Jahren, seit 3 Jahren) oder wie oft Sie im Arbeitsalltag mit ihnen in Berührung kommen (tägliche Anwendung, regelmäßige Anwendung, gelegentliche Anwendung) oder wie Sie sie bei der Arbeit konkret anwenden (zur Weiterentwicklung der Buchhaltung).

Kleine Nebenbemerkung: Sollten Sie sich beispielsweise als absoluter Beginner in Python outen durch den Zusatz seit 6 Monaten, dann zeigt es dem Arbeitgeber zweierlei: Ja, sind Sie auf der einen Seite ein Rookie und müssen mit Python noch viel üben, bevor Sie Profi-Niveau erreichen. Aber sind Sie eben auch engagiert, neugierig und lernen immer etwas Neues hinzu. Sehr positiv!

So könnten Sie Ihre IT-Kenntnisse im Lebenslauf konkret formulieren – einige Beispiel zur Inspiration:

  • MS Word (tägliche Anwendung), MS Excel (häufige Anwendung)
  • Microsoft Word (sehr gute Kenntnisse), Microsoft Excel (gute Kenntnisse), Adobe Photoshop (Grundkenntnisse)
  • Java, Javascript, HTML, C++ (Expertenkenntnisse), Python, SQL (gute Kenntnisse), Ruby (Grundkenntnisse)
  • Java, PHP, C# (seit 10 Jahren), Ruby, Matlab (seit 7 Jahren), Python (seit 3 Jahren), Julia (seit 1 Jahr)
  • SAP (zertifiziert in SD und PP, Durchführung interner Schulungen und Vorträge)
  • Scrum (Licensed Scrum Master seit 2017)
  • SAP FI (seit 2015 in täglicher Anwendung im Vertriebscontrolling)
  • MS Powerpoint (regelmäßige Erstellung von Kundenpräsentationen), MS Photoshop (regelmäßige Bearbeitung von Bildern für die Unternehmenswebseite und Social Media)
  • Sehr gute Kenntnisse in Microsoft Windows, Linux. Gute Kenntnisse in WordPress. Grundkenntnisse in SEO.

Wenn Sie nur wenige IT-Kenntnisse im Lebenslauf stehen haben, dann können Sie alle hintereinander schreiben – so wie oben. Bei sehr vielen IT-Skills können Sie spezielle Kategorien aufnehmen. Zum Beispiel so:

Programmiersprachen: …
Datenbanken: …
Unternehmenssoftware: …

Oder Sie dampfen Ihre IT-Fähigkeiten ein auf jene, die im angestrebten Job wirklich relevant sind. Alle anderen streichen Sie. Alternativ können Sie Ihren Lebenslauf auch um eine Extra-Seite verlängern, auf die Sie all Ihre IT-Kenntnisse übersichtlich anordnen.

Sie können Ihre IT-Kenntnisse auch grafisch darstellen – mit Sternen etwa oder einer Punkteskala.

IT-Kenntnisse erwerben und verbessern

Sie verfügen nur über wenige IT Kenntnisse – oder Ihre sind nicht mehr auf dem neuesten Stand? Das lässt sich jederzeit ändern. Heutzutage ist es so einfach wie nie zuvor, sich zusätzliche IT-Skills draufzuschaffen. Hier sind die wichtigsten Mittel und Wege, über die Sie IT Kenntnisse erwerben:

  • Youtube-Tutorials

    Youtube ist für viele die erste Anlaufstelle in punkto Weiterbildung. Gut möglich, dass Sie ein passendes Tutorial zu Ihrem Wunschthema finden. Geben Sie Ihr Keyword einfach mal in die Suchmaske von Youtube ein. Die Auto-Vervollständigung spuckt Ihnen wahrscheinlich schon erste Vorschläge aus. Zwar nervt die Werbung auf dem Videoportal, aber vorteilhaft ist: Der Content ist kostenlos.

  • E-Learning-Anbieter

    In den letzten Jahren sind zahlreiche professionelle E-Learning-Anbieter auf der Bildfläche aufgetaucht. Manche Online-Kurse sind kostenlos, für andere müssen Sie einen gar nicht so geringen Geldbetrag lockermachen. Für alle guten Kurse aber brauchen Sie ausreichend Disziplin und Durchhaltevermögen. Hier sind die wichtigsten E-Learning-Anbieter:

    • Coursera
    • Edx
    • openHPI
    • Udemy
    • FutureLearn
    • Linkedin Learning
    • Codecademy
    • General Assembly
    • Khanacademy
    • Treehouse
    • Free Code Camp
  • Schulungen und Workshops

    Auch Präsenzseminare sind eine Option für alle, die neue IT-Kenntnisse erwerben wollen. Der Markt ist groß, verschiedenste Anbieter laden zu IT-Schulungen und Workshops ein, beispielsweise der TÜV oder die IHK. Präsenzveranstaltungen bieten sich für alle an, die den persönlichen Austausch bevorzugen – und die sich zuhause vorm Bildschirm nicht so gut fokussieren können.

  • Hackathons

    Ein Hackathon ist ein Event für Programmierer. Sie kommen an einem oder mehreren Tagen zusammen, um eine ganz spezielle Herausforderung zu lösen oder kreative Ideen zu generieren. Hackathons richten sich nicht an Anfänger, sondern an Fortgeschrittene. Wenn Sie also schon über profundes IT-Wissen verfügen, können Sie es auf Hackathons anwenden und vertiefen.

IT-Kenntnisse im Lebenslauf: 5 Tipps

  1. Wahrheit

    Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie es lieber sein mit der Bewerbung.

    Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

    Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Fremdsprachenkenntnissen genauso.

    Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

  2. Reihenfolge

    Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der Tech-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

    Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

    Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

  3. Belege

    Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

    In manchen Jobs kommen Sie außerdem um eine Zertifizierung nicht herum. So bestehen manche Arbeitgeber zum Beispiel darauf, dass Sie ein zertifizierter Scrum Master sind. Oder ein zertifizierter SAP-Berater. Wenn Sie über ein oder mehrere Zertifikate verfügen, die Ihre Kompetenzen belegen, nehmen Sie sie unbedingt in Ihre Bewerbung auf.

    Zahlreiche Unternehmen und Organisationen bieten Zertifizierungen in den unterschiedlichsten IT-Bereichen an. So gibt es zum Beispiel Amazon Web Services-, Apple-, Cisco-, Checkpoint-, Citrix-, Cloudera-, IBM-, Macromedia-, Microsoft-, MySQL-, Oracle-, PHP-, SAP-, Scrum-, TÜV Süd- und Linux-Zertifizierungen. Und das sind immer noch längst nicht alle…

  4. Aktualität

    Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume sind für den Personaler von Interesse.

    Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

  5. Beispiele

    Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt und zu einem erfolgreichen Ende geführt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

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Keine Antwort auf Bewerbung: Was tun?

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Keine Antwort auf Bewerbung erhalten – das ist mehr als nur unhöflich. Bewerber wollen wissen, wie es um Ihre Chancen steht oder ob der Zug schon lange ohne sie abgefahren ist. Böse Absicht steckt oft nicht dahinter, wenn das Unternehmen Sie im Unklaren lässt. Zeitnot und Personalmangel schon eher. Die meisten Personalbüros haben auch gar nichts dagegen, wenn Sie sich nach dem Status Ihrer Bewerbung erkundigen. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Spielregeln…

Keine Antwort auf Bewerbung: So oft kommt es vor

Die meisten Unternehmen brauchen drei bis sechs Wochen, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sondieren. Die meisten werden aussortiert, andere landen auf dem „Weiter“-Stapel.

Nun darf man es durchaus als Konsens betrachten, dass nicht jeder Bewerber und nicht jede Bewerberin eine Zusage verdient hat – eine Absage indes schon. Eine (förmliche) Absage ist das Mindeste, was ein Bewerber vom Nicht-Arbeitgeber in spé erwarten kann.

Aber nein, selbstverständlich ist auch die keineswegs. Viele Unternehmen machen sich die Mühe nicht, Bewerbungsabsagen zu versenden – geschweige denn einen Zwischenstand oder eine Eingangserklärung.

Es kommt einfach keine Reaktion, null, niente, gar nichts. Die Bewerber fischen im Trüben, wissen nicht, wie es um ihre Chancen steht. Das ist hochgradig ärgerlich und frustrierend – und ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Es ist in einem Wort: respektlos.

Dabei werden die Geduldsfäden der Bewerber immer kürzer. 75 Prozent der Fachkräfte in Deutschland erwarten laut Stepstone-Umfrage nach spätestens 14 Tagen eine verbindliche Rückmeldung zu ihrer Bewerbung – über eine Eingangsbestätigung hinaus.
Nach zwei Monaten sollte der gesamte Bewerbungsprozess von der Jobsuche bis zur Vertragsunterschrift abgeschlossen sein, finden drei von vier Bewerbern.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Von der ersten Recherche bis zur Vertragsunterschrift vergehen im Schnitt sechs Monate. 45 Tage nach Versand hat jeder zweite Bewerber noch immer keine qualifizierte Rückmeldung erhalten. Seit 2016 hat sich die Feedback-Quote demnach sogar um fünf Prozent verschlechtert. Gründe dafür gibt es erstaunlich viele…

Keine Rückmeldung: Bewerber hassen es!

Keine Antwort auf Bewerbung FeedbackKeine Antwort auf eine Bewerbung erhalten – das ist eines der größten Ärgernisse für Bewerber. Für die meisten ist es sogar der nervigste Aspekt überhaupt! Dieser Meinung waren jedenfalls 58 Prozent der Teilnehmer einer Forsa-Befragung.

Die Ergebnisse decken sich mit einer Umfrage von Karrierebibel. Demzufolge sind nach Ansicht von Bewerbern dies die drei schlimmsten Dinge, die Arbeitgeber machen können:

  • Kein ehrliches Feedback darüber geben, woran die Bewerbung gescheitert ist.
  • Nach der Bewerbung nie wieder etwas von sich hören lassen.
  • Keine Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch geben.

Rückmeldung nach Bewerbung: Was Sie erwarten können

Eine Entschuldigung dafür, nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch nicht einmal eine Absage zu verschicken, gibt es nicht. Ein Unternehmen sollte keinen Bewerber ignorieren – wie surreal oder unprofessionell sein Auftritt auch gewesen sein mag.

Eine kurze, förmliche Absage kann jeder erwarten. Wer eine freie Stelle hat und aktiv nach Neuzugängen sucht, muss damit rechnen, auch unpassende Angebote zu erhalten (und wer keine freie Stellen hat, muss mit unpassenden Initiativbewerbungen rechnen).

Am besten, Unternehmen bringen im Verlaufe des Auswahlverfahrens diese Nachrichten auf den Weg:

  • Eine kurze Mail, die den Eingang der Bewerbung bestätigt.
  • Eine Mail, die über den Zwischenstand informiert (erst recht bei mehrstufigen Bewerbungsverfahren).
  • Eine freundliche Absage oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Keine Antwort auf Bewerbung: Mögliche Gründe

Aus Arbeitgebersicht gibt es sehr gute Gründe, KEINE Absagen auf Bewerbungen zu verschicken. Rückmeldungen verursachen Aufwand, nehmen Zeit in Anspruch und kosten Geld.

Natürlich können auch andere, organisatorische Gründe dahinterstecken – zum Beispiel eine zu dünne Personaldecke. Oft liegt es am Bewerber selbst, den man gewissermaßen als keiner Antwort würdig erachtet. Wenn er oder sie zum Beispiel unvollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht, die Bewerbungsfrist nicht eingehalten oder eine unglückliche Betreffzeile gewählt hat. Oder wenn der Bewerber eine völlig unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle aufweist.

Es gibt aber noch andere Gründe. Hier sind 7 Gründe, warum Sie auf Ihre Bewerbung keine Antwort erhalten:

  • Im Spam-Ordner gelandet

    Wenn die Bewerbung im Spam-Ordner landet und nicht rechtzeitig herausgefischt wird, erhalten Sie auch keine Rückmeldung. Oder wenn Sie den falschen Empfänger angeschrieben haben. Es muss also gar keine böse Absicht hinter dem fehlenden Feedback stecken. Gerade deshalb ist es sinnvoll, als Bewerber zeitnah nachzufassen, ob die Bewerbungsunterlagen überhaupt eingegangen sind. Tipp: Diesen Grund können Sie auch aktiv am Telefon nennen. Es ist mir schon einmal passiert, dass meine Bewerbung im Spam-Ordner versickert ist. Deshalb möchte ich bei Ihnen vorsichtshalber mal nachfragen. Falls es sich anbietet, dann bestätigen Sie bei der Gelegenheit direkt noch einmal Ihr Interesse an dem Job. Vorteil: Sie bleiben dem Personaler persönlich in Erinnerung. Anbiedernd sollten Sie allerdings nicht klingen.

  • Bewerbungsprozess abgeschlossen

    Sie wissen nicht, wie viele Mitbewerber es gibt und seit wann die Stellenanzeige, auf die Sich beworben haben, überhaupt schon kursiert. Vielleicht ist zu dem Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Bewerbung versendet haben, der perfekte Kandidat schon längst gefunden worden. Für das Unternehmen besteht damit keine Notwendigkeit mehr, andere Bewerber zu kommunizieren. Das ist grob unhöflich und strategisch unclever, aber eben auch allzu menschlich. Oder aber, Sie waren einfach zu spät dran. Wenn Sie sich nach Ende der Bewerbungsfrist bewerben, ist der Job futsch. Schlechtes Timing kann dafür verantwortlich sein, dass Sie keine Rückmeldung auf Ihre Bewerbung erhalten.

  • Bewerbung aussortiert

    Es kann gut sein, dass Sie die Stelle wegen fehlender Qualifikationen schlichtweg nicht bekommen und frühzeitig aus dem Kandidatenpool geflogen sind. Verfügt das Unternehmen über miese Umgangsformen oder schlechte IT-Tools, dann landet eben nicht einmal eine Absage in Ihrem Posteingang. Aber grämen Sie sich als Bewerber nicht. Es könnte auch sein, dass die Stellenanzeige extern wie intern ausgeschrieben wurde und der langjährige interne Mitarbeiter von Anfang an die Nase vorn hatte. Fehlende Rückmeldung nach einer Bewerbung ist KEIN Beleg dafür, dass Ihre Bewerbung schlecht war. Diese Erkenntnis ist wichtig, um bei der Jobsuche nicht den Mut zu verlieren.

  • Fake-Stellenanzeige geschaltet

    Zahlreiche Unternehmen inserieren nur zum Schein. Sie schalten Stellenanzeigen in Jobbörsen und Zeitungen, um ihr Image zu wahren. Nach dem Motto: Seht alle her, unser Laden läuft rund! Dahinter können handfeste Interessen stehen. Startups, die auf der Suche nach Investoren sind; Mittelständler, die ihre Rivalen ärgern und verunsichern oder Unternehmen, die ihrer Bank einen dezenten Hinweis geben wollen, wie gut sie doch dastehen. Es gibt viele Szenarien, in denen Fake-Stellenanzeigen Sinn ergeben. Redlich sind se deswegen aber noch lange nicht.

  • Personaler verreist

    Es spricht nicht gerade für das Unternehmen, wenn die zuständigen Mitarbeiter mitten im Bewerbungsprozess unerreichbar sind. Aber es kommt vor. Gerade in kleineren Betrieben, in denen ein einzelner Personaler alle Bewerber sichtet, können unvorhergesehene Ereignisse den Zeitplan komplett durcheinanderwirbeln. In diese Kategorie fällt auch die Corona-Pandemie. Sie stellt alles auf den Kopf, auch Terminpläne und Kommunikationswege. Gut möglich, dass sich das Bewerbungsprozedere dadurch wie Kaugummi in die Länge zieht.

  • Unterlagen unvollständig

    Der Weg zum Job führt heute oft über Online-Bewerbungsplattformen. Jeder Bewerber muss sich durch das gleiche System und die gleichen Formulare kämpfen. Manche Systeme sortieren Bewerbungen automatisch aus, wenn diese unvollständig oder nicht kompatibel sind – ohne Rückmeldung zu geben. Prüfen Sie also am besten noch mal, ob Ihre versendeten Unterlagen korrekt und komplett waren.

  • Interne Pläne geändert

    Unternehmen wollen heute flexibel sein, wendig und flink. Das beinhaltet auch, dass sie ihre Pläne schnell ändern – vielleicht zu Ihrem Nachteil. Bei Budgetkürzungen oder Umstrukturierungen ändern sich die Prioritäten eines Unternehmens schneller als der Wind. Ihre Stelle, die gestern noch dringend besetzt werden musste, ist heute schon überflüssig. Feedback für Bewerber steht dann auf der To-do-Liste nicht mehr auf der ersten Seite ganz oben, sondern auf der letzten Seite ganz unten.

Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie tun können

Die Antwort ist naheliegend: Bewerber können einfach beim Unternehmen nachfragen, wenn Sie keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten haben. Aber wann und wie sollte ein Bewerber das tun?

Der Grat ist schmal zwischen berechtigtem Interesse und Penetranz. Das erfordert von Ihnen Fingerspitzengefühl. Schließlich wollen Sie ja nicht verzweifelt wirken, als jemand, der nur diese eine Joboption hat, weil ihn mutmaßlich kein anderer Arbeitgeber einstellen will. Nicht umsonst gibt es ja die Redewendung: „Willst du gelten, mach dich selten.“

Auf der anderen Seite wollen Sie natürlich wissen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Sie wollen Planungssicherheit. Und außerdem müssen Sie dem Arbeitgeber ja seine Ignoranz auch nicht einfach so durchgehen lassen. Wer sich als Bewerber nicht mehr meldet, belohnt das Unternehmen geradezu für seine schlechten Manieren – indem er ihm Arbeit erspart.

In Wahrheit können sich die meisten Personalbüros über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Wenn Sie also wutentbrannt anrufen und sich lautstark echauffieren, wird das am Ende nur dazu führen, dass Sie in der Mittagspause des Personalers fortan der Running Gag sind. Üben Sie nicht zu früh zu viel Druck aus, sondern versuchen Sie es mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie.

Nach Bewerbung anrufen: Aber wann?

keine antwort auf bewerbung Sollen Sie nachhaken, wenn Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten haben? Ja, gerne! Das finden sogar die Personaler selbst. Und wenn es nach ihnen geht, müssen Sie auch gar nicht so lange warten.

Zwar haben nur sechs Prozent der Befragten laut Umfrage der Personalberatung Robert Half Verständnis dafür, wenn Sie schon drei Tage nach Ihrer Bewerbung durchklingeln. Mehr als jeder Vierte aber hält eine Wartezeit von sechs bis sieben Tagen für angemessen. Nur sechs Prozent finden, dass Bewerber überhaupt keinen Kontakt mehr aufnehmen sollten.

Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto früher können Sie sich melden. In größeren Firmen ist das Bewerberangebot in der Regel deutlich größer. Das erhöht den Aufwand – und die Abneigung gegen allzu frühe Kontaktaufnahmen.

Keine Antwort auf Bewerbung: 5 Tipps

Was sollten Sie beachten, wenn Sie keine Reaktion auf Ihre Bewerbung erhalten haben – oder wenn Sie die Befürchtung haben, nie wieder etwas vom Unternehmen zu hören? Hier sind 5 wichtige Punkte:

  1. Bewerbungsunterlagen

    Die Selbstverständlichkeit zuerst: Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung Hand und Fuß hat. Sie sollte vollständig und korrekt sein, die richtige Betreffzeile, Kennziffer, Adresse und Ansprechpartner aufweisen. Und sie muss vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschickt worden sein. In einem Satz: Vermeiden Sie formale Fehler. Das vergrößert schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder etwas vom Unternehmen hören werden…

  2. Timing

    Nicht nur die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – auch die vieler Unternehmen. Ein Bewerbungsverfahren zu stemmen ist für die meisten jedenfalls kein Klacks. Geben Sie dem Unternehmen daher ausreichend Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sortieren. Zwei bis drei Wochen sollten Sie mindestens warten, bis sie wieder von sich hören lassen und nachfassen. Als Richtwert können Sie sich auch 15 Werktage merken. Sofern Ferien dazwischen liegen, können Sie die Wartezeit auch noch weiter verlängern – schließlich machen auch Personaler Urlaub. Und nicht jede HR-Abteilung verfügt über personellen Ersatz.

  3. Kanal

    Sehen Sie bitte davon ab, den HR-Verantwortlichen per Whatsapp oder SMS zu kontaktieren. Das ist indiskret und fast schon creepy. Es handelt sich nicht um angemessene Kommunikationskanäle zwischen HR-Büro und Bewerber. Noch schlimmer wäre es, ihn oder sie via Twitter oder Facebook nach einem Zwischenstand zu fragen. So verlagern Sie das Geschehen in die Öffentlichkeit – das ist Tabu! Und Ihre Chancen auf Einstellung dürften dadurch nicht gerade steigen. Eine private Nachricht über Xing oder Linkedin wäre dagegen völlig in Ordnung. Die beste Alternative ist es, eine kurze E-Mail zu schreiben oder persönlich anzurufen – je nachdem, ob Sie mehr der Redner oder mehr der Schreiber sind. Denn manchmal kommen geschriebene Worte nicht so freundlich rüber, wie sie eigentlich gemeint waren. Wenn Ihnen das auch häufiger passiert, rufen Sie lieber an…

  4. Höflichkeit

    Der direkte Weg hat einen Vorteil: Er spart Zeit. Ein kurzer Satz, in dem Sie nach dem Stand Ihrer Bewerbung fragen, sollte daher doch eigentlich ausreichen, oder? Nein, ganz falsch! Unterschätzen Sie die Macht des Freiherrn von Knigge nicht. Achten Sie stets darauf, höflich und charmant zu bleiben. Hallo Herr Schneider, können Sie mir zu meiner Bewerbung schon etwas sagen? Viele Grüße. Ist das höflich? Auf den ersten Blick durchaus, aber ein wenig nonchalant ist es trotzdem. Zu direkt, zu schnell, zu wenig. Natürlich sollen Sie dem Personalverantwortlichen keine Zeit klauen, indem Sie ihm einen halben Roman vorsetzen. Aber ein, zwei einleitende Sätze dürfen es schon sein, mit denen Sie Ihre Mail beginnen. Zum Beispiel: Sehr geehrter Herr Schneider, vor vier Wochen hatte ich mich bei Ihnen als Buchhalter beworben. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für das angenehme Gespräch. Nun würde ich Sie gerne kurz nach einem Zwischenstand fragen. Gibt es einen aktuellen Status meiner Bewerbung? So ähnlich können Sie das auch formulieren, wenn Sie Herrn Schneider anrufen. Also: Nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ausholen – zumindest ein wenig…

  5. Optionen

    Verzweiflung ist ein Signal, das niemand aussenden sollte. Das gilt für den Heiratsmarkt genauso wie für den Jobmarkt. Drängeln Sie zu penetrant, wecken Sie Misstrauen auf der anderen Seite. Was ist mit dem los? Will den sonst etwa keiner? Auf der anderen Seite wirkt es anmaßend, arrogant und leidenschaftslos, wenn Sie mit Angeboten wedeln. Nach dem Motto: Ich habe ein halbes Dutzend Vertragsangebote auf dem Tisch, also beeilen Sie sich mal! Das kann zudem erpresserisch wirken. Diesen Spagat auszubalancieren ist zugegebenermaßen schwierig. Wenn Sie es hinkriegen, andere Optionen dezent einfließen zu lassen, aber gleichzeitig zeigen, dass Sie weiterhin sehr an der Stelle interessiert sind, könnten Ihnen Vorteile erwachsen. Motto: Ich würde unheimlich gerne für Ihr Unternehmen arbeiten, aber gerate allmählich unter Zeitdruck. Ein kurzes Feedback Ihrerseits würde meine Planungen da schon enorm erleichtern…

Nachfassen: 6 Tipps fürs Telefonat

Keine Antwort auf Bewerbung TippsDas Nachfass-Telefonat kann in die Hose gehen – wenn Sie allzu fordernd oder dreist auftreten. Mit diesen 6 Tipps behalten Sie die Kontrolle:

  • Legen Sie sich die Stellenanzeige zurecht – oder öffnen Sie sie in Browser – damit Sie die wichtigsten Infos vorliegen haben.
  • Überlegen Sie sich ein, zwei einleitende Sätze, die Sie nach Ihrer Vorstellung sagen.
  • Reden Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
  • Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind – und an dem kein lautes Gekicher oder Gehämmer im Hintergrund zu hören ist.
  • Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gesprächspartner gerade keine Zeit für Sie hat und fragen Sie, wann es ihm besser passen würde.
  • Bedanken Sie sich zum Schluss noch einmal und verabschieden sich höflich – am besten, Sie nennen dabei noch einmal den Namen Ihres Ansprechpartners.

Keine Rückmeldung auf Bewerbung: Ihre Optionen

Diese 3 Optionen haben Sie, wenn Sie keine Rückmeldung auf Ihre Bewerbung bekommen:

  • Anrufen

    Sie können per Telefon nachfassen oder eine E-Mail schreiben. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass Sie auf schriftlichem Weg erst recht und schon wieder keine Antwort erhalten. Am besten, Sie räumen die Missverständnisse am Telefon aus.

  • Abhaken

    Wer will schon für ein Unternehmen arbeiten, das mit seinen Bewerbern derart respektlos umspringt? Fehlendes Feedback ist ein Signal, das einen zum Nachdenken anregt. Sie können den Arbeitgeber also auch zu den Akten legen. Au revoir und auf Wiedersehen! Aber brechen Sie andererseits nicht zu früh den Stab über die Firma: Vielleicht handelt es sich beim ausgebliebenen Feedback ja wirklich um ein Versehen (Stichwort: Spam-Ordner).

  • Bewerten

    Es riecht nach billiger Rache, wenn Sie in einem Bewertungsportal wie Kununu oder Glassdoor Ihren Frust herauslassen. Andererseits: Wenn eine negative Bewertung gerechtfertigt ist, dann ist sie gerechtfertigt. Berichten Sie also ruhig über Ihre Erfahrungen als Bewerber. Aber dabei bitte immer sachlich bleiben. Und ganz wichtig: Senden Sie nie Texte, Mails oder Postings, wenn Sie innerlich kochen – immer nur im abgekühlten Zustand. Abgedrehte Schimpftiraden und Hate Speeches sind absolut unangebracht. Immerhin handelt es sich ja trotz allem NUR um eine Bewerbung.

Aber der wohl wichtigste Ratschlag für alle, die keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten, lautet: Halten Sie unbedingt weiter nach attraktiven Jobs Ausschau! alles andere wäre naiv. Auch dann noch, wenn Sie sehr wohl eine Rückmeldung erhalten haben, das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist und Sie weiterhin ein gutes Gefühl haben.

Wer aktiv weitersucht, behält das Heft des Handelns in der Hand und erhöht seine Jobchancen. Darum: Weitermachen!

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Die besten 18 Tipps gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch

Nervosität im Vorstellungsgespräch hat vermutlich jeder schon einmal erlebt. Angst ist wie eine Alarmglocke, die uns aufrüttelt und aufweckt. Wer aber wie ein einziges Nervenbündel auftritt, gibt keine gute Figur ab. Ihre Nervosität im Vorstellungsgespräch sollten Bewerber daher zwar nicht vollständig abwürgen, aber im Griff haben. So schwer ist das nicht…

Vorstellungsgespräch nervös: So beruhigen Sie sich

Der Duden kennt für Nervosität mehr als ein halbes Dutzend Synonyme:

  • Abgehetztsein
  • Anspannung
  • Erregung
  • Lampenfieber
  • Reizbarkeit
  • Ruhelosigkeit
  • Unruhe
  • oder auch Premierenfieber

Wenn wir nervös, unruhig, aufgeregt sind, schüttet unser Körper Adrenalin in rauen Mengen aus, das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich.

Nervosität ist aber nichts Negatives. Im Gegenteil, sie ist ein Schutzmechanismus unseres Körpers. Wer nervös ist, ist aufnahmefähiger, wachsamer und mobilisiert Reserven. Das half schon in Urzeiten, als man vor dem Bären Reißaus nehmen oder sich gegen Rivalen zur Wehr setzen musste. Nervosität ist ein Geschenk der Evolution.

Vor einem Vorstellungsgespräch ist das nicht anders. Wer nervös ist, ist wachsam. Das hilft! Allerdings kann uns Nervosität im Vorstellungsgespräch auch am Erfolg hindern. Die Nervosität versuchen wegzuquatschen und sich dabei um Kopf und Kragen reden – das ist schon mehr als einmal passiert.

Versetzen Sie sich außerdem in den Personaler hinein. Wenn Sie schon jetzt im Vorstellungsgespräch extrem nervös sind, wie nervös werden Sie dann erst während der Arbeit in stressigen Situationen sein? In manchen Jobs ist es unerlässlich, die Ruhe zu bewahren – zum Beispiel, wenn Sie direkten Kundenkontakt haben. Übermäßige Nervosität ist kein Qualitätssiegel.

Bis zu einem gewissen Grade ist Nervosität also okay. Dann beflügelt sie. Steigt sie aber extrem an, dann fühlen wir uns nicht mehr wach und aufmerksam, sondern wie gelähmt. Angst steigt in uns auf, manchmal sogar Panik vor der nächsten Frage. Daraus kann schnell eine selbsterfüllende Prophezeiung werden. Wer hypernervös ist, malt sich Worst-Case-Szenarien aus, die sich dann folgerichtig auch bewahrheiten. Der Job ist futsch.

Wenn man nicht aufpasst, befindet man sich schnell in einem Teufelskreis. Wer das Jobinterview wegen zu großer Nervosität versemmelt hat, geht ins nächste vermutlich noch sehr viel aufgeregter – die Erfolgsaussichten sinken und sinken. Wie Sie das verhindern? Wir sagen es Ihnen…

Nervosität im Vorstellungsgespräch: Was dahinter steckt

Vielleicht hilft Ihnen diese Erkenntnis: Nervosität ist völlig normal. Es ist nur allzu menschlich, vor einer mutmaßlich wichtigen Weichenstellung im Leben aufgeregt und angespannt zu sein.

Aber dennoch sollten Sie kurz innehalten und reflektieren: Warum sind Sie so furchtbar aufgeregt? Hat Ihre Nervosität eine Vorgeschichte? Wie können Sie sie abmildern? Möglicherweise stecken ganz bestimmte Gründe hinter Ihrer Nervosität. Wenn Sie sie kennen, können Sie daran arbeiten, im nächsten Jobinterview ruhiger und abgeklärter aufzutreten.

Bei den meisten Bewerben stecken diese Gründe hinter ihrer Nervosität:

  • Hohe Erwartungen

    Große Erwartungen setzen Menschen unter Druck. Viele Bewerber setzen sich selbst unter Druck, nach dem Motto: „Jetzt oder nie! Diesen Job musst du kriegen, sonst kannst du deine Karriere vergessen.“ Befreiend wirkt so eine Einstellung natürlich nicht. Auch steigt der Druck zwangsläufig, wenn man schon mehrere Absagen kassiert hat oder lange Zeit auf der Suche nach einem Job war. Es sagt sich so leicht, aber die Wahrheit ist: Dieser Druck ist unnötig. Es gibt im Berufsleben immer Alternativen. Sie sind nicht auf diesen einen Job angewiesen. Das müssen Sie sich klar machen. Außerdem gilt es nicht darum, den perfekten Auftritt im Vorstellungsgespräch hinzulegen. Perfektionismus erzeugt Druck. Im Gegenteil, kleine Makel oder Macken machen einen Menschen – und einen Bewerber – bisweilen sogar interessanter und attraktiver. Also: Kein Streben nach Perfektion! Und denken Sie nicht zu viel über die Erwartungshaltung Ihres Gesprächspartners nach. Was will er oder sie von mir hören? Wie wirke ich auf ihn? Das können Sie letztlich gar nicht wissen. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre Stärken und Kompetenzen.

  • Kein Geld

    Finanzielle Engpässe haben die meisten schon einmal erlebt. Auch sie erzeugen Druck. Wer seinen Lebensstandard halten – oder endlich wieder erhöhen – will, der braucht diesen Job. Jetzt, sofort! Wo Finanzengpässe drohen, da steigt die Nervosität. Das gilt für Startup-Gründer, die mit Investoren verhandeln, genauso wie für Bewerber…

  • Neue Situation

    Ein Vorstellungsgespräch ist wie ein Date. Man weiß nicht, wer und was einen erwartet. Manche kauen daher an den Fingernägeln, andere laufen vor Nervosität rot an. Diese Unvorhersehbarkeit erzeugt Druck. Wenn man sich schlimme Szenarien ausmalt oder peinliche Situationen vorstellt, kann der Puls schonmal hochgehen. Ein Blackout ist die mögliche Folge.

Noch mal: Nervosität ist nicht schlimm. Sie hilft sogar. Wer mega-cool und kein bisschen nervös ist, erkennt Warnsignale später – und passt nicht auf. Ein wenig Nervosität im Vorstellungsgespräch ist eine gute Basis.

Aber Überhand nehmen sollte sie nicht. Mit diesen Tipps verjagen Sie sie die innere Unruhe…

Das sind Anzeichen für Nervosität im Vorstellungsgespräch

vorstellungsgespraech nervoesSo äußert sich Nervosität im Vorstellungsgespräch. Darum: Selbst wenn sie nervös sein sollten – vermeiden Sie diese Verhaltensweisen:

  • An der Kleidung herumzupfen
  • Keinen Blickkontakt aufnehmen oder halten
  • Nicht oder nur gequält lächeln
  • Auf dem Stuhl herumzappeln
  • Kurz und schlaff die Hand geben
  • Arme verschränken
  • Im Gesicht herumfummeln
  • Mit zittriger Stimme reden
  • Schwitzen

18 Tipps gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch

  1. Gründlich vorbereiten

    Für Nervenbündel ist Vorbereitung die beste Medizin. Proben Sie Ihren Auftritt vor dem Spiegel. Üben Sie Ihre Selbstpräsentation. Trainieren Sie auch Gestik und Mimik. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grade, Sie wollen ja nicht wie ein Roboter oder Schauspieler wirken. Eine Prise Authentizität sollte man sich erhalten. Aber je besser vorbereitet Sie sind, desto besser gewappnet und umso weniger nervös sind Sie. Gut geeignet sind auch Rollenspiele. So können Sie mit Freunden oder Familie ein Jobinterview selbst durchspielen und Sicherheit gewinnen.

  2. Wenn-dann-Szenarien überlegen

    Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie sich Wenn-dann-Szenarien überlegen. Wenn mich etwa der Personalmanager nach meinen Lücken im Lebenslauf fragt, dann antworte ich was? Wenn er mir eine fiese Stressfrage stellt, dann reagiere ich wie? Malen Sie sich auch ruhig ein paar negative Szenarien für das Jobinterview aus. Wenn Sie vorher genau wissen, wie Sie im Worst Case reagieren, dann kann Sie nichts mehr so schnell aus der Bahn werfen.

  3. Positives sehen

    Sehen Sie die Nervosität nicht als Ihren Feind, sondern als einen Freund. Einen Freund, der Sie warnt und anstachelt. Die erhöhte Aufmerksamkeit nützt Ihnen. Versuchen Sie also nicht, die Nervosität komplett zu verscheuchen – nur ein bisschen. Diese Erkenntnis wirkt manchmal Wunder. Manchmal gelingt es auch, der inneren Angst entgegenzuwirken, indem Sie sich an vergangene Erfolge erinnern. Psychologen nennen diese Methode kognitive Umstrukturierung. Auf dieser Basis können Sie sich selbst glaubhaft versichern: Ich pack‘ das! Oder: Bleib ganz ruhig, das wird schon. Oder: Auf geht’s, du bist sehr gut vorbereitet. Jetzt hol‘ dir den Job!

  4. Gut kleiden

    Diese Formel ist einleuchtend: Schöne Kleidung erhöht die Selbstsicherheit und größere Selbstsicherheit verscheucht Nervosität. Probieren Sie es selbst aus! Wählen Sie für das Vorstellungsgespräch also ein Outfit aus, in dem Sie sich wohl fühlen und das auch objektiv einen hervorragenden Eindruck macht. Vorher noch mal genau checken, ob alles richtig sitzt und das Jobinterview kann kommen.

  5. Pünktlich sein

    Terminnot ist ein weiterer Druckerzeuger. Den können Sie gar nicht gebrauchen. Das verursacht nur noch mehr Stress und Nervosität. Eine gut geplante Anreise nimmt dagegen Druck vom Kessel. Schauen Sie sich die Route bis zum Unternehmen vorher genau an und planen sie diese. Am Tag des Jobinterviews gehen Sie überpünktlich los und planen noch einen großzügigen Puffer ein. Denn Bahn-Ausfälle oder unvorhergesehene Unfälle oder Baustellen sind – wie Sie wissen – keine Seltenheit. Wenn Sie eine Viertelstunde (oder noch früher) vor dem Vorstellungsgespräch da sind, haben Sie alles richtig gemacht.

  6. Auf Kaffee verzichten

    Ein guter Tag beginnt mit einem kräftigen Kaffee – für viele ist das schon fast eine Lebenseinstellung. Schön, aber vor dem Bewerbungsgespräch verzichten Sie lieber auf den Koffeinhammer – falls Sie zur Nervosität neigen. Denn das Koffein putscht Sie auf und macht Sie noch nervöser. Das gilt in noch höherem Maße für Energydrinks. Trinken Sie lieber ein Glas Wasser oder Saft. Und außerdem treibt Kaffee ja bekanntlich. Eine unruhige Blase macht Sie auch nicht gerade ruhiger…

  7. Selbstbewusstsein ausstrahlen

    Na klar, Selbstbewusstsein kann man nicht einwerfen wie eine Pille. Oder doch? Auf jeden Fall sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie die erste große Hürde schon genommen haben. Sie sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden, weil Sie etwas auf dem Kasten haben. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, Kompetenzen, Erfolge. Nebenbei bemerkt: Jeder Mensch hat welche! Wer Selbstvertrauen getankt hat, ist weniger nervös. Schauen Sie sich zuhause ruhig noch mal Ihre besten Auszeichnungen, Arbeiten, Schulnoten oder Arbeitszeugnisse an oder führen sich Ihre Top-Projekte vor Augen, bevor Sie sich auf den Weg zum Bewerbungsgespräch machen.

  8. Kurz bewegen

    Bei Nervosität sind die Muskeln angespannt und wollen sich abreagieren. Deshalb ist es sinnvoll, sich zu bewegen. Machen Sie vor dem Bewerbungsgespräch einen kurzen Spaziergang. Nehmen Sie die Treppe. Auch ein bisschen Gymnastik oder Dehnübungen sind empfehlenswert. Bewegung wirkt entspannend. Am besten, Sie drehen eine Runde an der frischen Luft – zum Beispiel im Park. So bekommen Sie den Kopf frei. Auf der anderen Seite sollten Sie nicht völlig aus der Puste sein, wenn Sie die Firma erreichen. Das macht Sie eher noch nervöser – und bringt Sie im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen.

  9. Körpersprache einüben

    Selbst wenn Sie hyper-nervös sein sollten: Der Personalchef muss es ja nicht unbedingt mitkriegen. Wichtig ist, dass Sie die Nervosität nicht ausstrahlen. Die richtige Körpersprache hilft Ihnen, einen guten Eindruck zu hinterlassen – und die Chancen auf den Job zu erhöhen. Was Sie nicht tun sollten: Auf den Fingernägeln herumkauen, mit Ihren Händen herumnesteln, mit den Haaren spielen oder am Bart zupfen. Das lässt Sie unsicher wirken, nicht wie ein Fels in der Brandung. Sie könnten daher ein Vorstellungsgespräch mit einem Freund einüben oder es sogar aufzeichnen. Der Blick von außen offenbart viele kleine oder größere Schwächen. An denen können Sie noch rechtzeitig arbeiten. Das hilft Ihnen auch, Ihre Nervosität selbst in den Griff zu bekommen. Denn je unruhiger Sie auf Ihrem Stuhl hin und herwackeln oder mit den Füßen herumtippeln, desto nervöser werden Sie.

  10. Viel lächeln

    Auch wenn Ihnen das Lachen längst vergangen es: Tun Sie es trotzdem! Lächeln lockert die Stimmung auf – die Ihres Gegenübers und Ihre eigene. Es versüßt automatisch die Atmosphäre im Raum und hilft, die Nervosität im Vorstellungsgespräch in Schach zu halten. Wenn Sie lächeln, schüttet Ihr Körper Glückshormone aus. Sie fühlen sich sofort besser und sind weniger angespannt. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob Sie wirklich vor Freude grinsen oder nur so tun, als ob.

  11. Bonbon lutschen

    Eine trockene Kehle geht manchmal mit Nervosität einher. Wir produzieren weniger Speichel, wenn wir aufgeregt sind. En Lutschbonbon hilft. Es vertreibt das unangenehme Trockenheitsgefühl aus dem Mund. Alternativ können Sie auch zum Kaugummi greifen. Aber vergessen Sie nicht, es rechtzeitig vor dem Jobinterview wieder zu entsorgen.

  12. Tief atmen

    Atmen ist nicht gleich atmen. Wenn Sie ausschließlich durch den Mund atmen, kann Ihr Mund trocken und Ihre Stimme piepsig werden. Wer bewusst atmet, reduziert die Anspannung. Nehmen Sie sich vor dem Jobinterview Zeit für ein paar Atemübungen. Zum Beispiel für die 4-6-8-Methode: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie tief und langsam durch die Nase und zählen bis vier. Dann halten Sie die Luft an und zählen bis sechs. Jetzt durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Das Ganze mindestens fünf Mal wiederholen – und Ihre Nervosität ist wie weggeblasen.
    Eine andere Methode ist es, den eigenen Atem bewusst wahrzunehmen und dabei fließen zu lassen: In den Bauch ausatmen, so dass er sich wölbt. Dabei laut oder in Gedanken rückwärts zählen.

  13. Anker setzen

    Die Ankermethode beruht auf der Reizreaktionskopplung. Sie hilft Ihnen, in stressigen Situationen zu entspannen. Sie pressen dabei Daumen und Zeigefinger aufeinander und denken währenddessen an ein schönes Erlebnis, an den letzten Urlaub etwa. Die positiven Erinnerungen werden auf den Druck Ihrer Finger übergehen. Wenn Sie die Übung oft genug wiederholen, stellt sich das schöne Gefühl irgendwann schon dann ein, wenn Sie die Finger aufeinanderdrücken. Damit die Methode funktioniert, müssen Sie sie aber frühzeitig einüben. Hinterher können Sie Ihre Nervosität wie auf Knopfdruck regulieren.

  14. Gegenstand mitnehmen

    Es gibt Spielkinder, die ständig etwas brauchen, mit dem Sie herumspielen können. Wenn Sie vor dem Bewerbungsgespräch sehr nervös sind, ist das gar keine schlechte Idee. Bringen Sie einen kleinen Gegenstand mit, den Sie bearbeiten, kneten, balancieren oder drücken können. Das kann beruhigen. Im Gespräch selbst gehört das Teil aber in die Tasche – und Ihre Hände auf den Schoß oder den Tisch.

  15. Ehrlich sein

    Es ist keine Schande, nervös zu sein. Nervosität kann ja auch bedeuten, dass Ihnen sehr viel an der Stelle liegt. Für den Personaler eigentlich ein gutes Zeichen. Außerdem sind nervöse Bewerber für Personaler ohnehin so normal wie Meistertitel für Bayern München. Sie können daher ruhig zugeben, etwas nervös zu sein. Ich habe gerade einen Frosch im Hals. Ich muss gestehen, ich bin leicht nervös. Das ist heute nicht mein erstes Vorstellungsgespräch, aber nervös bin ich trotzdem. Smalltalk, mit dem Sie etwas Zeit gewinnen und sich sammeln können. Oder Sie weisen darauf hin, dass Sie furchtbar nervös sind, wenn Sie sich verhaspeln oder ins Stottern geraten. Das macht Sie menschlich, verwundbar, sympathisch. Oft lockert das Situation auf – mit positiven Folgen für Ihr Nervenkostüm.

  16. Zehen wackeln

    Dieser Trick hilft garantiert gegen Blackouts! Wackeln Sie mit den Zehen. Kein Scherz: Unser Gehirn muss Energie von ganz oben nach ganz unten leiten, wenn Sie mit dem großen Onkel wackeln. Das entkrampft auf der Stelle, löst die Verkrampfungen in den Muskeln, lockert auf. Außerdem können Sie den Trick ganz unauffällig und geräuscharm unter dem Tisch praktizieren. Probieren Sie es selbst aus – gerne auch im Meeting, bei einem Referat oder einer Prüfung.

  17. Geschirr waschen

    Wir haben nochmal in die Kiste mit der Aufschrift Geheimtipp gegriffen – und den Geschirrspül-Trick herausgeholt. Geschirr spülen reduziert Stress, sagte die Universität Florida in einer Studie aus dem Jahr 2015. Demnach hat der Vorgang etwas Meditatives. Natürlich nur, wenn man Teller und Tassen mit der Hand wäscht und nicht einfach in den Geschirrspüler steckt. Und auch nur dann, wenn man sich auf die Prozedur einlässt, auf die Temperatur des Wassers achtet etwa und nicht hektisch alles mal eben schnell abschrubbt. Nun können Sie natürlich schlecht in die Kaffeeküche des Unternehmens spazieren, um kurz vorm Jobinterview noch schnell Geschirr zu waschen. Aber Sie könnten es vorher zuhause tun, um Ihre innere Unruhe und Angst halbwegs in Schach zu halten.

  18. Belohnung aussetzen

    Belohnen Sie sich dafür, die Herausforderung angenommen und trotz ausgeprägter Nervosität das Vorstellungsgespräch durchgezogen zu haben. Egal, wie es gelaufen ist und ob sich Ihre Chancen auf Zuschlag nach eigenem Empfinden vergrößert oder zerschlagen haben. Gönnen Sie sich einen Milchshake, einen Abend im Kino oder ein kühles Blondes – was auch immer. Wenn Sie daraus eine Angewohnheit machen, entwickeln Sie schon bald positive Assoziationen mit Vorstellungsgesprächen – und freuen sich schon auf das nächste.

Alle 18 Tipps gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch finden Sie übersichtlich zusammengefasst zum Downloaden und Ausdrucken als PDF hier.

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Rückfragen: Über 100 fürs Vorstellungsgespräch

Rueckfragen Vorstellungsgespraech Beispiele

Rückfragen im Vorstellungsgespräch sind das Salz in der Suppe. Wer dem Personaler clevere Rückfragen stellt, sammelt Punkte. Doch völlig unbedacht sollten Bewerber keine Fragen aus der Hüfte schießen. Damit könnten sie eine böse Überraschung erleben…

Darum sind Rückfragen im Vorstellungsgespräch so wichtig

Irgendwann kommt im Vorstellungsgespräch der Moment, in dem der Interviewer fragt: Haben Sie noch Rückfragen an uns? Wer jetzt mit einem knappen Nein antwortet, schießt sich oftmals schon aus dem Rennen. Bewerber sollten im Bewerbungsgespräch Rückfragen stellen – immer!

Warum? Weil Rückfragen Interesse und Neugier signalisieren. Außerdem können Bewerber selbst mehr über das Unternehmen erfahren. Für sie ist es eine einmalige Gelegenheit, das Unternehmen zu testen und abzuklopfen. Vielleicht gelangt man ja zu dem Schluss, dass man hier eigentlich gar nicht anfangen möchte.

Aber es geht nicht darum, irgendeine beliebige Frage zu stellen. Es sollten schon sinnvolle, clevere Rückfragen sein. Die richtigen Rückfragen im Vorstellungsgespräch bringen den Job in Reichweite. Die falschen katapultieren Sie schnurstracks ins Aus…

Hier sind 5 gute Gründe, warum Sie im Jobinterview zurückfragen sollten:

  • Sie bringen mehr über das Unternehmen in Erfahrung.
  • Clevere Rückfragen unterstreichen Ihre Intelligenz und Ihren Intellekt.
  • Sie beweisen gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
  • Rückfragen deuten auf echtes Interesse am Job hin.
  • Sie können das Gespräch selbst führen und nicht nur reagieren.

Rückfragen im Vorstellungsgespräch: Tipps

Zu einer guten Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch gehören die richtigen Fragen. Sie sollten als Bewerber erahnen, welche Fragen auf Sie zukommen – und welche Sie selbst stellen können. Beides ist gleichermaßen wichtig.

Wer eigene Rückfragen in petto hat, beweist Eigeninitiative und Professionalität. Stellen Sie daher immer Gegenfragen – es sei denn, Sie haben im Laufe des Jobinterviews gemerkt, dass die Stelle definitiv nicht die richtige ist und Sie kein Interesse mehr haben. Dann können Sie die Sache abkürzen und auf Rückfragen verzichten. Wozu noch wertvolle Zeit verplempern?

Eine klassische Rückfrage für Bewerber lautet zum Beispiel:

  • Was unterscheidet Ihrer Erfahrung nach die guten Mitarbeiter von den besten?

Die Frage ist grandios. Die Antwort offenbart eine Menge über die Wertvorstellungen und den Arbeitsstil im jeweiligen Unternehmen. Und sie dient dem Bewerber als Kompass. Er weiß hinterher, welche Leistungen von ihm erwartet werden, was der Firma wichtig ist und wie er hier Karriere machen kann. Die Frage ist außerdem viel subtiler als: Was muss ich tun, um hier Karriere zu machen?

Sie sehen: Auf die Formulierung kommt es an. Es gibt auch gute Rückfragen, die schlecht formuliert ihre Wirkung verfehlen. Denken Sie also vorab ein wenig darüber nach, wie Ihre Frage beim Gegenüber ankommt.

Außerdem sollten Sie versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen. Reinen Wein einschenken und allzu offenherzig wird kein Personaler im Jobinterview sein, aber jeder wird Signale aussenden. Seien Sie aufmerksam!

13 Top-Rückfragen im Vorstellungsgespräch

Aufmerksamkeit ist das A und O. So gibt es sehr gute Rückfragen, die Sie auf keinen Fall stellen sollten. Nämlich dann, wenn die Antwort im Laufe des bisherigen Gesprächs schon gegeben worden ist. Dies würde nur zeigen, dass Sie nicht richtig zuhören.

Grundsätzlich empfehlenswert sind folgende Rückfragen. Klar ist, dass Sie nicht alle, sondern nur sehr wenige davon im Laufe eines Vorstellungsgesprächs werden stellen können. Mehr als zwei bis vier Rückfragen werden es unter normalen Umständen nicht sein:

  1. Warum ist die Stelle vakant?

    Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die Stelle neu geschaffen oder es gibt einen Vorgänger. Was ist mit ihm passiert? Vielleicht verlässt er das Unternehmen auf eigenen Wunsch oder aber er wird befördert. Wertvolle Hinweise für Sie. Sie können auch direkt daran anschließen und fragen: Wie lange hat der Vorgänger in der Position gearbeitet? Und außerdem: Was wurde eigentlich aus den anderen Mitarbeitern in der dieser Abteilung?

  2. Wie fördern Sie Talente?

    Zunächst signalisiert die Frage, dass es Ihnen nicht nur um Geld geht, sondern dass Sie sich weiterentwickeln wollen. Positiv! Darüber hinaus sollte der Personaler schon darlegen können, welche Strategien sein Arbeitgeber implementiert hat, um jedem Talent gerecht zu werden und die Stärken jedes Einzelnen zu fördern.

  3. Was erwartet mich in den ersten 90 Tagen?

    Sie gehen gedanklich schon in die Einarbeitungsphase über. Die ist wichtig. Wenn Sie mehr über das Onboarding in Erfahrung bringen, können Sie sich mental darauf vorbereiten. Und zweitens wollen Sie ja keine Kündigung in der Probezeit kassieren. Das ist es überaus nützlich, die ersten Schritte zu planen und Hindernisse zu antizipieren.

  4. Welche Herausforderungen hat das Unternehmen derzeit zu bewältigen?

    Die Frage beweist: Sie sind kein Fachidiot, sondern ein Mensch, der auch die großen Zusammenhänge im Blick behält. Natürlich wird Ihr Gesprächspartner jetzt nicht ins Zahlenwerk einsteigen und Ihnen Geheimnisse verraten, aber die Grundrichtung aufzeigen. Welche Märkte könnten interessant werden, welche Zielgruppen? Welche Probleme wurden erst kürzlich gelöst? Das hilft Ihnen, die internen Zusammenhänge zu verstehen.

  5. Weshalb arbeiten SIE für das Unternehmen?

    Damit drehen Sie den Spieß um: Jetzt ist es der Personaler, der sich Fragen nach seiner Motivation und seinen Zielen gefallen lassen muss. Völlig legitim! Die Frage ist häufig ein Eisbrecher, der zum Schmunzeln anregt und Sympathiepunkte bringt. Immerhin handelt es sich um eine sehr persönliche Frage. Und neue Einsichten erhalten Sie so hoffentlich auch.

  6. Welche Persönlichkeit wünschen Sie sich von der Neubesetzung?

    So testen Sie Ihre Passung zum Job. Decken sich Ihre Erwartungen und die des Personalverantwortlichen? Wunderbar. Sind die Vorstellungen grundverschieden? Hmm, vielleicht sollten Sie doch lieber die Finger von der Stelle lassen. Sie tasten sich auch an die Persönlichkeit Ihres künftigen Chefs bzw. Vorgesetzten heran. Denn häufig suchen diese Mitarbeiter, die so ähnlich sind wie sie selbst.

  7. Welche Fehler haben meine Vorgänger gemacht, die ich lieber nicht machen sollte?

    Bitte nicht lästern! Eine Faustregel, die auch für Unternehmen gilt. Aber Sie wollen ja keine konkreten Namen hören, nur Verhaltensweisen von Ex-Mitarbeiterin, die Ihnen in Ihrer künftigen Position nicht gut zu Gesicht stehen würden.

  8. Wie viele Arbeitsstunden erwarten Sie von jemandem in dieser Position?

    Zugegeben, die Frage mag nicht jeder stellen. Weil man nicht faul wirken und wie ein Drückeberger klingen will. Aber speziell für Menschen mit privaten Verpflichtungen – kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Eltern etwa – ist Zeitmanagement wichtig. Das darf man ruhig zur Sprache bringen, wenn man möchte.

  9. Gibt es etwas, für das sich Ihr Unternehmen engagiert?

    Eine sehr gute Rückfrage – speziell für Idealisten. Ist das Unternehmen rein auf Profitstreben fokussiert oder fördert es gesellschaftliches Engagement, unterstützt die Umwelt, spendet für einen guten Zweck? Und wenn ja, wie und wofür? Außerdem ist es auch für das Unternehmen interessant zu wissen, welche Werte der Bewerber vertritt und was ihm wichtig ist.

  10. Wie schützen Sie die Gesundheit der Mitarbeiter?

    Eine Rückfrage, die durch die Corona-Pandemie unheimlich an Stellenwert gewonnen hat. Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist kein Randthema mehr, sondern hat Priorität 1A – sogar für Büroarbeiter ohne Helm und Blaumann.

  11. Wie wird die Arbeitszeit bei Ihnen erfasst?

    Prima Frage – und sehr aktuell. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Arbeitszeiterfassung hat dem Thema neue Bedeutung verliehen. Nicht zu unterschätzen!

  12. Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

    Eine Frage, die den Gegenüber aus der Reserve lockt. Antwortet der Interviewer mit Standardfloskeln, um den Bewerber schnell abzuspeisen? Oder hat er möglicherweise eine schöne Anekdote auf Lager? Das würde für ihn und das Unternehmen sprechen.

  13. Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

    Super Frage – und eine gelungene Retourkutsche auf die typische Personalerfrage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Gute Rückfragen für alle Bewerber

  • Was erwarten Sie vom neuen Mitarbeiter?
  • Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit der Neuschaffung dieser Position?
  • Wie messen und bewerten Sie Leistungen?
  • Was hat mein Vorgänger gut gemacht?
  • Was sollte ich anders machen als er?
  • Was müsste passieren, dass Sie meine Einstellung bereuen werden?
  • Wie viele Vorgänger gab es bislang schon?
  • Wie lange ist die Stelle schon frei?
  • Wer wird mein direkter Vorgesetzter sein?
  • Wie würden Sie den Führungsstil meines möglicherweise künftigen Vorgesetzten beschreiben?
  • Wie unterscheidet sich Ihre Unternehmenskultur von der anderer Firmen?
  • Wie hat sich das Unternehmen verändert, seitdem Sie hier sind?
  • Was könnte mich im neuen Job frustrieren?
  • Welche Hindernisse und Schwierigkeiten sollte ich einplanen?
  • Mit welchen Kollegen arbeite ich zusammen und wie unterstützten Sie mich?
  • Wie groß ist die Abteilung, in der ich tätig sein würde?
  • Wie groß ist das Team, in dem ich tätig sein würde?
  • Welchen Stellenwert hat die Abteilung im Unternehmen?
  • Wie wichtig ist meine Stelle für den Unternehmenserfolg?
  • Kann ich meinen künftigen Arbeitsplatz vorab besichtigen?
  • Kann ich meine zukünftigen Kollegen kennenlernen?
  • Welche Aufgabe hat momentan Priorität?
  • Warum war das Unternehmen aus Ihrer Sicht bislang so erfolgreich?
  • Was muss sich im Unternehmen ändern, damit es auch in Zukunft erfolgreich bleibt?
  • Welche werden Ihrer Einschätzung nach die größten Herausforderungen für das Unternehmen in Zukunft sein?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  • Beinhaltet der Job viele Geschäftsreisen?
  • Was sollte ich vor Stellenantritt noch tun, um optimal in meine neue Tätigkeit zu starten?
  • Wie lange dauert die Einarbeitungsphase?
  • Wie läuft das Onboarding bei Ihnen ab?
  • Wie lange dauert die Probezeit?
  • Was wäre mein erstes Projekt?
  • Wie werden Mitarbeiter gefördert?
  • Gibt es ein Weiterbildungsbudget?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bieten Sie an?
  • Wie häufig werden Feedbackgespräche geführt?
  • Gibt es die Möglichkeit auf Home Office?
  • Gibt es bei Ihnen Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit?
  • Wie flexibel sind die Arbeitszeiten bei Ihnen?
  • Was kann ich noch tun, um Sie von meinen Fähigkeiten zu überzeugen?
  • Welche letzten Zweifel muss ich noch ausräumen, damit Sie sich für mich entscheiden?
  • Wie geht es im Bewerbungsverfahren weiter?
  • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

Rückfragen für Azubis

Rückfragen im Vorstellungsgespräch – dies sind gute Fragen für Bewerber, die einen Ausbildungsplatz anstreben:

  • Wen kann ich bei Fragen während der Ausbildung ansprechen?
  • In welchen Abteilungen werde ich die Ausbildung genau absolvieren?
  • Wird es sich beim theoretischen Unterricht um Teilzeit- oder Blockunterricht handeln?
  • Gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung zu verkürzen?
  • Wie viele Ausbildungsplätze bietet der Betrieb insgesamt an?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Auszubildende?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass Auszubildende nach der Ausbildung übernommen werden?
  • Wann kann ich mit Ihrer Antwort rechnen?

Rückfragen für Praktikanten

Rückfragen im Vorstellungsgespräch – dies sind gute Fragen für Bewerber, die ein Praktikum anstreben:

  • Habe ich während des Praktikums einen direkten Ansprechpartner?
  • Wie läuft die Einarbeitung ab?
  • Wie werden die Ziele meines Praktikums festgelegt?
  • An welchen Projekten darf ich mitarbeiten?
  • Welche wird mein erstes Projekt sein?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, nach dem Praktikum weiterhin für Ihr Unternehmen tätig zu sein?
  • Wann finden Feedbackgespräche statt?
  • Gibt es noch andere Praktikanten im Unternehmen?

Rückfragen für Führungskräfte

Rückfragen im Vorstellungsgespräch – dies sind gute Fragen für Führungskräfte:

  • Wie setzt sich das Team zusammen?
  • Wie groß ist mein Team?
  • Wie ist die Stimmung im Team und im gesamten Unternehmen?
  • Wurden zuletzt Kollegen entlassen oder ausgelagert?
  • Welche wesentlichen Veränderungen hat mein Vorgänger vollzogen?
  • Wie war das Verhältnis der Mitarbeiter zu meinem Vorgänger?
  • Wie würden Sie den Führungsstil meines Vorgängers beschreiben?
  • Wie hoch ist das Budget für die Weiterbildung der Mitarbeiter?
  • Wie hoch ist das Budget für Prämien, Boni, Gehaltserhöhungen?
  • Wie hoch ist das Budget für Entlassungen?
  • Welche größeren Veränderungen gab es im letzten Jahr?
  • Wurden in der jüngeren Vergangenheit Abteilungen zusammengeführt oder aufgelöst?
  • Mit welchen Niederlassungen oder Zweigstellen arbeitet mein Team besonders intensiv zusammen?

100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Rueckfragen im Vorstellungsgespraech BeispieleOhne Frage keine Rückfrage. Hier sind 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch als PDF zum Downloaden oder Ausdrucken. Damit sind Sie bestens vorbereitet.

Welche Rückfragen im Vorstellungsgespräch mies sind

Ihr Reservoir an guten Rückfragen im Vorstellungsgespräch sollte jetzt gut gefüllt sein. Daneben gibt es allerdings auch ein paar Fragen, die Sie sich im Jobinterview unter allen Umständen verkneifen. Sie zahlen nicht auf Ihr Punktekonto ein, sondern ziehen wertvolle Credits wieder ab.

Erfragen Sie zum Beispiel nie Informationen, die sie selbst durch zwei Mausklicks hätten herausfinden können. Beispiele:

  • Was produziert Ihr Unternehmen?
  • Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
  • Wann wurde das Unternehmen gegründet?
  • Haben Sie Niederlassungen im Ausland?
  • Wer ist der Vorstandsvorsitzende?

Dann gibt es Rückfragen im Vorstellungsgespräch, die von kindlicher Naivität zeugen. Sie klingen nicht nur nach Kindergarten, sie sind es auch. Daher bitte keine Rückfragen stellen wie:

  • Verstehen sich die Mitarbeiter gut?
  • Ist meine Chefin nett?
  • Sind die Kollegen nett zu Neuen?
  • Habe ich Aufstiegschancen?
  • Wie gut sind die Produkte, die Sie herstellen?

7 schlechte Fragen im Vorstellungsgespräch

  1. Was macht Ihr Unternehmen eigentlich genau?

    Wenn Sie das nicht wissen, sollten Sie sich erst gar nicht bewerben. Fast jedes Unternehmen verfügt heute über eine eigene Website. Zur Not googeln Sie oder surfen zu Wikipedia. Informationsbeschaffung gehört zu Ihren Pflichten vor einem Vorstellungsgespräch. Kommen Sie nicht gänzlich unvorbereitet.

  2. Wie schnell wird man befördert?

    Wenn Sie so fragen: Gar nicht! Die Frage offenbart, dass es sich bei Ihnen wohl um einen Ego-Zocker handeln muss. Um jemanden, dem nur an seinem eigenen Weiterkommen gelegen ist. Erst wollen Sie sich doch ins Unternehmen integrieren, Herausforderungen annehmen, Leistung bringen. Danach kann man immer noch über eine Beförderung reden. Jetzt ist der nicht der richtige Zeitpunkt. Für den Arbeitgeber ein Alarmsignal, weil er davon ausgehen muss, das Sie ruckzuck wieder weg sind, wenn Sie nicht sofort bekommen, was Sie wollen.

  3. Was zahlen Sie mir?

    Die Frage ist aus der Kategorie DD – doppelt doof. Erstens lässt sie den Bewerber gierig wirken. Es geht Ihnen ums Geld, aha. Zweitens verhandeln Sie mit dem Arbeitgeber ums Gehalt, Sie lassen ihn nicht einfach eine Zahl in den Vertrag schreiben (meistens jedenfalls). Sie sollten Ihren Marktwert schon kennen. Also: Dass man irgendwann über Geld redet, ist normal. Aber wenn Sie das Thema unbedingt ansprechen wollen, dann formulieren Sie es offener. Motto: Ich würde gerne noch kurz das Thema Vergütung anschneiden

  4. Kann ich früher kommen und dafür auch früher wieder gehen?

    Sie sind gedanklich schon im Feierabend. Das ist gerade im Bewerbungsgespräch fatal. Erst die Arbeit, dann der Feierabend. Klar: Das Thema Arbeitszeiten ist prinzipiell wichtig. Aber danach können Sie auch eleganter fragen. Besser zum Beispiel: Wie ist die Work-Life-Balance bei Ihnen? Oder: Gibt es bei Ihnen flexible Arbeitszeiten?

  5. Darf ich während der Arbeitszeit privat im Netz surfen?

    Die Frage hat im Vorstellungsgespräch die Grenze zur Dreistigkeit überschritten. Sie könnten genauso gut sagen, dass Sie eigentlich gar keine Lust haben zu arbeiten, sondern Ihre Zeit viel lieber auf Facebook und Instagram verbringen würden. Man könnte sie sogar für faul und dumm halten. Absolut tabu! Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur, wenn Sie ernsthaft und ganz konkret erklären, warum Sie ab und zu privat surfen wollen – zum Beispiel, um die aktuelle Verkehrssituation auf Google Maps zu checken, weil Sie hinterher Ihre Tochter von der Kita abholen müssen. Aber ehrlich gesagt lassen sich solche logistischen Probleme auch später noch lösen…

  6. Wie ist die Unternehmenskultur bei Ihnen?

    Prinzipiell keine schlechte Rückfrage im Vorstellungsgespräch. Aber sie verleitet zu Ausflüchten und Geschwafel. JEDER Personaler wird vermutlich mit Sätzen antworten wie: Wir gehen sehr wertschätzend miteinander um. Unser Unternehmen besteht vor allem aus den Menschen. Derartige Worthülsen halt, die in Wahrheit nullkommanull Aussagekraft besitzen.

  7. Wie handhaben Sie Krankschreibungen?

    Doofe Frage. Es gibt diesbezüglich gesetzliche Vorgaben, die jedes Unternehmen zu befolgen hat. Außerdem erwecken Bewerber mit dieser Rückfrage den Eindruck, sei seien entweder krankheitsanfällig oder würden gerne mal blau machen.

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Fremdsprachenkenntnisse im Lebenslauf richtig bewerten und angeben

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung Sprachkenntnisse

Ohne Fremdsprachenkenntnisse kein Job! Diese Gleichung gilt heute mehr denn je. In vielen Jobs und Branchen ist Englisch längst Standard, eine zweite Fremdsprache erwünscht. Es gibt aber auch Situationen, in denen Bewerber ihre Sprachkenntnisse lieber nicht auf einen Sockel heben. Wie Sie als Bewerber mit Ihren Fremdsprachenkenntnissen in der Bewerbung überzeugen…

Fremdsprachenkenntnisse Bedeutung

Warum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 31 Prozent von ihnen sagen: Weil dessen Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen mangelhafte Fremdsprachenkenntnisse zwar hinter Ablehnungsgründen wie „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“, aber immer noch in den Top Ten auf Platz 10.

Und laut einer Umfrage der Jobbörse Indeed verständigt sich fast jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland am Arbeitsplatz täglich (auch) in einer anderen Sprache als deutsch, andere zumindest mehrfach pro Woche. Manche korrespondieren mit ausländischen Kunden, andere tauschen sich mit internationalen Kollegen aus, wieder andere mit Dienstleistern jenseits der Landesgrenzen. Vor allem im Schriftverkehr werden Fremdsprachenkenntnisse eingesetzt, in Telefonaten oder Meetings seltener.

Wie bedeutsam Sprachkenntnisse im Job mittlerweile sind, zeigt auch die Liste der wichtigsten Hard Skills 2020 in Deutschland von Business-Plattform Linkedin. Fremdsprachen tauchen im Ranking auf Position sieben auf. Nur sechs Fähigkeiten sind demnach angesagter, darunter Schwergewichte oder Trendsetter wie Blockchain, Analytisches Denken, Künstliche Intelligenz und Vertrieb.

Diese Fremdsprachenkenntnisse in die Bewerbung aufnehmen

An Fremdsprachenkenntnissen kommen viele Berufstätige heutzutage nicht mehr vorbei. Weil sie zum Beispiel im Ausland arbeiten oder bei einem internationalen Unternehmen im Inland, dessen Amtssprache englisch ist. Darum gehört Englisch nicht nur zum guten Ton, die Sprache ist Standard.

Positiv: Nahezu jeder Bewerber, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, verfügt heute über Englischkenntnisse. Freilich unterscheidet sich die Anzahl der Schuljahre. Letztlich kommt es darauf an, wie gut man die fremde Sprache wirklich beherrscht. In der Bewerbung ist das Kompetenzniveau entscheidend.

Abheben können sich Bewerber mit Englisch also nicht. Dazu benötigen sie schon eine zweite Fremdsprache. Am besten, diese ist deckungsgleich mit den Realitäten und Ambitionen des Unternehmens. Will die Firma ihre China-Geschäfte ausbauen, sind Chinesischkenntnisse ein Pfund, mit dem Bewerber wuchern können. Wer sich dagegen mit Verweis auf seine exzellenten Finnisch-Skills bei einem Unternehmen bewirbt, dass in Finnland in keiner Weise präsent ist oder sein wird, dürfte kaum Vorteile haben.

Die Aufgabe lautet also herauszufinden: In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wo oder wohin will es expandieren? Welche Sprachkenntnisse werden dabei hilfreich sein?

Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Finnisch-Kenntnisse auch dann nicht verschweigen, wenn Sie ihnen vermutlich nichts bringen. Allein die Beherrschung verschiedener Sprachen zeugt von Interesse, Neugier und Lernbereitschaft…

Fremdsprachenkenntnisse: Anforderungen aus der Stellenanzeige herauslesen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Anforderungen, die in einer Stellenanzeige auftauchen. Muss-Anforderungen sind zwingend zu erfüllen, wenn Sie als Bewerber die Stelle wollen. Kann-Anforderungen dagegen sind so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte: Schön, wenn sie da sind, aber keine Voraussetzung.

In Bezug auf Fremdsprachenkenntnisse formulieren Arbeitgeber Muss-Anforderungen zum Beispiel so:

  • perfekte Beherrschung der deutschen Sprache
  • gute bis sehr gute Englischkenntnisse
  • …setzen wir verhandlungssichere Englischkenntnisse voraus
  • sehr gute Französischkenntnisse in Wort und Schrift

Wenn Sie solche Ausdrucksweisen in einer Stellenanzeige entdecken, können Sie davon ausgehen, dass Sie an diesen Sprachkenntnissen nicht vorbeikommen – und dass Sie auch im Berufsalltag in einer Fremdsprache werden kommunizieren müssen. Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn Sie etwa im internationalen Vertrieb oder im Produktmanagement arbeiten. Es kann sich um Telefongespräche handeln oder um E-Mails, in denen Ihnen keine frappierenden Fehler unterlaufen sollten.

Es gibt aber auch Formulierungen in einer Stellenanzeige, die darauf schließen lassen, dass es sich „nur“ um Kann-Anforderungen handelt. Beispiele:

  • …verfügen Sie idealerweise über gute Kenntnisse der russischen Sprache
  • …Sprachkenntnisse in Polnisch und Tschechisch wären wünschenswert
  • …von Vorteil wären Japanisch- oder Koreanischkenntnisse

Sie sind für die Stelle keine Voraussetzung. Aber wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, erhöhen Sie damit sehr wohl Ihre Jobchancen.

Sprachkenntnisse in Anschreiben und Lebenslauf platzieren

Sollte man die Sprachkenntnisse stets in einer Bewerbung nennen?

Prinzipiell: Ja. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aus den abenteuerlichsten Gründen. Aber Fremdsprachenkenntnisse gehen generell mit wünschenswerten Eigenschaften einher: Lerneifer, Neugier, Engagement zum Beispiel. Und die sind für einen Arbeitgeber immer brauchbar. Auch könnten Sprachkenntnisse darauf hindeuten, dass Sie über ein gewisses intellektuelles Niveau verfügen – schön!

Aber: Wenn Sie etwa mit Ihren Spanischkenntnissen prahlen wollen, Sie diese im neuen Job aber rein gar nicht einsetzen können, dann sollte Spanisch keinen prominenten Platz in Ihrer Bewerbung einnehmen. Im Lebenslauf auflisten? Ja, sicher. Im Anschreiben extra erwähnen oder im Lebenslauf demonstrativ hervorheben (durch Fettung etwa)? Auf keinen Fall. Das würde wiederum schlechte Eigenschaften zu Tage fördern: das Unvermögen, Dinge zu priorisieren oder zu analysieren.

Optimal wäre es, wenn Ihre Fremdsprachenkenntnisse vom Unternehmen gebraucht oder sogar aktiv nachgefragt würden. Dann ist es eine gute Strategie, sie in den Bewerbungsunterlagen möglichst präsent zu machen. Sind sie weniger wichtig, dann sollten andere Skills die vorderen Plätze einnehmen.

Es kommt dabei überdies auf den Beruf und die Branche an. In einem Wirtschaftszweig, der durch internationale Verflechtungen geprägt ist, kann man mit Sprachkompetenzen etwas anfangen. Sie können ein Vorteil sein, selbst wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige nicht danach gefragt hat. Ein Mittelständler oder Handwerksbetrieb dagegen, der hauptsächlich in der Heimatregion aktiv ist, dürfte sich über die Betonung Ihrer Japanischkenntnisse verwundert die Augen reiben. Im schlimmsten Fall fasst er es als überheblich und sonderbar auf – und sortiert Sie aus.

Und dann wären da noch die alten, klassischen Sprachen wie Latein, Hebräisch oder Altgriechisch, die im Alltag gar nicht mehr gesprochen werden. Wichtig sind sie allenfalls für angehende Historiker oder Theologen. Weglassen müssen Sie Ihr Latein-Wissen selbstverständlich nicht, aber damit angeben sollten Sie ebensowenig. Sie müssen für diese Sprachen auch keine Kompetenzstufen angeben. Latinum, Graecum oder Hebraicum genügen.

Die 10 wichtigsten Fremdsprachen

Die wichtigsten Fremdsprachen SprachkenntnisseWelche Fremdsprachen sind im Beruf am wichtigsten? Um dies herauszufinden, wertete die Online-Jobbörse Joblift in einem Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 15 Millionen Stellenanzeigen von mehr als 1.000 Webseiten aus. In 3,4 Millionen Anforderungsprofilen wurden Sprachkenntnisse in Englisch gefordert – damit liegt englisch unangefochten auf Platz eins. Zum Vergleich: Die zehn Sprachen dahinter kamen zusammen nur auf ca. 420.000 Treffer.

Die große Bedeutung einer Sprache auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat in der Regel eine von drei Ursachen (oder eine Kombination aus mehreren): Entweder ist sie die Sprache eines Nachbarlandes (z.B. Dänisch, Niederländisch) oder sie wird von vielen Menschen weltweit (z.B. Chinesisch, Spanisch) oder innerhalb Deutschlands von den Mitgliedern einer großen Sprachcommunity gesprochen (z.B. Russisch, Polnisch).

Diese Fremdsprachenkenntnisse sind in Deutschland am gefragtesten:

  • Englisch
  • Französisch
  • Spanisch
  • Niederländisch
  • Italienisch
  • Russisch
  • Polnisch
  • Chinesisch (Mandarin)
  • Arabisch
  • Dänisch
  • Japanisch

Sprachkenntnisse Tipps

Vorsicht! Wenn Sie Ihre Bewerbung mit fließenden Englischkenntnissen garnieren, sollten Sie auch tatsächlich fließend englisch sprechen. Es gibt nichts Peinlicheres für Bewerber, als wie ein begossener Pudel dazustehen, wenn der Interviewer unvermittelt ins Englische wechselt. Blamage-Gefahr!

Kleiner Einwand: Natürlich können die fließenden Englischkenntnisse im Lebenslauf Sie überhaupt erst ins Bewerbungsgespräch bringen. Es ist also strategisch durchaus sinnvoll, mit seinen Sprachkompetenzen lieber zu übertreiben als übervorsichtig zu sein. Aber nur ein bisschen!

Wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung leicht übertrieben haben, dann lautet der Rat: Üben Sie wenigstens vor dem Vorstellungsgespräch! Legen Sie sich ein paar Standardsätze zurecht, über sich und Ihren Werdegang und feilen an der Aussprache. Das nimmt die größte Nervosität und leitet Sie im Zweifel über die erste Klippe.

Wenn Sie aber kaum Ihren Namen in der jeweiligen Fremdsprache richtig aussprechen können, dann sehen Sie von einer zu positiven Selbstbewertung ab. Die fliegt Ihnen um die Ohren. Grundkenntnisse in Französisch zeugen von intellektueller Neugier, erfordern aber keinen praktischen Nachweis. Sie sind damit auf der ziemlich sicheren Seite.

Fremdsprachenkenntnisse Einstufung

So formulieren Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung:

  • Grundkenntnisse

    Sie kennen die wichtigsten Vokabeln. Sich vorstellen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen. Der Satzbau ist für Sie kein Buch mit sieben Siegeln. Dann nehmen Sie die Sprache mit Grundkenntnissen in Ihren Lebenslauf auf. Das können Sie etwa dann machen, wenn Sie nur in der Schulzeit mit ihr in Berührung gekommen – aber seitdem ziemlich eingerostet sind.

  • Gute Kenntnisse

    Hier wird schon mehr verlangt. Dass Sie in der Sprache ein Gespräch führen oder telefonieren können. Dann spricht man auch von konversationssicheren Sprachkenntnissen. Diese Formulierung beinhaltet aber auch, dass Sie im Schriftverkehr noch Defizite aufweisen.

  • Sehr gute Sprachkenntnisse

    Komplexe Texte sind für Sie problemlos zugänglich. Über abstrakte Themen können Sie sich locker unterhalten. Sie können sich in Diskussionen einschalten oder fachbezogene Konversationen führen – und zwar auch mit Muttersprachlern. Dann haben Sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse.

  • Verhandlungssicher in Wort und Schrift

    Sie können in der Fremdsprache völlig problemlos kommunizieren: verbal und schriftlich. In allen Kontexten ist der Einsatz der Fremdsprache möglich – und zwar intuitiv. Lange nach Formulierungen oder Wörtern müssen Sie nicht suchen. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie lange im Ausland gelebt haben.

  • Muttersprachler/muttersprachliches Niveau

    Das ist einfach. Wenn Sie einen Migrationshintergrund und die Fremdsprache zuhause gesprochen haben, ist sie für Sie logischerweise keine Fremdsprache. Aber nicht schummeln: Es gibt Migrantenkinder, die die Sprache ihrer Eltern keineswegs perfekt beherrschen. Das Kompetenzniveau Muttersprachler können Sie aber auch ohne familiäre Bindungen erreichen. Wer Jahrzehnte in den USA gelebt hat und auch zuhause mit seiner Familie (perfekt) englisch spricht, der kann in seiner Bewerbung guten Gewissens muttersprachliches Niveau angeben.

So könnten Ihre Sprachkenntnisse im Lebenslauf konkret aussehen:

  • Sprachkenntnisse: Englisch (verhandlungssicher), Spanisch (gut), Französisch (Grundkenntnisse)
  • Sprachkenntnisse: Deutsch, Russisch (Muttersprache), Englisch (sehr gut), Schwedisch (Grundkenntnisse)
  • Sprachkenntnisse: Türkisch (Muttersprache), Englisch (verhandlungssicher), Arabisch (sehr gut), Farsi, Deutsch (gut)
  • Sprachkenntnisse: Englisch (muttersprachlich), Französisch, Portugiesisch (gut), Latein (Latinum)
  • Sprachkenntnisse: Serbisch (Muttersprache), Deutsch (muttersprachlich), Kroatisch, Bosnisch, Mazedonisch (sehr gut), Englisch (gut)

Fremdsprachen lernen: So geht’s

Fremdsprachen lernen Sprachkenntnisse FremdsprachenkenntnisseMit Fremdsprachenkenntnissen polieren Sie Ihre Bewerbung auf und treiben die Karriere voran. Aber wie lernen? Hier finden Sie alle Tipps, um schnell und gut eine neue Sprache zu lernen:

Klassifizierung Sprachkenntnisse

Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihr Fremdsprachenniveau ganz genau dokumentieren wollen oder müssen, dann können Sie dies anhand von Zertifikaten tun. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) etwa soll Sprachtests vergleichbar machen.

Demnach gibt es drei Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind wiederum in zwei Niveaustufen unterteilt. Das höchste liegt bei C, das niedrigste bei A. In Level A liegt das Kompetenzniveau des Sprechers bei elementar, in Level B bei selbstständig und in Level C bei kompetent.

  • Kompetenzniveau A1

    Hier finden sich absolute Beginner wieder. Diese können sich maximal rudimentär verständigen, ihren Namen nennen und Tschüss sagen. Die Gesprächspartner müssen ihr Sprachtempo und Vokabular dafür auf ein Starter-Level zurückfahren.

  • Kompetenzniveau A2

    Die Basics sind vorhanden. Der Sprecher kann sich in der Fremdsprache in einfachen Sätzen ausdrücken. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe versteht er.

  • Kompetenzniveau B1

    Das Sprachniveau ist fortgeschritten. Im Urlaub kann er oder sie sich gut mit Muttersprachlern verständigen. Auch sind leichte Konversationen über andere Themen wie Arbeit und Freizeit möglich.

  • Kompetenzniveau B2

    Komplexe Themen und Texte können schon verstanden werden – zumindest die Quintessenz daraus. Der Sprecher ist in der Lage, sich fließend und spontan zu verständigen. Er fühlt sich in der fremden Sprache auch in seinem Fachgebiet wohl.

  • Kompetenzniveau C 1

    Die Fremdsprachenkenntnisse sind fachkundig. Er oder sie verfügt über ein umfangreiches Textverständnis und kann auch tiefergehende Bedeutungen verstehen. Zu komplexen Themen kann sich der Sprecher völlig problemlos, spontan und fließend äußern.

  • Kompetenzniveau C2

    Jetzt sind wir (fast) auf muttersprachlichem Niveau angekommen. Raum nach oben gibt es kaum noch. Der Sprecher ist nun in der Lage, Texten und Unterhaltungen mühelos zu folgen und selbst etwas beizutragen. Seine Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert, sehr flüssig – und unterscheidet sich allenfalls noch durch den Akzent von einem echten Muttersprachler.

Wie man Fremdsprachenkenntnisse richtig bewertet, hat die TU Freiberg in einem PDF übersichtlich zusammengefasst: Hier.

Sprachzertifikate Bewerbung

Wie weise ich Sprachkenntnisse in einer Bewerbung nach? Zum Beispiel durch ein Sprachzertifikat. Diese Sprachzertifikate sind angesehen und gebräuchlich:

Englisch

  • Cambridge Certificate
  • Test of English as a Foreign Language (TOEFL)
  • Test Of English for International Communication (TOEIC)
  • Graduate Management Admission Test (GMAT)
  • International English Language Testing System (IELTS)
  • TELC (The European Language Certificates)

Spanisch

  • DELE (Diploma de Español como Lengua Extranjera)
  • TELC Español
  • DIE (Diploma Internacional de Español)
  • Certificado de Español Comercial (CEC)/ Diploma de Español Comercial (DEC)

Französisch

  • DELF/DALF (Centre international d’études pédagogiques bzw. CIEP)
  • TELC ((The European Language Certificates)
  • DFP (Diplôme de Français Professionnel Affaires)/DFA ( Diplôme de français des affaires)

Deutsch

  • B1 Zertifikat Deutsch des Goethe-Instituts
  • Deutsche Sprachdiplom der Kulturministerkonferenz (DSD)
  • TELC

10 Berufe, in denen Sie mit Sprachkenntnissen punkten

Fremdsprachenkenntnisse Berufe SprachenIn diesen 10 Berufen sind Fremdsprachenkenntnisse besonders wichtig:

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Bewerbung: Muster, Tipps und Checkliste für die perfekte Bewerbung

Eine gute Bewerbung ist der Türöffner zum Traumjob. Und es ist keine Hexerei, überzeugende Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Mühsam aber ist es sehr wohl. Denn dazu gehören das Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Anlagen und Zeugnisse. Außerdem wollen Formalien berücksichtigt werden, Muster und Vorlagen. Und: Jede Bewerbung sollte individuell sein. Alle Tipps für eine perfekte Bewerbung

Bewerbung schreiben: Aufbau

Ohne Bewerbung kein Job – diese Formel ist in den allermeisten Fällen richtig. Wer nach der Schule oder Uni durchstarten oder einen Branchenwechsel vollziehen will, kommt an einer sauber ausgearbeiteten Bewerbung nicht vorbei.

Bedenken Sie: Die Bewerbung ist zugleich Ihre erste Arbeitsprobe. Wer sich schon hier keine Mühe macht, wird sie sich im neuen Job auch nicht unbedingt machen. Oder? Diesen Eindruck könnte ein Arbeitgeber zumindest gewinnen.

Die Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg zur neuen Stelle. Er ebnet Ihnen im Optimalfall den Weg zum Vorstellungsgespräch – und zum Job.

Eine gute Bewerbung setzt sich aus mehreren Mosaiksteinen zusammen. Wer sie richtig und gekonnt aneinanderlegt, erhöht seine Chancen. Drei Bausteine sind dabei besonders wichtig:

  • Das Bewerbungsschreiben bzw. Anschreiben
  • Der Lebenslauf mit Bewerbungsfoto
  • Die Anlagen wie Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate und andere Weiterbildungsnachweise, Arbeitsproben

Alles zusammen kommt in eine Bewerbungsmappe (oder in eine E-Mail) und wird an das Unternehmen verschickt.

Diese drei Elemente sind bei einer klassischen Bewerbung normalerweise unabdingbar. Bitte lassen Sie davon nichts weg. Es sei denn, das Unternehmen verlangt ausdrücklich kein Anschreiben – zu dieser Praxis gehen in der Tat von Jahr zu zu Jahr mehr Unternehmen über. Oder Sie verfassen eine Kurzbewerbung, dann können Sie auf Anlagen vorerst verzichten.

Aufhübschen können Sie Ihre Bewerbung durch ein hübsches, übersichtliches Deckblatt – müssen es aber nicht. Im Einzelfall ist es zudem angebracht, eine Kopie Ihres Führerscheins sowie Ihres Führungszeugnisses beizulegen – aber nur, wenn verlangt.

Bewerbung Anschreiben

Viele Personaler überfliegen als Erstes den Lebenslauf, um schnell zu prüfen, ob ein Bewerber die Grundvoraussetzungen für die Stelle mitbringt. Das Argument lässt sich also nicht von der Hand weisen, dass der Lebenslauf und nicht das Bewerbungsanschreiben der wichtigste Part einer Bewerbung ist.

Wer die Vorauswahl nicht übersteht, fliegt raus – da kann das Anschreiben noch so stark sein. Wenn Sie aber die erste Runde meistern, kommt es in hohem Maße auf das Anschreiben an. Der Inhalt Ihres Schreibens muss überzeugen.

Der Inhalt zählt, nicht das ausgefeilte Design, eine besonders originelle Farbwahl oder eine kreative Schriftgestaltung. Sparen Sie sich die Mühe (es sei denn, Sie streben einen grafisch-künstlerischen Job an)! Bringen Sie im Bewerbungsschreiben Ihre Motivation für die angestrebte Stelle zum Ausdruck. Das ist der Wesenszug eines guten Anschreibens.

Kleiner Hinweis: Viele verwechseln das Anschreiben daher mit dem Motivationsschreiben. Das aber ist noch mal etwas anderes.

Ganz wichtig: Das Anschreiben ist nicht dazu da, um ausschließlich die Höhepunkte des Lebenslaufes zu wiederholen. Der Lebenslauf liegt ja bereits vor, im Anschreiben sollten Sie also andere Akzente setzen. Kein Personalverantwortlicher will sich Ihre beruflichen Stationen zweimal anhören bzw. durchlesen.

Vielmehr sollten Sie zum Ausdruck bringen – am besten sprachlich gewandt – warum Sie die Stelle unbedingt wollen und warum Sie der beste Kandidat dafür sind. Versetzen sie sich dabei in die Rolle des Unternehmens: Wo sind dessen Vorteile, wenn es Sie einstellt? Warum sollte es sich für Sie entscheiden?

Wichtig: Das Anschreiben muss übersichtlich, prägnant, frei von Rechtschreibfehlern sein. Und es sollte Interesse wecken und sich von anderen Bewerbungen abheben.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten: einen negativen Einstieg wählen. Indem Sie zum Beispiel betonen, wie schlimm Ihre aktuelle Stelle ist oder warum Ihr alter Chef so ein Kotzbrocken war. Das mag bisweilen als Kompliment für den Arbeitgeber in spe gemeint sein, kommt aber nicht so an.

Bleiben Sie positiv: Was Sie wollen, was Sie können, was Sie anbieten.

Und denken sie logisch. Ein Absolvent, der frisch von der Uni kommt, hat zwangsläufig noch keine jahrelange Berufserfahrung. In diesem Fall betonen Sie also Ihre Studienschwerpunkte, Ihre Studienleistungen und Soft Skills. Inwiefern kann das, was Sie in der Universität gelernt oder gemacht haben, Ihrem neuen Arbeitgeber nützlich sein? Darum geht es.

Denn die Faustregel lautet: Unternehmen stellen Spezialisten ein. Menschen, die etwas ganz Bestimmtes können. Als Absolvent aber hat man meist noch Generalisten-Status. Und bitte nicht in Understatement verfallen. Nach dem Motto: Ich bin ein armer Student und will doch nur einen Job. Das wäre grundfalsch. Sie sind hervorragend ausgebildet, bringen Talent, Potenzial und Wissen mit.

Haben Sie dagegen schon mehrere Berufsjahre auf dem Buckel, dann betonen Sie in Ihrer Bewerbung erfolgreich absolvierte Projekte. Was haben Sie konkret für Ihr altes Unternehmen geleistet? Welche Erfolge haben Sie vorzuweisen? Und wie könnten Sie diese in der neuen Stelle wiederholen – oder sogar toppen?

Ein ganz grundsätzlicher Tipp: Lassen Sie sich mit dem Anschreiben ruhig ein paar Tage Zeit. Eine oder mehrere Nächte drüber schlafen, den Text liegenlassen und mit einem frischen Blick verbessern, ein weiteres Mal mal liegenlassen und dann vollenden. Am besten so viel Zeit nehmen, dass am Ende jeder Satz sitzt wie eine Eins…

Das sind die Faustregeln für das Anschreiben in Ihrer Bewerbung:

  • Das Anschreiben sollte nicht länger als zwei Seiten lang sein.
  • Erstellen Sie ein individuelles Bewerbungsschreiben, das auf den jeweiligen Arbeitgeber zugeschnitten ist.
  • Aktiv formulieren, mehr Verben nutzen, weniger Substantive.

Bewerbung Anschreiben Beispiele

Schon der erste Satz im Anschreiben sollte passen. Mit dem Einstieg fesseln Sie den Personaler, machen ihn neugierig auf Sie. Also lieber nicht langweilige Standardfloskeln verwenden wie „Hiermit bewerbe ich mich…“. Sondern lieber so etwas wie:

  • Sehr geehrte/r Frau/Herr XY,

    schon seit geraumer Zeit befasse ich mit intensiv mit _____________. Als ich Ihre Stellenanzeige vom _____________ sah, wusste ich: Diese Stelle habe ich schon immer gesucht. Die Perspektive, aber auch die Herausforderungen, die diese Position bietet und abverlangt, begeistern mich…

Wenn Sie im Folgenden Ihre beruflichen Stationen beschreiben wollen, können Sie sich an der sogenannten AHA-Methode orientieren. AHA setzt sich zusammen aus:

  • Aufgabe: Welche berufliche Herausforderung haben Sie schon gemeistert? Welches Projekt, welche Personalie?
  • Handlung: Wie haben Sie das Problem gelöst, welche Maßnahmen ergriffen?
  • Abschluss: Wie sehr haben Sie dem Unternehmen damit geholfen? Können Sie das vielleicht auch in Zahlen ausdrücken?

Ein gutes Beispiel:

  • Ich habe zuletzt als Führungskraft in der Fertigung gearbeitet und dabei Prozesse in Gang gesetzt, die zu einer deutlichen Verbesserung im Betriebsablauf führten. Dadurch konnten die Produktivität um insgesamt 15 Prozent gesteigert und die Kosten um zwei Millionen Euro gesenkt werden.

Bewerbung Anschreiben Muster

Anschreiben für die Bewerbung: Hier sind Muster für Azubis, Praktikanten, Werkstudenten und Führungskräfte…

Bewerbung Lebenslauf

Sie können den Lebenslauf in der Bewerbung chronologisch oder amerikanisch verfassen. Das bleibt Ihnen überlassen.

Die amerikanische Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die aktuelle Position zuerst genannt wird. Der amerikanische Lebenslauf hat sich zum Standard entwickelt, weil er es einfacher macht, das Profil des Bewerbers zügig zu erfassen. Die letzte Position hat nun einmal eine größere Aussagekraft als irgendein Praktikum, das man noch zu Schulzeiten absolviert hatte.

Aber denken Sie daran: Personaler widmen einer Bewerbung nur Buchteile ihrer Zeit. Die Umfragen geben zwischen zwei und vier Minuten an – mehr Zeit haben Sie nicht, um ihn oder sie von sich zu überzeugen.

Darum müssen Sie das Wesentliche in Ihrem Bewerbungslebenslauf möglichst prominent platzieren. Dies kann bedeuten, unnötige Platzfüller wie ein Praktikum auch mal wegzulassen oder wichtige Tätigkeiten mit einigen Stichworten näher zu beschreiben.

Prinzipiell bietet sich für die Bewerbung ein tabellarischer Lebenslauf an, weil er sehr übersichtlich ist. Die wichtigsten Daten können hier schnell erfasst werden.

Das sind die wichtigsten Tipps für den Lebenslauf in der Bewerbung:

Aufbau

Beim tabellarischen Lebenslauf gehören die Zeitangaben nach links, die Fakten nach rechts. Keine optischen Experimente. Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung.

Inhalt

In die Vita gehören zwingend hinein:

  • Persönliche Daten wie Name, Geburtstag, Geburtsort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit.
  • Berufserfahrung
  • Qualifikationen, Weiterbildungen, besondere Kenntnisse und Fähigkeiten wie EDV-Kenntnisse oder Fremdsprachenkenntnisse
  • Ausbildung, auch ein evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst

Ordnen Sie alles zeitlich sauber ein und reihen es – möglichst lückenlos – aneinander. Sonst erwecken Sie den Eindruck, peinliche Stationen kaschieren zu wollen.

Zeitangaben

In der Regel sind Monatsangaben ausreichend. Beispiel:

  • 07/2017 – 06/2019 Ausbildung zur Bankkauffrau in der Kreissparkasse Elmshorn.

Tabus

Was NICHT in den Lebenslauf gehört, sind diese Punkte: Familieninformationen wie der Berufsstand der Eltern, Gehaltsvorstellungen (gehören – sofern verlangt – ins Anschreiben), religiöse und politische Ansichten sowie sonstige Informationen, die für die angestrebte Stelle komplett irrelevant sind.

Schluss

Wenn Sie Ihren Lebenslauf schreiben, schließen Sie diesen bitte ganz formell mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift ab. Achtung: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit noch dazu führen, dass Ihnen fristlos gekündigt wird.

Bewerbung Lebenslauf Beispiele

Wichtig ist die Sprache, in der Sie Ihre Bewerbung schreiben. Formulieren Sie nicht zu passiv. Wer passiv formuliert, wirkt auf den Personaler auch so. Dies gilt fürs Anschreiben, aber auch für den Lebenslauf.

Schauen Sie sich doch mal diesen Satz an:

  • Erarbeitung der Weiterbildungspläne anhand der Entwicklungsziele des Unternehmens und der Mitarbeiter

Erstens versteht man auf Anhieb gar nicht, was dieser Satz konkret bedeuten soll. Schuld ist der Nominalstil. Zweitens suggeriert die Vokabel Erarbeitung, dass hier jemand am Werk war, der lediglich auf Anweisung von oben, aber nicht aus eigenem Antrieb aktiv geworden ist.

Sie sehen: Wer passiv formuliert, kann kaum gewinnen.

Nun das Gegenbeispiel:

  • Fortbildungskonzept der GmbH umstrukturiert
  • Lehrgangspläne für die Belegschaft konzipiert

Wir haben nun zwei aktive Verben gewählt, den Satz umgestellt und dadurch sofort ein attraktiveres Gesamtbild geschaffen. Die beiden Stichpunkte klingen nun ganz so, als habe der Autor sehr dynamisch die Initiative ergriffen und den Laden regelrecht umgekrempelt, finden Sie nicht auch?

Darum noch mal der Reminder: Reihen Sie im Lebenslauf Ihrer Bewerbung nicht einfach Ihre beruflichen Stationen aneinander. Schreiben Sie, was Sie aktiv angeschoben, entwickelt, zu Ende gebracht haben. Präsentieren Sie sich als jemand, der engagiert ist, selbstständig arbeitet und Eigeninitiative an den Tag legt.

Nutzen Sie in der Bewerbung viele Verben, um Aktivität zu signalisieren. Immerhin sind Verben ja auch als Tuwörter bekannt. Noch besser, Sie verwenden Verben, die nicht abgegriffen oder beliebig sind.

Gute Verben für die Bewerbung sind zum Beispiel:

  • umsetzen
  • realisieren
  • verbessern
  • modifizieren
  • optimieren
  • beschleunigen
  • organisieren
  • entwickeln
  • integrieren
  • konzertieren
  • moderieren
  • koordinieren
  • führen
  • initiieren
  • managen

Das sind aber wohlgemerkt nur ein paar Vorschläge. Es gibt selbstverständlich noch viele weitere Verben, die Ihnen in Ihrer Bewerbung gut zu Gesicht stehen. Nutzen Sie sie! Sie werten Ihre Bewerbung auf.

Bewerbung Lebenslauf Muster

Um Ihnen zu helfen, haben wir zehn Lebenslauf-Vorlagen als WORD-Datei und als PDF erstellt, die Sie sich kostenlos herunterladen können. Muster-Bewerbung downloaden – einfach auf das Vorschaubild klicken…

Bewerbung Muster Beispiel Muster Bewerbung Beispiel
Bewerbung Vorlage Nr. 1: PDF Vorschau Bewerbung Vorlage Nr. 2: PDF Vorschau
Bewerbung Beispiel Muster Muster Bewerbung Beispiel
Bewerbung Vorlage Nr. 3: PDF Vorschau Bewerbung Vorlage Nr.4: PDF Vorschau
Bewerbung Vorlage Bewerbung + Vorlage
Bewerbung Vorlage Nr.5: PDF Vorschau Bewerbung Vorlage Nr. 6: PDF Vorschau
Bewerbung vorlage word Vorlage Bewerbung
Bewerbung Vorlage Nr.7: PDF Vorschau Bewerbung Vorlage Nr.8: PDF Vorschau
Bewerbungslebenslauf vorlage# Bewerbungslebenslauf vorlagen
Bewerbung Vorlage Nr. 9: PDF Vorschau Bewerbung Vorlage Nr. 10: PDF Vorschau

Bewerbung Anlagen

Ja, Anlagen können lästig sein. Aber sie sind mehr als eine Formalität, mehr als nur Beiwerk. Sie runden Ihre Bewerbung ab und können sogar entscheidend sein. Denn sie reichern Ihre Bewerbung mit etwas ganz Wesentlichem an – mit Beurteilungen neutraler Dritter.

Zu den Anlagen einer Bewerbung zählen vor allem:

  • Schul-, Hochschul- und Ausbildungszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • Bescheinigungen und Zertifikate
  • Referenzen und Empfehlungsschreiben
  • ggf. Arbeitsproben

All diese Dokumente (mit Ausnahme der Arbeitsproben) werden nicht von Ihnen selbst verfasst, sondern von jemandem, der Ihre Leistung – möglichst neutral – zu bewerten hatte. Sie können dem Personaler also wertvolle Einsichten und Einblicke in Ihren Charakter, Ihr Arbeitsverhalten und Ihre Fähigkeiten liefern.

Im besten Fall stimmen die Aussagen und Noten in den Anlagen mit Ihrem Selbstbild, das Sie in der Bewerbung vermittelt haben, überein.

Auch hier bitte wieder auf die Form achten: Die Anlagen nicht als lose Blätter zu den restlichen Unterlagen stopfen, sondern ein Anlagenverzeichnis anfertigen.

Dieses Verzeichnis platzieren Sie am Ende Ihres Anschreibens, aber nicht in den Lebenslauf. Alternativ können Sie es auch ins Deckblatt integrieren, sofern Sie sich für eines entschieden haben.

Erfassen Sie die Anlagen am besten chronologisch – also nicht nach Art der Anlage, sondern nach dem Zeitraum. Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen in der Reihenfolge ihres Erwerbs anordnen.

Bewerbung Anlagen Anzahl

Anlagen in der Bewerbung sollen dem Personaler als Beleg dafür dienen, dass die Angaben des Bewerbers korrekt sind. Und sie können zusätzliche Informationen beinhalten. Das kann insbesondere bei Absolventen hilfreich sein, die noch nicht über umfangreiche Berufserfahrungen verfügen.

Sie müssen also nicht jedes Dokument und Zertifikat zwingend in Ihre Bewerbung einbauen, sondern nur diejenigen, die belegen, dass Sie die erforderlichen Qualifikationen für die Stelle besitzen.

Selbst Ihr Abiturzeugnis ist kein Muss, sofern Sie ein bestimmtes Alter erreicht und Ihr Hochschulzeugnis beigefügt haben. Als Richtwert können Sie sich 30 Jahre merken. Ab dann haben die Abi-Noten keine wirklich herausragende Aussagekraft mehr.

Auch Praktika oder Zertifikate aus Branchen, die mit Ihrer aktuellen nicht das Geringste zu tun haben, können Sie gerne unterschlagen. Beispiel Führerschein: Dass Sie einen haben, ist nur wichtig, wenn Sie ihn für den Job auch brauchen. Das trifft auf Taxifahrer und Servicefahrer zu, auf Handelsvertreter oder Reporter – auf auf viele andere hingegen nicht.

Falls das Unternehmen diese Nachweise dennoch sehen will, können Sie sie außerdem immer noch nachreichen.

Trotz allem gilt: Bewerbungsunterlagen sollten stets vollständig sein. Kopien dieser Zeugnisse sollten Sie Ihrer Bewerbung in jedem Fall beilegen:

  • Arbeitszeugnisse
  • Hochschulabschlusszeugnis
  • Berufsausbildungszeugnis
  • Zeugnis über den letzten Schulabschluss

Wie schon gesagt, das Schulzeugnis kann ab einem bestimmten Alter – und bei Vorhandensein eines Hochschulzeugnisses – entfallen.

Falls Sie nun über äußerst viele Anlagen verfügen – weil sie zum Beispiel sehr häufig den Job gewechselt haben – können Sie aussortieren. Denn der Personaler will sich nicht durch ein dickes Kompendium kämpfen, sondern sich einen schnellen Überblick verschaffen.

Halten Sie sich an diese Vorgaben, damit Ihre Bewerbung nicht ausufert:

  • Mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse müssen Sie Ihrer Bewerbung nicht beifügen.
  • Die aktuellsten Zeugnisse auswählen.
  • Den Nachweis über die höchste (Hoch)Schulausbildung wählen.
  • Nicht mehr als zwei (möglichst aktuelle) Referenzen angeben.

Bewerbung Fehler

Potenzielle Fehler in der Bewerbung gibt es unzählbar viele. Diese Patzer sollten Sie vermeiden:

  • Namen

    Namen sollten unbedingt richtig recherchiert und korrekt sein. Dies gilt für den Namen Ihres Ansprechpartners (Sehr geehrter Herr Meyer oder Sehr geehrter Herr Meier?) ebenso wie für den Namen des Unternehmens. Wer sich bei Bayersdorf bewirbt oder bei Henckel oder bei Deimler oder bei Addidas oder bei Kontinental, kann den Job vergessen – völlig zurecht.

  • Rechtschreibung

    Buchstabendreher können jedem mal passieren – aber bitte nicht in der Bewerbung. Schließlich haben Sie genügend Zeit, um alles in Ruhe Korrektur zu lesen – und lesen zu lassen. Rechtschreib- und Grammatikfehler sind für Bewerber im Prinzip unverzeihlich. Sie zeugen von mangelnder Sorgfalt, Indifferenz oder gar fehlender Bildung. Und das sind nicht die Eigenschaften, die man vermitteln möchte.

  • Überlänge

    In der Kürze liegt die…, Sie wissen schon. Wer das Anschreiben nicht auf eine Seite bekommt, beweist lediglich, dass er nicht priorisieren und Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden kann. Negativ. Auch den Lebenslauf stopfen Bewerber lieber nicht mit Schülerpraktika und EDV-Zertifikaten von anno dunnemals voll.

  • Formatierung

    Verschiedene Schriftgrößen und Schriftarten in der Bewerbung, keinerlei Absätze oder fehlende Unterschrift und Datum. Wahren Sie die Form – das klingt spießig, zeugt aber von Genauigkeit und Sorgfalt. Was auch nicht geht: Allzu lückenhafte Angaben oder eine doppelseitige Bedruckung Ihrer Unterlagen. Im Falle einer Online-Bewerbung achten Bewerber darauf, die Bewerbung in einem PDF-Dokument zu liefern, das 5 MB nicht überschreitet.

  • Standardfloskeln

    Davon gibt es sehr, sehr viele. Ich bin ein Teamplayer, ist so eine. Meine größte Schwäche? Ich bin ungeduldig. Ich bin engagiert. Als Einstiegssatz ist Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen ein Liebestöter. Am Ende kommt Ich würde mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen nicht so gut an, da im Konjunktiv formuliert. Und Sie würden den Job ja schließlich nicht wollen – Sie WOLLEN ihn!

  • Foto

    Ein professionelles Bewerbungsfoto ist ein echtes Faustpfand. Wer sich schnell mal selbst knipst oder fünf Euro sparen will, schießt sich nur selbst in den Fuß. Gute Bewerbungsfotos erkennt man auf den ersten Blick. Sie lassen den Bewerber kompetent und sympathisch erscheinen – und erhöhen die Chancen auf Einstellung.

  • Anforderungsprofil

    Sie sollten die Stellenanzeige gründlich lesen, bevor Sie Ihre Bewerbung verfassen. Gehen Sie auf die dort genannten Anforderungen ein; stellen Sie diejenigen Qualifikationen in den Vordergrund, die in der angestrebten Stelle von Nutzen sind. Elementar wichtig: Die Qualifikationen oder Skills, ohne die es im Job definitiv nicht geht, arbeiten Sie im Anschreiben und Lebenslauf heraus.

  • Individualität

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Könnten der Bewerber diese Bewerbung rein theoretisch auch einem anderen Unternehmen geschickt haben oder noch schicken? Oder ist die Bewerbung so individuell, dass sie nur in diesem Fall passt? Ist Letzteres der Fall, haben Sie sich die ersten Punkte erarbeitet.

  • Bewerbungsmuster

    Schauen Sie sich gerne unsere Vorlagen an und lassen sich inspirieren. Aber übernehmen Sie sie nicht eins zu eins für Ihre Bewerbung. Relativ wahrscheinlich, dass beliebte Muster aus dem Netz häufiger auf dem Tisch der HR-Abteilungen landen. Das fällt auf. Außerdem können Personaler googeln.

Hier finden Sie 60 Bewerbungsfehler in einem PDF zum Downloaden!

Bewerbungsarten

Wenn von einer Bewerbung die Rede ist, können ganz unterschiedliche Formen gemeint sein. Diese 9 Bewerbungsarten sind am gebräuchlichsten:

  1. Klassische Bewerbung

    Sie enthält Anschreiben, Lebenslauf, optional ein Deckblatt und die Anhänge, also Zeugnisse, Zertifikate und Arbeitsproben. Die klassische Bewerbung drucken Sie auf Papier aus und versenden Sie in einer Bewerbungsmappe.

  2. E-Mail-Bewerbung

    Aufbau und Inhalt der E-Mail-Bewerbung sind die gleichen wie bei der klassischen Bewerbung. Einziger Unterschied: Sie wird per E-Mail versandt. Bewerber müssen dabei die Tücken der Technik beachten. Die E-Mail-Bewerbung sollten Sie von einer seriösen E-Mail-Adresse versenden und mit einem PDF-Dokument von nicht mehr als 5 Megabyte und einem adäquaten Dateinamen versehen, in dem alle Bewerbungsunterlagen zusammengefasst sind. Das Anschreiben können Sie direkt in den Mailtext schreiben.

  3. Online-Formular

    Vor allem größere Unternehmen wickeln ihre Bewerbungen über eigene Onlineportale ab. Bewerber werden durch den Vorgang geführt und müssen an den entsprechenden Stellen Ihre Unterlagen hochladen. Dies lässt ihnen weniger Gestaltungsspielraum, von der Masse abheben wird schwieriger. Anschreiben und Lebenslauf werden wohlgemerkt auch bei einer Online-Bewerbung benötigt.

  4. Initiativbewerbung

    Mit Initiativbewerbung ist eine Bewerbung auf eine Stelle gemeint, für die es keine öffentliche Ausschreibung oder Stellenanzeige gibt. Interessenten bewerben sich also auf gut Glück. Über das Format macht der Begriff dagegen keine Aussage. Bei einer Initiativbewerbung kann es sich zum Beispiel gleichzeitig um eine klassische Bewerbung, eine Kurzbewerbung oder eine E-Mail-Bewerbung handeln.

  5. Kurzbewerbung

    Eine Kurzbewerbung hat einen wesentlich geringeren Umfang als eine klassische Bewerbung. Sie umfasst ein kurzes Anschreiben und den tabellarischen Lebenslauf. Für Jobsuchende bieten sich Kurzbewerbungen zum Beispiel an, um sie auf Jobmessen zu verteilen und so das Interesse der Unternehmen zu wecken. Eine Kurzbewerbung eignet sich insbesondere als Initiativbewerbung.

  6. Interne Bewerbung

    Ein Jobwechsel setzt nicht zwangsläufig einen Arbeitgeberwechsel voraus. Auch auf offene Stellen im eigenen Unternehmen können sich Arbeitnehmer bewerben. Aufbau und Inhalte der internen Bewerbung unterscheiden sich im Grunde nicht von denen einer klassischen Bewerbung. Mit Erfolgen und Kenntnissen sollten Bewerber aber transparent umgehen – sie sind im Hause schließlich kein unbeschriebenes Blatt mehr.

  7. Kreative Bewerbung

    Die kreative Bewerbung besticht durch ihre – Überraschung – Kreativität. Diese kann durch ein außergewöhnliches Format oder Design oder durch spektakuläre Anlagen (z.B. Arbeitsproben) zum Ausdruck kommen. Sinn und Zweck der kreativen Bewerbung ist es, sich von den anderen Bewerbern abzuheben. Das ergibt in bestimmten Szenarien Sinn: Wenn die Konkurrenz extrem groß ist zum Beispiel oder wenn man in einer kreativen Branche unterwegs ist – oder aber in einer angestaubten Branche, die frische Ideen gut gebrauchen könnte.

  8. Anonyme Bewerbung

    Sie wird von vielen als Heilmittel gegen Diskriminierung jeder Art gesehen. In der anonymen Bewerbung macht der Verfasser keine Angaben zu seinem Geschlecht, zu Alter, Familienstand, Nationalität, ethnischer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. In Deutschland hat sich die anonyme Bewerbung allerdings noch nicht durchgesetzt.

  9. Passive Bewerbung

    Der Arbeitsmarkt ist heute ein Bewerbermarkt. Die Unternehmen sind es, die sich anstrengen müssen im vielzitierten War for Talents. Fähige Kräfte können sich daher auch passiv finden lassen – zum Beispiel über ein Business-Netzwerk wie Xing oder Linkedin. Wer hier die entsprechenden Häkchen setzt und Eintragungen macht (offen für neue Herausforderungen) und gefragte Skills einträgt, wird früher oder später Post im Eingang haben.

Bewerbung Checkliste

Hier noch mal eine kurze Checkliste für Ihre Bewerbung. Sie sollten bei der Bewerbung…

  • Ihre aktuelle Adresse einfügen
  • Seriöse E-Mail-Adresse wählen
  • Namen Ihres Ansprechpartners recherchieren
  • Namen des Ansprechpartners und Unternehmens richtig schreiben
  • Datum aktualisieren
  • Passende Betreffzeile wählen
  • Originellen Einstiegssatz im Anschreiben verfassen
  • Bezug zum Unternehmen herstellen
  • Motivation für die Stelle herausarbeiten
  • Muss-Qualifikationen und Fähigkeiten für den Job nennen
  • Referenzen oder Empfehlungsschreiben aufnehmen
  • Frühesten Eintrittstermin nennen
  • Gehaltsvorstellung angeben (sofern verlangt)
  • Grußformel (Mit freundlichen Grüßen) und Unterschrift nicht vergessen
  • Die vom Unternehmen gewünschte Bewerbungsform wählen (Online, Papier etc.)
  • Nur gewünschte Formate mitliefern (PDF, Word etc.)
  • Dateigröße komprimieren (bei Online-Bewerbung)
  • Alle Tippfehler korrigieren (Rechtschreibprüfung!)
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Curriculum Vitae: Aufbau, Inhalt und die besten Action-Verben

Curriculum Vitae ist ein Wortungetüm aus grauer Vorzeit – aber immer noch lebendig. In Deutschland wird der Begriff oft mit Lebenslauf übersetzt, in den USA zum CV verkürzt. Ohnehin begegnet Ihnen das Curriculum Vitae in Nordamerika und Großbritannien sehr viel häufiger. Es unterscheidet sich in wichtigen Details sowohl vom amerikanischen Resume als auch vom deutschen Lebenslauf. Wenn Sie beruflich nach New York oder London übersiedeln wollen, sollten Sie die Unterschiede kennen…

Curriculum Vitae Definition

Curriculum Vitae ist – wie sie sicher schon vermutet haben – lateinisch. Es bedeutet übersetzt Lebenslauf. Für teutonische Zungen ist die Vokabel kein Selbstläufer. Das Wort ist lang, kompliziert und wird daher nur in Ausnahmefällen im Personalbüro genutzt. Warum auch Curriculum Vitae aussprechen, wenn man einfach Lebenslauf sagen kann?

Doch damit kann man schnell etwas durcheinanderbringen – insbesondere dann, wenn man sich im englischsprachigen Ausland bewirbt. Im englischen Sprachbereich ist der Terminus sehr viel geläufiger. Hier nutzt man sehr gerne die Wortkombination Curriculum Vitae – beziehungsweise die Abkürzung CV. Alternativen sind Resume und Vita.

Es gibt dabei Unterschiede sowohl zwischen einem englischen CV und einem deutschen Lebenslauf als auch zwischen CV und Resume. Mit Curriculum Vitae ist ein Lebenslauf gemeint, der den beruflichen Werdegang des Bewerbers vollständig wiedergibt. Das Resume ist kürzer und stellt nur die wichtigsten Stationen des Bewerbers dar. Beide unterscheiden sich in ihrer Form wiederum relativ stark vom deutschen Lebenslauf. Zu den Eigenarten des CV später mehr…

Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Er enthält die wesentlichen Informationen und wird vom Personalverantwortlichen daher zur Entscheidungsgrundlage gemacht.

Und er zählt zu den Muss-Elementen in den Bewerbungsunterlagen – neben dem Anschreiben und den Anlagen wie Zeugnissen oder Arbeitsproben.

Was bedeutet das konkret für Sie als Bewerber? Geben Sie sich maximale Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufs. Tipps dazu kommen jetzt…

Curriculum Vitae Aussprache

Curriculum Vitae AusspracheWie spricht man Curriculum Vitae richtig aus? Einfach so: Kurrikulum Witä. Das C wird wie ein K gesprochen, das V wie ein W.

Wenn Sie den lateinischen Begriff allerdings englisch akzentuieren wollen, weil Sie sich zum Beispiel in den USA bewerben, dann empfiehlt das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) diese Aussprache für Curriculum Vitae: kʊˌʁiːkulʊm ˈviːtɛ.

Sollten Sie mit dem IPA nichts anfangen können, dann orientieren Sie sich hieran: Kurrikjulum Waidäi. So kommen deutsche Muttersprachler dem englischen Zungenschlag vermutlich am nächsten.

Tipp: Im Zweifel verzichten Sie ganz auf das Wortungetüm und verwenden einfach die Abkürzung CV. Also auf deutsch: Si-Wi.

Curriculum Vitae Verwendung

Welches Format wählen Sie, wenn Sie sich in den USA bewerben: Curriculum Vitae oder Resume? Relevant ist vor allem der Sektor, in dem Sie sich bewerben. Wenn Sie in der Privatwirtschaft oder bei einer nicht-akademischen Stelle anheuern wollen, schreiben Sie ein Resume.

Der Arbeitgeber will sich nur einen kurzen Überblick über Sie verschaffen. Knappe, harte Facts, kein Fließtext! Sämtliche Informationen, die für die Stelle nicht relevant sind, streichen Sie – sogar dann, wenn es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt.

Wenn Sie aber in die Forschung gehen oder einen akademischen Beruf ergreifen wollen, dann entscheiden Sie sich fürs Curriculum Vitae. Das CV bietet mehr Platz für Ihre Stationen und Leistungen, kann sogar über zwei oder drei Seiten hinausgehen. Sie können jedes Ihrer Projekte auflisten und beschreiben.

Zusammengefasst kann das Curriculum Vitae nützlich sein bei…

  • einer Bewerbung im englischsprachigen Ausland (USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Südafrika)
  • einem internationalen Unternehmen weltweit
  • einem deutschen Unternehmen, das einen englischsprachigen Mitarbeiter sucht

Tipp: Sie können Ihren (deutschen) Lebenslauf in Ihrer Bewerbung auch in Deutschland mit Curriculum Vitae betiteln. Das klingt gebildet – gerade in akademischen Gefilden muss das kein Nachteil sein.

Hier sind noch weitere Tipps für einen Lebenslauf auf englisch.

Curriculum Vitae Inhalt

Fordert ein Arbeitgeber in der Bewerbung dazu auf, ein Curriculum Vitae einzusenden, dann verlangt er damit in der Regel einen englischen Lebenslauf. Sie sollten also nicht nur englisch sprechen, sondern auch die formalen Unterscheide beachten – gerade in international aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach Ihren deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen, wenn Sie sich im englischsprachigen Ausland bewerben. Auf diese Aspekte sollten Sie achten:

  • Persönliche Angaben

    Möglicher Diskriminierung wollen die Amerikaner schon bei der Bewerbung einen Riegel vorschieben. Verzichten Sie daher im CV auf Angaben zu Ihrem Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität. Das ist wohlgemerkt keine Bitte, sondern eine klare Ansage! In Großbritannien gilt das Gleiche.

  • Foto

    Auch das Bewerbungsfoto kleben sie nicht in Ihr Curriculum Vitae – und auch sonst nirgendwohin. Keine Fotos, mehr Chancengleichheit – so lautet die Gleichung der Angelsachsen (sowohl in den USA als auch in UK).

  • Länge

    Das Curriculum Vitae ist im Vergleich zum deutschen Lebenslauf etwas länger. Es kann aus zwei bis maximal drei Seiten bestehen. Das Resume wird dagegen knapp gehalten. Nicht mehr als eine Seite!

  • Aufbau

    Der englische Lebenslauf hat sich auch in Deutschland längst durchgesetzt. Diesbezüglich müssen Sie sich also nicht umstellen. Die letzten Arbeitsstationen kommen zuerst. Danach arbeiten Sie sich in zeitlich umgekehrter Reihenfolge immer weiter bis in die Vergangenheit vor. Die aktuelle Station zuerst, die erste Station zuletzt.

  • Referenzen

    Referenzen haben in den USA und Großbritannien einen höheren Stellenwert als bei uns. Warum? Arbeitszeugnisse sind dort nicht üblich, also müssen sich Arbeitgeber auf andere Quellen verlassen. Bauen Sie also unbedingt Referenzen in Ihre Bewerbung ein. Die Ansprechpartner sollten Sie vorher aktiv ansprechen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Wunsch-Arbeitgeber telefonisch bei einer Referenz meldet.

  • Schluss

    In der deutschen Bewerbung steht die handschriftliche Unterschrift für Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit. Im angelsächsischen Kulturraum können Sie die Unterschrift weglassen.

Action Words verwenden, Buzzwords meiden

Curriculum Vitae schreibenFormulieren Sie Ihr Curriculum Vitae aktiv und positiv. Sogenannte Action Words können helfen. Hier eine Liste von guten Action Words für Ihr Curriculum Vitae:

  • achieved
  • adapted
  • coached
  • communicated
  • decided
  • developed
  • exercised
  • facilitated
  • guided
  • improved
  • negotiated
  • organized
  • presented
  • resolved
  • supervised
  • trained
  • upgraded
  • validated
  • won

Auf der anderen Seite gibt es überstrapazierte Verben, die kein Personaler mehr hören oder lesen will. Zu den Buzzwords, die Sie im Curriculum Vitae vermeiden sollten, zählen:

  • creative
  • experienced
  • dynamic
  • driven
  • hard worker
  • leadership
  • passionate
  • expert
  • focused
  • innovative
  • motivated
  • team player
  • strategic

Curriculum Vitae Aufbau

Inhaltlich besteht das Curriculum Vitae aus diesen Elementen:

  1. Personal Data

    Trotz aller Bemühungen um Antidiskriminierung: Anonym ist das Curriculum Vitae natürlich nicht. Sie geben im CV zwingend Ihren vollständigen Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an. Der Name gehört in die erste Zeile, alle anderen Angaben finden darunter Platz. Achten Sie zudem darauf, Umlaute auszuschreiben, also zum Beispiel: Thomas Mueller oder Gerhard Schroeder oder Diane Krueger. Und bei allem Sinn für Humor, der speziell den Briten nachgesagt wird: Setzen Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Also nicht so etwas wie sweetheart555@gmail.com oder rockybalboa89@me.com

  2. Personal Profile

    Hier stehen zwei, drei Sätze, die Sie näher beschreiben. Ihre herausragenden Eigenschaften oder Befähigungen. Bitte kein substanzloses Blabla, sondern aussagekräftige Dreizeiler. Dieser Abschnitt ist aber optional. Bevor Sie Unsinn schreiben, lassen Sie ihn komplett weg.

  3. Education/Academic Qualification

    Sie listen an dieser Stelle Ihre schulische Bildung mitsamt Ihrer Abschlüsse auf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Auch die Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) können Sie hier unterbringen. Sofern sie über einen Hochschulabschluss verfügen, können sie den Namen der Arbeit oder Dissertation nennen und das Thema kurz umreißen.

  4. Work Experience

    Im Deutschen spricht man vom beruflichen Werdegang. Ihre Arbeitsstationen zählen Sie ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf: die aktuelle oder letzte Station ganz am Anfang, die erste zum Schluss. Sie sollten zwar Lücken nach Kräften vermeiden, müssen andererseits aber nicht jede irrelevante Stelle angeben. Beispiel: Wenn Sie während der Uni als Kassierer gejobbt haben, dann nehmen Sie diese Station nur auf, wenn Sie sich im Einzelhandel oder Vertrieb bewerben. Andernfalls lassen Sie sie weg. Wichtig sind der Zeitraum der Anstellung, der Firmenname mitsamt Internetlink, der Standort sowie die genaue Berufsbezeichnung. Erfolge oder besondere Projekte können ergänzt werden. Eine Kurzversion genügt aus, wenn Sie ein US-amerikanisches Resume verfassen: In diesem Fall listen sie lediglich zwei oder drei für die Stelle relevanten Jobs auf – den wichtigsten Job zuerst. Wenn man den Lebenslauf nach Fähigkeiten gewichtet, spricht man auch vom Functional Resume. Aus Bewerbersicht besteht der große Vorteil darin, dass Lücken im Lebenslauf plötzlich keine Rolle mehr spielen.

  5. Skills

    An diese Stelle kommen bislang unerwähnte Fähigkeiten. Das können Sprachkenntnisse und EDV-Kenntnisse sein. Auch der Führerschein kann hier auftauchen, sofern er eine Relevanz für die angestrebte Stelle hat.

  6. Activities/Engagement

    Haben Sie spezielle Interessen, Ehrenämter und Hobbys? Diese finden hier Platz. Aber bitte wiederum nur dann, wenn sie einen Bezug zur Arbeitsstelle aufweisen. Oder wenn Sie Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Leadership-Qualitäten unterstreichen. Eine Mannschaftssportart könnte etwa auf einen ausgeprägten Teamgeist hindeuten. Vorsicht bei Extremsportarten: Es soll Arbeitgeber geben, für die Paragliding oder Freestyle Skiing aufgrund der hohen Verletzungsgefahr rote Tücher sind. Lieber weglassen!

  7. References

    Auch in Deutschland gewinnen Referenzen in der Bewerbung an Bedeutung. Menschen vertrauen vor allem dem Urteil anderer Menschen – daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Wenn Sie sich in den USA mit Ihrem Curriculum Vitae bewerben, sind Referenzen noch wichtiger. Beachten Sie: Eine Reference beinhaltet in der Regel zwei Personen. Diese können über ihre Erfahrungen mit Ihnen Auskunft geben – und sie werden oft auch wirklich kontaktiert. Geben Sie also neben den Namen auch die Telefonnummern und E-Mail-Adressen an. Vorher fragen Sie Ihre Referenzgeber, ob diese einverstanden sind. Und wählen Sie bitte nur solche aus, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben und die Sie wohlwollend bewerten.

Curriculum Vitae Beispiel

Ein Muster für ein englisches Curriculum Vitae finden Sie hier als PDF.

Curriculum Vitae Tipps

Im deutschen Lebenslauf führen Sie die einzelnen Stationen für gewöhnlich in Stichpunkten auf. Im Curriculum Vitae können bzw. sollten Sie sie ausführlicher umschreiben. Die Stichpunkte ergänzen Sie durch Fließtext und beschließen ihn am Ende mit einem Punkt.

Vorteil: Sie können sich auf diese Weise sehr gut in Szene setzen. Sie können sich selbst besser vermarkten und präsentieren. Und genau das ist ja schließlich der Sinn einer Bewerbung.

Dabei geht es auch um Ihre harten Skills. Versuchen Sie, diese im Curriculum Vitae so herauszuarbeiten, dass sie den Empfänger überzeugen. Ihre Befähigung muss zu den Vorgaben in der Stellenbeschreibung passen.

Wichtig ist, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, bei welchen Fähigkeiten es sich um Muss-Anforderungen und bei welchen es sich um Kann-Anforderungen handelt. Die Muss-Anforderungen sind Pflicht. Sie müssen in Ihrem Curriculum Vitae auftauchen, sonst hat Ihre Bewerbung kaum Aussicht auf Erfolg. Die Kann-Anforderungen sind hingegen keine Grundvoraussetzungen, aber erhöhen Ihre Chancen auf Einstellung.

Nicht immer ist es einfach, die Muss- von den Kann-Anforderungen zu unterscheiden. Sie erkennen Muss-Anforderungen zum Beispiel an diesen Formulierungen:

  • Sie bringen mit
  • Wir erwarten
  • Voraussetzung ist
  • Erforderlich sind
  • …setzen wir voraus

Kann-Anforderungen sind nicht so streng formuliert. Hier einige Beispiele:

  • Wünschenswert sind Kenntnisse in…
  • Idealerweise…
  • Hinreichende Erfahrungen…
  • Wenn Sie zusätzlich mitbringen
  • Wir würden uns außerdem freuen
  • Hilfreich sind…

CV: Keywords unterbringen

Curriculum Vitae CV ParserFast alle großen US-Konzerne nutzen Medienberichten zufolge mittlerweile Recruiting-Software. Diese sogenannten Applicant tracking systems scannen die Lebensläufe der Bewerber nach den wichtigsten Keywords ab.

So grenzen die Unternehmen den Kandidatenpool vorab ein. Als Bewerber sollten Sie also peinlich genau darauf achten, die richtigen Begriffe zu nennen. Schauen Sie ganz genau hin, was in der Bewerbung verlangt wird! Beispiel: Wenn das Unternehmen einen Data Scientist sucht, dann geben Sie sich auch als Data Scientist aus – und nicht als Data Engineer oder Data Specialist. Wenn Ihre letzte offizielle Berufsbezeichnung Data Engineer gelautet hat, ersetzen Sie den Begriff trotzdem durch Data Scientist oder ergänzen ihn. Nennen Sie vorsichtshalber mehrere Synonyme. Andernfalls könnte Sie das System einfach aussortieren.

Auch Interessen sind den Personalern wichtig. Sie können Sympathiepunkte bringen. Geheimtipp für ganz Abgebrühte: Surfen sie auf das Linkedin-Profil Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Von den Interessen, die er oder sie dort eingetragen hat, suchen Sie sich eines oder zwei heraus und geben sie in Ihrer Bewerbung als Hobbys an (es sei denn, Sie haben damit wirklich so gar nichts am Hut).

Das ist zugegeben berechnend und ein geradezu diabolischer Ratschlag. Andererseits: Gemeinsamkeiten bringen Sympathie. Und Sympathien bringen Ihnen den Job…

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Europass: Für die Bewerbung im europäischen Ausland

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Der Europass soll Jobsuchenden Hilfestellung geben – in ganz Europa. Bewerber, die sich länderübergreifend um eine Stelle bemühen, können ihre Qualifikationen besser vermitteln. Auch Unternehmen haben Vorteile, können sie Kandidaten damit besser vergleichen. Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Manche lassen sich ganz bequem am Rechner erstellen, für andere muss man Arbeitgeber und Schulen kontaktieren. So bekommen Sie alles, was Sie brauchen…

Europass Definition

Politisch ist die EU seit Jahren im permanenten Krisenmodus. Angetreten war sie einst, um den europäischen Kontinent zusammenzuführen – auch die Arbeitsmärkte der einzelnen Länder. Viele bewerten die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU auch als großen Erfolg. Ein Deutscher, der sich in Spanien bewirbt oder ein Italiener, der in Frankreich arbeiten will – nichts Besonderes mehr, sondern längst Selbstverständlichkeiten.

Ein kleiner, aber feiner Baustein in diesem Gefüge ist der Europass. Der Europass ist ein kostenloser Service der Europäischen Union. Er soll den Europäern auf einem europäischen Arbeitsmarkt unter die Arme greifen. Er soll seinem Besitzer helfen, sich angemessen präsentieren und eine Stelle im europäischen Ausland ergattern zu können, indem er Qualifikationen und Kompetenzen transparent macht.

Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Man muss aber keineswegs alle fünf erstellen bzw. beantragen, sondern kann auch nur ein einziges oder mehrere der fünf Dokumente bei einer Bewerbung nutzen – ganz so, wie es in der jeweiligen Situation sinnvoll ist.

Zielgruppen des Europasses sind:

  • Arbeitsuchende
  • Schüler und Studenten
  • Arbeitgeber
  • Lehrer und Ausbilder
  • Hochschulen

Für die Unternehmen bietet der Europass ebenfalls Vorteile: Sie können Bewerber besser miteinander vergleichen, ihre Kompetenzen bequemer gegenüberstellen. Immerhin unterscheiden sich die formalen Rahmenbedingungen von Land zu Land. Der Europass gleicht das Spielfeld gewissermaßen an. Er ist übrigens auch ein Mittel, um Diskriminierungshürden abzubauen.

Der Europass ist wohlgemerkt freiwillig. Niemand wird gezwungen, ihn im Rahmen einer Bewerbung vorzulegen. Auch sind die Europass-Dokumente nicht rechtsverbindlich. Bewerber sollten also auch weiterhin im Rahmen Ihrer Bewerbung Zeugnisse und Zertifikate vorlegen.

Die 5 Europass-Dokumente

Der Europass besteht insgesamt aus fünf einzelnen Dokumenten. Den Europass-Lebenslauf und Sprachenpass können Sie selbst am Rechner erstellen. Europass-Mobilität, Zeugniserläuterungen und Diplomzusatz werden von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgestellt.

Diese fünf Europass-Dokumente gibt es:

Europass Lebenslauf

Der Europass-Lebenslauf soll Ihre Qualifikationen und Kompetenzen „europaweit transparent und verständlich darstellen“. Er soll Ihnen die Bewerbung im europäischen Ausland erleichtern. Diese Kategorien können Sie ausfüllen:

  • Angaben zur Person
  • Art der Bewerbung
  • Berufserfahrung
  • Schul- und Berufsbildung
  • Persönliche Fähigkeiten
  • Muttersprache(n)
  • Fremdsprache(n)
  • Kommunikative Fähigkeiten
  • Organisations- und Führungstalent
  • Berufliche Fähigkeiten
  • Digitale Fähigkeiten

Auch Bewerbungsfoto, sonstige Fähigkeiten, Führerschein, zusätzliche Informationen und Anlagen können Sie angeben oder hochladen.

Europass Sprachenpass

Der Sprachenpass gibt Arbeitgebern Auskunft über Ihre Fremdsprachenkenntnisse. Sie bewerten Ihr Sprachverständnis wohlgemerkt selbst – in den Kategorien Verstehen, Sprechen und Schreiben. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit. Sprachschwindler werden im Vorstellungsgespräch oder Arbeitsalltag schnell enttarnt. Auch bringt es Ihnen selbst nichts, wenn Sie sich mit fließenden Französischkenntnissen in Frankreich bewerben, aber mit Ihren Kollegen kaum kommunizieren können.

Sie können Muttersprache(n) und Fremdsprachen wählen und sich dabei in sechs Kategorien (PDF) einstufen:

  • A1: Elementares Sprachverständnis. Sie verfügen über Grundkenntnisse. Einzelne Wörter und ganz einfache Sätze können Sie verstehen und sich auf einfach Art verständigen.
  • A2: Elementares Sprachverständnis. Sie können einfache Sätze verstehen, kurze Texte lesen und sich in einfachen Situationen verständigen.
  • B1: Selbstständige Sprachverwendung. Sie können Gespräche über Themen führen, die Ihnen bekannt sind, sich zusammenhängend äußern, Ihre Meinung kundtun und die meisten Situationen bewältigen.
  • B2: Selbstständige Sprachverwendung. Sie verstehen auch längere Redebeiträge und Vorträge. Aktuelle Artikel und Berichte können Sie lesen, ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler führen sowie klare und detaillierte Texte über Themen schreiben, die Sie interessieren.
  • C1: Kompetente Sprachverwendung. Sie können längeren Redebeiträgen folgen, auch wenn sie nicht klar strukturiert sind. Lange, komplexe Sachtexte verstehen Sie und Sie drücken sich spontan und fließend aus. Sie können komplexe Sachverhalte ausführlich darstellen und sich schriftlich klar und gut und strukturiert ausdrücken.
  • C2: Kompetente Sprachverwendung. Sie haben keinerlei Schwierigkeiten, gesprochene Sprache zu verstehen und können jede Art von geschriebenen Texten mühelos lesen. An Gesprächen und Diskussionen beteiligen Sie sich mühelos, stellen Sachverhalte klar und flüssig und angemessen dar und verfassen anspruchsvolle Artikel und Berichte.

Europass Mobilität

Der Europass Mobilität umschreibt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die man während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben hat. Zum Beispiel bei einem…

  • Praktikum
  • Studiensemester (Erasmus-Programm)
  • Freiwilligenarbeit in einer gemeinnützigen Einrichtung

Den Europass Mobilität füllen Sie nicht selbst aus, sondern zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und die zweite im Gastland. Dabei kann es sich um Schulen, Hochschulen, andere Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen handeln. Sie bitten praktischerweise die jeweilige Organisation, sich an das zuständige Nationale Europass-Zentrum zu wenden.

Europass Zeugniserläuterung

Das Dokument beschreibt die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auf einem beruflichen Abschlusszeugnis aufgeführt sind. Die Zeugniserläuterungen ergänzen die Original-Zeugnisse und sollen den Arbeitgebern helfen, ihren Inhalt besser zu verstehen.

Erhalten kann sie jeder, der über ein berufliches Abschlusszeugnis verfügt. Dazu zählen Abschlüsse einer Berufsausbildung, dualen Ausbildung oder auch einer Weiterbildung.

Die Zeugniserläuterungen sind kein Ersatz für das Originalzeugnis und garantieren keine automatische Anerkennung.

Diplomzusatz (Diploma Supplement)

Das Diploma Supplement beschreibt Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Hochschulabsolventen erworben haben. Es ergänzt die Original-Hochschulzeugnisse und hilft Arbeitgebern im europäischen Ausland, die Angaben besser zu verstehen.

Alle Hochschulabsolventen können einen Diplomzusatz beantragen – und zwar bei der Hochschule, die auch das Original-Abschlusszeugnis ausgestellt hat. Auch für das Diploma Supplement gilt: Es ist kein Ersatz für das Original-Zeugnis und garantiert keine Anerkennung des Zeugnisses im Ausland.

Europass erstellen und beantragen

Den Europass können Interessierte seit 2004 kostenlos erstellen. Seitdem sind allein 150 Europass-Lebensläufe erstellt worden – 25 Millionen davon im Jahr 2019. Am 15. November 2019 wurde zudem der 300.000 Mobilitätspass verliehen

Der Europass ist mittlerweile in 29 Sprachen verfügbar – zuletzt kam im April 2019 serbisch hinzu. Die erste Anlaufstelle für alle Interessenten ist das Nationale Europass-Zentrum im jeweiligen Heimatland. Davon gibt es insgesamt 38 in ganz Europa.

Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Belgien verfügt sogar über drei nationale Europass-Zentren, um die drei Sprachgemeinden zu versorgen: die flämische, französische und deutschsprachige. Sie können einen Europass-Lebenslauf und Sprachenpass auf der Homepage des European Centre for the Development of Vocational Training (CEDEFOP) kostenlos erstellen und abspeichern.

Die anderen drei Europass-Dokumente können Sie nicht selbst anfertigen. Den Mobilitätspass stellen Ihnen zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und eine im Gastland – aus. Das Diploma Supplement wird von der Hochschuleinrichtung ausgestellt, die auch das Original-Hochschulzeugnis ausstellt. Für die Zeugniserläuterungen hat jedes Land Nationale Verzeichnisse der Zeugniserläuterungen angelegt. Im Zweifel wenden Sie sich an das deutsche Europass-Zentrum in Bonn (Kontaktdaten siehe Kasten unterhalb dieses Absatzes).

Der Lebenslauf ist dabei der wohl wichtigste Teil einer Bewerbung. Arbeitgeber können anhand der Lebensläufe Fakten und Kompetenzen vergleichen, daher kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Sie können den Europass-Lebenslauf auch unabhängig vom Sprachenpass oder Diploma Supplement für Ihre eigenen Bewerbungen nutzen. Die Vorlage auf der Homepage ist vergleichsweise leicht auszufüllen, die Menüs sind recht übersichtlich. Über die Vorschau können Sie sich Ihren Lebenslauf vorab ansehen und speichern. Sie können außerdem ein Bewerbungsfoto hinzufügen, sonstige Fähigkeiten angeben und weitere Anhänge uploaden.

Auch ist es möglich, ein Foto oder Anhänge zum Lebenslauf direkt aus Ihrem Cloud-Konto hochzuladen. Sie können Ihren Lebenslauf in der Cloud speichern und von Freunden oder Verwandten korrigieren lassen. Zusammen mit der Blindenstudienanstalt Thessaloniki wurde darüber hinaus ein barrierefreier Lebenslauf-Editor entwickelt, mit dem auch Sehbehinderte ganz bequem einen Europass-Lebenslauf am Rechner erstellen können. Der Lebenslauf-Editor lässt sich sogar am Smartphone relativ komfortabel nutzen.

Einen Extra-Service gibt es für all jene, die sich in Großbritannien bewerben wollen. Wer seinen Europass-Lebenslauf online erstellt, kann ihn nun auch auf der Jobbörse CVLibrary hochladen.

Sie können die die Dokumente in elektronischer, aber auch in Papierform verwenden. Nur der Europass Mobilität ist in Deutschland ausschließlich in Papierform das Original. Wenn Sie sich elektronisch bewerben, bringen Sie das ausgefüllte Originaldokument mitsamt Stempel und Unterschriften der Entsende- und Gastorganisation mit.

Grundsätzlich gilt: Der Europass erleichtert die Erstellung des Lebenslaufs. Bewerber sollten aber auch hier darauf achten, dass die Angaben zur angestrebten Stelle passen.
Ein Beispiel für einen Europass-Lebenslauf finden Sie hier.

Kontakt: Bei Fragen hier melden!

Europass Fragen BeratungDas deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Interessenten können sich telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Dies sind die Kontaktdaten:

  • Telefon: +49 (0)228 107-1645, -1672
  • E-Mail: europass[at]bibb(dot)de
  • Postadresse:
    Nationales Europass Center (NEC) in der
    Nationalen Agentur Bildung für Europa
    beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)
    Robert-Schuman-Platz 3
    53175 Bonn

Europass Vorteile

Nein, für eine Bewerbung im Inland benötigen Sie ihn nicht. Auch ist der Europass keine Voraussetzung, um sich im Ausland bewerben zu können.

Aber er kann dort Überzeugungsarbeit leisten. Die Dokumente zeigen einem potenziellen Arbeitgeber von Portugal bis Polen, mit wem er es genau zu tun hat. Und sie signalisieren echten Willen, die Stelle wirklich haben zu wollen. Sonst hätte man sich als Bewerber die Mühe wohl kaum gemacht.

Zudem müssen Sie nicht alle fünf Dokumente organisieren, sondern können sich auf diejenigen beschränken, die Ihnen nützlich sind. Das kann im Einzelfall auch nur der Sprachenpass oder eine Zeugniserläuterung sein. Es kann aber auch passieren, dass einzelne Bestandteile sehr wohl obligatorisch sind. Wenn Sie sich zum Beispiel für ein Praktikum im Ausland bewerben, könnte der Arbeitgeber von Ihnen die Vorlage des Diploma Supplement und/oder der Zeugniserläuterungen verlangen.

Immerhin wurden nach Angaben der Europäischen Kommission europaweit schon 150 Millionen Europass-Lebensläufe erstellt. Das liegt vermutlich auch an der Einfachheit. So liegt der Lebenslauf im gut integrierbaren XML-Format vor und kann außerdem als PDF-Datei ausgegeben werden.

Das sind weitere Vorteile des Europasses:

  • Mann kann ihn relativ schnell und einfach erstellen.
  • Er ist international einheitlich.
  • Er bietet eine gute Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg.

Europass Nachteile

Fragen Sie mal Ihre Eltern, Nachbarn oder Freunde, ob Sie schon mal etwas vom Europass gehört haben? Vermutlich nicht. Vielleicht halten sie ihn sogar für eine Bahnfahrkarte.

Das verdeutlicht schon, dass sich der Europass bislang nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Er hat die länderspezifischen Bewerbungen keineswegs ersetzt. Von der europaweit einheitlichen Bewerbung sind wir genauso weit entfernt wie von einem vereinigten Europa.

Wer sich in Spanien bewerben möchte, beachtet die Anforderungen der spanischen Arbeitgeber – und bewirbt sich in der Regel auf spanisch. Bei einem alteingesessenen französischen Unternehmen klopft man besser nicht auf englisch an. Aber: Genau da kann der Europass natürlich helfen…

Der zweite große Nachteil: Der Europass würgt Kreativität ab. Er macht es Bewerben schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzuheben.

Das Prinzip kennen Bewerber von Online-Bewerbungsformularen. Sie ähneln mitunter einem Korsett. Es gibt ein Design, von dem nicht abgewichen werden kann. Außergewöhnliche, kreative oder mutige Bewerbungen sind so schwierig bis unmöglich. Die Individualität eines Bewerbers kommt oftmals zu kurz.

Europass Länder

Der Europass ist in allen EU-Mitgliedsländern eingeführt, außerdem in Großbritannien, Norwegen, Island, Liechtenstein, der Schweiz, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien und der Türkei.

Am beliebtesten ist er in Italien. Die Italiener haben nach offiziellen Angaben schon 37 Millionen Lebensläufe online erstellt – das ist mit weitem Abstand der erste Rang. Dahinter folgen Portugiesen (c.a 24 Mio.), Rumänen (knapp 10 Mio.), Spanier (9,6 Mio.), Ungarn (5,2 Mio.) und Deutsche (4,3 Mio.).

In diesen Ländern können die Europass-Dokumente genutzt werden:

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Montenegro
  • Tschechien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Irland
  • Griechenland
  • Spanien
  • Frankreich
  • Kroatien
  • Island
  • Italien
  • Zypern
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Ungarn
  • Nordmazedonien
  • Malta
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Slowakei
  • Serbien
  • Finnland
  • Schweden
  • Türkei
  • Vereinigtes Königreich
[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Tätigkeitsbeschreibung: Definition, Muster, Beispiele

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

Eine Tätigkeitsbeschreibung taucht im Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers auf. Sie kann aber auch ein Instrument für Bewerber sein. So bietet sich eine Tätigkeitsbeschreibung an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat einige Vorteile…

Tätigkeitsbeschreibung Definition

Tätigkeitsbeschreibungen kennen Bewerber von der Jobsuche. Aus den Stellenanzeigen, in denen genau aufgeführt ist, welche Aufgaben und Tätigkeiten der künftige Mitarbeiter im Betrieb übernehmen soll.

Davor hat das Unternehmen in der Regel eine Stellenbeschreibung vorgenommen. Die Tätigkeitsbeschreibung ist ein wesentlicher Bestandteil der Stellenbeschreibung (oder Arbeitsplatzbeschreibung). In einer Stellenbeschreibung definiert das Unternehmen – neben den Tätigkeiten – noch andere Aspekte einer Stelle. Zum Beispiel die Position des neuen Mitarbeiters im Organigramm, seine Vorgesetzten und Stellvertreter, seine Qualifikationen, Verantwortung und Befugnisse.

Eine Tätigkeitsbeschreibung findet sich – nach erfolgter Einstellung – auch im Arbeitsvertrag wieder. Das Unternehmen legt damit fest, welche Leistung es von Ihnen erwartet. Als Arbeitnehmer sind Sie verpflichtet, die Tätigkeiten, die im Arbeitsvertrag fixiert wurden, zu erfüllen. Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag ist also rechtlich bindend, das macht sie so wichtig.

Manchmal ist die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag mit einem sogenannten Versetzungsvorbehalt verbunden, damit der Arbeitgeber Ihnen auch andere Aufgaben zuweisen kann. Faustregel: Ist die Tätigkeitsbeschreibung allgemeiner gehalten, verfügt der Arbeitgeber über mehr Spielraum.

In rechtlichen Streitfällen kann die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag äußerst relevant werden (siehe auch Kasten ganz unten). Etwa bei der Frage, ob der Arbeitnehmer seine arbeitsvertraglichen Leistungen auch wirklich erbracht hat. Mitunter ist die Tätigkeitsbeschreibung sogar bei der Frage von entscheidender Bedeutung, ob eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arbeitnehmer einspringt.

Auch im Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis eines Beschäftigten findet sich eine Beschreibung seiner Tätigkeiten wieder.

Kurzum: Tätigkeitsbeschreibungen tauchen im Arbeitsalltag immer wieder auf. Sie bieten Orientierung, praktisch wie rechtlich. Darüber hinaus können Sie eine Tätigkeitsbeschreibung auch selbst verfassen und für die (geheime) Jobsuche nutzen. Karrieresprung zeigt Ihnen, was Sie dabei beachten sollten…

Tätigkeitsbeschreibung statt Arbeitszeugnis für die Bewerbung

Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie können sie selbst formulieren und dann statt eines Arbeitszeugnisses Ihren Bewerbungsunterlagen beilegen. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung, die Sie Ihrer Bewerbung beilegen, formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Dies ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf bei ihm genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

Nun können Bewerber ihr aktuelles Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die selbst verfasste Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim jetzigen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Völlig unbrauchbar ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

Einem erfahrenen Personalmanager dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

Tätigkeitsbeschreibung Inhalt

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen.

Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

  • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
  • Offizieller Jobtitel
  • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
  • Ihre Leistungen und Erfolge
  • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
  • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit einem Anschreiben und einem aktuellen Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten folgendermaßen aus. Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie:

  • Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.

Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine Variante wie diese:

  • Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.

Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

  • Projektleiter Digitalisierung
    Vom 10.10.2017 bis 01.04.2020 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

Bitten Sie um Vertraulichkeit!

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung JobsucheIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben ausdrücklich um Vertraulichkeit!

Eine mögliche Formulierung wäre: Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Tätigkeitsbeschreibung Muster

Wenn Sie eine Tätigkeitsbeschreibung formulieren wollen, um sie Ihrer Bewerbung beizulegen, dann können Sie sich an den Angaben in Ihrem Arbeitsvertrag orientieren. Aber unterschlagen Sie auf keinen Fall die Tätigkeiten, die Sie tatsächlich ausgeführt haben, die aber nicht in der Tätigkeitsbeschreibung in Ihrem Arbeitsvertrag stehen. Hier ein paar Anregungen…

Die Tätigkeitsbeschreibung einer Bürokauffrau könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Administrative und organisatorische Tätigkeiten
  • Bearbeitung der ein- und ausgehenden Post
  • Bearbeitung von Reklamationen
  • Erledigung sämtlicher Korrespondenzen
  • Vorbereitende Buchhaltung
  • Personalverwaltung
  • Vertragsverwaltung

Die Tätigkeitsbeschreibung für einen Mitarbeiter im Vertrieb könnte so aussehen:

  • Kundengewinnung
  • Kalkulation und Erstellung von Angeboten und Rahmenverträgen
  • Fachliche Beratung von Bestandskunden
  • Auftragsverhandlungen und Auftragsverfolgung
  • Aufnahme von Aufbereitungsprozessen
  • Vorbereitung, Durchführung und Betreuung von Messeauftritten
  • Reisetätigkeiten im Inland und Ausland
  • Vor- und Nachbereitung von Kundenterminen

Die Tätigkeitsbeschreibung einer Mitarbeiterin im Einzelhandel könnte so aussehen:

  • Annahme von Warenlieferungen
  • Lagerung und Präsentation von Waren
  • Frischekontrollen im Obst- und Gemüsebereich
  • Beantwortung von Kundenfragen
  • Kassieren und Abrechnen der Kasse
  • Gewährleistung von Ordnung und Sauberkeit in der Filiale
  • Vorbereitung und Durchführung von Inventurarbeiten

Die Tätigkeitsbeschreibung für ein Praktikum im Bereich Marketing könnte so aussehen:

  • Konzepterstellung
  • Bewertung und Umsetzung von Broschüren, Flyern, Bannern, Postern, Newslettern etc.
  • Erstellung multimedialer Inhalte wie z.B. Videos
  • Umsetzung von Präsentationen
  • Betreuung, Aktualisierung und Weiterentwicklung der Website und der Social-Media-Kanäle
  • Contenterstellung für Webseite und Social Media
  • CRM–Datenbankpflege
  • Recherchearbeiten

Tätigkeitsbeschreibung Tipps

Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

  • Realismus

    Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.

  • Sachlichkeit

    Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.

  • Professionalität

    Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.

  • Einheitlichkeit

    Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

  • Stellenbeschreibung Relevanz

    Personaler interessieren sich brennend dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

    So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent von ihnen ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

    Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent der befragten Personaler, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

    Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

    Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

    Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

    Taetigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

    Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

    Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

    Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

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    [Bildnachweis: JL-Pfeifer by Shutterstock.com]

    Bewerbungsschreiben: Muster, Beispiele und die besten Tipps

    Bewerbungsschreiben Muster Vorlage Tipps

    Das Bewerbungsschreiben ist nichts, wovor man Angst haben müsste. Aber Respekt. Im Bewerbungsschreiben kommt Ihre Motivation für den Job richtig zum Ausdruck – oder eben nicht. Wichtig ist vor allem das Textliche. Ob Ihr Bewerbungsschreiben zündet, entscheidet sich daran, wie Sie den Text aufbauen, welche Schwerpunkte Sie setzen und wie geschickt Sie formulieren. Wir helfen Ihnen dabei…

    Bewerbungsschreiben Muster

    Was Sie nicht tun sollten: Im Bewerbungsschreiben einfach nur die Highlights Ihrer bisherigen Berufslaufbahn herunterrattern. Gießen Sie also nicht einfach Ihren Lebenslauf in einen Fließtext. Redundanzen vermeiden!

    Besser, Sie machen dem Adressaten im Bewerbungsschreiben klar, was Ihre Motivation für die ausgeschriebene Stelle ausmacht: Warum Sie sich beworben haben, warum Sie der richtige Kandidat für die Stelle sind und warum das Unternehmen Sie nehmen sollte.

    Das sogenannte AIDA-Modell bietet dafür einen sehr guten Orientierungsrahmen:

    • Attention: Aufmerksamkeit erzeugen.
    • Interest: Interesse wecken.
    • Desire: Den Wunsch auslösen, mehr über Sie erfahren zu wollen.
    • Action: Die Einladung zum Vorstellungsgespräch initiieren.

    Hier finden Sie mehrere Vorlagen für Ihr Bewerbungsschreiben als WORD-Dokument und PDF zum Herunterladen und Bearbeiten:

    Bewerbungsschreiben Praktikum Vorlage


    Bewerbungsschreiben Praktikum Vorlage als PDF.

    Bewerbungsschreiben Ausbildung Vorlage


    Bewerbungsschreiben Ausbildung Vorlage als PDF.

    Bewerbungsschreiben Werkstudent Vorlage


    Bewerbungsschreiben Werkstudent Vorlage als PDF.

    Bewerbungsschreiben Kundenbetreuer Vorlage


    Bewerbungsschreiben Kundenbetreuer Vorlage als PDF.

    Aufbau Bewerbungsschreiben

    Das Bewerbungsschreiben ist für den Gesamteindruck Ihrer Bewerbung enorm wichtig. Es sollte in einer vollständigen Bewerbungsmappe obenauf liegen – egal, ob es sich um eine normale oder um eine Kurzbewerbung handelt.

    Was Sie sich bewusst machen sollten: Mit dem Bewerbungsschreiben können sie sich positiv von anderen Bewerbern abheben. Wie Sie sich ausdrücken, welche Schwerpunkte Sie setzen – das zeigt dem Personaler, mit was für einer Persönlichkeit er es zu tun hat.

    Hier müssen Sie Interesse wecken und den Grundstein für den Bewerbungserfolg legen. Darum wichtig: Das Bewerbungsschreiben muss übersichtlich, prägnant und natürlich frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern sein.

    Formal gesehen umfasst das Bewerbungsschreiben eine Seite, maximal zwei Seiten. Bei einer E-Mail-Bewerbung können Sie das Anschreiben direkt in der Mail platzieren. Den tabellarischen Lebenslauf und Ihre Zeugnisse hängen Sie dann in einem PDF-Dokument an. Ein Deckblatt können Sie ebenfalls beifügen, es ist aber im Grunde überflüssig.

    So bauen Sie Ihre Bewerbungsmappe auf:

    • Bewerbungsschreiben (Anschreiben)
    • Deckblatt
    • Lebenslauf
    • Zeugnisse
    • Referenzen, Arbeitsproben, Zertifikate

    Eine Umfrage ergab vor einiger Zeit, dass Bewerber durchschnittlich 74 Minuten lang an ihrem Bewerbungsschreiben sitzen. Das ist viel Zeit. Um die Dauer zu verkürzen, orientieren Sie sich einfach an unseren besten und wichtigsten Tipps. Wir leiten Sie Schritt für Schritt durchs Bewerbungsschreiben – von der Einleitung über den Hauptteil mit Bezugnahme bis hin zum Schlussteil.

    So ist das Bewerbungsschreiben aufgebaut:

    Adresszeile

    Der Briefkopf beginnt oben stets mit Ihren Kontaktdaten. Dazu zählen Ihr/e…

    • Vor- und Nachname
    • Adresse
    • Telefonnummer
    • E-Mail-Adresse
    • Persönliche Webseite, Xing- oder Linkedin-Adresse (optional)

    Darunter steht – so wie Sie es aus einem normalen Brief gewohnt sind – der Empfänger. Unerlässliche Angaben sind:

    • Vollständiger Firmenname inkl. Unternehmensform (z.B. GmbH, AG etc.)
    • Vor- und Zuname des Ansprechpartners
    • Adresse

    Schon in diesem Teil des Bewerbungsschreibens passieren oft die peinlichsten Fehler. Mal kommt es zu einem Buchstabendreher, dann wieder zu einem Fehler im Firmennamen. Bitte nicht schludern, sondern unbedingt Korrektur lesen und lesen lassen! Sonst vermasseln Sie bereits den so wichtigen ersten Eindruck.

    Datum

    Rechts im im Briefkopf setzen Sie das Datum ein. Bitte darauf achten, dass es sich um ein aktuelles Datum handelt – am besten das Versanddatum. Andernfalls lassen Sie durchblicken, dass Sie ein altes Bewerbungsschreiben auf Wiedervorlage gelegt haben.

    Üblicherweise schreibt man das Datum in der Form TT.MM.JJJJ. Also etwa so: 01.06.2020. Sie können die überflüssigen Nullen aber auch einfach streichen: 1.6.2020. Entscheiden Sie sich für eine von beiden Varianten. Welche, ist völlig egal – daran soll Ihre Bewerbung jedenfalls nicht scheitern.

    Betreff

    Die Betreffzeile folgt nach dem Briefkopf. Sie fällt oft als Erstes ins Auge und gibt inhaltliche Orientierung – unterschätzen Sie also ihre Wirkung nicht.

    Zunächst mal sehen Sie bitte davon ab, das Wörtchen Betreff vor die Betreffzeile zu setzen. Das war früher mal üblich, ist es heute aber nicht mehr. Eine Zeile sollte die Betreffzeile nicht überschreiten – das wäre eindeutig zu lang. Sie sollte kurz, knackig und aussagekräftig sein.

    Nehmen Sie am besten Bezug auf das Stellenangebot beziehungsweise auf die Position, auf die Sich sich bewerben. Ein Betreff könnte etwa so lauten:

    Anrede im Bewerbungsschreiben

    Je persönlicher die Anrede im Bewerbungsschreiben, desto besser. Dies schließt das berüchtigte Sehr geehrte Damen und Herren aus.

    Versuchen Sie unbedingt, Ihren exakten Ansprechpartner zu eruieren und reden Sie ihn oder sie persönlich an. Damit zeigen Sie, dass Sie sich Mühe gegeben haben, dass Sie in der Lage sind, Sachverhalte zu recherchieren, dass Sie professionell sind und dass Ihnen am Job wirklich etwas liegt.

    Nur im absoluten Ausnahmefall, wenn Sie wirklich keinen Ansprechpartner herausfinden können, behelfen Sie sich mit einem Sehr geehrte Damen und Herren. Auf das höfliche Sehr geehrte/r… sollten Sie aber keinesfalls verzichten. Ein flapsiges Hallo, Servus, Grüß Gott oder Moin moin ist für eine Bewerbung nicht angemessen.

    Bleiben Sie lieber bei dem Klassiker – übrigens auch dann, wenn Sie den Empfänger persönlich gut kennen:

    • Sehr geehrte Frau Meyer
    • Sehr geehrter Herr Müller

    Bewerbungsschreiben Einleitung

    Ihr stärkstes Argument gehört ganz an den Anfang des Bewerbungsschreibens. Beginnen Sie also ruhig mit einem Big Bang. Ihre Motivation für genau diesen Job müssen Sie ohne Verzögerung darlegen – gerne auch mit einem originellen Satz.

    Auch sollte sofort klar werden, dass Sie sich mit dem Unternehmen, Produkten, Services, Unternehmenskultur beschäftigt haben. Flechten Sie aktuelle Zahlen ein oder einen Bezug zu Presseberichten. Aber auch bitte hier kurz und bündig – nicht länger als drei bis vier Zeilen.

    Übertreiben Sie es nicht damit, dem Unternehmen Honig um den Bart zu schmieren. Eine Löffelspitze Honig ja, aber kein ganzes Glas.

    Grundsätzlich gilt: Emotionen wirken. Sie mögen nüchtern betrachtet der perfekte Kandidat sein und alle Fakten korrekt darstellen. Wenn dem Personaler aber – im übertragenen Sinne – Ihre Nasenspitze nicht gefällt, sinken Ihre Chancen dramatisch. Das gilt querbeet für alle Berufsbilder.

    Darum: Legen Sie ein wenig Leidenschaft an den Tag, was das Anschreiben angeht. Es ist gar nicht so schwer. Im Bewerbungsschreiben müssen Sie vermitteln, welche Projekte Sie wie und warum erfolgreich abgeschlossen haben – und warum Sie dies für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.

    Darum elementar wichtig im Bewerbungsschreiben: der erste Satz. Vermeiden Sie Einleitungssätze aus dem Standard-Baukasten wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ Das ist öde und klingt bürokratisch. Und es sagt über Sie: Ihnen ist kein guter erster Satz eingefallen.

    Das gleiche gilt für althergebrachte Floskeln wie „Mit großer Freude habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen…“ Austauschbar, beliebig, unpersönlich. Noch schlimmer: „Ich bin team- und konfliktfähig…“ Das ist jeder – zumindest steht dieser Satz in gefühlt jeder Bewerbung.

    Aber wie kann man stattdessen ins Bewerbungsschreiben starten? Zum Beispiel, indem Sie anhand eines konkreten Beispiels klarmachen, dass Sie Talent und Leidenschaft mitbringen.

    Als Absolvent könnten Sie Studienschwerpunkte oder Praktika in den Vordergrund rücken, als Berufserfahrener bisherige Positionen und erfolgreich absolvierte Projekte.

    Aber nehmen Sie bitte unbedingt von Zitaten bekannter Geistesgrößen Abstand. Fremdschämgefahr! Sie sind es, der sich bewirbt, nicht Goethe, Schiller oder Hemingway.

    Einleitungssätze Beispiele

    Optimal: Auf persönliche Art und Weise schnell zum Punkt kommen. Wenn Sie mit dem Personaler bereits Kontakt hatten, sollten Sie im Bewerbungsschreiben unbedingt darauf Bezug nehmen. So bauen Sie Distanz ab und unterstreichen erste Gemeinsamkeiten.

    Aber das ist kein Muss. Steigen Sie mit einem Satz ein, der die Beweggründe Ihrer Bewerbung klar macht – oder Ihre Begeisterung für Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens. Ihre Motivation für den Job ist das wichtigste Element des Bewerbungsschreibens. Gleich an den Anfang damit!

    Zum Beispiel so:

    • Sehr geehrter Herr Mustermann,

      schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit XX. Als ich Ihre Stellenanzeige sah, war mir sofort bewusst: Die Stelle passt perfekt zu mir. Diese Position ist genau die Herausforderung, nach der ich schon lange gesucht habe…

    Frechheit siegt. Das gilt nicht für jede Bewerbung, für manche aber schon. Natürlich kommt es auch auf die Persönlichkeit des Personalers an. Mag er es sachlich oder schätzt er eine Prise Humor?

    In diesem Zusammenhang nochmal der Hinweis: Unterschätzen Sie die Macht der Emotionen nicht. Humor spricht Emotionen an. Man kann es also gerne auch mal so versuchen:

    • Sehr geehrte Frau Mustermann,

      Sie sind auf der Suche nach einem erfahrenen und kreativen Entwickler, für den Leidenschaft, Leistungswille und Organisationstalent mehr sind als bloß Worthülsen? Ihre Suche hat heute ein Ende: Hier bin ich!…

    Zugegeben, das ist kühn. Manche würden sogar sagen: dreist. Aber Chuzpe ist im Bewerbungsschreiben definitiv erfolgversprechender als übergroße Bescheidenheit.

    Apropos: Speziell Männer sollten nicht zu bescheiden auftreten. Das gefällt Personalverantwortlichen gar nicht, wie Laurie Rudman von der Rutgers University in New Jersey vor einiger Zeit herausgefunden hat. Es lässt sie schwächer, unambitionierter und unsicherer wirken.

    Es gibt aber noch weitere Alternativen für einen guten Einstieg. Zum Beispiel den Storytelling-Ansatz:

    • Sehr geehrter Herr Mustermann,

      mit dem Fahrrad sind es von meiner Tür bis zur Firmentür exakt 15 Minuten. Ich habe die Zeit genau gestoppt. Das bedeutet: Während die Kollegen noch im Stau stehen, könnte ich morgens der erste im Büro sein…

    Auch das ist witzig, bildet aber gleichzeitig einen echten Mehrwert ab. Natürlich handelt es sich in allen Fällen nur um Anregungen. Schreiben Sie diese bitte nicht wörtlich ab. Denn Personaler sind keine Idioten. Wer eine außergewöhnliche Formulierung vorfindet, könnte ihren Ursprung ja auch mal googeln.

    Sie müssen im Bewerbungsschreiben schon Ihren eigenen Stil und Ihren eigenen Einleitungssatz finden, der auch zum Rest des Anschreibens passt. Ganz ohne eigene Leistung und Hirnschmalz geht es leider nicht.

    Bewerbungsschreiben Einstieg: So bitte nicht!

    Bewerbungsschreiben Einleitung FehlerWie Sie nicht ins Bewerbungsschreiben einsteigen sollten? Hier ein paar Beispiele:

    • Abschluss

      Dass Sie über einen ganz tollen Abschluss verfügen, sieht der Personaler schon in Ihrem Lebenslauf. Die Ausbildung bringen Sie bitte im Lebenslauf unter, nicht im Anschreiben. Natürlich ist ein guter Abschluss ein echtes Argument, aber im Bewerbungsschreiben sollten Sie mehr Wert auf Ihre Motivation und Ambitionen legen.

    • Ziele

      Ihre Ziele gehören ins Bewerbungsschreiben, natürlich. Aber nicht unbedingt die Ziele, die über die angestrebte Position und das Unternehmen hinausgehen. Ihre Karrierepläne bringen Ihnen nur Pluspunkte, wenn sie mit den Zielen des Arbeitgebers deckungsgleich sind, wenn er selbst auch etwas davon hat.

    • Rückblick

      Auf gar keinen Fall schreiben Sie im Bewerbungsschreiben, warum der alte Job zum Schluss unerträglich für Sie war. Das mag zwar als unterschwelliges Kompliment für Ihren neuen Arbeitgeber in spe gemeint sein, wirkt aber nicht wie eines. Sie setzen sich vielmehr negativ als Querulant und Nörgler in Szene.

    Hauptteil im Bewerbungsschreiben

    Der Hauptteil im Bewerbungsschreiben sollte nicht allein aus Aufzählungen bestehen. Sie sollten die wesentlichen Stärken und Kompetenzen herausstellen, die für diesen Job wichtig sind – und nur die. Qualität geht in diesem Fall vor Quantität.

    Konzentrieren Sie sich im Bewerbungsschreiben auf die persönlichen Qualifikationen und Ihre Soft Skills. Die sind vielen Personalern besonders wichtig.

    Es ist allerdings wirklich schwer, die eigenen Soft Skills so ganz ohne Phrasendrescherei herauszuarbeiten. Aber erstens nicht unmöglich und zweitens auch extrem wichtig für den Erfolg Ihres Bewerbungsschreibens. Was nicht gut ankommt, sind typische Floskelsätze und Ich-Formulierungen wie zum Beispiel:

    • Ich bin verantwortungsbewusst
    • Ich bin ein Machertyp.
    • Ich bin teamfähig.
    • Ich bin kommunikativ.
    • Ich bin hochmotiviert.

    Eintönig, beliebig und auch egozentrisch. Viele Bewerbungsschreiben enthalten solche Ich-Formulierungen. Für Sie ist das eine große Chance, sich von der Masse abzuheben.

    Und zwar so: Beschreiben Sie ganz kurz ein Projekt, in dem Ihre Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke zum Ausdruck kam und entscheidend zum Erfolg beigetragen hat. Am besten formulieren Sie natürlich so, dass Ihre Kommunikationsstärke schon im Bewerbungsschreiben selbst sichtbar wird.

    Beispiel:

    • Im Rahmen meiner vorherigen Tätigkeit habe ich das Projekt XY aus der Taufe gehoben und federführend geleitet. Die Kollegen habe ich dafür gewonnen, indem ich… Das Projekt war ein voller Erfolg und konnte in sechs Wochen erfolgreich abgeschlossen werden.

    Ein anderes Beispiel:

    • Als in meinem früheren Betrieb ein Produktionsausfall drohte, konnte ich durch die schnelle Kontaktaufnahme und Vermittlung mehrere Teammitglieder dafür gewinnen, nach Feierabend und am Wochenende kurzfristig auszuhelfen. Das Szenario eines größeren Produktionsausfalls konnte ich so noch viele weitere Male abwenden.

    Das muss aber in den Kontext passen. Erfahrene Personaler erkennen es, wenn Sie Massenanschreiben formulieren und dann nur noch die Namen austauschen.

    Und achten Sie darauf, dass die Kompetenzen und Anekdoten, die Sie erzählen, auch wirklich einen Bezug zum ausgeschriebenen Job und der Stellenanzeige haben. Wenn nicht, dürfen Sie sich über eine Absage nicht beschweren.

    Unternehmensbezug im Bewerbungsschreiben

    Stellen Sie stets eine Verbindung zwischen sich und dem Unternehmen her. Welchen Mehrwert bieten Sie Ihrem Wunscharbeitgeber?

    Sie wollen, dass der HR-Verantwortliche merkt, dass Sie so etwas wie der natürliche Kandidat für die Stelle sind. Einen Bezug zum Unternehmen können sie schon im Einstiegssatz des Bewerbungsschreibens herstellen – oder erst später. Dafür gibt es keine festen Vorgaben.

    Voraussetzung: Sie verfügen tatsächlich über die geforderten Qualifikationen, wollen und können sich einbringen und integrieren. Diese persönlichen Vorzüge in Verbindung zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle zu bringen, das ist der Königsweg.

    Auch hier ist Selektion gefragt, denn mehr als fünf bis sieben Zeilen Platz haben Sie dafür nicht. Nochmal daher der Rat: Unterlassen Sie es, Aufzählungen aneinanderzureihen. Klasse schlägt Masse, nicht umgekehrt. Setzen sie Höhepunkte und spitzen Sie zu. Kein Personaler interessiert sich für zielloses Geschwafel.

    Die Erfolge, die Sie in der Vergangenheit errungen haben, können Sie besonders gut einsetzen. Beschreiben Sie – anhand von konkreten Beispielen oder Zahlen – wie Sie welches Problem gelöst haben:

    • Was haben Sie in welcher Zeit wo geschafft?
    • Wie sehr konnten Sie den Umsatz, Gewinn, Fehlerquote, Verkauf etc. verbessern?
    • Wie viele Kollegen haben Sie dabei geführt?
    • Wie viele neue Kunden haben Sie gewonnen?

    Ein Beispiel:

    • Seit mehr als 15 Jahren entwickle und verkaufe ich Lösungen im Bereich der… Da ich die Verkaufsprozesse zielgerichtet optimiert habe, konnte ich den Absatz in meiner Zeit als Key Account Manager bei der Firma XY um XX Prozent steigern. Auch die Kundenzufriedenheit verbesserte sich zeitgleich von XX auf XX Prozent.

    Tipp: Recherchieren Sie zuvor in den Medien, welche Qualifikationen und Kompetenzen einem Arbeitgeber in dieser Position besonders wichtig sind. Wer dies im Bewerbungsschreiben gut antizipiert, verbessert seine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch deutlich.

    Bewerbungsschreiben Schlusssatz

    Das inhaltliche Ende des Bewerbungsschreibens bilden Ihre Gehaltsvorstellung und der frühestmögliche Eintrittstermin – sofern diese Angaben verlangt werden. Bedanken Sie sich im Schlusssatz für das Interesse und sagen Sie, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen – ohne dabei wie ein Bittsteller aufzutreten. Dahinter setzen Sie eine vernünftige Grußformel und Ihre Unterschrift.

    Sollte es in Ihrem Lebenslauf Lücken, Unterbrechungen, Jobwechsel, Kündigungen oder Ähnliches geben, dann erwähnen Sie diese im Bewerbungsschreiben ruhig – aber kurz. Und stellen Sie sich darauf ein, dass Sie der Personaler dazu im Jobinterview noch genauer befragen wird. Prinzipiell sollten Sie dabei freundlich, offen, motiviert klingen. Nicht nur der erste Eindruck entscheidet, auch der letzte.

    Dazu gehört auch eine Prise Selbstbewusstsein, denn schließlich sind Sie der genau richtige Kandidat für exakt diese Position. Sie haben etwas anzubieten: Ihre Kompetenzen, Motivation, Leistungsbereitschaft und und und. Das Unternehmen sollte das merken.

    Dennoch begehen viele Jobkandidaten im Bewerbungsschreiben einen kleinen, aber entscheidenden Fehler. Sie verfallen in den Konjunktiv.

    • Ich würde Ihnen in einem Vorstellungsgespräch gerne mehr von mir erzählen.
    • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
    • Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen würden.

    Der Punkt ist: Ein Konjunktiv schwächt die gesamte Aussage ab. Es mag bescheiden und sympathisch klingen, ist aber nicht zielführend. Auch bei einem Unternehmen ist es ja nicht so, dass es „seinen Blick gerne in die Zukunft richten würde“. Es richtet seinen Blick in die Zukunft.

    Sie zweifeln damit Ihre eigenen Fähigkeiten an und machen sich klein. Darum: Am Schluss des Bewerbungsschreibens kein Konjunktiv!

    Viel besser: Das, was man in der Werbesprache als Call-to-Action bezeichnet. Studien belegen, dass Verbraucher auf Aufforderungen positiv reagieren. Sie klicken auf den Artikel, wenn man sie dazu animiert, Sie rufen die Hotline an, wenn man es Ihnen vorschlägt, Sie kommentieren, wenn man Sie dazu auffordert. Nutzen Sie daher auch in Ihrem Bewerbungsschreiben so einen Call-to-Action.

    Fordern Sie den Arbeitgeber aktiv auf, etwas zu tun, das Ihren Wünschen entspricht. Das könnte etwa so aussehen – ganz ohne Konjunktiv:

    • Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.
    • Habe ich Sie überzeugt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Kennenlernen.
    • Kontaktieren Sie mich gerne, wenn Sie noch weitere Fragen haben.
    • Sehr gerne überzeuge ich Sie auch in einem persönlichen Gespräch von mir.

    Oder ist Ihnen das irgendwie unangenehm? In diesem Fall schließen Sie einfach mit Ihrem möglichen Eintrittstermin: Ich kann Ihnen bereits zusagen, die Stelle am xx. November anzutreten.

    Auch so unterstellen Sie natürlich, dass Sie den Job auch bekommen. Ein Psychospielchen – keine Frage, aber kein wirkungsloses.

    Wie erkläre ich eine kritische Phase im Bewerbungsschreiben?

    Bewerbungsschreiben Tipps FehlerDas Leben ist kein… na, Sie wissen schon. Vielleicht haben Sie die Schule abgebrochen oder das Studium geschmissen oder zweimal hintereinander die Stelle verloren. Sicherlich gibt es dafür gute Gründe, aber wie erklären Sie die dem Personaler?

    Das könnte schwierig werden, denn speziell in Deutschland wird Zeugnissen und Zertifikaten allergrößtes Vertrauen entgegengebracht. Wer seine Fähigkeiten nicht schriftlich nachweisen kann, bekommt den Job in der Regel nicht. Und das, obwohl formelle Abschlüsse oder Zeugnisse in vielen Berufen gar nicht notwendig wären.

    Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn Ihnen Zeugnisse oder Ähnliches fehlen: Sie müssen Ihre Fähigkeiten nachweisen. Das können Sie aber auch auf andere Art und Weise, mit Referenzen und Arbeitsproben zum Beispiel.

    Beispiel: Sie bewerben sich auf einen Job, für den das Abitur eine Voraussetzung ist. Nun haben Sie aber „nur“ das Fachabitur, bringen aber sonst alle notwendigen Kompetenzen mit. Was tun Sie? Richtige Antwort: Trotzdem bewerben. Auch in den Unternehmen gibt es selbstverständlich Spielraum.

    Kein Kandidat erfüllt 100 Prozent der Bedingungen. Also nur Mut, wenn es bei Ihnen bisweilen nur zu 90, 80 oder auch 70 Prozent reicht. In solchen Fällen wird es umso wichtiger, Ihre Motivation richtig herauszuarbeiten. Wie heiß sind Sie auf den Job? Welche Soft Skills haben Sie? Wenn Sie die gut vermitteln, ohne gleichzeitig alle formellen Voraussetzungen zu erfüllen, stehen Ihre Chancen gar nicht mal schlecht.

    Dann könnte – zusätzlich zum Bewerbungsschreiben – auch ein Motivationsschreiben genau das richtige Format sein, um Sie dem Job näherzubringen. Aber Vorsicht: Rechtfertigen Sie sich darin nicht, sondern bieten Sie dem Arbeitgeber etwas an.

    Bewerbungsschreiben Tipps

    Die kreative Ader voll zur Entfaltung bringen – schön, aber nicht immer erfolgversprechend. An einigen Grundregeln und Formalitäten kommt man nur schwer vorbei.

    Grundsätzlich eine gute Wahl: eine Bewerbung nach DIN 5008. Das macht die Sache für den HR-Verantwortlichen einfacher und übersichtlicher – Pluspunkt!

    Diese Grundregeln sollten Sie beim Bewerbungsschreiben beachten:

    • Papier: Am besten nehmen Sie hochwertiges Papier für Ihr Bewerbungsschreiben, kein einfaches Kopierpapier. Bei den Blättern darauf achten, sie nicht durch Flecken, Knicke oder Eselsohren zu verunstalten. Auch gut: Scharfer Laserdruck,der nicht verwischt.
    • Schrift: Bitte keine extravagante Schnörkelschrift im Bewerbungsschreiben wählen! Das wirkt immer latent affektiert und ist schwieriger zu lesen. Besser sind Schriftarten wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia.
    • Schriftgröße: Merken Sie sich die 11-13-15-Regel. Fließtext hat die Schriftgröße 11. Datum, Adressen und Zwischenüberschriften haben eine 13-Punkt-Schrift – gerne auch gefettet. Die 15-Punkt-Schrift ausschließlich für Ihren Name im Kopf des Bewerbungsschreibens verwenden. Übrigens: Mit den krummen Größen heben Sie sich von anderen Bewerbern ab. Die meisten greifen nämlich auf die Standardeinstellung von Word zurück: 12.
    • Zeilenabstand: Der Zeilenabstand sollte in einer Bewerbung immer einheitlich sein. Das gilt auch für Einzüge, Linie und den Seitenrand. Schön luftig ist ein eineinhalbzeiliger Linienabstand – und zwei Zentimeter Seitenabstand links und rechts.
    • Länge: Mehr als eine Seite sollten Berufseinsteiger nicht fürs Anschreiben verfassen. Bei älteren Berufserfahrenen dürfen es auch mal zwei Seiten sein. Aber: Immer kompakt, kurz und präzise bleiben.
    • Satzbau: Vermeiden Sie Schachtel- und Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen. Kurze Hauptsätze wirken stärker. Versuchen Sie, viele Verben im Bewerbungsschreiben zu verwenden. Aber nicht so viele Adjektive und komplizierte Wortungetüme, die auf -ung, -heit oder -keit enden.
    • Individualität: Schreiben Sie die gleiche Bewerbung nie zweimal. Personalverantwortliche erkennen, ob Sie sich Mühe oder eine faulen Lenz gemacht und das Bewerbungsschreiben einfach kopiert haben.

    Bewerbungsschreiben Checkliste

    Bewerbungsschreiben ChecklisteDas alles gehört in Ihr Bewerbungsschreiben – sortiert von oben bis unten:

    • Adresse des Absenders mit Namen, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
    • Datum der Fertigstellung (rechts)
    • Adresse des Empfängers mit Firma, Vor- und Zuname
    • KEIN Bewerbungsfoto (kommt in den Lebenslauf)
    • Betreff
    • Persönliche Anrede
    • Einstieg und Einleitungssatz
    • Kurzdarstellung
    • Unternehmensbezug
    • Hinweis auf sonstige Kenntnisse wie Fremdsprachen (sofern vorhanden)
    • Hinweis auf Referenzen wie Ansprechpartner aus früheren Jobs
    • Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
    • Spanne der Gehaltsvorstellungen (wenn verlangt)
    • Abschlusssatz und Grußformel
    • Unterschrift
    • Anlagen wie Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate

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    Arbeitszeugnis Formulierungen

    Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis soll prinzipiell Auskunft geben über…

    • Arbeitsbereitschaft
    • Arbeitsbefähigung
    • Arbeitsweise
    • Arbeitserfolg
    • Gesamtleistung
    • Sozialverhalten

    eines Mitarbeiters. Laut Gewerbeordnung muss ein Arbeitszeugnis dabei mehrere Bedingungen erfüllen. Das Zeugnis muss…

    • wahr
    • wohlwollend
    • vollständig

    sein. Wohlwollend, um das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers nicht unnötig zu erschweren. Wahr, weil auch der künftige Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran hat, die erbrachten Leistungen eines Bewerbers richtig einschätzen zu können.

    Und vollständig, damit alle für die Beurteilung eines Arbeitnehmers wichtigen Punkte Erwähnung finden. Das Zeugnis darf also keine offensichtlichen Lücken enthalten. Das Arbeitszeugnis einer Führungskraft ist ohne Beurteilung ihrer Führungsqualitäten unvollständig; über einen Kassierer möchte man gemeinhin wissen, wie es um seine Ehrlichkeit bestellt ist.

    Offene Kritik ist somit in einem Arbeitszeugnis tabu – versteckte Kritik hingegen nicht. Zum Beispiel sind ironisch gemeinte Arbeitszeugnisse nach Einschätzung von Experten nicht zulässig.

    Als Konsequenz hat sich in den letzten Jahrzehnten eine regelrechte Geheimsprache für Arbeitszeugnisse herausgebildet. Personaler können anhand der Formulierungen im Arbeitszeugnis meist direkt entschlüsseln, was wirklich gemeint ist. Dabei gibt es zahlreiche Chiffren und Codes, die den unbedarften Leser bisweilen in die Irre führen.

    Auch für die Bewerber selbst ist es wichtig, die wirklichen Aussagen ihrer eigenen Arbeitszeugnisse zu dekodieren. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Arbeitszeugnis-Formulierungen und ihre Bedeutungen…

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Bedeutungen

    Arbeitszeugnisse können wie Engelszungen klingen, aber von Teufelshand gemacht sein. Denn wie gesagt: Offene Kritik ist gesetzlich tabu, dafür müssen Codierungen herhalten. So können herrlich klingende Worte in Wahrheit das glatte Gegenteil meinen. Gut, wenn Sie das als Arbeitnehmer erkennen!

    Arbeitszeugnisse erfüllen somit nicht allein den Zweck, die Arbeitsleistung und das Sozialverhalten eines Beschäftigten zu bestätigen und ihm die Jobsuche zu erleichtern. Sie können auch eine Warnung an alle anderen Unternehmen da draußen sein. Achtung, den oder die auf keinen Fall einstellen!

    Ein kleiner Trick entlarvt viele Schreiber als Scharlatane: Achten Sie in Ihrem Arbeitszeugnis auf doppeldeutige Formulierungen und kehren Sie sie in ihr Gegenteil um.

    Hier sind einige Beispiele für missverständliche Arbeitszeugnis-Formulierungen:

    Leistungsbeurteilung

    • Er machte sich mit großem Elan an die ihm übertragenen Aufgaben.
      Im Klartext: Ein Chaot vor dem Herrn!
    • Er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.
      Im Klartext: Voll-Versager!
    • Er verstand es, alle Aufgaben erfolgreich zu delegieren.
      Im Klartext: Er war einfach nur faul und ließ andere für sich arbeiten.
    • Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis und Interesse.
      Im Klartext: Was nicht heißt, dass sie auch gearbeitet hätte.
    • Sie war durch ihre Pünktlichkeit ein gutes Beispiel.
      Im Klartext: Sie konnte nur pünktlich sein – sonst konnte sie leider nichts.
    • Sie arbeitete mit größter Genauigkeit.
      Im Klartext: Eine Pedantin, die allen den Nerv geraubt hat.
    • Er war bei Kunden schnell beliebt.
      Im Klartext: Er ist in Verhandlungen nicht zu gebrauchen.
    • Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit!
      Im Klartext: Er hat sie nötig, weil er andauernd krank ist.
    • Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, besonders Erfolg!
      Im Klartext: Weil er hier alles hatte, aber ganz bestimmt keinen Erfolg.
    • Er hat alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt.
      Im Klartext: Nur erfolgreich war er dabei nicht.
    • Die ihm übertragenen Aufgaben hat er zu unserer Zufriedenheit erledigt.
      Im Klartext: Eigeninitiative zeigte er keine.
    • Sie war stets nach Kräften bemüht, die ihr übertragenen Aufgaben zu unser Zufriedenheit zu erledigen.
      Im Klartext: Eine Nullnummer – die rhetorische Höchststrafe.

    Sozialverhalten

    • Er hat großes Fachwissen und gesundes Selbstvertrauen.
      Im Klartext: Er ist mega-arrogant.
    • Seine Geselligkeit trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.
      Im Klartext: Er gönnt sich auch während der Arbeit gerne mal ein Bierchen oder Kurzen.
    • Sie zeigte ein großes Einfühlungsvermögen für die Belange der Mitarbeiter.
      Im Klartext: Sie macht den Männern schöne Augen und flirtete, was das Zeug hielt.
    • Mit seinen Vorgesetzten kam er gut zurecht.
      Im Klartext: Ein Mitläufer und Schleimer.
    • Er trat engagiert für die Interessen der Kollegen auf.
      Im Klartext: Achtung, er engagiert sich im Betriebsrat!
    • Sie war in der Lage, ihre Meinung zu vertreten.
      Im Klartext: Eine völlig kritikunfähige Person.
    • Er hat eine erfrischende Art im Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen.
      Im Klartext: Umgangsformen wie aus der Gosse.
    • Er war umgänglich und kontaktbereit.
      Im Klartext: Niemand mochte ihn.
    • Sie war ihren Mitarbeitern stets eine verständnisvolle Vorgesetzte.
      Im Klartext: Sie verfügte über keinerlei Autorität.
    • Er wusste sich gut zu verkaufen.
      Im Klartext: Ein geltungssüchtiger Gernegroß, bei dem Wunschvorstellung und Realität weit auseinanderliegen.
    • Er bewies großes Einfühlungsvermögen in Bezug auf die Belange der Belegschaft.
      Im Klartext: Für ihn war der Arbeitsplatz mehr ein erotischer Abenteuerspielplatz, auf dem er auf die Pirsch gehen konnte.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Noten

    Derart ausgeklügelt ist die Zeugnissprache, dass man in ihr auch Schulnoten erkennt. Das macht es den Personalbüros noch leichter, einen Bewerber einzuordnen. Das Zünglein an der Waage sind meist die unscheinbaren Wörtchen stets, zur vollsten und zur vollen.

    Immer besorgniserregend sollte es sein, wenn Sie in Ihrem Arbeitszeugnis die Vokabel bemüht erspähen. Sie hat in der Regel nichts Gutes zu bedeuten. Wer sich bemüht, der kriegt nichts gebacken – so die Übersetzung.

    So lesen Sie Schulnoten aus Ihrem Arbeitszeugnis: Sie/er erfüllte ihre/seine Aufgaben…

    • stets zur vollsten Zufriedenheit. Note 1
    • zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit. Note 2
    • zur vollen Zufriedenheit. Note 3
    • zur Zufriedenheit. Note 4
    • im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit. Note 5
    • Sie/er hat sich bemüht. Note 6

    Auch aus einzelnen Formulierungen im Arbeitszeugnis gehen Noten hervor. So kann die Gesamtleistung des Mitarbeiters gut gewesen sein, sein Sozialverhalten aber nur ausreichend. Oder er hat in einzelnen Teilbereichen seiner Tätigkeit sehr gute Leistungen gebracht, in anderen nur befriedigende. Oft sind es Nuancen, die den Unterschied zwischen sehr gut und gut ausmachen. Hier sind beispielhafte Arbeitszeugnis-Formulierungen:

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Sehr gut (Note 1)

    • Sie/er erzielte herausragende Arbeitsergebnisse und zeigte außergewöhnliches Engagement.
    • Sie/er hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.
    • Sie/er war in höchstem Maße zuverlässig.
    • Sie/er erledigte ihre/seine Aufgaben stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
    • Im Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war sie/er stets zuvorkommend, freundlich und korrekt.
    • Sie/er verfügt über hervorragende und fundierte Fachkenntnisse.
    • Sie/er verstand es, in allerbester Weise die Kollegen zu überzeugen und zu motivieren.
    • Sie/er hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.
    • Wir waren mit den Leistungen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden.
    • Sie/er verlässt uns auf eigenen Wunsch, was wir außerordentlich bedauern.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Gut (Note 2)

    • Sie/er erzielte beste Resultate und zeigte hohes Engagement.
    • Sie/er zeigte stets überdurchschnittliche Arbeitsqualität und Eigeninitiative.
    • Sie/er arbeitete stets zuverlässig und äußerst gewissenhaft.
    • Sie/er erledigte die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
    • Ihr/sein Verhältnis zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets einwandfrei.
    • Sie/er hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Befriedigend (Note 3)

    • Sie/er arbeitete gewissenhaft und zuverlässig.
    • Sie/er zeigte Engagement und Initiative.
    • Sie/er war bei der Arbeit sorgfältig und genau.
    • Sie/er erledigte die zugeteilte Arbeiten systematisch und zufriedenstellend.
    • Sie/er verfügt über solide Fachkenntnisse.
    • Ihr/sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden war vorbildlich.
    • Wir waren mit ihren/seinen Leistungen jederzeit zufrieden.
    • Sie/er erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Ausreichend (Note 4)

    • Sie/er hat alle übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.
    • Sie/er konnte die ihr/ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigen.
    • Sie/er war stets mit Interesse bei der Sache.
    • Sie/er zeigte keine Unsicherheiten bei der Ausführung ihrer/seiner Aufgaben.
    • Sie/er hat alle Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
    • Ihre/seine Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen.
    • Ihr/sein persönliches Verhalten war insgesamt einwandfrei.
    • Sie/er hat unseren Erwartungen entsprochen.
    • Wir waren mit ihren/seinen Leistungen zufrieden.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Mangelhaft (Note 5)

    • Sie/er war um zuverlässige Arbeitsweise bemüht.
    • Sie/er hat sich im Rahmen ihrer/seiner Fähigkeiten eingesetzt.
    • Sie/er zeigte er sich den Belastungen gewachsen.
    • Sie/er hat alle Aufgaben allgemein mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
    • Sie/er zeigte nach Anleitung, Fleiß und Ehrgeiz.
    • Sie/er erledigte die Arbeiten mit Fleiß und dem Willen, sie termingerecht zu beenden.
    • Sie/er war in der Regel erfolgreich.
    • Sie/er hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.
    • Sie/er entsprach im Allgemeinen den Anforderungen.
    • Ihr/sein Verhalten war ohne Tadel.
    • Sie/er hat unserem Unternehmen großes Interesse entgegengebracht.
    • Sie/er hat unseren Erwartungen weitestgehend entsprochen.
    • Sie/er verläßt uns in gegenseitigem Einvernehmen.

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    Arbeitszeugnis Formulierungen: 5 wichtige Kriterien

    Arbeitszeugnis Formulierungen VerhaltenVersteckte Botschaften sind nicht das einzige, auf das es ankommt. Vor allem auf diese Punkte sollten Sie in Ihrem Arbeitszeugnis achten:

    • Kompetenzen: Das Arbeitszeugnis sollte die Kernkompetenzen des Mitarbeiters betonen und bestätigen. Im besten Fall decken sie sich mit jenen, die in der aktuellen Stellenanzeige vom künftigen Arbeitgeber eingefordert werden.
    • Lebenslauf: Die Angaben im Lebenslauf sollten mit jenen im Arbeitszeugnis deckungsgleich sein. Vor allem in punkto Zeitraum und Aufgabenbeschreibung kommt es immer wieder zu Diskrepanzen – nicht immer unabsichtlich.
    • Formalitäten: Dass ein Arbeitszeugnis formell sauber ist – mit Datum und Unterschrift etc. – sollte selbstverständlich sein. Ist es das nicht, könnte es auf mangelnde Wertschätzung – oder einen unprofessionellen Arbeitgeber – hinweisen.
    • Zeitverlauf: Man kann und sollte die einzelnen Arbeitszeugnisse miteinander vergleichen. Die spannende Frage dabei: Werden die Beurteilungen im Laufe der Zeit besser oder schlechter? Sie können sich denken, was sich ein Personalverantwortlicher wünscht…
    • Zeugniscodes: Was verrät es über den Bewerber, wenn man im Arbeitszeugnis zwischen den Zeilen liest? Über die wichtigsten Arbeitszeugnis-Formulierungen können Sie sich hier im Artikel schlau machen.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Abschlussformel

    Personalentscheider haben oft keine Zeit. Und was machen sie, wenn sie in Zeitnot sind? Sie überfliegen die Bewerbungsunterlagen – und gucken beim Arbeitszeugnis nur auf die letzten zwei, drei Sätze. Dort findet man die Bewertung durch den Ex-Arbeitgeber in kondensierter Form.

    Der Formulierung der Abschlussformel kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Ist die Gesamtbewertung gut, handelt es sich um einen brauchbaren Kandidaten. Ist sie schlecht, kann man ihn aussortieren – und sich die Einzelheiten sparen. Zwei, drei Sätze, die über Wohl und Wehe einer Bewerbung entscheiden können.

    Ein wichtiger Hinweis: Rein rechtlich gesehen ist die Abschlussformel freiwillig. Ein Arbeitgeber ist also nicht verpflichtet, einem Mitarbeiter am Ende des Zeugnisses für seine Mitarbeit zu danken und ihm alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Der Arbeitnehmer kann eine Abschlussformel nicht einklagen.

    Dies macht schon dessen Bedeutung klar: Fehlt die Abschlussformel, ist es ein schlechtes Zeichen. Vielleicht will der Arbeitgeber seinem scheidenden Mitarbeiter noch einen Leberhaken verpassen – oder er war ihm eine Abschlussformel schlicht nicht wert.

    Andererseits kann man auch mit einer versteckt negativen Abschlussformel jemandem noch dezent einen Tritt in den Hintern verpassen. Eine beispielhafte Formulierung:

    • Frau Schulze verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ in beiderseitigem Einvernehmen. Wir danken für ihre Mitarbeit. Weiterhin wünschen wir beruflich und privat viel Erfolg.

    Viel kühler kann man eine Abschlussformel vermutlich nicht formulieren. Bedauern über ihr Ausscheiden? Kaum erkennbar. Stellt man die Sätze geringfügig um und ergänzt sie, klingen sie gleich ganz anders:

    • Frau Schulze verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und danken ihr für ihre stets guten und engagierten Leistungen. Beruflich und privat wünschen wir weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

    Abschlussformel Aufbau

    Abschlussformeln im Arbeitszeugnis folgen meist einem Schema. Sie sind in der Regel in diese vier Teile aufgegliedert:

    1. Trennungsgrund

      Wollte der Mitarbeiter von sich aus gehen und hat gekündigt? Darauf deutet die Formulierung auf eigenen Wunsch hin. Oder wurde er gegangen? Das ist beim Satzbaustein in gegenseitigem Einverständnis der Regelfall.

    2. Danksagung

      Unter normalen Umständen bedankt sich der Arbeitgeber für Arbeitseinsatz und gezeigte Leistungen. Doch ist die Lautstärke des Dankeschön nicht immer gleich – es kommt auf die Formulierung an. Fehlt eine Danksagung komplett, spricht das nicht für den Arbeitnehmer.

    3. Bedauern

      Gut, dass er weg ist! Das wird kein Arbeitgeber ins Arbeitszeugnis schreiben – es wäre auch gar nicht erlaubt. Aber indirekt kann die Aussage durchaus in diese Richtung gehen. Dann nämlich, wenn dem Unternehmen kein Ausdruck des Bedauerns über die Lippen bzw. die Tastatur kommt. Einen geschätzten Mitarbeiter lässt man nur ungern gehen – und drückt daher im Zeugnis sein Bedauern über dessen Weggang aus.

    4. Wünsche

      Einem Mitarbeiter dankt man normalerweise für das, was er für die Firma geleistet hat. Frau Schulze verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, was wir sehr bedauern. Wir danken ihr für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihr auch für die Zukunft viel Erfolg. Das wäre eine Formulierung, mit der man sehr gut leben kann.

    Abschlussformel Bedeutung

    Hier sind die Bedeutungen der Abschlussformel-Formulierungen im Arbeitszeugnis auf einen Blick:

    • Sie verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und wünschen ihr für ihre Zukunft alles Gute.
      Bedeutet: Wir lassen die Mitarbeiterin nur äußerst ungern ziehen und hätten sie sehr gerne behalten.
    • Er verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.
      Bedeutet: Wir hätten den Mitarbeiter gerne behalten.
    • Sie verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.
      Bedeutet: Die Mitarbeiterin ist kein großer Verlust.
    • Er verlässt unser Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen.
      Bedeutet: Dem Mitarbeiter wurde gekündigt.
    • Wir bedanken uns für seine Mitarbeit.
      Bedeutet: Wir freuen uns, dass wir ihn endlich los sind.
    • Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, auch Erfolg.
      Bedeutet: Bei uns hatte er keinen Erfolg und war ein Totalausfall.

    Arbeitszeugnis Formulierungen: Geheime Techniken

    Nicht jeder Arbeitgeber ist ein Zeugnisprofi. Darum ist auch nicht jede unglückliche Formulierung böser Absicht entsprungen. Oft stecken einfach Unwissen, Schludrigkeit oder Bequemlichkeit dahinter. Darum ist es für Bewerber auch so wichtig, das Zeugnis nach Erhalt genau zu überprüfen.

    Wenn Sie sich nichts vorzuwerfen haben und einen guten Draht zu Ihrem Chef haben, dann sprechen Sie ihn auf die ungünstigen Codes im Zeugnis an. Gut möglich, dass ihnen ein Missverständnis zugrunde liegt.

    Möglich ist es aber auch, dass der Arbeitgeber Ihnen nachträglich noch eins auswischen will. Aus reiner Boshaftigkeit oder weil er sauer und enttäuscht über Ihren Weggang ist. Alles ist möglich.

    Bei manchen Arbeitszeugnis-Formulierungen sollten Sie auf eine Korrektur bestehen. Schließlich werden Sie sich mit Ihren Zeugnissen noch jahrelang bewerben müssen.

    Diese Techniken wenden Zeugnisschreiber oftmals an:

    • Passivsätze

      Diesen Rat kennt man noch aus dem Deutsch-Aufsatz in der Schule: Verwenden Sie nicht so viele Passivsätze! Auch im Arbeitszeugnis können sie darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt. Konkret: Dass es der Arbeitskraft an Eigeninitiative gemangelt hat. Die ihm übertragenen Aufgaben oder wurde damit und damit betraut – derartige Formulierungen können ein Hinweis sein. Das wirkt phlegmatisch, lust- und ambitionslos. Wenn jemand dagegen aktiv etwas gemacht, gerissen, bewerkstelligt, erreicht hat, gewinnt das Zeugnis gleich eine ganz andere Dynamik.

    • Lücken

      Lücken im Lebenslauf sind unschön. Im Arbeitszeugnis können sie ebenfalls sehr negativ wirken. Zum Beispiel dann, wenn in standardisierten Aussagen ein Element fehlt. Beispiel: Sein Verhältnis zu Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich. Eine rundum positive Aussage. Wenn es nun heißt, sein Verhältnis zu Kollegen war stets vorbildlich, klingt das auch noch gut. Aber etwas fehlt. Möglicherweise war sein Verhältnis zu den Vorgesetzten nicht ganz so gut…

    • Richtungswechsel

      Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend sein. Umso härter wirken negative Formulierungen wie kein, nicht oder nie. Die sind im entsprechenden Kontext natürlich weiterhin erlaubt, aber drehen die Bewertung in eine negative Richtung. Beispiel gefällig? Seine Disziplin gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn es nicht irgendetwas damit auf sich hätte. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich eben doch um einen sehr undisziplinierten Mitarbeiter gehandelt hat. Oder: Sie war nie unpünktlich und fiel auch nie durch Unbeherrschtheiten auf. Das ist schon zu offensichtlich. In Wahrheit war sie ständig unpünktlich und ein Vulkan.

    • Wesentliches

      Lesen Sie zwischen den Zeilen. Achten Sie aber auch darauf, was NICHT im Arbeitszeugnis steht. Es kann entscheidend sein. Denn die Kommentare im Arbeitszeugnis sollten auch zu Ihnen und ihrer Stelle passen. Von einem Social Media Manager wird Kommunikations- und Organisationsstärke erwartet, von einem Grafikdesigner Kreativität und von einem Controller Genauigkeit. Die Kernkompetenzen sollten sich in der Bewertung wiederfinden. Werden sie durch Fachfremdes ersetzt oder ganz weggelassen, ist das ein schlechtes Zeichen.

    • Übertreibung

      Nicht nur Hobby-Satiriker wissen: Eine Übertreibung kann eine Bewertung ins Ironische verdrehen. Er war ein außerordentlich brillanter Kopf. Wenn Sie das in Ihrem Zeugnis sehen, was denken Sie dann? Doch wohl, dass sich da jemand über Sie lustig machen wollte. Genauso kann es auch gemeint sein. Er verfügt über eine außergewöhnliche Begabung, sein Wissen mit den Kollegen zu teilen. Das ließe sich übersetzen mit Er war ein Besserwisser.

    • Reihenfolge

      Für einen Kundenbetreuer ist der Umgang mit Kunden eine Kernkompetenz. Dass er dabei gute Leistungen erbracht hat, sollte im Arbeitszeugnis möglichst weit vorne auftauchen – und nicht ganz hinten, womöglich in einem Nebensatz. Werden am Anfang des Zeugnisses weniger wichtige Aspekte vor den wirklich wichtigen genannt, ist das verdächtig.

    • Knappheit

      Mit Temporaladverbien wie stets, immer oder jederzeit wertet der Arbeitgeber die Leistungen eines Mitarbeiters auf. Auch qualifizierende Adjektive wie zielstrebig oder engagiert sind positiv. Diese Bestandteile verlängern einen Satz. Im Umkehrschluss bedeutet das: Enthält ein Arbeitszeugnis auffallend viele kurze Sätze, ist dies in der Regel als Abwertung zu verstehen.

    Arbeitszeugnis-Formulierungen in agilen Teams

    Arbeitszeugnis Formulierungen agil
    Auch in agilen Teams dürfen Arbeitgeber die Leistungen der Mitarbeiter individuell bewerten. Dies urteilte das Arbeitsgericht Lübeck in einem Urteil vom 22. Januar 2020.

    Im konkreten Fall hatte ein Arbeitnehmer, der als Testingenieur im Bereich Product Qualification beschäftigt war und in einem agilen Projektteam nach der Scrum-Methode gearbeitet hatte, geklagt. Das Arbeitszeugnis, das er nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhielt, fiel aus seiner Sicht im Vergleich zu einem anderen Teammitglied zu schlecht aus. Vor Gericht verlangte er, dass der Arbeitgeber sein Arbeitszeugnis im Wortlaut an das Zeugnis seines ehemaligen Kollegen angleichen müsse. Als Begründung führte er an, dass in agilen Teams die Team-Leistung vorrangig wäre und die individuelle Arbeitsleistung nur untergeordnet.

    Die Lübecker Richter gaben der Klage nicht statt. Auch in agilen Arbeitsumgebungen sei, so ihr Urteil, die individuelle Leistung messbar. Arbeitszeugnis-Formulierungen dürfen somit sehr wohl voneinander abweichen.

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    [Bildnachweis: Production Perig by Shutterstock.com]

    Kurzbewerbung: Muster, Vorteile und die besten Tipps

    Eine Kurzbewerbung soll Interesse wecken und die Kontaktaufnahme erleichtern. Hat das Unternehmen Interesse, kann es die vollständige Bewerbungsmappe anfordern. Wenn nicht, kann sich der Bewerber weitere Anstrengungen sparen. Für beide Seiten ist eine Kurzbewerbung mit weniger Aufwand und Zeitersparnis verbunden. Vor allem auf Karriere- und Jobmessen ist es sinnvoll, eine Kurzbewerbung im Gepäck zu haben, um sie an potenzielle Arbeitgeber verteilen zu können. Aber Achtung: Nicht immer ist es von Vorteil, eine Kurzbewerbung statt einer vollständigen zu verschicken…

    Was ist eine Kurzbewerbung?

    Eine Kurzbewerbung ist – wie der Name schon vermuten lässt – die Kurzversion einer Bewerbung. Die Kurzbewerbung besteht lediglich aus…

    Eine Kurzbewerbung hat demzufolge nicht mehr als zwei oder maximal drei Seiten. Sie kommt komplett ohne Anlagen, oft sogar ohne Bewerbungsfoto (Foto ist aber empfehlenswert!) aus. Man könnte in der Tat von einer Schmalspurbewerbung sprechen, aber einer mit reellen Erfolgsaussichten…

    Auf Bewerbungsmappe, Arbeitszeugnisse, Qualifikationsnachweise und Deckblatt können Sie verzichten. Und auf alle anderen Elemente einer vollständigen Bewerbung ebenfalls. Diese Bewerbungsunterlagen brauchen Sie bei einer Kurzbewerbung NICHT:

    • Deckblatt
    • Schulzeugnisse
    • Ausbildungszeugnisse
    • Hochschulzeugnisse
    • Arbeitszeugnisse
    • Fortbildungsnachweise
    • Weiterbildungszertifikate/Sprachzertifikate
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben
    • Arbeitsproben
    • Kopie des Führerscheins
    • Kopie des Führungszeugnisses

    Kurzbewerbung schreiben

    Hauptbestandteil der Kurzbewerbung ist der tabellarische Lebenslauf. Er zeigt dem Personaler an, ob der Bewerber über die notwendigen Qualifikationen und entsprechende Berufserfahrung verfügt. Darum sollte man den Lebenslauf mit großer Sorgfalt erstellen, neben Inhalt auch auf die Form achten.

    Das Anschreiben fällt in der Kurzbewerbung nicht so detailreich aus wie in einer „normalen“ Bewerbung. Der Bewerber sollte darin möglichst zum Ausdruck bringen, dass er über einen ausgeprägten Leistungswillen und Motivation, eine gute Arbeitsethik und spezielle Qualifikationen verfügt.

    Sie können auch mehrere Varianten des Anschreibens verfassen, die sich in Nuancen unterscheiden und der Bewerbung somit ein Stück gefühlte Individualität verabreichen, wenn Sie sie etwa auf einer Messe verteilen. Oder aber, sofern Sie schon wissen, wem Sie die Kurzbewerbung auf der Jobmesse überreichen wollen, natürlich auch den Namen des Unternehmens und ein gänzlich individualisiertes Anschreiben verfassen. Grundsätzlich kommt es bei Personalern gut an, wenn sie das Gefühl haben, das Anschreiben sei nur für sie und für niemanden sonst geschrieben worden.

    Geheimtipp: Stecken Sie Ihre Kurzbewerbung in eine Kladde oder Hülle, die den Unternehmensfarben des Arbeitgebers in spe entspricht. Es suggeriert Zugehörigkeit.

    Kurzbewerbung Muster

    Ein Bewerbungsmuster für Sie zur Anregung und Bearbeitung. Einfach unten auf die Links klicken.

    Kurzbewerbung Muster Beispiel

    • Kurzbewerbung Vorlage: WORD.
    • Kurzbewerbung Vorlage: PDF.

    Kurzbewerbung Vorteile

    Die größten Vorteile einer Kurzbewerbung sind:

    • Sie spart dem Empfänger Zeit und verursacht weniger Aufwand.
    • Sie gibt dem Empfänger einen guten ersten Überblick.
    • Sie kann vom Verfasser beliebig oft kopiert und verwendet werden.
    • Sie ist speziell (aber nicht ausschließlich) für Job- und Karrieremessen gut geeignet, um dort Kontakte zu knüpfen.
    • Sie ist im Vergleich zur Visitenkarte die bessere und nachhaltigere Form der Kontaktaufnahme.
    • Sie ist ein gute Möglichkeit, um die Erfolgsaussichten einer Initiativbewerbung auszuloten.

    Kurzbewerbung Nachteile

    Die größten Nachteile einer Kurzbewerbung sind:

    • Sie ist kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Hat das Unternehmen Interesse, kommt also zusätzliche Arbeit auf den Bewerber zu.
    • Sie enthält nur die nötigsten Informationen, aber oft zu wenige gute Argumente, um ein Unternehmen restlos zu überzeugen.
    • Sie bietet zu wenig Platz für Bewerber, um sich abzuheben und die individuellen Stärken herauszustellen.

    Kurzbewerbung Tipps

    Die Kurzbewerbung ist zunächst kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Sie ist so etwas wie ein Appetizer, eine Vorspeise, ein Lockmittel.

    Sie soll das Kennenlernen einleiten und den Weg zum Vorstellungsgespräch ebnen. Sie dient der Kontaktaufnahme, soll das Interesse des potenziellen Arbeitgebers ausloten.

    Der Hauptgrund: Personaler widmen jeder Bewerbung im Schnitt nur zwei bis fünf Minuten. In dieser Zeit muss der Bewerber überzeugt oder zumindest einen guten ersten Eindruck hinterlassen haben. Auf Anschreiben und Lebenslauf kommt es dabei in besonderem Maße an.

    Hat der Personalmanager Interesse, kann er die kompletten Bewerbungsunterlagen anfordern und sich ein vollständiges Bild vom Bewerber machen – oder ihn anrufen oder direkt zum Vorstellungsgespräch einladen. Besteht kein Interesse, kann sich der Bewerber weitere Mühen sparen. Auch für den Personaler ist die Durchsicht einer kurzen Bewerbung mit weniger Aufwand verbunden.

    Darum bieten auch schon einige Unternehmen eine Kurzbewerbung an, die Bewerber elektronisch per E-Mail oder Online-Formular übermitteln können. Auf Papier können Bewerber sie zum Beispiel auf einer Jobmesse überreichen. Dann wird sie zum Giveaway – zum unverbindlichen Angebot an das Unternehmen.

    Auch bei Aushilfs- oder Nebenjobs reicht die Kurzbewerbung in der Regel völlig aus – oder wird sogar ausdrücklich verlangt. Schließlich kommt es bei diesen Jobs nicht auf herausragende Qualifikationen und Zertifikate an – Anlagemarathon überflüssig.

    Formell sollte die Kurzbewerbung sachlich gehalten sein und auf optischen Schnickschnack verzichten. Auch ist sie in der Regel nicht individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten, sondern enthält „nur“ die wesentlichen Informationen über den Kandidaten.

    Empfehlenswert ist die Kurzbewerbung insbesondere für:

    Unternehmen wiederum setzen auf Kurzbewerbungen, wenn sie eine große Zahl von Bewerbern ansprechen und viele Vakanzen füllen wollen. Je geringer der Aufwand, desto mehr Bewerber melden sich, so die Hoffnung.

    Speziell Firmen, die viele Jobs besetzen müssen, für die keine akademische Ausbildung notwendig ist, entlasten dadurch ihre Personalabteilungen. Ein prominentes Beispiel ist die Deutsche Bahn, die schon seit Jahren Lokführer en masse und weiteres Personal sucht – und aus diesem Grund sogar komplett auf Anschreiben verzichtet.

    Checkliste

    Kurzbewerbung ChecklisteDas sind die wichtigsten Elemente einer Kurzbewerbung:

    • Bewerbungsschreiben (maximal eine Seite)
    • Tabellarischer Lebenslauf (eine Seite)
    • Bewerbungsfoto (wahlweise)
    • Keine Bewerbungsmappe
    • Keine Anlagen (Zeugnisse, Nachweise etc.)

    Die Checkliste von Karrierebibel gibt es als PDF zum Downloaden oder Ausdrucken hier.

    Nach der Kurzbewerbung

    Die Kurzbewerbung ist wie eine Visitenkarte. Sie soll die Kontaktaufnahme erleichtern und Interesse wecken. Aber ob sich der Empfänger wirklich melden wird, ist höchst ungewiss. Darum gibt es nur eine Strategie: Abwarten!

    Beißt der Personaler an, wird er Sie auffordern, ihm weitere Unterlagen zu senden – oder sogar zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Beißt er nicht an, können Sie sich weitere Mühen (vorerst) sparen.

    Es kommt also stark auf die Situation des Unternehmens an. Sind Plätze vakant, ist noch Budget für Neueinstellungen vorhanden? Nehmen Sie also eine Absage – bzw. eine fehlende Rückmeldung – nicht persönlich. Sie kann unzählige Gründe haben. Aber vielleicht haben Sie ja Glück.

    Und noch etwas: Wenn Sie sich ernsthafte Chancen ausrechnen, weil Sie wissen, dass das Unternehmen wächst oder auf Personalsuche ist, dann verzichten Sie auf die Kurzbewerbung und gehen direkt den Weg der (vollständigen) Initiativbewerbung.

    Denn eine Kurzbewerbung könnte Ihnen im schlimmsten Fall auch negativ ausgelegt werden. Nach dem Motto: „Da will sich wohl jemand keine Mühe machen!“

    Kurze Bewerbung: Auf dem Vormarsch?

    Kurzbewerbung TippsPer Smartphone bewerben – das ist nicht unbedingt empfehlenswert, weil fehleranfällig. Aber der Trend geht zweifellos in diese Richtung. Viele Kandidaten würden sich gerne mobil bewerben.

    Laut einer Umfrage des Internet-Portals meinestadt.de sagte die Hälfte von 102 befragten Personalern, dass sie mobile Bewerbungen akzeptiere, weil sie diese als zeitgemäß empfinde und sich einen schnelleren Prozess davon verspreche.

    Das zeigt: Zeitersparnis ist die Trumpfkarte einer kurzen Bewerbung. Deshalb könnte sie in Zukunft noch weitaus beliebter – und üblicher werden.

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    [Bildnachweis: AboutLife by Shutterstock.com]

    Interne Bewerbung: Vorteile, Muster, Tipps

    Interne Bewerbung Tipps Vorteile

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Arbeitnehmer, die unglücklich im Job sind, müssen nicht zwangsläufig Standort oder Branche wechseln. Sie müssen nicht einmal den Arbeitgeber wechseln. Mit einer internen Bewerbung lässt man Monotonie und nervige Kollegen hinter sich und startet noch einmal ganz von vorne. Damit die interne Bewerbung gelingt, muss man aber die größten Stolpersteine umgehen…

    Interne Bewerbung: Alternative zum Jobwechsel

    Jobwechsel und Arbeitgeberwechsel – das ist nicht das Gleiche. Speziell in größeren Unternehmen gibt es die Möglichkeit, sich eine ganz neue Herausforderung zu suchen – via interner Bewerbung. Typischerweise kommt es besonders oft zu einer internen Bewerbung…

    Aber Achtung: Ein Selbstläufer ist der innerbetriebliche Jobwechsel nicht!

    Sie sollten mit der gleichen Verve an die interne Bewerbung herangehen wie an jede andere Bewerbung. Wer glaubt, keinen Aufwand für die interne Bewerbung betreiben zu müssen, weil der Chef schon ein gutes Wort einlegen wird, irrt oft gewaltig.

    Apropos Chef: Falls Sie ein Leistungsträger in seiner Abteilung sind, wird er Sie nur ungerne ziehen lassen. Er muss ja schließlich eine Lücke stopfen, wenn Sie nicht mehr da sind. Da kann es schon mal passieren, dass er hinter den Kulissen seine Kontakte spielen lässt und die Kollegen mit dem Ziel bearbeitet, Sie behalten zu dürfen.

    Auf der anderen Seite kann er Ihrer internen Bewerbung auch zum Durchbruch verhelfen. Wenn er sich aktiv für Sie einsetzt, kann das schon die halbe Miete sein. Er oder sie weiß, was Sie können und was Sie nicht können, kann Ihre Stärken und Schwächen genau einschätzen und kommunizieren. Sein Wort hat intern Gewicht.

    Aber auf welcher Seite steht Ihr Chef? Das sollten Sie vorab ausloten, bevor Sie sich intern bewerben

    Interne Bewerbung Vorteile

    Eine interne Bewerbung hat prinzipiell gute Chancen. Man kennt Sie, man schätzt Sie, man mag Sie – Vorteile!

    Diese Vorteile bietet eine interne Bewerbung:

    1. Loyalität

      Eine interne Bewerbung darf man als Nachweis Ihrer Loyalität verstehen. Sie sind in der alten Stelle offenbar nicht mehr hundertprozentig glücklich, aber wollen das Unternehmen nicht gleich verlassen. Ein Kompliment! Umso schöner, wenn Sie schon eine lange Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Die verbindet. Ihr Arbeitgeber wird Sie vermutlich auch nicht einfach so gehen lassen wollen. Das würde er aber riskieren, wenn er Ihren Wunsch nach Veränderung abschlägt.

    2. Wissen

      Sie kennen den Laden schon aus dem Effeff und müssen nicht großartig eingearbeitet werden. Niemand muss Ihnen die Kantine zeigen, niemand den Parkplatz, niemand die Computersysteme. Das sind Zeitvorteile, die jedes Unternehmen liebend gerne mitnimmt. Unternehmenskultur, Strukturen, Kommunikationswege – alles schon bekannt.

    3. Zwischenzeugnis

      Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Sie unauffällig nach einem Zwischenzeugnis fragen können. Motto: Ach ja, wo ich schon mal dabei bin, könnten Sie mir direkt noch ein qualifiziertes Zwischenzeugnis ausstellen? Um ein Zwischenzeugnis fragt man sonst nur ungern, weil es den Verdacht nährt, dass man wechseln will – oft zurecht. Das können Sie auch wirklich noch tun, sollte es mit der internen Bewerbung nicht klappen. Außerdem darf ein späteres Arbeitszeugnis von dieser Bewertung nicht mehr entscheidend abweichen.

    Freie Stellen für die interne Bewerbung finden

    In der Regel bringt man eine interne Bewerbung nur dann auf den Weg, wenn die Gelegenheit dazu besteht. Wenn man also gehört hat, dass nebenan in Abteilung XY etwas freigeworden ist. Aber Sie können sich auch jederzeit selbst auf die Suche nach freien Stellen machen. Zum Beispiel hier:

    • Intranet

      Das Intranet umfasst oft einen internen Stellenmarkt. Wenn es eine Vakanz gibt, dann erfahren Sie es hier am schnellsten. Noch zügiger kommen Sie an Informationen, wenn Sie gute Kontakte in die Personalabteilung pflegen. Die Damen und Herren könnten Ihnen ja vielleicht schon vorab einen Wink geben.

    • Schwarzes Brett

      Das Schwarze Brett ist ein Relikt aus der analogen Zeit. Aber tot ist es noch lange nicht. Einfach Anzeigen ans Brett pinnen – das funktioniert noch immer erstaunlich gut. Halten Sie die Augen offen!

    • Jobbörsen

      Nicht jeder Mitarbeiter ist über das im Bilde, was im eigenen Unternehmen vor sich geht. Das betrifft auch die Personalpolitik. Manchmal geht alles ganz schnell und der Manager verlässt von heute auf morgen das Haus, ohne dass jemand etwas geahnt hätte. Verlassen Sie sich also nicht allein auf die Informationen Ihres Arbeitgebers. Suchen Sie ruhig mal in Jobbörsen wie hier bei Karrieresprung nach offenen Stellen in Ihrer eigenen Firma.

    • Kollegen

      Wenn Ihr Netzwerk groß und weit verzweigt ist, stehen die Chancen gut, dass Sie zügig Wind von neuen Vakanzen bekommen. Vielen Kollegen entgeht nicht, wenn sich jemand unwohl fühlt, gemobbt wird oder vor dem Absprung steht. Es kann also nicht schaden, aktiv zu netzwerken. Und: Wenn Sie mal einen entsprechenden Tipp weiterreichen, dann haben Sie etwas gut. Denn auch in Ihrer Abteilung wird ja bestimmt mal die eine oder andere Stelle frei. Zumal Mitarbeiterempfehlungen häufig extra belohnt werden…

    Interne Bewerbung Anschreiben

    Unterliegen Sie nicht dem Irrtum, dass das Anschreiben bei einer internen Bewerbung nicht so wichtig wäre. Es muss sitzen. Immerhin bringen Sie dadurch Ihre Motivation zum Ausdruck. Und es interessiert die Verantwortlichen in Ihrem Unternehmen brennend, warum Sie Ihre alte Stelle verlassen und auf eine neue wechseln wollen.

    Warum Sie sich überhaupt intern bewerben und weshalb Sie glauben, die Bestbesetzung für die Position zu sein, arbeiten sie im Anschreiben heraus. Rattern Sie nicht Ihre Stationen und Erfolge leidenschaftslos herunter. Am besten, der Empfänger gewinnt den Eindruck, Sie hätten genau auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet.

    So ist das Anschreiben aufgebaut – auch bei einer internen Bewerbung:

    • Absender und Datum
    • Betreffzeile
    • Anrede
    • Einleitung (Motivation)
    • Hauptteil (Eigenmarketing und Kompetenzen)
    • Unternehmensbezug (Mehrwert)
    • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
    • Grußformel und Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Vergessen Sie bei der internen Bewerbung nicht Ihren Namen und E-Mail-Adresse – sowie Ihre aktuelle Abteilung und Büro-Telefonnummer. Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie schon im Unternehmen beschäftigt sind. Aber es könnte sein, dass der Empfänger dies gar nicht weiß. Daher müssen Sie ihn schon mit der Nase darauf stupsen.

    Weniger günstig ist, wenn Sie Ihr Anschreiben an „Sehr geehrte Damen und Herren“ richten oder „An die Personalabteilung“ adressieren. Entweder Sie kennen die richtigen Ansprechpartner in Ihrem eigenen Unternehmen nicht. Oder Sie sind nicht in der Lage, diese herauszufinden. Peinlich!

    Dazu geben Sie die angestrebte Position an, eine möglichst genaue Betreffzeile und unterschreiben handschriftlich. Darunter kommt noch das Anlagenverzeichnis (Lebenslauf, Weiterbildungen, Zwischenzeugnisse).

    Das Bewerbungsschreiben besteht aus insgesamt vier Teilen. In der Einleitung nehmen Sie Bezug auf die interne Stelle, die Sie anstreben. Kommen Sie so schnell wie möglich zur Sache und schwafeln Sie nicht herum.

    Im zweiten Teil geht es um Ihre Person. Sie legen dar, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind und welche Qualitäten Sie auszeichnen. Teil drei handelt von Ihrer Motivation. Warum wollen Sie denn überhaupt intern wechseln? Was versprechen Sie sich davon? Im Schluss, das ist der vierte und letzte Teil, setzen Sie noch mal ein Ausrufezeichen. Sie schreiben, dass Sie sich sehr über ein persönliches Vorstellungsgespräch freuen und verabschieden sich mit besten Grüßen.

    Das Anschreiben passt auf eine Seite. Mehr als zwei Seiten sollten Sie in keinem Fall benötigen.

    Interne Bewerbung Lebenslauf

    Den Lebenslauf bauen Sie bei Ihrer internen Bewerbung achronologisch auf. Das ist heute üblich. Sie beginnen also mit Ihrer aktuellen Position. Dies macht es auch dem Empfänger leichter, Sie einzuordnen. Und achten Sie auf eine saubere Struktur und Übersichtlichkeit.

    Links stehen die Zeitangaben, rechts die Fakten. Das Ganze in prägnanten Stichworten, ohne Rechtschreibfehler und grafische Spielereien. Im Lebenslauf bringen Sie Ihre Schul- und Hochschulbildung, berufliche Stationen und Weiterbildungen unter.

    So ist der Lebenslauf aufgebaut – auch bei der internen Bewerbung:

    Interne Bewerbung schreiben: Tipps

    Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das sollten Sie schon sehr gut begründen können.

    Ihre interne Bewerbung sollte nicht wie eine Flucht oder Retourkutsche aussehen. Im Vordergrund steht nicht Ihre alte Stelle, sondern die neue. Nicht das, was Sie im alten Job vermissen, sondern das, was Sie sich vom neuen erhoffen.

    Unweigerlich wird der Flurfunk Signale aussenden, wenn Ihre interne Bewerbung zu den Kollegen durchdringt. „Der Schneider hat keinen Bock mehr auf uns.“ „Die Meier glaubt, Sie sei etwas Besseres als wir.“ Brandgefährlich! Das sollten Sie nicht unterschätzen. Wenn die interne Bewerbung nicht zündet und Sie doch am alten Schreibtisch kleben bleiben, werden Sie auch wieder mit den alten Kollegen klarkommen müssen. Wenn die Atmosphäre in der Zwischenzeit aber vergiftet wurde, kann es ungemütlich werden.

    Darum der gute Rat: Verlieren Sie im gesamten Bewerbungsprozess kein einziges schlechtes Wort über Ihre aktuelle Stelle – und schon gar nicht über Ihre Kollegen (auch dann nicht, wenn Sie sie nicht ausstehen können).

    Noch ein wichtiger Aspekt: Ihr bisheriges Wirken lässt sich sehr leicht rekonstruieren. Sie werden mit Übertreibungen oder Schwindeleien über das, was Sie im bisherigen Job geleistet haben, nicht sehr weit kommen. Ehrlichkeit und Authentizität sind bei der internen Bewerbung noch wichtiger als sonst.

    Die Frage, die Ihnen zwangsläufig gestellt wird, lautet: Warum wollen Sie wechseln? Die zweite Frage: Warum ausgerechnet jetzt? Darauf sollten Sie sich eine plausible und überzeugende Antwort zurechtlegen. „Es wird mal wieder Zeit für was Neues.“ „Ich muss einfach mal etwas Neues sehen.“ Das mag ja so sein, aber klingt das für Sie überzeugend? Nein.

    Viel sinnvoller ist es, die interne Bewerbung ans vorläufige Ende Ihres persönlichen Entwicklungsprozesses zu stellen. Sie haben so viel Erfahrung gesammelt, so viele Erfolge gehabt, dass Sie jetzt reif für diese neue Aufgabe sind.

    Auch eine persönliche Umorientierung kann ein Grund sein. Beispiel: Sie haben als Projektmanager viele Kundenprojekte erfolgreich betreut. Im Laufe der Jahre wurde das Thema Big Data immer wichtiger für Ihre Kunden, so dass Sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen müssen – und eine neue Leidenschaft entdeckt haben. Sie haben sich daraufhin so intensiv in das Thema hineingearbeitet – diverse Seminare und Weiterbildungen inklusive – dass Sie in Zukunft lieber in der Datenanalyse arbeiten möchten.

    Interne Bewerbung Muster

    Wie formuliert man eine interne Bewerbung? Hier sind einige Anregungen für Sie:

    • Ich suche eine neue berufliche Herausforderung, aber keinen neuen Arbeitgeber. Seit über acht Jahren bin ich im Unternehmen XY aktiv, habe mehrere Stationen durchlaufen und bin auch nach all den Jahren noch immer sehr glücklich, hier zu sein. Mit Interesse habe ich nun gelesen, dass die Stelle des Teamleiters XY zur Neubesetzung ausgeschrieben ist. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um meine persönlichen Ziele mit denen des Unternehmens in Einklang zu bringen.
    • Seit zwölf Jahren bin ich als Key Account Manager für Unternehmen XY tätig und habe in dieser Zeit viele Erfahrungen im Bereich XY gewonnen sowie ein großes, internationales Netzwerk aufgebaut. Ich bewerbe mich hiermit als Abteilungsleiter XY, weil ich davon überzeugt bin, mein Knowhow in dieser Position noch effektiver und gewinnbringender einsetzen zu können.
    • In den vergangenen sieben Jahren konnte ich mich im Unternehmen XY hervorragend entwickeln. Ich habe auf der Position des Junior Controller angefangen, bin dann zum Senior Controller befördert worden und habe im Laufe der Zeit immer mehr Führungsverantwortung übernommen. Meine Abteilung hat maßgeblich dazu beigetragen, das Unternehmen wieder auf solide finanzielle Füße zu stellen. Nun möchte ich den nächsten Schritt gehen. Hiermit bewerbe ich mich als Head of Finance der XY GmbH.
    • Mit Begeisterung habe ich davon erfahren, dass das Unternehmen XY eine neue Abteilung für Social Media aufbauen wird. Daher bewerbe ich mich für die Stelle als Social Media Manager. Ich bin äußerst erfahren und versiert im Umgang mit sozialen Medien. Mein Instagram-Account, den ich in meiner Freizeit betreibe, hat mittlerweile über 100.000 Follower.
    • Mit großem Interesse habe ich gelesen, dass das Unternehmen XY die Aktivitäten im Nahen Osten massiv ausbauen wird. Für die neugeschaffene Position als Vertriebsleiter Naher Osten bewerbe ich hiermit. Ich bin davon überzeugt, dass die Stelle wie für mich geschaffen ist. Meine Qualitäten im Vertrieb habe ich in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Zudem spreche ich fließend Arabisch und bin mit der Unternehmenskultur in der Region bestens vertraut.
    • In drei Monaten schließe ich die Ausbildung zum Fachinformatiker in Ihrem Hause ab. Daher bewerbe ich mich um eine Übernahme zum Junior-Entwickler. Im Laufe meiner Ausbildung habe ich viel gelernt und fühle mich hier weiterhin sehr wohl. Mein gesammeltes Wissen möchte ich nun noch effektiver einsetzen.

    Interne Bewerbung Schlusssatz

    So könnte Sie den Schlusssatz Ihrer internen Bewerbung formulieren – einige Anregungen:

    • Gerne bringe ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch die Beweggründe und Motivation meiner Bewerbung näher. Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Über die Gelegenheit, mit Ihnen persönlich über mein Anliegen zu sprechen, freue ich mich sehr.
    • Ich überzeuge Sie gerne in einem persönlichen Gespräch von meinem Vorhaben.
    • Gerne würde ich in einem persönlichen Gespräch mehr über die vakante Position und Ihre Erwartungen erfahren.
    • Ich bin überzeugt davon, die beste Lösung für die ausgeschriebene Stelle zu sein. Gerne sage ich Ihnen auch, warum ich dieser Ansicht bin – am liebsten in einem persönlichen Gespräch.

    Die 5 größten Fehler bei der internen Bewerbung

    Interne Bewerbung – die 5 größten Fehler, die Sie als Bewerber machen können:

    1. Konkurrenz

      Sie glauben, Sie seien der Platzhirsch? Falsch. Unterliegen Sie nicht der Illusion, dass sich alle Gedanken um Sie kreisen, weil Sie der Interne sind. Erstens gibt es vielleicht noch andere Bewerber aus dem Inneren des Unternehmens. Und zweitens haben auch die Externen eine Menge auf dem Kasten. Ihr Arbeitgeber muss schon davon überzeugt sein, dass er mit Ihnen besser fährt als mit einer ganz neuen Kraft. Die bringt immerhin frischen Wind und neue Perspektiven mit in die Firma. Nehmen Sie de Konkurrenz nicht auf die leichte Schulter.

    2. Umgangsformen

      Nur weil Sie im Unternehmen sogar den Vorstandsvorsitzenden duzen, heißt das nicht, dass Sie das auch im Bewerbungsschreiben tun sollten. Wahren Sie lieber Etikette und höfliche Distanz. Zumal Sie gar nicht wissen, wer alles mitliest. Auf den neuen Personaler würde es so wirken, als ob Sie vor allem auf die Kraft von Vitamin B vertrauen und nicht auf Ihre Kompetenzen. Negativ!

    3. Horizont

      Sie sind ein Top-Performer und wissen das auch. Ihr Chef weiß es ebenfalls. Er wird Ihnen dennoch keine Steine in den Weg legen, wenn Sie intern wechseln wollen. Wunderbare Rahmenbedingungen für eine interne Bewerbung. Kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Von wegen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass im Haus jeder über Ihre Heldentaten Bescheid weiß. Gerade in Großkonzernen gehen die Leistungen Einzelner oft unter. Sie dürfen also nicht den Fehler machen, Ihre Erfolge als bekannt vorauszusetzen. Außerdem ist da ja noch die Fluktuation. Vielleicht sind all die Kollegen, die Ihren tollen Pitch vor zwei Jahren bejubelt haben, schon weg. Auch Personalleitungen werden bisweilen ausgetauscht. Sie müssen niemandem mehr etwas beweisen? Doch, das müssen Sie! Sonst klappt es leider nicht mit der internen Bewerbung…

    4. Pluralität

      Diversity ist ein Zauberwort aus dem HR-Baukasten. Aber Diversity kann bei einer internen Bewerbung in der Tat eine große Rolle spielen. Denn meist sind es mehrere Personen, die eine Entscheidung treffen. Von einem Stellenwechsel sind ja schließlich auch verschiedene Abteilungen und Teams betroffen. Daher werden sich Ihr jetziger Vorgesetzter sowie Ihr potenziell zukünftiger Vorgesetzter ausgiebig über Sie austauschen. Dann gibt es noch die Personalabteilung, die eingebunden sein will, vielleicht noch den Betriebsrat. Und möglicherweise werden noch andere Stimmen eingeholt, aus der Belegschaft oder den Fachabteilungen. Es kann also zu einem Wirrwarr an Meinungen und Einschätzungen kommen. Es könnte also hilfreich sein, wenn Sie aktiv Politik für sich betreiben, bei diversen Entscheidern vorstellig werden und ihnen Ihre Absichten nahelegen. Das liegt nicht jedem, kann Ihr Anliegen aber voranbringen.

    5. Vollständigkeit

      Ja, es stimmt: Sie sind im Unternehmen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie sollen aber auch keines abgeben, wenn Sie sich bewerben. Nicht alle Ihre Qualifikationen und Erfolge sind intern bekannt. Erst recht nicht, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt. Darum ist jetzt die Gelegenheit, all das, was Sie bislang für das Unternehmen geleistet haben, auf den Präsentierteller zu legen. Zeigen Sie, dass Sie sich weiterentwickelt und zusätzliche Qualifikationen erworben haben. Mit einem formlosen Vierzeiler ist es nicht getan.

    [Bildnachweis: marvent by Shutterstock.com]

    Gehaltsvorstellung Bewerbung: Tipps, Beispiele, Fehler

    gehaltsvorstellung formulieren

    Die Gehaltsvorstellung ist ein Teil der Bewerbung – und ein überaus wichtiger. Wer zu hoch pokert, kann sich schon früh ins Abseits manövrieren. Wer hingegen zu tief stapelt, bekommt nicht das, was er verdient. Die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung: Wer keine genaue Zahl nennen will oder kann, greift einfach auf diese Formulierungstricks zurück…

    Gehaltsvorstellung: Zahl oder Spanne?

    Sie haben generell zwei Optionen, wie sie Ihre Gehaltsvorstellung in der Bewerbung formulieren können:

    • Sie nennen eine fixe Zahl.
    • Oder Sie nennen eine Spanne von X bis Y.

    Was für Variante 2 spricht: Sie signalisieren Verhandlungsbereitschaft. Ihre Position ist nicht so unverrückbar wie ein Obelisk. Mit Ihnen kann man reden. Das gefällt Personalern.

    Andererseits verstehen sie eine Gehaltsspanne zugleich als Aufforderung, den Preis so weit wie möglich nach unten zu drücken. Das obere Ende der Spanne dürfte als Vertragssumme für Sie daher nicht mehr realistisch sein. Aus Arbeitgebersicht würde es sich schließlich wie eine Niederlage anfühlen. Und die gilt es zu vermeiden.

    Gehaltsvorstellung formulieren

    Ihre Gehaltsvorstellung in der Bewerbung können Sie auf verschiedene Arten formulieren. Entscheiden Sie sich für den Ansatz, der am besten zu Ihnen, Ihrer Situation und Verhandlungsposition passt.

    Konkret

    Wenn Sie klare Ansagen bevorzugen, dann schreiben Sie zum Beispiel:

    • Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 52.000 Euro im Jahr.
    • Ein jährliches Gehalt von 36.500 Euro brutto entspricht meinen Vorstellungen.
    • Aufgrund meiner Qualifikationen halte ich ein Jahresgehalt von 55.000 Euro für angemessen.

    Spanne

    Sie können auch eine Gehaltsspanne nennen – von Summe X bis Summe Y. Oder Ihren Gehaltskorridor mit dem Wörtchen Bereich eingrenzen.

    • Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 38.500 und 42.500 Euro brutto im Jahr.
    • Meine Gehaltsvorstellungen liegen im Bereich von 45.000 Euro brutto im Jahr.

    Ausweichend

    Wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellung nicht nennen WOLLEN, weil Sie zum Beispiel noch nicht im Bilde über Ihren Marktwert sind, dann formulieren Sie sie folgendermaßen:

    • Meine Gehaltsvorstellungen teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit.
    • Meine Gehaltsvorstellungen können wir bestimmt in Kürze bei einem persönlichen Gespräch klären.
    • Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen und bin sicher, dass wir uns auch bei den Gehaltsvorstellungen einigen werden.

    Geben Sie eine ungerade Zahl an!

    Gehaltsvorstellung formulierenGeheimtipp für den Verhandlungspoker: Geben Sie als Wunschgehalt eine unrunde Zahl an!

    Statt 32.000 Euro nennen Sie also lieber eine Gehaltsvorstellung von 34.570 Euro oder 32.330 Euro. Warum? Weil es indirekt signalisiert, dass Sie sich mit der Materie bis ins Detail auseinandergesetzt haben. Es wirkt, als ob Sie Ihren Marktwert ganz genau einschätzen können – und ihn nicht Pi mal Daumen berechnet haben.

    Ungerade Gehaltsvorstellung – ein Psychotrick, den Verhandlungsexperten gerne empfehlen!

    Gehaltsvorstellung ermitteln

    Das Einstiegsgehalt hat enorme Auswirkungen auf Ihre weitere (finanzielle) Laufbahn. Wer zu niedrig einsteigt, kann den Rückstand oft nie wieder aufholen. Wer hoch pokert, kann sich dagegen eine exzellente Ausgangsposition erarbeiten.

    Trotzdem – oder gerade deshalb – fällt sie jedem Berufseinsteiger schwer: die Formulierung der eigenen Gehaltsvorstellung. Manche Arbeitgeber erwarten ausdrücklich, dass Bewerber ihr Wunschgehalt angeben. Dabei war es noch nie so einfach, den eigenen Marktwert zu eruieren.

    Es stehen einem mittlerweile unzählige Quellen zur Verfügung, die man als Bewerber anzapfen kann. Und das sollten Sie auch tun, bevor Sie Ihre Gehaltsvorstellung formulieren.

    Informieren Sie sich vorab, welche Gehälter für vergleichbare Positionen gezahlt werden. Nicht nur Ihr Fachgebiet ist von Interesse, sondern auch die Größe des Arbeitgebers und die Region, in der Sie sich bewerben. In Baden-Württemberg können Sie mehr verlangen als in Berlin, in großen Unternehmen mehr als in kleinen.

    So nähern Sie sich Ihrem Marktwert auf dem Arbeitsmarkt:

    • Datenbanken

      Recherchieren Sie in Datenbanken und Vergleichsportalen: Davon gibt es mittlerweile eine ganze Menge im Internet. Eine gute Anlaufstelle ist die Plattform gehalt.de. Außerdem gibt es einschlägige Infos in Bewertungsportalen wie Glassdoor und Kununu. Branchendienste wie der Personaldienstleister Robert Half bieten Gehaltsreports für spezielle Berufsgruppen an, ebenso die Jobbörse Stepstone für Fach- und Führungskräfte. Tipp in eigener Sache: Eine gute Orientierung liefern auch die verschiedenen Jobprofile hier auf Karrieresprung. Für jeden Beruf nennen wir Einstiegs- und Spitzengehalt, so wie beispielsweise für den Systemadministrator.

    • Business-Netzwerke

      Business-Netzwerke wie Xing und Linkedin sind Herren über gewaltige Datenmengen. Da ist es naheliegend, diese Daten auch zur Gehaltsberechnung einzusetzen. Xing ist mittlerweile dazu übergegangen, in seinen Stellenangeboten Gehaltsspannen zu nennen. Diese erleichtern die Orientierung.

    • Freunde und Kollegen

      Fragen Sie auch bei Freunden oder Bekannten nach, die eine ähnliche Position bekleiden – sofern das Gehalt zwischen Ihnen kein Tabuthema ist. Auch spricht nichts dagegen, liebe alte Kollegen um Rat in punkto Gehaltsvorstellung zu fragen.

    • Statistik

      Ziehen Sie offizielle Statistiken zu Rate. Die Bundesagentur für Arbeit ermittelt regelmäßig Durchschnitts- und Mediangehälter. Demnach lag das durchschnittliche Jahresgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland zuletzt bei 3771 Euro. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit fächert Gehälter nach Berufen, Regionen, Altersgruppen und Geschlechtern auf.

    • Verbände

      Auch einzelne Berufsverbände erstellen Gehaltsreports. Ingenieure zum Beispiel können sich an der Einkommensstudie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) orientieren.

    Alle Gehälter auf einen Blick

    Gehaltsvorstellung berechnenDie Gehaltsvorstellung eines Arbeitnehmers orientiert sich immer auch am Wettbewerb. Hier sind für Sie alle relevanten Gehälter, Zahlen und Daten aus Deutschland:

    Gehaltsvorstellung im Anschreiben

    Das sind die wichtigsten Regeln, wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellung im Anschreiben formulieren:

    • Geben Sie als Gehaltsvorstellung stets Ihr gewünschtes Brutto-Jahreseinkommen an. Kein Brutto-Monatseinkommen und auch keine Netto-Angaben!
    • Zusatzleistungen fließen in die Wunschsumme ein. Sie führen sie aber nicht separat auf. Darunter fallen zum Beispiel Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, Boni und Prämien, Fahrtkostenzuschüsse, Kosten für Fort- oder Weiterbildungen, Versicherungen, Rabatte und Sachbezüge, Dienstwagen oder vermögenswirksame Leistungen. Sie können vorsichtshalber mitteilen, dass Ihre Gehaltsvorstellung all-inclusive ist. Zum Beispiel so: Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 65.000 Euro im Jahr (inkl. Sonderzahlungen etc.).
    • Sie orientieren sich bei der Berechnung Ihrer Gehaltsvorstellung immer auch an Ihrem aktuellen Jahresgehalt – sofern Sie den Job wechseln und kein Berufseinsteiger sind. Schlagen Sie nach eigenem Ermessen bis zu 20 Prozent drauf – aber nicht mehr.
    • Nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung ganz am Ende des Bewerbungsanschreibens, also entweder im Schlusssatz oder in PS.

    Generell kann Ihnen ein Jobwechsel einen großen Gehaltssprung bescheren. Auch die Absolventen lukrativer Studiengänge – Informatik oder Ingenieurwissenschaften zum Beispiel – können nach ihrem Abschluss mit einem fetten Zahltag rechnen. Aber Achtung: Halten Sie Maß!

    Wenn Sie als Gehaltsvorstellung eine Hammer-Summe nennen, macht Sie dies für den Personaler zunächst mal zu einem Geldgeier. Unsympathisch! Insbesondere dann, wenn die Angaben mit dreisten oder unverschämten Aussagen garniert werden à la Weil ich es mir wert bin oder Einen Besseren als mich finden Sie nicht. Das liegt die Vermutung nahe, dass solch ein Bewerber fortwährend Ärger provozieren könnte. Niemand will einen Querulanten in seinem Team.

    Aber nicht falsch verstehen: In Zeiten von Fachkräfteengpässen kann Selbstbewusstsein im Verhandlungspoker durchaus eine Erfolgsstrategie sein – aber nur für den, der es sich leisten kann. Speziell IT-Spezialisten, Ingenieure und andere Techniker müssen sich nicht unter Wert verkaufen. Es ist wie so oft im Leben: Der Grat ist schmal zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit.

    Gehaltsvorstellung Tipps

    Bedenken Sie folgendes, wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellung formulieren:

    • Wenn Sie eine vergleichsweise hohe Gehaltsvorstellung angeben, haben Sie mehr Spielraum nach unten. So kann der Arbeitgeber Ihren Preis im weiteren Verlauf der Bewerbung noch drücken, dadurch sein eigenes Gewissen beruhigen und Sie trotzdem noch mit einem Top-Gehalt ausstatten. Win-win! Andererseits steigt die Gefahr, dass er Sie vorzeitig aussortiert, weil Sie ihm zu teuer sind.
    • Wenn Sie eine vergleichsweise niedrige Gehaltsvorstellung angeben, verfügen Sie über keinen Spielraum mehr nach oben. Schlecht! Sie können nicht im Anschreiben eine Summe von 35.000 Euro nennen und dann im Vorstellungsgespräch 40.000 Euro fordern. Das enttarnt Sie als Windei. Auf der anderen Seite erhöhen Sie mit einer niedrigen Summe Ihre Chance, überhaupt zum Jobinterview eingeladen zu werden. Der Arbeitgeber wittert ein gutes Geschäft. Unternehmen schätzen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie wollen die Preise am liebsten immer drücken, das entspricht ihrem marktwirtschaftlichen Naturell. Wenn Sie als Bewerber also tief stapeln, dann erhöhen Sie bisweilen Ihre Chancen. Das könnten Sie strategisch einsetzen, wenn Sie den Job unbedingt haben wollen, aber sich gegen sehr viele Mitbewerber durchsetzen müssen.

    Vermeiden Sie in jedem Fall die Extreme. Gehen Sie also nicht zu weit nach oben oder zu weit nach unten, wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellung nennen. Ersteres lässt Sie als geldfixierten Blutsauger dastehen, Letzteres als ahnungslosen Naivling, der seinen eigenen Marktwert nicht kennt. Und wer seinen eigenen Marktwert nicht kennt, kann so kompetent nicht sein, oder? Welcher Betrag allerdings zu hoch oder zu tief ist, kann nicht eindeutig definiert werden. Das macht die Sache so tricky.

    Ist es darum vielleicht die Lösung, gar keine Stellung zu beziehen? Klare Antwort: nein. Verlangt das Unternehmen die Angabe von Gehaltsvorstellungen im Anschreiben, dann sollten Sie dem auch Folge leisten.

    Andernfalls geben Sie unvollständige Bewerbungsunterlagen ab. Das verursacht Mehraufwand für das Personalbüro. Und es zeigt, dass Sie nicht auf ein ausdrückliches Anliegen des Arbeitgebers eingehen. Das kann sogar dazu führen, dass Sie vorzeitig draußen sind.

    Ein Kompromiss wäre eine Formulierung wie:

      Mein aktuelles Jahresgehalt beträgt 42.000 Euro.

    Nein, eine konkrete Gehaltsvorstellung ist das nicht. Aber der Bewerber signalisiert, dass er die Aufforderung registriert hat. Immerhin. Auch hat der Personaler nun einen Richtwert, an dem er sich orientieren kann.

    Noch besser wäre aber, Sie geben als Gehaltsvorstellung Ihre echte Wunsch-Zahl (oder Spanne) an. Dies erspart im Übrigen auch Ihnen selbst Zeit und Aufwand. Angenommen, Sie und das Unternehmen liegen gehaltstechnisch so weit auseinander, dass sich jedes weitere Gespräch erübrigt, dann können Sie sich fortan anderen Bewerbungen widmen.

    Gehaltsvorstellung weglassen

    Was, wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige gar keine Angabe von Gehaltsvorstellungen fordert? Man könnte natürlich trotzdem darauf eingehen. Das gibt der Firma ja schließlich zusätzliche Informationen an die Hand, oder?

    Nein. Die Gehaltsvorstellung ist prinzipiell nicht Bestandteil des Bewerbungsschreibens.

    Wird sie nicht verlangt, dann schreiben Sie auch nichts darüber. Nur dann, wenn Sie ausdrücklich danach gefragt werden. Andernfalls erwecken Sie den Eindruck, als würden finanzielle Aspekte bei Ihnen im Vordergrund stehen. Oder was würden Sie denken, wenn Sie einen Bewerber nach seiner Motivation fragen und er Ihnen direkt seine Gehaltsvorstellung um die Ohren haut?

    Im Vorstellungsgespräch (spätestens im zweiten Vorstellungsgespräch) kommt das Thema ohnehin noch auf die Agenda. Denn klar ist: Ohne finanzielle Einigung unterschreiben Sie den Vertrag nicht.

    Gehaltsvorstellung Teilzeit

    Wenn Sie sich für einen Teilzeitjob bewerben, dann ist es wichtig, Arbeitszeit und Gehaltsvorstellung in ein Verhältnis zu setzen. Andernfalls tauchen schnell Missverständnisse auf. Sie sollten also beide Größen nennen, zum Beispiel so:

    • Bei 20 Wochenstunden stelle ich mir ein Jahresgehalt von 12.500 Euro vor.
    • Bei einer 50-Prozent-Stelle stelle ich mir ein Jahresgehalt von 18.600 Euro vor.

    Konkrete Zahlen sollten Sie auch dann nennen, wenn die Stellenanzeige, auf die Sie sich in Teilzeit bewerben, überhaupt keine Angabe von Wochenstunden enthält. So hat der Arbeitgeber eine wichtige Orientierungshilfe.

    Das Prinzip können Sie übrigens auch anwenden, wenn Sie sich auf eine Vollzeitstelle bewerben. Die Gehaltsvorstellung könnte man in diesem Fall so formulieren:

    • Bei einer 40-Stunden-Woche stelle ich mir ein Jahresgehalt von 45.000 Euro vor.
    [Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

    Zwischenzeugnis: Triftige Gründe, Tipps, Formulierungen und Muster

    Zwischenzeugnis Anspruch Formulierungen Beispiele

    Das Zwischenzeugnis ist ein Dokument mit Gewicht. Es kann Ihnen den aktuellen Job retten – oder einen viel besseren bescheren. Nur gibt es da ein kleines Problem: Wenn Sie um eines bitten, drängt sich beim Arbeitgeber der Verdacht auf, dass Sie ihn verlassen wollen. Daher sollten sie möglichst smart vorgehen, wenn Sie ein Zwischenzeugnis anfordern. So geht’s…

    Zwischenzeugnis Anspruch

    Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis haben Arbeitnehmer nicht. Der Arbeitgeber kann sich sogar weigern, Ihnen eines auszustellen. Immerhin macht es ihm ja zusätzliche Arbeit. Und dann schwingt vielleicht noch der Verdacht mit, dass Sie das Unternehmen ganz verlassen wollen. Das ist doppelt unangenehm.

    Am besten ist es daher, Sie rahmen Ihr Anliegen von einem triftigen Grund ein. Triftiger Grund – das ist auch eine juristische Kategorie. Manche Arbeitsrichter leiten daraus nämlich sehr wohl einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis ab.

    Triftige Gründe können sein:

    • Betriebszugehörigkeit

      Wenn sie schon sehr lange dem Unternehmen angehören, aber noch keine Bewertung erhalten haben, kann dies ein triftiger Grund für ein Zwischenzeugnis sein.

    • Chefwechsel

      Viele Arbeitgeber stellen ihren Arbeitnehmern Leistungsbeurteilungen aus, wenn diese einen neuen Vorgesetzten bekommen. Sofern es im Unternehmen keinen entsprechenden Automatismus gibt, kann der Mitarbeiter auch dezent nach einem Zwischenzeugnis fragen.

    • Interner Jobwechsel

      Wenn Sie zwar im Unternehmen bleiben, aber die Abteilung wechseln und/oder eine neue Position bekleiden, ist das ein Anlass für eine Bewertung in Form eines Zwischenzeugnisses.

    • Betriebsübernahme

      Arbeitsplätze stehen oft auf dem Prüfstand, wenn ein Unternehmen von einem anderen übernommen wird. Ein triftiger Grund für ein Zwischenzeugnis.

    • Stellenabbau

      Die Firma muss betriebsbedingt Stellen abbauen. Viele Arbeitnehmer erhalten ein Abfindungsangebot mitsamt Aufhebungsvertrag.

    • Drohende Insolvenz

      Bevor ein Insolvenzverfahren eröffnet ist, hat die Geschäftsleitung die Verfügungsmacht und ist damit in der Lage, Zwischenzeugnisse zu unterzeichnen. Diese Gelegenheit können Arbeitnehmer, die vor dem Aus stehen, nutzen. In einem laufenden Insolvenzverfahren wiederum muss der Insolvenzverwalter die Zeugnisse unterschreiben. Dass dieser die Leistungen der Arbeitnehmer angemessen beurteilen kann, ist komplett unglaubwürdig – und sein Zwischenzeugnis das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde.

    Zwischenzeugnis: Weitere Gründe

    Wenn die oben genannten Gründe nicht auf Ihre persönliche Situation zutreffen – welche unverdächtigen Gründe gibt es noch, um nach einem Zwischenzeugnis zu fragen? Zum Beispiel diese:

    • Beförderung

      Sie werden oder wurden befördert. Der Arbeitgeber wird Ihnen kaum den Wunsch nach einem Zwischenzeugnis abschlagen können. Und einen Wechselwunsch wird es in diesem Fall jawohl nicht geben.

    • Versetzung

      Wenn der Mitarbeiter versetzt wird, ändert sich meist auch der Vorgesetzte. Ein guter Grund, um sich ein Zwischenzeugnis zu erbitten.

    • Weiterbildung

      Damit sind größere Weiterbildungen gemeint, zum Beispiel ein MBA. Diese haben in der Regel eine Beförderung zum Ziel.

    • Elternzeit

      Die Elternzeit ist stets mit einer (mehr oder weniger) längeren Auszeit verbunden. Und sie markiert den Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Ein völlig legitimer Grund, um sich ein Zwischenzeugnis zu holen.

    • Sabbatical

      Zugegeben, vollkommen unverdächtig ist dieses Szenario nicht. Wer ein Sabbatical in Anspruch nimmt, signalisiert ja schon, dass er sich Schöneres vorstellen kann, als ins Büro zu kommen. Das ist zwar verständlich, könnte aber auch als Wechselwunsch interpretiert werden. Dennoch: Das Sabbatical markiert eine längere Abwesenheit und ist ein nachvollziehbarer Anlass für einen Zeugniswunsch.

    Manchmal stecken in Wahrheit aber ganz andere Motive dahinter. So ist ein Zwischenzeugnis in zwei Szenarien wertvoll. Zum Einen dann, wenn Sie aus einer Festanstellung heraus den Arbeitgeber wechseln wollen. Das Zwischenzeugnis ist dann Bestandteil Ihrer Bewerbungsunterlagen. Je wohlwollender formuliert, desto besser für Sie.

    Zum Zweiten kann es aber auch strategisch clever sein, sich ein Zwischenzeugnis ausstellen zu lassen – völlig unabhängig von einem möglichen Jobwechsel.

    Beispiel: Ihr Vorgesetzter, mit dem Sie sich immer blendend verstanden haben, verlässt in Kürze das Unternehmen. Sehr wahrscheinlich, dass er Ihnen ein sehr gutes Zwischenzeugnis ausstellen wird. Also bitten Sie ihn doch darum. Die Gelegenheit ist günstig. Denn Ihr neuer Vorgesetzter wird, falls er Sie aus irgendeinem Grunde auf dem Kieker haben wird, von einer sehr guten Beurteilung im Zwischenzeugnis später im Arbeitszeugnis nicht so leicht abweichen können.

    Oder aber Sie wechseln selbst die Abteilung. Auch dann kann es strategisch klug sein, nach einem Zwischenzeugnis zu fragen. Das sollten Sie also vor allem dann tun, wenn die Chance auf eine gute Bewertung hoch ist. Einen Chef, der Sie nicht ausstehen kann, sollten Sie hingegen nur nach einem Zwischenzeugnis fragen, wenn es gar nicht anders geht…

    Zwischenzeugnis anfordern

    Sie können theoretisch ohne Angabe von Gründen ein Zwischenzeugnis anfordern. Besser aber, Sie führen einen guten Grund an, wenn Sie sich ein Zwischenzeugnis sichern wollen. Falls Sie einen guten Draht zu Ihrem Vorgesetzten haben, dann können Sie das einfach kurz unter vier Augen besprechen.

    Ist Ihr Vorgesetzter nicht der richtige Ansprechpartner, wird er Sie an die Personalabteilung weiterleiten. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es sinnvoll, das Anliegen in einer Mail festzuhalten.

    So könnte die E-Mail aussehen:

    Betreff: Bitte um ein Zwischenzeugnis

    Sehr geehrte Frau Schrödinger,

    ich verabschiede mich am 01. Juni 2019 in meine Elternzeit. Zuvor würde ich mich aber gerne noch über meinen aktuellen Leistungsstand informieren. Daher bitte ich Sie um die kurzfristige Ausstellung eines qualifizierten Zwischenzeugnisses.

    Mit besten Grüßen
    Susi Sonnenschein

    Aber was, wenn Sie erst zwei Jahre im Unternehmen tätig sind und keine guten Gründe auf Ihrer Seite haben? Wie können Sie dann diskret um ein Zwischenzeugnis bitten, ohne den Verdacht zu erwecken, sich anderweitig umzuschauen?

    Das ist in der Tat schwierig. Sie könnten Ihrem Chef gegenüber ausdrücklich betonen, dass Sie auf keinen Fall wechseln wollen. Allerdings erinnert dieses Vorgehen unweigerlich an das Phänomen des rosa Elefanten. Wenn Ihnen jemand sagt: Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten! Dann ist das Erste, was Ihnen in den Sinn kommt, natürlich ein rosafarbenes Rüsseltier. Wenn Sie also zu oft beteuern, nicht wechseln zu wollen, dann denkt Ihr Chef: Er oder sie will wechseln!

    Eine andere Möglichkeit wäre es, sich intern nach einer neuen Herausforderung umschauen zu wollen. Ihr Chef wird über den angepeilten Jobwechsel womöglich nicht erfreut sein. Dass Sie dem Unternehmen erhalten bleiben – geschenkt!

    Sinnvoller wäre es da schon, Normalität vorzugaukeln. Zum Beispiel so:

    • Ich habe es bisher immer so gehandhabt, dass ich nach zwei Jahren um ein Zwischenzeugnis gebeten habe. Das sagt mir, wo ich stehe und ist daher wichtig für mich. Daher möchte ich Sie nun ebenfalls um ein Zwischenzeugnis bitten. Vielen lieben Dank!

    Kleiner Hinweis: Dieses Motiv zieht bei Berufseinsteigern natürlich nicht.

    Zwischenzeugnis Inhalt

    Generell ähnelt ein Zwischenzeugnis vom Aufbau her dem „ganz normalen“ Arbeitszeugnis. Das Arbeitszeugnis ist in der Regel so strukturiert:

    • Überschrift
    • Stammdaten des Arbeitnehmers
    • Tätigkeitsbeschreibung des Arbeitnehmers
    • Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten
    • Beendigungsgrund des Arbeitsverhältnisses
    • Schlussformel und Zukunftswünsche
    • Unterschrift und Datum
    • Firmenstempel (optional)
    • Firmendaten auf Firmenpapier

    Fehlt die Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten, dann kann man nicht von einem qualifizierten Arbeitszeugnis sprechen. Dann handelt es sich lediglich um ein einfaches Arbeitszeugnis.

    Das sind die wesentlichen Merkmale eines Zwischenzeugnisses. Es…

    • ist in der Gegenwartsform geschrieben, nicht in der Vergangenheit.
    • nennt kein Beschäftigungsende.
    • beurteilt Leistung und Sozialverhalten.
    • ist wohlwollend und wahr.
    • enthält einen Dank für die bisherige Zusammenarbeit.

    Zwischenzeugnis Formulierungen

    Das Zwischenzeugnis hat generell einen hohen Stellenwert. Denn: Bei einem abschließenden Arbeitszeugnis darf der Arbeitgeber nicht so stark von den Beurteilungen abweichen. Es sei denn, es gibt einen triftigen Grund dafür.

    Salopp könnte man sagen: Das Zwischenzeugnis ist die halbe Miete. Wer sich ein wohlwollendes Zwischenzeugnis holt, betreibt Zukunftssicherung. Und mehr noch: Einem Arbeitgeber mit gutem Zwischenzeugnis kann sogar schwieriger wegen personen- oder verhaltensbedingter Gründe gekündigt werden.

    Umso wichtiger, dass Arbeitnehmer ihre Beurteilungen im Zwischenzeugnis richtig dechiffrieren können. Hier zwei beispielhafte Formulierungen zum Einstieg:

    • Herr Müllermann ist seit dem 1. Januar 2019 in unserem Unternehmen als Marketing Manager beschäftigt.
    • Herr Müllermann ist seit dem 1. Januar 2019 für unser Unternehmen als Marketing Manager tätig.

    Was klingt für Sie besser? Ganz klar Variante 2! Sie ist aktiv formuliert, wirkt dynamischer, positiver. Zwar muss es sich bei Variante 1 nicht zwangsläufig um böse Absicht oder einen negativen Geheimcode handeln. Der Leser könnte ihn aber als solchen deuten. Achten Sie daher auf solche Formulierungen und lassen Sie sie nach Möglichkeit ausbessern.

    Schlussformel Zwischenzeugnis

    Die Schlussformel im Zwischenzeugnis könnte so lauten:

    • Das Zwischenzeugnis wurde auf Wunsch von Herrn Müllermann ausgestellt.

    Darin verbirgt sich zwar keine offensichtlich negative, aber in keinem Fall eine positive Andeutung. Zumindest lässt sie Raum für Spekulationen. Vielleicht scheidet Herr Müllermann aus dem Unternehmen aus, weil er schlechte Leistungen erbracht hat.

    Ehrlicher wäre diese Schlussformel. Sie würde wenigstens Unklarheiten beseitigen:

    • Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch von Herrn Müllermann ausgestellt, da das Arbeitsverhältnis zum 31.12.2020 betriebsbedingt endet.

    Eine wohlwollendere Schlussformel wäre:

    • Das Zwischenzeugnis wurde Herrn Müllermann aufgrund eines Wechsels seines Vorgesetzten ausgestellt.

    Positiv ist zudem, wenn das Unternehmen dem Arbeitnehmer für dessen bisherige Leistungen dankt und seine Wünsche für die Zukunft zum Ausdruck bringt:

    • Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich für die von Herrn Müllermann bislang geleistete sehr gute Arbeit bedanken. Wir wünschen uns eine weiterhin gute und lange Zusammenarbeit.

    Alle Formulierungen auf einen Blick

    Zwischenzeugnis FormulierungenDamit entschlüsseln Sie JEDES Zwischenzeugnis:

    Zwischenzeugnis Tipps

    Arbeitnehmer sollten diese Aspekte im Blick behalten, wenn sie sich ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen:

    1. Kompetenzen

      Das Zwischenzeugnis sollte möglichst DIE Kompetenzen nennen und unterstreichen, die der potenziell neue Arbeitgeber sucht. Und jene, die sich der Bewerber selbst zuschreibt – in seinem Anschreiben beispielsweise.

    2. Lebenslauf

      Die Angaben im Zwischenzeugnis und im Lebenslauf sollten übereinstimmen. Falls sich zum Beispiel die Zeitangaben einer Beschäftigung nicht decken, ist das verdächtig – und für den Personaler möglicherweise ein Indiz, dass man dem Bewerber nicht trauen kann.

    3. Zeitverlauf

      Im Fußball würde man von der Formkurve sprechen. Auch Ihre Leistungen schwanken sicherlich. Ein gutes Zeichen wäre es, wenn sich die Leistungen des Arbeitnehmers im Laufe der Zeit verbessert oder wenigstens nicht verschlechtert haben. Dem jüngsten Zwischenzeugnis kommt also eine größere Bedeutung zu als dem ältesten.

    4. Wertschätzung

      Ein dahingeworfenes Blatt mit ein paar Sätzen zeugt nicht gerade von Wertschätzung. Auf die Details kommt es (auch) an. Wurde das Zwischenzeugnis auf Firmenpapier geruckt? Fehlt die Unterschrift? Wie viel – oder wenig – Mühe hat sich der Arbeitgeber damit gemacht?

    Zwischenzeugnis Muster

    Ein gutes bis sehr gutes Zwischenzeugnis zur Vorlage finden Sie hier: WORD.

    Ein gutes bis sehr gutes Zwischenzeugnis zur Vorlage finden Sie hier: PDF.

    Beispiel Zwischenzeugnis

    Herr Michael Mertens, geboren am 29.02.1964, wohnhaft in Fantasiestadt, ist sei dem 01.02.2019 in unserem Unternehmen als _______________ beschäftigt.

    In dieser Tätigkeit nimmt Herr Martens folgende Aufgaben wahr:

    – XXX
    – YYY
    – ZZZ

    Herr Mertens zeichnet sich durch sehr gute Fachkenntnisse und ein hohes Maß an Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft aus. Alle Aufgaben erledigt er stets gewissenhaft, systematisch und zu unserer vollsten Zufriedenheit. Dabei geht er stets über das geforderte Maß hinaus und beweist auch in Zeiten hoher Belastung und angespannter Terminlage seine Zuverlässigkeit und hohe Ergebnisqualität.

    Durch den hohen Einsatz und seine zielstrebige und umsichtige Art hat Herr Mertens sehr gute und nachhaltige Beziehungen zu unseren Kunden aufgebaut. Sein professionelles Auftreten hat einen großen Anteil an zahlreichen erfolgreichen Vertragsabschlüssen in der Vergangenheit.

    Besonders hervorzuheben ist seine erfolgreiche Mitarbeit im Projekt Alpha, in dem er die Teamleitung übernommen hat und das zu einer positiven Umsatzentwicklung um XY Prozent beiträgt.

    Herr Mertens erhält dieses Zwischenzeugnis, da demnächst ein Wechsel seines Vorgesetzten stattfinden wird. Wir danken ihm ausdrücklich für seine sehr gute Mitarbeit und wünschen uns eine weitere lange gute Zusammenarbeit.

    Ort, Datum
    Unterschrift

    Alternativen zum Zeugnis

    Arbeitszeugnisse können langweilen. Immer die gleichen Floskeln, immer die gleichen Textbausteine und eine Aussagekraft, die gegen Null tendiert.

    Aber es gibt Alternativen. Um einen Mitarbeiter zu bewerten, muss man gar kein Zeugnis ausstellen. Bewerber können bei ihrer Bewerbung auch andere Dokumente vorlegen.

    Das sind die wichtigsten Alternativen zum Zwischenzeugnis:

    1. Mitarbeiterbeurteilung

      Sie bietet sich vor allem für Führungskräfte an. Sie können die Beurteilungen ihrer Mitarbeiter – sofern überwiegend positiv – in die Bewerbung integrieren. Auch Arbeitnehmer ohne Führungsverantwortung können eine Mitarbeiterbeurteilung nutzen. Fiel sie wohlwollend aus, können sie sie guten Gewissens vorzeigen.

    2. Tätigkeitsbeschreibung

      Statt eines Zeugnisses können Sie sich vom Arbeitgeber auch eine Tätigkeitsbeschreibung ausstellen lassen. Diese veranschaulicht, welche Tätigkeiten Sie konkret ausüben. So kann ein potenziell neuer Arbeitgeber abschätzen, was Sie machen und was Sie auszeichnet. Tätigkeitsbeschreibungen sind eine Möglichkeit, um den Zeugnisschablonen zu entkommen.

    3. Referenzen

      In den USA brauchen Sie sich ohne Referenzen gar nicht erst bewerben. In Deutschland sind sie nicht Pflicht – können aber entscheidende Pluspunkte bringen. Es ist absolut empfehlenswert, der Bewerbung ein Empfehlungsschreiben beizulegen. Heutzutage geht es sogar noch viel einfacher. In Business-Netzen wie Linkedin können Sie ebenfalls Referenzen sammeln.

    4. [Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

    Deckblatt Bewerbung: Kostenlose Vorlagen und die besten Tipps

    Deckblatt Bewerbung Tipps

    Gute Frage: Deckblatt Bewerbung – ja oder nein? Ob Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit einem Deckblatt schmücken, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. Ein ungeschriebenes Gesetz dazu gibt es nicht. Manche HR-Entscheider mögen Deckblätter, da sie Übersicht schaffen und der Bewerbung eine persönliche Note verleihen. Andere verabscheuen sie, weil überflüssig, zeitraubend, nichtssagend. Wir stellen alle Argumente pro und contra Deckblatt in der Bewerbung gegenüber – und sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie sich für eines entscheiden…

    Deckblatt Bewerbung Muster

    So könnte das Deckblatt für Ihre Bewerbung aussehen – zwei kostenlose Vorlagen für Sie zur Inspiration und Bearbeitung als PDF und Word-Dokument. Einfach auf die Vorschau oder den Link klicken:

    Muster Deckblatt Bewerbung

    Dieses Deckblatt Bewerbung als PDF.

    Vorlage Deckblatt Bewerbung

    Dieses Deckblatt Bewerbung als PDF

    Deckblatt Bewerbung Definition

    Das Deckblatt in der Bewerbung ist kein Muss, sondern eine Zugabe. Man kennt es bisweilen auch als…

    • Titelbild
    • Bewerbungsdeckel
    • Deckseite

    Aber schon bei der Bezeichnung beginnen die Missverständnisse. Ein Deckblatt ist nämlich kein Deckblatt im wörtlichen Sinne. Es liegt nicht oben auf der Bewerbungsmappe, sondern dem Lebenslauf obenauf.

    In der Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben ganz oben, dann kommt das Deckblatt, danach der Lebenslauf und dann alles Weitere. Bei der E-Mail-Bewerbung ist es genauso. Im Bewerbungs-PDF, in dem Sie alle Unterlagen zusammengefasst haben, erscheint das Anschreiben zuerst, danach folgt das Deckblatt – sofern Sie sich für eines entschieden haben.

    Natürlich bleibt die Anordnung im Prinzip jedem Bewerber selbst überlassen. Sie können das Deckblatt auch allen Bewerbungsunterlagen voranstellen. Aber dies könnte ein Fehler sein. Denn die Kür Ihrer Bewerbung ist und bleibt – Deckblatt hin oder her – das Bewerbungsschreiben.

    Im Anschreiben stellt der Bewerber heraus, warum er den Job haben will und was ihn auszeichnet. Das Anschreiben ist allemal wichtiger als ein optisch ansprechendes Deckblatt. Ein Deckblatt dagegen bleibt immer Beiwerk. Es hat eine gestaltende Funktion, eine dekorative. Und es schafft einen ersten Überblick, dient der besseren Wiedererkennung. Das Deckblatt kann eine Bewerbung abrunden.

    Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, dann sollten Sie sich bei der Gestaltung, bei Design, Farben und Inhalt aber auch Mühe geben. Wer in gestalterischen Fragen dagegen kein Könner ist, lässt es vielleicht lieber ganz weg.

    Ob Sie sich für oder gegen ein Deckblatt entscheiden, ist ganz allein Ihre Sache. Folgende Vor- und Nachteile sollten Sie abwägen…

    Deckblatt Bewerbung Vorteile

    Diese Punkte sprechen FÜR ein Deckblatt in der Bewerbung:

    • Es gibt Struktur

      Ein Deckblatt kann einer Bewerbung Struktur verleihen. Ist es gut aufgebaut und gestaltet, wirkt Ihre Bewerbung gleich ein Stückchen durchdachter und überlegter.

    • Es betont Ihre Individualität

      Individuell sollte jede Bewerbung sein – das haben Sie vermutlich schon einmal gehört. Und es stimmt ja auch. Ein Deckblatt kann für Ihre Bewerbung das i-Tüpfelchen sein, ihr eine spezielle Note geben. Sie können damit Interesse wecken und sich von der Konkurrenz abheben. Das ist speziell dann eine Option, wenn Sie mutmaßlich viele Konkurrenten oder nur schlechte Chancen auf den Job haben.

    • Es schafft Platz

      In Ihrem Lebenslauf können Sie sich nun voll und ganz Ihren beruflichen Stationen und Erfolgen widmen. Ein Deckblatt kann Platz und Freiräume schaffen.

    • Es dient der Übersicht

      Für den Personaler ist Übersichtlichkeit ein entscheidendes Kriterium. Wer ist der Bewerber, wie sieht er aus, für welche Stelle bewirbt er sich? Das Deckblatt eignet sich dafür perfekt.

    Deckblatt Bewerbung Nachteile

    Diese Punkte sprechen GEGEN ein Deckblatt in der Bewerbung:

    • Es führt zu Dopplungen

      Ein Deckblatt kann Sie zu Redundanzen verleiten. Das bedeutet für den Empfänger zusätzlichen Zeitaufwand – und Zeit verliert in einem stressigen Job niemand gerne. Auch könnte es eitel wirken, das eigene Foto gleich zweimal in den Bewerbungsunterlagen zu platzieren – auf dem Deckblatt und im Lebenslauf. Und die doppelte Nennung von Name oder Adresse ist ebenfalls überflüssig.

    • Es ist Ballast

      Wenn Sie eine gut strukturierte, übersichtliche Bewerbung zusammengestellt haben, brauchen Sie im Prinzip kein Deckblatt mehr. Überflüssiger Ballast! Haben Sie hingegen Zweifel, könnte es für mehr Klarheit beim Empfänger sorgen.

    • Es irritiert den Empfänger

      Auch wenn Sie sicherlich ganz bezaubernd aussehen: Die prominente Platzierung des Bewerbungsfotos kann den Leser abschrecken. Vielleicht gefällt ihm Ihre Nasenspitze nicht, Ihre Frisur oder die Kleidung, die Sie tragen. All das kommt auf einem Deckblatt besonders gut zur Geltung. Sie sollten die Wirkung des Bewerbungsfotos – und persönliche Befindlichkeiten im Bewerbungsprozess niemals unterschätzen!

    Fazit: Für ein Deckblatt in der Bewerbung spricht einiges, gegen ein Deckblatt vielleicht noch ein bisschen mehr. Das sah auch die Mehrheit der Personaler so, die das Karriereblog Karrierebibel zu dem Thema befragt hatte. Sie sprach sich mehrheitlich gegen ein Deckblatt aus.

    75 Prozent lehnten es ab, nur 25 Prozent fanden es hilfreich. Andererseits: Die Ja-Sager stellen immerhin ein Viertel. Vor allem, wenn die Bewerbung sehr umfangreich und das Deckblatt gut gemacht ist, findet es auch Beachtung – und kann Bonuspunkte einbringen.

    Deckblatt Bewerbung Inhalt

    Das kommt auf die ausgeschriebene Stelle und Ihre Persönlichkeit an. Die wesentlichen Inhalte des Deckblatts aber sind immer gleich. Es handelt sich um diese:

    • Überschrift

      Ganz oben auf der Seite steht ganz einfach: Bewerbung oder Bewerbungsunterlagen. Die Überschrift ist optisch hervorgehoben.

    • Position

      Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Die angestrebte Position (evtl. mit Referenznummer) gehört aufs Deckblatt. Die Info ist insbesondere dann nützlich, wenn der Arbeitgeber gerade eine ganze Reihe neuer Stellen schafft und ausschreibt. Auch die Angabe, bei wem Sie sich bewerben, steht hier. Größter Pluspunkt: Damit machen Sie klar, dass Sie keine Massen-, sondern eine individuelle Bewerbung angefertigt haben.

    • Bewerbungsfoto

      Ein Deckblatt ohne Bewerbungsfoto ergibt nur bedingt Sinn. Wenn Sie schon zusätzlichen Platz schaffen, sollten Sie ihn auch nutzen. Ein Foto gibt Ihrer Bewerbung ein Gesicht, macht sie persönlicher. Ob Sie das Foto links, rechts oder mittig platzieren, hängt vom Layout ab. Wichtig: Sie sollten auf dem Foto immer in die Seite hineinschauen und nicht heraus.

    • Kontakdaten

      Das sind wesentliche Angaben, die den Informationsgehalt erhöhen: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, evtl. Ihre Webseite oder Ihr Blog.

    • Anlagenverzeichnis

      Ein Anlagenverzeichnis (oder Inhaltsverzeichnis) macht sich sehr gut auf einem Deckblatt. Sie schafft Übersicht und Struktur. Listen Sie also auf, was alles in Ihrer Bewerbung steckt – Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, sonstige Anlagen. Und achten Sie darauf, das die Reihenfolge der von Ihnen aufgeführten Anlagen jener entspricht, in der die Unterlagen hinterher auch zu finden sind.

    Noch mal der Hinweis auf den Wiedererkennungswert: Sieht der Personaler Ihr Deckblatt, dann erinnert er sich später vielleicht leichter wieder an Sie. Das kann ein Vorteil sein. Immerhin geht es in einer Bewerbung ja immer auch darum, Aufmerksamkeit zu erregen und Neugier und Interesse des Personalers zu wecken.

    Der Personaler kann das Deckblatt also als Eye-Catcher wahrnehmen – und als zusätzlichen Service. Dies ist für ihn ein Mehrwert. Merke: Auch Personaler mögen es, wenn ihnen Arbeit abgenommen wird.

    Deckblatt Bewerbung Tipps

    Deckblatt Bewerbung: Diese Tipps können Ihnen helfen, ein rundum gelungenes Deckblatt zu erstellen…

    1. Seriosität

      Stellen Sie sich vor, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und führen alle notwendigen Qualifikationen auf. Und dann vermasseln Sie sich alles mit einem infantilen Deckblatt. Grundsätzlich: Halten Sie das Deckblatt seriös, klar, übersichtlich. Überladen Sie es nicht inhaltlich und verzichten Sie auf allzu gewagte Design-Spielereien. Dazu zählen bunte Farben, ungewöhnliche Schriftarten oder abenteuerliche Muster. Das ist für den Leser im besten Fall anstrengend – und wirkt im schlimmsten Fall peinlich.

    2. Bezugnahme

      Das ist ein echter Mehrwert für jedes Personalbüro. Nennen Sie den konkreten Ansprechpartner im Unternehmen – und/oder die Referenznummer oder Kennziffer der Stellenanzeige. Am besten an einer prominenten, gut sichtbaren Stelle, an der man die Info nicht übersehen kann. Es erleichtert dem Empfänger die Arbeit.

    3. Kontakdaten

      Auch Ihre eigenen Daten sollten auf dem Deckblatt gut sichtbar sein. Und kontrollieren Sie unbedingt, ob Sie alles korrekt geschrieben haben: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse. Ist Ihnen womöglich ein Buchstabendreher (bzw. Zahlendreher) in der Mobilfunknummer unterlaufen? Dann wird Sie der Personaler nicht erreichen, wenn er das versuchen sollte. Also: Alle Angaben sorgfältig checken.

    4. Motto

      Wenn Sie sich fest vorgenommen haben, im Gedächtnis des Entscheiders haften zu bleiben, dann geben Sie Ihrer Bewerbung ein Motto oder einen Slogan – und schreiben ihn auf das Deckblatt. Wählen Sie aber sorgfältig aus und verfallen Sie nicht in Klamauk. Und bitte auch keine abgedroschene Floskel oder ein inflationäres Zitat verwenden – das könnte böse nach hinten losgehen.

    5. Test

      Wie sieht alles in gedruckter Form aus? Gerade bei einem Deckblatt könnten Sie eine unangenehme Überraschung erleben, wenn Sie es ungeprüft drucken und verschicken. Farben, Struktur, Foto, Größe der Elemente – ist alles so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Lieber auf Nummer sicher gehen, einen Testdruck machen und mit Argusaugen draufschauen.

    So sammeln Sie Pluspunkte!

    Deckblatt Bewerbung modernDas Für und Wider haben wir Ihnen ja bereits genannt. Manche lieben Deckblätter, die meisten wohl eher nicht. Es gibt aber noch einen ganz grundsätzlichen Aspekt, den Sie bedenken sollten: Das Aussehen ist Trumpf!

    Die Ruhr-Universität Bochum fand in einer Umfrage unter Personalern heraus, dass die Optik von Anschreiben und Lebenslauf für zwei Drittel ein wichtiges Entscheidungskriterium ist. Und dass nur 16,2 Prozent von ihnen die eingereichten Bewerbungsmappen als ansprechend empfinden.

    Das bedeutet: Der äußere Eindruck zählt. Mit einem Deckblatt können Sie die Optik manchmal maßgeblich verbessern. Für Sie eine große Chance!

    Beim Anschreiben legen 65,3 Prozent der Befragten Wert auf eine Formatierung nach DIN 5008. 84,1 Prozent halten es für wichtig, dass das Anschreiben nicht länger als eine DIN A4-Seite ist. 65,4 Prozent sind von Rechtschreib- und Grammatikfehlern überhaupt nicht angetan.

    Der Lebenslauf wiederum sollte in erster Linie übersichtlich sein. 65,4 Prozent der Personaler präferieren die amerikanische Variante, möchten also die aktuelle Position ganz oben sehen. 72 Prozent finden kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Aufgaben und beruflichen Erfolgen wünschenswert.

    Und das Deckblatt? Zu den Erfolgsgaranten zählt es nicht. Aber immerhin 31,8 Prozent der Personaler – und damit fast jeder Dritte – sehen darin einen Mehrwert. Voraussetzung: Es ist optisch ansprechend gestaltet. Bewerber können mit einem Deckblatt also durchaus Pluspunkte sammeln.

    Deckblatt Fazit

    Das Deckblatt ist erstens ein Werkzeug zum Selbstmarketing. Und zweitens ein Tool, das dem Empfänger die Arbeit erleichtern soll.

    Weil es so prägnant ist, beinhaltet es aber auch ein Risiko: Ein schlechtes Deckblatt kann für einen negativen ersten Eindruck sorgen und Ihre Chancen auf den Traumjob erheblich schmälern.

    Alles in allem bleibt es Geschmacksache. Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, sollten Sie es vorher probeweise ausdrucken und auch von Freunden oder Verwandten einmal gegenlesen lassen – und nach ihrer Meinung fragen.

    Grundsätzlich gilt: Investieren Sie ausreichend Zeit und Geduld in jede einzelne Bewerbung – ob mit Deckblatt oder ohne.

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    [Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

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    • Um welche Art von Unternehmen handelt es sich – auch in Bezug auf die Firmenkultur?
    • Welche Aufgaben kommen auf den Bewerber im Unternehmen konkret zu?
    • Welche Fähigkeiten muss der Bewerber unbedingt mitbringen?
    • Und welche Skills könnten darüber hinaus von Nutzen sein?
    • Was ist dem Unternehmen besonders wichtig?

    Die Antworten sollten Sie vorab aus der Stellenanzeige herausfiltern. Beispielhaft haben wir uns eine fiktive Stellenanzeige eines Unternehmens überlegt – und wie Bewerber mit ihr umgehen sollten. Tipps dazu finden Sie im weiteren Verlauf des Artikels…

    Stellenanzeige der kaffeemaschinenhersteller.de GmbH

    Wir sind Teil eines internationalen Konzerns mit mehr als 15.000 Mitarbeitern und Marktführer im Vertrieb von Kaffeemaschinen über den deutschen und internationalen Einzelhandel. Für den Bereich Auftragsabwicklung suchen wir aufgrund unseres starken Wachstums schnellstmöglich eine/n

    Teamleiter/in Auftragsabwicklung

    Zu Ihren Aufgaben zählen:
    Auftragserfassung/Fakturierung der eingehenden Aufträge
    Bearbeitung des Schriftverkehrs
    Entgegennahme von Bestellungen und Kundenanfrage, u.a. telefonisch
    Koordinierung des Warenflusses
    Teamführung

    Ihr Profil sollte umfassen:
    Sie arbeiten selbstständig und verantwortungsbewusst
    Sie können mit MS Office umgehen
    Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil

    Was wir Ihnen bieten:
    Eine interessante Tätigkeit
    Einen sicheren Arbeitsplatz
    Leistungsbezogene Vergütung
    Sehr gutes Betriebsklima

    Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit Angaben zu Ihrer Gehaltsvorstellung und dem frühestmöglichen Eintrittstermin senden Sie bitte an folgende Adresse:
    Kaffeemaschinenhersteller.de, Herrn Maxim Muster, Milchstraße 5, 12345 Kapseln, muster@kaffeemaschinenhersteller.de

    Anschreiben Bewerbung Aufbau

    Das Anschreiben besteht normalerweise aus neun Elementen. Es ist in dieser Reihenfolge aufgebaut:

    • Absender und Datum (oben rechts)
    • Betreffzeile
    • (Persönliche) Anrede
    • Einleitung (Motivation)
    • Hauptteil (Persönlichkeit und Kompetenzen)
    • Unternehmensbezug (Mehrwert für das Unternehmen)
    • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
    • Grußformel und Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Wenn Sie den Namen des Ansprechpartners falsch oder Unsinn in die Betreffzeile schreiben, könnte Sie das schon aus dem Rennen katapultieren. Von entscheidender Bedeutung sind unter normalen Umständen aber die Hauptelemente: Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug, Schlussteil. Die wichtigsten Tipps dazu kommen jetzt – Karrieresprung führt Sie Schritt für Schritt durchs Anschreiben

    Anschreiben Bewerbung Einleitung

    Zunächst gilt es, das Interesse des Empfängers zu wecken. Der Einstieg ist daher enorm wichtig. Beginnen Sie mit einem Knallbonbon. Das kann Ihr bestes Argument oder ein origineller Einstieg sein.

    Optimalerweise lassen Sie schon zu Beginn Ihr Wissen über das Unternehmen und die Aufgabe einfließen. Zum Beispiel frische Zahlen, ein neues Produkt oder tagesaktuelle News über die Firma. So merkt der Leser unmittelbar: Hier habe ich es mit jemandem zu tun, der seine Hausaufgaben gemacht hat. Dabei aber nicht zu dick auftragen, das könnte nach hinten losgehen. Kurz und subtil, mehr als drei bis vier Zeilen stehen Ihnen dafür ohnehin nicht zur Verfügung.

    Eine Möglichkeit: Sie stellen im Einleitungssatz Ihre Qualifikationen voran. Zum Beispiel so:

    • Als Teamleiter XY bei Firma ABC habe ich fünf Jahre Erfahrung in der Führung der kaufmännischen Abteilung gesammelt.

    Sie können natürlich auch einen anderen Weg gehen – oder viel emotionaler einsteigen. Aber inhaltlich ist dieser Einstiegssatz schon sehr gut zu gebrauchen. Was Sie nicht gebrauchen können: eine Floskel zu Beginn à la Mit Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen.

    Anschreiben Bewerbung Hauptteil

    Ihre Persönlichkeit möchte an dieser Stelle ins rechte Licht gerückt werden. Ohne Eigenmarketing geht es nicht. Vor allem Ihre Soft Skills sind gefragt. Über welche verfügen Sie? Welche Stärken und Erfahrungen bringen Sie mit?

    Achtung: Rattern Sie nicht alle Punkte herunter, sondern setzen Sie Akzente. Nur die besten und wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten auswählen und präsentieren. Welche davon machen Sie zum perfekten Kandidaten für diese Stelle? Das muss rauskommen.

    Es ist im Prinzip wie beim Online-Dating: Ist es ein Match oder ist es keins? Sie sind der Buhler, der sein Gegenüber davon überzeugen will, der perfekte Partner zu sein. Was dabei zählt, sind Ihre Persönlichkeit, Ihre Qualifikationen und Ihr Werdegang. Inwiefern passen Sie zum und ins Unternehmen? Was zeichnet sie aus? Was prädestiniert Sie für die ausgeschriebene Position?

    Versuchen Sie, direkte Verbindungen herzustellen. Gesammeltes Wissen, das Sie im Job gebrauchen; Netzwerke, die Sie aktivieren; IT-Skills, die Sie einsetzen können. Wenn der Personaler den roten Faden spinnen kann, der von der Schule übers Studium direkt in dieses Unternehmen führt, dann steigen Ihre Chancen auf die Stelle.

    Die geforderten Kenntnissen und Fähigkeiten spielen dabei selbstredend eine Hauptrolle. Tipp: Machen Sie eine Aufzählung daraus. Niemand hat behauptet, ein Anschreiben bestehe ausschließlich aus Fließtext.

    Eine Auflistung hat mehrere Vorteile: Erstens spart sie Platz. Und zweitens können Sie so geschickt einige Keywords im Anschreiben platzieren. Wörter also, auf die der Personaler anspringt, weil sie so schon in der Anzeige standen. Ganz nach vorne kommen die Muss-Qualifikationen, dann die Kann-Qualifikationen. Eine Auflistung könnte so aussehen:

    • Bürokauffrau mit 15 Jahren Berufserfahrung
    • Acht Jahre Erfahrung als Führungskraft mit Personalverantwortung
    • Verantwortlich für 25 Mitarbeiter

    Aber: Schaut man sich unsere fiktive Stellenanzeige (siehe oben) an, dann gibt es sehr wenige Überschneidungspunkte zwischen dem, was dort gefordert wird und dem, was der Bewerber anbietet. Eine Ausbildung zur Bürokauffrau ist laut Stellenanzeige kein Auswahlkriterium. Und die vielen Jahre Berufserfahrung könnten womöglich zu der Annahme verleiten, die Bewerberin sei für die Stelle überqualifiziert.

    Passen Sie das Anschreiben daher an und formulieren zum Beispiel so:

    • Langjährige Erfahrung in der Auftragsabwicklung und Mitarbeiterführung
    • Verantwortlich für…
    • – Aufträge erfassen
    • – Fakturieren
    • – Schrift- und Telefonverkehr bearbeiten
    • – Kundenanfragen beantworten
    • Fließendes Englisch in Wort und Schrift
    • Sehr gute Kenntnisse in MS Office

    Diese Formulierungen würden die Bewerberin wohlgemerkt nicht „besser“ machen. Aber sie machen sie kompatibler. Ihre Selbstbeschreibung passt besser zu dem, was das das Unternehmen einfordert und erwartet.

    Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin

    Die Frage nach der Gehaltsvorstellung ist knifflig. Ist sie zu hoch, winkt das Unternehmen dankend ab. Ist sie zu niedrig, verkauft man sich unter Wert – und signalisiert dem Arbeitgeber obendrein mangelnde Qualität oder fehlendes Selbstvertrauen.

    Und soll man eigentlich eine konkrete Zahl nennen oder eine Spanne? Die Antwort auf letzte Frage zuerst: Lieber eine konkrete Zahl. Nehmen Sie zum Beispiel Ihr aktuelles Gehalt und schlagen Sie zehn Prozent drauf. Ausreizen, aber nicht überreizen.

    Hier spielen selbstverständlich viele Variablen eine Rolle. Wo sitzt der Arbeitgeber? Wie groß ist er? In welcher Branche und welchem Beruf bewegen Sie sich? Bei einem Großunternehmen in München können Sie mehr Gehalt verlangen als bei einem Kleinbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern.

    Was Sie hingegen nicht tun sollten: Eine Gehaltsspanne angeben, die zu weit gefasst ist. Mit Gehaltsvorstellungen von 45.000 bis 65.000 Euro kann niemand etwas anfangen. Das wirkt unüberlegt.

    Zum Eintrittstermin: Den machen Sie zuvorderst von Ihrem aktuellen Arbeitsvertrag und den Kündigungsfristen abhängig. Wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewerben, dann sollten Sie „sofort“ anfangen können. Eine schnelle Verfügbarkeit ist ein Pluspunkt. Kein Arbeitgeber will Ewigkeiten – und das sind drei Monate und mehr – auf einen Neuen warten.

    Anschreiben Bewerbung Schlusssatz

    Ein höflicher Ausstieg im Anschreiben – nicht unwichtig! Bedanken Sie sich im Anschreiben für die Aufmerksamkeit, beziffern – sofern verlangt – Ihre Gehaltsvorstellungen und nennen das frühestmögliche Eintrittsdatum. Außerdem gut: Die Bemerkung, dass Sie sich sehr auf ein persönliches Kennenlerngespräch freuen.

    Und noch ein Tipp: Falls es Lücken im Lebenslauf gibt, dann haben Sie im Anschreiben die Möglichkeit dazu, diese anzusprechen. Am besten mit einer kurzen (!) Erklärung. Das ist aber kein Muss.

    Überlegen Sie sich andernfalls aber sehr genau, wie Sie eine mögliche Unterbrechung, Kündigung oder häufige Jobwechsel im Bewerbungsgespräch erklären. Der Personaler wird Sie bestimmt dazu fragen.

    Am Ende sollte beim Personaler vor allem haften bleiben, dass Sie freundlich, motiviert und selbstbewusst sind. So sollte auch Ihr Schlussteil im Anschreiben klingen.

    Immerhin haben Sie soeben dargelegt, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind. Wichtig: Nicht die Rolle des Bittstellers einnehmen, weder am Anfang noch am Ende des Anschreibens.

    Diesen Fehler sollten Sie daher vermeiden: Verfallen Sie nicht in den Konjunktiv! Nach dem Motto…

    • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
    • Von meinen Fähigkeiten würde ich Sie gerne im Vorstellungsgespräch überzeugen.
    • Für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Der Konjunktiv schwächt den Inhalt ab und lässt Sie wie ein Bettler klingen. Das sind Sie aber nicht. Wenn der Arbeitgeber SIE nicht einlädt, dann ist er selbst schuld! Der Konjunktiv lässt den Eindruck entstehen, dass eine Vertragsvereinbarung in unendlich weiter Ferne ist und Ihre Chancen auf den Job höchstens minimal sind. Er macht sie schwach. Darum: Kein Konjunktiv!

    Besser als der Konjunktiv ist die gepflegte Attacke. In der Werbung weiß man längst um die Wirkung des sogenannten Call-to-Action. Zu deutsch: Handlungsaufforderung. Viele Studien haben die Wirksamkeit dieser Methode nachgewiesen. Wenn man einen Leser oder User auffordert, etwas zu tun, dann tut er es tatsächlich mit höherer Wahrscheinlichkeit – zum Beispiel klicken, kommentieren, kaufen.

    Diesen Trick können Sie sich auch im Schlusssatz Ihres Anschreibens zunutze machen. Zum Beispiel so:

    • Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.
    • In einem persönlichen Gespräche überzeuge ich Sie gerne, dass ich der richtige Mitarbeiter für die Stelle bin.
    • Wenn Sie einen verantwortungsbewussten und kompetenten Teamleiter suchen, freue ich mich auf eine Einladung zu Vorstellungsgespräch.
    • Auf Ihre Rückmeldung freue ich mich.
    • Für Fragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

    Anschreiben Bewerbung Postskriptum

    Jetzt kommt noch ein ganz spezieller Tipp: Bauen Sie in Ihr Anschreiben ein PS am Ende ein. PS steht für Postskriptum und ermöglichte Briefeschreibern früher, einen wichtigen Punkt hinzuzufügen, ohne den Brief komplett neu schreiben zu müssen.

    In Zeiten moderner Kommunikationsmittel aber braucht niemand mehr ein PS, nicht wahr? Von wegen!

    Gerade in E-Mails erzeugt ein PS hohe Aufmerksamkeit. Sie haben das bestimmt auch schon festgestellt. Ein PS liest man immer. Meist verbirgt sich etwas Wichtiges dahinter – oder etwas Interessantes. Nutzen Sie diesen Effekt auch im Bewerbungsanschreiben, etwa so:

    • PS: Ich werde am 15. Januar kurz bei Ihnen anrufen, um mich über den Stand des Bewerbungsprozesses zu informieren – und zu fragen, ob meine Bewerbung überhaupt angekommen ist. Falls Sie im Gegenzug noch weitere Fragen haben, können Sie mich gerne unter folgender Nummer anrufen: 0123-456789.

    Anschreiben Bewerbung Tipps

    Sicher, es ist der Inhalt des Anschreibens, der darüber bestimmt, ob Sie das Interesse des Personalers wecken oder nicht. Welche Aussagen Sie einbauen, wie Sie sich ausdrücken, welche Schwerpunkte Sie setzen. Aber: Wenn Ihnen im Anschreiben ein schlimmer Formfehler unterläuft, könnte das all Ihre Bemühungen auf einen Schlag zunichte machen.

    Achten Sie darum im Anschreiben peinlich genau auf die Formalien, auf inoffizielle Vorschriften und Normen. Sie sind das Fundament, auf das Sie dann Ihren (hoffentlich) überzeugenden Inhalt setzen.

    Und versetzen Sie sich einmal in die Perspektive des HR-Verantwortlichen. Er muss ständig neue Bewerbungen sichten, vergleichen, bearbeiten. Je einfacher und übersichtlicher, desto besser für ihn. Wenn Sie ihm als Bewerber diese Arbeit ein Stück weit erleichtern, wird das jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein.

    Diese Grundregeln sollten Sie im Anschreiben beachten:

    • Länge

      Als Berufsanfänger schreiben Sie bitte nicht mehr als eine Seite. Ein zweiseitiges Anschreiben liegt bei älteren Arbeitnehmern im Rahmen des Erwünschten. Am besten aber, Sie halten sich so kurz und präzise wie möglich. Kein Personaler hat Lust, Romane durchzulesen.

    • Schrift

      Auch hier auf Lesbarkeit achten. Verzichten Sie daher auf ausgefallene Schnörkelschriften und greifen auf bewährte Schriftarten wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurück.

    • Schriftgröße

      Sie können sich fürs Bewerbungsanschreiben die 11-13-15-Regel merken. In 11-Punkt der Fließtext, in 13-Punkt Datum, Adresse und Zwischenüberschriften, gerne auch gefettet. In 15-Punkt ausschließlich Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Ihr Name soll schließlich herausstechen und im Gedächtnis des Empfängers kleben bleiben. Erklärung für die krummen Größen: 12-Punkt ist bei Word die Standardeinstellung. Die meisten Konkurrenten dürften daher 12-14-16-Schriftgrößen verwenden. Mit krummen Größen heben Sie sich von ihnen ab.

    • Papier

      DIN A4 ist Standard. Aber besser, Sie verwenden kein einfaches Kopierpapier, sondern hochwertiges (sofern Sie Ihre Bewerbung per Post und nicht per E-Mail versenden). Bitte darauf achten, keine Flecken, Knicke oder Eselsohren zu hinterlassen. Und: Der Druck sollte scharf und nicht verwischt sein – am besten mit Laserdruck.

    • Form

      Auf allen Seiten sollten Einzüge, Linien und Abstände einheitlich sein. Sonst wirkt Ihre ganze Bewerbung unprofessionell. Als Zeilenabstand ist ein eineinhalbzeiliger zu empfehlen – er wirkt angenehm luftig.

    • Hauptsätze

      Versuchen Sie nicht, den Personaler im Anschreiben durch ausgeklügelten Satzbau zu beeindrucken. Hauptsätze sind leicht zu lesen und zu erfassen – Zeitvorteil für den Empfänger! Auf Schachtel- und Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen, sollten Sie nach Möglichkeit verzichten. Außerdem von Substantiven mit den Endungen -ung, -heit und -keit absehen. Besser durch die entsprechenden Verben ersetzen – die lesen sich deutlich flüssiger.

    • Individualität

      Wichtig: Jede Bewerbung sollte einzigartig sein. Personaler wittern eine Massenbewerbung 100 Meter gegen den Wind. Machen Sie sich die Mühe und schreiben jedes Anschreiben neu (die Übernahme von einzelnen Textbausteinen ist natürlich völlig ok) — es lohnt sich.

    Anschreiben Bewerbung Beispiele

    Machen Sie aus dem Anschreiben keinen Lebenslauf in Fließtext-Form. Im Anschreiben sollten Sie alles weglassen, was für die Stelle nicht relevant ist – der Lebenslauf enthält naturgemäß auch Angaben, die für die Stelle weniger wichtig sind.

    Je präziser und kompakter Ihr Anschreiben, desto leichter machen Sie es dem Empfänger. Darum nochmal: Maximal eine Seite. Ihr Lebenslauf besticht durch Fakten, Ihr Anschreiben durch die weichen Faktoren. Die Soft Skills sollten ein wesentlicher Bestandteil Ihres Anschreibens sein.

    Nun verlangt unsere ausgedachte Stellenanzeige (siehe oben) vom Bewerber selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten. Wie weist man dieses nach?

    Zum Beispiel dadurch, dass man schon im bisherigen Werdegang versiert und routiniert mit Kunden umgegangen ist. Man könnte es so formulieren:

    • Ich habe mich in meinen bisherigen Tätigkeiten stets für nachhaltige Kundenbeziehungen eingesetzt. Für meinen aktuellen Arbeitgeber habe ich etwa das Bestandskundenmanagement optimiert und die Kundenzufriedenheit so um 20 Prozent steigern können.

    Tipp: Machen Sie – wenn möglich – von Zahlen Gebrauch. Quantifizieren Sie Ihre Leistungen, bringen Sie Beispiele, untermauern Sie Ihre Argumente mit harten Ziffern. Das wirkt oft besser als substanzloses Wortgeklingel.

    Warum bewerben Sie sich gerade in DIESEM Unternehmen auf DIESE Stelle? Das ist die große Frage, die durch das Anschreiben beantwortet werden muss. Wer den Eindruck erweckt, er wolle halt nur irgendeinen Job, wird DIESEN Job nicht bekommen.

    Darum: Werden Sie ruhig mal persönlich, sofern sich eine Möglichkeit dazu bietet. Beispiel:

    • Schon als Kind hatten Ihre Produkte für mich eine große Bedeutung.

    Tatsächlich hatte ein Bewerber seiner Bewerbung bei Adidas einmal ein Foto mitgeliefert, dass er als kleines Kind gezeichnet hatte und das ihn beim Fußballspielen zeigte – auf den Schuhen drei Streifen. Der Bewerber kam weiter, bestätigte eine HR-Managerin von Adidas gegenüber Zeit Campus.

    Ein anderes Beispiel:

    • Von meiner Haustür bis zur Eingangstür der Kaffeemaschinen GmbH sind es nur zehn Minuten zu Fuß. Wenn die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich schon mal den Rechner hochfahren…

    So liefern Sie im Anschreiben ganz konkrete Vorteile mit, mit denen das Unternehmen rechnen kann – wenn es Sie einstellt. Und handfeste Argumente gefallen jedem Unternehmen.

    Also: Ein möglichst konkreter Extra-Vorteil, den Ihr Arbeitgeber von Ihnen hat – wenn Sie den finden und ins Anschreiben einbauen, dann sammeln Sie dicke Pluspunkte.

    Anschreiben Erfolgsformel

    Sie sehen: Ein Anschreiben ist harte Arbeit. Aber die Arbeit lohnt sich. Wenn Sie sich beim Anschreiben – und beim Lebenslauf – ausreichend Mühe geben, steigern Sie dadurch Ihre Erfolgschancen. Hier nochmal die Erfolgsformel für ein gutes Anschreiben:

    • Problem: Welches müssen Sie lösen, um dem Arbeitgeber zu helfen? Identifizieren Sie es.
    • Erhöhung: Ein Trick ist es, das Problem zu erhöhen. Das macht Ihre Kompetenzen und die Stelle gleich viel wertvoller.
    • Lösung: Sie haben das Know-how, die Ausbildung und das Wissen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ihre Einstellung – das wäre die Lösung für das Unternehmen.
    • Überzeugung: Die Lösung müssen Sie auch überzeugend kommunizieren. Es muss klar werden, dass alles stimmt. Ohne Konjunktiv das Anschreiben beenden!

    Anschreiben Absolvent

    Speziell Berufsanfänger und Absolventen tun sich manchmal schwer mit dem Anschreiben. Ihnen fehlt schlichtweg die Erfahrung. Hier einige Tipps, mit denen auch Absolventen das perfekte Anschreiben gelingt…

    1. Spezialisierung

      Uni-Absolventen sind (noch) keine Spezialisten. Sie sind – mit wenigen Ausnahmen – Generalisten. Unternehmen aber suchen Leute, die bestimmte Kompetenzen und Fertigkeiten haben – Spezialisten eben. Fokussieren Sie Ihr Anschreiben und die gesamte Bewerbung auf die Skills, die das Unternehmen wirklich sucht.

    2. Erfahrung

      Jeder Mensch hat Erfahrung – auch, wenn er direkt von der Uni oder aus der Schule kommt. Praktika oder Auslandsaufenthalte absolviert? Erwähnen Sie diese und stellen Sie heraus, was Sie dabei gelernt haben. Ehrenamtliche Tätigkeit als Sporttrainer? Dito. Auch Sprachkurse oder der Nebenjob an der Tankstellenkasse können Sie sehr wohl weitergebracht haben. Destillieren Sie die wichtigsten Erfahrungswerte heraus, die Sie dabei gewonnen haben.

    3. Selbstbewusstsein

      Wer keine langjährige Berufserfahrung hat, könnte in die Studenten-Falle tappen. Nach dem Motto: Ich bin doch nur ein Student, also bin ich Bittsteller. Das ist grundfalsch. Sie haben während des Studiums wertvolle Kompetenzen erworben und eine ganze Menge anzubieten. Personaler wollen selbstbewusste Mitarbeiter – und folglich auch selbstbewusste Bewerber.

    Alternative: Die Dankesrede

    Anschreiben Bewerbung AlternativeEin Geheimtipp für ganz besonders Mutige: Formulieren Sie Ihr Anschreiben als Dankesrede! Also tun Sie so, als ob Sie den Job schon in der Tasche hätten.

    Kein Witz: Malen Sie sich in Gedanken aus, warum Sie sich beworben haben und warum Sie eingestellt wurden. Dann könnte der Einstieg in Ihre Dankesrede etwa so lauten:

    Als ich die Stellenanzeige gesehen habe, war mir sehr schnell klar: Diese Stelle gehört mir! Die Geschichte, die wirtschaftliche Stärke, die Zukunftsgewandtheit, die spannenden Produkte – diesem Unternehmen wollte ich helfen, noch besser zu werden. Auch die Aufgaben waren nahezu deckungsgleich mit dem, was mir liegt und was ich jahrelang in meiner Position als xx bei xx gemacht habe…

    Das nur als Formulierungsbeispiel. Sie können es auch dezenter angehen – oder noch eine Spur selbstbewusster. Wichtig in jedem Fall: Stellen Sie die gesuchten Stärken auch hier nach vorne und versuchen Sie, diese anhand konkreter Beispiele zu belegen.

    Aber Vorsicht: Diese Form des Anschreibens kommt ganz sicher nicht bei jedem Personaler gut an. Manchem könnte sie sogar Zornesfalten auf die Stirn treiben.

    Andererseits: Sie fällt definitiv auf, hebt sich von anderen ab und macht neugierig auf den Verfasser. Sie würden doch auch die Person kennenlernen wollen, die hinter einem derart kessen Anschreiben steckt, oder?

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    [Bildnachweis: Iurii Stepanov by Shutterstock.com]

    Anlagen Bewerbung: Reihenfolge, Muster und Tipps

    Anlagen Bewerbung Reihenfolge Muster

    Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

    Anlagen Bewerbung Reihenfolge

    In welcher Reihenfolge sortiere ich die Anlagen in meiner Bewerbung? Zunächst sollten Ihre Anlagen eine logische Reihenfolge aufweisen.

    Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

    • Chronologisch

      Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.

    • Synchron

      Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie benennen also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben. Als Erstes käme in diesem Fall Ihr letztes Arbeitszeugnis. Am Ende der Unterlagen platzieren Sie dementsprechend Ihr Hochschulzeugnis, Schulzeugnis oder das Zeugnis der Berufsausbildung.

    Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge der Anlagen sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.

    Anlagen in der Bewerbung

    Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

    • Schulabschlusszeugnis
    • Ausbildungszeugnis
    • Praktikumszeugnis oder -nachweis
    • Arbeitszeugnis
    • Auslandszeugnis (mit beglaubigter Übersetzung)
    • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
    • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
    • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
    • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
    • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

    Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Nehmen Sie nicht ALLE Anlagen, die Ihnen zur Verfügung stehen, in Ihre Bewerbung auf. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten und aussagekräftigsten. Je mehr Berufserfahrung Sie haben, desto weniger Anlagen brauchen Sie.

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalmanagers: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

    Außerdem sparen Sie selbst Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

    Diese Anlagen gehören in Ihre Bewerbung:

    • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, die mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss bei.
    • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
    • Legen Sie Ihrer Bewerbung nicht mehr als zwei Referenzen bei. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.
    • Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgebern gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

    Anlagen Bewerbung Arbeitszeugnis

    Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

    Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

    Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beiliegt. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

    Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

    Anlagen Bewerbung Tipps

    Unser Rat: Senden Sie bei einer Bewerbung stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

    Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung nicht. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Aber welche sind das? Bei der Beantwortung kommt es insbesondere darauf an, zu welcher Bewerberklientel Sie zählen.

    Zunächst sollte sich ein Bewerber diese Frage stellen: Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

    Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn Anlagen wie Zeugnisse, Zertifikate und Referenzschreiben wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

    Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

    Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

    Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang in Ihrem Beruf tätig sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich. Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

    Diese Anlagen sind besonders wichtig für Sie als…

    • Schüler

      Das Schulzeugnis hat Priorität. Praktikumszeugnisse und Arbeitszeugnisse aus Ferien- oder Nebenjobs sind wertvoll, weil sie von Einsatz und praktischer Erfahrung zeugen.

    • Hochschulabsolventen

      Für sie gilt das Gleiche wie für Schüler. Da Absolventen noch über wenig Berufserfahrung verfügen, kommt jeder beigefügten Einzelanlage eine große Bedeutung zu. Neben dem Hochschulzeugnis, Praktikums- und Arbeitszeugnissen können ehrenamtliches Engagement, Weiterbildungszertifikate (sofern sie zur angestrebten Stelle passen) und Nachweise über Auslandsaufenthalte Gold wert sein.

    • Bewerber mit wenig Berufserfahrung

      Für sie zählt jeder Nachweis über ihre Einsatzfähigkeit. Darum könnten auch Praktikums- oder Arbeitszeugnisse beigefügt werden, die in einer völlig anderen Branche erworben wurden.

    • Bewerber mit viel Berufserfahrung

      Sie sollten möglichst viele Anlagen aussieben. Nur die aktuellsten oder besten Arbeitszeugnisse, Referenzen und Zertifikate aufnehmen!

    • Bewerber in bestimmten Berufsgruppen

      In manchen Berufen kommt es weniger (bzw. nicht nur) auf die formelle Qualifikation an, sondern mehr darauf, dass jemand seinen Job gut machen kann. Arbeitsproben, die das belegen, sind der Goldstandard. Unentbehrlich sind Arbeitsproben unter anderem, wenn Sie als Journalist, Redakteur, Redenschreiber, Designer, Grafiker, Mediengestalter, Fotograf, Softwareentwickler, Wissenschaftler oder Architekt arbeiten.

    Überflüssige Anlagen in der Bewerbung

    Diese Anlagen sollten Sie sich sparen. Sie haben in Ihrer Bewerbung nichts verloren und generieren keinen Mehrwert. Im Gegenteil, Sie schießen sich damit womöglich selbst ins Bein…

    • Ihre Diplomarbeit, Magisterarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit (es sei denn, Sie bewerben sich im wissenschaftlichen Bereich oder Ihre Arbeit passt inhaltlich exakt zur angestrebten Position)
    • Dissertation
    • Pressemeldungen über Ihre Person oder (frühere) Firma
    • Vorträge, die Sie mal gehalten haben
    • Interne Bewertungen, zum Beispiel aus einem Jahresgespräch
    • Zwischenzeugnis (höchstens als Ersatz für ein fehlendes Arbeitszeugnis)
    • Veraltete Weiterbildungsnachweise (Beispiel: ein 10 Jahre altes IT-Zertifikat könnte den Eindruck vermitteln, dass Sie seitdem kein Wissen mehr hinzugewonnen haben – und damit in der Bewerbung kontraproduktiv sein.)

    Das Anlagenverzeichnis

    Im Anlagenverzeichnis führen Sie auf, welche Anlagen Sie Ihrer Bewerbung beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

    Das Anlagenverzeichnis wird klassischerweise im Anschreiben ganz unten platziert. Sie schreiben das Wörtchen Anlagen linksbündig drei Zeilen unter die Grußformel. Sie können es auch rechtsbündig auf der Höhe Ihres Namens platzieren, falls der Platz knapp ist. Achten Sie darauf, die gleiche Schriftart und Schriftgröße zu verwenden, die Sie auch für den Rest des Anschreiben herangezogen haben.

    Sie können dabei von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

    • Anlagen
    • Anlagenverzeichnis
    • Inhalt
    • Anhang

    Dahinter listen Sie dann die einzelnen Dokumente auf, die Sie Ihrer Bewerbung beigelegt haben. Beispiel:

    Anlagen:
    – Schulzeugnisse
    – Arbeitszeugnisse
    – Referenzen

    Aber: Heutzutage ist ein Anlagenverzeichnis gar nicht mehr zwingend erforderlich. Sie können es auch weglassen und den gewonnenen Platz nutzen, um in Ihrem Anschreiben noch ein schlagkräftiges Argument unterzubringen. Verzichten sollten sie auf ein Verzeichnis, wenn Sie so viele verschiedene Dokumente unterbringen, dass die Auflistung viel zu viel Raum beanspruchen würde (Beispiel: Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Praktikumszeugnisse, Weiterbildungszertifikate, Bescheinigungen über Sprachtests, Referenzen, Arbeitsproben…). Auf keinen Fall sollten Sie ein Extra-Blatt für Ihr Anlagenverzeichnis anfertigen.

    Wenn hingegen noch Platz unter dem Anschreiben ist und die Zahl Ihrer Anlagen nicht ausufert, können Sie durchaus ein kurzes Anlagenverzeichnis für den schnellen Überblick mitliefern. So könnte das aussehen – zwei Anschreiben mit Anlagenverzeichnis als Beispiel:

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    Ehrlich bleiben!

    Anlagen Bewerbung auflistenEhrlich währt am längsten. Die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

    Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

    Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich sehr wohl.

    Anlagen E-Mail-Bewerbung

    Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

    1. PDF-Dokument

      Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

    2. Titel

      Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

    3. Dateigröße

      Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

    4. Kontrolle

      Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

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    [Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

    Assessment Center: Vorbereitung, Übungen, Beispiele

    Ein Assessment Center (AC) ist weniger Ponyhof, mehr Spießrutenlauf. Allein der Gedanke ans AC treibt so manchem Kandidaten die Schweißperlen auf die Stirn. Immerhin handelt es sich um ein Auswahlverfahren, das darauf abzielt, die Bewerber in jeder Minute zu beobachten, zu prüfen, zu durchleuchten. Wer das Assessment Center gut übersteht, darf sich dafür berechtigte Hoffnungen auf den Traumjob machen. Wer aber nicht fehlerlos durch die Veranstaltung kommt, hat womöglich alle Chancen verspielt. Und Fettnäpfchen warten während des Assessment Centers fast überall…

    Assessment Center Definition

    Assessment ist englisch und bedeutet so viel wie Bewertung, Feststellung oder Einschätzung. Ein Assessment Center ist demzufolge ein Verfahren, das Bewerber bewertet und einschätzt. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob der- oder diejenige für die vakante Stelle im Unternehmen geeignet ist – fachlich wie persönlich.

    Entweder führt das Unternehmen das Assessment Center selbst durch oder es holt sich Hilfe von externen Beratern ins Haus. Die Kandidaten müssen in der Regel einzelne Tests, Übungen, Plan- und Rollenspiele sowie Auswahlgespräche bestehen. Am Ende steht die Beurteilung, die entweder einzeln oder in Gruppen durchgeführt wird. Ein Assessment Center kann aus mehreren Runden bestehen und bis zu drei Tage dauern.

    Mittelständische Unternehmen setzen ein Assessment Center meist ausschließlich zur Personalauswahl ein, Konzerne nutzen es auch zur Entwicklung der eigenen Belegschaft. Schon in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts wählte das deutsche Militär seinen Nachwuchs mit derartigen Testverfahren aus (nur, dass man sie damals noch nicht Assessment Center nannte), danach geriet das Instrument aber schnell in Vergessenheit.

    Erst in den Fünfzigern feierte das Assessment Center jenseits des großen Teichs in den USA sein Revival. Auch in Deutschland war es ein US-Konzern, der das erste Assessment Center auf die Beine stellte: IBM im Jahr 1969.

    Heute kommt das Assessment Center wie selbstverständlich daher – manchmal auch unter anderem Namen. Manchmal begegnet dem Bewerber das Assessment Center auch als:

    • Auswahlverfahren
    • Testverfahren
    • Bewerbertest
    • Bewerbertag
    • Auswahlverfahren

    Assessment Center Vorbereitung

    Dieser Leitsatz gilt fast immer: Gut vorbereitet, ist halb gewonnen. Wer nicht völlig ahnungslos ins Assessment Center geht, erhöht seine Erfolgsaussichten um ein Vielfaches.

    Andererseits gilt auch fürs Assessment Center: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete – aber nicht die ganze. Ein bisschen Lockerheit, ein bisschen Unverkrampftheit tun ebenfalls gut (wenngleich sich das natürlich schwer trainieren lässt). Immerhin werden Sie in jedem Fall während der Übungen im Assessment Center auch improvisieren müssen.

    Assessment Center Vorbereitung: So rüsten Sie sich fürs AC:

    1. Antizipation

      Sobald Sie das Einladungsschreiben fürs Assessment Center vor sich auf dem Monitor erblicken, können Sie im Grunde mit der Vorbereitung beginnen. Denn nun haben sie die Basis-Informationen, die Sie brauchen. Inhalte, Zeiten, Ablauf. Wer mögliche Aufgaben antizipiert (siehe unten), kann sich entsprechend vorbereiten und Vorteile verschaffen.

    2. Informationen

      Was wissen Sie über die Firmenhistorie? Welche Produkte stellt das Unternehmen her? In welchen Feldern ist es aktiv? Kennen Sie mehr als nur den einen Standort? Sammeln Sie im Vorfeld des Assessment Centers umfassende Informationen über Ihren potenziellen Arbeitgeber. Die wichtigsten Daten – zum Beispiel Mitarbeiterzahl oder Gründungsjahr – dürfen Sie sogar auswendig lernen.

    3. Jobprofil

      Um welches Jobprofil geht es eigentliche genau? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen sind für die Stelle relevant – und welche sind weniger wichtig? Setzen Sie sich mit der ausgeschriebenen Position genau auseinander. Das hilft Ihnen später im Job, aber auch schon im Assessment Center.

    4. Anreise

      Auch beim AC ein No-go: Zu spät erscheinen. Denn wahrscheinlich geht das Assessment Center ja nicht direkt vor Ihrer Haustür, sondern in einer fremden Stadt über die Bühne. Planen Sie daher rechtzeitig Ihre Anreise. Bahntickets kaufen, Unterkunft buchen, auch die Anfahrt vor Ort planen. Und berechnen Sie genügend Pufferzeiten ein, um unnötigen Reisestress zu vermeiden.

    5. Tagesgeschehen

      Halten Sie sich über Politik und Wirtschaft auf dem Laufenden. Und behalten Sie die Branche, in der Sie unterwegs sind bzw. für die Sie sich bewerben, ganz genau im Auge. Im Assessment Center kann es passieren, dass aktuelle Geschehnisse in Fallbeispiele oder Analyseaufgaben eingewoben werden. Und auch beim Mittagessen mit dem Personaler wollen sie ja nicht durch Unwissenheit glänzen…

    Assessment Center Ablauf

    Zwar kann jedes Unternehmen das Assessment Center individuell gestalten und an die eigenen Bedürfnisse anpassen, doch orientieren sich die Abläufe dabei an einem immer wiederkehrenden Muster: So sehen Assessment Center in der Regel aus…

    • Selbstpräsentation

      Die Selbstpräsentation steht fast immer am Anfang des Assessment Centers. Der Kandidat stellt sich kurz und prägnant vor. Auch sollten Sie Bezug auf die konkrete Stelle nehmen.

      Ihre Stärken und Erfolge sollten Sie ebenfalls herausstellen – zum Beispiel als Höhepunkt am Ende Ihres Vortrags. Vor allem Führungskräfte sollten ein paar Details zu Ihren bisherigen Highlights vorbringen können. Trotzdem wird der Interviewer Sie auch nach Ihren Schwächen fragen. Bereiten Sie sich darauf vor.

      Ihre Schwächen können Sie mit dem Hinweis verknüpfen, dass Sie aktiv daran arbeiten, diese zu überwinden. Was tun Sie, um besser zu werden? Das bringt Ihnen weitere Pluspunkte.

      Schon zu Beginn sehr wichtig: Umgangsformen und Körpersprache. Suchen Sie den Blickkontakt? Legen Sie nervöse Ticks an den Tag? Wirken sie selbstbewusst?

      Typisch sind solche Fragen:

      • Was machen Sie den lieben langen Tag über?
      • Wie machen Sie das und warum?
      • Welches waren Ihre größten Erfolge?
      • Wo sind Sie gescheitert und warum?

      Bemühen Sie sich, so lebensnah wie möglich zu antworten. Also nicht abstrakt, sondern lieber in Beispielen und Anekdoten. Meist handelt es sich um offene Fragen, die sich nicht durch ein schlicht Ja oder Nein beantworten lassen.

      Es geht auch nicht darum, dass Sie richtig oder falsch antworten, sondern dass Sie Dialogfähigkeit, Initiative und eine aktive Gesprächsführung beweisen. Das können Sie für sich nutzen.

      Natürlich dürfen Sie auch Rückfragen stellen – oder eigene Akzente setzen. Zum Beispiel so: „Das ist eine gute Frage, aber zunächst möchte ich noch mal betonen, dass…“

    • Übungen

      Jetzt beginnt die Zeit der Übungen. Einen Standard-Ablauf dafür gibt es nicht. Es kann sich um eine Postkorbübung handeln, aber auch um Konzentrations- oder Intelligenztests.

      Auf Übungen sollten sich insbesondere Berufsanfänger einstellen. Bei Fach- und Führungskräften werden die Fähigkeiten, die in solchen Übungen abgefragt werden, vorausgesetzt. Führungskräfte bekommen es eher mit umfangreichen Einzelinterviews zu tun, die Führungsverhalten und soziale Kompetenzen zum Vorschein bringen – oder auch nicht.

    • Rollenspiele

      Als Nächstes kommt die Phase der Rollenspiele, Fallstudien und Gruppendiskussionen.

      Diese sind in Assessment Centern für Berufsanfänger Usus, in Manager-ACs hingegen eher ungewöhnlich. Nicht selten knüpfen die Themen an das aktuelle Wirtschaftsgeschehen an. Neben Fachwissen werden aber vor allem Teamgeist und Lösungskompetenz erwartet.

      Für Kandidaten wichtig: Versuchen Sie nicht, Ihre eigene Meinung auf Biegen und Brechen durchzusetzen, sondern führen Sie ein konstruktives, gleichberechtigtes Gespräch, bei dem Sie auch die Standpunkte der Gegenseite wertschätzen. Keine gute Taktik ist es ebenfalls, sich mit verschränkten Armen in die Defensive zurückzuziehen.

      Grundsätzlich empfehlenswert: Merken Sie sich die Namen Ihrer Mitbewerber und sprechen Sie sie damit an. So finden Sie nicht nur schneller Verbündete, sondern beweisen auch Aufmerksamkeit – und dass Sie mit Menschen umgehen können.

    • Feedback

      Das Feedback-Gespräch bildet den – hoffentlich krönenden – Abschluss des Assessment Centers. Erst werden Sie nach Ihrer Selbsteinschätzung gefragt. Wie hat es Ihnen gefallen? Welchen Eindruck hatten Sie von sich selbst? Danach folgt die Einschätzung der Jury.

      Nicht vergessen: Sie haben während des Feedback-Gesprächs durchaus noch die Möglichkeit, Punkte zu sammeln und vorherige Fehler auszubügeln. Ein gelungenes Feedback-Gespräch rundet Ihre Gesamtperformance im Assessment Center ab.

      Dabei sollten Sie Ihr Licht zwar nicht unter den Scheffel stellen, aber auch keine Loblieder auf sich selbst singen. Eine gesunde Mischung aus Understatement und Selbstbewusstsein ist hier angebracht.

    Assessment Center Übungen

    Im Assessment Center möchte sich das Unternehmen ein Bild von Ihren Soft Skills machen. Wie arbeiten und denken Sie? Wie kreativ sind Sie? Wie selbstbewusst und durchsetzungsfähig sind Sie? Allein durch Gespräche und Beobachtungen lassen sich diese Fähigkeiten und Qualifikationen schwerer feststellen, als wenn man zusätzlich auf ein Assessment Center zurückgreift.

    Die für den Job wichtigen Eigenschaften werden daher mithilfe spezieller Aufgaben und Übungen abgefragt. Mal geht es darum, im Team zusammenzuarbeiten. Mal müssen Sie sich als Einzelperson profilieren. Wir stellen Ihnen die Klassiker der Assessment-Center-Übungen vor und geben Ihnen wertvolle Tipps.

    Diese Übungen könnten im Assessment Center auf Sie warten:

    • Selbstpräsentation

      Die Selbstpräsentation ist fester Bestandteil der meisten Assessment Center. Sie ist häufig die Anfangsaufgabe.

      Dabei müssen Sie etwas über sich und Ihren Werdegang erzählen. Versuchen Sie kompetent, aber auch sympathisch zu wirken – Sympathiefaktor niemals unterschätzen! Wenn Sie hier einen guten Einstieg finden, gibt Ihnen das Schwung für den Rest des Assessment Centers.

      Unbedingt Körpersprache beachten: Blickkontakt halten, deutlich und laut genug sprechen, Selbstbewusstsein ausstrahlen und von nervösen Spielereien mit Füßen und Händen absehen.

      In der Selbstpräsentation sollten Sie zudem auf Ihre Stärken und bisherigen Erfolge eingehen – und auf Rückfragen, die Ihre Interviewer (meist sind es mehrere Personen, die Ihnen gegenübersitzen) Ihnen stellen. Fragen, die auf Sie zukommen, können von der Art sein, wie man sie aus einem Vorstellungsgespräch kennt (Auf welchen Erfolg sind Sie stolz? Wann sind Sie gescheitert?).

      Sie können aber auch in Gestalt einer Aufgabe auftauchen. Ein Beispiel: Bitte erläutern sie in maximal zehn Minuten, wie Sie die Universität in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung geprägt hat. Sie haben fünf Minuten Zeit, um sich vorzubereiten.

      In diesem Fall notieren Sie sich am besten die wichtigsten Aspekte stichpunktartig auf einem Zettel – und sortieren sie so, dass Ihr Vortrag eine Struktur bekommt. Übrigens müssen Sie gar keine Jubelarien auf sich selbst verfassen (ist vielen Bewerbern unangenehm). Beschreiben Sie viel, werten Sie wenig. Und: Vermeiden Sie überflüssige Branchenfloskeln und Hohlphrasen.

      Und noch ein Tipp: Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail und gehen Sie auch nicht chronologisch vor. Die wichtigsten Punkte kommen an den Anfang Ihres Vortrags – und nehmen auch den größten Raum ein. Sie können zuhause schon mal derartige Vorträge üben, indem Sie die Zeit stoppen. Fünf, zehn oder 15 Minuten – so kriegen Sie ein Gefühl für die Zeit.

    • Postkorbübung

      Der Klassiker im Assessment Center ist der Postkorb. Dabei wird eine Arbeitssituation simuliert, die Ihre Entscheidungsfähigkeit und Stressresistenz testen soll. Wie gut können Sie unter Zeitdruck arbeiten? Die Postkorbübung zeigt es dem Personaler.

      Eine typische Postkorbübung im Assessment Center sieht so aus: Sie kommen von einem wichtigen Termin ins Büro, haben aber schon den nächsten vor sich. Ihnen bleibt eine halbe Stunde, um die Nachrichten und Aufgaben, die während Ihrer Abwesenheit aufgelaufen sind, zu bearbeiten. Wie gehen Sie vor?

      Dann gilt zunächst einmal: Keine Panik, Ruhe bewahren! Niemand erwartet von Ihnen, einen Berg an Nachrichten abzutragen – selbst wenn 100 Mails theoretisch auf Bearbeitung warten wollten. Meist ist die Postkorbübung so konzipiert, dass Sie gar nicht alles in der vorgegebenen Zeit schaffen können. Viel wichtiger ist, dass Sie die Aufgaben sichten und priorisieren.

      So könnten Sie bei dieser Postkorbübung im Assessment Center vorgehen:

      • Überblick verschaffen
      • Aufgaben herausfiltern, die dringlich sind (z.B. die mit einer Deadline)
      • Aufgaben identifizieren, die schnell erledigt werden können
      • Aufgaben identifzieren, die geschoben werden können
      • Aufgaben auswählen, die wichtig sind und deren Bearbeitung Vorrang hat

      Tipp: Einer Aufgabe den Vorzug vor einer anderen geben – dafür gibt es sicher gute Gründe. Sie müssen die Gründe dann allerdings auch darlegen können. Von Ihnen wird in einem Assessment Center erwartet, dass Sie Ihre Entscheidungen erklären und rechtfertigen können. Stellen Sie sich darauf ein, dass die Interviewer versuchen werden, Sie unter Druck zu setzen.

    • Rollenspiel

      Auch beim Rollenspiel handelt es sich um eine simulierte Arbeitssituation. Mit dem Unterschied, dass Sie im Rollenspiel nicht alleine agieren. Es kann sich zum Beispiel um ein nachgestelltes Kundengespräch handeln, bei dem Sie einen aufgebrachten Kunden beruhigen müssen – oder um ein Feedbackgespräch mit einem Mitarbeiter.

      Beim Rollenspiel müssen Sie Ihre Social Skills (auch Soft Skills genannt), Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Überzeugungskraft unter Beweis stellen.

      Eine Beispielaufgabe für ein Rollenspiel im Assessment Center könnte so lauten: Sie sind Abteilungsleiter. Ein Mitarbeiter von Ihnen ist notorisch unpünktlich. Ihre Aufgabe: Stellen Sie den Mitarbeiter zur Rede. Wie gehen Sie vor?

      Nicht zu streng, aber auch nicht zu generös sein – dieser Test ist eine Gratwanderung. Sorgen Sie zunächst für eine angenehme Gesprächsatmosphäre und legen Sie dem Mitarbeiter dann sachlich Ihr Anliegen dar. Fragen Sie nach dem Grund für seine Unpünktlichkeit. Höflich, aber bestimmt. Danach erarbeiten Sie gemeinsam eine Lösung, aber sagen dem Mitarbeiter auch klar und deutlich, was Sie von ihm erwarten.

      Grundsätzlich wichtig bei dieser Aufgabe:

      • Gesprächspartner aussprechen lassen und zuhören
      • Problem erörtern
      • Lösungsvorschläge anbieten
      • Empathie UND Führungsstärke demonstrieren

      Tipp: Bleiben Sie immer ruhig und sachlich. Keine emotionalen Ausbrüche!

    • Fallstudie

      Dabei wird Ihrer mehrköpfigen Gruppe eine Projektaufgabe aus dem Unternehmenskontext vorgesetzt. Diese soll sie gemeinsam bearbeiten und am Ende eine Lösung präsentieren. Zunächst wird festgelegt, wer welche Rolle im Team einnimmt. Die Übung soll zeigen, ob Sie strategisch und analytisch denken können.

      Beispielaufgabe für eine Fallstudie im Assessment Center: In sechs Wochen soll das neue Produkt auf den Markt kommen. Nur die passende Einführungsstrategie fehlt noch. Entwickeln Sie sie. Ihnen stehen dafür 15 Minuten zur Verfügung.

      Die Fallstudie wird mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Branchenkontext des Unternehmens stammen. Möglicherweise handelt es sich sogar um eine Situation, die so oder so ähnlich bereits aufgetreten ist. Darum ist es wichtig, hier ein Grundwissen über das Unternehmen, Branche, Produkte und/oder Dienstleistungen mitzubringen. Je besser Sie im Bilde darüber sind, desto aussichtsreicher Ihre Chancen.

      Hier geht es weniger um die Details, mehr um die Gesamtausrichtung. Für Kleinigkeiten haben Sie nicht ausreichend Zeit. Argumentieren Sie lieber aus der Vogelperspektive.

    • Gruppendiskussion

      Hier ist der Name Programm: Die Gruppe diskutiert ein vorgegebenes Thema – und dieses möglichst kontrovers. Man könnte die Übung auch als einen Wettbewerb der Ideen umschreiben.

      Dabei geht es darum, dass Sie und Ihre Ideen im Vergleich zu den anderen möglichst gut abschneiden. Sie müssen das Thema durchdringen, Position beziehen und Ihre argumentativ stark vertreten. Bei der Gruppendiskussion schaut das Unternehmen genau auf Ihre Rhetorik, Überzeugungskraft und Kooperationsbereitschaft.

      Beispielaufgabe für eine Gruppendiskussion im Assessment Center: Sollen Ihre Vertriebsmitarbeiter ihre schicken Benziner gegen Elektroautos eintauschen? Sie haben 20 Minuten, um in der Diskussion Stellung zu beziehen und Ihren Argumenten Gehör zu verschaffen.

      Auch hier sollten Sie generell höflich und sachlich bleiben. Ein Löffel Leidenschaft schadet Ihnen aber auch nicht, wenn Sie die anderen mit Ihren Argumenten überzeugen wollen. Nehmen Sie aber dennoch die Meinung der anderen Kandidaten sehr ernst, hören Sie zu und fallen niemandem ins Wort. Am Ende könnten Sie in der Gruppe durch einen Kompromiss zu einem Ergebnis kommen.

      Tipp: Treten Sie selbstbewusst auf und verstecken Sie sich nicht. Körpersprache beachten!

    • Fact Finding

      Die Fact-Finding-Übung ist eine Variante der klassischen Fallstudie. Der Clou: Sie erhalten keine fertige Mission, sondern müssen sich die relevanten Informationen selbst zusammensuchen. Alles, was Sie haben, sind ein skizziertes Problem und bruchstückhafte Infos.

      Dafür wird jedem Teilnehmer in der Regel ein Partner zur Seite gestellt, der als Experte fungiert und die entsprechenden Fakten liefern kann – vorausgesetzt, der Kandidat stellt die richtigen Fragen.

      Bei der Fact-Finding-Übung werden Ihre analytischen Fähigkeiten, Problemlösungskompetenz und Auffassungsgabe auf die Probe gestellt.

    • Tests

      Sie sind noch lange nicht aus der Mode: Tests, mit denen im Assessment Center das Wissen der Kandidaten abgefragt wird.

      Die Inhalte können ganz unterschiedlich sein. Zum Einsatz könnte etwa ein Fremdsprachentest kommen, um die sprachlichen Fertigkeiten der Kandidaten auf die Probe zu stellen. Dies ist sinnvoll in bestimmten Branchen und Berufen (z.B. Reisebranche, Dolmetscher, Übersetzer).

      Auch der Wissenstest ist ein beliebtes Instrument im Assessment Center. Das Auswahlverfahren einer Journalistenschule beispielsweise ist ohne umfassenden Test über Politik und Geschichte quasi unvorstellbar.

    • Konstruktionsübung

      Die Konstruktionsübung kommt meist in technischen Unternehmen zum Einsatz. Speziell Ingenieure und andere Techniker sollten sich auf sie einstellen.

      Der Gruppe werden dabei im Assessment Center verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt. Aufgabe ist es, daraus ein vorgegebenes Objekt zu bauen. Eine Variante ist es, zwei Teams gleichzeitig gegeneinander antreten zu lassen.

      Wichtig sind in dieser Übung Teamfähigkeit, Überzeugungskraft und Führungsstärke, Abstraktionsvermögen – und ein Schuss Kreativität à la MacGyver.

    Das Einzelinterview

    Assessment Center EinzelinterviewDas Einzelinterview ist ein wichtiger Bestandteil der meisten Assessment Center. Es dient in vielen Fällen dazu, das Testverfahren noch einmal Revue passieren zu lassen und eine Selbsteinschätzung abzugeben.

    Davon abgesehen ähnelt das Einzelinterview einem klassischen Vorstellungsgespräch, in dem Motivation, Erfolge, Stärken und Schwächen des Kandidaten zur Sprache kommen. Weiterführende Infos dazu gibt es hier:

    Assessment Center Fehler

    In Adiletten oder eine Stunde zu spät kommen – das sind offensichtliche Fehler, die jeden aus dem Rennen kegeln würden. Macht aber vermutlich auch keiner. Gefährlicher sind daher die weniger offensichtlichen Fehler im Assessment Center.

    Tatsächlich kann man unterwegs in zahlreiche Fallen tappen, aus denen man nur schwer – oder gar nicht – wieder herauskommt.

    Diese Fehler sollten Sie nicht machen, um einen Assessment Center Fail zu vermeiden:

    • Sie haben falsche Erwartungen

      Kein Assessment Center ist wie das andere. Gut möglich, dass Sie von neuen Techniken und Übungen überrascht werden. Kalkulieren Sie das von vornherein mit ein. Einen Standard-Ablauf gibt es nur auf dem Papier. Sollte Sie das Assessment Center voll aus dem Konzept bringen, merken das auch die Organisatoren. Darum: Lassen Sie sich ein Stück weit überraschen.

    • Sie sind nicht spontan

      Verwechseln Sie eine gute Vorbereitung nicht mit dem Gesamtsieg. Der ist auch von einer Portion Improvisation abhängig. Gehen Sie mit einer Grundstrategie ins Assessment Center, lernen Sie die wichtigsten Fakten. Aber vertrauen Sie auch Ihren Instinkten. Wer gar nicht spontan ist, zeigt leider, dass er sich nur schwer auf neue Begebenheiten einstellen kann.

    • Sie wollen Schwächen überdecken

      Ihre ganz persönlichen Schwächen nehmen Sie auch mit ins Assessment Center. Doch Ihr Motto sollte sein: Stärken nach vorne! Konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Stärken zu zeigen und nicht Ihre Schwächen zu kaschieren. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

    • Sie ziehen Ihre Linie nicht durch

      Wer sein Fähnlein in den Wind hängt, wird weggeweht. Immerhin müssen Sie im Assessment Center in Einzelgesprächen überzeugen und in der Gruppe diskutieren. Dabei sollten Sie Ihre Meinung nicht alle zwei Minuten ändern. Wenn Sie sich zu oft und offensichtlich selbst widersprechen, könnte das Zweifel an Ihrer Persönlichkeitsentwicklung aufwerfen.

    • Sie sind zu stark auf Ihre Konkurrenten fixiert

      Es hilft alles nichts: Ein Assessment Center ist ein Wettkampf – Mann gegen Mann, Frau gegen Frau, Mann gegen Frau. Sie wollen und müssen besser sein als die anderen, um den Job zu bekommen. Diesen Fakt sollten Sie aber versuchen weitgehend auszublenden. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigene Leistung und auf Ihr Wissen. Alles andere kommt von alleine. Und versuchen Sie ja nicht, anderen vorsätzlich zu schaden. Im Gegenteil…

    • Sie sind zu egozentrisch

      Teamfähigkeit wird von Arbeitgebern gerne als Kardinalstugend genannt. Was liegt also näher, als sie im Assessment Center unter Beweis zu stellen? Zunächst fokussieren Sie sich natürlich auf Ihre eigene Leistung, aber seien Sie ruhig hilfsbereit. Tauschen Sie sich aus, zeigen Sie, dass Ihnen das Schicksal Ihrer Mitstreiter am Herzen liegt.

    • Sie verbeißen sich zu sehr in die Aufgaben

      Ein Assessment Center ist keine Uni-Prüfung. Ihr Auftreten und Verhalten, Ihre Gestik und Mimik sind mindestens genauso wichtig wie Ihre fachlichen Einlassungen. Verlieren Sie das nicht aus dem Blick. Es kann passieren, dass Sie die richtige Lösung für eine Aufgabe aus dem Hut zaubern, aber durch Ihr Vorgehen trotzdem Ihre Chancen auf die Stelle reduziert haben.

    • Sie lästern über andere

      Absolutes No-Go: Über andere Kandidaten lästern. Sie sind schließlich nicht im Dschungelcamp, sondern in einem Assessment Center, in dem Sie Professionalität beweisen sollen. Lästereien fallen negativ auf Sie zurück. Bitte auch dann verkneifen, wenn im Gegenzug ein anderer über Sie lästern sollte!

    • Sie sind unachtsam

      Konzentration – von Anfang bis Ende! Das ist der vielleicht wichtigste Ratschlag. Denn das Assessment Center ist ein einziger Test, der schon bei der Begrüßung beginnt. Die Begrüßung entscheidet über den ersten Eindruck, für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt. Und das gemeinsame Abendessen zum Abschluss, sofern es eines gibt, zeigt dem Personaler, ob Sie Anstand und Manieren mitbringen. Nicht zu früh abschalten!

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    Assessment Center Tipps

    [Bildnachweis: Stock-Asso photo by Shutterstock.com]

    E-Mail-Bewerbung: 10 Tipps für Bewerber

    e-mail-bewerbung tipps

    Die E-Mail-Bewerbung ist längst Standard. Mit Papier können Deutschlands Recruiter nichts mehr anfangen. Auch für die Bewerber ist es sehr viel komfortabler, eine Mail mit den Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu bringen. Dennoch kann man bei der E-Mail-Bewerbung eine ganze Menge falsch machen. Zum Beispiel das hier…

    E-Mail-Bewerbung: Schritt für Schritt

    So machen Sie bei der E-Mail-Bewerbung alles richtig – Schritt für Schritt erklärt:

    • Adresse des Absenders

      Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse für Ihre E-Mail-Bewerbung. Am besten enthält diese Ihren vollständigen Namen. So sind Missverständnnisse (nahezu) ausgeschlossen:

      • vorname.nachname@mailprovider.de
      • anfangsbuchstabevorname.nachname@mailprovider.de

      Bitte keine schlüpfrige oder scherzhafte E-Mail-Adresse nutzen wie etwa:

      • partylöwe999@mail.de
      • suessemaus@mail.de
      • bestermann1@mail.de

      Und hüten Sie auch davor, die E-Mail-Bewerbung von Ihrer beruflichen Adresse zu verschicken, falls Sie sich aus einer festen Position heraus bewerben. Das wäre leichtsinnig – und völlig unnötig.

    • Adresse des Empfängers

      Achten Sie auf die korrekte Adresse des Empfängers. Bitte keine E-Mail-Bewerbung an eine info@-Adresse versenden – beziehungsweise nur dann, wenn Sie der Arbeitgeber explizit darum bittet. Immer den richtigen Ansprechpartner eruieren und dessen E-Mail-Adresse ins Empfängerfeld eintragen:

      • personaler.name@unternehmen.de

      Kleiner Hinweis: Das CC-Feld lassen Sie selbstverständlich frei. Ihre Bewerbung geht nur Sie und Ihren Ansprechpartner etwas an. Sich selbst können Sie aber die E-Mail-Bewerbung unsichtbar zuschicken (im BCC-Feld), um sie nachträglich kontrollieren zu können.

    • Betreff

      Die Betreffzeile ist die Einleitung Ihrer E-Mail-Bewerbung. Bitte nicht unterschätzen! Wenn Sie die Betreffzeile falsch füllen, können Sie das Pech haben, ungelesen im Spam-Ordner zu versanden.

      Bringen Sie unbedingt das Wort Bewerbung in der Betreffzeile unter. Am besten formulieren Sie noch präziser. Der ausgeschriebene Job und eine etwaige Kennziffer gehören nach Möglichkeit ebenfalls hinein. Die Kennziffer finden Sie in der Stellenanzeige. Machen Sie es dem Empfänger so leicht wie möglich.

      So könnte die Betreffzeile Ihrer E-Mail-Bewerbung lauten:

    • Anschreiben

      Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kopieren Ihr Anschreiben direkt in die E-Mail oder Sie schicken es im Anhang mit. Ersteres hat den Vorteil, dass der Personaler Ihre Mail öffnet und sofort Ihr Anschreiben durchliest. Sie können mit dem Anschreiben also Akzente setzen. In den Bewerbungsunterlagen dagegen wird ein Anschreiben gerne mal links liegen gelassen.

      Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Wenn Sie nämlich das Anschreiben zu den anderen Anlagen in den Anhang verfrachten, dann müssen Sie noch einen kleinen E-Mail-Text zusätzlich formulieren. Das ist Extra-Aufwand! Dennoch dürfen Sie sich gerne für diese Variante entscheiden, wenn sie Ihnen eleganter erscheint. So könnte der Text lauten:

      Sehr geehrter Herr Mustermann,

      im Anhang sende ich Ihnen meine Bewerbung als Redakteur für das Promi-Magazin. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei mir unter der Mobilnummer: 0123-456789. Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören!

      Mit freundlichen Grüßen
      Hans Hansen

    • Sprache

      Es ist zwar „nur“ eine E-Mail, aber bleiben Sie trotzdem sachlich. Keine Whatsapp-Sprache, keine Emojis, keine allzu lockeren Sprüche!

      Eine Bewerbung sollte formell sein: Anrede, Grußformel, Name, Signatur usw. Sicher: In kreativen Branchen könnte auch eine unorthodoxe Bewerbung ziehen. Aber das ist die Ausnahme. Und verzichten Sie auf Reizworte, die der Provider womöglich als Spam einordnet. Dazu zählen Billig oder Angebot, Rechnung oder auch die Kombination Speziell für Sie. Aber wir gehen mal davon aus, dass Sie diese Vokabeln ohnehin nicht eingesetzt hätten…

    • Dokumente

      Eine E-Mail-Bewerbung unterscheidet sich grundsätzlich nicht von einer Papier-Bewerbung. Die Dokumente, die Sie beifügen sollten, sind die gleichen. Allerdings könnte es in der E-Mail-Bewerbung passieren, dass Sie einzelne Dokumente vorher aussortieren müssen. Nämlich dann, wenn das PDF am Ende zu groß wird (dazu mehr im nächsten Absatz).

      Die E-Mail-Bewerbung umfasst:

    • Anhang

      Ihre Anlagen packen Sie in ein einziges PDF (dazu gleich noch ein paar Tipps). Mehr als 5 Megabyte sollte das PDF nicht umfassen. Dies kann bei umfangreichen Bewerbungsunterlagen durchaus schwierig werden. Geben Sie dem Anhang einen sinnvollen Dateinamen wie etwa:

      • Datum_bewerbungsunterlagen_max_muellermann_position_firmenname.pdf
      • max_muellermann_bewerbungsunterlagen_firmenname_datum.pdf

      Auch auf ZIP-Dateien sollten Sie verzichten – die kann nicht jeder öffnen. Ein Ärgernis sind sie in jedem Fall, weil umständlich. Als Anhänge bieten sich hauptsächlich die Formate PDF und DOC an. Dieser Hinweis gilt auch für Apple-Aficionados, die mit Pages-Dokumenten arbeiten. Nicht jeder Personaler hat einen Mac auf dem Schreibtisch.

      Bevor Sie Ihre Bewerbungs-E-Mail abschicken, vergewissern Sie sich, dass Sie den Anhang auch wirklich hochgeladen haben. Es passiert schon mal, dass ein Rechner den Befehl nicht korrekt ausführt. Oder dass man den Anhang schlicht vergisst. Man könnte Ihnen dann mangelnde Sorgfalt vorwerfen. Das wäre ein schlechtes Omen!

      Sollte Ihnen der Lapsus schon unterlaufen sein, dann bringen Sie eine Folgemail auf den Weg – mit einer kurzen Entschuldigung und den korrekten Unterlagen im Anhang. Keine lange Erklärungen und Ausflüchte! Damit machen Sie es nur noch schlimmer…

    • Design

      Keep it simple! Ein Credo, das auch für die E-Mail-Bewerbung goldrichtig ist. Wechseln Sie nicht ständig die Schriftarten in der Bewerbung, bauen Sie keine bunten Bildchen oder Hintergründe ein.

      Personaler stehen auf Klarheit und Übersichtlichkeit. Außerdem wirken kitschige und verspielte Designs unprofessionell. Und so wollen Sie auf keinen Fall auftreten. Ihre E-Mail-Bewerbung soll klar machen, dass man es mit einem Profi zu tun hat – nicht mit einem Clown.

    • Signatur

      Egal, ob Sie das Anschreiben direkt in Ihre E-Mail schreiben oder in den Anhang: Unter Ihre Mail platzieren Sie am besten eine Signatur. Diese enthält Ihren vollständigen Namen, Ihre aktuelle Adresse, Telefonnummer, einen Link zu Ihrer Homepage, Blog oder Online-Profil (Xing, Linkedin, Twitter etc.).

      Optional können Sie auch Ihre Skype- oder Messenger-Kontaktdaten einbauen. Das zeigt, dass Sie die digitale Welt verinnerlicht haben – Pluspunkt! Zudem sind Sie so auf verschiedenen Kanälen gut erreichbar. Signaturen vermitteln Professionalität – und sie sind nützlich.

    • Uhrzeit

      Ein kleines, aber feines Detail bei der E-Mail-Bewerbung: Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt des Versandes. Ungünstig sind Samstage oder Sonntage, weil Ihre Bewerbung dann unter all den Mails untergeht, die bis Montagmorgen im Posteingang des Empfängers gelandet sind. Lieber am Wochenende die E-Mail-Bewerbung fertigstellen und dann bis zum Wochenbeginn warten, um sie auf den Weg zu bringen.

      Auch nachts verschickt man die E-Mail-Bewerbung lieber nicht. Dies wirkt halbseiden und unbedacht. Wer nicht allzu wissenschaftlich an das Thema herangehen möchte, sendet die E-Mail-Bewerbung einfach an einem Werktag zwischen 9 und 18 Uhr – fertig. Und vor Ende der Bewerbungsfrist, sofern es eine gibt, sollte die Mail natürlich ebenfalls rausgegangen sein.

    E-Mail-Bewerbung Vorteile

    Die E-Mail-Bewerbung bietet vor allem diese Vorteile:

    • Masse

      Der Bewerber kann im Vergleich zur Papiermappe mit weniger Aufwand mehr Bewerbungen versenden.

    • Speed

      Die E-Mail-Bewerbung erreicht den Empfänger schneller. Man kann sie auch kurz vor Ablauf einer Bewerbungsfrist noch auf den Weg bringen.

    • Zeit

      Man kann die E-Mail-Bewerbung bequem von zuhause am Rechner erstellen, versenden und sich den Gang zur Postfiliale sparen – ein großer Zeitvorteil.

    • Kosten

      Die Bewerbungsmail ist günstiger. Porto, Papier und Umschläge entfallen – Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

    • Umwelt

      Wo weniger Papier verbraucht wird, freuen sich Wald und Klima. Auch wenn auf der anderen Seite ein höherer Stromverbrauch steht, dürfte die E-Mail-Bewerbung umweltfreundlicher sein.

    • Übersicht

      Die Unternehmen profitieren von einer besseren Übersicht durch E-Mail-Bewerbungen. Sie können alle Eingänge komfortabel sortieren, weiterleiten, archivieren. Nebenbei: Der Bewerber selbst hat ebenfalls eine bessere Übersicht über seine Bewerbungen. Er muss keine Strichlisten führen, auf denen er die einzelnen Unternehmen notiert, die er schon angeschrieben hat. Ein Blick in den Versendet-Ordner genügt.

    E-Mail-Bewerbung Nachteile

    Nichts auf dieser Welt ist nur gut oder nur schlecht. Das gilt auch für die E-Mail-Bewerbung. Sie hat diese Nachteile:

    • Nirvana

      Die E-Mail-Bewerbung erreicht nicht immer den gewünschten Empfänger. Das ist speziell bei einer Initiativbewerbung ein Problem. In dem Fall existiert keine Stellenanzeige, in der die E-Mail-Adresse des Personalverantwortlichen explizit genannt wird. Wenn man also die Bewerbung an ein anonymes Info-Postfach verschickt, könnte sie im digitalen Nirgendwo landen.

      In so einem Fall sollte man vorab Namen und Adresse des richtigen Ansprechpartners ermitteln – durch einen Anruf im Unternehmen zum Beispiel. Aber der verursacht wiederum Aufwand und der geringe Aufwand war doch eigentlich ein Vorteil der E-Mail-Bewerbung

    • Schlampereien

      Die E-Mail-Bewerbung verleitet zur Nachlässigkeit. Eine E-Mail ist flugs formuliert. Man tippt schnell drauflos, so wie bei Whatsapp oder Facebook. Die Anfälligkeit für Flüchtigkeitsfehler und Buchstabendreher steigt.

      Vorteil wiederum: Ein Fehler lässt sich digital sehr viel leichter wieder ausbügeln als auf Papier. Bye bye Tipp-Ex!

    • Unsicherheit

      Einen formellen Brief beginnt man mit Sehr geehrte/r Frau/Herr… – das weiß jeder. Aber wie ist das bei einer Mail? Hallo oder Servus oder Lieber Herr?

      Bei der Anrede fängt die Unsicherheit schon an. Einheitliche Standards gibt es nicht. Und dann das Bewerbungsanschreiben. Platziere ich es direkt im E-Mail-Textfeld oder hänge ich es an? Wo kommen die Anlagen hin? Und welche nehme ich überhaupt? Wie groß dürfen sie sein? Sie sehen: Bei einer Mail-Bewerbung können Fragen aufkommen. Aber dafür haben sie ja uns…

    E-Mail-Bewerbung Beliebtheit

    Die E-Mail-Bewerbung hat sich in Deutschlands Unternehmen längst etabliert. Das Internet ist der bevorzugte Kanal, die Papierbewerbung hat weitgehend ausgedient.

    Für 40,6 Prozent der Arbeitnehmer sind Bewerbungen per E-Mail das Mittel der Wahl. Bewerbungen auf dem Postweg werden dagegen nur noch von 29,4 Prozent der Arbeitnehmer bevorzugt. Dahinter folgen Online-Bewerbungsformulare mit 27,9 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam die Arbeitsmarktbefragung 2019 des Personaldienstleisters Orizon.

    Laut Bitkom-Umfrage aus dem Oktober 2018 ist die Bewerbungsmappe sogar „tot“. Demnach wollen nur noch drei Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe empfangen. 86 Prozent bevorzugen dagegen digitale Bewerbungsmaterialien.

    Das deckt sich mit einer Monster-Studie, nach der sich nur fünf Prozent der Unternehmen in Zukunft Bewerbungsmappen aus Papier wünschen. Von den Bewerbern selbst wollen sogar nur 1,5 Prozent eine papierne Mappe zusammenstellen.

    Bei der E-Mail-Bewerbung versendet man die Unterlagen auf elektronischem Weg. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – alles kommt in die Mail bzw. in ihren Anhang. Der Personaler muss nur in seinen E-Mail-Posteingang schauen und hat alle Fakten auf dem Tisch. Der Gang zur Post, Papierblätter, Briefmarken – alles überflüssig. Die E-Mail-Bewerbung ist für beide Seiten eine Erleichterung.

    Aber: Vielleicht ist auch die E-Mail-Bewerbung nur eine Durchgangsstation. Laut Monster-Studie bevorzugen rund 30 Prozent der Unternehmen die Bewerbung per Mail, 74 Prozent wollen künftig auf Bewerbungsformulare setzen (Mehrfachnennungen waren möglich). Dabei stellt das Unternehmen auf seiner Webseite oder Karriereseite ein solches Bewerbungs-Formular zur Verfügung. Die Kandidaten können es am Rechner ausfüllen, werden von Dokument zu Dokument geleitet.

    Das Formular hat für den Bewerber den Vorteil, dass er oder sie nichts vergessen kann. Aber ein Online-Formular hat auch Nachteile. So kann man nur schwerlich Akzente setzen, nicht so kreativ sein wie bei einer E-Mail-Bewerbung.

    Grundsätzlich gilt: Wenn ein Unternehmen Bewerbungen über ein Online-Formular abwickelt, dann nutzen Sie es als Bewerber auch. Hat es keine, dann reichen Sie Ihre Bewerbung per E-Mail ein.

    PDF für die Bewerbung erstellen

    Ihre Bewerbungsunterlagen führen Sie bei der E-Mail-Bewerbung in EINEM PDF-Dokument zusammen. Dieses PDF laden Sie als Anhang hoch. Dabei sollten Sie noch ein paar Kleinigkeiten beachten:

    • Tool

      Zunächst brauchen Sie ein Werkzeug, um all die Dokumente zu einem PDF zusammenführen. Nehmen Sie am besten ein kostenloses Online-Tool wie SmallPDF oder SodaPDF. Bitte nicht alle Dokumente einzeln hochladen! Das würde für den Empfänger einen Mega-Aufwand bedeuten – und Sie im Personalbüro schlagartig unbeliebt machen.

    • Dateiname

      Geben Sie dem PDF einen aussagekräftigen Dateinamen. Dieser sollte Ihren Namen, das Wörtchen Bewerbung, die Kennziffer und am besten noch das Datum und den Namen des Unternehmens beinhalten. Wichtig: Mit dem Datum signalisieren Sie, dass Sie nicht irgendeine Uralt-Bewerbung aus dem Hut gezaubert, sondern diese hier ganz neu und individuell erstellt haben. Je präziser, desto besser! Ein guter Beispieldateiname für das PDF Ihrer E-Mail-Bewerbung: 190101_Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Entwicklungsingenieur_Siemens

    • Unterschrift

      Auch in der E-Mail-Bewerbung sollten Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Sie können Ihre Unterschrift einscannen, in das Word-Dokument einfügen und dieses dann als PDF mit den anderen zusammenführen. Unter das Anschreiben setzen Sie Ihre Unterschrift ebenfalls.

    • Einheitlichkeit

      Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten viele Daten und Angaben über Sie selbst. Name, Kontaktdaten, Adressen kommen sogar mehrfach vor – im Lebenslauf, auf dem Deckblatt, in der Signatur. Achten Sie darauf, stets die gleichen anzugeben. Wer drei verschiedene E-Mail-Adressen aufführt, wirkt schnell unprofessionell. Hier kommt es häufig zu Fehlern – vor allem dann, wenn alte Dokumente wiederverwendet werden. Also: Am Ende alles nochmal abgleichen!

    E-Mail-Bewerbung Checkliste

    Darauf bitte in der E-Mail-Bewerbung achten. Eine Übersicht:

    • Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse.
    • Ermitteln Sie den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen.
    • Formulieren Sie eine präzise Betreffzeile.
    • Verwenden Sie eine einheitliche Schriftart.
    • Benutzen Sie die (exakt) identische Stellenbeschreibung, die auch in der Stellenanzeige genannt wurde.
    • Bringen Sie die wichtigsten Keywords unter.
    • Führen Sie die Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen.
    • Verschicken Sie keine ungewöhnlichen Dateiformate und ZIP-Dateien.
    • Fügen Sie das Bewerbungsfoto in den Lebenslauf ein.
    • Schicken Sie nicht zu viele Zeugnisse und Arbeitsproben mit, um die Bewerbung nicht zu überfrachten.
    • Bauen Sie eine Signatur mit den wichtigsten Kontaktdaten und Links ein.
    • Verzichten Sie auf eine Lese- und Empfangsbestätigung (Nervgefahr!).
    • Stellen Sie eine persönliche Grußformel voran.
    • Lassen Sie die unterschiedlichen Dokumente (Anschreiben, Lebenslauf etc.) immer auf einer neuen Seite beginnen.
    • Streuen Sie branchenübliche Fachbegriffe ein, aber sprechen Sie kein Fachchinesisch.
    • Reden Sie den Empfänger in der Sie-Form an.
    • Achten Sie penibel auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik.
    • Überschreiten Sie nicht die Dateigröße von 5 MB (es sei denn, das Unternehmen gibt in der Stellenanzeige einen anderen Richtwert an).

    Die Checkliste als PDF zum Downloaden oder Ausdrucken finden Sie hier.

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    Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch: Übersicht, Tipps, Antworten

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    Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch gibt es mehr, als Sie wahrscheinlich annehmen. So sind Fragen nach einer möglichen Schwangerschaft, Ihrer Religion oder einer Krankheit gesetzlich tabu. Was nicht heißt, dass sich jeder Arbeitgeber auch daran hält. Wie Sie richtig reagieren, wenn Ihnen jemand im Vorstellungsgespräch unzulässige Fragen stellt…

    Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch: Übersicht

    Es gibt eine Vielzahl an unzulässigen Fragen – wahrscheinlich mehr, als Sie vermuten würden. Folgende Fragen müssen Sie im Bewerbungsgespräch nicht beantworten. Sie dürfen Sie sogar mit einer Lüge beantworten – das ist meist die elegantere Lösung, weil Sie so Ihre Chancen auf Einstellung wahren.

    Unzulässig sind Fragen nach…

    • Schwangerschaft
    • Familienstand/sexuelle Orientierung
    • Religion/Glaube
    • Politische Überzeugungen
    • Behinderung
    • Krankheit
    • Vermögensverhältnisse
    • Lohnpfändungen
    • Vorstrafen
    • Alter
    • Herkunft

    Die Übersicht über die unzulässigen Fragen finden Sie als PDF zum Ausdrucken und Mitnehmen hier. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. Im Folgenden die Einzelheiten zu allen wichtigen Themengebieten…

    Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch: Schwangerschaft

    Die wohl bekannteste unzulässige Frage im Vorstellungsgespräch ist die nach einer möglichen Schwangerschaft. Bewerberinnen müssen darauf nicht antworten bzw. dürfen sie sogar mit einer Lüge kontern. Schon gar nicht muss die Bewerberin von sich aus darauf hinweisen, dass sie schwanger ist.

    Warum probieren Sie es nicht mal mit Ironie und Humor? Nach dem Motto: „Ja, Drillinge sind gerade unterwegs.“ Um danach freundlich-lachend zu ergänzen: „Nein, nur Spaß. Im Ernst: Zum Thema Schwangerschaft möchte und muss ich Ihnen nichts sagen. Ich hoffe, Sie verstehen das.“ Möglich, dass der Arbeitgeber Ihren Humor teilt und Ihre Art mag.

    Obwohl die Frage unzulässig ist, fragen viele Arbeitgeber explizit danach. Mutige Kandidatinnen könnten dann mit einer Gegenfrage erwidern, zum Beispiel so. Frage: „Sind Sie schwanger oder wollen Sie in absehbarer Zeit schwanger werden?“ Antwort: „Ich wusste gar nicht, dass das eine Voraussetzung für den Job ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, vielleicht noch schnell schwanger zu werden…“

    So eine Retourkutsche können Sie wagen – aber natürlich auch sein lassen. Denn nicht jeder Arbeitgeber reagiert positiv und findet das witzig. Fest steht, dass Sie nicht wahrheitsgemäß antworten müssen. Sie können also auch einfach „Nein“ sagen.

    Das tat im Übrigen auch eine Bewerberin, die als Schwangerschaftsvertretung eingestellt werden sollte. Der Arbeitgeber fragte sie (unzulässigerweise), ob sie schwanger sei. Die Frau verneinte. Dabei war sie wirklich schwanger.

    Das Landesarbeitsgericht Köln urteilte (Az.: 6 Sa 641/12), dass eine Bewerberin dem Arbeitgeber nicht offenbaren muss, dass sie schwanger ist – selbst dann nicht, wenn sie befristet zur Vertretung einer schwangeren Mitarbeiterin eingestellt werden soll und dadurch einen wesentlichen Teil der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gar nicht arbeiten kann. Für den Arbeitgeber zugegeben ärgerlich. Aber eine Handhabe hat er nicht.

    Unzulässige Fragen: Regeln und Ausnahmen

    Wichtig zu wissen: Unzulässige Fragen sind nicht per se unzulässig. Es gibt zahlreiche Ausnahmen. Sogar die Frage nach einer Schwangerschaft darf unter Umständen gestellt werden – nämlich dann, wenn eine Schwangere den jeweiligen Job nur bedingt oder gar nicht ausüben könnte. Das kann ein Beruf sein, in dem sie schwere Lasten heben müsste und somit ihre Gesundheit und die des Kindes gefährden würde. Oder ein Beruf, in dem der körperliche Einsatz mit einer Schwangerschaft unvereinbar ist, als Model oder Tänzerin etwa.

    In diesen Fällen darf der Arbeitgeber ausdrücklich nach einer Schwangerschaft fragen. Und die Bewerberin muss auch wahrheitsgemäß antworten. Tut sie dies nicht, kann der Arbeitgeber den Vertrag rechtlich anfechten.

    Hier eine Übersicht im Detail zu unzulässigen Fragen und Ausnahmen:

    • Familienstand/Sexuelle Orientierung

      Ob Sie ledig sind oder verheiratet oder in Kürze den Bund der Ehe schließen wollen, geht den Arbeitgeber nichts an. Fragen nach dem Familienstand sind im Bewerbungsgespräch unzulässig. Sie könnten also etwa auf die Frage, ob Sie verheiratet sind, Ja oder Nein antworten – ganz wie Sie wollen. Auch die Frage nach der sexuellen Identität – ob sie homo-, hetero-, bi-, asexuell oder was auch immer sind – ist nicht gestattet.

    • Religion/Glaube

      Die Frage nach der religiösen Überzeugung oder Konfession ist unzulässig. Aber es gibt Ausnahmen: Eine kirchliche Institution kann ein berechtigtes Interesse daran haben, dass sich die Konfession eines zukünftigen Mitarbeiters mit der eigenen deckt. Ohnehin lässt sich eine Religionszugehörigkeit manchmal nur schwer verheimlichen. Spätestens auf der Lohnsteuer taucht die Kirchensteuer auf – oder auch nicht…

    • Politische Überzeugungen

      Die politische Einstellung ist Privatsache. Sogar die Frage nach Zugehörigkeit in einer Gewerkschaft überschreitet die rechtliche Grenze. Allerdings gibt es Grauzonen. Ein parteipolitischer Arbeitgeber hat ein berechtigtes Interesse daran, den politischen Background eines Bewerbers in Erfahrung zu bringen. Wer sich als Mitarbeiter in der SPD-Zentrale bewirbt und seine CDU-Mitgliedschaft verschweigt, dürfte also ein Problem bekommen.

    • Behinderung

      Die Frage nach einer Behinderung ist im Vorstellungsgespräch unzulässig. Mit einer Ausnahme: Sie ist zulässig, wenn der Arbeitgeber berechtigte Zweifel an der Eignung des Bewerbers hat, weil der Job spezielle Anforderungen an ihn stellt.

    • Krankheit

      Der Gesundheitszustand fällt prinzipiell in die Privatsphäre. Also geht er auch den Arbeitgeber nichts an. Fragen zu Krankheiten sind unzulässig. Aber: Hat der Bewerber eine ansteckende Erkrankung und könnte andere Kollegen oder Kunden gefährden – oder er könnte wegen einer schweren Krankheit seinen zukünftigen Job gar nicht erst ausüben – dann muss er dies ebenfalls ungefragt sagen. Hier besteht eine Offenbarungspflicht des Arbeitnehmers. Kommt er dieser nicht nach, ist er möglicherweise sogar schadensersatzpflichtig.

    • Vermögensverhältnissen und Schulden

      Speziell Führungskräfte müssen ihre persönlichen Vermögensverhältnisse unter Umständen offenlegen. Sie lassen auf eine Zuverlässigkeit im Umgang mit Vermögen schließen – oder eben nicht. So weiß der Arbeitgeber, ob er dem Bewerber so viel Vertrauen entgegenbringen kann, dass er ihn einstellt. Abgesehen davon sind Fragen nach dem Vermögensstand aber tabu.

    • Lohnpfändungen

      Handelt es sich um Pfändungen in geringer Höhe, ist die Frage unzulässig. Bewerber dürfen lügen. Sollten die bevorstehenden Lohnpfändungen allerdings eine derartige Dimension erreichen, dass auf den Arbeitgeber ein beträchtlicher zusätzlicher Arbeitsaufwand zukommt, ist die Frage zulässig.

    • Vorstrafen

      Der Arbeitgeber darf nur danach fragen, wenn eine Vorstrafe für den jeweiligen Job relevant ist. Für Berufskraftfahrer sind zum Beispiel Verkehrsdelikte relevant, für Sachbearbeiter eher nicht. Wichtig ist ein makelloses Vorstrafenregister für Juristen und (Polizei)Beamte.

    • Haftstrafe

      Wurde der Bewerber zu einer Haftstrafe verurteilt und muss diese in nächster Zeit antreten, so muss er dies dem Arbeitgeber ungefragt offenbaren. Es besteht Offenbarungspflicht. Hier geht der Gesetzgeber also noch einen Schritt weiter. Denn nach einer bevorstehenden Haft fragen ja nur die wenigsten Arbeitgeber…

    • Alter

      Fragen nach dem Alter des Kandidaten verstoßen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und sind daher unzulässig. Nach der Erfahrung des Bewerbers darf der Personaler hingegen fragen – und seine Rückschlüsse auf dessen Alter ziehen.

    • Herkunft

      Welche ethnische Herkunft der Bewerber hat, darf der Arbeitgeber nicht erfragen. Unzulässig! Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz untersagt die Diskriminierung eines Bewerbers wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit oder Herkunft. Aber: Fragen nach der Muttersprache oder nach Sprachkenntnissen sind erlaubt. Sollte der Bewerber dabei eine außergewöhnliche Sprache benennen, lässt diese oft Rückschlüsse auf seine Wurzeln zu.

    • Wettbewerbsverbot

      Auch hier ergibt die Offenbarungspflicht Sinn. Ist es dem Bewerber rechtlich untersagt, in einem bestimmten Bereich zu arbeiten, muss er dies dem Arbeitgeber ungefragt mitteilen. Ein solches Wettbewerbsverbot kann zum Beispiel auf einem alten Arbeitsvertrag des Bewerbers beruhen.

    Tipp: Bereiten Sie sich auf Fragen, die Sie persönlich betreffen (könnten), vor. Überlegen Sie vorab, wie Sie reagieren und was Sie sagen, ob und wie Sie lügen wollen. Und ob Sie überhaupt lügen dürfen oder ob nicht doch eine Offenbarungspflicht besteht. Tipps dazu haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt…

    Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch: Antworten

    Wie antworten Bewerber am besten auf unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch? Im Zweifel antworten Sie einfach mit Ja oder Nein. Das funktioniert natürlich nur bei Entscheidungsfragen: Sind Sie Single? Wollen Sie Kinder? Sind Sie religiös? Ja oder Nein – Ihre Entscheidung!

    Bei manchen Entscheidungsfragen ist es zweifelsfrei sinnvoll, sich klar zu positionieren. Sind Sie schwanger? Die richtige Antwort lautet: Nein. Unabhängig davon, ob dies der Wahrheit entspricht oder nicht. Sie dürfen wohlgemerkt lügen. Haben Sie eine Behinderung? Richtige Antwort: Nein. Es sei denn, die Behinderung würde Sie ernsthaft bei der Ausübung des Jobs behindern, dann müssten Sie sie offenlegen.

    Sie könnten bei einer unzulässigen Frage auch darauf hinweisen, dass es sich um eine unzulässige Frage handelt, die der Personaler Ihnen da gerade gestellt hat. „Es handelt sich um eine unzulässige Frage, die Sie gar nicht hätten stellen dürfen. Darum antworte ich Ihnen darauf auch nicht.“ Oder einfach: „Dazu sage ich nichts.“

    So eine Reaktion erfordert allerdings Mut und Chuzpe. Und sie macht Sie verdächtig. So, als ob Sie etwas zu verheimlichen hätten. Außerdem kostet sie Sie wertvolle Sympathiepunkte. Empfehlenswert ist diese Taktik also nicht. Wer so auftritt, bekommt den Job nicht – basta. Andererseits: Falls Sie als Top-Bewerber viele Angebote auf dem Tisch oder während des Bewerbungsgesprächs schon gemerkt haben, dass Sie in diesem Unternehmen gar nicht anfangen wollen, dann können Sie getrost so reagieren…

    Grundsätzlich aber sollten Sie auch bei unzulässigen Fragen freundlich und höflich bleiben. Bedenken Sie: Nicht jede verbotene Frage wird aus böser Absicht gestellt. Nicht jeder Personaler kennt alle Regeln und Gesetze, manche fragen vielleicht nur aus jugendlichem Übermut oder Unbedarftheit. Oder sie stellen unzulässige Fragen, um Sie auf die Probe zu stellen. Wie reagiert der Bewerber, wenn ich ihn nach seiner familiären Situation frage? Wenn er patzig zurückblafft, ist die Gefahr groß, dass er auch im Kundenkontakt leicht reizbar reagiert. Nicht wünschenswert.

    Daher empfiehlt es sich in den meisten Situationen, diplomatisch aufzutreten. Beispiel: Wollen Sie Kinder? Diplomatische Antwort: Damit habe ich bislang noch nicht so viel beschäftigt. Ich kann Ihnen darauf noch keine Antwort geben, ich weiß es wirklich nicht. Momentan bin ich erstmal damit beschäftigt, meine Karriere voranzutreiben.

    Oder probieren Sie es mit einer Prise Charme und Humor. Beispiel: Welche Partei haben Sie bei der letzten Bundestagswahl gewählt? Eine humorvolle Antwort wäre: Ich HABE gewählt, so viel steht fest. Aber an die Partei kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern. Da standen so viele von denen auf dem Wahlzettel. Logisch: Wenn Sie sich bei den Grünen bewerben, dann sagen Sie: Ich habe selbstverständlich die Grünen gewählt. Oder um es auch hier humorvoller auszudrücken: Ein Partei mit viel Grün im Logo.

    Grundsätzlich lautet der beste Rat: Reagieren Sie eine unzulässige Frage nicht wutschnaubend und erzürnt. Bleiben Sie freundlich, kühl und sachlich – aber setzen Sie Grenzen. Und ziehen Sie dann Ihre Konsequenzen.

    Verbotene Fragen im Bewerbungsgespräch: Rechtsgrundlage

    Grundsätzlich hat der Arbeitgeber ein Fragerecht. Immerhin will er Fehlbesetzungen vermeiden, da sie ihn teuer zu stehen kommen. Er hat also ein gesteigertes Interesse daran, möglichst viel über den Bewerber zu erfahren.

    Der Bewerber hat auf der anderen Seite ein Recht auf Privatsphäre. Das Jobinterview bewegt sich in der Schnittstelle, ist immer eine Gratwanderung.

    Darum gibt es die gesetzliche Erlaubnis, auf unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch zu lügen. Hintergrund ist die Annahme, dass eine wahrheitsgemäße Beantwortung dem Bewerber zum Nachteil gereichen könnte. Hier kommt zudem das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) ins Spiel, das Bewerbern die Möglichkeit zur Klage einräumt.

    Trotzdem finden Arbeitgeber Mittel und Wege, um an die gewünschten Informationen heranzukommen. Wenn etwa die Frage nach dem Alter unzulässig ist, dann kann man immer noch den Umweg über die bisherigen Berufserfahrungen gehen. Diese lassen Rückschlüsse auf das Alter zu.

    Manchmal genügt auch schon ein Blick in die sozialen Medien, um eine Altersangabe zu verifizieren. Hat der Bewerber offensichtlich gelogen, dürften seine Einstellungschancen sinken. Darum sollten sich Bewerber genau überlegen, ob, wann und wie sie auf unzulässige Fragen reagieren.

    Bewerber sollten sich zweierlei bewusst machen: Auf unzulässige Fragen dürfen Sie im Jobinterview lügen. Aber auf zulässige Fragen NICHT! Das könnte hinterher als arglistige Täuschung ausgelegt werden und eine fristlose Kündigung zur Folge haben.

    Unzulässige Fragen: 4 Tipps für Bewerber

    Sie können die Wahrheit sagen oder lügen, richtig? Nicht ganz. Dazwischen gibt es noch viele Schattierungen und Zwischenschritte, die Sie gehen können. Halten Sie sich am besten an diese 4 Tipps:

    1. Ruhig bleiben

      Vielleicht sind Sie ob einer Frage hochgradig empört. Dürfen Sie auch sein. Aber lassen Sie es sich bitte nicht anmerken. Sie sind Profi – und von Profis darf man Souveränität erwarten. Lassen Sie sich unter gar keinen Umständen aus der Ruhe bringen. Wenn Sie verdutzt sind, dann lassen Sie sich ein paar Momente Zeit, überlegen in Ruhe – und antworten erst danach. Keine Hektik, keine Panik, tief durchatmen und die Antwort nicht aus der Hüfte schießen.

    2. Sachlich analysieren

      Bedenken Sie auch: Nicht jeder Personaler ist ein Experte im Arbeitsrecht. Sehr gut möglich, dass er oder sie gar nicht wusste, dass es sich um eine unzulässige Frage gehandelt hat. Und denken Sie darüber nach, ob die Frage vielleicht wirklich sehr relevant für die Stelle sein könnte. Darum: Nicht sofort in den Gegenangriff übergehen, sondern kühl und sachlich analysieren und dem Personaler (nicht sofort) böse Absicht unterstellen.

    3. Direkt ansprechen

      Sie können auf unzulässige Fragen durchaus antworten a la: „Sie wissen schon, dass es sich um eine unzulässige Frage handelt?“ Oder weniger klugscheißerisch: „Das ist jetzt aber eine unzulässige Frage, oder?“ Oder Sie fragen direkt, was Ihre Familienplanung mit Ihrer Tätigkeit zu tun hat. Prinzipiell können Sie auf eine unzulässige Frage durchaus mit einer Prise Dreistigkeit reagieren – vor allem dann, wenn Sie in einer extrem guten Verhandlungsposition sind oder den Job gar nicht nötig haben. Es kommt aber auf die Art der Frage an. „Wie religiös sind Sie?“ hat eine andere Qualität als „Sind Sie schwul?“ Die erste könnte man als übertrieben neugierig bewerten, die zweite als definitiv unverschämt.

    4. Konsequenzen ziehen

      Spätestens bei der zweiten oder dritten unzulässigen Frage sollten Sie reinen Tisch machen und die Dinge offen ansprechen. „Warum wollen Sie das wissen?“ „Ich werde Ihnen auf diese Fragen keine Antwort geben und muss es auch gar nicht.“ Wenn der Arbeitgeber keine plausible Erklärung für seine Unverschämtheiten vorbringt, können Sie das Gespräch sogar beenden. Immerhin wird Ihnen hier gerade wertvolle Lebenszeit gestohlen. Denkbar sogar, dass eine Klage wegen Diskriminierung in Betracht kommt.

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    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: So stellen Sie sich richtig vor

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    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Dass Sie nicht wortlos an Ihrem Gastgeber vorübergehen, versteht sich von selbst. Aber was sagt man eigentlich am besten, wenn man zum Vorstellungsgespräch erscheint? Hi oder Wie geht’s? Das ist gar nicht so unwichtig, wie Sie vielleicht denken. Der erste Eindruck zählt bekanntlich. Und die Begrüßung prägt den ersten Eindruck. Auf eine Sache sollten Sie dabei besonders achten…

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Reihenfolge

    Oft entscheiden schon die ersten Sekunden im Bewerbungsgespräch, ob der HR-Manager den Bewerber gut findet oder nicht. Wer sich nur halbherzig vorstellt oder die Grundregeln der Etikette missachtet, bleibt in weniger guter Erinnerung. Dies kann – zum Beispiel in seinem sehr engen Bewerberrennen – letztlich den Zuschlag oder die Absage für den Job bedeuten.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung – so stellen Sie sich im Jobinterview richtig vor:

    1. Reihenfolge beachten

      Die meisten Bewerber stellen sich ihren Gesprächspartnern reihum vor. Das ist in der Regel auch völlig in Ordnung so. Wer es aber ganz korrekt machen will, achtet auf die Reihenfolge. Zuerst wird die ranghöchste Person im Raum begrüßt, sogar dann, wenn eine Dame anwesend ist. Dann gilt: Ältere Personen begrüßt man vor jüngeren und Damen vor Herren. Allerdings ist dieser Knigge-Tipp in Zeiten flacher werdender Hierarchien und Gleichberechtigung durchaus diskutabel.

    2. Hand geben

      Der perfekte Handschlag dauert drei bis vier Sekunden. Nicht ewig lange, aber auch nicht sofort wieder wegziehen! Vor allem fest muss der Händedruck sein – erst recht im Vorstellungsgespräch. Nicht einfach nur die Hand hinhalten, sondern zudrücken – aber auch wiederum nicht zu heftig. Dies ist insbesondere auch für Frauen wichtig. Sie profitieren Studien zufolge noch mehr von einem festen Händedruck als Männer. So schwer ist das nicht: Stellen Sie sich gerade hin, für Körperspannung sorgen, in die Augen Ihres Gesprächspartners blicken und die Hand geben. Wohlgemerkt GEBEN, nicht wie einen Milchshake schütteln!

    3. Sich vorstellen

      Während des Händedrucks stellen Sie sich vor – mit Ihrem Vor- und Zunamen. „Schönen guten Tag, mein Name ist Max Mustermann.“ Am besten, Sie bedanken sich dabei noch einmal für die Einladung. „Vielen Dank für die Einladung.“ Wahrscheinlich wird sich Ihr Gesprächspartner auch mit seinem Namen vorstellen. Dann ist es sinnvoll, diesen noch mal zu wiederholen. „Hallo Herr Meyer, freut mich, Sie kennenzulernen.“ Und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Gesprächspartner. Nicht den Blick schweifen lassen, in die Luft oder über die Schultern Ihres Gegenübers gucken. Wenn Sie das Gefühl vermitteln, gedanklich schon wieder weiter zu sein, kommt das schlecht an. Es ist wie bei einem Date. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, nur Augen und Ohren für ihn oder sie zu haben.

    4. Namen merken

      Wenn Sie konkret wissen, wer mit Ihnen das Vorstellungsgespräch führen wird, dann merken Sie sich unbedingt den oder die Namen. Und zwar so, dass Sie sie auch richtig aussprechen. Wenn Sie bei der Begrüßung dann alle Anwesenden richtig mit ihren Namen anreden, kommt das unheimlich gut an. „Guten Morgen, Frau Schröder. Guten Morgen, Herr Weber.“ Das zeigt, dass Sie sich vorher Mühe gemacht haben und nicht völlig planlos ins Jobinterview gehen.

    5. Freude ausstrahlen

      Ihr Pokerface lassen Sie am besten zuhause – und bewahren es sich für künftige Gehaltsverhandlungen auf. Im Vorstellungsgespräch sollten Sie lieber Ihre Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie heute hier sein dürfen. „Danke für die Einladung, ich freue mich sehr, hier zu sein.“ „Ich freue mich sehr, Sie mal persönlich kennenzulernen.“ Damit brechen Sie sich keinen Zacken aus der Krone. Im Gegenteil, Sie zeigen Begeisterungsfähigkeit und echtes Interesse. Kommt super an!

    6. Platz nehmen

      Das Gröbste ist überstanden. Aber Obacht: Begehen Sie nicht den Fehler, sich jetzt unvermittelt hinzusetzen. Bleiben sie erst noch einen Moment stehen und warten Sie darauf, dass man Ihnen einen Platz zuweist oder Sie verbal bittet, Platz zu nehmen. Alles andere wäre unhöflich – und durchaus als grober Schnitzer zu bewerten.

    7. Ins Plaudern kommen

      Vielleicht haben Sie zu Beginn des Bewerbungsgesprächs alles richtig und überhaupt keine Fehler gemacht. Und doch haben Sie das Gefühl, dass die Atmosphäre angespannt und die Distanz zwischen Ihnen groß ist. Wenn dem so ist, dann dürfen Sie es gerne mit Smalltalk versuchen. Eine kleine Anekdote kann die Stimmung lockern – aber bitte keine große Geschichten auspacken. Irgendetwas, das zur Situation passt; wie abenteuerlich Ihr Hinweg war, dass Sie das Wetter heute Morgen positiv überrascht hat oder dass Sie gerade schnell noch einen Donut eingeworfen haben, weil Sie noch gar nichts gefrühstückt hatten. Irgend so etwas in der Richtung. Vielleicht ein kleines amüsantes Geschichtchen (aber um Himmels willen nichts Schlüpfriges)!

    Und wenn Sie der Typ Nervenbündel sind, dann versuchen Sie es vor dem Vorstellungsgespräch doch mal mit Lockerungsübungen. Gehen Sie auf die sanitären Anlagen, schütteln Arme und Beine aus, um sich aufzulockern. Auch Atemübungen helfen. Tief ein- und tief wieder ausatmen. Dann noch mal die Krawatte richten, Bluse oder Hemd geraderücken. Das gibt Sicherheit und lässt Sie gleich viel souveräner erscheinen.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Checkliste

    Die wichtigsten Punkte für alle, die es eilig haben. So begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch richtig:

    • Sie stehen auf (sofern Sie sitzen).
    • Sie stellen sich mit Ihrem Namen vor.
    • Dem ranghöheren bzw. ranghöchsten Gesprächspartner geben Sie zuerst die Hand.
    • Sie reden Ihre Gesprächspartner (am besten alle) mit Namen an: „Guten Morgen Herr Weber. Guten Morgen Frau Schneider. …“
    • Dabei halten Sie Blickkontakt.
    • Die Hände Ihrer Gesprächspartner drücken Sie kräftig, aber nicht ZU stark und auf gar keinen Fall zu lasch.
    • Die Hand nicht sofort wieder wegziehen, aber auch nicht länger als fünf Sekunden drücken.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Die Checkliste können Sie sich hier als PDF-Dokument herunterladen oder ausdrucken.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Beispiele

    Diese Satzbausteine können Sie bei der Begrüßung im Vorstellungsgespräch verwenden und kombinieren (mit den richtigen Namen, versteht sich):

    • Guten Morgen, Frau Meyer. Mein Name ist Hans Klein.
    • Guten Tag, Herr Müller. Mein Name ist Max Mustermann.
    • Hallo, Herr Groß. Ich bin Roland König.
    • Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Herr Müller.
    • Guten Tag, Herr Weber. Sehr, sehr schöne Räumlichkeiten, die Sie hier haben (Anm.: sofern das der Wahrheit entspricht, sonst würde es wie Ironie wirken).
    • Ich freue mich wirklich sehr, hier zu sein.
    • Es ist schön, hier zu sein.
    • Ich freue mich sehr, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Danke für die Einladung, Herr Müller.
    • Ich freue mich, Sie endlich auch persönlich kennenzulernen, Herr Müller.

    Wie Sie die Visitenkarte richtig entgegennehmen

    Vorstellungsgespraech Begruessung VisitenkarteVielleicht werden Sie und Ihr Interviewer Visitenkarten austauschen (wenn auch nicht gleich bei der Begrüßung). Bei Bewerbungsgesprächen ist das insbesondere auf Führungsebene der Fall.

    Wichtig ist, dass Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers nicht einfach in der Tasche verschwinden lassen. Es wäre extrem unhöflich.

    Nehmen Sie die Karte entgegen, werfen Sie einen Blick darauf und behalten Sie sie für eine Weile in der Hand. Wenn möglich, legen Sie die Karte gut sichtbar vor sich auf den Tisch. Später verstauen Sie sie dann sorgfältig in Ihren Unterlagen – und schieben Sie nicht einfach gedankenlos in die Gesäßtasche.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gefühle zeigen!

    Spielen Sie beim Vorstellungsgespräch nicht Mr. oder Mrs. Cool. Wer zu abgebrüht rüberkommt, kriegt den Job nicht. Das haben Wissenschaftler der Universität Texas herausgefunden. Denn: Wer zu cool wirkt, dem mangelt es augenscheinlich an Empathie. Das ist jedenfalls das Bild, das beim Gesprächspartner erzeugt wird. Und Empathie ist ein Top-Skill auf dem Arbeitsmarkt von heute.

    Aber es gibt noch einen weiteren Grund, die eigenen Gefühle nicht vollends zu unterdrücken. Die Selbstbeherrschung, die dafür nötig ist, ist so kraftraubend, dass das eigene Erinnerungsvermögen darunter leidet. Daher können sich Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, hinterher schlechter an Einzelheiten aus einem Gespräch erinnern.

    Die wissenschaftliche Erklärung lautet so: Wenn man cool sein möchte, ist man stark mit sich selbst beschäftigt. Man denkt fortwährend über das eigene Verhalten nach und darüber, wie es auf den Gesprächspartner wirkt und wie man es unter Kontrolle behält. Das führt dazu, dass die weiteren Hirnkapazitäten limitiert sind.

    Was allerdings nicht bedeutet, dass Bewerber ihren Gefühlen im Vorstellungsgespräch freien Lauf lassen sollten. Die eigenen Emotionen nicht unterdrücken, aber dosieren – das könnte die richtige Strategie sein. Wer sich etwa vor dem Jobinterview bewusst macht, letztlich nichts zu verlieren zu haben, geht freier und entspannter in das Gespräch – und kann sein Potenzial ausschöpfen.

    Grundsätzlich gilt: Zeigen Sie Ihre Freude darüber, dass Sie hier sind, dass Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden! Das kommt bei jedem Personalmanager gut an.

    Bewerbungsgespräch Begrüßung: Fehler

    Die Basics beim Vorstellungsgespräch sind: Seien Sie pünktlich. Schalten Sie das Smartphone aus. Nehmen Sie eine Kopie Ihrer Bewerbungsunterlagen in Ihrer Tasche mit. Lächeln Sie oft (aber nicht künstlich). Das macht sympathisch.

    Ach ja, und begrüßen Sie Ihre Interviewer mit frischem Atem. Wer ein unangenehmes Aroma aus dem Rachenraum versprüht, bringt jeden Personaler gegen sich auf – garantiert! Mindestens im Unterbewusstsein. Mundgeruch – das klingt nach einem Unfall, einem Ausrutscher, einem lästigen Detail. In Wahrheit kriegen Sie den Job nicht, wenn Sie mit Mundgeruch ins Vorstellungsgespräch gehen. Warum? Aus diesen 3 Gründen:

    • Sie wirken ungepflegt. Und Ungepflegtheit assoziiert man mit fehlendem Einsatz, fehlender Detailtreue, Genauigkeit und Sorgfalt. Kurzum: mit vielen Eigenschaften, die man auch am Arbeitsplatz nicht gebrauchen kann.
    • Sie wirken abschreckend. Wenn Sie schon ins Vorstellungsgespräch mit Mundgeruch gehen, wie sieht dann der Arbeitsalltag mit Ihnen aus? Oder besser gesagt: Wie riecht er? Eine abschreckende Vorstellung für jeden, der mit Ihnen an einem Tisch sitzt.
    • Sie sind nicht vorbereitet. Zu einer guten Vorbereitung gehören vernünftige Klamotten, geschnittene Fingernägel und… richtig, ein frischer Atem. Das kann man erwarten. Wer sich nicht vorbereitet, will den Job gar nicht so richtig. So jedenfalls kommt es an.

    Darum: Putzen Sie sich noch mal die Zähne, bevor Sie sich auf den Weg machen und den HR-Managern die Hand ausstrecken. Stecken Sie auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch ein Kaugummi in den Mund, aber nehmen es kurz vorher bitte auch wieder heraus. Und ein, zwei Menthol-Bonbons können ebenfalls nicht schaden.

    Vorstellungsgespräch Verabschiedung

    Vorstellungsgespräch Begrüßung VerabschiedungDie Begrüßung im Vorstellungsgespräch ist das eine, die Verabschiedung das andere. Beides bleibt stärker im Gedächtnis haften als ein unwichtiger Halbsatz irgendwann während des Jobinterviews.

    Hier finden Sie alle Tipps und Infos, die Sie für eine gelungene Verabschiedung im Bewerbungsgespräch brauchen:

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Englisch

    Wie begrüße ich meine Gesprächspartner, wenn das Bewerbungsgespräch in englischer Sprache geführt wird? Vorstellungsgespräch Begrüßung – so geht’s auf englisch:

    • Good morning, Mr./Mrs. Smith, nice to meet you.
    • Good afternoon, Mr./Mrs. Jones, nice to meet you.
    • Hi Mr./Mrs. Williams, pleasure to meet you.
    • Hi, Mr./Mrs. Brown, nice to meet you.

    Oft folgt der Begrüßung im Englischen noch ein „How are you?“. Die Frage ist rein rhetorischer Natur. Eine umfassende Antwort wird nicht erwartet – und ist auch gar nicht erwünscht. Sie können darauf ganz simpel mit „Great, thanks“ oder „Fine, thanks“ antworten. Für die Einladung bedanken Sie sich mit einem herzhaften „Thank you for having me“.

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    Referenzen in der Bewerbung: Beispiele, Tipps, Muster

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    Referenzen schmücken eine Bewerbung. Dabei waren es bislang die Arbeitszeugnisse, die im Bewerbungsprozess als größtes Faustpfand erachtet wurden. Aber sie sind kein so großes, wie man vielleicht meinen könnte. Denn schon die Gewerbeordnung besagt, dass ein qualifizierendes Arbeitszeugnis auf jeden Fall wohlwollend sein muss. Außerdem steht es dem Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu. Anders eine Referenz: Sie ist komplett freiwillig – und kann individuell formuliert werden. Referenzen können aus einer guten eine sehr gute Bewerbung – eine mit besten Erfolgsaussichten auf ein Vorstellungsgespräch – machen. Wer seiner Bewerbung Referenzschreiben beifügt, kann damit nur gewinnen. Mehr als drei Referenzen sollten es aber nicht sein…

    Unterschied zwischen Referenzen und Empfehlungen

    Der Begriff Referenz geht auf das lateinische referre zurück. Das bedeutet so viel wie: „sich auf etwas beziehen“, „berichten“, „auf etwas zurückführen“.

    Mit einer Referenz beziehen Sie sich also auf etwas – beziehungsweise: auf jemanden. Im Bewerbungsprozess ist eine Referenz ein maximal einseitiges Dokument in DIN A4. Dort trifft der Referenzgeber – meist eine Führungskraft – über den Bewerber eine positive Aussage und empfiehlt ihn für eine bestimmte Stelle oder Position.

    Oft werden als Synonym die Begriffe Empfehlungsschreiben oder Empfehlungsbrief verwendet. Zur Referenz gibt es jedoch einen Unterschied:

    • Referenzen

      Referenzen konzentrieren sich auf die Vergangenheit der entsprechenden Person: Welche Qualifikation hat sie erworben? Welche Tätigkeiten ausgeübt? Welche Erfolge errungen? Auch richtet sich die Referenz nicht an einen bestimmten Empfänger, sondern ist allgemeingültig.

    • Empfehlungen

      Empfehlungen dagegen sind in der Regel an einen konkreten Empfänger gerichtet. Der Fokus liegt hier in der Zukunft: Warum wird der Bewerber in der entsprechenden Position reüssieren? Das Empfehlungsschreiben soll hierzu konkrete Hinweise geben.

    Referenzschreiben Aufbau

    Ein Referenzschreiben hat stets einen persönlichen Charakter. Eine Person äußert sich wohlwollend über eine andere – aus der Ich-Perspektive und in der Ich-Form. Darum gibt es auch keine strenge Normung dieses Elements in der Bewerbung.

    Ein Referenzschreiben können Sie ganz individuell gestalten. Nur folgende Inhalte sollten Sie berücksichtigen, um den gewünschten Effekt zu erzielen – und dem Empfänger auch die notwendigen Informationen bereitzustellen:

    • Briefkopf inklusive Vor- und Nachname des Fürsprechers sowie Name des Unternehmens oder der Organisation
    • Telefonnummer, um direkte Rückfragen und eine Verifzierung zu ermöglichen
    • Datum
    • Betreff inklusive Namensnennung des Bewerbers
    • Selbstvorstellung des Fürsprechers
    • Nennung des Zeitraums, in dem Referenzgeber und Bewerber zusammengearbeitet haben
    • Qualifikationen, Aufgaben, Fähigkeiten des Bewerbers, Erfolge des Bewerbers
    • Sozialverhalten, Persönlichkeit und Soft Skills des Bewerbers
    • Unterschrift

    Referenzen Bewerbung: Wo angeben?

    referenzen bewerbung angebenDas Referenzschreiben erwähnen Sie entweder im Anschreiben, im Anlageverzeichnis oder im Lebenslauf – in letzterem Fall bei der entsprechenden beruflichen Position.

    Achtung: Die Telefonnummer des Fürsprechers nennen Sie nur im Referenzschreiben selbst – nirgendwo sonst. Das wäre zu aufdringlich.

    Sie können auch eine Referenzliste auf einem Extra-Blatt erstellen. Nachteil: Sie bläht die Bewerbung unnötig auf.

    Einfacher ist es, Sie schreiben in der im Anlageverzeichnis so etwas wie: Max Meier, Geschäftsführer der ABC GmbH, bestätigt Ihnen gerne meine Kompetenzen und Qualifikationen.

    Referenzen in der Bewerbung: Für wen sie sinnvoll sind

    Referenzen sind im Kommen – und ihre Bedeutung dürfte in Zukunft weiter wachsen. Der Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse führt auch dazu, dass viele Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben.

    Zum Beispiel Freiberufler, die projektbezogen arbeiten. Sie können Ihre Chancen auf zukünftige Aufträge durch zielgerichtete Referenzen deutlich verbessern.

    Allerdings sind aktuell und im Rahmen einer Bewerbung andere Elemente wichtiger. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse (sofern vorhanden) haben einen höheren Stellenwert. Mit Referenzen kann man die eigenen Chancen aber – in vielen Fällen – entscheidend erhöhen, sich von anderen Bewerben absetzen.

    Merke: Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dem Menschen mehr vertrauen als einer persönlichen Empfehlung.

    Auch Berufseinsteiger können daher von Referenzschreiben oder einer sogenannten Referenzliste profitieren. Schließlich haben sie noch kein Arbeitsverhältnis nachzuweisen – und damit auch keine Zeugnisse und nur einen sehr kurzen tabellarischen Lebenslauf.

    Wer außerdem um Referenzen bitten könnte (und sollte):

    • Azubis
    • Praktikanten
    • Trainees
    • Studenten (möglicher Referenzgeber: Professor oder Dozent)
    • Schüler (vom Lehrer)
    • Stipendiaten (vom Professor oder Förderer)
    • Ehrenamtler

    Übrigens: Referenzen müssen natürlich nicht zwingend vom letzten Arbeitgeber stammen. Sie können auch Menschen, mit denen Sie vor langer Zeit (gut) zusammengearbeitet haben, nachträglich um ein Referenzschreiben bitten.

    Und es muss auch nicht der Chef höchstpersönlich sein, der die Referenz erstellt. Im Prinzip kann jeder und jede, mit dem Sie schon gearbeitet haben, als Ihr Fürsprecher in Erscheinung treten.

    Wahr ist aber auch: Je höher der Aussteller in der Hierarchie eines Unternehmens oder einer Organisation steht, desto gewichtiger werden die Referenzen. Am besten eignen sich Geschäftsführer, Personalchefs, Abteilungs- oder Teamleiter sowie Kunden und Auftraggeber als Referenzgeber. Weniger sinnvoll ist es, Freunde und Verwandte als Referenzgeber einzuspannen.

    Und beachten Sie: Der Referenzgeber muss mit neugierigen Anrufern rechnen. Deshalb muss er sich auch damit einverstanden erklären, dass Personaler ihn kontaktieren, um die Echtheit des Referenzschreibens zu prüfen.

    Generell sollten Sie Referenzen nur in geringen Dosierungen angeben. Wer es damit übertreibt, entwertet die Referenzen, macht sich unglaubwürdig. Mehr als zwei oder maximal drei Referenzen brauchen Bewerber nicht.

    Referenzen Muster

    Hier finden Sie zwei Referenzen als Vorlage. Sie können die Referenzschreiben auch als WORD- oder PDF-Dokument herunterladen und bearbeiten. Einfach unten auf die entsprechenden Links klicken.

    Name des Referenzgebers
    
Anschrift
    
PLZ Wohnort
    
Telefonnummer

    Datum

    Referenzschreiben für XXX

    Herr/Frau Mustermann hat sich nach langjähriger und erfolgreicher Tätigkeit in unserem Unternehmen dazu entschlossen, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Als sein/ihr Vorgesetzter bedauere ich diesen Entschluss, möchte Herrn/Frau Mustermann aber nichtsdestotrotz wärmstens weiterempfehlen.

    In der Zeit von 01.01.2016 bis 29.02.2020 hat Herr/Frau Mustermann in der Position als Marketingleiter für unser Unternehmen gearbeitet und dabei alle Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit und mit großem Elan und viel Engagement bewältigt. Ich habe ihn/sie als selbstständig denkenden, verantwortungsvollen und immer zuverlässigen Kollegen kennen und schätzen gelernt.



    Bis heute genießt Herr/Frau Mustermann einen ausgezeichneten Ruf bei Kollegen und Kunden. Neben der herausragenden Fachkenntnis zeichnet sich Herr/Frau Mustermann durch Kreativität, Flexibilität und hohe Teamfähigkeit aus. Ich halte ihn/sie für eine Position als ZZZ für bestens geeignet und empfehle ihn/sie jederzeit für eine Beschäftigung in diesem Bereich.



    Falls Sie hierzu noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne für telefonische Rückfragen zur Verfügung.

    

Mit freundlichen Grüßen
    

Unterschrift Referenzgeber

    Name des Referenzgebers

    Anschrift
    
PLZ Wohnort
    
Telefonnummer

    Datum

    Referenzschreiben für XXX

    Herr Müllermann hat in unserem Unternehmen im Zeitraum vom 01.12.2019 bis 29.02.2020 ein Praktikum im Bereich Social Media absolviert. In dieser Zeit war ich sein Betreuer und Vorgesetzter.

    Von Beginn an zeichnete sich Herr Müllermann durch sein außerordentliches Engagement, grenzenlose Kreativität und hohe Sorgfalt aus. Fachlich wie sozial brachte er sich sofort in das Team ein und legte ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative und Hilfsbereitschaft an den Tag. Auch war er für Anregungen und Kritik offen und zu jeder Zeit lernwillig.

    Herr Müllermann übernahm eine große Bandbreite an Aufgaben und erledigte sie allesamt mit Bravour. Besonders erwähnen möchte ich aber das Projekt „Twitter-Pyramide“, das er selbst initiierte und durchführte. Dabei hat er nicht nur in vorbildlicher Weise die Reputation unseres Unternehmens im sozialen Netz gesteigert, sondern auch viele neue Follower erreicht und damit einen Beitrag zum Erfolg der Firma in den sozialen Medien geleistet.

    Ich halte Herrn Müllermann für eine hoch motivierte und zuverlässige Kraft, die sich in meinen Augen besonders für eine Position als Social Media Manager qualifiziert hat. Ich kann ihn uneingeschränkt für eine Beschäftigung in diesem Bereich empfehlen.

    Falls Sie mich hierzu noch einmal telefonisch kontaktieren möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    
Mit freundlichen Grüßen
    

Unterschrift Referenzgeber

    Hier noch mal alle Referenzen zum Download:

    • Referenzschreiben Muster 1: WORD.
    • Referenzschreiben Muster 1: PDF.
    • Referenzschreiben Muster 2: WORD.
    • Referenzschreiben Muster 2: PDF.

    Referenzen: Wie Sie darum bitten

    Referenzen fliegen einem nicht einfach so zu. Man muss sie sich erbitten. Das ist in manchen Fällen gar nicht so einfach – und manchmal ist es einem auch unangenehm. So kommen Sie an Ihre Referenzen – in unterschiedlichen Szenarien:

    An der Universität

    Es versteht sich von selbst, dass Sie nur einen Professor oder Dozenten um ein Referenz- oder Empfehlungsschreiben bitten, der Sie auch wirklich kennt und bei dem Sie eine Arbeit geschrieben haben – eine möglichst gute. Insbesondere Ihr Betreuer bei der Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit bietet sich an. Auch gut: Wenn Sie als studentische Hilfskraft gearbeitet haben. Grundsätzlich ist es für Universitätsprofessoren nichts Außergewöhnliches, um Referenzen gebeten zu werden. Also keine falsche Scheu!

    So könnten Sie um Referenzen bitten:

    • Timing: Kommen sie nicht einfach mal schnell im Büro vorbei, sondern machen sie vorher einen Termin ab. Schreiben Sie eine Mail oder rufen Sie an.
    • Wunsch: Tragen Sie Ihr Anliegen vor. Und sagen Sie möglichst konkret, welchen Hintergrund Ihr Wunsch hat und was Ihnen wichtig ist. Geht es um Ihre fachlichen Qualifikationen oder Ihre persönliche Arbeitsweise? Referenzen für ein Stipendium sind etwas anderes als Referenzen für eine Arbeitsstelle.
    • Unterlagen: Bringen Sie am besten alle Unterlagen mit, die relevant sein könnten. Zeugnisse, Lebenslauf, Arbeitsproben usw., damit der Professor sofort im Bilde ist und nicht lange nach irgendetwas suchen muss.
    • Puffer: Einen zeitlichen Puffer sollten Sie vorab einplanen. Sie werden Ihre Referenz nicht schon nach zwei Stunden in Händen halten. Professoren haben erfahrungsgemäß eine lange To-do-Liste – und Referenzschreiben genießen ganz sicher nicht Priorität 1A. Fragen Sie also rechtzeitig an – schon einige Wochen vorher.
    • Dank: Ein herzliches Dankeschön – gerne auch noch mal per Mail – sorgt für Wertschätzung. Und falls Ihnen der Professor keine Referenzen geben will, verkneifen Sie sich bissige Kommentare oder andere rhetorische Ausfälle. Sie haben nun einmal kein Anrecht darauf.

    Bitte um Referenz: Beispielformulierung 1

    Sehr geehrter Professor Reuter,

    bestimmt erinnern sie sich, dass ich meine Bachelorarbeit über das politische System Chiles bei Ihnen geschrieben habe. Ich möchte mich nun um einen Masterplatz für den Master Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin bewerben und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen könnten. Der Abgabetermin ist der TT.MM.JJJJ. Ich würde die Details auch gerne – sofern Sie Zeit haben – in einem persönlichen Gespräch besprechen.

    Als Angestellter

    Ein Referenzschreiben von Ihrem direkten Vorgesetzten – das ist prinzipiell eine gute Idee. Allerdings nicht, wenn Ihr jetziger Arbeitgeber nichts von Ihren Wechselplänen erfahren soll. In dem Fall würde er sofort hellhörig werden. Gehen Sie generell sehr vorsichtig vor, wenn Sie im aktuellen Unternehmen jemanden nach Referenzen fragen wollen – zum Beispiel auch einen ehemaligen Vorgesetzten aus einer anderen Abteilung. Ohne Vertrauensbasis bitte sein lassen! Ein richtig guter Zeitpunkt hingegen ist, wenn Ihr Vorgesetzter wechselt – in ein anderes Unternehmen oder eine andere Abteilung. Diese Gelegenheit sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Sie ist optimal, um nach einer Referenz zu fragen. Für Sie wäre das gleichzeitig eine Absicherung, falls sie mit Ihrem neuen Chef nicht auf der gleichen Wellenlänge funken sollten.

    So könnten Sie um Referenzen bitten:

    • Bitte: Am besten melden Sie sich telefonisch. Um einen persönlichen Termin zu bitten – das wäre zu dick aufgetragen. Er oder sie hat ja auch noch andere Aufgaben zu erledigen. Sie können auch mailen. Aber bedenken Sie: Eine E-Mail kann in die falschen Hände geraten.
    • Einschätzung: Um Ihrem Chef – aber vor allem Ihnen selbst – eine Blamage zu ersparen, denken sie bitte vorher ganz genau nach: Ist Ihr Vorgesetzter mit Ihnen und Ihren Leistungen vollauf zufrieden? Hat er Grund dazu? Schätzt er sie? Sind Sie ihm sympathisch? Wenn all das nicht zutrifft, dann sollten Sie Ihren Plan vielleicht noch mal überdenken.
    • Begründung: Das heißt nicht, dass Sie im Zweifel nicht auch dezent nachhelfen können. Legen Sie sich Argumente zurecht: Warum sind Sie für den Job qualifiziert? Warum passt die Stelle zu Ihnen und was haben Sie geleistet, um Ihre Eignung zu unterstreichen? Warum haben Sie eine Referenz verdient?

    Bitte um Referenz: Beispielformulierung 2

    Lieber Herr Weber,

    ich bin seit nunmehr sieben Jahren für dieses Unternehmen im Controlling tätig. Nun würde ich mich gerne weiterentwickeln und mich für die intern ausgeschriebene Position als Leiter der Abteilung ABC bewerben. Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie mich in den vergangenen Jahren begleitet und gefördert haben. Sie kennen meine Fähigkeiten am besten. Daher würde ich mich freuen, wenn sie mir für meine Bewerbung ein Empfehlungsschreiben ausstellen.

    Als Freiberufler

    Für Freiberufler sind Referenzen nicht selten überlebenswichtig. Sie helfen Ihnen, ihre Reputation zu verbessern und an Folgeaufträge zu kommen. Ihre renommiertesten Kunden oder Auftraggeber sind zugleich diejenigen, die Sie um Referenzen bitten sollten. Die Wirkung ist dann naturgemäß am stärksten. Und fragen Sie jene Kunden, die mit Ihrer Leistung augenscheinlich zufrieden sind.

    So könnten Sie um Referenzen bitten:

    • Ansprache: Nach einem abgeschlossenen Projekt erkundigen Sie sich bei Ihren Kunden, ob sie mit mit Ihrer Arbeit zufrieden waren. Das ist bei vielen der Fall, ohne dass man ein ausdrückliches Lob bekommt. Werden sie also selbst aktiv.
    • Konservierung: Schreibt Ihnen Ihr Kunde eine wohlwollende Mail, halten Sie diese unbedingt fest. Und fragen Sie ihn, ob Sie das Lob – in dieser oder abgewandelter Form – als Referenz verwenden dürfen. Wenn Sie das Statement auf Ihrer Webseite einbinden wollen, benötigen Sie ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie niemals eine Referenz ohne Einverständnis!
    • Glaubwürdigkeit: Tipp: Bitten Sie darum, die Referenz auf Firmenpapier ausstellen zulassen. Es wirkt authentischer und erhöht die Glaubwürdigkeit.

    Bitte um Referenz: Beispielformulierung 3

    Lieber Herr Schröder,

    herzlichen Dank noch einmal für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Neulich sagten Sie mir in einem Gespräch etwas in dieser Art: „Die Betreuung war exzellent und wir würden uns jedes Mal wieder für Herrn XY entscheiden.“ Das hat mich sehr gefreut. Am liebsten würde ich Sie mit dieser Aussage auf meiner Webseite zitieren. Wären Sie damit einverstanden?

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    [Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

    Headhunter: Definition, Aufgaben, Gehalt und Liste

    Für die einen sind Headhunter des Teufels, für die anderen ein Wink des Himmels. Sie können einen Arbeitnehmer in arge Verlegenheit, aber auch ganz nah an den Job der Träume bringen. Einen Automatismus indes gibt es nicht. Wenn der Headhunter anruft, ist die angebotene Stelle alles andere als sicher. Sie müssen ihn erst noch überzeugen…

    Was ist ein Headhunter?

    Headhunter heißt übersetzt Kopfjäger. Man könnte auch sagen: Kopfgeldjäger. Ganz so brutal wie etwa Headhunter Caitlyn im Videospiel League of Legends gehen sie aber dann doch nicht vor.

    Ein Headhunter sucht im Auftrag eines Unternehmens nach Fach- und Führungskräften. Er vermittelt Personal. Und das Geschäft boomt: Im Jahr 2018 wurden insgesamt 72.000 offene Stellen durch Personalberater besetzt, wie eine Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer Steigerung um 6 Prozent.

    Für die Firmen ist es oftmals leichter, diesen Service auszulagern. Ganz billig ist es nicht. Headhunter erhalten für ihre Vermittlung ein Honorar, das abhängig ist vom Erfolg und dem Jahresgehalt der zu besetzenden Position.

    Darum gibt es auch kaum Headhunter für geringqualifizierte Stellen – das lohnt sich für die meisten nicht. Sie suchen lieber nach Top-Kräften, die möglichst gut bezahlt werden und entsprechende Honorare einbringen. Das durchschnittliche Zieleinkommen der gesuchten Kandidaten lag 2018 laut BDU bei 160.000 Euro pro Jahr.

    Zum Portfolio eines Headhunters können außerdem Beratungsleistungen zählen, in Bezug etwa auf Arbeitsverträge, Vergütung oder die Personalentwicklung insgesamt, auf Employer Branding, Talentmanagement oder Outplacement.

    Aber Vorsicht: Geschützt ist die Berufsbezeichnung „Headhunter“ nicht. Jeder Scharlatan kann sich so nennen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich unter den vielen seriösen Headhuntern auch einige faule Äpfel tummeln.

    Headhunting: So funktioniert es

    Das Geschäft funktioniert so:

    Das Unternehmen beauftragt einen Headhunter, damit dieser eine bestimmte Position im Unternehmen möglichst gut besetzt. In einem Briefing macht der Auftraggeber klar, wen er konkret sucht. Das Unternehmen sollte so exakt wie möglich sein Anforderungsprofil darlegen – Kenntnisse, Fähigkeiten und Persönlichkeit des Wunschkandidaten inklusive.

    Der Headhunter macht sich nun auf die Suche nach geeigneten Kandidaten – zum Beispiel über Xing und Linkedin, Facebook oder die Führungskräfte-Community YPO. Ein eigenes großes Netzwerk hilft ihm ebenfalls. Viele Personalberatungen setzen auch schon Künstliche Intelligenz und andere IT-Tools bei ihrer Suche ein.

    In der Regel hat der Headhunter es auf Kandidaten abgesehen, die in einem festen Arbeitsverhältnis stehen. Diese spricht er direkt an, muss sie bisweilen noch von einem Jobwechsel überzeugen. Die Direktansprache wird auch als Direct Search oder Executive Search bezeichnet. Der Headhunter ruft die Kandidaten an, führt mit ihnen Interviews und Backgroundchecks durch. Auf dieser Basis trifft er eine Vorauswahl. Die Liste an passenden Kandidaten legt der Headhunter dem Auftraggeber vor und spricht seine Empfehlungen aus.

    In Gesprächen mit dem Headhunter und den Kandidaten trifft der Auftraggeber am Ende eine Entscheidung – und stellt den für ihn besten Kandidaten ein. Der Headhunter erhält für seine Dienste ein Honorar – in der Regel zwischen einem Viertel und einem Drittel des Jahresgehalts der Neueinstellung.

    Allerdings gibt es verschiedene Honorarmodelle. So kann das Honorar allein nach Aufwand auf Stundenbasis gezahlt werden oder ausschließlich im Erfolgsfall – oder beide Seiten einigen sich auf eine Mischform. Beispiel: Beim Drittel-Modell fließt das Honorar in drei Etappen. Das erste Drittel gibt es bei Auftragserteilung, das zweite, wenn der Headhunter geeignete Kandidaten vorgestellt hat und das dritte, sobald der Auftraggeber einen von ihnen einstellt.

    Eine Einstellung erfolg aber längst nicht immer. Erstens kann es passieren, dass keiner der Kandidaten den Vorstellungen des Auftraggebers entspricht. Und zweitens konkurrieren oftmals mehrere Headhunter um die Gunst einer Firma – gewinnen kann am Ende aber nur einer von ihnen.

    Headhunter Gehalt: So viel verdienen Personalvermittler

    headhunter gehalt verguetungWie viel Headhunter verdienen, hängt maßgeblich von ihrem Können ab – und von ihrem Erfolg. Faustregel: Je mehr Kandidaten sie in eine neue Einstellung vermitteln und je mehr diese dort verdienen, desto mehr Geld fließt auch aufs Konto des Headhunters.

    Ein (realistisches) Rechenbeispiel: Die Personalberatung vermittelt einem Unternehmen eine Führungskraft, die dort auf ein Jahresgehalt von 160.000 Euro kommt. Als Honorar hat man sich auf 25 Prozent des Jahreseinkommens geeinigt. Die Personalberatung erhält für ihre erfolgreiche Vermittlung also ein Honorar von 40.000 Euro.

    Headhunter Anruf: Richtig reagieren

    Oft wird man überrumpelt. Der Headhunter ruft an und fragt, ob Sie an einem Wechsel interessiert sind. Bums!

    Ihre Reaktion hängt nicht nur von Ihrer Schlagfertigkeit ab – auch davon, ob Sie frei reden können. Im Büro können Sie das nicht. In dem Fall bitten Sie den Anrufer, zu einer bestimmten Zeit nach Feierabend erneut durchzuklingeln. Sie hätten gerade noch viel zu tun.

    Reagieren Sie so wie immer, um keine Aufmerksamkeit zu erregen – es könnte sich ja auch um einen Kunden oder Auftraggeber handeln. Wenn Sie ein neugieriger Kollege fragt, um wen es sich denn handelte, dürfen Sie ruhig zu einer kleinen Notlüge greifen. „Jemand, der vermutlich Kaltakquise betreibt. Ich rufe später mal zurück und frage ihn, was er genau will“, könnte so eine Antwort sein.

    Absolut legitim. Denn der Kontakt zu Personalvermittlern könnte Ihnen intern als illoyal ausgelegt werden – egal, wie er zustande gekommen ist. Sie sollten also Gespräche mit Headhuntern niemandem auf die Nase binden.

    Noch besser, Sie bitten den Headhunter um seine Telefonnummer mit dem Verweis, Sie würden ihn später zurückrufen. So haben Sie alles unter Kontrolle und laufen nicht erneut Gefahr, am Hörer kalt erwischt zu werden. Auch können Sie sich in Ruhe auf das Gespräch vorbereiten und erst dann zum Telefon greifen.

    Sie können mit der Telefonnummer des Anrufers auch eine Rückwärtssuche starten. So finden Sie vielleicht heraus, mit wem Sie es konkret zu tun haben.

    Im Gespräch überlassen sie dem Headhunter erstmal das Wort. Was will er? Was hat er anzubieten? Sie sollten sich das in Ruhe anhören, selbst wenn Sie nicht das geringste Interesse an einem Wechsel haben. Es ist immer sinnvoll, den Markt zu kennen. So können Sie sich selbst und Ihre Verhandlungsposition besser einschätzen – zum Beispiel in der nächsten Gehaltsverhandlung.

    Bei aller gebotenen Vorsicht: Über den Anruf eines Headhunters dürfen Sie sich freuen. Zum Einen besteht da draußen offensichtlich Bedarf an Ihnen und Ihren Skills. Zum Zweiten erhalten Sie einen kostenlosen Check Ihres Marktwerts – unabhängig davon, ob der Wechsel über die Bühne geht oder nicht.

    Das sind die besten Tipps für den Fall, dass Sie ein Headhunter anruft:

    • Coolness

      Bleiben Sie ganz locker und entspannt. Sie haben nichts zu verlieren. Grund zur Nervosität besteht jedenfalls keiner, wenn ein Headhunter am anderen Ende der Leitung ist. Fangen Sie aber auch nicht sofort mit Prahlereien an, was für ein toller Hecht Sie doch seien. Überbescheiden und verlegen müssen Sie andererseits ebenfalls nicht sein, nach dem Motto: Wie kommen Sie denn nur auf mich?

    • Zurückhaltung

      Der Anruf des Headhunters ist für Sie ein Geschenk des Himmels, weil Sie unbedingt wechseln wollen? Fein. Aber zeigen sollten Sie das nicht. Es verschlechtert Ihre Verhandlungsposition. Wer verzweifelt klingt, wird nicht gerade als Top-Kraft wahrgenommen, sondern als leichte Beute. Das weckt im Headhunter dieses Mindset: Vielleicht finde ich noch jemand Besseren. Wenn nicht, kann ich immer noch auf den hier zurückkommen. Nach dem Gehalt fragen Sie den Headhunter lieber auch nicht sofort, das kommt gierig rüber. Dass Sie grundsätzlich Interesse an einer neuen Herausforderung haben und sich alle Angebote gerne anhören – das klingt grundvernünftig. Devise: Bedeckt halten, aber für alles offen sein.

    • Rückfragen

      Ein guter Headhunter sammelt Informationen. Das sollten Sie auch. Versuchen Sie so viel wie möglich herauszufinden. Wer ist der Auftraggeber? Für welche Personalberatung arbeitet er überhaupt? Notieren Sie sich zumindest den Namen des Anrufers und die Kontaktdaten. Dass der Headhunter das Unternehmen, um das es geht, beim ersten Anruf namentlich nennen wird, ist unwahrscheinlich. Das passiert erst später. Aber Sie können ihn auf den Kontext abklopfen: Branche, Unternehmensgröße, Standort, Position usw.

    • Lebenslauf

      Sie sollten nicht jedem Anrufer sofort Ihren Lebenslauf mailen. Es gibt schwarze Schafe in der Branche, die regelrechten Lebenslauf-Handel betreiben und Ihre Daten verhökern. Frühestens nach dem zweiten Telefonat können Sie sich überlegen, ob Sie mit Ihrer Vita herausrücken wollen – besser erst nach einem persönlichen Treffen. Außerdem können Sie den Headhunter auch auf Ihre Daten im Netz verweisen, die ohnehin öffentlich sind: Ihr Xing-Profil zum Beispiel.

    Stellen Sie nur bitte nicht die beliebte Frage, wie denn der Headhunter auf Sie gekommen sei. Falsches Understatement! Das klingt so, als wären Sie selbst nicht mal auf sich gekommen. Die falsche Einstellung für qualifizierte Fach- oder Führungskräfte, weil sie mangelndes Selbstvertrauen offenbart.

    Sie sollten Selbstbewusstsein vermitteln und sich Ihrer Stärken bewusst sein. Wer überrascht reagiert und womöglich noch den Hinweis einstreut Mich hat noch nie ein Headhunter angerufen!, der bringt den Anrufer zum Grübeln. Habe ich da wirklich die richtige Person kontaktiert?

    Headhunter Fragen: Welche sie stellen

    Der Headhunter ist der Gatekeeper zum Personalbüro. Er hat ein Interesse daran, den möglichst besten Kandidaten für die jeweilige Stelle zu finden.

    Erstens will er sein Honorar sehen – und zweitens auch an Folgeaufträge kommen. Die bekommt er nur, wenn die von ihm vorgeschlagenen Fachkräfte sich als gute Besetzungen entpuppen.

    Darum wird der Headhunter Sie genauer durchleuchten wollen – nicht schon beim ersten Telefonat, aber beim zweiten oder bei einem möglichen Treffen.

    Auf diese Headhunter-Fragen sollten Sie vorbereitet sein:

    • Was war Ihr bislang größter Erfolg?
    • Welchen Fehler bedauern sie am meisten?
    • Was treibt Sie an?
    • Wie haben Sie Ihre bisher größte Herausforderung gemeistert?
    • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
    • Würden Sie für die neue Stelle umziehen?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
    • Welche Ziele haben Sie?
    • Würden Sie Ihr aktuelles Unternehmen verlassen?

    Diese Rückfragen können Sie einem Headhunter stellen:

    • Aus welcher Branche kommt das Unternehmen?
    • In welche Richtung entwickelt sich das Unternehmen?
    • Welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
    • Wo wäre meine Position angesiedelt und an wen muss ich berichten?
    • Ist die Stelle neu oder gibt es einen Vorgänger?
    • Warum ist die Stelle vakant?
    • In welchem Bereich bewegt sich das Gehalt?
    • Wie geht es nach unserem Gespräch weiter?
    • Wie viele Kandidaten-Interviews werden insgesamt geführt?
    • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

    Headhunter unseriös: Wie man sie erkennt

    Nicht jeder Headhunter arbeitet seriös. Unseriöse Personalvermittler erkennen Sie an diesen Warnsignalen:

    • Heimlichtuerei

      Dass der Headhunter seinen Kunden sofort nennt, wäre in der Tat unprofessionell. Mit seinem eigenen Namen und Unternehmen sollte er hingegen herausrücken. Nur halbseidene Gestalten verschleiern ihre Identität.

    • Verhör

      Kaltakquise gehört de facto zum Job. Der erste Anruf darf aber nur kurz sein. Ist der Empfänger gesprächsbereit – ja oder nein? Danach kann der Headhunter die Stelle kurz schildern und nach der Nummer fragen. Wenn er Sie hingegen schon bei der ersten Gelegenheit ausquetschen und Details in Erfahrung bringen will, ist das unseriös.

    • Unwissenheit

      Irgendwie ist der Headhunter ja auf Sie gekommen. Oft sind die Wege sehr einfach. Bei Xing oder Linkedin warten Hunderttausende Profil auf Abruf – öffentlich. Wenn der Headhunter aber rein gar nichts über Sie weiß, offenbart er Ahnungslosigkeit und mangelnde Vorbereitung. So arbeiten Profis nicht.

    • Schönfärberei

      Alles toll, alles super. Friede, Freude, Eierkuchen. Das trifft auf kein Unternehmen dieser Welt zu. Headhunter sollten eine Stelle daher nicht in ihren schönsten Farben malen, sondern sachlich deren Vorzüge aufzeigen – und die Nachteile zumindest nicht leugnen. Die vollmundigen Versprechungen fallen hinterher schließlich auf sie zurück, wenn sie nicht einlösbar waren. Gute Headhunter sind keine Schönfärber.

    • Rückschritt

      Der neue Job muss ein Schritt nach vorne für den Arbeitnehmer sein. Manchmal aber wird einem ein Job angeboten, der eher als minderwertig zu bezeichnen ist. Das kann nur bedeuten, dass der Headhunter keine Ahnung hat, wo Sie beruflich gerade stehen – oder dass es ihm schlicht und einfach egal ist.

    • Überredungskünste

      Ein absolutes No-Go: Der Headhunter will Sie mit aller Macht davon überzeugen, den Job anzunehmen. Er drängt Sie regelrecht, streut vielleicht noch abfällige Bemerkungen ein wie: Sie wollen doch nicht ewig in Ihrer jetzigen Stellen bleiben, oder? Das geht gar nicht. Professionelle Vermittler legen die Vorteile des Jobs dar, das schon. Aber Sie versuchen nicht, Arbeitnehmer plump zu manipulieren.

    • Ghosting

      Der Headhunter ruft Sie an, Sie erklären Ihre grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Und dann Funkstille. Er oder sie meldet sich einfach nicht mehr. Vielleicht hat er einen besseren Kandidaten gefunden, das kann passieren. Sie sind aber kein Spielball, den man einfach so durch die Gegend kickt. Wenigstens eine Absage per Telefon oder notfalls per E-Mail haben Sie verdient. Hören Sie dagegen gar nichts mehr vom Headhunter, beschweren Sie sich ruhig bei seiner Personalvermittlung mit der Aufforderung, Sie in Zukunft bitte nicht noch einmal zu kontaktieren.

    Wen Headhunter suchen

    Headhunter suchen qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Zudem werden sie häufig beauftragt, wenn Beiräte und Aufsichtsräte besetzt oder Interimsmanager gefunden werden müssen.

    Immer wichtiger wird digitales Knowhow. So handelte es sich laut BDU-Studie im Jahr 2018 schon bei 13,5 Prozent der Positionen, die über Headhunter besetzt wurden, um eine Stelle mit „digitalem“ Bezug. Auch der prozentuale Anteil weiblicher Kandidaten, die von Headhuntern vermittelt werden, wächst.

    In diesen Branchen sind Headhunter hauptsächlich aktiv:

    • Maschinenbau
    • Chemie/Pharma
    • Konsumgüterindustrie
    • Fahrzeugbau
    • Versicherungen
    • Kreditinstitute
    • Handel
    • Öffentliche Verwaltung
    • Wissensintensive Dienstleistungen
    • Telekommunikation
    • Informationstechnologie
    • Medien/Entertainment
    • Healthcare
    • Energie-/Wasserversorgung

    Personalvermittler auf sich aufmerksam machen

    Wenn der Headhunter zweimal klingelt… In der Theorie klingt es so einfach. Man wird angerufen, bekommt den Traumjob angeboten und alle Probleme lösen sich fortan in Luft auf. Die Realität ist komplexer.

    Manchmal rufen Headhunter nahezu alle Freunde und Kollegen an, einen selbst aber lassen sie links liegen. Woran mag das liegen? Zugegeben, das kratzt gewaltig am Selbstvertrauen. Aber die Nichtbeachtung kann ganz profane Gründe haben.

    Vielleicht haben Sie einfach nicht genügend für sich getrommelt. Dabei kann das heutzutage jeder. Wie mache ich Headhunter auf mich aufmerksam? Für den Anfang reicht es schon, die eigenen Profile bei Xing und Linkedin auf Vordermann zu bringen – oder überhaupt welche anzulegen. Networking ist das Stichwort. Auf Messen und Konferenzen präsent sein und fleißig Visitenkärtchen zücken – auch das wirkt.

    Headhunter aktiv anrufen und Ihren Lebenslauf weiträumig verteilen sollten Sie hingegen nicht. Das wirkt billig und peinlich. Sie müssen es ja nötig haben! Ihre Devise sollte vielmehr lauten: Steter Tropfen höhlt den Stein…

    Headhunter: Das sind die 50 besten

    headhunter liste auswahlDas sind die wichtigsten Headhunter und Personalberatungen in Deutschland:

    • Egon Zehnder
    • Spencer Stuart
    • Heidrick und Struggles
    • Kienbaum
    • Korn Ferry
    • Russell Reynolds
    • Heads!
    • Odgers Berndtson
    • Senator Executive Search
    • Dr. Maier und Partner
    • Deininger
    • Baumann
    • FMT
    • H/P Executive Consulting
    • Transearch
    • Rochus Mummert
    • Indigo
    • ifp
    • LAB
    • Hager
    • Eric Salmon
    • Swissconsult
    • Sabine Märten
    • Westwind
    • PrimePeople
    • Boyden
    • Herbold Fischer Associates
    • D-Level
    • i-Potentials
    • Change Group
    • Dwight Cribb
    • Convenio
    • Amblank Jung
    • HiTec-Consult
    • Dfind
    • Talent Tree
    • Christian Könitzer Consulting
    • Passion for People
    • CareerTeam Group
    • MINT Solutions
    • Dr. Schannath Executive Search
    • Emfelia
    • SAM Executive Search
    • Deltacon
    • Tayfun Recruitment
    • Digital Future Recruitment
    • Knaisch Consulting
    • Selaestus
    • Division One
    • QRC Group

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    Die USA, Kanada, Großbritannien und Australien zählen allesamt zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. Eine Karriere in einem dieser Länder ist mehr als verlockend. Noch günstiger, dass man dort die Lingua Franca Englisch spricht, die nicht gerade zu den schwierigsten Sprachen der Welt zählt.

    Aber auch wenn sie sich für einen guten Englischsprecher halten: Bei der Bewerbung auf Englisch müssen Sie die eine oder andere Kleinigkeit beachten. Von der deutschen unterscheidet sich die englische Bewerbung in einigen Punkten sogar erheblich.

    Es wäre also ein Fehler, Ihren Lebenslauf Eins zu Eins ins Englische zu übersetzen. Das fängt schon bei der Bezeichnung an. In England umschreibt man den Lebenslauf gerne als Curriculum Vitae, in den USA sind Resume oder Personal Resume geläufiger.

    Karrieresprung zeigt Ihnen, was bei der Bewerbung auf Englisch sonst noch wichtig ist…

    Unterschiede zwischen englischem CV und amerikanischem Resume

    Wenn Sie sich in den USA oder UK bewerben, kommen sie an einem englischen Lebenslauf sowieso nicht vorbei. Es kann aber auch sein, dass Sie bei einem international tätigen Konzern in einem anderen Land anheuern wollen, das Englisch als Geschäftssprache festgelegt hat. Auch in vielen deutschen Unternehmen spricht man mittlerweile englisch.

    Ein englischer Lebenslauf ist also vielseitig einsetzbar. Und er könnte in Zukunft durchaus zum Bewerberalltag dazugehören – falls hierzulande immer mehr Arbeitgeber englischsprachige Bewerbungen einfordern. Das ist spekulativ, aber durchaus denkbar.

    Machen Sie sich als Erstes schlau, welches Format verlangt wird: CV oder Resume. Das Curriculum Vitae ist in den USA vor allem in akademischen Berufen gefragt. Andernfalls nimmt man eher ein Resume. Neben Großbritannien bewerben Sie sich auch in Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika klassischerweise mit einem CV. Das sind die größten Unterschiede zwischen CV und Resume…

    Resume

    • ist in den USA gebräuchlich.
    • bildet nur einen Ausschnitt der bisherigen Karriere ab und stellt die Höhepunkte heraus.
    • umfasst maximal 1 Seite.
    • enthält KEIN Foto.
    • listet relevante berufliche Stationen aus, die aktuelle zuerst. Irrelevante bleiben außen vor.
    • enthält auch die größten Stärken und Skills des Bewerbers.
    • benötigt keine Unterschrift.
    • verzichtet auf Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität oder Religion.
    • sollte unbedingt Referenzen enthalten.

    CV/Curriculum Vitae

    • ist in Großbritannien gebräuchlich.
    • liefert eine vollständige Übersicht des beruflichen Werdegangs.
    • umfasst maximal 2 bis 3 Seiten.
    • enthält kein Foto.
    • listet relevante berufliche Stationen aus, die aktuelle zuerst. Unwichtige bleiben unerwähnt.
    • benötigt weder Unterschrift noch Datum.
    • verzichtet auf Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität oder Religion.
    • sollte unbedingt Referenzen enthalten.

    Lebenslauf Englisch Inhalt

    Grundsätzlich ist der Lebenslauf auf Englisch keine reine Faktensammlung. Er soll Einblicke geben in Ihre Persönlichkeit und vor allem Ihre Fähigkeiten. Zeigen Sie, welche Erfolge Sie in den vergangenen Jahren gefeiert und welche Herausforderungen Sie gemeistert haben.

    Aber nicht falsch verstehen: In den Lebenslauf auf Englisch gehören nur Stichworte, keine Prosa, kein Blabla, kein Nonsens.

    Achten Sie darauf, vor allem Punkte aufzuschreiben, die eine Relevanz für die jeweilige Stelle haben. Das gilt auch für Hobbys, die Sie angeben. Teamsport oder ehrenamtliches Engagement kommen auch im englischsprachigen Ausland gut an. Sie zeugen von Einsatz, Leidenschaft, Führungsqualitäten. Auf Extremsportarten sollten Sie dagegen besser verzichten. Die hohe Verletzungsgefahr wirkt auf manche Arbeitgeber abschreckend.

    Nehmen Sie also nur die Aspekte auf, die Ihr Profil unterstreichen. Belangloses lassen Sie weg. Die Angelsachsen mögen es kurz und knackig. Denn diese Devise gilt drüben so wie bei uns: Time is money. Kein Personalverantwortlicher wird sich eingehend mit Ihrem Werdegang befassen. Er wird nur kurz Ihr CV scannen und Sie dann in eine Schublade stecken – hoffentlich in die richtige…

    Lebenslauf Englisch Aufbau

    Ganz oben schreiben Sie Curriculum Vitae oder Resume oder Personal Resume in den Titel.

    Wichtig: Im englischen Lebenslauf ist kein Platz für ein Bewerbungsfoto, das Geburtsdatum oder den Familienstand. Das hat vor allem mit den harten Antidiskriminierungsgesetzen zu tun.

    Teilweise gibt es in den USA auch vollständig anonymisierte Bewerbungen, bei denen gar keine persönliche Daten abgefragt werden. Stattdessen füllt der Bewerber einen Online-Bewerbungsbogen aus oder muss ein vorgefertigtes Bewerbungsformular per Hand bearbeiten und auf dem Postweg zurücksenden.

    Darüber hinaus können Sie am Schluss Ihrer englischen Bewerbung auf Datum und Unterschrift verzichten.

    Lebenslauf englisch – diese Angaben kommen hinein:

    • Personal Details

      Die persönlichen Informationen umfassen Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Der Name kommt in die erste Zeile, darunter die restlichen Angaben. Bitte die Umlaute ausschreiben. Ä und Ö gibt es im Englischen nicht. Statt Lisa Müller, München schreiben Sie also Lisa Mueller, Muenchen.

    • Personal Profile/Summary

      Hier stehen zwei bis drei Zeilen zu Ihrer Person. Wer Sie sind, was Sie auszeichnet. Dieser Abschnitt ist optional, Sie können ihn auch komplett weglassen. Es ist aber generell nicht verkehrt, hier seine größten Stärken voranzustellen. Aber bitte nur ganz kurz!

    • Objective

      Welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben, gehört in diesen Abschnitt. Außerdem können Sie noch hinzufügen, warum Sie die Stelle reizt und was Sie in ihr erreichen wollen. Beispielhaft könnte hier stehen: To acquire the position of a senior sales manager and upgrade my knowledge in sales.

    • Professional/Work Experience

      Das ist der berufliche Werdegang. Im Prinzip ist dieser Abschnitt genauso aufgebaut wie im deutschen Lebenslauf. Alle bisherigen Arbeitsstationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Sie starten also mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Vollständig sind die Angaben nur mit dem Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und der genauen Position im Unternehmen. Tipp: Ergänzen Sie die Angaben stichwortartig mit den Tätigkeiten, die Sie dort ausgeübt haben. Beispiel:

      01/2018-08/2019 Junior marketing manager at Scoobydoo GmbH, Leverkusen, Developing a marketing strategy.

      Wenn Sie kein Curriculum Vitae, sondern ein Resume schreiben, dann können Sie diesen Abschnitt auch straffen. Im Resume sind nur die zwei oder drei Stellen interessant, die für den ausgeschriebenen Job relevant sind. Alle anderen lassen Sie einfach weg. In diesem Fall fangen sie mit dem Job an, der den größten Bezug zur angestrebten Position hat. Diesen Aufbau bezeichnet man auch als Functional Resume. Der große Vorteil: Etwaige Lücken im Lebenslauf müssen erst gar nicht kaschiert werden.

    • Education

      Ihre schulische Bildung findet hier Platz. Auch diese Stationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Also erst das Gymnasium, Gesamtschule, Realschule oder Hauptschule, dann die Grundschule. Auch mögliche Fort- und Weiterbildungen können Sie an dieser Stelle nennen.

    • Skills

      Zu den Skills zählen vorrangig Sprach- und IT-Kenntnisse. Sie geben sich selbst in der jeweiligen Fremdsprache eine Bewertung (very good, good etc.), damit Sie der Personaler richtig einordnen kann. Dabei bitte nicht zu krass übertreiben, das fliegt eher früher als später auf. Und vergessen Sie nicht, Ihre Deutsch-Kenntnisse zu notieren. Da überdies IT-Kenntnisse immer wichtiger werden, sollten Sie versuchen, hier keine Lücke zu lassen. Zumindest in MS Office sollten Sie bewandert sein. Wenn Sie leidenschaftlicher Instagrammer oder Facebooker sind, dürfen Sie auch gerne Social-Media-Skills nennen. Alle anderen Fähigkeiten nur aufschreiben, wenn sie für die Stelle eine Relevanz aufweisen.

    • Engagement/Activities/Interests

      In diesem Abschnitt ist Platz für Ehrenämter, Interessen und Hobbys. Bewerber sollten selektiv sein. Den Personalverantwortlichen interessiert es nicht, ob Sie Kronkorken sammeln. Nur die Aspekte erwähnen, die relevant sind. Ehrenämter zeugen von Verantwortungsbewusstsein, Sport von körperlicher Fitness – Pluspunkte! Aber Achtung: Es gibt auch Konstellationen, die weniger günstig sind. Beispiel: Sie spenden seit Jahren für Greenpeace. Wenn Sie sich dann (trotzdem) bei Öl-Multi BP bewerben wollen, sollten Sie Ihre Greenpeace-Vorliebe vielleicht lieber nicht erwähnen.

    • References

      Hier besteht ein klarer Unterschied zum deutschen Lebenslauf. Unter References nennen Sie eine Person (besser zwei), die über Sie Auskunft geben können. Es sollte sich im besten Fall um Ihre größten Fürsprecher handeln. Die Referenzgeber sind wichtig, weil sie oft auch wirklich kontaktiert werden. Notieren Sie also ihren Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Vorher klären Sie aber möglichst noch ab, ob die jeweilige Person überhaupt einverstanden ist. Nicht, dass sie Sie noch in die Bredouille bringt…

    Lebenslauf Englisch: Die wichtigsten Begriffe

    lebenslauf englisch wichtige begriffeWenn Sie einen Lebenslauf auf englisch verfassen, sollten Sie die wichtigsten Begriffe parat haben. Hier sind sie:

    • Bewerbung – Job application
    • Anschreiben – Cover letter
    • Lebenslauf – Resume/Curriculum vitae
    • Persönliche Daten – Personal details
    • Nationalität – Nationality
    • Geburtsdatum – Date of birth
    • Karriereziel – Career objective
    • Persönliches Profil – Personal profile
    • Beruflicher Werdegang – Professional experience/work experience
    • Ausbildung – Training/vocational training
    • Bildung – Education
    • Akademische Bildung – Academic education
    • Abschluss – Qualification
    • Realschulabschluss – O levels, GCSE
    • Abitur – A levels, High School Diploma (USA)
    • Hobbys/Ehrenämter – Activities/engagement
    • Tätigkeit/Position – Occupation/position
    • Beschäftigungszeit – Period of employment
    • Aufgabengebiet – Activities and responsibilities
    • Arbeitgeber – Employer
    • Arbeitnehmer – Employee
    • Unternehmen – Company
    • Praktikum – Internship
    • EDV Kenntnisse – Computer skills

    Alle, aber auch wirklich ALLE englischen Vokabelhilfen, die man für Bewerbung und Lebenslauf auf Englisch braucht, hat der Career Service der Ruhr-Uni Bochum in diesem praktischen PDF zusammengestellt.

    Bewerbung Englisch: Das sind die 5 größten Unterschiede zur deutschen

    Das sind die größten Unterschiede zwischen der Bewerbung auf deutsch und der Bewerbung auf englisch:

    1. Persönliche Daten

      Sie gibt es nur in überschaubaren Dosierungen. Auf Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion verzichten Sie. Diskriminierungsgefahr!

    2. Referenzen

      Sie sind keine Kür, sondern Pflicht. In der deutschen Bewerbung sind Referenzen nur eine angenehme Zugabe. In der englischen Bewerbung sollten Sie mindestens zwei Referenzen nennen. Die Unternehmen wollen sich nicht allein auf Ihre Angaben verlassen, sondern aus zuverlässiger Quelle bestätigt wissen, dass Sie es mit einer 1-A-Person zu tun haben. Legen Sie allergrößten Wert darauf, gute Fürsprecher für sich zu gewinnen.

    3. Fotos

      Bewerbungsfotos sind in einer Bewerbung auf englisch eher unüblich. Auch das ist der Fairness und Chancengleichheit geschuldet. So soll ausgeschlossen werden, dass ein attraktiver Bewerber allein aufgrund seiner Optik den Vorzug erhält.

    4. Zeitfolge

      Der amerikanische Lebenslauf ist achronologisch aufgebaut. Die letzten Stationen kommen zuerst. Diese Variante hat sich indes auch in Deutschland durchgesetzt. Also bestehen diesbezüglich gar keine Unterschiede mehr.

    5. Unterschrift

      Die können sie sich im englischen Lebenslauf sparen – genau wie das Datum.

    Lebenslauf auf Englisch: Typisch deutsche Fehler!

    Die englische Sprache hat nicht den höchsten Schwierigkeitsgrad. Was nicht heißt, dass sie keine fiesen Fallgruben bereithalten würde – speziell für deutsche Muttersprachler. Merke: Wer hierzulande seine Denglisch-Künste zelebriert, kann damit in der englischen Bewerbung mächtig auf die Nase fallen. Lebenslauf Englisch – diese Fehler sind besonders beliebt:

    • Wenn Sie Ihre Handynummer mitteilen wollen, schreiben Sie bitte nicht Handy. Das Wort ist eine denglische Erfindung. Im Englischen kennt man das Handy nur als mobile.
    • Sie haben zwar ein Gymnasium besucht, sollten aber lieber von highschool oder grammar school sprechen. Das gym ist der Ort, in dem die Muskeln gestählt und Konditionswunder geboren werden.
    • Ihr Vorgesetzter ist nicht der Chef – es sei denn, Sie arbeiten in einer Küche. Ein Chef ist immer ein Koch. Richtige Bezeichnung für den Vorgesetzten: Boss.
    • Ihre Noten gehören in den Lebenslauf. Aber auf englisch heißen sie nicht notes. Sondern marks oder grades.
    • Mag sein, dass Sie auch im study studiert haben. Damit ist aber wohlgemerkt das Arbeitszimmer gemeint. Das Studium wird mit studies richtig übersetzt.
    • Schön, dass Sie so ein engagierter Mitarbeiter sind. Aber als engaged sollten Sie sich dennoch nicht bezeichnen – es sei denn, sie sind frisch verlobt. Engagiert übersetzt man vielmehr mit committed.

    Lebenslauf Englisch Vorlage

    Einen Muster-Lebenslauf auf englisch finden sie hier zum Downloaden und Bearbeiten:

    • Lebenslauf Englisch Vorlage: WORD.
    • Lebenslauf Englisch Vorlage: PDF.

    Lebenslauf Englisch: Mit diesen Berufen klappt’s!

    Lebenslauf Englisch Fehler
    Sie liebäugeln mit einer Karriere in den USA oder Großbritannien? Dann wäre es zunächst hilfreich, wenn Sie den „richtigen“ Beruf haben. Hier eine kleine Auswahl an Trend-Jobs, für die die Nachfrage in den USA und Großbritannien extrem hoch ist:

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    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Die besten Antworten und Beispiele

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    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Eine typische Personaler-Frage im Bewerbungsgespräch, auf die aber nicht mal Nostradamus eine gescheite Antwort wüsste. Vor allem schätzen viele Bewerber die Stoßrichtung der Frage völlig falsch ein. Es geht keineswegs darum, möglichst ehrgeizig zu wirken und hochtrabende Ziele zu formulieren. Nein, Bewerber sollten die Sichtweite des Unternehmens verinnerlichen. Dem Unternehmen sind ganz andere Aspekte wichtig, wenn sie die berüchtigte Bewerberfrage stellen: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?. Hier sind die besten Antworten…

    Sinn der Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Die Frage gehört zu den absoluten Klassikern im Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Manche Bewerber fragen sich dann im Gegenzug: Warum will er oder sie das wissen? Es ist doch gar nicht wichtig. Doch, ist es! Der Personaler will mehr über Ihre persönlichen Karriereziele in Erfahrung bringen – und ob er als Arbeitgeber in Ihren beruflichen Masterplan überhaupt hineinpasst.

    Nun könnte man argumentieren, dass die Lebensläufe immer unsteter und häufige Jobwechsel immer normaler werden. Eher unwahrscheinlich also, dass Sie in fünf Jahren noch an Bord sind. Im Interesse des Arbeitgebers aber ist es, eine fähige Kraft wie Sie möglichst langfristig zu binden.

    Außerdem ist es für die interne Planung des Unternehmens nicht unerheblich. Sind Sie ein potenzieller Kandidat für eine Führungsposition – oder ist die konkrete Stelle, auf die Sich beworben haben, auch langfristig Ihre absolute Traumstelle?

    All das ist für den Personaler äußerst interessant. Es könnte ja auch sein, dass Sie total planlos unterwegs sind und gar nicht wissen, was Sie wollen. Dies wäre ein Alarmsignal. Was, wenn Sie nach einigen Monaten feststellen, dass diese Branche doch nicht die richtige für Sie ist? Dann müsste das Unternehmen noch mal von vorne auf Personalsuche gehen. Ärgerlich – und teuer!

    Und noch etwas: Wer sich selbst Ziele setzt und eine Strategie verfolgt, ist leistungswillig und intrinsisch motiviert. Er oder sie ist jedenfalls motivierter als jemand, der nur des Chefs zuliebe und des Gehalts wegen seine Zeit im Büro absitzt…

    In diesem Zusammenhang stehen auch andere Personalerfragen wie:

    • Was ist für Sie Erfolg?
    • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
    • Was sind Ihre langfristigen Ziele?
    • Wo möchten Sie in 3 Jahren stehen?
    • Wo möchten Sie in 10 Jahren stehen?

    Sie klingen anders, meinen aber das Gleiche. Hinterfragt wird stets Ihre berufliche Motivation und Perspektive.

    Dankbare Fragen, könnte man nun meinen. Der Bewerber kann loslegen, was er noch alles Tolles erreichen will. Er kann Ambitionen und Ehrgeiz demonstrieren.

    Ja, schon! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Bewerberfrage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren kann sich im schlimmsten Fall als Bärenfalle erweisen. Wenn der Bewerber allzu ehrlich drauflosplaudert und von seiner Vision berichtet…

    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: 3 gute Strategien

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Wenn Ihnen der Personalmanager diese Frage stellt, dann gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Stets hängt es von den Rahmenbedingungen, von Ihrer individuellen Position und der des Arbeitgebers ab – und nicht zuletzt von den Charakteren am Tisch. In der Regel fahren Sie aber gut, wenn Sie diese 3 Strategien beherzigen:

    1. Fixpunkt

      Niemand weiß, was in fünf Jahren ist. Nur Sie sollten wissen, dass Sie in fünf Jahren immer noch im Unternehmen sein wollen. Wichtig: Ihre Antworten sollten sich mehr um das Unternehmen drehen, weniger um Sie selbst. Breiten Sie nicht aus, in welchen anderen Unternehmen, Branchen oder Städten Sie sich selbst noch wunderbar vorstellen können. Richten Sie den Blick nach innen. Sie möchten sich im Unternehmen weiterentwickeln, mit ihm gemeinsam wachsen. Selbst wenn das nicht stimmt, der Personaler wird es gerne hören…

    2. Allgemeinplätze

      Ja, es stimmt. Fußballprofis, die in Interviews mit Allgemeinplätzen um sich werfen, sind ein Ärgernis. Strategisch verhalten Sie sich aber völlig richtig. Sie stellen sich den Fragen des Reporters, vermeiden aber nach innen Ärger und Unruhe. So ähnlich können Sie es auch machen. Bleiben Sie allgemein und vage. Drücken Sie sich vorsichtig aus. Halten Sie sich alle Optionen offen. Vorteil dabei: Auf eine faustdicke Lüge müssen Sie nicht zurückgreifen.

    3. Optimismus

      Keine Ahnung; mal schauen, was geht. Zuversicht hört sich anders an. Legen Sie ruhig ein bisschen Begeisterung an den Tag. Die künftige Stelle biete Ihnen ganz tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Eine Herausforderung, an der Sie hundertprozentig wachsen werden. So klingt es, als wäre der Job wunderbar mit Ihrem Karriereplan vereinbar. Viel konkreter müssen Sie gar nicht werden…

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Personalersicht

    Versetzen Sie sich zunächst in die Perspektive des Personalverantwortlichen. Warum stellt er diese Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Er will nicht nur einen Mitarbeiter, der talentiert und kompetent ist. Er möchte auch einen, der für diesen Job brennt. Jemanden, der die Stelle als Chance sieht und nicht als Notlösung. Er will einen Mitarbeiter, der überzeugt ist, dass dieser Job prima in seinen Karriereplan passt – nach Möglichkeit auch in drei, fünf und zehn Jahren noch.

    Auf der anderen Seite will er niemanden, für den die Position nur ein lästiger Zwischenschritt auf dem Weg zu höheren Weihen ist. Sie sollten also tunlichst vermeiden, ZU ambitioniert zu klingen. Nach dem Motto: Morgen in Ihrem Job, übermorgen im Sessel des Geschäftsführers.

    Logisch: Das HR-Büro möchte diese Stelle möglichst langfristig besetzen. Personalsuche ist aufwändig und teuer. Und sie dürfte in naher Zukunft angesichts der demographischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden.

    Zudem fällt es sogar persönlich auf einen Personaler zurück, wenn er ständig Mitarbeiter anheuert, die das Unternehmen zügig wieder verlassen. Ein bisschen Fluktuation ist gut, zu viel ist schädlich.

    Also: Sie als Bewerber sollten klar machen, was Sie an dieser Stelle reizt und warum Sie auch in ein paar Jahren noch hochmotiviert zur Arbeit kommen werden.

    Sie reduzieren Ihre Chancen auf den Job ganz erheblich, wenn Sie indirekt zugeben, dass Sie in fünf Jahren eigentlich ganz woanders sein wollen – bei der Konkurrenz, in Ihrer heimlichen Traumbranche oder in New York.

    Na klar: Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie den Job Ihr Leben lang machen. Diese Zeiten sind vorbei. Aber längerfristig planen will man schon mit Ihnen. Der Sprung auf eine höhere Hierarchiestufe ist selbstverständlich auch möglich und erwünscht. Aber wenn Sie ein zu hohes Tempo anschlagen, klingt das erstmal verdächtig – und für andere Mitarbeiter bedrohlich…

    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: 5 gute Antworten

    Aber was antworte ich nun konkret auf die Frage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Karrieresprung.de zeigt Ihnen 5 gute Antworten:

    • Antwort 1: Führungsambitionen

      „Jetzt möchte ich erst einmal ein Unternehmen finden, in dem ich mich weiterentwickeln kann. Eines, das zu mir passt und mit dem ich gemeinsam verschiedene Herausforderungen bewältigen kann. Und wenn ich das geschafft habe, dann ist es schon mein Ziel, in den nächsten Jahren mehr Personalverantwortung und Managementaufgaben zu übernehmen. In einem dynamischen und wachsenden Unternehmen ist das, glaube ich, sehr gut möglich und realistisch. Ihr Unternehmen zähle ich definitiv dazu.“

      Wann die Antwort gut ist: Nur dann, wenn Sie tatsächlich eine Führungskarriere anstreben. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Antwort motiviert rüberbringen, aber gleichzeitig keine zu genauen Vorstellungen über Ihre Karriere verbreiten.

    • Antwort 2: Fachkarriere

      „Ich bin in dem, was ich tue, schon sehr gut. Aber jeder Mensch kann dazulernen – und ich will unbedingt noch sehr viel lernen. Darum möchte ich für ein Unternehmen arbeiten, das mir genau das ermöglicht. Meine Skills und mein Fachwissen kontinuierlich noch weiter auszubauen und zugleich spannende Projekte umzusetzen. Am liebsten natürlich in einem tollen Team, in dem man sich gut versteht und von dem jeder Einzelne profitiert. In Ihrem Unternehmen arbeiten einige sehr fähige Köpfe und ich glaube, dass ich von Ihnen viel lernen könnte.“

      Wann die Antwort gut ist: Sie würden damit wie ein Politiker in einer TV-Talkshow antworten. Die sagen auch, was sie sagen wollen, antworten aber nicht auf die Frage. Macht nichts! Sie haben zwar nicht Auskunft gegeben, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen, aber die Marschrichtung vorgegeben. Lernwille, Unternehmensorientierung und Teamfähigkeit – diese drei Kriterien haben Sie in wenigen Sätzen mit Leben gefüllt. Sehr gut!

    • Antwort 3: Soziales Engagement

      „Zunächst will ich mich fachlich weiterentwickeln. In fünf Jahren kann ich hier eine Menge lernen, denke ich, und werde fachlich ein noch höheres Level erreicht haben. Daneben ist es mir auch wichtig, in dieser Zeit die Werte des Unternehmens zu verkörpern und voranzutreiben. Zum Einen, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, aber zum Anderen auch, um Sinnvolles zu tun und Gutes bewirken. Ein Beispiel: Ihr Unternehmen setzt sich seit Jahren finanziell für das Kinderhospiz in der Stadt ein. Wenn ich tatkräftig dabei mithelfen könnte, dass wir in fünf Jahren den Kindern eine noch sehr viel größere Summe zur Verfügung stellen könnten, würde mich das sehr stolz machen.“

      Wann die Antwort gut ist: Wenn das Unternehmen sozial engagiert ist, dann können Sie in Ihrer Antwort daran anknüpfen, eine direkte Verbindung zwischen den Werten des Unternehmens und Ihren eigenen herstellen. Die Antwort würde dann auf einen Cultural Fit zwischen Arbeitgeber und Bewerber hindeuten – großer Pluspunkt!

    • Antwort 4: Innovationsfähigkeit

      „In fünf Jahren möchte ich zunächst noch hier sein. Das ist in dieser Branche ja keineswegs selbstverständlich. Ich weiß, dass die Konkurrenz groß ist und immer mehr Wettbewerber aus Asien auf den Markt drängen. In fünf Jahren sehe ich mich hier im großen Konferenzraum, wie ich gemeinsam mit allen Kollegen anstoße, weil wir zusammen den weltweit führenden Saugroboter entwickelt und erfolgreich vertrieben haben. Das wäre definitiv ein Traum – und für den werde ich hart arbeiten.“

      Wann die Antwort gut ist: Wenn sich das Unternehmen in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld behaupten muss. Oder wenn es wirtschaftlich von einem einzigen Produkt oder einer Dienstleistung abhängt. Wenn es auf Innovationen angewiesen ist. Die Antwort würde verdeutlichen, dass Sie sich in die Lage des Arbeitgebers hineinversetzen können, für sein Fortbestehen kämpfen wollen und große Ziele haben, die sich mit denen des Unternehmens decken.

    • Antwort 5: Identifikation

      „Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Ich möchte hier zunächst Schritt für Schritt gehen. Zuerst das Trainee-Programm erfolgreich durchlaufen, viel von den alten Hasen lernen und Stück für Stück mehr Verantwortung übernehmen. Aber grundsätzlich würde ich in fünf Jahren das Unternehmen schon auch gerne nach außen repräsentieren. Zum Beispiel als Speaker auf Kongressen oder Fachmessen. Ich fände es fantastisch, wenn ich dann sagen könnte: Ja, ich bin den letzten fünf Jahren ein Siemensianer mit Leib und Seele geworden.“

      Wann die Antwort gut ist: Sie versprüht Emotionen – wirksam! Und sie drückt Lernbereitschaft aus. Für den Arbeitgeber wäre der Entwicklungsprozess des Mitarbeiters außerdem mit einem konkreten Nutzen verbunden. Die Antwort signalisiert, dass der Bewerber das Unternehmen grundsätzlich für einen Arbeitgeber hält, dem man längere Zeit die Treue hält und bei dem man langfristig glücklich werden kann – auch, weil man Perspektiven hat.

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Strategiewechsel

    Es gibt auch Szenarien, in denen Sie die Sicherheitsvorschriften über Bord werfen und Tacheles reden müssen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die kaum Berührungspunkte mit Ihrem bisherigen Werdegang hat. Wenn Sie als Quereinsteiger anfangen wollen etwa.

    In diesem Fall müssen Sie sehr glaubhaft begründen, warum Sie diesen Schritt gehen wollen – und warum er auch langfristig der richtige für Sie sein wird. Denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Ihnen um einen flatterhaften Vagabunden handeln könnte, der nicht weiß, was er will. Und das birgt Gefahren für jeden Arbeitgeber. Vor allem die Gefahr, dass Sie auch den künftigen Job nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen und zu neuen Ufern werden schwimmen wollen.

    Dann reicht es nicht, Wischi-Waschi zu reden. Sie müssen offen über Ihren neuen Karriereplan reden; über die Motivation, die dahintersteckt und über Ihre Zukunftspläne. Antworten wie diese sind dann tabu: Hmm, wo will ich in 5 Jahren stehen? Gute Frage eigentlich. Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher, hahaha!

    Bei einem Branchen- oder Berufswechsel sollten Sie sich vorher genauestens überlegen, wie Sie ihn im Vorstellungsgespräch begründen.

    Und eine andere Bewerber-Faustregel greift in diesem Fall ebenfalls nicht bzw. nur bedingt. Die lautet: Waschen Sie nie dreckige Wäsche! In der Tat kann es ein guter Grund sein, einer Branche komplett den Rücken kehren zu wollen, weil man sie für verlogen oder ethisch verantwortungslos hält. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie einen glaubwürdigen Grund für einen Branchenwechsel genannt.

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Humorlos bleiben!

    So sehen Sie sich in 5 Jahren gute AntwortenEin flotter Spruch kann ein Jobinterview auflockern. Und wer keinen Spaß versteht, für den möchte man eh nicht arbeiten, richtig? Gewiss, gewiss. Aber in diesem Fall lautet unser Rat dennoch: Bleiben Sie humorlos! Lassen Sie Ihren Peter Lustig in der Hosentasche, wenn Sie gefragt werden: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Sparen Sie sich Kommentare wie:

    • In fünf Jahren bin ich Kaiser von China.
    • In fünf Jahren? Wenn ich dann nicht CEO bin, dürfen Sie mich wieder feuern.
    • In fünf Jahren haben wir hier alle den Exit gemacht, weil ich den Laden bis dahin auf Vordermann und an die Börse gebracht habe.
    • In fünf Jahren? Bis dahin möchte ich mindestens einmal Mitarbeiter des Monats geworden sein!

    Das wirkt in den meisten Fällen albern bis peinlich — und es ist zudem ausweichend. Keine Sorge: Für einen kleinen Scherz bieten sich Ihnen bestimmt noch andere Gelegenheiten…

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    • Professionalität

      Wer vorbereitet ins Vorstellungsgespräch geht, zeigt Professionalität. Wer unvorbereitet ist, signalisiert dagegen mangelndes Interesse. Eine gründliche Vorabrecherche ist zwingend vonnöten, um im Vorstellungsgespräch glänzen zu können. Nein, Sie müssen nicht jedes klitzekleine Detail über die Firma kennen. Aber den Grundriss und die Basisdaten schon: Historischer Background, Branche, Produktpalette, Standorte, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. In Zeiten des Internets ist es nicht schwer, die wichtigsten Infos zu sammeln.

    • Kompetenz

      Dass Sie die Muss-Anforderungen der Stelle erfüllen, sollte im Vorstellungsgespräch zum Ausdruck kommen. Da sind zum Einen die harten Skills: ein Softwareentwickler sollte programmieren, ein Biologe im Labor arbeiten und ein Taxifahrer ein Auto fahren können. Darüber hinaus sind aber auch die Soft Skills wesentlich. Motivation, soziale Intelligenz, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit. Ihre Grundeinstellung, Ihr Arbeitsethos sollte einwandfrei – und nach außen sichtbar sein. Wie wichtig dieser Punkt ist, verdeutlicht eine Umfrage von Linkedin: 68 Prozent der Personaler verlassen sich demnach hauptsächlich auf die im Vorstellungsgespräch gesammelten Eindrücke über die Soft Skills eines Bewerbers.

    • Passgenauigkeit

      Auf neudeutsch heißt das heute: Cultural Fit. Personaler interessiert vor allem, ob ein Bewerber (vermutlich) ins Team passen wird oder nicht. Dabei lässt er sich zugegebenermaßen oft von seiner Intuition leiten – und von Sympathien. Am besten, es gibt so viele Übereinstimmungen zwischen Unternehmen und Bewerber wie möglich. Wenn die Denkweise, Arbeitsauffassung, Werte und Interessen ähnlich sind, stimmt die Chemie. Versuchen Sie dem Personalmanager im Vorstellungsgespräch klar zu machen, dass Sie ein Teamplayer sind, mit dem die Kollegen gerne zusammenarbeiten. Hilfreich sind natürlich auch eine Affinität zur Branche oder ein direkter Bezug zum Unternehmen.

    Vorstellungsgespräch Aufbau

    Bewerber können im Vorstellungsgespräch eine Menge falsch machen. Dass es schlecht läuft, erkennen sie unter anderem dann, wenn es schnell wieder vorbei ist. Zwischen 30 und 60 Minuten dauert ein Vorstellungsgespräch üblicherweise. Gute Vorstellungsgespräche ziehen sich länger hin, miese sind flugs wieder beendet – oft schon nach 30 Minuten.

    Für Bewerber gibt es unendliche viele Möglichkeiten, sich selbst aus dem Rennen zu kegeln. Wenn sie zum Beispiel Info an Info aneinanderreihen, die nur leider allesamt völlig irrelevant für den Job sind.

    Oder wenn sie zu viel preisgeben und das Bild vom High Potential zerstören. Darum ist eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch so wichtig. Gehen Sie nie unvorbereitet ins Jobinterview – dann können sie es auch direkt sein lassen.

    Ein Vorstellungsgespräch gliedert sich normalerweise in fünf Phasen:

    1. Gesprächsphase: Begrüßung und Smalltalk

      Für viele beginnt der Horror ohne Verzögerung. Die Smalltalk-Phase soll Verspannungen lösen, ist für Nervenbündel aber Stress pur.

      Das bekannte Problem: Schon der erste Eindruck entscheidet maßgeblich darüber, ob wir jemanden mögen oder nicht. Und der Smalltalk am Anfang eines Vorstellungsgesprächs prägt den ersten Eindruck ganz entscheidend mit. Unterschätzen Sie den Einstieg also bitte nicht – egal, ob der Personaler mit Ihnen übers Wetter plaudern will oder fragt, wie Ihre Anreise so war.

      Am besten, Sie sind dabei ganz ruhig und gelassen. Der Hinweis, wie nervös Sie sind, nimmt Ihnen der Personaler normalerweie aber auch nicht übel. Also ruhig mit offenen Karten spielen.

      Gehen Sie zunächst nicht mit der ausgestreckten Hand voraus ins Büro. Warten Sie, bis Ihnen Ihr Gesprächspartner die Hand anbietet und greifen Sie dann kurz, aber fest zu. Namentlich vorstellen, in die Augen sehen, dabei lächeln – so stellen Sie sich kurz selbst vor. Selbstbewusstsein ausstrahlen, also aufrecht stehen und gehen und nicht zu leise reden. Aber auch nicht zu laut – und nicht übertreiben.Selbstdarsteller kommen nicht gut an.

    2. Gesprächsphase: Kennenlernen und Selbstpräsentation

      „Erzählen Sie doch mal ein bisschen über sich!“ „Wie ist Ihr Werdegang?“ Damit leitet der Personaler oft die Kennenlern-Phase im Vorstellungsgespräch ein. Er will mehr über Sie, Ihre Person und Ihre Stationen erfahren.

      Am besten, Sie üben Ihre Selbstpräsentation vor dem Vorstellungsgespräch zuhause ein – aber nicht so perfekt, dass sie wie aufgesagt klingt. Eine gute Selbstpräsentation dauert nicht länger als drei bis fünf Minuten. Sie nennen zunächst Ihren Namen und Ihr Alter und gehen dann auf Ihre Ausbildung, Erfahrungen und beruflichen Schwerpunkte ein.

      Gehen Sie davon aus, dass Ihr Lebenslauf bereits bekannt ist. Rattern sie also nicht Ihre Stationen herunter, sondern setzen Sie Schwerpunkte. Die Erfolge und Qualifikationen, die besonders wichtig sind, stellen sie nach vorne – und Ihre Persönlichkeit.

    3. Gesprächsphase: Präsentation des Arbeitgebers

      Jetzt ist der Arbeitgeber an der Reihe. Was macht er, was erwartet er, wie arbeitet er? Darüber sollte er jetzt Aufschluss geben – zumindest ansatzweise.

      Bitte jetzt nicht die Ohren auf Durchzug stellen – auch dann nicht, wenn sie schon gut im Bilde sind. Pluspunkte gibt es für Sie, wenn Sie intelligente Zwischenfragen stellen oder sinnvolle Anmerkungen machen.

      Signalisieren Sie, dass Sie zuhören und sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben – ohne Ihren Gesprächspartner zu unterbrechen!

    4. Gesprächsphase: Rückfragen

      Das Ende des Vorstellungsgesprächs naht allmählich. Jetzt kommt die klassiche Frage des Personalers: Haben Sie noch Fragen an uns?

      Ihre Antwort sollte in jedem Fall lauten: Ja. Wenn Sie keine Rückfragen stellen, könnten Sie sich sogar schon disqualifiziert haben. Mit Rückfragen beweisen Sie, dass Sie ernsthaft am Unternehmen und an der Stelle interessiert sind.

      Allerdings ist nicht jede Rückfrage automatisch eine gute. Es gibt auch echte Killerfragen, die man sich besser spart: Stellen Sie bitte keine Rückfragen zu Sonderleistungen oder Urlaubsregelungen – sie würden kein gutes Licht auf Sie werfen.

    5. Gesprächsphase: Abschluss und Verabschiedung

      Das war’s, Ihr Vorstellungsgespräch ist beendet.

      Verabschieden Sie sich höflich, aber nicht, ohne sich nach dem weiteren Verlauf zu erkundigen, wann Sie mit einer Antwort rechnen können und auf welchem Wege man Sie kontaktiert.

      Sehr empfehlenswert: Bedanken Sie sich am Ende des Vorstellungsgesprächs noch einmal bei Ihrem Gastgeber. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich genommen haben. Es hat mich sehr gefreut. So oder so ähnlich. Ein Dank drückt Wertschätzung aus – und gute Manieren.

    Vorstellungsgespräch Tipps

    Eine gute Vorbereitung ist extrem wichtig. Aber hüten Sie sich davor, das komplette Bewerbungsgespräch auswendig zu lernen.

    Wenn Sie Ihre gelernten Punkte nur aufsagen, durchschaut das der Personaler sofort. Ihre Antworten und Argumente dürfen im Vorstellungsgespräch nicht wie einstudiert wirken.

    Die Kunst ist es, die richtige Mixtur aus Selbstdarstellung und Eigenwerbung zu mischen und gerne noch einen Schuss Spekulationsmasse unterzurühren. Sie wollen fachlich überzeugen, aber vor allem auch persönlich. Ihr Charakter ist es, der Ihre Gegenüber interessiert. Die Fakten aus dem tabellarischen Lebenslauf sind ja bereits bekannt.

    So machen Sie im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck:

    • Anekdoten erzählen

      Ein paar schöne Anekdoten dürfen Sie sich vor dem Jobinterview ruhig zurechtlegen. Denn die passende Frage kommt bestimmt. Aber erzählen Sie sie so – auch wenn es schwierig ist – als ob sie Ihnen ganz spontan in den Sinn gekommen ist. Möglichst bildhaft und lebensnah.

    • Fragen stellen

      Sagen Sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Bringen Sie knappe und prägnante Beispiele. Und bringen Sie einen Dialog in Gang, zum Beispiel, indem Sie fragen: Soll ich Ihnen noch ein Projekt nennen, das ich geführt habe?

    • Körpersprache beobachten

      Der Blick Ihres Gesprächspartners schweift ab oder er macht sich kaum Notizen? Mögliche Anzeichen von Langeweile. Wenn Sie dies während des Vorstellungsgesprächs wahrnehmen, versuchen Sie verbal einen Gang nach oben zu schalten und in die Offensive zu gehen.

    Vorstellungsgespräch Schwächen

    Eine Frage sticht aus der Kanonade heraus: die Frage nach den Schwächen. Sie ist die wohl berühmteste, vielleicht auch die gefürchtetste. Was sind Ihre größten Schwächen?

    Aber sie ist eine, auf die sich Bewerber im Laufe der Jahre natürlich längst eingestellt haben. Die Antworten ähneln sich mittlerweile und lauten oftmals so: „Ich bin zu ungeduldig.“ „Ich bin zu perfektionistisch.“ „Ich bin ein Workaholic.“ Nicht gut!

    Das sind nicht mehr als Phrasen, die unseligen Ratgeberbüchern entstammen. Bitte antworten Sie nicht so! Damit zeigen Sie lediglich, dass Sie den Personaler an der Nase herumführen wollen und nicht zu Ihren Schwächen stehen. Denn dass Sie welche haben, ist unausweichlich, weil menschlich.

    Schwächen und Unzulänglichkeiten hat jeder Mensch. Und das weiß auch jeder Personaler dieser Welt. Tun Sie im Vorstellungsgespräch also gar nicht erst so, als hätten Sie keine. Außerdem hat oder hätte ein Personaler, der die pure Perfektion von einem Bewerber erwartet und serviert bekommen möchte, seinen Job verfehlt.

    Unser Ratschlag daher: Antworten Sie im Vorstellungsgespräch ehrlich, aber koppeln Sie die Ehrlichkeit an einen guten Vorsatz.

    Sie dürfen also ruhig eine Schwäche offenbaren (so lange es nicht Trinksucht oder notorische Faulheit ist), aber sagen zugleich, wie Sie diese Schwäche in den Griff bekommen.

    Beispiel:

    Ich bin ehrlich gesagt immer ziemlich nervös, wenn ich jemanden anrufen muss, den ich nicht kenne. Und auch wenn Telefonieren hier nicht zu meinen Hauptaufgaben zählen wird, arbeite ich konsequent an diesem Problem.

    Vorstellungsgespräch Fragen

    Natürlich werden Sie nicht mit jeder einzelnen Frage konfrontiert. Aber wenn Sie diesen Fragenkatalog durchgehen und auf jede Frage eine gute Antwort finden, haben Sie gute Karten.

    Das sind die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch:

    Gesprächsöffner

    • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
    • Warum sollten wir Sie nehmen?
    • Was können Sie, was andere nicht können?
    • Erzählen Sie etwas über sich.

    Motivation

    • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
    • Und was über unsere Branche?
    • Warum sind Sie momentan arbeitslos?
    • Welche Ziele verfolgen Sie im Job?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Welches Gehalt möchten Sie bei uns verdienen?
    • Würden Sie für die Stelle umziehen?

    Persönlichkeit, Stärken und Schwächen

    • Wo liegen Ihre Stärken?
    • Wo liegen Ihre Schwächen?
    • Wie würden Ihre Kommilitonen Sie beschreiben?
    • Welche Ideen haben Sie schon umgesetzt?
    • Wovor haben Sie am meisten Angst?
    • Was war Ihr größter Fehler und wie sind Sie damit umgegangen?
    • Welche Charaktereigenschaften würden Sie sich wünschen?
    • Was mögen Sie an anderen Menschen nicht?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Was war Ihr größter Erfolg außerhalb des Berufs?
    • Welchen großen Traum haben Sie im Leben?

    Arbeitsweise

    • Woraus ziehen Sie Ihre Motivation?
    • Welche Tools und Techniken nutzen Sie?
    • Wie bauen Sie innerhalb eines Team Vertrauen auf?
    • Wie reagieren Sie, wenn Sie ein Nein als Antwort erhalten?
    • Wie kann ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
    • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
    • Welches Problem war für Sie zu schwer und was haben Sie dann getan?
    • Was möchten Sie im ersten Monat in Ihrem neuen Job schaffen?

    Alle Fragen, alle Antworten!

    Vorstellungsgespräch FragenSie wollen sich auf mögliche Fragen und Rückfragen im Vorstellungsgespräch so gut wie möglich vorbereiten? Hier sind alle weiterführenden Infos, die Sie dafür brauchen:

    Vorstellungsgespräch Rückfragen

    Ein wesentlicher Punkt im Vorstellungsgespräch ist es, Rückfragen zu stellen. Dies sollten Sie in jedem Fall beherzigen.

    In der Rückfragen-Phase des Vorstellungsgesprächs haben Sie die Gelegenheit dazu. Der Interviewer wird Sie aller Voraussicht nach aktiv darum bitten. Nutzen Sie diese Chance unbedingt!

    Ein guter Personaler erkennt an Ihren Rückfragen, wie professionell Sie sich vorbereitet haben, was Sie schon über das Unternehmen wissen und vielleicht sogar, welche Prioritäten Sie setzen.

    Hier sind weitere Gründe, warum Sie im Vorstellungsgespräch immer (gute) Rückfragen stellen sollten:

    • Sie zeigen Interesse.
    • Sie zeigen, dass Sie vorbereitet sind.
    • Sie gewinnen mehr Informationen über den Job und das Unternehmen.
    • Sie unterstreichen Ihre Intelligenz.
    • Sie können das Gespräch führen.

    Aber welche sind eigentlich gute Rückfragen? Zum Beispiel diese:

    • Was ist die größte Herausforderung in dieser Stelle?

      Erstens zeigt die Frage, dass Sie sich inhaltlich schon mit der Position befasst haben und auf der Suche nach Lösungen sind. Und zweitens kriegen Sie Wind – wenn Sie zwischen den Zeilen lesen – von möglichen Schwachstellen im Unternehmen. Sind Ihre Fähigkeiten und Stärken für die Stelle wirklich passend?

    • Warum ist die Position frei?

      Wenn es sich um eine neu geschaffene Position handelt, können Sie direkt mit einer Folgefrage anknüpfen: Warum wurde sie geschaffen? Wenn das Unternehmen wächst, konnte die Belegschaft die Arbeit womöglich nicht mehr bewältigen. Stressalarm! Sollte Sie aber schon länger frei sein, dann wurde der passende Kandidat ganz offensichtlich noch nicht gefunden. Warum nicht? Diese Frage können Sie dem Interviewer stellen – aber auch sich selbst.

    • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?

      So verlangen Sie vom Unternehmen eine Definition von Talent und Leistung. Und Sie wollen wissen, was der Arbeitgeber in Zukunft von Ihnen erwartet. Auch offenbart sich in der Antwort meist Erhellendes über die Unternehmenskultur.

    Hier gibt’s 500 Euro für jeden Bewerber

    Vorstellungsgespräch Kosten TippsGeld für ein Vorstellungsgespräch bekommen? Klingt nach einem schlechten Aprilscherz, ist aber die neue Masche der Deutschen Familienversicherung.

    Das Versicherungsunternehmen aus Frankfurt sorgte Anfang 2020 für Aufsehen, weil es jedem Bewerber, der es ins Vorstellungsgespräch schaffte, Geld anbot. Für die Teilnahme am Bewerbungsgespräch gibt es 500 Euro, für die Teilnahme am Assessment Center 1.000 Euro und bei Einstellung sogar 5.000 Euro.

    Das Unternehmen zeigte sich überzeugt, dass sich die Idee auf breiter Front durchsetzt. Immerhin können sich Unternehmen so den Umweg über Headhunter und Personalberater sparen, die ja auch nicht umsonst arbeiten.

    Außerdem zeigt die Episode, dass sich der Arbeitsmarkt immer mehr zum Kandidatenmarkt entwickelt. Unternehmen wollen Bewerber überzeugen, nicht umgekehrt. Für Bewerber dürfte das Vorstellungsgespräch so seinen Schrecken endgültig verlieren…

    Vorstellungsgespräch Kleidung

    Zunächst mal: Das perfekte Outfit fürs Vorstellungsgespräch gibt es nicht. Es muss vielmehr zum Arbeitgeber passen.

    In konservativen Branchen erscheinen Sie besser förmlich, in kreativen darf es ausgefallener sein. Aber vielleicht auch nicht, das hängt immer vom jeweiligen Unternehmen ab.

    Diese Grundregeln sollten Sie in jedem Fall beachten:

    • Ihr Outfit sollte gepflegt sein, unabhängig von der Branche. Motto: Wer sich schlampig kleidet, arbeitet vermutlich auch so.
    • Das Outfit darf Ihre Individualität unterstreichen. Aber: Es geht mehr um die Frage, ob Sie zum Unternehmen passen. Achten Sie also eher auf Passgenauigkeit denn auf Individualität. Soll heißen: Passen Sie sich – ein Stück weit – an.

    Profi-Tipp: Bringen Sie stets Ihre Bewerbungsunterlagen mit zum Vorstellungsgespräch – möglichst in mehrfacher Ausführung.

    Die können Sie im Fall der Fälle aus dem Hut zaubern, sollte einer der Anwesenden seine Unterlagen vergessen haben.

    Für Sie als Bewerber hat das nur Vorteile: Sie stellen Ihre Sorgfalt unter Beweis, sammeln Sympathiepunkte, hinterlassen einen geordneten Eindruck. Falls Sie die Kopien nicht benötigen, bleiben sie eben in der Tasche.

    Vorstellungsgespräch Körpersprache

    Sie können noch so überzeugend parlieren. Wenn Ihre Körpersprache im Vorstellungsgespräch negativ aus dem Rahmen fällt, schwinden Ihre Chancen auf den Job.

    Und Ihr Körper redet immer – auch dann, wenn Ihr Mund verschlossen bleibt. Wenn Sie sich beispielsweise in Ihrer Haut unwohl fühlen, strahlen Sie das auch aus – und werden vielleicht genau daran scheitern.

    Die nonverbalen Signale, die Sie im Vorstellungsgespräch aussenden, können der Hauptgrund für Ihr schlussendliches Aus sein. Laut Umfrage gefallen folgende Bewerber-Gesten Personalern im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht – in dieser Reihenfolge:

    • Kein Blickkontakt
    • Kein Lächeln
    • Herumgezappel
    • Schlaffe Körperhaltung
    • Schlapper Händedruck
    • Verschränkte Arme
    • Herumgefummel im Gesicht oder Spielereien mit den Haaren
    • Fuchtelei mit den Händen

    Die Körpersprache ist im Vorstellungsgespräch mitentscheidend. Sie beginnt in dem Moment, in dem der Bewerber das Firmengelände betritt und endet, wenn er es wieder verlassen hat.

    Vorher und hinterher dürfen Sie so viele merkwürdige Bewegungen machen, wie Sie wollen, aber mittendrin sollten Sie sich zusammenreißen – wenn Sie den Job haben wollen.

    Und noch ein Tipp: Seien Sie auch auf dem Weg zum Personalerbüro zu jedermann höflich und zuvorkommend. Es soll schon Personaler gegeben haben, die den Pförtner nach seinem Eindruck gefragt haben. War der Bewerber höflich, schnippisch oder gar herrisch?

    Denken Sie daran, sich das Hemd rechtzeitig in die Anzughose zu stopfen, die Krawatte zu richten und die Bluse zurecht zu zupfen – und nicht erst, während Sie den Raum betreten, in dem das Vorstellungsgespräch stattfindet.

    Dann stellen Sie sich höflich vor und bedanken sich für die Einladung zum Vorstellungsgespräch, aber setzen Sie sich noch nicht hin. Erst wenn Sie dazu aufgefordert werden.

    Und: Behandeln Sie Ihre Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch – sofern es um mehr als einen geht – gleichberechtigt. Das bedeutet konkret: Schauen Sie nacheinander alle an, wenn Sie antworten und kehren zum Schluss zu der Person zurück, die die Frage gestellt hat.

    All das bringt Ihnen aber gar nichts, wenn Sie eine wesentliche Sache vergessen: Lächeln!

    Lächeln Sie viel im Vorstellungsgespräch, das bringt Sympathiepunkte. Natürlich nicht unentwegt und so, dass es albern oder künstlich wirkt.

    Schlechte Gesprächsthemen im Vorstellungsgespräch

    Sie können im Vorstellungsgespräch viel über sich erzählen, gute Rückfragen stellen, sollten aber im Gegenzug auch den einen oder anderen Aspekt unter den Tisch fallen lassen.

    Unter anderem diese:

    • Kündigung

      Manche Personaler fragen gezielt danach. Lügen sollten Sie dann zwar nicht, könnten eine Kündigung aber durchaus relativieren. Vielleicht wurden Sie ja tatsächlich Opfer von Sparmaßnahmen oder betriebsbedingten Kündigungen. Aktiv ansprechen aber sollten Sie eine Kündigung im Vorstellungsgespräch nicht. Warum auch?

    • Bezahlung

      Das liebe Geld – es umtreibt die Menschen wie kaum etwas anderes. Im Jobinterview aber sollten Sie die Bezahlung aussparen. Jedenfalls so lange, bis der Interviewer selbst darauf zu sprechen kommt. Wenn der neue Arbeitgeber Ihre Gehaltsvorstellungen abklopft, dann nennen Sie immer eine Spanne und keinen Einzelbetrag. Nennt der Arbeitgeber von sich aus das Gehalt, das er zu zahlen bereit ist, kommentieren Sie das nicht weiter, sondern nehmen es erst einmal nur zur Kenntnis. Vorsichtig nach Boni oder Dienstwagen können Sie aber ruhig fragen. Vor allem dann, wenn Ihnen das Angebot zu gering erscheint. Übereilt absagen aber sollten Sie auch dann nicht – Sie könnten es bereuen.

    • Privatleben

      Was Sie in Ihrer Freizeit treiben, ist Ihre Privatsache. Darum sollten Sie im Vorstellungsgespräch auch nicht darüber reden. Und außerdem: Punkte sammeln lässt sich auf diese Weise meist nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Personaler die gleichen Vorlieben und Hobbys hat wie Sie, ist eher gering. Ausnahme: Sie haben ein Hobby, das Ihre Fähigkeiten für den Job perfekt unterstreicht.

    • Negative Erfahrungen

      Wenn Sie mit Ihrem Ex-Chef nicht auf einer Wellenlänge oder mit den Kollegen im Dauerclinch lagen – dann ist das nichts, worüber Sie im Vorstellungsgespräch reden sollten. Im besten Fall gelten Sie als Tratschtante, im schlimmsten Fall als jemand, der üble Nachrede betreibt. Stellen sie immer das Positive an Ihren früheren Jobs heraus. Schließlich wird ja Ihr künftiger irgendwann auch Ihr ehemaliger Arbeitgeber sein – und dann auch nicht wollen, dass Sie ihn schlechtreden.

    Vorstellungsgespräch Fehler

    Geheimnisse ausplaudern, alte Chefs schlechtreden, zu viel Belangloses erzählen – im Vorstellungsgespräch kann man viel falsch machen.

    Aber Ihnen können auch dicke Patzer unterlaufen, wenn Sie nicht den Mund aufmachen. Nicht jeder Fehler im Interview ist ein verbaler. Diese drei Missgeschicke ersparen Sie sich bitte:

    1. Handy anlassen

      Keine Todsünde, aber unangenehm. Zeugt ein wenig von mangelhafter Vorbereitung. Wenn das Handy im Vorstellungsgespräch klingelt, dann heißt es flott: Entschuldigung sagen, Anruf wegdrücken und Handy ausschalten.

    2. Gestik unterschätzen

      Seien Sie Herr Ihrer Sinne – und Ihres Körpers. Bitte während des Vorstellungsgesprächs nicht die Arme verschränken, mit dem Fuß auf dem Boden tippeln oder an den Fingernägeln kauen. Ganz schlimm: Höhnisch lachen oder die Augen verdrehen – es drückt Arroganz aus. Übrigens gilt das auch für Jobinterviewer.

    3. Uhrzeit checken

      „Nichts wie raus hier!“ Dieses Signal senden Sie dem Personaler, wenn Sie auf die Uhr schauen. Faustregel fürs Vorstellungsgespräch: Niemals die Uhrzeit checken. Nicht aufs Handy schauen, nicht heimlich zur Wanduhr schielen. Sie sind gerne hier – der Blick zur Uhr drückt das Gegenteil aus.

    Geheimtipp: Zweiten Termin nehmen!

    Vorstellungsgespräch Tipps TermineWenn Ihnen der Personaler zwei Alternativtermine für das Vorstellungsgespräch anbietet, nehmen Sie den zweiten!

    Juroren geben in Wettbewerben erwiesenermaßen besser Noten, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Achten Sie doch mal bei den Olympischen Spielen darauf: im Turnen, Wasserspringen oder Dressurreiten zum Beispiel.

    Kein Wunder, denn man will sich schließlich noch Spielraum erhalten, Luft nach oben lassen. Dass dieser Effekt auch für Vorstellungsgespräch gilt, haben Psychologen herausgefunden.

    Darum: Zweiten Termin nehmen, gründlich vorbereiten, vor Ort überzeugen – und den Traumjob bekommen. Wir wünschen viel Erfolg!

    Vorstellungsgespräch beenden

    Ein kluges deutsches Sprichwort lautet: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Genauso verhält es sich auch im Vorstellungsgespräch.

    Sie können einen fantastischen Eindruck hinterlassen haben, bis Sie im Abgang alles versauen. Das Vorstellungsgespräch ist erst gelaufen, wenn Sie den Raum verlassen haben.

    Sie reichen Ihrem Gesprächspartner zum Schluss noch einmal die Hand (kräftiger Händedruck!), blicken ihm in die Augen und verabschieden sich höflich mit einem „Auf Wiedersehen“, das wörtlich so gemeint ist. Am besten bedanken Sie sich für das gute Gespräch (unabhängig davon, ob es der Wahrheit entspricht).

    Dann noch dies: Aufrecht das Gebäude verlassen – und erst entspannen, wenn Sie außer Sichtweite sind. Dann können Sie sich nach Belieben ausschütteln, kräftig auspusten, seufzen, stöhnen oder einen Blick zurück werfen – aber bitte auch erst dann.

    Was Sie sich überlegen können: Ob Sie am Ende des Gesprächs noch betonen, dass Sie die Stelle auch wirklich wollen. Damit signalisieren Sie Interesse, Willen, Selbstbewusstsein.

    Aber Vorsicht: Wenn Sie dabei zu offensiv auftreten, kann es auch nach Bedürftigkeit klingen. Nach dem Motto: Bitte, lieber Personaler, gib’ mir den Job, ich brauche ihn unbedingt!

    So könnten Sie sich ausdrücken:

    Variante 1:

    Das ist der Job, den ich ich haben möchte. Ich bin mir jetzt sicher. Kann ich noch etwas dafür tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ch die beste Besetzung bin?

    Variante 2:

    …darum denke ich, dass ich die optimale Besetzung für diese Position wäre. Brauchen Sie noch weitere Informationen?

    Variante 3:

    Am liebsten würde ich schon nächste Woche bei Ihnen anfangen. Haben Sie noch Fragen an mich, die Ihre Entscheidung erleichtern könnten?

    Variante 4:

    Ich bin sehr an dieser Stelle interessiert. Wie kann ich Sie dazu bringen, mir ein Angebot zu machen?

    Variante 5:

    Sie kennen nun meine Stärken und Schwächen. Ich würde mich freuen, wenn ich für Sie arbeiten dürfte – und wenn Sie das auch wollen.

    Variante 6:

    Ich bin von der Stelle und Ihrem Unternehmen sehr angetan. Ich hoffe, bald eine positive Nachricht von Ihnen zu erhalten!

    Dabei handelt es sich selbstverständlich nur um Formulierungsvorschläge. Was Sie zum Schluss sagen, sollte an den Inhalt des Vorstellungsgesprächs anknüpfen. Es muss passen.

    Und klar ist auch: Sie sollten am Ende nur dann noch mal auf Ihr Interesse hinweisen, wenn Sie die Stelle tatsächlich haben wollen – und nicht, weil Sie glauben, man würde es so von Ihnen erwarten.

    Nach dem Vorstellungsgespräch

    Nach einem guten Vorstellungsgespräch wartet man erst einmal ab. Die Nervosität steigt von Tag zu Tag. Aber was, wenn sich das Unternehmen einfach nicht bei Ihnen meldet?

    Abwarten und Tee trinken? Mehr bleibt Ihnen ja gar nicht übrig. Falsch! Sie müssen nicht im Wartemodus verharren, sondern können aktiv werden. Sie können an der einen oder anderen Stellschraube drehen, um den Bewerbungsprozess positiv zu beeinflussen oder zu beschleunigen.

    Zum Beispiel so:

    • Dankesschreiben

      In anderen Ländern wie den USA gehört ein Dankesschreiben mittlerweile de-facto zu einer Bewerbung dazu. Wer sich bedankt, hat gleich mehrere Vorteile: Sie heben sich damit von anderen Bewerbern ab. Sie können den Gesamteindruck noch ein Stückchen zum Positiven verändern.

      Das können Sie einfach per E-Mail machen. Sie schreiben etwa, wie anregend Sie das Vorstellungsgespräch fanden und dass Sie weiterhin großes Interesse an der Position haben. Auch können Sie mögliche offene Fragen, die im Vorstellungsgespräch aufgeworfen wurden, beantworten.

      Bedanken Sie sich für die Aufmerksamkeit und freuen sich auf eine baldige Antwort – aber auf nicht mehr als einer halben Seite.

    • Fristen

      Vielleicht haben Sie vergessen, im Vorstellungsgespräch danach zu fragen. Dann tun Sie es jetzt!

      Haken Sie nach, wie lange der Bewerbungsprozess normalerweise dauert und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

      Sofern drei Werktage seit dem Vorstellungsgespräch verstrichen sind, können Sie sich auch telefonisch erkundigen. Besser, weil souveräner: eine Woche warten.

      Wenn Sie drei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch immer noch nichts vom Unternehmen gehört haben, dürfen Sie ruhig ein wenig forscher auftreten. Wenigstens eine kurze Eingangsbestätigung können auch Sie als Bewerber erwarten.

      Bei allem Enthusiasmus sollten Sie dem Personaler nicht auf die Nerven gehen. Übertreiben Sie es also nicht.

    • Alternativen

      Was Sie nicht machen sollten: Alles auf eine Karte setzen. Das wäre unklug. Hören Sie sich also nach einem Vorstellungsgespräch weiter nach potenziellen Arbeitgebern und offenen Stellen um.

      So verlieren Sie keine Zeit und haben im besten Fall mehrere Angebote, aus denen Sie auswählen können. Nehmen Sie also weiterhin Einladungen zu Vorstellungsgesprächen an und schreiben auch weiterhin Bewerbungen.

      Ihre Chancen auf den Traumjob werden dadurch definitiv nicht sinken.

    • [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Bewerbung Praktikum: Muster, Vorlage, Aufbau und Tipps

    Bewerbung Praktikum Vorlage Beispiel Tipps

    Bewerbung Praktikum: Das Praktikum kann ein Türöffner sein oder einfach nur eine nette Referenz im Lebenslauf. Aber dazu muss man den Praktikumsplatz erst einmal bekommen. Und das ist nicht immer ganz einfach. Die Unternehmen wollen all ihre Stellen bestmöglich besetzen – dazu zählen auch die Praktikantenstellen. Damit die Bewerbung für ein Praktikum gelingt, sollten Bewerber folgende Punkte beachten…

    Bewerbung Praktikum Muster und Vorlagen

    Max Mustermann
    Beispielstr. 99
    12345 Musterhausen
    Telefon: 01234 / 56 78 90
    E-Mail: m.mustermann@blog.de

    Unternehmen ABC
    Weg 555
    98765 Stadt

    XX.XX.XXXX (Datum)

    Bewerbung für ein Praktikum im Einzelhandel

    Sehr geehrter Herr Personaler,

    auf der Jobbörse Karrieresprung.de bin ich auf Ihre Stellenausschreibung für ein Praktikum im Einzelhandel aufmerksam geworden. Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche Ihres Unternehmens haben meinen Wunsch verstärkt, bei Ihnen ein Praktikum zu absolvieren.

    Serviceorientiertheit und ein freundliches Wesen sind in dieser Branche von großer Bedeutung. Der Umgang mit Menschen und Verkaufsberatung liegen mir. Damit habe ich bereits in den Ferien im Markt meines Onkels reichhaltige Erfahrungen gesammelt.

    Dort habe ich nicht nur die Kunden bedient, sondern auch kassiert, die Produkte ein- und ausgeräumt und bei der Inventur geholfen. Mein Herz aber schlägt für die Mode. Im Rahmen meines Praktikums zur Berufsorientierung möchte ich daher mein Schülerpraktikum gerne bei Ihnen absolvieren.

    Als führendes Modehaus in der Region genießen Sie einen ausgezeichneten Ruf, den ich mit meinen Erfahrungen im Kundenkontakt gerne noch weiter ausbauen würde. Derzeit besuche ich die zehnte Klasse des Mark-Zuckerberg-Gymnasiums in Netzstadt. Nach dem Abitur plane ich, das Studium der Betriebswirtschaft aufzunehmen.

    Ich freue mich sehr, schon bald mit Motivation und Begeisterung zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen und freue mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

    Herzliche Grüße aus Musterhausen
    Max Mustermann (Unterschrift)

    Hier einige Vorlagen für Ihre Praktikumsbewerbung zum Download:

    • Bewerbung Praktikum Social Media als WORD-Dokument
    • Bewerbung Praktikum Social Media als PDF
    • Bewerbung Praktikum Studium als WORD-Dokument
    • Bewerbung Praktikum Studium als PDF

    Bewerbung Praktikum Aufbau

    Eine Praktikumsbewerbung ist prinzipiell genauso aufgebaut wie jede andere Bewerbung. Inhaltlich gehören hinein:

    • Anschreiben
    • Tabellarischer Lebenslauf mit Unterschrift
    • Anlagen (Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate)

    Die Kirsche auf der Torte wäre ein persönliches Empfehlungsschreiben, zum Beispiel von Ihrem Lehrer, Professor oder einem ehemaligen Arbeitgeber. Wenn Sie einen glaubwürdigen Fürsprecher haben, erhöht das die Chancen Ihrer Praktikumsbewerbung.

    Und unterschätzen Sie die formellen Aspekte nicht. Einheitliche Schriftarten in der Bewerbung und ein durchgängiges Design vermitteln dem Unternehmen Genauigkeit und Sorgfalt. Achten Sie darauf!

    Lassen Sie die am Ende die Rechtschreibung und Grammatik in Ihrer Praktikumsbewerbung unbedingt noch einmal prüfen – von Eltern, Geschwistern, Freunden, Kommilitonen oder der Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms. Und versuchen Sie, das Bewerbungsanschreiben individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber anzupassen. Keine Massenware!

    Am Ende erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sehr freuen würden.

    Anschreiben Bewerbung Praktikum

    Das Anschreiben ist für jeden Praktikumsbewerber eine Herausforderung. Was Sie prinzipiell nicht tun sollten: Die wichtigsten Stationen Ihres tabellarischen Lebenslaufes im Anschreiben nacherzählen. Unnötiger Ballast! Zumal Sie als Praktikant vermutlich noch gar nicht über allzu viel Berufserfahrung verfügen dürften.

    Darum lautet die Devise: Motivation herausstellen! Warum wollen Sie gerade in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren? In dieser Branche, in diesem Fachbereich, in dieser Position? Dabei sollten Sie Ihre Neugier herausstellen, Lernwillen, Motivation und Einsatzbereitschaft.

    Machen Sie sich folgendes klar: Das Unternehmen ist kein Wohlfahrtsverein (es sei denn, Sie bewerben sich bei einem). Es würde gerne einen Vorteil davon haben, wenn es Sie als Praktikanten einstellt. Eine Arbeitserleichterung, neue Ideen, frischen Wind. Machen Sie im Praktikumsanschreiben klar, dass Sie gewillt sind, genau das beizutragen.

    Falls es eine Ausschreibung für die Praktikumsstelle gibt, dann lesen Sie sie sorgfältig durch. Gehen Sie auf die Punkte ein, die dort genannt werden und wiederholen Sie auch ruhig Schlüsselbegriffe.

    Anschreiben Bewerbung Praktikum – so ist es aufgebaut:

    • Kontaktdaten des Absenders
    • Kontaktdaten des Empfängers
    • Ort, Datum
    • Betreffzeile (z.B. Bewerbung für ein Praktikum als Altenpfleger)
    • Anrede (z.B. Sehr geehrte Frau Weber)
    • Einleitung (Warum wollen Sie die Praktikumsstelle?)
    • Hauptteil (Welche Kompetenzen bringen Sie mit?)
    • Schlussteil (z.B. Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen)
    • Grußformel (z.B. Herzliche Grüße nach Hamburg)
    • Unterschrift
    • PS (bei Bedarf)

    Bewerbungsanschreiben Praktikum Tipps

    Wichtig: In jeder Stellenausschreibung gibt es Kann-Anforderungen und Muss-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind die entscheidenden – auch in einer Praktikumsbewerbung. Hat sie der Bewerber nicht, ist er draußen.

    Bei den Kann-Anforderungen dagegen wäre es nur schön, sie zu haben – eine Voraussetzung sind sie nicht. Für Sie als Praktikumsbewerber ist es wichtig, die Kann- und Muss-Anforderungen zunächst aus der Stellenanzeige richtig herauszulesen.

    Ihr Vorteil: An Praktikanten sind die Anforderungen gewöhnlich nicht so hoch wie an Vollzeitbeschäftigte. Aber in vielen Unternehmen sind selbst Praktikumsstellen heiß begehrt – und locken unzählige Konkurrenten an. Nicht unterschätzen!

    Beispiele für Muss-Anforderungen: der Führerschein, sofern eine Mitarbeit ohne Führerschein nahezu unmöglich ist. Wenn in der Anzeige dagegen wörtlich „wünschenswert“ oder „idealerweise bringen Sie mit“ steht, dann handelt es sich um eine Kann-Anforderung. Sie können (und sollten) sich trotzdem bewerben, auch wenn Sie die genannte Anforderung nicht erfüllen.

    Bewerbung Praktikum – Pluspunkte bringen:

    • andere, idealerweise ähnliche Praktika
    • ehrenamtliches Engagement
    • besondere Fähigkeiten und EDV Kenntnisse, z.B. Programmier- oder SAP-Skills
    • Fremdsprachenkenntnisse, z.B. sehr gute Englischkenntnisse oder die Beherrschung einer außergewöhnlichen Fremdsprache

    Klar ist auch, dass nicht jede Fähigkeit in jedem Praktikum von Nutzen ist. Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die im entsprechenden Unternehmen gefragt sind.

    Und legen Sie viel Wert auf Soft Skills. Niemand will einen Praktikanten einstellen, der sich im Nachhinein als Querulant entpuppt. Stellen Sie heraus, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen darstellen würden, weil sie belastbar, kreativ, flexibel und motiviert sind.

    Speziell für Praktikumsbewerber, die aufgrund ihrer fehlenden Berufserfahrung noch über wenig Hard Skills verfügen, sind Soft Skills im Praktikumsanschreiben Gold wert.

    Bewerbung Praktikum Lebenslauf

    Das grundlegende Problem ist: Gerade junge Menschen haben meist noch nicht so viele Stationen und Kenntnisse gesammelt. Wie also den Lebenslauf füllen?

    Zunächst mal ist das kein Grund zur Beunruhigung. Von Praktikumsbewerbern wird kein üppiger Lebenslauf erwartet. Im Gegenteil, den Personalern ist sehr wohl bewusst, dass Sie noch am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Ein prall gefülltes Dokument könnte da fast schon verdächtig erscheinen.

    Ihr Lebenslauf muss also nicht lang sein – aber sauber und übersichtlich sollte er auf jeden Fall sein. Er ist optimalerweise so aufgebaut, dass Sie mit den aktuellen Stationen beginnen und sich chronologisch nach hinten arbeiten.

    Bewerbung Praktikum – diese Elemente gehören zwingend in Ihren Lebenslauf:

    • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, aktuelle Adresse
    • Kontaktinformationen: Telefonnummer, Mobilnummer, E-Mail-Adresse (evtl. sogar Skype)
    • Werdegang: Besuchte Schulen und erworbene Abschlüsse
    • Fähigkeiten: EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse, belegte Kurse oder Seminare
    • Interessen und Hobbys
    • Ort, Datum und Unterschrift

    Angaben zu Ihren Eltern oder Geschwistern sind in der Bewerbung für ein Praktikum dagegen völlig überflüssig. Ob Ihr Vater Oberstudienrat oder Sachbearbeiter ist oder war, spielt keine Rolle.

    Was dagegen relevant ist: Ihre Lieblingsfächer in der Schule. Falls Sie sich für ein Schülerpraktikum bewerben und Ihre liebsten Fächer einen Bezug zum Praktikumsplatz haben, dann geben Sie sie unbedingt an.

    Das gilt auch für Interessen, Hobbys und andere Freizeitbeschäftigungen. Je besser Sie zum Unternehmen und zur Stelle passen, desto größer Ihre Chancen auf den Praktikumsplatz.

    Bewerbung Praktikum Berufserfahrung

    Von Praktikanten erwartet man normalerweise keine umfassende Vorbildung. Das kann bei sehr begehrten Stellen bei renommierten Arbeitgebern durchaus anders sein. Aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen verlangen von Praktikanten mitunter langjährige Berufserfahrung.

    Das können Sie ignorieren und sich trotzdem bewerben. Sie können aber auch von einer Bewerbung für ein Praktikum absehen. Denn manchmal liegt der Verdacht nahe, man will sich mit dem Praktikanten lediglich eine hochqualifizierte Billigkraft ins Haus holen. Das ist im Übrigen bei Trainee-Stellen manchmal ganz ähnlich.

    Wägen Sie also gut ab. Als Faustregel gilt: Große Unternehmen erwarten mehr als kleine – auch von ihren Praktikanten. Sollte eine Drei-Mann-Agentur zu hohe Ansprüche haben, dann sagen Sie lieber ab. Als Praktikant sind Sie ein Lehrling, der zwar gerne wichtige Aufgaben und Verantwortung übernimmt, aber keine reguläre Arbeitskraft ersetzt.

    Bewerbung Praktikum Motivation

    Ein Praktikum kann man aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus absolvieren. Werden Sie sich zunächst über Ihr Motiv klar, bevor Sie Ihre Praktikumsbewerbung in Angriff nehmen. Wollen Sie…

    • in einen bestimmten Beruf hineinschnuppern?
    • wertvolle Referenzen für den Lebenslauf sammeln?
    • einen Fuß in die Tür eines bestimmten Arbeitgebers bekommen?
    • die Vorarbeit für eine spätere Übernahme leisten?

    Ansprüche und Anforderungen an ein Praktikum unterscheiden sich je nach Ausgangssituation. Auch kommt es darauf an, mit welchen Vorzügen Sie selbst als Bewerber wuchern können.

    Als Schüler, der ein Schülerpraktikum absolvieren wil, haben Sie noch kaum Berufserfahrung. Das gilt auch für Studienanfänger, die dementsprechend während des Praktikums auch noch nicht mit den verantwortungsvollsten Aufgaben betraut – und nicht so gut bezahlt werden.

    Dies ist bei Hochschulabsolventen mit Vorerfahrungen schon ganz anders. Hier dürfen Sie als Praktikant mehr verlangen – sowohl in Hinsicht auf Ihre Aufgaben als auch auf die Vergütung.

    Bewerbung Praktikum Tipps

    Grundsätzlich unterscheidet sich die Bewerbung für ein Praktikum nicht von der für eine reguläre Stelle. Anschreiben und Lebenslauf sollten Sie in beiden Fällen sehr genau und sorgfältig verfassen.

    Immerhin gilt der Mindestlohn mittlerweile auch – mit Ausnahmen – für Praktikanten. Die Unternehmen sind also auch in Hinsicht auf ihre Praktikanten anspruchsvoll, wollen die besten Bewerber für sich gewinnen – sie kosten ja jetzt mehr Geld.

    Tipp: Bewerben Sie sich bitte nicht für irgendein Praktikum im Unternehmen, sondern immer für ein spezielles. Entweder für genau das Praktikum, das ausgeschrieben wurde oder für genau DAS Praktikum in Ihrer Wunschabteilung in Ihrer Wunschposition. Das macht es auch dem Personaler leichter, Sie einzusortieren.

    Schülerpraktikum Bewerbung

    Praktikum Bewerbung SchülerpraktikumMan muss es nicht komplizierter machen, als es ist. Denn zur Wahrheit gehört auch: Viele Praktika werden ausschließlich über Vitamin B vergeben und über nichts anderes. Wenn Ihr Vater einen kennt, der in Unternehmen XY in der Personalabteilung arbeitet, könnte das schon die Eintrittskarte sein.

    Speziell Schüler, die ein Schülerpraktikum absolvieren wollen, müssen nicht gleich einen Bewerbungsmarathon hinlegen. Gehen Sie im Unternehmen vorbei, an dem Sie interessiert sind, oder rufen Sie einfach mal an – und fragen ganz unverbindlich nach, ob grundsätzlich die Möglichkeit auf ein Praktikum besteht.

    Aber nicht vergessen: Der erste Eindruck zählt! Wenn Sie eloquent auftreten und nicht gerade einen Jogginganzug überstreifen, dann werden Sie eher als Bereicherung angesehen – und in eine freie Stelle vermittelt.

    Bewerbung Praktikum Stellen

    Bevor Sie sich für eine Praktikumsstelle bewerben, sollten Sie ein wenig Recherche betreiben. In Arbeitgeberbewertungsportalen erfährt man, wie gut Unternehmen mit ihren Praktikanten umgehen und ob sich ein Praktikum wirklich lohnt, zum Beispiel auf…

    • Glassdoor
    • Kununu

    Vielleicht können Sie über Xing und Linkedin sogar Kontakt zu ehemaligen Praktikanten aufnehmen und sie nach ihren Erfahrungen fragen. Verlassen Sie sich in keinem Fall nur auf die Erfahrungsberichte von Ex-Praktikanten auf der Unternehmenshomepage. Logisch, dass dort nur gutmeinende Stimmen zu Wort kommen.

    Wenn sie einen Wunscharbeitgeber haben sollten, schauen Sie auf dessen Karriereseite nach Praktikumsstellen – oder fragen Sie ihn unverbindlich via Facebook oder Twitter danach. Signalisiert er Ihnen Möglichkeiten, können sie sich direkt dort bewerben.

    Viele Praktikumsstellen finden Sie auch hier bei Karrieresprung in unserer Jobbörse.

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    Aufhebungsvertrag: Alle Vorteile, Nachteile, Tipps und Muster

    Der Aufhebungsvertrag kann ein Ausweg sein, aber auch eine Falle. Mit seiner Hilfe ist es Arbeitnehmern möglich, schnell aus dem Arbeitsvertrag herauszukommen. Das kann erforderlich sein, wenn man zügig eine neue, lukrativere Stelle antreten will. Für Arbeitgeber ist der Aufhebungsvertrag die vermeintlich bessere Alternative zur Kündigung. Beide Seiten sollten aber genau abwägen, bevor sie den Aufhebungsvertrag unterzeichnen…

    Aufhebungsvertrag Definition: Was ist das?

    Ein Aufhebungsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, mit der beide Parteien die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses regeln. Ein Aufhebungsvertrag unterscheidet sich von einer Kündigung vor allem dadurch, dass er in gegenseitigem Einverständnis geschlossen wird.

    Mit dem Aufhebungsvertrag können zum Einen Kündigungsfristen umschifft werden, zum Anderen bedarf es keines triftigen Grundes. Das ist bei einer Kündigung in den allermeisten Fällen anders. Wer beispielsweise einen Arbeitnehmer fristlos vor die Tür setzen will, benötigt sogar schwerwiegende Gründe, um eine Kündigung durchsetzen zu können.

    Profitieren können von einem Aufhebungsvertrag aber wohlgemerkt beide Seiten, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

    Diese Aspekte sind wichtig:

    • Kündigungsfristen

      An die gesetzlichen Kündigungsfristen muss sich ein Aufhebungsvertrag nicht halten. Man kann den Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis endet, frei wählen bzw. verhandeln. Somit kann die Kündigungsfrist auch verkürzt oder verlängert werden. Denkbar, dass das Arbeitsverhältnis durch den Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung beendet wird.

    • Begründung

      Ohne gute Gründe ist die Kündigung eines Mitarbeiters oft unmöglich. Bei einem Aufhebungsvertrag ist eine Begründung unnötig, da dieser einvernehmlich geschlossen wird. Der Betriebsrat ist ebenfalls nicht involviert. Er muss nur bei einer Kündigung hinzugezogen werden. Der Aufhebungsvertrag ist also eine Möglichkeit, um ein unerwünschtes Arbeitsverhältnis ohne jeglichen Grund zu einem Wunsch-Zeitpunkt zu beenden.

    • Kündigungsschutz

      Der gesetzliche Kündigungsschutz greift bei einem Aufhebungsvertrag nicht. Das kann speziell für den Arbeitgeber sehr vorteilhaft sein. Schließlich sind manche Mitarbeiter schwieriger zu kündigen als andere, zum Beispiel Mitglieder des Betriebsrats oder solche mit einem Handicap. Durch einen Aufhebungsvertrag können Arbeitgeber den besonderen Kündigungsschutz, den diese genießen, umgehen.

    Aufhebungsvertrag Vorteile

    Der Zeitfaktor ist von besonderer Bedeutung. Bei einer Kündigung können von deren Einreichung bis zum letzten Arbeitstag Ewigkeiten vergehen.

    Das ist aber nicht der einzige Vorteil eines Aufhebungsvertrags. Er kann Unternehmen auch einen langwierigen Prozess vor dem Arbeitsgericht ersparen. Viel kostengünstiger und einfacher wäre es da doch, sich außergerichtlich zu einigen. Beim Aufhebungsvertrag handelt es sich de facto um einen Vergleich, wie man ihn auch aus Gerichtsprozessen kennt.

    Für den Arbeitnehmer wiederum ist eine Aufhebung des Vertrags die oftmals beste Möglichkeit, um schnell aus einem Arbeitsvertrag herauszukommen. Das kann attraktiv sein, wenn man eine lukrative Stelle antreten will, die unverzüglich besetzt werden soll.

    Ein anderes Szenario: Ein Auszubildender, der merkt, dass er den falschen Beruf gewählt hat oder sich am Arbeitsplatz extrem unwohl fühlt, kommt so am schnellsten aus seinem Vertrag. Nicht jeder Fehlgriff kristallisiert sich schon in der Probezeit heraus. Manchmal braucht man dafür etwas länger.

    Konfliktscheue Menschen sollten sich aber hüten, vorschnell einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Denn das Klischee besagt, dass Arbeitgeber unliebsame Angestellte mit seiner Hilfe ruckzuck vor die Tür setzen und am besten noch über den Tisch ziehen wollen. Das ist in vielen Fällen auch tatsächlich so. Aber längst nicht immer.

    Hier noch mal auf einen Blick die größten Vorteile des Aufhebungsvertrags aus Arbeitnehmersicht:

    • Der Arbeitnehmer kann ohne Kündigungsfrist schnell eine neue Stelle antreten.
    • Er kann ohne Wartezeit einer für ihn unerträglichen Situation am Arbeitsplatz entkommen.
    • Der Arbeitnehmer kann den Aufhebungsvertrag aktiv mitgestalten.
    • Er kann eine Abfindung aushandeln, wenngleich kein Anspruch darauf besteht.
    • Durch einen Aufhebungsvertrag geht er einer verhaltensbedingten oder außerordentlichen Kündigung aus dem Weg.

    Aufhebungsvertrag Nachteile

    Nicht immer ist der Aufhebungsvertrag einer Kündigung überlegen. Arbeitnehmer sollten genau abwägen, welche die für sie bessere Alternative ist.

    Das sind die größten Nachteile eines Aufhebungsvertrags:

    • Arbeitnehmer riskieren eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.
    • Der gesetzliche Kündigungsschutz greift für sie nicht.
    • Für Schwangere oder Schwerbehinderte gilt der besondere Kündigungsschutz nicht.
    • Eine Anhörung durch den Betriebsrat findet nicht statt.
    • Versorgungsanwartschaften aus der betrieblichen Altersversorgung könnten entfallen.
    • Der Aufhebungsvertrag kann nicht wieder rückgängig gemacht werden (es sei denn, es wurde ein Widerrufsrecht vereinbart).

    Aufhebungsvertrag Inhalt

    Diese Punkte sollten im Aufhebungsvertrag festgehalten sein:

    • Beendigungsdatum des Arbeitsvertrags

      Das Arbeitsverhältnis kann per Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung beendet werden. Eine Frist ist aber genauso möglich.

    • Grund für die Beendigung

      Für Arbeitnehmer ist die Angabe eines Grundes wichtig, um eine Sperrfrist seitens der Arbeitsagentur abzuwenden.

    • Abfindung und Höhe der Abfindung

      Ein Anspruch besteht für Arbeitnehmer zwar nicht, aber je besser ihre Verhandlungsposition, desto größer die Chance auf eine (hohe) Abfindung.

    • Betriebliche Altersversorgung

      Arbeitnehmer sollten per Aufhebungsvertrag verhindern, dass Versorgungsanwartschaften entfallen.

    • Freistellung

      In der Regel wird der Arbeitnehmer nach Abschluss eines Aufhebungsvertrages sofort freigestellt. Er kann per widerruflicher Freistellung aber auch dazu verpflichtet werden, im Notfall doch wieder arbeiten zu müssen.

    • Urlaubsansprüche

      Falls der Arbeitnehmer noch über Resturlaub verfügt, kann er ihn weiterhin in Anspruch nehmen oder ihn sich auszahlen lassen.

    • Sonderzahlungen

      Entweder werden Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld für das laufende Jahr noch gezahlt oder der Arbeitnehmer verzichtet darauf – gegen eine Entschädigung.

    • Dienstwagen/Diensthandy

      Hier geht es um die Frage, ob und wie lange der Arbeitnehmer Dienstwagen und Diensthandy noch nutzen darf.

    • Arbeitszeugnis

      Es ist denkbar, ein komplett ausformuliertes Arbeitszeugnis in den Aufhebungsvertrag aufzunehmen. Arbeitnehmer sollten zumindest die Gesamtnote verhandeln und hineinschreiben lassen.

    • Wettbewerbsverbote

      Der Aufhebungsvertrag könnte sie vorsehen, um einen Wechsel zur Konkurrenz zu verhindern. Dafür muss der Arbeitgeber aber eine sogenannte Karenzentschädigung zahlen.

    • Ausgleichsklausel

      Darin erklären die Parteien, dass keinerlei Ansprüche mehr gegeneinander bestehen, sondern alle Ansprüche durch den Abschluss des Aufhebungsvertrags abgegolten sind.

    • Widerrufsrecht

      Es ist möglich, einer Partei ein Widerrufsrecht vom Aufhebungsvertrag zuzugestehen.

    Daneben gibt es noch weitere Aspekte, die im Einzelfall in den Aufhebungsvertrag aufgenommen werden könnten bzw. sollten. Dazu zählen:

    • Rückzahlungspflichten aus einem Arbeitgeber-Darlehen
    • Erstattung von Rechtsanwaltskosten für die Prüfung und/oder Ausarbeitung des Aufhebungsvertrags
    • Erstattung von Ausbildungskosten
    • Regelungen über mögliche Patente und Erfindungen des Arbeitnehmers
    • Wiedereinstellungsklausel
    • Klagerücknahme, sofern eine Klage bereits erhoben wurde

    Aufhebungsvertrag Arbeitszeugnis

    Dieser Punkt ist wichtig: Bestehen Sie darauf, ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausgestellt zu bekommen. Das können Sie insbesondere dann, wenn von Ihrem Arbeitgeber die Initiative ausgeht und er Ihren Vertrag vorzeitig beenden will. Wenn er zum Beispiel unter Zeitdruck steht, dann verfügen Sie über relativ viel Verhandlungsmasse.

    Im Endeffekt erhalten Sie dann nicht nur ein qualifiziertes, sondern ein sehr positives Arbeitszeugnis. Das kann sich in Ihrem weiteren Berufsleben noch auszahlen.

    Einen Anspruch darauf haben Sie selbstverständlich nicht – es ist von Ihrem Verhandlungsgeschick und Ihrer Verhandlungsposition abhängig, ob das Arbeitszeugnis Bestandteil des Aufhebungsvertrags wird. Andererseits wird kein Arbeitgeber den gemeinsamen Deal wegen eines Arbeitszeugnisses scheitern lassen. Gehen Sie also mutig voran.

    Aufhebungsvertrag Abfindung

    Der Abfindung gewürzte Aufhebungsvertrag ist ein Dokument, das Arbeitgeber relativ gerne entgegennehmen. So lassen sich Kündigungsschutz, Sozialauswahl und Betriebsrat umgehen. Der Deal ist klar: Geld gegen Weggang! In der Regel beträgt die Höhe der Abfindung zwischen 0,25 und 0,5 Brutto-Monatsgehältern pro Jahr der Beschäftigung.

    Einen Rechtsanspruch auf eine Abfindung haben Sie als Arbeitnehmer aber wohlgemerkt nicht. Es sei denn, sie ist in Ihrem Tarif- oder Arbeitsvertrag oder Sozialplan festgeschrieben.

    Darum ist die Verlockung für viele groß, den Vertrag zu unterschreiben. Das Geld kann ein schmackhafter Köder sein – und es hilft im Zweifel, die nächste Zeit zu überbrücken. Wägen Sie aber ganz genau ab, ob Sie mit dem Geld wirklich besser fahren.

    Aufhebungsvertrag Sperrzeit

    Wenn Sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, wertet die Arbeitsagentur dies als freiwillige Aufgabe eines sicheren Arbeitsplatzes. Das hat in der Regel eine zwölfwöchige Sperrzeit zur Folge, während der der Ex-Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat.

    Der Anspruch kann sogar noch weiter verkürzt werden. Sollte der Arbeitnehmer für mehr als zwölf Monate ALG erhalten, reduziert sich sein Anspruch um ein Viertel der Anspruchsdauer. So bleiben von 24 Monaten ALG-Anspruch am Ende nur noch 18 Monate übrig. Davon werden zwölf Wochen am Anfang und der Rest am Ende gestrichen.

    Die Sperre ist allerdings nicht zulässig, wenn der Arbeitnehmer ohnehin seine Stelle verloren hätte – zum Beispiel durch eine betriebsbedingte Kündigung – und wenn er der Kündigung mit dem Aufhebungsvertrag nur zuvorgekommen ist. Darum ist es wichtig, einen wichtigen Grund (z.B. betriebliche Veränderungen) in den Aufhebungsvertrag aufzunehmen. Dadurch kann die Sperrzeit umgangen werden.

    Und: Wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht, ist der Arbeitnehmer durch die Arbeitsagentur nicht kranken- oder rentenversichert. Dafür hat er selbst Sorge zu tragen. Zudem müssen Sie auf Ihre Abfindung Lohnsteuer zahlen. Für Abfindungen gilt allerdings ein ermäßigter Steuersatz.

    Wann der Vertrag unwirksam ist

    Einen Aufhebungsvertrag sollten Sie niemals spontan unterschreiben. Und drängen lassen sollten Sie sich ebenfalls nicht. Übt der Arbeitgeber Druck auf Sie aus, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen, wäre dieser sogar unwirksam – wegen Überrumpelung. Bedenken Sie: Niemand kann Sie zwingen, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben!

    Weil der Aufhebungsvertrag für sie aber so attraktiv ist, setzen ihn viele Unternehmen auf unredliche Weise ein. Sie versuchen, einen unerwünschten Mitarbeiter im Schongang zu entsorgen. Bei Ihnen als Arbeitnehmer sollten die Alarmglocken klingeln, wenn…

    • der Arbeitgeber Druck aufbaut

      Beispiel: Das Angebot ist für drei Tage gültig, aber keinen Tag länger. Lassen sie sich auf derartige Spielchen gar nicht erst ein.

    • der Arbeitgeber Drohungen ausspricht

      Wenn Sie das Angebot nicht annehmen, verklagen wir Sie. Oder: Dann machen wir Ihnen das Leben hier zur Hölle. Drohungen, egal welcher Art, gehören nicht zum Vorspiel eines Aufhebungsvertrages. Das ist unanständig, unseriös und kann vor Gericht zum Widerruf des Aufhebungsvertrags führen.

    Außerdem muss Aufhebungsvertrag stets schriftlich auf Papier fixiert werden. Nicht bindend ist eine mündliche Vereinbarung — auch dann nicht, wenn sie unter Zeugen geschlossen wurde. Ebenfalls nicht bindend ist eine schriftliche Vereinbarung per Fax, E-Mail oder SMS. Setzen Sie also auf eine formell saubere Lösung: auf den guten alten Vertrag auf Papier.

    Was möglich ist: Der Vertrag kann statt des Arbeitgebers von einem Prokuristen oder einem Mitarbeiter der Personalabteilung unterzeichnet werden.

    Aufhebungsvertrag Formulierungen

    Wir haben die wichtigsten Aspekte, die in einem Aufhebungsvertrag geregelt sein sollten, für Sie zusammengestellt – mit Formulierungsbeispielen. Das sind sie:

    1. Beendigung des Arbeitsverhältnisses

      Hier­mit heben die Parteien das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­ver­hält­nis zur Ver­mei­dung ei­ner an­sons­ten un­aus­weich­li­chen, vom Ar­beit­ge­ber aus­zu­spre­chen­den or­dent­li­chen Kün­di­gung aus be­trieb­li­chen Grün­den ein­ver­nehm­lich zum TT.MM.JJJJ auf. Die im Fal­le ei­ner Kün­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber ein­zu­hal­ten­de or­dent­li­che Kün­di­gungs­frist ist mit diesem Austrittsdatum ge­wahrt.

    2. Freistellung

      Der Arbeitgeber stellt den Arbeitnehmer ab dem TT.MM.JJJJ bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses unwiderruflich frei. Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass mit der unwiderruflichen Freistellung etwaige Urlaubs- und Freizeitausgleichsansprüche abgegolten sind.

    3. Gehalt

      Der Arbeitgeber zahlt dem Arbeitnehmer bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses das ihm zustehende reguläre Gehalt in Höhe von 0000,00 Euro brutto pro Monat.

    4. Abfindung

      Als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung in Höhe von 0000,00 Euro brutto. Der Anspruch auf Abfindung entsteht mit Abschluss dieser Vereinbarung und ist ab diesem Zeitpunkt vererblich. Fällig und zahlbar ist die Abfindung zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

    5. Zeugnis

      Der Arbeitgeber erteilt dem Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein qualifiziertes Zeugnis mit der üblichen Dankes- und Bedauernsformel und der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung „gut“.

    6. Firmeneigentum

      Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, spätestens bis zum TT.MM.JJJJ, sämtliche dem Arbeitgeber gehörenden Sachen an diesen auszuhändigen.

    7. Pflicht zur Meldung bei der Agentur für Arbeit

      Der Ar­beit­neh­mer wur­de dar­über in­for­miert, dass er zur früh­zei­ti­gen Ar­beits­su­che ver­pflich­tet ist. Er ist ver­pflich­tet, sich spä­tes­tens drei Mo­na­te vor Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses per­sön­lich bei der Agen­tur für Ar­beit ar­beits­su­chend zu mel­den. Der Ar­beit­neh­mer ist außerdem da­zu ver­pflich­tet, ak­tiv nach ei­ner Be­schäf­ti­gung zu su­chen. Informiert wurde der Ar­beit­neh­mer dar­über, dass der Ab­schluss der vor­lie­gen­den Ver­ein­ba­rung auch bei un­ver­züg­li­cher Mel­dung ei­ne Sperr­zeit zur Fol­ge ha­ben kann.

    8. Wettbewerbsverbot

      Das nachvertragliche Wettbewerbsverbot bleibt durch den Aufhebungsvertrag unberührt. Es tritt mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Kraft. Die Entschädigungszahlung fällt gemäß der Regelung im Arbeitsvertrag aus.

    Aufhebungsvertrag Vorlage

    aufhebungsvertrag vorlage musterSo kann ein Aufhebungsvertrag konkret aussehen – zwei Muster:

    • Aufhebungsvertrag Muster von Karrierebibel: Hier (PDF)
    • Aufhebungsvertrag Muster der IHK Gießen-Friedberg: Hier (PDF).

    4 Szenarien für Arbeitnehmer

    Denken Sie gut über diese Szenarien nach, bevor Sie den Aufhebungsvertrag unterschreiben:

    1. Jobwechsel

      Der Aufhebungsvertrag legt exakt das Datum fest, an dem das Arbeitsverhältnis endet. Das kann ein sehr viel früherer Zeitpunkt sein als der, den die gesetzlichen Kündigungsfristen vorsehen. Laut Gesetz können Arbeitnehmer zwar schon mit einer einmonatigen Frist kündigen, viele haben aber eine längere Kündigungsfrist im Vertrag.

      Klar ist: Wer den Vertrag zur Aufhebung unterschreibt, sollte sicher sein, den neuen Job auch wirklich in der Tasche zu haben. Sonst kann es ein böses Erwachen geben. Andererseits sollten Sie den neuen Arbeitsvertrag nicht unterschreiben, sofern Sie nicht sicher sein können, ihn auch rechtzeitig antreten zu können.

      Sie sehen: Der Prozess erfordert viel Diplomatie. Sie müssen sich als Arbeitnehmer mit zwei Parteien besprechen und einigen. Das ist Arbeit – die sich am Ende aber auszahlen kann.

    2. Renommee

      Es gibt Fälle, in denen Arbeitnehmer die fristlose Kündigung verdient hätten, weil sie sich etwas Schwerwiegendes haben zuschulden kommen lassen. Und trotzdem bietet ihnen der Chef einen Aufhebungsvertrag an. Aus Arbeitnehmersicht ist das natürlich ein schönes Szenario. Der Lebenslauf bleibt frei von Makeln, auf die weitere Jobsuche wirkt sich der Fehltritt nicht aus.

      Warum aber sollte ein Chef das machen? Vielleicht entspricht es einfach seinem Naturell. Vielleicht ist er gutmütig oder konfliktscheu. Oder es entspringt der Sympathie für den Mitarbeiter, der zwar etwas falsch gemacht hat, aber immer wohlgelitten und beliebt war.

      Zu guter Letzt kann sich ein Unternehmen nie hundertprozentig sicher sein, ob eine fristlose Kündigung vor Gericht besteht. Ein Aufhebungsvertrag wäre da die sichere Variante.

    3. Widerruf

      Achtung: Wenn Sie Ihren Aufhebungsvertrag einmal unterschrieben haben, können Sie den Federstrich kaum noch rückgängig machen.

      Wägen Sie also vorher ganz genau ab, ob Sie das Angebot wirklich annehmen wollen. Ein Widerrufs- oder Rücktrittsrecht existiert normalerweise nicht (nur, wenn Sie ihn explizit in den Kontrakt haben aufnehmen lassen). Der Vertrag könnte andernfalls höchstens wegen Irrtums oder wegen Täuschung und Drohung angefochten werden, doch dieser Weg ist steinig und führt nicht sonderlich oft zum Erfolg.

      Unterschreiben Sie daher auch nicht unter Druck. Im Zweifel setzen Sie sich vorher mit einem Anwalt, dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft in Verbindung.

    4. Hinweispflicht

      Die Aufklärungspflicht eines Arbeitgebers beschränkt sich auf die arbeits- und sozialrechtlichen Folgen des Aufhebungsvertrags. Das umfasst etwa eine mögliche Sperrzeit für das Arbeitslosengeld.

      Über mehr muss Sie Ihr Arbeitgeber aber nicht informieren. Auch nicht darüber, dass Sie vom Vertrag – sofern einmal geschlossen – nicht mehr loskommen.

      Auch darum noch mal der Rat: Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, konsultieren Sie vor der Unterzeichnung einen Anwalt.

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      Online Bewerbung: Die besten Tipps und Tricks für Online-Formulare

      Die Online Bewerbung ist aus den Personalbüros nicht mehr wegzudenken. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Personalsuchenden mühevoll durch Berge an Bewerbungspapier gekämpft haben. Doch die Art der Übermittlung kann sich auch weiterhin unterscheiden: Die einen bevorzugen eine Bewerbung via E-Mail, die anderen über das hauseigene Online-Formular. Bei beiden Varianten gibt es für Bewerber eine Menge zu beachten. Was Sie bei einer Online Bewerbung in die nächste Runde bringt – und was Ihnen das Genick bricht…

      Was ist eine Online Bewerbung?

      Wenn von einer Online Bewerbung die Rede ist, können im Wesentlichen zwei Varianten gemeint sein:

      1. E-Mail-Bewerbung

        Dabei verschicken Sie Ihre Bewerbung per Mail. Sie erstellen zunächst Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen, führen die einzelnen Dokumente in einem PDF zusammen und fügen sie Ihrer Mail als Anhang bei. Die Bewerbung an sich beinhaltet alle wesentlichen Bestandteile: Anschreiben, Lebenslauf, Anlagen. Nur auf das Papier können Sie verzichten.

      2. Online-Formular

        Diese Variante wird immer beliebter. Sie erlaubt es Unternehmen, Bewerbungen in das hauseigene IT-System zu überführen. Das ist einfacher und verursacht deutlich weniger Aufwand. Der Bewerber muss dabei seine Angaben in eine Online-Bewerbungsmaske eingeben, kann zwischen den Seiten hin- und herblättern und die Bewerbung am Ende per Absenden auf den Weg bringen. Anhänge werden im entsprechenden Feld hochgeladen.

      Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Die E-Mail-Bewerbung lässt Bewerbern mehr (kreativen) Spielraum. Sie können Schwerpunkte besser herausarbeiten, eigene Akzente setzen. Ein Online-Formular engt den Bewerber stärker ein, macht es ihm schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzusetzen.

      Hinweis: Die meisten Systeme erlauben es, zwischen den einzelnen Seiten hin- und herzublättern. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie Ihre Angaben nicht nachträglich noch bearbeiten können, wenn Sie auf „Weiter“ geklickt haben. Erst mit dem Absenden der vollständigen Bewerbung ist das nicht mehr möglich.

      Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sich zunächst anonym unter falschem Namen anmelden, Screenshots von allen Feldern machen, Antworten per Word vorbereiten und diese später unter richtigem Namen eingeben – und dann erst Ihre Online Bewerbung absenden. Das ist umständlich, aber eine Option.

      Bei Fragen zur Online-Bewerbung melden Sie sich ruhig in der Personalabteilung – aber bitte nur, wenn es keine Fragen sind, deren Antworten Sie kinderleicht selbst in Erfahrung bringen könnten. Das HR-Büro ist kein Beratungsbüro, allzu unbedarfte Fragesteller verspielen Sympathien.

      Online Bewerbung schreiben: Ja oder nein?

      Eine Grundregel bei der Bewerbung lautet: Wenn in einer Stellenanzeige die gewünschte Bewerbungsform genannt wird, dann halten Sie sich auch bitte daran! Wird also eine Online-Bewerbung eingefordert, dann sehen Sie von einer Papierbewerbung mit klassischer Bewerbungsmappe ab. Andernfalls verspielen Sie nicht nur wichtige Sympathien, sondern möglicherweise auch den Job.

      Die Online Bewerbung setzt sich dabei zunehmend gegen ihre analoge Konkurrenz durch. Immer mehr Unternehmen – und Bewerber – schätzen ihre Einfachheit und Schnelligkeit. Aber sie hat auch ihre Tücken: Das Internet verleitet so manchen zu Nachlässigkeiten und Schlampereien. Fehler, die bei einer Papierbewerbung nie passieren würden, treten bei der Online-Bewerbung mitunter häufiger auf.

      Darum sollten Sie auch bei der Online Bewerbung auf Genauigkeit achten. Formulieren Sie sorgfältig, achten Sie penibel genau auf Grammatik und Rechtschreibfehler.

      Online-Bewerbungsformular richtig ausfüllen

      Immer mehr Unternehmen nutzen Online-Formulare, die Bewerber am Bildschirm ausfüllen sollen – beziehungsweise ausfüllen müssen. Viele Felder wollen dann mit den relevanten Informationen gefüllt werden: Kontaktdaten, Ausbildung, Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen usw.

      Einzelne Bestandteile wie Anschreiben oder Lebenslauf können oft als Anhang hochgeladen werden – in der Regel klappt das problemlos. Darum sollten Sie als Erstes alle Informationen aktualisieren und sammeln – alles, was für die Bewerbung wichtig sein könnte. Ihre Unterlagen sollten aktuell sein und vollständig. Legen Sie sich vorab insbesondere diese zurecht:

      • Tabellarischer Lebenslauf (als PDF)
      • Arbeitszeugnisse (Scans)
      • Empfehlungsschreiben

      Einsteiger-Hinweis für alle Online-Bewerber: Füllen Sie im Online-Formular unbedingt alle Felder aus! Eine freies Feld kann zur Absage führen. Vielleicht sortiert Sie der Computer einfach aus – und verhindert so, dass je ein Mensch aus Fleisch und Blut Ihre Bewerbung zu Gesicht bekommt. Im Normalfall kommen Sie aber erst gar nicht weiter zum nächsten Bildschirm, wenn Sie ein Pflichtfeld freilassen.

      Darauf kommt es bei der Online Bewerbung an:

      1. Anschreiben

        Auch bei der Online-Bewerbung darf ein individuelles Anschreiben nicht fehlen. Eruieren Sie den Ansprechpartner im Unternehmen und richten das Anschreiben persönlich an ihn oder sie – auch wenn Sie das Anschreiben im Online-Formular eintragen. Auch Datum und Betreffzeile bitte noch mal kontrollieren, sollten Sie das Anschreiben im Online-Formular hochladen müssen. Der Personaler sollte nicht den Eindruck gewinnen, es hier mit einer Massenbewerbung zu tun zu haben.

      2. Unterschrift

        Die Unterschrift ist ein klassischer Bestandteil der Bewerbung. Machen Sie sich die Mühe, Ihre Unterschrift einzuscannen und Sie in Ihre Bewerbung zu transferieren. Unterschreiben Sie einfach auf einem weißen Blatt Papier, scannen Sie die Unterschrift ein und fügen Sie diese am Ende des Anschreibens ein. Dann können Sie es hochladen oder per Mail versenden. Oder Sie drucken die Bewerbung aus, unterschreiben und scannen sie wieder ein. Je nachdem, was einfacher für Sie ist und besser aussieht (könnte von Ihrem Equipment abhängen). Auch bei Online-Bewerbungen gehört eine Unterschrift dazu. Sie haben die Unterschrift vergessen? Das kann schon mal passieren und muss nicht Ihr sofortiges Aus bedeuten. Aber es zeugt dennoch von mangelnder Sorgfalt und Ungenauigkeit. Denken Sie also lieber daran!

      3. Vorschreiben

        Sie können die einzelnen Felder im Online-Formular ruhig vorschreiben. So vermeiden Sie einfache und Flüchtigkeitsfehler. Noch besser, Sie lassen die Textbausteine noch einmal von einem Freund oder Verwandten gegenlesen. Oder Sie aktivieren die Rechtschreibprüfung in Ihrem Textverarbeitungsprogramm, korrigieren mögliche Fehler und Buchstabendreher und übertragen den Text dann erst in Ihre Online-Bewerbung im Browser. Und noch ein Tipp: Verzichten Sie in der Online Bewerbung vorsichtshalber auf Sonderzeichen wie das Euro- oder Prozent-Symbol. Die könnten zu Formatierungsfehlern – und Missverständnissen – führen. Schreiben Sie also Euro und Prozent einfach in Buchstaben aus.

      4. Freitextfelder

        In der Regel müssen Sie im Online-Formular verschiedene Freitextfelder ausfüllen – eventuell auch das Anschreiben. Achten Sie vor allem auf Zeichenbegrenzungen, die verhindern könnten, dass Ihr ganzes Anschreiben hineinpasst. In dem Fall müssen Sie clever und sinnvoll kürzen. Beschränken Sie sich dann auf Ihre wesentlichen Aussagen und nutzen Sie die wichtigsten Schlüsselwörter, um die Anforderungen des Jobs sowie Ihre Kompetenzen und Erfahrungen zu beschreiben. Auch gut im Freitextfeld: Absätze, Spiegelstriche und Gliederstriche einbauen, um den Text zu strukturieren und übersichtlich zu gestalten.

      5. Anhänge

        Auf der einen Seite muss die Online Bewerbung vollständig sein. Auf der anderen Seite sollten Sie sie nicht überladen. Begrenzen Sie die Empfehlungsschreiben also auf maximal drei und nehmen Sie nur die Arbeitszeugnisse der letzten drei Stationen auf. Das Bewerbungsfoto integrieren Sie in den Lebenslauf. Alle Dokumente fassen Sie dann in einem PDF zusammen, um dem Personaler die Durchsicht zu erleichtern. Zum Zusammenfügen einzelner PDFs gibt es im Netz kostenlose Tools wie SmallPDF oder SodaPDF. Nicht vergessen, dem PDF-Dokument hinterher einen passenden Dateinamen zu geben! Mit Tools wie BeCyPDFMetaEdit können Sie sogar die Metadaten des PDFs bearbeiten, um auch ja keine verräterischen Spuren zu hinterlassen. Manchmal müssen Sie die Anhänge einzeln hochladen, zum Beispiel das Anschreiben und den Lebenslauf. Halten Sie sich einfach an die Vorgaben, die das jeweilige Unternehmen in seinem Online-Bewerbungsformular macht.

      6. Dateigröße

        Die meisten Bewerbungsformulare haben eine Begrenzung, was die Größe der Uploads betrifft. Diese kann zum Beispiel bei 1 MB pro Datei liegen oder bei 5 MB für alle Anhänge zusammen. Sie müssen also Ihre Unterlagen für die Online-Bewerbung so komprimieren, dass sie das Maximum nicht überschreiten. Das gelingt mit Tools wie SmartPDF oder PDF24. Wenn das nicht hilft, müssen Sie Ihre Dateien verringern – gerade Bilddateien, Arbeitsproben oder Zeugnisse benötigen viel Speicherplatz. Vielleicht genügt es schon, eine oder zwei Arbeitsproben komplett wegzulassen.

      7. Dateiname

        Eine vermeintliche Kleinigkeit, die Ihnen aber auf die Füße fallen könnte. Geben Sie den Dateien, die Sie im Rahmen Ihrer Online-Bewerbung hochladen wollen, vernünftige Namen. Noch besser als anschreiben.pdf wäre zum Beispiel der Dateiname anschreiben.eva.mustermann.pdf. So kann der Empfänger Ihre Bewerbung leichter erfassen und im System einsortieren. Am besten bringen Sie sogar den Namen des potenziellen Arbeitgebers und die ausgeschriebene Stelle im Dateinamen unter. Das zeigt dem Personaler, dass die Datei speziell für ihn angefertigt wurde.

      8. Spamfilter

        Sobald Sie die Bewerbung abgeschickt haben, läuft die Zeit. Als Nächstes sollte eine Empfangsbestätigung in Ihrem Posteingang landen. Für Sie ist das ein gar nicht so unwichtiger Hinweis, das Ihre Bewerbung eingegangen ist. Jetzt können Sie abwarten, bis sich das Unternehmen wieder bei Ihnen meldet – mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einer Absage. Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Spam-Ordner, damit Ihnen die Nachricht nicht durch die Lappen geht.

      9. Social Media

        Ihre Social-Media-Profile sind zwar kein direkter Bestandteil Ihrer Online-Bewerbung. Aber Sie können davon ausgehen, dass der Personalverantwortliche sich auch im Netz ein Bild von Ihnen machen will, sobald er Ihre Unterlagen auf dem Tisch bzw. Bildschirm hat. Und da kommen Facebook, Twitter, Xing und Linkedin ins Spiel – sie sind für Personalmanager einfach unwiderstehlich. Bringen Sie Ihre Profile auf den neuesten Stand – zum Beispiel durch ein aktuelles und professionelles Foto oder durch eigene Beiträge zu Fachthemen. Ganz wichtig: Ihre Angaben in den sozialen Netzwerken dürfen denen in Ihrer Bewerbung – zum Beispiel im Lebenslauf – nicht widersprechen.

      Top 10: Diese Unternehmen machen es Bewerbern leicht!

      Online Bewerbung ArbeitgeberWelche Arbeitgeber in Deutschland haben den besten Online-Bewerbungsprozess? Forschungsunternehmen Potentialpark hat es untersucht. Bei diesen Unternehmen sollten sich Jobsucher vorstellen, wenn sie sich eine transparente, einfache und praktische Online-Bewerbung wünschen:

      Online Bewerbung – das Ranking der besten 10 Arbeitgeber in Deutschland 2019:

      • Fresenius
      • ThyssenKrupp
      • Deutsche Telekom
      • TÜV Nord
      • Allianz
      • Ernst and Young
      • ProSiebenSat1.Media
      • Otto
      • Nestlé
      • BASF

      Online Bewerbung Muster

      Die Online-Bewerbung ist keine Bewerbung zweiter Wahl. Sie sollte genauso sorgfältig erstellt werden wie eine Bewerbung auf Papier – und alle erforderlichen Unterlagen enthalten.

      Überprüfen Sie also unbedingt, ob sie auch wirklich komplett ist. Eine nachträgliche Korrektur ist nach dem Absenden nicht mehr möglich.

      Die Anordnung der Dokumente sollte in der Online-Bewerbung per E-Mail so sein:

      Hier finden Sie zwei Muster-Lebensläufe für Ihre Online-Bewerbung – als WORD-Datei und PDF zum Downloaden:

      Online Bewerbung: 3 Tipps

      Wenn Ihre Online Bewerbung restlos überzeugen soll, müssen Sie auf verschiedenste Dinge achten. Karrieresprung zeigt Ihnen die wichtigsten:

      • E-Mail-Adresse

        Richten Sie sich eine seriöse E-Mail-Adresse ein, sofern Sie noch keine haben. Absender wie MisterBoombastic@gmail.de oder HeißeBiene123@gmx.de kommen bei Personalentscheidern nur bedingt gut an. In Wahrheit vermitteln sie mangelnde Professionalität.

        Nichts falsch machen können Sie mit vorname.Nachname@Provider.de. Wenn Sie einen Allerweltsnamen wie Meier, Müller, Schmitz oder Öztürk haben, müssen Sie wahrscheinlich improvisieren, da viele Adressen schon vergeben sind. Eine Zahlenkombination hinter dem Namen könnte die Lösung sein. Beispiel: ronald.meyer1976@provider.de.

        Eine seriöse E-Mail-Adresse brauchen Sie in jedem Fall. Bei der E-Mail-Bewerbung verschicken Sie von dieser Adresse Ihre Bewerbung, im Online-Formular müssen Sie ebenfalls eine Adresse angeben, über die Sie erreichbar sind. Auf diesem Wege erreicht Sie auch die Nachricht, ob Sie eine Runde weiter gekommen oder aus dem Rennen geflogen sind.

        Und achten Sie außerdem darauf, dass Sie überall im Bewerbungsprozess die gleiche E-Mail-Adresse angeben.

      • Dokumente

        Wichtig: Loggen Sie sich erst ins Online-Formular ein, wenn Sie alle wichtigen Dokumente überarbeitet und aktualisiert haben. Dazu zählen insbesondere das Anschreiben und der Lebenslauf. Denken Sie auch an die Zeugnisse und mögliche Empfehlungsschreiben.

        Im Optimalfall halten Sie alle Dokumente einzeln vor und führen Sie außerdem einmal zu vollständigen Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

      • Online-Profil

        Achtung, Stalker im Anmarsch! Ernsthaft: Wenn Sie eine Bewerbung abschicken, lenken Sie die Aufmerksamkeit des Personalbüros auf sich. Das bedeutet konkret, dass der Personaler mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit im Internet nach Ihnen suchen wird. Schließlich kann er alle verfügbaren Informationen gut gebrauchen, um sie zu einem möglichst vollständigen Bild über Ihre Person zusammenzufügen.

        Googeln Sie sich also ruhig mal selbst und schauen sie, was die Suchmaschine auf Seite eins über Sie ausspuckt. Bei allen Treffern, die Sie aktiv verändern können, sollten Sie das auch tun. Das werden hauptsächlich Ihre sozialen Profile sein: Xing, Linkedin, Facebook, Twitter oder auch Ihre private Homepage.

        Legen Sie vor allem Wert auf die Business-Profile Xing und Linkedin und aktualisieren Sie diese. Sie können neue Stationen hinzufügen, Referenzen oder Arbeitsproben. Tipp: Wenn Ihr Xing-Profil gut gepflegt und vorzeigbar ist, sollten Sie es ruhig für alle User im Netz öffentlich sichtbar machen. Dies können Sie in den Xing-Einstellungen festlegen.

      Online-Bewerbung Vorteile

      Die Online Bewerbung ist auf dem Vormarsch. Die Unternehmen, die noch ausschließlich auf Papier setzen, kann man bald vermutlich an einer Hand abzählen. Immerhin bietet eine Online Bewerbung unbestrittene Vorzüge, sowohl für das Unternehmen als auch für die Bewerber:

      • Zeit

        Eine Online-Bewerbung können Sie immer und überall abschicken: frühmorgens, nachts, am Wochenende. Sie müssen nicht darauf warten, bis die Postfiliale wieder öffnet, um die Unterlagen an den Arbeitgeber zu versenden. Auch der Arbeitgeber kann seine Antwortmails ganz unkompliziert durchs Internet schicken.

      • Kosten

        Für Sie als Bewerber fallen keine Kosten für Porto, Briefumschlag und Bewerbungsmappe an. Auch der Arbeitgeber kann sich das Porto sparen, wenn er auf Online-Bewerbungen setzt. Die zusätzlichen Kosten für Strom und WLAN sind dagegen zu vernachlässigen.

      • Empfänger

        Die Unterlagen, die Sie über ein Online-Formular verschicken, können im Prinzip nicht verloren gehen (es sei denn, Sie landen im Spam-Ordner). Und sie erreichen automatisch die richtige Stellen. Eine große Hilfe! Das ist auch für den Arbeitgeber eine Erleichterung.

      • Update

        Viele Unternehmen machen es möglich, dass sich der Bewerber über den Bewerbungsstatus informiert. Er kann sich einloggen und sieht, wie weit fortgeschritten er ist. Das ist zwar noch nicht überall möglich. Und es macht auch den Prozess zwar nicht schneller, aber transparenter.

      Checkliste: Das sind die größten Fehler!

      Online Bewerbung groesste FehlerBitte vermeiden – das sind die größten Fehler bei einer Online Bewerbung:

      • Unvollständige Angaben und fehlende Anlagen
      • Tippfehler und Rechtschreibfehler
      • Zu große Dateianhänge
      • Unseriöse oder infantile E-Mail-Adresse
      • Häufige Benutzung von Abkürzungen
      • Unprofessionelles Bewerbungsfoto
      • Eingebaute Emojis und Emoticons
      • Durchgehende Kleinschreibung
      • Umgangssprache
      • Keine Anrede, Grußformel und Unterschrift

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      [Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

      Einstellungstest: Kostenlos üben, Fragen, Lösungen und die besten Tipps

      Einstellungstest Beispiele Tipps

      Der Einstellungstest ist eine Rückversicherung für Unternehmen. Er soll das Risiko verringern, dass man dem falschen Bewerber einen Arbeitsvertrag vorlegt. Für Bewerber bedeuten Einstellungstests eine Extremsituation. Auf die sollte man sich vorbereiten. Dafür müssen Bewerber aber erst einmal wissen, mit was für einem Einstellungstest sie es zu tun bekommen…

      Einstellungstest Fragen: 10 Aufgaben zum Üben!

      Einstellungstests kann man üben. Legen Sie direkt los! Wir haben 10 beispielhafte Fragen für Sie vorbereitet: Rechnen, Sprachverständnis, Allgemeinwissen, Persönlichkeit. Die Lösungen finden Sie ganz unten.

      Hier sind 10 Aufgaben zum Üben:

      • 1. Für ein Pastagericht für 4 Personen werden 500 Gramm Hackfleisch benötigt. Wie viel Hackfleisch benötigt man für zehn Personen?
      • 2. Bitte rechnen Sie im Kopf: 75,6 + 567 + 12,7
      • 3. Bitte rechnen Sie im Kopf: 29 x 476
      • 4. Ein Wort hat nicht eine ähnliche Bedeutung wie mindern. Welches?
        a) abrunden b) abwerten c) verkleinern d) einschätzen e) abnehmen
      • 5. Ein Wort hat nicht eine ähnliche Bedeutung wie Dementi. Welches?
        a) Richtigstellung b) Bestätigung c) Widerruf d) Berichtigung e) Ableugnung
      • 6. Wer wählt in Deutschland den Bundeskanzler?
        a) Das Volk b) Die Länderminister c) Der Bundestag d) Die Bundesversammlung
      • 7. Wählen Sie die richtige Schreibweise:
        a) Rhythmus b) Rytmus c) Rhytmus d) Rythmus
      • 8. Frau Yildirim möchte ein Auto kaufen. Der Verkäufer bietet ihr 12,5 Prozent Rabatt auf den Listenpreis in Höhe von 18.000 Euro an. wie viel muss Frau Yildirim zahlen?
      • 9. Was tun Sie, wenn Sie jemand anschreit?
      • 10. Wären Sie lieber Förster oder Lehrer?

      Einstellungstest Polizei: Warum er entschärft wurde

      Einstellungstest PolizeiDie Bundespolizei sucht dringend Personal – und hat daher ihre Anforderungen an Bewerber gesenkt. So gibt es mittlerweile keine Mindestgrößen (Frauen: 1,63 Meter, Männer: 1,65 Meter) und Maximalgrößen (1,95 Meter) mehr. Auch Sporttest und Sprachtest sind weniger anspruchsvoll als früher. Liegestütze und Weitsprung wurden gestrichen.

      Der Sporttest besteht nun aus diesen drei Teilen:

      • Koordinationstest

        Rolle vorwärts, Umlaufen eines Medizinballs, Überspringen und Unterkriechen einer Latte, erneutes Umlaufen des Medizinballs, zweites Überspringen und Unterkriechen einer Latte, drittes Umlaufen eines Medizinballs, nochmaliges Überspringen und Unterkriechen einer Latte, letztes Umlaufen eines Medizinballs, Rückkehr zum Ausgangspunkt – das alles (je nach Geschlecht und Alter) in 18 bis 22 Sekunden.

      • Zwölf-Minuten-Lauf

        19- bis 24 faches Umlaufen eines Rechtecks mit 100 Metern Umfang in zwölf Minuten.

      • Pendellauf(wurde neu aufgenommen)

        Viermaliges Zurücklegen einer Strecke von zehn Metern zwischen zwei Turnkästen innerhalb von 10,3 bis 11,9 Sekunden.

      Im schriftlichen Test müssen die Bewerber ein Diktat von 180 Wörtern meistern. Bestimmte Begriffe tauchen aber nicht mehr auf. Das Wort „Chrysantheme“ zum Beispiel müssen die angehenden Bundespolizisten nicht mehr fehlerfrei schreiben können. Darüber hinaus besteht das Auswahlverfahren der Bundespolizei je nach Laufbahn noch aus anderen Bausteinen wie einem Vorstellungsgespräch und einer ärztlichen Untersuchung, in der die Kandidaten auf ihre körperliche Eignung abgeklopft werden.

      Es handelt sich wohlgemerkt um das Auswahlverfahren der Bundespolizei. Der Einstellungstest der Polizei weicht davon ab – und er ist sogar noch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Selbst der Sporttest ist nicht einheitlich. In Berlin müssen Polizeibewerber zum Beispiel einen Hindernisparcours absolvieren, im Saarland müssen Klimmzüge möglichst lange halten und in Bayern Bankdrücken und Sprünge aus dem Stand hinlegen.

      Einstellungstest Aufgaben

      Einstellungstest ist nicht gleich Einstellungstest. Es gibt die verschiedensten Formate und Inhalte. Diese Kompetenzen werden am häufigsten abgefragt:

      1. Wissen

        Damit ist zum Einen das Allgemeinwissen gemeint. Geschichte, Politik, Sport. Aber auch mathematische Grundkenntnisse werden gerne abgefragt: Dreisatz, Bruchrechnen und die Grundrechenarten (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren). Für die meisten Arbeitgeber äußerst relevant ist das Sprachverständnis eines Bewerbers. Unter Umständen spielt auch das jeweilige Branchenwissen eine Rolle. Tipp: Nähern Sie sich einem Wissenstest wie der Teilnahme bei Wer wird Millionär?: So viel lesen wie möglich, auch mal ins Lexikon gucken.

      2. Persönlichkeit

        Ein Persönlichkeitstest basiert zum großen Teil auf der Selbsteinschätzung des Kandidaten. Wo sieht er selbst seine Stärken und Schwächen, welche Interessen und Werte hat er, welche Verhaltensweisen legt er an den Tag? Auf diese Weise wollen sich Unternehmen der Persönlichkeit eines Bewerbers nähern. Immer mehr Unternehmen legen nämlich Wert darauf, dass Bewerber auch menschlich ins Unternehmen passen. Der Fachbegriff dafür lautet: Cultural Fit. Manche Firmen haben sogar schon Tools auf ihren Karriereseiten installiert, mit denen die Bewerber selbst vorab checken können, ob ihre Denkweise, Mentalität, Einstellung deckungsgleich mit der des Arbeitgebers ist. Ein Einstellungstest im wahrsten Sinne des Wortes also…

      3. Fitness

        Körperliche Fitness ist in jedem Beruf hilfreich – in manchen aber ist sie Grundvoraussetzung. Darum müssen Bewerber bei der Bundeswehr, Feuerwehr oder Polizei körperlich topfit sein. Ihr Bewerbungsverfahren beinhaltet in der Regel eine Sportprüfung. Wenn Sie die Disziplinen kennen, können Sie sich gezielt darauf vorbereiten. Andernfalls hilft nur regelmäßiges Training. Auch Bewerber der Deutschen Sporthochschule in Köln müssen eine Sporteignungsprüfung absolvieren.

      4. Intelligenz

        Im Intelligenztest wird das logische Denkvermögen geprüft. Sie können also die richtigen Antworten – anders als im Wissenstest – NICHT auswendig lernen. Das Ganze geschieht unter größtem Zeitdruck, was die Sache so knifflig macht. Nichtsdestotrotz können Sie einen Intelligenztest trainieren. Üben Sie Zahlen-, Wort- und Figurenreihen, Sudokus, gerne auch Kreuzworträtsel. Aufgaben, bei denen man nie nach Schema F vorgeht, sondern stets einen neuen Lösungsweg suchen muss.

      Wann Sie mit einem Test rechnen müssen

      Nicht jedes Unternehmen will sich auf Bewerbungsunterlagen und Schulnoten verlassen. Ein Test – so die Theorie – klopft den Bewerber gründlich ab. Er gibt Aufschluss darüber, wie intelligent, gebildet und stressresistent Sie wirklich sind.

      In der Praxis ergänzt ein Einstellungstest das Bewerbungsgespräch. Er ersetzt es aber nicht. Für manche Einstellungstests bitten die Unternehmen ins Assessment Center, in anderen sind Interview und Test zeitlich weiter voneinander getrennt.

      Natürlich flechten viele Arbeitgeber Testfragen auch in Ihre Jobinterviews ein. Wenn man dem Bewerber Fang-, Stressfragen und Brainteaser vor die Füße wirft, muss man ihn nicht extra zum Einstellungstest bitten. Das spart Zeit und Geld.

      Sie merken: Ein Einstellungstest ist keine bösartige Schikane. Im Gegenteil, er zeigt den Stellenwert, den Sie als Bewerber innehaben. Das Unternehmen macht sich extra die Mühe, organisiert ein Testverfahren, lädt die Bewerber ein, wertet die Klausuren aus. Eine Einladung zum Einstellungstest dürfen Sie also durchaus als Komplimentchen verstehen.

      Viele Einstellungstests haben gemeinsam, dass sie die Bewerber in unterschiedlichen Kategorien abfragen. Dazu zählen Allgemeinwissen, logisches Denken, Mathe, Sprachverständnis und Branchenwissen. Die Ausrichtung unterscheidet sich von Firma zu Firma, von Branche zu Branche. Allgemeinwissen zum Beispiel lässt sich aus keinem Anschreiben und auch nicht aus den Schulzeugnissen und Unizeugnissen herauslesen. Warum also nicht einfach abfragen?

      Einstellungstest Vorteile

      Ganz klar: Der Arbeitgeber will sein Risiko minimieren. Stellt er den falschen Bewerber ein, kostet ihn das viel Geld. Die Organisation eines Einstellungstests oder Assessment Centers wäre vermutlich günstiger gewesen. Schließlich sind Bewerbungsverfahren für die Unternehmen kostspielig. Sie müssen Stellenanzeigen schalten, Karriereseiten updaten, Fahrtkosten übernehmen. Dazu kommen die verlorene Arbeitszeit, Verpflegungskosten und und und…

      Der Einstellungstest soll die Wahrscheinlichkeit erhöhen, den richtigen Bewerber zu finden. Das macht hinterher auch das Onboarding leichter, die Produktivitätsverluste halten sich in Grenzen, eine weitere Recruiting-Runde kann man sich sparen.

      Was außerdem für einen Einstellungstest spricht:

      • Ein Einstellungstest bietet eine bessere Vergleichbarkeit als Vorstellungsgespräche. Jedes Interview verläuft anders. Die Tests dagegen kann man im Prinzip übereinanderlegen.
      • Der Einstellungstest bietet Chancengleichheit. Die Bedingungen sind für jeden komplett identisch. Das setzt auch das mögliche Argument der Diskriminierung schachmatt.
      • Einstellungstests gewährleisten Objektivität. Man kann das Allgemeinwissen klar nachprüfen, ohne sein Urteil von subjektiven Faktoren beeinflussen zu lassen.
      • Der Einstellungstest ist umfassender als ein Jobinterview. Das Unternehmen sammelt Erkenntnisse auf breiter Basis. Sprachverständnis, Wissen, Intelligenz. So kann es ein Persönlichkeitsprofil erstellen, dass der Realität sehr nahe kommt.

      Einstellungstest Nachteile

      Auch das kann man festhalten: Ein Einstellungstest ist nicht die ultimative Lösung, um die Befähigung eines Bewerbers festzustellen. Er bietet keine absolute Verlässlichkeit und kann zu vielfältigen Irrtümern führen. In dem Fall hätte ein Unternehmen nur unnötigen Aufwand betrieben.

      Was spricht gegen einen Einstellungstest? Vor allem Folgendes:

      • Aussagekraft

        Kennt der Bewerber zufällig die richtige Antwort auf eine Frage, hat er Glück gehabt. Kennt er sie nicht, fliegt er raus. Aber welche Rolle spielt das für den Arbeitsalltag? Es geht doch darum, immer wieder neue, individuelle Lösungen zu finden. Ein Wissenstest sagt über diese Fähigkeit nichts aus. Auch kann man über die Selektion streiten. Vielleicht hätte der Bewerber in einem anderen Wissenstest mit anderen Schwerpunkten viel besser abgeschnitten und der andere deutlich schlechter. Über Tests kann man sich einem Bewerber nähern. Stellen kann man ihn nicht.

      • Tagesform

        Ein Einstellungstest ist für alle gleich. Auch dieses Argument könnte man zerpflücken, denn es stimmt nur bedingt. Selbst wenn alle Kandidaten zeitgleich im Prüfungszimmer sitzen und mit dem gleichen Stift schreiben, sind die Rahmenbedingungen doch höchst unterschiedlich. Der eine ist übermüdet, weil er gestern Abend seine Mutter ins Krankenhaus fahren musste. Der andere ist durch eine Erkältung geschwächt. Der dritte hat eine 100 Kilometer lange Anfahrt hinter sich. Waffengleichheit gibt es nicht, niemals, auch nicht im Einstellungstest.

      Was von Ihnen erwartet wird

      Was wollen Unternehmen eigentlich per Einstellungstest herausfinden? Vor allem, ob Sie folgende Fähigkeiten besitzen…

      1. Zahlenverständnis

        Ein beliebter Satz lautet: In Mathe war ich noch nie gut. Das klingt charmant, weil man indirekt damit klar macht, eher der soziale Typ zu sein. Darum kokettieren heutzutage viele Menschen mit ihrer Mathe-Schwäche. Sollten sie aber nicht. Zahlenverständnis wird immer wichtiger, die Wirtschaft lässt sich immer mehr von Big Data treiben. Daten sammeln und auswerten – ein Super-Skill für die moderne Arbeitswelt. Darum sind Mathe-Aufgaben im Einstellungstest populär. Trotzdem: Sie müssen kein Mathematik-Genie sein, um gut abzuschneiden. Üben Sie für den Anfang aber schon mal Prozentrechnen, Kopfrechnen und Dreisatz…

      2. Logisches Denkvermögen

        Zahlen- oder Figurenreihen, die Sie fortführen sollen, sind klassische Beispiele. Sie testen unsere Begabung, logisch zu denken. Die ist nicht unwichtig. Immer mehr Routinejobs gehen verloren, zum Beispiel in der Produktion. In den neuen Jobs kommt es viel mehr darauf an, analytisch vorzugehen, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

      3. Konzentration

        Auch Konzentrationsfähigkeit ist eine Begabung, die an Wert gewinnt. Immerhin versuchen Smartphone und Co., uns dauerhaft von unseren eigentlichen Aufgaben abzulenken. Jeder Einstellungstest stellt Ihre Konzentration auf die Probe. Das gilt für Wissenstests wie für Intelligenztests.

      4. Allgemeinbildung

        Echte Gelehrte, so wie es sie früher gab, gibt es heutzutage kaum noch. Mit einer Ausnahme: Professor Google. Der weiß einfach alles. Dennoch bringt es in jedem Beruf Vorteile, wenn man über Gott und die Welt halbwegs Bescheid weiß. In manchen Berufen geht es gar nicht ohne umfassende Allgemeinbildung. Eine Journalistenschule etwa sieht man ohne überdurchschnittliches Allgemeinwissen nicht von innen.

      Einstellungstest Tipps

      Nervosität ist nichts, was Sie den Job kosten muss. Im Gegenteil, sie sorgt dafür, dass Sie im Einstellungstest hellwach und aufmerksam sind. Das reduziert die Gefahr für Flüchtigkeitsfehler. Aber paralysieren sollte Sie Ihre Angst natürlich nicht.

      Damit Sie mit guten Chancen in den Einstellungstest gehen, empfiehlt sich folgendes:

      • Vorbereitung

        Sie ist das A und O. Bereiten Sie sich gut auf den Einstellungstest vor. Die Schwerpunkte hängen natürlich von der Art der Prüfung ab. Bleiben Sie auf dem Laufenden, was das Weltgeschehen betrifft, wenn Sie ein Wissenstest erwartet. Befassen Sie sich mit Bilderrätseln und Zahlenreihen, wenn ein Intelligenztest vor der Tür steht. Und selbst wenn sie keinen blassen Schimmer haben, wie die Prüfung aussehen wird: Eine gute Vorbereitung macht Sie sicherer!

      • Auftreten

        Ziehen Sie sich vernünftig an. Duschen, rasieren, Schuhe polieren, die ganze Palette. Warum das alles? Sie müssen zwei Aspekte bedenken: Zum Einen verleiht Ihnen ein gepflegtes Äußeres Selbstvertrauen. Sie fühlen sich fit, stark, ready to go. Das wiederum wirkt sich auf Ihre Performance im Einstellungstest aus. Zum Zweiten werden auch die anwesenden Unternehmensvertreter ein Auge auf Sie werfen. Wenn Sie durch Jogginghose und Krümel im Bart glänzen, dann sieht es zumindest nicht ganz professionell aus. Das sind Minuspunkte, die Sie ganz leicht vermeiden können. Tun Sie das!

      • Ruhe

        Nicht nur durch die Optik können Sie den Entscheidern auffallen – im Guten wie im Schlechten. Sind Sie ein Nervenbündel, das hektisch auf einem Stift herumkaut, mit den Füßen hin- und her wippt oder panisch die Hände überm Kopf zusammenschlägt? So einen will man nicht zwingend im Team haben. Denn auch im Arbeitsalltag werden Stresssituationen auf Sie zukommen. Bewahren Sie also Ruhe und lassen Sie sich Ihre Unsicherheit (wenn vorhanden) nicht anmerken.

      • Sorgfalt

        Wenn Sie die Lösung auf eine Frage nicht kennen, dann kennen Sie sie nicht. Was Sie aber im Einstellungstest gar nicht gebrauchen können, sind Flüchtigkeitsfehler. Sie entstehen durch mangelnde Sorgfalt und Zerstreutheit. Bleiben Sie fokussiert! Achten Sie genau darauf, was von Ihnen verlangt wird und schreiben Sie nicht einfach wild drauflos. Zur Not werfen Sie ein Stück Traubenzucker ein, um die Konzentration wahren zu können. Lesen Sie sich – sofern zeitlich möglich – auch zum Schluss alles noch einmal durch. Rechtschreibung, Grammatik, Buchstabendreher, unsaubere Formulierungen – all das ist in einem Einstellungstest wichtig.

      • Zeit

        Zeitmanagement ist ein Riesen-Thema im Arbeitsalltag. Vor allem Selbstständige, Freiberufler und Home Office-Worker wissen nur zu gut, wie wertvoll eine gute Zeiteinteilung ist. Das ist sie auch im Einstellungstest. Verplempern Sie nicht unzählige Zeigerrunden für eine einzige von 30 Aufgaben. Lösen Sie erst diejenigen, die Sie lösen können. Ist zum Schluss noch Zeit auf der Uhr, können Sie sich den ungeknackten Nüssen widmen. Setzen Sie Prioritäten! Das wird auch im Job von Ihnen verlangt.

      • Erwartungshaltung

        Gehen sie nicht mit zu hohen Erwartungen in den Einstellungstest. Ja, Sie haben richtig gehört. Sie haben es ja gar nicht in der Hand, welche Fragen kommen werden. Mit ein bisschen Pech sind es genau die falschen. Das ist nicht Ihre Schuld. Sie sollten sich gut vorbereiten, abends früh schlafen gehen, pünktlich auf der Matte stehen und den Test konzentriert absolvieren. That’s it! Für alles andere müssen Sie sich keine Vorwürfe machen. Überdies muss Ihr Einstellungstest gar nicht perfekt laufen. Gehen Sie davon aus, dass auch die anderen Bewerber nicht jede Frage korrekt beantworten.

      • Alternativen

        Bei der Jobsuche sollten Sie nie alles auf eine Karte setzen. Schauen Sie nach vorne und überlegen sich, was Sie im Falle eines Ausscheidens tun. Gehen Sie parallel weiter auf Stellensuche. Das bewahrt sie auch vor der Opferrolle, in die man bei widrigen Umständen gerne schlüpft (Zu schwere Fragen! Unfaire Gewichtung!) Bleiben Sie aktiv. Und: Jeder Einstellungstest gibt Ihnen Erfahrung mit auf den Weg – auch dann, wenn er völlig in die Hose gegangen ist. Schon beim nächsten Mal sind Sie routinierter, können auf Erfahrungswerte zugreifen. Vorteil!

      Einstellungstest Beispiel

      Wie sieht so ein Einstellungstest in der Praxis aus? Zum Beispiel wie jener der Deutschen Journalistenschule. Hier sind zehn der insgesamt 24 Fragen der Aufnahmeprüfung 2017:

      • Seit dem 1.Januar ist ein neuer Generalsekretär der Vereinten Nationen im Amt. Wie heißt er?
      • Wie heißt der Bundespräsident Deutschlands, und wie heißen seine beiden Vorgänger?
      • Der MDAX (abgeleitet von Mid-Cap-DAX) ist neben dem DAX der zweitwichtigste deutsche Aktienindex. Aus wievielen Werten besteht er? Nennen Sie zwei.
      • Am 1.Juni 2016 wurde in der Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit ein historisches Bauwerk eingeweiht. Es handelt sich um…?
      • Warum waren viele Musikvideos auf YouTube bis Ende vergangenen Jahres in Deutschland „nicht verfügbar“?
      • Durch welchen Interpreten wurde dieses Album/dieser Song bekannt? a.) „Heroes“ b.) „Faith“ c.) „Purple Rain“ d.) „Suzanne“
      • Welches ist der größte deutsche Medienkonzern (nach Umsatzzahlen)?
      • Von welchem Gremium wird der deutsche Bundespräsident gewählt, und wie setzt sich dieses zusammen? Welche weiteren Aufgaben hat dieses Gremium?
      • Wer sind die „Blauhelme“, wer die „Weißhelme“?
      • Oft liest und hört man den Begriff „Gentrifizierung“. Was versteht man darunter?

      Einstellungstest PDF: Üben, üben, üben!

      Einstellungstest PDFHier finden Sie noch mehr weiterführende Fragen, Aufgaben, Tipps und Hinweise zum Einstellungstest. Die Links führen zu externen Seiten, die wir im Netz für Sie recherchiert haben:

      • Einstellungstest Mechatroniker: Hier (PDF).
      • Einstellungstest Öffentlicher Dienst: Hier (PDF).
      • Einstellungstest trainieren (Verdi): Hier (PDF).
      • Einstellungstest üben (Stadt Dietzenbach): Hier (PDF).
      • Einstellungstest typische Aufgaben (Saarland/Bundesagentur für Arbeit): Hier (PDF).

      Testaufgaben Lösungen

      Hier sind die Lösungen unserer Testaufgaben von ganz oben:

      • 1. 1.250 Gramm
      • 2. 655,3
      • 3. 13.804
      • 4. d) einschätzen
      • 5. b) Bestätigung
      • 6. c) Bundestag
      • 7. a) Rhythmus
      • 8. 15.750 Euro
      • Fragen 9 und 10 sind Fragen zur Persönlichkeit des Bewerbers. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.

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      [Bildnachweis: panitanphoto by Shutterstock.com]

      Telefoninterview: Tipps, No-Gos und typische Fragen

      Das Telefoninterview ist eine zeitgemäße Alternative zum Face-to-Face-Vorstellungsgespräch. In den meisten Fällen ist es aber nur dessen Vorstufe. Der Personaler kann via Telefon seinen Kandidatenkreis überprüfen – und verkleinern. Wenn Sie im Telefoninterview nicht überzeugen, schwinden Ihre Chancen auf den Job. So weit muss es aber gar nicht kommen. So überzeugen Sie im telefonischen Interview

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      Grundsätzlich setzen Unternehmen Telefoninterviews gerne ein, weil…

      • …sie dadurch Zeit und Geld sparen. Jobinterviews vor Ort sind aufwändiger, langwieriger und teurer.
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      • …sie die Spontanität und (geistige) Flexibilität eines Bewerbers testen können. Gespräche am Telefon erfordern Soft Skills. Auch die Kommunikationsfähigkeit wird auf den Prüfstand gestellt. In vielen Jobs müssen Kandidaten in der Lage sein, ein professionelles Telefonat zu führen. Das ist nicht jedermanns Stärke.
      • …sie einen Kandidaten besser kennenlernen. Wer zuerst ein Telefoninterview führt und dann noch ein Bewerbungsgespräch am Firmensitz, nimmt einen Bewerber doppelt unter die Lupe. Und aus der Statistik wissen wir: Je größer die Stichprobe, desto zuverlässiger das Ergebnis. Zweimal ist zwar nicht viel, aber zweimal ist besser als einmal.
      • …sie offene Fragen klären. Möglich, dass es dabei um Lücken im Lebenslauf, Fremdsprachenkenntnisse oder EDV-Kenntnisse oder etwas ganz anderes geht. Die wichtigsten Punkte können Arbeitgeber und Bewerber vorab besprechen. Fällt die Antwort nicht zufriedenstellend aus, kann sich das Unternehmen die Einladung zum Jobinterview sparen.

      Telefoninterview Dauer

      Gut vorbereitet ist halb gewonnen – das gilt für das Telefoninterview genauso wie für ein Bewerbungsgespräch von Angesicht zu Angesicht. Aber manchmal haben Sie gar keine Zeit für eine gründliche Vorbereitung. Dann nämlich, wenn Sie der Personaler überfallartig anruft. Auf dieses Prozedere müssen Sie sich erst gar nicht einlassen.

      Teilen Sie dem Anrufer mit, dass Sie momentan beschäftigt sind und keine Zeit für ein längeres Gespräch haben, aber sehr gerne einen zeitnahen Termin vereinbaren. Bei der Gelegenheit fragen Sie am besten direkt nach, wie lange das Telefoninterview voraussichtlich dauern wird. So können Sie sich besser darauf einstellen.

      Die veranschlagte Dauer des Telefoninterviews lässt zudem Rückschlüsse auf dessen Inhalt zu. Ein 20-minütiges Gespräch kratzt meist nur an der Oberfläche, lässt höchstens ein paar Rückfragen zu Ihrer Person und Ihrem Lebenslauf zu.

      Ist jedoch eine ganze Stunde avisiert, sollten Sie mit tiefergehenden Fragen zu Ihren Plänen und Karrierezielen rechnen – und auch einige smarte Rückfragen vorbereiten.

      Die Dauer hängt nicht zuletzt von unterschiedlichen Parametern ab – von Ihrem Sprechtempo etwa, der Länge Ihrer Selbstpräsentation oder von Ihren Rückfragen. Sie haben die Dauer des Telefoninterviews also selbst in der Hand – beziehungsweise im Mund. Die Mitte macht’s – nicht zu langatmig werden, aber auch nicht zu kurz angebunden sein!

      Insgesamt lässt sich festhalten: Ein Telefoninterview dauert normalerweise zwischen 30 und 60 Minuten.

      Telefoninterview: Lidl und Deutsche Bahn machen’s auch

      Telefoninterview Lidl Deutsche BahnTelefoninterviews sind gang und gäbe. Hier eine kleine Auswahl von Unternehmen, die auf telefonische Bewerbungsgespräche setzen:

      • Lidl
      • Deutsche Bahn
      • Xing
      • Hays
      • Cornelsen Verlag
      • Auto1
      • Bechtle
      • Deutsche Bank
      • Zeiss

      Lidl etwa will nach eigenen Angaben durch Telefoninterviews eine „solide Vorauswahl“ treffen. Dabei ist von der jeweiligen Stelle abhängig, ob der Discounter mit dem Bewerber ein Telefoninterview, ein Online-Assessment oder ein Videointerview durchführt. Im Internet berichten Bewerber, dass ihr Telefoninterview mit Lidl rund 20 Minuten gedauert hat.

      Telefoninterview Ablauf

      Ein Telefoninterview läuft meist so ähnlich ab wie ein Vorstellungsgespräch vor Ort. Es sei denn, der Unternehmensvertreter ruft Sie spontan und ohne Termin an. In dem Fall will er Sie testen. Will wissen, wie Sie reagieren und wie Sie mit Stress umgehen.

      Wenn Sie sich aber zum Telefoninterview verabredet und auf einen festen Termin geeinigt haben, ist der Ablauf üblicherweise so:

      • Vorstellung

        Sie begrüßen sich gegenseitig. Ihr Gesprächspartner stellt sich und sein Unternehmen kurz vor. Danach sind Sie an der Reihe. Wer sind Sie, woher kommen Sie, was haben Sie bisher gemacht?

      • Fragen

        Der Personalverantwortliche wird sich zuvor einige Fragen zurechtgelegt haben. Auf diese können Sie sich vorbereiten (siehe unten). Er will mehr über Sie erfahren, über Ihre Persönlichkeit und Motivation. Manchmal sind ihm spezifische Fachkenntnisse sehr wichtig.

      • Formalitäten

        Ein mögliches Eintrittsdatum könnte ein Thema sein. Oder Ihre genaue Position im Unternehmen. Oder Ihre Gehaltsvorstellungen. Viel hängt davon ab, ob Sie noch anderswo unter Vertrag stehen oder sofort verfügbar sind.

      • Rückfragen

        Die Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen, sollten Sie unbedingt nutzen. Bereiten Sie eine Handvoll Fragen vor, die Sie – je nach Gesprächsverlauf – am Ende anbringen. In jedem Fall sollten Sie sich am Ende des Telefongesprächs nach dem weiteren Vorgehen erkundigen – und wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Ganz zum Schluss folgt die Verabschiedung.

      Telefoninterview Vorbereitung

      So gehen Sie gut vorbereitet ins Telefoninterview:

      • Sammeln Sie Informationen

        Sie sollten über die Basics Bescheid wissen. Was macht das Unternehmen überhaupt? Wo hat es Standorte, wie viele Mitarbeiter, welches Geschäftsmodell? Dazu genügt es oft schon, auf der Homepage zu stöbern. Auch ein Blick in die tagesaktuellen Nachrichten – beispielsweise durch eine Suche über Google News – kann nicht schaden.

      • Lernen Sie Ihren Lebenslauf

        Nicht so, dass sie ihn im Telefoninterview wie auswendig gelernt herunterrattern. Aber die wichtigsten Stationen und die größten Erfolge sollten sitzen. Zu Ihren Tätigkeiten, Stationen, Erfahrungen sollten Sie etwas sagen können – und sich dabei von Ihrer besten Seite präsentieren.

      • Bereiten Sie sich auf wichtige Fragen vor

        Sie können natürlich nicht jede Frage des Personalers kommen sehen. Viele aber schon. Schauen Sie sich vor allem die Standardfragen an und überlegen Sie sich ein paar sinnvolle – vielleicht sogar originelle – Antworten. Das gibt Ihnen Sicherheit.

      • Recherchieren Sie Ihren Gesprächspartner

        Indem Sie zum Beispiel auf sein Xing- oder Linkedin-Profil surfen. Die gesammelten Informationen könnten Ihnen helfen, sich auf Ihren Gesprächspartner vorzubereiten und einzustellen. Und vielleicht entdecken Sie ja sogar eine Gemeinsamkeit, die gleichen Hobbys oder dieselbe Alma Mater. Das bringt Sympathiepunkte.

      • Checken Sie die Telefonverbindung

        Wenn die Technik verrückt spielt, könnte das negativ auf das ganze Telefoninterview abfärben. Sorgen Sie also dafür, dass die Leitung steht. Benutzen Sie ein Festnetztelefon und kein Handy. Ein Smartphone, dem zwischendurch der Saft ausgeht, könnte signalisieren, dass Sie auch im Job schlampig und wenig sorgfältig sind. Vermeiden!

      • Ziehen Sie sich schick an

        Ja, es geht noch immer um ein Telefoninterview. Und ja, Ihr Gesprächspartner wird Sie gar nicht sehen können. Aber unterschätzen Sie nicht die Macht der Psychologie. Gute Kleidung macht Menschen selbstbewusster und selbstsicherer. Das wiederum hört man auch übers Telefon. Ziehen Sie sich also so an, als würden Sie zu einem Vorstellungsgespräch in die Firma gehen.

      Telefoninterviews Tipps

      Diese Tipps helfen Ihnen, ein erfolgreiches Telefoninterview zu führen:

      • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre

        Smalltalk liegt nicht jedem. Versuchen Sie trotzdem, Ihren Gesprächspartner zu Beginn des Telefoninterviews emotional abzuholen. So bauen Sie eine gewisse Nähe auf – was sich bestimmt nicht schlecht auf den weiteren Verlauf des Gesprächs auswirkt. Vergessen Sie nicht, viel zu lächeln – auch das hört man am Telefon.

      • Vermeiden Sie Hintergrundlärm

        Fatal, wenn im Hintergrund der Fernseher läuft! Sie sollen sich voll und ganz auf das Telefoninterview konzentrieren, es nicht nur so nebenbei führen. Fokus und Konzentrationsfähigkeit sind schließlich auch im Job wichtig. Stellen Sie alle elektronischen Geräte – TV, Radio, Smartphone – aus und ziehen sich in ein möglichst ruhiges Zimmer zurück, in dem Sie nicht gestört werden.

      • Achten Sie auf Ihre Stimme

        Sprechen Sie langsam und deutlich. Sie können das Tempo auch variieren, aber bitte nicht nuscheln. Stimme und Sprechweise sollen ihr Selbstbewusstsein zeigen, nicht ihre Nervosität. Was hilft: Während des Telefonats aufstehen und einen festen Stand einnehmen.

      • Vermeiden Sie Jargon

        Jugendslang, Schimpfwörter oder gar Fäkalsprache – in Ihrer Freizeit können Sie sagen, was und wie Sie wollen. Aber im Telefoninterview achten Sie möglichst darauf, sich wie ein gebildeter und zivilisierter Mensch auszudrücken. Auch Füllwörter wie „äh“ und „öh“ nach Kräften vermeiden.

      • Lassen Sie sich nicht ablenken

        Während des Telefoninterviews machen Sie nur eines: Telefonieren. Also nicht nebenbei essen, rauchen, trinken, auf dem Smartphone herumtippen, mit der Fernbedienung oder dem Hund spielen. Mit einer Ausnahme…

      • Stellen Sie Wasser hin

        Die einzige Ablenkung, die Sinn macht: einen Schluck Wasser trinken. Das bewahrt Sie vor einem trockenen Hals. Aber nichts mit Kohlensäure. Aufstoßgefahr!

      • Lassen Sie Pausen zu

        Stille ist ein rhetorisches Mittel, das gerne unterschätzt wird. Lassen Sie sich in Pausen nicht verrückt machen und versuchen Sie nicht, krampfhaft irgendetwas zu sagen, nur um die Stille wegzuquasseln. Ruhig bleiben, Gedanken sammeln, Orientierung bewahren.

      • Fragen Sie nach

        Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie unbedingt nach! Das ist bei einem Telefonat nichts Verwerfliches. „Können Sie das noch mal wiederholen bitte? Ich hab’ es akustisch nicht verstanden.“

      • Fallen Sie nicht ins Wort

        Andere unterbrechen ist eine grobe Unsportlichkeit. Im Telefoninterview kann es das Aus bedeuten, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner fortwährend ins Wort fallen. Das zeigt nicht nur, dass Sie keine Manieren haben – sondern auch, dass Sie nicht zuhören können.

      • Stellen Sie sich auf Englisch ein

        Vor allem in größeren Unternehmen entwickelt sich Englisch zunehmend zur Amtssprache. Vielleicht will der Personaler mit eigenen Ohren hören, ob und wie gut Sie es beherrschen. Stellen Sie sich also mental darauf ein, dass er spontan ins Englische wechselt. Dann bitte nicht in Panik verfallen, sondern ganz ruhig bleiben und nicht überhastet antworten.

      • Verabschieden Sie sich persönlich

        „Vielen Dank für das nette Gespräch, Herr oder Frau Schneider!“ Verabschieden Sich unbedingt persönlich von Ihrem Gesprächspartner. Dies beschert Ihnen einen guten letzten Eindruck – und Pluspunkte.

      9 typische Fragen im Telefoninterview

      Die Fragen in einem Telefoninterview sind nicht bei jedem Bewerber gleich. Ihr Gesprächspartner wird – sofern er sich gut vorbereitet – auf Ihren Lebenslauf eingehen. Dabei könnte er auf Lücken gestoßen sein, auf viele Arbeitgeberwechsel oder auf Stationen, die auf eine Kündigung in der Probezeit hindeuten. Es würde sich anbieten, Sie danach zu fragen.

      Falls Ihre Vita derart neuralgische Punkte aufweist, bereiten Sie sich darauf vor. Fragen im Telefoninterview könnten sein:

      • Wurden Sie im letzten Job gekündigt und warum?
      • Welche Kompetenzen qualifizieren Sie für den Job?
      • Welche Motivation bringen Sie mit?

      Es gibt auch Unternehmen, die unkonventionelle Wege gehen. Manche verlangen am Telefon, dass Ihnen der Bewerber einen Witz oder eine spannende Anekdote aus Ihrem Leben erzählt. Andere switchen unvermittelt in eine andere Sprache – zumal dann, wenn Fremdsprachenkenntnisse im neuen Job eine entscheidende Rolle spielen.

      Der Interviewer will im Telefongespräch in den meisten Fällen etwas herausfinden über Ihre…

      • Werte
      • Ziele
      • Motivation
      • Arbeitsweise

      Diese Fragen könnten im Telefoninterview auf Sie zukommen:

      • Wie geht es Ihnen?

        Eine vermeintlich harmlose Einstiegsfrage. Aber eine, die es durchaus in sich hat. Denn ob jemand Smalltalk beherrscht – wenigstens im Ansatz – gibt Hinweise darauf, wie souverän er oder sie später mit Kollegen, Kunden und Gesprächspartnern umgehen wird. Seien Sie unverfänglich, aber charmant. Und sagen Sie bitte nicht, dass Sie gerade „furchtbar nervös“ seien: Sie sind keine 14 mehr!

      • Was halten Sie von unseren Produkten?

        Achtung! Wenn Sie sich jetzt als Ahnungsloser outen, der das Unternehmen gar nicht wirklich kennt, sind Sie unten durch. Sie sollten schon wissen, was das Unternehmen herstellt und wofür es sonst noch bekannt ist. Sie müssen sich nicht als Fan der Firma positionieren, aber dürfen tun Sie es schon. Ehrlich gesagt ist es nämlich so: Schleimen hilft. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

      • Was mochten Sie an Ihrem letzten Job nicht?

        Das ist eine fiese Frage. Einerseits sollte man niemals über den alten Arbeitgeber lästern, aber ein bisschen Kritik kann ja grundsätzlich nicht schaden – außerdem wäre es vollkommen unrealistisch, wenn Sie nichts zu beanstanden gehabt hätten. Einen Mittelweg zu finden ist schwierig, aber nicht unmöglich. Beispiel für eine gute Antwort: „Ich hätte gerne noch mehr Verantwortung übernommen.“ Oder mit einem Augenzwinkern: „Die Kantine war eine einzige Katastrophe.“

      • Was reizt Sie besonders an diesem Job?

        Der Personaler drängt Sie dazu, möglichst konkret zu werden. Sie sollten natürlich Ihre allgemeine Motivation nach vorne stellen. Aber Sie können ruhig auch ins Detail gehen – und die Dinge nennen, die Ihnen normalerweise besonders viel Freude bereiten. Beachten Sie nur: Ihre Ziele und Wünsche sollten sich mit denen des Unternehmens decken! Tabu sind Antworten wie: „Gutes Gehalt“ oder „Angenehme Arbeitszeiten“. Wenn Sie Ihrem Unternehmen bei der Entwicklung helfen und sich dabei selbst weiterentwickeln – das wäre ein Win-win.

      • Sind Sie ein Häuptling oder ein Indianer?

        Für die meisten dürfte die Antwort klar sein. Sie werden mit Häuptling antworten – die meisten aber wohl nur deshalb, weil sie denken, dass diese Antwort von ihnen erwartet wird. Wenn Sie sich für einen Häuptling halten, dann müssen Sie dies aber auch gut begründen – und mit Referenzen – belegen können.

      • Was muss ich über Sie wissen, was nicht in Ihrem Lebenslauf steht?

        Eine sehr offensive Frage in einem Telefoninterview. Sie verrät, wie offen Sie sind. Der Grad Ihrer Offenheit bleibt aber natürlich Ihnen überlassen. Geben Sie nichts preis, von dem Sie nicht wollen, dass es Ihr Gesprächspartner erfährt. Aber Sie können genauso gut ein markiges Statement abgeben, ein kleines Geheimnis lüften und sich somit in Erinnerung bringen.

      • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?

        Eine Frage, die im Telefoninterview extrem schwierig zu beantworten ist. Den meisten dürfte wohl bewusst sein, dass sie nicht mit „möglichst einfach“ oder „Hauptsache, viel Geld verdienen“ antworten sollten. Aber über wie viel Gestaltungskraft verfügen Sie? Wie konkret sieht Ihre Karriereplanung aus und wie arbeiten Sie? Darauf lässt Ihre Antwort Rückschlüsse zu.

      • Wovor haben Sie – diesen Job betreffend – am meisten Respekt?

        Dass nicht alles eitel Sonnenschein sein wird, sollte klar sein. Aber wie viel Offenheit wollen Sie Ihrem Gesprächspartner zumuten? Durch eine überlegte Antwort beweisen Sie Reflexion, Weitsicht und Verstand. Und Sie zeigen, dass Sie wissen, welche Herausforderungen auf Sie zukommen und wie Sie diese meistern wollen.

      • Wie viel Interesse haben Sie an dieser Stelle auf einer Skala von 1 bis 10?

        Die Mehrzahl der Kandidaten dürfte 10 sagen. Dann müssen sie aber auch darlegen können, warum das so ist. Wenn Sie gerne pokern oder wirklich noch mehrere Asse im Ärmel haben, können sie auch 8 oder 9 antworten. Daraufhin wird Sie der Personaler ganz bestimmt fragen, warum es zur 10 nicht gereicht hat. Wenn Sie jetzt etwas Kluges sagen, beweisen Sie Chuzpe und können sogar Ihren Marktwert in die Höhe treiben. Ein Vabanque-Spiel!

      Telefoninterview: Vorteile und Nachteile

      Telefoninterview TippsDer größte Vorteil des Telefoninterviews in der Bewerbung: Ihr Gegenüber sieht Sie nicht. Sie können im Bademantel telefonieren oder im Jogginganzug, auf der Couch oder im Garten, völlig ungeschminkt und mit zerzauster Aufsteh-Frisur.

      Auch sieht er nicht, dass Sie unruhig mit den Fingern tippen oder sonstige Zuckungen haben. Gerade für Menschen, die schnell nervös werden oder Lampenfieber entwickeln, ein unschätzbarer Vorteil.

      Ein Nachteil ist es für all die, die im persönlichen Gespräch sehr sicher sind. Sie können ihre Stärken nicht in die Waagschale werfen – beziehungsweise müssen damit bis zum Bewerbungsgespräch warten.

      Sie können Ihre Worte nicht durch Gestik und Mimik unterstützen. Und: Wenn Sie nicht mit einer wohlklingenden Stimme gesegnet sind, hilft Ihnen das im Telefoninterview auch nicht.

      8 No-Gos im Telefoninterview

      Das kommt im Telefoninterview gar nicht gut an:

      • Lärm

        Setzen Sie nicht in Ihr Lieblingscafé oder lassen das Fenster auf, wenn Sie an einer vielbefahrenen Straße wohnen. Ruhe sorgt für höhere Konzentration – und sie vermittelt Professionalität. Wenn im Hintergrund jemand Krach macht, könnte man an Ihrer zweifeln.

      • Indiskretion

        Plaudern Sie nicht aus dem Nähkästchen. Privates soll privat bleiben. Ihre Eltern, Kinder oder Liebschaften sind nicht Thema im Telefoninterview. Bedenken Sie: Sie reden hier mit einem Fremden, den Sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben – und möglicherweise auch nie zu Gesicht bekommen werden.

      • Multitasking

        Menschen sind nicht fürs Multitasking gemacht (entgegen einer weitverbreiteten Meinung auch Frauen nicht). Konzentrieren Sie sich voll und ganz aufs Telefoninterview – auch wenn die Verlockung groß ist, sich nebenbei die Nägel zu lackieren.

      • Desinteresse

        In jedem Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber Rückfragen stellen, um erstens mehr Informationen zu gewinnen und zweitens Interesse zu signalisieren. Das gilt auch für ein telefonisches Bewerbungsgespräch.

      • Unpünktlichkeit

        Sie sollten schon ans Telefon gehen, wenn der Personaler Sie zum verabredeten Zeitpunkt anruft – oder selbst pünktlich im Personalbüro durchklingeln. Unpünktlichkeit ist in Personaler-Kreisen eine Todsünde. Haben Sie wenigstens eine gute Ausrede parat, wenn Sie zu spät dran sind.

      • Hinhaltetaktik

        „Entschuldigen Sie, ich habe gerade jemanden in der Leitung. Ich rufe Sie in zwei Minuten zurück, ok?“ Der Job scheint bei Ihnen nicht oberste Priorität zu haben. So kommt das bei Ihrem Gegenüber jedenfalls an. Tun Sie so etwas nicht – es sei denn, Sie sind in einer familiären Notlage, die keinen Aufschub duldet.

      • Unterbrechungen

        Auch wenn Sie schon ganz ungeduldig sind und Ihre Punkte unbedingt anbringen wollen: Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nicht ins Wort. Lassen Sie ihn ausreden und hören aufmerksam zu – das ist gar nicht immer so leicht, wie es sich anhört.

      • Funkloch

        Nicht selbstverständlich, dass Ihr Gesprächspartner Sie gut versteht. Für ein erquickliches Gespräch ist eine gute Verbindung zwingend erforderlich. Stellen Sie sicher, dass alles funktioniert und Sie nicht in einem Funkloch sitzen.

      Telefongespräch Bewerbung: Gute Zeichen

      War das telefonische Kennenlernen nun ein Erfolg oder doch eher ein Reinfall? Das ist oft schwer zu beurteilen. Auch der Gesprächspartner wird Ihnen sicher nicht verraten, ob Sie in seinen Augen eine gute oder schlechte Figur abgegeben haben. Abr es gibt Indizien. Manchmal erkennen Sie es daran, dass…

      1. …Sie Gemeinsamkeiten entdecken konnten

        Persönliche Sympathie sollte Sie niemals unterschätzen – erst recht nicht im Bewerbungsprozess. Wenn Sie und Ihr Telefoninterviewer Gemeinsamkeiten entdeckt und sich darüber ausgetauscht haben, ist das ganz bestimmt kein Nachteil für Sie. Ob es sich dabei um die gemeinsame Schule, Universität, Arbeitgeber handelt oder den gleichen Fußballverein, Urlaubsziel oder Lieblingsserie im TV. Gemeinsames verbindet.

      2. …das Gespräch länger gedauert hat als erwartet

        Der Personaler opfert seine kostbare Zeit nicht aus Langeweile für Sie. Er will wissen, ob Sie für das Unternehmen brauchbar, für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind. Wenn Sie das offenkundig nicht sind, ist es in seinem Interesse, das Gespräch möglichst schnell zum Ende zu bringen. Erkennt er jedoch Potenzial in Ihnen, widmet er Ihnen gerne noch ein paar Minuten mehr. Dauert das Telefoninterview also länger als erwartet, ist dies ein gutes Zeichen.

      3. …Sie gut vorbereitet waren

        Vorbereitung ist das eine, Umsetzung das andere. Wenn Ihnen die gut gelungen ist, dann dürfen Sie sich berechtigte Hoffnungen auf den Job machen. Wenn Sie zum Beispiel Fachwissen über die Branche und das Unternehmen einbringen, Ihre größten Erfolge darlegen und die Fragen souverän beantworten konnten, ist das eine schöne Belohnung für die Mühen, die Sie in die Vorbereitung des Telefoninterviews gesteckt haben.

      Telefoninterview Leitfaden

      Telefoninterview Leitfaden

      • Störquellen beseitigen
      • Rückfragen vorbereiten
      • Gerade hinsetzen
      • Unterlagen ausbreiten
      • Festnetztelefon benutzen
      • Wasser hinstellen
      • Notizen machen
      • Viel lächeln
      • Deutlich sprechen
      • Ausreden lassen
      • Persönlich verabschieden

      Eine Checkliste zum Ausdrucken finden Sie hier: Telefoninterview PDF.

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      [Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

      Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

      Kuendigungsfristen Arbeitnehmer Arbeitgeber Arbeitsvertrag

      Die Kündigungsfristen sind gesetzlich vorgegeben. Kein Unternehmen kann Sie von heute auf morgen vor die Tür setzen. Umgekehrt können Sie auch Ihrem Arbeitgeber nicht urplötzlich den Rücken kehren. Aber wie lange dauert es von der Kündigung bis zum letzten Arbeitstag? Wie lange ist ist die Kündigungsfrist bei einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren? Und wie lange ist die gesetzliche Kündigungsfrist bei 20 Jahren? Alles, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum Thema Kündigungsfristen wissen müssen…

      Gesetzliche Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

      Bei einer ordentlichen Kündigung sind die gesetzlichen Kündigungsfristen einzuhalten. Sie gelten für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber und sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) § 622 geregelt.

      Die sogenannte Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. eines Monates oder zum Monatsende. Diese gilt für jeden Arbeitnehmer – mit Ausnahme derer, mit denen vertraglich etwas anderes vereinbart wurde. So können beispielsweise Kleinbetriebe, die weniger als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der Azubis beschäftigen, durch eine individuelle Vereinbarung im Arbeitsvertrag festhalten, dass die vierwöchige Kündigungsfrist durch den Arbeitnehmer nicht nur zum 1. und 15. eines Monats vollzogen werden kann, sondern ohne festen Kündigungstermin.

      Weniger als vier Wochen darf die Kündigungsfrist aber auch hier nicht betragen. Sie können als Arbeitnehmer also bei Ihrem Arbeitgeber vier Wochen vorher die Kündigung einreichen – unabhängig davon, wie lange Sie schon beschäftigt sind.

      Umgekehrt gilt dies nicht. Will der Arbeitgeber einem Mitarbeiter kündigen, ist die Dauer der Betriebszugehörigkeit die entscheidende Größe. So beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitgeber

      • einen Monat zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von zwei Jahren
      • zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von fünf Jahren
      • drei Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von acht Jahren
      • vier Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von zehn Jahren
      • fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von zwölf Jahren
      • sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren
      • sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats bei einer Betriebszugehörigkeit von 20 Jahren

      Eine Ausnahme bilden Aushilfstätigkeiten, die nicht länger als drei Monate ausgeübt werden. Hier kann im jeweiligen Arbeitsvertrag eine kürzere Kündigungsfrist als die gesetzliche festgelegt werden.

      Kündigungsfristen Probezeit: Wann kann ich kündigen?

      Die Probezeit ist schon dem Namen nach eine Ausnahme: eine Zeit, in der sich der Arbeitnehmer bewähren soll und muss. Sie dient dazu, dass sich beide Seiten näher kennenlernen.

      In Wahrheit bringt sie in erster Linie dem Unternehmen Vorteile. Es kann sich schnell eines neuen Mitarbeiters entledigen, sollte sich herausstellen, dass dieser für die Stelle untauglich – oder charmanter ausgedrückt: nicht so prädestiniert wie erhofft – ist.

      Aber: Auch in der Probezeit kann das Unternehmen einen Arbeitnehmer nicht von heute auf morgen vor die Tür setzen. Es gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen – sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber.

      Entscheidend ist dabei, wann die Kündigung der Gegenseite zugeht. Dies muss innerhalb der Probezeit erfolgen. Möglich ist es demzufolge auch, am letzten Tag der Probezeit zu kündigen und den Arbeitsvertrag somit zwei Wochen nach der Probezeit zu beenden.

      Eine Ausnahme ist die außerordentliche fristlose Kündigung. In diesem Fall gibt es keine Kündigungsfrist.

      Kündigungsfristen Arbeitsvertrag: Welche Regelungen können enthalten sein?

      Die gesetzlichen Kündigungsfristen stehen im Bürgerlichen Gesetzbuch. Sie sind allgemeingültig. Das heißt aber nicht, dass alle zusätzlichen Klauseln zur Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag unwirksam sein müssen – manche sind es aber durchaus. Schauen Sie also genau in Ihren Arbeitsvertrag.

      So darf zum Beispiel die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer nie unterhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist von vier Wochen liegen. Ein Arbeitgeber kann nicht einfach eine Kündigungsfrist von einer, zwei oder drei Wochen in den Arbeitsvertrag aufnehmen. Tut er es doch, ist die Klausel unwirksam.

      Im entgegengesetzten Fall ist eine Verlängerung sehr wohl möglich. So kann beispielsweise die Kündigungsfrist des Arbeitnehmers an die des Arbeitgebers angepasst werden. Dann muss auch der Arbeitnehmer bei einer langjährigen Betriebszugehörigkeit eine mehrmonatige Kündigungsfrist einhalten – nicht allein das Unternehmen. So ist es speziell bei Führungskräften keine Seltenheit, dass in ihren Arbeitsverträgen eine mehrmonatige Kündigungsfrist festgeschrieben wird.

      Aber Achtung: Über die Kündigungsfrist des Unternehmens hinausgehen darf sie nicht. Und zu lang sein darf sie ebenfalls nicht. So entschied das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil 2017, dass eine dreijährige Kündigungsfrist eine unangemessene Benachteiligung des Arbeitnehmers und damit unwirksam sei. Sie verstoße gegen Paragraph 307 des Bürgerliches Gesetzbuches (BGB), weil sie die im Grundgesetz geschützte Berufsausübungsfreiheit verletze. Steht eine solche Klausel in Ihrem Arbeitsvertrag, ist sie unwirksam. Sprechen Sie im Zweifelsfall Ihren Rechtsanwalt darauf an.

      Bei aller Fairness und Chancengleichheit: Eine verlängerte Kündigungsfrist hat für Sie als Arbeitnehmer natürlich Nachteile. Sie können nicht so schnell den Arbeitsplatz wechseln, um eine neue Herausforderung anzunehmen. Ein möglicher Einkommensverlust!

      Arbeitgeber hingegen können länger und besser planen, ihre Personalplanung profitiert insgesamt. Andererseits können kurze Kündigungsfristen in Zeiten des War for Talents durchaus auch ein Argument sein, das Unternehmen bei der Verhandlung mit Fachkräften in die Waagschale werfen können.

      Kündigungsfristen Tarifvertrag: Das gilt im Öffentlichen Dienst

      Auch in Tarifverträgen finden sich mitunter spezielle Regelungen und Hinweise zu Kündigungsfristen. Ein genauer Blick lohnt sich!

      Achtung: Anders als im Arbeitsvertrag können die tariflichen Kündigungsfristen deutlich verkürzt sein. Dabei können sie auch von den gesetzlichen Kündigungsfristen abweichen.

      Der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) etwa unterscheidet zwischen befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen.

      Diese Kündigungsfristen gelten laut Tarifvertrag für unbefristete Verträge:

      • zwei Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von weniger als sechs Monaten
      • ein Monat Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von bis zu einem Jahr
      • sechs Wochen Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen einem und fünf Jahren
      • drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen fünf und acht Jahren
      • vier Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen acht und zehn Jahren
      • fünf Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit zwischen zehn und 15 Jahren
      • sechs Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als zwölf Jahren

      Diese Kündigungsfristen gelten laut Tarifvertrag für befristete Verträge:

      • zwei Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bis zum Ablauf der Probezeit
      • vier Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als sechs Monaten
      • sechs Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als einem Jahr
      • drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als zwei Jahren
      • vier Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als drei Jahren

      Kündigungsfristen berechnen: So geht’s

      Eine Kündigung bedarf der Schriftform. Und auf der schriftlichen Kündigung steht immer eine Datumsangabe. Also ist es doch logisch, dass dieses Datum maßgebend für die Berechnung der Kündigungsfrist ist, oder?

      Antwort: Nein. Es könnte ja sein, dass der Arbeitgeber das Kündigungsschreiben schon vor zwei Monaten erstellt und jetzt erst wieder aus der Schublade gezaubert hat. Oder dass er das Datum absichtlich zurückdatiert hat. Oder dass er sich beim Datum schlicht geirrt hat. Oder…

      Das heißt: Das Datum auf dem Kündigungsschreiben spielt für die Berechnung der Kündigungsfrist keine Rolle. Entscheidend ist alleine, wann die Kündigung beim Empfänger als zugestellt gilt.

      Die nächste Frage aber lautet: Zu welchem Zeitpunkt gilt eine Kündigung als erklärt und zugestellt?

      Hierbei ist entscheidend, wann der Mitarbeiter die Information der Kündigung tatsächlich erhält. Wird die Kündigung persönlich überreicht, ist die Antwort klar. Aber was, wenn das Dokument mit der Post verschickt wurde? Das ist schon kniffliger. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass die Kündigungsfrist beginnt, wenn das Schreiben in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist.

      Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Wenn die Kündigung im Briefkasten des Mitarbeiters liegt, hat sie dessen Machtbereich erreicht. Es bringt also nichts, wenn Sie den Brief mit dem Kündigungsschreiben gar nicht erst öffnen – er gilt dennoch als zugestellt.

      Aber sogar der genaue Zeitpunkt spielt eine Rolle. Wenn die Kündigung bis zum Nachmittag eintrifft, beginnt die Kündigungsfrist normalerweise noch am gleichen Tag. Denn der Arbeitnehmer hatte ja die Möglichkeit, seinen Briefkasten zu kontrollieren. Wird sie am Abend zugestellt, geht man davon aus, dass die Kündigung erst am nächsten Tag beim Empfänger eingeht.

      Und dann wäre da noch der Wochentag: Wenn die Kündigung an einem Samstagabend eingeht, gilt sie üblicherweise erst am Montagmorgen als zugestellt. Am Montag beginnt damit die Kündigungsfrist. Denn Gerichte gehen davon aus, dass Briefkästen samstagabends und sonntags nicht regelmäßig geleert werden.

      Kompliziert, nicht wahr? Als Faustregel können Sie sich merken, dass die Kündigungsfrist meist an dem Tag beginnt, nach dem ein Mitarbeiter die Kündigung erhalten hat. Beispiel: Die Kündigung wird am 5. August ausgesprochen und zugestellt. Dann ist der 6. August der erste Tag der Kündigungsfrist.

      Beginn Kündigungsfrist berechnen: 4 Beispiele

      Hier sind einige Beispiele, wie Sie den Beginn der Kündigungsfrist berechnen können:

      • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 1

        Sie werden von Ihrem Chef in sein Büro zitiert. Dort überreicht er Ihnen persönlich die schriftliche Kündigung. Die Kündigungsfrist beginnt somit ab dem nächsten Tag.

      • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 2

        Das Unternehmen verschickt die Kündigung schriftlich am 10. April. Das ist ein Mittwoch. Am Donnerstagvormittag wird das Kündigungsschreiben zugestellt und landet in Ihrem Briefkasten. Sie haben den ganzen Tag Zeit, diesen zu leeren. Dadurch gilt die Kündigung am Donnerstag als zugestellt – unabhängig davon, ob Sie das Dokument wirklich gelesen haben oder nicht.

      • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 3

        Der Chef wirft die Kündigung persönlich in Ihren Briefkasten. Das tut er am 15. Februar – einem Samstagabend – um 22.00 Uhr. Sie gehen nicht davon aus, zu dieser Zeit noch Post zu erhalten. Man kann von Ihnen nicht erwarten, den Briefkasten zu kontrollieren. Die Kündigung gilt somit erst am Montag, den 17. Februar, als zugestellt.

      • Beginn Kündigungsfrist berechnen: Beispiel 4

        Der Briefträger verspätet sich und wirft die Kündigung erst am Dienstagabend um 20.30 Uhr in Ihren Postkasten. Zu dieser Uhrzeit kann niemand von Ihnen verlangen, noch einmal nach der Post zu schauen. Die Kündigung gilt damit erst am Mittwoch als zugestellt.

      Berechnung Kündigungsfrist: Beispiel

      Wann endet das Arbeitsverhältnis genau? Dabei kommt es immer wieder zu Ungereimtheiten und Missverständnissen. Grundsätzlich ist es nicht ganz unwichtig, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung ausgesprochen wird. Die Dauer bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses kann sich dadurch spürbar verlängern oder verkürzen.

      Außerdem haben Sie als Arbeitgeber die Möglichkeit, Klage vor dem Arbeitsgericht einzureichen, sollte der Arbeitgeber die Kündigungsfrist falsch berechnet haben.

      Hier sind einige Beispiele für die Berechnung der Kündigungsfrist:

      • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 1

        Sie erhalten von Ihrem Arbeitgeber am 1. Juni eine Kündigung. Ihr Arbeitsverhältnis besteht zu diesem Zeitpunkt noch keine zwei Jahre. Somit gilt die Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende. Unter Berücksichtigung der vierwöchigen Kündigungsfrist endet das Arbeitsverhältnis am 30. Juni.

      • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 2

        Sie erhalten das Kündigungsschreiben von Ihrem Arbeitgeber am 6. November. Ihr Arbeitsverhältnis besteht mehr als zwei Jahre. Der Arbeitgeber kann mit einer Kündigungsfrist von einem Monat bis zum Ende eines Kalendermonats kündigen, aber nicht mehr bis zum 15. eines Monats. Weil in diesem Fall der November schon angebrochen ist, ist der mögliche Kündigungstermin der 31. Dezember 2019. Der Zeitraum zwischen Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses ist somit einen ganzen Monat länger. Das wäre im Übrigen auch dann der Fall gewesen, wenn die Kündigung schon am 1. November zugestellt worden wäre. Die Kündigungsfrist beginnt erst am Tag danach, der Kündigungstermin wäre dann ebenfalls der 31. Dezember gewesen.

      • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 3

        Sie erhalten die Kündigung am 12. Oktober. Das Arbeitsverhältnis mit Ihrem Arbeitgeber besteht schon mehr als fünf Jahre. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats. In diesem Fall endet die Kündigungsfrist am 31. Dezember.

      • Berechnung Kündigungsfrist Beispiel 4

        Sie erhalten die Kündigung von Ihrem Arbeitgeber am 7. März. Ihr Arbeitsverhältnis dauert schon mehr als acht Jahre, so dass die Kündigungsfrist drei Monate zum Ende eines Kalendermonats beträgt. Dadurch endet die Kündigungsfrist in diesem Fall erst am 30. Juni.

      Warum gibt es Kündigungsfristen überhaupt?

      Warum gibt es gesetzliche Kündigungsfristen Arbeitnehmer Arbeitgeber
      Kündigungsfristen sind nichts Selbstverständliches. In den USA etwa sind unsere großzügigen Regelungen weitgehend unbekannt. Es gilt das Prinzip Hire-and-fire, Arbeitnehmer können jederzeit vor die Tür gesetzt werden – oder selbst von einem Tag auf den anderen wechseln.

      In Deutschland gelten Kündigungsfristen dem Arbeitnehmerschutz. Der Beschäftigte soll vor Arbeitslosigkeit ein Stück weit abgesichert werden. Vor allem vergrößern Kündigungsfristen seine Planungssicherheit.

      Grundsätzlich muss jedes Unternehmen, das einem Arbeitnehmer kündigen will, die jeweiligen Kündigungsfristen einhalten. Umgekehrt gilt das auch. Die Kündigungsfristen sind aber keineswegs immer einheitlich. Es gibt für beide Seiten einiges zu beachten.

      Die Kündigungsfrist bezeichnet dabei den Zeitraum zwischen dem Aussprechen bzw. Zustellen der Kündigung und dem offiziellen Ende des Arbeitsverhältnisses. In der Realität liegen mehrere Wochen dazwischen.

      Der offensichtliche Vorteil aus Arbeitnehmersicht: Sie erhalten weiterhin Ihr Gehalt und haben Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen – indem sie zum Beispiel die Suche nach einem neuen Job starten. Arbeitgeber wiederum können die Zeit nutzen, um Ausschau nach einem Nachfolger zu halten. Währenddessen steht Ihnen die Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung.

      Kündigungsfristen Arbeitnehmer: 6 Dinge, die Sie noch erledigen sollten

      Bevor Sie das Unternehmen endgültig verlassen, sollten Sie klar Schiff machen. Kündigung vorbereiten – das sind die wichtigsten Etappen:

      • To-do-Liste

        Was sind Ihre wichtigsten Projekte? Was müssen Sie unbedingt noch abarbeiten? Mit wem ein Gespräch führen? Erstellen sie eine Liste, auf der Sie alle Projekte und Aufgaben notieren, an denen Sie gegenwärtig arbeiten. Diese Liste arbeiten Sie konsequent ab. So kann Ihnen niemand nachsagen, sich nicht bis zum Schluss für die Firma engagiert zu haben.

      • übergabe

        Wenn Sie eine blitzsaubere Übergabe hinlegen, werden Sie in guter Erinnerung bleiben. Das könnte Ihnen später noch von Nutzen sein. In erster Linie aber ist es einfach nur anständig. Erstellen Sie also gut sortierte Übergabeprotokolle für Ihren Nachfolger. Wenn dieser schon feststeht, können Sie ihn direkt einarbeiten.

      • Ordnung

        Räumen Sie Ihre Sachen aus dem Schrank. Alte Unterlagen, Bilder, Dokumente, Nippes. Auch auf Ihrem Rechner sollten Sie vor Ihrem Abschied Ordnung schaffen. Dateien, die Sie nicht mehr brauchen, löschen sie. Und vergessen Sie nicht, Ihre eigenen Dateien abzuspeichern und mitzunehmen oder in die Cloud zu transferieren – zum Beispiel Fotos.

      • Netzwerk

        Vielleicht kommt bei Ihnen in den letzten Wochen Wehmut auf. So viele nette Menschen, die Sie nun nicht mehr so oft sehen werden. Sie sollten aber auch pragmatisch denken. Je mehr Kontakte in Ihrem Netzwerk, desto hilfreicher für Sie. Nutzen Sie die verbleibende Zeit, um sich mit Ihren Noch-Kollegen zu vernetzen – wenn Sie es nicht schon sind. Das ist heute dank sozialer Medien ganz einfach. Einfach Kontaktanfrage via Xing, Linkedin oder Facebook schicken – oder der jeweiligen Person auf Twitter, Instagram oder Snapchat folgen. Für alle, die weniger Social-Media-affin sind, tut es der gute alte Nummerntausch. Klar ist auch: Sie müssen sich nicht mit JEDEM vernetzen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Verbindung zu toxischen Menschen endgültig zu kappen!

      • Arbeitszeugnis

        Arbeitszeugnisse sind für Ihren weiteren Werdegang nicht unerheblich. Zukünftige Unternehmen werden einen genauen Blick darauf werfen, bevor sie Sie einstellen. Vereinbaren Sie daher am besten ein persönliches Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, in dem Sie alle offenen Fragen klären und sich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Bei der Gelegenheit bitten Sie ihn auch um ein Arbeitszeugnis. Wenn Sie einen guten Draht haben, können sie ihm auch anbieten, das Zeugnis selbst zu formulieren.

      • Abschied

        Abschied ist schwer. Aber er kann auch ganz nett sein. Nämlich dann, wenn Sie alle Kollegen noch einmal zu einem kleinen Umtrunk in geselliger Runde einladen. Planen Sie den Abschiedsveranstaltung ruhig bis ins Detail – und legen Sie sie auf einen Tag, an dem möglichst viele Kollegen anwesend sind.

      Kündigungsfrist einhalten: Kündigungsschreiben zum Download

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      [Bildnachweis: Halfpoint by Shutterstock.com]

      Soft Skills: Top 5, Definition, Liste, Training

      Soft Skills Bewerbung trainieren soziale Kompetenzen

      Soft Skills sind eine wesentliche Zutat für jedes berufliche Erfolgsrezept. Wer sich im Büro wie der berühmte Elefant im Porzellanladen aufführt, läuft schnell gegen eine Wand. Auch Umfragen belegen regelmäßig, dass sich Mitarbeiter vor allem Chefs wünschen, die motivieren und führen können. Fachwissen ist demnach nur eine untergeordnete Kompetenz. Schon in der Bewerbung sollten Kandidaten ihre weichen Fähigkeiten nach vorne stellen. Am besten diese…

      Was sind Soft Skills?

      Soft Skills definiert der Duden als „Kompetenz im zwischenmenschlichen Bereich, Fähigkeit im Umgang mit anderen Menschen“. Laut Dorsch-Lexikon der Psychologie „bilden soziale Kompetenzen einen Komplex von Fähigkeiten, die dazu dienen, dem Individuum die Möglichkeit zu geben, in Kommunikations- und Interaktionssituationen, entsprechend den Bedürfnissen der Beteiligten Realitätskontrolle zu übernehmen.“ Alles klar?

      Soft Skills ist ein Sammelbegriff, der unterschiedlichste Fähigkeiten und Eigenschaften zusammenfasst. Man kann sie auch als Schlüsselkompetenzen, weiche Faktoren oder soziale Kompetenzen umschreiben.

      Grob lassen sich Soft Skills in drei Bereiche einteilen:

      • Soziale Kompetenz: Dazu zählen die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren und zu kooperieren, sie zu überzeugen und für sich einzunehmen, Interaktionen erfolgreich zu gestalten.
      • Personale Kompetenz: Damit sind Fähigkeiten gemeint, die sich auf den Umgang mit sich selbst beziehen: Selbstbewusstsein, Selbstreflexion oder Selbstkritik zum Beispiel. Die personalen Kompetenzen färben auch auf die soziale und methodische Kompetenz ab.
      • Methodische Kompetenz: Diese Skills helfen dabei, Aufgaben und Probleme zu lösen. Selbstdisziplin und Stressresistenz fallen in diese Kategorie. Methodische Kompetenzen kann man besonders gut lernen, zum Beispiel die freie Rede vor vielen Menschen.

      Hard Skills sind dagegen harte Fähigkeiten. Fachkompetenzen, für die man einen Nachweis hat, zum Beispiel eine Berufsausbildung, ein Studienzeugnis, Zertifikate oder Weiterbildungen.

      Ein Schreiner etwa benötigt Hard Skills UND Soft Skills, um einen Tisch zu bauen. Er benötigt sowohl das fachliche Wissen, was er wie und wann mit welchen Werkzeugen anstellt, als auch weiche Faktoren wie Disziplin, Ausdauer, Frustrationstoleranz – und Überzeugungskraft, damit er den Tisch hinterher auch verkauft.

      Soft Skills Liste: Welche wichtig sind

      Soft Skill ist nicht gleich Soft Skill. Es gibt Hunderte, wahrscheinliche Tausende weicher Kompetenzen.

      Damit steht auch fest: Jeder Mensch besitzt Soft Skills – nur eben nicht immer die gleichen. Und manche von ihnen sind in bestimmten Jobs wichtiger als andere. Beispiel Kindergärtner: Wer würde bezweifeln wollen, dass Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein in diesem Job sehr viel mehr wert sind als etwa Selbstbewusstsein (wenngleich die sicher auch nicht schadet)? Oder dass einem Altenpfleger großes Einfühlungsvermögen besser zu Gesicht steht als analytische Kompetenz (obwohl er die selbstverständlich auch haben darf).

      Das ist natürlich auch für Ihre Bewerbung wichtig. Achten Sie genau darauf, welche Soft Skills in der Stellenanzeige gefordert und welche in Ihrem angestrebten Job generell wichtig sind – und versuchen Sie dann, Ihre Bewerbung danach auszurichten.

      Eine Rangfolge der besten Soft Skills sieht also immer wieder anders aus – je nach Job und Branche. Und auch die Arbeitgeber selbst haben völlig unterschiedliche Präferenzen. Der eine hält Belastbarkeit für unverzichtbar, der andere legt mehr Wert auf Kreativität und Eigeninitiative. Die Vorlieben hängen wiederum stark von der Persönlichkeit des Chefs bzw. Personalverantwortlichen selbst ab.

      Und denken Sie daran: Wer sich selbst als teamfähig bezeichnet, muss diese auch nachweisen können. Überlegen Sie sich also konkrete Beispiele und Erfolgserlebnisse, an denen Sie Ihre Soft Skills festmachen. „Ich bin verantwortungsbewusst“ oder „Ich zeichne mich durch emotionale Intelligenz aus“ – das kann jeder sagen. Belegen und beweisen Sie es!

      Hier sind einige der wichtigsten Soft Skills:

      Hard Skills und Soft Skills: Top 5

      Hard Skills und Soft Skills Das sind die wichtigstenWelche Soft Skills sind wichtig? Die Antwort darauf fällt immer wieder anders aus. In manchen Berufen ist Eigeninitiative unerlässlich, in anderen Disziplin, in wieder anderen Organisationstalent.

      Das Karrierenetzwerk Linkedin hat versucht, die Bedeutung aller Soft Skills miteinander zu vergleichen und die Daten von 660 Millionen Mitgliedern und mehr als 20 Millionen Jobs analysiert. Herausgekommen sind die Top 5 der weichen Faktoren, die von den Unternehmen am häufigsten nachgefragt werden. Das sind …

      Die 5 wichtigsten Soft Skills in Deutschland 2020:

      • Teamfähigkeit
      • Zeitmanagement
      • Anpassungsfähigkeit
      • Kreativität
      • Emotionale Intelligenz

      Die Top 5 der Soft Skills von Arbeitgebern aus der ganzen Welt werden von Kreativität angeführt, gefolgt von Überzeugungskraft, Teamfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und emotionaler Intelligenz. Sie decken sich also weitgehend mit den deutschen, nur die Reihenfolge ist anders. Und: Während deutsche Unternehmen Zeitmanagement für bedeutsam halten, stehen internationale eher auf Überzeugungskraft.

      Die 10 wichtigsten Hard Skills in Deutschland 2020:

      • Blockchain
      • Analytisches Denken
      • Business Analysis
      • Affiliate Marketing
      • Künstliche Intelligenz
      • Vertrieb
      • Fremdsprachen
      • Industriedesign
      • Data Science
      • Unternehmenskommunikation

      Global gesehen steht ebenfalls Blockchain auf Platz eins. Internationale Arbeitgeber schätzen außerdem Kenntnisse im Bereich Cloud Computing, UX Design, Scientific Computing und Videoproduktion.

      Soft und Hard Skills miteinander verbinden

      Mit Soft Skills sind weiche Faktoren und soziale Kompetenzen gemeint. Sie beziehen sich auf die Persönlichkeit, den Charakter und das Verhalten des Bewerbers.

      Ausdrücklich NICHT gemeint sind fachliche Qualifikationen. Harte Skills erschließt sich der Arbeitgeber durch Schul- und Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Sprachkurse und Arbeitsproben.

      Einzig auf seine Soft Skills sollte sich ein Bewerber nicht verlassen. Was vor allem zählt, sind harte Fakten, Zeugnisse, Qualifikationen – gerade im papierbesessenen Deutschland.

      Die Hard Skills sind nach wie vor das Fundament jeder Bewerbung: spezifisches Wissen, technische Kenntnisse oder Datenkompetenz zum Beispiel. Wer die erforderlichen Qualifikationen in der Bewerbung nicht vorweisen kann, hat kaum Aussichten auf den Zuschlag.

      Wie soll man auch sonst aus einer Vielzahl an Bewerbern den besten auswählen? Hard Skills sind vergleichbar, sie bieten eine wunderbare Arbeitsgrundlage. Der Bewerber mit der Top-Note kommt eine Runde weiter, der mit den miesen Noten wird aussortiert.

      Aber: Wer von all den Klonen mit nahezu identischem Lebenslauf bekommt am Ende den Zuschlag? Antwort: Der, der (wahrscheinlich) am besten ins Team passt. Ganz ohne Soft Skills geht es in der Regel also doch nicht. Die weichen Qualifikationen werden zunehmend wichtiger, weil auch Teamwork und Kooperation in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen.

      Und sie zeigen sich schon im Vorstellungsgespräch. Das Jobinterview ist der perfekte Ort, um die eigenen Soft Skills zu demonstrieren. Wie verkauft sich der Bewerber? Kann er zuhören? Ist er empathisch oder arrogant? Wie groß ist seine Neugier?

      Kurzum: Wer mit seiner Persönlichkeit auftrumpft, macht einen großen Schritt in Richtung Stelle. Immerhin liegt die Vermutung nahe, dass er auch mit den Kollegen gut zusammenarbeiten, die Kunden überzeugen und vernünftig mit den Vorgesetzten kooperieren wird. Andersherum kann ein negativer Auftritt im Bewerbungsgespräch auch die besten Hard Skills vergessen machen.

      Ergo ergänzen sich Hard und Soft Skills im Optimalfall. Die einen können ohne die anderen (oft) nicht sein. Wer in einer spezialisierten Anstellung – zum Beispiel als Data Scientist oder Umweltingenieur – mehrfach befördert wurde, zeigt, dass er über beides verfügt: über Fachwissen im eigenen Spezialgebiet sowie über ausgeprägte Soft Skills. Sonst wäre er oder sie schließlich nicht befördert wurden (Ausnahmen gibt es freilich immer)…

      Soft Skills Bewerbung: Welche nennen?

      Wodurch zeichnen sich Soft Skills aus? Richtig, man kann sie im Gegensatz zu harten Skills nur sehr schwer nachweisen. Darum ist es auch so leicht, die Bewerbung mit den entsprechenden Keywords vollzustopfen. Belastbar, teamfähig, zielstrebig, durchsetzungsstark usw. – die ganze Palette! Warum auch nicht erwähnen? Der Personaler wird das eigentliche Fehlen dieser Eigenschaften im Jobinterview nur schwer entlarven können.

      Doch das ist zu kurz gedacht. Zunächst sollten Sie Soft Skills in der Bewerbung sehr selektiv auswählen und dosiert einsetzen. Beschränken Sie auf einige wenige Skills, die besonders vorteilhaft sind. Wer zu viel will und zu viel aufzählt, entwertet jeden einzelnen Punkt. Soft Skills sind nicht beliebig!

      Gehen Sie am besten so vor…

      1. Ehrlich bleiben

        Picken Sie sich die soften Skills heraus, die Sie als Person wirklich auszeichnen. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Wenn Sie sich als überaus selbstbewusst präsentieren, aber im Jobinterview permanent ins Stottern geraten, konterkariert das Ihre eigenen Angaben. Es macht Sie unglaubwürdig. Oder wenn Sie sich als belastbar und zielstrebig anpreisen, aber schon drei Lehrstellen und ein Studium geschmissen haben. Sie müssen ja immerhin auch noch die Probezeit überstehen. Wählen Sie also keine weichen Skills aus, von denen Sie selbst wissen, dass sie keinesfalls zu Ihren Stärken zählen. Sonst fliegen Sie eher früher als später auf…

      2. Stelle analysieren

        Nicht jede Fähigkeit ist für Ihre Wunschstelle relevant. Konzentrieren Sie sich daher auf die, die Sie im Job auch wirklich gebrauchen und anwenden können. Was Ihr Arbeitgeber in spe sucht, können Sie schon aus der jeweiligen Stellenanzeige herauslesen. Hier werden meist nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch soziale Kompetenzen genannt. Gehen Sie genau darauf ein – und schrecken Sie auch keineswegs davor zurück, die Schlagworte zu wiederholen. Immer mehr Unternehmen setzen Software ein, die Bewerbungen analysiert. Fehlen wichtige Keywords, kann das womöglich schon das vorzeitige Aus im Bewerbungsprozess bedeuten. Also nochmal: Zählen Sie in Ihrer Bewerbung nicht so viele Soft Skills wie möglich auf, sondern nur die wichtigsten.

      3. Beweise sammeln

        Auf die richtige Auswahl kommt es an. Wenn Sie die angeführten Social Skills dann aber nicht nachweisen können, kratzt dies ebenfalls an Ihrer Glaubwürdigkeit. Suchen Sie also von Anfang an nach Belegen, die Ihre sozialen Kompetenzen untermauern. Das können spezielle Projekte sein oder Aufgaben oder eine Beförderung zum Teamleiter. Die signalisiert, dass es um Ihre Durchsetzungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft nicht so schlecht bestellt sein kann. Auch als Berufsanfänger können sie ohne Weiteres mit Soft Skills wuchern. Beispiel: Der Nebenjob als Kellner oder Barkeeper hat Ihre kommunikativen Fähigkeiten während des Studiums geschärft. Als grundsätzlicher Rat darf gelten: Bleiben Sie bei der Wahrheit – aber schmücken Sie sie ruhig ein wenig aus.

      Soft Skills: Führungskräfte brauchen die hier

      Soft Skills FührungskräfteVon Führungskräften werden vor allem Soft Skills erwartet. Das ist das Ergebnis der Absolventenumfrage 2018 des Beratungsunternehmens Trendence. So sagten Österreichs Wirtschaftsstudenten, dass Leader unbedingt die Fähigkeit mitbringen müssen, andere zu motivieren. Fachwissen rangierte dagegen nur auf Platz fünf.

      Das sind nach Meinung der Studenten die wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft:

      • Motivationsfähigkeit: 57,6 Prozent
      • Organisationsfähigkeit: 42,5 Prozent
      • Konfliktmanagement: 25,8 Prozent
      • Empathie: 23,8 Prozent
      • Expertise: 22,0 Prozent
      • Zielstrebigkeit: 21,5 Prozent
      • Authentizität: 21,4 Prozent
      • Kritikfähigkeit: 19,7 Prozent
      • Offenheit: 18,6 Prozent
      • Leistungsbereitschaft: 17,4 Prozent
      • Pflichtbewusstsein: 12,1 Prozent
      • Innovationsfähigkeit: 10,3 Prozent
      • Toleranz: 6,8 Prozent

      Soziale Kompetenzen im Job: Darum sind sie von Vorteil

      Soft Skills sind für Bewerber ein klarer Wettbewerbsvorteil. Denn sie geben Hinweise auf das Potenzial eines Kandidaten. Das kennen wir alle aus der Schule: Faktenwissen kann man durch stumpfes Pauken lernen. Bulimielernen nennen das die Studenten heute. Auch das ist zugegeben eine Leistung, weil sie Ausdauer, Durchhaltevermögen und Disziplin verlangt. Aber letztlich kommt es auch darauf an, dieses Wissen richtig anzuwenden, es mit anderen zu diskutieren und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

      Dazu braucht man Offenheit, Lernwillen, Neugier, kommunikative Fähigkeiten. Wer diese Eigenschaften hat, kann sich später auch im Unternehmen besser einbringen.

      Andererseits: Unternehmen erwarten nicht den perfekten Bewerber mit einem gigantischen Strauß an Soft Skills. Jeder Personaler weiß: Wir alle sind Menschen, haben unsere Fehler, Ecken und Kanten. Oder anders formuliert: Jeder von uns bietet genügend Angriffsfläche für stundenlange Lästereien. Die Kunst ist es, richtig mit diesen Macken umzugehen – mit den eigenen und mit denen der anderen.

      Soft Skills befähigen einen, sich auch von Misserfolg nicht erschüttern zu lassen. Auf die richtige Einstellung kommt es an – dann kann man Fehlleistungen wieder ausbügeln, das Verhältnis mit dem Kollegen gerade rücken oder ein berufliches Comeback starten.

      Diese Erkenntnis ist wichtig: Erfolg im Job besteht nur zu einem erstaunlich geringen Anteil aus knallharter Leistung. Den viel wichtigeren Part übernehmen Psychologie, Diplomatie, Soziologie und Selbstvermarktung – alles Dinge, bei denen Soft Skills den Ausschlag geben.

      Schlüsselkompetenzen: Sie müssen nicht alle haben

      Ein weiteres Problem von Soft Skills besteht darin, dass sie bis zu einem gewissen Grad unabänderlich sind: Wissen ist erlernbar, emotionale Intelligenz weniger. Soziale Kompetenzen hängen sehr stark von der Persönlichkeit und vom Naturell eines Menschen ab.

      Wenn Sie also eine Stelle anstreben, in der bestimmte Soft Skills vonnöten sind, Sie diese aber nicht haben und auch nicht erlernen können, dann schlagen Sie besser einen anderen Karrierepfad ein. Beispiel: Sie träumen von einer Karriere als Vertriebsleiter. Charakterlich sind Sie aber sehr introvertiert, arbeiten am liebsten alleine und sind extrem maulfaul. Vermutlich werden Sie im Vertrieb nicht glücklich.

      Auf der anderen Seite gibt es natürlich viele Soft Skills, die Sie im Laufe der Zeit erwerben und verbessern können. Wieder ein Beispiel: Sie wollen in Ihrer Abteilung unbedingt zur Führungskraft aufsteigen, sind aber konfliktscheu und kein guter Redner – beides Soft Skills, die Führungskräfte durchaus vorweisen sollten. Dies sind nun Kompetenzen, an denen sie aktiv arbeiten können. Immerhin gibt es da draußen unheimlich viele Rhetorikkurse oder Weiterbildungsseminare, in denen Konfliktmanagement gelehrt wird. Motto: Sie können es schaffen!

      Auch werden Ihre Soft Skills oft automatisch besser – durch Lebenserfahrung oder gar einen Schuss Weisheit. Ihr Soft-Skill-Profil ist eine Dauerbaustelle, die nie geschlossen wird.

      Und bedenken Sie bitte auch: Wichtig ist vor allem, dass Sie und Ihre weichen Fähigkeiten zum Arbeitgeber und Job passen müssen. Sie müssen nicht Mr. oder Mrs. Perfect, sondern einfach nur der passende Topf für den Deckel sein…

      Soft Skills trainieren: So geht’s

      Kann man seine Soft Skills wirklich verbessern? Klare Antwort: Ja, man kann. Eine Studie der MIT Sloan School, dass entsprechendes Soft-Skill-Training die Produktivität im Unternehmen nachweislich verbessert – sogar in einer Fabrik.

      So verbessern Sie Ihre Soft Skills in drei Schritten:

      • Selbstreflexion: Wo haben Sie Schwächen? Und welche Soft Skills werden generell immer wichtiger? Hier sollten Sie ehrlich zu sich selbst sein.
      • Realitätsnähe: Was können Sie trainieren? Wo können Sie sich verbessern? Und wie – durch Seminare oder in der Freizeit?
      • Umsetzung: Sie erfordert Willen, Ehrgeiz und einen langen Atem. Dranbleiben!

      Konkret können Sie Ihre Schlüsselkompetenzen so trainieren:

      • Weiterbildung

        Drei von vier Unternehmen halten digitale Lernmedien laut einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln für geeignet, um berufliches Fachwissen aufzubauen oder IT-Anwenderkenntnisse zu vermitteln. Immerhin die Hälfte glaubt zudem, dass digitale Medien auch geeignet seien, um soziale Kompetenzen zu erwerben. In der Praxis umgesetzt haben dies aber erst die wenigsten.

        Für Arbeitnehmer heißt das: Sprechen Sie das Thema an! Wenn Sie über ein Weiterbildungsbudget verfügen, könnte ein E-Learning-Kurs eine Option für Sie sein, um an Ihren sozialen Skills zu feilen. Für die private Weiterbildung ist er das ohnehin. Die großen E-Learning-Anbieter haben entsprechende Kurse im Programm. Udemy bietet beispielsweise den Online-Kurs „Soft Skills: The 11 Essential Career Soft Skills“ an, auch EdX hat ein Soft-Skill-Seminar im Angebot, Coursera lehrt unter anderem „Leadership and Influence“.

      • Arbeitsalltag

        Sie können Ihre Soft Skills im Arbeitsalltag verfeinern. Ja, das erfordert Ausdauer, kann anstrengend sein. Aber es lohnt sich.

        Dinge, die Sie üben können: Ihrem Gesprächspartner zuhören und sich ganz auf ihn einlassen, ohne an etwas anderes zu denken oder womöglich gar im Handy herumzuspielen. Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen – durch ein ausdrückliches Lob etwa. Empathie zeigen – indem man ernsthaft versucht, sich in einen Kollegen hineinzuversetzen und nach außen betont, auch seine Sicht der Dinge zu verstehen. Und auch Selbstverantwortung ist ein wichtiger Soft Skill. Wenn Fehler passieren, nicht permanent nach Alibis oder anderen Schuldigen suchen, sondern die Verantwortung an- und übernehmen und aktiv nach Lösungen suchen.

      Soft Skills: Risikofaktor Roboter

      Soft Skills LebenslaufImmer häufiger setzen Unternehmen automatisierte und datengesteuerte Tools ein. Damit können Bewerber frühzeitig aussortiert werden. Zu den beliebtesten Instrumenten zählen Chatbots, Sprachanalyse-Tools oder Matching-Algorithmen.

      Soziale Kompetenzen messen sie allerdings nicht oder nur sehr begrenzt. Darum befürchten drei Viertel der Unternehmen eine Abwertung von Soft Skills (75 Prozent). Zu diesem Ergebnis kam eine Ifo-Personalleiterbefragung des Personalvermittlers Randstad im August 2019.

      Aus diesem Grund belassen es viele Firmen vorerst dabei, datengesteuerte Instrumente zur Personalsuche einzusetzen. Die endgültige Auswahl neuer Mitarbeiter dagegen bleibt Menschen vorbehalten. Soft Skills bleiben also bis auf Weiteres auch bei der Bewerbung wichtig – im Arbeitsalltag sowieso.

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      [Bildnachweis: lenetstan by Shutterstock.com]

      Initiativbewerbung: Vorteile, Muster und die besten Tipps

      Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung ohne konkretes Stellenangebot – eine Bewerbung auf gut Glück sozusagen. Sie bewerben sich damit für den sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Und Ihre Chancen sind gar nicht mal schlecht. Im Gegenteil, rund 70 Prozent aller offenen Stellen werden vergeben, noch bevor sie offiziell ausgeschrieben wurden – oftmals sehr attraktive Positionen. Um an die Stellen zu kommen, müssen sie entweder über das berühmte Vitamin B verfügen – oder eine Initiativbewerbung schreiben. Übrigens ist eine Initiativbewerbung nicht gleichbedeutend mit der Blindbewerbung. So führt sie zum Erfolg…

      Was ist eine Initiativbewerbung?

      Initiativbewerbung DefinitionWas genau ist eine Initiativbewerbung? Die Antwort ist einfach: Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die ohne konkretes Stellenangebot oder Stellenausschreibung erfolgt. Sie wissen also nicht, ob im Unternehmen überhaupt eine Stelle frei ist – aber Sie bewerben Sich dennoch.

      Kleiner Unterschied zur sogenannten Blindbewerbung: Bei der Initiativbewerbung kennen Sie zumindest einen Ansprechpartner des entsprechenden Unternehmens. Ihre Initiativbewerbung sollte daher auf jeden Fall eine persönliche Anrede enthalten.

      Ein Vorteil der Initiativbewerbung: Selbst wenn Ihre Wunschstelle gar nicht vakant sein sollte, können Sie sich in eine gute Position bringen – und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden.

      Oder das Unternehmen lädt Sie für eine ganz andere Stelle zum Vorstellungsgespräch ein. Das allerdings nur, wenn Sie durch eine überzeugende Initiativbewerbung zuvor gepunktet haben. Ziel der Initiativbewerbung ist es also, die Aufmerksamkeit des Unternehmens zu gewinnen und sich ins Gespräch zu bringen.

      Und noch ein Vorteil: Die Konkurrenz für Sie ist natürlich deutlich geringer, als wenn Sie gegen Hunderte Mitbewerber antreten, die sich allesamt auf eine öffentliche Stellenanzeige beworben haben.

      Immerhin flattern Arbeitgebern heute im Schnitt 48 Bewerbungen für ein einziges Stellenangebot auf den Tisch. Intensiv beschäftigen sich die Unternehmen laut Studie Recruiting-Trends aber nur mit 42,2 Prozent der Bewerbungen. Mehr als die Hälfte fällt unbeachtet einfach hinten herüber.

      Im Optimalfall gelingt Ihnen mit der Initiativbewerbung ein Überraschungseffekt, der Aufmerksamkeit erzeugt – egal, ob mit einer Papierbewerbung oder online.

      Initiativbewerbung Muster

      Max Mustermann
      Beispielstr. 99
      12345 Musterhausen
      Telefon: 01234 / 56 78 90
      E-Mail: m.mustermann@blog.de

      Redaktion ABC
      Weg 555
      98765 Stadt

      XX.XX.XXXX (Datum)

      Initiativbewerbung

      Sehr geehrte Frau Weber,

      als Autor eines renommierten Blogs über Influencer Marketing setze ich mich seit vier Jahren intensiv mit den Entwicklungen im Netz auseinander – und mit der Frage, wie Unternehmen davon profitieren können. Dabei baue ich auf langjährige Erfahrungen, die ich als Mitarbeiter der Marketingagentur bei der Betreuung namhafter internationaler Unternehmen sammeln konnte.

      Heute erreicht mein Blog bereits mehr als 20.000 interessierte Leser im Monat, darunter viele Entscheider und Fachleute, mit denen ich mich regelmäßig in den Kommentaren oder auf Konferenzen austausche.

      Wie ich bei meinen Recherchen feststellen konnte, setzen auch Sie seit Kurzem verstärkt auf den Einsatz von Influencer Marketing. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Ihr Personalbedarf in diesem Bereich stark wächst. Umso mehr würde es mich freuen, wenn wir hierbei zusammenfinden und ich Sie künftig beim Auf- und Ausbau sowie beim Optimieren Ihrer diversen Strategie unterstützen kann. Dafür möchte ich mich heute bei Ihnen bewerben.

      Ich verfolge Ihre Aktivitäten im Social Web schon seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse und habe dazu auch schon einige Ideen, wie Sie beispielsweise Ihre Reichweite steigern und attraktive Testimonials gewinnen könnten. Gerne führe ich dies in einem persönlichen Gespräch weiter aus. Über eine Einladung würde ich mich freuen.

      Herzliche Grüße
      Max Mustermann (Unterschrift)

      Initiativbewerbung Vorlagen kostenlos

      Um Ihnen das Formulieren eines Initiativschreibens zu erleichtern haben wir vier Gratis-Muster für Sie erstellt. Die Initiativbewerbung-Vorlagen können Sie sich kostenlos als PDF herunterladen, indem Sie einfach auf die Bilder klicken.

      Wir empfehlen, die Musterschreiben aber bitte nur zur Anregung und Inspiration zu verwenden. Bitte nie wörtlich abschreiben. Das könnte auffallen – und katapultiert Ihre Bewerbung sofort ins Aus.

      Initiativbewerbung Muster kostenlosInitiativbewerbung Vorlage kostenlos

      Initiativbewerbung Vorteile

      Das sind die Vorteile der Initiativbewerbung auf einen Blick:

      • Die Konkurrenz ist für Bewerber kleiner als bei einer ausgeschriebenen Stellenanzeige.
      • Sie demonstriert Eigeninitiative, Engagement und Ehrgeiz – Charaktereigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.
      • Eine Initiativbewerbung gibt Ihnen größeren Freiraum. Sie können eigene Schwerpunkte setzen und müssen nicht die Anforderungen in der Stellenannonce spiegeln.
      • Sie können sich einfach bei Ihrem Traumarbeitgeber bewerben – ohne ewig darauf zu warten, bis dieser eine Stelle ausschreibt, die zu Ihnen passt.
      • Bewerber erhalten Tipps aus erster Hand oder werden weiterempfohlen – wenn es im Unternehmen gerade keine passende Stelle geben sollte. Die Initiativbewerbung kann also auch indirekt zum Erfolg führen.
      • Sie machen das Unternehmen auf sich aufmerksam – und sammeln Pluspunkte für eine mögliche spätere Einstellung.

      Initiativbewerbung Nachteile

      Hat eine Initiativbewerbung nur Vorteile? Nein, keineswegs. Sie müssen schließlich auch bei einer Initiativbewerbung wichtige Informationen über das Unternehmen einholen. Die Recherche kostet Sie wertvolle Zeit – und das mit dem Wissen, dass die Wunschfirma eigentlich gar keine Mitarbeiter sucht. Das kann demotivieren.

      Eine Initiativbewerbung bindet Kapazitäten – vermutlich noch mehr als bei einer konventionellen Bewerbung. Dabei sind Zeit und Geld oft knapp, wenn man gerade dringend einen neuen Job benötigt. Ergo: Eine Initiativbewerbung ist ein wunderbares Mittel, wenn man sich aus einer festen Anstellung heraus bewirbt.

      Für arbeitsuchende Bewerber kann sie zu Frustration führen. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Absage ist größer als die einer Zusage. Und mit jedem neuen Korb sinkt das Selbstbewusstsein. Gerade deshalb ist so wichtig, professionell vorzugehen.

      Die Bewerbung muss rund, durchdacht und professionell sein. Sie können insgesamt nicht weniger Arbeit investieren, nur weil es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Andernfalls könnte sie sogar imageschädigend für Sie sein – insbesondere dann, wenn Sie sich für eine Führungsposition bewerben.

      Initiativbewerbung Vorbereitung

      Diese Fragen sollten Sie sich bei der Vorbereitung Ihrer Initiativbewerbung stellen. Wenn Sie danach zu dem Schluss kommen, dass Sie mit Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten den aktuellen Bedarf des Unternehmens adressieren, dann könnte eine Initiativbewerbung erfolgversprechend sein:

      • Gibt es im Unternehmen momentan einen Einstellungsstopp oder Stellenabbau?
      • Welche Märkte sind heute und in Zukunft wichtig für das Unternehmen?
      • Sind neue Produkte oder Dienstleistungen in Arbeit, die das Unternehmen vermehrt anbieten möchte?
      • Welche Qualifikationen sind wichtig – und werden immer relevanter?
      • Wie hoch ist die Zahl vakanter Stellen auf den Karriereseiten des Unternehmen und in Jobbörsen?
      • Welche Berufe bzw. Fachkräfte werden dort vornehmlich gesucht?
      • Wie leicht oder schwierig dürfte es dem Unternehmen fallen, seine Vakanzen zu füllen?

      Das Schöne am Internet ist, dass Sie heute über nahezu jedes Unternehmen viele relevante Informationen recherchieren können. Über große Konzerne oder kleinere Betriebe. Natürlich wird es mit abnehmender Größe schwieriger, an brauchbare Infos zu gelangen.

      Aber auch das muss keine Sackgasse sein: Sie könnten ja mal über Xing, Linkedin oder Twitter Kontakt zu Mitarbeitern oder ehemaligen Mitarbeitern aufnehmen – oder eine der zahlreichen Fach- und Jobmessen besuchen. Das ähnelt zwar mitunter der Suche im Heuhaufen und kostet Sie Zeit. Aber viel zu verlieren haben Sie dabei nicht.

      Ein weiterer Tipp diesbezüglich: Bringen Sie Ihre Online-Profile auf Vordermann, bevor Sie eine Initiativbewerbung verschicken. Dabei sollten Sie darauf achten, Widersprüche und Ungereimtheiten zu Ihrer Bewerbung auszubügeln. Das Gesamtbild sollte rund und stimmig sein.

      Viele Personaler werden es sich nicht entgehen lassen, Sie im Netz ausfindig zu machen, zum Beispiel eben bei Xing oder Linkedin. Sollten Ihnen dabei Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit kommen, sind nahezu all Ihre Chancen verspielt. Aktualisieren Sie also erst Ihre Profile und verschicken dann die Bewerbung.

      Außerdem gibt es etliche Unternehmen, die Bewerber aktiv dazu auffordern, eine Initiativbewerbung zu verschicken. Geben Sie doch einfach mal die Keyword-Kombination „Initiativbewerbung + Firmenname“ in die Suchmaschine ein. Nicht selten stoßen Sie auf die Karriereseite des gesuchten Unternehmens – und wertvolle Hinweise zu Initiativbewerbungen.

      Initiativbewerbung Umfang

      Ihr Handlungsspielraum ist deutlich größer als normalerweise, denn Ihre Initiativbewerbung bezieht sich ja auf keine konkrete Stellenanzeige. Das heißt: Sie können Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen schicken. Oder Sie schicken nur eine Kurzbewerbung.

      Tipp: Schicken Sie eine vollständige Bewerbung. So erhöhen Sie Ihre Chancen und signalisieren zugleich, dass Sie nicht mit halber Kraft eine volle Stelle ergattern wollen.

      Das gilt auch für die Arbeitszeugnisse. Rat: Schicken Sie Ihre Zeugnisse mit. Personaler lieben Zeugnisse und lesen sie fast immer. Außerdem erwarten laut Umfragen 87 Prozent der Personalverantwortlichen, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig beifügen. Aber nicht vergessen: Nur die Kopien und nie das Original mitschicken!

      Eine Alternative wäre es, die Zeugnisse wegzulassen, aber am Ende des Anschreibens das Angebot zu machen, diese auf Wunsch nachzureichen.

      Initiativbewerbung Aufbau

      Eine gute Initiativbewerbung zu verfassen ist schwieriger als eine konventionelle, weil sie schlicht weniger Anhalts- und Bezugspunkte haben. Sie müssen gewissermaßen mehr konstruieren. Aber keine Angst, das kriegen Sie hin.

      Der wichtigste Tipp vorweg: Schreiben Sie im Aktivstil. Vermeiden Sie Substantivierungen, nutzen sie Verben, kreieren Sie auch gerne mal einen ungewöhnlichen Satz. Sie wollen schließlich auf sich aufmerksam machen.

      Dem Bewerbungsschreiben kommt bei einer Initiativbewerbung eine besonders wichtige Rolle zu. Es muss begeistern und überzeugen. Die nüchternen Fakten, nach denen im Übrigen niemand gefragt hat, kann man im Lebenslauf nachlesen.

      So geht’s am schnellsten!

      Initiativbewerbung AnschreibenInitiativbewerbungen sind heute simpler denn je. Bewerber müssen keine dicken Ordner mehr zum Postamt schleppen. Sie können sich mit zwei, drei Klicks im Netz bewerben.

      Viele Unternehmen akzeptieren schon Bewerbungen per Xing oder Linkedin. Und es geht sogar noch einfacher. Sie können den Personalmanager oder einen HR-Mitarbeiter ausfindig machen, eine Kontaktanfrage senden und daraufhin Ihr Interesse ausdrücken. Das funktioniert nicht immer, kann es aber. Firmen mit Nachwuchsmangel dürften für diese Art der Kontaktaufnahme dankbar sein – speziell kleinere Unternehmen abseits der Metropolen.

      Was Sie parallel aber unbedingt tun sollten: Bringen Sie Ihre Online-Profile auf den neuesten Stand. Laden Sie ein aktuelles Foto hoch, updaten Sie Ihre Kompetenzen, Interessen und Stationen. Veröffentlichen Sie Beiträge oder schalten Sie sich in laufende Diskussionen ein. Denn: Wenn Sie die Aufmerksamkeit mit einer initiativen Anfrage auf sich ziehen, werden ein paar Leute Sie googeln und im Netz stalken. Besser, Sie geben dann ein gutes Bild ab.

      Vor allem sollten sich die Angaben in Ihrer Initiativbewerbung mit jenen in Ihren sozialen Profilen decken. Alles andere macht Sie unglaubwürdig – und lässt die Erfolgschancen einkrachen.

      Initiativbewerbung Betreff

      Zunächst mal: Auch eine Initiativbewerbung sollte eine Betreffzeile enthalten. Die Formulierung fällt Kandidaten mitunter schwer, weil sie sich auf keine konkrete Stellenanzeige bewerben.

      Aber oft gibt es eine angestrebte Position sehr wohl. Die Wunsch-Position kann bzw. sollte dann im Betreff auftauchen. Wenn die angestrebte Tätigkeit eher vager Natur ist (z.B. irgendwas im Marketing oder eine Aushilfstätigkeit), dann formulieren Sie den Betreff dementsprechend um.

      Alternativ schreiben Sie in die Betreffzeile einfach Initiativbewerbung. Ob Sie Initiativbewerbung oder nur Bewerbung schreiben, ist letztlich nicht entscheidend.

      Wie könnte die Betreffzeile konkret formuliert sein? Hier einige Beispiele:

      • Initiativbewerbung als Senior Controller
      • Bewerbung als Bauingenieur
      • Initiativbewerbung als Marketing Manager
      • Bewerbung um eine Tätigkeit in der Marketingabteilung
      • Bewerbung um eine Tätigkeit mit dem Schwerpunkt Social Media
      • Ich bewerbe mich als Feelgood Manager

      Die besten Tipps

      Ihre Initiativbewerbung sollte sich vom Einheitsbrei abheben, das schon. Völlig draufgängerisch sollten Sie indes nicht an die Sache herangehen. Diese Grundregeln sind zu beachten:

      • Kontakt

        Eine persönliche Ansprache ist nicht nur höflich, sondern zeigt, dass Sie gut recherchiert haben. Richten sie das Anschreiben also konkret an Frau oder Herrn Mustermann und nicht an die sehr geehrten Damen und Herren. Tipp: Sie können bei Gelegenheit auch einen Mitarbeiter erwähnen, mit dem Sie bereits Kontakt hatten. Zum Beispiel: „Wie bereits mit Frau Huber besprochen…“. Den Namen bringen Sie am besten so weit vorne wie möglich im Anschreiben unter.

      • Name

        Auch der direkte Bezug zum Unternehmen ist ein Muss. So machen Sie klar, dass es sich um eine individuelle Bewerbung – und keine Massenware – handelt. Streuen Sie im Anschreiben mindestens einmal den Firmennamen ein (allerdings auch nicht zu oft). Auch Produktnamen oder Kennziffern können Mosaiksteine sein. Aussage: Sie wollen in exakt DIESEM Unternehmen arbeiten und nirgendwo anders.

      • Phrasen

        Auf eine förmliche Initiativbewerbung wartet in der HR-Abteilung niemand. Dort müssen Sie ja erst noch Überzeugungsarbeit für sich leisten. Und das gelingt nicht mit einer sterbenslangweiligen 08/15-Bewerbung. Also nur Mut zu außergewöhnlichen, originellen, spektakulären Formulierungen. Sie sollen zwar keineswegs clownesk auftreten, aber abgedroschene Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ meiden. Sie müssen es irgendwie hinkriegen, dass man neugierig auf Sie wird.

      • Soft Skills

        Kommen Sie ruhig über die emotionale Schiene. Menschenfänger sprechen die Emotionen ihrer Mitmenschen an – und als Bewerber müssen Sie ja gewissermaßen ein Menschenfänger sein. Beschreiben Sie Ihre besten Soft Skills. Inwiefern sind Sie kommunikativ und teamfähig? Wie arbeiten Sie, wie lösen Sie Probleme? Und das möglichst konkret, am besten anhand von Beispielen.

      • Stärken

        Sie haben ja bereits anrecherchiert, welchen Bedarf das Unternehmen hat. Die erforderlichen Skills stellen Sie nun in den Vordergrund. Dabei kann es um ganz konkrete Dinge gehen wie die Beherrschung einer Programmiersprache oder den professionellen Umgang mit Excel. Nennen Sie Erfolge und Projekte, die Ihre Fähigkeiten belegen.

      Wichtig: Sie sollen zwar kreativ sein, aber die HR-Menschen auch nicht überfordern. Kommen Sie in Ihrer Initiativbewerbung schnell zum Punkt. Schreiben Sie zielgerichtet. Bauen Sie die Bewerbung klar und übersichtlich auf. Bringen Sie schlüssige Argumente. Nennen Sie konkrete Beispiele.

      Der Empfänger muss sofort erkennen, dass Sie die Motivation und Fähigkeiten für den angestrebten Job mitbringen – egal um welchen Beruf es sich handelt.

      Und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Argumente. Nicht jede Ihrer Fähigkeiten ist wichtig.

      Das ist umso schwieriger, weil Sie den Eindruck von Spam vermeiden wollen. Klingt das Anschreiben so, als hätten Sie es genauso schon dutzendfach verschickt, sinken Ihre Aussichten auf ein Minimum.

      Darum: Verfassen Sie wirklich jedes Anschreiben individuell. Zugegeben, die Mühe lohnt sich nicht immer. Aber manchmal schon. Ohne individuellen Zuschnitt können Sie sich eine Initiativbewerbung jedenfalls von vornherein sparen.

      Checkliste

      Initiativbewerbung ChecklisteHier eine Übersicht aller Inhalte, die Sie in Ihre Initiativbewerbung aufnehmen sollten – von oben nach unten:

      • Absender inklusive Name, Adresse, Festnetznummer, Handynummer, E-Mail-Adresse
      • Datum (rechts)
      • Empfänger inklusive Firma, Vor- und Nachname des Adressaten und Adresse
      • KEIN Bewerbungsfoto
      • Betreff „Initiativbewerbung“ (oder einen noch konkreteren Betreff)
      • Persönliche Anrede
      • Einstieg
      • Bezug zum Unternehmen
      • Kurze Darstellung des eigenen Profils, der Stärken und Soft Skills auch anhand von Beispielen
      • Hinweis auf sonstige Kenntnisse wie etwa Fremdsprachenkenntnisse
      • Hinweis auf Referenzen, zum Beispiel ehemalige Arbeitgeber
      • Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
      • Abschlussformulierung
      • Unterschrift
      • Anlagen wie tabellarischer Lebenslauf und Arbeitszeugnis(se)

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      [Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

      Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern

      Fangfragen Vorstellungsgespraech Beispiele

      Fangfragen machen Spaß – aber nur dem, der sie stellt. Den Gefragten befördern sie direkt aufs Glatteis. Dabei wollen Ihnen Personaler, die im Vorstellungsgespräch eine Fangfrage servieren, gar nichts Böses. Sie wollen Ihre Spontanität, Improvisationskunst und Auffasungsgabe testen. Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Wie Sie Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern…

      Fangfragen im Vorstellungsgespräch: Darum sind sie so beliebt

      Fangfragen machen Spaß. Das ist die einfache Erklärung. Man könnte sogar meinen, sie befriedigen unsere sadistische Ader. Wie der Bewerber da zappelt und keucht, rot anläuft und stottert. Herrlich!

      Aber das entspricht wohl in den seltensten Fällen der Realität. In den meisten erfüllen Fangfragen eine durchaus wichtige Funktion: Sie zeigen dem Personaler ganz konkret, wie ein Bewerber in Stresssituationen reagiert. Ob er kühlen Kopf bewahrt oder unter dem Druck zerbricht. Meistert er die Fangfrage mit Bravour, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch im Job cool bleibt.

      Außerdem ist es ja so: Bewerber haben im Vorstellungsgespräch genügend Zeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Sie können ihre Selbstpräsentation aus dem Hut zaubern, ihre bisherigen Erfolge und Highlights darlegen und intelligente Rückfragen im Bewerbungsgespräch stellen. Routiniers kommen da kaum noch ins Schwitzen. Fangfragen aber bringen sie aus dem Konzept. Das ist ihr Sinn.

      Das Unternehmen will schließlich wissen, wer und wie Sie wirklich sind. Er will nicht nur die Fassade kennenlernen, sondern auch das Interieur. Fangfragen sollen Rückschlüsse zulassen auf Ihre…

      Fangfragen Bewerbungsgespräch: So reagieren Sie am besten

      Zunächst mal: Nehmen Sie Ihrem Gesprächspartner fiese Fangfragen nicht übel. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass er Sie damit insgeheim aus dem Rennen kicken will. Er will Sie testen, ja. Aber er würde sich bestimmt darüber freuen, wenn Sie die Aufgabe bestehen. Immerhin ist er auf der Suche nach einem fähigen Mitarbeiter für sein Unternehmen.

      Und merken Sie sich: Er oder sie will durch Fangfragen mehr über Ihre Persönlichkeit in Erfahrung bringen. Es geht also gar nicht darum, Fangfragen richtig oder falsch zu beantworten. Viel wichtiger ist, wie Sie reagieren, wie Sie mit der Herausforderung umgehen.

      Es ist übrigens auch gar nicht schlimm, wenn Sie erstmal mit einem herzhaften Oh nein oder Ach du Schande auf eine gestellte Fangfrage reagieren. Das macht Sie menschlich. Niemand freut sich über fiese Fragen im Vorstellungsgespräch.

      Beherzigen Sie im Umgang mit Fangfragen vor allem diese vier Tipps…

      Auf fiese Fragen richtig reagieren: 4 Tipps

      Das sollten Sie beachten, wenn Sie der Personaler im Vorstellungsgespräch mit Fangfragen konfrontiert:

      1. Nicht auswendig lernen

        Wenn der Personaler Pech hat, muss er einem Bewerber zuhören, der seine Sätze zuhause auswendig gelernt hat. Ermüdend! Er will aber auch wissen, wie dieser in Alltagssituationen reagiert. Kramen Sie also nicht irgendwelche Standardfloskeln aus Ihrem Zauberkasten hervor. Bleiben Sie authentisch und antworten Sie spontan.

      2. Ehrlich bleiben

        Wenn der Bewerber genau das sagt, von dem er glaubt, dass es der Personaler hören will – dann merkt dieser das sofort. Als Bewerber dürfen Sie auch gerne überraschen, mit einer Prise Humor, Witz, Spontanität. Wenn Sie also einen Gag parat haben, der als Antwort auf eine Fangfrage wie die Faust aufs Auge passt, dann bringen Sie ihn. Wer eine provokative Frage stellt, verträgt auch eine mutige Antwort.

      3. Offen sein

        Ein einziger Satz als Antwort, das könnte zu wenig sein. Immerhin erfodert so eine Fangfrage intensives Nachdenken. Bei Brainteasern denken Sie ruhig laut. Wie nähern Sie sich der Lösung? Das ist oft wichtiger als die Lösung selbst. Aber es kann auch nach hinten losgehen, wenn Sie Ihre Gedankengänge offenlegen, diese aber wirr und unlogisch sind…

      4. Zeit lassen

        Ein rhetorischer Kniff, den Profis gerne anwenden: Sie machen eine Pause. Das dürfen Sie als Bewerber auch. Lassen Sie sich von einer Fangfrage nicht hetzen oder unter Zeitdruck setzen. Überlegen Sie in Ruhe und setzen sie dabei Ihr Pokerface auf. Natürlich sollten Sie Ihren Gesprächspartner nicht minutenlang warten lassen. Aber übereilt irgendetwas zu sagen, nur um irgendetwas zu sagen – dabei kommt meist nichts Gutes raus.

      Die 29 besten Fangfragen im Bewerbungsgespräch

      Hier sind die 29 besten Fangfragen im Vorstellungsgespräch – und wie Sie darauf reagieren können:

      1. Wenn Sie sich mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, welches wäre das?

        Das ist eine Fangfrage für Anfänger. Immerhin gibt es eine Menge Adjektive, die in Frage kommen. Ambitioniert. Ehrlich. Neugierig. Offen. Verantwortungsbewusst. Auf der einen Seite ist klar, dass Sie ein positives Attribut wählen sollten. Aber es macht einen Unterschied, welches das ist. Wenn der Bewerber etwa das Wörtchen intelligent nennt, könnte ihm das schon wieder als großkotzig ausgelegt werden. Und was soll der Personaler mit mutig anfangen? Sensibel wiederum würde – obwohl es sich um eine positive Eigenschaft handelt – Zweifel daran aufkommen lassen, ob Sie der Herausforderung im Job gewachsen sind.

      2. Sie stecken in einem Aufzug in der 13. Etage fest. Um die Tür öffnen zu können, müssen Sie den richtigen Knopf von insgesamt 20 drücken. Sie haben nur einen Versuch. Was würden Sie tun?

        Zunächst mal können Sie darauf aufmerksam machen, dass es die 13. Etage in Hochhäusern gar nicht gibt. Aberglaube! Nun aber könnte der pfiffige Personaler einwenden, dass die 13. Etage eben diejenige ist, die über der 12. Etage liegt – völlig egal, wie sie beschriftet ist. Was sagen Sie dann? Ganz einfach: Sie drücken den Notrufknopf. Mit dem kommen Sie wieder aus dem Fahrstuhl – und der Fangfrage – heraus.

      3. Was sollen die Leute einmal über Sie sagen, wenn Sie dieses Unternehmen wieder verlassen?

        Eine Frage, die die zeitlichen Abläufe scheinbar auf den Kopf stellt. Sie haben den Job noch gar nicht, sollen sich aber schon über Ihren Abgang Gedanken machen. Unbedingt zum Ausdruck sollten Sie bringen, dass es Ihnen nicht nur um Geld und Lebensunterhalt geht, sondern dass Sie auch etwas erreichen wollen.

      4. Was haben Sie an Ihrem alten Job gehasst?

        GEHASST haben sie natürlich gar nichts. Aber es gab Dinge, die weniger attraktiv waren. Die sollten Sie aber auf keinen Fall an bestimmten Personen festmachen. Nicht lästern! Entscheidungswege, die man irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte. Oder der Zeitpunkt, an dem man merkte, dass man sich nicht mehr weiterentwickeln oder etwas verändern kann. Das könnten gute Antworten auf derartige Fangfragen sein.

      5. Sind Sie eher der Anführer oder der Ausführer?

        Die meisten würden wohl mit Anführer antworten. Auch weil sie glauben, dass dies die erwünschte Antwort ist. Aber dann müssen Sie auch belegen, warum Sie ein Anführer sind. Welche Führungspositionen haben Sie denn bisher ausgefüllt und mit welchem Erfolg? Und falls sie bislang noch keine Personalverantwortung hatten: Wie kommen sie dann dazu, sich selbst als Anführer zu bezeichnen? Das sollten Sie bei derartigen Fangfragen beantworten können.

      6. Worauf waren Sie zuletzt stolz?

        Stolz gilt heutzutage nicht gerade als Tugend. Sie ist etwas für die Eitlen und Unbescheidenden und Selbstbezogenen, heißt es. Falsch! Sie können auf Ihre Kinder stolz sein oder darauf, dass Ihre Frau so schöne Haare hat. Stolz ist etwas ganz Natürliches. In diesem Kontext ist es allerdings besser, Sie binden einen Erfolg aus Ihrem Arbeitsleben ein. Eine Errungenschaft, für die Sie sich wirklich ins Zeug gelegt haben. Beispiel: Drei Jahre hat unser Architektenteam an dem Gebäude gearbeitet. Als es dann endlich stand, hat uns das wahrlich mit Stolz erfüllt.

      7. Wenn Sie der Titelheld eines Magazins sein könnten, welches würde das sein?

        Eine originelle Antwort: „NICHT der Playboy.“ Geistreiche Antwort: „FAZ – dahinter steckt ja bekanntlich immer ein kluger Kopf.“ Noch besser: „Das Time Magazine – als Person des Jahres.“ Obwohl das für manche vielleicht schon wieder zu selbstbewusst klingt. Dass Sie nicht die Apotheken Umschau nennen, sollte aber einleuchten. Wenn Ihnen hingegen gar kein Medium einfällt, spricht das nicht für Ihre Kreativität (und Allgemeinbildung).

      8. Wie geht es Ihnen heute Vormittag?

        Gut, aber ich bin leicht nervös. Das dürfte die Standardantwort sein. Banal ist die Frage übrigens keineswegs. Wenn der Bewerber halbherzig Jaja, geht schon murmelt, wirkt das irgendwie uninspiriert. So angeödet könnte er dann auch auf Kollegen und Kunden wirken. Darum: Hauptsache, Sie bringen die Antwort auf derlei Fangfragen mit ein wenig Charme rüber. Dann spielt es auch keine Rolle, WAS Sie sagen.

      9. Warum haben Sie eigentlich nicht Ihr eigenes Unternehmen?

        Eine Fangfrage, die schon existenzielle Dimensionen hat. Und sie erfordert eine Gratwanderung. Unternehmertum steht synonym für Verantwortung, Ehrgeiz, Innovationskraft – alles Attribute, die jeder Arbeitgeber schätzt. Andererseits sollten Sie nicht das Bild vermitteln, dass Sie nur auf den perfekten Zeitpunkt für den Absprung warten.

      10. Was ist das Lustigste, das Ihnen je passiert ist?

        Mit der Frage schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen testet der Personalverantwortliche, wie spontan der Bewerber ist. Fällt diesem überhaupt nichts ein, spricht das nicht gerade für seine Spontaneität. Außerdem merkt er, welche Art von Humor der Kandidat hat. Basiert er auf Schadenfreude oder ist er feinsinnig?

      11. Wann haben Sie sich das letzte Mal über alle Regeln hinweggesetzt?

        Regelbrecher – das klingt nach Hollywood, nach dem einsamen Wolf, der sein Ding durchzieht. So wollen wir doch alle sein! Nur wer die Regeln bricht, ist zu Höherem berufen, kann Außerordentliches schaffen, nicht wahr? Naja, nicht ganz. Einen notorischen Querulanten will kein Unternehmen in den eigenen Reihen haben. Es kommt also stark darauf an, wann und wo und warum Sie die Regeln gebrochen haben – und ob Sie das gut erklären können.

      12. Was sind Ihre 10 größten Schwächen?

        Vor der Frage nach den Schwächen hat jeder Bewerber Bammel. Dass jeder welche hat, ist klar. Darum darf man auch ruhig eine oder zwei Schwächen klar benennen. Aber gleich zehn? Darauf sollten Sie sich nicht einlassen. Bleiben Sie bei der einen Schwäche, die Sie sich vorher überlegt haben. Vielleicht fallen Ihnen spontan noch ein oder zwei kleinere Makel ein, die Sie scherzhaft anbringen können (Ich esse viel zu gerne Schokolade. Ich brauche morgens so lange vor dem Spiegel). Aber dann ist Schluss.

      13. Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?

        Sie gehört in die Kategorie Fangfragen light. Aber die Antwort verrät doch etwas über Ihren Charakter. Je nachdem, ob Sie Superman, Wonder Woman oder Spiderman auswählen, offenbart sich dem Fragesteller, was Ihnen insgeheim wichtig ist. Und mit wem Sie sich identifizieren. Aufschlussreich!

      14. Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?

        Als Erstes meinen Job kündigen! Das sagen Sie natürlich nicht. Unternehmen schätzen Kandidaten, die intrinsisch motiviert sind. Die etwas verändern und ihre Ziele erreichen wollen – unabhängig vom Faktor Geld. Sie müssen andererseits aber auch nicht den Samariter spielen und alles für wohltätige Zwecke spenden wollen. Die Mischung aus Anlegen, Investieren und Verschenken macht’s.

      15. Mit welcher Eigenschaft ecken Sie regelmäßig an?

        Eine fiese Frage! Sie ist die Frage nach den Schwächen, nur in anderem Gewand. Dabei kann sich auch eine Eigenschaft herauskristallisieren, die man gar nicht als Schwäche ansieht, Selbstbewusstsein zum Beispiel. Wenn Sie mit gar keiner antworten, dann provozieren Sie direkt die Folgefrage: Sie haben also gar keine Ecken und Kanten? In diese Schublade möchte man schließlich auch nicht gesteckt werden…

      16. Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?

        Der Personaler wartet Ihre Reaktion ab. Sind Sie verärgert? Pikiert? Beleidigt? Sie sollten jetzt nicht mit einer Retourkutsche antworten wie: Einen Kopf größer als Sie bin ich ja immerhin schon. Das zeigt nur, dass Sie über sich selbst nicht lachen können. Lächeln Sie die Spitze weg und erzählen dann etwas über Ihre Motivation, Träume und Ziele.

      17. Welche positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

        Noch eine subtile Strategie, um die Schwächen des Kandidaten auszuleuchten. Wenn Sie sagen, Ihnen fehle gar keine positive Charaktereigenschaft, wirkt das anmaßend und unreflektiert. Aber was können Sie auf solcherlei Fangfragen antworten? Am besten nennen Sie positive Eigenschaften, die Sie in der angestrebten Stelle nicht zwingend benötigen. Beispiel: Ich bin nicht so der ordentliche Typ. Für einen Kreativen wäre das völlig ok. Oder: So richtig mutig bin ich leider nicht. Muss man als Buchhalter auch nicht sein. Es gibt aber auch Eigenschaften, die Sie besser verschweigen. Ich bin unehrlich oder Ehrgeizig bin ich eigentlich gar nicht – das ist im Jobinterview unverzeihlich.

      18. Welche Bücher haben Ihr Leben am meisten beeinflusst?

        Kulturbanause an Bord? Auch in Zeiten von Smartphone und Netflix sollten Sie das eine oder andere Buch schon nennen können. Aber bitte nicht Fifty Shades of Grey (ordinär) oder im Spaß das Lustige Taschenbuch (infantil). Wenn Ihnen gar nichts anderes einfällt, nehmen Sie ein Werk aus der Schule (Goethes Faust?), über das Sie eine wichtige Klausur geschrieben haben. Grundsätzlich bieten sich Biographien an.

      19. Welche Macken und Marotten haben Sie?

        Unter normalen Umständen sollten Sie aus dieser Geschichte heil herauskommen. Zum Beispiel so: Ich führe sehr gerne Selbstgespräche. Oder: Ich drücke IMMER dreimal die Snooze-Taste, bevor ich aufstehe. Es sei denn, Ihnen rutscht etwas wirklich Peinliches heraus. Ich rauche nach dem Sex immer eine Zigarette. Das will keiner wissen, bitte nicht!

      20. Sind Sie nicht etwas unerfahren für den Job?

        Wenn Sie der Personaler so piekt, fassen Sie das bitte nicht als Beleidigung auf. Er will Sie mit seinen Fangfragen nur aus der Reserve locken. Manchmal ist Aggression aber auch eine Hilfe. Wenn Sie innerlich kochen, dann schießen die Argumente nur so aus Ihnen heraus. Sagen Sie ihm klipp und klar (sachlich, aber bestimmt), warum Sie der Mann oder die Frau für den Job sind – und warum Sie die notwendige Erfahrung sehr wohl haben.

      21. Erklären Sie einem Blinden die Farbe Lila.

        In der Tat eine schwierige Aufgabe. Vollkommen klar, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht. Sondern um Ihre Lösungsfindung. Wie kreativ sind Sie, wie gehen Sie vor? Außerdem zeigt Ihre Antwort auf die Fangfrage, ob Sie in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Killer-Skill Empathie! Negativ fallen sie dagegen auf, wenn Sie über ein Äh, öhm, ja, keine Ahnung… nicht hinauskommen.

      22. Was haben Sie heute Vormittag gefrühstückt?

        Bei derartigen Fangfragen sollten Sie Ihren Charme spielen lassen. Wer schulterzuckend signalisiert, dass er von dieser Art Frage nichts hält, zeigt fehlende Reflektion und Sensibilität. Der Personaler will Sie nicht ärgern, aber kitzeln. Im Grunde ist es ihm schnurzpiepegal, ob Sie zwei hartgekochte Eier oder einen Quark mit Müsli gefrühstückt haben. Er will wissen, wie sie mit so einer Frage umgehen, ob Sie die hohe Kunst der Konversation beherrschen.

      23. Haben Sie einen IQ von mehr als 130?

        Eine Fangfrage, die Google angeblich gerne stellt. Die Mehrheit der Menschen hat einen IQ zwischen 85 und 115. Wer darüber liegt, hat einen „hohen IQ“. Mit einem Intelligenzquotienten von mehr als 130 gilt man sogar als hochbegabt. In diese Kategorie fallen in Deutschland lediglich zwei Prozent der Bevölkerung. Was also will der Personaler mit dieser Fangfrage bezwecken? Er will wissen, wie und ob der Bewerber ein gesundes Understatement pflegt oder unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Ein einfaches Ja ist daher die denkbar schlechteste Antwort (unabhängig davon, ob sie der Wahrheit entspricht). Der Kandidat muss es wohl nötig haben, sich selbst zu erhöhen – oder er hat einfach keinen Sinn für Humor. So käme das Ja rüber. Eine solide Antwort wäre: Ich kenne meinen IQ gar nicht. Ich hoffe aber, dass er nicht allzu weit unten liegt. Oder eine Antwort für Spaßvögel, die sie mit Ironie vortragen können: Jaha. Ich bin so schlau, ich könnte Einstein Nachhilfeunterricht geben.

      24. Was sollen wir heute zu Mittag essen?

        Eine denkbare Fangfrage, wenn der Bewerber zum Kennenlerngespräch ins Restaurant eingeladen wird. Für Arbeitgeber durchaus zu empfehlen. Vielleicht lässt sich der Kandidat zu keiner konkreten Aussage hinreißen und antwortet: Was immer Sie mögen. Oder: Ich bin für alles offen. Oder: Das ist mir egal. Sehr nachvollziehbare Antworten, aber unbefriedigend. Viel spannender wäre es doch, der Kandidat würde Farbe bekennen und eine klare Ansage machen. Nach dem Motto: Also, ich persönlich hätte Lust auf Mexikanisch. Oder: Was halten Sie von Sushi? Oder auch: Pizza. Damit wird jeder glücklich. So zeigen Sie Führungsqualitäten und dass Sie vor Entscheidungen nicht zurückschrecken.

      25. Sind Sie inkompetent und faul?

        Eine Fangfrage, die sich an der Grenze zur Dreistigkeit bewegt. Ironiebegabte könnten natürlich so antworten: Leider viel zu oft! Oder so: Ja, ich fürchte, das bin ich wirklich manchmal. Klar ist, dass Sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Der Personaler will wissen, wie Sie in dieser Stresssituation reagieren, wie schnell Sie schalten und eine befriedigende Lösung finden. Eine wie: Eigentlich bin ich ziemlich clever und aktiv. Fast immer.

      26. Wie ehrlich sind Sie?

        So könnte man auf solche Fangfragen antworten: Ich bin immer hundertprozentig ehrlich! Klingt erhaben, aber wer glaubt Ihnen das? Sie greifen also nicht einmal auf eine klitzekleine Notlüge zurück, wenn es sein muss? Und was sagt das über Sie aus? Sie sehen: Ganz so einfach ist diese Fangfrage gar nicht zu beantworten. Vielleicht so: Ehrlichkeit ist für mich eine der wichtigsten Tugenden überhaupt – sowohl privat als auch beruflich. Ich will aber gar nicht bestreiten, dass ich in meinem Leben auch schon mal auf die eine oder andere kleine Notlüge zurückgreifen musste.

      27. Sind Sie ein glücklicher Mensch?

        Manche Fangfragen gehen ins Persönliche, so wie diese. Der Interviewer will etwas über die Grundeinstellung des Kandidaten erfahren. Hat er eine positive Weltsicht oder eine negative? Welche Wertvorstellungen teilt er? Jetzt einfach nur mit dem Hinweis zu antworten, man sei total happy mit seinem Leben, ist nicht befriedigend, fast schon oberflächlich. Eine Top-Antwort wäre: Ja, ich bin ein glücklicher Mensch. Das war aber nicht immer so. Ich hatte schwierige Zeiten zu überstehen und weiß heute sehr genau, dass man jeden Tag hart für sein Glück arbeiten muss.

      28. Was mögen Sie an der Menschheit am wenigsten?

        Jetzt bitte keine Schimpftirade loslassen. Credo: Die Welt ist so schlecht und ungerecht. Und die Menschen sind alle so böse und gewalttätig und zerstören die Umwelt und und und… Mag ja alles sein, ist aber eine sehr eindimensionale Sicht. Ihre Antwort auf diese Fangfrage verrät, ob Sie einen gewissen Intellekt mitbringen, ob Sie sich grundlegende Gedanken machen und welche Prioritäten Sie setzen. Eine pointierte, argumentativ starke Antwort ist besser als ein plumper Rundumschlag.

      29. Welches Geschenk haben Sie zuletzt jemandem gemacht?

        Meiner Frau einen Gutschein geschenkt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch, die Antwort relativ schlecht. Sie zeugt von Einfallslosigkeit. Dabei will der Personaler ja wissen, ob Sie kreativ sind. Vor allem aber, wie wichtig Ihnen andere Menschen sind, ob Sie empathisch sind und an Ihren zwischenmenschlichen Beziehungen arbeiten. Eine simple, aber effektive Antwort: Ich habe meiner Frau Blumen geschenkt. Oder: Eine Lego-Feuerwehrstation für meinen Sohn. Dies zeigt, dass Sie (hoffentlich) glücklich verheiratet sind und einen familiären Rückhalt haben. Unternehmen mögen das. Möglich auch: Etwas Selbstgebasteltes für meine ehemaligen Kollegen beim Abschied. So signalisieren Sie, dass Sie ein Teamplayer waren und mit allen gut zurechtkamen. Was gar nicht geht: Ich habe leider lange niemandem mehr ein Geschenk gemacht. Auch mies: Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern.

      15 irre Fangfragen zum Download

      Fangfragen zum DownloadNoch mehr Fangfragen gefällig? 15 irre Fangfragen zum Herunterladen und Üben finden Sie Fangfragen-im-Vorstellungsgespräch-die-besten (PDF-Dokument).

      10 Fangfragen für Bewerber: Drehen Sie den Spieß um!

      Heutzutage haben Bewerber mehr Verhandlungsspielraum als früher – vorausgesetzt, Sie arbeiten in Branchen und Berufen, in denen der Bewerbermangel groß ist. Dabei kann es sich um Softwareentwickler oder Fleischer handeln, um Bauingenieure oder Klempner.

      Zählen Sie dazu? Dann drehen Sie den Spieß im Vorstellungsgespräch doch einfach mal um – und konfrontieren den Interviewer Ihrerseits mit einer Fangfrage.

      Fangfragen im Vorstellungsgespräch – hier sind 10 Vorschläge für Bewerber:

      • Was stört Sie an Ihrem Chef am meisten?
      • Was stört Sie an Ihrem Arbeitgeber aktuell am meisten?
      • Basierend auf Ihren eigenen Erfahrungen – was sollte ich in den ersten 100 Tagen im Job auf keinen Fall tun?
      • Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich zu einer Führungskraft entwickelt haben?
      • Was ist der größte Fehler, den man hier begehen kann?
      • Was würde passieren, wenn ich meinen Chef schon in der ersten Woche kritisiere?
      • Worauf kann das Unternehmen wirklich stolz sein?
      • Wo bestellen die Mitarbeiter immer ihr Essen, wenn sie Überstunden machen müssen –