Amerikanischer Lebenslauf: So sieht er aus

Amerikanischer Lebenslauf Tipps

Ein amerikanischer Lebenslauf ist heute Standard – auch in Deutschland. Er sieht vor, dass die Stationen nicht chronologisch abgehakt werden, sondern bei der aktuellen Stelle beginnen. Doch Vorsicht: Wer sich in den USA bewerben will, muss im Kopf nochmals umparken. In diesem Fall spricht man von einem Resume. Bewerber müssen ihren Lebenslauf stark kürzen. Das ist nicht ganz einfach, hat aber Vorteile…

Amerikanischer Lebenslauf: Darum hat er sich durchgesetzt

Üblich ist heute der tabellarische Lebenslauf. Doch gibt es unterschiedliche Arten, wie ein tabellarischer Lebenslauf aufgebaut sein kann:

  • Chronologisch: Die Schulausbildung steht vorne, dahinter kommen die weiteren Stationen bis zur aktuellen Position.
  • Amerikanisch: Hier ist genau anders herum. Man beginnt mit dem aktuellen Job und arbeitet sich danach immer weiter in die Vergangenheit vor.

Der amerikanische Lebenslauf ist heute in Deutschland Standard. Ist also in der Stellenanzeige ein tabellarischer Lebenslauf gefordert, sollten sich Bewerber im Zweifel für die amerikanische Variante entscheiden.

Sie bietet ja auch zweifelsfrei Vorteile: Dem Leser fällt die aktuelle Stelle sofort ins Auge, da sie oben steht. Und meist ist sie auch die relevanteste für den neuen Job, zum Beispiel bei Jobwechslern innerhalb einer Branche. Die aktuelle Stelle führt zum neuen Job hin.

Aber: Berufsanfänger, Hochschulabsolventen und Arbeitslose könnten mit dieser Variante in die Bredouille geraten. Sie verfügen über wenige oder noch gar keine Stationen.

Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, möchte im Lebenslauf nicht an prominenter Stelle die Station „arbeitssuchend“ hineinschreiben. Taktisch unclever! In so einem Fall können Sie auf die chronologische Variante zurückgreifen.

Amerikanischer Lebenslauf: Das zeichnet ihn aus

Bisher haben wir von einem amerikanischen Lebenslauf für eine Bewerbung in Deutschland und in deutscher Sprache gesprochen. Wenn Sie sich hingegen auf englisch in den USA bewerben, dann gilt zwar das gleiche Prinzip: Sie beginnen im Lebenslauf mit Ihrer aktuellen Station und tasten sich dann weiter nach hinten vor.

Aber es gibt Unterschiede: Der Lebenslauf heißt in Übersee zunächst mal Resume. Das Resume ist viel kompakter als der tabellarische Lebenslauf in Deutschland. Es ist nicht mehr als ein Auszug Ihrer bisherigen Laufbahn – und keine vollständige Übersicht. Länger als eine DIN-A4-Seite sollte es nicht sein.

Das Resume beinhaltet nur die Highlights Ihrer bisherigen Karriere: die wichtigsten Stationen, Erfolge und Erfahrungen. Das können von Bewerbung zu Bewerbung auch ganz unterschiedliche sein. Wichtig ist vor allem, dass sie zur angepeilten Stelle passen. Alle anderen Informationen lassen Sie aus dem Resume heraus.

Was den amerikanischen Lebenslauf in den USA noch ausmacht:

  • Fotos: Es gibt keine. Fügen Sie Ihrem Resume kein Bewerbungsfoto bei. Das hat ethische und rechtliche Gründe. Chancengleichheit soll so gewährleistet, Diskriminierung ausgeschlossen werden.
  • Persönliches: Hier gilt Ähnliches. Von Angaben zum Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion des Bewerbers bitte absehen.
  • Referenzen: Die Referenzen sind in den USA sehr wichtig. Mindestens zwei sollten in Ihrem Resume enthalten sein. Ihre Referenzen sollen Ihre Eignung für die angepeilte Stelle belegen. Es sollte sich also um möglichst starke und überzeugende Referenzgeber handeln. In Ihrer Bewerbung sollten Sie vollständige Angaben zu den Referenzgebern machen – Kontaktdaten inklusive. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Arbeitgeber telefonisch bei ihnen melden.
  • Unterschrift: Sparen können Sie sich die Unterschrift unter Ihren Lebenslauf. Auch ein Datum braucht es nicht – ein beträchtlicher Unterschied zur deutschen Bewerbung.

Amerikanischer Lebenslauf: Das gehört hinein

Der amerikanische Lebenslauf wird in den USA als Resume oder Personal Resume betitelt. Sie können aber auch direkt mit den Personal Details starten. Immerhin ist der Platz auf einer Seite arg begrenzt.

Generell ist der amerikanische Lebenslauf so aufgebaut:

  • Personal Details

    Hierunter fassen Sie Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse zusammen – mehr nicht. In die erste Zeile gehört der Name, der Rest folgt darunter. Und vergessen Sie nicht, alle Umlaute auszuschreiben. Amerikaner kennen keine Umlaute.

  • Summary

    Die Summary wird auch als Personal Profile bezeichnet. Zwingend notwendig ist diese Rubrik nicht, aber sinnvoll. Sie umschreiben sich und Ihre Persönlichkeit dabei in zwei bis drei Sätzen. Keine Romane schreiben!

  • Objective

    Hier präzisieren Sie, welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben. Das beugt einerseits Missverständnissen vor. Andererseits sollten sie auch Ihre Motivation für die Stelle grob herausarbeiten.

  • Work Experience

    Dafür können Sie auch Professional Experience schreiben. Im Deutschen kennen wir die Rubrik als beruflichen Werdegang. Die einzelnen Stationen Ihrer Karriere in umgekehrt chronologischer Reihenfolge finden hier ihren Platz. Jede Station ergänzen Sie um den Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und die genaue Position im Unternehmen. Auf Erfolge können Sie ebenfalls hinweisen. Unterschied zum deutschen Lebenslauf: Sie müssen nicht sämtliche Stationen unterbringen, sondern lediglich die zwei oder drei, die für die angestrebte Stelle am relevantesten sind. So gibt es auch keine Lücken im Lebenslauf mehr, die kaschiert werden müssten.

  • Education

    Ihre Schulbildung listen Sie ebenfalls in chronologisch umgekehrter Reihenfolge auf. Die letzte Schule oder Hochschule kommt zuerst. Sie haben hier die Möglichkeit, auch Fort- und Weiterbildungen zu erwähnen. Man nennt sie im Englischen Advanced Training.

  • Special Skills

    Wenn Sie über zusätzliche Fähigkeiten verfügen, die für den Job wichtig sind, können Sie sie unter Skills ins Resume einfließen lassen. Normalerweise finden Personaler hier Sprachkenntnisse und IT-Kenntnisse.

  • Activities

    In diesem Punkt ähnelt der amerikanische dem deutschen Lebenslauf. Statt von Activities können Sie auch von Engagement sprechen. Ehrenämter finden hier Platz. Auch Hobbys und Interessen dürfen genannt werden. Beschränken Sie sich aber auf diejenigen, die Ihre Fähigkeiten unterstreichen.

Ganz klar: Wenn Sie jede Rubrik gewissenhaft ausfüllen, ist die eine DIN-A4-Seite schnell voll. Die wichtigste Aufgabe ist es daher, zu sortieren, filtern und vor allem KÜRZEN. Nur die Top-Elemente gehören ins Resume. Wenn Sie es nicht schaffen, mit einer Seite auszukommen, zeigt das nur Ihre Unfähigkeit, Sachverhalte auf das Wesentliche herunterzubrechen.

Auch merken Personaler, ob es sich um eine mehrfach verschickte Massenbewerbungen handelt. Das Resume ist immer auf die jeweilige Position zugeschnitten. Dies schließt eine Wiederverwendung aus (gleichwohl können Sie das Dokument natürlich als Vorlage für künftige Resumes nutzen). Geben Sie dem Unternehmen das Gefühl, dass Sie sich ernsthaft mit ihm auseinandergesetzt haben und nur diese eine Stelle wollen.

Das sind die wichtigsten Begriffe

Wenn Sie ein Wortkünstler sind, haben wir eine schlechte Nachricht für Sie: Für schriftliche Verrenkungen ist im Resume kein Platz. Geschliffene Sätze und ausschmückende Formulierungen sind hier nicht die richtigen Instrumente. Stattdessen sind Bulletpoints und Schlagwörter Mittel der Wahl.

Versuchen Sie, Begriffe mit Klang und durchschlagender Wirkung zu wählen. Jedes Wort zählt im Resume. Noch mehr als in Deutschland gilt in den USA: Keine falsche Bescheidenheit! Sie bringt Sie dem Job nicht näher. Wer US-Entscheider überzeugen will, muss aufs Ganze gehen. Dafür brauchen Sie Selbstvertrauen – auch im Resume.

Diese Begriffe sind wichtig:

  • Bewerbung: Job application
  • Anschreiben: Cover Letter
  • Lebenslauf: Resume/Curriculum Vitae
  • Persönliche Daten: Personal Details
  • Persönliches Profil: Personal Profile
  • Karriereziel: Career Objective
  • Werdegang: Work Experience/Professional Experience
  • Hochschulbildung: Academic Education
  • Fachausbildung: Professional Training
  • Referenzen: References
  • Arbeitgeber: Employer
  • Arbeitnehmer: Employee
  • Hobbys/Ehrenämter: Activities/Engagement
  • Unternehmen: Company
  • Beschäftigungszeit: Period of Employment
  • Kontaktdaten: Contact Information
  • Besondere Leistungen/Ehrungen: Personal Achievements
  • Besondere Fähigkeiten: Special Skills
  • Mitgliedschaft in Berufsorganisationen: Affiliation
[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Empfehlungsschreiben: Was es Ihnen bringt

Empfehlungsschreiben Referenz

Empfehlungsschreiben können über den weiteren Werdegang entscheiden. Für ein Stipendium zum Beispiel braucht man eines. Auch Bewerber können punkten, wenn Sie Ihren Unterlagen eine oder mehrere Empfehlungen beilegen. Darin enthalten ist in der Regel eine Bestätigung der Stärken und Fähigkeiten des Bewerbers. Empfehlungsschreiben sind Allzweckwaffen. Aber sie können auch Schaden anrichten…

Empfehlungsschreiben: Wofür ist es da?

Empfehlungsschreiben gibt es für verschiedene Anlässe. Man kann sie als Referenz in die Bewerbung einbauen. Außerdem gibt es Empfehlungsschreiben für…

  • Praktika
  • Studiengänge (MBA)
  • Stipendien

Auch werden Studenten, de sich nach Ihrem Bachelor-Abschluss für einen Master einschreiben wollen, von der Universität gerne gebeten, ein Empfehlungsschreiben eines ehemaligen Dozenten oder Professor vorzulegen. Die Gepflogenheit stammt aus dem angelsächsischen Raum, setzt sich im Zuge der Internationalisierung aber auch in Deutschland immer stärker durch.

Empfehlungsschreiben: Wer braucht eins?

Grundsätzlich sind Empfehlungsschreiben immer nützlich. Speziell Berufseinsteiger profitieren von ihnen. Sie verfügen noch nicht über viele Arbeitszeugnisse und andere Arbeitsnachweise. Umso wichtiger wird jeder Beleg, der Ihnen Kompetenz und Arbeitseinsatz attestiert. Durch ein Empfehlungsschreiben werten sie eine Bewerbung in jedem Fall auf.

Ein Empfehlungsschreiben ist auch für ehemalige Praktikanten, Trainees, Auslandsstudenten oder Stipendiaten nützlich. Es soll dokumentieren, dass sie Erfahrungen gesammelt und ihre Chefs überzeugt haben. Das wiegt im Zweifel mehr als die besten Noten.

Bei Freiberuflern spricht man häufig von Referenzschreiben. Sie erhalten das Referenzschreiben anstelle eines Arbeitszeugnisses. Freelancer hangeln sich von Job zu Job, müssen also immer wieder neue Arbeitgeber von sich überzeugen. Da helfen Empfehlungen enorm.

Tipp: Fragen Sie als Freiberufler Ihre Auftraggeber aktiv nach Referenzschreiben. Je mehr Sie sammeln, desto größer Ihre Auswahl. Sie müssen in einer künftigen Bewerbung auch nicht sämtliche Referenzschreiben beilegen, sondern nur die wichtigsten oder besten. Das können von Stelle zu Stelle verschiedene sein.

Hintergrund: Freiberufler haben keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch dann nicht, wenn sie etwa sechs Monate ein Projekt geleitet und erfolgreich beendet haben. Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben nur festangestellte Mitarbeiter.

Der Unterschied zu einem Empfehlungsschreiben besteht darin, dass das Referenzschreiben allgemein formuliert ist. Das Empfehlungsschreiben ist dagegen an einen konkreten Empfänger gerichtet. Abgesehen davon sind sich beide Formate aber sehr ähnlich.

Das kommt ins Empfehlungsschreiben

Ein Arbeitszeugnis wird nicht in der Ich-Form verfasst, ein Empfehlungsschreiben aber schon. Immerhin handelt es sich beim Referenzgeber um eine natürliche Person, nicht um ein Unternehmen. Darum sind Empfehlungsschreiben auch sehr viel persönlicher als Arbeitszeugnisse. Eine Prise Emotionen dürfen sie durchaus enthalten.

Inhaltlich geht es vor allem um die Fähigkeiten und Fachkenntnisse des Beschriebenen – und um seine Persönlichkeit. Ein paar lobende Worte über seine Stärken bzw. seinen Charakter sollten schon fallen.

Diese Elemente beinhaltet ein Empfehlungsschreiben:

  • Briefkopf (Vorname, Nachname, Unternehmen oder Organisation)
  • Telefonnummer für Rückfragen
  • Datum
  • Name und Anschrift des Adressaten (nicht die des Bewerbers)
  • Betreff („Empfehlungsschreiben für Max Mustermann“)
  • Selbstvorstellung (kurz)
  • Ausstellungsgrund (z.B. Praktikumsende)
  • Sachliche Empfehlung
  • Erreichte Qualifikationen (z.B. Studienabschluss)
  • Erfolge
  • Subjektive Empfehlung (Soft Skills, Charakter)
  • Datum, Unterschrift

Was ein Empfehlungsschreiben ruiniert

Natürlich können Empfehlungsschreiber auch eine Menge falsch machen. Es gibt zwar keine Geheimcodes wie im Arbeitszeugnis, aber doch die eine oder andere Falle, in die man tappen kann.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jemand, der Ihrer Bitte um eine Empfehlung nachkommt, Sie auch wirklich loben und weiterempfehlen will. Wer Sie hingegen für unfähig hält, wird erst gar kein Empfehlungsschreiben erstellen.

Darum sollte man selbst übrigens auch nicht jeder Bitte nach einer Referenz nachkommen. Sie kann wieder auf Sie zurückfallen! Hält der Kandidat nicht, was Sie versprechen, schadet dies Ihrem guten Ruf.

Es gibt aber noch mehr Punkte, die den Wert eines Empfehlungsschreibens nach unten ziehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn…

  • der Gutachter eine schlechte Reputation hat.
  • der Text aus lauter abgedroschenen Phrasen und Floskeln besteht.
  • der Text eine einzige Lobhudelei ist, die verdächtig an ein Gefälligkeitsgutachten erinnert.
  • der Text wegen seiner Superlative unglaubwürdig ist.
  • der Gutachter das, was er geschrieben hat, fachlich gar nicht beurteilen kann.

Der letzte Punkt betrifft auch die Online-Empfehlungen, die sich Mitglieder in Business-Netzwerken geben können. Sie laufen meist nach dem Schema „Gibst du mir eine gute Bewertung, gebe ich dir auch eine“ ab. Das ist durchschaubar und relativ wertlos.

Darauf bitte achten!

Diese formellen Voraussetzungen sollte das Empfehlungsschreiben einhalten:

  • Nicht länger als eine DIN-A4-Seite
  • Auf Firmenpapier gedruckt, um ihm einen offiziellen Charakter zu verleihen
  • Nicht mehr als 3 Empfehlungsschreiben pro Bewerbung

Zu viele Referenzen wirken in der Bewerbung inflationär. Zwei oder drei überzeugende Referenzen ziehen dagegen, haben Wert. Gleiches gilt für die Empfehlung selbst. Nicht nur überschwänglich loben, sondern dosiert und differenziert. Glaubwürdiger!

Musterbeispiel

Dr. Herbert Herbertson
Herbertstraße 1
12345 Herbertsdorf
Telefon: 1234-56789

Empfänger
Anschrift
PLZ Standort

Empfehlungsschreiben für Rollo Roller

Herr Roller hat insgesamt acht Jahre für unser Unternehmen gearbeitet – mit großem Erfolg. Daher bedauere ich es sehr, dass er unser Unternehmen nun verlassen und eine neue Herausforderung annehmen wird. Nichtsdestotrotz kann ich Herrn Roller wärmstens weiterempfehlen.

Rollo Roller hat vom xx.xx.xxxx bis zum yy.yy.yyyy als Position für unser Unternehmen gearbeitet. Von Anfang gefiel mir sein Elan und seine Durchsetzungsstärke. Ich habe ihn zudem als verantwortungsvollen Kollegen kennengelernt, der früh Führungsverantwortung übernommen hat. Als Führungskraft hat er mich nie enttäuscht. Durch seine gute Arbeit haben wir Prozesse im Unternehmen verschlankt und Kosten reduziert. Dass wir in den vergangenen Jahren insgesamt wettbewerbsfähiger geworden sind, verdanken wir auch ihm

Herr Roller genießt daher einen ausgezeichneten Ruf bei Kunden und Kollegen. Ich halte ihn für hochgradig geeignet, um weiterhin Führungsaufgaben in der XX-Branche auszuüben. Seine Einstellung kann ich Ihnen ohne jeden Zweifel empfehlen.

Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Wie frage ich meinen Professor?

Professoren an der Universität werden häufig um ein Empfehlungsschreiben gebeten – allein schon von den vielen Studenten, die sich um ein Stipendium bewerben wollen. Es muss Ihnen also nicht unangenehm sein, das Gleiche zu tun.

Aber: Eine Bindung zum jeweiligen Professoren sollten Sie schon haben. Er oder sie sollte zumindest wissen, wer Sie sind. Vielleicht haben Sie ein Seminar bei ihm belegt, eine Arbeit geschrieben oder wurden sogar als studentische Hilfskraft eingestellt. Einen Professor zu fragen, der Ihr Gesicht noch nie gesehen hat, wäre dagegen unverschämt.

So fragen Sie den Professor:

  • Termin

    Vereinbaren Sie einen Termin – zum Beispiel per Mail. Einfach so hineinplatzen und nach einer Empfehlung fragen – das ist anmaßend. Eine Absage wäre dann durchaus gerecht.

  • Genauigkeit

    „Hmm, naja, ich brauche da so eine Empfehlung, in der drin steht, dass ich…“ Falsch! Sagen Sie konkret, um was es geht. Wofür benötigen Sie das Empfehlungsschreiben? Was soll darin zum Ausdruck kommen? Warum glauben Sie, dass Sie eine Empfehlung verdient hätten? Liefern Sie dem Professor Informationen und Argumente.

  • Motivation

    Präzisieren Sie Ihr Vorhaben. Was ist Ihr Ziel? Der Professor sollte Ihre Beweggründe verstehen – und erkennen, dass Sie hochmotiviert sind. Er sollte nicht den Eindruck gewinnen, dass Ihr Vorhaben nur eines von vielen ist. Motto: Wenn dieses nicht klappt, dann halt ein anderes. Dass es Ihnen am Herzen liegt, sollte vielmehr ersichtlich sein.

  • Unterlagen

    Ein Empfehlungsschreiben macht Arbeit. Machen Sie es dem Professor daher so einfach wie möglich. Liefern Sie alle Unterlagen mit, die er benötigt. Und vermeiden Sie Missverständnisse. Wenn Sie das Schreiben in englischer Sprache brauchen, dann sagen Sie es. Machen Sie sich vorher eine Liste, auf der die wichtigsten Punkte aufgelistet sind. Dann vergessen Sie nichts.

  • Zeit

    Drängeln Sie nicht. An der Uni gibt es viel zu tun – und ehrlich gesagt auch Wichtigeres, als ein Empfehlungsschreiben zu verfassen. Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen. Fragen Sie nicht erst drei Tage vorher an. Vier bis fünf Wochen Vorlauf sollten Sie einplanen.

Wie frage ich meinen ehemaligen Chef?

Ihren aktuellen Chef um ein Empfehlungsschreiben bitten, damit Sie sich anderweitig bewerben können? Das klingt nach einem schlechten Witz. In der Tat ist dieser Plan in den meisten Fällen nicht zu empfehlen. Es sei denn, Sie haben ein offenes und enges Verhältnis und Ihren Chef längst in Ihre Pläne eingeweiht – und der will Ihnen auch keine Steine in den Weg legen.

Normalerweise aber sollten Sie nur ehemalige Arbeitgeber fragen. Am besten die, mit denen Sie im Guten auseinandergegangen sind. Darum ist Netzwerken übrigens so wichtig. Wenn Sie sich nach fünf Jahren Funkstille wieder melden und sofort eine Empfehlung einfordern, hat das ein Geschmäckle. Motto: Der meldet sich nur, wenn er was will.

So fragen Sie Ihren ehemaligen Chef:

  • Anruf

    Wenn Sie einen ehemaligen Chef um eine Referenz bitten wollen, dann rufen Sie ihn an. Eine E-Mail ist zu unpersönlich – nur im Notfall eine Alternative (wenn der Chef telefonisch unerreichbar ist).

  • Selbstreflexion

    Fragen Sie wirklich nur, wenn Sie der Überzeugung sind, dass Sie eine Empfehlung auch verdient haben. Und wenn der Ex-Chef dies ähnlich sehen dürfte. Wurden Sie hingegen aus Leistungsgründen gefeuert, dann riecht Ihr Vorhaben eher nach Verzweiflungstat – oder nach einem Aprilscherz.

  • Begründung

    Blicken Sie in die Zukunft und erläutern Ihr Vorhaben. Wo wollen Sie mit dem Bewerbungsschreiben hin? Niemand schreibt gerne eine Empfehlung ins Blaue hinein. Wer weiß, wofür sie verwendet wird? Das könnte schließlich noch auf einen zurückfallen. Versorgen Sie Ihren Ex-Chef daher mit den wichtigsten Informationen.

Wie frage ich als Freiberufler?

So fragen Freiberufler Ihre Auftraggeber:

  • Aktivität

    Warten Sie nie einfach ab, bis Sie eine Referenz vom Unternehmen erhalten. Fragen Sie aktiv danach. Insbesondere dann, wenn Sie gute Leistungen gebracht haben. Viele Kunden vergessen es schlicht und einfach – oder wollen es vergessen, um Zeit zu sparen.

  • Zitate

    Hat Ihnen ein Team- oder Abteilungsleiter ein Lob ausgesprochen, dann notieren Sie es sich. Fragen Sie, ob Sie das Zitat als Empfehlung verwenden dürfen. Ist Ihr Chef gerade vollauf zufrieden mit Ihnen, wird er Ihnen diesen Wunsch wahrscheinlich nicht abschlagen.

  • Einverständnis

    Sie können Empfehlungen auch auf Ihrer Webseite verwenden. Nur echte Referenzgeber und Unternehmen wirken authentisch. Dafür benötigen Sie aber ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie keine Empfehlungen ohne schriftliches Einverständnis des jeweiligen Kunden!

  • Firmenpapier

    Ein Empfehlungsschreiben, das auf offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde, wirkt hochwertiger. Und es erhöht die Glaubwürdigkeit. Fragen Sie ruhig danach.

[Bildnachweis: Gajus by Shutterstock.com]

Kreative Bewerbung: 8 Ideen für mehr Pep

Kreative Bewerbung Tipps

Kreativität ist in vielen Fällen Einstellungsvoraussetzung. Die meisten Bewerbungen aber sind gänzlich unkreativ – sie ähneln sich bis aufs Skelett. Doch es geht auch anders. Eine kreative Bewerbung besticht durch knallige Farben, ein innovatives Format oder einen originellen Einleitungssatz. Zu viel Einfallsreichtum kann allerdings auch nach hinten losgehen…

Kreative Bewerbung: Welchen Vorteil hat sie?

Die konventionelle Bewerbung hat einen großen Vorteil: Jeder kennt sie. Jeder kann sie lesen, jeder findet sich in ihr sofort zurecht.

Und nichts hassen Personaler mehr, als Zeit durch Unübersichtlichkeit zu verlieren. Lebenslauf und Anschreiben bieten Übersichtlichkeit. Warum also an einem Erfolgssystem herumexperimentieren? Warum riskieren, dass man als Bewerber abgestraft wird für eine andere Art der Bewerbung?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste: Zwar schätzen Personalverantwortliche den Bewerbungsaufbau, so wie er heute ist. Für Bewerber ist das aber nicht nur positiv. Sie haben kaum eine Möglichkeit, sich abzuheben vom Rest der Bewerberschar. Dies ist speziell in großen Unternehmen, die eine Vielzahl an Bewerbungen erhalten, problematisch. Im Zweifel landen Sie ruckzuck in der Ablage P.

Aus Hunderten oder gar Tausenden Bewerbungen werden viele in Windeseile aussortiert – obwohl sie die Formalien berücksichtigt haben. Tatsächlich nehmen sich viele Personalabteilungen nur wenig Zeit für eine Bewerbung – wenn überhaupt.

Angenommen, Sie verfügen über die notwendigen Qualifikationen nur zum Teil, müssen aber davon ausgehen, dass es sehr viele Mitbewerber gibt, die ins Raster passen. Was dann? Wie groß sind Ihre Chancen, mit einer herkömmlichen Bewerbung weiterzukommen? Äußerst gering.

Für Bewerber kann die Schlussfolgerung dann lauten: Auffallen – um fast jeden Preis! Nur so besteht die Chance, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und die (vermeintlich stärkere) Konkurrenz auszustechen.

Dieses Ziel erreichen Sie nicht im 08/15-Stil, mit einem öden Layout und einem langweiligen Porträtfoto. Eine kreative Bewerbung will einzigartig sein, etwas Besonderes und Neues liefern. Das soll der Empfänger schon auf den ersten Blick sehen und spüren.

Warum es nicht nur um Farben und Formen geht

Womit assoziieren Sie eine kreative Bewerbung? Vermutlich mit einem originellen Design, bunten Farben jenseits der gewohnten Schwarz-Weiß-Optik. Vielleicht kommen noch ein paar ausgefallene Symbole und Formen dazu, die Ihre Bewerbungsunterlagen vom Rest abheben.

Die Assoziation ist nicht falsch. Die Farbgebung ist ein Hebel, an dem Sie drehen können. Aber bei Weitem nicht der einzige. Mit einer kreativen Bewerbung ist nicht zwangsläufig eine künstlerische oder gestalterische gemeint.

Letztlich geht es darum, einen Aha-Effekt beim Empfänger auszulösen. Der Bewerbung einen Überraschungsmoment zu verleihen – auf diese oder jene Art. Auch der Inhalt kann kreativ sein, nicht nur das Äußere. Denn in Wahrheit ähneln sich die meisten Bewerbungsschreiben. Der Bewerber legt ausführlich dar, wie teamfähig, kommunikativ und ambitioniert er doch ist und wie prädestiniert fürs Unternehmen, für das er natürlich wahnsinnig gerne aktiv werden würde. Nicht verkehrt, aber schon tausendmal gelesen!

Mit dem Lebenslauf ist es ganz ähnlich. Viele Lebensläufe ambitionierter Hochschulabsolventen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Da gibt es hochklassige Praktika, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenkenntnisse und natürlich Top-Noten. Schön! Aber man könnte ja auch mal einen anderen Ansatz wählen, ein Highlight setzen, mit dem der Empfänger nicht gerechnet hat.

Kreative Bewerbung: Für wen sie Sinn macht

Eine kreative Bewerbung bietet sich für Bewerber an, die in kreativen Berufen und Branchen unterwegs sind. So weit, so erwartbar. Aber sie sind nicht die einzigen, die profitieren. Sie müssen kein Designer, Grafiker oder Fotograf sein, um ihren Einfallsreichtum zur Geltung zu bringen.

Kleine Anmerkung: Anders herum ist es natürlich auch für Designer oder Grafiker keineswegs Pflicht, eine kreative Bewerbung einzureichen. Nicht jeder Personaler steht auf so etwas. Viele bevorzugen den übersichtlichen Standardaufbau. Kreativität kann man ja schließlich auch durch Arbeitsproben und Referenzen nachweisen. Aber: Speziell für Berufsanfänger in kreativen Berufen – Azubis zum Beispiel – ist eine außergewöhnliche Bewerbung eine Möglichkeit, um sein kreatives Talent unter Beweis zu stellen.

Es gibt überdies Branchen, die sich auf den ersten Blick für eine kreative Bewerbung nicht anbieten. Dazu zählen vermeintlich seriöse Branchen wie Banken und Versicherungen. Andererseits befindet sich die Finanzbranche im Umbruch, immer mehr hippe Fintech-Startups drängen nach vorne. Vielleicht sind Disruptoren für kreative Bewerbungen ja offener. Sie sehen: Sie müssen und können von Fall zu Fall entscheiden – auch innerhalb einer Branche.

So oder so: Eine kreative Bewerbung sollte niemals Selbstzweck sein. Sie sollten sie nur in Fällen einsetzen, in denen Sie an ihren Erfolg glauben. Und auf die Spitze treiben sollten Sie das Ganze auch nicht. Wenn Infogehalt und Übersicht komplett unter Ihrer Kreativität begraben werden, dürften die Jobchancen nicht unbedingt steigen. Das beschert dem Personalbüro Mehraufwand. Vorstellbar auch, dass der Personaler kurz schmunzeln und Ihre Bewerbung danach entsorgen wird.

Gute Erfolgsaussichten haben Sie, wenn der Spagat gelingt: Informationsgehalt UND Kreativität. Das erste darf nicht unter dem zweiten leiden. Das ist anspruchsvoll und macht Arbeit. Aber es kann sich lohnen.

8 Ideen für eine kreative Bewerbung

Wie setzt man nun seine Ideen für eine kreative Bewerbung um? Was muss man beachten? Karrieresprung hat 8 Tipps für Sie:

  1. Design

    Mit Hilfe eines außergewöhnlichen Designs gelingt Ihnen ein Wow-Effekt. Die Aufmerksamkeit des Empfängers ist Ihnen gewiss – das ist schon mal ein Punkt für Sie. Wenn Sie jetzt noch inhaltlich überzeugen, hat die Maßnahme gewirkt.

    In punkto Design können Sie Ihrer Phantasie im Grunde freien Lauf lassen und Ihre eigenen Ideen verfolgen. Letztlich ist es ja auch so: Mehr als eine Absage kassieren können Sie nicht. Wenn Ihre Design-Ansätze dauerhaft durchrasseln, können Sie immer noch neu justieren.

    Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel, die Bewerbung im Querformat zu gestalten. Allein dadurch heben Sie sich vom großen Rest ab. Oder Sie wählen eine Gestaltung, die dem Corporate Design des jeweiligen Unternehmens nahekommt. Damit beweisen Sie zugleich, dass es sich nicht um eine Massenbewerbung handelt. Wichtig!

  2. Startschuss

    Wenn sie kreativ werden wollen, dann lieber nicht auf den letzten Seiten – sondern gleich am Anfang. Nur dann ist Aufmerksamkeit garantiert.

    Das fängt schon beim Einleitungssatz im Anschreiben an. Die Standard-Eröffnung lautet „Hiermit bewerbe ich mich“. So drücken sich die meisten Ihrer Mitbewerber vermutlich auch aus. Sie können aber auch mit einem Einleitungssatz aus der Kategorie ungewöhnlich beginnen.

    Seien Sie mutig und gehen in die Vollen. Andernfalls hätten Sie ja gleich den herkömmlichen Weg der Bewerbung gehen können. Wie wäre es denn mit: „Ich sage es Ihnen ohne lange Umschweife: Wenn Sie die Stelle mit mir besetzen, werden Sie es nicht bereuen. Da bin ich mir sehr sicher.“ Oder so etwas wie: „Leidenschaft. Ambition. Integrität. Damit dürfen Sie im Falle meiner Einstellung rechnen.“

    Gefällt Ihnen nicht? Gut, dann denken Sie sich halt etwas Anderes aus. Sie können sich im ersten Satz übrigens auch auf einen vorherigen Kontakt – ein Telefonat etwa – berufen. So wird die ganze Bewerbung persönlicher.

  3. Mindmap

    In einer Mindmap kann man bildhaft Verknüpfungen herstellen. Die Technik ist in kreativen Berufen beliebt – kann aber auch in der Bewerbung zum Einsatz kommen.

    Wenn Sie eine Mindmap erstellen, in der Ihre Fähigkeiten, Vorbildungen, Interessen usw. miteinander verknüpft sind, ergibt sich ein vollständiges Bild Ihrer Person. Das sieht nicht nur hübsch und kreativ aus, sondern bietet auch einen Mehrwert.

  4. Bewerbungsflyer

    Ein Bewerbungsflyer bietet sich vor allem für den Besuch einer Jobmesse an. Dort können Sie ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen. Diese sehen die wichtigsten Infos über Sie auf einen Blick.

    Das kann auch in der Bewerbung ein Mehrwert sein. Sie können Ihren Bewerbungsflyer – sofern überzeugend gemacht – einfach Ihrer Bewerbung beilegen.

  5. Cliffhanger

    Serien-Fans kennen die Wirkung von Cliffhangern nur allzu gut. Damit sind die Szenen am Ende einer Folge gemeint, die die Spannung erhöhen und den Zuschauer dazu bringen sollen, auch die nächste Folge einzuschalten.

    Das Prinzip können Sie in Ihrer Bewerbung anwenden. Beispiel: „In einer früheren Stelle habe ich den Traffic auf der Seite meines Arbeitgebers um 200 Prozent erhöht – innerhalb eines Jahres. Ich bin mir sicher, dass ich das Gleiche bei Ihnen auch schaffe – aber in der Hälfte der Zeit. Wollen Sie wissen wie? In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, welche Pläne ich sofort umsetzen würde…“

    Zugegeben, das klingt eher nach einem Verkaufspitch als nach einer Bewerbung. Aber interessieren würde Sie es als Arbeitgeber doch auch, was der vollmundige Bewerber in petto hat, nicht wahr?

  6. Referenzen

    In den USA sind Referenzen elementar wichtig. In Deutschland beschränken wir uns meist auf Arbeitszeugnisse. Sie sind die einzigen Bewerbungselemente, die nähere Auskunft über vorherige Stellen und Erfolge geben.

    Dabei müssen Sie es als Bewerber aber nicht belassen. Bitten Sie Ihre ehemaligen Kunden oder Kollegen um einen kurzes Statement. So eines wie: „Ich habe fünf Jahre lang mit Henry zusammengearbeitet und konnte mich immer auf ihn verlassen.“ Oder: „Ronja ist eine erfahrene und äußerst kompetente Projektmanagerin. Ich kann sie nur weiterempfehlen.“

    Die gesammelten Kommentare können Sie dann Ihrer Bewerbung beilegen. Das ist nicht nur kreativ, sondern ein echter Game-Changer. Menschen vertrauen am ehesten anderen Menschen.

  7. Video

    Eine Bewerbung erfolgt längst nicht mehr nur schriftlich. Sie können sich heutzutage auch per Video bewerben, das Sie online versenden. Manche Unternehmen stehen sogar total auf Bewerbungsvideos und fordern sie offensiv ein.

    Aber auch Unternehmen, die bislang noch keine Erfahrung mit diesem Medium hatten, können Sie damit vielleicht überzeugen. Denn ein Bewerbungsvideo unterstreicht Ihre kreative Ader UND Ihre technische Affinität – ein doppelter Punkt für Sie!

    Aber Vorsicht: Ein gutes Bewerbungsvideo zu erstellen ist extrem anspruchsvoll. Blamage-Gefahr. hoch.

    Darüber hinaus ist auch die Bewerbungshomepage eine Option. Eine eigene Webseite, auf der Sie sich präsentieren. Ihre Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen, sind riesig.

  8. Arbeitsproben

    In manchen Berufen sind Arbeitsproben die wichtigste Währung. Grafiker, Werbetexter oder Journalisten werden ohne konkrete Nachweise Ihrer Tätigkeit mit ihrer Bewerbung kaum reüssieren.

    Arbeitsproben können Sie aber auch in anderen Berufen beilegen. Warum nicht als Produktmanager eine Seite mit Vorher-Nachher-Bildern gestalten? Vorher sah das Produkt SO aus, nachher SO. Daran lässt sich wunderbar festmachen, was Sie konkret bewirkt haben.

    Sicher, in manchen Berufen sind Arbeitsproben schier unmöglich. In vielen aber können sie durchaus zum Einsatz kommen. Es braucht dafür nur ein ein bisschen Kreativität…

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

Bewerbung Ghosting: Warum es gefährlich ist

Bewerbung Ghosting

Wenn man plötzlich weg ist und unauffindbar, dann spricht man neuerdings von Ghosting. Ein Date, das sich nicht mehr meldet oder gar ein Partner, der ohne Vorwarnung jeden Kontakt abbricht. Im Bewerbungsprozess spielte Ghosting schon immer eine tragende Rolle. Arbeitgeber, die Bewerber links liegen lassen und es nicht mal für nötig erachten, ihnen eine Absage zu schicken. Doch auch Bewerber und Arbeitnehmer können Ghosting betreiben. Wenn sie clever sind, lassen sie es aber bleiben. Bewerbung Ghosting: Es zeugt von schlechtem Stil – und kann schneller nach hinten losgehen, als einem lieb ist…

Bewerbung Ghosting: Was ist das überhaupt?

Ghosting kennen Sie – hoffentlich nicht – aus Ihrem Liebesleben. Die Denglisch-Vokabel meint Folgendes: Der Freund oder die Freundin meldet sich einfach nicht mehr. Er oder sie reagiert nicht auf Anrufe oder Nachrichten, ruft nicht zurück, schreibt nicht mehr, weder über Whatsapp noch per E-Mail, verschwindet einfach von der Bildfläche.

Ältere Generationen bemühen dafür gerne eine anderes Bild: „Ich geh mal kurz Zigaretten holen“. Und weg war er – und ward nie mehr gesehen. Gemeint ist das Gleiche.

Ghosting kann jeder betreiben: Lose Kontakte, aber auch enge Freunde, im schlimmsten Fall Paare. Relativ normal ist es wohl bei Dates, die nach dem ersten Treffen den Kontakt abbrechen – wohlgemerkt ohne Begründung. Bricht jemand den Kontakt hingegen ab mit den Worten „Das war’s, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“, dann haben wir es streng genommen nicht mit Ghosting zu tun, sondern mit einem Schlussstrich – oder um im Englischen zu bleiben: mit einem klaren Cut.

Das ist der Kern des Ghosting: Es lässt einen ratlos zurück. Der Betroffene kann nur rätseln und über die Beweggründe des Gegenübers mutmaßen. Was kann ihn oder sie dazu veranlasst haben? Hat er oder sie einen Neuen? Damit einher gehen Schuldgefühle und Gewissensbisse. Für die gibt es aber oft – objektiv betrachtet – gar keinen Anlass.

Darum ist Ghosting so hinterhältig und, jawohl, asozial. Der erste Ratschlag muss daher lauten: Tun Sie es nicht! Betreiben Sie kein Ghosting (außer vielleicht mit einem ersten Date, das sich Ihnen gegenüber unverschämt verhalten hat)…

Bewerbung Ghosting: So spielt es sich ab

Um ehrlich zu sein, ist Ghosting im Bewerbungsverfahren nichts Neues. Es gibt das Phänomen seit Jahr und Tag. So spielt es sich ab: Der Bewerber reicht eine Bewerbung ein, ist frohen Mutes, erhält auch eine Eingangsbestätigung mit dem Hinweis: „Wir melden uns bei Ihnen.“

Und dann? Nichts. Der Arbeitgeber meldet sich nicht zurück. Oder er hat im Bewerbungsgespräch gemerkt, dass die Chemie nicht stimmt – und bricht den Kontakt ab. Das ist zwar eine Arbeitserleichterung, aber Wertschätzung geht anders.

Ghosting kann aber auch von Arbeitnehmern ausgehen. Diese Fälle scheinen sich zu häufen – speziell im Ausland, wo die Kündigungsfristen kürzer und die Regularien laxer sind. Da erscheinen Mitarbeiter von heute auf morgen einfach nicht mehr zur Arbeit – und die Firmen können nichts dagegen tun.

In Deutschland ist das kaum möglich. Wenigstens eine Kündigung muss der Arbeitnehmer einreichen. Tut er das, kann man nicht mehr von Ghosting sprechen.

Abtauchen können dafür Bewerber während oder nach der Bewerbung. Sie erscheinen trotz einer Einladung nicht zum Vorstellungsgespräch – ohne abzusagen. Sie sind nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr für weitere Rückfragen zu erreichen. Sie reagieren auf einen angebotenen Arbeitsvertrag nicht.

Dahinter stecken natürlich handfeste Beweggründe: Vielleicht ist dem Bewerber klar geworden, dass diese Stelle in diesem Unternehmen doch nicht die richtige für ihn ist. Oder er hat in der Zwischenzeit das Angebot eines Konkurrenten erhalten, das er nicht ablehnen kann. Oder der Bewerber ist feige und will einem unangenehmen Telefonat aus dem Weg gehen.

So oder so: Ghosting ist mies. Aus folgenden Gründen…

Warum Sie nicht ghosten sollten

Ghosting ist immer ein schlechter Zug – IMMER. Auch dann, wenn sich beide Parteien einig sind, dass es zwischen ihnen nicht funktionieren kann. Eine höfliche Standardabsage ist das Mindeste, was sowohl Bewerber als auch Unternehmen erwarten können.

Ghosting…

  • zeugt von mangelndem Respekt. Und Respekt fordern heute doch alle unentwegt ein. Also zeigen Sie ihn auch, den Respekt!
  • zeugt von Feigheit. Niemand verlangt von Ihnen übertriebenen Heldenmut im Bewerbungsdschungel. Aber eine höfliche Absage kriegt jeder hin – zur Not per E-Mail. Sie müssen Ihrem Gegenüber nicht einmal in die Augen sehen und die Wahrscheinlichkeit, überhaupt ein Feedback zu erhalten, ist gering. Geben Sie sich einen Ruck!
  • kann Ihnen langfristig schaden. Man sieht sich ja bekanntlich immer zwei- oder drei- oder viermal im Leben. Vielleicht wollen Sie in einigen Jahren doch noch bei diesem Unternehmen anheuern. Die Erinnerung an Ihr Ausweichmanöver könnte Sie dann den Job kosten. Speziell in kleinen Branchen, in denen jeder jeden kennt, ist Ghosting nicht ungefährlich.
  • spricht sich vielleicht schneller herum, als Ihnen lieb ist. Dann schadet Ghosting schon auf kurze Sicht. Wenn die Chefs zweier Wettbewerber gut miteinander können und sich gegenseitig Anekdoten auftischen, kriegen Sie weder hier noch dort den Job. Vor allem in kleinen Branchen drohen Nachteile.

Ghosting Arbeitgeber: Wie verhalte ich mich?

Wie aber verhalten, wenn man selbst zum Ghosting-Opfer wird? Angenommen, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und warten ab. Und warten und warten und warten. Irgendwann dämmert Ihnen, dass Sie keine Antwort mehr erhalten werden.

Dann müssen Sie selbst aktiv werden. Immerhin könnt es ja auch sein, dass Ihre Bewerbung aus Versehen im Spam-Ordner gelandet – oder bei der Mitarbeiterin angekommen ist, die in Elternzeit gegangen ist (aber vergessen hat, eine Abwesenheitsnotiz zu aktivieren).

Also von vorne: Geben Sie dem Unternehmen Zeit. Nicht drängeln! Nach der Frist aber können und sollten Sie nachhaken. Sie könnten eine E-Mail schreiben. Oder anrufen. Versuchen Sie es telefonisch über verschiedene Wege. Rufen Sie in der Personalabteilung an, in der Zentrale, zur Not sogar im Kundenservice oder in der Pressestelle.

Kommen Sie nirgends durch, dann ist auch der Weg über öffentliche Kanäle denkbar. Senden Sie einen Tweet, schreiben Sie über Facebook oder Instagram. Öffentlicher Druck wirkt oft Wunder.

Aber Vorsicht: Sie selbst begeben sich damit ebenfalls in die Schusslinie. Wenn andere Arbeitgeber sehen, dass Sie Firmen im Social Web aggressiv angehen, könnten sie Sie als Unruheherd einordnen und von einer Einstellung Abstand nehmen. Daher auch im Netz immer höflich bleiben!

Und natürlich sollte Ihr aktueller Arbeitgeber nicht Wind davon kriegen, dass Sie sich anderweitig bewerben. Soziale Medien also immer mit Bedacht einsetzen…

Eine Alternative: Eruieren Sie auf Xing oder Linkedin den Personalverantwortlichen des Unternehmens und schreiben ihn direkt an.

Fruchtet keine Ihrer Bemühungen, dann bleibt nur eins: Aufgeben. Was Sie aber durchaus nachträglich noch tun können: Eine Bewertung auf Portalen wie Kununu oder Glassdoor hinterlassen.

Auch hier bitte nicht mit Beleidigungen um sich werfen, sondern sachlich bleiben. Motto: „Ich habe nach meiner Bewerbung nichts mehr vom Unternehmen gehört. Das nennt sich wohl Ghosting und zeugt von schlechten Umgangsformen. Schade.“

Ghosting und Co.: Diese Beziehungsphänomene gibt es noch

Bewerbung Ghosting BeziehungGhosting ist nicht das einzige grassierende Beziehungsphänomen. Daneben gibt es etwa noch Cushioning. Das meint, sich neben der aktuellen Freundin oder dem Freund noch jemand anderen warmzuhalten, damit man im Falle einer Trennung butterweich landet.

Dann gibt es Benching. Sich immer mal wieder melden, ohne eine verbindliche Beziehung einzugehen. Eine Taktik für Abgebrühte: So kann man weiterhin die Fühler ausstrecken, hat aber jemanden in der Hinterhand für den Fall, dass die Suche im Nichts endet.

Last but not least scheint auch Gatsbying im Kommen zu sein. Nie gehört? Wer gatsbyed, der möchte andere über soziale Netzwerke beeindrucken und die Aufmerksamkeit seines Schwarms auf sich ziehen. Instagram scheint dabei das perfekte Vehikel für Hobby-Gatsbys zu sein.

Und jetzt die spannende Frage: Welches dieser Phänomene lässt sich auf die Arbeitswelt übertragen?

Cushioning könnte für Freiberufler mit mehreren Auftraggebern interessant sein, Benching für umworbene Spitzenkräfte, die gelegentlich mit einer neuer Herausforderung liebäugeln. Gatsbying hingegen kann jeder betreiben – muss es aber gar nicht. Manche Arbeitgeber sind froh über jede gute Kraft, die sie finden können. Angeben? Gar nicht notwendig.

[Bildnachweis: Brian A Jackson by Shutterstock.com]

Bewerbung als Aushilfe: So klappt’s mit dem Job

Bewerbung als Aushilfe Tipps

Eine Bewerbung als Aushilfe ist kein Hexenwerk. Sie müssen keinen blitzsauberen Lebenslauf vorlegen, keine Super-Noten in der Schule gesammelt oder zahlreiche Praktik absolviert haben. Sie kriegen den Job – vorausgesetzt, Sie zeigen, dass Sie motiviert und zuverlässig sind. Doch das ist manchmal gar nicht so einfach…

Bewerbung als Aushilfe: Halb so wild!

Gefühlt hängen sie überall: Schilder mit der Aufschrift Aushilfe gesucht. Es gibt sie im Einzelhandel, in Supermärkten, Tankstellen oder Bäckereien. Jobs für Schüler, Studenten, Teilzeitjobber oder Arbeitnehmer, die sich ihre Kasse nebenbei aufbessern wollen.

Aus Bewerbersicht positiv: Sie müssen sich um Ihre Bewerbung keinen so großen Kopf machen, als wenn Sie sich für die Rechtsabteilung eines DAX-Unternehmens bewerben würden. Die Unternehmen erwarten keine Top-Noten oder ausgeklügelte Anschreiben von Ihnen. Ihre Motivation ist ausschlaggebend. Und ja, ein einigermaßen solider Lebenslauf wäre auch schön (ist aber längst nicht immer Voraussetzung).

Manche Arbeitgeber verlangen schon gar kein Anschreiben mehr. Wenn Sie sich persönlich vorstellen und dabei einen guten Eindruck hinterlassen, bekommen Sie von ihnen eine Chance. Überall läuft das aber natürlich nicht so. Manchmal braucht es dann doch ein Anschreiben plus Lebenslauf.

Bewerbung Aushilfsjobs: Das sollten Sie betonen

Worauf kommt es an, wenn man sich als Aushilfskraft bewirbt?

Achten Sie zunächst auf eine saubere Rechtschreibung. Sie können Ihre Bewerbung von Freunden gegenlesen lassen – oder der automatischen Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Fehlerfreiheit zeigt, das Sie sorgfältig und gewissenhaft arbeiten. Ein Muss für Aushilfen.

Im Vordergrund Ihrer Bewerbung sollten die Grundtugenden stehen: Fleiß, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit. Nicht prahlen müssen Sie hingegen damit, wie kreativ Ihre Ader doch ist oder dass Sie schon Führungserfahrung im Schulchor gesammelt haben.

Soft Skills wie Offenheit, Flexibilität und Kommunikationsfreude zahlen ein – speziell im Verkauf. „Ich packe mit an und bin überall dort zur Stelle, wo es gerade brennt“. Dieses Arbeitsethos sollten Sie in Ihrer Bewerbung transportieren.

Berufsanfänger haben das oft das Problem, dass Sie zu wenig Erfahrung mitbringen. In Aushilfsjobs ist das kein Problem – beziehungsweise nur bedingt. Sicher: Wer sich als Kellner bewirbt, bekommt den Job eher, wenn er vorher schon einmal anderswo gekellnert hat.

Aber fehlende Fachkenntnisse oder Branchenerfahrungen sind nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium. Sie benötigen keine IT-Kenntnisse, keine Fremdsprachenkenntnisse (obwohl es diesbezüglich Ausnahmen gibt, wenn Sie zum Beispiel in einem stark von Touristen frequentierten Geschäft jobben wollen) und müssen keine Praktika absolviert haben. Wichtig ist, dass Sie sich für den Job nicht zu schade sind, schnell lernen und sich reinhängen wollen.

Hier gibt es Aushilfsjobs

Aushilfsjobs gibt es zum Beispiel für:

  • Warenverräumung
  • Warenkommissionierung
  • Warenpräsentation
  • Küchenhilfe
  • Spüler
  • Kellner
  • Büffethilfe
  • Verkäufer
  • Kassierer
  • Wachdienst
  • Produktionshelfer
  • Transportfahrer
  • Kurierfahrer
  • Auslieferungsfahrer
  • Fahrzeugüberführungen
  • Montage/Monteur
  • Umzugshelfer
  • Kiosk-Mitarbeiter
  • Pflegenachtdienst (Nachtwache)
  • Lagerkraft
  • Putzhilfe
  • Empfangskraft
  • Spielhallenaufsicht
  • Promoter
  • Besucherbefragung
  • Testkäufer
  • Bauhelfer
  • Gartenhelfer
  • Zeitungszusteller
  • Hundesitter
  • Eventhelfer/Aufbauhelfer
  • Hauswirtschafter
  • Tankwart
  • Zimmermädchen

Was in Ihre Bewerbung gehört

Grundsätzlich gelten für eine Bewerbung als Aushilfe die gleichen Regeln wie für eine sogenannte Kurzbewerbung. Die Kurzbewerbung besteht aus:

  • Anschreiben (nicht länger als eine Seite)
  • Lebenslauf (am besten nur eine Seite)
  • Bewerbungsfoto (kein Muss, aber empfehlenswert)

Eine Bewerbungsmappe, Zeugnisse oder Qualifikationsnachweise müssen Sie dagegen nicht beilegen. Wie könnte nun das Anschreiben für eine Aushilfe aussehen?

Zum Beispiel so – wir haben drei Vorlagen für Sie erstellt (die Sie aber nicht eins zu eins übernehmen sollten):

Bewerbung als Aushilfe Bäckerei

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Frau Merle Becker
Superstraße 9
98765 Primadorf

Bewerbung als Aushilfe

Sehr geehrte Frau Becker,

durch ein persönliches Gespräch mit einem Ihrer Mitarbeiter habe ich erfahren, dass Sie regelmäßig auf der suche nach Aushilfen für Ihre Filiale in der Superstraße in Primadorf sind. Ich bin an dem Job sehr interessiert und würde mich daher gerne kurz bei Ihnen vorstellen.

Meine Freunde beschreiben mich als einen sehr offenen und kommunikativen Menschen. Ich komme leicht mit Fremden ins Gespräch. Auch in stressigen Situationen bewahre ich die Ruhe, aufbrausend oder launisch bin ich so gut wie nie. Ich würde mich als Frohnatur beschreiben. Daher glaube ich, dass ich sehr gut zu Ihrem Unternehmen und in Ihre Filiale passen würde.

Außerdem kann ich gut mit Zahlen umgehen. Ich bin sehr ordentlich im Kopfrechnen und finde sogar – im Gegensatz zu vielen meiner Zeitgenossen – Gefallen daran. Dankbar bin ich, dass mir meine Eltern gute Umgangsformen wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit vermittelt haben. Diese Tugenden habe ich von kleinauf verinnerlicht.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe. Falls Sie noch Rückfragen haben, melden Sie sich gerne bei mir. Gerne stelle ich mich auch persönlich bei Ihnen vor. Und sollte aktuell keine Stelle frei sein, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Unterlagen aufbewahren und mich vielleicht beim nächsten Mal berücksichtigen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

Bewerbung als Aushilfe im Lager

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Herr Bert Schröder
Superstraße 5
54321 Primadorf

Bewerbung als Aushilfe

Sehr geehrter Herr Schröder,

weil ich zupacken kann, würde ich gerne in Ihrem Unternehmen als Aushilfskraft im Lager arbeiten. Ich habe schon in verschiedenen Bereichen Berufserfahrungen gesammelt, unter anderem im Gartenbau und in einem Supermarkt.

An einem Job ist mir wichtig, dass ich immer in Bewegung sein kann. Ein Bürojob im Sessel wäre für mich nicht das Richtige. Ich betreibe in meiner Freizeit viel Sport, bin körperlich topfit und halte jede Schicht problemlos durch – auch bei höheren körperlichen Belastungen. Auch macht es mir nichts aus, Schichten am frühen Morgen oder in der Nacht zu übernehmen.

Aber egal, wann die Schicht beginnt: Ich werde pünktlich zur Arbeit erscheinen. Ich verfüge über einen Führerschein sowie ein Auto und bin daher mobil und flexibel. Außerdem sind mir Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit wichtig. Darauf habe ich schon immer großen Wert gelegt.

In mir finden Sie eine fleißige und zuverlässige Arbeitskraft. Darauf können Sie sich absolut verlassen. Falls Sie noch Fragen haben, stelle ich mich gerne persönlich bei Ihnen vor. Sie können mich auch gerne anrufen.

Über eine Zusage würde ich mich sehr freuen. Ich bin hochmotiviert und würde am liebsten schon morgen loslegen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

Bewerbung als Aushilfe Supermarkt

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Herr Thore Albrecht
Superstraße 1
13579 Primadorf

Bewerbung als Aushilfe

Sehr geehrter Herr Albrecht,

eine gute Bekannte hat mir den Tipp gegeben, mich bei Ihnen zu bewerben, da Sie immer auf der Suche nach Aushilfskräften seien. Daher möchte ich mich kurz bei Ihnen vorstellen. Mich spricht die Stelle wirklich sehr an.

Ich habe bereits erste Erfahrungen im Verkauf und zudem in einer Krankenhauskantine gearbeitet. Es hat mir bislang jedes Mal viel Freude bereitet. Vor allem der Umgang mit den Kunden und die Atmosphäre im Team gefallen mir. Ich mag es, wenn man sich gegenseitig unterstützt und gleichzeitig anderen Menschen hilft.

Darum würde ich mich auch als kundenorientiert bezeichnen. Man sollte den Kunden gegenüber immer höflich und zuvorkommend auftreten, selbst wenn sie selbst mal ungeduldig oder patzig sein sollten. Mit Stress kann ich gut umgehen. Ich mag es sogar, wenn es mal hektisch wird und man unter Zeitdruck Aufgaben erledigen muss.

Wichtig sind natürlich Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Ohne die geht es nicht. Ich bringe diese Eigenschaften definitiv mit. Wenn Sie noch mehr über mich erfahren möchten, rufen Sie mich gerne an oder schreiben mir zurück. Ich stelle mich auch gerne bei Ihnen persönlich vor.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

[Bildnachweis: garetsworkshop by Shutterstock.com]

Bewerbung Minijob: Vorlage und Tipps

Bewerbung Minijob Tipps

So ein Minijob hat Vorteile: Er spült frisches Geld in die Haushaltskasse, ohne dass Sozialbeiträge fällig werden. Vor allem in der Gastronomie, in Hotels, Privathaushalten und im Verkauf gibt es haufenweise Minijobs. Manchmal finden die Arbeitgeber kaum eine geeignete Arbeitskraft, manchmal aber stehen die Bewerber Schlange. Dann kommt es darauf an, eine überzeugende Bewerbung vorzulegen. Bewerbung Minijob: So kommen Sie ans Ziel…

Bewerbung Minijob: Was ist das?

Minijob ist die Kurzform für eine geringfügige Beschäftigung. Dabei handelt es sich um ein Beschäftigungsverhältnis, bei dem der Arbeitnehmer nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient.

Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung zahlen. Lediglich für die Rentenversicherung fallen Beiträge an. Der Arbeitgeber zahlt dagegen Pauschalen für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung ein.

Auch Vollzeitarbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtiger Stelle können nebenbei einen Minijob ausüben – aber nur EINEN, wenn er von Sozialbeiträgen verschont bleiben will. Alle Minijobs darüber hinaus werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind versicherungspflichtig.

Wer keinen Hauptjob hat, kann auch mehrere Minijobs parallel ausüben. Versicherungsfrei bleibt er oder sie allerdings nur dann, wenn die Einkünfte zusammengenommen 450 Euro im Monat nicht überschreiten.

Wichtig: Minijobber haben – wie andere Arbeitnehmer auch – einen Anspruch auf Urlaub sowie auf den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser wurde zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben und zum 1. Januar 2020 abermals auf 9,35 Euro pro Stunde.

Minijobber dürfen somit nicht länger als ca. 48 Stunden pro Monat arbeiten. Andernfalls kommen sie über die Grenze von 450 Euro.

Bewerbung Minijob: So überzeugen Sie

Eine Hochglanzbewerbung müssen Sie für einen Minijob nicht einreichen. Mühe geben sollten Sie sich aber schon.

Denn von Minijobbern werden zunächst einmal die Grundtugenden verlangt: Pünktlichkeit, Genauigkeit, Sorgfalt, Zuverlässigkeit. Und wer schon bei der Bewerbung erkennbar schludert, der hinterlässt einen schlechten ersten Eindruck und suggeriert, dass er über genau diese Tugenden eben nicht verfügt.

Eine Bewerbung als Minijobber umfasst normalerweise nicht mehr als:

Nein, eine dicke Bewerbungsmappe mit allerhand Anlagen brauchen Sie nicht zu versenden. Aber die Basis-Infos sollten Sie schnell und übersichtlich vermitteln.

Dazu können auch Zertifikate und Bescheinigungen zählen, die Ihre Qualitäten unterstreichen – aber nur, wenn sie für die Stelle wirklich relevant sind. Das Zertifikat eines EDV-Seminars können Sie sich sparen, wenn Sie sich als Lagerkraft bewerben. Irrelevant!

Wenn Sie dagegen mal ein Online-Vertriebsseminar belegt haben – und sei es aus rein persönlichem Interesse – dann nehmen Sie es gerne mit auf, wenn Sie sich als Verkäuferin bewerben. Es unterstreicht Ihr Interesse für das Fachgebiet.

Achten Sie aber vor allem darauf, was der Arbeitgeber von Bewerbern erwartet. Manche legen Kärtchen in der Filiale aus mit dem Credo: Ruf mich einfach mal an! In diesem Fall rufen Sie an, stellen sich vor, melden Ihr Interesse an und fragen, ob er oder sie noch weitere Unterlagen benötigt. Sind hingegen vollständige Bewerbungsunterlagen gefordert, reichen Sie die auch ein.

Anschreiben: Das gehört hinein

Ins Anschreiben einer Bewerbung Minijob gehören hinein:

  • Absender inkl. Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
  • Datum
  • Empfänger inkl. Unternehmen, Vorname und Nachname des Adressaten, Adresse
  • Betreff (z.B. Bewerbung für Minijob)
  • Persönliche Anrede
  • Einstiegssatz
  • Unternehmensbezug
  • Profil inkl. eigener Stärken
  • Abschlussformulierung
  • Unterschrift
  • KEIN Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf)

Sie beginnen mit der Einleitung. Am Anfang können und sollten Sie direkt Ihr stärkstes Argument bringen. Der Empfänger sollte sofort spüren, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen sein werden.

Danach folgt die Selbstdarstellung, in der Sie Ihre Stärken, Erfahrungen, Erfolge und Qualifikationen beschreiben. Aber nur die wichtigsten, in wenigen Sätzen.

Am besten, Sie stellen dabei eine Verbindung zum Unternehmen her und zeigen auf, wie es von Ihren Skills profitieren könnte. Beispiel: Sie waren in der Schule zwischenzeitlich Klassensprecher. Ein Signal, dass Sie verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig und engagiert sind. Jeder Arbeitgeber schätzt das.

Zum Schluss bedanken sie sich für das Interesse und drücken Ihre Freude über ein künftiges Kennenlernen aus. Nicht großkotzig auftreten, aber auch nicht wie ein Bittsteller. Motto: „Ich bin mir sicher, dass ich gut in Ihr Unternehmen passen würde und freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.“

Die herzlichen Grüße und die Unterschrift nicht vergessen – fertig.

Lebenslauf: Das gehört hinein

In den Lebenslauf einer Bewerbung Minijob gehören:

  • Persönliche Angaben inkl. Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort (Land), Adresse, Telefonnummer, E-Mail
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang
  • Schulbildung, Ausbildung und Hochschulbildung
  • Praktika
  • Besondere Kenntnisse (z.B. IT, Sprachen)
  • Interessen und ehrenamtliches Engagement
  • Ort, Datum, Unterschrift

Nicht relevant sind dagegen Angaben zu Eltern und anderen Angehörigen – wie zum Beispiel zu den Berufen der Eltern. Die hat man früher noch in die Bewerbung aufgenommen, gelten heute aber als verpönt.

Konkret laufen sie dem Gedanken der Chancengleichheit zuwider. Einen Bewerber mit einem Staatsanwalt als Vater schätzt man – bewusst oder unbewusst – gleich viel kompetenter ein, als wenn dort stattdessen Müllmann (ein wichtiger Beruf, aber gesellschaftlich nicht hoch angesehen) stehen würde. Das ist ungerecht. Darum weglassen!

Wo finde ich Minijobs?

Minijobs gibt es wie Sand am Meer. Zum Beispiel hier:

  • Gastronomie
  • Hotellerie
  • Einzelhandel
  • Privathaushalte (Putzhilfe, Babysitter, Haushaltshilfe etc.)
  • Events (Messen, Konzerte etc.)
  • Krankenhäuser
  • Büros

Viele Branchen sind ohne Minijobber kaum vorstellbar – die Gastronomie zum Beispiel. Daher können Sie auch guten Gewissens einfach in Restaurants, Bars, Kneipen, Cafés unverbindlich nachfragen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihre Anfrage auf offene Ohren stößt. Erst recht, wenn per Aushang nach neuen Mitarbeitern gesucht wird. Aber selbst wenn nicht – Fragen kostet nichts.

Gut Vorbereitete bringen direkt Ihre Kurzbewerbung mit. Also keine dicke Mappe mit unzähligen Dokumenten und Zeugnissen. Interessiert niemanden! Nur die wichtigsten Infos, komprimiert und übersichtlich, in einem Anschreiben und Lebenslauf.

So bekommt der Filialeiter (oder sonstige Personalverantwortliche) sofort einen Eindruck von Ihnen. Bei Interesse kann er Sie kontaktieren. Alternativ können Sie natürlich auch eine E-Mail schreiben und Ihr Interesse signalisieren – mit dem Hinweis, bei Bedarf die vollständigen Bewerbungsunterlagen nachzureichen.

Im Internet finden Sie darüber hinaus zahlreiche Minijob-Angebote, auf die Sie sich direkt bewerben können — zum Beispiel hier auf karrieresprung.de. Vorteil: Sie sehen in der Stellenanzeige, welche Unterlagen gefordert sind und auf welche Sie verzichten können. In einigen Fällen reicht es, eine Bewerbungsmaske auszufüllen, andere Unternehmen legen auf Anschreiben und Lebenslauf wert.

Vorlage Bewerbung Minijob

Hier eine Vorlage für Ihre Bewerbung Minijob:

Muster

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Frau Franz Keller
Superstraße 9
98765 Primadorf

Bewerbung als Servicemitarbeiter

Sehr geehrter Herr Keller,

ins Restaurant gehen die Menschen, weil sie lecker essen und erstklassig bedient werden wollen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Gäste auch weiterhin gerne zu Ihnen kommen.

Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Servicekraft sagt mir jedenfalls sehr zu. Momentan studiere ich Betriebswirtschaft an der Hans-Meiser-Universität in Entenhausen. Berufserfahrung habe ich schon in Gastronomie, Hotellerie und im Einzelhandel gesammelt. Der Umgang mit den Kunden hat mir jedes Mal große Freude bereitet – und er liegt mir.

Ich bin absolut zuverlässig, gewissenhaft, offen und kommunikativ. In meinem Freundeskreis bin ich für meine Pünktlichkeit berühmt. Insbesondere an den Wochenenden bin ich flexibel einsetzbar. Regelmäßig lade ich auch Freunde zum Essen ein, ein guter Gastgeber war ich schon immer. Das würde ich auch gerne in Ihrem Namen sein.

Haben Sie noch Fragen? Melden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei mir. Ich würde mich freuen, mich persönlich bei Ihnen vorstellen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Rückfragen, Tipps, No-Gos

Vorstellungsgespraech Vorbereitung Tipps

Je näher der große Termin rückt, desto größer die Anspannung. Vom Bewerbungsgespräch hängt ab, ob die Stelle näher kommt oder nur ein Wunschtraum bleibt. Besser, Sie bereiten sich gut darauf vor. Falsch machen können Bewerber eine Menge. Wer sich gut präpariert, reduziert indes die Risiken erheblich. Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Warum es sich für Sie lohnt…

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Warum Sie es tun sollten

Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten – herzlichen Glückwunsch! Die erste Hürde haben Sie damit übersprungen. Sie zählen zur Elite – wenigstens zur Elite in Ihrer Bewerber-Kohorte. Ja, das ist ein Erfolg.

Aber einer, der wertlos bleibt, wenn auf ihn nicht der Arbeitsvertrag folgt. Darum ist gerade jetzt wichtig, bei aller Freude die Spannung zu halten. Der schwierigste Part kommt erst noch: Nur wer im Bewerbungsgespräch überzeugt, hat reelle Chancen auf die Stelle. Eine klägliche Performance und Sie sind draußen.

Doch das muss nicht sein. Man kann und sollte sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten – und die eigenen Chancen so drastisch erhöhen. Das gilt vor allem für unerfahrene Bewerber, die noch nicht so häufig oder sogar noch nie in einem Jobinterview saßen. Wenn sie die Nervosität übermannt, können Aussetzer oder idiotische Rückfragen die Folge sein. Negativ!

Es gibt auch Kandidaten, die ihre Unruhe wegquasseln wollen. Auch das geht häufig in die Hose. Wer irrelevante Informationen aneinanderreiht oder persönliche Anekdoten preisgibt, redet sich mitunter um Kopf und Kragen. Ein High Potential hört sich anders an. So kommt das jedenfalls beim Personaler an.

Betretenes Schweigen ist allerdings auch keine Lösung. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen und die Zähne kaum auseinanderkriegen, wird Ihr Gegenüber Zweifel an Ihren Führungsqualitäten bekommen.

Nein, Sie wollen souverän auftreten. Nicht zu viel reden, nicht zu wenig, sondern in der richtigen Dosierung. Selbstsicher auftreten, kluge Rückfragen stellen, mit Fachwissen glänzen und mit ruhiger Stimme. Aber keine Sorge: Erstens kriegen Sie das mit einer guten Vorbereitung hin. Und zweitens erwartet niemand Perfektion von Ihnen…

Vorstellungsgespräch: So läuft es ab

Um sich angemessen vorbereiten zu können, müssen Sie zuerst die typischen Phasen eines Vorstellungsgesprächs kennen. Wie läuft es normalerweise ab? Meist gliedert es sich in fünf Phasen, die fließend ineinander übergehen.

  1. Begrüßung und Smalltalk

    Fester Händedruck, Guten Tag sagen und dabei Blickkontakt halten. Sie stellen sich namentlich vor, lächeln am besten dazu. Das ist der erste – nicht ganz – unwichtige Schritt auf dem Weg zum Job. Der erste Eindruck ist bekanntlich nicht ganz unwichtig.

    Rumpeln Sie nicht wie Hans Dampf ins Gesprächszimmer, aber gehen Sie auch nicht mit eingesunkenen Schultern und gebeugter Haltung hinein. Selbstbewusst, aber nicht großspurig auftreten. Dass Sie nicht sofort mit dem Geschäftlichen loslegen, versteht sich eigentlich von selbst.

    Wie war die Fahrt? Haben Sie uns auf Anhieb gefunden? Wie geht es Ihnen? Ein, zwei Sätze smalltalken – darauf sollten Sie sich einstellen, auch wenn Sie Smalltalk in Wahrheit verabscheuen. Seien Sie freundlich und bleiben Sie ruhig und gelassen.

  2. Vorstellung

    Als Nächstes wird Sie Ihr Gesprächspartner auffordern, etwas über sich zu erzählen. Wer sind Sie? Was haben Sie bisher so gemacht? Welche Erfolge bedeuten Ihnen etwas?

    Ihre Selbstpräsentation sollte aber keine Nacherzählung des Lebenslaufes sein, sondern sich auf die Stationen und Aspekte beschränken, die wirklich relevant sind. Setzen Sie Schwerpunkte. Die Basisinfos kennen Ihre Interviewer schon aus Ihren Bewerbungsunterlagen.

    Im Übrigen ist die Selbstpräsentation prädestiniert dafür, sie vorher vor dem Spiegel einzuüben. Wie aufgesagt sollte sie aber nicht klingen.

  3. Firmenpräsentation

    Nach Ihnen ist der Arbeitgeber an der Reihe. Auch er stellt sich kurz vor. Was macht er, wo will er hin, was erwartet er von Ihnen?

    Das meiste sollten Sie bereits aus der Vorabrecherche wissen. Trotzdem nicht abschalten! Sonst schlussfolgert der Interviewer womöglich, dass Sie kein guter Zuhörer sind. Der sollten Sie aber sein, um einen guten Job machen zu können.

    Wenn Sie kluge Verständnisfragen stellen, zahlt das auf Ihr Punktekonto ein. Aber: Den Interviewer nicht unterbrechen und keine Banalitäten oder Selbstverständlichkeiten abfragen – und andererseits auch nicht ZU tief ins Detail gehen.

  4. Rückfragen

    Irgendwann kommt der Moment, wo der Interviewer Sie fragt: Haben Sie noch Fragen an uns? Goldene Regel: Immer mit Ja antworten.

    Andernfalls scheinen sie kein ausgeprägtes Interesse am Unternehmen zu haben. Sie können sich vorher mehrere gute Rückfragen einprägen und je nach Verlauf die passendsten aus dem Hut zaubern.

  5. Abschluss

    Auch nach dem Ende des Gesprächs können Bewerber noch eine ganze Menge falsch machen. Sich nicht bedanken zum Beispiel.

    Geben Sie dem Interviewer die Hand und bedanken Sie sich für die Zeit, die er sich für Sie genommen hat. Blickkontakt nicht vergessen.

    Außerdem können Sie sich nach dem weiteren Verlauf erkundigen. Wann dürfen Sie mit einer Antwort rechnen? Das offenbart Ihr Interesse – und hilft Ihnen bei der weiteren Planung.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: So geht’s

Die meisten Vorstellungsgespräche ähneln sich im Aufbau. Viele Fragen wiederholen sich. Diese Erkenntnis sollte Ihnen schon helfen, die größte Nervosität abzuschütteln.

Aber: Erwarten Sie das Unerwartete! Der Personaler könnte Sie auch mit kniffligen Brainteasern kitzeln oder plötzlich in eine andere Sprache wechseln – in eine, in der Sie sich in Ihrer Bewerbung als verhandlungssicher eingestuft haben.

Damit Sie optimal vorbereitet sind, sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Recherche

    Die wichtigsten Informationen sollten Sie kennen. Was produziert das Unternehmen bzw. welche Dienstleistung bietet es an? Wofür ist es bekannt? Welche Standorte und wie viele Mitarbeiter hat es und wann wurde es (ungefähr) gegründet?

    Dass Siemens kein Startup und Zalando kein alteingesessener Mittelständler ist, sollten Bewerber schon wissen. Je mehr Informationen Sie sammeln, desto besser.

    An die kommen Sie heute glücklicherweise sehr leicht. Googeln Sie das Unternehmen, suchen Sie in Google News. Recherchieren Sie in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Youtube und Instagram. Informieren Sie sich in Business-Netzwerken wie Xing und Linkedin und werfen Sie einen Blick in Bewertungsportale wie Kununu und Glassdoor.

  • Selbstpräsentation

    Die Selbstpräsentation sollten Sie auf jeden Fall vorbereiten und mehrmals üben. So wissen Sie auch, ob sie zu kurz oder zu lang ist. Länger als fünf Minuten sollte sie nicht dauern. Zwei, drei dahingeworfene Sätze sind hingegen zu wenig.

    Wichtig ist, dass der Personaler erkennt, was Sie können, was Sie schon geleistet haben, was Sie wollen – und DASS Sie wollen. Dazu bringen Sie am besten prägnante Beispiele, die Ihre Stärken und Erfolge veranschaulichen.

    Bleiben Sie nicht zu abstrakt – und nehmen Sie unbedingt den einen oder anderen Aspekt mit auf, der aus Ihrem Anschreiben und Lebenslauf nicht hervorgeht. So wecken Sie neues Interesse.

  • Bewerbungsunterlagen

    Ein Punkt, den Sie nicht unterschätzen sollten: Schauen Sie sich vor dem Jobinterview Ihre Bewerbung noch einmal ganz genau an. An welcher Stelle könnten Rückfragen auftauchen? Was sagen Sie dann?

    Außerdem sollten Sie Ihren Lebenslauf genau kennen. Klingt blöd, ist aber so. Angenommen, der Personaler fragt Sie nach dem Praktikum damals im Reisebüro. Wenn Ihnen dazu nicht mal zwei Sätze einfallen, ist das suboptimal.

    Auch Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie belegen. Wenn im Lebenslauf steht, dass Sie Javascript beherrschen, dann will Ihr Gegenüber vielleicht wissen, wie und wann Sie sich die Programmiersprache angeeignet haben.

  • Fragen

    Die typischen Gesprächsphasen haben Sie schon kennengelernt. Fehlen noch die typischen Personalerfragen. Klar, dass sich niemand jedes Mal aufs Neue originelle Fragen überlegt. Meist greift man zum Multitool aus dem Werkzeugkasten.

    Wenn Sie die häufigsten Fragen kennen, können Sie sich darauf vorbereiten. Diese zählen dazu:

  • Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Warum wollen Sie den Job überhaupt?
  • Was können Sie, was andere nicht können?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Warum haben Sie Ihren alten Job gekündigt?
  • Was wissen Sie über uns?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
  • Was wollen Sie bei uns verdienen?
  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Was waren Ihre größten Erfolge?
  • Worauf waren Sie zuletzt stolz?
  • Welche Eigenschaft fehlt Ihnen?
  • Was erwarten Sie von einem Unternehmen?
  • Was war der größte Fehler, den Sie bisher begangen haben?
  • Wie motivieren Sie sich?
  • Wie muss ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
  • Wie gehen Sie mit Kritik um?
  • Was wollen Sie in den ersten 30 Tagen im neuen Job unternehmen?
  • Wie definieren Sie Erfolg?
    • Körpersprache

      Sie können stundenlang vor dem Spiegel üben und reden, reden, reden. Es wird Ihnen nichts nützen, wenn Ihre Körpersprache mies ist.

      Rücken gerade, Spannung annehmen. Blickkontakt aufnehmen und halten. Viel lächeln. Und vermeiden Sie es, mit den Händen herumzuspielen. Das vermittelt Nervosität.

      Kann man alles üben. Setzen Sie sich vor den Spiegel und trainieren Sie. Oder machen Sie ein Rollenspiel mit Freunden und lassen sich Feedback geben.

    • Rückfragen

      Elementar wichtig: Rückfragen vorbereiten. Wenn der Interviewer Sie danach fragt, sollten Sie unbedingt zwei oder drei passende Rückfragen parat haben. Haben Sie die nicht, wirkt das lustlos und desinteressiert. Schlecht!

      Allerdings sollte es sich um kluge Rückfragen handeln. Den Spruch „Es gibt keine dummen Fragen“ können Sie getrost in den Müll werfen. Denn die gibt es! „Was macht Ihr Unternehmen genau“ wäre so eine. Oder: „Wie lange muss ich warten, bis ich Urlaub nehmen kann?“

      Stellen Sie Fragen, die zum Gesprächsverlauf und zur Situation passen und die Sie tatsächlich interessieren. Ein Beispiel: Warum sind Sie eigentlich noch nicht in China aktiv?

    • Dresscode

      Zu einer guten Vorbereitung gehört natürlich auch die Wahl der richtigen Kleidung. Welche Klamotten die richtigen sind, hängt immer auch vom Unternehmen und der Branche ab.

      Faustregel: In konservativen Branchen (z.B. Finanzen) seriöser anziehen, in progressiven weniger förmlich (z.B. Werbung). In Zeiten von Innovation Labs und Startup-Kultur verschwimmen allerdings die Grenzen, das macht die Kleiderwahl schwieriger.

      Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrem Outfit wohl fühlen und sich keinen offensichtlichen Lapsus leisten. In diese Kategorie fallen Flecken auf dem Jacket, Löcher in den Socken oder ein faltenverseuchtes Hemd.

    • Hinweg

      Die beste Vorbereitung nützt nichts, wenn Sie eine Viertelstunde zu spät aufkreuzen. Pünktlichkeit ist Pflicht!

      Planen Sie also auch die Anreise – und einen Puffer ein. Droht Staugefahr auf der Strecke? Wie ist die Zugverbindung? Wann muss ich losfahren? Wer ohne Hektik am Ziel ankommt, ist zudem ausgeruhter und gelassener.

    Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Darüber nicht reden!

    Diese Themen sprechen sie im Bewerbungsgespräch nach Möglichkeit nicht an:

    • Privates

      Was Sie privat so treiben, kann später Gesprächsstoff im Flurfunk werden. Aber nicht schon im Vorstellungsgespräch.

      Erstens geht es Ihren Arbeitgeber nichts an. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, mit einem Hobby zu punkten. Das können Sie nur, wenn der Interviewer zufällig das Gleiche hat. Vielleicht finden Sie das ja vorher heraus…

    • Kündigung

      Dass Sie gekündigt wurden, sollten Sie nur zugeben, wenn Sie danach gefragt werden. Ehrlich bleiben! Dann können Sie auch versuchen, die Geschehnisse zu relativieren. Dass Sie Opfer von Sparmaßnahmen wurden oder dass es sich um eine betriebsbedingte Kündigung handelte (sofern wahr).

      Aber die Kündigung proaktiv ins Gespräch einbringen? Nein, das ist keine gute Idee. Wenn Ihre Kündigung zur Sprache kommt, sollten Sie in jedem Fall darauf hinweisen, dass Sie aus der Episode gelernt und sich weiterentwickelt haben.

    • Geld

      Es ist nicht ungewöhnlich, dass im Vorstellungsgespräch über Geld geredet wird. Dies sollte aber stets vom Personaler ausgehen. Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen? Dann können Sie Ihre Sicht der Dinge darlegen.

      Aber kommen Sie nicht selbst auf das Thema zu sprechen. Nach dem Motto: Wann reden wir denn endlich mal über die Bezahlung? Und bekomme ich eigentlich auch Diensthandy und Dienstwagen? Sie scheinen es nur aufs Geld abgesehen zu haben – das kann keinem Arbeitgeber gefallen.

    • Lästereien

      Die Verlockungen sind groß und zahlreich. Wie gerne würde man dem undankbaren Ex-Chef und den tratschsüchtigen Ex-Kollegen eins reinwürgen? Privat können Sie das gerne mal tun.

      Aber auf geschäftlicher Ebene gilt: Professionell bleiben. Und Lästereien sind unprofessionell und fallen negativ auf einen zurück. Goldene Regel: Reden Sie NIE schlecht über ehemalige Arbeitgeber und Kollegen! Sie müssen sie ja andererseits auch nicht gleich in den Himmel loben…

    Vermeiden Sie diese Fehler im Vorstellungsgespräch

    Bereiten Sie sich mental darauf vor, diese Fehler zu vermeiden:

    • Blick auf die Uhr: Ist Ihnen langweilig? Oder das Gespräch unangenehm? Oder haben Sie heute noch ein anderes Jobinterview im Kalender? Egal, warum Sie den Drang verspüren, auf die Uhr an der Wand oder am Handgelenk zu schauen: Don’t!
    • Handy klingeln lassen: OK, mit ein wenig Toleranz kann man ein klingelndes Handy verzeihen. Jeder kann mal vergessen, es auszumachen oder auf lautlos zu stellen. Aber es klingeln lassen, ostentativ auf das Display schauen, um zu wissen, wer gerade anruft oder womöglich noch kurz rangehen – nein, das geht gar nicht.
    • Dummes Zeug labern: Ein bisschen talken, ein bisschen plaudern, ein bisschen schnacken – ja klar, Smalltalk kann ein Eisbrecher sein. Aber texten Sie sich während des eigentlichen Bewerbungsgesprächs nicht um Kopf und Verstand. Wenn Sie ständig vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen und lauter saublöde Anekdoten zum Besten geben, denkt Ihr Gegenüber, Sie hätten nicht mehr alle Latten am Zaun. Wahrscheinlich zurecht.
    • Überheblich auftreten: Ja, der Arbeitsmarkt ist heute ein Bewerbermarkt – in vielen Branchen jedenfalls. Einen arroganten Pinkel will trotzdem niemand in seinem Team haben. Niemand ist unersetzlich, egal, wie groß der Fachkräftemangel auch sein mag. NIEMAND, nicht mal Steve Jobs. Apple geht es schließlich noch immer blendend…
    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Rückfragen Vorstellungsgespräch: Das sind gute

    Rückfragen Vorstellungsgespräch Beispiele

    Rückfragen Vorstellungsgespräch: Sie sind das Salz in der Suppe eines Jobinterviews. Wer dem Personaler clevere Rückfragen stellt, sammelt Punkte. Doch völlig unbedacht sollten Bewerber keine Fragen aus der Hüfte schießen. Damit könnten sie eine böse Überraschung erleben…

    Rückfragen Vorstellungsgespräch: Darum sind sie so wichtig

    Irgendwann kommt im Vorstellungsgespräch der Moment, in dem der Interviewer fragt: Haben Sie noch Fragen an uns? Wer jetzt mit einem knappen Nein antwortet, schießt sich oftmals schon aus dem Rennen. Bewerber sollten Rückfragen stellen – immer!

    Warum? Weil Rückfragen Interesse und Neugier signalisieren. Außerdem können Bewerber selbst mehr über das Unternehmen erfahren. Für sie ist es eine einmalige Gelegenheit, das Unternehmen zu testen und abzuklopfen. Vielleicht gelangt man ja zu dem Schluss, dass man hier eigentlich gar nicht anfangen möchte.

    Aber es geht nicht darum, irgendeine beliebige Frage zu stellen. Es sollten schon sinnvolle, clevere Fragen sein. Die richtigen bringen den Job in Reichweite. Die falschen katapultieren Sie schnurstracks ins Aus…

    5 gute Gründe für Rückfragen:

    • Sie bringen mehr über das Unternehmen in Erfahrung.
    • Clevere Rückfragen unterstreichen Ihre Intelligenz und Ihren Intellekt.
    • Sie beweisen gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
    • Rückfragen deuten auf echtes Interesse am Job hin.
    • Sie können das Gespräch selbst führen und nicht nur reagieren.

    Rückfragen Vorstellungsgespräch: So formulieren Sie richtig

    Für eine gute Vorbereitung sind die richtigen Fragen unerlässlich. Sie sollten als Bewerber erahnen, welche Fragen auf Sie zukommen – und welche Sie selbst stellen können. Beides ist gleichermaßen wichtig.

    Wer eigene Rückfragen in petto hat, beweist Eigeninitiative und Professionalität. Stellen Sie daher immer Gegenfragen – es sei denn, Sie haben im Laufe des Jobinterviews gemerkt, dass die Stelle definitiv nicht die richtige ist und Sie kein Interesse mehr haben. Dann können Sie die Sache abkürzen und auf Rückfragen verzichten. Wozu noch wertvolle Zeit verplempern?

    Eine klassische Rückfrage für Bewerber lautet zum Beispiel: Was unterscheidet Ihrer Erfahrung nach die guten Mitarbeiter von den besten?

    Die Frage ist grandios. Die Antwort offenbart eine Menge über die Wertvorstellungen und den Arbeitsstil im jeweiligen Unternehmen. Und sie dient dem Bewerber als Kompass. Er weiß hinterher, welche Leistungen von ihm erwartet werden, was der Firma wichtig ist und wie er hier Karriere machen kann. Die Frage ist außerdem viel subtiler als: „Was muss ich tun, um hier Karriere zu machen?“

    Sie sehen: Auf die Formulierung kommt es an. Es gibt auch gute Fragen, die schlecht formuliert ihre Wirkung verfehlen. Denken Sie also vorab ein wenig darüber nach, wie Ihre Frage beim Gegenüber ankommt.

    Außerdem sollte Sie versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen. Reinen Wein einschenken und allzu offenherzig wird kein Personaler im Jobinterview sein, aber jeder wird Signale aussenden. Seien Sie aufmerksam!

    6 gute Rückfragen im Vorstellungsgespräch

    Aufmerksamkeit ist das A und O. So gibt es auch sehr gute Rückfragen, die Sie auf keinen Fall stellen sollten. Nämlich dann, wenn die Antwort im Laufe des bisherigen Gesprächs schon gegeben worden ist. Dies würde nur zeigen, dass Sie nicht richtig zuhören.

    Grundsätzlich empfehlenswert sind folgende Fragen. Klar ist, dass Sie nicht alle, sondern nur sehr wenige davon werden stellen können:

    • Warum ist die Stelle vakant?

      Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die Stelle neu geschaffen oder es gibt einen Vorgänger. Was ist mit ihm passiert? Vielleicht verlässt er das Unternehmen auf eigenen Wunsch oder aber er wird befördert. Wertvolle Hinweise für Sie. Sie können auch direkt daran anschließen und fragen: Wie lange hat der Vorgänger in der Position gearbeitet? Und außerdem: Was wurde eigentlich aus den anderen Mitarbeitern in der dieser Abteilung?

    • Wie fördern Sie Talente?

      Zunächst signalisiert die Frage, dass es Ihnen nicht nur um Geld geht, sondern dass Sie sich weiterentwickeln wollen. Positiv! Darüber hinaus sollte der Personaler schon darlegen können, welche Strategien sein Arbeitgeber implementiert hat, um jedem Talent gerecht zu werden und die Stärken jedes Einzelnen zu fördern.

    • Was erwartet mich in den ersten 90 Tagen?

      Sie gehen gedanklich schon in die Einarbeitungsphase über. Die ist wichtig. Wenn Sie mehr über das Onboarding in Erfahrung bringen, können Sie sich mental darauf vorbereiten. Und zweitens wollen Sie ja nicht in der Probezeit schon wieder fliegen. Das ist es überaus nützlich, die ersten Schritte zu planen und Hindernisse zu antizipieren. Was müssen Sie beachten, um schnell ins Team hineinzufinden?

    • Welche Herausforderungen hat das Unternehmen derzeit zu bewältigen?

      Die Frage beweist: Sie sind kein Fachidiot, sondern ein Mensch, der auch die großen Zusammenhänge im Blick behält. Im Arbeitsalltag wird sich das positiv bemerkbar machen. Natürlich wird Ihr Gesprächspartner jetzt nicht ins Zahlenwerk einsteigen und Ihnen Geheimnisse verraten, aber die Grundrichtung aufzeigen. Welche Märkte könnten interessant werden, welche Zielgruppen? Welche Probleme wurden erst kürzlich gelöst? Das hilft Ihnen, die internen Zusammenhänge zu verstehen.

    • Weshalb arbeiten SIE für das Unternehmen?

      Damit drehen Sie den Spieß um: Jetzt ist es der Personaler, der sich Fragen nach seiner Motivation und seinen Zielen gefallen lassen muss. Völlig legitim! Die Frage ist häufig ein Eisbrecher, der zum Schmunzeln anregt und Sympathiepunkte bringt. Immerhin handelt es sich um eine sehr persönliche Frage. Und neue Einsichten erhalten Sie so hoffentlich auch.

    • Welche Persönlichkeit wünschen Sie sich von der Neubesetzung?

      So testen Sie Ihre Passung zum Job. Decken sich Ihre Erwartungen und die des Personalverantwortlichen? Wunderbar. Sind die Vorstellungen grundverschieden? Hmm, vielleicht sollten Sie doch lieber die Finger von der Stelle lassen. Sie tasten sich auch an die Persönlichkeit Ihres künftigen Chefs bzw. Vorgesetzten heran. Denn häufig suchen diese Mitarbeiter, die so ähnlich sind wie sie selbst.

    Noch mehr gute Rückfragen

    • Was erwarten Sie vom neuen Mitarbeiter?
    • Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?
    • Wie würden Sie den Führungsstil meines möglicherweise künftigen Vorgesetzten beschreiben?
    • Wie lässt sich die Unternehmenskultur kurz zusammenfassen?
    • Wie unterscheidet sich Ihre Unternehmenskultur von der anderer Firmen?
    • Wie messen und bewerten Sie Leistungen?
    • Was könnte mich im neuen Job frustrieren?
    • Was hat mein Vorgänger gut gemacht?
    • Was sollte ich anders machen als er?
    • Wie viele Vorgänger gab es bislang schon?
    • Welche Ziele verfolgen Sie mit der Neuschaffung dieser Position?
    • Mit welchen Kollegen arbeite ich zusammen und wie unterstützten Sie mich?
    • Wie groß ist die Abteilung?
    • Welchen Stellenwert hat die Abteilung im Unternehmen?
    • Wie wichtig ist meine Stelle für den Unternehmenserfolg?
    • Welche Hindernisse und Schwierigkeiten sollte ich einplanen?
    • Kann ich meinen künftigen Arbeitsplatz vorab besichtigen?
    • Welche Aufgabe hat momentan Priorität?
    • Warum war das Unternehmen aus Ihrer Sicht bislang so erfolgreich?
    • Was muss sich im Unternehmen ändern, damit es auch in Zukunft erfolgreich bleibt?
    • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
    • Beinhaltet der Job viele Geschäftsreisen?
    • Wie lange dauert die Einarbeitungsphase?
    • Wie läuft das Onboarding bei Ihnen ab?
    • Wie lange dauert die Probezeit?
    • Wie werden Mitarbeiter gefördert?
    • Gibt es ein Weiterbildungsbudget?
    • Wer wird mein direkter Vorgesetzter sein?
    • Gibt es die Möglichkeit auf Home Office?
    • Gibt es bei Ihnen Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit?
    • Was sollte ich vor Stellenantritt noch tun, um optimal in meine neue Tätigkeit zu starten?
    • Was kann ich noch tun, um Sie von meinen Fähigkeiten zu überzeugen?
    • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

    Rückfragen Vorstellungsgespräch: Das sind schlechte

    Ihr Reservoir an guten Rückfragen Vorstellungsgespräch sollte jetzt gut gefüllt sein. Daneben gibt es allerdings auch ein paar Fragen, die Sie sich unter allen Umständen verkneifen. Sie zahlen nicht auf Ihr Punktekonto ein, sondern ziehen wertvolle Credits wieder ab.

    Erfragen Sie zum Beispiel nie Informationen, die sie selbst durch zwei Mausklicks hätten herausfinden können. Beispiele:

    • Was produziert Ihr Unternehmen?
    • Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
    • Wann wurde das Unternehmen gegründet?
    • Haben Sie Niederlassungen im Ausland?

    Dann gibt es Rückfragen, die von kindlicher Naivität zeugen. Sie klingen nicht nur nach Kindergarten, sie sind es auch. Daher bitte keine Fragen stellen wie:

    • Verstehen sich die Mitarbeiter gut?
    • Ist meine Chefin nett?
    • Habe ich Aufstiegschancen?
    • Wie gut sind die Produkte, die Sie herstellen?

    Noch mehr schlechte Rückfragen

    • Was macht Ihr Unternehmen eigentlich genau?

      Wenn Sie das nicht wissen, sollten Sie sich erst gar nicht bewerben. Fast jedes Unternehmen verfügt heute über eine eigene Website. Zur Not googeln Sie oder surfen zu Wikipedia. Informationsbeschaffung gehört zu Ihren Pflichten vor einem Vorstellungsgespräch. Kommen Sie nicht gänzlich unvorbereitet.

    • Wie schnell wird man befördert?

      Wenn Sie so fragen: Gar nicht! Die Frage offenbart, dass es sich bei Ihnen wohl um einen Ego-Zocker handeln muss. Um jemanden, dem nur an seinem eigenen Weiterkommen gelegen ist. Erst wollen Sie sich doch ins Unternehmen integrieren, Herausforderungen annehmen, Leistung bringen. Danach kann man immer noch über eine Beförderung reden. Jetzt ist der nicht der richtige Zeitpunkt. Für den Arbeitgeber ein Alarmsignal, weil er davon ausgehen muss, das Sie ruckzuck wieder weg sind, wenn Sie nicht sofort bekommen, was Sie wollen.

    • Was zahlen Sie mir?

      Die Frage ist aus der Kategorie DD – doppelt doof. Erstens lässt sie den Bewerber gierig wirken. Es geht Ihnen ums Geld, aha. Zweitens verhandeln Sie mit dem Arbeitgeber ums Gehalt, Sie lassen ihn nicht einfach eine Zahl in den Vertrag schreiben (meistens jedenfalls). Sie sollten Ihren Marktwert schon kennen. Also: Dass man irgendwann über Geld redet, ist normal. Aber wenn Sie das Thema unbedingt ansprechen wollen, dann formulieren Sie es offener. Motto: Ich würde gerne noch kurz das Thema Vergütung anschneiden…

    • Kann ich früher kommen und dafür auch früher wieder gehen?

      Sie sind gedanklich schon im Feierabend. Das ist gerade im Bewerbungsgespräch fatal. Erst die Arbeit, dann der Feierabend. Klar: Das Thema Arbeitszeiten ist prinzipiell wichtig. Aber danach können Sie auch eleganter fragen. Besser zum Beispiel: Wie ist die Work-Life-Balance bei Ihnen?

    • Darf ich während der Arbeitszeit privat im Netz surfen?

      Die Frage hat die Grenze zur Dreistigkeit überschritten. Sie könnten genauso gut sagen, dass Sie eigentlich gar keine Lust haben zu arbeiten, sondern Ihre Zeit viel lieber auf Facebook und Instagram verbringen würden. Man könnte sie sogar für faul und dumm halten. Absolut tabu! Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur, wenn Sie ernsthaft und ganz konkret erklären, warum Sie ab und zu privat surfen wollen – zum Beispiel, um die aktuelle Verkehrssituation auf Google Maps zu checken, weil Sie hinterher Ihre Tochter von der Kita abholen müssen. Aber ehrlich gesagt lassen sich solche logistischen Probleme auch später noch lösen…

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Headhunter: Wie Sie von ihnen profitieren

    Headhunter Umgang Tipps

    Für die einen sind Headhunter des Teufels, für die anderen ein Wink des Himmels. Sie können einen Arbeitnehmer in arge Verlegenheit, aber auch ganz nah an den Job der Träume bringen. Einen Automatismus indes gibt es nicht. Wenn der Headhunter anruft, ist die angebotene Stelle alles andere als sicher. Sie müssen ihn erst noch überzeugen…

    Headhunter: Was ist das?

    Headhunter heißt übersetzt Kopfjäger. Man könnte auch sagen: Kopfgeldjäger. Ganz so grausam gehen Headhunter aber dann doch nicht vor. Ein Headhunter sucht im Auftrag eines Unternehmens nach Fach- und Führungskräften. Er vermittelt Personal.

    Für die Firmen ist es oftmals leichter, diesen Service auszulagern. Ganz billig ist es nicht. Headhunter erhalten für ihre Vermittlung ein Honorar, das abhängig ist vom Erfolg und dem Jahresgehalt der zu besetzenden Position.

    Darum gibt es auch kaum Headhunter für geringqualifizierte Stellen – das lohnt sich für die meisten nicht. Sie suchen lieber nach Top-Kräften, die möglichst gut bezahlt werden und entsprechende Honorare einbringen.

    Zum Portfolio eines Headhunters können außerdem Beratungsleistungen zählen, in Bezug etwa auf Arbeitsverträge, Vergütung oder die Personalentwicklung insgesamt.

    Aber Vorsicht: Geschützt ist die Berufsbezeichnung „Headhunter“ nicht. Jeder Scharlatan kann sich so nennen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich unter den vielen seriösen Headhuntern auch einige faule Äpfel tummeln.

    Wie reagiere ich beim Anruf eines Headhunters?

    Oft wird man überrumpelt. Der Headhunter ruft an und fragt, ob Sie an einem Wechsel interessiert sind. Bums!

    Ihre Reaktion hängt nicht nur von Ihrer Schlagfertigkeit ab – auch davon, ob Sie frei reden können. Im Büro können Sie das nicht. In dem Fall bitten Sie den Anrufer, zu einer bestimmten Zeit nach Feierabend erneut durchzuklingeln. Sie hätten gerade noch viel zu tun.

    Reagieren Sie so wie immer, um keine Aufmerksamkeit zu erregen – es könnte sich ja auch um einen Kunden oder Auftraggeber handeln. Wenn Sie ein neugieriger Kollege fragt, um wen es sich denn handelte, dürfen Sie ruhig zu einer kleinen Notlüge greifen. „Jemand, der vermutlich Kaltakquise betreibt. Ich rufe später mal zurück und frage ihn, was er genau will“, könnte so eine Antwort sein.

    Absolut legitim. Denn der Kontakt zu Personalvermittlern könnte Ihnen intern als illoyal ausgelegt werden – egal, wie er zustande gekommen ist. Sie sollten also Gespräche mit Headhuntern niemandem auf die Nase binden.

    Noch besser, Sie bitten den Headhunter um seine Telefonnummer mit dem Verweis, Sie würden ihn später zurückrufen. So haben Sie alles unter Kontrolle und laufen nicht erneut Gefahr, am Hörer kalt erwischt zu werden. Auch können Sie sich in Ruhe auf das Gespräch vorbereiten und erst dann zum Telefon greifen.

    Sie können mit der Telefonnummer des Anrufers auch eine Rückwärtssuche starten. So finden Sie vielleicht heraus, mit wem Sie es konkret zu tun haben.

    Im Gespräch überlassen sie dem Headhunter erstmal das Wort. Was will er? Was hat er anzubieten? Sie sollten sich das in Ruhe anhören, selbst wenn Sie nicht das geringste Interesse an einem Wechsel haben. Es ist immer sinnvoll, den Markt zu kennen. So können Sie sich selbst und Ihre Verhandlungsposition besser einschätzen – zum Beispiel in der nächsten Gehaltsverhandlung.

    Bei aller gebotenen Vorsicht: Über den Anruf eines Headhunters dürfen Sie sich freuen. Zum Einen besteht da draußen offensichtlich Bedarf an Ihnen und Ihren Skills. Zum Zweiten erhalten Sie einen kostenlosen Check Ihres Marktwerts – unabhängig davon, ob der Wechsel über die Bühne geht oder nicht.

    Headhunter Anruf: Darauf kommt es an

    Darauf kommt es an, wenn der Headhunter anruft:

    • Coolness

      Bleiben Sie ganz locker und entspannt. Sie haben nichts zu verlieren. Grund zur Nervosität besteht jedenfalls keiner.

      Fangen Sie aber auch nicht sofort mit Prahlereien an, was für ein toller Hecht Sie doch seien. Überbescheiden und verlegen müssen Sie andererseits ebenfalls nicht sein, nach dem Motto: Wie kommen Sie denn nur auf mich?

    • Zurückhaltung

      Der Anruf des Headhunters ist für Sie ein Geschenk des Himmels, weil Sie unbedingt wechseln wollen? Fein. Aber zeigen sollten Sie das nicht. Es verschlechtert Ihre Verhandlungsposition.

      Wer verzweifelt klingt, wird nicht gerade als Top-Kraft wahrgenommen, sondern als leichte Beute. Das weckt im Headhunter dieses Mindset: Vielleicht finde ich noch jemand Besseren. Wenn nicht, kann ich immer noch auf den hier zurückkommen.

      Nach dem Gehalt fragen Sie besser auch nicht sofort, das kommt gierig rüber. Dass Sie grundsätzlich Interesse an einer neuen Herausforderung haben und sich alle Angebote gerne anhören – das klingt grundvernünftig. Devise: Bedeckt halten, aber für alles offen sein.

    • Rückfragen

      Ein guter Headhunter sammelt Informationen. Das sollten Sie auch. Versuchen Sie so viel wie möglich herauszufinden. Wer ist der Auftraggeber? Für welche Personalberatung arbeitet er überhaupt?

      Notieren Sie sich zumindest den Namen des Anrufers und die Kontaktdaten. Dass der Headhunter das Unternehmen, um das es geht, beim ersten Anruf namentlich nennen wird, ist unwahrscheinlich. Das passiert erst später. Aber Sie können ihn auf den Kontext abklopfen: Branche, Unternehmensgröße, Standort, Position usw.

    • Lebenslauf

      Sie sollten nicht jedem Anrufer sofort Ihren Lebenslauf mailen. Es gibt schwarze Schafe in der Branche, die regelrechten Lebenslauf-Handel betreiben und Ihre Daten verhökern.

      Frühestens nach dem zweiten Telefonat können Sie sich überlegen, ob Sie mit Ihrer Vita herausrücken wollen – besser erst nach einem persönlichen Treffen. Außerdem können Sie den Headhunter auch auf Ihre Daten im Netz verweisen, die ohnehin öffentlich sind: Ihr Xing-Profil zum Beispiel.

    Stellen Sie nur bitte nicht die beliebte Frage, wie denn der Headhunter auf Sie gekommen sei. Falsches Understatement! Das klingt so, als wären Sie selbst nicht mal auf sich gekommen. Die falsche Einstellung für qualifizierte Fach- oder Führungskräfte, weil sie mangelndes Selbstvertrauen offenbart.

    Sie sollten Selbstbewusstsein vermitteln und sich Ihrer Stärken bewusst sein. Wer überrascht reagiert und womöglich noch den Hinweis einstreut Mich hat noch nie ein Headhunter angerufen!, der bringt den Anrufer zum Grübeln. Habe ich da wirklich die richtige Person kontaktiert?

    Headhunter: Das sind Warnsignale!

    Nicht jeder Headhunter arbeitet seriös. Unseriöse Personalvermittler erkennen Sie an diesen Zeichen:

    • Heimlichtuerei

      Dass der Headhunter seinen Kunden sofort nennt, wäre in der Tat unprofessionell. Mit seinem eigenen Namen und Unternehmen sollte er hingegen herausrücken. Nur halbseidene Gestalten verschleiern ihre Identität.

    • Verhör

      Kaltakquise gehört de facto zum Job. Der erste Anruf darf aber nur kurz sein. Ist der Empfänger gesprächsbereit – ja oder nein? Danach kann der Headhunter die Stelle kurz schildern und nach der Nummer fragen. Wenn er Sie hingegen schon bei der ersten Gelegenheit ausquetschen und Details in Erfahrung bringen will, ist das unseriös.

    • Unwissenheit

      Irgendwie ist der Headhunter ja auf Sie gekommen. Oft sind die Wege sehr einfach. Bei Xing oder Linkedin warten Hunderttausende Profil auf Abruf – öffentlich. Wenn der Headhunter aber rein gar nichts über Sie weiß, offenbart er Ahnungslosigkeit und mangelnde Vorbereitung. So arbeiten Profis nicht.

    • Schönfärberei

      Alles toll, alles super. Friede, Freude, Eierkuchen. Das trifft auf kein Unternehmen dieser Welt zu. Headhunter sollten eine Stelle daher nicht in ihren schönsten Farben malen, sondern sachlich deren Vorzüge aufzeigen – und die Nachteile zumindest nicht verschweigen. Die vollmundigen Versprechungen fallen hinterher schließlich auf sie zurück, wenn sie nicht einlösbar waren. Gute Headhunter sind keine Schönfärber.

    • Rückschritt

      Der neue Job muss ein Schritt nach vorne für den Arbeitnehmer sein. Manchmal aber wird einem ein Job angeboten, der eher als minderwertig zu bezeichnen ist. Das kann nur bedeuten, dass der Headhunter keine Ahnung hat, wo Sie beruflich gerade stehen – oder dass es ihm schlicht und einfach egal ist.

    • Überredungskünste

      Ein absolutes No-Go: Der Headhunter will Sie mit aller Macht davon überzeugen, den Job anzunehmen. Er drängt Sie regelrecht, streut vielleicht noch abfällige Bemerkungen ein wie: Sie wollen doch nicht ewig in Ihrer jetzigen Stellen bleiben, oder? Das geht gar nicht. Professionelle Vermittler legen die Vorteile des Jobs dar, das schon. Aber Sie versuchen nicht, Arbeitnehmer plump zu manipulieren.

    • Ghosting

      Der Headhunter ruft Sie an, Sie erklären Ihre grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Und dann Funkstille. Er oder sie meldet sich einfach nicht mehr. Vielleicht hat er einen besseren Kandidaten gefunden, das kann passieren. Sie sind aber kein Spielball, den man einfach so durch die Gegend kickt. Wenigstens eine Absage per Telefon oder notfalls per E-Mail haben Sie verdient. Hören Sie dagegen gar nichts mehr vom Headhunter, beschweren Sie sich ruhig bei seiner Personalvermittlung mit der Aufforderung, Sie in Zukunft bitte nicht noch einmal zu kontaktieren.

    Diese Fragen stellen Headhunter

    Der Headhunter ist der Gatekeeper zum Personalbüro. Er hat ein Interesse daran, den möglichst besten Kandidaten für die jeweilige Stelle zu finden.

    Erstens will er sein Honorar sehen – und zweitens auch an Folgeaufträge kommen. Die bekommt er nur, wenn die von ihm vorgeschlagenen Fachkräfte sich als gute Besetzungen entpuppen.

    Darum wird er Sie genauer durchleuchten wollen – nicht schon beim ersten Telefonat, aber beim zweiten oder bei einem möglichen Treffen.

    Auf diese Headhunter-Fragen sollten Sie vorbereitet sein:

    • Was war Ihr bislang größter Erfolg?
    • Welchen Fehler bedauern sie am meisten?
    • Was treibt Sie an?
    • Wie haben Sie Ihre bisher größte Herausforderung gemeistert?
    • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
    • Würden Sie für die neue Stelle umziehen?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Welche Ziele haben Sie?
    • Würden Sie Ihr aktuelles Unternehmen verlassen?

    Diese Rückfragen können Sie Headhuntern stellen

    Diese Rückfragen können Sie an einen Headhunter stellen:

    • Aus welcher Branche kommt das Unternehmen?
    • In welche Richtung entwickelt sich das Unternehmen?
    • Welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
    • Wo wäre meine Position angesiedelt und an wen muss ich berichten?
    • Ist die Stelle neu oder gibt es einen Vorgänger?
    • Warum ist die Stelle vakant?
    • In welchem Bereich bewegt sich das Gehalt?
    • Wie geht es nach unserem Gespräch weiter?
    • Wie viele Kandidaten-Interviews werden insgesamt geführt?
    • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

    So machen Sie einen Headhunter auf sich aufmerksam

    Wenn der Headhunter zweimal klingelt… In der Theorie klingt es so einfach. Man wird angerufen, bekommt den Traumjob angeboten und alle Probleme lösen sich fortan in Luft auf. Die Realität ist komplexer.

    Manchmal rufen Headhunter nahezu alle Freunde und Kollegen an, einen selbst aber lassen sie links liegen. Woran mag das liegen? Zugegeben, das kratzt gewaltig am Selbstvertrauen. Aber die Nichtbeachtung kann ganz profane Gründe haben.

    Vielleicht haben Sie einfach nicht genügend für sich getrommelt. Dabei kann das heutzutage jeder. Für den Anfang reicht es schon, die eigenen Profile bei Xing und Linkedin auf Vordermann zu bringen – oder überhaupt welche anzulegen. Networking ist das Stichwort. Auf Messen und Konferenzen präsent sein und fleißig Visitenkärtchen zücken – auch das wirkt.

    Headhunter aktiv anrufen und Ihren Lebenslauf weiträumig verteilen sollten Sie hingegen nicht. Das wirkt billig und peinlich. Sie müssen es ja nötig haben! Ihre Devise sollte vielmehr lauten: Steter Tropfen höhlt den Stein…

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Bewerbungscoaching: Was es Ihnen bringt

    Bewerbungscoaching Infos

    Bewerbungscoaching ist nicht die Lösung für alle Bewerber-Probleme. Aber ein Coach kann Sie fit machen und Ihnen Sprungfedern verleihen, mit denen Sie dann selbst über die Hürden des Bewerbungsprozesses hüpfen. Doch bevor man sich für einen Bewerbungstrainer entscheidet, sollte man sich einige Fragen gut durch den Kopf gehen lassen…

    Bewerbungscoaching: Was ist das überhaupt?

    Eine Warnung vorweg: Jeder kann sich Coach nennen. Der Begriff ist nicht geschützt. Auch Scharlatane und Schwindler können sich als Bewerbungscoach bezeichnen.

    Das ist aber nicht die einzige Schwierigkeit, mit denen Bewerber konfrontiert werden. Auf dem Markt herrscht ein Wirrwarr an Begriffen und Bezeichnungen. Die einen sehen sich als Bewerbungscoach, die anderen als Bewerbungsberater.

    Aber ist das nicht alles das Gleiche? Nein, nicht unbedingt. Karrieresprung erklärt Ihnen die Unterschiede:

    • Bewerbungscoach

      Hilfe zur Selbsthilfe – das soll Coaching leisten. Zusammen suchen Coach und Klient nach Lösungen, um dem Ziel näher zu kommen. Entscheidend in diesem Prozess ist Selbstreflexion. Bewerber müssen sich Fehler eingestehen, Kritik zulassen. Ein guter Bewerbungscoach passt sich an die Bedürfnisse des Kunden an und deckt die gewünschten Aspekte ab. Der Bewerber lernt, wie er sich selbst helfen kann und worauf er im Bewerbungsprozess besonders achten muss. Der Bewerbungscoach nimmt Ihnen wohlgemerkt nicht die ganze Arbeit ab. Sie müssen sich selbst aktiv einbringen.

    • Bewerbungsberater

      Die Arbeit eines Bewerbungsberaters ist sehr viel konkreter als die eines Coaches. Er sagt seinem Klienten genau, was dieser tun soll. Wo er sich bewirbt, was er tun oder lassen soll, um im Bewerbungsprozess zu überzeugen. Das Ziel ist letztlich das Gleiche: Der Bewerber soll endlich an seinen Traumjob kommen.

    • Bewerbungstrainer

      Der Bewerbungstrainer arbeitet mit Ihnen daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Er will Sie auf ein höheres Level heben. Als Klient erlernen Sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten. Wie Sie sprechen, wie Sie gehen, gucken und stehen. Das soll Ihnen dabei helfen, eine Gehaltsverhandlung zu führen oder im Vorstellungsgespräch aufzutrumpfen.

    • Bewerbungsschreiber

      Der Bewerbungsschreiber nimmt Ihnen die Arbeit ab – allerdings nur zum Teil. Er schreibt für Sie die Bewerbung, damit Sie es nicht tun müssen. Der (durchaus zweifelhafte) Service bietet sich für Bewerber an, die mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stehen oder schlicht keine Zeit haben. Sie müssen die Bewerbung nur noch abschicken und auf ein Feedback warten. Ob die Bewerbung Erfolg letztlich hat, kann Ihnen kein Bewerbungsschreiber der Welt garantieren.

    Diese Leistungen können Sie in Anspruch nehmen

    Wer ein Bewerbungscoaching in Anspruch nimmt, will eigentlich immer das Gleiche: einen neuen Job. Den richtigen Job. Den Traumjob. Aber wie läuft so ein Coaching überhaupt ab?

    Bevor Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, sollten Sie zunächst Ihre Zielsetzung erörtern. Wobei soll Ihr Coach Ihnen helfen?

    • Berufsorientierung geben
    • Stellenanzeigen analysieren
    • Bewerbungsstrategie erarbeiten
    • Berufsziele erörtern
    • Bewerbungsunterlagen erstellen
    • Bewerbungsunterlagen optimieren
    • Online-Reputation aufbauen
    • Vorstellungsgespräch trainieren
    • Assessment Center vorbereiten

    Für alle Bereiche gibt es Trainer. Aber nicht jeder beherrscht alle Bereiche gleich gut. Suchen Sie sich einen passenden Coach und sprechen Sie vorab die Punkte an, die Ihnen wichtig sind oder Probleme bereiten. In jedem Fall kommt Mehrarbeit auf Sie zu. Das bitte nicht unterschätzen!

    Der Coach ebnet Ihnen den Weg. Gehen müssen Sie ihn selbst. Das gilt sogar für Ghostwriter, die Ihnen Lebenslauf und Motivationsschreiben fertig servieren. Das Vorstellungsgespräch führen Sie dennoch höchstpersönlich. Und eine passende Stelle kann Ihnen ebenfalls niemand auf dem Silbertablett ins Haus tragen.

    Sie sollten das Coaching als das sehen, was es ist: als einen Lernprozess, der Sie unterstützt und Ihnen hilft, in Zukunft selbst erfolgreicher zu agieren.

    So wählen Sie einen Bewerbungscoach aus

    Vor dem ersten Beratungstermin steht in der Regel ein Vorgespräch. Sie besprechen nicht nur die Formalitäten, sondern lernen sich auch kennen. Sie klopfen den Coach ab und testen ihn auf Herz und Nieren.

    Das erste Kennenlernen ist wichtig. Diese Fragen sollten Sie sich stellen:

    • Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Bewerbungscoaching?
    • Was erwarten Sie von Ihrem Coach?
    • Passen Sie und der Coach zusammen – inhaltlich wie menschlich?

    Dass Sie auf der gleichen Wellenlänge funken, ist ein entscheidender Punkt. Auf das Bewerbungscoaching müssen Sie sich einlassen, sich auch öffnen. Dies gelingt nur, wenn sie Ihrem Trainer vertrauen. Gegenseitige Sympathie hilft. Sie ist aber keine Grundvoraussetzung. Manchmal können Reibungen und Spannungen konstruktiv sein.

    In jedem Fall sollten Sie den Coach für kompetent und vertrauenswürdig halten. Haben Sie das Gefühl, er oder sie bringt Sie weiter? Sind Sie bereit, ihm auch unangenehme Dinge – Ihre Schwächen zum Beispiel – anzuvertrauen? Fühlen Sie sich in Gegenwart dieser Person wohl? Lauten die Antworten Ja, könnte dieser Coach der richtige sein.

    Vergessen Sie aber nicht, die Rahmenbedingungen zu klären. Die Gesamtdauer des Bewerbungscoachings, die Länge der einzelnen Sitzungen, der Ort, Kosten, die Art der Bezahlung.

    Fragen Sie ihn auch nach seiner Flexibilität. Was, wenn sie kurzfristig erkranken – oder Ihr Kind? Niemand wünscht sich eine Diva als Dienstleister, der sich mit Verweis auf seinen üppigen Kalender selbst zu wichtig nimmt.

    Danach geht es an die Analyse. Was können Sie schon gut? Wo liegen Ihre Schwächen? Woran liegt es, dass Ihre Bewerbungen versanden – oder was glauben Sie, woran es liegen könnte? Wovor haben Sie Angst? Was mögen Sie nicht? Woran wollen und müssen Sie arbeiten – und woran nicht?

    Seien Sie aber ehrlich – zu sich selbst und zu Ihrem Coach. Je mehr Informationen er über Sie sammelt, desto aussagekräftiger das Profil, das er über Sie erstellen kann. Seine Hilfe muss so zielgerichtet wie möglich sein, damit sie Ihnen Ergebnisse beschert.

    Welche Ziele Sie verfolgen können

    Die Ist-Situation ist das Fundament. Ziel: Dass daraus alsbald die Soll-Situation entsteht. Diese Ziele können bei einem Bewerbungscoaching im Vordergrund stehen:

    • Stellensuche verbessern

      Jobangebote nicht nur finden, sondern auch richtig interpretieren und in Angriff nehmen – das kann ein übergeordnetes Ziel sein. Um sich im Dickicht der unzähligen Jobanzeigen zurechtzufinden, sollte man sich gemeinsam einen Schlachtplan zurechtlegen: Welches Profil hat der Bewerber? Welche Erwartungen hat er? Wo will er arbeiten? Sind die wichtigsten Fragen geklärt, kann man gemeinsam mit dem Bewerbungscoach auf die Suche gehen.

    • Bewerbung erstellen

      Die Bewerbungsunterlagen kosten Kraft. Da kann es sinnvoll sein, wenn einem jemand unter die Arme greift. Immerhin gehören dazu das Anschreiben und der Lebenslauf, manchmal noch weitere Dokumente. Speziell Berufsanfänger wissen oft gar nicht, wo sie anfangen und aufhören sollen. Der Bewerbungscoach sagt es ihnen. Er hilft dabei, alles in Form zu bringen, die richtigen Akzente zu setzen. Dabei kann der Coach auf zweierlei Art helfen. Er kann direkt bei der Erstellung der Unterlagen anpacken. Oder er kann das nötige Rüstzeug vermitteln, damit der Bewerber in Zukunft selbst überzeugende Mappen zusammenstellt.

    • Unterlagen optimieren

      Ist er gut, stellt der Coach die richtigen Fragen. Welche Unterlagen fehlen und könnten hilfreich sein (z.B Referenzen)? Woran liegt es, das so viele Bewerbungen des Kandidaten fehlschlagen? Welche Fehler aus früheren Bewerbungen muss der Kandidat abstellen? Dazu muss man vorherige Bewerbungen grundlegend analysieren, Fehler herausfiltern – und abstellen. Vorteil: Man muss nicht ganz von vorne anfangen, sondern kann auf dem bestehenden Material aufbauen.

    • Fähigkeiten analysieren

      Im Rahmen einer Bewerbung ist es wichtig, die eigenen Stärken in den Fokus zu rücken. Dazu müssen diese aber überhaupt erst bekannt sein. Gemeinsam mit dem Coach begeben Sie sich auf die Suche nach Ihren Stärken und Schwächen, Hard Skills und Soft Skills. Konkrete Beispiele, an denen man die Kompetenzen aufzeigt, sind der Goldstandard. Am Ende gilt es, die Unternehmen zu benennen, die einen Bedarf an Ihren Skills haben – und sich bei ihnen überzeugend zu bewerben.

    • Bewerbungsgespräch vorbereiten

      Vor dem Jobinterview haben viele Bewerber Bammel. Angst ist kein guter Ratgeber: Sie kann lähmen – und die Jobchancen auf den Nullpunkt befördern. Bewerbungscoaches können die Situationen mit Ihnen durchspielen – und Ihnen sagen, was Sie unbedingt beherzigen sollten. Rollenspiele, konstruktive Kritik, Tipps – all das hilft Ihnen, souveräner aufzutreten. Wer seine Selbstpräsentation mehrmals übt, ist für den Ernstfall besser gewappnet. Auch Körpersprache und Kleidungswahl sollten im Training angesprochen werden.

    Bewerbungscoaching: Wichtige Fragen

    Bitte beachten Sie: Nicht all Ihre Fragen können vermutlich im Rahmen eines Bewerbungscoachings geklärt werden. Dazu gibt es einfach viel zu viele. Und sie reproduzieren sich selbst. Bedeutet: Aus jeder Antwort entsteht wieder eine Vielzahl an Folgefragen. Das Bewerbungs-Universum ist unendlich.

    Widmen Sie sich daher erst den großen Fragen und arbeiten sich dann weiter nach unten vor. Denn es stimmt: Die Details zählen!

    Andererseits gibt es ultimativ richtige Antworten vermutlich nicht. Unterschiedliche Situationen können immer neue Antworten hervorbringen. Ist dem einen Personaler ein allzu lockeres Auftreten des Bewerbers en Dorn im Auge, gefällt dies dem anderen vielleicht supergut. Der eine sieht in Lücken im Lebenslauf einen Makel, der andere eine Chance.

    Beispielhaft sind hier ein paar Fragen, auf die es mehrere Antworten geben kann:

    • Muss ich die Fragen des Personalers abwarten?

      Ja, es gibt Personaler, die erstmal etwas über sich und das Unternehmen erzählen wollen – und sich nur ungerne unterbrechen lassen. Auf der anderen Seite handelt es sich nicht um ein Verhör, sondern um ein Gespräch auf Augenhöhe. Das Unternehmen hat Fragen an Sie, Sie haben Fragen an das Unternehmen. Es ist also prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie zwischendurch immer wieder Rückfragen stellen. Das zeigt Neugier und Interesse. Dass diese Taktik auch nach hinten losgehen kann, ist unbestritten. Wenn Sie dumme Fragen stellen (Was macht Ihr Unternehmen eigentlich genau?) oder Ihrem Gegenüber ständig ins Wort fallen, dann zahlt das keinesfalls auf Ihr Konto ein.

    • Wie wichtig sind Hobbys im Lebenslauf?

      Es hat niemanden zu interessieren, dass Sie sich in Ihrer Freizeit mit Modellflugzeugen beschäftigen? Einverstanden. Aber es könnte Ihre Einstellungschancen erhöhen, wenn Sie sich zum Beispiel in der Spielzeugindustrie bewerben. Ein Hobby kann Signale geben – ob Sie für eine bestimmte Sache brennen. Es kann auch negative Signale senden. Extremsportarten etwa sind gefährlich – und erhöhen das Risiko für Verletzungen. Und kein Arbeitgeber hat ein Interesse daran, dass die Mitarbeiter lange ausfallen. Andererseits: Bewerben Sie sich bei einem Unternehmen für Outdoor-Kleidung, dann verdeutlicht Paragliding Ihre Leidenschaft für Sport und Natur. Eine gute Verbindung! Sie sehen: Ob und welche Hobbys in der Bewerbung gut oder schlecht ankommen, ist von Fall zu Fall verschieden.

    • Sollte ich so authentisch wie möglich sein?

      Viele würden jetzt vermutlich sagen: Ja, unbedingt. Es ist wie in der Ehe: Man will von seinem Partner so geschätzt und geliebt werden, wie man wirklich ist. Muss man sich hingegen verstellen, kann die Verbindung nicht die richtige sein. Das klingt wundervoll, geht aber in der Arbeitswelt manchmal an der Realität vorbei. Denn die Wahrheit ist: Schleimen kann im Bewerbungsgespräch ein Erfolgsrezept sein. Spiegeln kann eines sein. Und sogar Lügen können Erfolg bringen (Extrembeispiel: Wenn Sie die Frage nach einer Schwangerschaft verneinen, Sie in Wahrheit aber schwanger sind). Wer mit seiner wahren Persönlichkeit voll überzeugt und den Job landet – herzlichen Glückwunsch! Wer bislang aber stets auf die Nase gefallen ist, darf auch gerne einen anderen Ansatz als maximale Authentizität wählen.

    Bewerbungscoaching: Das sind die Vorteile

    • Chancen verbessern

      An jeder Bewerbung, an jedem Auftritt gibt es noch etwas zu verbessern. Der Coach kann Ihnen wertvolle Hinweise liefern. Das bringt Ihnen nicht automatisch den Job, aber es erhöht Ihre Chancen, einen zu finden.

    • Feedback

      Dieser Punkt ist keinesfalls zu unterschätzen. Allein über Ihre Probleme zu reden, bringt Ihnen schon Erleichterung bis hin zu neuem Selbstvertrauen. Der Bewerbungscoach übernimmt also ein Stück weit die Rolle eines Psychiaters. Das Gefühl, verstanden und gehört zu werden – schön!

    • Einblicke

      Viele Menschen wissen gar nicht, was in Ihnen steckt. In Wahrheit gibt es viel zu viele, denen auf die Frage nach ihren Stärken kaum etwas oder gar nichts einfällt. Traurig – und unnötig. Jeder Mensch hat Stärken, nur liegen sie nicht immer sichtbar vor uns auf dem Tisch. Der Bewerbungscoach kann Ihnen helfen, Ihre Stärken sichtbar zu machen.

    • Ängste überwinden

      Bewerbungscoaching hat auch immer etwas von Konfrontationstherapie. Sie müssen sich Ihren Ängsten und Sorgen stellen. Dass Sie im Jobinterview anfangen zu stottern etwa oder dass Sie einfach Angst vor Veränderung haben. Bewerbungscoaching kann ein Ventil sein. Sie lernen, mit Ihren Ängsten besser umzugehen – und bauen sie bestenfalls Stück für Stück ab.

    • Selbstbewusstsein gewinnen

      Notorisch erfolglose Bewerber verlieren ihr Selbstvertrauen irgendwann. Das ist kein Grund, sich zu genieren, sondern allzu menschlich. Erfolg versorgt einen mit Selbstvertrauen, Misserfolg saugt es wieder ab. Das Problem ist der Teufelskreis, der daraus entsteht. Misserfolg führt zu Unsicherheit, diese wieder zu Misserfolg, dieser zu noch größerer Unsicherheit usw. Aufgabe des Bewerbungscoachs ist es, Sie aus diesem Teufelskreis zu befreien und Ihr Selbstvertrauen wieder aufzupolieren.

    [Bildnachweis: Prostock-studio by Shutterstock.com]

    Kurzprofil: Wann Bewerber es beilegen sollten

    Kurzprofil schreiben Tipps

    Das Kurzprofil kommt manchmal wie gerufen. Für die Mitarbeiter in der Personalabteilung kann es eine enorme Arbeitserleichterung sein. Sie finden alle Infos über den Bewerber übersichtlich auf einer knappen Seite verpackt. Das heißt aber nicht, dass jeder Bewerber ein kurzes Profil aus dem Hut zaubern muss. Im Gegenteil, das Extra-Dokument kann auch nach hinten losgehen…

    Kurzprofil: Was ist das?

    Das Kurzprofil ist eine Zusammenfassung aller wesentlichen Qualifikationen und Kompetenzen eines Bewerbers. Im Englischen spricht man auch von Career Summary oder Profile & Skills oder Skills Summary. Es soll einen kurzen, aber vollständigen Überblick über Ihre Fähigkeiten, Ihre Motivation und Ihre Persönlichkeit abliefern.

    Das Format hat seinen Ursprung in den USA. In den Vereinigten Staaten umfasst selbst der Lebenslauf nicht mehr als eine Seite. Das Kurzprofil soll insbesondere die Eignung für die jeweilige Stelle in den Fokus rücken.

    Damit haben wir es mit einem Mischwesen aus Anschreiben und Lebenslauf zu tun, das dem Motivationsschreiben respektive der sogenannten Dritten Seite sehr ähnlich ist.

    Das sind die wesentlichen Charakteristika:

    • Inhalt: Kontaktdaten, Kernkompetenzen, Branchen- und Führungserfahrungen, berufliche Schwerpunkte, Soft Skills
    • Umfang: Nicht länger als eine DIN-A4-Seite

    Das Kurzprofil ist eine Ergänzung für Bewerber. Es ist keinesfalls Pflicht, den Bewerbungsunterlagen eines beizulegen, sondern ein Nice-to-have.

    Schlüsselbegriffe verwenden!

    Kurzprofil Tipp Schlüsselbegriffe
    Das Kurzprofil soll schnell liefern. Darum wird es stichpunktartig verfasst. Keine langen Ausschweifungen, keine großen Erklärungen, keine Bandwurmsätze.

    Aber Achtung: Es ist keineswegs einfach, ein Kurzprofil zu verfassen. Im Gegenteil: Alle relevanten Infos kurz und knackig auf eine Seite zu bekommen ist die viel größere Herausforderung. Lange ausformulieren kann jeder, kurz und präzise zusammenfassen nur die wenigsten.

    Achten Sie darauf, die Schlüsselbegriffe als Stichworte einzustreuen. Das sind die Worte, auf die der Personalverantwortliche anspringt. Schlüsselbegriffe können etwa Skills sein, die in der Stellenanzeige explizit gefordert wurden.

    So ist das Kurzprofil aufgebaut

    Der Aufbau sieht folgendermaßen aus. Sie müssen im Übrigen nicht alle Elemente mit aufnehmen, sondern können diejenigen auswählen, die für Ihre Bewerbung Sinn ergeben.

      Kopf

    • Überschrift Kurzprofil
    • Vollständiger Name
    • Kontaktdaten mit Postanschrift, E-Mail-Adresse, Mobilnummer
    • Bewerbungsfoto
    • Aktuelle Berufsbezeichnung
    • Schlüsselkompetenz(en)
    • Hard Skills

    • Ausbildung
    • Qualifikationen
    • Berufliche Schwerpunkte
    • Kernkompetenzen
    • Branchenerfahrungen
    • Soft Skills

    • Führungserfahrung
    • Erfolge
    • Budgetverantwortung
    • Interessen (sofern relevant)

    Es gibt Berufsberater, die empfehlen zudem einen kurzen Einleitungstext, den man im Kopf der Seite einbaut – eine Art Mini-Anschreiben inklusive Kurzbeschreibung und Motivation. Tipp: Lassen Sie es sein!

    Damit bürden Sie dem Empfänger nur zusätzlichen Ballast auf. Sinn des Kurzprofils ist es ja gerade, Informationen zu kondensieren, die Arbeit des Personalers zu erleichtern. Je präziser der Überblick, desto besser. Zudem hat der Empfänger ja auch noch Anschreiben und Lebenslauf vor sich.

    Übrigens: Im Gegensatz zu Lebenslauf und Anschreiben können Sie im Kurzprofil auf Datum und Unterschrift verzichten.

    Was kommt hinein?

    Es ist zwar verlockend, aber verwenden Sie das Kurzprofil nicht wie eine Massenbewerbung. Nach dem Motto: Einmal erstellt, tausendmal verschickt.

    Es geht ja beim Kurzprofil gerade darum, die Eignung für die jeweilige Stelle herauszuarbeiten. Das ist stets individuell – und es bedeutet leider Mehraufwand.

    Die Struktur des Kurzprofils bleibt gleichwohl erhalten, die Inhalte selbst aber werden ausgetauscht. Andernfalls würde das Kurzprofil seinen Zweck verfehlen.

    Vor der Formulierung können Sie sich diese Fragen stellen:

    • Was steht genau in der Stellenanzeige?
    • Wonach sucht der Personaler für diese Position?
    • Welche Kompetenzen machen mich zu einer guten Besetzung für diese Stelle?
    • Was weiß ich über das Unternehmen?
    • Welchen Mehrwert kann ich dem Unternehmen bieten?

    Kurzum: Versetzen Sie sich in die Lage des Personalverantwortlichen. Und schreiben Sie nicht aus einer Ego-Perspektive. Ich, ich, ich. Natürlich geht es in erster Linie um Sie, was Sie können, was Sie mitbringen. Aber das Unternehmen interessiert weniger, was SIE von dem Job haben, sondern was das Unternehmen an Ihnen hat.

    Wer mit grandiosen Erfolgen aus der Vergangenheit angibt, sollte auch den Bogen in die Zukunft spannen können. Inwiefern sind diese Erfolge im neuen Unternehmen wiederholbar bzw. wie kann man an sie anknüpfen? Der potenzielle Nutzen für den Arbeitgeber muss erkennbar sein.

    Auch Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten sind kein Selbstzweck. Sie müssen auf die jeweilige Stelle einzahlen. Wer mit seinen SAP-Kenntnissen prahlt, sollte sicherstellen, dass der Arbeitgeber in spé diese Software auch benutzt. Andernfalls hängt der Skill im luftleeren Raum.

    Wer sollte ein Kurzprofil erstellen?

    Berufseinsteiger lassen lieber ihre Finger vom Kurzprofil. Sie haben meist schon genug Mühe, den Lebenslauf zu füllen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Rookies nur wenige Erfahrungen und Stationen vorweisen können. Somit können sie auch kaum ein überzeugendes Kurzprofil vorlegen.

    Fach- und Führungskräften dagegen steht ein Kurzprofil schon besser zu Gesicht. Sie können sich für eine bessere oder andere Position in Szene setzen, indem Sie die relevanten Skills und Stationen einflechten und den Rest weglassen.

    Im Übrigen beweist ein starkes Kurzprofil auch die Fähigkeit zur Selbstanalyse und Priorisierung. Die Profilseite eignet sich zum Beispiel auch für die interne Bewerbung.

    Betrachten Sie das Kurzprofil als Service. Der Empfänger muss einen Nutzen haben, ansonsten ist es wertlos. Sie schreiben es nicht für sich selbst, sondern für den Personaler. Viele Bewerbungen werden nur kurz überflogen. Da kann ein starkes Kurzprofil haften bleiben – und wertvolle Punkte bringen.

    Aus Personalersicht ist ein Kurzprofil wie ein Geschenk des Himmels: Nur die wichtigsten Infos, übersichtlich und hübsch verpackt. Das bringt Ihnen zumindest Sympathiepunkte – und auch die fließen in die Endbewertung ein…

    Muster Kurzprofil

    Hier finden Sie eine kostenlose Vorlage für ein Kurzprofil – wahlweise als Word-Dokument oder PDF:

    Kurzprofil-Vorlage-Muster-Word

    Kurzprofil-Vorlage-Muster-PDF

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Dritte Seite: Warum Sie eine Chance für Bewerber ist

    Dritte Seite Muster Tipps

    Die dritte Seite ist eine Chance. Bewerber können dem Unternehmen beweisen, dass sie in der Lage sind, Zusammenhänge zu komprimieren und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Eine Seite drei gehört wohlgemerkt nicht zum Pflichtprogramm einer Bewerbung. Sie können sie auch einfach weglassen. Manchmal aber macht es sehr viel Sinn, die zusätzliche Arbeit zu investieren…

    Dritte Seite: Was ist das?

    Die Dritte Seite in der Bewerbung wird auch als Seite drei, Kurzprofil oder Qualifikationsprofil bezeichnet – oder als Motivationsschreiben.

    Es handelt sich um eine Seite, die relativ frei gestaltet wird und dem Personaler kurz und präzise die Motivation des Bewerbers nahebringt. Sie ist gewissermaßen ein Appetithappen.

    Gut für Bewerber: Sie müssen sich an weit weniger formelle Vorgaben halten als im Lebenslauf oder im Anschreiben. Frei von Rechtschreibfehlern sollte die Dritte Seite gleichwohl sein…

    Was steht drauf?

    Die Seite 3 fasst die Bewerbung kompakt zusammen. Sie liefert dem Empfänger einen Überblick über…

    • Qualifikationen
    • Kompetenzen
    • Erfahrungen
    • Motivation

    …des Bewerbers. Ja, viele Ratgeber halten sie für Ballast und vollkommen überflüssig.

    In der Tat ist es so: Je mehr Lesestoff in den Bewerbungsunterlagen enthalten ist, desto unwahrscheinlicher, dass der Personalverantwortliche alles liest. Er überfliegt nur. Die wesentlichen Infos bekommt er ja ohnehin durch den Lebenslauf, das Anschreiben und die Zeugnisse serviert.

    Doch genau hier liegt auch das Argument FÜR die dritte Seite. Denn angenommen, der Empfänger hat keine Zeit oder will sie sich nicht nehmen, dann kann eine überzeugende Seite 3 genau der richtige Köder für ihn sein. Motto: „Aha, wie praktisch, die lese ich mir jetzt durch, dann kann kann ich mir den Rest sparen. Genau das, was ich jetzt gerade brauche.“ Und wenn die Dritte Seite dann restlos überzeugt, kann sie ihren Absender in die nächste Runde hieven.

    Sie wäre in diesem Szenario also kein zusätzlicher Ballast, sondern eine Alternative zu den restlichen Dokumenten Ihrer Bewerbung. Das macht die Sache aber gleichzeitig so schwer. Sie dürfen keinen wesentliche Info vergessen, müssen die Seite 3 aber auf das Notwendigste kondensieren.

    Und reine Dopplungen und Wiederholungen sollten Sie auch vermeiden, denn es kann ja durchaus sein, dass sich der Personaler dann doch alles durchliest. Sieht er dann nahezu identische Anschreiben und Seite 3, könnte er an Ihrer Fähigkeit zu priorisieren zweifeln.

    Darum ganz wichtig: Halten Sie sich kurz! Keine Romane, keine langen Erzählungen und Ausschweifungen. Ein paar kurze Sätze müssen es sein – am besten 10 bis 15 Zeilen lang. Und die dritte Seite sollte etwas Neues, einen anderen Blickwinkel zulassen oder sogar unterhalten.

    Branche beachten!

    Dritte Seite Branche beachtenDer Vorteil der Seite 3: Sie lässt viel Raum für Kreativität. Freiraum, der Ihnen im Lebenslauf und Anschreiben nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht.

    So könnte ein Softwareentwickler zum Beispiel eine dritte Seite gestalten, die wie ein Quellcode aussieht (und damit gleichzeitig seine Coding-Skills demonstrieren). Ein Koch entwirft eine Menükarte, ein Mediziner ein Rezept, ein Controller eine Bilanz, ein Ingenieur einen Bauplan und ein Social-Media-Manager eine Twitter-Timeline. Das sind aber nur Anregungen. Sie können natürlich auch einen völlig anderen Stil und eigene Ideen aus Ihrem Hut zaubern.

    Hinweis: Sie können, aber Sie MÜSSEN wohlgemerkt nicht kreativ werden. Wenn nämlich die Übersicht unter Ihren Ergüssen leidet, wird sich der Empfänger kaum freuen…

    Dritte Seite: Wann macht sie Sinn?

    Eine Dritte Seite ergibt Sinn, wenn…

    • Sie Platz für Infos benötigen, für die im Anschreiben kein Platz mehr war.
    • sie zur ausgeschriebenen Stelle passt.
    • sie dazu dient, Ihrem Lebenslauf Kontinuität zu verleihen.

    Es gibt auch Gegenargumente. Sie brauchen KEINE Seite 3, wenn…

    • diese lediglich aus Wiederholungen besteht.
    • Sie sicher sind, dass Ihre Bewerbung schon rund und vollständig ist.
    • Sie wissen oder ahnen, dass der Empfänger kritisch darauf reagieren wird.

    Sie müssen sich in Ihrer Seite drei nicht nur auf die Qualifikationen oder Kernkompetenzen beschränken. Sie können auch einzelne Skills gezielt highlighten, die Sie für besonders relevant halten. Das können auch Skills jenseits des Mainstreams sein.

    Wichtig in jedem Fall: Die Seite drei muss dem Empfänger einen Mehrwert bieten. Denken Sie daran: Sie wollen damit Überzeugungsarbeit leisten, für sich und Ihre Kompetenzen werben. Die dritte Seite ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Durchsetzung Ihrer Ziele.

    Hier ist der richtige Platz!

    Dritte Seite richtiger PlatzDer Name lässt es vermuten: Die dritte Seite kommt – na klar – an die dritte Stelle Ihrer Bewerbungsunterlagen. Davor kommen nur Anschreiben und Lebenslauf.

    Danach erst folgen die Arbeitszeugnisse. Und vergessen Sie nicht, die dritte Seite im Anschreiben unter Anlagen zu erwähnen. Andernfalls könnte der Personaler rätseln, was Sie ihm da eigentlich vorgesetzt haben…

    Dritte Seite: So ist sie aufgebaut

    Schreiben Sie bitte nicht Seite 3 oder 3. Seite in die Überschrift. Das wirkt wie abgeschrieben. Formulieren Sie stattdessen eine aussagekräftige Headline, die möglichst zum Lesen animiert. Zum Beispiel:

    • Das habe ich zu bieten
    • Das sollten Sie über mich wissen
    • Was für mich spricht
    • Was mir wichtig ist
    • Meine Motivation
    • Warum ich mich bei Ihnen bewerbe
    • Deshalb sollten Sie mich einstellen
    • Das bin ich
    • Was ich bisher erreicht habe
    • Eine kleine Entscheidungshilfe

    Sie sehen: Sie können die dritte Seite in eine ganz spezielle Richtung drehen – je nachdem, für welche Überschrift Sie sich entschieden haben.

    Wählen Sie also einen Schwerpunkt, der die Seite prägt. Alles Weitere steht ja bereits im Lebenslauf. Es bietet sich natürlich an, einen anderen Schwerpunkt als den aus Ihrem Anschreiben zu wählen. So können Sie mehrere Felder abdecken, die Ihnen oder dem Unternehmen wichtig sind.

    An dieser Stelle der Hinweis: Fällt es Ihnen schwer, etwas herauszuarbeiten, dann lassen Sie die Seite 3 lieber von vornherein weg…

    In das Kurzprofil gehören außerdem diese Elemente:

    • Absender, Adresse, Telefon, E-Mail
    • Titel
    • Einleitung (kurz!)
    • Qualifikationen, Erfahrungen, Soft Skills, Motivation (in Bulletpoints)
    • Ort, Datum, Unterschrift (handschriftlich)

    Warum müssen Kontaktdaten rein? Aus bereits erwähntem Grund: Liest sich der Personaler tatsächlich nur die dritte Seite durch, findet er hier alle Infos, die er braucht – Ihre Nummern und Adressen inklusive.

    Die Einleitung wiederum besteht aus drei bis vier Sätzen, mit denen der Bewerber den Personaler von seiner Motivation überzeugt. Danach kann er Qualifikationen und Skills auflisten.

    Dritte Seite Muster

    Das sind meine Stärken:
    Ich stelle hohe Ansprüche – vor allem an mich selbst.
    Mein Bewusstsein ist geschärft für die Anforderungen in der xxx-Branche.
    Die digitalen Skills, die für den Job wichtig sind, beherrsche ich aus dem Effeff.
    Ich arbeite sorgfältig, präzise und gewissenhaft.

    Welche Erfahrungen mitbringe:
    Produktmanager bei xxx
    Fünf Jahre Teamleitung
    Budgetverantwortung in Höhe von xxx Euro
    Zertifikat als Scrum Master

    Das habe ich erreicht:
    Marktreife eines xxx
    Kosteneinsparungen in Höhe von xxx
    Zweimalige Beförderung im Unternehmen
    Produktmanager-Award 2018 der xxx

    Das interessiert mich:
    Die Trends in der xxx-Branche
    Weiterbildung (z.B. das xxx-Tool)
    Leitung von internen Workshops

    Die von ausgeschriebene Stelle deckt sich hervorragend mit meinen Kompetenzen, davon bin ich überzeugt. Gerne würde ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch darlegen, wie ich Ihnen weiterhelfen kann. Ich freue mich auf Ihr Feedback.

    Stockholm, 01.01.2020
    Gustav Gustafsson

    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Tätigkeitsbeschreibung: Wie sie Ihre Bewerbung aufwertet

    Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

    Eine Tätigkeitsbeschreibung ist ein Instrument für Bewerber. Sie bietet sich an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat klare Vorteile…

    Tätigkeitsbeschreibung: Wann brauche ich sie?

    Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

    Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

    Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Das ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

    Nun können Bewerber das Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim aktuellen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

    Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Ganz so irrelevant ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

    Einem erfahrenen Personaler dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

    Das gehört in die Tätigkeitsbeschreibung

    Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

    Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

    Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen würden.

    Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

    • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
    • Offizieller Jobtitel
    • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
    • Ihre Leistungen und Erfolge
    • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
    • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

    Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

    Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten so aus:

    Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie: „Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.“ Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine ähnliche Variante wie diese: „Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.“

    Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

    Projektleiter Digitalisierung
    Vom 10.10.2016 bis 01.08.2018 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

    Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

    Bitten Sie um Vertraulichkeit!

    Tätigkeitsbeschreibung VertraulichkeitIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben zusätzlich um Vertraulichkeit!

    Eine mögliche Formulierung wäre: „Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

    4 Tipps für Ihre Tätigkeitsbeschreibung

    Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

    • Realismus: Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.
    • Sachlichkeit: Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.
    • Professionalität: Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.
    • Einheitlichkeit: Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

    Tätigkeit: Sie interessiert brennend

    Nein, das ist nicht ironisch gemeint. Personaler interessieren sich sehr dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

    So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

    Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

    Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

    Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

    Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

    Die Tätigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

    Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

    Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

    Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

    [Bildnachweis: JL-Pfeifer by Shutterstock.com]

    Bewerbungsgespräch Fehler: Diese 11 sind fatal!

    Bewerbungsgespraech Fehler Tipps

    Bewerbungsgespräch Fehler: Darüber ließen sich Romane schreiben. Es gibt kleine und große Missgeschicke. Dutzende Fettnäpfchen, Missgriffe und Patzer. Der eine Fauxpas zu viel – oder zu schwerwiegend – kann das vorzeitige Aus bedeuten. Traumjob adé! Aber wer sagt, dass Ihnen im Jobinterview ein dummer Lapsus unterlaufen muss? Bewerbungsgespräch Fehler: Wenn sie nicht so auftreten wie die 11 Typen, die wir Ihnen gleich vorstellen, haben Sie die größten Klippen umschifft…

    Bewerbungsgespräch Fehler: Es gibt so viele

    Ein Vorstellungsgespräch ist ein Slalomlauf. Links und rechts warten die Slalomstangen förmlich darauf, von Ihnen umgenietet und überfahren zu werden. Stets müssen Sie ausweichen, Gas geben und wieder abbremsen, um am Ende als Sieger dazustehen.

    Da gibt es fiese Fangfragen des Personalers, ungeklärte Lücken im Lebenslauf oder nervöse Nesteleien mit den Händen. Fehler über Fehler über Fehler können Bewerber hier aneinanderreihen. Wer zu viele macht – oder die falschen – ist den Job los.

    Dabei kann einem Arbeitgeber völlig egal sein, was dem anderen überaus wichtig ist. Ein paar Kardinalfehler aber sehen sie alle nicht gerne. Karrieresprung zeigt Ihnen, welche das sind.

    Bewerbungsgespräch Fehler: Diese 11 Typen sollten Sie im Vorstellungsgespräch NICHT verkörpern:

    Späti

    Wenn schon der Eindruck von Ihnen VOR dem ersten Eindruck miserabel ist, dann ist es um die Bewerbung nicht gut bestellt. Miserabel ist er, wenn Sie zu spät zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

    Pünktlichkeit hat oberste Priorität. Fahren Sie rechtzeitig los und planen Sie einen großzügigen Puffer ein, damit Sie für alle Eventualitäten gewappnet sind, die in Form von Staus oder Baustellen lauern.

    Andererseits: Eine halbe Stunde vor Gesprächsbeginn sollten Sie auch nicht am Empfang aufschlagen. Das wirkt so, als hätten Sie sonst nichts zu tun, den Job ganz bitter nötig und würden alles, ja wirklich alles tun, um ihn zu kriegen. Keine gute Ausgangsposition!

    Außerdem setzen Sie Ihren Gesprächspartner damit unter Druck, sich doch bitte zu beeilen. Er oder sie ist davon ganz sicher nicht begeistert. Deshalb: Wenn Sie viel zu früh da sind, bleiben Sie lieber noch 15 Minuten im Auto sitzen und spielen auf Ihrem Handy. Oder setzen Sie sich ins Café um die Ecke.

    Tratschmaul

    Schon beim Wort Smalltalk läuft es vielen eiskalt den Rücken runter. Ein Horror! Was sage ich nur zu diesem fremden Menschen?

    Auf der anderen Seite gibt es die Typen, die völlig frei und ungezwungen drauflosquasseln. „Haben Sie da draußen auch diese Kids von Fridays for Future gesehen? Totale Spinner! Wissen Sie, ich habe neulich meine alte Waschmaschine ausgetauscht, weil die so einen hohen Verbrauch hatte. Aber Sie ahnen ja nicht, was…“ Sie merken schon: Freigiebiges Geplauder kann einen schnell in die Bredouille bringen. Wenn die Inhalte mit dem Weltbild des Gegenübers kollidieren. Oder wenn Sie schlicht zu viel Belangloses herausposaunen.

    Natürlich sollen Sie weder einen Maulkorb tragen noch Ihre eigene Meinung zensieren. Mit Ihren Kollegen können Sie hinterher immer noch über Gott und die Welt philosophieren. Im Jobinterview aber ist es strategisch cleverer, sich zurückzuhalten.

    Überlegen Sie sich zwei, drei smalltalk-taugliche Themen zum Einstieg, um im Notfall das Eis zu brechen. Ansonsten konzentrieren Sie sich lieber auf das Fachliche. Aber wer weiß, vielleicht verlangt Ihnen der Personaler noch die eine oder andere persönliche Frage ab. Dann können Sie immer noch loslegen, wenn Sie wollen…

    Automat

    Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie Informationen über das Unternehmen einholen. Dass Sie sich Rückfragen überlegen, Ihre Selbstpräsentation einstudieren und vernünftige Klamotten rauslegen.

    Aber übertreiben sollten Sie es nicht. Lassen Sie Platz für Improvisation. Mut zur Lücke! Sie können sich nicht auf jede Frage hundertprozentig vorbereiten. Wer zu perfekt auftritt, dem fehlen die Ecken und Kanten. Und diese Ecken und Kanten sind es, die einen Bewerber attraktiv machen.

    Nicht falsch verstehen: Vorbereitung ist wichtig. Gerade für Menschen, die weniger spontan sind. Aber wenn Sie am Ende wie ein Roboter Ihren Text aufsagen, haben Sie nichts gewonnen.

    Tiefstapler

    Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter… Alter Spruch, aktuelle Gültigkeit. Understatement lässt auf einen angenehmen, integren und sympathischen Charakter schließen.

    Zu dumm, dass Ihnen dies im Vorstellungsgespräch leider rein gar nichts bringt. Hier tragen Sie lieber zu dick als zu dünn auf. Immerhin will Ihr Gesprächspartner von Ihren Fähigkeiten überzeugt werden.

    Was hätte ein Diego Maradona im Jobinterview gesagt? Nicht gesagt hätte er, dass er im Spiel gerne mal zu unfairen Mitteln greift (die Hand Gottes!), aber ansonsten ein ganz guter Spieler sei. Er hätte gesagt, dass er in der Lage ist, eine gesamte Weltmeisterschaft im Alleingang für sein Team zu gewinnen.

    Die Wahrheit ist: Sie müssen sich verkaufen, selbstbewusst auftreten und vielleicht sogar ein bisschen angeben. Bis zur Toleranzgrenze! Sobald Selbstbewusstsein in Arroganz und Überheblichkeit umschlägt, winken Personaler innerlich ab. Aber auch erst dann.

    Schweiger

    Der Personaler spricht, ich antworte. So stellen sich viele Bewerber ein Vorstellungsgespräch vor. Falsche Vorstellung!

    Verharren Sie nicht in der Rolle des passiven Zuhörers. Das Jobinterview ist ein Dialog, kein Verhör. Nicht nur das Unternehmen will erfahren, ob Sie die richtige Besetzung sind. Auch für Sie als Bewerber bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, mehr über die Firma zu erfahren.

    Darum sollten Sie sich gute Rückfragen überlegen – und diese auch stellen. Sie demonstrieren so zudem Interesse und Neugier.

    Eintreiber

    In Zeiten des Fachkräftemangels haben begehrte Spezialisten mehr Verhandlungsspielraum als andere. Den dürfe und sollten sie auch nutzen.

    Aber es geht im Vorstellungsgespräch nicht nur um Sie. Es geht auch um den Bedarf des Unternehmens. Darum, was es sich von Ihnen verspricht und welche Leistung es erwarten darf. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen – für Sie als Bewerber, aber eben auch für den Arbeitgeber.

    Darum ist es so wichtig, Ihren Marktwert richtig einzuschätzen. Pokern Sie ruhig hoch und verkaufen Sie sich ja nicht unter Wert. Aber stellen sie keine exorbitant überzogenen und völlig abgehobenen Forderungen. Das Unternehmen wird Sie dann nicht einstellen – Fachkräftemangel hin oder her.

    Außerdem wollen sie ja nicht gierig wirken. Und setzen sie dem Gesprächspartner nicht die Pistole auf die Brust. Nach dem Motto: Entweder ich kriege die zwei Tage Home Office pro Woche oder ich komme nicht. Verhandeln: ja, pauschal einfordern: nein.

    Phrasendrescher

    „Ich bin ungeduldig. Ein echter Teamplayer. Perfektionist.“ Gähn! Im Vorstellungsgespräch mutieren Bewerber gerne zu Phrasendreschern. Personaler aber haben schätzungsweise schon tausendmal die Adjektive motiviert, lernfähig und belastbar gehört. Dass die Bewerber etwas bewegen wollen oder eine neue Herausforderung suchen.

    Logisch, Sie können nicht (Achtung Phrase!) das Rad neu erfinden. Wenn Sie wirklich gerne im Team arbeiten, dann erwähnen Sie das. Aber belegen Sie es anhand echter Beispiele aus Ihrem Arbeitsleben. So konkret wie möglich, damit sich Ihr Gegenüber etwas darunter vorstellen kann. Behaupten kann man schließlich vieles.

    Darüber hinaus dürfen Sie natürlich auch gerne nach Vorteilen und Stärken suchen, die nicht so oft verwendet werden. Attribute, die Sie auszeichnen, die aber noch nicht ausgenudelt sind. Schließlich gilt es als Erfolgsrezept, neue Wege zu gehen, aus der Masse hervorzustechen, im Sport oder in der Kunst zum Beispiel. Wer einzigartig ist, erhöht seinen Wiedererkennungs- und Marktwert.

    Egozentriker

    Na klar, im Bewerbungsgespräch geht es um Sie und Ihre Qualitäten. Aber versuchen Sie dennoch, eine Verbindung zum Arbeitgeber in spé herzustellen. Welche Vorteile hat er von Ihnen?

    Dass Sie so ein smarter und charmanter Typ sind, ist schön für Sie. Aber wie bringt es das Unternehmen voran? Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Er will eine konkrete Stelle besetzen mit einer Person, die spezielle Aufgaben übernimmt. Legen Sie also dar, wie Sie der Firma genau helfen können. Ihre Skills, Kenntnisse und Netzwerke können Sie zum Wohle der Firma einsetzen, indem Sie…

    Der Personaler muss spüren, dass ein fähiger Kandidat auf ihn wartet, der die Firma weiterbringt. Und nicht einer, dem es nur um die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse geht, um den Dienstwagen oder das Eckbüro.

    Wachsfigur

    Manche halten die Körpersprache für überbewertet. Ihr Gesprächspartner im Jobinterview dürfte sie aber sehr ernst nehmen. Spielt ein Bewerber nervös mit seinen Händen herum, zeugt das von Unsicherheit – zumindest ist das die Botschaft, die ankommt.

    Versuchen Sie also, Ihren Körper zu beherrschen. Aufrecht hinsetzen, Hände gefaltet in den Schoß legen, Blickkontakt halten. Kräftiger Händedruck, ebenso kräftige Stimme. Die sollten Sie auch aufrechthalten, wenn Sie mit einer unangenehmen Frage konfrontiert werden. Sie dürfen auch gerne gestikulieren und müssen nicht wie eine Wachsfigur auf Ihrem Platz kleben.

    Ungünstig wäre, wenn Sie bei einer fiesen Fangfrage zusammenzucken, in Panik geraten oder anfangen zu stottern. Das können Sie vorher auch trainieren, mit Freunden oder vor dem Spiegel.

    Schlumpergrete

    Nachlässige Kleidung. Ein Anfängerfehler. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie überwerfen sollen, dann befolgen Sie die Regel: Lieber overdressed als underdressed. Im Zweifel den Anzug, Hosenanzug oder das Kostüm anziehen.

    Selbstverständlich kommt es auf die Branche und das Unternehmen an. Bei einem Software-Startup dürfen Sie es ruhig wagen, sich im Hoodie als Entwickler vorzustellen. Ihre Einstellungschancen sind hoch – unabhängig vom Outfit. In der Finanzbranche geht es konservativer zu, in der Werbung kreativer. Der Einzelfall entscheidet.

    Es geht aber nicht nur um den Dresscode: Sauber und fusselfrei sollte Ihre Kleidung sein – egal, um welche es sich handelt. Die Hygiene-Basics kennen Sie selbst: Fingernägel schneiden, Haare waschen, solche Dinge. Allerdings weiß nicht jeder, dass er selbst üblen Mundgeruch hat. Vorsichtshalber lieber ein paar Drops einwerfen?

    Bedenken Sie: Ein klitzekleines Detail kann den Gesamteindruck völlig zunichte machen. Ein brauner Soßenfleck auf der Hinterseite Ihres Hemdes. Oder ein winziges, aber doch sichtbares Loch im Strumpf oder ein Hosenstall, den Sie vergessen haben zu schließen. Vor dem Jobinterview noch mal einen genauen Checkup durchführen!

    Undankwart

    Der letzte Eindruck hallt nach. Vergessen Sie nicht, sich zum Abschied noch einmal herzlich zu bedanken. Für das Gespräch und die Zeit, die man für Sie geopfert hat. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie das Gespräch verlaufen ist, ob es gut oder mies war. Ein aufrichtiger Dank gehört sich einfach.

    Wer es versäumt, hinterlässt mindestens einen faden Nachgeschmack. Wenn Sie sich dagegen bedanken, wird der Personaler dies wertschätzen – und sie als Mensch mit guten Manieren in Erinnerung behalten.

    Ein kleiner Baustein, der viel wert ist. Schließlich will man Leute einstellen, die sich zu benehmen wissen…

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Haben Sie sich noch woanders beworben?

    Haben Sie sich noch woanders beworben

    Haben sie sich noch woanders beworben? Manche Arbeitgeber wollen es von Ihnen im Vorstellungsgespräch wissen. Wenn Sie die erste und einzige Wahl sind, steigen schließlich auch ihre Chancen, vom Bewerber auserwählt zu werden. Auch Unternehmen haben Gefühle – und wollen die einzig wahre Liebe des Bewerbers sein. Aber wie reagieren Sie nun, wenn Ihnen der Personaler diese Frage stellt? Karrieresprung hat diese Vorschläge für Sie…

    Haben Sie sich noch woanders beworben?

    Der Arbeitgeber darf Sie das fragen. Wahrheitsgemäß antworten müssen Sie darauf nicht. In diesem Fall könnte man nämlich davon ausgehen, dass eine kleinen Notlüge Wunder wirkt.

    Wenn Sie nämlich trotz weiterer Bewerbungen Ihrerseits sagen: „Nein, habe ich nicht. Ich möchte DIESE Stelle.“ Dann signalisieren Sie, dass es sich bei diesem Unternehmen tatsächlich um Ihren absoluten Wunscharbeitgeber handelt. Dass Sie das Gefühl haben, hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sie sind der Mann oder die Frau für diese Stelle. Genau das ist es, was der Personaler hören will.

    Aber es gibt eine Einschränkung: Wer zu offensichtlich schleimt, macht sich verdächtig. Garnieren Sie Ihre Beteuerung daher am besten mit einer kleinen Erklärung wie: „Ich habe tatsächlich keine andere Stelle gefunden, die meinem Profil so gut entspricht wie diese.“ Und dann zählen sie zwei, drei Gründe auf, warum das so ist. Damit zeigen Sie überdies noch, dass Sie systematisch vorgegangen sind und sich nicht allein aus Faulheit oder Bequemlichkeit bei der Jobsuche zurückgehalten haben.

    Dabei müssen Sie aber aufpassen, nicht allzu sehr wie ein Bittsteller oder Firmen-Groupie aufzutreten. Sie haben etwas zu bieten – und wenn das Unternehmen dies nicht erkannt, macht es einen gewaltigen Fehler. Diese Message sollte bei Ihrem Gegenüber ankommen.

    Was Sie alternativ sagen können: „Ja, ich habe mich auch bei anderen Unternehmen beworben. Am liebsten würde ich aber hier anfangen. Diesen Job würde ich allen anderen vorziehen.“

    Das klingt realistischer als die Variante oben und hat zwei weitere Vorteile: Sie steigern Ihren Marktwert und setzen das Unternehmen dezent unter Druck. Nach dem Motto: Wenn SIE nicht zuschnappen, ein anderer tut es bestimmt! Und Sie bringen trotzdem zum Ausdruck, wie sehr Sie an dieser Stelle interessiert sind…

    Das sagen Sie, wenn Sie nicht lügen wollen

    „Haben Sie sich noch woanders beworben?“ Angenommen, Sie antworten darauf einfach mit: „Ja, ich habe mich noch bei mehreren anderen Unternehmen hier in der Region beworben.“ Mehr nicht, keine Erklärungen, kein gar nichts. Wie käme das wohl beim Personaler an?

    Richtig, er würde denken, dass Sie ziemlich beliebig und willkürlich auf Stellensuche sind. Hauptsache Job, irgendwo und irgendwie. Er will seinerseits aber das beste Match für die ausgeschriebene Stelle finden – und nicht irgendeinen Bewerber, der sich zufällig gerade beworben hat.

    Es ist wie beim ersten Date: Ihrem Flirtpartner würden Sie wahrscheinlich auch nicht sagen, dass Sie sich noch mit anderen Frauen oder Männern treffen. Dieses Eingeständnis würde das Date entwerten. Es hätte einen faden Beigeschmack. So ist es im Vorstellungsgespräch auch – jedenfalls ein bisschen.

    Die Realität ist natürlich ganz anders: Bewerber halten sich heute in der Regel mehrere Optionen offen. Alles andere wäre geradezu fahrlässig. Personaler wissen das.

    Darum könnten Sie auf die Frage „Haben Sie sich noch woanders beworben“ auch erwidern: „Haben Sie auch andere Bewerber eingeladen?“ Eine Reaktion, die man als forsch und gewagt bezeichnen darf. Es handelt sich zwar „nur“ um eine rhetorische Frage, aber nicht jeder kann damit umgehen. Man könnte sie Ihnen als arrogant oder unverschämt auslegen.

    Wenn Sie in einer guten Verhandlungsposition sind und sich keine großen Sorgen machen müssen, am Ende Ihres Bewerbungsmarathons mit leeren Händen dazustehen (weil Sie z.B. in einem Engpassberuf arbeiten), können Sie durchaus keck auftreten. Wenn Sie nicht ganz so gute Karten haben, dann lassen Sie es lieber sein.

    Das sagen Sie, wenn Sie den Job wollen

    Eine Möglichkeit ist es, ganz offen mit der Frage umzugehen. Direkt zu erwidern, dass Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben haben, möglicherweise sogar bei einem direkten Konkurrenten. Nur sollten Sie dabei deutlich machen, warum Sie das getan haben.

    Sie wollen nicht willkürlich und wie ein Opportunist wirken (obwohl das Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zwangsläufig fast immer sind). Sie könnten beispielsweise klar machen, dass Sie unbedingt in der Pharmabranche Fuß fassen wollen und daher Ihre Bewerbung auch bei den anderen Playern eingereicht haben. Oder dass es in der Region einige sehr attraktive Unternehmen gibt, die vakante Stellen zu besetzen haben. Diese Chance können Sie nicht einfach ignorieren.

    Eine typische Antwort könnte so lauten: „Ja, Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich mich auch anderweitig beworben habe. Es gibt hier in der Gegend und in meiner Branche einige attraktive Unternehmen, die auf Wachstumskurs sind. Ich habe auch schon erste Gespräche geführt. Die Bewerbungsprozesse laufen aber noch, eine Entscheidung habe ich also definitiv noch nicht getroffen.“

    Für Sie bietet dies mehrere Vorteile:

    • Sie steigern Ihren Marktwert: Wer mehrere Verehrer hat, zwingt jeden Einzelnen dazu, in die Offensive zu gehen – oder sich ganz zurückzuziehen. Jedenfalls sind Sie als Bewerber nicht der Spielball des Unternehmens. Es kann Sie nicht ewig warten lassen oder Ihnen ein unverschämtes Gehaltsangebot unterbreiten. Dann gehen Sie eben woanders hin. Wer nur diese eine Option hat, ist in einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition.
    • Sie erhöhen den Druck auf das Unternehmen: Es muss Sie ebenso von sich überzeugen, wenn es bei Ihnen landen will. Das beinhaltet ein attraktives Gehaltspaket oder Zusatzleistungen – und eine zeitnahe Entscheidung.
    • Bewerber beweisen damit eine gewisse Reife: Wer sich nur bei einem Unternehmen bewirbt in der Hoffnung, hier sehr wahrscheinlich unterzukommen, handelt nicht nur naiv, sondern auch überheblich. Zwei Attribute, die in keinem Job hilfreich sind. Das wissen auch Personaler. Eine charakterliche Reife darf man durchaus als Vorteil sehen.

    Ausschließlich Vorteile hat diese Strategie aber keineswegs. Das sind die Nachteile:

    • Sie riskieren viel: Wenn sie hoch pokern, aber gar nicht die Qualifikationen und Skills mitbringen, sind Sie ruckzuck draußen. Denn wer miserable Zeugnisse mitbringt und sich überall bewirbt, macht sich angreifbar. Motto: Ich habe eh keine Chance, also nutze ich sie. Mit der Schrotflinte schießen nur die, die mit der Pistole nicht treffen.
    • Es könnte beliebig wirken: Sie sollten trotz allem versichern, dass Sie diesen Job in ebendiesem Unternehmen den anderen immer vorziehen würden. Auch Unternehmen wollen umgarnt werden – und reagieren gekränkt auf Fremdflirts.
    • Sie wirken planlos: Eine Strategie sollte erkennbar sein. Dutzendfach Bewerbungen über alle Branchen- und Stadtgrenzen hinaus versenden – das wirkt ziellos und verpeilt. Und so wollen sie als Bewerber nicht wirken. Schränken Sie also zumindest ein, dass Sie sich nur bei wenigen ausgewählten Unternehmen umgeschaut haben – aber nicht bei ausnahmslos jeder Wald-und-Wiesen-Bude.

    Achtung: 4 Fehler, die Sie vermeiden sollten

    Haben Sie sich auch woanders beworbenDiese 4 Fehler sollten Sie vermeiden:

    • Die Namen der Unternehmen nennen, bei denen Sie sich beworben haben. Das zeugt von Indiskretion! Und die ist in allen Unternehmen eine Todsünde. Das Unternehmen verrät Ihnen ja auch nicht die Namen der anderen Bewerber.
    • Verraten Sie nicht zu viele Details. Wann Sie sich auf welchem Wege beworben haben, wie viele Vorstellungsgespräche Sie schon geführt haben und wie die verlaufen sind. All das sparen Sie sich bitte! Es zeugt ebenfalls von ungenügender Diskretion und geht den Personaler nichts an. Einzig der Hinweis, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, ist relevant.
    • Eine Zahl nennen. Wenn Sie 25 Bewerbungen verschickt haben, sind das reichlich viele – aus Sicht des Unternehmens vielleicht zu viele. Sie könnten ausweichend sagen: „Es sind wirklich nur ein paar. Nur die, bei denen ich mir sicher bin, dass ich gut hineinpassen würde.“
    • Beleidigt reagieren. Versuchen Sie, souverän mit der Frage umzugehen – selbst wenn Sie der Meinung sind, dass es das Unternehmen überhaupt nichts angeht. Seien Sie höflich und bedanken Sie sich am Ende trotzdem für das Gespräch.
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    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Das sind gute Antworten!

    Wo sehen Sie sich in fuenf Jahren Jobinterview

    Wo sehen Se sich in fünf Jahren? Eine Personaler-Frage, auf die nicht mal Nostradamus eine gescheite Antwort hätte. Vor allem schätzen viele Bewerber ihre Stoßrichtung völlig falsch ein. Es geht keineswegs darum, möglichst ehrgeizig zu wirken und hochtrabende Ziele zu formulieren. Nein, Bewerber sollten die Sichtweite des Unternehmens verinnerlichen. Dem Unternehmen sind ganz andere Aspekte wichtig…

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Die Frage gehört zu den absoluten Klassikern im Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

    Manche Bewerber fragen sich dann im Gegenzug: Warum will der oder die das wissen? Es ist doch gar nicht wichtig. Doch, ist es! Der Personaler will mehr über Ihre persönlichen Karriereziele in Erfahrung bringen – und ob der Arbeitgeber in Ihren Masterplan hineinpasst.

    Nun könnte man argumentieren, dass die Lebensläufe immer unsteter und häufige Jobwechsel immer normaler werden. Eher unwahrscheinlich also, dass Sie in fünf Jahren noch an Bord sind. Im Interesse des Arbeitgebers aber ist es, eine fähige Kraft wie Sie möglichst langfristig zu binden.

    Außerdem ist es für die interne Planung nicht unerheblich. Sind Sie ein potenzieller Kandidat für eine Führungsposition – oder ist die Stelle, auf die Sich beworben haben, auch langfristig Ihre absolute Traumstelle?

    All das ist für den Personaler äußerst interessant. Es könnte ja auch sein, dass Sie total planlos unterwegs sind und gar nicht wissen, was Sie wollen. Das wäre ein Alarmsignal. Was, wenn Sie nach einigen Monaten feststellen, dass diese Branche doch nicht die richtige für Sie ist? Dann müsste das Unternehmen noch mal von vorne auf Personalsuche gehen. Ärgerlich – und teuer!

    Und noch etwas: Wer sich selbst Ziele setzt und eine Strategie verfolgt, ist leistungswillig und intrinsisch motiviert. Er oder sie ist jedenfalls motivierter als jemand, der nur des Chefs zuliebe und des Gehalts wegen seine Zeit im Büro absitzt…

    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: Diese Fragen sind ganz ähnlich

    In diesem Zusammenhang stehen auch andere Personalerfragen wie:

    • Was ist für Sie Erfolg?
    • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
    • Was sind Ihre langfristigen Ziele?

    Sie klingen anders, meinen aber das Gleiche. Hinterfragt wird stets Ihre berufliche Perspektive.

    Dankbare Fragen, könnte man nun meinen. Der Bewerber kann loslegen, was er noch alles Tolles erreichen will. Er kann Ambition und Ehrgeiz demonstrieren.

    Ja, schon! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Frage kann sich im schlimmsten Fall als Bärenfalle erweisen. Wenn der Bewerber allzu ehrlich drauflosplaudert und von seiner Vision berichtet…

    Warum die Frage so bedeutsam ist

    Versetzen Sie sich zunächst in die Perspektive des Personalverantwortlichen. Warum stellt er diese Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Er will nicht nur einen Mitarbeiter, der talentiert und kompetent ist. Er möchte auch einen, der für diesen Job brennt. Jemanden, der die Stelle als Chance sieht und nicht als Notlösung. Er will einen Mitarbeiter, der überzeugt ist, dass dieser Job prima in seinen Karriereplan passt – nach Möglichkeit auch in ein paar Jahren noch.

    Auf der anderen Seite will er niemanden, für den die Position nur ein lästiger Zwischenschritt auf dem Weg zu höheren Weihen ist. Sie sollten also tunlichst vermeiden, ZU ambitioniert zu klingen. Nach dem Motto: Morgen in Ihrem Job, übermorgen im Sessel des Geschäftsführers.

    Logisch: Das HR-Büro möchte diese Stelle möglichst langfristig besetzen. Personalsuche ist aufwändig und teuer. Und sie dürfte in naher Zukunft angesichts der demographischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden.

    Zudem fällt es sogar persönlich auf einen Personaler zurück, wenn er ständig Mitarbeiter anheuert, die das Unternehmen zügig wieder verlassen. Ein bisschen Fluktuation ist gut, zu viel ist schädlich.

    Also: Sie als Bewerber sollten klar machen, was Sie an dieser Stelle reizt und warum Sie auch in ein paar Jahren noch hochmotiviert zur Arbeit kommen werden.

    Sie reduzieren Ihre Chancen auf den Job ganz erheblich, wenn Sie indirekt zugeben, dass Sie in fünf Jahren eigentlich ganz woanders sein wollen – bei der Konkurrenz, in Ihrer heimlichen Traumbranche oder in New York.

    Na klar: Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie den Job Ihr Leben lang machen. Diese Zeiten sind vorbei. Aber längerfristig planen will man schon mit Ihnen. Der Sprung auf eine höhere Hierarchiestufe ist selbstverständlich auch möglich und erwünscht. Aber wenn Sie ein zu hohes Tempo anschlagen, klingt das erstmal verdächtig – und für andere Mitarbeiter bedrohlich…

    Das sollten Sie beherzigen

    Diese 3 Punkte sind wichtig:

    1. Fixpunkt

      Niemand weiß, was in fünf Jahren ist. Nur Sie sollten wissen, dass Sie in fünf Jahren immer noch im Unternehmen sein wollen. Im Ernst: Ihre Antworten sollten sich mehr um das Unternehmen drehen, weniger um Sie selbst. Breiten Sie nicht aus, in welchen anderen Unternehmen, Branchen oder Städten Sie sich selbst noch wunderbar vorstellen können. Richten Sie den Blick nach innen. Sie möchten sich im Unternehmen weiterentwickeln, mit ihm gemeinsam wachsen. Selbst wenn das nicht stimmt, der Personaler wird es gerne hören…

    2. Allgemeinplätze

      Ja, es stimmt. Fußballprofis, die in Interviews mit Allgemeinplätzen um sich werfen, sind ein Ärgernis. Strategisch verhalten Sie sich aber völlig richtig. Sie stellen sich den Fragen des Reporters, vermeiden aber nach innen Ärger und Unruhe. So ähnlich können Sie es auch machen. Bleiben Sie allgemein und vage. Drücken Sie sich vorsichtig aus. Halten Sie sich alle Optionen offen. Vorteil dabei: Auf eine faustdicke Lüge müssen Sie nicht zurückgreifen.

    3. Optimismus

      Keine Ahnung; mal schauen, was geht. Zuversicht hört sich anders an. Legen Sie ruhig ein bisschen Begeisterung an den Tag. Die künftige Stelle biete Ihnen ganz tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Eine Herausforderung, an der Sie hundertprozentig wachsen werden. So klingt es, als wäre der Job wunderbar mit Ihrem Karriereplan vereinbar. Viel konkreter müssen Sie gar nicht werden…

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: So antworten Sie richtig

    Aber was antworte ich nun konkret auf die Frage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Eine gute Formulierung klingt zum Beispiel so:

    „Jetzt möchte ich erst einmal ein Unternehmen finden, in dem ich mich weiterentwickeln kann. Eines, das zu mir passt und mit dem ich gemeinsam verschiedene Herausforderungen bewältigen kann. Und wenn ich das geschafft habe, dann ist es schon mein Ziel, in den nächsten Jahren mehr Personalverantwortung und Managementaufgaben zu übernehmen. In einem dynamischen und wachsenden Unternehmen ist das, glaube ich, sehr gut möglich und realistisch. Ihr Unternehmen zähle ich definitiv dazu.“

    Die Antwort passt natürlich nur, wenn Sie eine Führungskarriere anstreben. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Antwort motiviert rüberbringen, aber gleichzeitig keine zu genauen Vorstellungen über Ihre Karriere verbreiten.

    Eine andere Antwort, die mehr auf eine Fachkarriere abzielt, könnte so lauten:

    „Ich bin in dem, was ich tue, schon sehr gut. Aber jeder Mensch kann dazulernen – und ich will unbedingt noch sehr viel lernen. Darum möchte ich für ein Unternehmen arbeiten, das mir genau das ermöglicht. Meine Skills und mein Fachwissen kontinuierlich noch weiter auszubauen und zugleich spannende Projekte umzusetzen. Am liebsten natürlich in einem tollen Team, in dem man sich gut versteht und von dem jeder Einzelne profitiert. In Ihrem Unternehmen arbeiten einige sehr fähige Köpfe und ich glaube, dass ich von Ihnen viel lernen könnte.“

    Sie würden damit wie ein Politiker in einer TV-Talkshow antworten. Die sagen auch, was sie sagen wollen, antworten aber nicht auf die Frage. Macht nichts!

    Sie haben zwar nicht Auskunft gegeben, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen, aber die Marschrichtung vorgegeben. Und Sie haben ein Plädoyer gehalten, mit dem sich Ihre Einstellungschancen nicht verschlechtern dürften. Lernwilligkeit, Unternehmensorientierung und Teamfähigkeit – diese drei Kriterien haben Sie in wenigen Sätzen mit Leben gefüllt. Sehr gut!

    Wann eine andere Strategie gefragt ist

    Es gibt auch Szenarien, in denen Sie die Sicherheitsvorschriften über Bord werfen und Tacheles reden müssen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die kaum Berührungspunkte mit Ihrem bisherigen Werdegang hat. Wenn Sie als Quereinsteiger anfangen wollen etwa.

    In diesem Fall müssen Sie sehr glaubhaft begründen, warum Sie diesen Schritt gehen wollen – und warum er auch langfristig der richtige für Sie sein wird. Denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Ihnen um einen flatterhaften Vagabunden handeln könnte, der nicht weiß, was er will. Und das birgt Gefahren für jeden Arbeitgeber. Vor allem die Gefahr, dass Sie auch den künftigen Job nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen und zu neuen Ufern werden schwimmen wollen.

    Dann reicht es nicht, Wischi-Waschi zu reden. Sie müssen offen über Ihren neuen Karriereplan reden; über die Motivation, die dahintersteckt und über Ihre Zukunftspläne. Antworten wie diese sind dann tabu: Hmm, wo will ich in fünf Jahren stehen? Gute Frage eigentlich. Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher, hahaha!

    Bei einem Branchen- oder Berufswechsel sollten Sie sich vorher genauestens überlegen, wie Sie ihn im Vorstellungsgespräch begründen. Und eine andere Bewerber-Faustregel greift in diesem Fall ebenfalls nicht bzw. nur bedingt. Die lautet: Waschen Sie nie dreckige Wäsche! In der Tat kann es ein guter Grund sein, einer Branche komplett den Rücken kehren zu wollen, weil man sie für verlogen oder ethisch verantwortungslos hält. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie einen glaubwürdigen Grund für einen Branchenwechsel genannt.

    Humorlos bleiben!

    Humorlos bleiben!
    Ein flotter Spruch kann ein Jobinterview auflockern. Und wer keinen Spaß versteht, für den möchte man eh nicht arbeiten, richtig? Gewiss, gewiss. Aber in diesem Fall lautet unser Rat dennoch: Bleiben Sie humorlos! Lassen Sie Ihren Peter Lustig in der Hosentasche.

    Sparen Sie sich Kommentare wie:

    • In fünf Jahren bin ich Kaiser von China.
    • In fünf Jahren? Wenn ich dann nicht CEO bin, dürfen Sie mich wieder feuern.
    • In fünf Jahren haben wir hier alle den Exit gemacht, weil ich den Laden bis dahin auf Vordermann und an die Börse gebracht habe.
    • In fünf Jahren? Bis dahin möchte ich mindestens einmal Mitarbeiter des Monats geworden sein!

    Das wirkt in den meisten Fällen albern bis peinlich — und es ist zudem ausweichend. Keine Sorge: Für einen kleinen Scherz bieten sich Ihnen bestimmt andere Gelegenheiten…

    [Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

    Wie stehen Sie zu Überstunden? Das antworten Sie!

    Wie stehen Sie zu Ueberstunden

    Jeder kennt sie, die meisten hassen sie: Überstunden. Im ersten Halbjahr 2019 hat jeder Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 6,4 bezahlte und 6,0 unbezahlte Überstunden geleistet. Ernst wird es aber schon vorher: Im Vorstellungsgespräch will so mancher Personaler wissen, wie es der Bewerber mit der Mehrarbeit hält. Wie stehen Sie zu Überstunden? Die naheliegende Antwort ist nicht unbedingt die beste…

    Wie stehen Sie zu Überstunden?

    So richtig wissen Bewerber nie, was sie im Bewerbungsgespräch erwartet. Da nützt auch ein Blick in die Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber nicht viel. Manchmal sind es gerade erfolgsverwöhnte Firmen, denen der eigene Ruhm zu Kopf gestiegen ist, die im Jobinterview anmaßend werden.

    Nach dem Motto: Wir sind die Besten, also können wir die Bewerber auch ein bisschen piesacken. Und wenn sie damit nicht einverstanden sind, dann nehmen wir halt einen von den anderen 1.000 Bewerbern, die da draußen warten…

    Darum sind Fangfragen im Bewerbungsgespräch nichts, worüber Sie sich wundern sollten. Es gibt Fangfragen, die ganz harmlos klingen und solche, bei denen Sie auf Anhieb zusammenzucken. Ein Klassiker lautet:

    Wie stehen Sie eigentlich zu Überstunden?

    Eine Frage, auf die die Antwort sehr leicht erscheint. Durchweg ablehnen wollen Sie Überstunden natürlich nicht. Sie sind ja kein Faulpelz!

    Außerdem werden Überstunden in dieser Firma eher die Regel als die Ausnahme sein, so Ihr erster Gedanke, sonst würde der Personaler ja nicht fragen. Also sagen Sie so etwas wie…

    Was Sie nicht antworten sollten

    Sie antworten vermutlich so etwas wie: „Überstunden? Kein Thema. Ich bin Überstunden gewöhnt. Schon in meinem letzten Job war das so. Da kam es häufiger vor, dass wir zwei oder drei Stunden länger geblieben sind. Das ist nichts, was mich in Panik versetzt. Im Gegenteil, ich kann dafür sogar Reserven freimachen.“

    Puh, Schwein gehabt! Das ist bestimmt die Antwort, die Ihr Gegenüber hören will. Ein Bewerber, der motiviert und leistungswillig ist und nicht sofort die neumodische Karte Work-Life-Balance spielt. Falsch!

    Natürlich ist es nicht verkehrt, Engagement und Einsatzbereitschaft nach vorne zu stellen. Die Antwort klingt daher erstmal positiv. Aber sie hat einen Unterton. In ihr schwingt nämlich auch folgendes mit:

    • Ich habe keine Freunde und keine Familie und lebe nur für meinen Job. Mit mir kann es machen, mein Arbeitgeber kann eigentlich alles von mir verlangen und ich springe.
    • Meine Selbstorganisation ist mangelhaft – und mein Zeitmanagement auch. Ich schaffe es einfach nicht, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen. Ich arbeite zwar gründlich, aber auch extrem langsam. Wenn es mal zügig gehen muss, bin ich der Falsche…

    Nun könnte man wiederum einwenden: Na und? Es handelt sich doch trotzdem – oder gerade deswegen – um einen Mitarbeiter, nach dem sich die Unternehmen die Finger lecken. Um einen, den sie ausbeuten und herumschubsen können. Aber das ist meist zu kurz gedacht.

    Wer keinen Ausgleich in seinem Privatleben hat, wird früher oder später einen Leistungsabfall haben. Zumindest ist dieser sehr wahrscheinlich. Eine starke Familie oder ein großer Freundeskreis sorgen für mentalen Abstand zum Büro und geben Kraft.

    Und schlechte Organisation führt zu einer erhöhten Arbeitsbelastung. Die erhöht den Druck im Kessel zusätzlich. Letzten Endes sollten Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Produktivität dieses Typus Mitarbeiters langfristig nachlässt.

    Und noch etwas: Wer zu allem Ja und Amen sagt, empfiehlt sich auch nicht gerade als Führungskraft und Leistungsträger. Es ist zwar ein Mythos, dass alle Arbeitgeber eigenständige Querdenker schätzen würden, aber Lemminge eben auch nicht.

    Wenn Sie vorher genau über diese Frage nachgedacht haben, dann werden Sie vermutlich eine andere Antwort wählen…

    So sieht eine gute Antwort aus

    Als Ja-Sager wollen Sie nicht dastehen. So weit, so gut. Als Querulant, der bei der erstbesten Gelegenheit zum Betriebsrat rennt, aber ebenso wenig. Natürlich kann man auch von Ihnen erwarten, dass Sie mal eine Stunde dranhängen, wenn es sein muss. Und das Sie dies klaglos hinnehmen, sofern es nicht ständig von Ihnen verlangt wird.

    Schließlich ist die Arbeit in einem Unternehmen nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Stoßzeiten und Dürreperioden. Eine Spielzeugfirma hat in der Weihnachtszeit mehr um die Ohren, ein Skihotel im Winter. Das sollte jedem bewusst sein.

    Es gilt also, diesen Spagat zu gehen: Einsatz und Flexibilität auf der einen Seite, Selbstbewusstsein und eigene Bedürfnisse auf der anderen. Wie das geht? Zum Beispiel mit einer Antwort wie dieser:

    „Generell versuche ich, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und meistens schaffe ich das auch. Ich kann schnell UND gründlich arbeiten. Dazu ist es aber wichtig, dass man die Abläufe genau analysiert, die Aufgaben strukturiert und priorisiert. Das habe ich im Laufe der Jahre immer besser verinnerlicht. Allerdings bin ich mir auch darüber bewusst, dass in einem Unternehmen immer wieder unvorhergesehene Ereignisse auftreten. Ich bin flexibel genug, um einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Kollegen sollten sich gegenseitig unterstützen und dazu bin ich selbstverständlich bereit. Für mich ist es nicht wichtig, einen starren Nine-to-Five-Job zu haben, sondern einen, in dem man flexibel ist und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. So wie ich das einschätze, wäre die Stelle daher genau die richtige für mich. Mit meiner Familie habe ich das auch schon besprochen. Wir sind uns einig, dass es regelmäßig fordernde Phasen im Berufsleben gibt. Deswegen ist es so wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf unser Familienleben wollen wir deshalb nicht verzichten, das ist uns weiterhin sehr wichtig. Ich bin sicher, dass man das in diesem Unternehmen in Einklang bringen kann.“

    Speziell die letzten beiden Sätze lassen durchklingen, dass Sie Überstunden nicht ständig machen wollen, sondern nur im Ausnahmefall. Und dass Sie dafür auch einen Ausgleich erwarten, zeitlich oder finanziell. Ihr Gegenüber wird den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

    Klar ist, dass Sie eine differenzierte Antwort geben sollten. Ein stures „Nein“ ist tabu, damit schießen Sie sich ins Aus. Ein naives „Ja, klar“ ist genauso schlecht – aus den oben genannten Gründen.

    Bin ich zu Überstunden verpflichtet?

    Bin ich zu Ueberstunden verpflichtetGrundsätzlich nein. Der Arbeitgeber hat zwar ein Weisungsrecht. Dieses erlaubt es ihm aber nicht, Überstunden prinzipiell zu verlangen. Mit Ausnahme von Notsituationen, die allerdings sehr selten sind. Mit einer Notsituation ist im Übrigen kein Großauftrag oder ähnliches gemeint, sondern eine unvorhersehbare Katastrophe wie ein Brand.

    Darüber hinaus gibt es noch vier Säulen, auf denen Überstunden fußen können:

    • Ihr Arbeitsvertrag enthält eine Klausel, die es dem Arbeitgeber gestattet, Überstunden anzuordnen.
    • Im Unternehmen gibt es eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, in der das Thema Überstunden geregelt ist und die Überstunden grundsätzlich möglich macht.
    • Der Tarifvertrag enthält Bestimmungen zu Überstunden, aus denen sich ihre Zulässigkeit ergibt.
    • Sie schließen mit Ihrem Arbeitgeber eine Einzelvereinbarung und einigen sich darauf, im Einzelfall länger zu arbeiten. Die Vereinbarung kann mündlich oder per Handschlag getroffen werden, ein förmlicher Vertrag ist nicht nötig.

    Es gibt kein Recht auf Überstunden!

    Es gibt kein Recht auf UeberstundenNicht jeder will Überstunden vermeiden. Im Gegenteil, manche gewöhnen sich schnell an sie – und an die zusätzliche Entlohnung. Doch ein Recht auf Überstunden gibt es nicht. Der Arbeitgeber kann sie jederzeit wieder streichen.

    [Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]

    Gesprächsführung: So nehmen Sie das Heft in die Hand

    Gesprächsführung Tipps

    Der Personaler führt das Gespräch, denken viele Bewerber. Er stellt die Fragen, er gibt die Richtung vor. Das ist auch nicht ganz falsch. Aber in der Rolle des reinen Fragenbeantworters, der nur den Mund aufmacht, wenn er gefragt wird, sollten Sie nicht verharren. Ganz im Gegenteil, gute Bewerber übernehmen die Kontrolle über ein Gespräch. Ganz einfach ist das nicht. Für eine gute Gesprächsführung müssen zunächst diese Vorraussetzungen erfüllt sein…

    Gesprächsführung: So wichtig ist sie im Vorstellungsgespräch

    Der erste Tipp ist der wichtigste: Machen Sie sich nicht klein. Dazu gehört auch, die Gesprächsführung nicht komplett aus der Hand zu geben. Es handelt sich ja schließlich um ein Bewerbungsgespräch, nicht um ein Bewerbungsverhör oder einen Bewerbungsmonolog.

    Dass Sie zum Jobinterview eingeladen worden sind, sollte Ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Sie haben die erste Hürde überstanden, der Arbeitgeber ist an Ihnen interessiert. Sehr positiv!

    Gut vorbereiten sollten Sie sich in jedem Fall auf das Vorstellungsgespräch. Wichtig ist vor allem, typische Personalerfragen zu antizipieren (und zu kontern) und selbst gute Rückfragen in petto zu haben.

    Am besten, Sie bringen Ihre Punkte ehrlich und authentisch rüber. Was abgedroschen klingt, dient der Partnerfindung. Sie selbst wollen auch wissen, ob das Unternehmen zu Ihnen passt. Wenn Sie mit offenen Karten spielen, fällt beiden die Partnerwahl leichter.

    3 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gesprächsführung

    Ein erfolgreiches Gespräch mit dem Arbeitgeber in spé setzt drei Dinge voraus:

    1. Bewerbungsunterlagen

      Ihre eigenen sollten Sie kennen. Schauen Sie vorher unbedingt noch mal auf Ihre Unterlagen. Sonst erwischt man sie womöglich auf dem falschen Fuß. Wenn Sie sich an das Praktikum bei der Konkurrenzfirma nicht mehr erinnern oder Ihr Französisch, das Sie im Lebenslauf mit fließend angegeben haben, in Wahrheit aus ein paar Brocken besteht, macht das Ihre Vorstellung zu einer Farce.

    2. Informationen

      Der Personaler erzählt und fragt und macht und tut – und Sie verstehen nur Bahnhof. Sie müssen Ihr zukünftiges Unternehmen nicht aus dem Effeff kennen, aber die wichtigsten Infos sollten sitzen. Wenn Sie sich bei Volkswagen bewerben, aber Elektroautos für ferngesteuerte Spielzeuge halten, können Sie das Gespräch vergessen. Ein Gespräch kontrollieren, das eben nicht auf Augenhöhe stattfindet, ist unmöglich.

    3. Namen

      Dieser Punkt ist viel wichtiger als man denkt. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner und reden Sie sie auch persönlich mit Namen an. Das zeugt von Wertschätzung. Ein Gespräch besteht immer aus zwei Parteien. Und gelingen kann es nur, wenn beide Seiten der jeweils anderen mit Respekt begegnen. Auch die Position bzw. Funktion Ihrer Gesprächspartner sollten Sie sich unbedingt gemerkt haben.

    3 unterschätzte Fehler

    Achtung – diese drei Fehler machen die beste Gesprächsführung zunichte:

    1. Handy

      Wenn es während des Jobinterviews bimmelt, ist das keine Katastrophe. Jeder kann mal vergessen, sein Handy rechtzeitig auszustellen. Ihre Reaktion ist es, die zählt. Und die kann nur so aussehen: Sie entschuldigen sich, drücken den Anruf sofort weg und schalten das Smartphone aus. Wehe dem, der noch mehrere Sekunden wie gebannt aufs Display starrt, um zu sehen, wer gerade anruft oder gar rangeht (das können und sollten Sie in familiären Notlagen natürlich tun, aber auch nur dann)!

    2. Uhr

      Bitte niemals auf die Uhr blicken, auch nicht heimlich! Und schon gar nicht mehrfach. Weder auf die Armbanduhr oder Smartwatch, noch auf die Uhr an der Wand. Das zeigt entweder, dass Sie an Langeweile leiden oder sich wünschten, der Zeiger liefe noch viel schneller. Ein ehrliches Interesse am Job drücken Sie dadurch jedenfalls nicht aus. Was Sie im weiteren Laufe des Vorstellungsgesprächs sagen oder nicht sagen, spielt jetzt schon fast keine Rolle mehr.

    3. Laberei

      Nervosität zeigt sich darin, dass man sich gar nicht traut, etwas zu sagen – oder dass man den Gegenüber komplett zutextet. Smalltalk als Eisbrecher – schön und gut. Aber halten Sie sich ein wenig zurück. Quasseln Sie nicht ohne Punkt und Komma drauflos. Sprechen Sie langsam und deutlich. Posaunen Sie keine Belanglosigkeiten heraus. Bleiben Sie cool und souverän. Das wird im Job auch von Ihnen erwartet.

    So kontrollieren Sie das Gespräch

    Sie sollen das Gespräch kontrollieren, nicht dominieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Zunächst ist es logisch, dass der Personaler die Gesprächsführung übernimmt. Er hat Sie eingeladen, er stellt die Fragen, er will etwas über Sie erfahren, er stellt den Arbeitgeber vor.

    Aber Sie können als Bewerber dennoch kontrollieren, welche Botschaften Sie vermitteln. Welchen Eindruck Sie hinterlassen und was Sie zum Ausdruck bringen. Das fängt mit der Selbstpräsentation an. Die Stationen und Erfolge, die Ihnen am wichtigsten sind, legen Sie ausführlicher dar als jene, die weniger durchschlagend waren.

    Auch andere typische Personalerfragen sind so gestrickt, dass Sie das Heft in der Hand behalten können.

    Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, läuft es so: Der Personaler fragt, aber Sie kontrollieren das Gespräch.

    Gesprächsführung: Hier lauern die Gefahren

    Schwieriger wird es bei sogenannten Stressfragen. Die sind speziell darauf ausgelegt, Sie aus der Reserve zu locken – und Ihnen die Schweißperlen ins Gesicht zu treiben.

    Dies ist der Zeitpunkt, an dem viele Bewerber die Kontrolle verlieren. Wenn sie rot anlaufen, nervös mit den Händen spielen oder anfangen zu nuscheln. Oder, wenn sie etwas anderes sagen als das, was sie eigentlich zum Ausdruck bringen wollten.

    Grundsätzlich: Es ist nicht schlimm, mal auf dem Schlauch zu stehen! Wichtiger ist, wie Sie damit umgehen. Bleiben Sie vor allem ruhig. Versuchen Sie, sich mit einem Kommentar Zeit zu erkaufen. So einem wie: „Knifflige Aufgabe, die Sie mir stellen.“ Sie können Ihre Antworten auch im Nachhinein korrigieren oder präzisieren, ohne als Windbeutel dazustehen. Fangfragen erfordern das mitunter. Nur Mut!

    Und selbst wenn Sie mehr schlecht als recht aus dieser Gesprächsphase herausgekommen sind, ist die Chance noch nicht vertan. Sie können das Ruder wieder in die Hand nehmen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem, wenn der Personaler die berühmte Frage stellt: Haben Sie noch Fragen an uns? Darauf sollten Sie gut vorbereitet sein und eine oder zwei Rückfragen aus dem Hut zaubern…

    Gesprächsführung: Der Schlussakkord

    Sobald der Gesprächspartner mit den Rückfragen startet, bietet sich Ihnen noch eine ganz andere Gelegenheit. Sie können Punkte, die Ihnen wichtig, aber noch nicht zur Sprache gekommen sind, ins Gespräch einweben. Oder Dinge klarstellen, wenn sie einer Klarstellung bedürfen.

    „Bevor ich Ihnen meine Fragen stelle, würde ich gerne noch eine Sache sagen: Und zwar ist es, glaube ich, vorhin nicht ganz deutlich geworden, dass…“

    Das klingt für Sie vielleicht verwegen, ist aber völlig legitim. Sie führen ein Gespräch (!) und sind kein Antworten-Automat. Dazu gehört, dass Sie selbst ansprechen können, was Sie für wichtig erachten. Nur arrogant oder anmaßend sollten Sie dabei nicht wirken.

    Und noch ein Hinweis: Sie dürfen die Aspekte, die für Sie relevant sind, auch gerne in einem Notizbuch notieren und mit ins Jobinterview nehmen. Und sich während des Gesprächs neue Notizen machen. So wirken Sie gut vorbereitet und engagiert.

    Nein, jedem Personaler gefällt auch das sicher nicht. Es gibt tatsächlich welche, die nur Mitarbeiter suchen, die folgen und keine unangenehmen Fragen stellen. Das ist auch in Ordnung. Völlig ok ist es auch, wenn sie so jemand sein wollen. Aber Sie können eben auch anders…

    Gesprächsführung: Die Checkliste

    Die wichtigsten Tipps in der Übersicht:

    • Reden Sie Ihre Gesprächspartner mit Namen an.
    • Holen Sie die notwendigen Informationen über das Unternehmen ein und lassen Sie Ihr Wissen im Laufe des Gesprächs einfließen („Sie wissen ja durch Ihr Werk in Malaysia auch, dass die Uhren in Asien anders ticken…“)
    • Überlegen Sie sich vorher, welche Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen Sie unbedingt anbringen möchten.
    • Legen Sie sich ein oder zwei Themen für den Smalltalk zu Beginn des Gesprächs zurecht.
    • Trainieren Sie Ihre Antworten, aber lernen Sie sie nicht auswendig.
    • Üben Sie Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel.
    • Antizipieren Sie mögliche Fragen des Personalers, die sich aus Ihrem Lebenslauf ergeben (z.B. Lücken, vorherige Stationen, Studienwahl, Häufigkeit der Jobwechsel usw.).
    • Bereiten Sie zwei oder drei smarte Rückfragen für den Personaler vor.
    • Reden Sie langsam, aber nicht behäbig, und deutlich, aber gerne lebendig.
    • Lassen sich nicht hetzen oder unter Druck setzen – auch nicht durch Fangfragen.
    • Bereiten Sie ein oder zwei solide Floskeln vor, um im Notfall Zeit zu gewinnen („Das ist eine sehr schwierige Frage.“ „Lassen Sie mich da bitte noch mal kurz drüber nachdenken.“).
    • Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nie ins Wort.
    • Bedanken Sie sich am Ende des Gespräch und verabschieden sich höflich – egal, wie gut oder schlecht es gelaufen ist.
    [Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]

    Jobwechsel im Lebenslauf: Wie Sie sie erklären

    jobwechsel im lebenslauf tipps

    Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

    Jobwechsel im Lebenslauf: Welche Zweifel sie wecken

    Jobwechsel sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt daran bisweilen nicht vorbei. Trotzdem ist das Thema im Rahmen einer Bewerbung delikat. Denn Jobwechsel können auch ein Makel sein. Dann etwa, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind ZU viele?

    Eine klare Antwort lässt sich darauf freilich nicht geben. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht immer die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

    • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
    • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
    • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
    • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
    • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

    Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber schon, dass Sie diesen Eindruck erwecken.

    Prinzipiell gilt: Ein Wechsel ist nach drei Jahren im Job völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie auf jeden Fall etwas dazugelernt. Und so unfähig können Sie nicht gewesen sein. Aber alles unter drei Jahren wirft mitunter Fragen auf…

    Diese Jobwechsel sind erklärungsbedürftig

    1. Zeitpunkt

      Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Oder sie haben bislang nur befristete Anstellungen gefunden. Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt an, wenn sich ihre vielen Wechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

    2. Intermezzi

      Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem! Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem. Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

    3. Gründe

      Häufige Jobwechsel können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein verdächtiges Mosaik ergeben. Wenn Sie aber alle Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Gute Gründe machen Ihre Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar. Und sie zeigen, dass manchmal sogar ein guter Plan dahintersteckte…

    Warum Jobwechsel kein Makel sind

    Wer Jobwechsel als Makel auffasst, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

    So können Sie das Unternehmen jedenfalls nicht von sich überzeugen. Sie sollen Ihre Stärken präsentieren. Das gilt auch, wenn Sie wirklich jedes Mal während der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

    Das fängt schon bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich, das ist leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es durchaus. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch ein ein Lernprozess – Pluspunkt!

    Aber bitte nicht falsch verstehen: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

    So drehen Sie Jobwechsel im Lebenslauf ins Positive

    Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf immer in ein gutes Licht rücken – oder zumindest in ein besseres – egal, wie düster er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

    Folgende Argumente können Ihnen dabei nützen:

    • Plan

      Wer sagt, dass Ihre häufigen Wechsel willkürlich oder unfreiwillig waren? Vielleicht verfolgen Sie ja einen Karriereplan, an den Sie sich penibel halten. Sie wechseln zu Ihren Bedingungen und nach Ihren eigenen Vorstellungen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Ego-Zocker. Aber besser als die Opferrolle, in der Sie ständig vor die Tür gesetzt wurden, ist diese allemal. Sie sollten nur glaubwürdig vermitteln, warum welcher Wechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

    • Flexibilität

      Festgefahren und starr – zwei Attribute, die in der heutigen Arbeitswelt als Unwörter gelten. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden. Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig spielt dabei gar keine so große Rolle.

    • Erfahrungsschatz

      Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln. Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Branchenexperten mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

    Noch mehr Tipps für Job-Hopper

    • Zeitangaben

      Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen – durch Fettungen oder sonstige Hervorhebungen zum Beispiel. Ein beliebter Trick: Verzichten Sie auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

    • Erklärungen

      Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe oder interne Umstrukturierung. Das sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das auch bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

    • Lücken

      Wenn Sie ganz viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen. So entstehen zwar Lücken. Aber die lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßigen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

    • Netzwerke

      Für Job-Hopper könnte es eine gute Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen. Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können die vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

    [Bildnachweis: Blackregis by Shutterstock.com]

    Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

    Bewerbungssünden Tipps

    Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden…

    Bewerbungssünden: Schlecht für Sie

    Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf. Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler ins Anschreiben einbaut, gefällt das niemandem.

    Darum ist es legitim, von „allgemeinen Bewerbungssünden“ zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen. Die Ich-Perspektive ist so ein Fehler. Bewerber sollten vielmehr versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Dienstwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht so überzeugend.

    Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

    Eine eindeutige Bewerbungssünde sind falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen. Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt das von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten. Kleine Anmerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, können Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Das merzt zumindest die gröbsten Fehler aus.

    Wann bedeutet eine Bewerbungssünde das Aus?

    Es kommt darauf an. Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, kann den Job vergessen. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein. Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, hat denkbar schlechte Karten. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an. Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

    Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünde und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – logisch.

    Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

    Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, wovon ich spreche.

    Aber um es noch mal klarzustellen: Eine Bewerbungssünde muss keineswegs das Aus beantworten. Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe des Bewerbungsgesprächs ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

    Das sind die 10 häufigsten Bewerbungssünden

    1. Rechtschreibfehler

      Ja, Tippfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hinterher auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls entstehen Zweifel an Ihrer Genauigkeit – und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten. Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

    2. Belanglosigkeiten

      Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen. Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne. So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

    3. Floskeln

      Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich. „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an. Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“ Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

    4. Foto

      Verpflichtet sind Sie nicht, ein Bewerbungsfoto beizufügen. Aber ein Foto erhöht Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich! Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn diese schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht mal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

    5. Schleimerei

      Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – jedenfalls oft. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um. Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

    6. Verzweiflung

      Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen. Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten. Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte!“ Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten. Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

    7. Internet

      Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben? Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen. Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern. Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

    8. Understatement

      Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler! Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung. Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun? Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

    9. E-Mail-Adresse

      Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s! Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß. Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre offenbar nicht gut bestellt…

    10. Zeitmanagement

      Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt. Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen de facto Zeit. Nicht so schön! Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

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    Kündigung vorbereiten: So wird es gemacht!

    Kündigung vorbereiten Tipps

    Irgendwann ist es Zeit zu gehen. Es gibt viele Gründe, die für und viele, die gegen eine Kündigung sprechen. In jedem Fall sollte eine Kündigung gut vorbereitet sein. Das hat nur Vorteile für Sie. Wer überhastet zur Tür hinaus spaziert, hinterlässt verbrannte Erde und schießt sich selbst ins Bein. Kündigung vorbereiten: So machen Sie es richtig…

    Kündigung vorbereiten: Das zählt!

    Sie haben einen Fehler begangen oder negatives Feedback bekommen und wollen nur noch raus aus dem Job. Halt, nicht so schnell!

    Eine spontane Kündigung ist eine ganz schlechte Idee. Sie sollten gut darüber nachdenken, ob Sie wirklich aufgeben wollen – egal, wie der groß der Frust im Moment auch sein mag. Jeder hat mal schlechte Tage im Büro – oder gar Wochen und Monate. Jeder fühlt sich mal missverstanden und wie ein begossener Pudel. Jeder macht Fehler, ständig. Das sind alles keine Gründe, um die Brocken einfach hinzuschmeißen.

    Gute Gründe für eine Kündigung liegen tiefer. Ein Klassiker ist etwa die fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Laut einer Umfrage des Gehaltsportals gehalt.de und der Vergütungsagentur Compensation Partner von 2019 zählten dies 45 Prozent der Befragten zu den Hauptgründen. Dahinter folgte mit 41 Prozent ein zu niedriges Einkommen. Auf Platz drei rangierte das bessere Angebot eines anderen Arbeitgebers mit 38 Prozent, auch fehlende Aufstiegschancen wurden mit 33 Prozent häufig genannt.

    Das sind die häufigsten Kündigungsgründe:

    • Zu wenig Wertschätzung durch den Chef: 45 Prozent
    • Zu niedriges Einkommen: 40,5 Prozent
    • Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber: 38,4 Prozent
    • Keine Aufstiegsmöglichkeiten: 32,5 Prozent
    • Überlastung durch zu viel psychischen Druck: 20,6 Prozent
    • Unterforderung und Langeweile: 19,4 Prozent
    • Überlastung durch Überstunden: 12,8 Prozent
    • Familiäre Gründe: 11,6 Prozent
    • Unternehmen droht Pleite: 11,0 Prozent
    • Gesundheitliche Probleme: 4,4 Prozent
    • Zu wenig Urlaub: 2,5 Prozent
    • Sonstiges: 11 Prozent

    7 gute Gründe für eine Kündigung

    1. Bindung

      Wenn Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt fühlen, hat dies noch andere Folgewirkungen. Sie entwickeln keine Bindung zu ihrem Unternehmen. Identifikation? Fehlanzeige. Das erleichtert den schnellen Jobwechsel. Wer seinem alten Team keine Träne nachweint, der ist eher bereit, einen anderen Weg einzuschlagen. Wertschätzung durch Vorgesetzte, aber auch eine persönliche Bindung zu anderen Mitarbeitern kann dem entgegenwirken. Ein echtes Team- und Zugehörigkeitsgefühl macht dieEntscheidung für einen Arbeitgeberwechsel deutlich schwerer.

    2. Gehalt

      Niemand will ausgebeutet werden – oder sich so fühlen, als würde er es. Und selbst wenn das Gehalt überdurchschnittlich hoch ist, dann schlägt man ein noch besseres Angebot nur ungern aus. Die Bezahlung ist ein Dauerbrenner. Große, zahlungskräftige Unternehmen sind hier im Vorteil. Aber auch ein faires Gehaltsgefälle und Transparenz könnten das Gefühl von Ungerechtigkeit zumindest reduzieren. Zu diesem Zweck wurde vor einiger Zeit auch das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht.

    3. Belohnung

      Ob und wie wirksam monetäre Anreize sind, darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten. Naheliegend ist aber die Annahme, dass Wertschätzung auch mit Bezahlung zu tun hat. Wer eine gute Leistung erbracht hat, erwartet dafür eine Belohnung – in welcher Form auch immer. Ärgerlich, wenn Gehaltserhöhungen oder Prämien offenbar willkürlich vergeben werden.

    4. Onboarding

      Der erste Eindruck zählt – auch für neue Mitarbeiter. Werden sie von Anfang an nicht richtig integriert, kann das zu dauerhaften atmosphärischen Störungen führen. Und zu schwerwiegenden Missverständnissen. Folge: Man fühlt sich fehl am Platz, weiß gar nicht so recht, was man hier überhaupt soll. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die nach gesundheitlichen Problemen an ihren Arbeitslatz zurückkehren. Nimmt das Unternehmen sie herzlich auf und erleichtert ihnen die Eingewöhnung, dann steigt die Arbeitsmotivation.

    5. Karrierepfade

      Ein Leben lang den gleichen Job machen – dieses Prinzip hat ausgedient. Mitarbeiter wollen dazulernen, sich weiterentwickeln und aufsteigen. Wenn das nicht möglich ist, sinkt irgendwann die Motivation. Wahr ist aber, dass nicht jeder das Zeug zum Abteilungsleiter oder gar CEO hat. Doch muss die Karriere gar nicht immer vertikal verlaufen: Erst Junior, dann Key, später Senior, dann Head… Eine horizontale Laufbahn hat auch ihren Reiz, zum Beispiel für die, die sich in einer Führungsrolle nicht wohl fühlen. Hauptsache, man lernt neue Bereiche des Unternehmens kennen, erwirbt neue Skills, macht sich neue Aufgaben zu Eigen.

    6. Passgenauigkeit

      Wenn wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, sind wir im Flow. Dieser entsteht an der Grenze zwischen Überforderung und Unterforderung. Wenn uns eine Aufgabe nicht langweilt, sondern herausfordert, aber nicht überfordert, sind das demnach beste Voraussetzungen. In der Realität ist das oft ein Problem. Viele Menschen geben Überlastung als Kündigungsgrund an, auch Unterforderung durch Langeweile ist weit verbreitet. Wer einen Job mit den „richtigen“ Aufgaben findet, wird dauerhaft glücklich.

    7. Kommunikation

      Wenn der Chef ein Schweiger ist, kann das früher oder später zur Kündigung führen. Kommunikation ist auf mehreren Ebenen wichtig. Durch sie zeigt sich Wertschätzung (oder eben nicht). Auch kann der Chef Aufstiegschancen aufzeigen, die Vision des Unternehmens skizzieren oder die Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele einschwören und das Unternehmen so vor einer möglichen Pleite bewahren.

    Warum Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten sollten

    Viele Mitarbeiter haben längst innerlich gekündigt. Sie schieben nur noch Dienst nach Vorschrift – wenn überhaupt. Kollegen, Chefs, Unternehmensziele? Zweitrangig. Hauptsache, so schnell wie möglich weg hier.

    Kommt dann die echte Kündigung, sind die Gedanken ähnlich. Warum jetzt noch anstrengen? Ciao mit V, ich bin eh bald weg! Ihr alle könnt mir ab sofort den Buckel runterrutschen. Falsche Einstellung!

    Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Sie sollten vor, während und nach Ihrer Kündigung professionell bleiben. Das hat für Sie mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Chancen auf eine gute Referenz. Erstens erhalten Sie ja noch Ihr Arbeitszeugnis, zweitens könnte ein neuer Arbeitgeber beim Ex-Unternehmen durchklingeln und sich nach Ihnen erkundigen. Sie können jahrelang noch so gute Leistungen erbracht haben: Ist Ihr Abgang stillos, wird das im Unternehmen negativ aufgenommen und zu Missmut führen.

    Außerdem sinken Ihre Chancen, je wieder bei diesem Arbeitgeber anheuern zu können. Speziell in kleinen Branchen mit wenigen Arbeitgebern könnte das noch ein Problem werden. Boomerang-Karrieren sind nichts Ungewöhnliches mehr. Unternehmen schrecken angesichts kleiner werdender Fachkräfte-Reservoirs nicht davor zurück, ehemalige Abgänge wieder an Bord zu holen.

    Aber der wichtigste Grund lautet: Ein guter Abgang zeugt von guten Manieren Ihrerseits. Wer die Kündigung zum Anlass nimmt, auf der Leck-mich-am-Arsch-Schiene zu fahren, zeigt einen zweifelhaften Charakter. Und als charakterloser Egomane wollen Sie doch nun wirklich nicht in Erinnerung bleiben…

    Kündigung vorbereiten: Das sind die 2 größten Vorteile

    Sie können ins Chefbüro spazieren, das Kündigungsschreiben auf den Tisch pfeffern und dann auf dem Absatz kehrtmachen. Sich vielleicht nochmal umdrehen und Tschüss rufen. Und das war’s dann. Besser aber, Sie bereiten Ihre Kündigung gut vor und legen sich einen Ablaufplan zurecht. Das hat zwei große Vorteile:

    • Nerven schonen

      Wenn Sie kündigen, bedeutet dies (oft), dass ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen kommt. Der muss eingearbeitet werden – am besten von seinem Vorgänger. Nehmen Sie diese Aufgabe an! Hinterher haben Sie alle Missverständnisse ausgeräumt und fühlen sich besser. Und Sie müssen keine Angst mehr haben, dass das Unternehmen im Nachhinein ständig bei Ihnen durchklingelt, um sich nach Passwörtern, Dokumenten und Projektordnern zu erkundigen…

    • Eindruck machen

      Kündigung geplant und sauber vollzogen – sehr gut! Ein klarer, feiner Schnitt kommt auch dem Unternehmen gelegen. Es sieht, dass Sie ein Profi sind und dass es mit Ihnen eine fähige Kraft verliert. Vielleicht kommen Sie ja noch mal zurück. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, Ihnen im nächsten Job Pech und Schwefel an den Hals zu wünschen. Gute Reise!

    Wie sage ich es meinem Chef?

    Wie bringen Sie Ihrem Chef bei, dass Sie gehen wollen? Die Antwort hängt von verschiedenen Parametern ab. Aber egal, ob Ihr Chef ein Kumpel für Sie ist, eine Respektsperson oder ein rotes Tuch – Sie sollten ihn oder sie persönlich informieren. Diese Punkte sind wichtig:

    • Zeitpunkt

      Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für Ihr Gespräch. Im Weihnachtsgeschäft könnte es trubelig werden; auch dann, wenn der Chef schon mit einem Bein im Urlaub ist. Zwischen Tür und Angel sollten Sie die Botschaft ebenfalls nicht überbringen. Schlagen Sie einen Termin vor, von einer halben Stunde etwa, in dem Sie ein ruhiges Gespräch führen können. Natürlich unter vier Augen – und nicht in der Kaffeeküche, wo jeder mithören kann…

    • Frist

      Aus formeller Sicht ist die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von Bedeutung. Im Falle einer ordentlichen Kündigung beträgt sie vier Wochen zum 15. oder zu Monatsende. Bei längerer Betriebszugehörigkeit ist die Kündigungsfrist länger. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung lieber früher als später mit. Er wird Ihnen (hoffentlich) danken, dass er rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger gehen kann. Und: Sie müssen die Kündigung schriftlich überbringen, in Papierform. Eine mündliche Kündigung oder per E-Mail oder Whatsapp reicht nicht aus.

    • Priorität

      Informieren Sie Ihren Vorgesetzten als Ersten. Das gebietet der Respekt vor seiner Position – und liegt in Ihrem eigenen Interesse. Für Sie wäre es nämlich äußerst unangenehm, wenn die halbe Firma schon Bescheid wüsste, Ihr Chef aber die Kündigung über den Flurfunk erfahren müsste. Höchst unprofessionell und schädlich für Ihre Reputation!

    • Haltung

      Einen vernünftigen Grund für Ihre Kündigung sollten Sie Ihrem Chef gegenüber schon nennen. Und auf Schuldzuweisungen und Vorhaltungen verzichten. Aber von hochtrabenden Entschuldigungen oder Rechtfertigungen sollten Sie genauso absehen. Sie haben eine Entscheidung getroffen und es ist Ihr gutes Recht zu kündigen. Fertig.

    Kündigung vorbereiten aus dem Job heraus

    Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Redewendung kann man verlängern: Wer wagt, der oft verliert. Angenommen, Sie wollen gar nicht kündigen, weil Sie sich wohl fühlen. Sie haben aber ein tolles Angebot von einem anderen Unternehmen auf dem Tisch. Was tun?

    Wägen Sie gut ab. Auf der Pro-Seite stehen vermutlich die bessere Bezahlung, eine neue Herausforderung, Aufstiegschancen und Renommee. Auf der Contra-Seite der Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes und der lieben Kollegen sowie ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der neue Job kann eine einzige Katastrophe, Sie schon in der Probezeit wieder draußen sein.

    Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Beherzigen Sie aber auf jeden Fall diese Ratschläge: Kündigen Sie niemals, bevor…

    • die Verhandlungen über Aufgaben und Gehalt abgeschlossen sind.
    • Sie den Bewerbungsprozess komplett durchlaufen haben.
    • Sie sich vollends einig mit Ihrem neuen Arbeitgeber sind.
    • Sie den Vertrag unterschrieben in Händen halten.

    Das heißt also: Kündigen Sie nicht schon nach einer mündlichen Einigung – oder sogar schon, nachdem Ihnen das Angebot auf den Tisch geflattert ist.

    Es kann noch so viele Unvorhergesehenes passieren. Der Recruiter mag Sie vielleicht nicht, das Gehalt ist doch nicht so gut wie angedeutet, die Aufgaben völlig anders als geplant – oder der Arbeitgeber macht auf den letzten Drücker einen Rückzieher. Darum: Zuerst beim Neuen unterschreiben, dann beim Alten kündigen!

    Kündigung vorbereiten: Checkliste

    • Kündigung schriftlich übergeben
    • Arbeitszeugnis einholen (oder selbst formulieren)
    • Referenzen anfragen
    • Projekte und Aufgaben abschließen
    • Liste mit offenen Aufgaben anfertigen
    • Übergabe organisieren
    • Kollegen, Kunden und Kooperationspartner informieren
    • Sicherungskopien von wichtigen Daten anfertigen
    • Persönliche Unterlagen mitnehmen
    • Offene Konflikte klären
    • Abschiedsgespräche mit Kollegen führen
    • Verabschiedung vorbereiten
    • Vernetzen und Kontakt halten
    [Bildnachweis: Charlie’s by Shutterstock.com]

    IT-Kenntnisse Bewerbung: Worauf es ankommt

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    Die Digitalisierung rollt über uns hinweg, heißt es manchmal. Besser, wir gestalten sie aktiv mit. IT-Kenntnisse helfen dabei. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse Bewerbung: Darauf kommt es an…

    IT-Kenntnisse Bewerbung: Darum sind sie wichtig

    IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort der Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

    Bewerber müssen diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

    IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt zu erstellen. So signalisiert man überdies, dass man um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

    Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

    Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

    Was versteht man eigentlich unter IT-Kenntnissen?

    IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

    Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Entwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

    Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber IT-Kenntnisse oder IT-Kompetenzen oder auch Computerkenntnisse.

    Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

    Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Das sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden.

    IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sind die wichtigsten

    Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

    • Betriebssysteme (z.B. Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
    • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
    • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
    • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
    • Content-Management-Systeme, etwa WordPress
    • Social-Media-Erfahrung
    • Datenbanken wie SAP
    • Büroanwendungen wie Microsoft Powerpoint
    • Programmiersprachen: z.B. HTML, Java, VBA, XML, Perl, Python etc.
    • Werkzeuge wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
    • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
    • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
    • Hardware
    • Blogging, Content-Erstellung
    • Suchmaschinenoptimierung (SEO)

    Aber hier lauert auch eine Falle. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich auf die wirklich wichtigen Skills. Ihre Aufzählung soll schließlich keine ganze DIN A4-Seite umfassen.

    Außerdem interessiert es den Arbeitgeber nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz toll Texte mit Word schreiben können. Als Datenspezialist wäre unter anderem ein Hinweis auf Excel wichtig. Darüber hinaus erweckt eine Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

    IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sollten Sie beachten

    • Wahrheit

      Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie das lieber sein mit der Bewerbung.

      Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

      Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Sprachkenntnissen genauso.

      Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

    • Reihenfolge

      Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der IT-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

      Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

      Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

    • Benotung

      Nicht jeder Skill ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen – und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

      Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

      Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

    • Belege

      Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

    • Aktualität

      Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume interessieren den Personaler.

      Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

    • Beispiele

      Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

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    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: So bringen Sie sie unter

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung Tipps

    Ohne Fremdsprachenkenntnisse kein Job! Diese Gleichung gilt heute mehr denn je. In vielen Jobs und Branchen ist Englisch längst Standard, eine zweite Fremdsprache erwünscht. Es gibt aber auch Situationen, in denen Bewerber ihre Fremdsprachenkenntnisse lieber nicht auf einen Sockel heben. Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wie Sie als Bewerber überzeugen

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wann sie wichtig sind

    An Fremdsprachenkenntnissen kommen viele Berufstätige heutzutage nicht mehr vorbei. Weil sie zum Beispiel im Ausland arbeiten oder bei einem internationalen Unternehmen im Inland, bei dem die Amtssprache englisch ist. Darum gehört Englisch nicht nur zum guten Ton, die Sprache ist Standard.

    Positiv: Nahezu jeder Bewerber, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, verfügt heute über Englischkenntnisse. Freilich unterscheidet sich die Anzahl der Schuljahre. Letztlich kommt es darauf an, wie gut man die fremde Sprache wirklich spricht. In der Bewerbung ist das Kompetenzniveau entscheidend.

    Abheben können sich Bewerber mit Englisch also nicht. Dazu benötigen sie schon eine zweite Fremdsprache. Am besten, diese ist deckungsgleich mit den Realitäten und Ambitionen des Unternehmens. Will die Firma ihre China-Geschäfte ausbauen, sind Chinesischkenntnisse ein Pfund, mit dem Bewerber wuchern können. Wer sich dagegen mit Verweis auf seine exzellenten Finnisch-Skills bei einem Unternehmen bewirbt, dass in Finnland in keiner Weise präsent ist oder sein wird, dürfte kaum Vorteile haben.

    Die Aufgabe lautet also herauszufinden: In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wo oder wohin will es expandieren? Welche Sprachkenntnisse werden dabei hilfreich sein?

    Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Finnisch-Kenntnisse auch dann nicht verschweigen, wenn Sie ihnen vermutlich nichts bringen. Allein die Beherrschung verschiedener Sprachen zeugt von Interesse, Neugier und Lernbereitschaft…

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Worauf Sie achten sollten

    Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Anforderungen. Muss-Anforderungen sind zwingend zu erfüllen, wenn Sie als Bewerber die Stelle wollen. Kann-Anforderungen dagegen sind so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte: Schön, wenn sie da sind, aber keine Voraussetzung.

    Im Bereich Fremdsprachenkenntnisse formulieren Arbeitgeber Muss-Anforderungen zum Beispiel so:

    • perfekte Beherrschung der deutschen Sprache
    • gute bis sehr gute Englischkenntnisse
    • …setzen wir verhandlungssichere Englischkenntnisse voraus
    • sehr gute Französischkenntnisse in Wort und Schrift

    Wenn Sie solche Ausdrucksweisen in einer Stellenanzeige entdecken, können Sie davon ausgehen, dass Sie an diesen Sprachskills nicht vorbeikommen – und dass Sie auch im Berufsalltag in einer Fremdsprache kommunizieren müssen. Das ist wahrscheinlich, wenn Sie etwa im internationalen Vertrieb oder Produktmanagement arbeiten. Es kann sich um Telefongespräche handeln oder um E-Mails, in denen Ihnen keine frappierenden Fehler unterlaufen sollten.

    Es gibt aber auch Formulierungen, die darauf schließen lassen, dass es sich „nur“ um Kann-Anforderungen handelt. Sie sind für die Stelle keine Voraussetzung. Aber wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, erhöhen Sie damit sehr wohl Ihre Jobchancen:

    • …verfügen Sie idealerweise über gute Kenntnisse der russischen Sprache
    • …Sprachkenntnisse in Polnisch und Tschechisch wären wünschenswert
    • …von Vorteil wären Japanisch- oder Koreanischkenntnisse

    Sollen Sie stets Ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung angeben?

    Prinzipiell: Ja. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aus den abenteuerlichsten Gründen. Aber Fremdsprachenkenntnisse gehen generell mit wünschenswerten Eigenschaften einher: Lerneifer, Neugier, Engagement zum Beispiel. Sie können auch darauf hindeuten, dass Sie über ein gewisses intellektuelles Niveau verfügen – schön!

    Aber: Wenn Sie etwa mit Ihren Spanischkenntnissen prahlen wollen, Sie diese im neuen Job aber rein gar nicht einsetzen können, dann sollte Spanisch keinen prominenten Platz in Ihrer Bewerbung einnehmen. Im Lebenslauf auflisten? Ja, sicher. Im Anschreiben extra erwähnen oder im Lebenslauf demonstrativ hervorheben (durch Fettung etwa)? Auf keinen Fall. Das würde wiederum schlechte Eigenschaften zu Tage fördern: das Unvermögen, Dinge zu priorisieren oder zu analysieren.

    Optimal wäre es, wenn Ihre Fremdsprachenkenntnisse vom Unternehmen gebraucht oder sogar aktiv nachgefragt werden. Dann ist es eine gute Strategie, sie in den Bewerbungsunterlagen möglichst präsent zu machen. Sind sie weniger wichtig, dann sollten andere Skills die vorderen Plätze einnehmen.

    Es kommt dabei überdies auf den Beruf und die Branche an. In einem Wirtschaftszweig, der durch internationale Verflechtungen geprägt ist, kann man mit Sprachkompetenzen etwas anfangen. Sie können ein Vorteil sein, selbst wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige nicht danach gefragt hat. Ein Mittelständler oder Handwerksbetrieb dagegen, der hauptsächlich in der Heimatregion aktiv ist, dürfte sich über die Betonung Ihrer Japanischkenntnisse verwundert die Augen reiben. Im schlimmsten Fall fasst er es als überheblich und sonderbar auf – und sortiert Sie aus.

    Und dann wären da noch die alten, klassischen Sprachen wie Latein, Hebräisch oder Altgriechisch, die im Alltag gar nicht mehr gesprochen werden. Wichtig sind sie allenfalls für angehende Historiker oder Theologen. Weglassen müssen Sie Ihr Latein-Wissen selbstverständlich nicht, aber damit angeben sollten Sie ebensowenig. Sie müssen für diese Sprachen auch keine Kompetenzstufen angeben. Latinum, Graecum oder Hebraicum genügen.

    In diesen Berufsfeldern benötigen Sie Englischkenntnisse

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung BrancheHier müssen Sie englisch sprechen – eine unvollständige Aufzählung:

    • IT und Software-Entwicklung
    • Business Development
    • Ingenieurwesen
    • Finanzen
    • Kommunikation und PR
    • Medien

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Schummeln oder nicht?

    Vorsicht! Wenn Sie Ihre Bewerbung mit fließenden Englischkenntnissen garnieren, sollten Sie auch tatsächlich fließend englisch sprechen. Es gibt nichts Peinlicheres für Bewerber, als wie ein begossener Pudel dazustehen, wenn der Interviewer unvermittelt ins Englische wechselt. Blamage-Gefahr!

    Kleiner Einwand: Natürlich können die fließenden Englischkenntnisse im Lebenslauf Sie überhaupt erst ins Bewerbungsgespräch bringen. Es ist also strategisch durchaus sinnvoll, mit seinen Sprachkompetenzen zu übertreiben als übervorsichtig zu sein. Aber nur ein bisschen!

    Wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung leicht übertrieben haben, dann lautet der Rat: Üben Sie wenigstens vor dem Vorstellungsgespräch! Legen Sie sich ein paar Standardsätze zurecht, über sich und Ihren Werdegang und feilen an der Aussprache. Das nimmt die größte Nervosität und leitet Sie im Zweifel über die erste Klippe.

    Wenn Sie aber kaum Ihren Namen in der jeweiligen Fremdsprache richtig aussprechen können, dann sehen Sie von einer zu positiven Selbstbewertung ab. Das fliegt Ihnen um die Ohren. Grundkenntnisse in Französisch zeugen von intellektueller Neugier, erfordern aber keinen praktischen Nachweis. Sie sind damit auf der ziemlich sicheren Seite.

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Diese Kompetenzstufen gibt es

    So formulieren Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse in Ihrer Bewerbung:

    • Grundkenntnisse

      Sie kennen die wichtigsten Vokabeln. Sich vorstellen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen. Der Satzbau ist für Sie kein Buch mit sieben Siegeln. Dann nehmen Sie die Sprache mit Grundkenntnissen in Ihren Lebenslauf auf. Das können Sie etwa dann machen, wenn Sie nur in der Schulzeit mit ihr in Berührung gekommen – aber seitdem ziemlich eingerostet sind.

    • Gute Kenntnisse

      Hier wird schon mehr verlangt. Dass Sie in der Sprache ein Gespräch führen oder telefonieren können. Dann spricht man auch von konversationssicheren Sprachkenntnissen. Diese Formulierung beinhaltet aber auch, dass Sie im Schriftverkehr noch Defizite aufweisen.

    • Sehr gute Sprachkenntnisse

      Komplexe Texte sind für Sie problemlos zugänglich. Über abstrakte Themen können Sie sich locker unterhalten. Sie können sich in Diskussionen einschalten oder fachbezogene Konversationen führen – und zwar auch mit Muttersprachlern. Dann haben Sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse.

    • Verhandlungssicher in Wort und Schrift

      Sie können in der Fremdsprache völlig problemlos kommunizieren: verbal und schriftlich. In allen Kontexten ist der Einsatz der Fremdsprache möglich – und zwar intuitiv. Lange nach Formulierungen oder Wörtern müssen Sie nicht suchen. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie lange im Ausland gelebt haben.

    • Muttersprachler/muttersprachliches Niveau

      Das ist einfach. Wenn Sie einen Migrationshintergrund und die Fremdsprache zuhause gesprochen haben, ist sie für Sie logischerweise keine Fremdsprache. Aber nicht schummeln: Es gibt Migrantenkinder, die die Sprache ihrer Eltern keineswegs perfekt beherrschen. Das Kompetenzniveau Muttersprachler können Sie aber auch ohne familiäre Bindungen erreichen. Wer Jahrzehnte in den USA gelebt hat und auch zuhause mit seiner Familie (perfekt) englisch spricht, der kann in seiner Bewerbung guten Gewissens muttersprachliches Niveau angeben.

    A1 bis C2: Das sind die offiziellen Kompetenzniveaus

    Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihr Fremdsprachenniveau ganz genau dokumentieren wollen oder müssen, dann können Sie dies anhand von Zertifikaten tun. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) etwa soll Sprachtests vergleichbar machen.

    Demnach gibt es drei Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind wiederum in zwei Niveaustufen unterteilt. Das höchste liegt bei C, das niedrigste bei A.

    • Kompetenzniveau A: Elementar

      A1: Hier finden sich absolute Beginner wieder. Diese können sich maximal rudimentär verständigen, ihren Namen nennen und Tschüss sagen. Die Gesprächspartner müssen ihr Sprachtempo und Vokabular dafür auf ein Starter-Level zurückfahren.
      A2: Die Basics sind vorhanden. Der Sprecher kann sich in der Fremdsprache in einfachen Sätzen ausdrücken. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe versteht er.

    • Kompetenzniveau B: Selbstständig

      B1: Das Sprachniveau ist fortgeschritten. Im Urlaub kann er oder sie sich gut mit Muttersprachlern verständigen. Auch sind leichte Konversationen über andere Themen wie Arbeit und Freizeit möglich.
      B2: Komplexe Themen und Texte können schon verstanden werden – zumindest die Quintessenz daraus. Der Sprecher ist in der Lage, sich fließend und spontan zu verständigen. Er fühlt sich in der fremden Sprache auch in seinem Fachgebiet wohl.

    • Kompetenzniveau C: Kompetent

      C1: Die Fremdsprachenkenntnisse sind fachkundig. Er oder sie verfügt über ein umfangreiches Textverständnis und kann auch tiefergehende Bedeutungen verstehen. Zu komplexen Themen kann sich der Sprecher völlig problemlos, spontan und fließend äußern.
      C2: Jetzt sind wir (fast) auf muttersprachlichem Niveau angekommen. Raum nach oben gibt es kaum noch. Der Sprecher ist nun in der Lage, Texten und Unterhaltungen mühelos zu folgen und selbst etwas beizutragen. Seine Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert, sehr flüssig – und unterscheidet sich allenfalls noch durch den Akzent von einem echten Muttersprachler.

    So wichtig sind Fremdsprachenkenntnisse wirklich

    Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 31 Prozent sagen: Weil dessen Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

    Damit liegen die mangelhaften Fremdsprachenkenntnisse allerdings nur auf Platz 10 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

    [Bildnachweis: cybrain by Shutterstock.com]

    Eignungstest Bewerbung: Wie Sie ihn meistern

    Eignungstest Bewerbung Tipps

    Eignungstest dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Zum Einen ist ihr Einsatz einfacher und günstiger geworden, immer mehr Unternehmen setzen folgerichtig welche ein. Zum Zweiten mehren sich die Zweifel an der Aussagekraft von Schulzeugnissen. Unternehmen wollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der neue Mitarbeiter ein Volltreffer wird. Für Bewerber kann das unangenehme Folgen haben. Eignungstest Bewerbung: So überspringen Sie die Hürde…

    Eignungstest Bewerbung: Es werden immer mehr

    Mit einem Eignungstest können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum Beispiel:

    • Auswahltest
    • Bewerbungstest
    • Einstellungstest

    Im Grunde geht es aber immer um ein Auswahlverfahren, dem sich Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungs- Studien- oder Arbeitsplatz unterziehen müssen.

    Speziell für Studieninteressierte gibt es diese Eignungstests:

    • Self-Assessment

      Dabei handelt es sich meist um freiwillige Tests, die der Studienorientierung dienen. Die Teilnehmer sollen dadurch herausfinden, für welches Fach sie sich wirklich eignen, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Dazu müssen Sie diverse Fragen beantworten und erhalten entsprechende Informationen über Studienfächer und Perspektiven. Auch können sie so herausfinden, ob sie überhaupt für ein Studium geeignet sind oder vielleicht lieber einen anderen Weg einschlagen sollten.

    • Fachbezogene Tests

      Studieninteressierte, die sich etwa für Fächer wie Psychologie oder Medizin bewerben, müssen sich bisweilen einem Eignungstest stellen. Auch für Studiengänge wie Architektur und Design kann ein fachbezogener Eignungstest zeigen, wie stark das künstlerische Kompetenzprofil ist. Diese Eignungstests sind stark fachbezogen und sollen vor allem die Eignung für das jeweilige Fach ermitteln.

    Welche Eignungstests gibt es noch?

    Unternehmen setzen Eignungstests immer häufiger ein. Sie können ein wertvolles Instrument sein, um die richtigen Kandidaten zu ermitteln – und eine gute Ergänzung zu Schulzeugnissen und Arbeitszeugnissen. Eine Garantie bieten Eignungstests natürlich nicht. Aber sie können auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und eine differenzierte Personalauswahl ermöglichen.

    Aus Bewerbersicht wichtig: Diese Eignungstest sind erstens nicht freiwillig. Und zweitens haben sie Konsequenzen. Wer durchfällt, muss damit rechnen, vorzeitig aussortiert zu werden. Dann bleibt ihm oder ihr vorerst nichts weiter übrig, als sich die fehlenden Kompetenzen anzueignen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

    Ein anderes Beispiel: Polizei und Bundeswehr. Wer sich hier bewerben möchte, muss auch einen Sporttest absolvieren. Das ist logisch – eine gewisse Fitness ist für den körperlichen Job Voraussetzung. Dazu kommt noch ein schriftlicher Test. Bewerber müssen beide Prüfungen bestehen, sonst sind sie draußen.

    So weit muss es aber gar nicht kommen. Auf Eignungstests kann man sich schließlich auch vorbereiten. Überspringt man diese Hürde, ist man dem Job ein großes Stück nähergekommen. Danach folgt noch das Vorstellungsgespräch. Schafft es der Bewerber, auch hier zu überzeugen, ist die Stelle so gut wie fix. Es sei denn, das Unternehmen fordert noch einen Probearbeitstag ein.

    Zusammenfassend kann man sagen: Der Eignungstest ist zwar nur eines von vielen Hindernissen für Bewerber, aber ein besonders hohes. Einen Blackout im Vorstellungsgespräch kann man vielleicht noch ausbügeln, im Eignungstest ist das schwieriger.

    Eignungstest Bewerbung: Was wird abgefragt?

    In vielen Branchen sind Eignungstests längst üblich. Sie sind auch keineswegs nur auf Berufsanfänger beschränkt und können alle treffen, ob IT-Experte oder Handwerker, Werbetexter oder Industriekaufmann.

    In akademischen Berufen ist das Assessment Center beliebt. Dabei kommen viele Bewerber zusammen, meist in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dort müssen sie Aufgaben lösen, kooperieren und die anwesenden Personaler von ihren Fähigkeiten überzeugen. Das Assessment Center stellt Eigenschaften wie Teamfähigkeit auf den Prüfstand – und ist daher schon per se ein Eignungstest. Integraler Bestandteil vieler Assessment Center ist zudem ein schriftlicher Test, der fachspezifische Fragen stellt – ein Eignungstest im Eignungstest gewissermaßen.

    Etablierte Führungskräfte wiederum werden nur selten ins Assessment Center gebeten. Sie unterziehen sich einem Einzelassessment. Auch das ist ein Eignungstest. Immerhin kommt Unternehmen ein Fehlgriff auf dieser Ebene teuer zu stehen. Eignungstests haben auch den Zweck, die langfristigen Kosten für den Arbeitgeber gering zu halten.

    Abgefragt wird in einem Eignungstest üblicherweise dies:

    • Allgemeinwissen
    • Logisches Denkvermögen
    • Mathematik
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Sprachverständnis
    • Technisches Verständnis
    • Räumliches Vorstellungsvermögen

    Von technischen Zeichnern wird weniger Sprachverständnis, dafür umso mehr räumliches Vorstellungsvermögen und Technik-Verständnis erwartet. Für Journalistenschüler dagegen ist die Sprache ihr wichtigstes Werkzeug, auch ein möglichst breites Allgemeinwissen ist wichtig.

    Aber keine Sorge: In der Regel gehen die Fragen im Eignungstest nur selten ganz tief ins Detail. Sie bauen auf Schulwissen auf. Es werden also keine Wunderdinge oder Geniestreiche von Ihnen erwartet.

    Es geht aber noch um etwas anderes: um die psychologische Dimension. Oft reicht die Zeit nämlich nicht aus, einen Eignungstest in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten. Daher kommt es darauf an, ob die beantworteten Fragen richtig sind. Und darum, welche Aufgaben der Bewerber priorisiert bzw. ausgelassen hat.

    Ist er oder sie womöglich in Panik geraten? Der Arbeitgeber will wissen, ob der Kandidat mit Stress umgehen und unter Zeitdruck arbeiten kann – eine Qualität, die jeder Arbeitgeber schätzt. Im Arbeitsalltag werden noch viele weitere stressige Situationen entstehen. Gut also, wenn der Kandidat ihnen gewachsen ist.

    Eignungstest Bewerbung: Das sollten Sie beherzigen

    • Allgemeinwissen

      Niemand erwartet von Ihnen enzyklopädisches Wissen. Ein solides Level sollte Ihr Allgemeinwissen aber schon haben. Oder würden Sie jemanden einstellen, der Rom für die Hauptstadt Spaniens hält?

      Ihr Allgemeinwissen ist eine Visitenkarte. Sie zeigt grob an, mit wem es der Arbeitgeber zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann – oder auch nicht.

      Warum ist Allgemeinwissen wichtig? Weil es belegt, dass Sie sich auf dem Laufenden halten und sich dafür interessieren, was um Sie herum passiert. Dass Sie neugierig und engagiert sind. Immerhin ist es für (fast) jedes Unternehmen heute wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

      Auch in punkto PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist dieser Punkt relevant. Nur wer Zusammenhänge richtig einordnen kann, ist in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen attraktiv zu positionieren.

    • Konzentration

      Konzentrationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Warum? Weil sie immer seltener wird. In der Dauerbeschallung von Smartphones, Fernsehern und Tablets fällt es von Tag zu Tag schwieriger, die Gedanken zu sammeln und den Fokus zu halten.

      Beim Eignungstest MÜSSEN Sie sich konzentrieren. Andernfalls werden Sie die Fragen nicht gut und richtig beantworten. Am Arbeitsplatz ist Konzentrationsfähigkeit ebenfalls von großer Bedeutung. Wer es kaum noch schafft, fünf Minuten NICHT aufs Handy zu blicken, der beschert seinem Arbeitgeber krasse Produktivitätsverluste.

      Im Eignungstest werden Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Eine Übung kann beispielsweise darin bestehen, sich 60 Sekunden lang Dutzende Begriffe ansehen und sie anschließend aus dem Gedächtnis aufzählen zu müssen.

      Konzentrationsfähigkeit hängt von vielen Parametern ab. Manchen fällt sie im Großraumbüro schwer, andere bringen auch Lärm und permanentes Gewusel nicht aus der Ruhe. Wer aber nicht einmal während des Eignungstests in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten, hinterlässt keinen überzeugenden Eindruck.

    • Logik

      Logisches Denken und Analysefähigkeit sind unglaublich schwer zu messen. Bedeutsam sind diese Eigenschaften gleichwohl. Es geht im Firmenalltag immer darum, Probleme zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Auch geht es um Schnelligkeit. Welches Problem besitzt Priorität?

      Im Eignungstest werden Bewerber mitunter mit Zahlenreihen konfrontiert. Diese sollen sinnvoll ergänzt werden. Oder es müssen zu bestimmten Begriffen passende Assoziationen gefunden werden.

      Und auch wenn Sie es nicht glauben: Logisches Denkvermögen ist nicht angeboren – jedenfalls nicht ausschließlich. Man kann es trainieren. Wenn Sie im Eignungstest überzeugen, weiß der Arbeitgeber: Wir haben es hier mit einem Arbeitnehmer zu tun, der Probleme analysieren – und auch lösen kann.

    • Persönlichkeit

      Im Anschreiben und vor allem im Vorstellungsgespräch gewinnt das Unternehmen einen Eindruck von der Persönlichkeit eines Bewerbers. Aber im Eignungstest? Ja, auch der Test lässt Schlüsse auf persönliche Charaktereigenschaften zu.

      Motivation, Kommunikationsvermögen, Pflichtbewusstsein – all das kommt auch im Eignungstest zum Ausdruck. Das Unternehmen will einen Kandidaten finden, der zur Firmenkultur passt.

      Dabei muss aber auch klar gesagt werden: Verstellen Sie sich nicht. Schreiben Sie nicht nur das auf, was die Personaler hören wollen. Sie wollen ja selbst auch im Unternehmen glücklich werden. Wenn es zwischen beiden einfach nicht passt, wird keiner von beiden Seiten glücklich.

    So oft scheitern Bewerber am Eignungstest

    Eignungstest Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 41 Prozent sagen: Weil seine Testergebnisse im Auswahlverfahren zu schlecht waren! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

    Damit liegen die versemmelten Eignungstests allerdings nur auf Platz 9 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

    [Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Wie man es richtig macht

    Bewerben ohne Berufserfahrung Tipps

    Bewerben ohne Berufserfahrung? Aussichtslos! Diesen Eindruck gewinnen Bewerber beim Blick in die Stellenanzeigen. Die berufliche Erfahrung, die jemand mitbringt, ist in der Tat ein wichtiges Einstellungskriterium. Berufsanfänger, Schulabgänger oder Hochschulabsolventen aber können damit nicht punkten. Auch Mütter oder Väter, die nach langer Auszeit in den Beruf zurückkehren möchten, müssen sich etwas einfallen lassen. Die gute Nachricht: Tricks und Hilfsmittel, derer sie sich bedienen können, gibt es einige. Bewerben ohne Berufserfahrung: So geht’s!

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Ein Teufelskreis!

    Ein Arbeitsmarkt-Klischee besagt: Unternehmen wollen vor allem Bewerber, die jung und billig sind, aber schon gaaaanz viel Berufserfahrung mitbringen. Oft ist da auch was dran. Wenn in Stellenanzeigen etwa gefordert wird, Bewerber für eine Junior- oder Einstiegsposition müssten mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Na prima!

    Im schlimmsten Fall führt das direkt in einen Teufelskreis: Keine Erfahrung, kein Job, keine Erfahrung, kein Job, immer noch keine Erfahrung, immer noch kein Job.

    Für gut ausgebildete Fachkräfte und Absolventen stehen die Chancen freilich sehr gut, eine adäquate Stelle zu finden – auch ohne mehrjährige Erfahrung. Aber anfangs besagte Fälle gibt es noch immer, und eine oft übertriebene Anspruchshaltung der Unternehmen ebenso.

    Was also soll jemand tun, der mit dem Verweis auf fehlende Berufserfahrung regelmäßig abgewiesen wird? Diesen Trend gilt es zu durchbrechen…

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Warum ist es so schwer?

    Man brennt innerlich und würde alles geben, um diese Chance endlich zu bekommen – und zu nutzen. Indes: Man darf nicht. Wegen fehlender Berufserfahrung. Bewerber lässt das in einem Zustand der Ohnmacht zurück. Denn um Berufserfahrung sammeln zu können, braucht man diese Chance.

    Vielleicht hat man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium, womöglich sogar mit Top-Noten. Dazu Praktika und Nebenjobs bestritten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als berufliche Erfahrung lassen das viele Unternehmen aber nicht gelten. Man will ja schließlich eine Arbeitskraft einstellen, die man nicht mehr groß einarbeiten muss, die einem sofort weiterhilft. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits unrealistisch.

    Erfolglose Bewerber haben mehrere Optionen, um Berufserfahrung zu sammeln – auch ohne Berufserfahrung. Zum Beispiel die folgenden…

    Keine Berufserfahrung: 7 Tipps für Jobsucher

    So vergrößern Sie Ihre Chancen, wenn Sie sich trotz fehlender Berufserfahrung bewerben:

    1. Standort

      Den Radius vergrößern – das war schon immer eine Erfolgstaktik für Jobsucher. Bedeutet: Bewerben Sie sich in anderen Regionen, Städten, vielleicht sogar Ländern. Einen Umzug aus der Heimat bringt das mit sich, das stimmt. Aber es erhöht Ihre Erfolgsaussichten ganz erheblich – auch dann, wenn Sie bislang an der fehlenden Berufserfahrung gescheitert sind. Ein Umzug von Bremerhaven nach Baden-Württemberg etwa bringt Sie vielen Unternehmen näher, die massiv über fehlende Kräfte klagen. In Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel akut, in Bremerhaven die Arbeitslosigkeit hoch. Also: Im Süden werden Sie ungleich bessere Perspektiven haben, auch ohne langjährige Erfahrung einen Arbeitgeber zu finden, der Ihnen eine Chance gibt.

    2. Stellenanzeige

      Aus der Stellenanzeige lässt sich meist herauslesen, ob und welche Berufserfahrung gefordert ist. Manche erheben sie nicht zur Muss-Qualifikation, sondern zur Kann-Qualifikation. Wenn es etwa heißt: „Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert“ oder gar „Erste Berufserfahrung wünschenswert“, dann sollten Sie sich nicht von einer Bewerbung abhalten lassen. Zwar haben Erfahrene Vorteile, aber Unerfahrene landen nicht gleich auf dem Aussortiert-Stapel. Bestes Szenario für Sie ist: Sie erfüllen alle Anforderungen, die der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auflistet, einzig die Berufserfahrung fehlt. Dann sollten Sie in der Bewerbung vor allem auf die Qualitäten hinweisen, die deckungsgleich sind. Die fehlende Erfahrung können Sie beispielsweise so aufhübschen: „Ich brenne darauf, mein gesammeltes Knowhow endlich in die Praxis zu überführen.“

    3. Nischen

      Mit dem Strom schwimmen will keiner. Und trotzdem tun es (fast) alle. Bei den großen Konzernen wollen viele Absolventen unterkommen, für namhafte Arbeitgeber schaffen. Das ist auch völlig legitim. Allerdings gilt: Je größer das Unternehmen, desto populärer ist es, umso mehr Bewerber hat es und umso geringer sind die Einstellungschancen für jeden Einzelnen. Erst recht, wenn Sie noch keine oder kaum Berufserfahrung in die Waagschale werfen können. Schauen Sie sich daher nach Alternativen um. Die müssen gar nicht so viel schlechter sein. So gibt es in der Provinz unzählige Hidden Champions und Weltmarktführer, die unter dem Radar fliegen – und vielleicht auf Sie gewartet haben.

    4. Internationalität

      Ein Auslandsaufenthalt kann berufliche Erfahrung kompensieren – zumindest manchmal und teilweise. Er steht synonym für interkulturelle Kompetenz, Eigenständigkeit, Neugier und Kommunikationsvermögen – alles wertvolle Eigenschaften auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Außerdem lassen sich viele Auslandsaufenthalte kaum auf Echtheit überprüfen. Nein, damit wollen wir nicht andeuten, dass Sie schummeln, lügen und betrügen sollen. Aber Sie können durchaus ein paar Adjektive einstreuen, die Ihren Auslandsaufenthalt vorteilhaft beschreiben. So haben Sie im Work-and-Travel-Jahr in Australien nicht einfach Schafe geschoren, um sich die Weiterfahrt leisten zu können. Sie haben aktiv auf einer landwirtschaftlichen Farm mitgearbeitet und Arbeitserfahrungen gesammelt. Tipp daher: Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht aus, um Erfahrungen in Ihren Lebenslauf einfließen zu lassen. Nein, die zweiwöchige Abschlusstour an den Ballermann zählt nicht dazu. Aber eben Work-and-Travel-Reisen, Praktika, Schüler- und Studienaustausche, vielleicht sogar Kulturreisen.

    5. Kontakte

      Ein großes Netzwerk hilft bei der Jobsuche ungemein. Wer jemanden fragen kann, der jemanden kennt, der ein Unternehmen führt, das gerade neue Bewerber sucht. Gerade auf Jobsuche sollten Sie sich nicht zu schade sein, Ihre Kontakte zu aktivieren. In Zeiten von Xing und Linkedin wird es immer einfacher, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Und das sollten Sie auch tun. Denn nebenbei bemerkt ist es so: Wenn andere sehen, wie groß und verzweigt Ihr Netzwerk ist, imponiert ihnen das. Es suggeriert Expertise, Weltläufigkeit, Kommunikationsvermögen. Und es deutet an, dass sie schon herumgekommen sind in der Arbeitswelt (unabhängig davon, ob das stimmt). Das lässt Sie gleich wie eine gute Partie aussehen – echte Erfahrung hin oder her.

    6. Zeitarbeit

      Einem Absolventen mit guten Noten ist der Gang in die Zeitarbeit nur sehr bedingt zu empfehlen. Wenn Sie aber schon jahrelang auf Jobsuche sind, ohne Aussicht auf Besserung, dann können Sie die Zeitarbeit als Alternative in Betracht ziehen. Die Einstiegshürde ist deutlich niedriger. Sie können also endlich anfangen, Berufserfahrung zu sammeln. Die Lücken in Ihrem Lebenslauf werden nicht größer und größer. Außerdem gibt es den sogenannten Klebeeffekt: Wenn Sie das ausleihende Unternehmen so von sich überzeugen, dass es Sie nach einer Zeit fest übernehmen will. Das gelingt aber ehrlicherweise nicht jedem. Und es besteht die Gefahr, dass Sie tatsächlich kleben bleiben – nämlich in der Zeitarbeit.

    7. Knackpunkt

      Berufserfahrung ist und bleibt nur EIN Kriterium von vielen. Ein ganz wichtiger Tipp lautet: Finden Sie heraus, was den meisten anderen Bewerbern in Ihrem Wunschunternehmen fehlt – und nutzen Sie es zu Ihren Gunsten aus. Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich in einem mittelständischen Unternehmen als Kundenbetreuer bewerben. Dieses Unternehmen ist sehr bekannt, hat viele Sympathisanten und Unmengen an Bewerbungen auf dem Schreibtisch. Sie sind als Bewerber aber eher Durchschnitt und Ihnen fehlt außerdem – Sie ahnen es – die Berufserfahrung. Ihre Chancen sind ausgesprochen gering. Nun machen Sie aber die Entdeckung, dass die Firma aktuell eine Expansion nach Russland anstrebt. Sie sprechen zufällig russisch, weil Sie einen entsprechenden Migrationshintergrund haben. Geschätzt dürften nur ein paar Prozent aller anderen Bewerber ebenfalls fließend russisch sprechen. Für Kundenbetreuer in Russland aber ist russisch ein K.o.-Kriterium – ohne geht es nicht. Darum gehen Sie mit genau dieser Einzelkompetenz hausieren und lassen die fehlende Berufserfahrung fehlende Berufserfahrung sein. Das Unternehmen braucht einen Mitarbeiter, der russisch spricht. Darauf richten Sie Ihre Bewerbung aus. So kriegen Sie den Job – und nicht, indem Sie krampfhaft versuchen, die mangelnde Erfahrung zu verschleiern.

    Wie Sie Ihren Lebenslauf mit Berufserfahrung anreichern

    Erfahrung ist Definitionssache. Es gibt Menschen, die haben zehn Jahre gearbeitet, ohne etwas dazugelernt zu haben. Andere konnten aus einer zweiwöchigen Hospitation bahnbrechende Erkenntnisse mitnehmen. Im Bewerbungsprozess wird Erfahrung meist in Monaten und Jahren gemessen. Je länger, desto erfahrener.

    In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass Ihre bisherigen Stationen in einem möglichst guten Licht erscheinen. Ein Praktikum gewinnt gleich an Wert, wenn Sie Erfolge und Erkenntnisgewinn beschreiben. Fehlen diese Hinweise, könnte man meinen, Sie haben Ihre Zeit nur abgesessen und sehnlich darauf gewartet, endlich wieder nach Hause gehen zu können.

    Und: In Ihrem Privatleben gibt es bestimmt auch Stationen, die Sie einbringen können. Wenn Sie sich zum Beispiel im Sportverein engagieren oder als Elternsprecher der Kita. Das fällt formell nicht unter Berufserfahrung, aber ist doch eine sehr gute Argumentationshilfe für die eigene Bewerbung. Beispiel: Sie verkaufen regelmäßig alte Klamotten auf dem Flohmarkt in Ihrer Stadt. Ein ausgezeichneter Beleg dafür, dass Sie gut mit Kunden umgehen können und Spaß am Verkaufen haben – und der richtige Mann oder die richtige Frau für den Verkäufer-Job sind, für den Sie sich bewerben wollen.

    Kurzum: Es gibt Mittel und Wege, fehlende Berufserfahrung im Lebenslauf auszugleichen. Diese zählen dazu:

    • Weiterbildungen, Fortbildungen, auch private (z.B. Sprachen lernen)
    • Ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen oder sozialen Projekten
    • Private Projekte wie Blog schreiben, thematischen Instagram-Account pflegen, Nachhilfe geben…
    • Kurse (Malen, Töpfern, Singen, Sprachen)

    Ihre Engagements können Sie im Lebenslauf im Einzelfall sogar unter Berufliche Stationen auflisten. Aber nur dann, wenn sie für die angestrebte Stelle eindeutig relevant sind. Wenn nicht, dann führen Sie lieber eine eigene Rubrik ein, in der Sie ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unterbringen.

    Fehlende Berufserfahrung: Sie betrifft mehr als Sie glauben!

    Bewerben ohne Berufserfahrung Umfrage70 Prozent der Deutschen stecken in einem ungeliebten Job fest, behauptete das Karriereportal Linkedin Ende 2018. Trotzdem versuchen viele nicht, diesen Zustand zu ändern. Sie bleiben im alten Job kleben. Vor allem Millenials und Frauen plagen demnach Selbstzweifel. Warum bewerben sie sich nicht?

    • 33 Prozent glauben, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst.
    • 30 Prozent sagen, dass sie keine ausreichende Berufserfahrung haben.
    • 28 Prozent verlassen die eigene Komfortzone nur ungerne.

    Sie sehen: Nicht nur Langzeitarbeitslose oder Stay-at-home-Mamas sind mit diesem Problem konfrontiert. Sehr viele Arbeitnehmer glauben von sich, ihnen fehle die Erfahrung – und bewerben sich erst gar nicht. Ein Fehler – der nur denjenigen nützt, die sich TROTZDEM bewerben…

    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Bewerbung Werkstudent: Die besten Tipps

    Bewerbung Werkstudent Tipps

    Werkstudenten können sich glücklich schätzen. Sie haben einen Fuß in der Tür des Unternehmens, sammeln Erfahrung, Kontakte und bekommen deutlich mehr als ein Taschengeld. Doch zuerst müssen sich BWLer oder Informatiker eine Stelle sichern, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Eine lieblose Bewerbung führt da meist nicht zum Ziel. Bewerbung Werkstudent: So überzeugen Sie den Arbeitgeber davon, dass Sie ein Gewinn für ihn sind…

    Bewerbung Werkstudent: Warum sind die Stellen so begehrt?

    Stellen als Werkstudent sind so begehrt wie gute Noten im Studium. Sie sind so etwas wie die bessere Alternative zum Studentenjob. Während klassische Studentenjobs dazu da sind, um Geld zu verdienen, bauen Werkstudenten eine enge Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Sie sammeln schon während des Studiums wertvolle Berufserfahrungen, üben anspruchsvolle Tätigkeiten aus und vergrößern ihre Chancen auf einen Berufseinstieg – oft im gleichen Unternehmen.

    Viele Unternehmen stimmen ihre Aufgaben sogar auf das Studium und den Vorlesungsplan ihres Werkstudenten ab – eine immense Hilfe. So leidet das Studium nicht unter der Nebenbeschäftigung.

    Und noch ein Vorteil: Da es oft größere Unternehmen sind, die Werkstudenten-Stellen anbieten, sind diese in der Regel gut bezahlt: Bis zu 1.000 Euro pro Monat sind drin – für Studierende ein beträchtlicher Betrag.

    Und auch wenn es hinterher mit der Übernahme nicht klappt: Eine gute Referenz sollten Studenten allemal mitnehmen. Dadurch wird ihr Lebenslauf aufgewertet, die Attraktivität für andere Arbeitgeber steigt. Dafür müssen Werkstudenten natürlich auch eine Gegenleistung erbringen. Und die hat es in sich:

    • Bis zu 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche im Unternehmen – während der Vorlesungszeit.
    • In der vorlesungsfreien Zeit ist meist Vollzeitarbeit angesagt.

    Die Abschlussarbeit sollte über das Unternehmen geschrieben werden bzw. über ein Thema, das mit dem Unternehmen in Verbindung steht – und ihm selbst einen Erkenntnisgewinn liefert. Von wissenschaftlicher Freiheit kann dann nicht mehr die Rede sein.

    Die Bewerberzahlen sind oft sehr hoch. Bewerber müssen sich durch aufwändige Prozesse kämpfen und gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Manchmal bekommen Sie die Stelle sogar nur über Beziehungen.

    Bewerbung Werkstudent: Wie komme ich an eine Stelle?

    Die Vorlaufzeit ist in vielen Fällen lang. Werkstudenten müssen sich oft schon drei bis sechs Monate vor dem avisierten Eintrittstermin beim Unternehmen bewerben. Die Arbeitgeber wollen sich einerseits auf den Werkstudenten einrichten, andererseits müssen sie sich durch einen riesigen Stapel an Bewerbungen kämpfen. Das zieht sich.

    Zudem müssen oft noch festlegen, welche Aufgaben der Werkstudent übernehmen soll. Anforderungsprofile verändern sich – so wie der Arbeitsmarkt ingesamt. Als Bewerber sollten Sie zunächst diese Fragen beantworten, um in die engere Auswahl zu kommen:

    • Was studieren Sie?
    • Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich?
    • Warum wollen Sie gerade hier als Werkstudent anheuern?

    Es geht also darum, wie gut Sie zum Unternehmen passen, wie sehr Sie sich mit ihm und seinen Produkten identifizieren – und nicht zuletzt darum, was der Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann. Motivation und Mehrwert – dieses Duo bringt Sie auf dem Weg zur Werkstudenten-Stelle weiter.

    Dementsprechend sollten Sie in der Bewerbung auch nicht nur schreiben, dass Sie Praxiserfahrung sammeln wollen. Es geht nicht nur um Sie, auch um das Unternehmen. Warum sollte es Ihnen denn Praxiserfahrung gewähren; welche Gegenleistung bieten Sie an?

    Darum sollten Sie diese Aspekte in der Bewerbung Werkstudent möglichst genau beschreiben:

    • Motivation
    • Qualifikation
    • Aufgaben
    • Ziele

    Bewerbung Werkstudent: Soft Skills betonen!

    Wenn Sie sich für eine Stelle als Werkstudent bewerben, betonen Sie vor allem Ihre Soft Skills. Unternehmen wollen sich keinen Studenten ins Haus holen, der die Atmosphäre stört, den Zusammenhalt untergräbt oder die Abläuft stört. Keinen Besserwisser, Motzki, Nörgelpott, Quertreiber oder Tratschtante.

    Sicher, das gilt im Prinzip für ALLE Bewerber. Aber für Werkstudenten noch mehr. Sie haben keine oder kaum Berufserfahrung, auf die Sie sich berufen könnten. Eine begehrte Fachkraft lässt man nicht einfach vom Haken, nur weil sie in der Zusammenarbeit schwierig ist. Einen potenziellen Werkstudenten sofort.

    Wichtige Soft Skills für Werkstudenten sind:

    • Belastbarkeit
    • Emotionale Intelligenz
    • Empathie
    • Engagement
    • Flexibilität
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Kritikfähigkeit
    • Problemlösungskompetenz
    • Selbstdisziplin
    • Teamfähigkeit
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Zuverlässigkeit

    Welche Vorteile haben Werkstudenten?

    Werkstudenten sind aus vielen Unternehmen nicht wegzudenken. Immerhin bieten sie ihren Arbeitgebern handfeste Vorteile. Auf der anderen Seite sind sie aber deutlich teurer als Praktikanten. Und ihre Einarbeitung erfordert erheblichen Mehraufwand. Darum ist der Auswahlprozess manchmal sehr anspruchsvoll – und für den Bewerber oft vergeblich.

    Hat er oder sie die Stelle aber ergattert, winken Vorteile:

    Als Werkstudent sammelt man Erfahrung und kann sich beweisen. Ein Unternehmen, das einen fähigen Werkstudenten beschäftigt, ist in Zeiten von Fachkräfteengpässen gut beraten, ihm ein Übernahmeangebot zu machen. Der Berufseinstieg kommt näher.

    Und selbst wenn das nicht klappt und der Arbeitgeber keine Übernahme offeriert, verbessern sich die Jobperspektiven. Der Lebenslauf wird durch die Station aufgewertet. Eine gute Referenz gibt es noch obendrauf. Das sind Vorteile im kommenden Bewerbungsmarathon.

    Werkstudenten haben auch die Möglichkeit, sich in einem Beruf und einer Branche auszuprobieren. Dies gibt Orientierung und beantwortet offene Fragen. Nicht jeder Student hat schließlich einen klaren Karriereplan in der Tasche. Wenn der Job gefällt, kann man sich in dieser Nische einrichten. Ist die Stelle gar nichts für einen, schlägt man eben einen anderen Weg ein.

    Darüber hinaus sammeln Werkstudenten wertvolle Kontakte. Und Kontakte sind die Leitwährung auf dem modernen Arbeitsmarkt. Sie können auch später noch aktiviert werden. Wer weiß, vielleicht klappt es ja in einigen Jahren mit einer Anstellung im Unternehmen – wenn der aktuelle Einstellungsstopp vorüber ist zum Beispiel.

    Werkstudenten: Das sollten Sie wissen

    Bewerbung Werkstudent VersicherungStudenten dürfen während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dies besagt die sogenannte Werkstudentenregelung. Dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht. Dazu können auch mehrere Beschäftigungen – Minijob und selbstständige Tätigkeit zum Beispiel – zusammengerechnet werden.

    In diesem Fall ist die Tätigkeit für Studierende sozialversicherungsfrei. Sie zahlen genauso wenig wie Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Nur Beiträge zur Rentenversicherung müssen sie abführen.

    Außerdem gilt: Werkstudenten…

    • …sind einkommensteuerpflichtig. Die meisten bleiben aber unter dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro (Stand: 2019) und zahlen de facto keine Steuern.
    • …dürfen während der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
    • …müssen in einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein
    • …erwerben durch ihre Tätigkeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
    • …haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für maximal sechs Wochen.
    • …können nur in der Familienversicherung der Eltern bleiben, wenn ihr monatliches Einkommen 445 Euro (Stand: 2019) nicht übersteigt.
    [Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

    Bewerbung zurückziehen: So einfach ist das

    Bewerbung zurückziehen Tipps

    Manche bewerben sich mit der Schrotflinte, andere versenden ihre Unterlagen nur an ausgewählte Unternehmen. So oder so: Manchmal muss ein Unternehme vom Bewerber aus seiner Liste gestrichen und aussortiert werden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Doch wie ziehe ich eine Bewerbung zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren oder meinen Ruf aufs Spiel zu setzen? Bewerbung zurückziehen: So einfach kann das sein…

    Bewerbung zurückziehen: Warum sollte ich das tun?

    Wer eine Bewerbung zurückziehen möchte, muss sich in einer Luxussituation befinden. Er oder sie hat ganz offensichtlich eine bessere Alternative aufgetan, die entsprechende Stelle gar nicht mehr nötig. Doch gibt es weitaus mehr Szenarien, als man denkt, in denen man die eigene Bewerbung widerrufen möchte – oder zumindest darüber nachdenkt.

    Gründe können sein:

    • Eine schwere Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, in absehbarer Zukunft eine Tätigkeit auszuüben.
    • Eine Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst voll und ganz auf Ihren Nachwuchs konzentrieren.
    • Ein neuer Job Ihres Partners in einer anderen Stadt, Region oder im Ausland. Sie wollen ihm oder ihr dorthin folgen.
    • Wirtschaftliche Gründe. Zum Beispiel den, dass Sie sich ursprünglich für eine Teilzeitstelle beworben haben, nun aufgrund finanzieller Zwänge aber doch lieber in Vollzeit arbeiten möchte. Oder den umgekehrten Fall, dass Sie statt Vollzeit doch lieber Teilzeit arbeiten möchten.
    • Akute Bedenken. Sie könnten zum Beispiel Angst haben, dass Ihnen der Job doch nicht liegen wird, dass Sie die Anforderungen nicht erfüllen oder auch, dass Sie massiv überqualifiziert sind.
    • Informationsgewinn. Sie haben neue Informationen erhalten – durch das Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda – die den künftigen Arbeitgeber sehr unvorteilhaft aussehen lassen. Deswegen wollen Sie lieber Abstand von einer Anstellung nehmen.
    • Den Probearbeitstag haben Sie als katastrophal empfunden.
    • Das angebotene Gehalt entspricht in keinster Weise Ihren Erwartungen.

    Und das sind nur einige Gründe; es gibt ganz sicher noch sehr viel mehr. Aber egal, weswegen Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen, Sie sollten Ihren Rückzieher offen und ehrlich kommunizieren. Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen oder auf Anfragen nicht reagieren, das wäre kein guter Stil. Das haben Sie überhaupt nicht nötig – und es spricht sich in der Branche vielleicht sogar herum. Nicht gut!

    Aber wie sagen Sie es dem Unternehmen nur? Karrieresprung hat folgende Vorschläge für Sie…

    Bewerbung zurückziehen: 3 gute Argumente

    Natürlich kann es passieren, dass der Arbeitgeber verschnupft auf Ihren Rückzieher reagiert. Immerhin hat er Zeit und Mühe investiert, Ihre Bewerbung gesichtet, Sie vielleicht sogar schon zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alles für die Katz!

    Andererseits gehören Absagen zum Recruiting-Prozess dazu wie die Drehleiter zur Feuerwehr. Sie sind für Personaler das tägliche Brot. Und was wäre die Alternative? Die Füße still halten und nichts mehr von sich hören lassen? Dies würde das Personalbüro erst recht verärgern und überdies ebenfalls Arbeit verursachen. Und eine zweite Chance bekommen Sie in dem Unternehmen so schnell auch nicht mehr.

    Sie könnten natürlich auch den Umweg über die Probezeit gehen. Sie nehmen Ihre Arbeit auf und kündigen dann gefahrlos in der Probezeit. Aber dies würde nur Zeit kosten und wäre unehrlich. Wozu das Theater?

    Vor allem drei Gründe sprechen dafür, eine Bewerbung offen und ehrlich wieder zurückzunehmen…

    1. Manieren

      Anstand, Manieren, Gepflogenheiten – klingt wie der Auszug aus einem Lehrbuch des 19. Jahrhunderts, ist aber aktueller, als wir manchmal glauben. Höflichkeit ist eine Tugend – auch heute noch. Es gehört sich schlicht und einfach, einem Unternehmen abzusagen, wenn man eine andere Stelle gefunden hat oder aus einem anderen Grund von der Bewerbung Abstand nehmen will. Das sollte als Grund doch eigentlich schon genügen, oder? Kleiner Tipp: Es fühlt sich richtig gut an, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein. Probieren Sie es mal aus!

    2. Ruf

      Ihr Ruf wird massiv beschädigt, wenn Sie nicht souverän mit der Situation umgehen. Sie wissen ja: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Das gilt gerade für kleine, überschaubare Branchen mit einer begrenzten Anzahl von Arbeitgebern. So etwas könnte sich herumsprechen – schlecht für Sie! Außerdem werden Boomerang-Karrieren immer beliebter. Boomerang bedeutet: Man verlässt das Unternehmen im Guten, um anderswo eine neue Herausforderung anzunehmen. Gelingt die nicht so wie erwartet, kehrt man in die alte Firma zurück. Es wird jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein, wenn man sich dort gerne an Sie erinnert.

    3. Fairplay

      Nicht jeder Sportler ist ein fairer Sportsmann. Aber die meisten sind es sehr wohl. Das merkt schnell, wer Judo oder Rugby, Handball oder Hockey spielt. Auch zur Bewerbung gehört der Fairplay-Gedanke dazu. Wenn Sie absagen, geben Sie Ihren Mitstreitern eine Chance. Das ist nur fair – und richtig.

    Wie ziehe ich meine Bewerbung zurück?

    Sie haben im Grunde drei Alternativen:

    • Anruf
    • Brief
    • E-Mail

    Karrieresprung empfiehlt Ihnen Variante 1, den Anruf. Er hat folgende Vorteile: Die Absage ist schnell erledigt. Sie können sicher sein, dass der Empfänger Ihre Absage erhalten hat und Sie aus dem Bewerbungsprozess nimmt. Sie müssen kein Porto bezahlen und nicht auf eine Reaktion des Empfängers warten. Die kriegen Sie nämlich sofort. Außerdem wirkt es selbstbewusst, zum Hörer zu greifen und die Situation persönlich zu regeln. Es schindet Eindruck – wenigstens ein bisschen.

    Eine Alternative ist der Absagebrief. Er zeugt von Stil und einem Mindestmaß an Mühe, die Sie sich extra gemacht haben. Immerhin mussten Sie Formulierungen finden, den Brief aufsetzen und zur Post bringen. Das ist sehr viel aufwändiger als eine kurze E-Mail in die Tasten zu hauen.

    Die ist selbstverständlich auch eine Option. Schließlich haben Sie die E-Mail-Adresse des Personalers vermutlich schon. Wenn Sie also eine E-Mail schreiben, kommt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch an. Wenn nicht, wird Ihnen das hoffentlich in Form eines Abwesenheitsassistenten mitgeteilt. Aber investieren Sie ausreichend Zeit, um die richtigen Formulierungen zu finden und belassen Sie es nicht bei ein oder zwei Sätzen. Das wäre unhöflich.

    Im Übrigen können Sie auch eine Mischform wählen. Erst eine Absagemail schreiben und hinterher noch einmal durchklingeln oder umgekehrt am Telefon erwähnen, dass Sie Ihre Absage auch noch schriftlich bestätigen. Das zeigt Professionalität. Unternehmen schätzen das.

    Wie baue ich meine Absage auf?

    Haben Sie sich für eine schriftliche Variante entschieden? Sie können sie im Prinzip so ähnlich aufbauen wie ein Anschreiben:

    • Briefkopf (Ihr Name, Anschrift, Kontaktdaten)
    • Name, Anschrift des Empfängers
    • Datum
    • Betreff
    • Persönliche Anrede
    • Absage
    • Grußformel
    • Unterschrift

    Kein Personaler will sich lange Essays durchlesen, warum Sie den Job doch nicht wollen. Höchstens, um sich zu amüsieren. Den Gefallen sollten Sie ihm nicht tun. Bleiben Sie kurz und prägnant. Aber nicht ZU kurz. Ein Satz a la „Hiermit möchte ich meine Bewerbung für die Stelle as Controller zurückziehen. Mit freundlichen Grüßen“ wirkt wie ein höflicheres „Leck mich“. Sie sollen keine Rechtfertigungen, aber Begründungen liefern. Diese hat die Firma durchaus verdient.

    Bauen Sie die Absage inhaltlich so auf:

    • Danksagung: Als Erstes bedanken Sie sich für die Möglichkeit, dass Sie sich im Unternehmen bewerben konnten beziehungsweise dass Sie schon zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.
    • Begründung: Nun führen Sie den Grund an, der für Ihre Absage ausschlaggebend ist. Mehr als zwei Gründe sollten es auf keinen Fall sein. Selbst wenn Sie mehrere gute Gründe für eine Absage haben, sollten Sie nicht alle aufzählen – nur den Hauptgrund. Andernfalls würde der Text wie eine einzige Rechtfertigung wirken und rechtfertigen müssen Sie sich nicht.
    • Bedauern: Drücken Sie Ihr Bedauern darüber aus, dass Sie dem Unternehmen Umstände bereitet haben, aber bitten Sie gleichzeitig um Verständnis für Ihre Entscheidung.

    Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 1

    So könnten Sie eine Absagemail formulieren:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

    haben Sie vielen Dank, dass ich mich vor einigen Wochen auf Ihre Stellenanzeige als Controller bewerben konnte.

    Hiermit möchte ich diese Bewerbung aber wieder zurückziehen. Ich hatte zwar großes Interesse an der Stelle und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot erhalten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses noch besser mit meinen beruflichen Plänen vereinbar ist. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen absagen und bitte um Ihr Verständnis.

    Wenn ich Ihnen Umstände bereitet haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, Sie finden schnell den richtigen Mann oder die richtige Frau für die Stelle.

    Für Ihr freundliches Entgegenkommen bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Tim Taler

    Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 2

    So könnte Ihre Absage aussehen, wenn Sie bereits eine Zusage des Unternehmens erhalten haben:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

    ich freue mich sehr über Ihre Zusage für die Stelle als Marketingassistent und bedanke mich für Ihr Vertrauen.

    Allerdings habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Stelle nicht anzutreten. In der Zwischenzeit habe ich ein anderes Angebot erhalten, was meinen beruflichen Plänen noch besser entspricht. Daher möchte ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.

    Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen dadurch Umstände bereite, bitte Sie aber um Verständnis für meine Entscheidung. Die Wahl fiel jedenfalls nicht GEGEN Ihr Unternehmen, sondern FÜR ein anderes.

    Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr freundliches Entgegenkommen und hoffe, dass Sie die Stelle zügig neu besetzen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tim Taler

    Bewerbung zurückziehen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

    Hier sind weitere Satzbausteine, die in einer Absage benutzt werden können:

    • Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein Angebot erhalten, was noch ein bisschen besser zu mir passt. Darum ziehe ich meine Bewerbung schweren Herzens wieder zurück.
    • Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis.
    • Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken. Von Ihrem Unternehmen habe ich dabei einen sehr positiven Eindruck gewonnen und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit für ein anderes Stellenangebot entschieden, das mich noch etwas mehr reizt. Daher möchte ich Ihnen heute leider absagen.
    • Vielen Dank für das positive Feedback auf meine Bewerbung. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot angenommen, das noch besser zu mir passt. Daher muss ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.
    • Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich muss meine Bewerbung hiermit leider zurücknehmen. Nach gründlicher Überlegung glaube ich, dass ein anderes Stellenangebot meinem Profil noch besser entspricht und habe es daher angenommen. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedauere es, Ihnen Umstände bereitet zu haben.

    Interne Bewerbung zurückziehen

    Interne Bewerbung zurückziehenSie haben längst gemerkt: Der Ton macht auch bei einem Bewerbungsrückzieher die Musik. Das gilt umso mehr, wenn es sich um eine interne Bewerbung handelt. Sie werden den Personen im Flur über den Weg laufen, denen Sie zuvor einen Korb gegeben und Umstände bereitet haben.

    Darum ganz wichtig: Begründung liefern, aufrichtig bedanken und bedauern. Am besten persönlich anrufen – oder im Büro vorbeischauen! So können Sie Missverständnisse aus dem Weg räumen und Ihre Beweggründe darlegen.

    [Bildnachweis: Lolostock by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Körpersprache: Worauf Sie achten sollten

    Vorstellungsgespräch Körpersprache beachten

    Wie der Bewerber geht, guckt und gestikuliert – das ist oft noch wichtiger als das, was er im Vorstellungsgespräch sagt. Die Körpersprache gibt viele Geheimnisse über uns preis: Sie zeigt, ob wir nervös oder abgebrüht sind, offen oder verschlossen. Zumindest glauben das viele; Personalverantwortliche messen der Körpersprache eine große Bedeutung zu. Allein darum sollten Bewerber auf ihre Hände und Füße achten, auf Gestik und Mimik. Vorstellungsgespräch Körpersprache: Was gut ankommt – und was nicht…

    Vorstellungsgespräch Körpersprache: Darum ist sie wichtig

    Ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch zu jedem Zeitpunkt die richtigen Dinge sagt, kriegt den Job trotzdem nicht – wenn seine Körpersprache negativ auffällt.

    Keine Angst: Ihre Gestik und Mimik müssen nicht perfekt oder makellos sein. Jeder wippt oder zappelt oder nestelt oder fuchtelt mal ungelenk herum – alles völlig normal. Aber des Gesamteindruck muss stimmen.

    Sofern Ihre erratischen Bewegungen Überhand nehmen, wird Ihr Gegenüber denken: Was stimmt mit ihm oder ihr nicht? Zu den Gesten, die Personalern negativ auffallen, zählen folgende. Wenn der Bewerber…

    • nicht oder selten lächelt
    • keinen Blickkontakt aufnimmt bzw. ihn nicht hält
    • unentwegt zappelt, fummelt, nestelt
    • keine Körperspannung hat, sondern schlapp im Stuhl sitzt
    • einen laffen Händedruck hat
    • permanent mit den Haaren spielt
    • wild mit den Händen herumfuchtelt
    • die Arme verschränkt

    Auf den Händedruck kommt’s an

    Allein der Händedruck hat großen Einfluss auf den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs, wollen US-Wissenschaftler herausgefunden haben. Insbesondere Frauen bekommen den Job demnach eher, wenn sie kraftvoll zugedrückt haben.

    Grundsätzlich gilt: Bitte nicht schütteln oder rühren! Sondern kurz die Hand geben und drücken. Mehr als drei bis vier Sekunden sollte der Vorgang nicht dauern. Sie sind ja nicht Donald Trump, der aus jedem Handshake eine eigene Zeremonie macht!

    So geht es richtig:

    • Zur Begrüßung aufstehen.
    • Sich mit Namen vorstellen.
    • Der Ranghöchste reicht zuerst die Hand.
    • Blickkontakt halten.
    • Hand kräftig drücken (aber nicht ZU kräftig), nicht schütteln.
    • Nach spätestens 5 Sekunden loslassen

    Vorstellungsgespräch Körpersprache: Der erste Eindruck

    Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie eine große Klippe umschifft. Sie zählen zu den Auserwählten, bringen offensichtlich alle notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen mit.

    Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und ohne überzeugende Kür kann niemand Eiskunstlauf-Weltmeister werden – und den Job bekommt er oder sie auch nicht. In der Regel sind es die Soft Skills, die zu Punktabzügen in der B-Note führen.

    Bewerber senden Signale aus, viele davon will der Personaler aber nicht empfangen. Wenn in ihm der Eindruck entsteht, der Bewerber passe doch nicht richtig ins Team, dann war es das. Das kann an fehlendem Sinn für Humor liegen oder auch an einer extravaganten Kleidungswahl – oder eben an der Körpersprache.

    Wichtig ist der erste Eindruck. Oft bilden wir uns in den ersten Momenten schon ein abschließendes Urteil über eine Person, das wir dann immer weiter verfestigen. Die Körpersprache ist hierfür mitentscheidend. Warum schaut mir der Bewerber nicht in die Augen? Wieso ist sein Händedruck so schlapp wie ein toter Fisch? Warum guckt er so böse?

    Über die Qualifikationen eines Kandidaten sagt all das rein gar nichts aus. Aber es ist dennoch von enormer Tragweite. Denken Sie vor Ihrem nächsten Jobinterview unbedingt daran…

    3 Tipps für alle Gesprächsphasen

    Karrieresprung hat Tipps für alle Phasen des Bewerbungsgesprächs…

    1. Begrüßung

      Sobald Sie den Gesprächsraum betreten, sollte Ihr Outfit sitzen. Sie sollten also nicht mehr an Ihrer Bluse herumzupfen oder die Krawatte richten oder das Hemd in die Hose stopfen.

      Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner Sie begrüßt und Ihnen die Hand reicht. Nicht von sich aus die Hand ausstrecken, das bleibt dem Gastgeber vorbehalten. Und drücken Sie kurz und kräftig zu, aber nicht so fest, dass ihm die Fingerknochen weh tun.

      Immer wichtig: Blickkontakt halten und lächeln!

    2. Gesprächsbeginn

      Knigges Grundregeln: Lümmeln Sie sich nicht wie ein Teenager in den Stuhl und verschränken die Arme, schlagen die Beine in Macker-Manier übereinander oder tippen damit nervös auf den Boden. Und erst hinsetzen, nachdem man Ihnen den Stuhl angeboten hat.

      Ein Fauxpas wäre es auch, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder mit Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn zu reiben – so wie griechische Philosophen das mutmaßlich getan haben. Diese Gesten wirken entweder unsouverän, anstandslos, arrogant, desinteressiert – oder alles zusammen.

      Wie Sie es besser machen: Gerade hinsetzen. Aufrecht! Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls, sondern nehmen die gesamte Sitzfläche ein. Die Beine am besten nebeneinander platzieren, Arme und Hände locker im Schoß. Dabei können Sie sich mit Gesten wie der Merkel-Raute behelfen. Ihren Körper lehnen Sie leicht nach vorne, das zeigt Interesse und Engagement.

      Optimal, wenn Sie die Sitzhaltung an jene Ihres Gegenübers anpassen. Experten sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Auf gut deutsch: Nachmachen. Dabei sollten Sie sich aber nicht zu plump anstellen, sondern subtil vorgehen. Vorteil: Gemeinsamkeiten lassen Vertrauen und Sympathie wachsen. Und mit dem Spiegeleffekt tragen Sie genau dazu bei.

    3. Gesprächsende

      Sie können eine Top-Leistung abrufen – und am Ende doch alles zunichte machen. Der Abschied ist der letzte Eindruck, den der Personaler von Ihnen hat. Versauen Sie ihn nicht. Das kommt leider sehr häufig vor.

      Vielleicht ist der letzte Eindruck sogar noch wichtiger als der erste, denn er wirkt nach. Er bleibt kleben, so wie ein schlechter Wein.

      Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, müssen Sie nur noch einmal kurz höchste Konzentration aufbringen – und alles ist gut. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern also erneut die Hand, schauen Sie ihnen in die Augen (!) und verabschieden sich höflich, aber selbstbewusst. „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“

      Fangen Sie jetzt bloß nicht an, Anekdoten auszupacken oder Witze zum Nachtisch zu servieren. Kein Geblubber, sondern ein kurzer und gewinnender Abschied. Dann mit aufrechter Körperhaltung hinaus zur Tür – und erst, wenn Sie außer Sichtweite sind, können Sie genüsslich an Ihrem Bart zupfen, das Jacket auf den Boden pfeffern oder die schäbige Sonnenbrille aufsetzen – was Sie wollen.

    Vorstellungsgespräch Körpersprache: Kleine Gesten

    Eine Geste kann zum Markenzeichen eines Menschen werden. Aber wenn es zu viele kleine Gesten werden, in zu kurzer Zeit, sieht das in den seltensten Fällen vorteilhaft aus. Sie sollten also nicht ständig an der Nase kratzen, ans Kinn fassen, durch die Haare streichen oder mit den Fingern tippen. Personalern fallen diese Gesten auf, auch wenn es nur kleine sind. Sie sind darauf trainiert. Sie können das Gesamtbild eines Bewerbers komplett ruinieren.

    Besser sind ruhige und nicht zu hektische Gesten. Nicht immer mit beiden Händen, gerne nur mit einer. Eine offene Körperhaltung signalisiert Entgegenkommen und Offenheit. Spielkinder verzichten möglichst darauf, am Ring oder anderen Spielzeugen herumzufingern, weil es Unsicherheit und Nervosität bezeugt.

    Wenn Sie mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzen, wenden Sie sich stets dem zu, der gerade spricht. Ab und zu nicken, Blickkontakt halten und ihm oder ihr niemals ins Wort fallen. Machen Sie nicht den Fehler, sich auf den ranghöheren Gesprächspartner zu konzentrieren und den anderen zu ignorieren. Das ist Ausdruck höchster Arroganz und Berechnung.

    Und noch etwas: Falls Sie am Schreibtisch des Personalers Platz nehmen und Ihre Unterlagen dort ausbreiten, beanspruchen Sie so wenig Platz wie möglich. Andernfalls verletzen Sie das Territorium Ihres Gesprächspartners – und das kostet viele Punkte.

    Gefühle nicht unterdrücken!

    Die volle Kontrolle über sich und seinen Körper haben – das erfordert Anstrengung. Aber vielleicht ist totale Kontrolle auch gar nicht sinnvoll.

    Ihre Gefühle komplett unterdrücken sollten Sie nämlich nicht. Wer im Vorstellungsgespräch zu cool auftritt, reduziert seine Einstellungschancen. Das haben US-Wissenschaftler aus Texas herausgefunden.

    Ihre Argumente: Selbstkontrolle kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Darum können sich Menschen, die Gefühle unterdrücken, schlechter an Einzelheiten aus Ihrem Lebenslauf erinnern. Und wirken nicht mehr cool, sondern stocksteif.

    [Bildnachweis: igorstevanovic by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch verschieben: Auf diese Weise klappt es

    Vorstellungsgespräch verschieben Tipps

    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber sieht das der Arbeitgeber genauso? Diese Frage stellen sich Bewerber, die ein Vorstellungsgespräch verschieben wollen oder müssen. Schließlich kann eine lästige Erkältung dazwischenkommen oder ein privater Notfall oder ein Geschäftstermin oder… Ob die Chancen durch eine Absage auf den Nullpunkt sinken oder so intakt sind wie zuvor, kommt auf Umstände und Begründung an. Einen guten Grund nimmt kein seriöser Arbeitgeber dem Bewerber übel, einen schlechten umso mehr…

    Vorstellungsgespräch verschieben: Geht das überhaupt?

    Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut sich jeder. So manch einer flippt sogar regelrecht aus. Viel Zeit für eine Reaktion indes bleibt nicht. Man sollte schon innerhalb von zwei Werktagen den Termin bestätigen – das erwarten Arbeitgeber von einem Bewerber.

    Bleibt die Terminbestätigung aus, entsteht der Eindruck, man sei in Wahrheit gar nicht so heiß auf den Job. Und das bringt einen direkt wieder ins Hintertreffen gegenüber der Konkurenz.

    Auf der anderen Seite schauen Bewerber heute aufmerksam nach links und rechts. Mit anderen Worten: Sie bewerben sich anderweitig. Das erhöht ihre Chancen, so schnell wie möglich wieder in Arbeit zu kommen. Und es streut gewissermaßen das Risiko, verringert die Abhängigkeit von den Launen EINES Arbeitgebers.

    Dann kann es passieren, dass man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zusagen fürs begehrte Jobinterview bekommt. Das schmeichelt der geschundenen Seele, kann einen aber gleichzeitig in arge Terminnot bringen. Denn vielleicht überschneiden sich die Termine.

    Was tun in solch einem Fall?

    Vorstellungsgespräch verschieben: Damit testen Sie den Arbeitgeber!

    So mancher verkneift sich den Wunsch nach einer Terminverschiebung. Das könnte dem Arbeitgeber sauer aufstoßen, so der Glaube, und die Jobchancen verringern. Doch das ist Mumpitz.

    Einen Termin gibt man nicht vor, man spricht ihn ab. Dazu gehört, dass beide Seiten mit ihm einverstanden sind. Es gibt sicher Ausnahmen: Findet ein Bewerber partout keine Übereinstimmung und kann drei, vier, fünf angebotene Termine aus den verschiedensten Gründen nicht wahrnehmen, spricht das nicht gerade für seine Motivation. Ein wenig entgegenkommen müssen Sie dem Unternehmen dann schon…

    Grundsätzlich aber ist die Bitte nach Terminbestätigung keine reine Höflichkeitsfloskel. Ja, Bewerber dürfen sehr gerne nach einer Alternative fragen oder diese von sich aus anbieten. Bedenken Sie: Ein Arbeitgeber, der zu keinem Kompromiss bereit ist und stur auf diesem einen Termin besteht, wird Sie und Ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag auch nicht sonderlich wertschätzen.

    Genau das spricht sogar dafür, explizit nach einem neuen Termin zu bitten: Zeigt das Unternehmen Verständnis und kommt Ihnen entgegen, dann dürfen Sie an dieser Stelle einen Haken machen – und es in die engere Wahl Ihrer Wunsch-Arbeitgeber aufnehmen.

    3 gute Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

    Generell gilt: Ja, Vorstellungsgespräche dürfen Sie guten Gewissens verschieben. Vielleicht sollten Sie es sogar. Eine Begründung aber sollten Sie in jedem Fall mitliefern. Es liegt in der Natur der Sache, dass es gute und schlechte Gründe gibt.

    Das sind gute Gründe:

    1. Geschäftliches

      Wenn Sie momentan auf Arbeitssuche sind, fallen geschäftliche Termine als Absagegrund für Sie aus. In einem bestehenden Arbeitsverhältnis aber ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie unabkömmlich und auf Reisen sind. Ein Business-Termin ist ein exzellenter Absagegrund, unterstreicht er doch Ihren Stellenwert im Noch-Unternehmen. Man könnte sogar sagen, er lässt Sie wichtig erscheinen. Denn vermutlich haben Sie sich diskret beworben und Ihr aktueller Arbeitgeber weiß davon überhaupt nichts. Dies ist der Normalfall und auch keineswegs verwerflich.

    2. Privates

      Hier wird es schon kniffliger. Für manche Privattermine hat Otto-Normal-Arbeitgeber sicher Verständnis, für andere weniger. Ein Polterabend oder der Geburtstag eines alten Schwippschwagers mögen bei Ihnen rot im Kalender stehen. Deshalb ein Vorstellungsgespräch absagen? Lieber nicht. Einen Familienurlaub dagegen, den Sie lange zuvor geplant und gebucht haben, müssen Sie nicht kurzerhand wieder absagen. Auch die Taufe Ihres Patenkindes oder eine wichtige Klausur im Studium sind allemal wichtiger als ein Jobinterview. Grünes Licht! Und sollte der Arbeitgeber das anders sehen, kann er Sie gerne mal kreuzweise… Aber Sie merken: Ein wenig Gefühl in den Fingerspitzen bringt Sie in Ihrer Entscheidungsfindung weiter.

    3. Krankheit

      Wenn Sie krank sind, können Sie nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Punkt. Das gilt auch, wenn Ihr Kind erkrankt ist. Es handelt sich also um einen guten und nachvollziehbaren Grund. Aber das denken die meisten, deshalb ist Krankheit auch ein gern genutztes Alibi. In jedem Fall erweckt die Absage Misstrauen. Darum können Sie maximal zwei Tage vor dem Termin die Karte Krankheit spielen. Erkrankungen sind schließlich (meist) etwas Kurzfristiges. Niemand weiß, ob er in zwei Wochen erkältet sein wird – logisch. Krank zum Vorstellungsgespräch erscheinen kann man übrigens sehr wohl, wenn man den Job unbedingt will. Aber: Man bringt vermutlich nicht die Leistung, die man in gesundem Zustand bringen könnte.

    4 schlechte Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

    Das sind schlechte Gründe, um ein Vorstellungsgespräch zu verschieben:

    1. Auswahl

      Ehrlichkeit ist eine Tugend, ja. Aber in diesem Fall ist unser Rat: Greifen Sie auf eine Notlüge zurück. Denn wenn Sie wirklich das Jobinterview absagen mit der Begründung, Sie haben parallel noch ein anderes, dann könnten Sie Ihrem Gesprächspartner auch gleich mit der Bratpfanne eins überbraten. Es sagt so viel wie: Ihr hier seid für mich nur zweite Wahl, wenn überhaupt. Das andere Unternehmen ist mir deutlich wichtiger. Von der Motivation, über die ich euch in meinem Anschreiben vorgeschwärmt habe, kann keine Rede sein. Das Ganze grenzt schon fast an eine Ehrverletzung. Sie könnten also genauso gut Ihre Bewerbung zurückziehen. Mit einer Ausnahme: Sie sind als Fachkraft so selten und begehrt, dass Sie sich dieses dreiste Verhalten leisten können – als Softwareentwickler zum Beispiel. Aber für die Mehrheit ist es nicht zu empfehlen – und für viele das sofortige Aus.

    2. Therapie

      Wenn Sie sich angreifbar machen wollen, dann verschieben Sie Ihren Termin mit dem Hinweis, Sie hätten an diesem Tag schon einen Therapie-Termin. Das kann eine Therapie beim Psychiater oder den anonymen Alkoholikern oder gegen chronische Rückenschmerzen oder Depressionen sein. Daran ist auch überhaupt nichts Verwerfliches. Aber es offenbart einen Makel, der Sie weniger leistungsfähig erscheinen lässt. Für Arbeitgeber ein Warn-Signal! Für Depressionen etwa muss sich niemand schämen, Arbeitgeber aber müssen mit erhöhten Fehlzeiten rechnen. Ein schwacher Rücken ist für Handwerker, die sich häufig bücken müssen, ebenfalls kein Gütesiegel. Falls Sie es noch nicht wussten: Zu Angaben über ihre Gesundheit sind Bewerber nicht verpflichtet. Tipp auch hier: Eine Notlüge ist die bessere Alternative.

    3. Vorsorge

      Arzttermine sind delikat. Auf der einen Seite zeugt es von Ihrem Verantwortungsbewusstsein, wenn Sie Ihren Vorsorgetermin nicht verschieben wollen. Vielleicht sind Sie erblich vorbelastet und warten schon ewig auf die Darmspiegelung oder das Brust-Screening. Auf der anderen Seite sind solche Vorsorgetermine von langer Hand geplant. Man kann sie prinzipiell auch auf einen anderen Termin legen. Wenn Ihnen nun der Arzttermin wichtiger ist als das Jobinterview, dann liegt Ihnen an der Stelle SO VIEL offensichtlich nicht. Oder aber Sie müssen gesundheitlich so angeschlagen oder gefährdet sein, dass es wiederum Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit zulässt. Klar ist aber: Manche Termine sind schwieriger zu rechtfertigen als andere. Einen reinen Vorsorgetermin ohne akute Beschwerden beim Zahnarzt kann man durchaus schieben, einen Nachsorgetermin nach einer OP nicht. Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an.

    4. Nichts

      Eine Begründung, die keine ist, ist ein No-Go. Wenn Sie gar keinen Absagegrund nennen, ist das unhöflich und ein Ausschlussgrund. Nach dem Motto: Hmm, nö, da kann ich nicht. Oder etwas förmlicher: An diesem Termin bin ich leider verhindert. Es gibt natürlich Arbeitgeber, die eine solch vage Absage akzeptieren, aber verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Das gilt auch für den simplen und unbegründeten Wunsch, dass man lieber einen anderen Termin vorziehen würde. Es geht nicht nur um die Wünsche des Bewerbers, auch um die Zwänge des Arbeitgebers. Fehlende Begründungen sind ein Zeichen geringer Motivation und Wertschätzung. Darum sollten Sie immer einen Grund mitliefern.

    Glück haben Bewerber, die zwischen zwei Terminen ausreichend Puffer vorfinden. So viel, dass sie das eine Jobinterview morgens und das andere nachmittags führen können. Optimal, oder?

    Nein, optimal ist auch dieses Szenario nicht. Bewerber halsen sich sehr viel Stress auf und sind beim zweiten Jobinterview wahrscheinlich schon sehr abgekämpft. Höchstleistung adé!

    In dem Fall picken Sie sich lieber Ihren Favoriten heraus und bitten für Nummer zwei um einen Alternativtermin. Eine gute Begründung haben Sie ja jetzt…

    Wie verschiebe ich mein Vorstellungsgespräch?

    Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch verschieben möchten, können Sie das entweder…

    • per Telefon.
    • oder per E-Mail.

    Es versteht sich von selbst, dass Sie keinen Brief mehr schreiben, wenn Sie morgen wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht erscheinen können. Sowieso könnten Unternehmen an Ihrer Digitalkompetenz zweifeln, wenn Sie sich auf dem Postweg melden. Und digitale Skills sind heute wichtiger denn je.

    Am empfehlenswertesten ist die telefonische Variante. Ein Anruf geht schnell, ist persönlich, sicher, unkompliziert. Lange Kettenmails fallen weg, Sie können ruckzuck einen Ersatztermin ausmachen. Haben Sie die Nummer Ihres Ansprechpartners nicht zur Hand, rufen Sie in der Zentrale an und lassen Sie sich diese geben. Vergessen Sie aber nicht, sich schon vorher zwei oder drei Alternativtermine zu überlegen, die Sie anbieten können. Das ist professionell.

    Wenn Sie aber Bammel vor einem Anruf haben (weil Sie eine Notlüge auftischen müssen zum Beispiel), dann schreiben Sie eine E-Mail und halten sich dabei an diesen Aufbau:

    • Für die Einladung bedanken.
    • Weiterhin Freude und Motivation zum Ausdruck bringen.
    • Den Termin mit Bedauern absagen.
    • Um einen Alternativtermin bitten.
    • Selbst mehrere Termine vorschlagen.

    Im Anschluss finden Sie zwei Beispieltexte für Ihre Absage-Mail…

    Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 1

    So könnte Ihre E-Mail aussehen:

    Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

    vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut und freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

    An dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin bin ich allerdings verhindert (ich habe geheiratet und bin dann in den Flitterwochen). Daher würde ich mich gerne an einem anderen Termin bei Ihnen vorstellen. Ich könnte Ihnen folgende Termine anbieten:

    Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
    Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
    Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

    Wann passt es Ihnen am besten? Für weitere Vorschläge Ihrerseits bin ich natürlich ebenfalls offen.

    Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Hansen

    Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 2

    Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

    herzlichen Dank für die Einladung zum Bewerbungsgespräch, über die ich mich sehr gefreut habe.

    Ich bin an der Stelle sehr interessiert, allerdings an dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin verhindert. Für meinen aktuellen Arbeitgeber bin ich auf Geschäftsreise. Diese Reise kann ich leider unmöglich verschieben. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

    Ich würde Sie daher bitten, einen Ersatztermin für mich zu finden – gerne auch kurzfristig. Folgende Termine kann ich Ihnen meinerseits schon einmal anbieten:

    Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
    Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
    Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

    Ich würde mich freuen, wenn Ihnen einer davon passt. Wenn nicht, rufen Sie mich auch gerne über meine Mobilnummer (0123-123456789) an, damit wir einen Ersatztermin abstimmen können.

    Ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldung und das persönliche Kennenlernen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Hansen

    [Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Das sagen Sie dann!

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Eine Frage, die jeder Bewerber kommen sieht. Aber auf die nicht jeder vorbereitet ist. Dabei ist sie für die weitere Gehaltsentwicklung von enormer Bedeutung. Wer einen falschen Anker setzt, verschenkt Geld. Doch faustdick lügen sollte – und darf – man ja schließlich auch nicht. Wie Sie bei der Gehaltsverhandlung auftrumpfen und die Gehaltsfrage zu Ihrem Vorteil nutzen…

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?

    Ein Jobwechsel lohnt sich finanziell. Im Schnitt können Jobwechsler mit einer Gehaltserhöhung von 5 Prozent rechnen. Die Spanne reicht sogar von 3 bis 20 Prozent.

    Natürlich hängt die Höhe des Gehaltssprungs von vielen Faktoren ab: von Alter, Branche, Standort, Beruf und vom bisherigen Gehalt. Der aktuelle Gehaltsscheck dient als Vergleichs- und Verhandlungsgrundlage.

    Die Gehaltssteigerung berechnet man schließlich in Prozenten. Dafür benötigt man das Basisgehalt – das ist in der Regel das, was Sie bisher verdient haben. Liegt es über dem Marktdurchschnitt, dürfte es schwer werden, eine massive prozentuale Steigerung herauszuschlagen. Ist es unterdurchschnittlich, könnte die Gehaltserhöhung weitaus höher ausfallen.

    Darum ist das Gehalt, das Sie im Vorstellungsgespräch nennen, so entscheidend. Sie legen damit einen Anker fest. Der Rahmen ist somit fixiert, der weitere Verhandlungsspielraum stark eingeschränkt.

    Hier beginnt das Problem: Viele Arbeitnehmer wollen das Unternehmen wechseln, weil sie sich für unterbezahlt halten. Drei oder vier Prozent mehr lösen das Problem nicht. Wer aber 20 Prozent mehr fordert, könnte als dreist oder gierig erscheinen…

    So bestimmen Sie Ihr Basisgehalt

    Der erste Schritt ist in jedem Fall: Recherchieren Sie so gut wie möglich den marktüblichen Rahmen für Ihr Gehalt. Damit sind die Vergleichswerte gemeint, die andere Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position verdienen.

    Was verdient jemand, der vergleichbare Qualifikation und Erfahrungen aufweist wie Sie…

    • in diesem Beruf?
    • in dieser Branche?
    • in diesem Unternehmen?
    • in dieser Position?
    • in dieser Region?

    Auf Basis dieser Zahlen sollen Sie entscheiden, was Sie verdienen wollen, was angemessen und realistisch ist – so genau wie möglich.

    Tipp: In der Gehaltsverhandlung sollten Sie einen konkreten Betrag nennen – vielleicht sogar einen krummen. Warum? Sie suggerieren damit, dass Sie die marktüblichen Konditionen und Ihren Marktwert sehr genau kennen und einschätzen können.

    Wo finden Sie Gehaltszahlen? Zum Beispiel hier:

    • In unseren Jobprofilen hier bei Karrieresprung
    • Fach-Blogs wie Karrierebibel
    • Gehaltsreports von Jobbörsen wie Stepstone oder Xing
    • Arbeitgeberbewertungsportale wie Glassdoor und Kununu
    • Offizielle Daten des Statistischen Bundesamts oder der Bundesagentur für Arbeit
    • Durch Bekannte und Mund-zu-Mund-Propaganda

    Gehalt: Wählen Sie einen Job, der…!

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt PersönlichkeitWählen Sie einen Job, der zu Ihrer Persönlichkeit passt! Nicht nur der Selbstverwirklichung wegen, sondern auch, weil Sie dann mehr Geld verdienen. Denn: Wer in einem Beruf arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere.

    Das haben niederländische Wissenschaftler von der Universität Tilburg herausgefunden. Ihre Studie wurde 2018 im Fachmagazin Psychological Science veröffentlicht. Demnach sind keineswegs nur bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit oder Extraversion entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Arbeitnehmern, sondern die Passung des Charakters mit dem Beruf.

    Wer also etwa besonders extrovertiert, umgänglich oder emotional stabil ist, sollte einen Job wählen, in dem genau diese Eigenschaft in überdurchschnittlichem Maße gefordert ist.

    Ergebnis der Forscher: Menschen, deren Persönlichkeit zu ihrem Job passt, können in einem Jahr bis zu ein Monatsgehalt mehr als ihre Kollegen verdienen.

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Darf ich lügen?

    Was tun, wenn das letzte Gehalt aus Ihrer Sicht eindeutig zu niedrig ausfiel – dreist lügen?

    Nein, das kann nicht das richtige Vorgehen sein. Wenn Ihre Lüge auffliegt (was durchaus vorkommt), dann stehen Sie als Lügner da – als jemand, dem man nicht vertrauen kann. Und ein Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter nicht vertraut, kann ihn eigentlich direkt feuern…

    Übrigens ist die Frage nach dem letzten Gehalt durchaus erlaubt – sofern die neue Stelle ähnliche Kenntnisse und Kompetenzen des Kandidaten erfordert wie die alte. Durchaus denkbar also, dass Ihnen eine Lüge, die nachträglich auffliegt, als arglistige Täuschung ausgelegt wird. Der Arbeitgeber ist dann noch zehn Jahre später berechtigt, den Arbeitsvertrag wieder aufzulösen.

    Und auffliegen kann eine Mogelei sehr leicht. Zum Beispiel dann, wenn Arbeitnehmer ein bestimmtes Jahresgehalt nicht überschreiten und daher in den gesetzlichen Pflichtversicherung versichert sind. Der Datenschutz greift hier nicht. Wer also im Vorstellungsgespräch ein Gehalt angibt, das über der jährlichen Versicherungspflichtgrenze lag, in Wahrheit aber pflichtversichert war, kann leicht enttarnt werden.

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: So formulieren!

    Verschämt sollten Sie deshalb aber nicht auftreten. Wenn Sie bislang zu wenig verdient haben, dann sagen Sie das auch ganz klar und offen. Sie sollten aber auch ansatzweise belegen können, warum Sie Ihr bisheriges Gehalt für unterbewertet halten. Zum Beispiel so:

    Ich würde mein bisheriges Gehalt nur ungern als Vergleichswert zugrunde legen. Es handelte sich um mein Einstiegsgehalt. Damals habe ich die üblichen Marktwerte nicht recherchiert, schlecht verhandelt und mich deutlich unter Wert verkauft. Heute verfüge ich über wesentlich mehr Erfahrung und halte ein Gehalt in Höhe von XXXXX Euro pro Jahr für angemessen.

    Noch bessere Argumente haben Sie, wenn mit dem Jobwechsel eine andere Position oder gar Führungsverantwortung verbunden ist. In diesem Fall lassen sich altes und neues Gehalt gar nicht mehr übereinanderlegen – zu unterschiedlich die Stellenprofile.

    Nur plausibel, dass Sie sich auch finanziell weiterentwickeln wollen. So lange das Gehalt, das Sie fordern, nicht den marktüblichen Rahmen sprengt, dürften Sie gute Karten auf Zuschlag haben.

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Wann wird die Frage gestellt?

    Das Gehalt ist ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl – aber längst nicht das einzige. Im Vordergrund sollte es ohnehin nicht stehen. Und selbst wenn es für Sie Priorität A hat, dann zeigen Sie es bitte nicht so offensichtlich.

    Im Vorstellungsgespräch stehen Job, Firma, Herausforderung, Aufgaben an vorderster Stelle – nicht das Geld. Ihr Arbeitgeber will keine Söldner, die bei der erstbesten Gelegenheit weiterziehen. Er will jemanden, der sich mit der Stelle identifziert, Freude an der Arbeit hat und alles gibt.

    Bringen Sie das Gehalt daher nicht als Erstes ins Gespräch, sondern stets zu einem späteren Zeitpunkt. In der Regel stellt der Arbeitgeber von sich aus die Gehaltsfrage. Diesen Zeitpunkt können Sie in aller Ruhe abwarten. Erst recht, wenn Sie über Vergleichs- und Marktwerte im Bilde sind und eine schlüssige Gehaltszahl auf den Tisch legen können.

    Dabei handelt es sich im Übrigens meist um das Brutto-Jahresgehalt. Enthalten sind Weihnachts- und Urlaubsgeld, mögliche Prämien und Sonderleistungen. Fragen Sie aber explizit nach, sonst erleben Sie noch eine unangenehme Überraschung.

    Übrigens: Wenn Sie mit Ihrem Grundgehalt nicht einverstanden sind, müssen Sie die Verhandlung nicht gleich abbrechen, sondern können noch andere Leistungen in den Verhandlungstopf werfen. Zum Beispiel einen Dienstwagen, Dienst-Handy oder andere Zusatzleistungen und Benefits.

    Gehaltserhöhung: Nicht zu viel auf einmal!

    Eine Gehaltserhöhung fühlt sich toll an. Das Hochgefühl ist aber nicht von Dauer.

    Nach spätestens vier Jahren ist die Euphorie über den dickeren Gehaltsscheck vollständig verfolgen, wie Wissenschaftler der Universität Basel 2018 herausfanden. Ihre Studie wurde im Fachmagazin Journal of Economic Behavior and Organization veröffentlicht.

    Anfangs überwiegt die Freude über die Gehaltserhöhung. Noch größer ist der Effekt, wenn der Gehaltssprung größer ausfällt als bei den Kollegen. Mit der Zeit aber entwickelt sich das neue Gehalt zum Referenzwert, an den sich der Mitarbeiter zunehmend gewöhnt. Anders herum ist es übrigens genauso: Nach einiger Zeit hat man sich an eine Gehaltsreduzierung – wenn etwa der Arbeitgeber in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt – gewöhnt.

    Rat der Forscher: Viele kleine Gehaltserhöhungen motivieren Arbeitnehmer langfristig mehr als ein einzelner großer Gehaltssprung.

    [Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

    Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie?

    Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie

    Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Das könnte man einfach als saublöde Frage abtun. Aber so mancher Personaler will es im Vorstellungsgespräch wissen. Immerhin steckt hinter der Frage mehr: Wie gut Sie improvisieren und ableiten können, wie kreativ Sie sind. Diese Tiere dürfen Sie gerne wählen – und diese auf keinen Fall!

    Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?

    „Soll das ein Witz sein?“ Das werden Sie sich vielleicht fragen, wenn Ihnen der Personaler die Tier-Frage stellt: Welches Tier wären Sie? Sie gehört in die Kategorie Stressfragen. Denn sie löst Stress bis hin zu Panik aus, verursacht Druck und Zeitnot.

    So manch einer ist aufgeschmissen. Einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Was allein schon an der Fülle möglicher Antworten liegt. So viele Tiere gibt es auf dem Planeten, mit so unterschiedlichen Eigenschaften.

    Man muss das Pferd (das wäre auch schon der erste Vorschlag) gewissermaßen von hinten aufzäumen. Denn am Anfang steht die Frage: Welche Eigenschaft will ich in meiner Antwort eigentlich zum Ausdruck bringen? Und dann gilt es, das dazugehörige Tier zu finden. Am besten eines, das man wirklich mag, sonst schwingt in der Antwort etwas Unehrliches mit.

    Wie aussagekräftig die Tier-Frage ist, darüber kann man streiten. Aber oft geht es auch vielmehr um Spontanität und Witz, um die Fähigkeit zu improvisieren. Der Personaler will testen, wie Sie auf so einen vermeintlichen Mumpitz reagieren. Ob Sie Humor haben oder nicht, ob Sie stressresistent sind.

    Darum ist es auch nur bedingt ratsam, sich auf die Tier-Frage so fleißig wie eine Biene (noch ein Vorschlag!) vorzubereiten. Aber besser ist es allemal, ein paar mögliche Ideen im Hinterkopf zu haben. Sonst stammeln Sie womöglich nur Bruchstücke heraus wie: „Äh, Tier, ok, naja, wie wär’s mit einem Dackel?“ Und ob das den Personaler überzeugt, ist fraglich…

    Welche tierischen Fähigkeiten braucht der Arbeitgeber?

    Grundsätzlich ist die Frage gut geeignet, um Bewerber nach Ihren Stärken und Schwächen auszuhorchen. Grund: Mit Tieren verbinden wir klar festgelegte Eigenschaften, die teils über Jahrhunderte weitergegeben wurden. Manche vielleicht nicht immer zurecht, aber sie haben sich tief ins kollektive Gedächtnis gefressen.

    Es gibt Märchen und Fabeln über Wölfe und Füchse, Hasen und Igel. Auch nutzen wir gerne Redewendungen mit tierischem Bezug: der schlaue Fuchs, die blöde Ziege, die graue Maus oder gar die dumme Sau.

    So kann die Wahl Ihres Lieblingstieres Hinweise geben auf…

    • Teamfähigkeit

      Manche Tiere fühlen sich in Herden, Rudeln, Schwärmen, Rotten am wohlsten. Sie sind am liebsten unter ihresgleichen. Pferde, Wölfe, Fische zum Beispiel. Die Kooperation ist ihre große Stärke. Herdentiere helfen sich gegenseitig. Ein Bewerber, der ein Herdentier wählt, suggeriert, dass auch er sich gut in ein Team einfügen kann und ein echter Mannschaftsspieler ist. Aber: Leader wählen ein Herdentier wohl eher nicht.

    • Überlegenheit

      Führungspersönlichkeiten wollen aus der Masse herausstechen. Dafür bieten sich Tiere an, die besonders stark, mächtig, selbstbewusst sind. Tiere, die eine übergeordnete Position haben und in der Nahrungskette ganz oben stehen. So wie der König der Tiere, der Löwe. Auch Tiger sind mutig und auf der Jagd. Allerdings sind dominante Tiere auch eigensinnig und gehen nicht gerade zimperlich vor. Mit ihnen könnte man im Unternehmen Probleme bekommen.

    • Fleiß

      Als faul sind viele Tiere verschrien, als besonders fleißig nur wenige. Als Erste fällt einem die fleißige Biene ein. Sie schafft und schafft, kommt tagein tagaus pünktlich zur Arbeit und muckt nicht auf. Oder Ameisen. Aber die einzelne Biene oder Ameise fällt eben auch nicht auf. Nachteil! Ein Kompromiss könnte der fleißige Biber sein oder das Eichhörnchen, das geflissentlich seine Nüsse sammelt.

    • Treue

      Welches Tier ist treu? Na klar, der Hund. Von ihm kann man maximale Loyalität erwarten. Das mögen Unternehmen. Er ordnet sich unter, erhebt keinen Führungsanspruch. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein – je nachdem. Außerdem ist, wer treu ist, manchmal auch treudoof. Eine gute Antwort wäre so etwas wie: „Ich wäre gerne MEIN Golden Retriever. Dem geht es einfach viel zu gut.“

    • Ausdauer

      Pferde rennen und rennen. Auch Kamele haben Durchhaltevermögen (sind aber aus anderen Gründen keine gute Antwort). Elefanten bestechen durch Geduld und Gewissenhaftigkeit. Sie sind Felsen in der Brandung und haben ein tierisch gutes Gedächtnis. Allerdings sind die Dickhäuter zugleich langsam und träge. Sie sind die prototypischen Blockierer, dafür gibt es Abzüge.

    • Ambition

      Der Löwe bietet sich erneut an. Er sitzt schon auf dem Thron – also da, wo Sie im übertragenen Sinne noch hin möchten. Sie möchten weiter nach oben in der Nahrungskette, die Karriereleiter emporsteigen. Sie können aber auch den Geparden wählen. Er ist schneller als der Blitz, hochmotiviert und bringt Top-Leistungen, wenn es darauf ankommt.

    • Kreativität

      Eine Antwort für Profis: Ich wäre gerne ein fliegender Fisch, weil ich mich im Team wohl fühle und Abwechslung schätze. Ich mag es im Wasser, schaue mir alles aber auch gerne von oben an. So behalte ich immer den Überblick.

    Diese Tiere lieber nicht nennen!

    Dann gibt es Tiere, die äußerlich vor allem negative Eigenschaften verkörpern. Von denen sollten Sie Abstand nehmen.

    Zum Beispiel von der (miesen, kleinen) Ratte, die als verräterisch gilt. Da hilft auch keine lange Erklärung, warum Ratten in Wahrheit ganz tolle, bewundernswerte Tiere und echte Überlebenskünstler sind. Sie wecken einfach zu negative Assoziationen…

    Diese Tiere sind keine gute Wahl:

    • Fuchs: Schlau, aber auch gerissen und hinterlistig.
    • Lamm: Unschuldig, schwach, schutzlos, dumm.
    • Elster, Rabe: Diebisch.
    • Wolf: Gierig, böse.
    • Schlange: Falsch, unehrlich, intrigant.
    • Aal: Glitschig, schleimig, schwer zu fassen.
    • Pfau: Eitel, selbstsüchtig.
    • Heuschrecke: Gefräßig (als Antwort nicht mal bei einer Bewerbung in einer Investment-Gesellschaft zu empfehlen.)
    • Hai: Nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht.
    • Dinosaurier: Antiquiert, seine Zeit ist abgelaufen.
    • Faultier: Bedarf keiner Erklärung.

    Welches Tier wären Sie: Noch mehr gute Antworten

    Welches Tier wären Sie? Diese Antworten könnten zu Ihnen passen…

    • Adler: Ich behalte immer den Überblick und schlage dann blitzschnell zu.
    • Chamäleon: Ich bin wandlungsfähig und vielseitig einsetzbar. Wenn sich die Gegebenheiten ändern, verfalle ich nicht in Panik, sondern stelle mich schnell auf sie ein.
    • Biber: Ich baue gerne etwas auf.
    • Luchs: Ich bin schnell, schlau und gehe die Dinge nicht mit der Brechstange an.
    • Delfin: Ich habe ein gutes Gedächtnis, bin mitfühlend und – glaube ich jedenfalls – auch recht beliebt.
    • Eule: Ich bringe nachts die besten Leistungen. (das bietet sich vor allem für Menschen in Nacht-Berufen an, Schichtarbeiter, Krankenschwestern oder Barkeeper zum Beispiel.)
    • Mensch: Ich bin sehr menschlich und fühle mich unter Menschen am wohlsten. Menschen sind ja bekanntlich auch Tiere. (speziell in sozialen Berufen keine schlechte Antwort, in Pflege und Gesundheit, aber auch in Gastronomie oder Vertrieb.)

    10 Antworten für Spaßvögel

    Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Die Frage darf bzw. muss man immer mit einer Prise Humor verstehen. Wer hierauf eine bierernste Antwort erwartet, macht irgendetwas falsch.

    Sie müssen also vor einer Spaß-Antwort nicht zurückschrecken. Wenn Sie glauben, ein kleiner Gag ist gerade angemessen, dann antworten Sie halt so etwas wie…

    • Eierlegende Wollmilchsau: Die suchen Sie doch schließlich, oder? Alternativ geht auch der Wolpertinger (speziell in Bayern) oder ein anderes Fabel-Mischwesen.
    • Känguru: Dann verliere ich nie mehr meine Schlüssel und Handy.
    • Einhorn: Dann wäre ich so begehrt, dass ich dieses Bewerbungsgespräch gar nicht führen müsste. Oder: Dann wäre ich eine Milliarde Dollar wert (eine gute Wahl insbesondere für das Jobinterview im Startup.)
    • Vielfraß: Ich esse auch Ihnen die Kaffeeküche leer!
    • Ork: Weil ich unsere Konkurrenten kurz und klein schlage – im übertragenen Sinne natürlich.
    • Hydra: Mich kriegt man einfach nicht klein, so sehr man es auch versucht.
    • Spinne: Mir gehen alle Aufträge ins Netz. Versprochen!
    • Säbelzahntiger: So jemanden wie mich, mit meinen Qualitäten, gibt es eigentlich gar nicht mehr. Und ich habe Biss!
    • Arbeitstier: Das Lieblingstier in JEDEM Unternehmen.
    • Nessie, Yeti: Ich lasse mich nur ganz selten im Büro blicken. Sie bieten doch Homeoffice an?
    [Bildnachweis: Katsiaryna Pakhomava by Shutterstock.com]

    Warum sollten wir Sie einstellen? 7 gute Antworten

    Warum sollten wir Sie einstellen

    „Warum sollten wir Sie einstellen?“ „Weil ich hochmotiviert und ein Teamplayer bin.“ Falsch, so antworten Bewerber bitte nicht! Motiviert und teamfähig sind sie schließlich alle. Sie wollen sich aber abheben vom Rest, hervorstechen aus der Masse. In der Tat fällt eine ansprechende Antwort viel schwerer als man vermutet. So könnte sie aussehen…

    Beliebte Bewerberfrage: Warum sollten wir Sie einstellen?

    Es handelt sich um eine offene Frage, auf die Sie nicht mit Ja oder Nein antworten können. Der Fragesteller will mehr über Sie erfahren, möglichst viele Infos gewinnen.

    In dieser Frage schwingen subtil noch sehr viele andere Fragen mit:

    • Inwiefern haben Sie die notwendigen Qualifikationen für den Job?
    • Weshalb sind Sie der beste Kandidat?
    • Welchen Mehrwert, den Sie mitbringen, können die anderen Kandidaten nicht anbieten?
    • Warum passen Sie in unsere Unternehmenskultur?

    Aber egal, wie er oder sie die Frage formuliert: Es geht für Sie als Bewerber darum, die Unterschiede zwischen sich und dem Wettbewerb herauszuarbeiten. Sie sollten klar machen, was Sie ausmacht und was Sie besonders macht.

    Darauf können und sollten Sie sich vorbereiten. Denn die Frage ist hochgradig relevant. Sie dürfte in überdurchschnittlichem Maße zur Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kandidaten beitragen.

    Warum wird Ihnen die Frage gestellt?

    Das Unternehmen möchte den besten Kandidaten für die vakante Stelle finden. Auf diese Weise versucht es, den Kandidatenkreis zu filtern und einzuschränken. Denn die Suche nach dem Wunschbewerber ist meist schwieriger als gedacht. Erst recht, wenn die Zahl der Bewerber sehr hoch ist. Oft ähneln sich dann die Lebensläufe und Qualifikationen.

    Irgendwie aber muss man die Spreu vom Weizen trennen und eine Entscheidung treffen. Eine Frage, mit der man die Unterschiede kennbar macht, bietet sich da an. Das ist der Plan. Worin also unterscheiden sich die Bewerber?

    Als Bewerber sollten Sie also nicht mit Allgemeinplätzen antworten wie: „Ich bin hochmotiviert und bringe alle notwendigen Qualifikationen mit.“ Das tun sie alle!

    Vielmehr ist es wichtig, Eloquenz, Persönlichkeit und auch eine Prise Gewitztheit zu verkörpern. Ihr Gesprächspartner wird aus Ihren Antworten ableiten, wie gut Sie in die Firma und ins jeweilige Team passen, wie Sie arbeiten, ob Sie analytisch-systematisch vorgehen oder eher emotional.

    Sie sollten dem Personaler zeigen, dass Sie…

    • sich in Teams und Abläufe integrieren können.
    • zuverlässig und sorgfältig arbeiten.
    • dem Unternehmen neue Impulse geben können.
    • über reichhaltige und praktische Erfahrungen verfügen.
    • Herausforderungen annehmen und auch unter Stress Top-Leistungen abliefern können.

    Das macht eine gute Antwort aus

    Es gibt Menschen, die nur ungern über sich selbst reden. Diesmal müssen Sie es! Aber bitte auch nicht zu lange. Wer ausschweifend über sein Leben erzählt, kann schon mal 20 oder 30 Minuten ausfüllen. Ein riesiger Irrtum!

    Bedenken sie: Der Personaler interessiert sich nicht für Ihre gesamte Lebensgeschichte. Er will nur das wissen, was für ihn und seinen Arbeitgeber von Belang ist. Außerdem sollten Sie im Vorstellungsgespräch nachweisen, dass Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, die Substanz herauszufiltern. Mehr als sechs bis acht Minuten sollte Ihre Antwort nicht einnehmen.

    Überlegen Sie sich vorab eine grobe Struktur. Sie können drei oder vier Punkte auswählen, die Sie voranstellen wollen oder drei bis vier Beispiele aus Ihrem Lebenslauf. Diese tragen Sie dann kurz und prägnant vor. Setzen Sie Schwerpunkte!

    Die Frage sollten Sie NICHT wie ein Bewerbungsschreiben angehen: Dieses ist schön sauber und chronologisch geordnet. Diesmal gilt es vielmehr darum, das Wichtigste an den Anfang zu stellen. Viele Bewerber begehen den Fehler, alles fein säuberlich aufzuzählen: Schule, Studium, berufliche Stationen. Und dann kommen noch ein paar Adjektive zur Anwendung wie „Ich bin teamfähig und sehr motiviert.“ Falsch!

    Diese Perspektive sollten Sie einnehmen

    Die Ich-Perspektive ist nicht überzeugend. Versetzen Sie sich lieber in Ihren Gesprächspartner, nehmen Sie seine Perspektive ein. Wenn er einen Benefit oder Mehrwert wittert, steigt seine Neugier. En Problem, das Sie für ihn lösen könnten. Eine Herausforderung, bei der Sie ihm helfen könnten. Das ist es, was er hören will.

    Sie verkaufen nicht sich selbst, Sie verkaufen eine Problemlösung. Mit diesem Mindset sind Sie im Vorstellungsgespräch erfolgreicher. Ihre Qualifikationen und Kompetenzen sind deshalb nicht wertlos. Im Gegenteil, sie sind das Fundament, auf dem die Problemlösung fußt.

    Wenn Sie Ihre Stärken mit bisherigen Erfolgen unterstreichen und mit potenziellen Einsatzmöglichkeiten im neuen Unternehmen verknüpfen, kann sich der Personalverantwortliche darunter etwas vorstellen. Top!

    Liefern Sie z.B. Belege für Ihre…

    • Berufs- und Branchenerfahrung
    • Netzwerke
    • Problemlösungskompetenzen
    • Führungserfahrungen
    • Weiterbildungen
    • technische oder konzeptionelle Fähigkeiten
    • Preise und Auszeichnungen

    So nähern Sie sich einer guten Antwort

    Als Erstes brainstormen Sie. Diese Fragen helfen:

    • Welche meiner Qualifikationen sind für den Job am wichtigsten?
    • Welche besonderen Leistungen kann ich damit erbringen?
    • Welchen Mehrwert kann ich anbieten?
    • Mit welchen Erfolgen kann ich das belegen?
    • Welche außergewöhnlichen Erfahrungen bringe ich mit?

    Nun wählen Sie aus allen Möglichkeiten drei oder vier aus, die vermutlich am besten passen. Nicht vergessen, praktische Beispiele einfließen zu lassen!

    Die Kunst ist es, Allgemeines herunterzubrechen und so tief ins Detail zu gehen wie möglich, ohne dabei zu weit auszuholen. Länger als zwei Minuten sollten Sie für ein Beispiel nicht benötigen.

    Warum sollten wir Sie einstellen: Formulierungsbeispiele

    • Ich habe mir Ihren Auftritt in den sozialen Medien angesehen und schon ein paar Ideen, wie ich ihn noch emotionaler und effektiver gestalten kann. Meine Erfahrungen im Social Media Marketing helfen mir dabei. Ich bin mir sicher, in kurzer Zeit Reichweiten und Interaktionen mit den Fans erhöhen zu können.
    • Ich habe mittlerweile zehn Jahre im HR-Bereich gearbeitet und weiß, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden. Auf der anderen Seite weiß ich auch, DASS es geht – und WIE es geht. Mit den geeigneten Maßnahmen kann man im Rahmen der Personalsuche die Effizienz erhöhen und außerdem viel Zeit und Geld sparen. Das würde ich gerne für Sie machen!
    • Ihren Seitencode kann man optimieren und vereinfachen, das habe ich bei einem ersten Blick auf Ihre Webseite bereits bemerkt. Das würde ich als Erstes umsetzen, damit die Ladezeiten kürzer werden, die Seite schneller und das Ranking bei Google besser.

    Sie sehen: Wenn man als Bewerber ein Problem benennt, das man für das Unternehmen lösen möchte, wird die Antwort gleich viel attraktiver. Die Kundenperspektive steht über der Bewerberperspektive. Damit überzeugen Sie im Bewerbungsgespräch.

    Ihre Antworten können Sie vorher auch einüben – vor dem Spiegel oder als Rollenspiel mit Freunden. Am besten, sie sitzen flüssig, klingen aber nicht wie auswendig gelernt. Denn das bleibt wichtig: Bewerber sollten authentisch, engagiert und motiviert auftreten – und nicht wie perfekt programmierte Roboter.

    Warum sollten wir Sie einstellen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

    • Die aktuellen Herausforderungen in der Branche sind mir wohl bekannt. Wir haben in meinem letzten Unternehmen täglich damit zu tun gehabt. Ich weiß aber auch, wie man damit umgeht. Kenne Strategien, Mittel und Wege, um den Umsatzrückgang aufzuhalten. So habe ich es mit meinem letzten Team geschafft, durch den Einsatz von…
    • Als Berufseinsteiger habe ich nicht so viele Erfahrungen vorzuweisen wie der Rest des Teams, das ist mir bewusst. Aber ich sehe das sogar als Vorteil. Ich glaube, dass es Ihrem Team helfen könnte, jemanden mit einem frischen Blick hineinzuholen. Jemanden, der eine ganz neue Perspektive einnimmt, keinen Tunnelblick hat und noch sehr jung ist. Ich bin mir sicher, damit könnte ich dem Team insgesamt helfen…
    • Heutzutage wird es immer einfacher, ein Produkt in den Medien zu platzieren, aber gleichzeitig immer schwerer, Aufmerksamkeit dafür zu generieren. Es gibt einfach so viel Content, so viel Werbung, so viele Angebote im Internet. Ich weiß, wie man ein neues Produkt lanciert. Das habe ich in meinem letzten Job bewiesen, als ich mit meinem Team sogar eine Auszeichnung gewinnen konnte…
    • Ich lebe für die Technik. Ich träume von Technik. Ich beschäftige mich Tag und Nacht mit Technik. Und ich kenne mich mit Technik sehr gut aus, insbesondere mit allen Facetten des Elektromotors. Darum wäre ich genau der richtige Mann für Sie, um das Projekt Elektromobilität voranzutreiben. Ich WILL von ganzem Herzen – und das meine ich ernst – dass Ihrem Unternehmen der Umstieg auf E-Mobilität gelingt…
    [Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]

    Warum haben Sie gekündigt? So punkten Bewerber!

    Warum haben Sie gekündigt

    „Warum haben Sie gekündigt?“ „Also das ist ganz einfach. Mein Chef war ein Vollpfosten, die Kollegen unerträglich, die Firma ohnehin ein Ort des Wahnsinns und die Lage im Gewerbegebiet gruselig. Ach ja, und das Gehalt war genauso mies wie das Kantinenessen.“ Fraglich, ob Bewerber mit dieser Antwort Punkte auf ihr Konto einzahlen. Besser, Sie antworten auf folgende Art und Weise…

    Darum stellen Personaler Ihnen diese Frage

    Sie wollen wissen, warum Sie wechseln wollen. Und auch, wie hoch Ihre Frustrationstoleranz ist. Denn angenommen, Sie wollen Ihren Arbeitgeber wegen vermeintlicher Petitessen verlassen, wie werden Sie sich dann am neuen Arbeitsplatz verhalten, sobald erste Schwierigkeiten auftreten?

    Arbeitgeber wollen keine Job-Hopper, sondern Mitarbeiter, die sich committen. Darum fragen Sie manchmal auch indirekt: Wie lange sind Sie schon auf Jobsuche? Warum suchen Sie aktuell eine neue Stelle? Was hat Ihnen an Ihrem letzten Arbeitsplatz nicht gefallen?

    So kann der Interviewer klären, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig gehen – und wo mögliche Konfliktfelder lauern. Die Frage ist für Sie als Bewerber ausgesprochen heikel. Besser, Sie manövrieren sich nicht in eine ausweglose Situation. Dafür ist es wichtig, sich vorab hieb- und stichfeste Antworten zu überlegen. Ehrlich und authentisch sollten die aber schon sein…

    5 schlechte Kündigungsgründe

    Es gibt zahlreiche Kündigungsgründe. Aber nicht alle sind gute. Manche sollten Sie in der Bewerbung lieber verschweigen. Zum Beispiel diese schlechten Kündigungsgründe:

    1. Chef

      Ein altes Business-Bonmot besagt: Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs. Das stimmt auch sehr häufig. Aber laut sagen sollten Sie es nicht. Kritik am früheren Boss ist eine Lästerei. Und Lästern ist schlechter Stil, illoyal und charakterschwach. Erstens begeben Sie sich damit selbst in die Rolle des Opfers. Zweitens weckt es Zweifel an Ihrer Loyalität dem neuen Arbeitgeber gegenüber. Werden Sie später auch schlecht über ihn reden? Wahrscheinlich ja.

    2. Herausforderung

      Sie haben den Großteil der Arbeitszeit damit verbracht, vor dem Rechner Solitaire zu spielen? Wäre definitiv eine witzige Antwort, aber sicher nicht zu Ihrem Vorteil. Natürlich gibt es langweilige Jobs und Aufgaben und Zeitabschnitte. Manch einer steht vielleicht sogar vor dem Boreout. Aber dann stellt sich die Frage: Wieso haben Sie nicht schon viel früher gekündigt? Zweite Frage: Warum wird ein vermeintlicher Leistungsträger wie Sie nicht intensiver in die wichtigen Prozesse des Unternehmens eingebunden? Und drittens: Weshalb haben Sie nicht selbst versucht, an diesem Zustand etwas zu ändern? Denn seinen Job kann man auch selbst mitgestalten, formen und spannender machen. Das nennt sich Job Crafting.

    3. Atmosphäre

      Die Vorgesetzte war ein Biest, der Kollege ein Lästermaul und die Neue eine Intrigantin. Die Harmonie im Team hat nicht gestimmt. Sie haben darunter am meisten gelitten, wurden vielleicht sogar gemobbt. Sehr nachvollziehbar, dass Sie kündigen wollen. Trotzdem stehen Sie vor einem Dilemma: Die Disharmonie im Team fällt auf Sie zurück – unabhängig davon, ob Sie sich wirklich in irgendeiner Weise etwas haben zu Schulden kommen lassen oder nicht. Ein Team besteht aus seinen einzelnen Mitgliedern. Und Sie waren eines davon. Dass es gekracht hat, muss auch an Ihnen gelegen haben. So ist jedenfalls der Eindruck, den man als neutraler Beobachter gewinnt. Zudem wäre es souveräner gewesen, wenn Sie sich durchgebissen und weitergemacht hätten – trotz Ihrer Meinungsverschiedenheiten. Denn die wird es im neuen Unternehmen garantiert auch geben…

    4. Stress

      Der alte Job war die Hölle, die Arbeitsbelastung einfach viel zu hoch. Sie mussten für zwei schuften, weil eine vakante Stelle langfristig nicht besetzt werden konnte. So viel Druck, so viel Stress. Ganz schlimm das alles! Mag sein, aber ein guter Kündigungsgrund ist dies ebenfalls nicht. Stressresistenz ist eine Grundvoraussetzung in vielen Berufen und Branchen. Und von einem Mitarbeiter erwartet man nun einmal Mehreinsatz und die ein oder andere Überstunde, wenn Not am Mann ist. Der Arbeitgeber will Sie einstellen, weil sie belastbar, leistungsfähig und motiviert sind.

    5. Feedback

      Mitarbeiter wollen auch mal gelobt werden. Andernfalls schalten Sie irgendwann einen Gang zurück und schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, wenn überhaupt. Eine Dauerbelobigung indes kann niemand erwarten. Zu negatives Feedback und zu viel Kritik – das sollten Sie auf keinen Fall als Kündigungsgrund nennen. Erstens könnte ja in der Kritik ein wahrer Kern stecken, wer weiß. Und zweitens wirken Sie so wie jemand, der nicht mit Kritik umgehen kann – und sich nicht weiterentwickelt.

    Sie sehen: Als Bewerber können Sie vieles sagen, was Ihren Gesprächspartner auf eine ungünstige Fährte lockt. In Wahrheit kann er Ihnen sogar ALLES negativ auslegen. Jede Antwort, die Sie geben, bleibt suboptimal. Warum? Weil Sie die Vergangenheit, das Negative und die Fehler in den Fokus holen.

    Dann wirkt es so, als würden Sie sich immer nur auf die schlechten Seiten des Jobs konzentrieren. Der Arbeitgeber wird sich die Frage stellen, ob dies im neuen Job nicht wieder genauso sein wird. Sie wollen sich ja nicht als Jammerlappen präsentieren, sondern als zuversichtlicher Möglichmacher.

    Warum haben Sie gekündigt: Das ist wichtig

    Es ist empfehlenswert, dass Sie die Frage ganz nüchtern und professionell aufnehmen und den Blick sogleich wieder nach vorne richten. Tenor: Ich bin in dieser Position unter meinen Möglichkeiten geblieben – dieses Gefühl hatte ich jedenfalls – und habe keine Herausforderung mehr gesehen und keine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

    Verkneifen Sie sich Seitenhiebe und Lästereien – selbst, wenn das Betriebsklima in Ihrem alten Unternehmen wirklich auf dem Nullpunkt angekommen sein sollte. Was Sie zum Beispiel sagen können: Unser Team ist umstrukturiert und komplett neu ausgerichtet worden. Dabei ist mir klar geworden, dass dies nicht die richtige Position für mich ist. Und dann ist es besser – für BEIDE Seiten besser – wenn man diesen Zustand überdenkt.

    Sie sehen: Man muss keineswegs immer rosa Puderzucker über alles streuen. Wenn etwas negativ war, dann müssen Sie es nicht als paradiesisch umetikettieren. Ehrlichkeit, Selbstreflexion und Souveränität kommen so zum Ausdruck. Und das ist nicht verbittert, sondern zukunftsorientiert.

    Warum haben Sie gekündigt: Formulierungsbeispiele

    Nichtsdestotrotz lautet die Devise: Niemals über alte Arbeitgeber lästern! Das zeugt von Charakterschwäche. Und es sagt mehr über Sie aus als über denjenigen, über den Sie lästern.

    Führen Sie möglichst sachliche Gründe für den geplanten Jobwechsel an: Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, neue Branche, neue Herausforderung. Hier sind ein paar Formulierungsbeispiele:

    Wenn Sie selbst gekündigt haben

    • Ich habe mich mit meinen Kollegen und Vorgesetzten wirklich super verstanden. Daran lag es nicht. Allerdings hatte ich das Gefühl, perspektivisch an Grenzen zu stoßen. Eine internationale Ausrichtung war zum Beispiel kaum möglich. Also musste ich etwas ändern.
    • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel gelernt. Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass meine Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Darum war es an der Zeit, dass ich mich neu orientiere…
    • Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen. Das war bei meinem früheren Arbeitgeber leider nicht möglich, aufgrund verschiedener organisatorischer Zwänge. Ich habe aber mittlerweile so viel Erfahrung und Fachwissen, dass ich nicht mehr länger damit warten möchte. Daher die Neuausrichtung…
    • Ich bin ehrlich: Mein Hauptkriterium bei der Jobsuche ist der Standort. Ich bin meinem Partner hierher gefolgt und möchte nun beruflich in dieser Region Fuß fassen. Am liebsten bei einem aufstrebenden Unternehmen mit vielen Entwicklungschancen, das aus einer Branche kommt, in der ich mich auskenne. So einem wie Ihrem!
    • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel über XY gelernt. Das ist sein Schwerpunkt. Mich selbst sehe ich in Zukunft aber eher im Bereich YX. Darauf möchte ich mich konzentrieren und spezialisieren, weil es noch besser zu meinen Fähigkeiten und Interessen passt. Und genau darum glaube ich, dass Sie der richtige Arbeitgeber für mich sind.
    • Mein bisheriger Job war wunderbar. Ich habe überhaupt keinen Grund zu Klage. Als ich aber Ihre Stellenanzeige gesehen habe, war ich Feuer und Flamme und sofort überzeugt davon, dass dieser Job noch besser zu meinem Profil passt. Ich bin überzeugt, dass ich mich hier voll einbringen könnte…
    • Wenn wir hier bei Tinder wären, wäre es ein Match. Sie bieten das, was ich suche und ich habe das, was Sie suchen. Das wurde mir schnell bewusst, als ich von der Stelle gehört habe. Allerdings bin ich nicht wie die meisten Männer bei Tinder: Ich suche nämlich etwas Langfristiges…

    Wenn Ihnen gekündigt wurde

    • Es ist ganz simpel: Dem Unternehmen ging es zum Schluss nicht mehr gut. Den Umstrukturierungen ist auch meine Stelle zum Opfer gefallen.
    • Der Konzern hat sich ganz neu aufgestellt. Mehrere Niederlassungen wurden geschlossen, darunter auch meine. Ein Umzug kommt für mich wegen familiärer Verpflichtungen aber nicht infrage.
    • Mein bisheriger Arbeitgeber hat die Führungsriege umgekrempelt. Es gibt einen neuen Manager, der mein Team komplett neu ausgerichtet hat. Das ist auch völlig legitim. Ich selbst glaube aber, dass dieser Weg nicht der richtige für mich ist. Daher suche ich einen Job, in dem ich mich und meine Kompetenzen voll einbringen kann.
    • Ich möchte mich beruflich neu orientieren. Diese Stelle erscheint mir dafür ideal. Auf der einen Seite werde ich in einem führenden Unternehmen der XY-Branche viel lernen, auf der anderen Seite kann ich meine langjährigen Erfahrungen einbringen und Ihnen sofort weiterhelfen.
    • Die Wahrheit ist, dass mir nur gekündigt wurde, um eine Sperre bei der Arbeitsagentur zu umgehen. Mein Arbeitgeber und ich haben uns einvernehmlich dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen. Wir haben lange und erfolgreich zusammengearbeitet und haben immer gewusst, was wir an dem anderen haben. Aber es war einfach mal an der Zeit, den Reset-Button zu drücken.
    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch absagen: Das Date elegant abservieren

    Vorstellungsgespräch absagen Tipps

    Ja, Sie hatten sich bei ebendiesem Unternehmen beworben. Sie wollten den Job unbedingt. Aber jetzt nicht mehr. Weil Sie ein besseres Angebot auf dem Tisch liegen haben oder weil Sie aus privaten Gründen wegziehen oder weil… Manchmal müssen Bewerber ein Vorstellungsgespräch absagen. Das kann unangenehm sein. Aber wer es höflich und galant macht, hält sich Türen für später offen.

    Vorstellungsgespräch absagen: Ist das überhaupt notwendig?

    Sagen Sie Ihr Vorstellungsgespräch ab, wenn Sie zum Termin nicht erscheinen können oder wollen. Einfach nicht hingehen – das ist schlechter Stil. Eine echte Alternative zur Absage gibt es nicht.

    Verständlich ist es aber durchaus, wenn einem Bewerber nicht wohl dabei ist, ein vereinbartes Vorstellungsgespräch wieder zu canceln. Der Personaler könnte es einem übel nehmen oder unwirsch reagieren. Unangenehm! In Wahrheit aber sind die meisten froh und dankbar, wenn ein Bewerber klare Kante macht und einen Termin frühzeitig wieder absagt. Aus unterschiedlichen Gründen:

    • Respekt

      Alle fordern ihn ein, aber nicht alle geben ihn auch. Die Rede ist von Respekt. Bewerber haben ihn während des gesamten Bewerbungsprozesses verdient, Unternehmen aber auch. Seien Sie respektvoll Ihren Ansprechpartnern gegenüber. Wenn Sie dem vereinbarten Termin einfach fernbleiben, pfeifen Sie auf ebendiesen Respekt. Das ist unhöflich, unprofessionell und kann Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt noch auf die Füße fallen.

    • Planung

      Das Unternehmen hat für Sie Kapazitäten freigemacht. Es hat einen Termin organisiert, einen oder mehrere Mitarbeiter für das Bewerbungsgespräch eingeteilt und einen Raum gebucht. Das alles kostet Zeit und Geld. Sagen Sie frühzeitig ab, kann das Personalbüro seine Kapazitäten neu verteilen. Es wird Ihnen dankbar dafür sein. Denn wenn das Gespräch schon vollständig vorbereitet worden ist, bekommt es die investierte Zeit nicht wieder zurück. Und wenn Sie gar nicht absagen, haben Sie die Zeit von gleich mehreren Personen verschwendet – und hinterlassen keinen guten Eindruck.

    • Fairness

      Fairness ist der Zwillingsbruder von Respekt. Sagen Sie ein Gespräch rechtzeitig ab, verhalten Sie sich fair gegenüber dem Unternehmen – aber auch Ihren Mitbewerbern gegenüber. Ihre Absage ermöglicht es einem anderen Kandidaten nachzurücken. Möge am Ende der Beste gewinnen – so viel Fairness muss sein.

    • Perspektive

      Sie haben es gar nicht nötig, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen? Gut für Sie! Aber irgendwann kann sich das Blatt auch wieder wenden – und Sie einen neuen Job brauchen. Vielleicht ist das jetzt übergangene Unternehmen ja wieder eine Option. Wenn Sie Pech haben, bewerben Sie sich in ein paar Jahren nochmal, der Personaler ist aber immer noch auf seinem Posten und erinnert sich an Ihr unverschämtes Fernbleiben. Dann wird er den Teufel tun und Ihnen eine zweite Chance geben — beziehungsweise nur dann, wenn er wirklich gar keine andere Wahl hat. Bedenken Sie: Eine höfliche Absage kostet Sie nur einen Wimpernschlag. Unentschuldigtes Fernbleiben kann Sie langfristig sehr viel mehr kosten.

    Ein anderer Weg, den Sie gehen können: Sie nehmen das Jobinterview wahr, obwohl Sie schon längst eine anderweitige Zusage gegeben haben und diese auch keinesfalls wieder verwerfen wollen.

    Das können Sie machen. Sie sammeln Erfahrung, gewinnen Einblicke in ein anderes Unternehmen und erweitern Ihr Netzwerk. Auf der anderen Seite ist es Zeitverschwendung – für Sie und für alle anderen Beteiligten. Entscheiden Sie selbst…

    4 Gründe, das Jobinterview abzusagen

    Es gibt mehrere Gründe, ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Vielleicht haben Sie in der Zwischenzeit einen anderen, besseren Job gefunden und Ihre Zusage schon gegeben. Schließlich gehen die wenigsten heute naiv ins Bewerbungsrennen. Sie schreiben mehrere Bewerbungen, halten sich alle Optionen offen und wägen dann ab.

    Manche Arbeitgeber reagieren schneller, andere langsamer. Und dann gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft… der Bewerber. Es gibt aber noch andere Motive, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen:

    1. Krankheit

      Wenn Ihnen eine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung macht, können Sie nicht erscheinen – so viel steht fest. Erst recht, wenn es sich um eine ernste oder langfristige Krankheit handelt. Dann gelten andere Prioritäten: Dass Sie wieder gesund werden. Abgesehen davon könnten Sie sich nicht von Ihrer besten Seite zeigen. Und wer nicht in Bestform ist, hat schlechtere Chancen auf den Jobzuschlag.

    2. Ortswechsel

      Ihre privaten Rahmenbedingungen haben sich komplett geändert. Sie haben sich von Ihrer Frau oder Ihrem Mann scheiden lassen oder ziehen Ihrem Partner in eine neue Stadt nach. Sie müssen sich also dort neu auf Jobsuche begeben. Die Bewerbungen, die Sie bislang verschickt haben, werden Ihren neuen Lebensumständen nicht mehr gerecht. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Vorstellungsgespräch abzusagen.

    3. Sinneswandel

      Denkbar, dass Sie sich aus Verärgerung über Ihren Chef woanders beworben haben. Das kommt häufig vor. Aber vielleicht wurden die Wogen ja wieder geglättet. Sie haben sich ausgesprochen, sind frisch motiviert und voller Tatendrang. Möglicherweise kriegen Sie die Beförderung ja doch, oder eine Gehaltserhöhung. Ihrem aktuellen Job wollen Sie jedenfalls gar nicht mehr entfliehen.

    4. Reputationsschaden

      Das Unternehmen kam Ihnen sehr respektiert vor, als Sie sich dort beworben haben. Jetzt, wo Sie weitere Nachforschungen angestellt haben, nicht mehr. Sie haben Arbeitgeberbewertungsportale durchforstet und vernichtende Bewertungen entdeckt. Bekannte haben Ihnen von den schlimmen Zuständen in der Firma berichtet. Und die Medien berichten ebenfalls mit einer Mischung aus Grausen und Verachtung. Unter diesen Umständen wollen Sie nicht mehr zu diesem Unternehmen wechseln – und absagen.

    Währt ehrlich wirklich am längsten?

    Das waren nur die offensichtlichsten Gründe, um ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Es gibt noch weitere. Die Frage, die sich stellt: Sollen Sie den wahren Grund auch wirklich nennen?

    Zunächst sollten Sie auf jeden Fall überhaupt einen Grund nennen. Alles andere wäre unhöflich.

    In der Mehrzahl der Fälle fahren Sie mit Ehrlichkeit tatsächlich sehr gut. Personaler sind auch Menschen und haben durchaus Verständnis für Ihre privaten und beruflichen Irrungen und Wirrungen. Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn man kleine Geheimnisse mit Ihnen teilt. Schenken Sie reinen Wein ein.

    Und verbinden Sie Ehrlichkeit mit einem Dank für die geopferte Zeit und das entgegengebrachte Interesse. Das macht einen guten Eindruck.

    Jetzt kommt das große Aber: Nicht IMMER ist Ehrlichkeit Ihre Trumpfkarte. Wenn Sie ehrlicherweise sagen, dass Sie am Job nicht mehr interessiert sind, weil unschöne Gerüchte über das Unternehmen kursieren, dann behalten Sie das lieber für sich. Damit wecken Sie schlafende Hunde und lösen eine interne Lawine aus. Möglich, dass Ihnen das hinterher noch andere Personen übel nehmen werden…

    Vorstellungsgespräch absagen: Aber wie?

    Sie können eine kurze E-Mail mit Ihrer Absage verschicken oder gar einen Brief per Post auf den Weg bringen. Am besten aber, Sie rufen an und teilen den Grund Ihrer Absage persönlich mit.

    Aber hüten Sie sich davor, anzurufen und dann KEINE Begründung mitzuliefern. Das wiederum wäre mehr als dreist. Nach dem Motto: Hallo, ich muss leider mein Vorstellungsgespräch nächste Woche absagen, weil ich da doch nicht kann. Danke für Ihr Verständnis. Wiederhören.

    Was sie selbstverständlich nicht tun: Persönlich erscheinen, um dem Personaler mitzuteilen, dass Sie das Vorstellungsgespräch absagen. Völlig übertrieben.

    Für viele ist die E-Mail das Mittel der Wahl. Sie ist schnell geschrieben, bequem und weniger unangenehm. Außerdem hat man alles unter Kontrolle, muss nicht schnell auf entlarvende Rückfragen eine Antwort finden. Eine gut geschriebene, höfliche E-Mail erfüllt auch sicherlich ihren Zweck.

    Und trotzdem bleibt der Anruf die bessere Variante. Er ist ehrlicher, persönlicher und auch mutiger. Sie stellen sich der Situation. Wenngleich es hier „nur“ um eine Absage für ein Vorstellungsgespräch geht, nicht um einen Heiratsantrag.

    Letztlich hängt es von Ihrem Selbstbewusstsein, Ihren Prioritäten und auch Ihrem Zeitdruck ab. Wenn Ihnen das Unternehmen nicht wichtig genug ist und Sie zeitlich extrem eingespannt sind, dann schreiben Sie eine E-Mail. Wenn sie aber unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen und sich Chancen für später offenhalten wollen, rufen Sie an.

    Vorstellungsgespräch kurzfristig absagen

    Je kurzfristiger Sie ein Jobinterview absagen müssen, desto unangenehmer. Sie bringen den Arbeitgeber in Terminprobleme.

    Das kennt jeder aus dem Privaten: Wenn sich Ihre Schwester 30 Minuten vor dem gemeinsamen Kinobesuch wegen einer vermeintlichen Petitesse abmeldet, ist der Frust groß. Drei Tage vorher wäre eine Absage kein Problem gewesen.

    Ganz verhindern kann man kurzfristige Absagen aber nicht. Wenn man sich eine schlimme Erkältung zugezogen hat oder das Kind spontan krank geworden ist, bleibt einem nichts anderes übrig. Natürlich kann es auch passieren, dass ein Tag vor einem Bewerbungsgespräch die Zusage eines anderen Unternehmen ins Haus flattert, das man anzunehmen gedenkt. Was also tun?

    Faustregel: Je kurzfristiger die Absage, desto sinnvoller ist es, sie am Telefon zu überbringen. Das Telefon ist noch immer das schnellste Medium. Gleichzeitig können Sie sicher sein, dass Ihre Botschaft ankommt. Eine E-Mail dagegen kann schon mal versanden – im Spam-Ordner beispielsweise – oder erst später gelesen oder sogar komplett übersehen werden. Außerdem ist ein Anruf persönlicher: Sie können Ihr Bedauern persönlich zum Ausdruck bringen und sich entschuldigen. So hinterlassen Sie beim Personaler einen deutlich besseren Eindruck.

    Bei der Art der Begründung ist schon etwas mehr Überlegung nötig. Im Zweifel greifen Sie auf eine Notlüge zurück: Ich bin gestern Abend krank geworden. Das ist allemal besser als ein Grund wie: Ich habe heute einen Vorsorgetermin beim Arzt. Den kannten Sie schließlich schon vorher. Sie hätten ihn längst verschieben können.

    Eine schwache Begründung zeugt davon, dass Sie schlecht organisiert sind oder andere Prioritäten haben – keine guten Einstellungsvoraussetzungen!

    Vorstellungsgespräch absagen: Formulierungsbeispiele

    Verkomplizieren Sie die Absage nicht! Personalverantwortliche mögen klare Ansagen. Sie sparen Zeit und sind eindeutig.

    Langweilen Sie nicht damit, wie Sie sich Ihre Sommergrippe vermutlich beim Grillen mit den Nachbarn eingefangen haben, als Sie einer Person die Hand schüttelten, die vorher als Krankenschwester gearbeitet hat, in einer Station, in der es viele Fälle gab, weil ja zuvor… Uninteressant! Kurz und knapp formulieren.

    Sie benötigen im Prinzip nur diese Bausteine: die Absage, eine kurze Entschuldigung mitsamt Begründung, ein Dank sowie Abschiedsgruß. Das reicht völlig. Hier sind zwei Formulierungsbeispiele:

    Beispiel 1

    Sehr geehrte Frau Sperber,

    herzlichen Dank für Ihr nettes Feedback und Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit entschieden, das Angebot eines anderen Unternehmens anzunehmen.

    Daher bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich den Termin bei Ihnen nicht wahrnehmen kann. Ich entschuldige mich für die Umstände, die Ihnen daraus entstehen und verbleibe…

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Hansen

    Beispiel 2

    Sehr geehrter Herr Herold,

    ich habe mich sehr über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch gefreut und freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Leider kann ich den Termin wegen eines wichtigen privaten Termins nicht wahrnehmen und würde mich freuen, wenn wir ihn auf ein anderes Datum verschieben könnten.

    Was halten Sie zum Beispiel vom Freitag, den 13. Dezember? Sie können mich auch gerne telefonisch anrufen, damit wir einen Ersatztermin absprechen können. Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Hansen

    [Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]

    Bewerbung nach Kündigung: So klappt es

    Bewerbung nach Kündigung Tipps

    Eine Kündigung kann jeden treffen. Manchmal geht man auch von sich aus, weil man es mit Chef und Kollegen einfach nicht mehr aushält. Spätestens bei der nächsten Bewerbung kann die Episode wieder aktuell werden. Der neue Arbeitgeber will vielleicht wissen, wieso und weshalb und warum. Besser, Sie haben die richtigen Erklärungen parat – und Formulierungen. Bewerbung nach Kündigung: So klappt’s…

    Bewerbung nach Kündigung: Muss ich das erwähnen?

    Muss man eine Kündigung im Lebenslauf explizit erwähnen? Natürlich muss man das nicht. Wenn Sie nach Ihrem Rausschmiss nahtlos wieder eine Neuanstellung gefunden haben, entsteht auch keine Lücke. Weitere Erklärung überflüssig. Oder?

    Fragen können im Personalbüro aber durchaus aufkommen. Wenn Sie zum Beispiel aus einer Position mit Führungsverantwortung in einem großen Konzern in eine Position ohne Führungsverantwortung in einem Mini-Betrieb wechseln, wirft dieser Vorgang zweifellos welche auf. Oder wenn Sie im Anschluss an eine vermeintlich gute Stelle monatelang ohne Job waren. Der Personaler, bei dem Sie sich beworben haben, riecht dann den Braten. Sie müssen wohl rausgeschmissen worden sein…

    Sie als Bewerber haben dann zwei Möglichkeiten:

    • Die Kündigung in den Bewerbungsunterlagen verschweigen. Auf mögliche Rückfragen im Vorstellungsgespräch müssen Sie sich gleichwohl trotzdem vorbereiten.
    • Die Kündigung im Lebenslauf in Stichpunkten erklären. So räumen Sie Missverständnisse von vornherein aus. Das kann Ihre Perspektive durchaus verbessern.

    Vorausgesetzt, Sie schreiben das Richtige. „Mir wurde die Kündigung überreicht, nachdem ich mehrere gravierende Fehler begangen hatte und der Chef endgültig an meiner Kompetenz gezweifelt hat.“ So lieber nicht! Karrieresprung sagt Ihnen, wie Sie eine Kündigung ansprechend verpacken

    Bewerbung nach Kündigung: Wie Sie an die Sache herangehen

    Eine Kündigung tut weh. Immer. Aber sie läutet auch einen neuen Lebensabschnitt ein. Und das ist ja per se nichts Schlechtes. Wichtig ist erstmal nicht, was andere über Ihre Kündigung denken. Wichtig ist, wie Sie selbst damit umgehen.

    Sie können daran wachsen. Auf jeden Fall ist ein Rauswurf eine gar nicht so unwichtige Erfahrung im Leben. Nicht umsonst wird die heilsame Kultur des Scheiterns von Medien und Politik rauf- und runtergepredigt.

    Gehen Sie zunächst nüchtern an die Sache heran: Eine Kündigung – so schmerzhaft Sie auch sein mag – ist ein ganz normaler Teil des Arbeitslebens. Sie hat schon Abermillionen Menschen heimgesucht – und wird noch viele weitere unschön überraschen. Sie ist stinknormal, keine Schande und schon gar kein Grund, irgendeine Flinte in irgendein Feld zu werfen.

    Das kommt auch bei immer mehr Unternehmen an. Eine Kündigung ist längst kein Einstellungshindernis mehr – meistens jedenfalls nicht. Und diese Denkweise dürfte sich weiter durchsetzen. Je weniger Fachkräfte es gibt, desto weniger Vorbehalte gegen ungerade Lebensläufe mit Macken.

    Wir wollen das Thema aber gar nicht unnötig verniedlichen. Natürlich kann eine Kündigung als Makel daherkommen. Es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen und die Umstände an. Interpretiert ein Unternehmen Ihre Kündigung falsch, sortiert es Ihre Bewerbung vielleicht aus. Auf jeden Fall können Zweifel an Ihrer Eignung oder Loyalität aufkommen.

    Zunächst kommt es also auf den Grund an, wegen dem Sie gefeuert wurden. Im Wesentlichen gibt es die folgenden drei…

    Bewerbung nach unverschuldeter Kündigung

    In Finanz- oder Wirtschaftskrisen fallen Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Das ist unvermeidlich. Banken bauen gegenwärtig in großem Stil Stellen ab, Automobilhersteller und -zulieferer ebenso. Einige Abteilungen werden geschlossen, andere aufgebaut. Vorgänge, die zur Marktwirtschaft dazugehören. Folgerichtig kann es auch mal Sie, Ihre Abteilung oder Ihren Berufsstand treffen.

    Zum Beispiel auch dann, wenn der Arbeitgeber selbst Mist baut. Unternehmen können sich verschulden oder Insolvenz anmelden und zu Sparmaßnahmen gezwungen sein. Manche Jobs sind in diesem Fall gefährdeter als andere.

    Beispiel: Ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage könnte als Erstes Marketing- und PR-Maßnahmen zurückfahren, weil diese nicht unbedingt notwendig sind. Sollten Sie als Marketing Manager arbeiten, liegt Ihr Rauswurf also keineswegs an Ihrer Leistung, sondern an den Umständen. Sie müssen sich nicht grämen. Für Ihr Selbstbewusstsein gibt es keinen Grund, unter der Kündigung zu leiden.

    Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

    10/2016-11/2018 Marketingleiter bei der Concurse AG (Stellenverlust wegen Insolvenz)
    10/2017-08/2018 Key Account Manager bei der Abstieg AG (Umstrukturierung des Unternehmens mit verbundenem Stellenabbau)
    08/2015-09/2018 Niederlassungsleiter bei der Up and Down GmbH (Schließung der Filiale aus Gründen der Konsolidierung)

    Kündigung durch eigenes Verschulden

    Wenn die Kündigung doch an Ihnen selbst lag, ist das problematischer – aber keine Katastrophe. Zunächst können viele Gründe dahinterstecken: Sie haben mit Ihrem Charakter vielleicht nicht ins Team gepasst, Ihre Leistungen waren ungenügend oder Sie konnten einfach nicht mit dem Chef. Welcher Grund für Ihre Kündigung ausschlaggebend war, ist im Grunde belanglos.

    Fakt ist: Der Arbeitgeber hat Sie rausgeschmissen. Eine lange Erklärung wirkt da nur wie ein verzweifelter Versuch, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Schadensbegrenzung können Sie aber sehr wohl betreiben.

    Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

    08/2016-07/2019 Marketing Manager bei der Minusminus AG (einvernehmliche Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über berufliche Entwicklung)
    06/2015 -11/2019 Social Media Manager bei der Tunichtgut GmbH (einvernehmliche Kündigung wegen beruflicher Neuorientierung)

    Was Sie nicht tun sollten: Schlecht über den ehemaligen Chef oder Arbeitgeber sprechen. Völlig unabhängig davon, ob Ihr Vorgesetzter wirklich ein Despot war oder die Kollegen hochgradig inkompetent. Lästern ist unprofessionell und fällt vor allem auf den Absender negativ zurück – in diesem Fall auf Sie.

    Bewerbung nach eigener Kündigung

    Es bedarf einer Erklärung, wenn Sie selbst gekündigt haben, ohne einen Anschlussjob in der Tasche. Immerhin haben Sie damit auf eine sichere Anstellung und auf Arbeitslosengeld verzichtet.

    Rechtfertigen müssen Sie sich dafür aber keineswegs. Wie eine überhastete Flucht sollte Ihr Vorgehen nicht wirken, dann wirken Sie planlos und überemotional – wie jemand, der in brenzligen Situationen den Kopf verliert. Darum: Nicht aus der Defensive heraus argumentieren, nicht entschuldigen, nicht rechtfertigen. Das macht Sie gleichzeitig zum Täter und Opfer Ihrer eigenen Entscheidung.

    Hier ein Formulierungsbeispiel für den Lebenslauf:
    …das meine Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch am 31.10.2015 endet…

    Einen Grund müssen Sie gar nicht unbedingt proaktiv mitliefern. Aber Sie sollten auf Rückfragen im Vorstellungsgespräch vorbereitet sein. Gut möglich, dass der Interviewer Hintergründe in Erfahrung bringen will.

    3 Tricks für Ihre Bewerbung

    Es gibt noch weitere Tricks und Kniffe, die Sie anwenden können, um Ihren Makel im Lebenslauf abzumildern. Hier sind sie:

    1. Aufbau

      Üblich ist heute der amerikanische Lebenslauf. Sie beginnen also mit der aktuellen bzw. letzten Station und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit zurück. Sie können aber auch chronologisch vorgehen und mit der ersten Station beginnen. Wählen Sie die Variante, die für Sie am vorteilhaftesten ist. Ihre bisherigen Highlights sollten am Anfang stehen. Das können zur Not auch persönliche Interessen und soziale Engagements sein. Hauptsache, die Episode mit der Kündigung taucht möglichst weit hinten auf, am besten erst auf der zweiten Seite.

    2. Herunterspielen

      Noch mal der Hinweis: Liefern Sie keine langen Rechtfertigungsversuche mit. Und keine ausschweifenden Erzählungen, warum der Chef Sie gemobbt hat oder die Kollegen alle doof waren. Im Zweifel reicht eine kurze Erwähnung ohne Grund. Versuchen Sie trotz allem, positiv zu bleiben und zu wirken, nach vorne zu schauen. Negative Erfahrungen kann man ja in positive Energie ummünzen, seine Lektionen daraus lernen. Schieben Sie nicht die Schuld auf andere – weder im Lebenslauf noch im Vorstellungsgespräch – sondern konzentrieren Sie sich darauf, aus schlechten Erfahrungen etwas Positives mitzunehmen.

    3. Euphemismus

      Den Lebenslauf pimpen – das ist heute Usus. Und es ist auch gar nicht verwerflich, so lange man es nicht damit übertreibt und gleichzeitig bei der Wahrheit bleibt. Vermeiden Sie daher unbedingt das Wörtchen arbeitslos – IMMER. Es hat in Ihrem Anschreiben nichts zu suchen, im Lebenslauf nichts und im Bewerbungsgespräch erwähnen Sie es bitte auch niemals. Schreiben und reden Sie stets von arbeitssuchend – das klingt positiver, weil aktiver. Noch vorteilhafter ist eine Formulierung wie: 04/2017-06/2018 – Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position im Bereich Key Account Management. Das beweist Zielorientierung, Selbstbewusstsein und Tatkraft.

    Bewerbung: Das ist wichtiger als eine Kündigung

    Eine Kündigung liegt immer in der Vergangenheit. Richten Sie Ihren Blick lieber nach vorne. Das sollten Sie auch dem Unternehmen vermitteln, bei dem Sie sich bewerben. Ihre Bewerbung sollte…

    • aufzeigen, warum die angestrebte Stelle so gut zu Ihnen passt
    • verdeutlichen, warum Sie zum Unternehmen passen
    • klar machen, wie Sie dem Unternehmen ganz konkret weiterhelfen können
    • Selbstbewusstsein ausstrahlen und Ihr Profil schärfen

    Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihnen schon einmal – oder gar mehrmals – gekündigt wurde. Ihre Stärken und Kompetenzen sind entscheidend. Wenn diese hervorragend zur neuen Stelle passen, dann winkt eine Win-win-Situation. Das müssen Sie dem Arbeitgeber klar machen.

    Oft ist es ja auch so: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ein Profi-Fußballer kann in drei Vereinen gnadenlos scheitern. Beim vierten Verein aber trifft er auf einen Trainer, der ihn fördert; auf ein Umfeld, das ihm behagt und auf ein Spielsystem, das ihm liegt. Er wird zum Volltreffer!

    Zweifeln Sie daher nicht an Ihren Fähigkeiten, weil Sie schon einmal gescheitert sind.

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Datenschutz Bewerbung: Das müssen Sie wissen!

    Bewerbung Datenschutz Tipps

    Daten, Daten, Daten – sie werden auch im Bewerbungsprozess immer wichtiger. Unternehmen wollen möglichst viel Wissen über ihre Bewerber abgreifen, Bewerber aber sorgen sich um die Sicherheit ihrer Daten. Das Gesetz steht weithin auf ihrer Seite. Datenschutz Bewerbung: Das sollten Bewerber wissen!

    Datenschutz Bewerbung: Warum er wichtig ist

    Vielleicht haben sie auch schon mal eine Absage erhalten, die in etwa diesen Wortlaut hatte:

    Vielen Dank für Ihre Bewerbung in unserem Unternehmen. Wir freuen uns über Ihr Interesse, dass Sie an unserem Unternehmen haben. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir derzeit keine Möglichkeit sehen, Sie innerhalb unseres Unternehmen in einer Ihren Qualifikationen entsprechenden Position einzusetzen. Wir freuen uns aber, wenn wir Ihre Daten für mögliche Projekte in der Zukunft erfassen dürfen. Falls sich eine neue Beschäftigungsmöglichkeit ergibt, werden wir Sie noch einmal kontaktieren.

    Das klingt erstmal alles ganz harmlos, zuvorkommend gar. Allerdings hat die Formulierung einen ernsten Datenschutz-Hintergrund. Denn Bewerberdaten dürfen nicht ohne Weiteres aufbewahrt und gespeichert werden. So will es das Gesetz. Was hat es also damit auf sich?

    Darum wollen Unternehmen Ihre Daten

    Unternemen nennen in der Regel einen von zwei Gründen, warum sie Ihre Daten aufbewahren wollen:

    • Die Bewerbungsunterlagen werden gespeichert, wenn der Bewerber auch Interesse an anderen Stellen im Unternehmen hat. Dann kann man ihm später weitere Jobangebote zukommen lassen.
    • Die Firma ergreift Maßnahmen gegen eine mögliche Diskriminierungsklage. Die Unterlagen helfen bei der Beweisführung, dass die Ablehnung des Bewerbers auf rein fachliche Gründe zurückzuführen ist.

    Diese Gründe klingen durchaus plausibel. Ausreichend sind sie aber nicht, um Bewerberdaten grenzenlos aufzubewahren. Gemäß des Bundesdatenschutzgesetzes müssen personenbezogene Daten gelöscht werden, sobald der Zweck dafür entfällt.

    Das bedeutet: Sobald die ausgeschriebene Stelle besetzt ist, für die sich der Bewerber beworben hatte, ist der Zweck der Datenspeicherung nicht mehr vorhanden. Die Daten müssen dann qua Gesetz gelöscht werden.

    Nur Grund Nummer zwei, die mögliche Diskriminierungsklage, gestattet eine längere Aufbewahrungsfrist von ca. drei Monaten. Denn abgelehnte Bewerber müssen Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz spätestens nach zwei Monaten geltend machen.

    Will das Unternehmen die Daten darüber hinaus sichern, benötigt es die schriftliche Einwilligung des Betroffenen – zwingend. Erteilt er diese nicht, muss das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen löschen bzw. „zu unserer Entlastung“ zurücksenden.

    Das betrifft im Übrigen auch Initiativbewerbungen und Blindbewerbungen. Das Unternehmen kann sich nicht darauf berufen, dass der Bewerber diese ja von sich aus eingesandt hatte, ohne dass eine entsprechende Stelle zu vergeben gewesen wäre.

    Das spielt keine Rolle. Kommt der Bewerber nicht zum Zug – aus welchem Grund auch immer – müssen seine Bewerbungsunterlagen vernichtet werden. Ein Zweck zur Speicherung liegt nicht vor.

    Datenschutz Bewerbung: Er hat höchste Priorität!

    Datenschutz ist für deutsche Arbeitnehmer ein wichtiges Thema.

    Für 86 Prozent der Deutschen ist Datenschutz rund um ihre Jobsuche wichtiger als beispielsweise dann, wenn sie im Internet einkaufen oder sich bei anderen Online-Diensten registrieren. Das haben Recruiting-Anbieter Viasto und Marktforschungsunternehmen Respondi 2018 in einer Umfrage ermittelt.

    48 Prozent der Bewerber befürchten, dass ihre Bewerbungsdaten bei den Unternehmen nicht sicher sind. Misstrauen herrscht insbesondere Unternehmen gegenüber, deren Hauptsitze im Ausland angesiedelt sind.

    Datenschutz Bewerbung: Warum Sie zustimmen sollten

    Aber was, wenn das Unternehmen meine Daten sichern möchte? Sollte ich dem zustimmen? Dazu muss man verschiedene Aspekte abwägen. Es gibt gute Gründe für ein Ja und für ein Nein…

    • Jobchancen

      Manch ein Bewerber fühlt sich geschmeichelt. Wenn der Arbeitgeber meine Daten behalten möchte, kann er mich so grauenvoll ja nicht finden. So falsch ist der Denkansatz sicher nicht. Allerdings versuchen viele Unternehmen auch schlicht, ihren Talentepool aufzufüllen und möglichst großvolumig aufzublähen. Je mehr, desto besser. Aber dennoch: Ja, Sie reduzieren Ihre Jobchancen dadurch sicher nicht. Vielleicht meldet sich das Unternehmen nie wieder, vielleicht aber doch. Außerdem waren Sie ja an einer Anstellung in genau diesem Unternehmen interessiert. Warum also den Kontakt sofort wieder abreißen lassen? Zudem bekräftigen Sie hiermit noch mal Ihr Interesse. Falls die Stelle zufällig wieder vakant werden sollte, weil zum Beispiel der auserwählte Kandidat abspringt, kommen sie vielleicht doch noch zum Zug.

    • Grundeinstellung

      Sie halten Datenschutz für überbewertet. Ja, solche Menschen soll es geben – sogar bei uns in Deutschland. Immerhin treiben Sie sich überall im Netz herum, bei Facebook und Instagram, bei Xing und Linkedin. Ihre Daten schwirren überall umher. Warum nicht auch im Unternehmen? Und welche Nachteile hätten Sie dadurch eigentlich zu erwarten? Wenn Ihnen die Chancen größer erscheinen als die Risiken, dann stimmen Sie zu.

    Datenschutz Bewerbung: Warum Sie nicht zustimmen sollten

    • Eigentum

      Es sind IHRE Daten. Und die wollen Sie geschützt sehen. Ganz einfach. Das ist Ihr gutes Recht. Niemand weiß, wer im Unternehmen Einblick in welche Daten hat und was mit diesen Daten geschieht. Hacker-Angriffe auf Unternehmen nehmen ebenfalls zu. Das erhöht das Risiko, dass Ihre Daten in die falschen Hände geraten.

    • Präferenz

      Sie hatten sich in diese Stelle verliebt. Nur in diese eine, sonst keine! Wird sie anderweitig vergeben, erlischt auch Ihr Interesse. Sie haben keinen Bedarf für eine Ersatzstelle und wollen nicht irgendwann der Notnagel für irgendwen sein. Sie wollten DIESE Stelle. Da Sie sie nicht bekommen haben, kriegt auch das Unternehmen Ihre Daten nicht. Ein fairer (Nicht-)Tausch.

    • Rufschaden

      Wer in der Personaldatenbank bleibt, erhöht nicht zwingend seine Jobchancen für später. Angenommen, Sie haben sich schon für zwei oder drei Stellen erfolglos beworben. Was denkt ein Personaler, wenn er Ihre Daten einsieht? Er sieht jemanden, dem schon mehrfach die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Kein Gütesiegel! Da erscheint es strategisch cleverer, Ihre Daten wären nicht mehr auffindbar. In fünf oder zehn Jahren könnten Sie immer noch einen neuen Anlauf starten – ohne vorbelastet zu sein.

    Fazit: Ein klares Ja oder Nein gibt es nicht. Ob Sie der Datenspeicherung Ihre Zustimmung erteilen, entscheiden Sie selbst. Es gibt Vorteile, aber auch Nachteile.

    Behalten Sie nur im Hinterkopf, dass Sie Rechte haben. Niemand kann einfach so über Ihre Bewerbungsunterlagen verfügen – nur Sie selbst!

    Datenschutz: Das sagt die DSGVO

    Datenschutz Bewerbung DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagt: Unternehmen müssen Bewerber darüber informieren, wie und zu welchem Zweck sie die Daten verarbeiten und gegebenenfalls bei welchen externen Quellen Daten erhoben werden. Bei externen Quellen kann es sich zum Beispiel um Business-Netzwerke wie Xing oder Facebook handeln.

    Auch müssen Arbeitgeber Kandidaten über ihre Rechte informieren und den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung benennen.

    Das gilt im Übrigen auch für Bewerber, die ihre Bewerbungsunterlagen auf dem Postweg einreichen. Auch ihnen muss der Arbeitgeber die Datenschutzinformationen zukommen lassen – per Post oder E-Mail.

    Außerdem dürfen nur Personen die Bewerbungsunterlagen sichten, die darüber entscheiden, wer die Stelle bekommt. Bewerbungsunterlagen intern herumreichen – das untersagt die DSGVO.

    Sie sieht zudem vor, dass Bewerber eine Möglichkeit haben müssen, ihre Bewerbungsunterlagen verschlüsselt einzureichen. Dadurch soll verhindert werden, dass Dritte die Daten mitlesen können.

    [Bildnachweis: Song_about_summer by Shutterstock.com]

    Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch: So kontern Sie!

    unzulaessige fragen jobinterview

    Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch gibt es mehr, als Sie wahrscheinlich annehmen. So sind Fragen nach einer möglichen Schwangerschaft, Ihrer Religion oder einer Krankheit gesetzlich tabu. Was nicht heißt, dass sich jeder Arbeitgeber auch daran hält. Wie Sie richtig reagieren, wenn Ihnen jemand im Vorstellungsgespräch eine unzulässige Frage stellt…

    Unzulässige Fragen: Das ist die bekannteste

    Die wohl bekannteste unzulässige Frage im Vorstellungsgespräch ist die nach einer möglichen Schwangerschaft. Bewerberinnen müssen darauf nicht antworten bzw. dürfen sie sogar mit einer Lüge kontern. Schon gar nicht muss die Bewerberin von sich aus darauf hinweisen, dass sie schwanger ist.

    Obwohl die Frage unzulässig ist, fragen viele Arbeitgeber explizit danach. Mutige Kandidatinnen könnten dann mit einer Gegenfrage erwidern, zum Beispiel so: „Sind Sie schwanger oder wollen Sie in absehbarer Zeit schwanger werden?“ „Ich wusste gar nicht, dass das eine Voraussetzung für den Job ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, vielleicht noch schnell schwanger zu werden…“

    So eine Retourkutsche können Sie wagen – aber natürlich auch sein lassen. Denn nicht jeder Arbeitgeber reagiert positiv und findet das witzig. Fest steht, dass Sie nicht wahrheitsgemäß antworten müssen. Sie können also auch einfach „Nein“ sagen.

    Das tat übrigens auch eine Bewerberin, die als Schwangerschaftsvertretung eingestellt werden sollte. Der Arbeitgeber fragte sie (unzulässigerweise), ob sie schwanger sei. Die Frau verneinte. Dabei war sie wirklich schwanger.

    Das Landesarbeitsgericht Köln urteilte (Az.: 6 Sa 641/12), dass eine Bewerberin dem Arbeitgeber nicht offenbaren muss, dass sie schwanger ist – selbst dann nicht, wenn sie befristet zur Vertretung einer schwangeren Mitarbeiterin eingestellt werden soll und dadurch einen wesentlichen Teil der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gar nicht arbeiten kann. Für den Arbeitgeber zugegeben ärgerlich. Aber eine Handhabe hat er nicht.

    Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch: Darum gibt es sie

    Grundsätzlich hat der Arbeitgeber ein Fragerecht. Immerhin will er Fehlbesetzungen vermeiden, da sie ihn teuer zu stehen kommen. Er hat also ein gesteigertes Interesse daran, möglichst viel über den Bewerber zu erfahren.

    Der Bewerber hat auf der anderen Seite ein Recht auf Privatsphäre. Das Jobinterview bewegt sich in der Schnittstelle, ist immer eine Gratwanderung.

    Darum gibt es die gesetzliche Erlaubnis, auf unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch zu lügen. Hintergrund ist die Annahme, dass eine wahrheitsgemäße Beantwortung dem Bewerber zum Nachteil gereichen könnte. Hier kommt zudem das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) ins Spiel, das Bewerbern die Möglichkeit zur Klage einräumt.

    Trotzdem finden Arbeitgeber Mittel und Wege, um an die gewünschten Informationen heranzukommen. Wenn etwa die Frage nach dem Alter unzulässig ist, dann kann man immer noch den Umweg über die bisherigen Berufserfahrungen gehen. Diese lassen Rückschlüsse auf das Alter zu. Manchmal genügt auch schon ein Blick in die sozialen Medien, um eine Altersangabe zu verifizieren. Hat der Bewerber offensichtlich gelogen, dürften seine Einstellungschancen sinken. Darum sollten sich Bewerber genau überlegen, ob, wann und wie sie auf eine unzulässige Frage reagieren.

    Fragen im Vorstellungsgespräch: Diese sind unzulässig

    Es gibt eine Vielzahl an unzulässigen Fragen – wahrscheinlich mehr, als Sie vermuten würden. Folgende Fragen müssen Sie nicht beantworten. Sie dürfen Sie sogar mit einer Lüge beantworten – das ist meist die elegantere Lösung, weil Sie so Ihre Chancen auf Einstellung wahren.

    Unzulässig sind Fragen nach…

    • Schwangerschaft
    • Familienstand
    • Religion/Glaube
    • Politische Überzeugungen
    • Behinderung
    • Krankheit
    • Vermögensverhältnisse
    • Lohnpfändungen
    • Vorstrafen
    • Alter
    • Herkunft

    Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen…

    Unzulässige Fragen: Diese Ausnahmen gibt es

    Wichtig zu wissen: Unzulässige Fragen sind nicht per se unzulässig. Es gibt allerhand Ausnahmen. Sogar die Frage nach einer Schwangerschaft darf unter Umständen gestellt werden – nämlich dann, wenn eine Schwangere den jeweiligen Job nur bedingt oder gar nicht ausüben könnte. Das kann ein Beruf sein, in dem sie schwere Lasten heben müsste und somit ihre Gesundheit und die des Kindes gefährden würde. Oder ein Beruf, in dem der körperliche Einsatz mit einer Schwangerschaft unvereinbar ist, als Model oder Tänzerin etwa.

    In diesen Fällen darf der Arbeitgeber ausdrücklich nach einer Schwangerschaft fragen. Und die Bewerberin muss auch wahrheitsgemäß antworten. Tut sie dies nicht, kann der Arbeitgeber den Vertrag rechtlich anfechten.

    Weitere Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Fragen zu…

    • Vermögensverhältnissen und Schulden

      Speziell Führungskräfte müssen ihre persönlichen Vermögensverhältnisse unter Umständen offenlegen. Sie lassen auf eine Zuverlässigkeit im Umgang mit Vermögen schließen – oder eben nicht. So weiß der Arbeitgeber, ob er dem Bewerber so viel Vertrauen entgegenbringen kann, dass er ihn einstellt.

    • Vorstrafen

      Der Arbeitgeber darf nur danach fragen, wenn eine Vorstrafe für den jeweiligen Job relevant ist. Für Berufskraftfahrer sind zum Beispiel Verkehrsdelikte relevant, für Sachbearbeiter eher nicht. Wichtig ist ein makelloses Vorstrafenregister für Juristen und (Polizei)Beamte.

    • Haftstrafe

      Wurde der Bewerber zu einer Haftstrafe verurteilt und muss diese in nächster Zeit antreten, so muss er dies dem Arbeitgeber ungefragt offenbaren. Es besteht Offenbarungspflicht. Hier geht der Gesetzgeber also noch einen Schritt weiter. Denn nach einer bevorstehenden Haft fragen ja nur die wenigsten Arbeitgeber…

    • Gesundheit

      Der Gesundheitszustand fällt prinzipiell in die Privatsphäre. Also geht er auch den Arbeitgeber nichts an. Fragen zu Krankheiten sind unzulässig. Aber: Hat der Bewerber eine ansteckende Erkrankung und könnte andere Kollegen oder Kunden gefährden – oder er könnte wegen einer schweren Krankheit seinen zukünftigen Job gar nicht erst ausüben – dann muss er dies ebenfalls ungefragt sagen. Auch hier besteht eine Offenbarungspflicht des Arbeitnehmers. Kommt er dieser nicht nach, ist er möglicherweise sogar schadensersatzpflichtig.

    • Behinderung

      Die Frage nach einer Behinderung ist unzulässig. Mit einer Ausnahme: Sie ist zulässig, wenn der Arbeitgeber berechtigte Zweifel an der Eignung des Bewerbers hat, weil der Job spezielle Anforderungen an ihn stellt.

    • Wettbewerbsverbot

      Auch hier ergibt die Offenbarungspflicht Sinn. Ist es dem Bewerber rechtlich untersagt, in einem bestimmten Bereich zu arbeiten, muss er dies dem Arbeitgeber ungefragt mitteilen. Ein solches Wettbewerbsverbot kann zum Beispiel auf einem alten Arbeitsvertrag des Bewerbers beruhen.

    • Religion

      Die Frage nach der religiösen Überzeugung oder Konfession ist unzulässig. Ausnahmen: Eine kirchliche Institution kann ein berechtigtes Interesse daran haben, dass sich die Konfession eines zukünftigen Mitarbeiters mit der eigenen deckt. Ohnehin lässt sich eine Religionszugehörigkeit manchmal nur schwer verheimlichen. Spätestens auf der Lohnsteuer taucht die Kirchensteuer auf – oder auch nicht…

    Tipp: Bereiten Sie sich auf Fragen, die Sie persönlich betreffen (könnten), vor. Überlegen Sie vorab, wie Sie reagieren und was Sie sagen, ob und wie Sie lügen wollen. Und ob Sie überhaupt lügen dürfen oder ob nicht doch eine Offenbarungspflicht besteht.

    Unzulässige Fragen: So reagieren Sie richtig

    Sie können die Wahrheit sagen oder lügen, richtig? Nicht ganz. Dazwischen gibt es noch viele Schattierungen und Zwischenschritte, die Sie gehen können. Halten Sie sich am besten an diese 4 Tipps:

    1. Ruhig bleiben

      Vielleicht sind Sie ob einer Frage hochgradig empört. Dürfen Sie auch sein. Aber lassen Sie es sich bitte nicht anmerken. Sie sind Profi – und von Profis darf man Souveränität erwarten. Lassen Sie sich unter gar keinen Umständen aus der Ruhe bringen. Wenn Sie verdutzt sind, dann lassen Sie sich ein paar Momente Zeit, überlegen in Ruhe – und antworten erst danach. Keine Hektik, keine Panik, tief durchatmen und die Antwort nicht aus der Hüfte schießen.

    2. Sachlich analysieren

      Bedenken Sie auch: Nicht jeder Personaler ist ein Experte im Arbeitsrecht. Sehr gut möglich, dass er oder sie gar nicht wusste, dass es sich um eine unzulässige Frage gehandelt hat. Und denken Sie darüber nach, ob die Frage vielleicht wirklich sehr relevant für die Stelle sein könnte. Darum: Nicht sofort in den Gegenangriff übergehen, sondern kühl und sachlich analysieren und dem Personaler (nicht sofort) böse Absicht unterstellen.

    3. Direkt ansprechen

      Sie können auf eine unzulässige Frage durchaus antworten a la: „Sie wissen schon, dass es sich um eine unzulässige Frage handelt?“ Oder weniger klugscheißerisch: „Das ist jetzt aber eine unzulässige Frage, oder?“ Oder Sie fragen direkt, was Ihre Familienplanung mit Ihrer Tätigkeit zu tun hat. Prinzipiell können Sie auf eine unzulässige Frage durchaus mit einer Prise Dreistigkeit reagieren. Immerhin ging die Grenzüberschreitung vom Arbeitgeber aus, nicht von Ihnen!

    4. Konsequenzen ziehen

      Spätestens bei der zweiten oder dritten unzulässigen Frage sollten Sie reinen Tisch machen und die Dinge offen ansprechen. „Warum wollen Sie das wissen?“ „Ich werde Ihnen auf diese Fragen keine Antwort geben und muss es auch gar nicht.“ Wenn der Arbeitgeber keine plausible Erklärung für seine Unverschämtheiten vorbringt, können Sie das Gespräch sogar beenden. Immerhin wird Ihnen hier gerade wertvolle Lebenszeit gestohlen. Denkbar sogar, dass eine Klage wegen Diskriminierung in Betracht kommt.

    Unzulässige Fragen: Wie wahre ich meine Chancen?

    Im Vorstellungsgespräch geben Sie viel von sich preis. Das müssen Sie auch, um den Job zu kriegen. Wo Sie Ihre Stärken und Schwächen sehen, was Sie bisher beruflich gemacht haben. Der Übergang zum Privaten ist fließend. So sind Hobbys und ehrenamtliche Aktivitäten für den Arbeitgeber äußerst interessant, weil sie Rückschlüsse auf Ihr berufliches Engagement zulassen.

    Trotzdem ist Privatsphäre vor allem eins: Privat. Wer Ihre Freunde sind, worüber Sie mit Ihnen reden oder wann Sie eine Familie gründen wollen, geht den Gesprächspartner nichts an. An dieser Stelle wird es knifflig. Denn auf eine private Frage einfach so antworten: „Dazu sage ich nichts“, erfordert Mut und Chuzpe. Es macht Sie erstens verdächtig. So, als ob Sie etwas zu verheimlichen hätten. Und zweitens kostet es Sie wertvolle Sympathiepunkte. In Wahrheit kann eine widerwillige Reaktion das vorzeitige Aus bedeuten.

    Aber wie reagiert man so, dass man seine Rechte und gleichzeitig die Chance auf den Job wahrt? Schwierig, aber nicht unmöglich.

    Warum probieren Sie es nicht mal mit Ironie und Humor? Nach dem Motto: „Ja, Drillinge sind gerade unterwegs.“ Um danach freundlich-lachend zu ergänzen: „Nein, nur Spaß. Im Ernst: Zum Thema Schwangerschaft möchte und muss ich Ihnen nichts sagen. Ich hoffe, Sie verstehen das.“ Möglich, dass der Arbeitgeber Ihren Humor teilt und Ihre Art mag.

    Klar, das hängt immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Grundsätzlich lautet der beste Rat: Reagieren Sie eine unzulässige Frage nicht wutschnaubend und erzürnt. Bleiben Sie freundlich, kühl und sachlich – aber setzen Sie Grenzen. Und ziehen Sie dann Ihre Konsequenzen.

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    Vorstellungsgespräch üben: So bereiten Sie sich vor

    Vorstellungsgespraech ueben Spiegel

    Das Vorstellungsgespräch üben – das ist eine sehr gute Idee. So gewinnen Bewerber Sicherheit, verscheuchen Nervosität und erkennen rechtzeitig, welche Defizite Sie noch haben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf? Die Selbstpräsentation sollten Sie unbedingt trainieren, sich auch Antworten auf Standardfragen zurechtlegen. Wenn Sie dann noch auf diese Übungsvarianten zurückgreifen, steht einem erfolgreichen Jobinterview nichts mehr im Wege…

    Vorstellungsgespräch üben: Warum Sie es tun sollten

    Übung macht bekanntlich den Meister. Aber was machen zum Beispiel Berufsanfänger, die sich noch nie in einem echten Jobinterview präsentieren konnten? Klare Antwort: Auch üben!

    Im Prinzip gilt für alle Bewerber das gleiche: Wer sich gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet, erhöht seine Erfolgsaussichten. Sehen Sie die Vorbereitung nicht losgelöst vom Gespräch, sondern als einen Bestandteil des Gesprächs. Am besten, Sie sammeln als Erstes Informationen über das Unternehmen. Zahlen, Philosophie, Ziele. Die Infos können Sie schon in die Vorbereitung einfließen lassen.

    Davon haben Sie vor allem:

    • Selbstbewusstsein

      Eine gute Vorbereitung verleiht Selbstvertrauen und reduziert die Nervosität – und die Fehleranfälligkeit. Schließlich wissen Sie schon, was auf Sie zukommen kann. Sie haben sich entsprechende Antworten und Reaktionen überlegt. Der Personaler kann Sie nicht mehr so leicht auf dem falschen Fuß erwischen. Wer selbstbewusst auftritt, bekommt den Job mit größerer Wahrscheinlichkeit als derjenige, der ängstlich wirkt und sehr langsam spricht. Das wurde bereits mehrfach untersucht.

    • Problembewusstsein

      Wenn Sie vorher das Vorstellungsgespräch üben, dann merken Sie schnell, welche Defizite Sie noch haben. Auf welche Fragen fehlen die richtigen Antworten? Was wissen Sie nicht? Welche Fehler machen Sie? So können Sie Defizite noch vor dem Bewerbungsgespräch ausmerzen – indem Sie wichtige Fakten nachrecherchieren, sich Fragen und Antworten überlegen oder Ihre Körpersprache einüben.

    Vorstellungsgespräch üben: Das ist entscheidend

    Das sollten Sie konkret trainieren:

    • Selbstpräsentation

      Die Selbstpräsentation gehört zum Vorstellungsgespräch wie der Wind zum Herbst. Sie werden sich mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Anwesenden vorstellen müssen (dürfen). Das fängt häufig mit Sätzen an wie: „Erzählen Sie uns doch mal etwas über sich!“ Die Selbstpräsentation steht meist am Anfang – und darum sollten Sie sie auch als Erstes üben. Warum? Wenn Sie gut und sicher durch die Selbstpräsentation kommen, gewinnen Sie Sicherheit für den weiteren Verlauf des Jobinterviews. Wenn Sie die Selbstpräsentation dagegen verstolpern, steigt Ihre Unsicherheit – keine gute Voraussetzungen für das weitere Gespräch! Überlegen Sie sich also vorher ganz genau, was Sie sagen wollen, wie Sie sich vorstellen, welche Schwerpunkte Sie setzen und was an Ihrem bisherigen Werdegang für den Personaler relevant ist. Der letzte Punkt ist wichtig: Machen Sie keine reine Ego-Show aus Ihrer Selbstpräsentation. Das Unternehmen will wissen, welchen Nutzen es von Ihnen hat und ob Sie gut ins Team passen. Behalten Sie das im Hinterkopf.

    • Antworten

      Jeder Bewerber muss im Vorstellungsgespräch ein Stück weit improvisieren. Auf die wichtigsten Fragen sollten Sie sich aber vorab stimmige Antworten überlegen – und üben. Sie sollten aber natürlich nicht wie aufgesagt klingen. Es gibt ein paar Fragen, die fast jeder Personaler stellt: Wo liegen Ihre Stärken? Wo Ihre Schwächen? Was haben Sie bisher gemacht? Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten? Lassen Sie möglichst konkrete Beispiele in Ihre Antworten einfließen. Darunter kann sich Ihr Gesprächspartner etwas vorstellen. Also nicht einfach Talente und Kompetenzen aufzählen, sondern diese an konkreten Beispielen aus Ihrem Arbeitsleben festmachen. Nicht einfach behaupten, Sie seien teamfähig, sondern an einem Beispiel belegen, dass Sie es sind.

    • Gestik

      Über unsere Körpersprache haben wir nicht immer die volle Kontrolle. Manche zupfen unbewusst an ihrer Kleidung, andere tippen nervös mit ihren Füßen auf den Boden. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Wer es aber übertreibt, signalisiert dem Gegenüber Nervosität und Unsicherheit. Das kommt schlecht an! Deshalb sollten Sie nach Möglichkeit genau auf Ihre Körpersprache achten – und Sie einüben. Es ist ja auch wirklich ein Problem, wo man während eines Gesprächs die eigenen Hände lassen soll. Angela Merkel hat dies mit der berühmten Raute gelöst – eine überzeugende Lösung! Kein Herumspielen, Herumzupfen, Herumfingern. So etwas können Sie sie auch einüben (es muss wohlgemerkt nicht die Raute sein). Aber es gibt daneben noch so viele andere Aspekte, die wichtig sind: Blickkontakt halten, viel lächeln, nicht den Blick schweifen lassen…

    • Schlusspunkt

      Feiern Sie den Tag nicht vor dem Abend. Abgewandelt auf das Vorstellungsgespräch heißt das: Feiern Sie das Gespräch nicht vor der Verabschiedung. Dabei kann noch eine Menge schiefgehen. Darum sollten Sie auch Ihren Abgang üben. Nicht einfach am Ende des Interviews losstürmen, sondern sich angemessen verabschieden. Dazu gehören ein freundlicher und kräftiger Händedruck, ein Lächeln mit Blickkontakt und ein aufrichtiges Dankeschön für die Zeit, die sich Ihr Gesprächspartner für Sie genommen hat. Nennen Sie unbedingt noch einmal den Namen Ihres Gegenübers, es drückt Wertschätzung aus. Zum Beispiel so: „Vielen Dank für Ihre Zeit und das angenehme Gespräch, Herr Schröder!“

    10 Fragen, auf die Sie sich vorbereiten sollten

    Wie antworten Sie auf die folgende Fragen im Vorstellungsgespräch? Das sollten Sie unbedingt schon VORHER wissen:

    • Erzählen Sie etwas über sich!
    • Was sind Ihre Stärken?
    • Was sind Ihre Schwächen?
    • Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
    • Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?
    • Was wissen Sie über unsere Branche?
    • Was denken Sie über Ihren letzten Chef?
    • Wie motivieren Sie sich?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Haben Sie Fragen an mich?

    Vorstellungsgespräch üben: 4 Tipps zur Umsetzung

    Jetzt wissen Sie, woran Sie arbeiten müssen. Aber WIE und auf welche Weise? Am besten so:

    1. Rollenspiel

      Sie nehmen – wie im echten Leben – die Rolle des Bewerbers ein. Ihre Freunde oder Familienangehörigen sind die Personaler, die Sie mit Fragen löchern. Rollenspiele sind bestens geeignet, um sich aufs Jobinterview vorzubereiten. Ihre Mitstreiter können genau beurteilen, wie Sie sich gemacht haben und Ihnen Tipps geben. Wichtig ist, dass sie dabei kein Blatt vor den Mund nehmen und ehrliches Feedback geben. Durch Rollenspiele üben Sie auch schwierige Situationen – wenn Ihnen etwa gleich drei Unternehmensvertreter gegenübersitzen. Oder wenn sie Sie aus der Reserve locken wollen, durch Stressfragen oder spöttische Bemerkungen. Fragen Sie anschließend genau nach, was gut und was schlecht war.

    2. Spiegel

      Sie sind alleine in einer fremden Stadt und haben niemanden zum Trainieren? Dann üben Sie vor dem Spiegel. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und beobachten Sie sich selbst genau. Was machen Ihre Hände, wie wirken sie selbst auf sich, wie sieht Ihre Kleidung aus? Die Anziehsachen, die Sie im Vorstellungsgespräch tragen wollen, dürfen Sie nämlich gerne schon einmal überwerfen. So gewinnt die Situation an Echtheit. Sie können das Ganze alternativ auch per Video aufnehmen – und sich Ihre Vorstellung in aller Ruhe noch mal anschauen.

    3. Tonaufnahme

      Zeichnen Sie das Gesprochene mit Ihrem Smartphone auf und hören Sie sich die Audio-Datei hinterher selbst noch einmal an. Sie werden erstaunt sein. Viele Bewerber reden viel zu schnell – so schnell, das ihnen der Gesprächspartner kaum folgen kann. Zu langsam sollten Sie aber auch nicht sprechen, wenn Sie ihn nicht narkotisieren wollen. Dann gibt es noch diverse Zisch- oder Schnalzlaute, die Sie vermeiden sollten – und das berühmte Ähh… (wenngleich Sie dies auch mal zur Zeitgewinnung und Überbrückung nutzen können, sofern Sie es nicht übertreiben). In jedem Fall sind Ihre Stimme und Aussprache wichtige Faktoren – die Sie trainieren können. Dazu müssen Sie aber erstmal wissen, welche Fehler Sie machen: Reden Sie zu laut oder zu leise, zu schnell oder langsam, akzentuiert oder nuschelig…?

    4. Profis

      Wenn alles nichts hilft, müssen Profis ran. Zahlreiche Anbieter werben mit professionellen Bewerbungscoachings. Die kosten manchmal mehrere Hundert Euro. Das ist eine Menge Holz, kann aber gut angelegtes Geld sein. Nämlich dann, wenn Sie wirklich massive Probleme in Vorstellungsgesprächen haben. Bis dahin können Sie es aber auch autodidaktisch versuchen …

    [Bildnachweis: Elnur by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch nervös: Wie Sie sich beruhigen

    Vorstellungsgespraech nervoes Tipps

    Vorstellungsgespräch nervös: Diese beiden Vokabeln gehören definitiv zusammen. Und das ist auch gut so. Nervosität ist wie eine Alarmglocke, die uns aufrüttelt. Wer aber wie ein einziges Nervenbündel auftritt, gibt keine gute Figur ab. Ihre Nervosität sollten Bewerber daher eindämmen. So schwer ist das nicht…

    Vorstellungsgespräch nervös: So beruhigen Sie sich

    Der Duden kennt für Nervosität mehr als ein halbes Dutzend Synonyme: Abgehetztsein, Anspannung, Erregung, Lampenfieber, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Unruhe oder auch Premierenfieber. Der Körper schüttet Adrenalin in rauen Mengen aus, das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich.

    Nervosität ist nichts Negatives. Im Gegenteil, sie ist ein Schutzmechanismus unseres Körpers. Wer nervös ist, ist aufnahmefähiger und mobilisiert Reserven. Das half schon in Urzeiten, als man vor dem Bären Reißaus nehmen oder sich gegen Rivalen zur Wehr setzen musste.

    Anders im Vorstellungsgespräch: Hier kann uns Nervosität am Erfolg hindern. Die Nervosität versuchen wegzuquatschen und sich dabei um Kopf und Kragen reden – das ist schon mehr als einmal passiert.

    Versetzen Sie sich außerdem in den Personaler hinein. Wenn Sie schon jetzt extrem nervös sind, wie werden Sie dann während der Arbeit in stressigen Situationen reagieren? In manchen Jobs ist es unerlässlich, die Ruhe zu bewahren – zum Beispiel, wenn Sie direkten Kundenkontakt haben. Übermäßige Nervosität ist kein Qualitätssiegel.

    Bis zu einem gewissen Grade ist Nervosität also okay. Dann beflügelt sie. Steigt sie aber extrem an, dann fühlen wir uns nicht mehr wach und aufmerksam, sondern wie gelähmt. Angst steigt in uns auf, manchmal sogar Panik vor der nächsten Frage. Daraus kann schnell eine selbsterfüllende Prophezeiung werden. Wer hypernervös ist, malt sich Worst-Case-Szenarien aus, die sich dann folgerichtig auch bewahrheiten. Der Job ist futsch.

    Wenn man nicht aufpasst, befindet man sich schnell in einem Teufelskreis. Wer das Jobinterview wegen zu großer Nervosität versemmelt hat, geht ins nächste vermutlich noch sehr viel aufgeregter – die Erfolgsaussichten sinken und sinken.

    Nervös im Vorstellungsgespräch: Das steckt dahinter

    Vielleicht hilft Ihnen diese Erkenntnis: Nervosität ist völlig normal. Es ist nur allzu menschlich, vor einer mutmaßlich wichtigen Weichenstellung im Leben aufgeregt und angespannt zu sein.

    Aber dennoch sollten Sie kurz innehalten und reflektieren: Warum sind Sie so furchtbar aufgeregt? Hat Ihre Nervosität eine Vorgeschichte? Wie können Sie sie abmildern? Möglicherweise stecken ganz bestimmte Gründe hinter Ihrer Nervosität. Wenn Sie sie kennen, können Sie daran arbeiten, im nächsten Jobinterview ruhiger und abgeklärter aufzutreten.

    Bei den meisten Bewerben stecken diese Gründe hinter ihrer Nervosität:

    • Erwartungshaltung

      Große Erwartungen setzen einen unter Druck. Viele Bewerber setzen sich selbst unter Druck, nach dem Motto: „Jetzt oder nie! Diesen Job musst du kriegen, sonst kannst du deine Karriere vergessen.“ Befreiend wirkt so eine Einstellung natürlich nicht. Auch steigt der Druck zwangsläufig, wenn man schon mehrere Absagen kassiert hat oder lange Zeit auf der Suche nach einem Job war. Es sagt sich so leicht, aber die Wahrheit ist: Dieser Druck ist unnötig. Es gibt im Berufsleben immer Alternativen. Sie sind nicht auf diesen einen Job angewiesen. Das müssen Sie sich klar machen. Außerdem gilt es nicht darum, den perfekten Auftritt im Vorstellungsgespräch hinzulegen. Auch Perfektionismus erzeugt Druck. Im Gegenteil, kleine Makel oder Macken machen einen Menschen – und einen Bewerber – bisweilen sogar interessanter und attraktiver. Also: Kein Streben nach Perfektion! Und denken Sie nicht zu viel über die Erwartungshaltung Ihres Gesprächspartners nach. Was will er oder sie von mir hören? Wie wirke ich auf ihn? Das können Sie letztlich gar nicht wissen. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre Stärken und Kompetenzen.

    • Geldnot

      Finanzielle Engpässe haben die meisten schon einmal erlebt. Auch sie erzeugen Druck. Wer seinen Lebensstandard halten – oder endlich wieder erhöhen – will, der braucht diesen Job. Jetzt, sofort! Wo Finanzengpässe drohen, da steigt die Nervosität. Das gilt für Startup-Gründer, die mit Investoren verhandeln, genauso wie für Bewerber…

    • Unbekanntheit

      Ein Vorstellungsgespräch ist wie ein Date. Man weiß nicht, wer und was einen erwartet. Manche kauen daher an den Fingernägeln, andere laufen vor Nervosität rot an. Diese Unvorhersehbarkeit erzeugt Druck. Wenn man sich schlimme Szenarien ausmalt oder peinliche Situationen vorstellt, kann der Puls schonmal hochgehen. Ein Blackout ist die mögliche Folge.

    Noch mal: Nervosität ist nicht schlimm. Sie hilft sogar. Wer mega-cool und kein bisschen nervös ist, erkennt Warnsignale später – und passt nicht auf. Ein wenig Nervosität ist eine gute Basis für jedes Vorstellungsgespräch.

    Aber Überhand nehmen sollte sie nicht. Mit diesen Tipps verjagen Sie sie…

    Vorstellungsgespräch: 15 Tipps gegen Nervosität

    1. Wenn-dann-Szenarien überlegen

      Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie sich Wenn-dann-Szenarien überlegen. Wenn mich etwa der Personaler nach meinen Lücken im Lebenslauf fragt, dann antworte ich was? Wenn er mir eine fiese Stressfrage stellt, dann reagiere ich wie? Das macht Sie sehr viel sicherer. Malen Sie sich auch ruhig ein paar negative Szenarien für das Jobinterview aus. Wenn Sie vorher genau wissen, wie Sie im Worst Case reagieren, dann kann Sie nichts mehr so schnell aus der Bahn werfen.

    2. Positives sehen

      Sehen Sie die Nervosität nicht als Ihren Feind, sondern als einen Freund. Einen Freund, der Sie warnt und anstachelt. Die erhöhte Aufmerksamkeit nützt Ihnen. Versuchen Sie also nicht, die Nervosität komplett zu verscheuchen – nur ein bisschen. Diese Erkenntnis wirkt manchmal Wunder.

    3. Gut kleiden

      Die Formel ist einleuchtend: Schöne Kleidung erhöht die Selbstsicherheit. Erhöhte Selbstsicherheit verscheucht Nervosität. Probieren Sie es selbst aus! Wählen Sie für das Vorstellungsgespräch also ein Outfit aus, in dem Sie sich wohl fühlen und das auch objektiv einen hervorragenden Eindruck macht. Vorher noch mal genau checken, ob alles richtig sitzt und das Jobinterview kann kommen.

    4. Pünktlich sein

      Terminnot ist ein weiterer Druckerzeuger. Den können Sie gar nicht gebrauchen. Das verursacht nur noch mehr Stress und Nervosität. Eine gut geplante Anreise nimmt dagegen Druck vom Kessel. Schauen Sie sich die Route bis zum Unternehmen vorher genau an und planen diese. Am Tag des Jobinterviews gehen Sie überpünktlich los und planen noch einen großzügigen Puffer ein. Denn Bahn-Ausfälle oder unvorhergesehene Unfälle oder Baustellen sind – wie Sie wissen – keine Seltenheit. Wenn Sie eine Viertelstunde (oder noch früher) vor dem Vorstellungsgespräch da sind, haben Sie alles richtig gemacht.

    5. Auf Kaffee verzichten

      Ein guter Tag beginnt mit einem kräftigen Kaffee – für viele ist das schon fast eine Lebenseinstellung. Schön, aber vor dem Bewerbungsgespräch verzichten Sie lieber auf den Koffeinhammer – wenn Sie zur Nervosität neigen. Denn das Koffein putscht Sie auf und macht Sie noch nervöser. Das gilt in noch höherem Maße für Energydrinks. Trinken Sie lieber ein Glas Wasser oder Saft. Und außerdem treibt Kaffee ja bekanntlich. Eine unruhige Blase macht Sie auch nicht gerade ruhiger…

    6. Selbstbewusstsein ausstrahlen

      Na klar, Selbstbewusstsein kann man nicht einwerfen wie eine Pille. Oder doch? Auf jeden Fall sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie die erste große Hürde schon genommen haben. Sie sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden, weil Sie etwas auf dem Kasten haben. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, Kompetenzen, Erfolge. Nebenbei bemerkt: Jeder Mensch hat welche! Wer Selbstvertrauen getankt hat, ist weniger nervös. Psychologen empfehlen die Methode der kognitiven Umstrukturierung. Wenn Sie sich an vergangene Erfolge erinnern und sich dabei selbst sagen: „Bleib ruhig, du schafft’s das!“, dann hat dies einen positiven Effekt.

    7. Gründlich vorbereiten

      Für kleine Nervenbündel ist Vorbereitung die beste Medizin. Proben Sie Ihren Auftritt vor dem Spiegel. Üben Sie Ihre Selbstpräsentation. Trainieren Sie auch Gestik und Mimik. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grade, Sie wollen ja nicht wie ein Roboter oder Schauspieler wirken. Eine Prise Authentizität sollte man sich erhalten. Aber je besser vorbereitet Sie sind, desto besser gewappnet – und umso weniger nervös sind Sie. Gut geeignet sind auch Rollenspiele. So können Sie mit Freunden oder Familie ein Jobinterview selbst durchspielen und Sicherheit gewinnen.

    8. Kurz bewegen

      Machen Sie vor dem Bewerbungsgespräch einen kurzen Spaziergang. Nehmen Sie die Treppe. Auch ein bisschen Gymnastik oder Dehnübungen sind empfehlenswert. Bewegung wirkt entspannend. Am besten, Sie drehen eine Runde an der frischen Luft – zum Beispiel im Park. So bekommen Sie den Kopf frei. Andererseits sollten Sie nicht völlig aus der Puste sein, wenn Sie die Firma erreichen. Das macht Sie eher noch nervöser – und bringt Sie im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen.

    9. Körpersprache einüben

      Und selbst wenn Sie hyper-nervös sein sollten: Der Personalchef muss es ja nicht unbedingt mitkriegen. Wichtig ist, dass Sie die Nervosität nicht ausstrahlen. Die richtige Körpersprache hilft Ihnen, einen guten Eindruck zu hinterlassen – und die Chancen auf den Job zu erhöhen. Was Sie nicht tun sollten: Auf den Fingernägeln herumkauen, mit Ihren Händen herumnesteln, mit den Haaren spielen oder am Bart zupfen. Das lässt Sie unsicher wirken, nicht wie ein Fels in der Brandung. Sie könnten daher ein Vorstellungsgespräch mit einem Freund einüben oder es sogar aufzeichnen. Der Blick von außen offenbart viele kleine oder größere Schwächen. An denen können Sie noch rechtzeitig arbeiten. Das hilft Ihnen auch, Ihre Nervosität selbst in den Griff zu bekommen. Denn je unruhiger Sie auf Ihrem Stuhl hin und herwackeln oder mit den Füßen herumtippeln, desto nervöser werden Sie.

    10. Viel lächeln

      Auch wenn Ihnen das Lachen längst vergangen es: Tun Sie es trotzdem! Lächeln lockert die Stimmung auf – die Ihres Gegenübers und Ihre eigene. Es versüßt automatisch die Atmosphäre im Raum und hilft, die Nervosität in Schach zu halten. Wenn Sie lächeln, schüttet Ihr Körper Glückshormone aus. Sie fühlen sich sofort besser und sind weniger angespannt. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob Sie wirklich vor Freude grinsen oder nur so tun, als ob.

    11. Bonbon lutschen

      Eine trockene Kehle geht manchmal mit Nervosität einher. Wir produzieren weniger Speichel, wenn wir aufgeregt sind. En Lutschbonbon hilft. Es nimmt das unangenehme Trockenheitsgefühl im Mund. Alternativ können Sie auch zum Kaugummi greifen. Aber vergessen Sie nicht, es rechtzeitig vor dem Jobinterview wieder zu entsorgen.

    12. Tief atmen

      Atmen ist nicht gleich atmen. Wenn Sie nur durch den Mund atmen, kann Ihr Mund trocken und Ihre Stimme piepsig werden. Wer bewusst atmet, reduziert die Anspannung. Nehmen Sie sich vor dem Jobinterview Zeit für ein paar Atemübungen. Zum Beispiel für die 4-6-8-Methode: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie tief und langsam durch die Nase und zählen bis vier. Dann halten Sie die Luft an und zählen bis sechs. Jetzt durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Das Ganze mindestens fünf Mal wiederholen – und Ihre Nervosität ist wie weggeblasen.

    13. Anker setzen

      Die Ankermethode beruht auf der Reizreaktionskopplung. Sie hilft Ihnen, in stressigen Situationen zu entspannen. Sie pressen dabei Daumen und Zeigefinger aufeinander und denken währenddessen an ein schönes Erlebnis, an den letzten Urlaub etwa. Die positiven Erinnerungen werden auf den Druck Ihrer Finger übergehen. Wenn Sie die Übung oft genug wiederholen, stellt sich das schöne Gefühl irgendwann schon dann ein, wenn Sie die Finger aufeinanderdrücken. Damit die Methode funktioniert, müssen Sie sie aber frühzeitig einüben. Hinterher können Sie Ihre Nervosität wie auf Knopfdruck regulieren.

    14. Gegenstand mitnehmen

      Es gibt Spielkinder, die ständig etwas brauchen, mit dem Sie herumspielen können. Wenn Sie vor dem Bewerbungsgespräch sehr nervös sind, ist das gar keine schlechte Idee. Bringen Sie einen kleinen Gegenstand mit, den Sie bearbeiten, kneten, balancieren oder drücken können. Das kann beruhigen. Im Gespräch selbst gehört das Teil aber in die Tasche – und Ihre Hände auf den Schoß oder den Tisch.

    15. Ehrlich sein

      Es ist keine Schande, nervös zu sein. Nervosität kann ja auch bedeuten, dass Ihnen sehr viel an der Stelle liegt. Für den Personaler eigentlich ein gutes Zeichen. Darum können Sie im Notfall auch darauf hinweisen, dass Sie furchtbar nervös sind – wenn Sie sich etwa verhaspeln oder ins Stottern geraten. Das macht Sie eher noch sympathisch, weil es menschlich ist. Oft lockert das Situation auf – mit positiven Folgen für Ihr Nervenkostüm.

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    Interessen im Lebenslauf: Diese kommen gut an!

    Interessen im Lebenslauf

    Interessen im Lebenslauf runden das Profil eines Bewerbers ab. Sie können Ihrer Bewerbung den Feinschliff geben – oder aber der letzte Sargnagel sein. Wichtig ist, dass Sie Interessen mit aufnehmen, die zur Stelle passen. Und solche, die Aktivität und Engagement anklingen lassen, aber nicht gefährlich sind. Schwindeln sollten Sie dabei aber nicht. Sie merken schon: Das ist komplizierter als gedacht. Aber es ist machbar…

    Interessen im Lebenslauf: Sind die wichtig?

    Interessen wecken Interesse. Das ist definitiv so. Denn auch Personaler sind Menschen. Und Menschen interessieren sich vor allem für… Menschen.

    Nicht umsonst wird gerne betont, man wolle herausfinden, welcher Mensch hinter der Bewerbung stecke. Die Persönlichkeit entscheidet darüber mit, ob man den Job bekommt oder nicht. Wer (mutmaßlich) nicht ins Team passt, wird aussortiert. Wer auf fachlicher UND persönlicher Ebene überzeugt, erhält den Zuschlag. Interessen können das persönliche Profil eines Bewerbers abrunden, am Ende über Ja oder Nein entscheiden.

    Gerade soziales Engagement kommt bei vielen Arbeitgebern gut an. Es zeugt von Einsatz, Interesse, Empathie. Eigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.

    Allerdings wirkt sich nicht jedes Interesse im Lebenslauf positiv aus. Es gibt auch welche, die Sie lieber dezent verschweigen…

    Interessen im Lebenslauf: Diese sind kritisch

    Zu den heiklen Interessen zählen insbesondere Extremsportarten. Klar, auch diese zeugen von Sportlichkeit, Neugier, Naturverbundenheit oder Risikobereitschaft – alles durchaus wünschenswerte Eigenschaften.

    Aber sie stehen eben auch für Gefahr – mitunter Lebensgefahr – und in jedem Fall für erhöhte Verletzungsgefahr. Arbeitgeber sind nicht unbedingt begeistert, wenn der Beschäftigte monatelang ausfällt, nur weil er mal wieder einen Adrenalinschub brauchte.

    Auch könnte die Frage auf einen Bewerber zukommen, ob er nicht glaube, dass ihm in diesem Job nicht schnell langweilig würde. Und manche Berufe begünstigen nun mal Menschen, die weniger risikofreudig sind. Einen Draufgänger kann im OP-Saal oder am Cockpit wahrlich niemand gebrauchen. Zu den Extremsportarten zählen beispielsweise:

    • Base-Jumping
    • Fallschirmspringen
    • Sky Surfing
    • Höhlentauchen
    • Bergsteigen
    • Free-Climbing
    • Drachenfliegen
    • Motorsport

    Ehrlicherweise zählen auch Allerweltssportarten wie Skifahren, Reiten und Mountainbiking zu den Risikosportarten. Erhöhte Verletzungsgefahr besteht sogar bei Sportarten wie Turnen, Kampfsport oder Fußball.

    In diesem Fall sollten Sie von Fall zu Fall abwägen, ob Ihnen die Angabe im Lebenslauf eher schadet oder nutzt. Fußball beispielsweise drückt Teamfähigkeit aus; eine Eigenschaft, die wahrscheinlich die Nachteile in Form einer erhöhten Verletzungsgefahr mehr als aufwiegt.

    Wenn Sie aber wissen, dass Ihr Arbeitgeber in spé gerade massive Personalprobleme hat und momentan keine weiteren Ausfälle verkraften kann, dann lassen Sie die Risikosportart im Lebenslauf einfach weg.

    Interessen im Lebenslauf: Und was ist mit…?

    Neben Extrem- und Risikosportarten sind rein passive Eigenschaften verpönt. Klar, jeder schaut gerne eine spannende Serie auf Netflix oder einen guten Film im Kino. Als alleinige Hobbys präsentieren Sie sich damit aber arg dünn auf der Brust.

    Was dagegen geht: Aktive Hobbys mit einem passiven Hobby kombinieren. Wenn Sie Feldhockey spielen und gerne malen, dann können Sie als Nummer drei guten Gewissens Kino mit aufnehmen.

    Eine Ausnahme gibt es übrigens: Musik. Musik hören ist eine durch und durch passive Angelegenheit, aber niemand wird sie Ihnen negativ auslegen. Noch besser wäre natürlich, Sie würden selbst Musik machen…

    Diese Interessen sind passiv und gehören nur bedingt in den Lebenslauf:

    • Kino
    • Fernsehen
    • Netflix
    • Youtube-Videos

    Dann gibt es da noch Schlafen – eine ebenfalls sehr passive Tätigkeit. Abraten würden wir davon aber nicht, Schlafen als Hobby im Lebenslauf anzugeben. Denn erstens wirkt es sympathisch und zeugt von einer Prise Humor. Und zweitens signalisieren Sie damit sogar, dass Sie ein ausgeschlafener Typ sind. Wer gut schläft, ist fitter, gesünder und leistungsfähiger – davon profitiert auch Ihr Arbeitgeber! Also: Wenn Sie wollen, nehmen Sie Schlafen gerne zu den Interessen im Lebenslauf mit auf.

    Und dann wären da noch die berüchtigten Computerspiele. E-Sport entwickelt sich immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Man kann damit viel Geld verdienen, ist in Clans oder Gilden organisiert und damit kein reiner Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. Und passiv ist das Hobby ja gar nicht, sondern im Gegenteil – überaus aktiv. Man trainiert damit sogar seine Reaktionsfähigkeit, analytisches und strategisches Denken.

    Und dennoch: Videospielen haftet noch immer ein zweifelhafter Ruf an. Ob das berechtigt oder nicht, sei dahingestellt – viele Arbeitgeber ziehen jedenfalls die Augenbrauen hoch. Als offizielle Sportart wird E-Sports auf absehbare Zeit ebenfalls nicht anerkannt. Darum empfehlen wir: Lassen Sie Computer spielen im Zweifel lieber weg. Es sei denn, Sie bewerben sich direkt in der Games-Industrie…

    Interessen im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

    Vorweg: Sie müssen gar keine Interessen im Lebenslauf angeben. Das ist kein Muss, sondern ein Kann. Aber wenn Sie es tun, dann fügen Sie die Interessen am Ende des Lebenslaufs ein, niemals ins Anschreiben. Im Lebenslauf können sie das Bild, das der Entscheider über Sie gewinnt, durch passende Interessen vervollständigen. Sie geben Hinweise darauf, ob Sie als Person ins Team passen oder eher nicht.

    Als Absolvent oder Berufseinsteiger sollten Sie nicht darauf verzichten. Denn Ihr Lebenslauf ist noch sehr dünn. Sie haben noch nicht viele Stationen und Erfahrungen vorzuweisen. Umso wichtiger werden alle weiteren Informationen – dazu zählen auch Interessen und Hobbys.

    Machen Sie aber nicht den Fehler, Ihren Lebenslauf mit Interessen vollzukleistern. Vier oder fünf Hobbys sollten es sein – nicht mehr und nach Möglichkeit auch nicht weniger. Zu viele Interessen würden beliebig wirken – und nicht so, als ob Sie für eine Sache wirklich Feuer und Flamme wären. Genau das aber wollen Arbeitgeber: Mitarbeiter, die für ihre Sache brennen. Zudem würden Sie damit unter Beweis stellen, nicht selektieren und Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können.

    Und noch etwas: Erfinden Sie nicht einfach Interessen, um Ihren Lebenslauf aufzupimpen. Das haben Sie erstens gar nicht nötig. Und zweitens kann es Ihnen unangenehm auf die Füße fallen. Wenn der Interviewer Sie etwa nach Ihrem Handicap fragt, weil Sie Golf angegeben haben, und Sie erwidern, Sie seien gar nicht behindert. Alles schon vorgekommen!

    Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Interessen seien zu gewöhnlich oder zu wenig oder zu passiv oder zu …, dann lassen Sie die ganze Rubrik einfach weg.

    Interessen im Lebenslauf: Beispiele

    Grundsätzlich sollte der Lebenslauf kurz und prägnant sein. Niemand will lange Essays und Auflistungen studieren. Das gilt auch für die Interessen im Lebenslauf. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten – und auf jene, die in Zusammenhang mit der angestrebten Stelle stehen.

    Oft gibt es da wirklich Überschneidungspunkte. Ein paar Beispiele:

    Wer in der Sport- und Fitnessbranche Fuß fassen will (sei es als Personal Trainer, Manager, Verkäufer etc.), der würde durchaus Argwohn wecken, wenn er Lesen, Musizieren und Malen als Hobbys definiert, aber keine einzige Sportart.

    In der Automobilbranche ist ein ausgeprägtes Interesse für Autos angebracht. Das kann sich in Kartrennen manifestieren oder in Oldtimern oder einfach im „Schrauben“. Letzteres ist speziell für einen Mechatroniker sicher kein Nachteil…

    In der Finanzbranche sind Interessen vorteilhaft, mit denen man Genauigkeit, Akkuratesse und ein Faible für Zahlen assoziiert. In diese Kategorie fallen etwa Programmieren, Modellbau oder – wer ganz dick auftragen möchte – Aktien.

    Bewerberinnen in der Modebranche wiederum steht die Lust aufs Präsentieren gut zu Gesicht. Ein eigenes Modeblog oder ein Instagram-Kanal, der sich dem Thema Mode widmet, zeugen von einem ausgeprägten Interesse an Fashion-Themen.

    Es handelt sich wohlgemerkt nur um Beispiele. Aber Sie erkennen hoffentlich die Richtung, in die das Ganze laufen sollte. Auf der anderen Seite meiden Sie Interessen, die speziell in Ihrem angestrebten Fachbereich einen negativen Beiklang haben. Freilich hat man es oft mit Klischees zu tun, aber das spielt keine Rolle. Generell erfordert dies, dass Sie sich bei jeder Bewerbung neuerliche Gedanken um Ihre richtige Aufstellung machen.

    Interessen im Lebenslauf: Diese bringen richtig Punkte!

    Letztlich geht es hier um den ersten Schritt – Sie wollen die schriftliche Bewerbung überstehen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Was Sie dann im Jobinterview über Ihre Interessen erzählen, können Sie sich immer noch überlegen.

    Grundsätzlich gut an kommen Interessen, die belegen, dass Sie auch in Ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen. Beispiele:

    • Jugendtrainer in einem Sportverein
    • Ehrenamt in einer sozialen Einrichtung
    • Engagement in einer berufsständischen Vereinigung
    • Mitarbeit an studentischen Projekten

    Diese Interessen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur Ihren Drang, Spaß haben zu wollen, befriedigen. Sie erfordern Leidenschaft. Personalentscheider wissen das zu schätzen.

    Und sie lassen Rückschlüsse auf Ihren Charakter zu. Es muss sich wohl um jemanden handeln, der sich voll reinhängt, der keine halben Sachen macht und vielleicht sogar ein Anführer ist – um einen Leistungsträger also. Wenn Sie dieses Bild von sich vermitteln – Glückwunsch!

    Andererseits gibt es auch Fallstricke. Denn wenn Sie Ihren Lebenslauf mit lauter positiven Interessen aufhübschen, weckt das Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit. Wie kann der alles schaffen? Mehr als 24 Stunden stehen uns allen pro Tag nicht zur Verfügung. Also macht der vielleicht doch nur halbe Sachen!?

    Darüber hinaus müssen Sie Ihre Interesse ja hinterher auch in Einklang mit dem neuen Job bringen. Niemand will, dass Sie vor lauter Ehrenämtern so ausgelaugt sind, dass Sie nur mit halber Kraft am Arbeitsplatz erscheinen. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen – evtl. dadurch, dass Sie nur ein oder maximal zwei „verantwortungsvolle“ Interessen auflisten. Zu viel mehr reicht es in Ihrer Freizeit ja wahrscheinlich ohnehin nicht.

    Und machen Sie auch nicht den Fehler, in einem einzigen Anfall von Begeisterung von Ihrem Engagement im Sportverein zu schwärmen. Das könnte so herüberkommen, als gelte Ihre Liebe nur dem Verein; der Arbeitgeber wird immer dahinter an zweiter Stelle kommen. Selbst wenn das der Wahrheit entspricht, dann sollten Sie es im Bewerbungsgespräch nicht so vermitteln.

    Interessen im Lebenslauf: Hier bringen Sie sie unter

    Interessen im Lebenslauf RubrikIhre Interessen kommen im Lebenslauf in einen eigenen Abschnitt. Wie Sie diesen nennen, bleibt im Prinzip Ihnen überlassen. Richtig oder falsch gibt es nicht, nur verschiedene Alternativen. Möglich sind zum Beispiel:

    • Interessen
    • Hobbys
    • Interessen und Hobbys
    • Meine Interessen
    • Engagement
    • In meiner Freizeit
    • Freizeitinteressen
    • Freizeitaktivitäten
    • Was mich interessiert
    [Bildnachweis: Roman Motizov by Shutterstock.com]

    Praktika im Lebenslauf: Wie Sie von ihnen profitieren

    praktika im lebenslauf

    Praktika im Lebenslauf sind vor allem für Berufsanfänger und junge Beschäftigte wichtig. Sie stehen für Berufserfahrung, wo sonst nur gähnende Leere wäre. Schul- oder Hochschulabsolventen sollten sich aber genau überlegen, welche Praktika sie in ihren Lebenslauf aufnehmen. Denn manche passen wunderbar zur möglichen neuen Stelle, andere geben sogar Minuspunkte. Und dann kommt es noch darauf an, mit welchen Formulierungen Sie Ihre Praktikumserfahrungen umschreiben. Folgende Fehler gilt es zu vermeiden…

    Praktika im Lebenslauf: Welche gehören hinein?

    Nehmen Sie in Ihren Lebenslauf möglichst nur die Praktika auf, die für die jeweilige Stelle relevant sind. Praktika sollen ja belegen, dass der Bewerber über praktische Qualifikationen und Berufserfahrung verfügt. Wenn ein Praktikum überhaupt keine Anknüpfungspunkte zur möglichen neuen Stelle aufweist, dann lassen Sie es lieber weg.

    Angenommen, Sie bewerben sich als Projektmanager, dann stehen Ihnen Praktika gut zu Gesicht, die belegen, dass Sie schon einmal ein Projekt organisiert haben. Je stärker die Verbindungslinie, desto besser. Darüber hinaus sind auch Praktika wertvoll, die einen indirekten Bezug haben. Durch ein Auslandspraktikum etwa weisen Sie soziale und interkulturelle Kompetenzen nach – das ist in fast jedem Job ein Pluspunkt!

    Klar ist: Je jünger Sie sind und je weniger Berufserfahrung Sie haben, desto wichtiger sind Praktika im Lebenslauf. Als Schul- oder Hochschulabsolvent können Sie im Zweifel auch Praktika in den Lebenslauf aufnehmen, die nur wenige Bezugspunkte zum angestrebten Job haben. Dann geht es für Sie erst einmal darum zu zeigen, dass Sie überhaupt schon Berufs- und Arbeitserfahrung gesammelt haben. Das gilt auch für Praktikumsanwärter selbst oder Azubis.

    Mit steigender Berufserfahrung werden Praktika im Lebenslauf immer unwichtiger. Wer schon zehn Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel und verschiedene Positionen innehatte, lässt die Praktika im Lebenslauf komplett weg. Hilfreich können sie allenfalls sein, um Lücken im Lebenslauf zu schließen.

    Praktika im Lebenslauf: Wo gehören Sie hin?

    Wenn Sie Praktika im Lebenslauf platzieren, dann muss sie der Empfänger auch finden – logisch. Entweder, Sie nehmen einen eigenen Abschnitt „Praktika“ auf oder Sie führen die Praktika in der Rubrik „Berufserfahrungen“ mit den anderen beruflichen Stationen zusammen.

    Wo sie NICHT hingehören: In die Rubrik „Hobbys“ und auch nicht in die Kategorie „Sonstiges“. Nebenbei bemerkt ist die Kategorie „Sonstiges“ ohnehin vollkommen überflüssig. Und auch für ehrenamtliche Aktivitäten nehmen Sie besser einen eigenen Abschnitt auf und verstecken sie nicht unter „Sonstiges“.

    Sie sollten sich klar machen, dass viele Personaler einen Lebenslauf nur fix von oben nach unten scannen. So sieben sie vorab Bewerber aus, die die Mindestqualifikationen nicht erfüllen. Daher sollte der Abschnitt „Berufserfahrungen“ bei Ihnen nicht gähnend leer sein – sonst landen sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Aussortiert-Stapel.

    Machen Sie Ihre Praktika im Lebenskauf also sichtbar. Dazu gehören gute Beschreibungen. Diese Fragen sollten Sie beantworten:

    • In welchem Zeitraum haben Sie das Praktikum absolviert?
    • Welche Tätigkeiten haben Sie übernommen?
    • Was haben Sie erreicht oder bewirkt?
    • Welche Fähigkeiten konnten Sie erwerben oder verbessern?

    Am besten, Sie arbeiten obige Fragen wie eine Checkliste bei jedem Praktikum ab. So gewinnen Ihre Praktika im Lebenslauf einen echten Mehrwert. Denn das ist wichtig: Wenn der Personaler keinen Sinn oder Nutzen in einem Praktikum erkennt, nützt es Ihnen in der Bewerbung herzlich wenig.

    Praktika im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

    Noch mal der Hinweis: Nehmen Sie lediglich die Praktika auf, die einen relevanten Stellenbezug haben. Ansonsten können Sie sich diese Maxime merken: Mehr als drei oder vier Praktika sollten es nicht sein.

    Warum nicht? Sie wollen doch schließlich nicht als ewiger Praktikant abgestempelt werden. Zu viele Praktika suggerieren, dass es für eine „richtige Stelle“ bislang nicht gereicht hat oder dass Sie sich diese selbst (noch) nicht zutrauen. Sie treten nicht als großes Talent auf, sondern wirken eher wie ein Wasserträger auf Wanderschaft. Außerdem sollte ein Lebenslauf nicht länger sein als zwei DIN A4-Seiten. Sie haben also gar keinen Platz, um ein großes Potpourri an Praktika auszubreiten.

    Praktika im Lebenslauf: Was schreibe ich?

    Ein Praktikum formulieren Sie im Lebenslauf so wie andere berufliche Stationen auch. Im tabellarischen Lebenslauf ist das Muster MM/JJJJ – MM/JJJJ in der linken Spalte und der Inhalt in der rechten Spalte vorgesehen.

    Konkret könnte das so aussehen:

    04/2018 – 07/2018 Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit,
                                       Betreuung der Pressevertreter
                                       Konzeption und Durchführung einer PR-Kampagne

    Genereller Tipp: Übertreiben Sie es nicht, bleiben Sie bei der Wahrheit. Ein bisschen aufpeppen ist erlaubt und auch empfehlenswert. Aber lügen Sie bitte nicht. Erfahrene Personaler werden schnell misstrauisch und haken dann im Vorstellungsgespräch nach. Wenn Sie dann keine Antwort wissen, sind Sie möglicherweise als Lügner enttarnt – und den Job los.

    Aber Sie sollten sich schon überlegen, wie Sie Ihr Praktikum gewinnbringend einsetzen. Wie haben Sie durch Ihre Tätigkeiten zum Unternehmenserfolg beigetragen? Das müssen keine riesigen Durchbrüche sein, auch Erfolge im Kleinen sind es wert, erwähnt zu werden.

    Versuchen Sie präzise und positiv zu beschreiben, was Sie eigentlich genau gemacht haben. Das ist eine Kunst für sich. Wer sie beherrscht, sammelt im Personalbüro Punkte.
    Suchen Sie sich starke Wörter aus, die Ihr Praktikum beschreiben und nach Möglichkeit auch noch zur neuen Stelle passen. Dies erfordert Zeit und Hirnschmalz, ist die Mühe aber wert.

    Verwenden sie aktive Formulierungen statt passiver – wenn es geht, immer! Wer die Produktionskette organisiert und nicht nur überwacht hat, verwandelt sich vom passiven Phlegmatiker zum Macher.

    In die richtigen Formulierungen sollten Sie Energie investieren. Diese entscheiden über Wohl und Wehe Ihrer Bewerbung mit. Nicht nur für Praktika, auch für Nebentätigkeiten und Minijobs sollten Sie angemessene Begriffe finden. Es versteht sich ja zum Beispiel von selbst, dass Sie während Ihrer Studienzeit nicht gekellnert haben. Sie haben als Servicefachkraft in der Gastronomie wertvolle Erfahrungen gesammelt.

    Und noch ein Tipp: Passen Sie Ihr Vokabular – wenn möglich – an die jeweilige Branche an. Streuen Sie Fachbegriffe ein. Wenn es sein muss, sogar denglische. Das macht Ihren Lebenslauf passgenau und Sie gleich viel kompetenter…

    Hier sind 4 Beispiele:

    1. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 1

      Sie haben ein Praktikum in einem Call-Center absolviert. Nun wollen Sie die Referenz nutzen, um einen Anschlussjob im Vertrieb zu ergattern.

      In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
      Annahme von Telefonaten

      In Ihrem Lebenslauf steht:
      Kundenbetreuung, Kundenmanagement, Inbound- und Outbound-Marketing

    2. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 2

      Sie haben während des Praktikums den Instagram-Account eines kleinen Familienbetriebs betreut. Ihr Traum wäre es, weiterhin in den Medien zu arbeiten – in der PR oder als Social Media Manager. Wenn Sie sich daraufhin für ein weiteres Praktikum, Volontariat oder Traineeship im Medienbranche bewerben, dann steht…

      in Ihrem Lebenslauf nicht:
      Pflege der Instagram-Seite

      Dann steht im Lebenslauf:
      Social Media Management, Redaktion, Content Curation und Community Management

    3. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 3

      Sie haben ein Praktikum in einem kleinen Familienunternehmen absolviert. Währenddessen haben Sie Flyer und Plakate gebastelt. Die Erfahrung wollen Sie nutzen, um sich einen Job in der Mediengestaltung zu sichern.

      In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
      Gestaltung eines Plakats und Flyers

      In Ihrem Lebenslauf steht:
      Konzeption, Gestaltung und Realisierung von Werbemitteln

    4. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 4

      Sie waren in der Oberstufe im Abiball-Komitee und haben die große Abi-Fete organisiert. Nun peilen Sie einen Job im Event-Management an.

      In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
      Organisation einer Party

      In Ihrem Lebenslauf steht:
      Konzeption, Planung und Durchführung von größeren Schulveranstaltungen (z.B. Abiball 2019)

    Dabei handelt es sich natürlich nur um Beispiele. Sie sollten bei der Wahrheit bleiben, sich aber nicht unter Wert verkaufen. Die richtige Wortwahl sorgt dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

    Praktika im Lebenslauf: So geht’s weiter

    Praktika ersetzen Berufserfahrung – gerade bei jungen Bewerbern. Sie helfen Ihnen also im besten Fall, die erste Hürde zu nehmen und zum Vorstellungsgespräch durchzusprinten.

    Doch um die Wurst geht es jetzt erst. Und da sollten Sie vorbereitet sein. Je prominenter der Platz, den Praktika in Ihrem Lebenslauf einnehmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das der Personaler Sie nach Ihren Erfahrungen befragt.

    Darum sollten Sie vorher ein paar Gedanken an Ihre möglichen Antworten verschwenden. Diese Fragen helfen Ihnen dabei:

    • Welche Erfahrungen habe ich gesammelt, die mir im angestrebten Job helfen würden?
    • Welche Skills habe ich ganz konkret verbessert?
    • Wie habe ich mich persönlich weiterentwickelt?
    • Welches Ereignis hat mich besonders geprägt?
    • Welche Lehren habe ich daraus gezogen?

    Dabei können sie ruhig ins Detail gehen und ein oder zwei Anekdoten zum Besten geben. Je detailreicher, desto glaubwürdiger.

    [Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

    Bewerbungskosten absetzen: So geht’s

    bewerbungskosten absetzen

    Eine Bewerbung soll zum großen Erfolg – und zu einem ordentlichen Gehalt – führen. Dafür müssen Sie aber in Vorleistung gehen. Bewerbungsfoto anfertigen, Bewerbungsratgeber kaufen, Hotel am Unternehmensstandort buchen, um nur ein paar Kostenbeispiele zu nennen. Bewerbungen kosten Geld. Sitzen bleiben Sie auf Ihren Kosten aber nicht. Das Finanzamt erstattet Ihnen die Bewerbungskosten – sofern Sie alles richtig belegen und eintragen. Bewerbungskosten absetzen: So machen Sie’s richtig…

    Bewerbungskosten absetzen: Geht das?

    Bewerbungskosten zählen – steuerlich gesehen – zu den Werbungskosten. Werbungskosten sind laut Einkommensteuergesetz „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.“

    Nun dienen Bewerbungen zweifelsfrei dazu, Einnahmen zu erwerben und zu sichern. Dabei ist es unerheblich, ob eine Bewerbung zum Erfolg führt oder nicht. Wichtig ist nur, dass die Kosten im Rahmen der Stellensuche angefallen sind.

    Bei der Berechnung der Einkünfte in der Steuererklärung können Sie die Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen. Somit mindern Bewerbungskosten Ihre Steuerlast. Darum ist es auch ratsam, sich alle Bewerbungsgespräche zu notieren und die angefallenen Belege zu sammeln. Das bringt Ihnen am Ende des Steuerjahres bares Geld.

    Bewerbungskosten: Die können Sie absetzen

    Die Kosten für folgende Materialien und Dienstleistungen können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen:

    Eigenwerbung

    Materialien

    • Bewerbungsmappen
    • Briefumschläge
    • Klarsichthüllen
    • Druckerpatronen
    • Kleber
    • Kopien
    • Stifte, Füller
    • Schreibpapier
    • Briefmarken

    Recherche

    • Kurse
    • Seminare
    • Übersetzungen
    • Bücher, Ratgeber
    • Magazine, Zeitschriften
    • Bewerbungsschreiber
    • Beglaubigungen
    • Polizeiliches Führungszeugnis

    Reisekosten

    • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen
    • Parkgebühren
    • Übernachtungen
    • Verpflegung
    • Stadtpläne

    Hinweis: Wer die Telefon- oder Internetkosten anteilig absetzen will, könnte Probleme mit dem Finanzamt bekommen. Häufig lehnt es die Steuererstattung ab. Trotzdem: Probieren geht über studieren.

    Auch Online-Bewerbungskosten absetzen?

    Der Großteil der Bewerbungen erfolgt heute online. Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Auf den ersten Blick sind Online-Bewerbungen deutlich kostengünstiger als schriftliche. Das Porto fällt weg, außerdem Anschaffungskosten für Mappe, Papier, Stifte, Druckerpatronen.

    Dennoch können Sie selbstverständlich auch Online-Bewerbungen von der Steuer absetzen. Die Pauschale, die das Finanzamt akzeptiert, ist bei Online-Bewerbungen aber geringer als bei schriftlichen (dazu gleich mehr).

    Außerdem entstehen ja noch immer andere Kosten im Zusammenhang mit der Bewerbung: Bewerbungsratgeber, Foto und Fahrtkosten beispielsweise. Die können Sie anrechnen, unabhängig davon, ob die Bewerbung auf dem Online- oder Offline-Weg erfolgt ist.

    Bewerbungskosten absetzen: An die Belege denken

    Die Steuererstattung sollten Sie schon während Ihres Bewerbungsprozesses im Hinterkopf abspeichern. Das heißt: Dokumentieren Sie eine Liste mit all Ihren Bewerbungen und bewahren Sie die entsprechenden Dokumente, Mappen, Mails auf.

    Denn das Finanzamt wird Ihre Bewerbungskosten nur erstatten, wenn Sie Belege vorlegen. Beziehungsweise es könnte zumindest die Vorlage von Belegen nachträglich von Ihnen verlangen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Zum Beispiel, indem Sie auf Ihrem Rechner einen Ordner anlegen, in dem Sie die Eingangsbestätigungen oder Absagen der einzelnen Unternehmen ablegen – oder Ihre per Mail verschickten Bewerbungen.

    Das Gleiche gilt für alle anderen Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen. Bewahren Sie also auch Quittungen von Mappen, Stiften, Fotos, Stadtplänen usw. auf – am besten heften Sie alles in einem Ordner, Ihrem Steuerordner, ab.

    Tipp: Ein Schuhkarton bietet sich für Papierbelege an. Der ist im Innern trocken und dunkel. So verblassen Ihre Dokumente nicht so schnell. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Belege auch kopieren oder einscannen und auf Ihrem Computer ablegen.

    Wie setze ich Bewerbungskosten ab?

    Sie haben zwei Optionen, um Ihre Bewerbungskosten als Werbungskosten abzusetzen:

    1. Sie reichen die Belege für Ihre Bewerbungskosten ein.
    2. Sie machen Ihre Bewerbungskosten über Pauschalen geltend.

    Bei Variante 1 rechnen Sie alle Bewerbungskosten, für die Sie Belege gesammelt haben, zusammen und tragen Sie als Werbungskosten in Ihre Steuererklärung ein. Das kann eine langwierige und komplizierte Angelegenheit sein.

    Einfacher ist Variante 2: Das lästige Sammeln der Quittungen bleibt Ihnen damit erspart. Sie legen einfach eine Pauschale zugrunde. Pro schriftlicher Bewerbung lässt das Finanzamt erfahrungsgemäß neun bis 15 Euro durchgehen. Manche Finanzämter orientieren sich an einem Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004, das für schriftliche Bewerbungen Kosten von jeweils 8,50 Euro angenommen hatte.

    Für eine E-Mail-Bewerbung, wie sie heute üblich ist, bekommen Sie nicht so viel zurück – hier beträgt die Pauschale nur 2,50 Euro. Fahrt- und Übernachtungskosten sind nicht inbegriffen.

    Aber: Auch wenn sich das Finanzamt in der Regel an Pauschalen orientiert — Anspruch auf eine Pauschale haben Sie grundsätzlich nicht. Es liegt immer im Ermessen des Sachbearbeiters, ob und welche Pauschale er anerkennt.

    Außerdem dürfen Sie mit Pauschalen die Grenze von 1.000 Euro bei den Werbungskosten nicht überschreiten. Mehr Geld können Sie nur geltend machen, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben über diesem Wert liegen – und wenn Sie sie nachweisen können.

    Wo trage ich die Bewerbungskosten ein?

    Die Steuererklärung ausfüllen – für die meisten eine undankbare Aufgabe. Speziell für Berufsanfänger ist sie zudem sehr herausfordernd. Wo soll ich meine Bewerbungskosten überhaupt eintragen?

    Antwort: in der Anlage N. Hier werden die Werbungskosten – und damit auch die Bewerbungskosten – eingetragen. Die Anlage N besteht aus insgesamt drei Seiten. Die Bewerbungskosten finden auf Seite 2 Platz. Auf der letzten Seite tragen Sie dann noch Ihre möglichen Mehraufwendungen ein, wenn Sie zwei Haushalte haben.

    Sollte der Platz für Ihre Bewerbungskosten nicht ausreichen, haben sie die Möglichkeit, unter „Weitere Werbungskosten“ einen Vermerk mit „Siehe Anlage“ zu machen.

    Bewerbungskosten: Wie kann ich Sie mir noch zurückholen?

    Bis Sie Geld vom Finanzamt erstattet bekommen, können Wochen und Monate ins Land gehen. Es gibt aber noch andere Wege, Bewerbungskosten zurückzuholen. Das ist gerade für Menschen wichtig, die mit jedem Euro kalkulieren müssen. Gerade in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Studium oder geringfügiger Beschäftigung ist es oft schwierig, alle anfallenden Kosten auszulegen.

    Die gute Nachricht: Viele Arbeitgeber erstatten die Kosten für ein Vorstellungsgespräch. Es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Erstattung. Voraussetzung ist, dass der Bewerber sich auf eine zu besetzende Stelle beworben und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hat. Die Pflicht zur Kostenübernahme ist unabhängig davon, ob der Bewerber letztlich den Zuschlag erhält oder nicht. Es werden allerdings nur solche Kosten erstattet, die nach den Gesamtumständen „erforderlich“ waren.

    Auf der anderen Seite haben Arbeitgeber die Möglichkeit, die Kostenübernahme zu verweigern oder zu begrenzen. Dies muss das Unternehmen aber bei der Einladung zum Bewerbungsgespräch deutlich machen. Dies kommt immer auf den Einzelfall an. Nicht unüblich ist es beispielsweise, nur die Anreise mit der Bahn zu erstatten. Möchte der Bewerber aber mit dem Flugzeug anreisen, muss er die Mehrkosten selbst tragen.

    Tatsächlich hängt die Bereitschaft zur Kostenübernahme häufig davon ab, für welche Stelle der Bewerber vorgesehen ist. Hochqualifizierten und nachgefragten Arbeitskräften will man das eigene Unternehmen möglichst schmackhaft machen – dazu gehört auch eine großzügige Übernahme der Kosten.

    Eigentlich selbstverständlich: Erscheint der Kandidat gar nicht oder ohne ausdrückliche Einladung zum Vorstellungsgespräch, ist das Unternehmen nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. In jedem Fall gilt: Der Bewerber muss die Kosten innerhalb von drei Jahren geltend machen, danach sind sie verjährt. Aber das sollte machbar sein.

    Und es gibt sogar noch eine weitere Möglichkeit: Sollte der Arbeitgeber die Kosten nicht übernehmen wollen, dann wenden Sie sich als Bewerber ans Arbeitsamt oder Jobcenter. Vielfach können Sie sich hier Bewerbungskosten erstatten lassen. Das ist aber Ermessenssache. Fragen Sie also unbedingt VOR Ihrem Bewerbungsgespräch nach, ob und welche Kosten übernommen werden können.

    Mehr Zeit für die Steuererklärung!

    Bewerbungskosten absetzen mehr Zeit
    Seit 2019 haben Sie mehr Zeit, um sich Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Bislang mussten Sie Ihre Steuererklärung stets bis Ende Mai vorlegen. Jetzt reicht es dem Finanzamt aus, wenn sie bis zum 31. Juli vorliegt.

    Falls Sie Ihre Steuererklärung nicht selbst machen, sondern von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lassen, verschiebt sich die Frist noch weiter nach hinten. Die Steuererklärung für 2019 müsste dann nicht früher als bis Ende Februar 2021 beim Finanzamt eingehen.

    [Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

    Arbeitgeber hinhalten: Wie es richtig geht

    arbeitgeber hinhalten

    Arbeitgeber tun es, Bewerber tun es, auch Menschen auf Partnersuche tun es: Den anderen hinhalten. Das ist oft unangenehm, kann aber gute Gründe haben. Wenn ein Bewerber mehrere Ässe im Ärmel hat und nicht das erstbeste Angebot annehmen will, muss er wohl oder übel Zeit schinden. Den Arbeitgeber hinhalten – dafür gibt es mehr als einen Weg…

    Arbeitgeber hinhalten: Manchmal muss es sein

    Es ist eine Luxussituation. Aber eine, in der man sich sehr unwohl fühlt. Stellen Sie sich vor, sie haben mehrere Zusagen zu Vorstellungsgesprächen. Das erste Jobinterview führen Sie bei einem mittleren Unternehmen, das in Ihrer persönlichen Hitliste relativ weit unten rangiert.

    Das Gespräch läuft gut, Ihr Selbstvertrauen ist frisch gestärkt. Kurz nach dem Termin kommt auch schon die Zusage seitens der Firma: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job!“ Eine tolle Nachricht, über die Sie sich bestimmt freuen – und die Ihnen schmeichelt.

    Allerdings würden Sie dennoch die anderen Gespräche gerne noch wahrnehmen – und erst danach entscheiden. Die mutmaßlich besseren Unternehmen kommen schließlich noch. Was tun? Karrieresprung hätte da folgende Vorschläge für Sie…

    Arbeitgeber hinhalten: Diese 3 Optionen haben Sie

    1. Zusage

      Auf die Zusage des Unternehmens reagieren Sie… mit einer Zusage. Sie nehmen den Job an und bedanken sich ganz herzlich bei der Personalabteilung des Unternehmens.

      Dann dauert es ein paar Tage, bis der Arbeitsvertrag bei Ihnen eintrifft. Jetzt können Sie weitere Zeit schinden, indem Sie den Arbeitsvertrag bis auf Weiteres liegen lassen. Falls Ihr zweites Vorstellungsgespräch zeitnah terminiert ist, reicht diese Taktik vielleicht schon aus.

      Wenn nicht, dann kündigen Sie den Vertrag noch vor Ihrem Antrittsdatum. Außerdem hätten Sie in der Probezeit ja noch die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen wieder zu kündigen. Meist beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen.

      Das können Sie machen – sollten Sie aber nur im Notfall tun. Denn so hinterlassen Sie verbrannte Erde. Ihr neuer alter Arbeitgeber ist über dieses Vorgehen bestimmt not amused. Wahrscheinlich wird er sogar hochgradig erzürnt sein – nachvollziehbar!

      Eine positive Referenz, einen wertvollen Kontakt oder eine Möglichkeit auf Rückkehr können Sie sich dann abschminken. Die Taktik ist vor allem riskant, wenn die Branche, in der Sie sich bewegen, sehr überschaubar ist. Erstens spricht sich so etwas schnell herum, zweitens ist die Anzahl an potenziellen Arbeitgebern begrenzt.

    2. Anruf

      Das ist die ehrlichste Variante. Aber ob es auch die erfolgversprechendste ist?

      Sie rufen im Unternehmen an und teilen ganz höflich mit, dass Sie sich für die Zusage bedanken und auch sehr gerne einschlagen würden. Aber auch, dass Sie noch weitere Vorstellungsgespräche vor der Brust haben und diese gerne wahrnehmen würden. Und dann bitten Sie noch um etwas Bedenkzeit für Ihre Entscheidung. Ein gutes, faires Vorgehen – das sich aber rächen könnte.

      Zum Beispiel dann, wenn die kommenden Jobinterviews mies laufen. Und wenn es letztlich bei dieser einen Zusage bleibt, der Arbeitgeber aber so in seiner Eitelkeit verletzt ist, dass er sein Angebot zurücknimmt. Dann stehen Sie mit leeren Händen da. Allerdings gibt es viele Arbeitgeber, die für Ihr Vorgehen sehr wohl Verständnis hätten.

      Die Variante bietet sich an, wenn sie Ihre erste Zusage ohnehin nur als Notnagel sehen und im Zweifel darauf verzichten können. Spielen Sie das am besten mit einem Wenn-dann-Szenario durch. Wenn ich keine weiteren Angebote bekomme und die erste Zusage auch noch zurückgenommen würde, was dann? Wäre dies eine Katastrophe? Ist die Antwort nein, gehen Sie ins Risiko.

    3. Hinauszögern

      Die gute alte Hinhaltetaktik: Sie schinden bei jeder sich bietenden Gelegenheit Zeit. Auf die Zusage des Arbeitgebers melden Sie sich erst Tage später. Mit dem Hinweis, dass Sie verreist oder erkrankt waren.

      Sie nehmen den Job auch noch gar nicht an, sondern tun nur so, als ob. Motto: „Wow, das freut mich sehr! Vielen, vielen Dank!“ Vielleicht mailen Sie dann noch ein paar Mal mit dem Personalbüro hin und her, bevor Ihnen der Arbeitsvertrag zugeschickt werden soll.

      Wenn dieser bei Ihnen zuhause eintrudelt, können Sie wieder Zeit schinden. Sobald sich das Personalbüro bei Ihnen meldet, wo denn der Vertrag bleibt, gaukeln Sie vor, Sie hätten ihn längst unterschrieben und zurückgeschickt. „Der muss unterwegs verloren gegangen sein!“ Und schon haben Sie wieder zeitlichen Spielraum…

      Klar, diese Taktik ist vor allem eins: unehrlich. Und spätestens wenn Sie doch noch absagen, durchschaut das Unternehmen Ihre Strategie. Das wird Ihnen keine neuen Freunde bringen. Außerdem kann es sein, dass der Arbeitgeber schon nach kurzer Zeit spürt, dass etwas im Busch ist und Sie nicht so richtig wollen – und seinerseits absagt.

    Warum die Hinhaltetaktik eine Gratwanderung ist

    Was Sie stets bedenken sollten: Eine mündliche Zusage des Arbeitgebers ist rechtlich wertlos. Erst wenn Sie den unterschriebenen Arbeitsvertrag auf dem Tisch haben und ebenfalls unterschreiben, ist der Deal besiegelt. Der Arbeitgeber hat bis dahin ebenfalls die Möglichkeit, jederzeit wieder von seinem Angebot zurückzutreten.

    Und davon wird er mit ungleich höherer Wahrscheinlichkeit Gebrauch machen, wenn er das Gefühl hat, dass Sie ihn hinhalten. Die Hinhaltetaktik ist also riskant. Und auch auf eine gewährte Bedenkzeit können Sie ihn nicht festnageln. Läuft ihm in der Zwischenzeit ein anderer Bewerber über den Weg, kann ihn der Arbeitgeber einstellen und Ihnen vorziehen. Bei der Bedenkzeit handelt es sich um reine Kulanz ohne rechtlichen Anspruch.

    Das ist aber auch eine Chance für Sie. Bevor der Arbeitsvertrag nicht bei Ihnen eintrifft, können Sie weitere Vorstellungsgespräch wahrnehmen und mit anderen Unternehmen verhandeln. Ohnehin sollten Sie diesen Zwischenzeitraum nutzen, um über die genauen Vertragsmodalitäten zu verhandeln. Verhandlungsmasse gibt es viel: Gehalt, Urlaubstage, geldwerte Vorteile, Benefits usw. Das hilft Ihnen bei der Entscheidungsfindung – und es nimmt Zeit in Anspruch. Bleiben sie aber stets höflich und realistisch – und überziehen Sie nicht nach dem Motto: „Wenn Sie mir dies und das nicht gewähren, nehme ich einen andere Stelle an.“ Überheblichkeit überkommt gerne diejenigen, die mehrere Optionen auf dem Tisch haben – oder glauben, diese zu haben.

    Grundsätzlich können Sie die Hinhaltetaktik nicht ewig fahren. Irgendwann müssen die Karten auf den Tisch. Das sind Sie auch dem Unternehmen schuldig, das seine Stelle ja irgendwann irgendwie besetzen will und muss.

    Und: Je besser Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind, desto ehrlicher und offener können sie agieren. Das spräche also für Variante 2, den ehrlichen Anruf. Beispiel Softwareentwickler: Sie sind auf dem Jobmarkt momentan so begehrt, dass kaum ein Arbeitgeber einen vom Hof jagen wird, wenn er ihm sagt, dass er erst noch andere Bewerbungsgespräche wahrnehmen möchten. Im Gegenteil, die Chancen stehen ganz gut, dass das Unternehmen sein Angebot noch mal erhöht oder andere Benefits offeriert, um ihm die Stelle schmackhaft zu machen.

    In Branchen wiederum, in denen es einen Bewerber-Überschuss gibt – zum Beispiel im Medienbereich – könnte diese Strategie nach hinten losgehen. Auch große Unternehmen können aus einem riesigen Fundus an Bewerbern wählen. Diese Parameter beziehen Sie besser mit ein…

    Hinhalten: Auch Unternehmen tun es

    Das Phänomen des Hinhaltens läuft natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn also Unternehmen einen Bewerber hinhalten, weil sie ihn nicht verlieren, aber sich noch andere Kandidaten anschauen wollen. Das nennt sich Benching.

    Wenn Sie das nicht hinnehmen wollen, fragen Sie sich zwei Wochen nach dem Bewerbungsgespräch höflich nach dem aktuellen Stand. Und stellen Sie Ihre Jobsuche nicht ein, sondern erst dann, wenn Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben.

    Allerdings kann Benching auch ein gutes Zeichen sein – und darauf hindeuten, dass Sie noch im Rennen sind…

    Strategien: Es gibt noch eine vierte!

    Arbeitgeber hinhalten OptionEine haben wir doch glatt vergessen: Option Nr. 4. Die lautet: Absagen!

    Natürlich ist auch das eine Möglichkeit. Wenn Ihnen das Angebot nicht zusagt, können Sie es auch sofort verwerfen – und sind fortan wieder frei für andere Offerten. Arbeitgeber hinhalten? Überflüssig.

    Eine sofortige Zusage des Arbeitgebers kann der Bewerber ja auch als Verzweiflung interpretieren: „Da scheint jemand große Probleme zu haben, neue Mitarbeiter zu bekommen und nimmt einfach alle, die er kriegen kann. Woran liegt das? Was stimmt nicht mit ihm?“ Schließlich erwartet man von seinem künftigen Arbeitgeber ja durchaus Sorgfalt und eine gründliche Auslese. Und die beansprucht doch Zeit. Vielleicht ein Hinweis, dem noch mal nachzugehen – durch eine Internet-Recherche beispielsweise.

    Auf der anderen Seite kann das Unternehmen auch einfach sehr überzeugt von Ihnen gewesen sein – dann müssten Sie die Sofort-Zusage als großes Kompliment verstehen. Hier ist also das berühmte Fingerspitzengefühl und Urteilsvermögen gefragt.

    Fest steht nur: Wer keine Lust darauf hat, den Arbeitgeber hinzuhalten, der kann auch einfach absagen.

    [Bildnachweis: Tony Stock by Shutterstock.com]

    Jobsuche ab 50: Wie Sie fündig werden

    jobsuche ab 50

    Arbeitgeber stehen auf junges Fleisch. Das ist auch gar nicht weiter verwunderlich. Junge sind motiviert, dynamisch und vergleichsweise günstig. Aber: The times, they are a-changin‘. Vorbei die Zeiten, in den Arbeitnehmer ab 50 schon halbtags an die Rente dachten. In Wahrheit war es wohl noch nie so leicht wie heute, als Angehöriger der Ü50-Fraktion einen neuen Job zu finden. Jobsuche ab 50: Hier geht’s zur Traumstelle…

    Jobsuche ab 50: Nicht so einfach!

    Aus Arbeitgebersicht spricht tatsächlich einiges dafür, jüngeren Bewerbern den Vorzug zu geben. Sie kommen frisch von der Schule oder Uni, sind voller Tatendrang – und nicht so teuer. Auch kann sie der Arbeitgeber noch formen, ihr Entwicklungsspielraum ist groß.

    Was gegen Ü50-Arbeitnehmer spricht:

    • Sie kennen ihre Rechte und Pflichten ganz genau und lassen sich nichts mehr sagen. Speziell bei jüngeren Vorgesetzten könnte dies zu Autoritätsproblemen führen.
    • Ältere sind – so das Vorurteil – unflexibel und können sich nur schwer neuen Gegebenheiten anpassen. Der sich rasant wandelnde Arbeitsmarkt erfordert aber geistige – und manchmal auch körperliche – Flexibilität. Bisweilen befinden sich die Skills älterer Bewerber zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand.
    • Die Generation 50+ ist nicht dafür bekannt, aus Digital Natives zu bestehen. Gerade IT-Kenntnisse aber sind eine Schlüsselkompetenz der Gegenwart – und der Zukunft. Viele neue Jobs entstehen im IT-Bereich.
    • Ältere sind krankheitsanfällig und drohen daher häufig auszufallen – manchmal auch für einen längeren Zeitraum. Dies verursacht neue Anstrengungen und Kosten. Eine Ersatzkraft muss vom Unternehmen rekrutiert und eingearbeitet werden. Mit einem jüngeren Mitarbeiter wäre das vielleicht nicht notwendig.
    • Sie sind teuer. Berufserfahrung bringt überdurchschnittliche Gehaltsvorstellungen mit sich. Das Senioritätsprinzip ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch immer stark ausgeprägt. Wer lange dabei ist und über viel Erfahrung verfügt, verdient auch mehr – manchmal zu viel.

    Das alles macht klar: Menschen ab 50 haben Nachteile bei der Jobsuche. Derer sollten sie sich bewusst sein. Darum fliegen viele von ihnen schon in den ersten Bewerbungsrunden raus, obwohl die Qualifikationen formell ausreichen.

    Die Argumente gegen Ältere sollte man zumindest anerkennen und nicht einfach beiseite wischen. Nach dem Motto: „Pah, die geben uns einfach keine Chance!“ Versetzen Sie sich in den Arbeitgeber hinein: Wen würden Sie einstellen – den günstigen Jungen oder den teuren Alten?

    Aber bevor Sie empört aufschreien: Natürlich gibt es auch sehr viele Argumente, die FÜR Ü50-Arbeitnehmer sprechen. Und immer mehr Arbeitgeber sehen diese auch. Auch der demographische Wandel trägt sein Scherflein dazu bei. Alles in allem steigen die Beschäftigungschancen von Älteren von Jahr zu Jahr…

    Jobs ab 50: Darum sind sie wichtig

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Wir schreiben zwar von Älteren, aber mit 50 Jahren ist man eher im Bereich „mittelalt“ angesiedelt – oder „mitteljung“, ganz wie Sie wollen. Vom Regelrentenalter ist man jedenfalls noch weit entfernt.

    Aus finanziellen Erwägungen ist es für die meisten schlicht eine Notwendigkeit, mit 50 , 55 oder 60 Jahren zu arbeiten. Der Kühlschrank will gefüllt, Kredite wollen abbezahlt und wertvolle Rentenpunkte gesammelt werden. Viele Menschen können ihren Lebensstandard im Alter nicht halten – umso wichtiger ist es, bis dahin einen guten Job zu haben und vorsorgen zu können.

    Dies gilt speziell für Frauen, die nach einer Untersuchung der Unis Mannheim und Tilburg im Schnitt rund ein Viertel weniger Rente erhalten als Männer.

    Aber selbst wenn Sie Ihre Schafe schon im Trockenen haben, lautet unser Rat: Hören Sie lieber nicht auf zu arbeiten. Ein Job bringt Struktur in den Alltag, eine Aufgabe, hält geistig fit und erhält soziale Kontakte zu Kollegen. Das alles sind Aspekte, die viele Rentner erst im Ruhestand zu schätzen wissen.

    Manche nutzen die späte Phase im Arbeitsleben auch, um noch einmal ganz neu durchzustarten. Sie machen sich als Berater selbstständig oder gründen noch einmal ganz neu. Darüber sollten Sie zumindest einmal nachdenken…

    Jobsuche mit 50: Warum sie immer leichter wird

    Immer mehr Ältere arbeiten. Von 2007 bis 2017 ist die Erwerbsquote der 55- bis 60-Jährigen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit um acht Prozent auf 82,6 Prozent gestiegen. Noch steiler war der Anstieg bei den 60- bis 65-Jährigen im gleichen Zeitraum – um 24,7 Prozent auf 60,8 Prozent.

    Eine große Rolle spielt natürlich das Rentenalter, das seit 2012 schrittweise angehoben wird. Darum steigt auch die Erwerbsquote der Über-65-Jährigen. Von ihnen arbeiten immerhin schon sieben Prozent.

    Damit sind in Deutschland mittlerweile 5,9 Millionen Menschen zwischen 55 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 2,7 Millionen bzw. 87 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe von 9,0 Prozent im Jahr 2007 auf 6,3 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen. Die höchsten Anteile älterer Beschäftigter gibt es in der öffentlichen Verwaltung, der Energiebranche, in Erziehung und Unterricht, im Pflege- und Sozialwesen, verarbeitenden Gewerbe und Verkehrswesen.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wohl noch nie war es so einfach wie heute, als Ü50er eine Arbeit zu finden. Den richtigen Job muss man aber natürlich erst finden – oder behalten. Manche sind im fortgeschrittenen Alter weiterhin als Beamte tätig, andere selbstständig, die meisten aber angestellt. Die 55- bis 65-Jährigen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes so verteilt:

    • 57 Prozent: Angestellte, Arbeiter, Auszubildende
    • 27 Prozent: Nichterwerbspersonen
    • 9 Prozent: Selbstständig, mithelfende Familienangehörige
    • 4 Prozent: Beamte
    • 2 Prozent: Erwerbslose

    Jobsuche über 50: Wo liegen Ihre Stärken?

    Über die Argumente gegen Ältere haben wir am Anfang schon gesprochen. Darum sollten Sie in der Bewerbung Ihre Stärken betonen. Davon gibt es wahrscheinlich sehr viele, zum Beispiel diese:

    • Erfahrung

      Ältere Menschen verfügen über einen Erfahrungsschatz, den Jüngere nicht haben. Sie haben Herausforderungen und Krisen gemeistert, Erfolge gefeiert, sind nach Niederlagen wieder aufgestanden. Die Erfahrungen helfen Ihnen bei der Jobsuche oder der Berufsorientierung. Sie wissen, was Sie können und was Sie wollen, können sich selbst sehr gut einschätzen. Junge dagegen sind oft noch auf Sinnsuche – und auf der Suche nach der eigenen Identität.

    • Energie

      Das klingt erstmal paradox, denn es sind doch die Jungen, die vor Energie nur so strotzen, oder? Ja, schon. Aber sehen Sie es mal so: Mit 30 oder 40 beginnt für viele die Rush Hour des Lebens. Sie bauen ein Haus, gründen eine Familie, pflegen manchmal ihre Eltern und haben darüber hinaus noch einen anstrengenden Job. Das alles haben sie mit 50 oder 55 (oft) schon komplett hinter sich. Das Haus ist (hoffentlich) abbezahlt, die Kinder (mit einem Bein) aus dem Haus. Da bleibt mehr Energie für den Job übrig. Das dürfen Sie dem Arbeitgeber im Jobinterview ruhig so sagen!

    • Reputation

      Im Laufe Ihres Berufslebens haben Sie schon einige Referenzen sammeln können. Sie haben ein verzweigtes Netzwerk, kennen hier und da Leute, haben viele Kontakte im Notizblock. Und Sie haben auch längst keine Hemmungen mehr, diese wieder nutzbar zu machen. Präsentieren Sie dem Arbeitgeber in spé Ihre Erfolge – selbstbewusst, aber ohne zu prahlen. Dann weiß er, was er an ihnen hat oder hätte. Mit einem blutjungen Bewerber kauft er dagegen die Katze im Sack.

    • Klarheit

      Mit Blabla kann man heutzutage weit kommen – durchs Abitur oder in die TV-Talkshow. Viele reden um den heißen Brei herum oder wissen selbst gar nicht, was sie da eigentlich sagen. Als semi-alter Mensch haben Sie klare Vorstellungen. Sie können konkret benennen, was Sie können, was Sie wollen, was Sie nicht mögen, wie Sie arbeiten, was man von Ihnen erwarten kann. Das sind meine Stärken, das sind meine Interessen, das sind meine Werte. Mit klaren Ansagen können Personaler arbeiten. Wenn sich Ihre Vorstellungen mit denen des Unternehmens decken, finden Sie zusammen.

    • Arbeitsethos

      Arbeitsethos – ein Begriff aus einer untergehenden Welt. Die jungen Generationen können nur wenig damit anfangen. Work-Life-Balance, Selbstverwirklichung und Sabbaticals haben sich an die Stelle harter Arbeit gedrängt. Viele Unternehmen wären bestimmt mal wieder ganz froh über Bewerber, die dazu bereit sind, sich ihren Allerwertesten aufreißen, weil sie für ihr Gehalt eine Gegenleistung erbringen wollen. Gehören Sie zufällig dazu? Dann werfen Sie das Argument gerne mal ein. „Ich glaube an harte, ehrliche Arbeit und habe das mein Leben lang so gehalten.“ Wow! Das könnte im Bewerbungsprozedere sogar Ihr Alleinstellungsmerkmal werden.

    Jobsuche: 5 Tipps für Ältere

    Was Ihnen bei der Jobsuche ab 50 weiterhilft:

    1. Selbstvertrauen

      Sie haben Lebenserfahrung. Sie haben Berufserfahrung. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben. Sie haben schon etwas geleistet. Kein Grund also, mit gebeugtem Haupt durch die Lande zu ziehen. Gehen Sie selbstbewusst in die Bewerbungsrunde. Dass Sie wegen Ihres Alters keine Chance hätten, mag im Einzelfall stimmen – aber die Einzelfälle werden immer weniger.

    2. Schlüsselqualifikationen

      Dass Sie nicht die Programmiersprache Python beherrschen – geschenkt! Aber ein wenig sollten bzw. müssen Sie dem Zeitgeist in Ihrer Bewerbung schon Folge leisten. Das bedeutet, dass Sie nicht Qualifikationen und Kompetenzen nennen, die absolut aus der Zeit gefallen sind. Ein Softwareentwickler, der mit der Programmiersprache Basic prahlt, wird nicht für voll genommen. Sie können sich auch privat weiterbilden und wichtige IT-Tools autodidaktisch aneignen oder über Online-Kurse. Ihr Lebenslauf sollte jedenfalls nicht so aussehen, als ob er vor dem Krieg verfasst worden wäre.

    3. Sorgfalt

      Professionalität sollte Ihr Markenzeichen als Bewerber sein. In der Bewerbung können Sie zeigen, dass Sie Ihren jüngeren Konkurrenten voraus sind. Indem Sie die Bewerbung gut strukturieren, die richtigen Schwerpunkte setzen, Wichtiges von Unwichtigem trennen. Wenn sie blitzsaubere Unterlagen erstellen und dann noch gekonnt per Mail versenden bzw. in das Online-Bewerbersystem einpflegen, weiß der Empfänger, dass Sie auf Zack sind. Aber hüten Sie sich davor, Ihren Lebenslauf und das Anschreiben mit allen Stationen zu überladen. Selektieren! Sie können auch gerne einen Bewerbungscoach zu Rate ziehen.

    4. Courage

      Keine Ausreden mehr! Ältere Beschäftigte haben heute Möglichkeiten, die sie vor zehn oder 20 Jahren noch nicht hatten. Das schließt Jobchancen in Großkonzernen mit ein oder in internationalen Unternehmen. Sie dürfen auch kreativ werden und als Quereinsteiger ganz neue Pfade einschlagen. Warum nicht per Praktikum herausfinden, ob Ihnen die Branche liegt? Oder warum nicht in einem Startup bewerben? Startups gelten doch als offen. Zeigen Sie den Jungspunden, dass Diversity dem Team gut tun würde. Oder bewerben Sie sich in einer völlig neuen Stadt oder Region, wenn Sie darauf Lust haben. Allein dieser Schritt zeugt schon von Mut und Veränderungsbereitschaft – das kommt bei Arbeitgebern gut an.

    5. Networking

      Wer viele Leute kennt, hat einen großen Vorteil. Er kann sein Netzwerk bei Bedarf aktivieren. Das ist speziell bei der Jobsuche immer ein Faktor. Noch immer werden viele Stellen über Vitamin B vergeben. Heute gibt es dafür viele Tools im Internet: Xing und Linkedin vor allem. Wenn Sie noch keine Business-Profile haben, legen Sie sich welche an und versuchen Sie, Ihr Netzwerk Schritt für Schritt zu vergrößern. Sie werden sehen, welche Wunder das wirkt…

    [Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Das sind Ihre Vorteile

    vorstellungsgespraech nachbereiten

    Gut vorbereitet ist halb gewonnen – das ist aus Bewerbersicht völlig richtig. Es gibt aber noch eine Möglichkeit, die eigenen Erfolgsaussichten kurz- bis mittelfristig in die Höhe zu treiben. Und die lautet: Das Vorstellungsgespräch nachbereiten. Wer sich etwas Zeit nimmt, um über die guten und schlechten Aspekte seines letzten Jobinterviews nachzudenken, darf mit einem positiven Effekt rechnen. Vorstellungsgespräch nachbereiten – darum lohnt es sich…

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Darum sollten Sie es tun

    Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist die halbe Miete. Wer sich smarte Fragen und Antworten überlegt und die Selbstpräsentation vor dem Spiegel übt, hebt seine Erfolgsaussichten auf ein höheres Level. Hat man das Jobinterview dann hinter sich, fallen einem Steine vom Herzen. Puh, geschafft!

    Es ist wie nach einer Schulklausur. Alle Stifte und Hefte verschwinden schlagartig im Karton – und werden bis auf Weiteres nicht mehr angerührt. Für Bewerber kann das ein Fehler sein. Denn bedenken Sie: Jedes Vorstellungsgepräch bietet Ihnen die Chance, zu lernen und zu wachsen. Das sollten Sie nutzen – durch eine Nachbereitung.

    Wer Vorstellungsgespräche professionell aufarbeitet, erhöht seine Erfolgsaussichten in der Zukunft – und spart am Ende womöglich auch noch Zeit. Die Lehren, die man zieht, helfen einem schnell weiter.

    Am besten, die Nachbereitung des Jobinterviews erfolgt zeitnah. Denn kurz danach sind die Erinnerungen und Eindrücke noch ganz frisch. Sie wissen, was Sie gesagt haben, was Ihr Gesprächspartner gesagt hat und sogar was er oder sie anhatte und ob ein Teller mit Gebäck auf dem Tisch stand. Ein paar Wochen später sind all die Details vergessen. Sortieren und analysieren Sie alles – das bringt etwas!

    Die Details: So bereiten Sie nach

    Diese Fragen sollten Sie sich bei der Nachbereitung eines Vorstellungsgespräch stellen. Mit den Erkenntnissen können Sie nachjustieren und das nächste Jobinterview noch besser meistern:

    • Waren die Informationen, die Sie zuvor über das Unternehmen gesammelt hatten, ausreichend?
    • War Ihr Outfit angemessen – in Bezug auf Arbeitgeber und Branche? Waren Sie zu leger angezogen oder overdressed?
    • Waren Sie auf die gestellten Fragen ausreichend vorbereitet?
    • Wie lief Ihre Selbstpräsentation? War sie zu kurz oder zu lang?
    • Wie haben Ihre Gegenüber auf die von Ihnen gestellten Rückfragen reagiert?
    • Haben Sie irgendetwas Wichtiges vergessen, was Sie unbedingt hätten sagen wollen?
    • Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen? Und was würden Sie genauso machen?

    Diese Fragen über das Unternehmen bieten ebenfalls einen Erkenntnisgewinn:

    • Wie empfanden Sie die grundsätzliche Stimmung im Unternehmen?
    • Wie gingen die Gesprächspartner miteinander um – vorausgesetzt, es waren mehrere?
    • Welchen Gesamteindruck hatten Sie vom Unternehmen – zum Beispiel in Bezug auf Gebäude, Empfang, Personal?
    • Wie wurden Sie begrüßt? Begann das Gespräch pünktlich?
    • Können Sie sich vorstellen, in diesem Unternehmen zu arbeiten? Warum bzw. warum nicht?
    • Haben die Interviewer Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet?
    • Wie war Ihr Anfahrtsweg? Wie gut könnten Sie diese Strecke täglich bewältigen?

    Lassen Sie sich bei der Beantwortung ruhig ein wenig Zeit – und schreiben alle Pros und Cons auf eine Liste. Sie werden feststellen, dass Ihnen Einzelheiten einfallen, die Sie schon wieder irgendwo in den Untiefen Ihres Arbeitsgedächtnisses abgelegt hatten.

    Wenn Sie die Notizen festhalten – vielleicht in einem Ordner auf Ihrem Laptop – können Sie sie immer wieder hervorholen. Sie geben Ihnen langfristig eine gute Orientierung. Nach mehreren Jobinterviews erkennen Sie vielleicht sogar Muster. Ihnen hat jedes Mal Ihre eigene Selbstpräsentation missfallen? Dann arbeiten Sie daran. Sie kommen regelmäßig bei Stressfragen ins Stottern? Überlegen Sie sich doch mal ein paar ausweichende Floskeln, mit denen Sie während des Gesprächs Zeit gewinnen. Oder trainieren Sie Ihre Stressresistenz, zum Beispiel durch Rollenspiele mit Freunden.

    Wer bei der Nachbereitung systematisch vorgeht, merzt Fehler zügiger aus und gelangt schneller wieder auf den Erfolgspfad.

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: 2 große Vorteile

    Sie haben Ihre Vorteile ja sicher längst herausgelesen. Es sind im Wesentlichen zwei Vorteile. Zum Einen dient die Nachbereitung Ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Sie entdecken Ihre Defizite schneller, wenn Sie Gespräche nachbereiten. Und zweitens merken Sie auch, ob der jeweilige Arbeitgeber überhaupt der richtige für sie ist.

    Allerdings sollten Sie auf der Hut sein. Während Ihres Gesprächs haben Sie nur einen mickrigen Ausschnitt des Unternehmens gesehen. Sie sollten also nicht Ihr ganzes Urteil darauf bauen. Aber ein paar Hinweise gibt dieser Ausschnitt schon. Wenn sich beispielsweise die Angestellten angegiftet haben, lässt das grob nur zwei Schlüsse zu. Entweder ist die Atmosphäre und Kollegialität unterirdisch oder die wirtschaftliche Situation gerade extrem mies. Beides Warnsignale!

    Oder Ihre Erfahrungen decken sich überhaupt nicht mit dem, wie Sie die Firma eingeschätzt haben oder wie sie sich selbst zuvor verkauft hat. Dann lohnt ein näherer Blick – oder eine noch eingängigere Recherche im Internet.

    Oder aber Ihr Gesprächspartner ist Ihnen dermaßen unsympathisch, dass Sie sich nicht ausmalen mögen, mit dieser Person – sofern es sich um Ihren direkten Vorgesetzten oder einen Mitarbeiter aus Ihrer künftigen Abteilung handelt – die nächsten Monate und Jahre zusammenzuarbeiten.

    Warnsignale können Sie im zweiten Vorstellungsgespräch noch einmal überprüfen. Gerade in großen Konzernen ist es nicht unüblich, Bewerber durch mehrere Runden zu jagen.

    Nachbereitung: E-Mail schreiben?

    In den USA ist es üblich, auf ein Jobinterview ein Dankschreiben folgen zu lassen. Credo: „Danke für Ihre Zeit. Hat mich sehr gefreut, Sie persönlich kennenzulernen. Ich bin weiterhin sehr an der Stelle interessiert.“ Keine schlechte Sitte!

    Sie brechen sich auch hierzulande keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich im Nachhinein noch einmal gebührend bedanken. Und viel Zeit kostet es Sie auch nicht, eine kurze E-Mail zu verfassen.

    Vielmehr zeugt so ein Dankschreiben von sozialer Kompetenz. Damit die Mail ihre Wirkung nicht verfehlt, sollten Sie sie unbedingt persönlich an Ihren direkten Ansprechpartner adressieren. Zum Beispiel so:

    Sehr geehrter Herr Jensen/Frau Jensen,

    ich möchte mich noch einmal sehr herzlich für das angenehme Vorstellungsgespräch bei Ihnen bedanken. Die Arbeitsatmosphäre in Ihrem Unternehmen hat mich sehr beeindruckt und in der Überzeugung bestärkt, dass die Stelle genau die richtige für mich wäre. Es würde mich sehr freuen, wenn ich Sie in Zukunft mit vollem Einsatz unterstützen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Hansen

    Vorstellungsgespräch nacharbeiten: Wann nachfassen?

    Das Ende ist immer auch ein neuer Anfang. Das trifft speziell im Bewerbungsgespräch zu. Denn zum Schluss wird normalerweise das weitere Prozedere erörtert. Als Bewerber können Sie aktiv danach fragen, wie es jetzt weitergeht. Dann sollte der Personalverantwortliche Ihnen auch eine zufriedenstellende Antwort geben.

    Üblicherweise liegt die Frist zwischen einer und zwei Wochen nach dem Gespräch. In diesem Zeitraum dürfen Sie mit einer Nachricht des Unternehmens rechnen. Mit einer Nachricht wohlgemerkt, nicht zwangsläufig mit einer endgültigen Zu- oder Absage. Es könnte also sein, dass Sie zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen werden oder dass man Ihnen mitteilt, dass Sie es in die nähere Auswahl geschafft haben – oder auch nicht.

    In dieser Zeit sollten Sie auch nicht beim Unternehmen anrufen oder Mails schreiben und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen. Das wirkt ungeduldig bis penetrant. Erst nach zwei oder drei Wochen sollten Sie erste Erkundigungen anstellen – wenn Sie wollen.

    Dabei spielt auch die Größe des Arbeitgebers und die Anzahl der Bewerber eine Rolle. Je größer das Unternehmen, desto mehr Bewerber gibt es normalerweise und umso länger dauert das Auswahlverfahren.

    Vorstellungsgespräch nachbereiten: Warum Niederlagen stärker machen

    Man bereitet sich auf Siege vor. Aber es sind die Niederlagen, die man nachbereiten muss. Dadurch verwandeln sich die Niederlagen von früher in die Siege von morgen.

    Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre ersten Bewerbungen nicht zum Erfolg führen, ist hoch. Gerade Berufsanfänger starten aber mit hohen Erwartungen ins Berufsleben, manchmal mit überhöhten. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es nicht klappt. Davon sollten Sie sich nicht entmutigen lassen. Leichter gesagt als getan, natürlich, aber Sie können aus diesen ersten Pleiten viel mitnehmen. Eine Nachbereitung hilft.

    Das ist nebenbei bemerkt auch bei Startup-Gründern so: Die Lernkurve ist unfassbar steil für alle, die direkt nach der Uni ein Unternehmen gründen. Das liegt an den vielen kleinen und großen Niederlagen entlang des Weges (Siege gibt es natürlich auch regelmäßig). Sehen Sie eine erfolglose Bewerbung also als etwas, das dazugehört.

    Und vielleicht haben Sie sogar eine blitzsaubere Bewerbung und mächtig Eindruck hinterlassen. Nur war ein anderer Bewerber NOCH besser als Sie. Glück gehört natürlich auch dazu.

    Also: Es ist sogar sehr rational, eine Niederlage nicht als solche anzuerkennen. Nehmen Sie eine Absage nicht persönlich, analysieren Sie ganz nüchtern, was gut und was schlecht lief, ziehen Sie Ihre Schlüsse. Aber lassen Sie sich um Gottes Willen nicht von einer Pleite unterkriegen.

    Je mehr Erfahrungen Sie sammeln – auch schlechte – desto steiler ist Ihre persönliche Lernkurve. Die gleichen Muster werden Ihnen hinterher im Job auch wieder begegnen. Erfolglose Pitches, erfolglose Kundenakquise, erfolglose Projekte.

    Und statistisch ist es so: Je häufiger Sie sich bewerben, desto mehr Absagen werden Sie bekommen. Aber irgendwann landet eine Zusage im Postkasten. Wer sich nicht bewirbt, erhält auch keine Absagen – aber auf die Zusage wird er ewig warten.

    Zum Schluss noch ein Tipp: Wenn Sie noch sehr unerfahren sind, können Sie das Unternehmen auch nach Feedback fragen. Was hat den Ausschlag gegen Sie gegeben? Nicht alle Unternehmen antworten ehrlich – schon allein aus Höflichkeit oder aus Angst, gegen das Antidiskriminierungsgesetz zu verstoßen – aber den einen oder anderen Anhaltspunkt könnte es Ihnen durchaus geben.

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Stärken Anschreiben: Diese kann keiner mehr hören

    staerken anschreiben

    Das Anschreiben muss sitzen, damit’s mit der Bewerbung klappt. Ein wesentlicher Bestandteil des Anschreibens sind die eigenen Stärken. Am besten, die Fähigkeiten des Bewerbers sind deckungsgleich mit denen, die das Unternehmen gerade dringend sucht. Doch Achtung: Nicht alle Stärken, die wir mit uns selbst assoziieren, sollten im Anschreiben Platz finden. So gibt es einige, die dermaßen abgenutzt sind, dass Sie lieber Abstand von ihnen nehmen. Stärken Anschreiben: Die sollten Sie aufnehmen – und die nicht…

    Stärken Anschreiben: Diese sind abgenutzt

    Der perfekte Bewerber ist hochmotiviert, äußerst kreativ und leidenschaftlich bei der Sache. Ein Traum für jeden Arbeitgeber! Ja, fast… Ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Denn motiviert, kreativ und leidenschaftlich – das sind sie heute alle.

    Diese drei Vokabeln zählen zu den zehn meist genutzten Schlagwörtern von Bewerbern in Deutschland. Das hat die Business-Plattform Linkedin in einer Analyse von weltweit mehr als 530 Millionen Nutzerprofilen herausgefunden. Das sei generisch und austauschbar, schreibt Linkedin. Wenn also ein Kandidat sich selbst als innovativ bezeichnet, dann zeugt das vor allem nicht von… Innovationsfreude.

    Aber es geht noch abgenutzter. Auf Platz eins der Linkedin-Rangliste steht das Wörtchen „spezialisiert“, dahinter folgt „erfahren“ – und das, obwohl es im Prinzip von Berufsanfängern nicht wirklich benutzt werden kann.

    Klar ist: Nur weil ein Begriff abgenutzt ist, heißt es nicht, dass Sie ihn keinesfalls verwenden sollten. Wenn Sie auf Ihrem Gebiet spezialisiert und erfahren sind, außerdem schon Ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt haben, dann nehmen Sie diese Tugenden mit auf. Aber Sie sollten vielleicht nicht NUR auf überstrapazierte Adjektive zurückgreifen. Streuen Sie auch das eine oder andere ein, mit dem der Personaler nicht rechnet.

    Das sind die zehn meist genutzten und damit abgenutztesten Bewerber-Schlagwörter in Deutschland:

    1. spezialisiert
    2. erfahren
    3. Expertenwissen
    4. Führungsqualitäten
    5. leidenschaftlich
    6. qualifiziert
    7. innovativ
    8. strategisch
    9. kreativ
    10. motiviert

    Auf internationaler Ebene sehen die Top Ten ganz ähnlich aus. Auch US-amerikanische Personaler können sich vor spezialisierten, erfahrenen und qualifizierten Kräften kaum retten. Bedenken Sie dies, wenn Sie sich um eine Stelle im Ausland bewerben.

    Das sind die zehn meist genutzten und damit abgenutztesten Bewerber-Schlagwörter international:

    1. spezialisiert
    2. erfahren
    3. qualifiziert
    4. Führungsqualitäten
    5. leidenschaftlich
    6. Expertenwissen
    7. motiviert
    8. kreativ
    9. strategisch
    10. fokussiert

    Stärken: So finden Sie Ihre!

    Manchmal verstecken sich die eigenen Stärken vor einem. Welche habe ich denn überhaupt? Vorweg die Entwarnung: JEDER hat Stärken. Garantiert! Hier sind drei Wege, wie Sie ihnen auf die Schliche kommen:

    1. Lernerfolg

      Welche Kompetenzen oder Skills haben Sie innerhalb kürzester Zeit erworben? Dabei kann es sich um Schlittschuhlaufen, Häkeln, Programmieren oder Videospiele handeln. Wobei hatten Sie wenig Mühe? Dies lässt Rückschlüsse auf Ihre Talente und Interessen zu.

    2. Überlegenheit

      Auf welchem Gebiet fragen Ihre Freunde und Familie Sie um Rat? Gibt es Probleme, für die Sie ein sehr gefragter Ansprechpartner sind? Wenn ja, dann sind Sie vermutlich auf diesem Gebiet sehr bewandert. Es scheint eine Stärke von Ihnen zu sein.

    3. Erfüllung

      Was macht Ihnen unheimlich viel Spaß? Worin gehen Sie auf? Ein Instrument spielen, surfen oder puzzeln – denken Sie an Hobbys oder kleine Zeitvertreibe. Sogar passionierte Netflix-Gucker können so ungeahnte Stärken eruieren. Denn wer in der Lage ist, aus einem gigantischen Angebot schnell die richtigen Serien herauszufiltern, verfügt mit großer Wahrscheinlichkeit über Organisationstalent und logisches Denkvermögen.

    Stärken Anschreiben: Das beachten

    Der Rahmen Ihrer Bewerbung muss stimmen. Ihre Stärken kommen zur Geltung, wenn Sie ihn richtig setzen. So sollte Ihre Bewerbung sein:

    • Klar

      Sie wollen dem Unternehmen zeigen, dass Sie der beste Mann oder die beste Frau für den Job sind. Nicht mehr, nicht weniger. Das erfordert eine klare Ansage. Und wer Klarheit schaffen will, kann sich nicht mit Allerweltsplatitüden zufriedengeben. Die schaffen vielmehr Unklarheit – weil sie die Bewerber gleich aussehen lassen.

    • Individuell

      Das Anschreiben sollte genau auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein. Was für den einen Arbeitgeber eine große Stärke wäre, ist für den anderen vielleicht ein Makel. Kreativität zum Beispiel kann man in der Verwaltung, im OP-Saal oder Cockpit eher nicht gebrauchen. Sie kann sogar lebensgefährlich sein. Und Erfahrung sehen – so traurig das ist – in „jugendlichen“ Branchen wie der Werbung auch nicht alle als Auszeichnung.

    Stärken Anschreiben: So hilft Ihnen die SWOT-Analyse

    Die SWOT-Analyse hat ihre Ursprünge in der Strategieentwicklung für Unternehmen. Sie kann auch Bewerbern helfen, ihre Potenziale zu entdecken. Die vier Buchstaben stehen für:

    • S = Strengths, Stärken
    • W = Weaknesses, Schwächen
    • O = Opportunities, Chancen
    • T = Threats, Risiken

    Stärken und Schwächen hat jedes Unternehmen, Chancen und Risiken beziehen sich dagegen auf die Märkte und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bewerber können das Schema einfach auf sich selbst anwenden.

    Mit Stärken und Schwächen sind dann die eigenen Kompetenzen und Fertigkeiten auf der einen Seite und Defizite auf der anderen Seite gemeint. Dabei kann es sich etwa um formelle Qualifikationen, autodidaktisch erworbene oder Soft Skills handeln. Chancen und Risiken haben dann eher den Arbeitsmarkt, die Stellensituation und potenzielle Arbeitgeber im Blick.

    • Beispiel für Stärken: Branchenerfahrung.
    • Beispiel für Schwächen: Fehlende Führungserfahrung.
    • Beispiel für Chancen: Branche sucht gerade händeringend Fachkräfte.
    • Beispiel für Risiken: Die Konjunktur flaut ab und der Arbeitsmarkt gerät in die Defensive.

    Das können Sie in einem Schema abbilden – auf dem Bildschirm oder auf einem Blatt Papier. So wird Ihnen auch schnell klar, welche Stärken Ihnen momentan besonders gut zu Gesicht stehen – und im Bewerbungsprozess helfen.

    Wichtig ist dabei nur, dass Sie realistisch bleiben. Überhöhen Sie sich selbst nicht, das bringt nichts. Versuchen Sie, sich und Ihre Lage wirklichkeitsnah einzuschätzen. Wenn Sie das schaffen, haben Sie eine gute Basis für Ihre weitere Jobsuche.

    So kann es zum Beispiel passieren, dass Ihre Stärken gar nicht zu den Arbeitgebern passen, die Sie eigentlich favorisieren. Dann haben Sie entweder die Wahl, Ihre Stärken auszubauen, um Deckungsgleichheit zu schaffen. Nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Oder aber, Sie konzentrieren sich fortan auf die Arbeitgeber, die Ihrem Profil näher sind.

    Auf jeden Fall kann Ihnen die SWOT-Analyse helfen, Stärken zu erkennen und zu erweitern. Probieren Sie es aus!

    Stärken Anschreiben: Was muss ich tun?

    1. Keine Phrasen

      In Ihrer Bewerbung beschreiben Sie sich als motiviert, kreativ und leidenschaftlich? Gäbe es ein Phrasenschwein für Bewerber, dann müssten Sie jetzt tief in die Tasche greifen. Vermeiden Sie phrasenhafte Schlagwörter wie Vampire das Licht. Wenngleich, das eine oder andere prägnante Adjektiv dürfen Sie schon benutzen. Die Dosierung macht das Gift. Orientieren Sie sich an den Erfordernissen Ihres potenziellen Arbeitgebers und der jeweiligen Branche.

    2. Bessere Alternativen

      Noch mal: Motiviert und kreativ sein – das sind zwei tolle Eigenschaften! Sie können sie also ruhig in Ihr Anschreiben aufnehmen. Aber es bleiben nun mal Floskeln. Noch besser wäre also, Sie würden Ihre Motivation und Kreativität zum Ausdruck bringen – nur eben weniger phrasenhaft. Wie das geht? Zum Beispiel, indem Sie Synonyme benutzen oder auch Übertreibungen. „Ich bin bis in die Haarspitzen motiviert.“ In dem Satz stecken eine alte Redewendung und ein abgenutztes Bewerber-Schlagwort drin – und dennoch wirkt er in dem Kontext erstaunlich frisch und originell. Oder auch: „Meinem Einfallsreichtum waren noch nie Grenzen gesetzt.“ Wenn Sie diese Behauptung noch mit konkreten Projekten belegen, gewinnt sie eine ganz neue Dimension – und wird den Personaler bestimmt nicht ermüden.

    3. Keine Allgemeinplätze

      Niemand mag Worthülsen. Darum sollten Sie auch in Ihrer Bewerbung Allgemeinplätze meiden. Werden Sie so konkret wie möglich. Der Personaler will sich bildhaft vorstellen können, was Sie bisher geschafft haben. Wenn Sie sich als teamfähig vorstellen, dann belegen Sie das an ganz konkreten Begebenheiten: „“Ich habe damals mein Team zum Erfolg geführt, als es um die Umsetzung eines Projekts für einen großen Kunden ging. Anfangs waren einige Teammitglieder auf Kriegsfuß, aber ich konnte schnell den Zusammenhalt wieder herstellen, indem ich…“ Keine falsche Bescheidenheit!

    4. Mit Ausblick

      Der Blick zurück sagt etwas über Ihre Erfolge und Qualitäten. Aber vergessen Sie den Blick nach vorne nicht. Es geht schließlich nicht nur um Sie, sondern auch um das Unternehmen. Was wollen Sie für Ihren neuen Arbeitgeber erreichen? Wie können Ihre Stärken dazu beitragen, dass dieser erfolgreich bleibt oder wird? „Ich will meine Führungsqualitäten so einbringen, dass Ihre neue Repräsentanz in Frankfurt ein durchschlagender Erfolg wird.“ Das wäre in die Zukunft gerichtet – und mehr als eine Worthülse.

    5. Und was ist mit den Schwächen?

      Lassen Sie eine Schwäche einfach mal eine Schwäche sein. Das ist flapsig dahingesagt, hat aber einen wahren Kern. Studien deuten darauf hin, dass derjenige erfolgreicher ist, der seine Stärken stärkt als jener, der seine Schwächen stärkt. Bauen Sie lieber Ihre Stärken aus als dass Sie versuchen, Ihre Schwächen auszumerzen. Letzteres fällt im Übrigen auch sehr viel schwerer.

      Denn auch Stärken sind immer ausbaufähig. Es gibt nichts, was man nicht NOCH besser könnte. Sogar Lionel Messi profitiert noch immer von Dribbel- und Torschusstraining. Sie können das in Ihrem Job auch – durch Training, Online-Kurse oder anderen Formen der Weiterbildung.

      Und Ihre Schwächen? Dafür haben sie ja Kollegen oder Geschäftspartner. Suchen sie sich welche, die Ihre Schwächen ausmerzen. Das ist auch bei Gründer-Teams so: Einer übernimmt meist die Finanzen, der zweite den Vertrieb, der dritte ist der Techniker. Das ist deutlich effizienter, als wenn einer alles alleine machen will.

      Manchmal gibt es natürlich Ausnahmen: Angenommen, Sie wollen unbedingt im Vertrieb arbeiten, haben aber große Probleme, auf Menschen zuzugehen. Dann müssen Sie wohl oder übel an Ihrer Schwäche arbeiten. Es gibt in allen Berufen und Bereichen Schlüsselqualifikationen, ohne die es nicht geht. Am besten aber, Sie suchen einen Job und Arbeitgeber, der Ihre Stärken einzusetzen weiß.

      [Bildnachweis: Adam Gregor by Shutterstock.com]

    Bewerbung Eintrittstermin: So formulieren Sie ihn

    Bewerbung Eintrittstermin

    Einen besseren Job wollen sie alle. Aber nicht unbedingt jetzt und hier. Manchmal kommen Sie aus Ihrem aktuellen Arbeitsverhältnis nicht schnell genug heraus, oder Sie wollen noch einen Monat Urlaub zwischen sich und die neue Stelle schieben. Vom frühestmöglichen Eintrittstermin, den Sie in Ihrer Bewerbung nennen, hängt grundsätzlich eine Menge ab. Aber sollen Sie ihn überhaupt angeben? Oder dezent verschweigen? Und wie formuliert man ihn am besten? Bewerbung Eintrittstermin: So finden Sie die richtige Lösung…

    Bewerbung Eintrittstermin: Warum er wichtig ist

    Erfahrene Arbeitnehmer wissen: Wer sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewirbt, hat eine komfortable Situation. Das Gehalt fließt weiter, der Zeitdruck hält sich in Grenzen. Es gibt nur ein kleines Problem: Ihr Arbeitsvertrag enthält mit großer Wahrscheinlichkeit eine Kündigungsfrist.

    Sie können also nicht heute kündigen und morgen schon beim neuen Arbeitgeber anfangen. Besteht ihr Noch-Unternehmen auf sein vertragliches Recht, müssen Sie womöglich noch drei bis sechs Monate zur Arbeit erscheinen.

    Lange Kündigungsfristen haben Vor- und Nachteile.

    • Sie dienen als Sicherheitsnetz und schützen vor plötzlicher Arbeitslosigkeit.
    • Auf der anderen Seite erschweren sie einen zügigen Stellenwechsel, was Sie Zeit und Geld kosten kann.

    Das Schlimme daran: Manche Arbeitgeber brauchen jetzt sofort Verstärkung, nicht erst in drei Monaten. Denkbar also, dass Sie den Job alleine wegen Ihrer langen Kündigungsfrist nicht bekommen. Ärgerlich!

    Es gibt aber noch einen möglichen Kompromiss – in Form eines Aufhebungsvertrags. Über einen Aufhebungsvertrag kommen sie schneller aus Ihrem Arbeitsverhältnis. Aber nur, wenn Ihr Chef mitspielt. Weigert er sich, bleiben sie in der Regel im Vertrag sitzen.

    Selbst in diesem Szenario sollten Sie aber nicht Ihren Rauswurf provozieren. Das schadet Ihnen mehr, als dass es nützt. Es beschädigt Ihre Reputation – nach innen und nach außen. Es kann Ihnen zudem ein schlechteres Arbeitszeugnis bescheren und den Argwohn anderer Unternehmen auf sich ziehen. Nach dem Motto: Mit so einem Typen wollen wir gar nicht erst zusammenarbeiten.

    Eintrittstermin sofort: Das kann problematisch werden!

    Grundsätzlich gilt: Verlangt das Unternehmen in der Stellenanzeige die Angabe eines frühestmöglichen Eintrittstermins, sollten Sie es in Ihrer Bewerbung auch nennen. Es scheint für das Unternehmen ein wichtiges Kriterium zu sein – und darauf sollten Sie als Bewerber eingehen.

    Aber: Sucht der Arbeitgeber ausdrücklich eine Verstärkung „ab sofort“, Sie sind aber noch eine Zeitlang in Ihrem aktuellen Vertrag gebunden, dann bedeutet das nicht, dass Ihre Chancen bei Null liegen. Na klar, wenn Sie erst in einem halben Jahr anfangen können, das Unternehmen aber schon heute unter personellem Druck steht, dann ist die Stelle wahrscheinlich weg.

    Rufen Sie in dem Fall einfach mal in der Personalabteilung an und fragen, ob eine Bewerbung unter diesen Umständen Sinn macht. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich erwähnen, dass Sie alles versuchen wollen, um doch noch früher aus Ihrem Vertrag zu kommen. Motivation zeigen! Empfangen Sie positive Signale, können Sie es versuchen. Wenn nicht, dann macht eine Bewerbung wohl keinen Sinn. Die Zeit und Energie investieren Sie dann besser anderweitig.

    Wenn Sie eine Initiativbewerbung oder Blindbewerbung verschicken, ist die Situation wiederum eine ganz andere. In dem Fall gibt es gute Argumente dafür, in der Bewerbung einen Eintrittstermin zu nennen. Es gibt aber auch gute Argumente, die dagegen sprechen…

    Vorsicht: Wettbewerbsverbot!

    Bewerbung Eintrittstermin WettbewerbsverbotViele Arbeitsverträge enthalten eine sogenannte Wettbewerbsklausel. Diese verbietet es dem Arbeitnehmer, für einen festgelegten Zeitraum nach Ende seines Arbeitsverhältnisses bei dessen direkten Konkurrenten anzuheuern.

    Aus Arbeitgebersicht verständlich: Wertvolles Fachwissen und Knowhow soll nicht in die Hände des Feindes geraten. Womöglich nimmt der Arbeitgeber sogar noch Kunden mit. Das soll unter allen Umständen verhindert werden.

    Arbeitnehmer müssen eine solche Wettbewerbsklausel mitunter akzeptieren, obwohl sie ihnen nur Nachteile bringt. Aber nicht immer. Manche Wettbewerbsklauseln sind unwirksam und halten einer Klage nicht stand. Das sollten Sie aber im Einzelfall unbedingt mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht klären.

    Und noch ein Tipp: Das Wettbewerbsverbot können Sie als Verhandlungsmasse in die Vertragsverhandlungen einbringen. Ich biete dir, lieber Arbeitgeber, dieses und jenes, du streichst mir dafür die Wettbewerbsklausel. Gerade nachgefragte Fachkräfte haben in Verhandlungen größeren Spielraum – und können es sich erlauben, die Streichung der Klausel offensiv einzufordern.

    Pro: Darum sollten Sie einen Bewerbung Eintrittstermin nennen

    Das sind die Gründe, die dafür sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

    • Sie geben dem Unternehmen Planungssicherheit. Und es kann gleichzeitig auf Ihre Interessen und Fristen Rücksicht nehmen.
    • Es verleiht Ihnen Spielraum. Sie können in Ruhe die Kündigung und Übergabe bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber vorbereiten.
    • Sie benennen einen konkreten Vorteil gegenüber anderen Bewerbern – vorausgesetzt, Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin liegt nicht so weit in der Zukunft.

    Contra: Darum sollten Sie keinen Bewerbung Eintrittstermin nennen

    Das sind die Gründe, die dagegen sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

    • Sie sind nicht dazu verpflichtet, einen Eintrittstermin zu nennen. Im Worst Case locken Sie den Arbeitgeber nur auf eine falsche Fährte und reduzieren dadurch Ihre eigenen Einstellungschancen.
    • Vielleicht ist Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin ein Nachteil gegenüber anderen Bewerbern – vor allem dann, wenn er vergleichsweise weit in der Zukunft liegt.
    • Auf der anderen Seite kann sogar ein früher Eintrittstermin zum Nachteil werden. Er lässt sie bedürftig bis verzweifelt wirken. Auf Ihre Verhandlungsposition wirkt sich das nicht positiv aus.

    Das sollten Sie bedenken: Was Ihrem potenziellen Arbeitgeber auf den ersten Blick gut gefallen dürfte, könnte auf den zweiten Misstrauen in ihm auslösen. Wenn sie einen Satz schreiben wie: „Ich kann sofort bei Ihnen anfangen“. Oder: „Ab sofort stehe ich Ihnen für eine Beschäftigungsaufnahme zur Verfügung.“ Oder: „Ich bin auf der Stelle einsatzbereit.“ Oder gar: „Wenn ich könnte, würde ich noch heute bei Ihnen anfangen.“

    Klingt das gut für Sie? Ja schon, aber… Es sendet zugleich Signale, die Sie nicht aussenden wollen. Nämlich die, dass Sie unbedingt eine neue Stelle wollen und brauchen – jetzt sofort. Dass Sie verzweifelt sind, dass Ihnen die Alternativen fehlen, dass Sie vielleicht schon sehr lange erfolglos auf Jobsuche sind. Und dass Sie aktuell keine Arbeit haben. Warum eigentlich nicht? Kurzum: Den Eindruck, dass Sie ein hochqualifizierter Leistungsträger sind oder zu der seltenen Spezies Fachkraft gehören, erwecken Sie so nicht. Im Gegenteil.

    Unser Tipp: Nennen Sie stets ein konkretes Datum als möglichen Eintrittstermin. Das kann auch der 1. des kommenden Monats sein. Hauptsache, Sie schreiben nicht, dass Sie „sofort“ anfangen können. Sie können auch einen Monat draufschlagen (wenn Sie sich das finanziell erlauben können).

    Oder Sie geben nicht den „frühestmöglichen Eintrittstermin“ an, sondern Ihren „Wunschtermin“. Allein dieser Ausdruck nimmt schon den Bedürftigkeitscharakter weg und macht aus Ihnen den Steuermann, der alles unter Kontrolle hat. Sollte der Arbeitgeber bei Ihnen nachhaken, ob Sie nicht doch früher anfangen können, können Sie immer noch zusagen – das macht Sie gleich viel attraktiver.

    Bewerbung Eintrittstermin: Wie Sie ihn formulieren

    Wenn Sie sich in einem ungekündigten, unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden:

    • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis und könnte daher bei Ihnen frühestens am 01.01.2020 anfangen.
    • Ich stehe Ihnen aufgrund meiner Kündigungsfrist gerne, aber frühestens aber dem 01.06.2020 zur Verfügung.
    • Zum 01.09.2020 nehme ich sehr gerne eine Beschäftigung bei Ihnen auf. Momentan befinde ich mich in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis.

    Wenn Sie sich in der Ausbildung oder im Studium befinden:

    • Voraussichtlich werde ich meine Ausbildung am 01.06.2020 abschließen. Gerne stehe ich Ihnen unmittelbar danach zur Verfügung.
    • Mein Studium werde ich voraussichtlich am 01.04.2020 erfolgreich beenden. Im Anschluss würde ich sehr gerne bei Ihnen anfangen.
    • Nach meinem erfolgreichen Abschluss an der Universität Entenhausen fange ich sehr gerne sofort bei Ihnen an. Voraussichtlich werde ich noch bis zum 01.12.2020 studieren.

    Wenn Sie sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden:

    • Mein aktuelles Beschäftigungsverhältnis endet regulär am 01.02.2020. Im Anschluss könnte ich sofort bei Ihnen anfangen.
    • Nach dem regulären Ende meines jetzigen Arbeitsverhältnisses am 01.03.2020 könnte ich direkt bei Ihnen anfangen.
    • Mein frühester Eintrittstermin ist der 01.07.2020. Dann endet mein aktueller Arbeitsvertrag, der von vornherein wegen einer Mutterschaftsvertretung auf ein Jahr befristet war.

    Wenn Ihnen gekündigt wurde:

    • Ich stehe Ihnen ab dem 01.01.2020 oder früher zur Verfügung, da ich momentan selbstständig bin.
    • Ein kurzfristiger Einstieg ist möglich, da ich vertraglich derzeit nicht gebunden bin.
    • Ich würde sehr gerne zu meinem Wunschtermin am 01.02.2020 bei Ihnen anfangen. Ein früherer Eintritt ist möglich.
    [Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

    Lebenslauf Checkliste: Alle Tipps im Überblick

    Lebenslauf Checkliste

    Der Lebenslauf fasst Ihr ganzes (bisheriges) Leben zusammen. Da kommt einiges zusammen an Schulen, Noten, Abschlüssen, Stationen, Hobbys. Doch sind nicht alle Infos über Ihre Vita für den künftigen Arbeitgeber interessant. Wenn Sie Ihren Lebenslauf erstellen, sollten Sie gründlich und großzügig aussieben. Und es kommt nicht nur auf den Inhalt an. Layout, Abstände, Schriftart und Schriftgröße, am Ende die Unterschrift nicht vergessen! Damit Sie den Überblick behalten, hat Karrieresprung alle wichtigen Tipps zum Lebenslauf zusammengefasst. Lebenslauf Checkliste: Woran Sie denken müssen – und was Sie vergessen können…

    Lebenslauf Checkliste: Das gehört hinein

    Der Vorteil des Lebenslaufs ist: Sie verfassen ihn einmal und können ihn dann tausendfach mit all Ihren Bewerbungen rausschicken, richtig? Falsch!

    Natürlich ändert sich in ein paar Monaten nicht so viel, dass Sie Ihren ganzen Lebenslauf umschreiben müssen. Aber anpassen sollten Sie ihn schon. Je nach Bewerbung sollten Schwerpunkte anders gesetzt und neue Schlüsselbegriffe eingeflochten werden. Manche Praktika oder Hobbys sind für den einen Arbeitgeber interessant, für den anderen gar nicht. Das sollten Sie von Stellenangebot zu Stellenangebot entscheiden. Ja, das macht Arbeit. Aber sie lohnt sich.

    Ihr Lebenslauf sollte zunächst Lückenlos sein. Diese Angaben gehören in jedem Fall hinein:

    • Persönliche Daten (Name, Geburtstag, Geburtsort, Adresse)
    • Familienstand
    • Staatsangehörigkeit
    • Beruflicher Werdegang
    • Schulbildung und/oder Ausbildung
    • Qualifikationen und Kenntnisse (Zertifikate, Weiterbildung, Sprachen)
    • Interessen (Ehrenamtliches Engagement, Hobbys)
    • Ort, Datum, Unterschrift

    Aus formaler Sicht sollten Sie hierauf achten:

    • Der Lebenslauf umfasst maximal zwei Seiten.
    • Kopf- und Fußzeile sind in Lebenslauf und Anschreiben identisch.
    • Das Layout ist einheitlich (Schriftart, Schriftgröße).
    • Die beruflichen Stationen beinhalten Monats- und Jahresangabe (z.B.: 01/2019).
    • Am Ende des Lebenslaufs stehen Datum und Unterschrift.

    Folgende Angaben können Sie sich sparen. Sie gehören NICHT in den Lebenslauf:

    • Name und Beruf der Eltern oder Angehörigen
    • Gehaltsvorstellungen
    • Politische Überzeugungen (es sei denn, Sie bewerben sich in einer Partei o.ä.)
    • Religion (es sei denn, Sie bewerben sich in einer konfessionellen Einrichtung o.ä.)
    • Persönliche Kommentare (z.B. zu früheren Arbeitgebern)
    • Den Begriff arbeitslos (besser: arbeitssuchend)
    • Unseriöse E-Mail-Adressen

    Lebenslauf Checkliste: So können Sie ihn pimpen

    Die Formalien sind die Grundlage Ihres Lebenslaufs. Wenn Sie ihn dann noch individualisieren und an die jeweilige Stelle anpassen, verbessern Sie Ihre Jobchancen enorm. Dazu können Sie folgendes tun:

    • Die wichtigsten Stationen optisch hervorheben.
    • Ausgewählte Aufgaben ausführlich beschreiben.
    • Relevante Fachbegriffe und Reizwörter aus der Stellenanzeige verwenden.
    • Den Lebenslauf optisch an das Unternehmen anpassen.

    Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass Sie etwa die Unternehmensfarben auch in Ihrem Lebenslauf verwenden können. Oder grafische Elemente, die dem Corporate Design des Unternehmens nahekommen. Oder die gleiche Schriftart, die das Unternehmen verwendet – in seinem Logo zum Beispiel oder auf seiner Webseite.

    Im besten Fall wird so beim Personaler subtil der Eindruck erzeugt, dass Sie perfekt zum Unternehmen passen und dessen Kultur schon verinnerlicht haben. Das erfordert Fingerspitzengefühl Ihrerseits. Zu plump und platt sollten Sie nicht vorgehen. Aber selbst wenn der Personaler Ihr Spielchen durchschaut: Er wird es trotzdem zu würdigen wissen, dass Sie sich die Mühe überhaupt gemacht haben – und den Job offenbar unbedingt wollen.

    Wenn Sie das im Lebenslauf beherzigen, dann müssen Sie natürlich auch das Anschreiben optisch anpassen. Die Bewerbungsunterlagen sollten stets einheitlich sein.

    Lebenslauf Checkliste: Was inhaltlich zählt

    Die Gestaltung ist die eine Seite der Medaille, der Inhalt die andere. Denn auch inhaltlich sollten Sie den Lebenslauf – wenn möglich – jedes Mal aufs Neue anpassen. Dabei helfen Ihnen diese Fragen:

    • Welcher meiner bisherigen Stationen sind für die angepeilte Stelle relevant?
    • Welche spielen keine wesentliche Rolle?
    • Welche Kompetenzen MUSS ich mitbringen?
    • Welche Kompetenzen KANN ich mitbringen?
    • Wie kann ich beide durch konkrete Beispiele belegen?
    • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal für die angestrebte Stelle?

    Sie sollen wohlgemerkt nicht Ihren Werdegang umschreiben oder die Reihenfolge ändern. Die ist unabänderlich.

    Aber Sie können die Inhalte gezielt herausstellen, die Sie für besonders wichtig halten. Das macht durchaus Sinn, denn Personalverantwortliche nehmen sich meist nur wenige Minuten Zeit, um eine Bewerbung zu überfliegen. Wenn Sie dann an genau der Stelle innehalten, die Sie dafür reserviert hatten, hat sich die Mühe schon gelohnt.

    Die hervorgehobenen Elemente im Lebenslauf lassen sich auch noch durch das Anschreiben und die Zeugnisse unterstreichen. Den Gesamteindruck runden Hobbys oder ehrenamtliches Engagement ab.

    Lebenslauf Checkliste: Was Sie vermeiden

    Es ist super, wenn Sie Ihren Lebenslauf individualisieren und auf die jeweilige Stelle maßschneidern. Übertreiben sollten Sie es aber nicht. Authentisch und rund ist der Lebenslauf nur bis zu einer gewissen Grenze, danach fängt er an, bemüht und verzweifelt zu wirken.

    Was Sie nicht tun sollten:

    • Das Corporate Design des Unternehmens vollständig kopieren.
    • Die einzelnen Station mit zu viel Text versehen.
    • Zu viele Schlagworte aneinanderreihen.
    • Das Layout so aufwändig gestalten, dass die Übersichtlichkeit darunter leidet.
    • Lebenslauf und Anschreiben in unterschiedlichem Stil verfassen.

    Lebenslauf Checkliste: Das machen Sie zum Schluss

    Wenn Sie am Ende folgende Fragen zufriedenstellend beantworten, dann können sie Ihren Lebenslauf guten Gewissens vorzeigen:

    • Ist der Lebenslauf auf dem aktuellen Stand?
    • Wurden die Angaben im Lebenslauf auf die angestrebte Stelle angepasst?
    • Umfasst er nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten?
    • Sind alle wesentlichen Qualifikationen und Stationen enthalten?
    • Enthält er keine Rechtschreibfehler?
    • Sind Stil und Formatierung einheitlich (z.B. immer Großschreibung am Anfang jeder Spalte, gleiche Abstände etc.)?
    • Stimmt die Schriftart mit jener im Anschreiben überein?
    • Sind Ihre Kontaktdaten aktuell und vollständig?
    • Haben Sie eine seriöse E-Mail-Adresse gewählt?
    • Auf Angaben zu Eltern oder Geschwistern haben Sie verzichtet?
    • Haben Sie Ihr Bewerbungsfoto nicht vergessen?
    • Beinhalten Ihre bisherigen Berufsstationen stichwortartige Tätigkeitsangaben?
    • Haben Sie wichtige sonstige Kenntnisse wie IT- oder Sprachkenntnisse enthalten?
    • Sind Hobbys und Interessen im Lebenslauf aufgeführt, die eine Relevanz für die Stelle haben?
    • Sind Ort und Datum im Lebenslauf mit Ort und Datum im Anschreiben identisch?
    • Haben Sie nicht vergessen, den Lebenslauf handschriftlich zu unterschreiben?

    PS: Mehr dazu finden Sie auch im Youtube-Kanal der Karrierebibel.

    [Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

    Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie jetzt tun sollten

    Keine Antwort auf Bewerbung

    Keine Antwort auf Bewerbung erhalten – das ist mehr als nur unhöflich. Bewerber wollen wissen, wie es um Ihre Chancen steht oder ob der Zug schon lange ohne sie abgefahren ist. Böse Absicht steckt nicht dahinter, wenn das Unternehmen Sie im Unklaren lässt. Zeitnot und Personalmangel schon eher. Die meisten Personalbüros haben auch gar nichts dagegen, wenn Sie sich nach dem Status Ihrer Bewerbung erkundigen. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Spielregeln…

    Keine Antwort auf Bewerbung: Höchststrafe!

    Die meisten Unternehmen brauchen drei bis sechs Wochen, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sondieren. Die meisten werden aussortiert, andere landen auf dem „Weiter“-Stapel.

    Nun darf man es durchaus als Konsens betrachten, dass nicht jeder Bewerber und nicht jede Bewerberin eine Zusage verdient hat – eine Absage indes schon. Eine (förmliche) Absage ist das Mindeste, was ein Bewerber vom Nicht-Arbeitgeber in spé erwarten kann.

    Aber nein, selbstverständlich ist auch das keineswegs. Viele Unternehmen machen sich die Mühe nicht, Bewerbungsabsagen zu versenden – geschweige denn einen Zwischenstand oder eine Eingangserklärung.

    Es kommt einfach keine Reaktion, null, niente, gar nichts. Die Bewerber fischen im Trüben, wissen nicht, wie es um ihre Chancen steht. Das ist hochgradig ärgerlich und frustrierend – und ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Es ist in einem Wort: respektlos.

    Keine Antwort auf Bewerbung: Woran es liegt

    Aus Arbeitgebersicht gibt es sehr gute Gründe, KEINE Absagen zu verschicken. Sie…

    • verursachen Aufwand
    • nehmen Zeit in Anspruch
    • kosten Geld

    Natürlich können auch andere, organisatorische Gründe dahinterstecken – zum Beispiel eine zu dünne Personaldecke. Oft liegt es am Bewerber selbst, den man gewissermaßen als keiner Antwort würdig erachtet. Wenn er oder sie zum Beispiel unvollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht, die Bewerbungsfrist nicht eingehalten oder einen falschen Betreff gewählt hat. Oder wenn der Bewerber eine völlig unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle aufweist.

    Letzteres ist in der Tat leidig. Eine Entschuldigung dafür, nicht einmal eine Absage zu verschicken, ist es aber nicht. Ein Unternehmen sollte keinen Bewerber ignorieren – wie surreal oder unprofessionell sein Auftritt auch gewesen sein mag. Eine kurze, förmliche Absage kann jeder erwarten. Wer eine freie Stelle hat und aktiv nach Neuzugängen sucht, muss schließlich damit rechnen, auch unpassende Angebote zu erhalten (das gilt für Initiativbewerbungen genauso).

    Das sollten Arbeitgeber wahlweise verschicken:

    • Eine kurze Mail, die den Eingang der Bewerbung bestätigt.
    • Eine Mail, die über den Zwischenstand informiert (erst recht bei mehrstufigen Bewerbungsverfahren).
    • Eine freundliche Absage oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

    Keine Antwort auf Bewerbung: Was können Bewerber tun?

    Die Antwort ist naheliegend: Nachfragen. Aber wann und wie sollte ein Bewerber das tun? Der Grat ist schmal zwischen berechtigtem Interesse und Penetranz. Das erfordert von Ihnen Fingerspitzengefühl. Schließlich wollen Sie ja nicht verzweifelt wirken, als jemand, der nur diese eine Joboption hat, weil ihn mutmaßlich kein anderer Arbeitgeber einstellen will. Nicht umsonst gibt es ja die Redewendung: „Willst du gelten, mach dich selten.“

    Auf der anderen Seite wollen Sie natürlich wissen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Sie wollen Planungssicherheit. Und außerdem müssen Sie dem Arbeitgeber ja seine Ignoranz auch nicht einfach so durchgehen lassen. Wer sich als Bewerber nicht mehr meldet, belohnt das Unternehmen geradezu für seine schlechten Manieren – indem er ihm Arbeit erspart.

    In Wahrheit können sich die meisten Personalbüros über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Wenn Sie also wutentbrannt anrufen und sich lautstark echauffieren, wird das am Ende nur dazu führen, dass Sie in der Mittagspause des Personalers fortan der Running Gag sind. Üben Sie nicht zu früh zu viel Druck aus, sondern versuchen Sie es mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie.

    Nachhaken? Auch Personaler finden es okay!

    Keine Antwort auf Bewerbung Das sagen PersonalerSollen Sie nachhaken, wenn Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten haben? Ja, gerne! Das finden sogar die Personaler selbst. Und wenn es nach ihnen geht, müssen Sie auch gar nicht so lange warten.

    Zwar haben nur sechs Prozent der Befragten laut Umfrage der Personalberatung Robert Half Verständnis dafür, wenn Sie schon drei Tage nach Ihrer Bewerbung durchklingeln. Mehr als jeder Vierte aber hält eine Wartezeit von sechs bis sieben Tagen für angemessen. Nur sechs Prozent finden, dass Bewerber überhaupt keinen Kontakt mehr aufnehmen sollten.

    Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto früher können Sie sich melden. In größeren Firmen ist das Bewerberangebot in der Regel deutlich größer. Das erhöht den Aufwand – und die Abneigung gegen allzu frühe Kontaktaufnahmen.

    5 Tipps: So fragen Bewerber richtig nach

    1. Bewerbungsunterlagen

      Die Selbstverständlichkeit zuerst: Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung Hand und Fuß hat. Sie sollte vollständig und korrekt sein, die richtige Betreffzeile, Kennziffer, Adresse und Ansprechpartner aufweisen. Und sie muss vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschickt worden sein. In einem Satz: Vermeiden Sie formale Fehler. Das vergrößert schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder etwas vom Unternehmen hören werden…

    2. Timing

      Nicht nur die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – auch die vieler Unternehmen. Ein Bewerbungsverfahren zu stemmen ist für die meisten jedenfalls kein Klacks. Geben Sie dem Unternehmen daher ausreichend Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sortieren. Zwei bis drei Wochen sollten Sie mindestens warten, bis sie wieder von sich hören lassen. Als Richtwert können Sie sich auch 15 Werktage merken. Sofern Ferien dazwischen liegen, können Sie die Wartezeit auch noch weiter verlängern -schließlich machen auch Personaler Urlaub. Und nicht jede HR-Abteilung verfügt über personellen Ersatz.

    3. Kanal

      Sehen Sie bitte davon ab, den HR-Verantwortlichen per Whatsapp oder SMS zu kontaktieren. Das ist indiskret und fast schon creepy. Es handelt sich nicht um angemessene Kommunikationskanäle zwischen HR-Büro und Bewerber. Noch schlimmer wäre es, ihn oder sie via Twitter oder Facebook nach einem Zwischenstand zu fragen. So verlagern Sie das Geschehen in die Öffentlichkeit – das ist Tabu! Und Ihre Chancen auf Einstellung dürften dadurch nicht gerade steigen. Eine private Nachricht über Xing oder Linkedin wäre dagegen völlig in Ordnung. Die beste Alternative ist es, eine kurze E-Mail zu schreiben oder persönlich anzurufen – je nachdem, ob Sie mehr der Redner oder mehr der Schreiber sind. Denn manchmal kommen geschriebene Worte nicht so freundlich rüber, wie sie eigentlich gemeint waren. Wenn Ihnen das auch häufiger passiert, rufen Sie lieber an…

    4. Höflichkeit

      Der direkte Weg hat einen Vorteil: Er spart Zeit. Ein kurzer Satz, in dem Sie nach dem Stand Ihrer Bewerbung fragen, sollte daher doch eigentlich ausreichen, oder? Nein, ganz falsch! Unterschätzen Sie die Macht des Freiherrn von Knigge nicht. Achten Sie stets darauf, höflich und charmant zu bleiben. „Hallo Herr Schneider, können Sie mir zu meiner Bewerbung schon etwas sagen? Viele Grüße“. Ist das höflich? Auf den ersten Blick durchaus, aber ein wenig nonchalant ist es trotzdem. Zu direkt, zu schnell, zu wenig. Natürlich sollen Sie dem Personalverantwortlichen keine Zeit klauen, indem Sie ihm einen halben Roman vorsetzen. Aber ein, zwei einleitende Sätze dürfen es schon sein, mit denen Sie Ihre Mail beginnen. Zum Beispiel: „Sehr geehrter Herr Schneider, vor vier Wochen hatte ich mich bei Ihnen als Buchhalter beworben. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für das angenehme Gespräch. Nun würde ich Sie gerne kurz nach einem Zwischenstand fragen. Gibt es einen aktuellen Status meiner Bewerbung?“ So ähnlich können Sie das auch formulieren, wenn Sie Herrn Schneider anrufen. Also: Nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ausholen – zumindest ein wenig…

    5. Optionen

      Verzweiflung ist ein Signal, das niemand aussenden sollte. Das gilt für den Heiratsmarkt genauso wie für den Jobmarkt. Drängeln Sie zu penetrant, wecken Sie Misstrauen auf der anderen Seite. Was ist mit dem los? Will den sonst etwa keiner? Auf der anderen Seite wirkt es anmaßend, arrogant und leidenschaftslos, wenn Sie mit Angeboten wedeln. Nach dem Motto: „Ich habe ein halbes Dutzend Vertragsangebote auf dem Tisch, also beeilen Sie sich mal!“ Das kann zudem erpresserisch wirken. Diesen Spagat auszubalancieren ist zugegebenermaßen schwierig. Wenn Sie es hinkriegen, andere Optionen dezent einfließen zu lassen, aber gleichzeitig zeigen, dass Sie weiterhin extrem an der Stelle interessiert sind, könnte Ihnen das Vorteile bringen. Motto: „Ich würde unheimlich gerne für Ihr Unternehmen arbeiten, aber gerate allmählich unter Zeitdruck. Ein kurzes Feedback Ihrerseits würde meine Planungen da schon enorm erleichtern…“

    Keine Antwort auf Bewerbung: Dranbleiben!

    Das ist der wohl wichtigste Ratschlag für alle, die keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten. Halten Sie unbedingt weiter nach attraktiven Jobs Ausschau! alles andere wäre naiv. Auch dann, wenn das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist und Sie weiterhin ein gutes Gefühl haben.

    Wer aktiv weitersucht, behält das Heft des Handelns in der Hand und erhöht seine Jobchancen. Darum: Weitermachen!

    Nachfassen: 6 Tipps fürs Telefonat

    Keine Antwort auf Bewerbung 6 TippsDas Nachfass-Telefonat kann in die Hose gehen – wenn Sie allzu fordernd oder dreist auftreten. Mit diesen 6 Tipps behalten Sie die Kontrolle:

    1. Legen Sie sich die Stellenanzeige zurecht – oder öffnen Sie sie in Browser – damit Sie die wichtigsten Infos vorliegen haben.
    2. Überlegen Sie sich ein, zwei einleitende Sätze, die Sie nach Ihrer Vorstellung sagen.
    3. Reden Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
    4. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind – und an dem kein lautes Gekicher oder Gehämmer im Hintergrund zu hören ist.
    5. Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gesprächspartner gerade keine Zeit für Sie hat und fragen Sie, wann es ihm besser passen würde.
    6. Bedanken Sie sich zum Schluss noch einmal und verabschieden sich höflich – am besten, Sie nennen dabei noch einmal den Namen Ihres Ansprechpartners.
    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Bewerbung Spanien: Ihr Weg nach Espana

    Bewerbung Spanien Tipps

    Bewerbung Spanien: Eine Karriere auf der iberischen Halbinsel wird von viel Sonne und Fiesta begleitet. Das ist jedenfalls die Idealvorstellung. Vor der Paella steht aber die Arbeit. Das fängt schon bei der Bewerbung an. Zwar fallen die Bewerbungsunterlagen in Spanien so knapp aus wie ein Bikini auf Ibiza. Dafür sollten Sie mit mehreren Vorstellungsgesprächen rechnen, um am spanischen Personaler vorbeizukommen…

    Bewerbung Spanien: Hola!

    In Deutschland wird von Bewerbern erwartet, dass sie deutsch sprechen – von den meisten jedenfalls. Genauso ist es in Spanien auch. Ohne Spanischkenntnisse kein Job! Ausschließlich mit Englisch kommt man weder in Deutschland noch in Spanien über die Runden.

    Immerhin ist Spanisch eine Weltsprache. Und sogar eine große Zahl der Einwanderer, die nach Spanien kommen, haben Spanisch als Muttersprache – die Südamerikaner vorwiegend. Darum ist es auch für Mitteleuropäer elementar, zunächst spanisch zu sprechen, bevor man sich ins Abenteuer Espana stürzt.

    Keine Sorge: Ihr Spanisch muss nicht perfekt sein. Aber es sollte so gut sein, dass Sie sich im Alltag relativ problemlos verständigen können. Es gibt Ausnahmen: In Katalonien (Barcelona) könnte Katalanisch ausreichen bzw. vonnöten sein. Und auf einer Urlaubsinsel wie Mallorca tut es im Einzelfall womöglich eine deutsche Bewerbung – wenn Sie sich bei einem deutschsprachigen Arbeitgeber bewerben.

    Daneben sind vor allem Kontakte und ein großes Netzwerk wichtig. In Spanien läuft vieles – wie in anderen Ländern auch – über Beziehungen und Referenzen. Wenn Sie spanische Freunde und Bekannte haben oder solche, die in Spanien arbeiten oder Arbeitserfahrungen gemacht haben, dann bringen Sie diese bei Gelegenheit ins Spiel.

    Wo findet man Jobs in Spanien? Zum Beispiel hier:

    • Spanisches Handelsbüro im Generalkonsulat in Düsseldorf
    • Private Stellenvermittlungsagenturen
    • Zeitungen wie El Pais, El Mundo, La Vanguardia, Actualidad Economica

    Nebenbei: In Lateinamerika könnte es hilfreich sein, über Online-Plattformen wie Internations Kontakte zu knüpfen.

    Bewerbung Spanien: Aufbau

    Die spanische Bewerbung ist mit der deutschen nicht vergleichbar. Das gilt nicht nur für Spanien selbst, sondern auch für andere spanischsprachige Länder. Die Bewerbungsunterlagen haben in Spanien einen geringeren Stellenwert. Sie sind eher mit der deutschen Kurzbewerbung zu vergleichen. Das hat den Vorteil, dass eine Bewerbung in Spanien weniger Aufwand verursacht. Nachteil ist, dass Sie es schwerer haben, mit Ihrer Bewerbung aus der Masse hervorzustechen.

    Eine Bewerbung Spanien besteht nur aus zwei Dokumenten:

    1. Anschreiben: In Spanien ist es als Carta de presentacion, Carta de Candidatura oder Carta de Solicitud bekannt.
    2. Lebenslauf: Auch in Spanien ist der lateinische Begriff Curriculum Vitae geläufig — und der spanische Hoja de Vida.

    Übrigens: Die Initiativbewerbung heißt in Spanien Autocandidatura.

    Bewerbung Spanien: Das Anschreiben

    Halten Sie das Anschreiben in Spanien so kurz wie möglich. Von Interesse sind insbesondere die Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers. Und achten Sie darauf, Ihren Ansprechpartner im Unternehmen persönlich anzusprechen. Am besten, Sie recherchieren vorher den Namen, falls er Ihnen nicht bekannt ist. Als Anrede können Sie schreiben:

    • Estimado Sr. Diaz
    • Estimada Sra. Diaz

    Falls Sie Ihren Ansprechpartner partout nicht eruieren können, dann schreiben Sie:

  • Estimados señores y señoras
  • Das ist spanische Pendant zu Sehr geehrte Damen und Herren.

    Als Grußformel bieten sich für die Bewerbung in Spanien an:

    • Reciba un cordial saludo
    • Les saluda atentamente y espera sus prontas noticias
    • Un cordial saludo de

    Unter die Grußformel setzen Sie Ihre Unterschrift.

    So weit, so gut – und vergleichbar mit der Bewerbung in Deutschland. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf. Nicht üblich ist es in Spanien, weitere Anlagen wie Arbeitszeugnisse oder Bescheinigungen beizufügen. Das müssen Sie als Bewerber nur, wenn es in der Stellenanzeige ausdrücklich gefordert wurde. Andernfalls können Sie abwarten, ob der Arbeitgeber von sich aus noch Arbeitsproben oder Zeugnisse anfordert.

    Relevanter sind da schon Referenzen. Haben Sie eine Referenz in deutscher Sprache vorliegen, übersetzen Sie sie ins Spanische bzw. lassen Sie sie übersetzen. Es ist für Sie von großem Vorteil, wenn Sie einen Fürsprecher in Spanien vorzeigen können. Vielleicht haben sie ja bereits ein Praktikum oder Auslandssemester in Spanien absolviert und verfügen noch über Kontakte. Wenn Sie die nutzen, steigen Ihre Chancen um ein Vielfaches.

    Bewerbung Spanien: Der Lebenslauf

    Das Anschreiben halten Sie bei der Bewerbung in Spanien möglichst kurz, den Lebenslauf auch. Das bedeutet konkret:

    • Der Lebenslauf sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen.
    • Er sollte nur die wichtigsten Stationen und Erfahrungen umfassen.

    In Spanien baut man den Lebenslauf in der Regel chronologisch auf. Vergessen Sie nicht die wesentlichen Daten über sich. Das wären:

    • Vorname, Name
    • Adresse
    • Geburtsdatum und -ort
    • Telefonnummer
    • Familienstand (und Kinderzahl)
    • Ausweisnummer und DNI (nationale und steuerliche Identifikationsnummer)
    • Berufsziel
    • Berufserfahrungen (Experienca)
    • Ausbildung (Estudios oder Formación)
    • Praktische Erfahrungen (Experienca laboral)
    • Sprachkenntnisse (Idiomas)
    • IT-Kenntnisse (Informática)

    Die letzten beiden Punkte sind besonders wichtig. Sprach- und Computerkenntnisse haben für viele spanische Arbeitgeber einen hohen Stellenwert. Geben Sie auch jeweils Ihr Niveau an: muy bien für sehr gut, bien für gut oder regular für durchschnittlich. Hobbys müssen Sie dagegen nicht im Lebenslauf angeben.

    Auch sind die praktischen Erfahrungen, die Sie bislang gesammelt haben, von größerem Wert als Ihre formellen Ausbildungen. Die Ausbildung reduzieren Sie im Lebenslauf also auf das Wesentliche. Eine Unterschrift können Sie sich ebenfalls sparen, sofern Sie Berufseinsteiger sind. Dies wird allerdings unterschiedlich gehandhabt. Auf ein Bewerbungsfoto sollten Sie dagegen nicht verzichten, auch wenn es nicht obligatorisch ist.

    Warten Sie nicht darauf, bis das Unternehmen den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigt. Das ist in Spanien nicht üblich. In Spanien müssen sie Geduld mitbringen – vermutlich noch sehr viel mehr Geduld als in Deutschland – während Sie auf eine Reaktion warten.

    Bewerbung Spanien: Das Interview

    Sie sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden? Felicitationes! Das Jobinterview ist der erste Schritte zum neuen Job. Das ist in Spanien genauso wie in Deutschland.

    Aber beachten Sie: Die Bewerbungsgespräche sind in Spanien noch weitaus wichtiger. Das liegt daran, dass die Bewerbungsunterlagen sehr knapp ausfallen, die Jobinterviews gewinnen dadurch an Bedeutung. Oft gibt es sogar mehrere, in denen die Kandidaten auf Herz und Nieren getestet werden. Die Bewerber müssen vor der Personalabteilung bestehen und vor der jeweiligen Fachabteilung.

    Wenn sie zu einem Vorstellungsgespräch in Spanien eingeladen wurden, denken Sie an diese 3 Punkte:

    1. Outfit

      Der erste Eindruck zählt auch in Spanien. Wenn Sie sympathisch wirken und eine gute Figur abgeben, zahlt das auf Ihr Konto ein. Das Äußere spielt in Spanien eine größere Rolle als in Deutschland. Das klingt nach einem Klischee, dürfte Ihnen aber anhand vieler Erfahrungsberichte bestätigt werden. Das Modebewusstsein ist stark ausgeprägt, ähnlich wie in Italien. Ziehen sie sich gut an, wählen Sie hochwertige Anziehsachen aus, sparen Sie nicht an der Kleidung. Die Krawatte ist bei Männern Pflicht. In punkto Timing dürfen – nein, sollten – sie dagegen ganz teutonisch daherkommen. Pünktlich sein!

    2. Gesprächsthemen

      Das Jobinterview beginnt in Spanien mit einer Runde Smalltalk. Wie war Ihr Weg? Wo wohnen sie? Kommen Sie aus Deutschland? Was führt Sie nach Spanien? Sie müssen jetzt nicht Ihre Lebensgeschichte ausbreiten. Eine kleine, nette Plauderei ist alles, was von Ihnen erwartet wird, um die Atmosphäre aufzulockern. Der Smalltalk ist nur die Aufwärmphase. Seien Sie professionell und nicht zu emotional, aber auch nicht nordisch unterkühlt.

    3. Direktheit

      Offen und ehrlich sein und Dinge direkt ansprechen – das ist eine deutsche Spezialität. Spaniern ist diese Art manchmal zu direkt. Sie kann tatsächlich schroff und uncharmant rüberkommen. Speziell im Vorstellungsgespräch sollten Sie sich mit Kritik daher zurückhalten. Wenn Sie Kritik üben wollen, dann drücken Sie sich ein wenig, nun ja, sanftmütiger aus und umschreiben Sie Ihre Kritik blumig. Allzu forsche Rückfragen sind auch nicht empfehlenswert. Natürlich kommt es stets auf den jeweiligen Gesprächspartner an. Was Sie aber nie vergessen sollten: Bleiben Sie höflich und freundlich. Taktgefühl wird auf der iberischen Halbinsel groß geschrieben.

    Wenn Sie die Ratschläge beherzigen, stehen Ihnen alle Türen in Spanien offen. Dafür müssen Sie aber wahrscheinlich mehrere Jobinterviews bestehen, mitunter auch (psychologische) Tests. Danach geht es zur Vertragsunterzeichnung und Visumsbeschaffung. Dieser Prozess kann sich in die Länge ziehen.

    Übrigens verlangen viele spanische Unternehmen noch ein ärztliches Attest, für das Sie eine medizinische Begutachtung über sich ergehen lassen müssen.

    3 Tipps für Spanien-Liebhaber

    Bewerbung Spanien TippsSie träumen von einer Karriere in Spanien? Hier sind 3 weitere Tipps für Spanien-Fans:

    [Bildnachweis: dreii by Shutterstock.com]

    Stressinterview: Wie Sie dem Druck standhalten

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    Das Bewerbungsgespräch ist hart, das Stressinterview ist härter. Wenn Sie Ihr Gesprächspartner mit derben Fragen provoziert oder Ihre Kompetenzen offen anzweifelt, dann steigt der Blutdruck. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren! Denn man will von Ihnen vor allem wissen, wie Sie unter Druck reagieren. Was Sie dann auf gar keinen Fall tun sollten…

    Stressinterview: Was ist das?

    Stressinterview – das klingt nicht nur anstrengend, das ist es auch. Allerdings muss man konstatieren, dass Stressinterviews keineswegs die Regel sind. Sie sind die Ausnahme. Die meisten Unternehmen verzichten auf diese Form des Stresstests. Dafür gibt es gute Gründe:

    Bewerber stehen auch in einem „normalen“ Vorstellungsgespräch schon unter Druck und sind extrem angespannt und gestresst. Oder der Personaler geht davon aus, dass er durch Stressfragen keine neuen, vielsagenden Erkenntnisse gewinnen wird. Ein Jobinterview ist auch ohne Stressfragen aufschlussreich genug.

    Andererseits gibt es Personalentscheider, die dieses Instrument sehr gerne aus ihrem Zauberkasten holen. Sie tun das nicht, um ihre sadistischen Gelüste zu befriedigen, um den Bewerber zu erniedrigen, zu schikanieren oder zu blamieren (ok, manche vielleicht schon). Sie setzen Stressinterviews ein, um dem Bewerber richtig auf den Zahn zu fühlen. Um live und in Farbe zu sehen, wie er in hyper-stressigen Situationen reagiert. Das ist in einem Assessment Center ähnlich. In vielen Berufen ist Stressresistenz eine wichtige Eigenschaft, ohne die man kaum reüssieren kann.

    Außerdem gehen viele Bewerber heutzutage sehr gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Sie wissen, was auf sie zukommt, antizipieren Fragen und legen sich elegante Antworten zurecht. Sie ziehen sich angemessen an und achten auf einen kräftigen Händedruck. Das verringert den Wert von Vorstellungsgesprächen im Allgemeinen. Im Stressinterview kann man diese Routinen durchbrechen. Man kommt der Wahrheit gewissermaßen ein Stückchen näher, zerrt den wahren Charakter ans Tageslicht und schafft Authentizität.

    Sicherheitshalber der Hinweis: Für Bewerber ist und bleibt es selbstverständlich essenziell, sich gut auf ein Jobinterview vorzubereiten. Das erhöht die Einstellungschancen – und ganz nebenbei auch das Selbstvertrauen. Wenn man sich aber in die Lage eines Personalers versetzt, ist all das unbefriedigend, all die glatten Lebensläufe und korrekt sitzenden Krawatten. All die fein formulierten Fragen und auswendig gelernten Fakten.

    Vor allem wollen Arbeitgeber doch wissen, ob ein Bewerber zu ihnen ins Team passt oder nicht. Aber wie können sie das herausfinden? Zum Beispiel, indem sie ihn oder sie in Situationen beobachtet, in denen nicht alles nach Plan läuft. In einer Situation, in der die Top-Vorbereitung plötzlich nichts mehr wert ist und die Stresshormone nur so aus einem herausschießen. Dann lüftet sich der Vorhang – wenigstens kurzzeitig. Schließlich wird es diese Situationen auch im Arbeitsalltag geben. Situationen, in denen man die Ruhe bewahren und cool bleiben muss. Wer jetzt Panik bekommt und keinen klaren Gedanken fasst, dürfte im Ernstfall auch im Betrieb ein Risikofaktor sein. In manchen Berufen verschreckt so ein Verhalten Kunden, in anderen zerstört es die Arbeitsatmosphäre, in wieder anderen kann es sogar gefährlich für Leib und Leben werden.

    Darum fragen Personaler im Vorstellungsgespräch auch gerne nach Konflikten im bisherigen Arbeitsleben, nach Kündigungen, Verweildauern und Widersprüchen. Hier setzt das Stressinterview an. Der Personaler versucht, den Bewerber auf dem falschen Fuß zu erwischen, indem er ihm eine provokative oder missverständliche Frage stellt. Wie reagiert dieser darauf? Seine Reaktion lässt womöglich tiefere Rückschlüsse auf seinen Charakter zu.

    Damit ist das Stressinterview gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe. Für Arbeitgeber kann es sehr erhellend sein. Aber auch für Sie als Bewerber ist es nicht nutzlos. Erstens können Sie sich durch eine souveräne Reaktion empfehlen und Pluspunkte sammeln. Und zweitens auch Selbstvertrauen tanken, weil Sie gemerkt haben, dass Sie derlei Prüfungen gewachsen sind – und damit auch dem Job.

    Stressinterview: So ist es aufgebaut

    Ein Vorstellungsgespräch durchläuft in der Regel fünf Phasen:

    Die Reihenfolge kann variieren. Das Stressinterview ist anders aufgebaut. Nach der lockeren Aufwärmphase ändert der Personaler abrupt sein Verhalten und wird aggressiver. Er stellt harte Fragen, provoziert den Bewerber, bohrt nach, unterstellt ihm etwas, macht unterschwellige Anmerkungen, greift ihn verbal an. Bisweilen artet das Ganze sogar in ein Kreuzverhör aus – schwitzende Hände und Gesichter inklusive.

    Klar ist: Übertreibt es Ihr Gesprächspartner, dann müssen Sie sich das keineswegs gefallen lassen. Es geht ihn zum Beispiel nichts an, mit wem sie sich daten oder ob sie planen, in naher Zukunft schwanger zu werden (diese Frage wäre ohnehin illegal).

    Aber so weit muss ein Personaler gar nicht gehen, um einen Bewerber aus dem Konzept zu bringen. Es reicht schon, wenn er ihm klar macht, dass er an seiner Eignung stark zweifelt. Das geht zum Beispiel mit diesem Ansatz: „Sie haben so gut wie keine relevanten Erfahrungen und sind für den Job augenscheinlich völlig ungeeignet. Sehen sie das nicht selbst auch so?“ Dadurch werden die meisten Kandidaten enorm verunsichert. Wichtig ist jetzt, wie sie mit ihrer Verunsicherung umgehen.

    Auch Fangfragen, Analogie-Fragen, die mit der Stelle scheinbar gar nichts zu tun haben, und Brainteaser, an denen die Kandidaten zu knabbern haben, generieren Unbehagen. Personaler, die in dieser Kunstform geübt sind, bauen gerne noch eine Prise Sarkasmus und Ironie ein und setzen den Bewerber unter maximalen Rechtfertigungsdruck. Wenn das Stressinterview aufhört und der reine Psychoterror beginnt, müssen Sie als Bewerber die Reißleine ziehen. Stressfragen sind legitim, pure Schikane ist es nicht.

    Stressinterview: Beispiele für Stressfragen

    Hier ist eine Auswahl an Stressfragen, von denen einige – in dieser oder ähnlicher Form – auf Sie als Bewerber zukommen könnten:

    Fangfragen

    • Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
    • Aus welchen Gründen würde jemand nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeiten wollen?
    • Wann haben Sie das letzte Mal Regeln gebrochen und warum?
    • Was glauben Sie, was ist ein Unternehmen seinen Mitarbeitern schuldig?
    • Was konnten Sie an Ihrem letzten Job am wenigsten leiden?

    Analogie-Fragen

    • Wenn Sie im Lotto gewinnen, was würden Sie tun?
    • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?
    • Was unternehmen Sie, wenn Sie Spaß haben wollen?
    • Welche Frage soll ich Ihnen lieber nicht stellen?
    • Wie finden Sie mich so als Interviewer?

    Brainteaser

    • Wie viel wiegt New York?
    • Wie kann man herausfinden, ob das Licht im Kühlschrank brennt, wenn die Tür zu ist?
    • Weswegen ist ein Kanaldeckel rund und nicht eckig?
    • Wie viele Blätter Papier werden in Österreich an einem Tag kopiert?
    • Wozu ist der Filz auf dem Tennisball gut?

    Provokationen

    • Sie waren ja ein richtiger Langzeitstudent, was?
    • Stimmt irgendwas nicht mit Ihnen oder warum suchen Sie schon so lange eine neue Stelle?
    • Ich glaube kaum, dass Sie bei uns ins Unternehmen passen.
    • So richtige Stärken gehen aus Ihrer Bewerbung ja keine hervor, oder habe ich da etwas übersehen?
    • Ihr Lebenslauf war ja bisher 08/15. Erzählen Sie mir doch mal was Spannendes über sich!

    Egal, wie Sie der Personaler locken will – an ein paar Spielregeln sollten Sie sich stets halten. Fallen Sie ihm nicht ins Wort und bleiben Sie ruhig. Zeigen Sie Ihre Nervosität nicht, indem sie mit den Füßen tippen oder hektisch mit den Fingern an Ihrer Kleidung herumnesteln. Was aber ganz wichtig ist: Rechtfertigen Sie sich nicht und gehen Sie nicht in den Gegenangriff über. Das würde Sie sofort disqualifizieren.

    Stressinterview: So parieren Sie gekonnt

    Grundsätzlich haben Sie jederzeit die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch zu beenden. Wenn Ihnen die Fragen zu unverschämt oder indiskret werden, beschweren Sie sich einfach darüber. Führt das nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie vorzeitig gehen – aber bitte höflich. Sie wollen ja nicht Ihren Peiniger spiegeln…

    Am besten aber, sie bleiben bei einer fiesen Stressfrage ganz cool. Sie könnten Ihrem Gegenüber mit eiskalter Miene ein paar Sekunden lang tief in die Augen schauen – und erst dann zu einer Parade ausholen. Zeigen sie, dass Sie der Situation gewachsen sind, indem Sie die Einwände entkräften oder den Argumenten Wind aus den Segeln nehmen. Oder Sie zeigen, dass Sie mit der Art Frage nicht einverstanden sind. Was Sie beispielsweise sagen könnten:

    • Sie sind offenbar falsch informiert.
    • Das ist Ihre Meinung und auf die haben Sie ein gutes Recht. Aber Fakt ist, dass…
    • Was hat das genau mit dem Job zu tun, wenn ich fragen darf?
    • Dazu möchte ich Ihnen nichts sagen und bitte um Ihr Verständnis.

    6 Tipps fürs Stressinterview

    Die COOL-Formel hilft, im Stressinterview Ruhe zu bewahren. Sie funktioniert so:

    • Contenance bewahren
    • Offenheit signalisieren
    • Objektivität herstellen
    • Labern vermeiden

    Darüber hinaus helfen Ihnen diese Tipps, um das Stressinterview zu meistern:

    1. Ruhig bleiben

      Keep cool! Das sagt sich so leicht, ist manchmal aber eine echte Herausforderung. In einem Vorstellungsgespräch ist das Stresslevel ohnehin schon erhöht. Stressfragen verunsichern da noch mehr. Das kann dazu führen, dass man als Bewerber hektisch wird und verzweifelt nach den richtigen Worten sucht. Ganz wichtig: Nicht sofort antworten, sondern kurz innehalten, lächeln und den Druck vom Kessel nehmen. Das gelingt durch eine Antwort wie: „Das machen Sie extra, oder? OK, ich versuche noch mal, Ihnen meine Sicht der Dinge näher zu bringen…“ Danach führen Sie Ihre Antwort aus – ganz ruhig, ganz sachlich. Je schneller Sie antworten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Unbedachtes oder gänzlich Unpassendes sagen. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit und werfen Sie eine behelfsmäßige Formulierung ein, um die Pause zu überbrücken. Was auch geht: „Oh, diese Frage habe ich tatsächlich noch nicht so oft gehört“ oder „Das ist mal eine originelle Frage.“ Damit verschaffen Sie sich ein wenig Zeit.

    2. Meinung sagen

      Ein Stressinterview setzt den Bewerber unter Stress. Das ist Sinn der Sache. Aber es bedeutet nicht, dass Sie nur das kleine Mäuschen spielen sollen, das ständig vom großen Kater attackiert wird. Sie müssen auch keineswegs immer Ja und Amen sagen und jeder These des Personalers zustimmen (obwohl Schleimen im Vorstellungsgespräch erwiesenermaßen hilft!). Lassen Sie sich nicht ausschließlich in die Defensive drängen. Sagen Sie Ihre Meinung, vertreten Sie Ihre Standpunkt und führen Sie Ihre Thesen aus – egal, was der andere Ihnen mit seinen Stressfragen andichten will. „Ich sehe Ihren Punkt, bin aber der Meinung, dass…“ oder „Interessanter Standpunkt. Ich stehe aber auf Folgendem…“

    3. Anstand wahren

      Einen Heißsporn provoziert man nicht ungestraft! Ja, das ist menschlich und auch durchaus verständlich. Aber lassen Sie sich lieber nicht aus der Reserve locken. Werden Sie nicht pampig und erwidern mit einer ebenso unverschämten Retourkutsche! Das zeigt nur, dass Sie dem Druck eben nicht gewachsen sind. Und das erwartet ihr künftiger Arbeitgeber ja schließlich von Ihnen: Dass Sie dem oberdreisten Kunden nicht sofort verbal in die Parade fahren. Na klar: Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Erst recht keine schlüpfrigen Kommentare oder persönliche Beleidigungen. Aber die sind zum Glück so selten wie Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg. Wenn Ihnen das Stressinterview trotzdem zu viel des Guten ist, dann können Sie hinterher immer noch entscheiden, dass Sie für diese Firma lieber nicht arbeiten wollen – und höflich absagen.

    4. Kurz halten

      Stressfragen sind manchmal gemein, manchmal tricky. Auf jeden Fall sind viele nicht so einfach zu beantworten. Das verleitet viele Bewerber dazu, weit auszuholen. Immerhin verschafft man sich so Luft und kann beim Reden denken. Fehler! Lange Ausführungen könnte Ihr Gegenüber zu Gegenfragen nutzen. Kurze und prägnante Antworten sind besser – und wirken selbstbewusster. Ihre Antwort sollten Sie natürlich kurz begründen und erklären, vielleicht anhand eines guten Beispiels. Aber egal, wie Sie auf eine Stressfrage antworten – tragen Sie sie selbstbewusst vor.

    5. Nichts sagen

      Schweigen ist eine unterschätzte Waffe im Vorstellungsgespräch – erst recht im Stressinterview. Erst bombardiert Sie der Personaler mit fiesen Fragen, dann herrscht auf einmal Funkstille. Das verunsichert die meisten Bewerber – und führt zu noch mehr Stress und Selbstzweifeln. In dem Falle spielen Sie das Spiel am besten mit. Erwidern Sie das Schweigen Ihrerseits ebenfalls mit Schweigen. Sie nehmen eine selbstbewusste Haltung ein, halten Blickkontakt und warten ab, bis der Ihr Gesprächspartner wieder das Wort ergreift. Nicht einfach drauflosplappern! Und lassen Sie dabei nicht die Blicke schweifen, bleiben Sie konzentriert. Schweigen erzeugt Druck, und diesem Druck sollen und wollen Sie standhalten. Aber: Sie dürfen natürlich auch selbst etwas sagen, wenn Ihnen etwas Schlagfertiges und Passendes einfällt…

    [Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch beenden: Ihr perfekter Abgang

    Vorstellungsgespraech beenden

    Das Vorstellungsgespräch beenden – klingt einfach, ist aber manchmal ein Balanceakt. Es kann sie im schlimmsten Fall den Job kosten, wenn Sie etwas Unbedachtes sagen oder einen blöden Joke bringen. Dieses Risiko lässt sich minimieren. Und mehr noch: Sie können beim Personaler Eindruck hinterlassen. Das geht am besten durch ein ehrliches „Danke“ – und ein nettes Kompliment…

    Vorstellungsgespräch beenden: So geht’s nicht!

    Das Vorstellungsgespräch lief super. Der Personaler wirkt beeindruckt, Sie fühlen sich prächtig. Wunderbar! Sie hätten den Job auch bekommen, wenn sie nicht so etwas Saudoofes zum Schluss gesagt hätten…

    Der Schluss eines Jobinterviews kann leicht zur Falle werden. Wenn sich der Bewerber seiner Sache zu sicher ist, oder wenn er mental schon abgeschaltet hat und auf dem Heimweg ist. Oder wenn er das Bewerbungsgespräch unbedingt noch mit einem Kracher zum Abschluss krönen will. Das kann mächtig in die Hose gehen.

    10 Dinge, die Sie auf gar keinen Fall sagen sollten, um das Vorstellungsgespräch zu beenden:

    • Vielen Dank nochmal, dass Sie mich überhaupt eingeladen haben!
      (Das tun anscheinend die wenigsten.)
    • Da bin ich aber froh, dass das hier einigermaßen glatt über die Bühne gegangen ist.
      (Normalerweise komme ich nicht unfallfrei aus Vorstellungsgesprächen heraus.)
    • Die Frage mit den Schmetterlingen fand ich aber richtig gemein von Ihnen.
      (Sie haben sie ja auch mehr schlecht als recht beantwortet.)
    • Wie fanden Sie mich denn so?
      (Kein Kommentar)
    • Zum Glück habe ich vorher den Bewerbungsratgeber von Mr. X gelesen.
      (Hat aber auch nicht geholfen.)
    • Die Fragen waren ja viel einfacher, als ich befürchtet hatte.
      (Und Ihre Antworten viel schlechter, als wir erhofft hatten.)
    • Das lief alles in allem super, oder?
      (Eigenlob stinkt.)
    • Puh, ich dachte, das Interview dauert ewig.
      (So unwohl haben Sie sich gefühlt?)
    • So, war’s das mit der Löcherei?
      (Ist das witzig gemeint oder einfach nur unverschämt?)
    • Prima. Jetzt muss nur noch mein nächstes Vorstellungsgespräch genauso gut laufen, dann ist mein Wochenende gerettet.
      (Na, dann wünschen wir viel Glück.)

    Vorstellungsgespräch beenden: Diese Themen ansprechen!

    Am Ende des Vorstellungsgesprächs sind meist noch nicht alle Fragen geklärt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese anzusprechen. Zum Beispiel können Sie klären, wie der weitere Ablauf ist, wie lange der Auswahlprozess voraussichtlich dauern wird und wann sie eine Antwort erwarten können.

    Konkret fragen können Sie etwa so:

    • Was sind die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?
    • Wann kann ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen?
    • Darf ich Sie bei möglichen Rückfragen kontaktieren?

    Aber bauen Sie bitte keinen Druck auf. Es versteht sich von selbst, dass der Bewerbungsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie also nicht drei Tage später schon wieder an und fragen Sie nach dem aktuellen Stand. Faustregel: Zwei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich erkundigen – vorher nicht.

    In vielen Unternehmen dauert der Auswahlprozess noch weitaus länger. Manchmal mahlt die firmeninterne Bürokratie langsam, oder Personalverantwortliche sind erkrankt. Das sollte Sie nicht dazu veranlassen, genervt zu reagieren. Bleiben Sie höflich, freundlich und verständnisvoll. Etwas anderes bleibt Ihnen ehrlicherweise ja auch gar nicht übrig…

    Sind alle Fragen geklärt, verabschieden Sie sich – mit einem genauso festen Händedruck wie zu Beginn des Jobinterviews. Also nochmal Haltung annehmen, Augenkontakt suchen und die Hand geben. Und dann machen Sie sich von dannen – aber ohne sich nochmal umzuschauen. Sie gehen also steten Schrittes zur Treppe oder zum Aufzug und werfen nicht noch mal einen Blick nach hinten. Das wirkt unsicher und unsouverän.

    Geheimtipp: Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich auch noch explizit beim Assistenten, Pförtner oder der Empfangskraft verabschieden. Die freuen sich über gute Manieren – und erwähnen sie möglicherweise mal im Gespräch mit Ihrem künftigen Abteilungsleiter…

    Vorstellungsgespräch beenden: So machen Sie’s richtig

    Klare Empfehlung: Mit diesen Worten können Sie das Vorstellungsgespräch beenden.

    • Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich fast eine ganze Stunde Zeit für unser Gespräch genommen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen.
      (Drückt Wertschätzung aus. Extrem positiv.)
    • Sie haben sich exzellent auf das Gespräch vorbereitet. Ich hoffe, dass ich Sie genauso überzeugen konnte.
      (Jeder hört gerne Komplimente, auch Personaler. Berechtigt sollte das Kompliment aber schon sein.)
    • Sie haben mir ein sehr genaues Bild vermittelt, was mich im Unternehmen erwartet. Ich kann mir das schon sehr konkret vorstellen und muss sagen: Die Vorstellung gefällt mir.
      (So signalisieren Sie, dass Sie weiterhin sehr interessiert sind an der Stelle.)
    • Ich bin mit großen Erwartungen gekommen und muss sagen: Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich kann mir den Job wirklich sehr gut vorstellen.
      (Positives Feedback und Interesse am Job.)
    • Sie haben Fragen gestellt, die mir bislang im Vorstellungsgespräch noch nie gestellt wurden. Das war auch für mich sehr spannend.
      (Wenn das Jobinterview einen Lerneffekt für den Bewerber hatte, muss der Personaler seine Sache gut gemacht haben.)
    • Sie haben meine Fragen sehr ausführlich beantwortet. Das fand ich sehr gut.
      (Ein Kompliment. Und einen Informationsgewinn gab es auch noch.)
    • Ich habe viel über das Unternehmen erfahren. Das gefällt mir alles wirklich sehr gut.
      (Hier ist das Lob umfassender und richtet sich quasi an das gesamte Unternehmen.)
    • Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gespräche mit den anderen Bewerbern.
      (Zeigt Realismus und Stil.)

    Sie müssen Ihren Gesprächspartner am Ende aber gar nicht mit Lob und Komplimenten überschütten. Erst recht nicht, wenn er sich das gar nicht verdient hat. Aber: Auf einen Dank und eine Höflichkeitsformel sollten Sie in keinem Fall verzichten. Das geht ganz einfach so:

    • Es war schön, mit Ihnen zu sprechen. Vielen Dank.
    • Ich habe mich hier wirklich sehr wohl gefühlt.
    • Danke für das angenehme Gespräch.
    • Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Sie von mir wissen wollen, melden Sie sich gerne bei mir.
    • Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und freue mich, dann bald von Ihnen zu hören.

    Vorstellungsgespräch beenden: Was Sie danach tun können

    Das Jobinterview ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit des Wartens. Untätig bleiben müssen bzw. sollten Sie aber nicht. 3 Dringe, die Sie anschließend tun können:

    1. Dankschreiben

      In Deutschland eher unüblich, aber trotzdem eine schöne Geste. Sie sollten allerdings kein langatmiges Essay verfassen, dafür hat kein Personaler Zeit. Und komisch wirken kann es auch. Schreiben Sie stattdessen eine kurze E-Mail, in der Sie sich für das angenehme Gespräch bedanken und betonen, dass Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind. Möglicherweise können Sie im Rahmen der Mail auch offen gebliebene Fragen aus dem Jobinterview beantworten. Und bieten Sie die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für den Fall an, dass das Unternehmen noch Rückfragen hat. Vergessen Sie die Höflichkeitsfloskeln nicht: „Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen.“ „Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.“

    2. Jobsuche

      Das Vorstellungsgespräch lief gut – und es fand sogar bei Ihrem Traumarbeitgeber statt. Das ist toll! Aber Sie sollten nicht naiv sein und annehmen, dass Sie die Stelle schon so gut wie sicher hätten. Bleiben Sie aktiv und schauen sich weiter nach Jobs um! Alles andere wäre unklug. Sie sollten auch weiterhin Einladungen zu anderen Jobinterviews annehmen und sich professionell vorbereiten. Am Ende können Sie womöglich aus mehreren Alternativen wählen. Für die Stellensuche gilt: Je mehr Alternativen, desto besser. Dann können Sie alle Optionen gegenüberstellen und sich für diejenige entscheiden, die Ihnen die meisten Vorteile und besten Rahmenbedingungen verspricht.

    3. Ultimatum

      Nein, ein Ultimatum setzen sollten Sie natürlich nicht. Obwohl, durch die Hintertür vielleicht schon. Es gibt nämlich Unternehmen, die es nicht mal für nötig halten, überhaupt Absageschreiben zu verschicken. Wenn Sie wochen- oder monatelang nichts gehört haben, dann fassen Sie einfach nach – am besten in Form einer E-Mail. Wenn Sie aufs Ganze gehen wollen, dann können Sie die Mail so formulieren: „Ich habe mehrere Jobangebote vorliegen, bin aber weiterhin sehr daran interessiert, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Würden Sie mir kurz mitteilen, wann ich mit einer Entscheidung Ihrerseits rechnen kann?“ Dadurch erhöhen Sie Ihren Marktwert und die Wahrscheinlichkeit, alsbald eine Antwort zu erhalten. Das hilft bei der weiteren Planung – so oder so.

    Vorstellungsgespräch vorzeitig beenden – ja oder nein?

    Klare Antwort: Nein! Brechen Sie ein Vorstellungsgespräch als Bewerber nicht ab – höchstens in absoluten Extremsituationen. Warum auch? Sie haben die Zeit für das Jobinterview ja schon freigemacht. Durch jedes Vorstellungsgespräch lernen Sie dazu, machen Erfahrungen, sammeln Wissen.

    Beenden Sie es auch dann nicht vorzeitig, wenn Ihr Gesprächspartner schlecht vorbereitet ist, Ihre Fragen nicht beantworten kann oder zwischenzeitlich sogar telefoniert. Oder wenn Sie ihn partout nicht leiden können. Ob Sie mit dieser Person je wieder zusammenarbeiten werden, ist ja gar nicht sicher. Vielleicht verlässt er oder sie in zwei Monaten das Unternehmen oder oder oder…

    Wer vorzeitig abbrecht,

    • … erhält kein Jobangebot
    • … wird nicht weiterempfohlen
    • … ist schlicht unhöflich

    Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen Sie das Gespräch vorzeitig beenden sollten. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Gesprächspartner anzügliche Bemerkungen über Sie macht oder Sie persönlich beleidigt – aus welchem Grund auch immer.

    Achtung: Es gibt Arbeitgeber, die stehen auf Stressfragen im Vorstellungsgespräch, wollen den Bewerber bewusst unter Druck setzen.

    Das müssen Sie versuchen zu erkennen. Beispiel: Der Personaler fragt Sie: „Warum sind Sie denn ausgerechnet in diesem Aufzug hier erschienen?“ Will er herausfinden, wie Sie in solchen Situationen reagieren oder ist er einfach nur unverschämt? Entscheiden Sie selbst…

    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gut reinkommen!

    Vorstellungsgespraech Begrueßung

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Dass Sie nicht wortlos an Ihrem Gastgeber vorübergehen, versteht sich von selbst. Aber was sagt man eigentlich am besten, wenn man zum Vorstellungsgespräch erscheint? Hi oder Wie geht’s? Das ist gar nicht so unwichtig, wie Sie vielleicht denken. Der erste Eindruck zählt bekanntlich. Und die Begrüßung prägt den ersten Eindruck. Auf eine Sache sollten Sie dabei besonders achten…

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: So machen Sie’s richtig

    Die Basics beim Vorstellungsgespräch sind: Seien Sie pünktlich. Schalten Sie das Smartphone aus. Nehmen Sie eine Kopie Ihrer Bewerbungsunterlagen in Ihrer Tasche mit. Lächeln Sie oft. Das macht sympathisch.

    Ach ja, und sorgen Sie für frischen Atem. Wer ein unangenehmes Aroma aus dem Rachenraum versprüht, bringt jeden Personaler gegen sich auf – garantiert! Mindestens im Unterbewusstsein. Mundgeruch – das klingt nach einem Unfall, einem Ausrutscher, einem lästigen Detail. In Wahrheit kriegen Sie den Job nicht, wenn Sie mit Mundgeruch ins Vorstellungsgespräch gehen. Warum? Aus diesen 3 Gründen:

    1. Sie wirken ungepflegt. Und Ungepflegtheit assoziiert man mit fehlendem Einsatz, fehlender Detailtreue, Genauigkeit und Sorgfalt. Kurzum: mit vielen Eigenschaften, die man auch am Arbeitsplatz nicht gebrauchen kann.
    2. Sie wirken abschreckend. Wenn Sie schon ins Vorstellungsgespräch mit Mundgeruch gehen, wie sieht dann der Arbeitsalltag mit Ihnen aus? Oder besser gesagt: Wie riecht er? Eine abschreckende Vorstellung für jeden, der mit Ihnen an einem Tisch sitzt.
    3. Sie sind nicht vorbereitet. Zu einer guten Vorbereitung gehören vernünftige Klamotten, geschnittene Fingernägel und… richtig, ein frischer Atem. Das kann man erwarten. Wer sich nicht vorbereitet, will den Job gar nicht so richtig. So jedenfalls kommt es an.

    Darum: Putzen Sie sich noch mal die Zähne, bevor Sie sich auf den Weg machen. Stecken Sie auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch ein Kaugummi in den Mund, aber nehmen es kurz vorher bitte auch wieder heraus. Und ein, zwei Menthol-Bonbons können ebenfalls nicht schaden.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Gefühle zeigen!

    Spielen Sie beim Vorstellungsgespräch nicht Mr. oder Mrs. Cool. Wer zu abgebrüht rüberkommt, bekommt den Job nicht. Das haben Wissenschaftler der Universität Texas herausgefunden. Denn: Wer zu cool wirkt, dem mangelt es augenscheinlich an Empathie. Das ist jedenfalls das Bild, das beim Gesprächspartner erzeugt wird. Und Empathie ist ein Top-Skill auf dem Arbeitsmarkt von heute.

    Aber es gibt noch einen weiteren Grund, seine Gefühle nicht vollends zu unterdrücken. Selbstbeherrschung ist so kraftraubend, dass das eigene Erinnerungsvermögen darunter leidet. Daher können sich Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, hinterher schlechter an Einzelheiten aus einem Gespräche erinnern.

    Die wissenschaftliche Erklärung lautet so: Wenn man cool sein möchte, ist man stark mit sich selbst beschäftigt. Man denkt fortwährend über das eigene Verhalten nach und darüber, wie es auf den Gesprächspartner wirkt und wie man es unter Kontrolle behält. Das führt dazu, dass die weiteren Hirnkapazitäten limitiert sind.

    Was allerdings nicht bedeutet, dass Bewerber ihren Gefühlen im Vorstellungsgespräch freien Lauf lassen sollten. Die eigenen Emotionen nicht unterdrücken, aber dosieren – das könnte die richtige Strategie sein. Wer sich etwa vor dem Jobinterview bewusst macht, letztlich nichts zu verlieren zu haben, geht freier und entspannter in das Gespräch – und kann sein Potenzial ausschöpfen.

    Grundsätzlich gilt: Zeigen Sie Ihre Freude darüber, dass Sie hier sind, dass Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden! Das kommt bei jedem Personaler gut an.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: 6 Tipps

    1. Reihenfolge beachten

      Die meisten Bewerber stellen sich reihum vor. Das ist in der Regel auch völlig in Ordnung so. Wer es aber ganz korrekt machen will, achtet auf die Reihenfolge. Zuerst wird die ranghöchste Person im Raum begrüßt, sogar dann, wenn eine Dame anwesend ist. Dann gilt: Ältere Personen begrüßt man vor jüngeren und Damen vor Herren. Allerdings ist dieser Knigge-Tipp in Zeiten flacher werdender Hierarchien und Gleichberechtigung durchaus diskutabel.

    2. Hand geben

      Der perfekte Handschlag dauert drei bis vier Sekunden. Nicht ewig lange, aber auch nicht sofort wieder wegziehen! Vor allem fest muss der Händedruck sein. Nicht einfach nur die Hand hinhalten, sondern zudrücken – aber auch wiederum nicht zu heftig. Das gilt insbesondere auch für Frauen. Sie profitieren Studien zufolge noch mehr von einem festen Händedruck als Männer. So schwer ist das nicht: Stellen Sie sich gerade hin, für Körperspannung sorgen, in die Augen Ihres Gesprächspartners blicken und die Hand geben. Wohlgemerkt GEBEN, nicht wie einen Milchshake schütteln!

    3. Sich vorstellen

      Während des Händedrucks stellen Sie sich vor – mit Ihrem Vor- und Zunamen. „Schönen guten Tag, mein Name ist Max Mustermann.“ Am besten, Sie bedanken sich dabei noch einmal für die Einladung. „Vielen Dank für die Einladung.“ Wahrscheinlich wird sich Ihr Gesprächspartner auch mit seinem Namen vorstellen. Dann ist es sinnvoll, diesen noch mal zu wiederholen. „Hallo Herr Meyer, freut mich, Sie kennenzulernen.“ Und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Gesprächspartner. Nicht den Blick schweifen lassen, in die Luft oder über die Schultern Ihres Gegenübers gucken. Wenn Sie das Gefühl vermitteln, gedanklich schon wieder weiter zu sein, kommt das schlecht an. Es ist wie bei einem Date. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, nur Augen und Ohren für ihn zu haben.

    4. Namen merken

      Wenn Sie konkret wissen, wer mit Ihnen das Vorstellungsgespräch führen wird, dann merken Sie sich unbedingt den oder die Namen. Und zwar so, dass Sie sie auch richtig aussprechen. Wenn Sie bei der Begrüßung dann alle Anwesenden richtig mit ihren Namen anreden, dann kommt das unheimlich gut an. „Guten Morgen, Frau Schröder. Guten Morgen, Herr Weber.“ Das zeigt, dass Sie sich vorher Mühe gemacht haben und nicht völlig planlos ins Jobinterview gehen.

    5. Platz nehmen

      Das Gröbste ist überstanden. Aber Obacht: Begehen Sie nicht den Fehler, sich jetzt unvermittelt hinzusetzen. Bleiben sie erst noch einen Moment stehen und warten Sie darauf, dass man Ihnen einen Platz zuweist oder Sie verbal bittet, Platz zu nehmen. Alles andere wäre unhöflich – und durchaus als grober Schnitzer zu bewerten.

    6. Plaudern

      Vielleicht haben Sie zu Beginn alles richtig und überhaupt keine Fehler gemacht. Und doch haben Sie das Gefühl, dass die Atmosphäre angespannt und die Distanz zwischen Ihnen groß ist. Wenn dem so ist, dann dürfen Sie es gerne mit Smalltalk versuchen. Eine kleine Anekdote kann die Stimmung lockern – aber bitte keine große Geschichten auspacken. Irgendetwas, das zur Situation passt; wie abenteuerlich Ihr Hinweg war, dass Sie das Wetter heute Morgen positiv überrascht hat oder dass Sie gerade schnell noch einen Donut eingeworfen haben, weil Sie noch gar nichts gefrühstückt hatten. Irgend so etwas in der Richtung. Vielleicht ein kleines amüsantes Geschichtchen (aber um Himmels willen nichts Schlüpfriges)!

    Und wenn Sie der Typ Nervenbündel sind, dann versuchen Sie es vor dem Vorstellungsgespräch mal mit Lockerungsübungen. Gehen Sie auf die sanitären Anlagen, schütteln Arme und Beine aus, um sich aufzulockern. Auch Atemübungen helfen. Tief ein- und tief wieder ausatmen. Dann noch mal die Krawatte richten, Bluse oder Hemd geraderücken. Das gibt Sicherheit und lässt Sie gleich viel souveräner erscheinen.

    Wie Sie die Visitenkarte richtig entgegennehmen

    Vorstellungsgespraech Begrueßung VisitenkarteVielleicht werden Sie und Ihr Interviewer Visitenkarten austauschen (wenn auch nicht gleich bei der Begrüßung). Bei Bewerbungsgesprächen ist das insbesondere auf Führungsebene der Fall.

    Wichtig ist, dass Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers nicht einfach in der Tasche verschwinden lassen. Das wäre extrem unhöflich. Nehmen Sie die Karte entgegen, werfen Sie einen Blick darauf und behalten Sie sie für eine Weile in der Hand. Wenn möglich, legen Sie die Karte gut sichtbar vor sich auf den Tisch. Später verstauen Sie sie dann sorgfältig in Ihren Unterlagen – und schieben Sie nicht einfach gedankenlos in die Gesäßtasche.

    Vorstellungsgespräch Begrüßung: Das können Sie sagen

    Diese Satzbausteine können Sie bei der Begrüßung im Vorstellungsgespräch verwenden und kombinieren (mit den richtigen Namen, versteht sich):

    • Guten Morgen, Frau Meyer. Mein Name ist Hans Klein.
    • Guten Tag, Herr Müller. Mein Name ist Max Mustermann.
    • Hallo, Herr Groß. Ich bin Roland König.
    • Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Herr Müller.
    • Guten Tag, Herr Weber. Sehr, sehr schöne Räumlichkeiten, die Sie hier haben (sofern das der Wahrheit entspricht).
    • Ich freue mich wirklich sehr, hier zu sein.
    • Es ist schön, hier zu sein.
    • Ich freue mich sehr, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.
    • Danke für die Einladung, Herr Müller.
    • Ich freue mich, Sie endlich auch persönlich kennenzulernen, Herr Müller.
    [Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So finden Sie einen Job

    Langzeitarbeitslose Bewerbung

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Auf dem Arbeitsmarkt gelten Langzeitarbeitslose nicht gerade als Juwelen. Ihnen fehlt die Erfahrung und – das zumindest glauben viele Arbeitgeber – auch die Einstellung. In Wahrheit verbessern sich ihre Perspektiven momentan rasant. Der Mangel an Fachkräften und geeignete Fördermaßnahmen sind zwei der Gründe. Einfach aber ist es deswegen nicht, nach einer langen Auszeit wieder beruflich durchzustarten. Bei ihrer Bewerbung sollten Langzeitarbeitslose einen Punkt ganz nach vorne stellen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Gegen diese Vorurteile kämpfen Sie

    Für Langzeitarbeitslosigkeit gibt es viele Gründe. Psychische Probleme oder Krankheiten zum Beispiel. Häufig sind es aber die selbst verschuldeten Gründe, die in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren. Wenn jemand, so drückt es der Volksmund gerne aus, mit seinem A… nicht hoch kommt. Langzeitarbeitslose müssen daher mit diesen (Vor-)Urteilen leben:

    • Sie sind faul und haben keine Lust zu arbeiten.
    • Ihnen fehlen grundlegende Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz, Disziplin und Lernbereitschaft.
    • Sie haben keine oder kaum verwertbare Qualifikationen und sind auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht zu gebrauchen.
    • Sie sind nicht teamfähig und ihnen fehlen soziale Skills.

    Klar ist: Für Langzeitarbeitslose gibt es ein soziales Sicherungsnetz. Hartz IV war – und ist – hoch umstritten, aber trotz allem ein Auffangnetz, das vor dem Schlimmsten bewahrt. Mit Hartz IV verbinden viele aber Drangsalierung, Stigmatisierung, Erniedrigung und Demütigung. Höchste Zeit, also, um aus diesem System auszubrechen.

    Denn die wichtigste Erkenntnis lautet: Aus Langzeitarbeitslosigkeit kann man entkommen. Und psst! Sogar dann, wenn Sie vorher wirklich zu faul waren…

    Dazu ist es wichtig, dass Sie als Langzeitarbeitsloser all die negativen Zuschreibungen, die an Ihnen haften, nicht akzeptieren. Viele Arbeitgeber werden Ihnen mit Vorurteilen begegnen.

    Beschränken Sie sich nicht darauf, sich für Ihre lange Auszeit zu rechtfertigen. So bleiben Sie stets in der Defensive. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten (und wenn es nur Ihr unbändiger Wille ist, endlich wieder arbeiten zu gehen und eigenes Geld zu verdienen) und richten Sie den Blick in die Zukunft. Das ist ganz wichtig. Mit einer durchdachten und authentischen Bewerbung können Sie auch als Langzeitarbeitsloser potenzielle Arbeitgeber von sich überzeugen…

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: So arbeiten Sie mit dem Jobcenter zusammen

    Für Jobcenter-Kunden sind die Auflagen teilweise sehr umfangreich. Wer sich nicht an sie hält, dem drohen Rückzahlungen. Allein im Jahr 2018 haben die Jobcenter in Deutschland fast 2,6 Milliarden Euro von Hartz IV-Empfängern zurückverlangt.

    Für Bewerber ist es wichtig, Engagement zu zeigen und durchgängig mit dem zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter zu kommunizieren.

    Das sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:

    • Sortieren Sie alle Unterlagen, die für das Jobcenter relevant sind, und legen Sie sie gut geordnet ab.
    • Dokumentieren und kopieren Sie alle Anträge, die Sie abgegeben haben.
    • Lassen Sie sich die persönliche Abgabe von Anträgen bestätigen – und zwar schriftlich.
    • Reden Sie mit Ihrem Sachbearbeiter von Anfang an offen und ehrlich über Ihre Situation und Ambitionen.
    • Lesen Sie sich die Flyer und Infomaterialien durch, die im Jobcenter ausliegen.
    • Fragen Sie Ihren Sachbearbeiter schon zu Beginn, welche Nachweise er benötigt.
    • Klären Sie vorab, was Ihr Sachbearbeiter von Ihnen erwartet.
    • Besprechen Sie Ihre Strategie und Ausrichtung mit Ihrem Sachbearbeiter.
    • Bewahren Sie alle Bewerbungen auf.
    • Informieren Sie Ihren Sachbearbeiter über alle Vorstellungsgespräche, die Sie führen.
    • Geben Sie alle Veränderungen, die sich für Sie ergeben, schnell an Ihren Sachbearbeiter weiter.
    • Sprechen Sie ab, wie und über welche Kanäle Sie für das Jobcenter erreichbar sein sollen.
    • Informieren Sie sich über mögliche Förderungen und sprechen Ihren Sachbearbeiter darauf an.
    • Suchen Sie regelmäßig den Kontakt zu Ihrem Sachbearbeiter.
    • Besprechen Sie mit Ihrem Lebenspartner das Vorgehen.

    Denn darauf kommt es letztlich an: Arbeiten Sie mit Ihrem Sachbearbeiter zusammen. Er oder sie hat ein Interesse daran, Sie wieder in Arbeit zu bringen. Gemeinsam kann es funktionieren. Aber, und das gehört auch zur Wahrheit: Verlassen Sie sich bitte NICHT darauf, dass Ihr Sachbearbeiter das schon regeln und Ihnen einen neuen Job aus dem Hut zaubern wird.

    Denn selbst wenn er oder sie hochmotiviert ist – und das sind entgegen mancher Vorurteile in der Tat sehr viele Mitarbeiter – fehlen oft die Kapazitäten. Ein Jobcenter betreut viele Arbeitslose und kann nicht immer individuell auf jeden Einzelnen eingehen. Nicht jeder Job, der Ihnen angeboten wird, passt zu Ihnen. Also ist es besser, Sie ergreifen selbst die Initiative.

    Das fängt schon bei der Informationsbeschaffung an. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Sachbearbeiter Ihnen alle relevanten Informationen im Gespräch mitteilen wird. Das übersteigt seine Möglichkeiten. Vermutlich wird er Sie auf die ausliegenden Broschüren oder auf die Homepage der Bundesagentur für Arbeit verweisen.

    Das wäre also Schritt eins: Informieren Sie sich eigenhändig. Welche Fördermaßnahmen gibt es? Wo kann ich nach Jobs suchen? Welche Bewerbungsstrategien sind erfolgversprechend? Wie kann ich meine Perspektiven verbessern? Welche Optionen habe ich? Und was passiert, wenn ich zwischenzeitlich die Lust verliere und gar nicht mehr mitwirke? Wer seine Rechte und Pflichten kennt, wird später nicht auf dem falschen Fuß erwischt.

    Nehmen Sie sich die Infobroschüren aus der BA mit nach Hause und lesen Sie sie in einer ruhigen Minute durch. Surfen Sie auf die offizielle Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Und natürlich helfen auch wir bei Karrieresprung Ihnen bei der Jobsuche. Sie können auch gerne in allen möglichen Online-Foren stöbern, sollten sich aber auf die Infos nicht verlassen. Sie sind oft sehr subjektiv und von Einzelfällen geprägt, die man nicht immer verallgemeinern kann.

    Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen Job!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Darum finden Langzeitarbeitslos wieder einen JobGrundsätzlich sind 44 Prozent der Betriebe in Deutschland bereit, einen Langzeitarbeitslosen einzustellen. 34 Prozent würden einen Bewerber in Erwägung ziehen, wenn er nicht länger als zwölf Monate ohne Job war. 14 Prozent würden einen arbeitslosen Bewerber gar nicht berücksichtigen. Das sagte eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2018. Damit ist die Bereitschaft, einen Langzeitarbeitslosen anzuheuern, innerhalb von fünf Jahren um elf Prozentpunkte gestiegen.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Diese Strategien versprechen Erfolg

    Als Langzeitarbeitsloser stehen Sie vor drei wesentlichen Problemen:

    1. Vorurteile

      Sie müssen die Arbeitgeber von sich überzeugen – vor allem von Ihrer Motivation, überhaupt arbeiten zu wollen. Die Vorurteile gilt es zu durchbrechen. Sie müssen zeigen, dass Sie „heiß“ sind und endlich wieder auf eigenen Beinen stehen wollen.

    2. Leistungsfähigkeit

      Es geht nicht nur ums Wollen, auch ums Können. Sind Sie belastbar? Schaffen Sie es, acht Stunden am Stück durchzuhalten – jeden Tag? Nur wenn die Antwort Ja lautet, wird das Interesse des Arbeitgebers steigen. Wie Sie ihn überzeugen können: durch ehrenamtliches Engagement, Teilzeit- und 450-Euro-Jobs. Im Zweifel sollten Sie ihm private Projekte präsentieren, die Sie erfolgreich zu Ende gebracht haben, und sei es ein größeres Heimwerkerprojekt.

    3. Qualifikationen

      Vorausgesetzt, Sie verfügen über gute Qualifikationen. Einen Top-Job zu ergattern dürfte aufgrund Ihrer Langzeitarbeitslosigkeit dennoch schwierig werden. Sie müssen den Arbeitgeber überzeugen, dass Sie sich für die angebotene Stelle nicht zu schade sind. Dass Sie mit dem Einsteigerjob zufrieden sind und wieder Anschluss finden wollen – Überqualifizierung hin oder her.

    Alle drei Probleme hängen miteinander zusammen. Man traut Ihnen möglicherweise nicht zu , den Job zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten ausfüllen zu können.

    Sie sollten also erstens Ihre Motivation zum Ausdruck bringen. Zweitens sollten Sie Arbeitserfahrungen der jüngeren Zeit ins Spiel bringen. Welche das sind, ist erstmal zweitrangig. Es kann sich um Fördermaßnahmen, Mini-Jobs, ehrenamtliche oder private Projekte handeln. Hauptsache, Sie zeigen, dass Sie das Arbeiten nicht verlernt haben. Und drittens gilt es herauszuarbeiten, dass Sie den Einstieg unbedingt wieder schaffen wollen – auch wenn Sie für den Job formal überqualifiziert sein sollten.

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Zuverlässigkeit schlägt alle!

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Zuverlässigkeit schlägt alleWenn Sie sich als Langzeitarbeitsloser bewerben, dann betonen Sie vor allem Ihre Zuverlässigkeit! Und beweisen Sie sie auch, indem Sie zum Beispiel pünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen und Zusagen einhalten (z.B. zurückrufen, Unterlagen nachreichen). Zuverlässigkeit war den Arbeitgebern laut einer IAB-Umfrage von 2018 von allen Charaktereigenschaften und Kompetenzen am wichtigsten. An zweiter Stelle folgte Motivation, an dritter die fachliche Qualifikation.

    Das ist Arbeitgebern bei Langzeitarbeitslosen am wichtigsten, in dieser Reihenfolge:

    1. Zuverlässigkeit
    2. Arbeitsmotivation
    3. Fachliche Qualifikation
    4. Engagement
    5. Teamfähigkeit
    6. Belastbarkeit
    7. Flexibilität
    8. Soziale Kompetenz
    9. Disziplin

    Langzeitarbeitslose Bewerbung: Keine Geheimniskrämerei

    Es nützt Ihnen gar nichts, die Langzeitarbeitslosigkeit zu verheimlichen. Sie sollten im Lebenslauf und Anschreiben offen damit umgehen. Das schließt keineswegs aus, die lange Zeit der Erwerbslosigkeit mit anderen Inhalten im Lebenslauf zu füllen. Möglicherweise haben Sie Praktika absolviert, Weiterbildungen oder Fördermaßnahmen besucht, ehrenamtlich in der Suppenküche geholfen. All das macht sich gut im Lebenslauf.

    Ihre wichtigsten Erfolge und Projekte während der Langzeitarbeitslosigkeit können Sie im Anschreiben herausarbeiten. Und die Stationen, die Sie vor der Arbeitslosigkeit hatten, sollten ebenfalls einen prominenten Platz einnehmen. Der Arbeitgeber soll das Gefühl bekommen, dass hier ein Schatz darauf wartet, gehoben zu werden. Dass er mit Ihnen einen Glückstreffer landen kann – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gehen immer mehr Unternehmen unkonventionelle Wege.

    Das gilt auch für Zeitarbeitsunternehmen. Diese können speziell für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose eine echte Option sein. Viele spekulieren auf den Klebeeffekt. Der Grundgedanke dahinter: Wenn Sie im Unternehmen als Zeitarbeiter überzeugen, dann wird Sie die Firma irgendwann fest übernehmen.

    Natürlich gibt es auch die Art von Unternehmen, die es nur auf billige Arbeitskräfte abgesehen hat und gar kein Interesse an einer Übernahme hat. Aber das ist vorher nicht immer einfach zu erkennen. Aber auch wenn es mit der Übernahme nicht klappt: Ihre Arbeitserfahrungen in der Zeitarbeit können Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

    Und noch ein Tipp: Wenn Sie wegen einer Krankheit langzeitarbeitslos gewesen sein sollten, dann legen Sie Ihren Bewerbungen ein ärztliches Attest bei, das Ihre Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit bescheinigt.

    Auch könnten Sie einem interessierten Unternehmen von sich aus einen befristeten Vertrag anbieten. Damit signalisieren Sie: Ich will unbedingt wieder Fuß fassen. Wenn du, lieber Arbeitgeber, mir die Chance gibst, trägst du nur ein überschaubares Risiko – und kannst den Vertrag im Zweifel einfach auslaufen lassen. Im Erfolgsfall aber winkt die Entfristung.

    Dieses neue Förderprogramm hilft Langzeitarbeitslosen

    Langzeitarbeitslose Bewerbung Dieses neue Förderprogramm hilft LangzeitarbeitslosenVerstärkt will auch die Bundesagentur für Arbeit Langzeitarbeitslosen helfen. Die Große Koalition hatte 2018 die Voraussetzungen für das Programm Sozialer Arbeitsmarkt geschaffen und vier Milliarden Euro für fünf Jahre bereitgestellt.

    Dabei handelt es sich um ein Kombilohnmodell. Der Arbeitgeber erhält Lohnkostenzuschüsse, wenn er Langzeitarbeitslose einstellt. Den Teilnehmern soll es als Jobbrücke dienen. Schon sechs Monate nach dem Start spricht die BA von einer „Erfolgsgeschichte“. Seitdem sei es gelungen, 21.300 Langzeitarbeitslose in öffentlich geförderte Jobs zu vermitteln. Insgesamt sollen sogar 150.000 Menschen von dem Programm profitieren.

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Anlagen Bewerbung: Diese gehören hinein

    Anlagen Bewerbung

    Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

    Anlagen Bewerbung: Das ist wichtig

    Zunächst sollten Ihre Anlagen in der Bewerbung eine logische Reihenfolge aufweisen. Dafür gibt es das Anlagenverzeichnis. Hier führen Sie auf, welche Anlagen Sie beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

    Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

    • Chronologisch: Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und sonstigen Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.
    • Synchron: Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie schreiben also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben.

    Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.

    Anlagen Bewerbung: Die gehören hinein

    Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

    • Schulabschlusszeugnisse
    • Ausbildungszeugnisse
    • Praktikumszeugnisse oder -nachweise
    • Arbeitszeugnisse
    • Auslandszeugnisse (mit beglaubigter Übersetzung)
    • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
    • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
    • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
    • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
    • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

    Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgeber gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

    Anlagen Bewerbung: Arbeitszeugnis nicht vergessen!

    Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

    Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

    Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beigelegt ist. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

    Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

    Anlagen in der Bewerbung: Diesen Zweck haben sie

    Tipp: Senden Sie stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

    Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung andererseits nicht mit Anlagen. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Abr welche sind das? Dazu muss man sich zunächst folgende Fragen stellen:

    Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

    Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn die Anlagen wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können Sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

    Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

    Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

    Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang im Beruf sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich.

    Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

    Anlagen Bewerbung: Wie viele sind zu viel?

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalentscheiders: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

    Außerdem: Sie selbst sparen Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

    Diese Anlagen gehören hinein:

    • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, mittlere Reife oder Hauptschulabschluss bei.
    • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
    • Nicht mehr als zwei Referenzen. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.

    Anlagen Bewerbung: Ehrlich bleiben!

    Anlagen Bewerbung EhrlichkeitEhrlich währt am längsten. Ja, die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

    Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, dann fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

    Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich schon.

    E-Mail-Bewerbung: Tipp für die Anlagen

    Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

    1. PDF-Dokument

      Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

    2. Titel

      Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

    3. Dateigröße

      Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

    4. Kontrolle

      Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

    Alles Anlagen oder was?

    Anlagen Bewerbung AnhangSie können im Lebenslauf von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

    • Anlagen
    • Anlagenverzeichnis
    • Inhalt
    • Anhang
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    Jobwechsel begründen: Diese Argumente sitzen

    jobwechsel begruenden

    Wer seinen geplanten Jobwechsel begründen kann, verbessert seine Aussichten. Denn natürlich will der Personaler wissen, warum Sie denn überhaupt bei ihm landen wollen. Ist es das dicke Gehalt? Oder der Status, der mit dem neuen Job verbunden ist? Manche Argumente sind nachvollziehbar, andere dreist. Jobwechsel begründen: So gelingt’s…

    Jobwechsel begründen: Das muss sein!

    Ein banaler Jobwechsel löst heute nur noch Schulterzucken aus. So what? Nur wer den Arbeitgeber wechselt, kann einen Gehaltssprung machen oder eine ganz neue Branche kennenlernen.

    Damit wären wir schon bei zwei der wichtigsten Argumente für einen Jobwechsel. Aber sollten Sie das Geld als Wechselmotivation auch nennen? Lieber nicht. Einen Grund aber sollten Sie schon angeben, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das interessiert ihn wahrscheinlich mehr als alles andere.

    Liefern Sie KEINEN Grund mit, könnte dies den Verdacht wecken, dass Sie kurz vor einer Kündigung stehen. Oder dass Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommen. Oder dass es Ihnen wirklich einfach nur ums Geld geht. Das sind keine Argumente, die einen Personaler überzeugen. Legen Sie sich also einen guten Grund zurecht, um …

    • Ihre Motivation glaubwürdig zu transportieren
    • klar zu machen, was Sie an der Stelle reizt
    • zu verdeutlichen, dass Sie langfristig im neuen Unternehmen bleiben wollen

    Aber rechtfertigen Sie sich um Gottes willen nicht. Das kommt häufiger vor, als Sie glauben – vor allem dann, wenn der Personaler aktiv danach fragt. Begründen und argumentieren Sie, aber rechtfertigen Sie sich nicht! Das wirkt so, als hätten Sie ein schlechtes Gewissen. Warum sollten Sie das haben? Auch die vorweggenommene Entschuldigung ist ein häufiger Fehler, der taktisch unklug ist.

    Jobwechsel begründen: Damit sind Sie erfolgreich

    Ein Jobwechsel führt meist dann zum Erfolg, wenn mit ihm ein klares Ziel verbunden ist. Zum Beispiel das Ziel, in einer anderen Branche Fuß zu fassen oder ein Team aufzubauen. Wer dagegen vor Problemen davonläuft und einfach nur weg will aus seinem alten Job, der dürfte damit nicht so leicht durchkommen.

    Es kann natürlich sehr gut sein, dass Sie wirklich nur aus Frust oder Unzufriedenheit den Job wechseln wollen. Aber als Begründung sollten Sie das nicht heranziehen. Es wertet den potenziellen Arbeitgeber ab, nach dem Motto: „Hauptsache, raus aus dem alten Job!“

    Besser, Sie richten den Blick nach vorne und fokussieren sich auf die positiven Aspekte der neuen Stelle. Eine Formulierungsmöglichkeit wäre diese:

    Ihr Unternehmen ist genau in der Nische aktiv, der mein Interesse gilt. Die von Ihnen ausgeschriebene Position passt genau zu meinen Ambitionen und Fähigkeiten. Ich sehe bei Ihnen hervorragende Chancen, mich zu entwickeln und Ihr Unternehmen mit meinem Knowhow voranzubringen.

    Allerdings ist diese Formulierung noch ziemlich vage. Sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, ein Bewerber könnte ihm ganz konkret in dieser und jener Aufgabenstellung weiterhelfen, dann wird sein Interesse wachsen. Darum sollten Sie Ihre Bewerbung immer individuell auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden. Welche sind denn Ihre Ambitionen und Fähigkeiten? Wie wollen Sie sich konkret weiterentwickeln?

    Wann eine Begründung problematisch ist

    Eine Begründung für einen Jobwechsel ist sinnvoll, wenn…

    • Sie wissen, wie Sie sich weiterentwickeln können.
    • dies in der ausgeschriebenen Stelle in der Form auch möglich ist.
    • das Unternehmen langfristig mit Ihnen zusammenarbeiten möchte.

    Das ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag eher nicht der Fall. Im Gegenteil, hier sind Ihre Aufgaben klar umrissen (z.B. Elternvertretung). Eine Entwicklungsperspektive gibt es oft nicht. Wenn Sie mit hochtrabenden Zukunftsplänen argumentieren, könnte das auf den Arbeitgeber eher abschreckend wirken.

    In dem Fall sollten Sie stärker auf Ihre aktuellen Stärken und Interessen eingehen. Es geht für Sie darum, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten, um zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Das könnte beispielsweise so klingen:

    Meine Kernkompetenzen kann ich in der ausgeschriebenen Stelle voll einbringen und ausspielen. Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche. Die fachlichen Schwerpunkte, für die Sie Verstärkung suchen, passen genau zu meinem Profil.

    Ganz wichtig ist, dass Ihre Begründung auf den jeweiligen Job maßgeschneidert ist. Sie sollte stimmig sein und zutreffend – sonst verspielen Sie Glaubwürdigkeit.

    Eine wichtige Faustregel für Bewerber lautet: Lästern Sie nie über Ihren alten Arbeitgeber! Auch dann nicht, wenn es aus Ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt wäre, weil Sie nur stupide Tätigkeiten erledigt haben. Schuldzuweisungen und böse Worte sind absolut tabu. Das lässt auf charakterliche Mängel schließen. Ihr Arbeitgeber in spe wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht selbst in den Fuß schießt, wenn er ein Lästermaul engagiert.

    Jobwechsel begründen: Was, wenn Zweifel aufkommen?

    Sie haben sich für einen Jobwechsel entschieden. Ihre Gründe sind wasserdicht. Und doch könnten im Laufe des Bewerbungsprozesses Zweifel aufkommen. Gerade dann, wenn es mit dem Wechsel nicht auf Anhieb klappt, könnte Ihre Skepsis größer werden. Möglicherweise erodiert Ihr eigenes Vertrauen – und Sie verlieren selbst den Glauben an Ihre eigene Begründung für den Jobwechsel.

    Diese drei Fragen können helfen, Zweifel zu beseitigen und Vertrauen wiederherzustellen:

    • Warum?

      Was ist meine Motivation? Warum wollte ich überhaupt den Job wechseln? Sind die Gründe noch aktuell? Oft reicht es aus, sich die ursprünglichen Gründe für die Luftveränderung wieder in Erinnerung zu rufen.

    • Wer?

      Was sagen meine Freunde und Familie dazu? Sie sind es, die einen Jobwechsel objektiv bewerten und Ihnen wichtiges Feedback geben können. Sind die Gründe noch plausibel? Oder sind sie nicht richtig nachvollziehbar? Sprechen Sie darüber – das kann Ihnen die Augen öffnen.

    • Wenn nicht?

      Was passiert, wenn ich meine Pläne nicht in die Tat umsetze? Wenn ich den Jobwechsel nicht durchziehe? Es hilft meistens, sich Wenn-dann-Szenarien auszumalen: Wenn dies passiert, dann geschieht als Nächstes das. Die Alternativen zum Jobwechsel könnten nämlich noch weitaus negativer sein: Stagnation, Frust, Mobbing…? Es ist wie in der Politik bei einer Wahl: Sie wählen immer die Option aus, die für Sie das kleinste Übel ist.

    Jobwechsel begründen: Das sind 5 gute Gründe

    Gründe für einen Jobwechsel gibt es endlos viele. Manche sind gut, andere sind weniger gut. Fünf klassische Wechselmotive werden von Personalverantwortlichen weitgehend akzeptiert. Sie sind positiv besetzt. Dabei handelt es sich um diese:

    1. Herausforderung

      „Ich suche eine neue Herausforderung.“ Fünf Euro ins Phrasenschwein! Die Formulierung findet sich in gefühlt jeder Bewerbung und löst daher bei manchen nur noch Schulterzucken aus. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um ein gutes Wechselmotiv. Sie sollten aber konkret sagen, welche Art von Herausforderung Sie suchen. Das kann Personal- oder Budgetverantwortung sein, oder größere Projekte, die Sie verwirklichen wollen oder dass Sie ein Team zusammenstellen oder ein Produkt launchen wollen. Fehlt diese Angabe, wirkt die Begründung nur wie eine Flucht. Sie suchen die neue Herausforderung offensichtlich nur, weil die alte weg ist.

    2. Internationalität

      Nicht mehr nur für Akademiker ein guter Grund: Sie wollen internationaler arbeiten, Auslandserfahrungen sammeln. „Ich möchte im Ausland arbeiten“: Das reicht als Begründung schon aus. Perfekt wäre es, wenn Sie noch gut begründen könnten, warum Sie ausgerechnet auf DIESE Stelle im Ausland wechseln wollen. Vielleicht bringen sie ja landesspezifische Kenntnisse und Interesse mit (z.B. durch einen Migrationshintergrund). Oder Sie sprechen exzellent Portugiesisch und würden daher gerne vorübergehend als Expat in Brasilien arbeiten. Denn bedenken Sie: Stellen im Ausland snd meist begrenzt und sehr begehrt.

    3. Persönlichkeit

      Das ist der Klassiker überhaupt. „Ich möchte mich weiterentwickeln.“ Die Antwort klingt toll, ist aber auch sehr vage. Sie sollten also schon ein wenig ins Detail gehen. Inwiefern – und wohin – wollen Sie sich weiterentwickeln? Manchmal ergibt sich die Antwort aber auch von alleine. Wenn Sie beispielsweise schon drei oder fünf Jahre Ihre aktuelle Position bekleiden, dann ist es nur logisch, dass Sie jetzt den nächsten Schritt machen – und aufsteigen wollen. Sich weiterentwickeln – das muss aber nicht immer vertikal, sondern kann auch horizontal gemeint sein. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht zwangsläufig aufsteigen, sondern könnten auch einen Schritt zur Seite oder gar zurück gehen, um etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Heute macht das in Zeiten flacher werdender Hierarchien und ungerade Lebensläufe viel mehr Sinn als früher.

    4. Familie

      Auch diese Karte sticht: Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann hat in einer anderen Stadt einen Job gefunden. Also gehen Sie mit und müssen sich folgerichtig ebenfalls nach etwas Neuem umsehen. Kein Arbeitgeber, der dafür nicht Verständnis hätte. Die Szenarien sind vielfältig: Sie können auch gerade eine Trennung hinter sich haben oder möchten neu zusammenziehen oder möchten nun der Kinder wegen in Teilzeit arbeiten oder… Um das klarzustellen: Es ist Ihre Privatsache und geht den Arbeitgeber im Prinzip gar nichts an. Aber wenn Sie Überzeugungsarbeit leisten wollen, können Sie das wunderbar in die Waagschale werfen.

    5. Luftveränderung

      Wenn Sie jahrelang in einem mittelständischen Unternehmen aktiv waren, kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie mal Konzernluft schnuppern wollen. Oder umgekehrt: Sie würden gerne in überschaubaren Strukturen etwas bewirken, als im Dickschiff unterzugehen. Oder Sie möchten ins wendige Boot namens Startup umsteigen. Jedes Unternehmen tickt anders. Die Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Dem einen Charakter liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Eine nachvollziehbare Begründung für einen Jobwechsel ist es allemal. Aber Sie sollten vorher genau recherchieren: Kann Ihnen Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber das, was Sie suchen, überhaupt anbieten? Finden Sie dort die Umgebung, in der Sie sich wohl fühlen? Andernfalls schafft Ihre Begründung neue Probleme…

    Es gibt übrigens noch eine sechste sehr triftige Begründung. „Ich möchte die Branche wechseln“. Hier ist die Antwort kniffliger. Daher widmen wir ihr ein eigenes Kapitel. Dazu später mehr…

    Jobwechsel begründen: Hin-zu oder Weg-von?

    Jobwechsel begründen hin zuDas ist der entscheidende Punkt: Formulieren Sie Ihre Motivation für einen Jobwechsel in der Bewerbung stets als Hin-zu-Motivation! Das Gegenstück heißt Weg-von-Motivation und ist nicht so prickelnd.

    Was heißt das? Hin-zu soll bedeuten, dass Sie sich zu der neuen Stelle hingezogen fühlen. Sie erwarten etwas Konkretes von ihr, versprechen sich neue Herausforderungen und berufliche Erfüllung. Sie wollen des tollen neuen Jobs wegen wechseln.

    Die Weg-von-Begründung argumentiert genau andersherum: Sie wollen bloß weg von Ihrem alten Arbeitgeber. Von den Kollegen, aus dem muffigen Büro, vom übellaunigen Chef. Nichts wie weg! Die neue Stelle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, Ihre Flucht glückt. Wohin: egal. Das wirkt nicht so, als hätten Sie eine Strategie oder einen Plan in der Tasche. Und eine Liebeserklärung an den neuen Arbeitgeber sieht auch anders aus…

    Branchenwechsel begründen: So wird’s gemacht

    Einen Branchenwechsel zu begründen ist eine besondere Herausforderung. Immerhin fehlen Ihnen wahrscheinlich Branchenkenntnisse und -erfahrungen. Und der Schritt ist nicht selten sehr groß. Mit einem Branchenwechsel ist oft ein kompletter Berufswechsel verbunden. Sie haben kein Netzwerk, keine Referenzen, kennen sich nicht aus, können nicht mitreden. Eine gewaltige Herausforderung!

    Darum sollten Sie vor allem Ihre Stärken und Kenntnisse in den Vordergrund stellen, die Ihnen auch in der neuen Branche nützlich sein werden. Denn viele Kenntnisse und Fähigkeiten sind übertragbar. Was in der einen Branche hilfreich ist, kann auch in einer anderen von großem Nutzen sein. Suchen Sie die Skills heraus, mit denen Sie punkten. Dabei kann es sich auch um Fähigkeiten handeln, die in der neuen Branche – Ihrer Meinung nach – noch weitgehend fehlen. Wenn Sie überzeugend darlegen, wie und womit Sie die Branche bereichern, dann könnte der Arbeitgeber anbeißen.

    Einfacher fällt es natürlich, wenn es Überschneidungspunkte zwischen zwei Branchen gibt. So ähneln sich zum Beispiel Telekommunikations- und Energiewirtschaft in Teilen sehr stark. Wenn Sie in solch einem Fall Ihr Erfahrungswissen herausstellen, können Sie punkten.

    Eine gute Begründung für einen Jobwechsel könnte lauten:

    In meiner Branche habe ich jahrelange Erfahrung im Bereich XYZ und konnte schon diesen und jenen Erfolg erzielen. Diese Expertise würde ich jetzt gerne in einer ganz anderen Branche einsetzen und meinen beruflichen Schwerpunkt neu ausrichten. Ich sehe darin großes Potenzial und die richtige Gelegenheit für einen Branchenwechsel.

    Denn Leidenschaft und Interesse sind zwar gute Argumente für einen Branchenwechsel. Aber er gelingt am besten, wenn Sie Ihrem neuen Arbeitgeber einen Mehrwert anbieten können. Dem Unternehmen geht es weniger um Ihre Selbstverwirklichung, mehr um seinen unternehmerischen Nutzen. Den hat er, wenn Sie Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrem alten Job in den neuen übertragen können. Bei Berufseinsteigern können schon Praktika oder Nebenjobs diesbezüglich Punkte bringen.

    Es gibt noch ein Problem: Ihre bisherige Richtung und Branche wird in Ihrem Lebenslauf – ganz logisch – hervorgehoben sein. Also müssen Sie Ihre Wechselmotivation in den anderen Bestandteilen der Bewerbung betonen. Dazu haben Sie diese Optionen:

    Natürlich sollten Sie dabei selbst von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein – und davon, diese in der neuen Branche zur Geltung bringen zu können. Das sind beste Voraussetzungen für einen Branchenwechsel – und dann kann er gelingen.

    Jobwechsel begründen: So nicht!

    Es gibt gute Gründe für einen Jobwechsel. Aber auch gute Gründe dagegen – das sind die wichtigsten 3:

    1. Geld

      „Ich will mehr Geld verdienen.“ Das hört kein Personaler gerne. Natürlich ist jedem bewusst, dass das Gehalt ein überragendes Wechselmotiv ist. Aber sagen Sie es bitte nicht so offensichtlich! Das verrät, dass Sie am Job nicht wirklich interessiert sind, sondern in erster Linie am Geld. Berufung oder gar Liebe zum Job? Eher nicht. Außerdem kann Ihr Arbeitgeber nicht auf einen loyalen Mitarbeiter hoffen. Die Gefahr, dass Sie bei einem besseren Angebot sofort wieder weg sind, wäre groß.

    2. Zeit

      Wenn Sie von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, ist das Zeitmotiv offensichtlich. Dann dürfen Sie das auch sagen. „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben.“ Falls Sie aber auch beim neuen Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten, sollte das nicht Ihr Hauptargument sein. Menschlich zwar nachvollziehbar, suggeriert es: „Ich will so wenig arbeiten wie möglich.“ „Ich drücke mich vor Mehraufwand, wo es nur geht.“ Das lässt nicht auf Ehrgeiz und Einsatz schließen. Vielleicht ist das ein Trugschluss, aber so kommt es nun mal beim Personaler an.

    3. Eigen-PR

      Die dicke Marke im Lebenslauf – damit können Sie abends auf der Cocktail-Party prahlen! Es sei Ihnen auch gegönnt, aber als Argument für einen Jobwechsel sollten Sie die Arbeitgeberattraktivität hintenanstellen. Es zeigt: Sie sind auf der Suche nach Status und Anerkennung. Das ist zwar ebenfalls sehr menschlich, aber kein guter Grund. Der Arbeitgeber braucht eine gefestigte Persönlichkeit mit einem intakten Selbstwertgefühl. Sie arbeiten, um das Unternehmen voranzubringen und nicht, um Ihren Minderwertigkeitskomplex auszugleichen. Um die Inhalte geht es, nicht um Äußerlichkeiten. Dass Sie einen attraktiven Arbeitgeber haben, sollte immer nur netter Nebeneffekt sein, aber nie die Hauptsache.

    [Bildnachweis: fizkes AboutLife by Shutterstock.com]

    Bewerbung Ausbildung: Das müssen Azubis beachten

    Bewerbung Ausbildung

    521.900 Menschen haben 2018 eine Ausbildung begonnen – das waren 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt jeder zehnte Ausbildungsplatz in Deutschland unbesetzt. Vor allem, weil die passenden Bewerber fehlen. Manche Jobs will keiner mehr machen, in anderen Ausbildungsberufen ist die Konkurrenz noch immer groß. Dann müssen Bewerber ihre Wettbewerber ausstechen, mit einer blitzsauberen Bewerbung punkten. Bewerbung Ausbildung: Das müssen angehende Azubis beachten…

    Bewerbung Ausbildung: So gehen Sie an die Sache heran

    Wer sich für einen Ausbildungsplatz bewirbt, muss einige Punkte beachten. Die Bewerbungstipps, die für andere Arbeitnehmer gelten, sind für Azubis nicht ausnahmslos anwendbar. Eine Azubi-Ausbildung sollte eigene Schwerpunkte setzen.

    Zunächst handelt es sich bei angehenden Azubis in der Regel um blutige Anfänger. Sie haben kaum oder noch gar keine Berufserfahrung vorzuweisen, verfügen über keine Referenzen.

    Die erwartet auch niemand. Ein Azubi sollte seine Bewerbung daher aber nicht auf dem Schwerpunkt Erfahrung aufbauen. Wichtiger sind persönliche Interessen, Vorlieben, Stärken – und insbesondere die Motivation. Drei Fragen sollten sich Auszubildende stellen:

    1. Warum wollen Sie diesen Beruf erlernen?
    2. Warum sind Sie dafür genau der oder die Richtige?
    3. Warum möchten Sie Ihre Ausbildung in diesem Betrieb absolvieren?

    Azubi-Ausbildung: Das ist wichtig

    Tipp: Betonen Sie in der Bewerbung Ihre Lernbereitschaft! In Zeiten, in denen lebenslanges Lernen eingefordert wird, müssen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig updaten. Die zunehmende Digitalisierung erfordert das. Sie durchzieht mittlerweile fast alle Branchen und Berufe.

    Darum gibt es auch immer mehr Ausbildungsberufe, in denen die Azubis Zusatzqualifikationen erwerben (müssen). Ihre Zahl ist von 2005 bis 2017 langsam, aber stetig auf 8 gestiegen. 2018 kamen dann auf einen Schlag 12 weitere Ausbildungsberufe mit Zusatzqualifikationen hinzu. Damit gibt es jetzt insgesamt 20, nämlich diese:

    Noch ein Tipp: Seit 2018 gibt es einen ganz neuen Ausbildungsberuf – den Kaufmann/-frau für E-Commerce. Es ist der erste Ausbildungsberuf, der seit 2013 neu ins Leben gerufen wurde. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren nur sechs neue Ausbildungsberufe etabliert – inklusive des E-Commerce-Kaufmanns.

    Aber: Die alten Ausbildungsberufe verändern sich auch. 2018 wurden 24 von ihnen modernisiert. Das heißt konkret, dass die Azubis von heute Dinge lernen, die die Azubis von gestern nicht gelernt haben.

    Bewerbung Ausbildung: Die Checkliste

    Bewerbung Ausbildung Checkliste Wenn Sie Ihre Azubi-Bewerbung an den Regeln der DIN 5008 ausrichten, sind Sie formal schon mal auf der Gewinnerstraße. Die DIN 5008 gibt ganz allgemein Regeln für den Aufbau von Schreiben im Geschäftsleben vor. Darum sollte auch Ihre Azubi-Bewerbung folgende Elemente beinhalten – und keine Rechtschreibfehler enthalten:

    • Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse
    • Datum (rechtsbündig)
    • Anschrift des Empfängers
    • Betreffzeile
    • Persönliche Anrede
    • Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Bewerbung Ausbildung: 6 Tipps

    6 wichtige Tipps für die Bewerbung Ausbildung:

    1. Pünktlichkeit

      Das Ausbildungsjahr fängt stets nach den Sommerferien an, spätestens im September oder Oktober. Manche Bewerber bewerben sich erst im Mai oder Juni – das könnte schon zu spät sein. Viele Unternehmen wählen ihre Azubis schon vorher aus. Vor allem bei großen Konzernen sollte man sich so früh wie möglich bewerben. Bei kleineren Betrieben ist eine späte Bewerbung oft noch von Erfolg gekrönt. Aber warum darauf ankommen lassen? Fangen Sie so früh wie möglich mit der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz an – am besten schon zwei Jahre vor dem geplanten Ausbildungsbeginn. Je früher, desto größer die Auswahl – und umso größer die Chancen auf die Wunschstelle.

    2. Voraussetzungen

      Weil der Talentepool schrumpft, vertrauen immer mehr Unternehmen auf Real- und Hauptschüler. Auch Bewerber ohne Schulabschluss haben heute durchaus Chancen auf eine Ausbildungsstelle. Trotzdem gibt es weiterhin Branchen und Berufe, in denen das Abitur als Voraussetzung angesehen wird. Klären Sie dies vorab. Wenn Sie sich mit Hauptschulabschluss für eine Ausbildungsstelle als Bankkaufmann bewerben, sind Ihre Erfolgsaussichten minimal – so verschwenden Sie nur Zeit. Fragen Sie auch firmenspezifische Voraussetzungen ab, zum Beispiel den erforderlichen Notenschnitt, Praktika oder ausbildungsrelevante Fächer. Aber: Wenn Sie „nur“ die meisten Bedingungen erfüllen, aber nicht alle – oder nur hauchdünn an den Voraussetzungen vorbeischrammen – dann bewerben Sie sich trotzdem!

    3. Bewerbungsunterlagen

      Bereiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen sorgfältig vor. Ohne überzeugende Unterlagen wird es schwer, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Ihre Unterlagen sollten frei von Fehlern sein und alle notwendigen Dokumente enthalten. Hinein gehören: Anschreiben, Lebenslauf und Schulzeugnis. Optional sind Bewerbungsfoto und andere Nachweise wie Praktikumszeugnisse oder ein Führungszeugnis, falls verlangt. Wenn Sie Ihre Bewerbung per Post verschicken (in manchen Betrieben ist das noch üblich), dann achten Sie auf Sauberkeit und Genauigkeit (keine Eselsohren und Flecken!). Nehmen Sie ein durchsichtiges Deckblatt, einen sauberen Umschlag und qualitativ hochwertige Kopien. Zeugnisse bitte nie im Original beilegen. Und verzichten Sie nicht aufs Bewerbungsfoto. Ein professionelles Foto wirkt Wunder! Tipp: Legen Sie Freunden und Verwandten Ihre Bewerbung vor, bevor Sie sie versenden. Diese können Sie noch rechtzeitig auf Fehler oder Ungereimtheiten aufmerksam machen.

    4. Nachweise

      Ihr Schulzeugnis ist ein wichtiges Element in der Azubi-Bewerbung. Eine Kopie davon gehört definitiv hinein. Falls Ihre Noten im Laufe der Zeit immer schlechter geworden sind, dann wenden Sie diesen Kniff an: Legen Sie auch die letzten beiden Zeugnisse bei. So gewinnt der Arbeitgeber einen besseren Eindruck von Ihnen. Was Praktika und ehrenamtliche Aktivitäten angeht: Beschränken Sie sich auf die wichtigsten. Da Berufsanfänger aber meist noch nicht allzu viele Stationen und Erfahrungen haben, ist es oft gerechtfertigt, ALLE bisherigen Stationen zu nennen. Und: Je schlechter Ihre schulischen Leistungen, desto eher sollten Sie versuchen, mit außerschulischen Erfolgen zu punkten. Das können auch Erfolge im Sportverein sein oder ein gelungenes Projekt im Rahmen eines Praktikums.

    5. Länge

      So manch einem Azubi graust es davor, lange Anschreiben verfassen zu müssen. Keine Sorge: Das müssen Sie gar nicht! Länger als eine DIN A4-Seite sollte das Anschreiben auf keinen Fall sein. Auch der Lebenslauf sollte eine Seite nicht überschreiten. Fassen Sie sich kurz! Das ist allerdings eine Kunst für sich und schwerer als gedacht. Nur die wichtigsten Aspekte und Ihre Motivation haben Platz im Anschreiben. Auf der anderen Seite sollte es auch nicht zu kurz sein – nicht kürzer als eine dreiviertel DN A4-Seite. Wenn Sie nur ein paar Zeilen schreiben, dürfte Ihnen dies wohl wirklich als mangelnder Einsatz ausgelegt werden. Die optimale Schriftgröße beträgt übrigens elf bis zwölf Punkte – je nach Schriftart.

    6. Telefonat

      Ein guter Tipp: Rufen Sie, nachdem Sie sich per Post oder E-Mail beworben haben, im Unternehmen an und lassen sich den Eingang Ihrer Bewerbung bestätigen. Allerdings nicht drei Tage später, sondern frühestens zwei Wochen nach Versand. Erstens können Sie so mögliche Probleme ausräumen. Vielleicht ist die Bewerbung ja tatsächlich gar nicht eingegangen oder im Spam-Ordner gelandet. Dann können Sie sie noch einmal versenden. Zweitens machen Sie auf diese Weise auf sich aufmerksam. Ein persönlicher Kontakt bleibt haften – auch bei einem Personaler. Drittens können Sie nun einschätzen, wann eine Antwort des Unternehmens voraussichtlich bei Ihnen eintrudeln wird. Das hilft bei der weiteren Planung.

    Das sind die 10 besten Arbeitgeber für Azubis in Deutschland

    Die besten Arbeitgeber für Azubis
    Folgt man den Bewertungen auf der Plattform Kununu, dann sind dies die 10 besten Arbeitgeber für Auszubildende in Deutschland:

    1. Rohde und Schwarz, Elektro/Elektronik, Jobs in München
    2. GE Germany, Industrie, Jobs in Frankfurt
    3. Volkswagen Financial Services AG, Finanzen, Jobs in Braunschweig
    4. Tennet Deutschland, Energiewirtschaft, Jobs in Bayreuth
    5. Itzehoer Versicherung, Versicherungswirtschaft, Itzehoe
    6. Provinziell Rheinland Versicherung AG, Versicherungswirtschaft, Jobs in Düsseldorf
    7. Bertrandt, Automotive, Ehningen
    8. CompuGroup Medical SE, EDV/IT, Jobs in Koblenz
    9. Fiducia und GAD IT AG, EDV/IT, Jobs in Karlsruhe
    10. Vivawest, Immobilien/Facility Management, Jobs in Essen
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    Diskret bewerben: So gelingt es Ihnen

    Diskret bewerben

    Diskret bewerben: Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie noch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis sind. Dann wollen sie nicht, dass Ihr aktueller Boss von Ihrem Vorhaben erfährt. Weil es negative Konsequenzen haben könnte, von Nichtachtung bis hin zu Mobbing. Wenn Sie die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bekommt niemand etwas von Ihrer vertraulichen Bewerbung mit…

    Diskret bewerben: Bitte vertraulich behandeln

    Es ist Ihr gutes Recht als Arbeitgeber, sich anderweitig umzusehen. Gefeuert werden können Sie jedenfalls nicht, nur weil Sie sich auf dem Arbeitsmarkt nach Alternativen erkundigt haben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass Sie nur Ihren Marktwert austesten wollten.

    Trotzdem: Die meisten Arbeitgeber sind not amused, wenn sie spitzkriegen, dass einer ihrer Schützlinge mit der Konkurrenz flirtet. Es dürfte ihm oder ihr als Illoyalität – vielleicht gar als Verrat – ausgelegt werden. Abgesehen davon, dass der Verlust einer wertvollen Kraft droht. Im schlimmsten Fall ist Ihr Chef sauer auf Sie, straft Sie mit Nichtachtung, degradiert oder mobbt Sie gar. Die andere Möglichkeit: Er umgarnt Sie, bietet Ihnen seinerseits eine Gehaltserhöhung oder andere Leckerli wie eine Beförderung an.

    Aber wissen können das Bewerber in der Regel nicht. Die beste Strategie ist es daher, sich so diskret wie möglich bei der Konkurrenz umzusehen und zu bewerben. Das ermöglicht auch einen sanften Verbleib im Job, sollte es mit dem Stellenwechsel doch nicht klappen. Aber wie bewirbt man sich direkt? Karrieresprung sagt es Ihnen…

    Diskrete Bewerbung mit Sperrvermerk

    Kein Arbeitgeber wird erst eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben, bevor er Ihre Bewerbung lesen darf. Zumal Diskretion ohnehin zum Grundvokabular der HR-Branche gehört. Wer hier zu offenherzig aus dem Nähkästchen plaudert, beschädigt seine Reputation.

    Aber: Sie haben durchaus die Möglichkeit, Ihre Bewerbung mit einem sogenannten Sperrvermerk zu versehen. Diesen Begriff gibt es in unterschiedlichen Zusammenhängen:

    • Öffentliche Haushalte: Erst nach Aufhebung des Sperrvermerks dürfen die Gelder für einzelne Positionen ausgegeben werden.
    • Pressemitteilungen: Auch sie enthalten häufig eine Sperrfrist. Wenn diese abgelaufen ist, ist eine Veröffentlichung zulässig – vorher nicht.
    • E-Mail: Mit einem Sperrvermerk kann die Weitergabe oder Vervielfältigung untersagt werden.

    Auch in der Bewerbung ist der Sperrvermerk ein legitimes Instrument. Er steht am Anfang eines Dokuments, damit der Empfänger ihn nicht übersieht. Dafür eignet sich:

    Sie integrieren den Sperrvermerk also entweder in den Betreff. Das sieht dann relativ förmlich aus, steht aber praktischerweise ganz am Anfang. Oder Sie bitten im Schlusssatz höflich um Vertraulichkeit. Das können Sie auch in Fettschrift machen. Beispielformulierungen folgen…

    Bitte um Vertraulichkeit: Formulierungsbeispiele

    Im Betreff Ihres Anschreibens bieten sich diese Formulierungen an:

    Im Schlusssatz Ihres Anschreibens können Sie etwas ausführlicher auf die Thematik eingehen. Zum Beispiel so:

    • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Daher bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Wenn Sie mich zurückrufen möchten, dann melden Sie sich bitte abends ab 19 Uhr unter der oben angegebenen Nummer.
    • Bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich.
    • Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass ich den Namen meines aktuellen Arbeitgebers aufgrund meines ungekündigten Arbeitsverhältnisses noch nicht nennen möchte.

    Kleiner Tipp: Bitten Sie nicht um Diskretion oder um einen Sperrvermerk, sondern um Vertraulichkeit bzw. darum, die Bewerbung vertraulich zu behandeln. Das ist das Gleiche in grün – klingt aber zeitgemäßer.

    Und wenn Sie besonders vorsichtig sein wollen, weil Sie etwa um die Geschwätzigkeit in Ihrer Branche wissen, dann können Sie den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers auch ganz aus der Bewerbung entfernen. Statt der Mustermann AG steht dort nur noch „Börsennotiertes Unternehmen“ – oder noch vager: „Größeres Unternehmen“. Arbeits- und Zwischenzeugnisse lassen Sie dann folgerichtig ebenfalls weg.

    Hier einige Formulierungshilfen:

    • Momentan arbeite ich in einem größeren Unternehmen der Immobilienbranche.
    • Ich bin derzeit in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen tätig.
    • Aktuell bin ich bei einem Weltmarktführer im Hochtechnologie-Bereich beschäftigt.

    Diskret bewerben: 4 Tipps für die Jobsuche

    Verschwiegenheit ist eine Tugend. Gerade im Bewerbungsprozess sollten Sie nicht zu früh zu viel preisgeben. Behalten Sie Ihr Vorhaben für sich und vertrauen Sie es nur ausgewählten Personen an – aus dem eigenen Unternehmen am besten niemandem.

    Eine gesunde Portion Misstrauen kann in diesem Szenario Gold wert sein. Nicht selten hat sich eine gute Kollegin als Intrigantin entpuppt, ein Kumpel als Plappermaul. Und wer weiß, vielleicht empfindet ein Kollege Ihre Abwanderungsgedanken ja als Verrat – und tratscht es mit astreinem Gewissen weiter.

    Halten Sie sich an diese 4 Ratschläge, wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben:

    1. E-Mail-Adresse

      Der Anfängerfehler schlechthin: Schicken Sie Ihre Bewerbung um Himmels willen nicht von Ihrer beruflichen E-Mail-Adresse aus ab. Das wäre entweder dreist oder dumm. Beides Charakterzüge, die auch Ihr neuer Arbeitgeber nicht schätzen dürfte. Nehmen Sie Ihre private Adresse. Aber eine, die seriös klingt und optimalerweise Ihren Namen beinhaltet: max.mustermann@gmail.com.

    2. Gewohnheiten

      Bleiben Sie Ihren Routinen und Gewohnheiten treu. Wenn Sie bislang immer im Casual-Look zur Arbeit gekommen sind, dann werfen Sie sich jetzt nicht auf einmal den feinen Zwirn über. Wenn Sie der Typ überpünktlich sind, dann kommen Sie jetzt nicht plötzlich ständig zehn Minuten zu spät. Wenn Sie die Mittagspause immer mit den Kollegen verbracht haben, dann suchen Sie jetzt nicht regelmäßig das Weite. Solche Verhaltenswiesen können Verdacht wecken. Und das wollen Sie nicht. Sie wollen unentdeckt bleiben – allein schon Ihrer Nerven wegen. Trennen Sie Job und Jobsuche – so sollte es ja auch sein. Verlegen Sie Letzteres in Ihren Feierabend und aufs Wochenende. Dafür haben Headhunter Verständnis. Wenn es gar nicht anders geht, dann telefonieren Sie in der Mittagspause im Freien oder in Ihrem Auto.

    3. Sorgfalt

      Das sind auch Anfängerfehler: Lebensläufe oder Anschreiben, die Sie für die Jobsuche vorbereitet haben, auf dem Schreibtisch liegen lassen. Aber im Eifer des Gefechts kann so etwas schon mal passieren. Denn nicht immer kann der Personaler oder Headhunter auf den Feierabend warten. Beseitigen Sie rechtzeitig Ihre Spuren. Keine Kontaktdaten auf Post-its kritzeln und dann im Büro liegenlassen. Keine PDFs auf Ihrem Rechner speichern. Notieren Sie sich Wichtiges direkt in Ihrem Smartphone. Bewerbungsunterlagen schicken Sie entweder von Ihrem Rechner zuhause – oder unterwegs vom Smartphone.

    4. Kündigung

      Mündliche Zusagen sind gut, Verträge sind besser. Auf das Wort eines Personalers können Sie sich im Regelfall verlassen, ja. Ihren alten Job kündigen sollten Sie aber wirklich erst dann, wenn alles unter Dach und Fach ist. Sprich: Wenn der neue Vertrag vorliegt und unterschrieben ist. Im Worst Case sind Sie beides los: den alten und den neuen Job. Und Sie erhalten nicht mal Arbeitslosengeld, wenn Sie von sich aus gekündigt haben. Lassen Sie sich außerdem nicht vom neuen Arbeitgeber drängen – sondern den Arbeitsvertrag von einem Arbeitsrechtler prüfen. Wenn alles korrekt ist, unterschreiben Sie. Danach kündigen Sie Ihren alten Job. Das ist die professionelle Vorgehensweise. Und Professionalität erwartet ja schließlich auch der neue Arbeitgeber von Ihnen…

    Bewerbung: Sie haben ein Recht auf Diskretion!

    Diskret bewerben vertraulichJuristen wissen: Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten personenbezogene Daten. Diese sind besonders schutzwürdig. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Unternehmen, dem Sie Ihre Bewerbung zugeschickt haben.

    Das Unternehmen hat die Pflicht, Ihre Daten vertraulich zu behandeln. Es muss sie vor unbefugtem Zugriff schützen, darf sie etwa nicht öffentlich zugänglich herumliegen lassen. Einsehen dürfen die Unterlagen nur Mitarbeiter des Unternehmens, die mit dem Einstellungsvorgang betraut sind.

    Kommt es zu keiner Einstellung, darf das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen NICHT behalten. Es muss sie entweder zurücksenden oder vernichten. Will es die Unterlagen behalten, müssen Sie als Bewerber ausdrücklich zustimmen.

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    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um!

    Brueche Lebenslauf

    Brüche im Lebenslauf sind ein Makel. Das nehmen viele Bewerber jedenfalls an. In Wahrheit können Lücken und Brüche aber auch für das berühmte Salz in der Suppe sorgen. Wenn mit ihnen ein Reifeprozess verbunden war oder ein Kompetenzgewinn, dann wittert der Personaler einen guten Fang. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind Brüche im Lebenslauf einfach nur unschön und wollen kaschiert werden. Wie sorgen Bewerber dafür, dass Brüche im Lebenslauf beim Empfänger kein schlechtes Echo verursachen? Am besten, Sie befolgen die vier goldenen Tipps…

    Brüche im Lebenslauf: Nicht so schlimm!

    Brüche im Lebenslauf sind etwas Schlechtes. Davon sind noch immer die meisten Menschen überzeugt. Schließlich stehen Brüche ja für negative Episoden des Arbeitslebens, nicht wahr? Brüche im Lebenslauf ergeben sich zum Beispiel aus:

    Brüche symbolisieren somit negative Charaktereigenschaften. Sie stehen für mangelnden Willen und Ehrgeiz, Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit, ungenügende Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sehen nicht wenige Arbeitgeber so.

    Das ist nicht zwingend falsch. Aber es ist eindeutig zu kurz gedacht. Öffentlich betonen immer alle, dass sie sich Menschen mit „Ecken und Kanten“ wünschen. Eigentlich aber wollen sie genau die nicht. Sie wollen einen Bewerber, der die Norm erfüllt, der ins Raster passt. Und das ist das Problem: Bewerber ohne Brüche erfüllen lediglich eine Norm – mehr nicht.

    Sie bewegen sich innerhalb des Erwartungshorizonts des Personalers, aber sie erweitern ihn nicht. Dabei können genau jene Bewerber, die die Norm brechen, für ein Unternehmen Gold wert sein. Sie können frische Impulse liefern, kreativen Input – also genau das, was Unternehmen heute brauchen, aber oft nicht finden.

    Resultat sind Belegschaften ohne Unterscheidbarkeit. Ihre Mitglieder ähneln sich, handeln identisch, sind oft blockiert von Denkmustern a la „Das klappt doch eh nicht. Das haben wir noch nie so gemacht. Das geht nicht.“ Für Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – und das sind im 21. Jahrhundert viele – eine fatale Entwicklung. Bahnbrechende Ideen entfalten sich in solch einer Umgebung nur schwer.

    Das alles heißt nicht, dass Brüche im Lebenslauf völlig kritiklos abgehakt werden sollten. Aber sie sollten Anlass sein, sich näher mit dem Bewerber zu beschäftigen – und nach unentdeckten Potenzialen zu suchen. Brüche können eine Chance sein – auch für den Arbeitgeber.

    Brüche im Lebenslauf: Darum sind sie wichtig

    Die gute Nachricht: Brüche im Lebenslauf werden normaler. In Zeiten von Fachkräfteengpässen, vermehrter Quereinstiege und lebenslangen Lernens stellt ein Bruch nicht mehr das Karriere-Aus da. Gut so! Neue Berufsbilder entstehen, Abteilungen verschmelzen, Unternehmen richten sich neu aus. All das erfordert Flexibilität. Hochqualifizierten fällt es leicht, von der einen Rolle in die andere zu schlüpfen. Manchmal lässt sich ihre Funktion nicht einmal mehr genau definieren. Brüche? Herzlich willkommen!

    Aber man muss unterscheiden: Da gibt es die Jobhopper auf der einen und den echten Karriere-Bruch auf der anderen Seite. Letzterer ist nicht immer freiwillig. Der Jobhopper dagegen gilt als opportunistisch, rechnet sich durch zahlreiche Arbeitgeber- oder Berufswechsel bessere Chancen aus. Er baut seine Brüche vorsätzlich in den Lebenslauf ein. Das ist sein gutes Recht.

    Aber auch eine längere Auszeit ist heute nicht mehr zwangsläufig ein Karrierehindernis. Wer seine Ausbildung abgebrochen hat, um die eigenen Eltern zu pflegen, demonstriert Pflichtbewusstsein. Wer ein halbes Jahr im Ausland herumgereist ist – ohne pädagogische Hintergedanken – legt Neugier an den Tag. Alles positive Eigenschaften.

    So kann ein Bruch sogar zu einem Vorteil werden. Bewerber müssen „nur“ die positiven Aspekte, die mit ihm verbunden sind, herausstellen. Brüche im Lebenslauf als wichtiger Teil der Persönlichlichkeitsentwicklung. Das kann internationale Erfahrung sein oder vertieftes Interesse an einem Thema. Darauf legen speziell international aufgestellte Unternehmen wert. Oft sind derartige Erfahrungen und Kompetenzen sogar wertvoller als formelle Qualifikationen.

    Brüche im Lebenslauf: 4 Ratschläge

    Karrieren werden bekanntlich gemacht und nicht von langer Hand geplant. Es sind also nicht nur Talent, Leistung, Entschlossenheit und handwerkliches Geschick vonnöten. Auch eine große Portion Glück gehört zweifelsfrei zu einer erfolgreichen Laufbahn. Und Glück ist genauso planbar wie ein Sechser im Lotto – also gar nicht.

    Karrierepläne sind dagegen starre Konstrukte, denen oftmals der Bezug zur Realität fehlt. Sie entstehen in einer Zeit, in der der Planer noch gar kein Insiderwissen über seinen Job hatte. Er kennt die Regeln, Codes und Gepflogenheiten in seiner Branche noch gar nicht. Das macht einen Karriereplan in vielen Fällen obsolet.

    Zudem machen geplante Karrieren nicht selten blind. Wer seinen Plan stur verfolgt, sieht die Chancen nicht mehr, die sich links und rechts ergeben. Geistige Flexibilität geht verloren – oder kann sich erst gar nicht entwickeln.

    Das soll nicht bedeuten, dass man seine nächsten Karriereschritte nicht planen kann und sollte. Natürlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man in drei oder fünf Jahren stehen möchte. Und wie man es anstellt, dorthin zu kommen und was man dafür im Einzelnen tun muss.

    Aber wir alle kennen das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das ist in der Arbeitswelt so wie im Privatleben.

    Karrierewege verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Es geht bergauf und bergab, manchmal durch Irr- und Umwege. Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, sich guter Optionen zu berauben. Und wer glaubt, dieses Defizit durch einen sehr ausgefeilten Plan zu beheben, könnte sich im selbst gebauten Irrgarten verlaufen. Dann ist man unentwegt in Bewegung, biegt überall ab – aber kommt nirgends an.

    Daher lauten die besten Ratschläge wie folgt:

    • Bleiben Sie flexibel und offen für Neues.
    • Setzen Sie sich gerne einige wichtige Ziele, die Sie unbedingt erreichen möchten. Das können bestimmte Postionen oder Orte sein, an denen Sie arbeiten oder Unternehmen und Branchen, in denen Sie tätig werden möchten.
    • Denken Sie auch darüber nach, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um diese Ziele zu erreichen. Welche Fähigkeiten Sie noch erwerben oder verbessern müssen, um dorthin zu kommen.
    • Seien Sie bereit, Ihre Pläne jederzeit zu überdenken und zu korrigieren. Veränderungen kommen früher, als einem lieb ist. Wenn Sie anpassungsfähig bleiben, wirft Sie so leicht nichts aus der Bahn. Bereiten Sie sich also gewissermaßen stets auf das Unvorhergesehene vor – expect the unexpected. Ohne Improvisation kommen wir auch sonst nicht durchs Leben.

    Letztlich legen Sie selbst fest, welches Gewicht Sie Ihren Brüchen im Lebenslauf beimessen wollen. Interpretieren Sie nicht zu viel hinein, machen Sie sie auch nicht wichtiger, als sie sind. So erhalten Sie sich Anpassungsfähigkeit. Wenn Sie sich auf das große Ganze konzentrieren, werden Sie schnell feststellen, dass jeder Bruch auch nicht mehr als eine Station im Leben ist.

    Brüche im Lebenslauf: Diese Promis hatten auch welche

    Die Kultur des Scheiterns ist schwer in Mode. Durchaus zurecht, denn aus Niederlagen lernt man bekanntlich. Das gilt auch für die vielen Helden und Erfolgsmenschen der Geschichte. Kaum ein Lebenslauf, der ohne Niederlagen – und Brüche – auskommt. Hier sind ein paar Beispiele:

    • Sieben Wahlkämpfe verlor Abraham Lincoln, bevor er endlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
    • Kein Verleger fand sich anfangs für Astrid Lindgrens wundersame Geschichte von einer gewissen Pippi Langstrumpf.
    • Geldgeber waren zu Beginn für Orson Welles und Citizen Kane weit und breit nicht in Sicht.
    • Erst im dritten Anlauf gelang Henry Ford die Gründung der Ford Motor Company.
    • 9.000 Glühfäden probierte Thomas Alva Edison aus, bevor er einen fand, den er dauerhaft zum Leuchten bringen konnte.
    • Nachdem er sein Studium abgebrochen und Apple gegründet hatte, wurde Steve Jobs mit 30 von seiner eigenen Firma entlassen.

    Warum sich Brüche lohnen können

    Warum sich Brüche lohnen können
    Beruf oder Arbeitgeber wechseln, mal etwas ganz Neues ausprobieren – das kann sich auszahlen. So haben auch rund zehn Prozent der Fondsmanager vorher in ganz anderen Berufen gearbeitet. Sie waren Ingenieure, Ärzte oder Getränkefabrikanten. Das hilft ihnen auch im neuen Job.

    Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, der Universität zu Köln und der Mason School of Business in den USA haben 2018 herausgefunden, dass Quereinsteiger in ihren Erfahrungsindustrien besonders gut abschneiden.

    Ihre Vorerfahrungen nützen Ihnen also auch nach einem Bruch im Lebenslauf. Ärzte etwa, die zu Fondsmanagern werden, erzielen bei Pharma-Aktien deutlich höhere Renditen. In diesem Fall lohnt sich das für alle Seiten: für den frischgebackenen Fondsmanager, für seinen Arbeitgeber – die Fondsgesellschaft – und für die Kunden.

    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

    Lebensläufe mit Brüchen kann man auch als Patchwork-Lebensläufe bezeichnen. Sie werden – so wie die Patchwork-Familie auch – immer gewöhnlicher. Jeder Personaler hatte schon welche vor sich liegen.

    Das bedeutet: Sie werden als Bewerber nicht von vornherein aussortiert, nur weil Ihr Lebenslauf Brüche aufweist. Wichtig ist nur, wie Sie mit ihnen umgehen und wie Sie sie kommunizieren. Das gelingt, wenn Sie sich an diese Ratschläge halten:

    1. Einstellung

      Das ist der erste Schritt. Sehen Sie Ihre Brüche selbst als Makel oder Belastung an? Fehler! Brüche können Leben und Lebenslauf bereichern. Hören Sie also zunächst damit auf, Ihren Bruch als etwas Negatives darzustellen – etwas, für das Sie sich entschuldigen müssen. Mit diesem Mindset gelingen auch Bewerbung und Vorstellungsgespräch besser. Stellen Sie das Positive heraus, das Sie in dieser Zeit gelernt haben. Die Entwicklungsschritte, die Sie gegangen sind. Die Lehren, die Sie gezogen haben. Personaler mögen Bewerber, die wieder aufgestanden sind und sich von Niederlagen nicht haben mürbe machen lassen.

    2. Ehrlichkeit

      Eine Möglichkeit wäre es ja, die Brüche im Lebenslauf dezent zu verschweigen und zu verschleiern. Nach dem Motto: War da was? Das sollten Sie aber nicht tun. Personaler sind erfahren und erkennen schnell, wenn Ihnen etwas vorgespielt wird. Zum Beispiel durch den Trick, statt der Monats- nur die Jahreszahlen im Lebenslauf anzugeben. Das ist verdächtig. Erst recht sollten Sie mögliche Brüche nicht durch eine Lüge übertünchen. Indem Sie sich Fake-Arbeitgeber oder Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse einfach ausdenken. Lügen können Sie noch Jahre später verfolgen – und ein Kündigungsgrund sein. Bleiben Sie bei der Wahrheit – das ist für alle am besten, Sie eingeschlossen.

    3. Geradlinigkeit

      Sie brauchen die richtigen Argumente, warum Ihr Lebenslauf-Bruch ein lehrreiche Erfahrung gewesen sein soll. Die können Sie vor einem Vorstellungsgespräch ruhig mal vor dem Spiegel einüben. Denn wenn Sie ins Grübeln oder Stottern geraten, wirkt Ihr Versuch hilflos. Und nach einer Schwäche soll der Bruch ja nicht aussehen. Und lenken Sie auch nicht vom Thema ab, sondern versuchen, eine schlüssige Erklärung zu liefern. Schon im Anschreiben haben Sie die Möglichkeit, einen Bruch plausibel zu erklären.

    4. Kürze

      In der Kürze liegt die Würze. Sie müssen Ihre Lücken im Lebenslauf ja auch nicht gerade zu einem Initiationsritus aufwerten. Oder zu einer TV-tauglichen Leidensgeschichte, die Ihnen widerfahren ist. Das macht Sie zum Opfer. Und Opfer ist keine Rolle, die Sie als Bewerber spielen wollen. Legen Sie kurz und schlüssig dar, wie der Bruch zustande gekommen ist und was Sie daraus gelernt haben. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Begleiteffekte wie Durchhaltevermögen, Disziplin oder Resilienz. Zeigen Sie, dass die Erfahrungen, die Sie gemacht haben, auch im neuen Job von Nutzen sind. Wer eine schwere Herausforderung schon einmal erfolgreich gemeistert hat, ist auf die nächste besser vorbereitet. Den Benefit für den Arbeitgeber gilt es herauszuarbeiten. Dann könnten Ihnen Ihre Brüche im Lebenslauf sogar Gold wert sein. Versuchen Sie aber nicht, krampfhaft eine Verbindung herzustellen. Wenn es eine gibt, dann ist das wunderbar. Wenn nicht, auch gut.

    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Betreffzeile Bewerbung: So trifft sie ins Schwarze

    Betreffzeile Bewerbung

    Betreffzeile Bewerbung: Sie ist ein vermeintlich unwichtiges Detail. Die erste Zeile im Anschreiben, die eigentlich nur kurz sagt, worum es im Folgenden geht. Was soll da schon großartig schiefgehen? Aber Vorsicht: Die Betreffzeile fällt dem Empfänger ihrer Bewerbung als Erstes ins Auge. Sie erleichtert Zuordnung und Einordnung. Und sie kann sogar erste Rückschlüsse auf die Kompetenz ihres Verfassers zulassen…

    Betreffzeile Bewerbung: So formulieren Sie richtig

    Was schreibe ich in die Betreffzeile Bewerbung? Es sind zwar nur ein paar Worte, aber die haben es in sich. Es sind immerhin die ersten, die der Personaler zu Gesicht bekommt. Sie hinterlassen den ersten Eindruck – und der zählt bekanntlich.

    Das bedeutet: Wenn sie Ihre Betreffzeile in der Bewerbung mies formulieren, dann stößt das sofort sauer auf. Und es färbt negativ auf den Rest der Bewerbung ab – vermutlich sehr viel negativer, als wenn sich eine missratene Formulierung irgendwo mitten ins Anschreiben eingeschlichen hat.

    Also ja, eine schlecht formulierte Betreffzeile in der Bewerbung kann Ihre Chancen schmälern, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und letztlich den Job zu bekommen.

    Es geht aber auch anders: Wenn Sie mit einer guten Betreffzeile Bewerbung einsteigen, hinterlassen Sie einen positiven und professionellen Eindruck. Pluspunkt!

    Betreffzeile Bewerbung – so formulieren Sie sie richtig

    1. Konkret werden

      Formulieren Sie so genau wie möglich. Ein lapidares „Bewerbung“ ist zu wenig und zu allgemein. Die Details fehlen. Welche Bewerbung? Für welche Position? Ebenfalls zu allgemein: „Bewerbung in Ihren Unternehmen“. Ist Ihr Betreff zu allgemein, erwecken Sie den Eindruck, sich keine Mühe gemacht zu haben. Und es könnte den Anschein erwecken, dass Sie Massenbewerbungen versenden, ohne jede Bewerbung individuell anzupassen. Werden Sie also so konkret wie möglich. Nennen Sie im Betreff explizit die Stelle, auf die Sie sich bewerben. Manche Stellenangebote haben eine Referenznummer. Die gehört – sofern vorhanden – auch hinein.

    2. Anzeige spiegeln

      Wenn Sie eine Initiativbewerbung schreiben, dann fällt die Referenznummer weg. Es gibt ja keine. In konkreten Stellenangeboten ist aber manchmal eine Referenznummer oder eine Kennziffer angegeben. Bewerben Sie sich auf ein solches Stellenangebot, dann geben Sie die Nummer unbedingt in der Betreffzeile an. So weiß der Empfänger sofort Bescheid und kann Ihre Bewerbung richtig zuordnen. Verwenden Sie außerdem die Berufsbezeichnung, die in der Annonce gebraucht wird. Steht dort etwa „Softwareentwickler„, dann bewerben Sie sich auch als „Softwareentwickler“ – und nicht als „Software Developer“. Sucht die Firma einen „Social Media Redakteur“, dann bewerben Sie als „Social Media Redakteur“ — und nicht als „Redakteur“ und auch nicht als „Social Media Manager“. Im schlimmsten Fall werden Sie von der HR-Software vorab aussortiert, wenn Sie die „falsche“ Berufsbezeichnung verwenden.

    3. Kurz fassen

      Nehmen Sie nur das Nötigste in Ihre Betreffzeile Bewerbung auf. Unnötigen Ballast schmeißen Sie raus. Die Betreffzeile ist ja nicht umsonst ein Einzeiler. Betreffzeilen, die zwei Zeilen beanspruchen, sind ein absolutes No-Go. Also nur die Informationen aufnehmen, die für den Empfänger relevant sind – und ihm helfen, die Bewerbung einzuordnen. Maximal zählen dazu: Was? Bewerbung. Wer? Controller. Wo? Am Standort München. Was Sie unterlassen sollten, sind Satzungetüme wie: „Bewerbung als Sekretär in Ihrer Zentrale in Hamburg auf die Stelle, die Sie auf Ihrem Karriereportal im Internet ausgeschrieben haben.“ Viiieeel zu lang.

    4. Bezug nehmen

      Die Bezugszeile ergänzt die Betreffzeile. Sie ist etwas kleiner und wird direkt unter der Betreffzeile platziert. In der Bezugszeile nehmen Sie Bezug auf das Stellenangebot. Konkret schreiben Sie hier, wo Sie die jeweilige Stellenausschreibung entdeckt haben. Geben Sie den Namen des Print- oder Online-Mediums an. Auch das Datum der Veröffentlichung (insbesondere bei Printmedien) können Sie hier nennen, um die Zuordnung zu erleichtern. Und noch einen Schritt zurück in die Betreffzeile: Lassen Sie das Wörtchen Betreff weg. Das war früher mal üblich. Heute ist es nicht mehr zeitgemäß. Außerdem zieht es die Betreffzeile unnötig in die Länge.

    Betreffzeile Bewerbung: Darauf bitte achten!

    Mit Ihrer Bewerbung wollen Sie den Arbeitgeber von sich überzeugen. Der Inhalt ist von höchster Priorität. Aber auch das Äußere kann über Wohl oder Wehe Ihrer Bewerbung entscheiden.

    So ist der erste Eindruck, den die Betreffzeile in der Bewerbung hinterlässt, auch ein optischer. Die formale Gestaltung des Betreffs ist daher nicht unwichtig. Legen Sie große Sorgfalt an den Tag. Das ist bei der formalen Gestaltung Ihrer Betreffzeile Bewerbung wichtig:

    • Schriftart

      Zu den Standardtypos zählen Arial und Times New Roman. Damit können Sie in der Bewerbung nichts falsch machen. Wichtig ist in jedem Fall, der ausgewählten Schriftart treu zu bleiben. Wählen Sie also eine Schriftart aus – und weichen in der gesamten Bewerbung nicht mehr von ihr ab. Wenn Ihre Betreffzeile die Schriftart Arial hat, dann sollte auch der Text des Bewerbungsschreibens Arial aufweisen. Einheitlichkeit beachten!

    • Schriftgröße

      Die Größe sollte von der Schriftart abhängig gemacht werden. Arial wirkt wuchtiger und größer. Daher können Sie eine kleinere Schriftgröße wählen, am besten zwischen 10 pt und 11,5 pt. Times New Roman ist feiner. Hier können Sie eine größere Schriftgröße auswählen, damit Ihre Bewerbung gut lesbar bleibt. Zwischen 11 pt und 12 pt sind angemessen. Falls Sie sich für eine andere Typo entscheiden, dann passen Sie die Größe individuell an. Faustregel: Der Empfänger sollte Ihre Bewerbung gut und angenehm lesen können. Die Schriftgröße sollte also weder zu groß noch zu klein sein.

    • Struktur

      Früher war es üblich, das Wörtchen Betreff oder die Abkürzung Betr. in die Betreffzeile zu schreiben. Auch heute praktizieren das noch sehr viele Bewerber. Es ist aber nicht mehr zeitgemäß. Sie zeigen dadurch nur, dass Sie nicht auf dem neuesten Stand sind oder schlecht recherchiert haben. Punktabzug für mangelnde Professionalität! Was in die Betreffzeile Ihrer Bewerbung gehört: die genaue Position, auf die Sie sich bewerben und – sofern vorhanden – eine Kennziffer oder Referenznummer aus der Stellenanzeige.

    • Hervorhebung

      Grundregel: Die Betreffzeile dürfen Sie fetten. Sie ist aber auch der einzige Bestandteil Ihres Anschreibens, den Sie in Fettschrift verfassen sollten. So schaffen Sie Struktur und Übersicht. Sie zeigen, dass hier der formale Kopfteil der Bewerbung endet und der inhaltlich wichtige Hauptteil anfängt. Zudem lenkt die Fettung das Auge des Empfängers auf die Betreffzeile. Er ist sofort im Bilde, um was es geht. Tabu: Die Betreffzeile unterstreichen – weder zusätzlich zur Fettung noch als Ersatz! Und noch etwas: Bitte setzen Sie ans Ende der Betreffzeile keinen Punkt und schon gar kein Ausrufezeichen(!).

    Betreffzeile Bewerbung: Das sind schlechte

    Betreffzeile Bewerbung – hier sind einige Negativbeispiele. So sollten Sie es NICHT machen:

    • Bewerbung bei Daimler

      Wenig aussagekräftig, wenn man bedenkt, wie viele Bewerbungen einem großen Unternehmen regelmäßig auf den Tisch flattern. Der Empfänger kann erstens nichts damit anfangen – und weiß zweitens selbst, wie er bzw. sein Unternehmen heißt.

    • Bewerbung in Dortmund

      Auch wenn ein Unternehmen mehrere Standorte hat, ist die Location alleine keine ausreichende Info. Wichtiger als der Standort ist die Position, für die Sie sich bewerben.

    • Bewerbung als Aushilfe

      So kommen wir der Sache schon näher. Allerdings weiß man dennoch nicht, um welche Art Aushilfe es sich denn handelt. Aushilfe im Lager? Oder im Büro? Das sollte noch mit hinein.

    • Bewerbung auf Ihre Anzeige

      Welche Anzeige? Wo ist diese erscheinen? Welche Position soll mit ihrer Hilfe besetzt werden? Diese Infos fehlen.

    • Betreff: Bewerbung als Landschaftsgärtner

      Hier stört das Wörtchen Betreff am Anfang. Der Rest ist so durchaus in Ordnung.

    • Bewerbung als Softwareentwickler!

      Das Ausrufezeichen entwertet die Betreffzeile. Keine Interpunktion im Betreff!

    • Bewerbung als Koch/Köchin

      In einer Stellenanzeige ist Genderneutralität wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben. In einer Betreffzeile wirkt sie nicht nur albern, sondern falsch. Schließlich hat der Bewerber ja ein Geschlecht, mit dem er/sie sich bewerben kann.

    • Bewerbung um eine Stelle in Ihrem Unternehmen

      Das ist zu beliebig. Es sollte schon eine spezifische Position sein.

    • Bewerbung als Bankkaufmann :-)

      Keine Sonderzeichen oder Emoticons — das ist hochgradig unseriös. Möglicherweise käme ein Smiley besser an, wenn Sie sich nicht als Bankkaufmann, sondern als Feelgood-Manager bewerben würden. Branche beachten!

    • Bewerbung als Developer

      Zugegeben, Softwareentwickler können sich in Ihrer Bewerbung fast alles leisten – erst recht farbig hervorgehobene Betreffzeilen. Für die meisten anderen gilt: Den Betreff bitte nicht farbig markieren.

    • Bewerbung als Verkäuferin auf Ihre Stellenanzeige in der FAZ vom 08.08.2019 für den Standort Lüdenscheid in Teilzeit mit Aussicht auf Arbeitszeitverlängerung

      Bitte nicht ALLE Infos in der Betreffzeile unterbringen, sondern nur die wichtigsten.

    Betreffzeile Bewerbung: Das sind gute

    Wie könnte eine gelungene Betreffzeile in der Bewerbung aussehen? Hier sind ein paar Beispiele:

    • Bewerbung als Java-Entwickler; Kennziffer 6666/666

      Alle wichtigen Infos sind enthalten. Das passt!

    • Bewerbung als Key Account Manager, Referenznummer 9876543

      Auch hier steht alles drin, was der Personaler wissen muss.

    • Bewerbung um eine Stelle als Grafikdesigner
      Ihre Stellenanzeige in der Rheinischen Post vom 29.08.2019

      Betreff- und Bezugszeile sind wunderbar aufeinander abgestimmt.

    • Bewerbung als Controller
      Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de, Referenznummer: 123/987

      Betreff- und Bezugszeile ergänzen sich auch hier sehr gut.

    • Bewerbung als Sales Manager
      Unser Telefonat vom 14.05.2019

      So nehmen Sie Bezug auf ein möglicherweise schon stattgefundenes Telefongespräch. Sehr sinnvoll.

    • Initiativbewerbung als Landschaftsarchitekt

      Der Hinweis, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt, erleichtert die Zuordnung.

    • Bewerbung als Industriemechaniker
      Unser Gespräch auf der Jobmesse Hamburg am 16.06.2019

      Einen möglichen Erstkontakt in die Bezugszeile integrieren – das ist empfehlenswert.

    • Bewerbung als Bilanzbuchhalter (IHK)

      So können Sie einen konkreten Titel bzw. Kompetenz integrieren, in diesem Fall die IHK-Zertifikation.

    • Bewerbung für ein Schülerpraktikum als Reiseverkehrskauffrau vom 01.11. bis 15.11.2019

    • Das ist schon ziemlich lang, aber gerade noch im Toleranzbereich – weil informativ.

    [Bildnachweis: Patrick Thomas by Shutterstock.com]

    Zwischenzeugnis: Was es bringt und wie Sie es anfordern

    Das Zwischenzeugnis ist ein Dokument mit Gewicht. Es kann Ihnen den aktuellen Job retten – oder einen viel besseren bescheren. Nur gibt es da ein kleines Problem: Wenn Sie um eines bitten, drängt sich beim Arbeitgeber der Verdacht auf, dass Sie ihn verlassen wollen. Daher sollten sie möglichst smart vorgehen, wenn Sie ein Zwischenzeugnis anfordern. So geht’s…

    Zwischenzeugnis: Darum ist es wichtig

    Ein Zwischenzeugnis kann aus zwei Gründen wichtig sein. Zum Einen dann, wenn Sie aus einer Festanstellung heraus den Arbeitgeber wechseln wollen. Das Zwischenzeugnis ist dann Bestandteil Ihrer Bewerbungsunterlagen. Je wohlwollender formuliert, desto besser für Sie.

    Zum Zweiten kann es aber auch strategisch clever sein, sich ein Zwischenzeugnis ausstellen zu lassen – völlig unabhängig von einem möglichen Jobwechsel. Dafür gibt es verschiedene Szenarien.

    Beispiel: Ihr Vorgesetzter, mit dem Sie sich immer blendend verstanden haben, verlässt in Kürze das Unternehmen. Sehr wahrscheinlich, dass er Ihnen ein sehr gutes Zwischenzeugnis ausstellen wird. Also bitten Sie ihn doch darum. Die Gelegenheit ist günstig. Denn Ihr neuer Vorgesetzter wird, falls er Sie aus irgendeinem Grunde auf dem Kieker haben wird, von einer sehr guten Beurteilung im Zwischenzeugnis später im Arbeitszeugnis nicht so leicht abweichen können.

    Anderes Szenario: Sie wechseln selbst die Abteilung. Auch dann kann es strategisch klug sein, nach einem Zwischenzeugnis zu fragen. Das sollten Sie also vor allem dann tun, wenn die Chance auf eine gute Bewertung hoch ist. Einen Chef, der Sie nicht ausstehen kann, sollten Sie hingegen nur nach einem Zwischenzeugnis fragen, wenn es nicht anders geht…

    Zwischenzeugnis: Wer hat Anspruch?

    Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis haben Sie nicht. Der Arbeitgeber kann sich sogar weigern, Ihnen eines auszustellen. Immerhin macht es ihm ja Arbeit. Und dann schwingt vielleicht noch der Verdacht mit, dass Sie das Unternehmen ganz verlassen wollen. Das ist doppelt unangenehm.

    Am besten ist es daher, Sie rahmen Ihr Anliegen von einem triftigen Grund ein. Triftiger Grund – das ist auch eine juristische Kategorie. Manche Arbeitsrichter leiten daraus sehr wohl einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis ab.

    Zu den triftigen Gründen zählen:

    • Betriebszugehörigkeit

      Wenn sie schon sehr lange dem Unternehmen angehören, aber noch keine Bewertung erhalten haben, kann das ein triftiger Grund für ein Zwischenzeugnis sein.

    • Chefwechsel

      Viele Arbeitgeber stellen ihren Arbeitnehmern Leistungsbeurteilungen aus, wenn diese einen neuen Vorgesetzten bekommen. Sofern es im Unternehmen keinen entsprechenden Automatismus gibt, kann der Mitarbeiter auch dezent danach fragen.

    • Interner Jobwechsel

      Wenn Sie zwar im Unternehmen bleiben, aber die Abteilung wechseln und/oder eine neue Position bekleiden, ist das ein Anlass für eine Bewertung

    • Betriebsübernahme

      Arbeitsplätze stehen oft auf dem Prüfstand, wenn ein Unternehmen von einem anderen übernommen wird. Ein triftiger Grund für ein Zwischenzeugnis.

    • Stellenabbau

      Die Firma muss betriebsbedingt Stellen abbauen. Viele Arbeitnehmer erhalten ein Abfindungsangebot mitsamt Aufhebungsvertrag.

    Wenn all das nicht auf Ihre persönliche Situation zutrifft – welche unverdächtigen Gründe gibt es noch, um nach einem Zwischenzeugnis zu fragen? Zum Beispiel diese:

    • Beförderung

      Sie werden oder wurden befördert. Der Arbeitgeber wird Ihnen kaum den Wunsch nach einem Zwischenzeugnis abschlagen können. Und einen Wechselwunsch wird es in diesem Fall jawohl nicht geben.

    • Versetzung

      Wenn der Mitarbeiter versetzt wird, ändert sich meist auch der Vorgesetzte.

    • Weiterbildung

      Damit sind größere Weiterbildungen gemeint, zum Beispiel ein MBA. Diese haben in der Regel eine Beförderung zum Ziel.

    • Elternzeit

      Die Elternzeit ist stets mit einer (mehr oder weniger) längeren Auszeit verbunden. Und sie markiert den Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Ein völlig legitimer Grund, um sich ein Zwischenzeugnis zu holen.

    • Sabbatical

      Zugegeben, vollkommen unverdächtig ist dieses Szenario nicht. Wer ein Sabbatical in Anspruch nimmt, signalisiert ja schon, dass er sich Schöneres vorstellen kann, als ins Büro zu kommen. Das ist verständlich, könnte aber auch als Wechselwunsch interpretiert werden. Dennoch: Das Sabbatical markiert eine längere Abwesenheit und ist ein nachvollziehbarer Anlass für einen Zeugniswunsch.

    Zwischenzeugnis: So sieht es aus

    Generell ähnelt ein Zwischenzeugnis vom Aufbau her dem „ganz normalen“ Arbeitszeugnis. Letzteres ist in der Regel so strukturiert:

    • Überschrift
    • Stammdaten des Arbeitnehmers
    • Tätigkeitsbeschreibung des Arbeitnehmers
    • Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten
    • Beendigungsgrund des Arbeitsverhältnisses
    • Schlussformel und Zukunftswünsche
    • Unterschrift und Datum
    • Firmenstempel (optional)
    • Firmendaten auf Firmenpapier

    Fehlt die Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten, dann kann man nicht von einem qualifizierten Arbeitszeugnis sprechen. Dann handelt es sich lediglich um ein einfaches Arbeitszeugnis.

    Das Zwischenzeugnis hat generell einen hohen Stellenwert. Denn: Bei einem abschließenden Arbeitszeugnis darf der Arbeitgeber nicht so stark von den Beurteilungen abweichen. Es sei denn, es gibt einen triftigen Grund dafür.

    Salopp könnte man sagen: Das Zwischenzeugnis ist die halbe Miete. Wer sich ein wohlwollendes sichert, betreibt Zukunftssicherung. Und mehr noch: Einem Arbeitgeber mit gutem Zwischenzeugnis kann sogar schwieriger wegen personen- oder verhaltensbedingter Gründe gekündigt werden.

    Umso wichtiger, dass Arbeitnehmer ihre Beurteilungen richtig dechiffrieren können. Hier zwei beispielhafte Formulierungen zum Einstieg:

    Herr Müllermann ist seit dem 1. Januar 2019 in unserem Unternehmen als Marketing Manager beschäftigt.
    Herr Müllermann ist seit dem 1. Januar 2019 für unser Unternehmen als Marketing Manager tätig.

    Was klingt für Sie besser? Ganz klar Variante 2! Sie ist aktiv formuliert, wirkt dynamischer, positiver. Zwar muss es sich bei Variante 1 nicht zwangsläufig um böse Absicht oder einen negativen Geheimcode handeln.

    Der Leser könnte ihn aber als solchen deuten. Achten Sie daher auf solche Formulierungen und lassen Sie sie nach Möglichkeit ausbessern.

    Das macht ein gutes Zwischenzeugnis aus

    Das macht ein Zwischenzeugnis ausDas sind die wesentlichen Merkmale eines Zwischenzeugnisses. Es…

    • ist in der Gegenwartsform geschrieben, nicht in der Vergangenheit.
    • nennt kein Beschäftigungsende.
    • beurteilt Leistung und Sozialverhalten.
    • ist wohlwollend und wahr.
    • enthält einen Dank für die bisherige Zusammenarbeit.

    Zwischenzeugnis: Wie Sie um eines bitten

    Am besten, Sie führen einen guten Grund an, wenn Sie sich eines sichern wollen. Falls Sie einen guten Draht zu Ihrem Vorgesetzten haben, dann können Sie das einfach kurz unter vier Augen besprechen.

    Ist Ihr Vorgesetzter nicht der richtige Ansprechpartner, wird er Sie an die Personalabteilung weiterleiten. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es sinnvoll, das Anliegen in einer Mail festzuhalten. So könnte die E-Mail aussehen:

    Betreff: Bitte um ein Zwischenzeugnis

    Sehr geehrte Frau Schrödinger,

    ich verabschiede mich am 01. Juni 2019 in meine Elternzeit. Zuvor würde ich mich aber gerne noch über meinen aktuellen Leistungsstand informieren. Daher bitte ich Sie um die kurzfristige Ausstellung eines qualifizierten Zwischenzeugnisses.

    Mit besten Grüßen
    Susi Sonnenschein

    Aber was, wenn Sie erst zwei Jahre im Unternehmen tätig sind und keine guten Gründe auf Ihrer Seite haben? Wie können Sie dann diskret um ein Zwischenzeugnis bitten, ohne den Verdacht zu erwecken, sich anderweitig umzuschauen?

    Das ist in der Tat schwierig. Sie könnten Ihrem Chef gegenüber ausdrücklich betonen, dass Sie auf keinen Fall wechseln wollen. Allerdings erinnert dieses Vorgehen unweigerlich an das Phänomen des rosa Elefanten. Wenn Ihnen jemand sagt: Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten! Dann ist das Erste, was Ihnen in den Sinn kommt, natürlich ein rosafarbenes Rüsseltier. Wenn Sie also zu oft beteuern, nicht wechseln zu wollen, dann denkt Ihr Chef: Er oder sie will wechseln!

    Eine andere Möglichkeit wäre es, sich intern nach einer neuen Herausforderung umschauen zu wollen. Ihr Chef wird über den angepeilten Jobwechsel womöglich nicht erfreut sein. Dass Sie dem Unternehmen erhalten bleiben – geschenkt!

    Sinnvoller wäre es da schon, Normalität vorzugaukeln. Zum Beispiel so: Ich habe es bisher immer so gehandhabt, dass ich nach zwei Jahren um ein Zwischenzeugnis gebeten habe. Das sagt mir, wo ich stehe und ist daher wichtig für mich. Dieses Motiv zieht selbstredend bei Berufseinsteigern nicht.

    Zwischenzeugnis: Darauf achten Personaler

    1. Kompetenzen

      Das Zwischenzeugnis sollte möglichst DIE Kompetenzen nennen und unterstreichen, die der potenziell neue Arbeitgeber sucht. Und jene, die sich der Bewerber selbst zuschreibt – in seinem Anschreiben beispielsweise.

    2. Lebenslauf

      Die Angaben im Zwischenzeugnis und im Lebenslauf sollten harmonieren. Falls sich zum Beispiel die Zeitangaben einer Beschäftigung nicht decken, ist das verdächtig – und für den Personaler möglicherweise ein Indiz, dass man dem Bewerber nicht trauen kann.

    3. Zeitverlauf

      Im Fußball würde man von der Formkurve sprechen. Auch Ihre Leistungen schwanken sicherlich. Ein gutes Zeichen wäre es, wenn sich Ihre Leistungen im Laufe der Zeit verbessert oder wenigstens nicht verschlechtert haben. Dem jüngsten Zwischenzeugnis kommt also eine größere Bedeutung zu als dem ersten.

    4. Wertschätzung

      Ein dahingeworfenes Blatt mit ein paar Sätzen zeugt nicht gerade von Wertschätzung. Auf die Details kommt es (auch) an. Wurde das Zeugnis auf Firmenpapier geruckt? Fehlt die Unterschrift? Wie viel – oder wenig – Mühe hat sich der Arbeitgeber damit gemacht?

    Das sind die 3 Alternativen zum Zwischenzeugnis

    Arbeitszeugnisse können langweilen. Immer die gleichen Floskeln, immer die gleichen Textbausteine und eine Aussagekraft, die gegen Null tendiert.

    Aber es gibt Alternativen. Um einen Mitarbeiter zu bewerten, muss man gar kein Zeugnis ausstellen. Bewerber können bei ihrer Bewerbung auch andere Dokumente vorlegen. Das sind die wichtigsten Alternativen zum Zwischenzeugnis:

    1. Mitarbeiterbeurteilung

      Sie bietet sich vor allem für Führungskräfte an. Sie können die Beurteilungen ihrer Mitarbeiter – sofern überwiegend positiv – in die Bewerbung integrieren. Auch Arbeitnehmer ohne Führungsverantwortung können eine Mitarbeiterbeurteilung nutzen. Fiel sie wohlwollend aus, können sie sie guten Gewissens vorzeigen.

    2. Tätigkeitsbeschreibung

      Statt eines Zeugnisses können Sie sich vom Arbeitgeber auch eine Tätigkeitsbeschreibung ausstellen lassen. Diese veranschaulicht, welche Tätigkeiten Sie konkret ausüben. So kann ein potenziell neuer Arbeitgeber abschätzen, was Sie machen und was Sie auszeichnet. Tätigkeitsbeschreibungen sind eine Möglichkeit, um den Zeugnisschablonen zu entkommen.

    3. Referenzen

      In den USA brauchen Sie sich ohne Referenzen gar nicht erst bewerben. In Deutschland sind sie nicht Pflicht – können aber entscheidende Pluspunkte bringen. Es ist absolut empfehlenswert, der Bewerbung ein Empfehlungsschreiben beizulegen. Heutzutage geht es sogar noch viel einfacher. In Business-Netzen wie Linkedin können Sie ebenfalls Referenzen sammeln.

    4. [Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

    Bewerbungsflyer: Ideal für Job- und Karrieremessen

    Bewerbungsflyer Tipps Vorteile

    Bewerbungsflyer sind weitgehend unbekannt. Genau das ist Ihr großer Vorteil. Wer mit einem Flyer für sich wirbt, hebt sich von der Masse ab. Speziell auf Jobmessen verspricht diese Taktik Erfolg. Mit einem lieblos beschrifteten Wisch ist es aber nicht getan. Ein Bewerbungsflyer führt Sie direkt zum Job, wenn Sie Folgendes beachten…

    Bewerbungsflyer: Was ist das?

    Ein Bewerbungsflyer ist genau der richtige Weggefährte für eine Job- oder Karrieremesse. Sie können ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen, um ihr Interesse zu wecken. Im Vergleich zur Visitenkarte ist er origineller, aber auch gehaltvoller.

    Beim Bewerbungsflyer handelt es sich um ein klassisches DIN-A4-Blatt. Dieses wird beidseitig bedruckt und im Leporello-Format gefaltet. Durch die Knicke entstehen dabei drei Segmente. Zählt man Vorder- und Rückseite zusammen, ergeben sich sogar sechs Bereiche. Auf diesen können Sie sich und Ihr Profil vorstellen.

    Inhaltlich fasst der Bewerbungsflyer Ihren Lebenslauf in einer Art Leistungsprofil zusammen. Es stehen also die wichtigsten Informationen über Sie und Ihre Kompetenzen darauf. Vorteil: Der Empfänger kann sich schnell ein Bild über Sie machen.

    Bewerbungsflyer: Für wen eignet er sich?

    Für alle Branchen und Berufe ist ein Bewerbungsflyer selbstverständlich nicht geeignet. Ein Manager bewirbt sich nicht per Flyer, auch andere Führungskräfte werden so nur schwerlich überzeugen können. In konservativen Branchen wie der Banken- und Versicherungsbranche findet man auf diese Weise wahrscheinlich keine Stelle. Erst recht nicht, wenn es sich um keinen qualitativ hochwertigen und vorzeigbaren Flyer handelt.

    Für Berufseinsteiger dagegen könnte das Medium eine spannende Wahl sein. Oder für Bewerber, die Mühe haben, aus der grauen Masse hervorzustechen.

    Bitte nicht falsch verstehen: Der Bewerbungsflyer ist keine Alternative zur Bewerbung. Sie verschicken ihn nicht per Post und spazieren auch nicht ins Personalbüro, um ihn dort abzugeben.

    Sie nehmen ihn vielmehr mit auf eine Job- oder Karrieremesse. Vorteil: Die Teilnehmer sind auf Recruiting-Themen geeicht, dürften für originelle Ansätze offen und manchmal sogar regelrecht dankbar sein. Sie stoßen also definitiv auf offene Ohren – und Augen.

    Ein denkbares Szenario: Sie haben mit mehreren Unternehmen vorab Termine auf einer Jobmesse vereinbart. Dafür erstellen Sie gewissenhaft Bewerbungsmappen mitsamt einer Kurzbewerbung und packen sie in Ihr Gepäck.

    Nun begegnet Ihnen auf der Messe zufällig ein Recruiter Ihrer Traum-Firma. Ein Match! Nur haben Sie für ihn gar keine Kurzbewerbung mehr übrig. Was tun?

    Sie kennen die Antwort schon: Sie überreichen ihm einfach einen Ihrer Bewerbungsflyer, von denen Sie ebenfalls ein paar eingesteckt haben. Vorteil: Die Flyer sind nicht individualisiert und eignen sich im Prinzip für jeden Gesprächspartner vor Ort. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

    Bewerbungsflyer: So ist er aufgebaut

    Im Grunde können Sie Ihren Bewerbungsflyer so gestalten, wie Sie wollen. Er soll schließlich Ihre Persönlichkeit unterstreichen. Aber vergessen Sie nicht den Zweck, den Sie letztlich verfolgen. Sie wollen dem Empfänger einen Überblick und Informationen an die Hand geben.

    Zunächst nehmen Sie ein DIN A4-Blatt und legen es quer. So könnte die Vorderseite aufgebaut sein:

    • Linke Spalte: Deckblatt, Name, Foto, Kontaktdaten
    • Mittlere Spalte: Beruflicher Werdegang in Tabellenform
    • Rechte Spalte: Spezielle Qualifikationen (Erfahrungen, Projekte, Erfolge)

    Und so könnte die Rückseite aufgebaut sein:

    • Linke Spalte: Aus- und Weiterbildungen, Studium, Schule
    • Mittlere Spalte: Referenzen (Empfehlungen)
    • Rechte Spalte: Auslandserfahrungen, Social-Media-Profile

    Ob Ihr Flyer zündet, hängt auch von Gestaltung und Design ab. Ein lausig zusammengeschusterter Leporello wird für Stirnrunzeln sorgen und allenfalls ein müdes Lächeln im Gesicht des Empfängers hinterlassen. Wenn Sie das nötige Kleingeld haben, können Sie die Aufgabe auch gerne einem Grafikdesigner übertragen.

    Auffälligkeit ist in diesem Fall erwünscht: Der Bewerbungsflyer soll maximale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber gleichzeitig eine gewisse Ernsthaftigkeit und Seriosität wahren. Von allzu gewagten Marketing-Gags sehen Sie also besser ab. Es sei denn, Sie bewegen sich in einer Branche, die Extraversion geradezu einfordert (Werbung, Marketing, Film, Theater, Musiker, Animateure usw.).

    Immerhin beweisen Sie auch Mut. Nicht jeder traut sich, einen Bewerbungsflyer zu verteilen. Ein Indiz, dass in Ihnen ein Verkäufer-Gen schlummert. Und kaum etwas lieben Unternehmen mehr als Menschen, die ihre Produkte gut verkaufen können…

    Klar sollte Ihnen auch sein, dass sich der Effekt mit der Zeit abnutzt. Mehrere Jahre in Folge sollten Sie mit ein und demselben Flyer die Jobmessen nicht unsicher machen.

    Das sind die Vorteile

    Diese Vorteile hat ein Bewerbungsflyer:

    • Im Gegensatz zu einer Visitenkarte enthält er mehr Informationen. Er ist aussagekräftiger.
    • Im Vergleich zu einer Kurzbewerbung hat man einen Bewerbungsflyer relativ schnell erstellt. Man kann ihn immer wieder verwenden.
    • Er garantiert Aufmerksamkeit. Weil er noch nicht so verbreitet ist, können Sie sich damit vom Rest abheben.
    • Sie können ihn überall mit hinnehmen. Er ist leicht und handlich, passt in jede Tasche. Und auch wenn Sie ihn falten und knicken, ist er meist noch brauchbar.
    • In kreativen Berufen geben Sie mit einem Bewerbungsflyer zugleich eine Arbeitsprobe ab. Geradezu prädestiniert ist er, wenn Sie eine Ausbildung zum Mediengestalter anstreben.
    • Er ist relativ günstig in der Herstellung.

    Das sind die Nachteile

    Diese Nachteile hat ein Bewerbungsflyer:

    • Für die Erstellung braucht man Knowhow im Umgang mit Layout- und Designprogrammen. Er stellt somit höhere Anforderungen an den Ersteller als ein einfaches Anschreiben und Lebenslauf.
    • Sie müssen selektieren können. Auf dem Flyer finden nicht alle Informationen Platz, die sie in einer Bewerbung hätten unterbringen können. Wenn Sie sich für die falschen Inhalte entscheiden, ist der Bewerbungsflyer wirkungslos.
    • Bewerbungsflyer erinnern in Form und Gestalt an Werbeflyer. Und die sind in etwa so beliebt wie Pickel im Gesicht. Der Drang ist groß, einen Flyer unmittelbar nach Erhalt schnell wieder zu entsorgen – falls man ihn überhaupt erst aus Höflichkeit entgegengenommen hat.

    So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehen

    So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehenSie können sich einen Bewerbungsflyer optisch noch immer nicht so richtig vorstellen? Dann werfen Sie mal einen Blick auf unsere Muster. So könnte Ihr Flyer aussehen:

    [Bildnachweis: Mila Supinskaya Glashchenko by Shutterstock.com]

    Lücken im Lebenslauf: Wie Sie sie sinnvoll füllen

    Lücken im Lebenslauf sind wie Löcher in den Zähnen. Sie können richtig weh tun. Eine lange Phase der Arbeitslosigkeit etwa weckt bei Personalern Argwohn. Was stimmt mit dem Bewerber nicht? Im schlechtesten Fall führen Lücken im Lebenslauf dazu, dass der Bewerber aus dem Rennen genommen wird. Doch nicht jede Leerstelle muss gleich das Aus bedeuten. So füllen Bewerber ihre Lücken im Lebenslauf sinnvoll aus…

    Lücken im Lebenslauf: Was ist das?

    Ein Monat Leerlauf – das ist nicht tragisch. Vielleicht haben Sie eine schöne Reise gemacht. Oder Sie standen gerade an der Schnittstelle zwischen zwei Jobs oder am Übergang vom Studium zum Beruf.

    Auch eine Phase der Neuorientierung, die über einen Monat hinausgeht, ist völlig in Ordnung. Wenn Sie sechs oder acht Wochen gebraucht haben, um Zukunftspläne zu schmieden, wird Ihnen kein Personaler den Kopf umdrehen. Aber irgendwann wird es kritisch. Spätestens nach einer zweimonatigen Pause entsteht eine Lücke, die Sie beizeiten erklären müssen.

    Eine glasklare Definition für eine zu große Lebenslauf-Lücke gibt es nicht. Als Faustregel können Sie sich aber merken:

    Alles, was über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten hinausgeht und nicht erklärt wird, gilt als Lücke.

    Grundsätzlich sind Lücken im Lebenslauf Zeitabschnitte, in denen man keiner/keinem…

    • Praktikum
    • Berufsausbildung
    • Studium
    • dauerhaften Beschäftigung
    • Weiterbildung

    nachgeht. Im Personalbüro kommt prompt der Verdacht auf: Der Bewerber war arbeitslos. Und der Folgeverdacht lautet: Er war aus gutem Grund arbeitslos. Wenn sich in all der Zeit kein Unternehmen gefunden hat, das ihn einstellen wollte, warum sollten wir es dann tun?

    Eine große Lücke wirft also ein schlechtes Licht auf den Bewerber. Manchmal zurecht, oft aber auch zu Unrecht. Darum gilt es, mögliche Missverständnisse rechtzeitig auszuräumen. So gelingt es…

    Lücken im Lebenslauf: So werden sie gerne kaschiert

    Ein beliebter Trick ist es, keine Monatsangaben im Lebenslauf zu machen, sondern Jahresangaben. Das sieht dann so aus:

    2018 Anstellung bei der Fake AG, Rosenheim
    2017 Anstellung bei der No Plan GmbH, Flensburg
    2016 Praktikum bei der Crazy KG, Köln

    Eine zweite Möglichkeit ist es, ein Erfahrungsprofil statt eines achronologischen Lebenslaufs einzureichen. So kann ein Bewerber seine Qualifikationen quantifizieren, ohne Jahreszahlen angeben zu müssen. Zum Beispiel so:

    5 Jahre Erfahrung als Außendienst-Mitarbeiter im Tiefkühl-Segment
    3 Jahre Erfahrung als Call-Center-Agent Outbound
    2 Jahre Erfahrung als Vertriebsassistent

    Unser Tipp: Sehen Sie von solchen Mätzchen in Ihrer Bewerbung ab. Personaler kennen die Tricks. Sie nähren nur den Verdacht, dass etwas nicht stimmt mit Ihnen. Die Chancen auf eine Einladung sinken. Wird sie doch ausgesprochen, müssen Sie sich auf unangenehme Fragen einrichten, die Sie vielleicht nicht beantworten können.

    Aber Sie können sich anderweitig helfen. Legitim ist es für Bewerber etwa, im Lebenslauf Monatsangaben statt Wochenangaben zu machen. Wenn Sie also ein zweiwöchiges Praktikum vom 20. März bis zum 4. April gemacht haben, könnten sie im Lebenslauf schreiben:

    03/2018-04/2018 Praktikum bei der Absurd AG, Mannheim

    So werden aus zwei Wochen bis zu zwei Monate. Das kaschiert zumindest eine kleinere Lücke. Und mit einem Erfahrungsprofil dürfen Sie ebenfalls gerne für sich werben – nur bitte nicht in der Bewerbung, sondern im Internet, auf Ihrer privaten Homepage zum Beispiel. Dort stellen Sie die Hausregeln auf und müssen sich nicht an Konventionen halten.

    Lücken im Lebenslauf: Darf ich lügen?

    Lügen haben kurze Beine – und gehen fast immer nach hinten los. Bleiben Sie lieber bei der Wahrheit. Wer sich Jobs oder Tätigkeiten einfach ausdenkt und hinterher enttarnt wird, verspielt seinen guten Ruf. Das ist gefährlich.

    Im Übrigen sind Falschangaben im Lebenslauf ein Kündigungsgrund. Arbeitnehmer können fristlos, aber auch nachträglich gekündigt werden. Das heißt: Auch wenn Sie zunächst mit Ihrer Schwindelei durchgekommen sind, kann sie Ihnen stets auf die Füße fallen. Im Bewerbungsgespräch bedeutet eine Lüge ohnehin das sofortige Aus. Niemand will einen notorischen Lügner einstellen.

    Und einen Make-up-Artist ebenfalls nicht. Damit ist in diesem Fall das dezente Schminken von Lebensabschnitten gemeint. Nicht neu ist zum Beispiel der Tipp mancher Coaches, die Work-and-Travel-Tour durch Kanada als interkulturelle Bildungsreise oder als Sprachreise zu deklarieren. Schlecht, weil völlig unnötig! Dass Sie eine Work-and-Travel-Reise persönlich und sprachlich weiterbringt, wissen Personaler auch. Sie müssen sie gar nicht künstlich aufwerten. Und bitte kommen Sie erst gar nicht auf die Idee, eine stinknormale Urlaubsreise als Sprach- und Kulturtour zu tarnen.

    Anderes Beispiel: Eine Phase der Arbeitslosigkeit, die man mit intensiver Potenzialanalyse oder Coaching verbracht haben will. Das klingt nicht nur lächerlich, sondern ist es auch. Wenn Sie Lücken im Lebenslauf stopfen wollen, dann machen Sie es lieber auf diese Art und Weise…

    Lücken im Lebenslauf: Die wichtigsten Tipps

    Ehrlich währt (oft) am längsten. In manchen Szenarien sollten Sie konsequent bei der Wahrheit bleiben. In anderen dürfen Sie sie aber geringfügig dehnen oder verschweigen. Wir haben die wichtigsten Szenarien für Sie durchgespielt:

    1. Studienwechsel

      Ein Studienabbruch ist weder eine Seltenheit noch eine Schande. Die Anzahl der Studiengänge ist in Deutschland mittlerweile so hoch, dass nicht jeder Akademiker mit seiner Wahl richtig liegen kann. Wer nun merkt, tatsächlich die falsche Wahl getroffen zu haben, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Berühmte Studienabbrecher gibt es zur Genüge. Viel interessanter ist die Frage nach dem Was dann?. Haben Sie es stattdessen mit einem neuen Fach, einer Ausbildung oder einer Unternehmensgründung versucht? Ein richtiger Vorteil kann eine Lücke im Lebenslauf sogar sein, wenn Sie jahrelang auf Ihren Wunschstudienplatz gewartet haben. Weil Sie ihn zum Beispiel wegen des happigen Numerus Clausus nicht sofort bekommen haben. Das zeugt von Ausdauer, Durchhaltevermögen, Willen. Hier gibt es also nichts zu kaschieren, nur zu erklären. Problematisch wird es erst dann, wenn Sie alle paar Semester das Studium wechseln.

    2. Berufseinstieg

      Der Berufseinstieg ist für viele die schwierigste Hürde. Referenzen und Fürsprecher sind kaum vorhanden, Berufserfahrungen ebensowenig. Folgerichtig kann sich der Start schon einmal hinziehen. Wenn Sie daher nach dem Studium mehrere Monate vergeblich auf Jobsuche sind, sollte das kein Beinbruch sein. Die Toleranzgrenze liegt bei einem halben Jahr. Dafür gibt es auch ein gutes Argument: Sie wollen ja nicht mit irgendeinem Job starten. Sie wollen den richtigen. Dass der erste Job für den weiteren Verlauf einer Karriere sehr wichtig ist, bestätigen Studien regelmäßig. Sie könnten die Wartezeit aber durchaus mit Praktika oder Weiterbildungen überbrücken.

    3. Krankheit

      Wenn Sie eine schwere Krankheit überwunden oder ein schwer erkranktes Familienmitglied gepflegt haben, dann gibt es nichts zu verheimlichen. Die Art der Krankheit müssen Sie dabei nicht nennen, das fällt in Ihre Privatsphäre. Aber: Eine chronische Krankheit, die jederzeit wieder ausbrechen kann, verschafft Ihnen keinen Vorsprung im Wettlauf um den Job. Der Arbeitgeber wird die Sorge haben, auf Sie noch häufiger verzichten zu müssen. Positiv wäre es daher, wenn Sie den Zeitraum der Krankheit genau eingrenzen und auf eine vollständige Genesung hinweisen könnten. Zum Beispiel so: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft“ oder „Pflege der schwer erkrankten Mutter“.

    4. Vorübergehende Arbeitslosigkeit

      Wenn die Lücke im Lebenslauf nicht zu groß ist, müssen sie auch eine Phase der Arbeitslosigkeit nicht umetikettieren. Im Gegenteil, es gibt Personaler, die Ecken und Kanten an Bewerbern mögen. Gut kommt es an, wenn man sich aus einem Tief wieder herausgearbeitet hat. Sie sollten aber auch darlegen können, WIE Sie aus dem Tief herausgekommen sind. Und trotz allem gilt weiterhin: Kein Personaler schätzt lange Arbeitslosigkeit. Außerdem sollte sich Ihr Tief nicht in den niedersten Abgründen abgespielt haben. Sprich: Massive Drogen- oder Alkoholprobleme oder die Verwicklung in kriminelle Machenschaften sind keine Sieger-Strategien – egal, ob und wie Sie sich davon losgesagt haben.

    5. Unverschuldete Kündigung

      Nicht immer liegt eine Kündigung an Ihrem eigenen Unvermögen. Es kann ja sein, dass Ihre Abteilung geschlossen wurde oder das Unternehmen in großem Stil Stellen abgebaut hat. Oder dass es sogar Konkurs anmelden musste. Wenn dem so sein sollte, dann haben Sie eine gute Argumentationshilfe für Ihre Lücke im Lebenslauf. Sie könnten dann so formulieren:

      08/2012 bis 08/2018Vertriebsmitarbeiter bei der Insolvent GmbH (Kündigung wegen Insolvenz)

      Glaubwürdig sind Sie vor allem, wenn Ihre Berufstätigkeit erst nach einem längeren Zeitraum beendet wurde. Aber die Angaben sollten auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Die Insolvenz größerer Unternehmen wird in der Presse behandelt. Denken Sie sich eine Insolvenz daher nicht aus. Das lässt sich leicht nachprüfen – und Sie stehen hinterher als Schwindler da.

    6. Selbstverschuldete Kündigung

      Kniffliger wird es da schon, wenn Sie den Job durch eigenes Verschulden verloren haben. Vielleicht mochte der Chef Ihre Nase nicht oder Sie haben einfach nicht die Leistung gebracht, die er sich von Ihnen versprochen hatte. In dem Fall bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als die Kündigung als selbstverschuldet einzugestehen. Fangen Sie nicht damit an, Schuldzuweisungen zu verteilen. Nachtreten ist ein No-Go. Völlig akzeptabel wäre eine Begründung wie: Es hat zwischen uns einfach nicht gepasst. So waschen Sie keine schmutzige Wäsche und übernehmen Verantwortung, ohne sich selbst das Vollversager hinzustellen. Einen kleinen Trick gibt es aber vielleicht doch: Platzieren Sie die Lücke nach Möglichkeit dort, wo sie weniger auffällt. Sie haben ja immerhin die Wahl zwischen einem chronologischen und einem achronologischen Lebenslauf. Taucht die Lücke auf Seite 2 nach einer blitzsauberen ersten Seite auf, springt Sie dem Betrachter nicht sofort ins Auge.

    7. Anhaltende Arbeitslosigkeit

      Wer längere Zeit arbeitslos ist, hat zwangsläufig eine große Lücke im Lebenslauf. Als Bewerber müssen Sie dann den Zauberkasten auspacken. Immerhin wollen Sie nicht den Eindruck erwecken, dass Sie zuhause nur faul auf der Couch gelegen und Netflix geschaut haben (selbst wenn das so gewesen sein sollte).

      Zunächst mal sollten Sie zweigleisig fahren: Bewerben Sie sich weiter um Jobs, aber bilden Sie sich parallel weiter. Damit werten Sie Ihre Bewerbung auf. Das können Sprachkurse, fachliche Fortbildungen, Praktika oder Hospitanzen sein. Im Internet gib es heute eine Vielzahl an Weiterbildungsseminaren – suchen Sie sich etwas Passendes aus. Oder erkundigen Sie sich bei der Arbeitsagentur nach Ihren Optionen. So vermeiden Sie, dass Ihre Lücke noch größer wird oder eine neue entsteht.

      Außerdem sollten Sie auf Ihre Ausdrucksweise achten. Ein absolutes No-go ist das Wörtchen arbeitslos in der Bewerbung. Es klingt einfach nur schlimm. Bezeichnen Sie sich selbst bitte niemals als arbeitslos, sondern immer nur als arbeitsuchend. Ja, das ist faktisch das Gleiche. Aber unterschätzen Sie die psychologische Wirkung nicht. Arbeitsuchend beinhaltet den Wortbaustein Suche, klingt dynamischer und aktiver. Arbeitslos klingt nach abgehängt, frustriert, am Ende. Sie können auch noch positiver formulieren, zum Beispiel so: Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Aber Achtung: Wenn Sie schon jahrelang in dieser Stellung verharren, könnte das auf den Personaler unfreiwillig komisch wirken.

      Sie können zudem den Fokus auf eine Neuorientierung Ihrer beruflichen Zukunft richten. Beispiel: 05/2018 bis 10/2018 Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich Datenanalyse.

      Natürlich müssen Sie dann erklären, welche Maßnahmen Sie konkret ergriffen haben, um im Bereich XY Fuß zu fassen. Ohnehin gilt: Sammeln Sie jedes einzelne Argument, das Sie haben. Wenn Sie sich Grundwissen in HTML oder Affiliate Marketing angeeignet haben, dann hinein damit in den Lebenslauf. Falls Sie ein paar Brocken Spanisch, Türkisch oder Kroatisch sprechen, dann unter Grundkenntnisse aufnehmen! Und wenn Sie sich auf irgendeine Art und Weise gemeinnützig engagiert haben – und wenn es sich nur um einen Tag beim Dreck-weg-Tag am Strand gehandelt hat – dann erwähnen Sie das. Auch Soft Skills, die von Ihrer Berufserfahrung weitgehend unabhängig sind, können Punkte bringen.

    Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!

    Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!Geschliffene Lebensläufe werden immer unbeliebter. Mehr und mehr Unternehmen, die gerade Bewerbern mit Ecken und Kanten, mit einer ungeraden Vita, eine Chance geben wollen. Das verspricht eine Horizonterweiterung.

    Auch die Digitalisierung sorgt dafür, dass langjährige Konzernkarrieren zur Rarität werden. Umstiege, Quereinstiege, Branchenwechsel und Boomerang Recruiting – all das ist möglich. Angesichts der Fachkräfteengpässe in vielen Branchen ist manch ein Personalchef froh, überhaupt noch Bewerbungen im Posteingang zu finden.

    Eine Lücke im Lebenslauf wird da nicht gleich das Aus bedeuten. Das gilt insbesondere für gefragte Fachkräfte aus dem IT-, Ingenieur- oder Gesundheitsbereich. Aber nicht nur. Bahn-Chef Richard Lutz drückte sich im November 2018 so aus: „Jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird eingestellt.“ Ob mit oder ohne Lücken im Lebenslauf.

    Lücken im Lebenslauf: Die witzigsten Antworten

    Die Lücke im Lebenslauf kann auch für Erheiterung sorgen. Wenn Sie die Frage des Personalers mit einem glänzenden Joke kontern. Wir haben die witzigsten Sprüche aus Social Media gesammelt:

    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich einen Melonenkern vom Laminat aufgehoben.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem Zug der Deutschen Bahn zu twittern.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Ich hatte einen Knoten in meinem Kopfhörerkabel.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Die Ausbildung in Hogwarts zählt für euch Muggel ja nicht.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Beipackzettel wieder zusammenzufalten.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem IKEA wieder herauszufinden.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich mir mit einem Hotelfön die Haare getrocknet.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da kam die neue Staffel von Game of Thrones raus.“
    • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Kundenservice von Vodafone zu erreichen.“
    [Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

    Lebenslauf auf Englisch: Darauf müssen sie achten

    Für eine Bewerbung auf der Insel oder in Übersee können Sie leider nicht Ihren deutschen Lebenslauf recyceln. Sie brauchen einen neuen – einen Lebenslauf auf Englisch. Keine Sorge, das kriegen Sie hin! Ein bisschen Mühe müssen Sie allerdings schon investieren, damit das Endprodukt den HR-Manager überzeugt. Der Lebenslauf auf Englisch unterscheidet sich nämlich in einigen Punkten entscheidend vom deutschen…

    Lebenslauf auf Englisch: Was muss ich beachten?

    Die USA, Kanada, Großbritannien und Australien zählen allesamt zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Erde. Eine Karriere in einem dieser Länder ist mehr als verlockend. Noch günstiger, dass man dort die Lingua Franca Englisch spricht, die nicht gerade zu den schwierigsten Sprachen der Welt zählt.

    Aber auch wenn sie sich für einen guten Englischsprecher halten: Bei der Bewerbung auf Englisch müssen Sie die eine oder andere Kleinigkeit beachten. Von der deutschen Bewerbung unterscheidet sich die englische in einigen Punkten sogar erheblich.

    Es wäre also ein Fehler, Ihren Lebenslauf Eins zu Eins ins Englische zu übersetzen. Das fängt schon bei der Bezeichnung an. In England umschreibt man den Lebenslauf gerne als Curriculum Vitae, in den USA sind Resume oder Personal Resume geläufiger.

    Karrieresprung zeigt Ihnen, was bei der Bewerbung auf Englisch noch wichtig ist…

    Lebenslauf auf Englisch: Wann brauche ich ihn?

    Wenn Sie sich in den USA oder UK bewerben, kommen sie an einem englischen Lebenslauf sowieso nicht vorbei. Es kann aber auch sein, dass Sie bei einem international tätigen Konzern in einem anderen Land anheuern wollen, das Englisch als Geschäftssprache festgelegt hat. Auch in vielen deutschen Unternehmen wird bevorzugt englisch gesprochen.

    Ein englischer Lebenslauf ist also vielseitig einsetzbar. Und er könnte in Zukunft durchaus zum Bewerberalltag dazugehören – falls hierzulande immer mehr Arbeitgeber englischsprachige Bewerbungen einfordern. Das ist zwar reine Spekulation, aber durchaus denkbar.

    Machen Sie sich als Erstes schlau, welches Format verlangt wird: CV oder Resume. Das Curriculum Vitae ist in den USA vor allem in akademischen Berufen gefragt. Andernfalls nimmt man eher ein Resume. Neben Großbritannien bewerben Sie sich auch in Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika klassischerweise mit einem CV.

    Lebenslauf auf Englisch: So schreibt man ihn

    Grundsätzlich ist der englische Lebenslauf keine reine Faktensammlung. Er soll Einblicke geben in Ihre Persönlichkeit und vor allem Ihre Fähigkeiten. Zeigen Sie, welche Erfolge Sie in den vergangenen Jahren gefeiert und welche Herausforderungen Sie gemeistert haben.

    Aber nicht falsch verstehen: In den Lebenslauf auf Englisch gehören nur Stichworte, keine Prosa, kein Blabla, kein Nonsens.

    Achten Sie darauf, vor allem Punkte aufzuschreiben, die eine Relevanz für die jeweilige Stelle haben. Das gilt auch für Hobbys, die Sie angeben. Teamsport oder ehrenamtliches Engagement kommen auch im englischsprachigen Ausland gut an. Sie zeugen von Einsatz, Leidenschaft, Führungsqualitäten. Auf Extremsportarten sollten Sie dagegen besser verzichten. Die hohe Verletzungsgefahr wirkt auf manche Arbeitgeber abschreckend.

    Nehmen Sie also nur die Aspekte auf, die Ihr Profil unterstreichen. Belangloses lassen Sie weg. Die Angelsachsen mögen es kurz und knackig. Denn diese Devise gilt drüben so wie bei uns: Time is money. Kein Personalverantwortlicher wird sich eingehend mit Ihrem Werdegang befassen. Er wird nur kurz Ihr CV scannen und Sie dann in eine Schublade stecken – hoffentlich in die richtige…

    Lebenslauf auf Englisch: So ist er aufgebaut

    Ganz oben schreiben Sie Curriculum Vitae oder Resume oder Personal Resume in den Titel. Wichtig: Im englischen Lebenslauf ist kein Platz für Bewerbungsfotos, das Geburtsdatum oder den Familienstand. Das hat vor allem mit den harten Antidiskriminierungsgesetzen zu tun.

    Teilweise gibt es in den USA auch vollständig anonymisierte Bewerbungen, bei denen gar keine persönliche Daten abgefragt werden. Stattdessen füllt der Bewerber einen Online-Bewerbungsbogen aus oder muss ein vorgefertigtes Bewerbungsformular per Hand bearbeiten und auf dem Postweg zurücksenden.

    Darüber hinaus können Sie am Schluss Ihrer englischen Bewerbung auf Datum und Unterschrift verzichten.

    Diese Angaben kommen hinein:

    • Personal Details

      Die persönlichen Informationen umfassen Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Der Name kommt in die erste Zeile, darunter die restlichen Angaben. Bitte die Umlaute ausschreiben. Ä und Ö gibt es im Englischen nicht. Statt Lisa Müller, München schreiben Sie also Lisa Mueller, Muenchen.

    • Personal Profile/Summary

      Hier stehen zwei bis drei Zeilen zu Ihrer Person. Wer Sie sind, was Sie auszeichnet. Dieser Abschnitt ist optional, Sie können ihn auch komplett weglassen. Es ist aber generell nicht verkehrt, hier seine größten Stärken voranzustellen. Aber bitte nur ganz kurz!

    • Objective

      Welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben, gehört in diesen Abschnitt. Außerdem können Sie noch hinzufügen, warum Sie die Stelle reizt und was Sie in ihr erreichen wollen. Beispielhaft könnte hier stehen: To acquire the position of a senior sales manager and upgrade my knowledge in sales.

    • Professional/Work Experience

      Das ist der berufliche Werdegang. Im Prinzip ist dieser Abschnitt genauso aufgebaut wie im deutschen Lebenslauf. Alle bisherigen Arbeitsstationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Sie starten also mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Vollständig sind die Angaben nur mit Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und der genauen Position im Unternehmen. Tipp: Ergänzen Sie die Angaben stichwortartig mit den Tätigkeiten, die Sie dort ausgeübt haben. Beispiel:

      01/2017-08/2018 Junior marketing manager at Scoobydoo GmbH, Leverkusen, Developing a marketing strategy.

      Wenn Sie kein Curriculum Vitae, sondern ein Resume schreiben, dann können Sie diesen Abschnitt auch straffen. Im Resume sind nur die zwei oder drei Stellen interessant, die für den ausgeschriebenen Job relevant sind. Alle anderen lassen Sie einfach weg. In diesem Fall fangen sie mit dem