Ghosting in der Bewerbung und am Arbeitsplatz: Alle Tipps

Ghosting Dating Bewerbung

Wenn man plötzlich weg ist und unauffindbar, dann spricht man neuerdings von Ghosting. Ein Date, das sich nicht mehr meldet oder gar ein Partner, der ohne Vorwarnung jeden Kontakt abbricht. Im Bewerbungsprozess spielte Ghosting schon immer eine tragende Rolle. Arbeitgeber, die Bewerber links liegen lassen und es nicht mal für nötig erachten, ihnen eine Absage zu schicken. Doch auch Bewerber und Arbeitnehmer können Ghosting betreiben. Wenn sie clever sind, lassen sie es aber bleiben. Job-Ghosting: Es zeugt von schlechtem Stil – und kann schneller nach hinten losgehen, als einem lieb ist…

Ghosting: Was ist das überhaupt?

Ghosting kennen Sie – hoffentlich nicht – aus Ihrem Liebesleben. Die Mode-Vokabel meint Folgendes: Der Freund oder die Freundin meldet sich einfach nicht mehr. Er oder sie reagiert nicht auf Anrufe oder Nachrichten, ruft nicht zurück, schreibt nicht mehr, weder über Whatsapp noch per E-Mail, verschwindet einfach von der Bildfläche.

Ältere Generationen bemühen dafür gerne eine anderes Bild: „Ich geh mal kurz Zigaretten holen.“ Und weg war er – und ward nie mehr gesehen. Gemeint ist das Gleiche.

Ghosting kann jeder betreiben: Lose Kontakte, aber auch enge Freunde, im schlimmsten Fall Paare. Relativ normal ist es wohl bei Dates, die nach dem ersten Treffen den Kontakt abbrechen – wohlgemerkt ohne Begründung. Bricht jemand den Kontakt hingegen ab mit den Worten „Das war’s, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“, dann haben wir es streng genommen nicht mit Ghosting zu tun, sondern mit einem Schlussstrich – oder, um im Englischen zu bleiben: mit einem klaren Cut.

Offenbar betreiben Frauen Ghosting häufiger als Männer. So ergab eine Umfrage des Dating-Portals Elitepartner unter 11.000 Befragten, dass…

  • jede vierte Frau schon einmal jemanden geghostet hat.
  • von den Single-Frauen bis 29 Jahre sogar 36 Prozent schon einmal Ghosting angewandt haben.
  • 19 Prozent der Männer Ghosting betrieben haben.

Der Kern des Ghosting: Es lässt einen ratlos zurück. Der Betroffene kann nur rätseln und über die Beweggründe des Gegenübers mutmaßen. Was kann ihn oder sie dazu veranlasst haben? Hat er oder sie einen Neuen? Hier kommt auch der sogenannte Zeigarnik-Effekt ins Spiel: ein psychologischer Effekt, der besagt, dass man sich an unerledigte, unterbrochene Aufgaben besser erinnert als an abgeschlossene. Sie bleiben im Kopf kleben, während Erfolge schnell abgehakt werden.

Damit einher gehen oft Schuldgefühle und Gewissensbisse. Für die gibt es aber oft – objektiv betrachtet – gar keinen Anlass. Darum ist Ghosting so hinterhältig und regelrecht asozial. Der erste Ratschlag muss daher lauten: Tun Sie es nicht! Betreiben Sie kein Ghosting, auch nicht bei der Bewerbung oder im Job. Warum Job-Ghosting Ihnen schaden kann, erklären wir Ihnen gleich…

Ghosting in der Bewerbung und im Job

Um ehrlich zu sein, ist Ghosting im Bewerbungsverfahren nichts Neues. Es gibt das Phänomen seit Jahr und Tag. So spielt es sich ab: Der Bewerber reicht seine Bewerbungsunterlagen ein, ist frohen Mutes, erhält auch eine Eingangsbestätigung mit dem Hinweis: „Wir melden uns bei Ihnen.“ Und dann? Nichts. Der Arbeitgeber meldet sich nicht zurück.

Ghosting kann auch nach dem Bewerbungsgespräch auftreten. Wenn der Personalmanager gemerkt hat, dass die Chemie nicht stimmt – und den Kontakt abbricht. Das ist zwar eine Arbeitserleichterung, aber Wertschätzung geht anders.

Mögliche Gründe, warum ein Arbeitgeber Ghosting bei der Bewerbung betreibt. Er…

  • hat sich für einen anderen Bewerber entschieden.
  • möchte sich die Mühe nicht machen, Ihnen abzusagen.
  • will Zeit sparen.
  • hat Sie aussortiert und danach schnell vergessen.
  • sagt Ihnen nicht persönlich ab, weil er Angst vor Ihrer Reaktion ab.

Allesamt Gründe, die sehr menschlich, aber dennoch inakzeptabel sind.

Ghosting kann aber auch von Bewerbern oder Arbeitnehmern ausgehen. Diese Fälle scheinen sich zu häufen – speziell im Ausland, wo die Kündigungsfristen kürzer und die Regularien laxer sind. Da erscheinen Mitarbeiter von heute auf morgen einfach nicht mehr zur Arbeit – und die Firmen können nichts dagegen tun.

In Deutschland ist das kaum möglich. Wenigstens eine Kündigung muss der Arbeitnehmer einreichen. Tut er das, kann man nicht mehr von Ghosting sprechen.

Abtauchen können dafür Bewerber während oder nach der Bewerbung. Sie erscheinen trotz einer Einladung nicht zum Vorstellungsgespräch – ohne abzusagen. Sie sind nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr für weitere Rückfragen zu erreichen. Sie reagieren auf einen angebotenen Arbeitsvertrag nicht.

Dahinter stecken natürlich handfeste Beweggründe: Vielleicht ist dem Bewerber klar geworden, dass diese Stelle in diesem Unternehmen doch nicht die richtige für ihn ist. Oder er hat in der Zwischenzeit das Angebot eines Konkurrenten erhalten, das er nicht ablehnen kann. Oder der Bewerber ist feige und will einem unangenehmen Telefonat aus dem Weg gehen.

Job-Ghosting: 6 Beispiele

ghosting jobGhosting gibt es in sehr vielen Konstellationen auf dem Arbeitsmarkt und im Job. Hier noch ein paar andere Beispiele:

  • Kunden, die nach regelmäßiger Zusammenarbeit abtauchen
  • Vertriebler, die nichts mehr von einem Interessenten hören
  • Freiberufler, die keine Rückmeldung von einem möglichen Auftraggeber erhalten
  • Potenzielle Auftraggeber, die keine Rückmeldung vom Freiberufler bekommen
  • Bewerber, die nicht zum Assessment Center erscheinen
  • Alte Kollegen, die trotz ihrer Präsenz in sozialen Netzwerken nicht auf Kontaktanfragen reagieren

An den Beispielen sehen Sie: Manchmal ist Ghosting durchaus nachvollziehbar, meistens aber nicht. Als Bewerber sollten Sie jedenfalls davon absehen. Wir sagen Ihnen auch, warum…

Warum Ghosting Bewerbern schadet

Ghosting ist immer ein schlechter Zug – IMMER. Auch dann, wenn sich beide Parteien einig sind, dass es zwischen ihnen nicht funktionieren kann. Eine höfliche Standardabsage ist das Mindeste, was sowohl Bewerber als auch Unternehmen erwarten können.

5 Gründe, warum Sie als Bewerber kein Ghosting betreiben und dem Unternehmen wenigstens absagen sollten. Ghosting…

  • zeugt von mangelndem Respekt

    Und Respekt fordern heute doch alle unentwegt ein. Also zeigen auch Sie ihn auch, den Respekt!

  • ist feige

    Niemand verlangt von Ihnen übertriebenen Heldenmut im Bewerbungsdschungel. Aber eine höfliche Absage kriegt jeder hin – zur Not per E-Mail. Sie müssen Ihrem Gegenüber nicht einmal in die Augen sehen und die Wahrscheinlichkeit, überhaupt ein Feedback zu erhalten, ist gering. Geben Sie sich einen Ruck!

  • kann Ihnen sehr lange schaden

    Man sieht sich ja bekanntlich immer zwei- oder drei- oder viermal im Leben. Vielleicht wollen Sie in einigen Jahren doch noch bei diesem Unternehmen anheuern. Die Erinnerung an Ihr Ausweichmanöver könnte Sie dann den Job kosten. Speziell in kleinen Branchen, in denen jeder jeden kennt, ist Ghosting brandgefährlich.

  • spricht sich herum

    Und zwar schneller, als Ihnen lieb ist. Dann schadet Ghosting schon sehr kurzfristig. Wenn die Chefs zweier Wettbewerber gut miteinander können und sich gegenseitig Anekdoten auftischen, kriegen Sie weder hier noch dort den Job. Vor allem in kleinen Branchen drohen Nachteile.

  • zeigt Konfliktscheu

    In einer Beziehung oder beim Dating ist Ghosting ein Abgang für Menschen, die nicht in der Lage oder willens sind, einen Konflikt auszutragen oder auszuhalten. Wer sich heimlich aus dem Staub macht, muss sich selbst nicht erklären, den Gegenüber nicht anhören, nichts ausdiskutieren. Sehr bequem. Wahrscheinlich ist so jemand im Privaten kein guter Partner – und im Job-Kontext kein guter Mitarbeiter.

Ghosting durch den Arbeitgeber: Was tun?

Als Bewerber können Sie erwarten, dass das Unternehmen fair mit Ihnen umgeht. Die Realität sieht manchmal anders aus. Darum gilt es zunächst, Ghosting durch den Arbeitgeber von vornherein zu verhindern. Ein paar kleine Kniffe gibt es durchaus, die Ghosting zumindest unwahrscheinlicher machen. Zum Beispiel:

  • Sowohl im Anschreiben als auch am Ende eines möglichen Jobinterviews darauf hinweisen, dass man sich „darauf freut, von Ihnen zu hören“.
  • Am Ende des Vorstellungsgesprächs nach „dem weiteren Vorgehen“ erkundigen.
  • Sich für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken.
  • Den Gesprächspartner bei der Verabschiedung mit Namen anreden.
  • Betonen, welch positiven Gesamteindruck man vom Unternehmen habe.

All das baut – wenigstens subtil – Druck auf, erzeugt Verbindlichkeit.

Wie aber verhalten, wenn man schon zum Ghosting-Opfer geworden ist? Angenommen, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und warten ab. Und warten und warten und warten. Irgendwann dämmert Ihnen, dass Sie keine Antwort mehr erhalten werden.

Dann müssen Sie selbst aktiv werden. Immerhin könnt es ja auch sein, dass Ihre Bewerbung aus Versehen im Spam-Ordner gelandet oder bei der Mitarbeiterin angekommen ist, die in Elternzeit gegangen ist, aber vergessen hat, eine Abwesenheitsnotiz zu aktivieren.

Zunächst einmal: Geben Sie dem Unternehmen Zeit. Nicht drängeln! Nach Ablauf der Wartezeit (zwei Wochen sind angemessen) aber können und sollten Sie nachhaken. Sie könnten eine E-Mail schreiben. Oder anrufen. Versuchen Sie es telefonisch über verschiedene Wege. Rufen Sie in der Personalabteilung an, in der Zentrale, zur Not sogar im Kundenservice oder in der Pressestelle.

Kommen Sie nirgends durch, dann ist auch der Weg über öffentliche Kanäle denkbar. Senden Sie einen Tweet, schreiben Sie über Facebook oder Instagram. Öffentlicher Druck wirkt oft Wunder.

Aber Vorsicht: Sie selbst begeben sich damit ebenfalls in die Schusslinie. Wenn andere Arbeitgeber sehen, dass Sie Firmen im Social Web aggressiv angehen, könnten sie Sie als Unruheherd einordnen und von einer Einstellung Abstand nehmen. Daher auch im Netz immer höflich bleiben!

Und natürlich sollte Ihr aktueller Arbeitgeber nicht Wind davon kriegen, dass Sie sich anderweitig bewerben. Soziale Medien also immer mit Bedacht einsetzen…

Eine Alternative: Eruieren Sie auf Xing oder Linkedin den Personalverantwortlichen des Unternehmens und schreiben ihn direkt an.

Fruchtet keine Ihrer Bemühungen, dann bleibt nur eins: Aufgeben. Was Sie aber durchaus nachträglich noch tun können: Eine Bewertung auf Portalen wie Kununu oder Glassdoor hinterlassen.

Auch hier bitte nicht mit Beleidigungen um sich werfen, sondern sachlich bleiben. Motto:

  • Ich habe nach meiner Bewerbung nichts mehr vom Unternehmen gehört. Das nennt sich wohl Ghosting und zeugt von schlechten Umgangsformen. Schade.

Diese Beziehungsphänomene gibt es noch

Ghosting Dating BewerbungGhosting ist nicht das einzige grassierende Beziehungsphänomen. Daneben gibt es zum Beispiel noch…

  • Cushioning. Das meint, sich neben der aktuellen Freundin oder dem Freund noch jemand anderen warmzuhalten, damit man im Falle einer Trennung butterweich landet.
  • Dann gibt es Benching. Sich immer mal wieder melden, ohne eine verbindliche Beziehung einzugehen. Eine Taktik für Abgebrühte: So kann man weiterhin die Fühler ausstrecken, hat aber jemanden in der Hinterhand für den Fall, dass die Suche im Nichts endet.
  • Wer auf Lovebombing setzt, überschüttet andere mit Liebesbekundungen, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die Phase ist aber erfahrungsgemäß sehr schnell zu Ende.
  • Zombieing bedeutet, dass sich der Ex-Partner oder ein früheres Date nach langer Zeit wieder meldet. Vielleicht, weil er oder sie wieder Single ist.
  • Last but not least scheint auch Gatsbying im Kommen zu sein. Nie gehört? Wer gatsbyed, der möchte andere über soziale Netzwerke beeindrucken und die Aufmerksamkeit seines Schwarms auf sich ziehen. Instagram scheint dabei das perfekte Vehikel für Hobby-Gatsbys zu sein.

Und jetzt die spannende Frage: Welches dieser Dating-Phänomene lässt sich auf die Arbeitswelt übertragen?

Cushioning könnte für Freiberufler mit mehreren Auftraggebern interessant sein, Benching für umworbene Spitzenkräfte, die gelegentlich mit einer neuer Herausforderung liebäugeln.

Lovebombing bietet sich für Unternehmen an, die unbedingt Mister X von der Konkurrenz abwerben wollen. Zombieing kennt man aus der Arbeitswelt als Boomerang-Recruiting.

Gatsbying hingegen kann jeder betreiben – kluge Beiträge in Business-Netzwerken oder Fachforen haben schon so manches Unternehmen nachhaltig beeindruckt…

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[Bildnachweis: Brian A Jackson by Shutterstock.com]

IT-Kenntnisse im Lebenslauf: Alle Tipps für Ihre Bewerbung

IT-Kenntnisse helfen uns dabei, die Digitalisierung nicht nur zu meistern, sondern aktiv zu gestalten. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche EDV-Kompetenzen nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse im Lebenslauf: Darauf kommt es an…

IT Kenntnisse: Definition

IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Softwareentwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

Von Mitarbeitern in kaufmännischen Office-Berufen werden vor allem Excel- und andere Datenbanken-Kompetenzen verlangt, Controller und andere Finanzexperten profitieren von SAP-Skills. Data Scientists und Data Analysts sollten im Umgang mit Big-Data-Tools versiert sein, Online-Redakteure oder Content Manager mit Content-Management-Systemen, Social Media Manager mit Facebook, Twitter, Instagram sowie den wichtigsten Social-Media-Management-Tools.

Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber

  • IT-Kenntnisse
  • oder IT-Kompetenzen
  • oder auch Computerkenntnisse.

Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Dies sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden. Schreiben Sie nur bitte nicht Internet oder gar Surfen in Ihren Lebenslauf. Internet ist keine IT-Kenntnis.

IT-Kenntnisse im Lebenslauf platzieren

IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

Bewerber sollten diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt für die IT-Kenntnisse zu erstellen.

So signalisiert der Bewerber, dass er um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

IT-Kenntnisse Liste

Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

  • Betriebssysteme (zum Beispiel Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
  • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
  • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
  • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
  • Content-Management-Systeme, etwa WordPress, Drupal, Typo3
  • Social-Media-Erfahrung (Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, Tiktok etc.)
  • Social-Media-Management-Tools, zum Beispiel Hootsuite
  • Datenbanksprachen wie SQL, MySQL, MongoDB etc.
  • Big-Data-Anwendungen wie Hadoop, Mahout, Cloudera etc.
  • Cloud-Kenntnisse, etwa Amazon Web Services, Azure
  • Präsentationssoftware wie Powerpoint, Keynote etc.
  • Programmiersprachen, zum Beispiel HTML und CSS, Java, Javascript, C, C++, C#, Swift, Matlab, VBA, Perl, Python, Ruby, Matlab, Kotlin, Visual Basic etc.
  • IT-Tools wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
  • Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) und Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM), zum Beispiel von SAP, Oracle etc.
  • IT-Security-Kenntnisse, etwa Malware-Analyse, Cloud-Sicherheit etc.
  • Hardware-Skills, zum Beispiel Netzwerkkonfiguration, Reparatur etc.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA)
  • IT-Projektmanagement, zum Beispiel Scrum, Kanban, Devops etc.
  • Computer Aided Engineering, zum Beispiel CAD, CAP, CAM etc.
  • Blogging, Content-Erstellung

Sie sehen: Die Liste ist lang. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich im Lebenslauf auf die wirklich wichtigen IT-Kenntnisse, die in Ihrem Beruf und in der angestrebten Stelle von Bedeutung sind.

Außerdem interessiert es den Arbeitgeber wahrscheinlich nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz tolle Texte mit Word schreiben können. Darüber hinaus erweckt eine IT-Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

Trotzdem: Wenn Sie nicht zu bescheiden auftreten und Ihr geballtes IT-Wissen auf keinen Fall unter den Teppich kehren wollen, dann fertigen Sie für Ihren Lebenslauf eine Extra-Seite mit all Ihren IT-Kenntnissen an. Aber bitte schön sauber strukturiert und übersichtlich!

Die 10 wichtigsten IT-Kenntnisse

die wichtigsten it-kenntnisseMit welchen IT-Kenntnissen findet man am leichtesten einen Job? Die Jobbörse Indeed hat ihre Stellenanzeigen dahingehend durchforstet, welche Anforderungen Unternehmen besonders oft nennen. Demnach sind das die 20 IT-Kenntnisse, die am häufigsten nachgefragt werden – beginnend mit der wichtigsten:

  • SQL
  • Python
  • Java
  • Linux
  • Javascript
  • Amazon Web Services
  • C++
  • C
  • C#
  • .NET

IT Kenntnisse im Lebenslauf formulieren

Nicht jede IT-Kenntnis ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

Oder Sie umschreiben Ihre Kenntnisse näher: Wie lange Sie schon bewandert sind in der jeweiligen Bürosoftware oder Programmiersprache (seit 10 Jahren, seit 3 Jahren) oder wie oft Sie im Arbeitsalltag mit ihnen in Berührung kommen (tägliche Anwendung, regelmäßige Anwendung, gelegentliche Anwendung) oder wie Sie sie bei der Arbeit konkret anwenden (zur Weiterentwicklung der Buchhaltung).

Kleine Nebenbemerkung: Sollten Sie sich beispielsweise als absoluter Beginner in Python outen durch den Zusatz seit 6 Monaten, dann zeigt es dem Arbeitgeber zweierlei: Ja, sind Sie auf der einen Seite ein Rookie und müssen mit Python noch viel üben, bevor Sie Profi-Niveau erreichen. Aber sind Sie eben auch engagiert, neugierig und lernen immer etwas Neues hinzu. Sehr positiv!

So könnten Sie Ihre IT-Kenntnisse im Lebenslauf konkret formulieren – einige Beispiel zur Inspiration:

  • MS Word (tägliche Anwendung), MS Excel (häufige Anwendung)
  • Microsoft Word (sehr gute Kenntnisse), Microsoft Excel (gute Kenntnisse), Adobe Photoshop (Grundkenntnisse)
  • Java, Javascript, HTML, C++ (Expertenkenntnisse), Python, SQL (gute Kenntnisse), Ruby (Grundkenntnisse)
  • Java, PHP, C# (seit 10 Jahren), Ruby, Matlab (seit 7 Jahren), Python (seit 3 Jahren), Julia (seit 1 Jahr)
  • SAP (zertifiziert in SD und PP, Durchführung interner Schulungen und Vorträge)
  • Scrum (Licensed Scrum Master seit 2017)
  • SAP FI (seit 2015 in täglicher Anwendung im Vertriebscontrolling)
  • MS Powerpoint (regelmäßige Erstellung von Kundenpräsentationen), MS Photoshop (regelmäßige Bearbeitung von Bildern für die Unternehmenswebseite und Social Media)
  • Sehr gute Kenntnisse in Microsoft Windows, Linux. Gute Kenntnisse in WordPress. Grundkenntnisse in SEO.

Wenn Sie nur wenige IT-Kenntnisse im Lebenslauf stehen haben, dann können Sie alle hintereinander schreiben – so wie oben. Bei sehr vielen IT-Skills können Sie spezielle Kategorien aufnehmen. Zum Beispiel so:

Programmiersprachen: …
Datenbanken: …
Unternehmenssoftware: …

Oder Sie dampfen Ihre IT-Fähigkeiten ein auf jene, die im angestrebten Job wirklich relevant sind. Alle anderen streichen Sie. Alternativ können Sie Ihren Lebenslauf auch um eine Extra-Seite verlängern, auf die Sie all Ihre IT-Kenntnisse übersichtlich anordnen.

Sie können Ihre IT-Kenntnisse auch grafisch darstellen – mit Sternen etwa oder einer Punkteskala.

IT-Kenntnisse erwerben und verbessern

Sie verfügen nur über wenige IT Kenntnisse – oder Ihre sind nicht mehr auf dem neuesten Stand? Das lässt sich jederzeit ändern. Heutzutage ist es so einfach wie nie zuvor, sich zusätzliche IT-Skills draufzuschaffen. Hier sind die wichtigsten Mittel und Wege, über die Sie IT Kenntnisse erwerben:

  • Youtube-Tutorials

    Youtube ist für viele die erste Anlaufstelle in punkto Weiterbildung. Gut möglich, dass Sie ein passendes Tutorial zu Ihrem Wunschthema finden. Geben Sie Ihr Keyword einfach mal in die Suchmaske von Youtube ein. Die Auto-Vervollständigung spuckt Ihnen wahrscheinlich schon erste Vorschläge aus. Zwar nervt die Werbung auf dem Videoportal, aber vorteilhaft ist: Der Content ist kostenlos.

  • E-Learning-Anbieter

    In den letzten Jahren sind zahlreiche professionelle E-Learning-Anbieter auf der Bildfläche aufgetaucht. Manche Online-Kurse sind kostenlos, für andere müssen Sie einen gar nicht so geringen Geldbetrag lockermachen. Für alle guten Kurse aber brauchen Sie ausreichend Disziplin und Durchhaltevermögen. Hier sind die wichtigsten E-Learning-Anbieter:

    • Coursera
    • Edx
    • openHPI
    • Udemy
    • FutureLearn
    • Linkedin Learning
    • Codecademy
    • General Assembly
    • Khanacademy
    • Treehouse
    • Free Code Camp
  • Schulungen und Workshops

    Auch Präsenzseminare sind eine Option für alle, die neue IT-Kenntnisse erwerben wollen. Der Markt ist groß, verschiedenste Anbieter laden zu IT-Schulungen und Workshops ein, beispielsweise der TÜV oder die IHK. Präsenzveranstaltungen bieten sich für alle an, die den persönlichen Austausch bevorzugen – und die sich zuhause vorm Bildschirm nicht so gut fokussieren können.

  • Hackathons

    Ein Hackathon ist ein Event für Programmierer. Sie kommen an einem oder mehreren Tagen zusammen, um eine ganz spezielle Herausforderung zu lösen oder kreative Ideen zu generieren. Hackathons richten sich nicht an Anfänger, sondern an Fortgeschrittene. Wenn Sie also schon über profundes IT-Wissen verfügen, können Sie es auf Hackathons anwenden und vertiefen.

IT-Kenntnisse im Lebenslauf: 5 Tipps

  1. Wahrheit

    Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie es lieber sein mit der Bewerbung.

    Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

    Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Fremdsprachenkenntnissen genauso.

    Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

  2. Reihenfolge

    Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der Tech-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

    Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

    Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

  3. Belege

    Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

    In manchen Jobs kommen Sie außerdem um eine Zertifizierung nicht herum. So bestehen manche Arbeitgeber zum Beispiel darauf, dass Sie ein zertifizierter Scrum Master sind. Oder ein zertifizierter SAP-Berater. Wenn Sie über ein oder mehrere Zertifikate verfügen, die Ihre Kompetenzen belegen, nehmen Sie sie unbedingt in Ihre Bewerbung auf.

    Zahlreiche Unternehmen und Organisationen bieten Zertifizierungen in den unterschiedlichsten IT-Bereichen an. So gibt es zum Beispiel Amazon Web Services-, Apple-, Cisco-, Checkpoint-, Citrix-, Cloudera-, IBM-, Macromedia-, Microsoft-, MySQL-, Oracle-, PHP-, SAP-, Scrum-, TÜV Süd- und Linux-Zertifizierungen. Und das sind immer noch längst nicht alle…

  4. Aktualität

    Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume sind für den Personaler von Interesse.

    Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

  5. Beispiele

    Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt und zu einem erfolgreichen Ende geführt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

[Bildnachweis: REDPIXEL.PL by Shutterstock.com]

Keine Antwort auf Bewerbung: Was tun?

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Keine Antwort auf Bewerbung erhalten – das ist mehr als nur unhöflich. Bewerber wollen wissen, wie es um Ihre Chancen steht oder ob der Zug schon lange ohne sie abgefahren ist. Böse Absicht steckt oft nicht dahinter, wenn das Unternehmen Sie im Unklaren lässt. Zeitnot und Personalmangel schon eher. Die meisten Personalbüros haben auch gar nichts dagegen, wenn Sie sich nach dem Status Ihrer Bewerbung erkundigen. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Spielregeln…

Keine Antwort auf Bewerbung: So oft kommt es vor

Die meisten Unternehmen brauchen drei bis sechs Wochen, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sondieren. Die meisten werden aussortiert, andere landen auf dem „Weiter“-Stapel.

Nun darf man es durchaus als Konsens betrachten, dass nicht jeder Bewerber und nicht jede Bewerberin eine Zusage verdient hat – eine Absage indes schon. Eine (förmliche) Absage ist das Mindeste, was ein Bewerber vom Nicht-Arbeitgeber in spé erwarten kann.

Aber nein, selbstverständlich ist auch die keineswegs. Viele Unternehmen machen sich die Mühe nicht, Bewerbungsabsagen zu versenden – geschweige denn einen Zwischenstand oder eine Eingangserklärung.

Es kommt einfach keine Reaktion, null, niente, gar nichts. Die Bewerber fischen im Trüben, wissen nicht, wie es um ihre Chancen steht. Das ist hochgradig ärgerlich und frustrierend – und ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Es ist in einem Wort: respektlos.

Dabei werden die Geduldsfäden der Bewerber immer kürzer. 75 Prozent der Fachkräfte in Deutschland erwarten laut Stepstone-Umfrage nach spätestens 14 Tagen eine verbindliche Rückmeldung zu ihrer Bewerbung – über eine Eingangsbestätigung hinaus.
Nach zwei Monaten sollte der gesamte Bewerbungsprozess von der Jobsuche bis zur Vertragsunterschrift abgeschlossen sein, finden drei von vier Bewerbern.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Von der ersten Recherche bis zur Vertragsunterschrift vergehen im Schnitt sechs Monate. 45 Tage nach Versand hat jeder zweite Bewerber noch immer keine qualifizierte Rückmeldung erhalten. Seit 2016 hat sich die Feedback-Quote demnach sogar um fünf Prozent verschlechtert. Gründe dafür gibt es erstaunlich viele…

Keine Rückmeldung: Bewerber hassen es!

Keine Antwort auf Bewerbung FeedbackKeine Antwort auf eine Bewerbung erhalten – das ist eines der größten Ärgernisse für Bewerber. Für die meisten ist es sogar der nervigste Aspekt überhaupt! Dieser Meinung waren jedenfalls 58 Prozent der Teilnehmer einer Forsa-Befragung.

Die Ergebnisse decken sich mit einer Umfrage von Karrierebibel. Demzufolge sind nach Ansicht von Bewerbern dies die drei schlimmsten Dinge, die Arbeitgeber machen können:

  • Kein ehrliches Feedback darüber geben, woran die Bewerbung gescheitert ist.
  • Nach der Bewerbung nie wieder etwas von sich hören lassen.
  • Keine Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch geben.

Rückmeldung nach Bewerbung: Was Sie erwarten können

Eine Entschuldigung dafür, nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch nicht einmal eine Absage zu verschicken, gibt es nicht. Ein Unternehmen sollte keinen Bewerber ignorieren – wie surreal oder unprofessionell sein Auftritt auch gewesen sein mag.

Eine kurze, förmliche Absage kann jeder erwarten. Wer eine freie Stelle hat und aktiv nach Neuzugängen sucht, muss damit rechnen, auch unpassende Angebote zu erhalten (und wer keine freie Stellen hat, muss mit unpassenden Initiativbewerbungen rechnen).

Am besten, Unternehmen bringen im Verlaufe des Auswahlverfahrens diese Nachrichten auf den Weg:

  • Eine kurze Mail, die den Eingang der Bewerbung bestätigt.
  • Eine Mail, die über den Zwischenstand informiert (erst recht bei mehrstufigen Bewerbungsverfahren).
  • Eine freundliche Absage oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Keine Antwort auf Bewerbung: Mögliche Gründe

Aus Arbeitgebersicht gibt es sehr gute Gründe, KEINE Absagen auf Bewerbungen zu verschicken. Rückmeldungen verursachen Aufwand, nehmen Zeit in Anspruch und kosten Geld.

Natürlich können auch andere, organisatorische Gründe dahinterstecken – zum Beispiel eine zu dünne Personaldecke. Oft liegt es am Bewerber selbst, den man gewissermaßen als keiner Antwort würdig erachtet. Wenn er oder sie zum Beispiel unvollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht, die Bewerbungsfrist nicht eingehalten oder eine unglückliche Betreffzeile gewählt hat. Oder wenn der Bewerber eine völlig unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle aufweist.

Es gibt aber noch andere Gründe. Hier sind 7 Gründe, warum Sie auf Ihre Bewerbung keine Antwort erhalten:

  • Im Spam-Ordner gelandet

    Wenn die Bewerbung im Spam-Ordner landet und nicht rechtzeitig herausgefischt wird, erhalten Sie auch keine Rückmeldung. Oder wenn Sie den falschen Empfänger angeschrieben haben. Es muss also gar keine böse Absicht hinter dem fehlenden Feedback stecken. Gerade deshalb ist es sinnvoll, als Bewerber zeitnah nachzufassen, ob die Bewerbungsunterlagen überhaupt eingegangen sind. Tipp: Diesen Grund können Sie auch aktiv am Telefon nennen. Es ist mir schon einmal passiert, dass meine Bewerbung im Spam-Ordner versickert ist. Deshalb möchte ich bei Ihnen vorsichtshalber mal nachfragen. Falls es sich anbietet, dann bestätigen Sie bei der Gelegenheit direkt noch einmal Ihr Interesse an dem Job. Vorteil: Sie bleiben dem Personaler persönlich in Erinnerung. Anbiedernd sollten Sie allerdings nicht klingen.

  • Bewerbungsprozess abgeschlossen

    Sie wissen nicht, wie viele Mitbewerber es gibt und seit wann die Stellenanzeige, auf die Sich beworben haben, überhaupt schon kursiert. Vielleicht ist zu dem Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Bewerbung versendet haben, der perfekte Kandidat schon längst gefunden worden. Für das Unternehmen besteht damit keine Notwendigkeit mehr, andere Bewerber zu kommunizieren. Das ist grob unhöflich und strategisch unclever, aber eben auch allzu menschlich. Oder aber, Sie waren einfach zu spät dran. Wenn Sie sich nach Ende der Bewerbungsfrist bewerben, ist der Job futsch. Schlechtes Timing kann dafür verantwortlich sein, dass Sie keine Rückmeldung auf Ihre Bewerbung erhalten.

  • Bewerbung aussortiert

    Es kann gut sein, dass Sie die Stelle wegen fehlender Qualifikationen schlichtweg nicht bekommen und frühzeitig aus dem Kandidatenpool geflogen sind. Verfügt das Unternehmen über miese Umgangsformen oder schlechte IT-Tools, dann landet eben nicht einmal eine Absage in Ihrem Posteingang. Aber grämen Sie sich als Bewerber nicht. Es könnte auch sein, dass die Stellenanzeige extern wie intern ausgeschrieben wurde und der langjährige interne Mitarbeiter von Anfang an die Nase vorn hatte. Fehlende Rückmeldung nach einer Bewerbung ist KEIN Beleg dafür, dass Ihre Bewerbung schlecht war. Diese Erkenntnis ist wichtig, um bei der Jobsuche nicht den Mut zu verlieren.

  • Fake-Stellenanzeige geschaltet

    Zahlreiche Unternehmen inserieren nur zum Schein. Sie schalten Stellenanzeigen in Jobbörsen und Zeitungen, um ihr Image zu wahren. Nach dem Motto: Seht alle her, unser Laden läuft rund! Dahinter können handfeste Interessen stehen. Startups, die auf der Suche nach Investoren sind; Mittelständler, die ihre Rivalen ärgern und verunsichern oder Unternehmen, die ihrer Bank einen dezenten Hinweis geben wollen, wie gut sie doch dastehen. Es gibt viele Szenarien, in denen Fake-Stellenanzeigen Sinn ergeben. Redlich sind se deswegen aber noch lange nicht.

  • Personaler verreist

    Es spricht nicht gerade für das Unternehmen, wenn die zuständigen Mitarbeiter mitten im Bewerbungsprozess unerreichbar sind. Aber es kommt vor. Gerade in kleineren Betrieben, in denen ein einzelner Personaler alle Bewerber sichtet, können unvorhergesehene Ereignisse den Zeitplan komplett durcheinanderwirbeln. In diese Kategorie fällt auch die Corona-Pandemie. Sie stellt alles auf den Kopf, auch Terminpläne und Kommunikationswege. Gut möglich, dass sich das Bewerbungsprozedere dadurch wie Kaugummi in die Länge zieht.

  • Unterlagen unvollständig

    Der Weg zum Job führt heute oft über Online-Bewerbungsplattformen. Jeder Bewerber muss sich durch das gleiche System und die gleichen Formulare kämpfen. Manche Systeme sortieren Bewerbungen automatisch aus, wenn diese unvollständig oder nicht kompatibel sind – ohne Rückmeldung zu geben. Prüfen Sie also am besten noch mal, ob Ihre versendeten Unterlagen korrekt und komplett waren.

  • Interne Pläne geändert

    Unternehmen wollen heute flexibel sein, wendig und flink. Das beinhaltet auch, dass sie ihre Pläne schnell ändern – vielleicht zu Ihrem Nachteil. Bei Budgetkürzungen oder Umstrukturierungen ändern sich die Prioritäten eines Unternehmens schneller als der Wind. Ihre Stelle, die gestern noch dringend besetzt werden musste, ist heute schon überflüssig. Feedback für Bewerber steht dann auf der To-do-Liste nicht mehr auf der ersten Seite ganz oben, sondern auf der letzten Seite ganz unten.

Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie tun können

Die Antwort ist naheliegend: Bewerber können einfach beim Unternehmen nachfragen, wenn Sie keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten haben. Aber wann und wie sollte ein Bewerber das tun?

Der Grat ist schmal zwischen berechtigtem Interesse und Penetranz. Das erfordert von Ihnen Fingerspitzengefühl. Schließlich wollen Sie ja nicht verzweifelt wirken, als jemand, der nur diese eine Joboption hat, weil ihn mutmaßlich kein anderer Arbeitgeber einstellen will. Nicht umsonst gibt es ja die Redewendung: „Willst du gelten, mach dich selten.“

Auf der anderen Seite wollen Sie natürlich wissen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Sie wollen Planungssicherheit. Und außerdem müssen Sie dem Arbeitgeber ja seine Ignoranz auch nicht einfach so durchgehen lassen. Wer sich als Bewerber nicht mehr meldet, belohnt das Unternehmen geradezu für seine schlechten Manieren – indem er ihm Arbeit erspart.

In Wahrheit können sich die meisten Personalbüros über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Wenn Sie also wutentbrannt anrufen und sich lautstark echauffieren, wird das am Ende nur dazu führen, dass Sie in der Mittagspause des Personalers fortan der Running Gag sind. Üben Sie nicht zu früh zu viel Druck aus, sondern versuchen Sie es mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie.

Nach Bewerbung anrufen: Aber wann?

keine antwort auf bewerbung Sollen Sie nachhaken, wenn Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten haben? Ja, gerne! Das finden sogar die Personaler selbst. Und wenn es nach ihnen geht, müssen Sie auch gar nicht so lange warten.

Zwar haben nur sechs Prozent der Befragten laut Umfrage der Personalberatung Robert Half Verständnis dafür, wenn Sie schon drei Tage nach Ihrer Bewerbung durchklingeln. Mehr als jeder Vierte aber hält eine Wartezeit von sechs bis sieben Tagen für angemessen. Nur sechs Prozent finden, dass Bewerber überhaupt keinen Kontakt mehr aufnehmen sollten.

Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto früher können Sie sich melden. In größeren Firmen ist das Bewerberangebot in der Regel deutlich größer. Das erhöht den Aufwand – und die Abneigung gegen allzu frühe Kontaktaufnahmen.

Keine Antwort auf Bewerbung: 5 Tipps

Was sollten Sie beachten, wenn Sie keine Reaktion auf Ihre Bewerbung erhalten haben – oder wenn Sie die Befürchtung haben, nie wieder etwas vom Unternehmen zu hören? Hier sind 5 wichtige Punkte:

  1. Bewerbungsunterlagen

    Die Selbstverständlichkeit zuerst: Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung Hand und Fuß hat. Sie sollte vollständig und korrekt sein, die richtige Betreffzeile, Kennziffer, Adresse und Ansprechpartner aufweisen. Und sie muss vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschickt worden sein. In einem Satz: Vermeiden Sie formale Fehler. Das vergrößert schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder etwas vom Unternehmen hören werden…

  2. Timing

    Nicht nur die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – auch die vieler Unternehmen. Ein Bewerbungsverfahren zu stemmen ist für die meisten jedenfalls kein Klacks. Geben Sie dem Unternehmen daher ausreichend Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sortieren. Zwei bis drei Wochen sollten Sie mindestens warten, bis sie wieder von sich hören lassen und nachfassen. Als Richtwert können Sie sich auch 15 Werktage merken. Sofern Ferien dazwischen liegen, können Sie die Wartezeit auch noch weiter verlängern – schließlich machen auch Personaler Urlaub. Und nicht jede HR-Abteilung verfügt über personellen Ersatz.

  3. Kanal

    Sehen Sie bitte davon ab, den HR-Verantwortlichen per Whatsapp oder SMS zu kontaktieren. Das ist indiskret und fast schon creepy. Es handelt sich nicht um angemessene Kommunikationskanäle zwischen HR-Büro und Bewerber. Noch schlimmer wäre es, ihn oder sie via Twitter oder Facebook nach einem Zwischenstand zu fragen. So verlagern Sie das Geschehen in die Öffentlichkeit – das ist Tabu! Und Ihre Chancen auf Einstellung dürften dadurch nicht gerade steigen. Eine private Nachricht über Xing oder Linkedin wäre dagegen völlig in Ordnung. Die beste Alternative ist es, eine kurze E-Mail zu schreiben oder persönlich anzurufen – je nachdem, ob Sie mehr der Redner oder mehr der Schreiber sind. Denn manchmal kommen geschriebene Worte nicht so freundlich rüber, wie sie eigentlich gemeint waren. Wenn Ihnen das auch häufiger passiert, rufen Sie lieber an…

  4. Höflichkeit

    Der direkte Weg hat einen Vorteil: Er spart Zeit. Ein kurzer Satz, in dem Sie nach dem Stand Ihrer Bewerbung fragen, sollte daher doch eigentlich ausreichen, oder? Nein, ganz falsch! Unterschätzen Sie die Macht des Freiherrn von Knigge nicht. Achten Sie stets darauf, höflich und charmant zu bleiben. Hallo Herr Schneider, können Sie mir zu meiner Bewerbung schon etwas sagen? Viele Grüße. Ist das höflich? Auf den ersten Blick durchaus, aber ein wenig nonchalant ist es trotzdem. Zu direkt, zu schnell, zu wenig. Natürlich sollen Sie dem Personalverantwortlichen keine Zeit klauen, indem Sie ihm einen halben Roman vorsetzen. Aber ein, zwei einleitende Sätze dürfen es schon sein, mit denen Sie Ihre Mail beginnen. Zum Beispiel: Sehr geehrter Herr Schneider, vor vier Wochen hatte ich mich bei Ihnen als Buchhalter beworben. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für das angenehme Gespräch. Nun würde ich Sie gerne kurz nach einem Zwischenstand fragen. Gibt es einen aktuellen Status meiner Bewerbung? So ähnlich können Sie das auch formulieren, wenn Sie Herrn Schneider anrufen. Also: Nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ausholen – zumindest ein wenig…

  5. Optionen

    Verzweiflung ist ein Signal, das niemand aussenden sollte. Das gilt für den Heiratsmarkt genauso wie für den Jobmarkt. Drängeln Sie zu penetrant, wecken Sie Misstrauen auf der anderen Seite. Was ist mit dem los? Will den sonst etwa keiner? Auf der anderen Seite wirkt es anmaßend, arrogant und leidenschaftslos, wenn Sie mit Angeboten wedeln. Nach dem Motto: Ich habe ein halbes Dutzend Vertragsangebote auf dem Tisch, also beeilen Sie sich mal! Das kann zudem erpresserisch wirken. Diesen Spagat auszubalancieren ist zugegebenermaßen schwierig. Wenn Sie es hinkriegen, andere Optionen dezent einfließen zu lassen, aber gleichzeitig zeigen, dass Sie weiterhin sehr an der Stelle interessiert sind, könnten Ihnen Vorteile erwachsen. Motto: Ich würde unheimlich gerne für Ihr Unternehmen arbeiten, aber gerate allmählich unter Zeitdruck. Ein kurzes Feedback Ihrerseits würde meine Planungen da schon enorm erleichtern…

Nachfassen: 6 Tipps fürs Telefonat

Keine Antwort auf Bewerbung TippsDas Nachfass-Telefonat kann in die Hose gehen – wenn Sie allzu fordernd oder dreist auftreten. Mit diesen 6 Tipps behalten Sie die Kontrolle:

  • Legen Sie sich die Stellenanzeige zurecht – oder öffnen Sie sie in Browser – damit Sie die wichtigsten Infos vorliegen haben.
  • Überlegen Sie sich ein, zwei einleitende Sätze, die Sie nach Ihrer Vorstellung sagen.
  • Reden Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
  • Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind – und an dem kein lautes Gekicher oder Gehämmer im Hintergrund zu hören ist.
  • Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gesprächspartner gerade keine Zeit für Sie hat und fragen Sie, wann es ihm besser passen würde.
  • Bedanken Sie sich zum Schluss noch einmal und verabschieden sich höflich – am besten, Sie nennen dabei noch einmal den Namen Ihres Ansprechpartners.

Keine Rückmeldung auf Bewerbung: Ihre Optionen

Diese 3 Optionen haben Sie, wenn Sie keine Rückmeldung auf Ihre Bewerbung bekommen:

  • Anrufen

    Sie können per Telefon nachfassen oder eine E-Mail schreiben. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass Sie auf schriftlichem Weg erst recht und schon wieder keine Antwort erhalten. Am besten, Sie räumen die Missverständnisse am Telefon aus.

  • Abhaken

    Wer will schon für ein Unternehmen arbeiten, das mit seinen Bewerbern derart respektlos umspringt? Fehlendes Feedback ist ein Signal, das einen zum Nachdenken anregt. Sie können den Arbeitgeber also auch zu den Akten legen. Au revoir und auf Wiedersehen! Aber brechen Sie andererseits nicht zu früh den Stab über die Firma: Vielleicht handelt es sich beim ausgebliebenen Feedback ja wirklich um ein Versehen (Stichwort: Spam-Ordner).

  • Bewerten

    Es riecht nach billiger Rache, wenn Sie in einem Bewertungsportal wie Kununu oder Glassdoor Ihren Frust herauslassen. Andererseits: Wenn eine negative Bewertung gerechtfertigt ist, dann ist sie gerechtfertigt. Berichten Sie also ruhig über Ihre Erfahrungen als Bewerber. Aber dabei bitte immer sachlich bleiben. Und ganz wichtig: Senden Sie nie Texte, Mails oder Postings, wenn Sie innerlich kochen – immer nur im abgekühlten Zustand. Abgedrehte Schimpftiraden und Hate Speeches sind absolut unangebracht. Immerhin handelt es sich ja trotz allem NUR um eine Bewerbung.

Aber der wohl wichtigste Ratschlag für alle, die keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten, lautet: Halten Sie unbedingt weiter nach attraktiven Jobs Ausschau! alles andere wäre naiv. Auch dann noch, wenn Sie sehr wohl eine Rückmeldung erhalten haben, das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist und Sie weiterhin ein gutes Gefühl haben.

Wer aktiv weitersucht, behält das Heft des Handelns in der Hand und erhöht seine Jobchancen. Darum: Weitermachen!

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Fremdsprachenkenntnisse im Lebenslauf richtig bewerten und angeben

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung Sprachkenntnisse

Ohne Fremdsprachenkenntnisse kein Job! Diese Gleichung gilt heute mehr denn je. In vielen Jobs und Branchen ist Englisch längst Standard, eine zweite Fremdsprache erwünscht. Es gibt aber auch Situationen, in denen Bewerber ihre Sprachkenntnisse lieber nicht auf einen Sockel heben. Wie Sie als Bewerber mit Ihren Fremdsprachenkenntnissen in der Bewerbung überzeugen…

Fremdsprachenkenntnisse Bedeutung

Warum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 31 Prozent von ihnen sagen: Weil dessen Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen mangelhafte Fremdsprachenkenntnisse zwar hinter Ablehnungsgründen wie „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“, aber immer noch in den Top Ten auf Platz 10.

Und laut einer Umfrage der Jobbörse Indeed verständigt sich fast jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland am Arbeitsplatz täglich (auch) in einer anderen Sprache als deutsch, andere zumindest mehrfach pro Woche. Manche korrespondieren mit ausländischen Kunden, andere tauschen sich mit internationalen Kollegen aus, wieder andere mit Dienstleistern jenseits der Landesgrenzen. Vor allem im Schriftverkehr werden Fremdsprachenkenntnisse eingesetzt, in Telefonaten oder Meetings seltener.

Wie bedeutsam Sprachkenntnisse im Job mittlerweile sind, zeigt auch die Liste der wichtigsten Hard Skills 2020 in Deutschland von Business-Plattform Linkedin. Fremdsprachen tauchen im Ranking auf Position sieben auf. Nur sechs Fähigkeiten sind demnach angesagter, darunter Schwergewichte oder Trendsetter wie Blockchain, Analytisches Denken, Künstliche Intelligenz und Vertrieb.

Diese Fremdsprachenkenntnisse in die Bewerbung aufnehmen

An Fremdsprachenkenntnissen kommen viele Berufstätige heutzutage nicht mehr vorbei. Weil sie zum Beispiel im Ausland arbeiten oder bei einem internationalen Unternehmen im Inland, dessen Amtssprache englisch ist. Darum gehört Englisch nicht nur zum guten Ton, die Sprache ist Standard.

Positiv: Nahezu jeder Bewerber, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, verfügt heute über Englischkenntnisse. Freilich unterscheidet sich die Anzahl der Schuljahre. Letztlich kommt es darauf an, wie gut man die fremde Sprache wirklich beherrscht. In der Bewerbung ist das Kompetenzniveau entscheidend.

Abheben können sich Bewerber mit Englisch also nicht. Dazu benötigen sie schon eine zweite Fremdsprache. Am besten, diese ist deckungsgleich mit den Realitäten und Ambitionen des Unternehmens. Will die Firma ihre China-Geschäfte ausbauen, sind Chinesischkenntnisse ein Pfund, mit dem Bewerber wuchern können. Wer sich dagegen mit Verweis auf seine exzellenten Finnisch-Skills bei einem Unternehmen bewirbt, dass in Finnland in keiner Weise präsent ist oder sein wird, dürfte kaum Vorteile haben.

Die Aufgabe lautet also herauszufinden: In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wo oder wohin will es expandieren? Welche Sprachkenntnisse werden dabei hilfreich sein?

Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Finnisch-Kenntnisse auch dann nicht verschweigen, wenn Sie ihnen vermutlich nichts bringen. Allein die Beherrschung verschiedener Sprachen zeugt von Interesse, Neugier und Lernbereitschaft…

Fremdsprachenkenntnisse: Anforderungen aus der Stellenanzeige herauslesen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Anforderungen, die in einer Stellenanzeige auftauchen. Muss-Anforderungen sind zwingend zu erfüllen, wenn Sie als Bewerber die Stelle wollen. Kann-Anforderungen dagegen sind so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte: Schön, wenn sie da sind, aber keine Voraussetzung.

In Bezug auf Fremdsprachenkenntnisse formulieren Arbeitgeber Muss-Anforderungen zum Beispiel so:

  • perfekte Beherrschung der deutschen Sprache
  • gute bis sehr gute Englischkenntnisse
  • …setzen wir verhandlungssichere Englischkenntnisse voraus
  • sehr gute Französischkenntnisse in Wort und Schrift

Wenn Sie solche Ausdrucksweisen in einer Stellenanzeige entdecken, können Sie davon ausgehen, dass Sie an diesen Sprachkenntnissen nicht vorbeikommen – und dass Sie auch im Berufsalltag in einer Fremdsprache werden kommunizieren müssen. Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn Sie etwa im internationalen Vertrieb oder im Produktmanagement arbeiten. Es kann sich um Telefongespräche handeln oder um E-Mails, in denen Ihnen keine frappierenden Fehler unterlaufen sollten.

Es gibt aber auch Formulierungen in einer Stellenanzeige, die darauf schließen lassen, dass es sich „nur“ um Kann-Anforderungen handelt. Beispiele:

  • …verfügen Sie idealerweise über gute Kenntnisse der russischen Sprache
  • …Sprachkenntnisse in Polnisch und Tschechisch wären wünschenswert
  • …von Vorteil wären Japanisch- oder Koreanischkenntnisse

Sie sind für die Stelle keine Voraussetzung. Aber wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, erhöhen Sie damit sehr wohl Ihre Jobchancen.

Sprachkenntnisse in Anschreiben und Lebenslauf platzieren

Sollte man die Sprachkenntnisse stets in einer Bewerbung nennen?

Prinzipiell: Ja. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aus den abenteuerlichsten Gründen. Aber Fremdsprachenkenntnisse gehen generell mit wünschenswerten Eigenschaften einher: Lerneifer, Neugier, Engagement zum Beispiel. Und die sind für einen Arbeitgeber immer brauchbar. Auch könnten Sprachkenntnisse darauf hindeuten, dass Sie über ein gewisses intellektuelles Niveau verfügen – schön!

Aber: Wenn Sie etwa mit Ihren Spanischkenntnissen prahlen wollen, Sie diese im neuen Job aber rein gar nicht einsetzen können, dann sollte Spanisch keinen prominenten Platz in Ihrer Bewerbung einnehmen. Im Lebenslauf auflisten? Ja, sicher. Im Anschreiben extra erwähnen oder im Lebenslauf demonstrativ hervorheben (durch Fettung etwa)? Auf keinen Fall. Das würde wiederum schlechte Eigenschaften zu Tage fördern: das Unvermögen, Dinge zu priorisieren oder zu analysieren.

Optimal wäre es, wenn Ihre Fremdsprachenkenntnisse vom Unternehmen gebraucht oder sogar aktiv nachgefragt würden. Dann ist es eine gute Strategie, sie in den Bewerbungsunterlagen möglichst präsent zu machen. Sind sie weniger wichtig, dann sollten andere Skills die vorderen Plätze einnehmen.

Es kommt dabei überdies auf den Beruf und die Branche an. In einem Wirtschaftszweig, der durch internationale Verflechtungen geprägt ist, kann man mit Sprachkompetenzen etwas anfangen. Sie können ein Vorteil sein, selbst wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige nicht danach gefragt hat. Ein Mittelständler oder Handwerksbetrieb dagegen, der hauptsächlich in der Heimatregion aktiv ist, dürfte sich über die Betonung Ihrer Japanischkenntnisse verwundert die Augen reiben. Im schlimmsten Fall fasst er es als überheblich und sonderbar auf – und sortiert Sie aus.

Und dann wären da noch die alten, klassischen Sprachen wie Latein, Hebräisch oder Altgriechisch, die im Alltag gar nicht mehr gesprochen werden. Wichtig sind sie allenfalls für angehende Historiker oder Theologen. Weglassen müssen Sie Ihr Latein-Wissen selbstverständlich nicht, aber damit angeben sollten Sie ebensowenig. Sie müssen für diese Sprachen auch keine Kompetenzstufen angeben. Latinum, Graecum oder Hebraicum genügen.

Die 10 wichtigsten Fremdsprachen

Die wichtigsten Fremdsprachen SprachkenntnisseWelche Fremdsprachen sind im Beruf am wichtigsten? Um dies herauszufinden, wertete die Online-Jobbörse Joblift in einem Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 15 Millionen Stellenanzeigen von mehr als 1.000 Webseiten aus. In 3,4 Millionen Anforderungsprofilen wurden Sprachkenntnisse in Englisch gefordert – damit liegt englisch unangefochten auf Platz eins. Zum Vergleich: Die zehn Sprachen dahinter kamen zusammen nur auf ca. 420.000 Treffer.

Die große Bedeutung einer Sprache auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat in der Regel eine von drei Ursachen (oder eine Kombination aus mehreren): Entweder ist sie die Sprache eines Nachbarlandes (z.B. Dänisch, Niederländisch) oder sie wird von vielen Menschen weltweit (z.B. Chinesisch, Spanisch) oder innerhalb Deutschlands von den Mitgliedern einer großen Sprachcommunity gesprochen (z.B. Russisch, Polnisch).

Diese Fremdsprachenkenntnisse sind in Deutschland am gefragtesten:

  • Englisch
  • Französisch
  • Spanisch
  • Niederländisch
  • Italienisch
  • Russisch
  • Polnisch
  • Chinesisch (Mandarin)
  • Arabisch
  • Dänisch
  • Japanisch

Sprachkenntnisse Tipps

Vorsicht! Wenn Sie Ihre Bewerbung mit fließenden Englischkenntnissen garnieren, sollten Sie auch tatsächlich fließend englisch sprechen. Es gibt nichts Peinlicheres für Bewerber, als wie ein begossener Pudel dazustehen, wenn der Interviewer unvermittelt ins Englische wechselt. Blamage-Gefahr!

Kleiner Einwand: Natürlich können die fließenden Englischkenntnisse im Lebenslauf Sie überhaupt erst ins Bewerbungsgespräch bringen. Es ist also strategisch durchaus sinnvoll, mit seinen Sprachkompetenzen lieber zu übertreiben als übervorsichtig zu sein. Aber nur ein bisschen!

Wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung leicht übertrieben haben, dann lautet der Rat: Üben Sie wenigstens vor dem Vorstellungsgespräch! Legen Sie sich ein paar Standardsätze zurecht, über sich und Ihren Werdegang und feilen an der Aussprache. Das nimmt die größte Nervosität und leitet Sie im Zweifel über die erste Klippe.

Wenn Sie aber kaum Ihren Namen in der jeweiligen Fremdsprache richtig aussprechen können, dann sehen Sie von einer zu positiven Selbstbewertung ab. Die fliegt Ihnen um die Ohren. Grundkenntnisse in Französisch zeugen von intellektueller Neugier, erfordern aber keinen praktischen Nachweis. Sie sind damit auf der ziemlich sicheren Seite.

Fremdsprachenkenntnisse Einstufung

So formulieren Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung:

  • Grundkenntnisse

    Sie kennen die wichtigsten Vokabeln. Sich vorstellen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen. Der Satzbau ist für Sie kein Buch mit sieben Siegeln. Dann nehmen Sie die Sprache mit Grundkenntnissen in Ihren Lebenslauf auf. Das können Sie etwa dann machen, wenn Sie nur in der Schulzeit mit ihr in Berührung gekommen – aber seitdem ziemlich eingerostet sind.

  • Gute Kenntnisse

    Hier wird schon mehr verlangt. Dass Sie in der Sprache ein Gespräch führen oder telefonieren können. Dann spricht man auch von konversationssicheren Sprachkenntnissen. Diese Formulierung beinhaltet aber auch, dass Sie im Schriftverkehr noch Defizite aufweisen.

  • Sehr gute Sprachkenntnisse

    Komplexe Texte sind für Sie problemlos zugänglich. Über abstrakte Themen können Sie sich locker unterhalten. Sie können sich in Diskussionen einschalten oder fachbezogene Konversationen führen – und zwar auch mit Muttersprachlern. Dann haben Sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse.

  • Verhandlungssicher in Wort und Schrift

    Sie können in der Fremdsprache völlig problemlos kommunizieren: verbal und schriftlich. In allen Kontexten ist der Einsatz der Fremdsprache möglich – und zwar intuitiv. Lange nach Formulierungen oder Wörtern müssen Sie nicht suchen. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie lange im Ausland gelebt haben.

  • Muttersprachler/muttersprachliches Niveau

    Das ist einfach. Wenn Sie einen Migrationshintergrund und die Fremdsprache zuhause gesprochen haben, ist sie für Sie logischerweise keine Fremdsprache. Aber nicht schummeln: Es gibt Migrantenkinder, die die Sprache ihrer Eltern keineswegs perfekt beherrschen. Das Kompetenzniveau Muttersprachler können Sie aber auch ohne familiäre Bindungen erreichen. Wer Jahrzehnte in den USA gelebt hat und auch zuhause mit seiner Familie (perfekt) englisch spricht, der kann in seiner Bewerbung guten Gewissens muttersprachliches Niveau angeben.

So könnten Ihre Sprachkenntnisse im Lebenslauf konkret aussehen:

  • Sprachkenntnisse: Englisch (verhandlungssicher), Spanisch (gut), Französisch (Grundkenntnisse)
  • Sprachkenntnisse: Deutsch, Russisch (Muttersprache), Englisch (sehr gut), Schwedisch (Grundkenntnisse)
  • Sprachkenntnisse: Türkisch (Muttersprache), Englisch (verhandlungssicher), Arabisch (sehr gut), Farsi, Deutsch (gut)
  • Sprachkenntnisse: Englisch (muttersprachlich), Französisch, Portugiesisch (gut), Latein (Latinum)
  • Sprachkenntnisse: Serbisch (Muttersprache), Deutsch (muttersprachlich), Kroatisch, Bosnisch, Mazedonisch (sehr gut), Englisch (gut)

Fremdsprachen lernen: So geht’s

Fremdsprachen lernen Sprachkenntnisse FremdsprachenkenntnisseMit Fremdsprachenkenntnissen polieren Sie Ihre Bewerbung auf und treiben die Karriere voran. Aber wie lernen? Hier finden Sie alle Tipps, um schnell und gut eine neue Sprache zu lernen:

Klassifizierung Sprachkenntnisse

Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihr Fremdsprachenniveau ganz genau dokumentieren wollen oder müssen, dann können Sie dies anhand von Zertifikaten tun. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) etwa soll Sprachtests vergleichbar machen.

Demnach gibt es drei Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind wiederum in zwei Niveaustufen unterteilt. Das höchste liegt bei C, das niedrigste bei A. In Level A liegt das Kompetenzniveau des Sprechers bei elementar, in Level B bei selbstständig und in Level C bei kompetent.

  • Kompetenzniveau A1

    Hier finden sich absolute Beginner wieder. Diese können sich maximal rudimentär verständigen, ihren Namen nennen und Tschüss sagen. Die Gesprächspartner müssen ihr Sprachtempo und Vokabular dafür auf ein Starter-Level zurückfahren.

  • Kompetenzniveau A2

    Die Basics sind vorhanden. Der Sprecher kann sich in der Fremdsprache in einfachen Sätzen ausdrücken. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe versteht er.

  • Kompetenzniveau B1

    Das Sprachniveau ist fortgeschritten. Im Urlaub kann er oder sie sich gut mit Muttersprachlern verständigen. Auch sind leichte Konversationen über andere Themen wie Arbeit und Freizeit möglich.

  • Kompetenzniveau B2

    Komplexe Themen und Texte können schon verstanden werden – zumindest die Quintessenz daraus. Der Sprecher ist in der Lage, sich fließend und spontan zu verständigen. Er fühlt sich in der fremden Sprache auch in seinem Fachgebiet wohl.

  • Kompetenzniveau C 1

    Die Fremdsprachenkenntnisse sind fachkundig. Er oder sie verfügt über ein umfangreiches Textverständnis und kann auch tiefergehende Bedeutungen verstehen. Zu komplexen Themen kann sich der Sprecher völlig problemlos, spontan und fließend äußern.

  • Kompetenzniveau C2

    Jetzt sind wir (fast) auf muttersprachlichem Niveau angekommen. Raum nach oben gibt es kaum noch. Der Sprecher ist nun in der Lage, Texten und Unterhaltungen mühelos zu folgen und selbst etwas beizutragen. Seine Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert, sehr flüssig – und unterscheidet sich allenfalls noch durch den Akzent von einem echten Muttersprachler.

Wie man Fremdsprachenkenntnisse richtig bewertet, hat die TU Freiberg in einem PDF übersichtlich zusammengefasst: Hier.

Sprachzertifikate Bewerbung

Wie weise ich Sprachkenntnisse in einer Bewerbung nach? Zum Beispiel durch ein Sprachzertifikat. Diese Sprachzertifikate sind angesehen und gebräuchlich:

Englisch

  • Cambridge Certificate
  • Test of English as a Foreign Language (TOEFL)
  • Test Of English for International Communication (TOEIC)
  • Graduate Management Admission Test (GMAT)
  • International English Language Testing System (IELTS)
  • TELC (The European Language Certificates)

Spanisch

  • DELE (Diploma de Español como Lengua Extranjera)
  • TELC Español
  • DIE (Diploma Internacional de Español)
  • Certificado de Español Comercial (CEC)/ Diploma de Español Comercial (DEC)

Französisch

  • DELF/DALF (Centre international d’études pédagogiques bzw. CIEP)
  • TELC ((The European Language Certificates)
  • DFP (Diplôme de Français Professionnel Affaires)/DFA ( Diplôme de français des affaires)

Deutsch

  • B1 Zertifikat Deutsch des Goethe-Instituts
  • Deutsche Sprachdiplom der Kulturministerkonferenz (DSD)
  • TELC

10 Berufe, in denen Sie mit Sprachkenntnissen punkten

Fremdsprachenkenntnisse Berufe SprachenIn diesen 10 Berufen sind Fremdsprachenkenntnisse besonders wichtig:

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[Bildnachweis: cybrain by Shutterstock.com]

Bewerbung: Muster, Tipps und Checkliste für die perfekte Bewerbung

Eine gute Bewerbung ist der Türöffner zum Traumjob. Und es ist keine Hexerei, überzeugende Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Mühsam aber ist es sehr wohl. Denn dazu gehören das Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Anlagen und Zeugnisse. Außerdem wollen Formalien berücksichtigt werden, Muster und Vorlagen. Und: Jede Bewerbung sollte individuell sein. Alle Tipps für eine perfekte Bewerbung

Bewerbung schreiben: Aufbau

Ohne Bewerbung kein Job – diese Formel ist in den allermeisten Fällen richtig. Wer nach der Schule oder Uni durchstarten oder einen Branchenwechsel vollziehen will, kommt an einer sauber ausgearbeiteten Bewerbung nicht vorbei.

Bedenken Sie: Die Bewerbung ist zugleich Ihre erste Arbeitsprobe. Wer sich schon hier keine Mühe macht, wird sie sich im neuen Job auch nicht unbedingt machen. Oder? Diesen Eindruck könnte ein Arbeitgeber zumindest gewinnen.

Die Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg zur neuen Stelle. Er ebnet Ihnen im Optimalfall den Weg zum Vorstellungsgespräch – und zum Job.

Eine gute Bewerbung setzt sich aus mehreren Mosaiksteinen zusammen. Wer sie richtig und gekonnt aneinanderlegt, erhöht seine Chancen. Drei Bausteine sind dabei besonders wichtig:

  • Das Bewerbungsschreiben bzw. Anschreiben
  • Der Lebenslauf mit Bewerbungsfoto
  • Die Anlagen wie Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate und andere Weiterbildungsnachweise, Arbeitsproben

Alles zusammen kommt in eine Bewerbungsmappe (oder in eine E-Mail) und wird an das Unternehmen verschickt.

Diese drei Elemente sind bei einer klassischen Bewerbung normalerweise unabdingbar. Bitte lassen Sie davon nichts weg. Es sei denn, das Unternehmen verlangt ausdrücklich kein Anschreiben – zu dieser Praxis gehen in der Tat von Jahr zu zu Jahr mehr Unternehmen über. Oder Sie verfassen eine Kurzbewerbung, dann können Sie auf Anlagen vorerst verzichten.

Aufhübschen können Sie Ihre Bewerbung durch ein hübsches, übersichtliches Deckblatt – müssen es aber nicht. Im Einzelfall ist es zudem angebracht, eine Kopie Ihres Führerscheins sowie Ihres Führungszeugnisses beizulegen – aber nur, wenn verlangt.

Bewerbung Anschreiben

Viele Personaler überfliegen als Erstes den Lebenslauf, um schnell zu prüfen, ob ein Bewerber die Grundvoraussetzungen für die Stelle mitbringt. Das Argument lässt sich also nicht von der Hand weisen, dass der Lebenslauf und nicht das Bewerbungsanschreiben der wichtigste Part einer Bewerbung ist.

Wer die Vorauswahl nicht übersteht, fliegt raus – da kann das Anschreiben noch so stark sein. Wenn Sie aber die erste Runde meistern, kommt es in hohem Maße auf das Anschreiben an. Der Inhalt Ihres Schreibens muss überzeugen.

Der Inhalt zählt, nicht das ausgefeilte Design, eine besonders originelle Farbwahl oder eine kreative Schriftgestaltung. Sparen Sie sich die Mühe (es sei denn, Sie streben einen grafisch-künstlerischen Job an)! Bringen Sie im Bewerbungsschreiben Ihre Motivation für die angestrebte Stelle zum Ausdruck. Das ist der Wesenszug eines guten Anschreibens.

Kleiner Hinweis: Viele verwechseln das Anschreiben daher mit dem Motivationsschreiben. Das aber ist noch mal etwas anderes.

Ganz wichtig: Das Anschreiben ist nicht dazu da, um ausschließlich die Höhepunkte des Lebenslaufes zu wiederholen. Der Lebenslauf liegt ja bereits vor, im Anschreiben sollten Sie also andere Akzente setzen. Kein Personalverantwortlicher will sich Ihre beruflichen Stationen zweimal anhören bzw. durchlesen.

Vielmehr sollten Sie zum Ausdruck bringen – am besten sprachlich gewandt – warum Sie die Stelle unbedingt wollen und warum Sie der beste Kandidat dafür sind. Versetzen sie sich dabei in die Rolle des Unternehmens: Wo sind dessen Vorteile, wenn es Sie einstellt? Warum sollte es sich für Sie entscheiden?

Wichtig: Das Anschreiben muss übersichtlich, prägnant, frei von Rechtschreibfehlern sein. Und es sollte Interesse wecken und sich von anderen Bewerbungen abheben.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten: einen negativen Einstieg wählen. Indem Sie zum Beispiel betonen, wie schlimm Ihre aktuelle Stelle ist oder warum Ihr alter Chef so ein Kotzbrocken war. Das mag bisweilen als Kompliment für den Arbeitgeber in spe gemeint sein, kommt aber nicht so an.

Bleiben Sie positiv: Was Sie wollen, was Sie können, was Sie anbieten.

Und denken sie logisch. Ein Absolvent, der frisch von der Uni kommt, hat zwangsläufig noch keine jahrelange Berufserfahrung. In diesem Fall betonen Sie also Ihre Studienschwerpunkte, Ihre Studienleistungen und Soft Skills. Inwiefern kann das, was Sie in der Universität gelernt oder gemacht haben, Ihrem neuen Arbeitgeber nützlich sein? Darum geht es.

Denn die Faustregel lautet: Unternehmen stellen Spezialisten ein. Menschen, die etwas ganz Bestimmtes können. Als Absolvent aber hat man meist noch Generalisten-Status. Und bitte nicht in Understatement verfallen. Nach dem Motto: Ich bin ein armer Student und will doch nur einen Job. Das wäre grundfalsch. Sie sind hervorragend ausgebildet, bringen Talent, Potenzial und Wissen mit.

Haben Sie dagegen schon mehrere Berufsjahre auf dem Buckel, dann betonen Sie in Ihrer Bewerbung erfolgreich absolvierte Projekte. Was haben Sie konkret für Ihr altes Unternehmen geleistet? Welche Erfolge haben Sie vorzuweisen? Und wie könnten Sie diese in der neuen Stelle wiederholen – oder sogar toppen?

Ein ganz grundsätzlicher Tipp: Lassen Sie sich mit dem Anschreiben ruhig ein paar Tage Zeit. Eine oder mehrere Nächte drüber schlafen, den Text liegenlassen und mit einem frischen Blick verbessern, ein weiteres Mal mal liegenlassen und dann vollenden. Am besten so viel Zeit nehmen, dass am Ende jeder Satz sitzt wie eine Eins…

Das sind die Faustregeln für das Anschreiben in Ihrer Bewerbung:

  • Das Anschreiben sollte nicht länger als zwei Seiten lang sein.
  • Erstellen Sie ein individuelles Bewerbungsschreiben, das auf den jeweiligen Arbeitgeber zugeschnitten ist.
  • Aktiv formulieren, mehr Verben nutzen, weniger Substantive.

Bewerbung Anschreiben Beispiele

Schon der erste Satz im Anschreiben sollte passen. Mit dem Einstieg fesseln Sie den Personaler, machen ihn neugierig auf Sie. Also lieber nicht langweilige Standardfloskeln verwenden wie „Hiermit bewerbe ich mich…“. Sondern lieber so etwas wie:

  • Sehr geehrte/r Frau/Herr XY,

    schon seit geraumer Zeit befasse ich mit intensiv mit _____________. Als ich Ihre Stellenanzeige vom _____________ sah, wusste ich: Diese Stelle habe ich schon immer gesucht. Die Perspektive, aber auch die Herausforderungen, die diese Position bietet und abverlangt, begeistern mich…

Wenn Sie im Folgenden Ihre beruflichen Stationen beschreiben wollen, können Sie sich an der sogenannten AHA-Methode orientieren. AHA setzt sich zusammen aus:

  • Aufgabe: Welche berufliche Herausforderung haben Sie schon gemeistert? Welches Projekt, welche Personalie?
  • Handlung: Wie haben Sie das Problem gelöst, welche Maßnahmen ergriffen?
  • Abschluss: Wie sehr haben Sie dem Unternehmen damit geholfen? Können Sie das vielleicht auch in Zahlen ausdrücken?

Ein gutes Beispiel:

  • Ich habe zuletzt als Führungskraft in der Fertigung gearbeitet und dabei Prozesse in Gang gesetzt, die zu einer deutlichen Verbesserung im Betriebsablauf führten. Dadurch konnten die Produktivität um insgesamt 15 Prozent gesteigert und die Kosten um zwei Millionen Euro gesenkt werden.

Bewerbung Anschreiben Muster

Anschreiben für die Bewerbung: Hier sind Muster für Azubis, Praktikanten, Werkstudenten und Führungskräfte…

Bewerbung Lebenslauf

Sie können den Lebenslauf in der Bewerbung chronologisch oder amerikanisch verfassen. Das bleibt Ihnen überlassen.

Die amerikanische Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die aktuelle Position zuerst genannt wird. Der amerikanische Lebenslauf hat sich zum Standard entwickelt, weil er es einfacher macht, das Profil des Bewerbers zügig zu erfassen. Die letzte Position hat nun einmal eine größere Aussagekraft als irgendein Praktikum, das man noch zu Schulzeiten absolviert hatte.

Aber denken Sie daran: Personaler widmen einer Bewerbung nur Buchteile ihrer Zeit. Die Umfragen geben zwischen zwei und vier Minuten an – mehr Zeit haben Sie nicht, um ihn oder sie von sich zu überzeugen.

Darum müssen Sie das Wesentliche in Ihrem Bewerbungslebenslauf möglichst prominent platzieren. Dies kann bedeuten, unnötige Platzfüller wie ein Praktikum auch mal wegzulassen oder wichtige Tätigkeiten mit einigen Stichworten näher zu beschreiben.

Prinzipiell bietet sich für die Bewerbung ein tabellarischer Lebenslauf an, weil er sehr übersichtlich ist. Die wichtigsten Daten können hier schnell erfasst werden.

Das sind die wichtigsten Tipps für den Lebenslauf in der Bewerbung:

Aufbau

Beim tabellarischen Lebenslauf gehören die Zeitangaben nach links, die Fakten nach rechts. Keine optischen Experimente. Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung.

Inhalt

In die Vita gehören zwingend hinein:

  • Persönliche Daten wie Name, Geburtstag, Geburtsort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit.
  • Berufserfahrung
  • Qualifikationen, Weiterbildungen, besondere Kenntnisse und Fähigkeiten wie EDV-Kenntnisse oder Fremdsprachenkenntnisse
  • Ausbildung, auch ein evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst

Ordnen Sie alles zeitlich sauber ein und reihen es – möglichst lückenlos – aneinander. Sonst erwecken Sie den Eindruck, peinliche Stationen kaschieren zu wollen.

Zeitangaben

In der Regel sind Monatsangaben ausreichend. Beispiel:

  • 07/2017 – 06/2019 Ausbildung zur Bankkauffrau in der Kreissparkasse Elmshorn.

Tabus

Was NICHT in den Lebenslauf gehört, sind diese Punkte: Familieninformationen wie der Berufsstand der Eltern, Gehaltsvorstellungen (gehören – sofern verlangt – ins Anschreiben), religiöse und politische Ansichten sowie sonstige Informationen, die für die angestrebte Stelle komplett irrelevant sind.

Schluss

Wenn Sie Ihren Lebenslauf schreiben, schließen Sie diesen bitte ganz formell mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift ab. Achtung: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit noch dazu führen, dass Ihnen fristlos gekündigt wird.

Bewerbung Lebenslauf Beispiele

Wichtig ist die Sprache, in der Sie Ihre Bewerbung schreiben. Formulieren Sie nicht zu passiv. Wer passiv formuliert, wirkt auf den Personaler auch so. Dies gilt fürs Anschreiben, aber auch für den Lebenslauf.

Schauen Sie sich doch mal diesen Satz an:

  • Erarbeitung der Weiterbildungspläne anhand der Entwicklungsziele des Unternehmens und der Mitarbeiter

Erstens versteht man auf Anhieb gar nicht, was dieser Satz konkret bedeuten soll. Schuld ist der Nominalstil. Zweitens suggeriert die Vokabel Erarbeitung, dass hier jemand am Werk war, der lediglich auf Anweisung von oben, aber nicht aus eigenem Antrieb aktiv geworden ist.

Sie sehen: Wer passiv formuliert, kann kaum gewinnen.

Nun das Gegenbeispiel:

  • Fortbildungskonzept der GmbH umstrukturiert
  • Lehrgangspläne für die Belegschaft konzipiert

Wir haben nun zwei aktive Verben gewählt, den Satz umgestellt und dadurch sofort ein attraktiveres Gesamtbild geschaffen. Die beiden Stichpunkte klingen nun ganz so, als habe der Autor sehr dynamisch die Initiative ergriffen und den Laden regelrecht umgekrempelt, finden Sie nicht auch?

Darum noch mal der Reminder: Reihen Sie im Lebenslauf Ihrer Bewerbung nicht einfach Ihre beruflichen Stationen aneinander. Schreiben Sie, was Sie aktiv angeschoben, entwickelt, zu Ende gebracht haben. Präsentieren Sie sich als jemand, der engagiert ist, selbstständig arbeitet und Eigeninitiative an den Tag legt.

Nutzen Sie in der Bewerbung viele Verben, um Aktivität zu signalisieren. Immerhin sind Verben ja auch als Tuwörter bekannt. Noch besser, Sie verwenden Verben, die nicht abgegriffen oder beliebig sind.

Gute Verben für die Bewerbung sind zum Beispiel:

  • umsetzen
  • realisieren
  • verbessern
  • modifizieren
  • optimieren
  • beschleunigen
  • organisieren
  • entwickeln
  • integrieren
  • konzertieren
  • moderieren
  • koordinieren
  • führen
  • initiieren
  • managen

Das sind aber wohlgemerkt nur ein paar Vorschläge. Es gibt selbstverständlich noch viele weitere Verben, die Ihnen in Ihrer Bewerbung gut zu Gesicht stehen. Nutzen Sie sie! Sie werten Ihre Bewerbung auf.

Bewerbung Lebenslauf Muster

Um Ihnen zu helfen, haben wir zehn Lebenslauf-Vorlagen als WORD-Datei und als PDF erstellt, die Sie sich kostenlos herunterladen können. Muster-Bewerbung downloaden – einfach auf das Vorschaubild klicken…

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Bewerbung Anlagen

Ja, Anlagen können lästig sein. Aber sie sind mehr als eine Formalität, mehr als nur Beiwerk. Sie runden Ihre Bewerbung ab und können sogar entscheidend sein. Denn sie reichern Ihre Bewerbung mit etwas ganz Wesentlichem an – mit Beurteilungen neutraler Dritter.

Zu den Anlagen einer Bewerbung zählen vor allem:

  • Schul-, Hochschul- und Ausbildungszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • Bescheinigungen und Zertifikate
  • Referenzen und Empfehlungsschreiben
  • ggf. Arbeitsproben

All diese Dokumente (mit Ausnahme der Arbeitsproben) werden nicht von Ihnen selbst verfasst, sondern von jemandem, der Ihre Leistung – möglichst neutral – zu bewerten hatte. Sie können dem Personaler also wertvolle Einsichten und Einblicke in Ihren Charakter, Ihr Arbeitsverhalten und Ihre Fähigkeiten liefern.

Im besten Fall stimmen die Aussagen und Noten in den Anlagen mit Ihrem Selbstbild, das Sie in der Bewerbung vermittelt haben, überein.

Auch hier bitte wieder auf die Form achten: Die Anlagen nicht als lose Blätter zu den restlichen Unterlagen stopfen, sondern ein Anlagenverzeichnis anfertigen.

Dieses Verzeichnis platzieren Sie am Ende Ihres Anschreibens, aber nicht in den Lebenslauf. Alternativ können Sie es auch ins Deckblatt integrieren, sofern Sie sich für eines entschieden haben.

Erfassen Sie die Anlagen am besten chronologisch – also nicht nach Art der Anlage, sondern nach dem Zeitraum. Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen in der Reihenfolge ihres Erwerbs anordnen.

Bewerbung Anlagen Anzahl

Anlagen in der Bewerbung sollen dem Personaler als Beleg dafür dienen, dass die Angaben des Bewerbers korrekt sind. Und sie können zusätzliche Informationen beinhalten. Das kann insbesondere bei Absolventen hilfreich sein, die noch nicht über umfangreiche Berufserfahrungen verfügen.

Sie müssen also nicht jedes Dokument und Zertifikat zwingend in Ihre Bewerbung einbauen, sondern nur diejenigen, die belegen, dass Sie die erforderlichen Qualifikationen für die Stelle besitzen.

Selbst Ihr Abiturzeugnis ist kein Muss, sofern Sie ein bestimmtes Alter erreicht und Ihr Hochschulzeugnis beigefügt haben. Als Richtwert können Sie sich 30 Jahre merken. Ab dann haben die Abi-Noten keine wirklich herausragende Aussagekraft mehr.

Auch Praktika oder Zertifikate aus Branchen, die mit Ihrer aktuellen nicht das Geringste zu tun haben, können Sie gerne unterschlagen. Beispiel Führerschein: Dass Sie einen haben, ist nur wichtig, wenn Sie ihn für den Job auch brauchen. Das trifft auf Taxifahrer und Servicefahrer zu, auf Handelsvertreter oder Reporter – auf auf viele andere hingegen nicht.

Falls das Unternehmen diese Nachweise dennoch sehen will, können Sie sie außerdem immer noch nachreichen.

Trotz allem gilt: Bewerbungsunterlagen sollten stets vollständig sein. Kopien dieser Zeugnisse sollten Sie Ihrer Bewerbung in jedem Fall beilegen:

  • Arbeitszeugnisse
  • Hochschulabschlusszeugnis
  • Berufsausbildungszeugnis
  • Zeugnis über den letzten Schulabschluss

Wie schon gesagt, das Schulzeugnis kann ab einem bestimmten Alter – und bei Vorhandensein eines Hochschulzeugnisses – entfallen.

Falls Sie nun über äußerst viele Anlagen verfügen – weil sie zum Beispiel sehr häufig den Job gewechselt haben – können Sie aussortieren. Denn der Personaler will sich nicht durch ein dickes Kompendium kämpfen, sondern sich einen schnellen Überblick verschaffen.

Halten Sie sich an diese Vorgaben, damit Ihre Bewerbung nicht ausufert:

  • Mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse müssen Sie Ihrer Bewerbung nicht beifügen.
  • Die aktuellsten Zeugnisse auswählen.
  • Den Nachweis über die höchste (Hoch)Schulausbildung wählen.
  • Nicht mehr als zwei (möglichst aktuelle) Referenzen angeben.

Bewerbung Fehler

Potenzielle Fehler in der Bewerbung gibt es unzählbar viele. Diese Patzer sollten Sie vermeiden:

  • Namen

    Namen sollten unbedingt richtig recherchiert und korrekt sein. Dies gilt für den Namen Ihres Ansprechpartners (Sehr geehrter Herr Meyer oder Sehr geehrter Herr Meier?) ebenso wie für den Namen des Unternehmens. Wer sich bei Bayersdorf bewirbt oder bei Henckel oder bei Deimler oder bei Addidas oder bei Kontinental, kann den Job vergessen – völlig zurecht.

  • Rechtschreibung

    Buchstabendreher können jedem mal passieren – aber bitte nicht in der Bewerbung. Schließlich haben Sie genügend Zeit, um alles in Ruhe Korrektur zu lesen – und lesen zu lassen. Rechtschreib- und Grammatikfehler sind für Bewerber im Prinzip unverzeihlich. Sie zeugen von mangelnder Sorgfalt, Indifferenz oder gar fehlender Bildung. Und das sind nicht die Eigenschaften, die man vermitteln möchte.

  • Überlänge

    In der Kürze liegt die…, Sie wissen schon. Wer das Anschreiben nicht auf eine Seite bekommt, beweist lediglich, dass er nicht priorisieren und Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden kann. Negativ. Auch den Lebenslauf stopfen Bewerber lieber nicht mit Schülerpraktika und EDV-Zertifikaten von anno dunnemals voll.

  • Formatierung

    Verschiedene Schriftgrößen und Schriftarten in der Bewerbung, keinerlei Absätze oder fehlende Unterschrift und Datum. Wahren Sie die Form – das klingt spießig, zeugt aber von Genauigkeit und Sorgfalt. Was auch nicht geht: Allzu lückenhafte Angaben oder eine doppelseitige Bedruckung Ihrer Unterlagen. Im Falle einer Online-Bewerbung achten Bewerber darauf, die Bewerbung in einem PDF-Dokument zu liefern, das 5 MB nicht überschreitet.

  • Standardfloskeln

    Davon gibt es sehr, sehr viele. Ich bin ein Teamplayer, ist so eine. Meine größte Schwäche? Ich bin ungeduldig. Ich bin engagiert. Als Einstiegssatz ist Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen ein Liebestöter. Am Ende kommt Ich würde mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen nicht so gut an, da im Konjunktiv formuliert. Und Sie würden den Job ja schließlich nicht wollen – Sie WOLLEN ihn!

  • Foto

    Ein professionelles Bewerbungsfoto ist ein echtes Faustpfand. Wer sich schnell mal selbst knipst oder fünf Euro sparen will, schießt sich nur selbst in den Fuß. Gute Bewerbungsfotos erkennt man auf den ersten Blick. Sie lassen den Bewerber kompetent und sympathisch erscheinen – und erhöhen die Chancen auf Einstellung.

  • Anforderungsprofil

    Sie sollten die Stellenanzeige gründlich lesen, bevor Sie Ihre Bewerbung verfassen. Gehen Sie auf die dort genannten Anforderungen ein; stellen Sie diejenigen Qualifikationen in den Vordergrund, die in der angestrebten Stelle von Nutzen sind. Elementar wichtig: Die Qualifikationen oder Skills, ohne die es im Job definitiv nicht geht, arbeiten Sie im Anschreiben und Lebenslauf heraus.

  • Individualität

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Könnten der Bewerber diese Bewerbung rein theoretisch auch einem anderen Unternehmen geschickt haben oder noch schicken? Oder ist die Bewerbung so individuell, dass sie nur in diesem Fall passt? Ist Letzteres der Fall, haben Sie sich die ersten Punkte erarbeitet.

  • Bewerbungsmuster

    Schauen Sie sich gerne unsere Vorlagen an und lassen sich inspirieren. Aber übernehmen Sie sie nicht eins zu eins für Ihre Bewerbung. Relativ wahrscheinlich, dass beliebte Muster aus dem Netz häufiger auf dem Tisch der HR-Abteilungen landen. Das fällt auf. Außerdem können Personaler googeln.

Hier finden Sie 60 Bewerbungsfehler in einem PDF zum Downloaden!

Bewerbungsarten

Wenn von einer Bewerbung die Rede ist, können ganz unterschiedliche Formen gemeint sein. Diese 9 Bewerbungsarten sind am gebräuchlichsten:

  1. Klassische Bewerbung

    Sie enthält Anschreiben, Lebenslauf, optional ein Deckblatt und die Anhänge, also Zeugnisse, Zertifikate und Arbeitsproben. Die klassische Bewerbung drucken Sie auf Papier aus und versenden Sie in einer Bewerbungsmappe.

  2. E-Mail-Bewerbung

    Aufbau und Inhalt der E-Mail-Bewerbung sind die gleichen wie bei der klassischen Bewerbung. Einziger Unterschied: Sie wird per E-Mail versandt. Bewerber müssen dabei die Tücken der Technik beachten. Die E-Mail-Bewerbung sollten Sie von einer seriösen E-Mail-Adresse versenden und mit einem PDF-Dokument von nicht mehr als 5 Megabyte und einem adäquaten Dateinamen versehen, in dem alle Bewerbungsunterlagen zusammengefasst sind. Das Anschreiben können Sie direkt in den Mailtext schreiben.

  3. Online-Formular

    Vor allem größere Unternehmen wickeln ihre Bewerbungen über eigene Onlineportale ab. Bewerber werden durch den Vorgang geführt und müssen an den entsprechenden Stellen Ihre Unterlagen hochladen. Dies lässt ihnen weniger Gestaltungsspielraum, von der Masse abheben wird schwieriger. Anschreiben und Lebenslauf werden wohlgemerkt auch bei einer Online-Bewerbung benötigt.

  4. Initiativbewerbung

    Mit Initiativbewerbung ist eine Bewerbung auf eine Stelle gemeint, für die es keine öffentliche Ausschreibung oder Stellenanzeige gibt. Interessenten bewerben sich also auf gut Glück. Über das Format macht der Begriff dagegen keine Aussage. Bei einer Initiativbewerbung kann es sich zum Beispiel gleichzeitig um eine klassische Bewerbung, eine Kurzbewerbung oder eine E-Mail-Bewerbung handeln.

  5. Kurzbewerbung

    Eine Kurzbewerbung hat einen wesentlich geringeren Umfang als eine klassische Bewerbung. Sie umfasst ein kurzes Anschreiben und den tabellarischen Lebenslauf. Für Jobsuchende bieten sich Kurzbewerbungen zum Beispiel an, um sie auf Jobmessen zu verteilen und so das Interesse der Unternehmen zu wecken. Eine Kurzbewerbung eignet sich insbesondere als Initiativbewerbung.

  6. Interne Bewerbung

    Ein Jobwechsel setzt nicht zwangsläufig einen Arbeitgeberwechsel voraus. Auch auf offene Stellen im eigenen Unternehmen können sich Arbeitnehmer bewerben. Aufbau und Inhalte der internen Bewerbung unterscheiden sich im Grunde nicht von denen einer klassischen Bewerbung. Mit Erfolgen und Kenntnissen sollten Bewerber aber transparent umgehen – sie sind im Hause schließlich kein unbeschriebenes Blatt mehr.

  7. Kreative Bewerbung

    Die kreative Bewerbung besticht durch ihre – Überraschung – Kreativität. Diese kann durch ein außergewöhnliches Format oder Design oder durch spektakuläre Anlagen (z.B. Arbeitsproben) zum Ausdruck kommen. Sinn und Zweck der kreativen Bewerbung ist es, sich von den anderen Bewerbern abzuheben. Das ergibt in bestimmten Szenarien Sinn: Wenn die Konkurrenz extrem groß ist zum Beispiel oder wenn man in einer kreativen Branche unterwegs ist – oder aber in einer angestaubten Branche, die frische Ideen gut gebrauchen könnte.

  8. Anonyme Bewerbung

    Sie wird von vielen als Heilmittel gegen Diskriminierung jeder Art gesehen. In der anonymen Bewerbung macht der Verfasser keine Angaben zu seinem Geschlecht, zu Alter, Familienstand, Nationalität, ethnischer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. In Deutschland hat sich die anonyme Bewerbung allerdings noch nicht durchgesetzt.

  9. Passive Bewerbung

    Der Arbeitsmarkt ist heute ein Bewerbermarkt. Die Unternehmen sind es, die sich anstrengen müssen im vielzitierten War for Talents. Fähige Kräfte können sich daher auch passiv finden lassen – zum Beispiel über ein Business-Netzwerk wie Xing oder Linkedin. Wer hier die entsprechenden Häkchen setzt und Eintragungen macht (offen für neue Herausforderungen) und gefragte Skills einträgt, wird früher oder später Post im Eingang haben.

Bewerbung Checkliste

Hier noch mal eine kurze Checkliste für Ihre Bewerbung. Sie sollten bei der Bewerbung…

  • Ihre aktuelle Adresse einfügen
  • Seriöse E-Mail-Adresse wählen
  • Namen Ihres Ansprechpartners recherchieren
  • Namen des Ansprechpartners und Unternehmens richtig schreiben
  • Datum aktualisieren
  • Passende Betreffzeile wählen
  • Originellen Einstiegssatz im Anschreiben verfassen
  • Bezug zum Unternehmen herstellen
  • Motivation für die Stelle herausarbeiten
  • Muss-Qualifikationen und Fähigkeiten für den Job nennen
  • Referenzen oder Empfehlungsschreiben aufnehmen
  • Frühesten Eintrittstermin nennen
  • Gehaltsvorstellung angeben (sofern verlangt)
  • Grußformel (Mit freundlichen Grüßen) und Unterschrift nicht vergessen
  • Die vom Unternehmen gewünschte Bewerbungsform wählen (Online, Papier etc.)
  • Nur gewünschte Formate mitliefern (PDF, Word etc.)
  • Dateigröße komprimieren (bei Online-Bewerbung)
  • Alle Tippfehler korrigieren (Rechtschreibprüfung!)
[Bildnachweis: racorn by Shutterstock.com]

Curriculum Vitae: Aufbau, Inhalt und die besten Action-Verben

Curriculum Vitae ist ein Wortungetüm aus grauer Vorzeit – aber immer noch lebendig. In Deutschland wird der Begriff oft mit Lebenslauf übersetzt, in den USA zum CV verkürzt. Ohnehin begegnet Ihnen das Curriculum Vitae in Nordamerika und Großbritannien sehr viel häufiger. Es unterscheidet sich in wichtigen Details sowohl vom amerikanischen Resume als auch vom deutschen Lebenslauf. Wenn Sie beruflich nach New York oder London übersiedeln wollen, sollten Sie die Unterschiede kennen…

Curriculum Vitae Definition

Curriculum Vitae ist – wie sie sicher schon vermutet haben – lateinisch. Es bedeutet übersetzt Lebenslauf. Für teutonische Zungen ist die Vokabel kein Selbstläufer. Das Wort ist lang, kompliziert und wird daher nur in Ausnahmefällen im Personalbüro genutzt. Warum auch Curriculum Vitae aussprechen, wenn man einfach Lebenslauf sagen kann?

Doch damit kann man schnell etwas durcheinanderbringen – insbesondere dann, wenn man sich im englischsprachigen Ausland bewirbt. Im englischen Sprachbereich ist der Terminus sehr viel geläufiger. Hier nutzt man sehr gerne die Wortkombination Curriculum Vitae – beziehungsweise die Abkürzung CV. Alternativen sind Resume und Vita.

Es gibt dabei Unterschiede sowohl zwischen einem englischen CV und einem deutschen Lebenslauf als auch zwischen CV und Resume. Mit Curriculum Vitae ist ein Lebenslauf gemeint, der den beruflichen Werdegang des Bewerbers vollständig wiedergibt. Das Resume ist kürzer und stellt nur die wichtigsten Stationen des Bewerbers dar. Beide unterscheiden sich in ihrer Form wiederum relativ stark vom deutschen Lebenslauf. Zu den Eigenarten des CV später mehr…

Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Er enthält die wesentlichen Informationen und wird vom Personalverantwortlichen daher zur Entscheidungsgrundlage gemacht.

Und er zählt zu den Muss-Elementen in den Bewerbungsunterlagen – neben dem Anschreiben und den Anlagen wie Zeugnissen oder Arbeitsproben.

Was bedeutet das konkret für Sie als Bewerber? Geben Sie sich maximale Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufs. Tipps dazu kommen jetzt…

Curriculum Vitae Aussprache

Curriculum Vitae AusspracheWie spricht man Curriculum Vitae richtig aus? Einfach so: Kurrikulum Witä. Das C wird wie ein K gesprochen, das V wie ein W.

Wenn Sie den lateinischen Begriff allerdings englisch akzentuieren wollen, weil Sie sich zum Beispiel in den USA bewerben, dann empfiehlt das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) diese Aussprache für Curriculum Vitae: kʊˌʁiːkulʊm ˈviːtɛ.

Sollten Sie mit dem IPA nichts anfangen können, dann orientieren Sie sich hieran: Kurrikjulum Waidäi. So kommen deutsche Muttersprachler dem englischen Zungenschlag vermutlich am nächsten.

Tipp: Im Zweifel verzichten Sie ganz auf das Wortungetüm und verwenden einfach die Abkürzung CV. Also auf deutsch: Si-Wi.

Curriculum Vitae Verwendung

Welches Format wählen Sie, wenn Sie sich in den USA bewerben: Curriculum Vitae oder Resume? Relevant ist vor allem der Sektor, in dem Sie sich bewerben. Wenn Sie in der Privatwirtschaft oder bei einer nicht-akademischen Stelle anheuern wollen, schreiben Sie ein Resume.

Der Arbeitgeber will sich nur einen kurzen Überblick über Sie verschaffen. Knappe, harte Facts, kein Fließtext! Sämtliche Informationen, die für die Stelle nicht relevant sind, streichen Sie – sogar dann, wenn es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt.

Wenn Sie aber in die Forschung gehen oder einen akademischen Beruf ergreifen wollen, dann entscheiden Sie sich fürs Curriculum Vitae. Das CV bietet mehr Platz für Ihre Stationen und Leistungen, kann sogar über zwei oder drei Seiten hinausgehen. Sie können jedes Ihrer Projekte auflisten und beschreiben.

Zusammengefasst kann das Curriculum Vitae nützlich sein bei…

  • einer Bewerbung im englischsprachigen Ausland (USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Südafrika)
  • einem internationalen Unternehmen weltweit
  • einem deutschen Unternehmen, das einen englischsprachigen Mitarbeiter sucht

Tipp: Sie können Ihren (deutschen) Lebenslauf in Ihrer Bewerbung auch in Deutschland mit Curriculum Vitae betiteln. Das klingt gebildet – gerade in akademischen Gefilden muss das kein Nachteil sein.

Hier sind noch weitere Tipps für einen Lebenslauf auf englisch.

Curriculum Vitae Inhalt

Fordert ein Arbeitgeber in der Bewerbung dazu auf, ein Curriculum Vitae einzusenden, dann verlangt er damit in der Regel einen englischen Lebenslauf. Sie sollten also nicht nur englisch sprechen, sondern auch die formalen Unterscheide beachten – gerade in international aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach Ihren deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen, wenn Sie sich im englischsprachigen Ausland bewerben. Auf diese Aspekte sollten Sie achten:

  • Persönliche Angaben

    Möglicher Diskriminierung wollen die Amerikaner schon bei der Bewerbung einen Riegel vorschieben. Verzichten Sie daher im CV auf Angaben zu Ihrem Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität. Das ist wohlgemerkt keine Bitte, sondern eine klare Ansage! In Großbritannien gilt das Gleiche.

  • Foto

    Auch das Bewerbungsfoto kleben sie nicht in Ihr Curriculum Vitae – und auch sonst nirgendwohin. Keine Fotos, mehr Chancengleichheit – so lautet die Gleichung der Angelsachsen (sowohl in den USA als auch in UK).

  • Länge

    Das Curriculum Vitae ist im Vergleich zum deutschen Lebenslauf etwas länger. Es kann aus zwei bis maximal drei Seiten bestehen. Das Resume wird dagegen knapp gehalten. Nicht mehr als eine Seite!

  • Aufbau

    Der englische Lebenslauf hat sich auch in Deutschland längst durchgesetzt. Diesbezüglich müssen Sie sich also nicht umstellen. Die letzten Arbeitsstationen kommen zuerst. Danach arbeiten Sie sich in zeitlich umgekehrter Reihenfolge immer weiter bis in die Vergangenheit vor. Die aktuelle Station zuerst, die erste Station zuletzt.

  • Referenzen

    Referenzen haben in den USA und Großbritannien einen höheren Stellenwert als bei uns. Warum? Arbeitszeugnisse sind dort nicht üblich, also müssen sich Arbeitgeber auf andere Quellen verlassen. Bauen Sie also unbedingt Referenzen in Ihre Bewerbung ein. Die Ansprechpartner sollten Sie vorher aktiv ansprechen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Wunsch-Arbeitgeber telefonisch bei einer Referenz meldet.

  • Schluss

    In der deutschen Bewerbung steht die handschriftliche Unterschrift für Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit. Im angelsächsischen Kulturraum können Sie die Unterschrift weglassen.

Action Words verwenden, Buzzwords meiden

Curriculum Vitae schreibenFormulieren Sie Ihr Curriculum Vitae aktiv und positiv. Sogenannte Action Words können helfen. Hier eine Liste von guten Action Words für Ihr Curriculum Vitae:

  • achieved
  • adapted
  • coached
  • communicated
  • decided
  • developed
  • exercised
  • facilitated
  • guided
  • improved
  • negotiated
  • organized
  • presented
  • resolved
  • supervised
  • trained
  • upgraded
  • validated
  • won

Auf der anderen Seite gibt es überstrapazierte Verben, die kein Personaler mehr hören oder lesen will. Zu den Buzzwords, die Sie im Curriculum Vitae vermeiden sollten, zählen:

  • creative
  • experienced
  • dynamic
  • driven
  • hard worker
  • leadership
  • passionate
  • expert
  • focused
  • innovative
  • motivated
  • team player
  • strategic

Curriculum Vitae Aufbau

Inhaltlich besteht das Curriculum Vitae aus diesen Elementen:

  1. Personal Data

    Trotz aller Bemühungen um Antidiskriminierung: Anonym ist das Curriculum Vitae natürlich nicht. Sie geben im CV zwingend Ihren vollständigen Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an. Der Name gehört in die erste Zeile, alle anderen Angaben finden darunter Platz. Achten Sie zudem darauf, Umlaute auszuschreiben, also zum Beispiel: Thomas Mueller oder Gerhard Schroeder oder Diane Krueger. Und bei allem Sinn für Humor, der speziell den Briten nachgesagt wird: Setzen Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Also nicht so etwas wie sweetheart555@gmail.com oder rockybalboa89@me.com

  2. Personal Profile

    Hier stehen zwei, drei Sätze, die Sie näher beschreiben. Ihre herausragenden Eigenschaften oder Befähigungen. Bitte kein substanzloses Blabla, sondern aussagekräftige Dreizeiler. Dieser Abschnitt ist aber optional. Bevor Sie Unsinn schreiben, lassen Sie ihn komplett weg.

  3. Education/Academic Qualification

    Sie listen an dieser Stelle Ihre schulische Bildung mitsamt Ihrer Abschlüsse auf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Auch die Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) können Sie hier unterbringen. Sofern sie über einen Hochschulabschluss verfügen, können sie den Namen der Arbeit oder Dissertation nennen und das Thema kurz umreißen.

  4. Work Experience

    Im Deutschen spricht man vom beruflichen Werdegang. Ihre Arbeitsstationen zählen Sie ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf: die aktuelle oder letzte Station ganz am Anfang, die erste zum Schluss. Sie sollten zwar Lücken nach Kräften vermeiden, müssen andererseits aber nicht jede irrelevante Stelle angeben. Beispiel: Wenn Sie während der Uni als Kassierer gejobbt haben, dann nehmen Sie diese Station nur auf, wenn Sie sich im Einzelhandel oder Vertrieb bewerben. Andernfalls lassen Sie sie weg. Wichtig sind der Zeitraum der Anstellung, der Firmenname mitsamt Internetlink, der Standort sowie die genaue Berufsbezeichnung. Erfolge oder besondere Projekte können ergänzt werden. Eine Kurzversion genügt aus, wenn Sie ein US-amerikanisches Resume verfassen: In diesem Fall listen sie lediglich zwei oder drei für die Stelle relevanten Jobs auf – den wichtigsten Job zuerst. Wenn man den Lebenslauf nach Fähigkeiten gewichtet, spricht man auch vom Functional Resume. Aus Bewerbersicht besteht der große Vorteil darin, dass Lücken im Lebenslauf plötzlich keine Rolle mehr spielen.

  5. Skills

    An diese Stelle kommen bislang unerwähnte Fähigkeiten. Das können Sprachkenntnisse und EDV-Kenntnisse sein. Auch der Führerschein kann hier auftauchen, sofern er eine Relevanz für die angestrebte Stelle hat.

  6. Activities/Engagement

    Haben Sie spezielle Interessen, Ehrenämter und Hobbys? Diese finden hier Platz. Aber bitte wiederum nur dann, wenn sie einen Bezug zur Arbeitsstelle aufweisen. Oder wenn Sie Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Leadership-Qualitäten unterstreichen. Eine Mannschaftssportart könnte etwa auf einen ausgeprägten Teamgeist hindeuten. Vorsicht bei Extremsportarten: Es soll Arbeitgeber geben, für die Paragliding oder Freestyle Skiing aufgrund der hohen Verletzungsgefahr rote Tücher sind. Lieber weglassen!

  7. References

    Auch in Deutschland gewinnen Referenzen in der Bewerbung an Bedeutung. Menschen vertrauen vor allem dem Urteil anderer Menschen – daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Wenn Sie sich in den USA mit Ihrem Curriculum Vitae bewerben, sind Referenzen noch wichtiger. Beachten Sie: Eine Reference beinhaltet in der Regel zwei Personen. Diese können über ihre Erfahrungen mit Ihnen Auskunft geben – und sie werden oft auch wirklich kontaktiert. Geben Sie also neben den Namen auch die Telefonnummern und E-Mail-Adressen an. Vorher fragen Sie Ihre Referenzgeber, ob diese einverstanden sind. Und wählen Sie bitte nur solche aus, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben und die Sie wohlwollend bewerten.

Curriculum Vitae Beispiel

Ein Muster für ein englisches Curriculum Vitae finden Sie hier als PDF.

Curriculum Vitae Tipps

Im deutschen Lebenslauf führen Sie die einzelnen Stationen für gewöhnlich in Stichpunkten auf. Im Curriculum Vitae können bzw. sollten Sie sie ausführlicher umschreiben. Die Stichpunkte ergänzen Sie durch Fließtext und beschließen ihn am Ende mit einem Punkt.

Vorteil: Sie können sich auf diese Weise sehr gut in Szene setzen. Sie können sich selbst besser vermarkten und präsentieren. Und genau das ist ja schließlich der Sinn einer Bewerbung.

Dabei geht es auch um Ihre harten Skills. Versuchen Sie, diese im Curriculum Vitae so herauszuarbeiten, dass sie den Empfänger überzeugen. Ihre Befähigung muss zu den Vorgaben in der Stellenbeschreibung passen.

Wichtig ist, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, bei welchen Fähigkeiten es sich um Muss-Anforderungen und bei welchen es sich um Kann-Anforderungen handelt. Die Muss-Anforderungen sind Pflicht. Sie müssen in Ihrem Curriculum Vitae auftauchen, sonst hat Ihre Bewerbung kaum Aussicht auf Erfolg. Die Kann-Anforderungen sind hingegen keine Grundvoraussetzungen, aber erhöhen Ihre Chancen auf Einstellung.

Nicht immer ist es einfach, die Muss- von den Kann-Anforderungen zu unterscheiden. Sie erkennen Muss-Anforderungen zum Beispiel an diesen Formulierungen:

  • Sie bringen mit
  • Wir erwarten
  • Voraussetzung ist
  • Erforderlich sind
  • …setzen wir voraus

Kann-Anforderungen sind nicht so streng formuliert. Hier einige Beispiele:

  • Wünschenswert sind Kenntnisse in…
  • Idealerweise…
  • Hinreichende Erfahrungen…
  • Wenn Sie zusätzlich mitbringen
  • Wir würden uns außerdem freuen
  • Hilfreich sind…

CV: Keywords unterbringen

Curriculum Vitae CV ParserFast alle großen US-Konzerne nutzen Medienberichten zufolge mittlerweile Recruiting-Software. Diese sogenannten Applicant tracking systems scannen die Lebensläufe der Bewerber nach den wichtigsten Keywords ab.

So grenzen die Unternehmen den Kandidatenpool vorab ein. Als Bewerber sollten Sie also peinlich genau darauf achten, die richtigen Begriffe zu nennen. Schauen Sie ganz genau hin, was in der Bewerbung verlangt wird! Beispiel: Wenn das Unternehmen einen Data Scientist sucht, dann geben Sie sich auch als Data Scientist aus – und nicht als Data Engineer oder Data Specialist. Wenn Ihre letzte offizielle Berufsbezeichnung Data Engineer gelautet hat, ersetzen Sie den Begriff trotzdem durch Data Scientist oder ergänzen ihn. Nennen Sie vorsichtshalber mehrere Synonyme. Andernfalls könnte Sie das System einfach aussortieren.

Auch Interessen sind den Personalern wichtig. Sie können Sympathiepunkte bringen. Geheimtipp für ganz Abgebrühte: Surfen sie auf das Linkedin-Profil Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Von den Interessen, die er oder sie dort eingetragen hat, suchen Sie sich eines oder zwei heraus und geben sie in Ihrer Bewerbung als Hobbys an (es sei denn, Sie haben damit wirklich so gar nichts am Hut).

Das ist zugegeben berechnend und ein geradezu diabolischer Ratschlag. Andererseits: Gemeinsamkeiten bringen Sympathie. Und Sympathien bringen Ihnen den Job…

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

Europass: Für die Bewerbung im europäischen Ausland

europass-bewerbung-ausland

Der Europass soll Jobsuchenden Hilfestellung geben – in ganz Europa. Bewerber, die sich länderübergreifend um eine Stelle bemühen, können ihre Qualifikationen besser vermitteln. Auch Unternehmen haben Vorteile, können sie Kandidaten damit besser vergleichen. Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Manche lassen sich ganz bequem am Rechner erstellen, für andere muss man Arbeitgeber und Schulen kontaktieren. So bekommen Sie alles, was Sie brauchen…

Europass Definition

Politisch ist die EU seit Jahren im permanenten Krisenmodus. Angetreten war sie einst, um den europäischen Kontinent zusammenzuführen – auch die Arbeitsmärkte der einzelnen Länder. Viele bewerten die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU auch als großen Erfolg. Ein Deutscher, der sich in Spanien bewirbt oder ein Italiener, der in Frankreich arbeiten will – nichts Besonderes mehr, sondern längst Selbstverständlichkeiten.

Ein kleiner, aber feiner Baustein in diesem Gefüge ist der Europass. Der Europass ist ein kostenloser Service der Europäischen Union. Er soll den Europäern auf einem europäischen Arbeitsmarkt unter die Arme greifen. Er soll seinem Besitzer helfen, sich angemessen präsentieren und eine Stelle im europäischen Ausland ergattern zu können, indem er Qualifikationen und Kompetenzen transparent macht.

Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Man muss aber keineswegs alle fünf erstellen bzw. beantragen, sondern kann auch nur ein einziges oder mehrere der fünf Dokumente bei einer Bewerbung nutzen – ganz so, wie es in der jeweiligen Situation sinnvoll ist.

Zielgruppen des Europasses sind:

  • Arbeitsuchende
  • Schüler und Studenten
  • Arbeitgeber
  • Lehrer und Ausbilder
  • Hochschulen

Für die Unternehmen bietet der Europass ebenfalls Vorteile: Sie können Bewerber besser miteinander vergleichen, ihre Kompetenzen bequemer gegenüberstellen. Immerhin unterscheiden sich die formalen Rahmenbedingungen von Land zu Land. Der Europass gleicht das Spielfeld gewissermaßen an. Er ist übrigens auch ein Mittel, um Diskriminierungshürden abzubauen.

Der Europass ist wohlgemerkt freiwillig. Niemand wird gezwungen, ihn im Rahmen einer Bewerbung vorzulegen. Auch sind die Europass-Dokumente nicht rechtsverbindlich. Bewerber sollten also auch weiterhin im Rahmen Ihrer Bewerbung Zeugnisse und Zertifikate vorlegen.

Die 5 Europass-Dokumente

Der Europass besteht insgesamt aus fünf einzelnen Dokumenten. Den Europass-Lebenslauf und Sprachenpass können Sie selbst am Rechner erstellen. Europass-Mobilität, Zeugniserläuterungen und Diplomzusatz werden von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgestellt.

Diese fünf Europass-Dokumente gibt es:

Europass Lebenslauf

Der Europass-Lebenslauf soll Ihre Qualifikationen und Kompetenzen „europaweit transparent und verständlich darstellen“. Er soll Ihnen die Bewerbung im europäischen Ausland erleichtern. Diese Kategorien können Sie ausfüllen:

  • Angaben zur Person
  • Art der Bewerbung
  • Berufserfahrung
  • Schul- und Berufsbildung
  • Persönliche Fähigkeiten
  • Muttersprache(n)
  • Fremdsprache(n)
  • Kommunikative Fähigkeiten
  • Organisations- und Führungstalent
  • Berufliche Fähigkeiten
  • Digitale Fähigkeiten

Auch Bewerbungsfoto, sonstige Fähigkeiten, Führerschein, zusätzliche Informationen und Anlagen können Sie angeben oder hochladen.

Europass Sprachenpass

Der Sprachenpass gibt Arbeitgebern Auskunft über Ihre Fremdsprachenkenntnisse. Sie bewerten Ihr Sprachverständnis wohlgemerkt selbst – in den Kategorien Verstehen, Sprechen und Schreiben. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit. Sprachschwindler werden im Vorstellungsgespräch oder Arbeitsalltag schnell enttarnt. Auch bringt es Ihnen selbst nichts, wenn Sie sich mit fließenden Französischkenntnissen in Frankreich bewerben, aber mit Ihren Kollegen kaum kommunizieren können.

Sie können Muttersprache(n) und Fremdsprachen wählen und sich dabei in sechs Kategorien (PDF) einstufen:

  • A1: Elementares Sprachverständnis. Sie verfügen über Grundkenntnisse. Einzelne Wörter und ganz einfache Sätze können Sie verstehen und sich auf einfach Art verständigen.
  • A2: Elementares Sprachverständnis. Sie können einfache Sätze verstehen, kurze Texte lesen und sich in einfachen Situationen verständigen.
  • B1: Selbstständige Sprachverwendung. Sie können Gespräche über Themen führen, die Ihnen bekannt sind, sich zusammenhängend äußern, Ihre Meinung kundtun und die meisten Situationen bewältigen.
  • B2: Selbstständige Sprachverwendung. Sie verstehen auch längere Redebeiträge und Vorträge. Aktuelle Artikel und Berichte können Sie lesen, ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler führen sowie klare und detaillierte Texte über Themen schreiben, die Sie interessieren.
  • C1: Kompetente Sprachverwendung. Sie können längeren Redebeiträgen folgen, auch wenn sie nicht klar strukturiert sind. Lange, komplexe Sachtexte verstehen Sie und Sie drücken sich spontan und fließend aus. Sie können komplexe Sachverhalte ausführlich darstellen und sich schriftlich klar und gut und strukturiert ausdrücken.
  • C2: Kompetente Sprachverwendung. Sie haben keinerlei Schwierigkeiten, gesprochene Sprache zu verstehen und können jede Art von geschriebenen Texten mühelos lesen. An Gesprächen und Diskussionen beteiligen Sie sich mühelos, stellen Sachverhalte klar und flüssig und angemessen dar und verfassen anspruchsvolle Artikel und Berichte.

Europass Mobilität

Der Europass Mobilität umschreibt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die man während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben hat. Zum Beispiel bei einem…

  • Praktikum
  • Studiensemester (Erasmus-Programm)
  • Freiwilligenarbeit in einer gemeinnützigen Einrichtung

Den Europass Mobilität füllen Sie nicht selbst aus, sondern zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und die zweite im Gastland. Dabei kann es sich um Schulen, Hochschulen, andere Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen handeln. Sie bitten praktischerweise die jeweilige Organisation, sich an das zuständige Nationale Europass-Zentrum zu wenden.

Europass Zeugniserläuterung

Das Dokument beschreibt die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auf einem beruflichen Abschlusszeugnis aufgeführt sind. Die Zeugniserläuterungen ergänzen die Original-Zeugnisse und sollen den Arbeitgebern helfen, ihren Inhalt besser zu verstehen.

Erhalten kann sie jeder, der über ein berufliches Abschlusszeugnis verfügt. Dazu zählen Abschlüsse einer Berufsausbildung, dualen Ausbildung oder auch einer Weiterbildung.

Die Zeugniserläuterungen sind kein Ersatz für das Originalzeugnis und garantieren keine automatische Anerkennung.

Diplomzusatz (Diploma Supplement)

Das Diploma Supplement beschreibt Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Hochschulabsolventen erworben haben. Es ergänzt die Original-Hochschulzeugnisse und hilft Arbeitgebern im europäischen Ausland, die Angaben besser zu verstehen.

Alle Hochschulabsolventen können einen Diplomzusatz beantragen – und zwar bei der Hochschule, die auch das Original-Abschlusszeugnis ausgestellt hat. Auch für das Diploma Supplement gilt: Es ist kein Ersatz für das Original-Zeugnis und garantiert keine Anerkennung des Zeugnisses im Ausland.

Europass erstellen und beantragen

Den Europass können Interessierte seit 2004 kostenlos erstellen. Seitdem sind allein 150 Europass-Lebensläufe erstellt worden – 25 Millionen davon im Jahr 2019. Am 15. November 2019 wurde zudem der 300.000 Mobilitätspass verliehen

Der Europass ist mittlerweile in 29 Sprachen verfügbar – zuletzt kam im April 2019 serbisch hinzu. Die erste Anlaufstelle für alle Interessenten ist das Nationale Europass-Zentrum im jeweiligen Heimatland. Davon gibt es insgesamt 38 in ganz Europa.

Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Belgien verfügt sogar über drei nationale Europass-Zentren, um die drei Sprachgemeinden zu versorgen: die flämische, französische und deutschsprachige. Sie können einen Europass-Lebenslauf und Sprachenpass auf der Homepage des European Centre for the Development of Vocational Training (CEDEFOP) kostenlos erstellen und abspeichern.

Die anderen drei Europass-Dokumente können Sie nicht selbst anfertigen. Den Mobilitätspass stellen Ihnen zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und eine im Gastland – aus. Das Diploma Supplement wird von der Hochschuleinrichtung ausgestellt, die auch das Original-Hochschulzeugnis ausstellt. Für die Zeugniserläuterungen hat jedes Land Nationale Verzeichnisse der Zeugniserläuterungen angelegt. Im Zweifel wenden Sie sich an das deutsche Europass-Zentrum in Bonn (Kontaktdaten siehe Kasten unterhalb dieses Absatzes).

Der Lebenslauf ist dabei der wohl wichtigste Teil einer Bewerbung. Arbeitgeber können anhand der Lebensläufe Fakten und Kompetenzen vergleichen, daher kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Sie können den Europass-Lebenslauf auch unabhängig vom Sprachenpass oder Diploma Supplement für Ihre eigenen Bewerbungen nutzen. Die Vorlage auf der Homepage ist vergleichsweise leicht auszufüllen, die Menüs sind recht übersichtlich. Über die Vorschau können Sie sich Ihren Lebenslauf vorab ansehen und speichern. Sie können außerdem ein Bewerbungsfoto hinzufügen, sonstige Fähigkeiten angeben und weitere Anhänge uploaden.

Auch ist es möglich, ein Foto oder Anhänge zum Lebenslauf direkt aus Ihrem Cloud-Konto hochzuladen. Sie können Ihren Lebenslauf in der Cloud speichern und von Freunden oder Verwandten korrigieren lassen. Zusammen mit der Blindenstudienanstalt Thessaloniki wurde darüber hinaus ein barrierefreier Lebenslauf-Editor entwickelt, mit dem auch Sehbehinderte ganz bequem einen Europass-Lebenslauf am Rechner erstellen können. Der Lebenslauf-Editor lässt sich sogar am Smartphone relativ komfortabel nutzen.

Einen Extra-Service gibt es für all jene, die sich in Großbritannien bewerben wollen. Wer seinen Europass-Lebenslauf online erstellt, kann ihn nun auch auf der Jobbörse CVLibrary hochladen.

Sie können die die Dokumente in elektronischer, aber auch in Papierform verwenden. Nur der Europass Mobilität ist in Deutschland ausschließlich in Papierform das Original. Wenn Sie sich elektronisch bewerben, bringen Sie das ausgefüllte Originaldokument mitsamt Stempel und Unterschriften der Entsende- und Gastorganisation mit.

Grundsätzlich gilt: Der Europass erleichtert die Erstellung des Lebenslaufs. Bewerber sollten aber auch hier darauf achten, dass die Angaben zur angestrebten Stelle passen.
Ein Beispiel für einen Europass-Lebenslauf finden Sie hier.

Kontakt: Bei Fragen hier melden!

Europass Fragen BeratungDas deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Interessenten können sich telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Dies sind die Kontaktdaten:

  • Telefon: +49 (0)228 107-1645, -1672
  • E-Mail: europass[at]bibb(dot)de
  • Postadresse:
    Nationales Europass Center (NEC) in der
    Nationalen Agentur Bildung für Europa
    beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)
    Robert-Schuman-Platz 3
    53175 Bonn

Europass Vorteile

Nein, für eine Bewerbung im Inland benötigen Sie ihn nicht. Auch ist der Europass keine Voraussetzung, um sich im Ausland bewerben zu können.

Aber er kann dort Überzeugungsarbeit leisten. Die Dokumente zeigen einem potenziellen Arbeitgeber von Portugal bis Polen, mit wem er es genau zu tun hat. Und sie signalisieren echten Willen, die Stelle wirklich haben zu wollen. Sonst hätte man sich als Bewerber die Mühe wohl kaum gemacht.

Zudem müssen Sie nicht alle fünf Dokumente organisieren, sondern können sich auf diejenigen beschränken, die Ihnen nützlich sind. Das kann im Einzelfall auch nur der Sprachenpass oder eine Zeugniserläuterung sein. Es kann aber auch passieren, dass einzelne Bestandteile sehr wohl obligatorisch sind. Wenn Sie sich zum Beispiel für ein Praktikum im Ausland bewerben, könnte der Arbeitgeber von Ihnen die Vorlage des Diploma Supplement und/oder der Zeugniserläuterungen verlangen.

Immerhin wurden nach Angaben der Europäischen Kommission europaweit schon 150 Millionen Europass-Lebensläufe erstellt. Das liegt vermutlich auch an der Einfachheit. So liegt der Lebenslauf im gut integrierbaren XML-Format vor und kann außerdem als PDF-Datei ausgegeben werden.

Das sind weitere Vorteile des Europasses:

  • Mann kann ihn relativ schnell und einfach erstellen.
  • Er ist international einheitlich.
  • Er bietet eine gute Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg.

Europass Nachteile

Fragen Sie mal Ihre Eltern, Nachbarn oder Freunde, ob Sie schon mal etwas vom Europass gehört haben? Vermutlich nicht. Vielleicht halten sie ihn sogar für eine Bahnfahrkarte.

Das verdeutlicht schon, dass sich der Europass bislang nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Er hat die länderspezifischen Bewerbungen keineswegs ersetzt. Von der europaweit einheitlichen Bewerbung sind wir genauso weit entfernt wie von einem vereinigten Europa.

Wer sich in Spanien bewerben möchte, beachtet die Anforderungen der spanischen Arbeitgeber – und bewirbt sich in der Regel auf spanisch. Bei einem alteingesessenen französischen Unternehmen klopft man besser nicht auf englisch an. Aber: Genau da kann der Europass natürlich helfen…

Der zweite große Nachteil: Der Europass würgt Kreativität ab. Er macht es Bewerben schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzuheben.

Das Prinzip kennen Bewerber von Online-Bewerbungsformularen. Sie ähneln mitunter einem Korsett. Es gibt ein Design, von dem nicht abgewichen werden kann. Außergewöhnliche, kreative oder mutige Bewerbungen sind so schwierig bis unmöglich. Die Individualität eines Bewerbers kommt oftmals zu kurz.

Europass Länder

Der Europass ist in allen EU-Mitgliedsländern eingeführt, außerdem in Großbritannien, Norwegen, Island, Liechtenstein, der Schweiz, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien und der Türkei.

Am beliebtesten ist er in Italien. Die Italiener haben nach offiziellen Angaben schon 37 Millionen Lebensläufe online erstellt – das ist mit weitem Abstand der erste Rang. Dahinter folgen Portugiesen (c.a 24 Mio.), Rumänen (knapp 10 Mio.), Spanier (9,6 Mio.), Ungarn (5,2 Mio.) und Deutsche (4,3 Mio.).

In diesen Ländern können die Europass-Dokumente genutzt werden:

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Montenegro
  • Tschechien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Irland
  • Griechenland
  • Spanien
  • Frankreich
  • Kroatien
  • Island
  • Italien
  • Zypern
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Ungarn
  • Nordmazedonien
  • Malta
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Slowakei
  • Serbien
  • Finnland
  • Schweden
  • Türkei
  • Vereinigtes Königreich
[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Tätigkeitsbeschreibung: Definition, Muster, Beispiele

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

Eine Tätigkeitsbeschreibung taucht im Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers auf. Sie kann aber auch ein Instrument für Bewerber sein. So bietet sich eine Tätigkeitsbeschreibung an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat einige Vorteile…

Tätigkeitsbeschreibung Definition

Tätigkeitsbeschreibungen kennen Bewerber von der Jobsuche. Aus den Stellenanzeigen, in denen genau aufgeführt ist, welche Aufgaben und Tätigkeiten der künftige Mitarbeiter im Betrieb übernehmen soll.

Davor hat das Unternehmen in der Regel eine Stellenbeschreibung vorgenommen. Die Tätigkeitsbeschreibung ist ein wesentlicher Bestandteil der Stellenbeschreibung (oder Arbeitsplatzbeschreibung). In einer Stellenbeschreibung definiert das Unternehmen – neben den Tätigkeiten – noch andere Aspekte einer Stelle. Zum Beispiel die Position des neuen Mitarbeiters im Organigramm, seine Vorgesetzten und Stellvertreter, seine Qualifikationen, Verantwortung und Befugnisse.

Eine Tätigkeitsbeschreibung findet sich – nach erfolgter Einstellung – auch im Arbeitsvertrag wieder. Das Unternehmen legt damit fest, welche Leistung es von Ihnen erwartet. Als Arbeitnehmer sind Sie verpflichtet, die Tätigkeiten, die im Arbeitsvertrag fixiert wurden, zu erfüllen. Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag ist also rechtlich bindend, das macht sie so wichtig.

Manchmal ist die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag mit einem sogenannten Versetzungsvorbehalt verbunden, damit der Arbeitgeber Ihnen auch andere Aufgaben zuweisen kann. Faustregel: Ist die Tätigkeitsbeschreibung allgemeiner gehalten, verfügt der Arbeitgeber über mehr Spielraum.

In rechtlichen Streitfällen kann die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag äußerst relevant werden (siehe auch Kasten ganz unten). Etwa bei der Frage, ob der Arbeitnehmer seine arbeitsvertraglichen Leistungen auch wirklich erbracht hat. Mitunter ist die Tätigkeitsbeschreibung sogar bei der Frage von entscheidender Bedeutung, ob eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arbeitnehmer einspringt.

Auch im Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis eines Beschäftigten findet sich eine Beschreibung seiner Tätigkeiten wieder.

Kurzum: Tätigkeitsbeschreibungen tauchen im Arbeitsalltag immer wieder auf. Sie bieten Orientierung, praktisch wie rechtlich. Darüber hinaus können Sie eine Tätigkeitsbeschreibung auch selbst verfassen und für die (geheime) Jobsuche nutzen. Karrieresprung zeigt Ihnen, was Sie dabei beachten sollten…

Tätigkeitsbeschreibung statt Arbeitszeugnis für die Bewerbung

Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie können sie selbst formulieren und dann statt eines Arbeitszeugnisses Ihren Bewerbungsunterlagen beilegen. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung, die Sie Ihrer Bewerbung beilegen, formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Dies ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf bei ihm genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

Nun können Bewerber ihr aktuelles Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die selbst verfasste Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim jetzigen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Völlig unbrauchbar ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

Einem erfahrenen Personalmanager dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

Tätigkeitsbeschreibung Inhalt

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen.

Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

  • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
  • Offizieller Jobtitel
  • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
  • Ihre Leistungen und Erfolge
  • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
  • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit einem Anschreiben und einem aktuellen Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten folgendermaßen aus. Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie:

  • Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.

Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine Variante wie diese:

  • Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.

Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

  • Projektleiter Digitalisierung
    Vom 10.10.2017 bis 01.04.2020 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

Bitten Sie um Vertraulichkeit!

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung JobsucheIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben ausdrücklich um Vertraulichkeit!

Eine mögliche Formulierung wäre: Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Tätigkeitsbeschreibung Muster

Wenn Sie eine Tätigkeitsbeschreibung formulieren wollen, um sie Ihrer Bewerbung beizulegen, dann können Sie sich an den Angaben in Ihrem Arbeitsvertrag orientieren. Aber unterschlagen Sie auf keinen Fall die Tätigkeiten, die Sie tatsächlich ausgeführt haben, die aber nicht in der Tätigkeitsbeschreibung in Ihrem Arbeitsvertrag stehen. Hier ein paar Anregungen…

Die Tätigkeitsbeschreibung einer Bürokauffrau könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Administrative und organisatorische Tätigkeiten
  • Bearbeitung der ein- und ausgehenden Post
  • Bearbeitung von Reklamationen
  • Erledigung sämtlicher Korrespondenzen
  • Vorbereitende Buchhaltung
  • Personalverwaltung
  • Vertragsverwaltung

Die Tätigkeitsbeschreibung für einen Mitarbeiter im Vertrieb könnte so aussehen:

  • Kundengewinnung
  • Kalkulation und Erstellung von Angeboten und Rahmenverträgen
  • Fachliche Beratung von Bestandskunden
  • Auftragsverhandlungen und Auftragsverfolgung
  • Aufnahme von Aufbereitungsprozessen
  • Vorbereitung, Durchführung und Betreuung von Messeauftritten
  • Reisetätigkeiten im Inland und Ausland
  • Vor- und Nachbereitung von Kundenterminen

Die Tätigkeitsbeschreibung einer Mitarbeiterin im Einzelhandel könnte so aussehen:

  • Annahme von Warenlieferungen
  • Lagerung und Präsentation von Waren
  • Frischekontrollen im Obst- und Gemüsebereich
  • Beantwortung von Kundenfragen
  • Kassieren und Abrechnen der Kasse
  • Gewährleistung von Ordnung und Sauberkeit in der Filiale
  • Vorbereitung und Durchführung von Inventurarbeiten

Die Tätigkeitsbeschreibung für ein Praktikum im Bereich Marketing könnte so aussehen:

  • Konzepterstellung
  • Bewertung und Umsetzung von Broschüren, Flyern, Bannern, Postern, Newslettern etc.
  • Erstellung multimedialer Inhalte wie z.B. Videos
  • Umsetzung von Präsentationen
  • Betreuung, Aktualisierung und Weiterentwicklung der Website und der Social-Media-Kanäle
  • Contenterstellung für Webseite und Social Media
  • CRM–Datenbankpflege
  • Recherchearbeiten

Tätigkeitsbeschreibung Tipps

Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

  • Realismus

    Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.

  • Sachlichkeit

    Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.

  • Professionalität

    Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.

  • Einheitlichkeit

    Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

  • Stellenbeschreibung Relevanz

    Personaler interessieren sich brennend dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

    So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent von ihnen ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

    Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent der befragten Personaler, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

    Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

    Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

    Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

    Taetigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

    Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

    Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

    Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

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    Hier müssen Sie Interesse wecken und den Grundstein für den Bewerbungserfolg legen. Darum wichtig: Das Bewerbungsschreiben muss übersichtlich, prägnant und natürlich frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern sein.

    Formal gesehen umfasst das Bewerbungsschreiben eine Seite, maximal zwei Seiten. Bei einer E-Mail-Bewerbung können Sie das Anschreiben direkt in der Mail platzieren. Den tabellarischen Lebenslauf und Ihre Zeugnisse hängen Sie dann in einem PDF-Dokument an. Ein Deckblatt können Sie ebenfalls beifügen, es ist aber im Grunde überflüssig.

    So bauen Sie Ihre Bewerbungsmappe auf:

    • Bewerbungsschreiben (Anschreiben)
    • Deckblatt
    • Lebenslauf
    • Zeugnisse
    • Referenzen, Arbeitsproben, Zertifikate

    Eine Umfrage ergab vor einiger Zeit, dass Bewerber durchschnittlich 74 Minuten lang an ihrem Bewerbungsschreiben sitzen. Das ist viel Zeit. Um die Dauer zu verkürzen, orientieren Sie sich einfach an unseren besten und wichtigsten Tipps. Wir leiten Sie Schritt für Schritt durchs Bewerbungsschreiben – von der Einleitung über den Hauptteil mit Bezugnahme bis hin zum Schlussteil.

    So ist das Bewerbungsschreiben aufgebaut:

    Adresszeile

    Der Briefkopf beginnt oben stets mit Ihren Kontaktdaten. Dazu zählen Ihr/e…

    • Vor- und Nachname
    • Adresse
    • Telefonnummer
    • E-Mail-Adresse
    • Persönliche Webseite, Xing- oder Linkedin-Adresse (optional)

    Darunter steht – so wie Sie es aus einem normalen Brief gewohnt sind – der Empfänger. Unerlässliche Angaben sind:

    • Vollständiger Firmenname inkl. Unternehmensform (z.B. GmbH, AG etc.)
    • Vor- und Zuname des Ansprechpartners
    • Adresse

    Schon in diesem Teil des Bewerbungsschreibens passieren oft die peinlichsten Fehler. Mal kommt es zu einem Buchstabendreher, dann wieder zu einem Fehler im Firmennamen. Bitte nicht schludern, sondern unbedingt Korrektur lesen und lesen lassen! Sonst vermasseln Sie bereits den so wichtigen ersten Eindruck.

    Datum

    Rechts im im Briefkopf setzen Sie das Datum ein. Bitte darauf achten, dass es sich um ein aktuelles Datum handelt – am besten das Versanddatum. Andernfalls lassen Sie durchblicken, dass Sie ein altes Bewerbungsschreiben auf Wiedervorlage gelegt haben.

    Üblicherweise schreibt man das Datum in der Form TT.MM.JJJJ. Also etwa so: 01.06.2020. Sie können die überflüssigen Nullen aber auch einfach streichen: 1.6.2020. Entscheiden Sie sich für eine von beiden Varianten. Welche, ist völlig egal – daran soll Ihre Bewerbung jedenfalls nicht scheitern.

    Betreff

    Die Betreffzeile folgt nach dem Briefkopf. Sie fällt oft als Erstes ins Auge und gibt inhaltliche Orientierung – unterschätzen Sie also ihre Wirkung nicht.

    Zunächst mal sehen Sie bitte davon ab, das Wörtchen Betreff vor die Betreffzeile zu setzen. Das war früher mal üblich, ist es heute aber nicht mehr. Eine Zeile sollte die Betreffzeile nicht überschreiten – das wäre eindeutig zu lang. Sie sollte kurz, knackig und aussagekräftig sein.

    Nehmen Sie am besten Bezug auf das Stellenangebot beziehungsweise auf die Position, auf die Sich sich bewerben. Ein Betreff könnte etwa so lauten:

    Anrede im Bewerbungsschreiben

    Je persönlicher die Anrede im Bewerbungsschreiben, desto besser. Dies schließt das berüchtigte Sehr geehrte Damen und Herren aus.

    Versuchen Sie unbedingt, Ihren exakten Ansprechpartner zu eruieren und reden Sie ihn oder sie persönlich an. Damit zeigen Sie, dass Sie sich Mühe gegeben haben, dass Sie in der Lage sind, Sachverhalte zu recherchieren, dass Sie professionell sind und dass Ihnen am Job wirklich etwas liegt.

    Nur im absoluten Ausnahmefall, wenn Sie wirklich keinen Ansprechpartner herausfinden können, behelfen Sie sich mit einem Sehr geehrte Damen und Herren. Auf das höfliche Sehr geehrte/r… sollten Sie aber keinesfalls verzichten. Ein flapsiges Hallo, Servus, Grüß Gott oder Moin moin ist für eine Bewerbung nicht angemessen.

    Bleiben Sie lieber bei dem Klassiker – übrigens auch dann, wenn Sie den Empfänger persönlich gut kennen:

    • Sehr geehrte Frau Meyer
    • Sehr geehrter Herr Müller

    Bewerbungsschreiben Einleitung

    Ihr stärkstes Argument gehört ganz an den Anfang des Bewerbungsschreibens. Beginnen Sie also ruhig mit einem Big Bang. Ihre Motivation für genau diesen Job müssen Sie ohne Verzögerung darlegen – gerne auch mit einem originellen Satz.

    Auch sollte sofort klar werden, dass Sie sich mit dem Unternehmen, Produkten, Services, Unternehmenskultur beschäftigt haben. Flechten Sie aktuelle Zahlen ein oder einen Bezug zu Presseberichten. Aber auch bitte hier kurz und bündig – nicht länger als drei bis vier Zeilen.

    Übertreiben Sie es nicht damit, dem Unternehmen Honig um den Bart zu schmieren. Eine Löffelspitze Honig ja, aber kein ganzes Glas.

    Grundsätzlich gilt: Emotionen wirken. Sie mögen nüchtern betrachtet der perfekte Kandidat sein und alle Fakten korrekt darstellen. Wenn dem Personaler aber – im übertragenen Sinne – Ihre Nasenspitze nicht gefällt, sinken Ihre Chancen dramatisch. Das gilt querbeet für alle Berufsbilder.

    Darum: Legen Sie ein wenig Leidenschaft an den Tag, was das Anschreiben angeht. Es ist gar nicht so schwer. Im Bewerbungsschreiben müssen Sie vermitteln, welche Projekte Sie wie und warum erfolgreich abgeschlossen haben – und warum Sie dies für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.

    Darum elementar wichtig im Bewerbungsschreiben: der erste Satz. Vermeiden Sie Einleitungssätze aus dem Standard-Baukasten wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ Das ist öde und klingt bürokratisch. Und es sagt über Sie: Ihnen ist kein guter erster Satz eingefallen.

    Das gleiche gilt für althergebrachte Floskeln wie „Mit großer Freude habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen…“ Austauschbar, beliebig, unpersönlich. Noch schlimmer: „Ich bin team- und konfliktfähig…“ Das ist jeder – zumindest steht dieser Satz in gefühlt jeder Bewerbung.

    Aber wie kann man stattdessen ins Bewerbungsschreiben starten? Zum Beispiel, indem Sie anhand eines konkreten Beispiels klarmachen, dass Sie Talent und Leidenschaft mitbringen.

    Als Absolvent könnten Sie Studienschwerpunkte oder Praktika in den Vordergrund rücken, als Berufserfahrener bisherige Positionen und erfolgreich absolvierte Projekte.

    Aber nehmen Sie bitte unbedingt von Zitaten bekannter Geistesgrößen Abstand. Fremdschämgefahr! Sie sind es, der sich bewirbt, nicht Goethe, Schiller oder Hemingway.

    Einleitungssätze Beispiele

    Optimal: Auf persönliche Art und Weise schnell zum Punkt kommen. Wenn Sie mit dem Personaler bereits Kontakt hatten, sollten Sie im Bewerbungsschreiben unbedingt darauf Bezug nehmen. So bauen Sie Distanz ab und unterstreichen erste Gemeinsamkeiten.

    Aber das ist kein Muss. Steigen Sie mit einem Satz ein, der die Beweggründe Ihrer Bewerbung klar macht – oder Ihre Begeisterung für Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens. Ihre Motivation für den Job ist das wichtigste Element des Bewerbungsschreibens. Gleich an den Anfang damit!

    Zum Beispiel so:

    • Sehr geehrter Herr Mustermann,

      schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit XX. Als ich Ihre Stellenanzeige sah, war mir sofort bewusst: Die Stelle passt perfekt zu mir. Diese Position ist genau die Herausforderung, nach der ich schon lange gesucht habe…

    Frechheit siegt. Das gilt nicht für jede Bewerbung, für manche aber schon. Natürlich kommt es auch auf die Persönlichkeit des Personalers an. Mag er es sachlich oder schätzt er eine Prise Humor?

    In diesem Zusammenhang nochmal der Hinweis: Unterschätzen Sie die Macht der Emotionen nicht. Humor spricht Emotionen an. Man kann es also gerne auch mal so versuchen:

    • Sehr geehrte Frau Mustermann,

      Sie sind auf der Suche nach einem erfahrenen und kreativen Entwickler, für den Leidenschaft, Leistungswille und Organisationstalent mehr sind als bloß Worthülsen? Ihre Suche hat heute ein Ende: Hier bin ich!…

    Zugegeben, das ist kühn. Manche würden sogar sagen: dreist. Aber Chuzpe ist im Bewerbungsschreiben definitiv erfolgversprechender als übergroße Bescheidenheit.

    Apropos: Speziell Männer sollten nicht zu bescheiden auftreten. Das gefällt Personalverantwortlichen gar nicht, wie Laurie Rudman von der Rutgers University in New Jersey vor einiger Zeit herausgefunden hat. Es lässt sie schwächer, unambitionierter und unsicherer wirken.

    Es gibt aber noch weitere Alternativen für einen guten Einstieg. Zum Beispiel den Storytelling-Ansatz:

    • Sehr geehrter Herr Mustermann,

      mit dem Fahrrad sind es von meiner Tür bis zur Firmentür exakt 15 Minuten. Ich habe die Zeit genau gestoppt. Das bedeutet: Während die Kollegen noch im Stau stehen, könnte ich morgens der erste im Büro sein…

    Auch das ist witzig, bildet aber gleichzeitig einen echten Mehrwert ab. Natürlich handelt es sich in allen Fällen nur um Anregungen. Schreiben Sie diese bitte nicht wörtlich ab. Denn Personaler sind keine Idioten. Wer eine außergewöhnliche Formulierung vorfindet, könnte ihren Ursprung ja auch mal googeln.

    Sie müssen im Bewerbungsschreiben schon Ihren eigenen Stil und Ihren eigenen Einleitungssatz finden, der auch zum Rest des Anschreibens passt. Ganz ohne eigene Leistung und Hirnschmalz geht es leider nicht.

    Bewerbungsschreiben Einstieg: So bitte nicht!

    Bewerbungsschreiben Einleitung FehlerWie Sie nicht ins Bewerbungsschreiben einsteigen sollten? Hier ein paar Beispiele:

    • Abschluss

      Dass Sie über einen ganz tollen Abschluss verfügen, sieht der Personaler schon in Ihrem Lebenslauf. Die Ausbildung bringen Sie bitte im Lebenslauf unter, nicht im Anschreiben. Natürlich ist ein guter Abschluss ein echtes Argument, aber im Bewerbungsschreiben sollten Sie mehr Wert auf Ihre Motivation und Ambitionen legen.

    • Ziele

      Ihre Ziele gehören ins Bewerbungsschreiben, natürlich. Aber nicht unbedingt die Ziele, die über die angestrebte Position und das Unternehmen hinausgehen. Ihre Karrierepläne bringen Ihnen nur Pluspunkte, wenn sie mit den Zielen des Arbeitgebers deckungsgleich sind, wenn er selbst auch etwas davon hat.

    • Rückblick

      Auf gar keinen Fall schreiben Sie im Bewerbungsschreiben, warum der alte Job zum Schluss unerträglich für Sie war. Das mag zwar als unterschwelliges Kompliment für Ihren neuen Arbeitgeber in spe gemeint sein, wirkt aber nicht wie eines. Sie setzen sich vielmehr negativ als Querulant und Nörgler in Szene.

    Hauptteil im Bewerbungsschreiben

    Der Hauptteil im Bewerbungsschreiben sollte nicht allein aus Aufzählungen bestehen. Sie sollten die wesentlichen Stärken und Kompetenzen herausstellen, die für diesen Job wichtig sind – und nur die. Qualität geht in diesem Fall vor Quantität.

    Konzentrieren Sie sich im Bewerbungsschreiben auf die persönlichen Qualifikationen und Ihre Soft Skills. Die sind vielen Personalern besonders wichtig.

    Es ist allerdings wirklich schwer, die eigenen Soft Skills so ganz ohne Phrasendrescherei herauszuarbeiten. Aber erstens nicht unmöglich und zweitens auch extrem wichtig für den Erfolg Ihres Bewerbungsschreibens. Was nicht gut ankommt, sind typische Floskelsätze und Ich-Formulierungen wie zum Beispiel:

    • Ich bin verantwortungsbewusst
    • Ich bin ein Machertyp.
    • Ich bin teamfähig.
    • Ich bin kommunikativ.
    • Ich bin hochmotiviert.

    Eintönig, beliebig und auch egozentrisch. Viele Bewerbungsschreiben enthalten solche Ich-Formulierungen. Für Sie ist das eine große Chance, sich von der Masse abzuheben.

    Und zwar so: Beschreiben Sie ganz kurz ein Projekt, in dem Ihre Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke zum Ausdruck kam und entscheidend zum Erfolg beigetragen hat. Am besten formulieren Sie natürlich so, dass Ihre Kommunikationsstärke schon im Bewerbungsschreiben selbst sichtbar wird.

    Beispiel:

    • Im Rahmen meiner vorherigen Tätigkeit habe ich das Projekt XY aus der Taufe gehoben und federführend geleitet. Die Kollegen habe ich dafür gewonnen, indem ich… Das Projekt war ein voller Erfolg und konnte in sechs Wochen erfolgreich abgeschlossen werden.

    Ein anderes Beispiel:

    • Als in meinem früheren Betrieb ein Produktionsausfall drohte, konnte ich durch die schnelle Kontaktaufnahme und Vermittlung mehrere Teammitglieder dafür gewinnen, nach Feierabend und am Wochenende kurzfristig auszuhelfen. Das Szenario eines größeren Produktionsausfalls konnte ich so noch viele weitere Male abwenden.

    Das muss aber in den Kontext passen. Erfahrene Personaler erkennen es, wenn Sie Massenanschreiben formulieren und dann nur noch die Namen austauschen.

    Und achten Sie darauf, dass die Kompetenzen und Anekdoten, die Sie erzählen, auch wirklich einen Bezug zum ausgeschriebenen Job und der Stellenanzeige haben. Wenn nicht, dürfen Sie sich über eine Absage nicht beschweren.

    Unternehmensbezug im Bewerbungsschreiben

    Stellen Sie stets eine Verbindung zwischen sich und dem Unternehmen her. Welchen Mehrwert bieten Sie Ihrem Wunscharbeitgeber?

    Sie wollen, dass der HR-Verantwortliche merkt, dass Sie so etwas wie der natürliche Kandidat für die Stelle sind. Einen Bezug zum Unternehmen können sie schon im Einstiegssatz des Bewerbungsschreibens herstellen – oder erst später. Dafür gibt es keine festen Vorgaben.

    Voraussetzung: Sie verfügen tatsächlich über die geforderten Qualifikationen, wollen und können sich einbringen und integrieren. Diese persönlichen Vorzüge in Verbindung zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle zu bringen, das ist der Königsweg.

    Auch hier ist Selektion gefragt, denn mehr als fünf bis sieben Zeilen Platz haben Sie dafür nicht. Nochmal daher der Rat: Unterlassen Sie es, Aufzählungen aneinanderzureihen. Klasse schlägt Masse, nicht umgekehrt. Setzen sie Höhepunkte und spitzen Sie zu. Kein Personaler interessiert sich für zielloses Geschwafel.

    Die Erfolge, die Sie in der Vergangenheit errungen haben, können Sie besonders gut einsetzen. Beschreiben Sie – anhand von konkreten Beispielen oder Zahlen – wie Sie welches Problem gelöst haben:

    • Was haben Sie in welcher Zeit wo geschafft?
    • Wie sehr konnten Sie den Umsatz, Gewinn, Fehlerquote, Verkauf etc. verbessern?
    • Wie viele Kollegen haben Sie dabei geführt?
    • Wie viele neue Kunden haben Sie gewonnen?

    Ein Beispiel:

    • Seit mehr als 15 Jahren entwickle und verkaufe ich Lösungen im Bereich der… Da ich die Verkaufsprozesse zielgerichtet optimiert habe, konnte ich den Absatz in meiner Zeit als Key Account Manager bei der Firma XY um XX Prozent steigern. Auch die Kundenzufriedenheit verbesserte sich zeitgleich von XX auf XX Prozent.

    Tipp: Recherchieren Sie zuvor in den Medien, welche Qualifikationen und Kompetenzen einem Arbeitgeber in dieser Position besonders wichtig sind. Wer dies im Bewerbungsschreiben gut antizipiert, verbessert seine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch deutlich.

    Bewerbungsschreiben Schlusssatz

    Das inhaltliche Ende des Bewerbungsschreibens bilden Ihre Gehaltsvorstellung und der frühestmögliche Eintrittstermin – sofern diese Angaben verlangt werden. Bedanken Sie sich im Schlusssatz für das Interesse und sagen Sie, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen – ohne dabei wie ein Bittsteller aufzutreten. Dahinter setzen Sie eine vernünftige Grußformel und Ihre Unterschrift.

    Sollte es in Ihrem Lebenslauf Lücken, Unterbrechungen, Jobwechsel, Kündigungen oder Ähnliches geben, dann erwähnen Sie diese im Bewerbungsschreiben ruhig – aber kurz. Und stellen Sie sich darauf ein, dass Sie der Personaler dazu im Jobinterview noch genauer befragen wird. Prinzipiell sollten Sie dabei freundlich, offen, motiviert klingen. Nicht nur der erste Eindruck entscheidet, auch der letzte.

    Dazu gehört auch eine Prise Selbstbewusstsein, denn schließlich sind Sie der genau richtige Kandidat für exakt diese Position. Sie haben etwas anzubieten: Ihre Kompetenzen, Motivation, Leistungsbereitschaft und und und. Das Unternehmen sollte das merken.

    Dennoch begehen viele Jobkandidaten im Bewerbungsschreiben einen kleinen, aber entscheidenden Fehler. Sie verfallen in den Konjunktiv.

    • Ich würde Ihnen in einem Vorstellungsgespräch gerne mehr von mir erzählen.
    • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
    • Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen würden.

    Der Punkt ist: Ein Konjunktiv schwächt die gesamte Aussage ab. Es mag bescheiden und sympathisch klingen, ist aber nicht zielführend. Auch bei einem Unternehmen ist es ja nicht so, dass es „seinen Blick gerne in die Zukunft richten würde“. Es richtet seinen Blick in die Zukunft.

    Sie zweifeln damit Ihre eigenen Fähigkeiten an und machen sich klein. Darum: Am Schluss des Bewerbungsschreibens kein Konjunktiv!

    Viel besser: Das, was man in der Werbesprache als Call-to-Action bezeichnet. Studien belegen, dass Verbraucher auf Aufforderungen positiv reagieren. Sie klicken auf den Artikel, wenn man sie dazu animiert, Sie rufen die Hotline an, wenn man es Ihnen vorschlägt, Sie kommentieren, wenn man Sie dazu auffordert. Nutzen Sie daher auch in Ihrem Bewerbungsschreiben so einen Call-to-Action.

    Fordern Sie den Arbeitgeber aktiv auf, etwas zu tun, das Ihren Wünschen entspricht. Das könnte etwa so aussehen – ganz ohne Konjunktiv:

    • Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.
    • Habe ich Sie überzeugt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Kennenlernen.
    • Kontaktieren Sie mich gerne, wenn Sie noch weitere Fragen haben.
    • Sehr gerne überzeuge ich Sie auch in einem persönlichen Gespräch von mir.

    Oder ist Ihnen das irgendwie unangenehm? In diesem Fall schließen Sie einfach mit Ihrem möglichen Eintrittstermin: Ich kann Ihnen bereits zusagen, die Stelle am xx. November anzutreten.

    Auch so unterstellen Sie natürlich, dass Sie den Job auch bekommen. Ein Psychospielchen – keine Frage, aber kein wirkungsloses.

    Wie erkläre ich eine kritische Phase im Bewerbungsschreiben?

    Bewerbungsschreiben Tipps FehlerDas Leben ist kein… na, Sie wissen schon. Vielleicht haben Sie die Schule abgebrochen oder das Studium geschmissen oder zweimal hintereinander die Stelle verloren. Sicherlich gibt es dafür gute Gründe, aber wie erklären Sie die dem Personaler?

    Das könnte schwierig werden, denn speziell in Deutschland wird Zeugnissen und Zertifikaten allergrößtes Vertrauen entgegengebracht. Wer seine Fähigkeiten nicht schriftlich nachweisen kann, bekommt den Job in der Regel nicht. Und das, obwohl formelle Abschlüsse oder Zeugnisse in vielen Berufen gar nicht notwendig wären.

    Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn Ihnen Zeugnisse oder Ähnliches fehlen: Sie müssen Ihre Fähigkeiten nachweisen. Das können Sie aber auch auf andere Art und Weise, mit Referenzen und Arbeitsproben zum Beispiel.

    Beispiel: Sie bewerben sich auf einen Job, für den das Abitur eine Voraussetzung ist. Nun haben Sie aber „nur“ das Fachabitur, bringen aber sonst alle notwendigen Kompetenzen mit. Was tun Sie? Richtige Antwort: Trotzdem bewerben. Auch in den Unternehmen gibt es selbstverständlich Spielraum.

    Kein Kandidat erfüllt 100 Prozent der Bedingungen. Also nur Mut, wenn es bei Ihnen bisweilen nur zu 90, 80 oder auch 70 Prozent reicht. In solchen Fällen wird es umso wichtiger, Ihre Motivation richtig herauszuarbeiten. Wie heiß sind Sie auf den Job? Welche Soft Skills haben Sie? Wenn Sie die gut vermitteln, ohne gleichzeitig alle formellen Voraussetzungen zu erfüllen, stehen Ihre Chancen gar nicht mal schlecht.

    Dann könnte – zusätzlich zum Bewerbungsschreiben – auch ein Motivationsschreiben genau das richtige Format sein, um Sie dem Job näherzubringen. Aber Vorsicht: Rechtfertigen Sie sich darin nicht, sondern bieten Sie dem Arbeitgeber etwas an.

    Bewerbungsschreiben Tipps

    Die kreative Ader voll zur Entfaltung bringen – schön, aber nicht immer erfolgversprechend. An einigen Grundregeln und Formalitäten kommt man nur schwer vorbei.

    Grundsätzlich eine gute Wahl: eine Bewerbung nach DIN 5008. Das macht die Sache für den HR-Verantwortlichen einfacher und übersichtlicher – Pluspunkt!

    Diese Grundregeln sollten Sie beim Bewerbungsschreiben beachten:

    • Papier: Am besten nehmen Sie hochwertiges Papier für Ihr Bewerbungsschreiben, kein einfaches Kopierpapier. Bei den Blättern darauf achten, sie nicht durch Flecken, Knicke oder Eselsohren zu verunstalten. Auch gut: Scharfer Laserdruck,der nicht verwischt.
    • Schrift: Bitte keine extravagante Schnörkelschrift im Bewerbungsschreiben wählen! Das wirkt immer latent affektiert und ist schwieriger zu lesen. Besser sind Schriftarten wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia.
    • Schriftgröße: Merken Sie sich die 11-13-15-Regel. Fließtext hat die Schriftgröße 11. Datum, Adressen und Zwischenüberschriften haben eine 13-Punkt-Schrift – gerne auch gefettet. Die 15-Punkt-Schrift ausschließlich für Ihren Name im Kopf des Bewerbungsschreibens verwenden. Übrigens: Mit den krummen Größen heben Sie sich von anderen Bewerbern ab. Die meisten greifen nämlich auf die Standardeinstellung von Word zurück: 12.
    • Zeilenabstand: Der Zeilenabstand sollte in einer Bewerbung immer einheitlich sein. Das gilt auch für Einzüge, Linie und den Seitenrand. Schön luftig ist ein eineinhalbzeiliger Linienabstand – und zwei Zentimeter Seitenabstand links und rechts.
    • Länge: Mehr als eine Seite sollten Berufseinsteiger nicht fürs Anschreiben verfassen. Bei älteren Berufserfahrenen dürfen es auch mal zwei Seiten sein. Aber: Immer kompakt, kurz und präzise bleiben.
    • Satzbau: Vermeiden Sie Schachtel- und Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen. Kurze Hauptsätze wirken stärker. Versuchen Sie, viele Verben im Bewerbungsschreiben zu verwenden. Aber nicht so viele Adjektive und komplizierte Wortungetüme, die auf -ung, -heit oder -keit enden.
    • Individualität: Schreiben Sie die gleiche Bewerbung nie zweimal. Personalverantwortliche erkennen, ob Sie sich Mühe oder eine faulen Lenz gemacht und das Bewerbungsschreiben einfach kopiert haben.

    Bewerbungsschreiben Checkliste

    Bewerbungsschreiben ChecklisteDas alles gehört in Ihr Bewerbungsschreiben – sortiert von oben bis unten:

    • Adresse des Absenders mit Namen, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
    • Datum der Fertigstellung (rechts)
    • Adresse des Empfängers mit Firma, Vor- und Zuname
    • KEIN Bewerbungsfoto (kommt in den Lebenslauf)
    • Betreff
    • Persönliche Anrede
    • Einstieg und Einleitungssatz
    • Kurzdarstellung
    • Unternehmensbezug
    • Hinweis auf sonstige Kenntnisse wie Fremdsprachen (sofern vorhanden)
    • Hinweis auf Referenzen wie Ansprechpartner aus früheren Jobs
    • Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
    • Spanne der Gehaltsvorstellungen (wenn verlangt)
    • Abschlusssatz und Grußformel
    • Unterschrift
    • Anlagen wie Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate

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    [Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

    Kurzbewerbung: Muster, Vorteile und die besten Tipps

    Eine Kurzbewerbung soll Interesse wecken und die Kontaktaufnahme erleichtern. Hat das Unternehmen Interesse, kann es die vollständige Bewerbungsmappe anfordern. Wenn nicht, kann sich der Bewerber weitere Anstrengungen sparen. Für beide Seiten ist eine Kurzbewerbung mit weniger Aufwand und Zeitersparnis verbunden. Vor allem auf Karriere- und Jobmessen ist es sinnvoll, eine Kurzbewerbung im Gepäck zu haben, um sie an potenzielle Arbeitgeber verteilen zu können. Aber Achtung: Nicht immer ist es von Vorteil, eine Kurzbewerbung statt einer vollständigen zu verschicken…

    Was ist eine Kurzbewerbung?

    Eine Kurzbewerbung ist – wie der Name schon vermuten lässt – die Kurzversion einer Bewerbung. Die Kurzbewerbung besteht lediglich aus…

    Eine Kurzbewerbung hat demzufolge nicht mehr als zwei oder maximal drei Seiten. Sie kommt komplett ohne Anlagen, oft sogar ohne Bewerbungsfoto (Foto ist aber empfehlenswert!) aus. Man könnte in der Tat von einer Schmalspurbewerbung sprechen, aber einer mit reellen Erfolgsaussichten…

    Auf Bewerbungsmappe, Arbeitszeugnisse, Qualifikationsnachweise und Deckblatt können Sie verzichten. Und auf alle anderen Elemente einer vollständigen Bewerbung ebenfalls. Diese Bewerbungsunterlagen brauchen Sie bei einer Kurzbewerbung NICHT:

    • Deckblatt
    • Schulzeugnisse
    • Ausbildungszeugnisse
    • Hochschulzeugnisse
    • Arbeitszeugnisse
    • Fortbildungsnachweise
    • Weiterbildungszertifikate/Sprachzertifikate
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben
    • Arbeitsproben
    • Kopie des Führerscheins
    • Kopie des Führungszeugnisses

    Kurzbewerbung schreiben

    Hauptbestandteil der Kurzbewerbung ist der tabellarische Lebenslauf. Er zeigt dem Personaler an, ob der Bewerber über die notwendigen Qualifikationen und entsprechende Berufserfahrung verfügt. Darum sollte man den Lebenslauf mit großer Sorgfalt erstellen, neben Inhalt auch auf die Form achten.

    Das Anschreiben fällt in der Kurzbewerbung nicht so detailreich aus wie in einer „normalen“ Bewerbung. Der Bewerber sollte darin möglichst zum Ausdruck bringen, dass er über einen ausgeprägten Leistungswillen und Motivation, eine gute Arbeitsethik und spezielle Qualifikationen verfügt.

    Sie können auch mehrere Varianten des Anschreibens verfassen, die sich in Nuancen unterscheiden und der Bewerbung somit ein Stück gefühlte Individualität verabreichen, wenn Sie sie etwa auf einer Messe verteilen. Oder aber, sofern Sie schon wissen, wem Sie die Kurzbewerbung auf der Jobmesse überreichen wollen, natürlich auch den Namen des Unternehmens und ein gänzlich individualisiertes Anschreiben verfassen. Grundsätzlich kommt es bei Personalern gut an, wenn sie das Gefühl haben, das Anschreiben sei nur für sie und für niemanden sonst geschrieben worden.

    Geheimtipp: Stecken Sie Ihre Kurzbewerbung in eine Kladde oder Hülle, die den Unternehmensfarben des Arbeitgebers in spe entspricht. Es suggeriert Zugehörigkeit.

    Kurzbewerbung Muster

    Ein Bewerbungsmuster für Sie zur Anregung und Bearbeitung. Einfach unten auf die Links klicken.

    Kurzbewerbung Muster Beispiel

    • Kurzbewerbung Vorlage: WORD.
    • Kurzbewerbung Vorlage: PDF.

    Kurzbewerbung Vorteile

    Die größten Vorteile einer Kurzbewerbung sind:

    • Sie spart dem Empfänger Zeit und verursacht weniger Aufwand.
    • Sie gibt dem Empfänger einen guten ersten Überblick.
    • Sie kann vom Verfasser beliebig oft kopiert und verwendet werden.
    • Sie ist speziell (aber nicht ausschließlich) für Job- und Karrieremessen gut geeignet, um dort Kontakte zu knüpfen.
    • Sie ist im Vergleich zur Visitenkarte die bessere und nachhaltigere Form der Kontaktaufnahme.
    • Sie ist ein gute Möglichkeit, um die Erfolgsaussichten einer Initiativbewerbung auszuloten.

    Kurzbewerbung Nachteile

    Die größten Nachteile einer Kurzbewerbung sind:

    • Sie ist kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Hat das Unternehmen Interesse, kommt also zusätzliche Arbeit auf den Bewerber zu.
    • Sie enthält nur die nötigsten Informationen, aber oft zu wenige gute Argumente, um ein Unternehmen restlos zu überzeugen.
    • Sie bietet zu wenig Platz für Bewerber, um sich abzuheben und die individuellen Stärken herauszustellen.

    Kurzbewerbung Tipps

    Die Kurzbewerbung ist zunächst kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Sie ist so etwas wie ein Appetizer, eine Vorspeise, ein Lockmittel.

    Sie soll das Kennenlernen einleiten und den Weg zum Vorstellungsgespräch ebnen. Sie dient der Kontaktaufnahme, soll das Interesse des potenziellen Arbeitgebers ausloten.

    Der Hauptgrund: Personaler widmen jeder Bewerbung im Schnitt nur zwei bis fünf Minuten. In dieser Zeit muss der Bewerber überzeugt oder zumindest einen guten ersten Eindruck hinterlassen haben. Auf Anschreiben und Lebenslauf kommt es dabei in besonderem Maße an.

    Hat der Personalmanager Interesse, kann er die kompletten Bewerbungsunterlagen anfordern und sich ein vollständiges Bild vom Bewerber machen – oder ihn anrufen oder direkt zum Vorstellungsgespräch einladen. Besteht kein Interesse, kann sich der Bewerber weitere Mühen sparen. Auch für den Personaler ist die Durchsicht einer kurzen Bewerbung mit weniger Aufwand verbunden.

    Darum bieten auch schon einige Unternehmen eine Kurzbewerbung an, die Bewerber elektronisch per E-Mail oder Online-Formular übermitteln können. Auf Papier können Bewerber sie zum Beispiel auf einer Jobmesse überreichen. Dann wird sie zum Giveaway – zum unverbindlichen Angebot an das Unternehmen.

    Auch bei Aushilfs- oder Nebenjobs reicht die Kurzbewerbung in der Regel völlig aus – oder wird sogar ausdrücklich verlangt. Schließlich kommt es bei diesen Jobs nicht auf herausragende Qualifikationen und Zertifikate an – Anlagemarathon überflüssig.

    Formell sollte die Kurzbewerbung sachlich gehalten sein und auf optischen Schnickschnack verzichten. Auch ist sie in der Regel nicht individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten, sondern enthält „nur“ die wesentlichen Informationen über den Kandidaten.

    Empfehlenswert ist die Kurzbewerbung insbesondere für:

    Unternehmen wiederum setzen auf Kurzbewerbungen, wenn sie eine große Zahl von Bewerbern ansprechen und viele Vakanzen füllen wollen. Je geringer der Aufwand, desto mehr Bewerber melden sich, so die Hoffnung.

    Speziell Firmen, die viele Jobs besetzen müssen, für die keine akademische Ausbildung notwendig ist, entlasten dadurch ihre Personalabteilungen. Ein prominentes Beispiel ist die Deutsche Bahn, die schon seit Jahren Lokführer en masse und weiteres Personal sucht – und aus diesem Grund sogar komplett auf Anschreiben verzichtet.

    Checkliste

    Kurzbewerbung ChecklisteDas sind die wichtigsten Elemente einer Kurzbewerbung:

    • Bewerbungsschreiben (maximal eine Seite)
    • Tabellarischer Lebenslauf (eine Seite)
    • Bewerbungsfoto (wahlweise)
    • Keine Bewerbungsmappe
    • Keine Anlagen (Zeugnisse, Nachweise etc.)

    Die Checkliste von Karrierebibel gibt es als PDF zum Downloaden oder Ausdrucken hier.

    Nach der Kurzbewerbung

    Die Kurzbewerbung ist wie eine Visitenkarte. Sie soll die Kontaktaufnahme erleichtern und Interesse wecken. Aber ob sich der Empfänger wirklich melden wird, ist höchst ungewiss. Darum gibt es nur eine Strategie: Abwarten!

    Beißt der Personaler an, wird er Sie auffordern, ihm weitere Unterlagen zu senden – oder sogar zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Beißt er nicht an, können Sie sich weitere Mühen (vorerst) sparen.

    Es kommt also stark auf die Situation des Unternehmens an. Sind Plätze vakant, ist noch Budget für Neueinstellungen vorhanden? Nehmen Sie also eine Absage – bzw. eine fehlende Rückmeldung – nicht persönlich. Sie kann unzählige Gründe haben. Aber vielleicht haben Sie ja Glück.

    Und noch etwas: Wenn Sie sich ernsthafte Chancen ausrechnen, weil Sie wissen, dass das Unternehmen wächst oder auf Personalsuche ist, dann verzichten Sie auf die Kurzbewerbung und gehen direkt den Weg der (vollständigen) Initiativbewerbung.

    Denn eine Kurzbewerbung könnte Ihnen im schlimmsten Fall auch negativ ausgelegt werden. Nach dem Motto: „Da will sich wohl jemand keine Mühe machen!“

    Kurze Bewerbung: Auf dem Vormarsch?

    Kurzbewerbung TippsPer Smartphone bewerben – das ist nicht unbedingt empfehlenswert, weil fehleranfällig. Aber der Trend geht zweifellos in diese Richtung. Viele Kandidaten würden sich gerne mobil bewerben.

    Laut einer Umfrage des Internet-Portals meinestadt.de sagte die Hälfte von 102 befragten Personalern, dass sie mobile Bewerbungen akzeptiere, weil sie diese als zeitgemäß empfinde und sich einen schnelleren Prozess davon verspreche.

    Das zeigt: Zeitersparnis ist die Trumpfkarte einer kurzen Bewerbung. Deshalb könnte sie in Zukunft noch weitaus beliebter – und üblicher werden.

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    [Bildnachweis: AboutLife by Shutterstock.com]

    Interne Bewerbung: Vorteile, Muster, Tipps

    Interne Bewerbung Tipps Vorteile

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Arbeitnehmer, die unglücklich im Job sind, müssen nicht zwangsläufig Standort oder Branche wechseln. Sie müssen nicht einmal den Arbeitgeber wechseln. Mit einer internen Bewerbung lässt man Monotonie und nervige Kollegen hinter sich und startet noch einmal ganz von vorne. Damit die interne Bewerbung gelingt, muss man aber die größten Stolpersteine umgehen…

    Interne Bewerbung: Alternative zum Jobwechsel

    Jobwechsel und Arbeitgeberwechsel – das ist nicht das Gleiche. Speziell in größeren Unternehmen gibt es die Möglichkeit, sich eine ganz neue Herausforderung zu suchen – via interner Bewerbung. Typischerweise kommt es besonders oft zu einer internen Bewerbung…

    Aber Achtung: Ein Selbstläufer ist der innerbetriebliche Jobwechsel nicht!

    Sie sollten mit der gleichen Verve an die interne Bewerbung herangehen wie an jede andere Bewerbung. Wer glaubt, keinen Aufwand für die interne Bewerbung betreiben zu müssen, weil der Chef schon ein gutes Wort einlegen wird, irrt oft gewaltig.

    Apropos Chef: Falls Sie ein Leistungsträger in seiner Abteilung sind, wird er Sie nur ungerne ziehen lassen. Er muss ja schließlich eine Lücke stopfen, wenn Sie nicht mehr da sind. Da kann es schon mal passieren, dass er hinter den Kulissen seine Kontakte spielen lässt und die Kollegen mit dem Ziel bearbeitet, Sie behalten zu dürfen.

    Auf der anderen Seite kann er Ihrer internen Bewerbung auch zum Durchbruch verhelfen. Wenn er sich aktiv für Sie einsetzt, kann das schon die halbe Miete sein. Er oder sie weiß, was Sie können und was Sie nicht können, kann Ihre Stärken und Schwächen genau einschätzen und kommunizieren. Sein Wort hat intern Gewicht.

    Aber auf welcher Seite steht Ihr Chef? Das sollten Sie vorab ausloten, bevor Sie sich intern bewerben

    Interne Bewerbung Vorteile

    Eine interne Bewerbung hat prinzipiell gute Chancen. Man kennt Sie, man schätzt Sie, man mag Sie – Vorteile!

    Diese Vorteile bietet eine interne Bewerbung:

    1. Loyalität

      Eine interne Bewerbung darf man als Nachweis Ihrer Loyalität verstehen. Sie sind in der alten Stelle offenbar nicht mehr hundertprozentig glücklich, aber wollen das Unternehmen nicht gleich verlassen. Ein Kompliment! Umso schöner, wenn Sie schon eine lange Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Die verbindet. Ihr Arbeitgeber wird Sie vermutlich auch nicht einfach so gehen lassen wollen. Das würde er aber riskieren, wenn er Ihren Wunsch nach Veränderung abschlägt.

    2. Wissen

      Sie kennen den Laden schon aus dem Effeff und müssen nicht großartig eingearbeitet werden. Niemand muss Ihnen die Kantine zeigen, niemand den Parkplatz, niemand die Computersysteme. Das sind Zeitvorteile, die jedes Unternehmen liebend gerne mitnimmt. Unternehmenskultur, Strukturen, Kommunikationswege – alles schon bekannt.

    3. Zwischenzeugnis

      Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Sie unauffällig nach einem Zwischenzeugnis fragen können. Motto: Ach ja, wo ich schon mal dabei bin, könnten Sie mir direkt noch ein qualifiziertes Zwischenzeugnis ausstellen? Um ein Zwischenzeugnis fragt man sonst nur ungern, weil es den Verdacht nährt, dass man wechseln will – oft zurecht. Das können Sie auch wirklich noch tun, sollte es mit der internen Bewerbung nicht klappen. Außerdem darf ein späteres Arbeitszeugnis von dieser Bewertung nicht mehr entscheidend abweichen.

    Freie Stellen für die interne Bewerbung finden

    In der Regel bringt man eine interne Bewerbung nur dann auf den Weg, wenn die Gelegenheit dazu besteht. Wenn man also gehört hat, dass nebenan in Abteilung XY etwas freigeworden ist. Aber Sie können sich auch jederzeit selbst auf die Suche nach freien Stellen machen. Zum Beispiel hier:

    • Intranet

      Das Intranet umfasst oft einen internen Stellenmarkt. Wenn es eine Vakanz gibt, dann erfahren Sie es hier am schnellsten. Noch zügiger kommen Sie an Informationen, wenn Sie gute Kontakte in die Personalabteilung pflegen. Die Damen und Herren könnten Ihnen ja vielleicht schon vorab einen Wink geben.

    • Schwarzes Brett

      Das Schwarze Brett ist ein Relikt aus der analogen Zeit. Aber tot ist es noch lange nicht. Einfach Anzeigen ans Brett pinnen – das funktioniert noch immer erstaunlich gut. Halten Sie die Augen offen!

    • Jobbörsen

      Nicht jeder Mitarbeiter ist über das im Bilde, was im eigenen Unternehmen vor sich geht. Das betrifft auch die Personalpolitik. Manchmal geht alles ganz schnell und der Manager verlässt von heute auf morgen das Haus, ohne dass jemand etwas geahnt hätte. Verlassen Sie sich also nicht allein auf die Informationen Ihres Arbeitgebers. Suchen Sie ruhig mal in Jobbörsen wie hier bei Karrieresprung nach offenen Stellen in Ihrer eigenen Firma.

    • Kollegen

      Wenn Ihr Netzwerk groß und weit verzweigt ist, stehen die Chancen gut, dass Sie zügig Wind von neuen Vakanzen bekommen. Vielen Kollegen entgeht nicht, wenn sich jemand unwohl fühlt, gemobbt wird oder vor dem Absprung steht. Es kann also nicht schaden, aktiv zu netzwerken. Und: Wenn Sie mal einen entsprechenden Tipp weiterreichen, dann haben Sie etwas gut. Denn auch in Ihrer Abteilung wird ja bestimmt mal die eine oder andere Stelle frei. Zumal Mitarbeiterempfehlungen häufig extra belohnt werden…

    Interne Bewerbung Anschreiben

    Unterliegen Sie nicht dem Irrtum, dass das Anschreiben bei einer internen Bewerbung nicht so wichtig wäre. Es muss sitzen. Immerhin bringen Sie dadurch Ihre Motivation zum Ausdruck. Und es interessiert die Verantwortlichen in Ihrem Unternehmen brennend, warum Sie Ihre alte Stelle verlassen und auf eine neue wechseln wollen.

    Warum Sie sich überhaupt intern bewerben und weshalb Sie glauben, die Bestbesetzung für die Position zu sein, arbeiten sie im Anschreiben heraus. Rattern Sie nicht Ihre Stationen und Erfolge leidenschaftslos herunter. Am besten, der Empfänger gewinnt den Eindruck, Sie hätten genau auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet.

    So ist das Anschreiben aufgebaut – auch bei einer internen Bewerbung:

    • Absender und Datum
    • Betreffzeile
    • Anrede
    • Einleitung (Motivation)
    • Hauptteil (Eigenmarketing und Kompetenzen)
    • Unternehmensbezug (Mehrwert)
    • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
    • Grußformel und Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Vergessen Sie bei der internen Bewerbung nicht Ihren Namen und E-Mail-Adresse – sowie Ihre aktuelle Abteilung und Büro-Telefonnummer. Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie schon im Unternehmen beschäftigt sind. Aber es könnte sein, dass der Empfänger dies gar nicht weiß. Daher müssen Sie ihn schon mit der Nase darauf stupsen.

    Weniger günstig ist, wenn Sie Ihr Anschreiben an „Sehr geehrte Damen und Herren“ richten oder „An die Personalabteilung“ adressieren. Entweder Sie kennen die richtigen Ansprechpartner in Ihrem eigenen Unternehmen nicht. Oder Sie sind nicht in der Lage, diese herauszufinden. Peinlich!

    Dazu geben Sie die angestrebte Position an, eine möglichst genaue Betreffzeile und unterschreiben handschriftlich. Darunter kommt noch das Anlagenverzeichnis (Lebenslauf, Weiterbildungen, Zwischenzeugnisse).

    Das Bewerbungsschreiben besteht aus insgesamt vier Teilen. In der Einleitung nehmen Sie Bezug auf die interne Stelle, die Sie anstreben. Kommen Sie so schnell wie möglich zur Sache und schwafeln Sie nicht herum.

    Im zweiten Teil geht es um Ihre Person. Sie legen dar, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind und welche Qualitäten Sie auszeichnen. Teil drei handelt von Ihrer Motivation. Warum wollen Sie denn überhaupt intern wechseln? Was versprechen Sie sich davon? Im Schluss, das ist der vierte und letzte Teil, setzen Sie noch mal ein Ausrufezeichen. Sie schreiben, dass Sie sich sehr über ein persönliches Vorstellungsgespräch freuen und verabschieden sich mit besten Grüßen.

    Das Anschreiben passt auf eine Seite. Mehr als zwei Seiten sollten Sie in keinem Fall benötigen.

    Interne Bewerbung Lebenslauf

    Den Lebenslauf bauen Sie bei Ihrer internen Bewerbung achronologisch auf. Das ist heute üblich. Sie beginnen also mit Ihrer aktuellen Position. Dies macht es auch dem Empfänger leichter, Sie einzuordnen. Und achten Sie auf eine saubere Struktur und Übersichtlichkeit.

    Links stehen die Zeitangaben, rechts die Fakten. Das Ganze in prägnanten Stichworten, ohne Rechtschreibfehler und grafische Spielereien. Im Lebenslauf bringen Sie Ihre Schul- und Hochschulbildung, berufliche Stationen und Weiterbildungen unter.

    So ist der Lebenslauf aufgebaut – auch bei der internen Bewerbung:

    Interne Bewerbung schreiben: Tipps

    Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das sollten Sie schon sehr gut begründen können.

    Ihre interne Bewerbung sollte nicht wie eine Flucht oder Retourkutsche aussehen. Im Vordergrund steht nicht Ihre alte Stelle, sondern die neue. Nicht das, was Sie im alten Job vermissen, sondern das, was Sie sich vom neuen erhoffen.

    Unweigerlich wird der Flurfunk Signale aussenden, wenn Ihre interne Bewerbung zu den Kollegen durchdringt. „Der Schneider hat keinen Bock mehr auf uns.“ „Die Meier glaubt, Sie sei etwas Besseres als wir.“ Brandgefährlich! Das sollten Sie nicht unterschätzen. Wenn die interne Bewerbung nicht zündet und Sie doch am alten Schreibtisch kleben bleiben, werden Sie auch wieder mit den alten Kollegen klarkommen müssen. Wenn die Atmosphäre in der Zwischenzeit aber vergiftet wurde, kann es ungemütlich werden.

    Darum der gute Rat: Verlieren Sie im gesamten Bewerbungsprozess kein einziges schlechtes Wort über Ihre aktuelle Stelle – und schon gar nicht über Ihre Kollegen (auch dann nicht, wenn Sie sie nicht ausstehen können).

    Noch ein wichtiger Aspekt: Ihr bisheriges Wirken lässt sich sehr leicht rekonstruieren. Sie werden mit Übertreibungen oder Schwindeleien über das, was Sie im bisherigen Job geleistet haben, nicht sehr weit kommen. Ehrlichkeit und Authentizität sind bei der internen Bewerbung noch wichtiger als sonst.

    Die Frage, die Ihnen zwangsläufig gestellt wird, lautet: Warum wollen Sie wechseln? Die zweite Frage: Warum ausgerechnet jetzt? Darauf sollten Sie sich eine plausible und überzeugende Antwort zurechtlegen. „Es wird mal wieder Zeit für was Neues.“ „Ich muss einfach mal etwas Neues sehen.“ Das mag ja so sein, aber klingt das für Sie überzeugend? Nein.

    Viel sinnvoller ist es, die interne Bewerbung ans vorläufige Ende Ihres persönlichen Entwicklungsprozesses zu stellen. Sie haben so viel Erfahrung gesammelt, so viele Erfolge gehabt, dass Sie jetzt reif für diese neue Aufgabe sind.

    Auch eine persönliche Umorientierung kann ein Grund sein. Beispiel: Sie haben als Projektmanager viele Kundenprojekte erfolgreich betreut. Im Laufe der Jahre wurde das Thema Big Data immer wichtiger für Ihre Kunden, so dass Sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen müssen – und eine neue Leidenschaft entdeckt haben. Sie haben sich daraufhin so intensiv in das Thema hineingearbeitet – diverse Seminare und Weiterbildungen inklusive – dass Sie in Zukunft lieber in der Datenanalyse arbeiten möchten.

    Interne Bewerbung Muster

    Wie formuliert man eine interne Bewerbung? Hier sind einige Anregungen für Sie:

    • Ich suche eine neue berufliche Herausforderung, aber keinen neuen Arbeitgeber. Seit über acht Jahren bin ich im Unternehmen XY aktiv, habe mehrere Stationen durchlaufen und bin auch nach all den Jahren noch immer sehr glücklich, hier zu sein. Mit Interesse habe ich nun gelesen, dass die Stelle des Teamleiters XY zur Neubesetzung ausgeschrieben ist. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um meine persönlichen Ziele mit denen des Unternehmens in Einklang zu bringen.
    • Seit zwölf Jahren bin ich als Key Account Manager für Unternehmen XY tätig und habe in dieser Zeit viele Erfahrungen im Bereich XY gewonnen sowie ein großes, internationales Netzwerk aufgebaut. Ich bewerbe mich hiermit als Abteilungsleiter XY, weil ich davon überzeugt bin, mein Knowhow in dieser Position noch effektiver und gewinnbringender einsetzen zu können.
    • In den vergangenen sieben Jahren konnte ich mich im Unternehmen XY hervorragend entwickeln. Ich habe auf der Position des Junior Controller angefangen, bin dann zum Senior Controller befördert worden und habe im Laufe der Zeit immer mehr Führungsverantwortung übernommen. Meine Abteilung hat maßgeblich dazu beigetragen, das Unternehmen wieder auf solide finanzielle Füße zu stellen. Nun möchte ich den nächsten Schritt gehen. Hiermit bewerbe ich mich als Head of Finance der XY GmbH.
    • Mit Begeisterung habe ich davon erfahren, dass das Unternehmen XY eine neue Abteilung für Social Media aufbauen wird. Daher bewerbe ich mich für die Stelle als Social Media Manager. Ich bin äußerst erfahren und versiert im Umgang mit sozialen Medien. Mein Instagram-Account, den ich in meiner Freizeit betreibe, hat mittlerweile über 100.000 Follower.
    • Mit großem Interesse habe ich gelesen, dass das Unternehmen XY die Aktivitäten im Nahen Osten massiv ausbauen wird. Für die neugeschaffene Position als Vertriebsleiter Naher Osten bewerbe ich hiermit. Ich bin davon überzeugt, dass die Stelle wie für mich geschaffen ist. Meine Qualitäten im Vertrieb habe ich in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Zudem spreche ich fließend Arabisch und bin mit der Unternehmenskultur in der Region bestens vertraut.
    • In drei Monaten schließe ich die Ausbildung zum Fachinformatiker in Ihrem Hause ab. Daher bewerbe ich mich um eine Übernahme zum Junior-Entwickler. Im Laufe meiner Ausbildung habe ich viel gelernt und fühle mich hier weiterhin sehr wohl. Mein gesammeltes Wissen möchte ich nun noch effektiver einsetzen.

    Interne Bewerbung Schlusssatz

    So könnte Sie den Schlusssatz Ihrer internen Bewerbung formulieren – einige Anregungen:

    • Gerne bringe ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch die Beweggründe und Motivation meiner Bewerbung näher. Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Über die Gelegenheit, mit Ihnen persönlich über mein Anliegen zu sprechen, freue ich mich sehr.
    • Ich überzeuge Sie gerne in einem persönlichen Gespräch von meinem Vorhaben.
    • Gerne würde ich in einem persönlichen Gespräch mehr über die vakante Position und Ihre Erwartungen erfahren.
    • Ich bin überzeugt davon, die beste Lösung für die ausgeschriebene Stelle zu sein. Gerne sage ich Ihnen auch, warum ich dieser Ansicht bin – am liebsten in einem persönlichen Gespräch.

    Die 5 größten Fehler bei der internen Bewerbung

    Interne Bewerbung – die 5 größten Fehler, die Sie als Bewerber machen können:

    1. Konkurrenz

      Sie glauben, Sie seien der Platzhirsch? Falsch. Unterliegen Sie nicht der Illusion, dass sich alle Gedanken um Sie kreisen, weil Sie der Interne sind. Erstens gibt es vielleicht noch andere Bewerber aus dem Inneren des Unternehmens. Und zweitens haben auch die Externen eine Menge auf dem Kasten. Ihr Arbeitgeber muss schon davon überzeugt sein, dass er mit Ihnen besser fährt als mit einer ganz neuen Kraft. Die bringt immerhin frischen Wind und neue Perspektiven mit in die Firma. Nehmen Sie de Konkurrenz nicht auf die leichte Schulter.

    2. Umgangsformen

      Nur weil Sie im Unternehmen sogar den Vorstandsvorsitzenden duzen, heißt das nicht, dass Sie das auch im Bewerbungsschreiben tun sollten. Wahren Sie lieber Etikette und höfliche Distanz. Zumal Sie gar nicht wissen, wer alles mitliest. Auf den neuen Personaler würde es so wirken, als ob Sie vor allem auf die Kraft von Vitamin B vertrauen und nicht auf Ihre Kompetenzen. Negativ!

    3. Horizont

      Sie sind ein Top-Performer und wissen das auch. Ihr Chef weiß es ebenfalls. Er wird Ihnen dennoch keine Steine in den Weg legen, wenn Sie intern wechseln wollen. Wunderbare Rahmenbedingungen für eine interne Bewerbung. Kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Von wegen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass im Haus jeder über Ihre Heldentaten Bescheid weiß. Gerade in Großkonzernen gehen die Leistungen Einzelner oft unter. Sie dürfen also nicht den Fehler machen, Ihre Erfolge als bekannt vorauszusetzen. Außerdem ist da ja noch die Fluktuation. Vielleicht sind all die Kollegen, die Ihren tollen Pitch vor zwei Jahren bejubelt haben, schon weg. Auch Personalleitungen werden bisweilen ausgetauscht. Sie müssen niemandem mehr etwas beweisen? Doch, das müssen Sie! Sonst klappt es leider nicht mit der internen Bewerbung…

    4. Pluralität

      Diversity ist ein Zauberwort aus dem HR-Baukasten. Aber Diversity kann bei einer internen Bewerbung in der Tat eine große Rolle spielen. Denn meist sind es mehrere Personen, die eine Entscheidung treffen. Von einem Stellenwechsel sind ja schließlich auch verschiedene Abteilungen und Teams betroffen. Daher werden sich Ihr jetziger Vorgesetzter sowie Ihr potenziell zukünftiger Vorgesetzter ausgiebig über Sie austauschen. Dann gibt es noch die Personalabteilung, die eingebunden sein will, vielleicht noch den Betriebsrat. Und möglicherweise werden noch andere Stimmen eingeholt, aus der Belegschaft oder den Fachabteilungen. Es kann also zu einem Wirrwarr an Meinungen und Einschätzungen kommen. Es könnte also hilfreich sein, wenn Sie aktiv Politik für sich betreiben, bei diversen Entscheidern vorstellig werden und ihnen Ihre Absichten nahelegen. Das liegt nicht jedem, kann Ihr Anliegen aber voranbringen.

    5. Vollständigkeit

      Ja, es stimmt: Sie sind im Unternehmen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie sollen aber auch keines abgeben, wenn Sie sich bewerben. Nicht alle Ihre Qualifikationen und Erfolge sind intern bekannt. Erst recht nicht, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt. Darum ist jetzt die Gelegenheit, all das, was Sie bislang für das Unternehmen geleistet haben, auf den Präsentierteller zu legen. Zeigen Sie, dass Sie sich weiterentwickelt und zusätzliche Qualifikationen erworben haben. Mit einem formlosen Vierzeiler ist es nicht getan.

    [Bildnachweis: marvent by Shutterstock.com]

    Deckblatt Bewerbung: Kostenlose Vorlagen und die besten Tipps

    Deckblatt Bewerbung Tipps

    Gute Frage: Deckblatt Bewerbung – ja oder nein? Ob Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit einem Deckblatt schmücken, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. Ein ungeschriebenes Gesetz dazu gibt es nicht. Manche HR-Entscheider mögen Deckblätter, da sie Übersicht schaffen und der Bewerbung eine persönliche Note verleihen. Andere verabscheuen sie, weil überflüssig, zeitraubend, nichtssagend. Wir stellen alle Argumente pro und contra Deckblatt in der Bewerbung gegenüber – und sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie sich für eines entscheiden…

    Deckblatt Bewerbung Muster

    So könnte das Deckblatt für Ihre Bewerbung aussehen – zwei kostenlose Vorlagen für Sie zur Inspiration und Bearbeitung als PDF und Word-Dokument. Einfach auf die Vorschau oder den Link klicken:

    Muster Deckblatt Bewerbung

    Dieses Deckblatt Bewerbung als PDF.

    Vorlage Deckblatt Bewerbung

    Dieses Deckblatt Bewerbung als PDF

    Deckblatt Bewerbung Definition

    Das Deckblatt in der Bewerbung ist kein Muss, sondern eine Zugabe. Man kennt es bisweilen auch als…

    • Titelbild
    • Bewerbungsdeckel
    • Deckseite

    Aber schon bei der Bezeichnung beginnen die Missverständnisse. Ein Deckblatt ist nämlich kein Deckblatt im wörtlichen Sinne. Es liegt nicht oben auf der Bewerbungsmappe, sondern dem Lebenslauf obenauf.

    In der Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben ganz oben, dann kommt das Deckblatt, danach der Lebenslauf und dann alles Weitere. Bei der E-Mail-Bewerbung ist es genauso. Im Bewerbungs-PDF, in dem Sie alle Unterlagen zusammengefasst haben, erscheint das Anschreiben zuerst, danach folgt das Deckblatt – sofern Sie sich für eines entschieden haben.

    Natürlich bleibt die Anordnung im Prinzip jedem Bewerber selbst überlassen. Sie können das Deckblatt auch allen Bewerbungsunterlagen voranstellen. Aber dies könnte ein Fehler sein. Denn die Kür Ihrer Bewerbung ist und bleibt – Deckblatt hin oder her – das Bewerbungsschreiben.

    Im Anschreiben stellt der Bewerber heraus, warum er den Job haben will und was ihn auszeichnet. Das Anschreiben ist allemal wichtiger als ein optisch ansprechendes Deckblatt. Ein Deckblatt dagegen bleibt immer Beiwerk. Es hat eine gestaltende Funktion, eine dekorative. Und es schafft einen ersten Überblick, dient der besseren Wiedererkennung. Das Deckblatt kann eine Bewerbung abrunden.

    Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, dann sollten Sie sich bei der Gestaltung, bei Design, Farben und Inhalt aber auch Mühe geben. Wer in gestalterischen Fragen dagegen kein Könner ist, lässt es vielleicht lieber ganz weg.

    Ob Sie sich für oder gegen ein Deckblatt entscheiden, ist ganz allein Ihre Sache. Folgende Vor- und Nachteile sollten Sie abwägen…

    Deckblatt Bewerbung Vorteile

    Diese Punkte sprechen FÜR ein Deckblatt in der Bewerbung:

    • Es gibt Struktur

      Ein Deckblatt kann einer Bewerbung Struktur verleihen. Ist es gut aufgebaut und gestaltet, wirkt Ihre Bewerbung gleich ein Stückchen durchdachter und überlegter.

    • Es betont Ihre Individualität

      Individuell sollte jede Bewerbung sein – das haben Sie vermutlich schon einmal gehört. Und es stimmt ja auch. Ein Deckblatt kann für Ihre Bewerbung das i-Tüpfelchen sein, ihr eine spezielle Note geben. Sie können damit Interesse wecken und sich von der Konkurrenz abheben. Das ist speziell dann eine Option, wenn Sie mutmaßlich viele Konkurrenten oder nur schlechte Chancen auf den Job haben.

    • Es schafft Platz

      In Ihrem Lebenslauf können Sie sich nun voll und ganz Ihren beruflichen Stationen und Erfolgen widmen. Ein Deckblatt kann Platz und Freiräume schaffen.

    • Es dient der Übersicht

      Für den Personaler ist Übersichtlichkeit ein entscheidendes Kriterium. Wer ist der Bewerber, wie sieht er aus, für welche Stelle bewirbt er sich? Das Deckblatt eignet sich dafür perfekt.

    Deckblatt Bewerbung Nachteile

    Diese Punkte sprechen GEGEN ein Deckblatt in der Bewerbung:

    • Es führt zu Dopplungen

      Ein Deckblatt kann Sie zu Redundanzen verleiten. Das bedeutet für den Empfänger zusätzlichen Zeitaufwand – und Zeit verliert in einem stressigen Job niemand gerne. Auch könnte es eitel wirken, das eigene Foto gleich zweimal in den Bewerbungsunterlagen zu platzieren – auf dem Deckblatt und im Lebenslauf. Und die doppelte Nennung von Name oder Adresse ist ebenfalls überflüssig.

    • Es ist Ballast

      Wenn Sie eine gut strukturierte, übersichtliche Bewerbung zusammengestellt haben, brauchen Sie im Prinzip kein Deckblatt mehr. Überflüssiger Ballast! Haben Sie hingegen Zweifel, könnte es für mehr Klarheit beim Empfänger sorgen.

    • Es irritiert den Empfänger

      Auch wenn Sie sicherlich ganz bezaubernd aussehen: Die prominente Platzierung des Bewerbungsfotos kann den Leser abschrecken. Vielleicht gefällt ihm Ihre Nasenspitze nicht, Ihre Frisur oder die Kleidung, die Sie tragen. All das kommt auf einem Deckblatt besonders gut zur Geltung. Sie sollten die Wirkung des Bewerbungsfotos – und persönliche Befindlichkeiten im Bewerbungsprozess niemals unterschätzen!

    Fazit: Für ein Deckblatt in der Bewerbung spricht einiges, gegen ein Deckblatt vielleicht noch ein bisschen mehr. Das sah auch die Mehrheit der Personaler so, die das Karriereblog Karrierebibel zu dem Thema befragt hatte. Sie sprach sich mehrheitlich gegen ein Deckblatt aus.

    75 Prozent lehnten es ab, nur 25 Prozent fanden es hilfreich. Andererseits: Die Ja-Sager stellen immerhin ein Viertel. Vor allem, wenn die Bewerbung sehr umfangreich und das Deckblatt gut gemacht ist, findet es auch Beachtung – und kann Bonuspunkte einbringen.

    Deckblatt Bewerbung Inhalt

    Das kommt auf die ausgeschriebene Stelle und Ihre Persönlichkeit an. Die wesentlichen Inhalte des Deckblatts aber sind immer gleich. Es handelt sich um diese:

    • Überschrift

      Ganz oben auf der Seite steht ganz einfach: Bewerbung oder Bewerbungsunterlagen. Die Überschrift ist optisch hervorgehoben.

    • Position

      Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Die angestrebte Position (evtl. mit Referenznummer) gehört aufs Deckblatt. Die Info ist insbesondere dann nützlich, wenn der Arbeitgeber gerade eine ganze Reihe neuer Stellen schafft und ausschreibt. Auch die Angabe, bei wem Sie sich bewerben, steht hier. Größter Pluspunkt: Damit machen Sie klar, dass Sie keine Massen-, sondern eine individuelle Bewerbung angefertigt haben.

    • Bewerbungsfoto

      Ein Deckblatt ohne Bewerbungsfoto ergibt nur bedingt Sinn. Wenn Sie schon zusätzlichen Platz schaffen, sollten Sie ihn auch nutzen. Ein Foto gibt Ihrer Bewerbung ein Gesicht, macht sie persönlicher. Ob Sie das Foto links, rechts oder mittig platzieren, hängt vom Layout ab. Wichtig: Sie sollten auf dem Foto immer in die Seite hineinschauen und nicht heraus.

    • Kontakdaten

      Das sind wesentliche Angaben, die den Informationsgehalt erhöhen: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, evtl. Ihre Webseite oder Ihr Blog.

    • Anlagenverzeichnis

      Ein Anlagenverzeichnis (oder Inhaltsverzeichnis) macht sich sehr gut auf einem Deckblatt. Sie schafft Übersicht und Struktur. Listen Sie also auf, was alles in Ihrer Bewerbung steckt – Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, sonstige Anlagen. Und achten Sie darauf, das die Reihenfolge der von Ihnen aufgeführten Anlagen jener entspricht, in der die Unterlagen hinterher auch zu finden sind.

    Noch mal der Hinweis auf den Wiedererkennungswert: Sieht der Personaler Ihr Deckblatt, dann erinnert er sich später vielleicht leichter wieder an Sie. Das kann ein Vorteil sein. Immerhin geht es in einer Bewerbung ja immer auch darum, Aufmerksamkeit zu erregen und Neugier und Interesse des Personalers zu wecken.

    Der Personaler kann das Deckblatt also als Eye-Catcher wahrnehmen – und als zusätzlichen Service. Dies ist für ihn ein Mehrwert. Merke: Auch Personaler mögen es, wenn ihnen Arbeit abgenommen wird.

    Deckblatt Bewerbung Tipps

    Deckblatt Bewerbung: Diese Tipps können Ihnen helfen, ein rundum gelungenes Deckblatt zu erstellen…

    1. Seriosität

      Stellen Sie sich vor, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und führen alle notwendigen Qualifikationen auf. Und dann vermasseln Sie sich alles mit einem infantilen Deckblatt. Grundsätzlich: Halten Sie das Deckblatt seriös, klar, übersichtlich. Überladen Sie es nicht inhaltlich und verzichten Sie auf allzu gewagte Design-Spielereien. Dazu zählen bunte Farben, ungewöhnliche Schriftarten oder abenteuerliche Muster. Das ist für den Leser im besten Fall anstrengend – und wirkt im schlimmsten Fall peinlich.

    2. Bezugnahme

      Das ist ein echter Mehrwert für jedes Personalbüro. Nennen Sie den konkreten Ansprechpartner im Unternehmen – und/oder die Referenznummer oder Kennziffer der Stellenanzeige. Am besten an einer prominenten, gut sichtbaren Stelle, an der man die Info nicht übersehen kann. Es erleichtert dem Empfänger die Arbeit.

    3. Kontakdaten

      Auch Ihre eigenen Daten sollten auf dem Deckblatt gut sichtbar sein. Und kontrollieren Sie unbedingt, ob Sie alles korrekt geschrieben haben: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse. Ist Ihnen womöglich ein Buchstabendreher (bzw. Zahlendreher) in der Mobilfunknummer unterlaufen? Dann wird Sie der Personaler nicht erreichen, wenn er das versuchen sollte. Also: Alle Angaben sorgfältig checken.

    4. Motto

      Wenn Sie sich fest vorgenommen haben, im Gedächtnis des Entscheiders haften zu bleiben, dann geben Sie Ihrer Bewerbung ein Motto oder einen Slogan – und schreiben ihn auf das Deckblatt. Wählen Sie aber sorgfältig aus und verfallen Sie nicht in Klamauk. Und bitte auch keine abgedroschene Floskel oder ein inflationäres Zitat verwenden – das könnte böse nach hinten losgehen.

    5. Test

      Wie sieht alles in gedruckter Form aus? Gerade bei einem Deckblatt könnten Sie eine unangenehme Überraschung erleben, wenn Sie es ungeprüft drucken und verschicken. Farben, Struktur, Foto, Größe der Elemente – ist alles so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Lieber auf Nummer sicher gehen, einen Testdruck machen und mit Argusaugen draufschauen.

    So sammeln Sie Pluspunkte!

    Deckblatt Bewerbung modernDas Für und Wider haben wir Ihnen ja bereits genannt. Manche lieben Deckblätter, die meisten wohl eher nicht. Es gibt aber noch einen ganz grundsätzlichen Aspekt, den Sie bedenken sollten: Das Aussehen ist Trumpf!

    Die Ruhr-Universität Bochum fand in einer Umfrage unter Personalern heraus, dass die Optik von Anschreiben und Lebenslauf für zwei Drittel ein wichtiges Entscheidungskriterium ist. Und dass nur 16,2 Prozent von ihnen die eingereichten Bewerbungsmappen als ansprechend empfinden.

    Das bedeutet: Der äußere Eindruck zählt. Mit einem Deckblatt können Sie die Optik manchmal maßgeblich verbessern. Für Sie eine große Chance!

    Beim Anschreiben legen 65,3 Prozent der Befragten Wert auf eine Formatierung nach DIN 5008. 84,1 Prozent halten es für wichtig, dass das Anschreiben nicht länger als eine DIN A4-Seite ist. 65,4 Prozent sind von Rechtschreib- und Grammatikfehlern überhaupt nicht angetan.

    Der Lebenslauf wiederum sollte in erster Linie übersichtlich sein. 65,4 Prozent der Personaler präferieren die amerikanische Variante, möchten also die aktuelle Position ganz oben sehen. 72 Prozent finden kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Aufgaben und beruflichen Erfolgen wünschenswert.

    Und das Deckblatt? Zu den Erfolgsgaranten zählt es nicht. Aber immerhin 31,8 Prozent der Personaler – und damit fast jeder Dritte – sehen darin einen Mehrwert. Voraussetzung: Es ist optisch ansprechend gestaltet. Bewerber können mit einem Deckblatt also durchaus Pluspunkte sammeln.

    Deckblatt Fazit

    Das Deckblatt ist erstens ein Werkzeug zum Selbstmarketing. Und zweitens ein Tool, das dem Empfänger die Arbeit erleichtern soll.

    Weil es so prägnant ist, beinhaltet es aber auch ein Risiko: Ein schlechtes Deckblatt kann für einen negativen ersten Eindruck sorgen und Ihre Chancen auf den Traumjob erheblich schmälern.

    Alles in allem bleibt es Geschmacksache. Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, sollten Sie es vorher probeweise ausdrucken und auch von Freunden oder Verwandten einmal gegenlesen lassen – und nach ihrer Meinung fragen.

    Grundsätzlich gilt: Investieren Sie ausreichend Zeit und Geduld in jede einzelne Bewerbung – ob mit Deckblatt oder ohne.

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    [Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

    Anschreiben Bewerbung: Beispiele, Gratis-Muster und die besten Tipps

    Anschreiben Bewerbung Aufbau Inhalt Formulierungsbeispiele Tipps

    Am Anschreiben beißen sich viele Bewerber die Zähne aus. Nicht jedem liegt es, schriftlich darzulegen, warum man der beste Bewerber für die ausgeschriebene Stelle ist. Doch wer das kann, hat gute Chancen, das Interesse des Personalers zu wecken – und in die nächste Runde zu kommen. Wie sieht ein gutes Anschreiben aus? Worauf muss ein Bewerber achten? Wir zeigen es Ihnen…

    Anschreiben Bewerbung Muster

    Jedes Anschreiben sollte individuell an das jeweilige Unternehmen angepasst werden. Der Personaler möchte nicht den Eindruck gewinnen, er halte Massenware in der Hand.

    Von einem gelungenen Anschreiben inspirieren lassen kann man sich aber sehr wohl. Darum haben wir Ihnen ein paar Vorlagen vorbereitet – als PDF und WORD-Dokument.

    Anschreiben Bewerbung: Hier sind Muster für Azubis, Praktikanten, Werkstudenten und Führungskräfte…

    Anschreiben Bewerbung Start

    Ihr Anschreiben beginnt nicht mit dem Einstiegssatz. Es beginnt damit, dass Sie die Stellenanzeige aufmerksam lesen und verstehen (sofern es eine gibt und Sie keine Initiativbewerbung schreiben). Bevor Sie sich ans Laptop setzen, sollten Sie sich diese Fragen stellen:

    • Um welche Art von Unternehmen handelt es sich – auch in Bezug auf die Firmenkultur?
    • Welche Aufgaben kommen auf den Bewerber im Unternehmen konkret zu?
    • Welche Fähigkeiten muss der Bewerber unbedingt mitbringen?
    • Und welche Skills könnten darüber hinaus von Nutzen sein?
    • Was ist dem Unternehmen besonders wichtig?

    Die Antworten sollten Sie vorab aus der Stellenanzeige herausfiltern. Beispielhaft haben wir uns eine fiktive Stellenanzeige eines Unternehmens überlegt – und wie Bewerber mit ihr umgehen sollten. Tipps dazu finden Sie im weiteren Verlauf des Artikels…

    Stellenanzeige der kaffeemaschinenhersteller.de GmbH

    Wir sind Teil eines internationalen Konzerns mit mehr als 15.000 Mitarbeitern und Marktführer im Vertrieb von Kaffeemaschinen über den deutschen und internationalen Einzelhandel. Für den Bereich Auftragsabwicklung suchen wir aufgrund unseres starken Wachstums schnellstmöglich eine/n

    Teamleiter/in Auftragsabwicklung

    Zu Ihren Aufgaben zählen:
    Auftragserfassung/Fakturierung der eingehenden Aufträge
    Bearbeitung des Schriftverkehrs
    Entgegennahme von Bestellungen und Kundenanfrage, u.a. telefonisch
    Koordinierung des Warenflusses
    Teamführung

    Ihr Profil sollte umfassen:
    Sie arbeiten selbstständig und verantwortungsbewusst
    Sie können mit MS Office umgehen
    Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil

    Was wir Ihnen bieten:
    Eine interessante Tätigkeit
    Einen sicheren Arbeitsplatz
    Leistungsbezogene Vergütung
    Sehr gutes Betriebsklima

    Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit Angaben zu Ihrer Gehaltsvorstellung und dem frühestmöglichen Eintrittstermin senden Sie bitte an folgende Adresse:
    Kaffeemaschinenhersteller.de, Herrn Maxim Muster, Milchstraße 5, 12345 Kapseln, muster@kaffeemaschinenhersteller.de

    Anschreiben Bewerbung Aufbau

    Das Anschreiben besteht normalerweise aus neun Elementen. Es ist in dieser Reihenfolge aufgebaut:

    • Absender und Datum (oben rechts)
    • Betreffzeile
    • (Persönliche) Anrede
    • Einleitung (Motivation)
    • Hauptteil (Persönlichkeit und Kompetenzen)
    • Unternehmensbezug (Mehrwert für das Unternehmen)
    • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
    • Grußformel und Unterschrift
    • Anlagenverzeichnis

    Wenn Sie den Namen des Ansprechpartners falsch oder Unsinn in die Betreffzeile schreiben, könnte Sie das schon aus dem Rennen katapultieren. Von entscheidender Bedeutung sind unter normalen Umständen aber die Hauptelemente: Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug, Schlussteil. Die wichtigsten Tipps dazu kommen jetzt – Karrieresprung führt Sie Schritt für Schritt durchs Anschreiben

    Anschreiben Bewerbung Einleitung

    Zunächst gilt es, das Interesse des Empfängers zu wecken. Der Einstieg ist daher enorm wichtig. Beginnen Sie mit einem Knallbonbon. Das kann Ihr bestes Argument oder ein origineller Einstieg sein.

    Optimalerweise lassen Sie schon zu Beginn Ihr Wissen über das Unternehmen und die Aufgabe einfließen. Zum Beispiel frische Zahlen, ein neues Produkt oder tagesaktuelle News über die Firma. So merkt der Leser unmittelbar: Hier habe ich es mit jemandem zu tun, der seine Hausaufgaben gemacht hat. Dabei aber nicht zu dick auftragen, das könnte nach hinten losgehen. Kurz und subtil, mehr als drei bis vier Zeilen stehen Ihnen dafür ohnehin nicht zur Verfügung.

    Eine Möglichkeit: Sie stellen im Einleitungssatz Ihre Qualifikationen voran. Zum Beispiel so:

    • Als Teamleiter XY bei Firma ABC habe ich fünf Jahre Erfahrung in der Führung der kaufmännischen Abteilung gesammelt.

    Sie können natürlich auch einen anderen Weg gehen – oder viel emotionaler einsteigen. Aber inhaltlich ist dieser Einstiegssatz schon sehr gut zu gebrauchen. Was Sie nicht gebrauchen können: eine Floskel zu Beginn à la Mit Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen.

    Anschreiben Bewerbung Hauptteil

    Ihre Persönlichkeit möchte an dieser Stelle ins rechte Licht gerückt werden. Ohne Eigenmarketing geht es nicht. Vor allem Ihre Soft Skills sind gefragt. Über welche verfügen Sie? Welche Stärken und Erfahrungen bringen Sie mit?

    Achtung: Rattern Sie nicht alle Punkte herunter, sondern setzen Sie Akzente. Nur die besten und wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten auswählen und präsentieren. Welche davon machen Sie zum perfekten Kandidaten für diese Stelle? Das muss rauskommen.

    Es ist im Prinzip wie beim Online-Dating: Ist es ein Match oder ist es keins? Sie sind der Buhler, der sein Gegenüber davon überzeugen will, der perfekte Partner zu sein. Was dabei zählt, sind Ihre Persönlichkeit, Ihre Qualifikationen und Ihr Werdegang. Inwiefern passen Sie zum und ins Unternehmen? Was zeichnet sie aus? Was prädestiniert Sie für die ausgeschriebene Position?

    Versuchen Sie, direkte Verbindungen herzustellen. Gesammeltes Wissen, das Sie im Job gebrauchen; Netzwerke, die Sie aktivieren; IT-Skills, die Sie einsetzen können. Wenn der Personaler den roten Faden spinnen kann, der von der Schule übers Studium direkt in dieses Unternehmen führt, dann steigen Ihre Chancen auf die Stelle.

    Die geforderten Kenntnissen und Fähigkeiten spielen dabei selbstredend eine Hauptrolle. Tipp: Machen Sie eine Aufzählung daraus. Niemand hat behauptet, ein Anschreiben bestehe ausschließlich aus Fließtext.

    Eine Auflistung hat mehrere Vorteile: Erstens spart sie Platz. Und zweitens können Sie so geschickt einige Keywords im Anschreiben platzieren. Wörter also, auf die der Personaler anspringt, weil sie so schon in der Anzeige standen. Ganz nach vorne kommen die Muss-Qualifikationen, dann die Kann-Qualifikationen. Eine Auflistung könnte so aussehen:

    • Bürokauffrau mit 15 Jahren Berufserfahrung
    • Acht Jahre Erfahrung als Führungskraft mit Personalverantwortung
    • Verantwortlich für 25 Mitarbeiter

    Aber: Schaut man sich unsere fiktive Stellenanzeige (siehe oben) an, dann gibt es sehr wenige Überschneidungspunkte zwischen dem, was dort gefordert wird und dem, was der Bewerber anbietet. Eine Ausbildung zur Bürokauffrau ist laut Stellenanzeige kein Auswahlkriterium. Und die vielen Jahre Berufserfahrung könnten womöglich zu der Annahme verleiten, die Bewerberin sei für die Stelle überqualifiziert.

    Passen Sie das Anschreiben daher an und formulieren zum Beispiel so:

    • Langjährige Erfahrung in der Auftragsabwicklung und Mitarbeiterführung
    • Verantwortlich für…
    • – Aufträge erfassen
    • – Fakturieren
    • – Schrift- und Telefonverkehr bearbeiten
    • – Kundenanfragen beantworten
    • Fließendes Englisch in Wort und Schrift
    • Sehr gute Kenntnisse in MS Office

    Diese Formulierungen würden die Bewerberin wohlgemerkt nicht „besser“ machen. Aber sie machen sie kompatibler. Ihre Selbstbeschreibung passt besser zu dem, was das das Unternehmen einfordert und erwartet.

    Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin

    Die Frage nach der Gehaltsvorstellung ist knifflig. Ist sie zu hoch, winkt das Unternehmen dankend ab. Ist sie zu niedrig, verkauft man sich unter Wert – und signalisiert dem Arbeitgeber obendrein mangelnde Qualität oder fehlendes Selbstvertrauen.

    Und soll man eigentlich eine konkrete Zahl nennen oder eine Spanne? Die Antwort auf letzte Frage zuerst: Lieber eine konkrete Zahl. Nehmen Sie zum Beispiel Ihr aktuelles Gehalt und schlagen Sie zehn Prozent drauf. Ausreizen, aber nicht überreizen.

    Hier spielen selbstverständlich viele Variablen eine Rolle. Wo sitzt der Arbeitgeber? Wie groß ist er? In welcher Branche und welchem Beruf bewegen Sie sich? Bei einem Großunternehmen in München können Sie mehr Gehalt verlangen als bei einem Kleinbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern.

    Was Sie hingegen nicht tun sollten: Eine Gehaltsspanne angeben, die zu weit gefasst ist. Mit Gehaltsvorstellungen von 45.000 bis 65.000 Euro kann niemand etwas anfangen. Das wirkt unüberlegt.

    Zum Eintrittstermin: Den machen Sie zuvorderst von Ihrem aktuellen Arbeitsvertrag und den Kündigungsfristen abhängig. Wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewerben, dann sollten Sie „sofort“ anfangen können. Eine schnelle Verfügbarkeit ist ein Pluspunkt. Kein Arbeitgeber will Ewigkeiten – und das sind drei Monate und mehr – auf einen Neuen warten.

    Anschreiben Bewerbung Schlusssatz

    Ein höflicher Ausstieg im Anschreiben – nicht unwichtig! Bedanken Sie sich im Anschreiben für die Aufmerksamkeit, beziffern – sofern verlangt – Ihre Gehaltsvorstellungen und nennen das frühestmögliche Eintrittsdatum. Außerdem gut: Die Bemerkung, dass Sie sich sehr auf ein persönliches Kennenlerngespräch freuen.

    Und noch ein Tipp: Falls es Lücken im Lebenslauf gibt, dann haben Sie im Anschreiben die Möglichkeit dazu, diese anzusprechen. Am besten mit einer kurzen (!) Erklärung. Das ist aber kein Muss.

    Überlegen Sie sich andernfalls aber sehr genau, wie Sie eine mögliche Unterbrechung, Kündigung oder häufige Jobwechsel im Bewerbungsgespräch erklären. Der Personaler wird Sie bestimmt dazu fragen.

    Am Ende sollte beim Personaler vor allem haften bleiben, dass Sie freundlich, motiviert und selbstbewusst sind. So sollte auch Ihr Schlussteil im Anschreiben klingen.

    Immerhin haben Sie soeben dargelegt, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind. Wichtig: Nicht die Rolle des Bittstellers einnehmen, weder am Anfang noch am Ende des Anschreibens.

    Diesen Fehler sollten Sie daher vermeiden: Verfallen Sie nicht in den Konjunktiv! Nach dem Motto…

    • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
    • Von meinen Fähigkeiten würde ich Sie gerne im Vorstellungsgespräch überzeugen.
    • Für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Der Konjunktiv schwächt den Inhalt ab und lässt Sie wie ein Bettler klingen. Das sind Sie aber nicht. Wenn der Arbeitgeber SIE nicht einlädt, dann ist er selbst schuld! Der Konjunktiv lässt den Eindruck entstehen, dass eine Vertragsvereinbarung in unendlich weiter Ferne ist und Ihre Chancen auf den Job höchstens minimal sind. Er macht sie schwach. Darum: Kein Konjunktiv!

    Besser als der Konjunktiv ist die gepflegte Attacke. In der Werbung weiß man längst um die Wirkung des sogenannten Call-to-Action. Zu deutsch: Handlungsaufforderung. Viele Studien haben die Wirksamkeit dieser Methode nachgewiesen. Wenn man einen Leser oder User auffordert, etwas zu tun, dann tut er es tatsächlich mit höherer Wahrscheinlichkeit – zum Beispiel klicken, kommentieren, kaufen.

    Diesen Trick können Sie sich auch im Schlusssatz Ihres Anschreibens zunutze machen. Zum Beispiel so:

    • Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.
    • In einem persönlichen Gespräche überzeuge ich Sie gerne, dass ich der richtige Mitarbeiter für die Stelle bin.
    • Wenn Sie einen verantwortungsbewussten und kompetenten Teamleiter suchen, freue ich mich auf eine Einladung zu Vorstellungsgespräch.
    • Auf Ihre Rückmeldung freue ich mich.
    • Für Fragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

    Anschreiben Bewerbung Postskriptum

    Jetzt kommt noch ein ganz spezieller Tipp: Bauen Sie in Ihr Anschreiben ein PS am Ende ein. PS steht für Postskriptum und ermöglichte Briefeschreibern früher, einen wichtigen Punkt hinzuzufügen, ohne den Brief komplett neu schreiben zu müssen.

    In Zeiten moderner Kommunikationsmittel aber braucht niemand mehr ein PS, nicht wahr? Von wegen!

    Gerade in E-Mails erzeugt ein PS hohe Aufmerksamkeit. Sie haben das bestimmt auch schon festgestellt. Ein PS liest man immer. Meist verbirgt sich etwas Wichtiges dahinter – oder etwas Interessantes. Nutzen Sie diesen Effekt auch im Bewerbungsanschreiben, etwa so:

    • PS: Ich werde am 15. Januar kurz bei Ihnen anrufen, um mich über den Stand des Bewerbungsprozesses zu informieren – und zu fragen, ob meine Bewerbung überhaupt angekommen ist. Falls Sie im Gegenzug noch weitere Fragen haben, können Sie mich gerne unter folgender Nummer anrufen: 0123-456789.

    Anschreiben Bewerbung Tipps

    Sicher, es ist der Inhalt des Anschreibens, der darüber bestimmt, ob Sie das Interesse des Personalers wecken oder nicht. Welche Aussagen Sie einbauen, wie Sie sich ausdrücken, welche Schwerpunkte Sie setzen. Aber: Wenn Ihnen im Anschreiben ein schlimmer Formfehler unterläuft, könnte das all Ihre Bemühungen auf einen Schlag zunichte machen.

    Achten Sie darum im Anschreiben peinlich genau auf die Formalien, auf inoffizielle Vorschriften und Normen. Sie sind das Fundament, auf das Sie dann Ihren (hoffentlich) überzeugenden Inhalt setzen.

    Und versetzen Sie sich einmal in die Perspektive des HR-Verantwortlichen. Er muss ständig neue Bewerbungen sichten, vergleichen, bearbeiten. Je einfacher und übersichtlicher, desto besser für ihn. Wenn Sie ihm als Bewerber diese Arbeit ein Stück weit erleichtern, wird das jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein.

    Diese Grundregeln sollten Sie im Anschreiben beachten:

    • Länge

      Als Berufsanfänger schreiben Sie bitte nicht mehr als eine Seite. Ein zweiseitiges Anschreiben liegt bei älteren Arbeitnehmern im Rahmen des Erwünschten. Am besten aber, Sie halten sich so kurz und präzise wie möglich. Kein Personaler hat Lust, Romane durchzulesen.

    • Schrift

      Auch hier auf Lesbarkeit achten. Verzichten Sie daher auf ausgefallene Schnörkelschriften und greifen auf bewährte Schriftarten wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurück.

    • Schriftgröße

      Sie können sich fürs Bewerbungsanschreiben die 11-13-15-Regel merken. In 11-Punkt der Fließtext, in 13-Punkt Datum, Adresse und Zwischenüberschriften, gerne auch gefettet. In 15-Punkt ausschließlich Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Ihr Name soll schließlich herausstechen und im Gedächtnis des Empfängers kleben bleiben. Erklärung für die krummen Größen: 12-Punkt ist bei Word die Standardeinstellung. Die meisten Konkurrenten dürften daher 12-14-16-Schriftgrößen verwenden. Mit krummen Größen heben Sie sich von ihnen ab.

    • Papier

      DIN A4 ist Standard. Aber besser, Sie verwenden kein einfaches Kopierpapier, sondern hochwertiges (sofern Sie Ihre Bewerbung per Post und nicht per E-Mail versenden). Bitte darauf achten, keine Flecken, Knicke oder Eselsohren zu hinterlassen. Und: Der Druck sollte scharf und nicht verwischt sein – am besten mit Laserdruck.

    • Form

      Auf allen Seiten sollten Einzüge, Linien und Abstände einheitlich sein. Sonst wirkt Ihre ganze Bewerbung unprofessionell. Als Zeilenabstand ist ein eineinhalbzeiliger zu empfehlen – er wirkt angenehm luftig.

    • Hauptsätze

      Versuchen Sie nicht, den Personaler im Anschreiben durch ausgeklügelten Satzbau zu beeindrucken. Hauptsätze sind leicht zu lesen und zu erfassen – Zeitvorteil für den Empfänger! Auf Schachtel- und Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen, sollten Sie nach Möglichkeit verzichten. Außerdem von Substantiven mit den Endungen -ung, -heit und -keit absehen. Besser durch die entsprechenden Verben ersetzen – die lesen sich deutlich flüssiger.

    • Individualität

      Wichtig: Jede Bewerbung sollte einzigartig sein. Personaler wittern eine Massenbewerbung 100 Meter gegen den Wind. Machen Sie sich die Mühe und schreiben jedes Anschreiben neu (die Übernahme von einzelnen Textbausteinen ist natürlich völlig ok) — es lohnt sich.

    Anschreiben Bewerbung Beispiele

    Machen Sie aus dem Anschreiben keinen Lebenslauf in Fließtext-Form. Im Anschreiben sollten Sie alles weglassen, was für die Stelle nicht relevant ist – der Lebenslauf enthält naturgemäß auch Angaben, die für die Stelle weniger wichtig sind.

    Je präziser und kompakter Ihr Anschreiben, desto leichter machen Sie es dem Empfänger. Darum nochmal: Maximal eine Seite. Ihr Lebenslauf besticht durch Fakten, Ihr Anschreiben durch die weichen Faktoren. Die Soft Skills sollten ein wesentlicher Bestandteil Ihres Anschreibens sein.

    Nun verlangt unsere ausgedachte Stellenanzeige (siehe oben) vom Bewerber selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten. Wie weist man dieses nach?

    Zum Beispiel dadurch, dass man schon im bisherigen Werdegang versiert und routiniert mit Kunden umgegangen ist. Man könnte es so formulieren:

    • Ich habe mich in meinen bisherigen Tätigkeiten stets für nachhaltige Kundenbeziehungen eingesetzt. Für meinen aktuellen Arbeitgeber habe ich etwa das Bestandskundenmanagement optimiert und die Kundenzufriedenheit so um 20 Prozent steigern können.

    Tipp: Machen Sie – wenn möglich – von Zahlen Gebrauch. Quantifizieren Sie Ihre Leistungen, bringen Sie Beispiele, untermauern Sie Ihre Argumente mit harten Ziffern. Das wirkt oft besser als substanzloses Wortgeklingel.

    Warum bewerben Sie sich gerade in DIESEM Unternehmen auf DIESE Stelle? Das ist die große Frage, die durch das Anschreiben beantwortet werden muss. Wer den Eindruck erweckt, er wolle halt nur irgendeinen Job, wird DIESEN Job nicht bekommen.

    Darum: Werden Sie ruhig mal persönlich, sofern sich eine Möglichkeit dazu bietet. Beispiel:

    • Schon als Kind hatten Ihre Produkte für mich eine große Bedeutung.

    Tatsächlich hatte ein Bewerber seiner Bewerbung bei Adidas einmal ein Foto mitgeliefert, dass er als kleines Kind gezeichnet hatte und das ihn beim Fußballspielen zeigte – auf den Schuhen drei Streifen. Der Bewerber kam weiter, bestätigte eine HR-Managerin von Adidas gegenüber Zeit Campus.

    Ein anderes Beispiel:

    • Von meiner Haustür bis zur Eingangstür der Kaffeemaschinen GmbH sind es nur zehn Minuten zu Fuß. Wenn die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich schon mal den Rechner hochfahren…

    So liefern Sie im Anschreiben ganz konkrete Vorteile mit, mit denen das Unternehmen rechnen kann – wenn es Sie einstellt. Und handfeste Argumente gefallen jedem Unternehmen.

    Also: Ein möglichst konkreter Extra-Vorteil, den Ihr Arbeitgeber von Ihnen hat – wenn Sie den finden und ins Anschreiben einbauen, dann sammeln Sie dicke Pluspunkte.

    Anschreiben Erfolgsformel

    Sie sehen: Ein Anschreiben ist harte Arbeit. Aber die Arbeit lohnt sich. Wenn Sie sich beim Anschreiben – und beim Lebenslauf – ausreichend Mühe geben, steigern Sie dadurch Ihre Erfolgschancen. Hier nochmal die Erfolgsformel für ein gutes Anschreiben:

    • Problem: Welches müssen Sie lösen, um dem Arbeitgeber zu helfen? Identifizieren Sie es.
    • Erhöhung: Ein Trick ist es, das Problem zu erhöhen. Das macht Ihre Kompetenzen und die Stelle gleich viel wertvoller.
    • Lösung: Sie haben das Know-how, die Ausbildung und das Wissen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ihre Einstellung – das wäre die Lösung für das Unternehmen.
    • Überzeugung: Die Lösung müssen Sie auch überzeugend kommunizieren. Es muss klar werden, dass alles stimmt. Ohne Konjunktiv das Anschreiben beenden!

    Anschreiben Absolvent

    Speziell Berufsanfänger und Absolventen tun sich manchmal schwer mit dem Anschreiben. Ihnen fehlt schlichtweg die Erfahrung. Hier einige Tipps, mit denen auch Absolventen das perfekte Anschreiben gelingt…

    1. Spezialisierung

      Uni-Absolventen sind (noch) keine Spezialisten. Sie sind – mit wenigen Ausnahmen – Generalisten. Unternehmen aber suchen Leute, die bestimmte Kompetenzen und Fertigkeiten haben – Spezialisten eben. Fokussieren Sie Ihr Anschreiben und die gesamte Bewerbung auf die Skills, die das Unternehmen wirklich sucht.

    2. Erfahrung

      Jeder Mensch hat Erfahrung – auch, wenn er direkt von der Uni oder aus der Schule kommt. Praktika oder Auslandsaufenthalte absolviert? Erwähnen Sie diese und stellen Sie heraus, was Sie dabei gelernt haben. Ehrenamtliche Tätigkeit als Sporttrainer? Dito. Auch Sprachkurse oder der Nebenjob an der Tankstellenkasse können Sie sehr wohl weitergebracht haben. Destillieren Sie die wichtigsten Erfahrungswerte heraus, die Sie dabei gewonnen haben.

    3. Selbstbewusstsein

      Wer keine langjährige Berufserfahrung hat, könnte in die Studenten-Falle tappen. Nach dem Motto: Ich bin doch nur ein Student, also bin ich Bittsteller. Das ist grundfalsch. Sie haben während des Studiums wertvolle Kompetenzen erworben und eine ganze Menge anzubieten. Personaler wollen selbstbewusste Mitarbeiter – und folglich auch selbstbewusste Bewerber.

    Alternative: Die Dankesrede

    Anschreiben Bewerbung AlternativeEin Geheimtipp für ganz besonders Mutige: Formulieren Sie Ihr Anschreiben als Dankesrede! Also tun Sie so, als ob Sie den Job schon in der Tasche hätten.

    Kein Witz: Malen Sie sich in Gedanken aus, warum Sie sich beworben haben und warum Sie eingestellt wurden. Dann könnte der Einstieg in Ihre Dankesrede etwa so lauten:

    Als ich die Stellenanzeige gesehen habe, war mir sehr schnell klar: Diese Stelle gehört mir! Die Geschichte, die wirtschaftliche Stärke, die Zukunftsgewandtheit, die spannenden Produkte – diesem Unternehmen wollte ich helfen, noch besser zu werden. Auch die Aufgaben waren nahezu deckungsgleich mit dem, was mir liegt und was ich jahrelang in meiner Position als xx bei xx gemacht habe…

    Das nur als Formulierungsbeispiel. Sie können es auch dezenter angehen – oder noch eine Spur selbstbewusster. Wichtig in jedem Fall: Stellen Sie die gesuchten Stärken auch hier nach vorne und versuchen Sie, diese anhand konkreter Beispiele zu belegen.

    Aber Vorsicht: Diese Form des Anschreibens kommt ganz sicher nicht bei jedem Personaler gut an. Manchem könnte sie sogar Zornesfalten auf die Stirn treiben.

    Andererseits: Sie fällt definitiv auf, hebt sich von anderen ab und macht neugierig auf den Verfasser. Sie würden doch auch die Person kennenlernen wollen, die hinter einem derart kessen Anschreiben steckt, oder?

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    [Bildnachweis: Iurii Stepanov by Shutterstock.com]

    Anlagen Bewerbung: Reihenfolge, Muster und Tipps

    Anlagen Bewerbung Reihenfolge Muster

    Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

    Anlagen Bewerbung Reihenfolge

    In welcher Reihenfolge sortiere ich die Anlagen in meiner Bewerbung? Zunächst sollten Ihre Anlagen eine logische Reihenfolge aufweisen.

    Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

    • Chronologisch

      Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.

    • Synchron

      Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie benennen also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben. Als Erstes käme in diesem Fall Ihr letztes Arbeitszeugnis. Am Ende der Unterlagen platzieren Sie dementsprechend Ihr Hochschulzeugnis, Schulzeugnis oder das Zeugnis der Berufsausbildung.

    Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge der Anlagen sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.

    Anlagen in der Bewerbung

    Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

    • Schulabschlusszeugnis
    • Ausbildungszeugnis
    • Praktikumszeugnis oder -nachweis
    • Arbeitszeugnis
    • Auslandszeugnis (mit beglaubigter Übersetzung)
    • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
    • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
    • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
    • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
    • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
    • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

    Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Nehmen Sie nicht ALLE Anlagen, die Ihnen zur Verfügung stehen, in Ihre Bewerbung auf. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten und aussagekräftigsten. Je mehr Berufserfahrung Sie haben, desto weniger Anlagen brauchen Sie.

    Versetzen Sie sich in die Lage des Personalmanagers: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

    Außerdem sparen Sie selbst Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

    Diese Anlagen gehören in Ihre Bewerbung:

    • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, die mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss bei.
    • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
    • Legen Sie Ihrer Bewerbung nicht mehr als zwei Referenzen bei. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.
    • Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgebern gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

    Anlagen Bewerbung Arbeitszeugnis

    Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

    Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

    Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beiliegt. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

    Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

    Anlagen Bewerbung Tipps

    Unser Rat: Senden Sie bei einer Bewerbung stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

    Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung nicht. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Aber welche sind das? Bei der Beantwortung kommt es insbesondere darauf an, zu welcher Bewerberklientel Sie zählen.

    Zunächst sollte sich ein Bewerber diese Frage stellen: Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

    Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn Anlagen wie Zeugnisse, Zertifikate und Referenzschreiben wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

    Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

    Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

    Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang in Ihrem Beruf tätig sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich. Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

    Diese Anlagen sind besonders wichtig für Sie als…

    • Schüler

      Das Schulzeugnis hat Priorität. Praktikumszeugnisse und Arbeitszeugnisse aus Ferien- oder Nebenjobs sind wertvoll, weil sie von Einsatz und praktischer Erfahrung zeugen.

    • Hochschulabsolventen

      Für sie gilt das Gleiche wie für Schüler. Da Absolventen noch über wenig Berufserfahrung verfügen, kommt jeder beigefügten Einzelanlage eine große Bedeutung zu. Neben dem Hochschulzeugnis, Praktikums- und Arbeitszeugnissen können ehrenamtliches Engagement, Weiterbildungszertifikate (sofern sie zur angestrebten Stelle passen) und Nachweise über Auslandsaufenthalte Gold wert sein.

    • Bewerber mit wenig Berufserfahrung

      Für sie zählt jeder Nachweis über ihre Einsatzfähigkeit. Darum könnten auch Praktikums- oder Arbeitszeugnisse beigefügt werden, die in einer völlig anderen Branche erworben wurden.

    • Bewerber mit viel Berufserfahrung

      Sie sollten möglichst viele Anlagen aussieben. Nur die aktuellsten oder besten Arbeitszeugnisse, Referenzen und Zertifikate aufnehmen!

    • Bewerber in bestimmten Berufsgruppen

      In manchen Berufen kommt es weniger (bzw. nicht nur) auf die formelle Qualifikation an, sondern mehr darauf, dass jemand seinen Job gut machen kann. Arbeitsproben, die das belegen, sind der Goldstandard. Unentbehrlich sind Arbeitsproben unter anderem, wenn Sie als Journalist, Redakteur, Redenschreiber, Designer, Grafiker, Mediengestalter, Fotograf, Softwareentwickler, Wissenschaftler oder Architekt arbeiten.

    Überflüssige Anlagen in der Bewerbung

    Diese Anlagen sollten Sie sich sparen. Sie haben in Ihrer Bewerbung nichts verloren und generieren keinen Mehrwert. Im Gegenteil, Sie schießen sich damit womöglich selbst ins Bein…

    • Ihre Diplomarbeit, Magisterarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit (es sei denn, Sie bewerben sich im wissenschaftlichen Bereich oder Ihre Arbeit passt inhaltlich exakt zur angestrebten Position)
    • Dissertation
    • Pressemeldungen über Ihre Person oder (frühere) Firma
    • Vorträge, die Sie mal gehalten haben
    • Interne Bewertungen, zum Beispiel aus einem Jahresgespräch
    • Zwischenzeugnis (höchstens als Ersatz für ein fehlendes Arbeitszeugnis)
    • Veraltete Weiterbildungsnachweise (Beispiel: ein 10 Jahre altes IT-Zertifikat könnte den Eindruck vermitteln, dass Sie seitdem kein Wissen mehr hinzugewonnen haben – und damit in der Bewerbung kontraproduktiv sein.)

    Das Anlagenverzeichnis

    Im Anlagenverzeichnis führen Sie auf, welche Anlagen Sie Ihrer Bewerbung beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

    Das Anlagenverzeichnis wird klassischerweise im Anschreiben ganz unten platziert. Sie schreiben das Wörtchen Anlagen linksbündig drei Zeilen unter die Grußformel. Sie können es auch rechtsbündig auf der Höhe Ihres Namens platzieren, falls der Platz knapp ist. Achten Sie darauf, die gleiche Schriftart und Schriftgröße zu verwenden, die Sie auch für den Rest des Anschreiben herangezogen haben.

    Sie können dabei von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

    • Anlagen
    • Anlagenverzeichnis
    • Inhalt
    • Anhang

    Dahinter listen Sie dann die einzelnen Dokumente auf, die Sie Ihrer Bewerbung beigelegt haben. Beispiel:

    Anlagen:
    – Schulzeugnisse
    – Arbeitszeugnisse
    – Referenzen

    Aber: Heutzutage ist ein Anlagenverzeichnis gar nicht mehr zwingend erforderlich. Sie können es auch weglassen und den gewonnenen Platz nutzen, um in Ihrem Anschreiben noch ein schlagkräftiges Argument unterzubringen. Verzichten sollten sie auf ein Verzeichnis, wenn Sie so viele verschiedene Dokumente unterbringen, dass die Auflistung viel zu viel Raum beanspruchen würde (Beispiel: Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Praktikumszeugnisse, Weiterbildungszertifikate, Bescheinigungen über Sprachtests, Referenzen, Arbeitsproben…). Auf keinen Fall sollten Sie ein Extra-Blatt für Ihr Anlagenverzeichnis anfertigen.

    Wenn hingegen noch Platz unter dem Anschreiben ist und die Zahl Ihrer Anlagen nicht ausufert, können Sie durchaus ein kurzes Anlagenverzeichnis für den schnellen Überblick mitliefern. So könnte das aussehen – zwei Anschreiben mit Anlagenverzeichnis als Beispiel:

    Initiativbewerbung Muster kostenlosInitiativbewerbung Vorlage kostenlos

    Ehrlich bleiben!

    Anlagen Bewerbung auflistenEhrlich währt am längsten. Die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

    Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

    Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich sehr wohl.

    Anlagen E-Mail-Bewerbung

    Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

    1. PDF-Dokument

      Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

    2. Titel

      Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

    3. Dateigröße

      Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

    4. Kontrolle

      Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

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    [Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

    E-Mail-Bewerbung: 10 Tipps für Bewerber

    e-mail-bewerbung tipps

    Die E-Mail-Bewerbung ist längst Standard. Mit Papier können Deutschlands Recruiter nichts mehr anfangen. Auch für die Bewerber ist es sehr viel komfortabler, eine Mail mit den Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu bringen. Dennoch kann man bei der E-Mail-Bewerbung eine ganze Menge falsch machen. Zum Beispiel das hier…

    E-Mail-Bewerbung: Schritt für Schritt

    So machen Sie bei der E-Mail-Bewerbung alles richtig – Schritt für Schritt erklärt:

    • Adresse des Absenders

      Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse für Ihre E-Mail-Bewerbung. Am besten enthält diese Ihren vollständigen Namen. So sind Missverständnnisse (nahezu) ausgeschlossen:

      • vorname.nachname@mailprovider.de
      • anfangsbuchstabevorname.nachname@mailprovider.de

      Bitte keine schlüpfrige oder scherzhafte E-Mail-Adresse nutzen wie etwa:

      • partylöwe999@mail.de
      • suessemaus@mail.de
      • bestermann1@mail.de

      Und hüten Sie auch davor, die E-Mail-Bewerbung von Ihrer beruflichen Adresse zu verschicken, falls Sie sich aus einer festen Position heraus bewerben. Das wäre leichtsinnig – und völlig unnötig.

    • Adresse des Empfängers

      Achten Sie auf die korrekte Adresse des Empfängers. Bitte keine E-Mail-Bewerbung an eine info@-Adresse versenden – beziehungsweise nur dann, wenn Sie der Arbeitgeber explizit darum bittet. Immer den richtigen Ansprechpartner eruieren und dessen E-Mail-Adresse ins Empfängerfeld eintragen:

      • personaler.name@unternehmen.de

      Kleiner Hinweis: Das CC-Feld lassen Sie selbstverständlich frei. Ihre Bewerbung geht nur Sie und Ihren Ansprechpartner etwas an. Sich selbst können Sie aber die E-Mail-Bewerbung unsichtbar zuschicken (im BCC-Feld), um sie nachträglich kontrollieren zu können.

    • Betreff

      Die Betreffzeile ist die Einleitung Ihrer E-Mail-Bewerbung. Bitte nicht unterschätzen! Wenn Sie die Betreffzeile falsch füllen, können Sie das Pech haben, ungelesen im Spam-Ordner zu versanden.

      Bringen Sie unbedingt das Wort Bewerbung in der Betreffzeile unter. Am besten formulieren Sie noch präziser. Der ausgeschriebene Job und eine etwaige Kennziffer gehören nach Möglichkeit ebenfalls hinein. Die Kennziffer finden Sie in der Stellenanzeige. Machen Sie es dem Empfänger so leicht wie möglich.

      So könnte die Betreffzeile Ihrer E-Mail-Bewerbung lauten:

    • Anschreiben

      Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kopieren Ihr Anschreiben direkt in die E-Mail oder Sie schicken es im Anhang mit. Ersteres hat den Vorteil, dass der Personaler Ihre Mail öffnet und sofort Ihr Anschreiben durchliest. Sie können mit dem Anschreiben also Akzente setzen. In den Bewerbungsunterlagen dagegen wird ein Anschreiben gerne mal links liegen gelassen.

      Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Wenn Sie nämlich das Anschreiben zu den anderen Anlagen in den Anhang verfrachten, dann müssen Sie noch einen kleinen E-Mail-Text zusätzlich formulieren. Das ist Extra-Aufwand! Dennoch dürfen Sie sich gerne für diese Variante entscheiden, wenn sie Ihnen eleganter erscheint. So könnte der Text lauten:

      Sehr geehrter Herr Mustermann,

      im Anhang sende ich Ihnen meine Bewerbung als Redakteur für das Promi-Magazin. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei mir unter der Mobilnummer: 0123-456789. Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören!

      Mit freundlichen Grüßen
      Hans Hansen

    • Sprache

      Es ist zwar „nur“ eine E-Mail, aber bleiben Sie trotzdem sachlich. Keine Whatsapp-Sprache, keine Emojis, keine allzu lockeren Sprüche!

      Eine Bewerbung sollte formell sein: Anrede, Grußformel, Name, Signatur usw. Sicher: In kreativen Branchen könnte auch eine unorthodoxe Bewerbung ziehen. Aber das ist die Ausnahme. Und verzichten Sie auf Reizworte, die der Provider womöglich als Spam einordnet. Dazu zählen Billig oder Angebot, Rechnung oder auch die Kombination Speziell für Sie. Aber wir gehen mal davon aus, dass Sie diese Vokabeln ohnehin nicht eingesetzt hätten…

    • Dokumente

      Eine E-Mail-Bewerbung unterscheidet sich grundsätzlich nicht von einer Papier-Bewerbung. Die Dokumente, die Sie beifügen sollten, sind die gleichen. Allerdings könnte es in der E-Mail-Bewerbung passieren, dass Sie einzelne Dokumente vorher aussortieren müssen. Nämlich dann, wenn das PDF am Ende zu groß wird (dazu mehr im nächsten Absatz).

      Die E-Mail-Bewerbung umfasst:

    • Anhang

      Ihre Anlagen packen Sie in ein einziges PDF (dazu gleich noch ein paar Tipps). Mehr als 5 Megabyte sollte das PDF nicht umfassen. Dies kann bei umfangreichen Bewerbungsunterlagen durchaus schwierig werden. Geben Sie dem Anhang einen sinnvollen Dateinamen wie etwa:

      • Datum_bewerbungsunterlagen_max_muellermann_position_firmenname.pdf
      • max_muellermann_bewerbungsunterlagen_firmenname_datum.pdf

      Auch auf ZIP-Dateien sollten Sie verzichten – die kann nicht jeder öffnen. Ein Ärgernis sind sie in jedem Fall, weil umständlich. Als Anhänge bieten sich hauptsächlich die Formate PDF und DOC an. Dieser Hinweis gilt auch für Apple-Aficionados, die mit Pages-Dokumenten arbeiten. Nicht jeder Personaler hat einen Mac auf dem Schreibtisch.

      Bevor Sie Ihre Bewerbungs-E-Mail abschicken, vergewissern Sie sich, dass Sie den Anhang auch wirklich hochgeladen haben. Es passiert schon mal, dass ein Rechner den Befehl nicht korrekt ausführt. Oder dass man den Anhang schlicht vergisst. Man könnte Ihnen dann mangelnde Sorgfalt vorwerfen. Das wäre ein schlechtes Omen!

      Sollte Ihnen der Lapsus schon unterlaufen sein, dann bringen Sie eine Folgemail auf den Weg – mit einer kurzen Entschuldigung und den korrekten Unterlagen im Anhang. Keine lange Erklärungen und Ausflüchte! Damit machen Sie es nur noch schlimmer…

    • Design

      Keep it simple! Ein Credo, das auch für die E-Mail-Bewerbung goldrichtig ist. Wechseln Sie nicht ständig die Schriftarten in der Bewerbung, bauen Sie keine bunten Bildchen oder Hintergründe ein.

      Personaler stehen auf Klarheit und Übersichtlichkeit. Außerdem wirken kitschige und verspielte Designs unprofessionell. Und so wollen Sie auf keinen Fall auftreten. Ihre E-Mail-Bewerbung soll klar machen, dass man es mit einem Profi zu tun hat – nicht mit einem Clown.

    • Signatur

      Egal, ob Sie das Anschreiben direkt in Ihre E-Mail schreiben oder in den Anhang: Unter Ihre Mail platzieren Sie am besten eine Signatur. Diese enthält Ihren vollständigen Namen, Ihre aktuelle Adresse, Telefonnummer, einen Link zu Ihrer Homepage, Blog oder Online-Profil (Xing, Linkedin, Twitter etc.).

      Optional können Sie auch Ihre Skype- oder Messenger-Kontaktdaten einbauen. Das zeigt, dass Sie die digitale Welt verinnerlicht haben – Pluspunkt! Zudem sind Sie so auf verschiedenen Kanälen gut erreichbar. Signaturen vermitteln Professionalität – und sie sind nützlich.

    • Uhrzeit

      Ein kleines, aber feines Detail bei der E-Mail-Bewerbung: Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt des Versandes. Ungünstig sind Samstage oder Sonntage, weil Ihre Bewerbung dann unter all den Mails untergeht, die bis Montagmorgen im Posteingang des Empfängers gelandet sind. Lieber am Wochenende die E-Mail-Bewerbung fertigstellen und dann bis zum Wochenbeginn warten, um sie auf den Weg zu bringen.

      Auch nachts verschickt man die E-Mail-Bewerbung lieber nicht. Dies wirkt halbseiden und unbedacht. Wer nicht allzu wissenschaftlich an das Thema herangehen möchte, sendet die E-Mail-Bewerbung einfach an einem Werktag zwischen 9 und 18 Uhr – fertig. Und vor Ende der Bewerbungsfrist, sofern es eine gibt, sollte die Mail natürlich ebenfalls rausgegangen sein.

    E-Mail-Bewerbung Vorteile

    Die E-Mail-Bewerbung bietet vor allem diese Vorteile:

    • Masse

      Der Bewerber kann im Vergleich zur Papiermappe mit weniger Aufwand mehr Bewerbungen versenden.

    • Speed

      Die E-Mail-Bewerbung erreicht den Empfänger schneller. Man kann sie auch kurz vor Ablauf einer Bewerbungsfrist noch auf den Weg bringen.

    • Zeit

      Man kann die E-Mail-Bewerbung bequem von zuhause am Rechner erstellen, versenden und sich den Gang zur Postfiliale sparen – ein großer Zeitvorteil.

    • Kosten

      Die Bewerbungsmail ist günstiger. Porto, Papier und Umschläge entfallen – Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

    • Umwelt

      Wo weniger Papier verbraucht wird, freuen sich Wald und Klima. Auch wenn auf der anderen Seite ein höherer Stromverbrauch steht, dürfte die E-Mail-Bewerbung umweltfreundlicher sein.

    • Übersicht

      Die Unternehmen profitieren von einer besseren Übersicht durch E-Mail-Bewerbungen. Sie können alle Eingänge komfortabel sortieren, weiterleiten, archivieren. Nebenbei: Der Bewerber selbst hat ebenfalls eine bessere Übersicht über seine Bewerbungen. Er muss keine Strichlisten führen, auf denen er die einzelnen Unternehmen notiert, die er schon angeschrieben hat. Ein Blick in den Versendet-Ordner genügt.

    E-Mail-Bewerbung Nachteile

    Nichts auf dieser Welt ist nur gut oder nur schlecht. Das gilt auch für die E-Mail-Bewerbung. Sie hat diese Nachteile:

    • Nirvana

      Die E-Mail-Bewerbung erreicht nicht immer den gewünschten Empfänger. Das ist speziell bei einer Initiativbewerbung ein Problem. In dem Fall existiert keine Stellenanzeige, in der die E-Mail-Adresse des Personalverantwortlichen explizit genannt wird. Wenn man also die Bewerbung an ein anonymes Info-Postfach verschickt, könnte sie im digitalen Nirgendwo landen.

      In so einem Fall sollte man vorab Namen und Adresse des richtigen Ansprechpartners ermitteln – durch einen Anruf im Unternehmen zum Beispiel. Aber der verursacht wiederum Aufwand und der geringe Aufwand war doch eigentlich ein Vorteil der E-Mail-Bewerbung

    • Schlampereien

      Die E-Mail-Bewerbung verleitet zur Nachlässigkeit. Eine E-Mail ist flugs formuliert. Man tippt schnell drauflos, so wie bei Whatsapp oder Facebook. Die Anfälligkeit für Flüchtigkeitsfehler und Buchstabendreher steigt.

      Vorteil wiederum: Ein Fehler lässt sich digital sehr viel leichter wieder ausbügeln als auf Papier. Bye bye Tipp-Ex!

    • Unsicherheit

      Einen formellen Brief beginnt man mit Sehr geehrte/r Frau/Herr… – das weiß jeder. Aber wie ist das bei einer Mail? Hallo oder Servus oder Lieber Herr?

      Bei der Anrede fängt die Unsicherheit schon an. Einheitliche Standards gibt es nicht. Und dann das Bewerbungsanschreiben. Platziere ich es direkt im E-Mail-Textfeld oder hänge ich es an? Wo kommen die Anlagen hin? Und welche nehme ich überhaupt? Wie groß dürfen sie sein? Sie sehen: Bei einer Mail-Bewerbung können Fragen aufkommen. Aber dafür haben sie ja uns…

    E-Mail-Bewerbung Beliebtheit

    Die E-Mail-Bewerbung hat sich in Deutschlands Unternehmen längst etabliert. Das Internet ist der bevorzugte Kanal, die Papierbewerbung hat weitgehend ausgedient.

    Für 40,6 Prozent der Arbeitnehmer sind Bewerbungen per E-Mail das Mittel der Wahl. Bewerbungen auf dem Postweg werden dagegen nur noch von 29,4 Prozent der Arbeitnehmer bevorzugt. Dahinter folgen Online-Bewerbungsformulare mit 27,9 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam die Arbeitsmarktbefragung 2019 des Personaldienstleisters Orizon.

    Laut Bitkom-Umfrage aus dem Oktober 2018 ist die Bewerbungsmappe sogar „tot“. Demnach wollen nur noch drei Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe empfangen. 86 Prozent bevorzugen dagegen digitale Bewerbungsmaterialien.

    Das deckt sich mit einer Monster-Studie, nach der sich nur fünf Prozent der Unternehmen in Zukunft Bewerbungsmappen aus Papier wünschen. Von den Bewerbern selbst wollen sogar nur 1,5 Prozent eine papierne Mappe zusammenstellen.

    Bei der E-Mail-Bewerbung versendet man die Unterlagen auf elektronischem Weg. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – alles kommt in die Mail bzw. in ihren Anhang. Der Personaler muss nur in seinen E-Mail-Posteingang schauen und hat alle Fakten auf dem Tisch. Der Gang zur Post, Papierblätter, Briefmarken – alles überflüssig. Die E-Mail-Bewerbung ist für beide Seiten eine Erleichterung.

    Aber: Vielleicht ist auch die E-Mail-Bewerbung nur eine Durchgangsstation. Laut Monster-Studie bevorzugen rund 30 Prozent der Unternehmen die Bewerbung per Mail, 74 Prozent wollen künftig auf Bewerbungsformulare setzen (Mehrfachnennungen waren möglich). Dabei stellt das Unternehmen auf seiner Webseite oder Karriereseite ein solches Bewerbungs-Formular zur Verfügung. Die Kandidaten können es am Rechner ausfüllen, werden von Dokument zu Dokument geleitet.

    Das Formular hat für den Bewerber den Vorteil, dass er oder sie nichts vergessen kann. Aber ein Online-Formular hat auch Nachteile. So kann man nur schwerlich Akzente setzen, nicht so kreativ sein wie bei einer E-Mail-Bewerbung.

    Grundsätzlich gilt: Wenn ein Unternehmen Bewerbungen über ein Online-Formular abwickelt, dann nutzen Sie es als Bewerber auch. Hat es keine, dann reichen Sie Ihre Bewerbung per E-Mail ein.

    PDF für die Bewerbung erstellen

    Ihre Bewerbungsunterlagen führen Sie bei der E-Mail-Bewerbung in EINEM PDF-Dokument zusammen. Dieses PDF laden Sie als Anhang hoch. Dabei sollten Sie noch ein paar Kleinigkeiten beachten:

    • Tool

      Zunächst brauchen Sie ein Werkzeug, um all die Dokumente zu einem PDF zusammenführen. Nehmen Sie am besten ein kostenloses Online-Tool wie SmallPDF oder SodaPDF. Bitte nicht alle Dokumente einzeln hochladen! Das würde für den Empfänger einen Mega-Aufwand bedeuten – und Sie im Personalbüro schlagartig unbeliebt machen.

    • Dateiname

      Geben Sie dem PDF einen aussagekräftigen Dateinamen. Dieser sollte Ihren Namen, das Wörtchen Bewerbung, die Kennziffer und am besten noch das Datum und den Namen des Unternehmens beinhalten. Wichtig: Mit dem Datum signalisieren Sie, dass Sie nicht irgendeine Uralt-Bewerbung aus dem Hut gezaubert, sondern diese hier ganz neu und individuell erstellt haben. Je präziser, desto besser! Ein guter Beispieldateiname für das PDF Ihrer E-Mail-Bewerbung: 190101_Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Entwicklungsingenieur_Siemens

    • Unterschrift

      Auch in der E-Mail-Bewerbung sollten Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Sie können Ihre Unterschrift einscannen, in das Word-Dokument einfügen und dieses dann als PDF mit den anderen zusammenführen. Unter das Anschreiben setzen Sie Ihre Unterschrift ebenfalls.

    • Einheitlichkeit

      Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten viele Daten und Angaben über Sie selbst. Name, Kontaktdaten, Adressen kommen sogar mehrfach vor – im Lebenslauf, auf dem Deckblatt, in der Signatur. Achten Sie darauf, stets die gleichen anzugeben. Wer drei verschiedene E-Mail-Adressen aufführt, wirkt schnell unprofessionell. Hier kommt es häufig zu Fehlern – vor allem dann, wenn alte Dokumente wiederverwendet werden. Also: Am Ende alles nochmal abgleichen!

    E-Mail-Bewerbung Checkliste

    Darauf bitte in der E-Mail-Bewerbung achten. Eine Übersicht:

    • Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse.
    • Ermitteln Sie den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen.
    • Formulieren Sie eine präzise Betreffzeile.
    • Verwenden Sie eine einheitliche Schriftart.
    • Benutzen Sie die (exakt) identische Stellenbeschreibung, die auch in der Stellenanzeige genannt wurde.
    • Bringen Sie die wichtigsten Keywords unter.
    • Führen Sie die Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen.
    • Verschicken Sie keine ungewöhnlichen Dateiformate und ZIP-Dateien.
    • Fügen Sie das Bewerbungsfoto in den Lebenslauf ein.
    • Schicken Sie nicht zu viele Zeugnisse und Arbeitsproben mit, um die Bewerbung nicht zu überfrachten.
    • Bauen Sie eine Signatur mit den wichtigsten Kontaktdaten und Links ein.
    • Verzichten Sie auf eine Lese- und Empfangsbestätigung (Nervgefahr!).
    • Stellen Sie eine persönliche Grußformel voran.
    • Lassen Sie die unterschiedlichen Dokumente (Anschreiben, Lebenslauf etc.) immer auf einer neuen Seite beginnen.
    • Streuen Sie branchenübliche Fachbegriffe ein, aber sprechen Sie kein Fachchinesisch.
    • Reden Sie den Empfänger in der Sie-Form an.
    • Achten Sie penibel auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik.
    • Überschreiten Sie nicht die Dateigröße von 5 MB (es sei denn, das Unternehmen gibt in der Stellenanzeige einen anderen Richtwert an).

    Die Checkliste als PDF zum Downloaden oder Ausdrucken finden Sie hier.

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    [Bildnachweis: Alexey Boldin by Shutterstock.com]

    Referenzen in der Bewerbung: Beispiele, Tipps, Muster

    Referenzen Bewerbung

    Referenzen schmücken eine Bewerbung. Dabei waren es bislang die Arbeitszeugnisse, die im Bewerbungsprozess als größtes Faustpfand erachtet wurden. Aber sie sind kein so großes, wie man vielleicht meinen könnte. Denn schon die Gewerbeordnung besagt, dass ein qualifizierendes Arbeitszeugnis auf jeden Fall wohlwollend sein muss. Außerdem steht es dem Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu. Anders eine Referenz: Sie ist komplett freiwillig – und kann individuell formuliert werden. Referenzen können aus einer guten eine sehr gute Bewerbung – eine mit besten Erfolgsaussichten auf ein Vorstellungsgespräch – machen. Wer seiner Bewerbung Referenzschreiben beifügt, kann damit nur gewinnen. Mehr als drei Referenzen sollten es aber nicht sein…

    Unterschied zwischen Referenzen und Empfehlungen

    Der Begriff Referenz geht auf das lateinische referre zurück. Das bedeutet so viel wie: „sich auf etwas beziehen“, „berichten“, „auf etwas zurückführen“.

    Mit einer Referenz beziehen Sie sich also auf etwas – beziehungsweise: auf jemanden. Im Bewerbungsprozess ist eine Referenz ein maximal einseitiges Dokument in DIN A4. Dort trifft der Referenzgeber – meist eine Führungskraft – über den Bewerber eine positive Aussage und empfiehlt ihn für eine bestimmte Stelle oder Position.

    Oft werden als Synonym die Begriffe Empfehlungsschreiben oder Empfehlungsbrief verwendet. Zur Referenz gibt es jedoch einen Unterschied:

    • Referenzen

      Referenzen konzentrieren sich auf die Vergangenheit der entsprechenden Person: Welche Qualifikation hat sie erworben? Welche Tätigkeiten ausgeübt? Welche Erfolge errungen? Auch richtet sich die Referenz nicht an einen bestimmten Empfänger, sondern ist allgemeingültig.

    • Empfehlungen

      Empfehlungen dagegen sind in der Regel an einen konkreten Empfänger gerichtet. Der Fokus liegt hier in der Zukunft: Warum wird der Bewerber in der entsprechenden Position reüssieren? Das Empfehlungsschreiben soll hierzu konkrete Hinweise geben.

    Referenzschreiben Aufbau

    Ein Referenzschreiben hat stets einen persönlichen Charakter. Eine Person äußert sich wohlwollend über eine andere – aus der Ich-Perspektive und in der Ich-Form. Darum gibt es auch keine strenge Normung dieses Elements in der Bewerbung.

    Ein Referenzschreiben können Sie ganz individuell gestalten. Nur folgende Inhalte sollten Sie berücksichtigen, um den gewünschten Effekt zu erzielen – und dem Empfänger auch die notwendigen Informationen bereitzustellen:

    • Briefkopf inklusive Vor- und Nachname des Fürsprechers sowie Name des Unternehmens oder der Organisation
    • Telefonnummer, um direkte Rückfragen und eine Verifzierung zu ermöglichen
    • Datum
    • Betreff inklusive Namensnennung des Bewerbers
    • Selbstvorstellung des Fürsprechers
    • Nennung des Zeitraums, in dem Referenzgeber und Bewerber zusammengearbeitet haben
    • Qualifikationen, Aufgaben, Fähigkeiten des Bewerbers, Erfolge des Bewerbers
    • Sozialverhalten, Persönlichkeit und Soft Skills des Bewerbers
    • Unterschrift

    Referenzen Bewerbung: Wo angeben?

    referenzen bewerbung angebenDas Referenzschreiben erwähnen Sie entweder im Anschreiben, im Anlageverzeichnis oder im Lebenslauf – in letzterem Fall bei der entsprechenden beruflichen Position.

    Achtung: Die Telefonnummer des Fürsprechers nennen Sie nur im Referenzschreiben selbst – nirgendwo sonst. Das wäre zu aufdringlich.

    Sie können auch eine Referenzliste auf einem Extra-Blatt erstellen. Nachteil: Sie bläht die Bewerbung unnötig auf.

    Einfacher ist es, Sie schreiben in der im Anlageverzeichnis so etwas wie: Max Meier, Geschäftsführer der ABC GmbH, bestätigt Ihnen gerne meine Kompetenzen und Qualifikationen.

    Referenzen in der Bewerbung: Für wen sie sinnvoll sind

    Referenzen sind im Kommen – und ihre Bedeutung dürfte in Zukunft weiter wachsen. Der Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse führt auch dazu, dass viele Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben.

    Zum Beispiel Freiberufler, die projektbezogen arbeiten. Sie können Ihre Chancen auf zukünftige Aufträge durch zielgerichtete Referenzen deutlich verbessern.

    Allerdings sind aktuell und im Rahmen einer Bewerbung andere Elemente wichtiger. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse (sofern vorhanden) haben einen höheren Stellenwert. Mit Referenzen kann man die eigenen Chancen aber – in vielen Fällen – entscheidend erhöhen, sich von anderen Bewerben absetzen.

    Merke: Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dem Menschen mehr vertrauen als einer persönlichen Empfehlung.

    Auch Berufseinsteiger können daher von Referenzschreiben oder einer sogenannten Referenzliste profitieren. Schließlich haben sie noch kein Arbeitsverhältnis nachzuweisen – und damit auch keine Zeugnisse und nur einen sehr kurzen tabellarischen Lebenslauf.

    Wer außerdem um Referenzen bitten könnte (und sollte):

    • Azubis
    • Praktikanten
    • Trainees
    • Studenten (möglicher Referenzgeber: Professor oder Dozent)
    • Schüler (vom Lehrer)
    • Stipendiaten (vom Professor oder Förderer)
    • Ehrenamtler

    Übrigens: Referenzen müssen natürlich nicht zwingend vom letzten Arbeitgeber stammen. Sie können auch Menschen, mit denen Sie vor langer Zeit (gut) zusammengearbeitet haben, nachträglich um ein Referenzschreiben bitten.

    Und es muss auch nicht der Chef höchstpersönlich sein, der die Referenz erstellt. Im Prinzip kann jeder und jede, mit dem Sie schon gearbeitet haben, als Ihr Fürsprecher in Erscheinung treten.

    Wahr ist aber auch: Je höher der Aussteller in der Hierarchie eines Unternehmens oder einer Organisation steht, desto gewichtiger werden die Referenzen. Am besten eignen sich Geschäftsführer, Personalchefs, Abteilungs- oder Teamleiter sowie Kunden und Auftraggeber als Referenzgeber. Weniger sinnvoll ist es, Freunde und Verwandte als Referenzgeber einzuspannen.

    Und beachten Sie: Der Referenzgeber muss mit neugierigen Anrufern rechnen. Deshalb muss er sich auch damit einverstanden erklären, dass Personaler ihn kontaktieren, um die Echtheit des Referenzschreibens zu prüfen.

    Generell sollten Sie Referenzen nur in geringen Dosierungen angeben. Wer es damit übertreibt, entwertet die Referenzen, macht sich unglaubwürdig. Mehr als zwei oder maximal drei Referenzen brauchen Bewerber nicht.

    Referenzen Muster

    Hier finden Sie zwei Referenzen als Vorlage. Sie können die Referenzschreiben auch als WORD- oder PDF-Dokument herunterladen und bearbeiten. Einfach unten auf die entsprechenden Links klicken.

    Name des Referenzgebers
    
Anschrift
    
PLZ Wohnort
    
Telefonnummer

    Datum

    Referenzschreiben für XXX

    Herr/Frau Mustermann hat sich nach langjähriger und erfolgreicher Tätigkeit in unserem Unternehmen dazu entschlossen, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Als sein/ihr Vorgesetzter bedauere ich diesen Entschluss, möchte Herrn/Frau Mustermann aber nichtsdestotrotz wärmstens weiterempfehlen.

    In der Zeit von 01.01.2016 bis 29.02.2020 hat Herr/Frau Mustermann in der Position als Marketingleiter für unser Unternehmen gearbeitet und dabei alle Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit und mit großem Elan und viel Engagement bewältigt. Ich habe ihn/sie als selbstständig denkenden, verantwortungsvollen und immer zuverlässigen Kollegen kennen und schätzen gelernt.



    Bis heute genießt Herr/Frau Mustermann einen ausgezeichneten Ruf bei Kollegen und Kunden. Neben der herausragenden Fachkenntnis zeichnet sich Herr/Frau Mustermann durch Kreativität, Flexibilität und hohe Teamfähigkeit aus. Ich halte ihn/sie für eine Position als ZZZ für bestens geeignet und empfehle ihn/sie jederzeit für eine Beschäftigung in diesem Bereich.



    Falls Sie hierzu noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne für telefonische Rückfragen zur Verfügung.

    

Mit freundlichen Grüßen
    

Unterschrift Referenzgeber

    Name des Referenzgebers

    Anschrift
    
PLZ Wohnort
    
Telefonnummer

    Datum

    Referenzschreiben für XXX

    Herr Müllermann hat in unserem Unternehmen im Zeitraum vom 01.12.2019 bis 29.02.2020 ein Praktikum im Bereich Social Media absolviert. In dieser Zeit war ich sein Betreuer und Vorgesetzter.

    Von Beginn an zeichnete sich Herr Müllermann durch sein außerordentliches Engagement, grenzenlose Kreativität und hohe Sorgfalt aus. Fachlich wie sozial brachte er sich sofort in das Team ein und legte ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative und Hilfsbereitschaft an den Tag. Auch war er für Anregungen und Kritik offen und zu jeder Zeit lernwillig.

    Herr Müllermann übernahm eine große Bandbreite an Aufgaben und erledigte sie allesamt mit Bravour. Besonders erwähnen möchte ich aber das Projekt „Twitter-Pyramide“, das er selbst initiierte und durchführte. Dabei hat er nicht nur in vorbildlicher Weise die Reputation unseres Unternehmens im sozialen Netz gesteigert, sondern auch viele neue Follower erreicht und damit einen Beitrag zum Erfolg der Firma in den sozialen Medien geleistet.

    Ich halte Herrn Müllermann für eine hoch motivierte und zuverlässige Kraft, die sich in meinen Augen besonders für eine Position als Social Media Manager qualifiziert hat. Ich kann ihn uneingeschränkt für eine Beschäftigung in diesem Bereich empfehlen.

    Falls Sie mich hierzu noch einmal telefonisch kontaktieren möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    
Mit freundlichen Grüßen
    

Unterschrift Referenzgeber

    Hier noch mal alle Referenzen zum Download:

    • Referenzschreiben Muster 1: WORD.
    • Referenzschreiben Muster 1: PDF.
    • Referenzschreiben Muster 2: WORD.
    • Referenzschreiben Muster 2: PDF.

    Referenzen: Wie Sie darum bitten

    Referenzen fliegen einem nicht einfach so zu. Man muss sie sich erbitten. Das ist in manchen Fällen gar nicht so einfach – und manchmal ist es einem auch unangenehm. So kommen Sie an Ihre Referenzen – in unterschiedlichen Szenarien:

    An der Universität

    Es versteht sich von selbst, dass Sie nur einen Professor oder Dozenten um ein Referenz- oder Empfehlungsschreiben bitten, der Sie auch wirklich kennt und bei dem Sie eine Arbeit geschrieben haben – eine möglichst gute. Insbesondere Ihr Betreuer bei der Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit bietet sich an. Auch gut: Wenn Sie als studentische Hilfskraft gearbeitet haben. Grundsätzlich ist es für Universitätsprofessoren nichts Außergewöhnliches, um Referenzen gebeten zu werden. Also keine falsche Scheu!

    So könnten Sie um Referenzen bitten:

    • Timing: Kommen sie nicht einfach mal schnell im Büro vorbei, sondern machen sie vorher einen Termin ab. Schreiben Sie eine Mail oder rufen Sie an.
    • Wunsch: Tragen Sie Ihr Anliegen vor. Und sagen Sie möglichst konkret, welchen Hintergrund Ihr Wunsch hat und was Ihnen wichtig ist. Geht es um Ihre fachlichen Qualifikationen oder Ihre persönliche Arbeitsweise? Referenzen für ein Stipendium sind etwas anderes als Referenzen für eine Arbeitsstelle.
    • Unterlagen: Bringen Sie am besten alle Unterlagen mit, die relevant sein könnten. Zeugnisse, Lebenslauf, Arbeitsproben usw., damit der Professor sofort im Bilde ist und nicht lange nach irgendetwas suchen muss.
    • Puffer: Einen zeitlichen Puffer sollten Sie vorab einplanen. Sie werden Ihre Referenz nicht schon nach zwei Stunden in Händen halten. Professoren haben erfahrungsgemäß eine lange To-do-Liste – und Referenzschreiben genießen ganz sicher nicht Priorität 1A. Fragen Sie also rechtzeitig an – schon einige Wochen vorher.
    • Dank: Ein herzliches Dankeschön – gerne auch noch mal per Mail – sorgt für Wertschätzung. Und falls Ihnen der Professor keine Referenzen geben will, verkneifen Sie sich bissige Kommentare oder andere rhetorische Ausfälle. Sie haben nun einmal kein Anrecht darauf.

    Bitte um Referenz: Beispielformulierung 1

    Sehr geehrter Professor Reuter,

    bestimmt erinnern sie sich, dass ich meine Bachelorarbeit über das politische System Chiles bei Ihnen geschrieben habe. Ich möchte mich nun um einen Masterplatz für den Master Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin bewerben und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen könnten. Der Abgabetermin ist der TT.MM.JJJJ. Ich würde die Details auch gerne – sofern Sie Zeit haben – in einem persönlichen Gespräch besprechen.

    Als Angestellter

    Ein Referenzschreiben von Ihrem direkten Vorgesetzten – das ist prinzipiell eine gute Idee. Allerdings nicht, wenn Ihr jetziger Arbeitgeber nichts von Ihren Wechselplänen erfahren soll. In dem Fall würde er sofort hellhörig werden. Gehen Sie generell sehr vorsichtig vor, wenn Sie im aktuellen Unternehmen jemanden nach Referenzen fragen wollen – zum Beispiel auch einen ehemaligen Vorgesetzten aus einer anderen Abteilung. Ohne Vertrauensbasis bitte sein lassen! Ein richtig guter Zeitpunkt hingegen ist, wenn Ihr Vorgesetzter wechselt – in ein anderes Unternehmen oder eine andere Abteilung. Diese Gelegenheit sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Sie ist optimal, um nach einer Referenz zu fragen. Für Sie wäre das gleichzeitig eine Absicherung, falls sie mit Ihrem neuen Chef nicht auf der gleichen Wellenlänge funken sollten.

    So könnten Sie um Referenzen bitten:

    • Bitte: Am besten melden Sie sich telefonisch. Um einen persönlichen Termin zu bitten – das wäre zu dick aufgetragen. Er oder sie hat ja auch noch andere Aufgaben zu erledigen. Sie können auch mailen. Aber bedenken Sie: Eine E-Mail kann in die falschen Hände geraten.
    • Einschätzung: Um Ihrem Chef – aber vor allem Ihnen selbst – eine Blamage zu ersparen, denken sie bitte vorher ganz genau nach: Ist Ihr Vorgesetzter mit Ihnen und Ihren Leistungen vollauf zufrieden? Hat er Grund dazu? Schätzt er sie? Sind Sie ihm sympathisch? Wenn all das nicht zutrifft, dann sollten Sie Ihren Plan vielleicht noch mal überdenken.
    • Begründung: Das heißt nicht, dass Sie im Zweifel nicht auch dezent nachhelfen können. Legen Sie sich Argumente zurecht: Warum sind Sie für den Job qualifiziert? Warum passt die Stelle zu Ihnen und was haben Sie geleistet, um Ihre Eignung zu unterstreichen? Warum haben Sie eine Referenz verdient?

    Bitte um Referenz: Beispielformulierung 2

    Lieber Herr Weber,

    ich bin seit nunmehr sieben Jahren für dieses Unternehmen im Controlling tätig. Nun würde ich mich gerne weiterentwickeln und mich für die intern ausgeschriebene Position als Leiter der Abteilung ABC bewerben. Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie mich in den vergangenen Jahren begleitet und gefördert haben. Sie kennen meine Fähigkeiten am besten. Daher würde ich mich freuen, wenn sie mir für meine Bewerbung ein Empfehlungsschreiben ausstellen.

    Als Freiberufler

    Für Freiberufler sind Referenzen nicht selten überlebenswichtig. Sie helfen Ihnen, ihre Reputation zu verbessern und an Folgeaufträge zu kommen. Ihre renommiertesten Kunden oder Auftraggeber sind zugleich diejenigen, die Sie um Referenzen bitten sollten. Die Wirkung ist dann naturgemäß am stärksten. Und fragen Sie jene Kunden, die mit Ihrer Leistung augenscheinlich zufrieden sind.

    So könnten Sie um Referenzen bitten:

    • Ansprache: Nach einem abgeschlossenen Projekt erkundigen Sie sich bei Ihren Kunden, ob sie mit mit Ihrer Arbeit zufrieden waren. Das ist bei vielen der Fall, ohne dass man ein ausdrückliches Lob bekommt. Werden sie also selbst aktiv.
    • Konservierung: Schreibt Ihnen Ihr Kunde eine wohlwollende Mail, halten Sie diese unbedingt fest. Und fragen Sie ihn, ob Sie das Lob – in dieser oder abgewandelter Form – als Referenz verwenden dürfen. Wenn Sie das Statement auf Ihrer Webseite einbinden wollen, benötigen Sie ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie niemals eine Referenz ohne Einverständnis!
    • Glaubwürdigkeit: Tipp: Bitten Sie darum, die Referenz auf Firmenpapier ausstellen zulassen. Es wirkt authentischer und erhöht die Glaubwürdigkeit.

    Bitte um Referenz: Beispielformulierung 3

    Lieber Herr Schröder,

    herzlichen Dank noch einmal für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Neulich sagten Sie mir in einem Gespräch etwas in dieser Art: „Die Betreuung war exzellent und wir würden uns jedes Mal wieder für Herrn XY entscheiden.“ Das hat mich sehr gefreut. Am liebsten würde ich Sie mit dieser Aussage auf meiner Webseite zitieren. Wären Sie damit einverstanden?

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    Resume

    • ist in den USA gebräuchlich.
    • bildet nur einen Ausschnitt der bisherigen Karriere ab und stellt die Höhepunkte heraus.
    • umfasst maximal 1 Seite.
    • enthält KEIN Foto.
    • listet relevante berufliche Stationen aus, die aktuelle zuerst. Irrelevante bleiben außen vor.
    • enthält auch die größten Stärken und Skills des Bewerbers.
    • benötigt keine Unterschrift.
    • verzichtet auf Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität oder Religion.
    • sollte unbedingt Referenzen enthalten.

    CV/Curriculum Vitae

    • ist in Großbritannien gebräuchlich.
    • liefert eine vollständige Übersicht des beruflichen Werdegangs.
    • umfasst maximal 2 bis 3 Seiten.
    • enthält kein Foto.
    • listet relevante berufliche Stationen aus, die aktuelle zuerst. Unwichtige bleiben unerwähnt.
    • benötigt weder Unterschrift noch Datum.
    • verzichtet auf Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität oder Religion.
    • sollte unbedingt Referenzen enthalten.

    Lebenslauf Englisch Inhalt

    Grundsätzlich ist der Lebenslauf auf Englisch keine reine Faktensammlung. Er soll Einblicke geben in Ihre Persönlichkeit und vor allem Ihre Fähigkeiten. Zeigen Sie, welche Erfolge Sie in den vergangenen Jahren gefeiert und welche Herausforderungen Sie gemeistert haben.

    Aber nicht falsch verstehen: In den Lebenslauf auf Englisch gehören nur Stichworte, keine Prosa, kein Blabla, kein Nonsens.

    Achten Sie darauf, vor allem Punkte aufzuschreiben, die eine Relevanz für die jeweilige Stelle haben. Das gilt auch für Hobbys, die Sie angeben. Teamsport oder ehrenamtliches Engagement kommen auch im englischsprachigen Ausland gut an. Sie zeugen von Einsatz, Leidenschaft, Führungsqualitäten. Auf Extremsportarten sollten Sie dagegen besser verzichten. Die hohe Verletzungsgefahr wirkt auf manche Arbeitgeber abschreckend.

    Nehmen Sie also nur die Aspekte auf, die Ihr Profil unterstreichen. Belangloses lassen Sie weg. Die Angelsachsen mögen es kurz und knackig. Denn diese Devise gilt drüben so wie bei uns: Time is money. Kein Personalverantwortlicher wird sich eingehend mit Ihrem Werdegang befassen. Er wird nur kurz Ihr CV scannen und Sie dann in eine Schublade stecken – hoffentlich in die richtige…

    Lebenslauf Englisch Aufbau

    Ganz oben schreiben Sie Curriculum Vitae oder Resume oder Personal Resume in den Titel.

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      Welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben, gehört in diesen Abschnitt. Außerdem können Sie noch hinzufügen, warum Sie die Stelle reizt und was Sie in ihr erreichen wollen. Beispielhaft könnte hier stehen: To acquire the position of a senior sales manager and upgrade my knowledge in sales.

    • Professional/Work Experience

      Das ist der berufliche Werdegang. Im Prinzip ist dieser Abschnitt genauso aufgebaut wie im deutschen Lebenslauf. Alle bisherigen Arbeitsstationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Sie starten also mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Vollständig sind die Angaben nur mit dem Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und der genauen Position im Unternehmen. Tipp: Ergänzen Sie die Angaben stichwortartig mit den Tätigkeiten, die Sie dort ausgeübt haben. Beispiel:

      01/2018-08/2019 Junior marketing manager at Scoobydoo GmbH, Leverkusen, Developing a marketing strategy.

      Wenn Sie kein Curriculum Vitae, sondern ein Resume schreiben, dann können Sie diesen Abschnitt auch straffen. Im Resume sind nur die zwei oder drei Stellen interessant, die für den ausgeschriebenen Job relevant sind. Alle anderen lassen Sie einfach weg. In diesem Fall fangen sie mit dem Job an, der den größten Bezug zur angestrebten Position hat. Diesen Aufbau bezeichnet man auch als Functional Resume. Der große Vorteil: Etwaige Lücken im Lebenslauf müssen erst gar nicht kaschiert werden.

    • Education

      Ihre schulische Bildung findet hier Platz. Auch diese Stationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Also erst das Gymnasium, Gesamtschule, Realschule oder Hauptschule, dann die Grundschule. Auch mögliche Fort- und Weiterbildungen können Sie an dieser Stelle nennen.

    • Skills

      Zu den Skills zählen vorrangig Sprach- und IT-Kenntnisse. Sie geben sich selbst in der jeweiligen Fremdsprache eine Bewertung (very good, good etc.), damit Sie der Personaler richtig einordnen kann. Dabei bitte nicht zu krass übertreiben, das fliegt eher früher als später auf. Und vergessen Sie nicht, Ihre Deutsch-Kenntnisse zu notieren. Da überdies IT-Kenntnisse immer wichtiger werden, sollten Sie versuchen, hier keine Lücke zu lassen. Zumindest in MS Office sollten Sie bewandert sein. Wenn Sie leidenschaftlicher Instagrammer oder Facebooker sind, dürfen Sie auch gerne Social-Media-Skills nennen. Alle anderen Fähigkeiten nur aufschreiben, wenn sie für die Stelle eine Relevanz aufweisen.

    • Engagement/Activities/Interests

      In diesem Abschnitt ist Platz für Ehrenämter, Interessen und Hobbys. Bewerber sollten selektiv sein. Den Personalverantwortlichen interessiert es nicht, ob Sie Kronkorken sammeln. Nur die Aspekte erwähnen, die relevant sind. Ehrenämter zeugen von Verantwortungsbewusstsein, Sport von körperlicher Fitness – Pluspunkte! Aber Achtung: Es gibt auch Konstellationen, die weniger günstig sind. Beispiel: Sie spenden seit Jahren für Greenpeace. Wenn Sie sich dann (trotzdem) bei Öl-Multi BP bewerben wollen, sollten Sie Ihre Greenpeace-Vorliebe vielleicht lieber nicht erwähnen.

    • References

      Hier besteht ein klarer Unterschied zum deutschen Lebenslauf. Unter References nennen Sie eine Person (besser zwei), die über Sie Auskunft geben können. Es sollte sich im besten Fall um Ihre größten Fürsprecher handeln. Die Referenzgeber sind wichtig, weil sie oft auch wirklich kontaktiert werden. Notieren Sie also ihren Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Vorher klären Sie aber möglichst noch ab, ob die jeweilige Person überhaupt einverstanden ist. Nicht, dass sie Sie noch in die Bredouille bringt…

    Lebenslauf Englisch: Die wichtigsten Begriffe

    lebenslauf englisch wichtige begriffeWenn Sie einen Lebenslauf auf englisch verfassen, sollten Sie die wichtigsten Begriffe parat haben. Hier sind sie:

    • Bewerbung – Job application
    • Anschreiben – Cover letter
    • Lebenslauf – Resume/Curriculum vitae
    • Persönliche Daten – Personal details
    • Nationalität – Nationality
    • Geburtsdatum – Date of birth
    • Karriereziel – Career objective
    • Persönliches Profil – Personal profile
    • Beruflicher Werdegang – Professional experience/work experience
    • Ausbildung – Training/vocational training
    • Bildung – Education
    • Akademische Bildung – Academic education
    • Abschluss – Qualification
    • Realschulabschluss – O levels, GCSE
    • Abitur – A levels, High School Diploma (USA)
    • Hobbys/Ehrenämter – Activities/engagement
    • Tätigkeit/Position – Occupation/position
    • Beschäftigungszeit – Period of employment
    • Aufgabengebiet – Activities and responsibilities
    • Arbeitgeber – Employer
    • Arbeitnehmer – Employee
    • Unternehmen – Company
    • Praktikum – Internship
    • EDV Kenntnisse – Computer skills

    Alle, aber auch wirklich ALLE englischen Vokabelhilfen, die man für Bewerbung und Lebenslauf auf Englisch braucht, hat der Career Service der Ruhr-Uni Bochum in diesem praktischen PDF zusammengestellt.

    Bewerbung Englisch: Das sind die 5 größten Unterschiede zur deutschen

    Das sind die größten Unterschiede zwischen der Bewerbung auf deutsch und der Bewerbung auf englisch:

    1. Persönliche Daten

      Sie gibt es nur in überschaubaren Dosierungen. Auf Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion verzichten Sie. Diskriminierungsgefahr!

    2. Referenzen

      Sie sind keine Kür, sondern Pflicht. In der deutschen Bewerbung sind Referenzen nur eine angenehme Zugabe. In der englischen Bewerbung sollten Sie mindestens zwei Referenzen nennen. Die Unternehmen wollen sich nicht allein auf Ihre Angaben verlassen, sondern aus zuverlässiger Quelle bestätigt wissen, dass Sie es mit einer 1-A-Person zu tun haben. Legen Sie allergrößten Wert darauf, gute Fürsprecher für sich zu gewinnen.

    3. Fotos

      Bewerbungsfotos sind in einer Bewerbung auf englisch eher unüblich. Auch das ist der Fairness und Chancengleichheit geschuldet. So soll ausgeschlossen werden, dass ein attraktiver Bewerber allein aufgrund seiner Optik den Vorzug erhält.

    4. Zeitfolge

      Der amerikanische Lebenslauf ist achronologisch aufgebaut. Die letzten Stationen kommen zuerst. Diese Variante hat sich indes auch in Deutschland durchgesetzt. Also bestehen diesbezüglich gar keine Unterschiede mehr.

    5. Unterschrift

      Die können sie sich im englischen Lebenslauf sparen – genau wie das Datum.

    Lebenslauf auf Englisch: Typisch deutsche Fehler!

    Die englische Sprache hat nicht den höchsten Schwierigkeitsgrad. Was nicht heißt, dass sie keine fiesen Fallgruben bereithalten würde – speziell für deutsche Muttersprachler. Merke: Wer hierzulande seine Denglisch-Künste zelebriert, kann damit in der englischen Bewerbung mächtig auf die Nase fallen. Lebenslauf Englisch – diese Fehler sind besonders beliebt:

    • Wenn Sie Ihre Handynummer mitteilen wollen, schreiben Sie bitte nicht Handy. Das Wort ist eine denglische Erfindung. Im Englischen kennt man das Handy nur als mobile.
    • Sie haben zwar ein Gymnasium besucht, sollten aber lieber von highschool oder grammar school sprechen. Das gym ist der Ort, in dem die Muskeln gestählt und Konditionswunder geboren werden.
    • Ihr Vorgesetzter ist nicht der Chef – es sei denn, Sie arbeiten in einer Küche. Ein Chef ist immer ein Koch. Richtige Bezeichnung für den Vorgesetzten: Boss.
    • Ihre Noten gehören in den Lebenslauf. Aber auf englisch heißen sie nicht notes. Sondern marks oder grades.
    • Mag sein, dass Sie auch im study studiert haben. Damit ist aber wohlgemerkt das Arbeitszimmer gemeint. Das Studium wird mit studies richtig übersetzt.
    • Schön, dass Sie so ein engagierter Mitarbeiter sind. Aber als engaged sollten Sie sich dennoch nicht bezeichnen – es sei denn, sie sind frisch verlobt. Engagiert übersetzt man vielmehr mit committed.

    Lebenslauf Englisch Vorlage

    Einen Muster-Lebenslauf auf englisch finden sie hier zum Downloaden und Bearbeiten:

    • Lebenslauf Englisch Vorlage: WORD.
    • Lebenslauf Englisch Vorlage: PDF.

    Lebenslauf Englisch: Mit diesen Berufen klappt’s!

    Lebenslauf Englisch Fehler
    Sie liebäugeln mit einer Karriere in den USA oder Großbritannien? Dann wäre es zunächst hilfreich, wenn Sie den „richtigen“ Beruf haben. Hier eine kleine Auswahl an Trend-Jobs, für die die Nachfrage in den USA und Großbritannien extrem hoch ist:

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    Bewerbung Praktikum: Muster, Vorlage, Aufbau und Tipps

    Bewerbung Praktikum Vorlage Beispiel Tipps

    Bewerbung Praktikum: Das Praktikum kann ein Türöffner sein oder einfach nur eine nette Referenz im Lebenslauf. Aber dazu muss man den Praktikumsplatz erst einmal bekommen. Und das ist nicht immer ganz einfach. Die Unternehmen wollen all ihre Stellen bestmöglich besetzen – dazu zählen auch die Praktikantenstellen. Damit die Bewerbung für ein Praktikum gelingt, sollten Bewerber folgende Punkte beachten…

    Bewerbung Praktikum Muster und Vorlagen

    Max Mustermann
    Beispielstr. 99
    12345 Musterhausen
    Telefon: 01234 / 56 78 90
    E-Mail: m.mustermann@blog.de

    Unternehmen ABC
    Weg 555
    98765 Stadt

    XX.XX.XXXX (Datum)

    Bewerbung für ein Praktikum im Einzelhandel

    Sehr geehrter Herr Personaler,

    auf der Jobbörse Karrieresprung.de bin ich auf Ihre Stellenausschreibung für ein Praktikum im Einzelhandel aufmerksam geworden. Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche Ihres Unternehmens haben meinen Wunsch verstärkt, bei Ihnen ein Praktikum zu absolvieren.

    Serviceorientiertheit und ein freundliches Wesen sind in dieser Branche von großer Bedeutung. Der Umgang mit Menschen und Verkaufsberatung liegen mir. Damit habe ich bereits in den Ferien im Markt meines Onkels reichhaltige Erfahrungen gesammelt.

    Dort habe ich nicht nur die Kunden bedient, sondern auch kassiert, die Produkte ein- und ausgeräumt und bei der Inventur geholfen. Mein Herz aber schlägt für die Mode. Im Rahmen meines Praktikums zur Berufsorientierung möchte ich daher mein Schülerpraktikum gerne bei Ihnen absolvieren.

    Als führendes Modehaus in der Region genießen Sie einen ausgezeichneten Ruf, den ich mit meinen Erfahrungen im Kundenkontakt gerne noch weiter ausbauen würde. Derzeit besuche ich die zehnte Klasse des Mark-Zuckerberg-Gymnasiums in Netzstadt. Nach dem Abitur plane ich, das Studium der Betriebswirtschaft aufzunehmen.

    Ich freue mich sehr, schon bald mit Motivation und Begeisterung zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen und freue mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

    Herzliche Grüße aus Musterhausen
    Max Mustermann (Unterschrift)

    Hier einige Vorlagen für Ihre Praktikumsbewerbung zum Download:

    • Bewerbung Praktikum Social Media als WORD-Dokument
    • Bewerbung Praktikum Social Media als PDF
    • Bewerbung Praktikum Studium als WORD-Dokument
    • Bewerbung Praktikum Studium als PDF

    Bewerbung Praktikum Aufbau

    Eine Praktikumsbewerbung ist prinzipiell genauso aufgebaut wie jede andere Bewerbung. Inhaltlich gehören hinein:

    • Anschreiben
    • Tabellarischer Lebenslauf mit Unterschrift
    • Anlagen (Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate)

    Die Kirsche auf der Torte wäre ein persönliches Empfehlungsschreiben, zum Beispiel von Ihrem Lehrer, Professor oder einem ehemaligen Arbeitgeber. Wenn Sie einen glaubwürdigen Fürsprecher haben, erhöht das die Chancen Ihrer Praktikumsbewerbung.

    Und unterschätzen Sie die formellen Aspekte nicht. Einheitliche Schriftarten in der Bewerbung und ein durchgängiges Design vermitteln dem Unternehmen Genauigkeit und Sorgfalt. Achten Sie darauf!

    Lassen Sie die am Ende die Rechtschreibung und Grammatik in Ihrer Praktikumsbewerbung unbedingt noch einmal prüfen – von Eltern, Geschwistern, Freunden, Kommilitonen oder der Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms. Und versuchen Sie, das Bewerbungsanschreiben individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber anzupassen. Keine Massenware!

    Am Ende erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sehr freuen würden.

    Anschreiben Bewerbung Praktikum

    Das Anschreiben ist für jeden Praktikumsbewerber eine Herausforderung. Was Sie prinzipiell nicht tun sollten: Die wichtigsten Stationen Ihres tabellarischen Lebenslaufes im Anschreiben nacherzählen. Unnötiger Ballast! Zumal Sie als Praktikant vermutlich noch gar nicht über allzu viel Berufserfahrung verfügen dürften.

    Darum lautet die Devise: Motivation herausstellen! Warum wollen Sie gerade in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren? In dieser Branche, in diesem Fachbereich, in dieser Position? Dabei sollten Sie Ihre Neugier herausstellen, Lernwillen, Motivation und Einsatzbereitschaft.

    Machen Sie sich folgendes klar: Das Unternehmen ist kein Wohlfahrtsverein (es sei denn, Sie bewerben sich bei einem). Es würde gerne einen Vorteil davon haben, wenn es Sie als Praktikanten einstellt. Eine Arbeitserleichterung, neue Ideen, frischen Wind. Machen Sie im Praktikumsanschreiben klar, dass Sie gewillt sind, genau das beizutragen.

    Falls es eine Ausschreibung für die Praktikumsstelle gibt, dann lesen Sie sie sorgfältig durch. Gehen Sie auf die Punkte ein, die dort genannt werden und wiederholen Sie auch ruhig Schlüsselbegriffe.

    Anschreiben Bewerbung Praktikum – so ist es aufgebaut:

    • Kontaktdaten des Absenders
    • Kontaktdaten des Empfängers
    • Ort, Datum
    • Betreffzeile (z.B. Bewerbung für ein Praktikum als Altenpfleger)
    • Anrede (z.B. Sehr geehrte Frau Weber)
    • Einleitung (Warum wollen Sie die Praktikumsstelle?)
    • Hauptteil (Welche Kompetenzen bringen Sie mit?)
    • Schlussteil (z.B. Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen)
    • Grußformel (z.B. Herzliche Grüße nach Hamburg)
    • Unterschrift
    • PS (bei Bedarf)

    Bewerbungsanschreiben Praktikum Tipps

    Wichtig: In jeder Stellenausschreibung gibt es Kann-Anforderungen und Muss-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind die entscheidenden – auch in einer Praktikumsbewerbung. Hat sie der Bewerber nicht, ist er draußen.

    Bei den Kann-Anforderungen dagegen wäre es nur schön, sie zu haben – eine Voraussetzung sind sie nicht. Für Sie als Praktikumsbewerber ist es wichtig, die Kann- und Muss-Anforderungen zunächst aus der Stellenanzeige richtig herauszulesen.

    Ihr Vorteil: An Praktikanten sind die Anforderungen gewöhnlich nicht so hoch wie an Vollzeitbeschäftigte. Aber in vielen Unternehmen sind selbst Praktikumsstellen heiß begehrt – und locken unzählige Konkurrenten an. Nicht unterschätzen!

    Beispiele für Muss-Anforderungen: der Führerschein, sofern eine Mitarbeit ohne Führerschein nahezu unmöglich ist. Wenn in der Anzeige dagegen wörtlich „wünschenswert“ oder „idealerweise bringen Sie mit“ steht, dann handelt es sich um eine Kann-Anforderung. Sie können (und sollten) sich trotzdem bewerben, auch wenn Sie die genannte Anforderung nicht erfüllen.

    Bewerbung Praktikum – Pluspunkte bringen:

    • andere, idealerweise ähnliche Praktika
    • ehrenamtliches Engagement
    • besondere Fähigkeiten und EDV Kenntnisse, z.B. Programmier- oder SAP-Skills
    • Fremdsprachenkenntnisse, z.B. sehr gute Englischkenntnisse oder die Beherrschung einer außergewöhnlichen Fremdsprache

    Klar ist auch, dass nicht jede Fähigkeit in jedem Praktikum von Nutzen ist. Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die im entsprechenden Unternehmen gefragt sind.

    Und legen Sie viel Wert auf Soft Skills. Niemand will einen Praktikanten einstellen, der sich im Nachhinein als Querulant entpuppt. Stellen Sie heraus, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen darstellen würden, weil sie belastbar, kreativ, flexibel und motiviert sind.

    Speziell für Praktikumsbewerber, die aufgrund ihrer fehlenden Berufserfahrung noch über wenig Hard Skills verfügen, sind Soft Skills im Praktikumsanschreiben Gold wert.

    Bewerbung Praktikum Lebenslauf

    Das grundlegende Problem ist: Gerade junge Menschen haben meist noch nicht so viele Stationen und Kenntnisse gesammelt. Wie also den Lebenslauf füllen?

    Zunächst mal ist das kein Grund zur Beunruhigung. Von Praktikumsbewerbern wird kein üppiger Lebenslauf erwartet. Im Gegenteil, den Personalern ist sehr wohl bewusst, dass Sie noch am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Ein prall gefülltes Dokument könnte da fast schon verdächtig erscheinen.

    Ihr Lebenslauf muss also nicht lang sein – aber sauber und übersichtlich sollte er auf jeden Fall sein. Er ist optimalerweise so aufgebaut, dass Sie mit den aktuellen Stationen beginnen und sich chronologisch nach hinten arbeiten.

    Bewerbung Praktikum – diese Elemente gehören zwingend in Ihren Lebenslauf:

    • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, aktuelle Adresse
    • Kontaktinformationen: Telefonnummer, Mobilnummer, E-Mail-Adresse (evtl. sogar Skype)
    • Werdegang: Besuchte Schulen und erworbene Abschlüsse
    • Fähigkeiten: EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse, belegte Kurse oder Seminare
    • Interessen und Hobbys
    • Ort, Datum und Unterschrift

    Angaben zu Ihren Eltern oder Geschwistern sind in der Bewerbung für ein Praktikum dagegen völlig überflüssig. Ob Ihr Vater Oberstudienrat oder Sachbearbeiter ist oder war, spielt keine Rolle.

    Was dagegen relevant ist: Ihre Lieblingsfächer in der Schule. Falls Sie sich für ein Schülerpraktikum bewerben und Ihre liebsten Fächer einen Bezug zum Praktikumsplatz haben, dann geben Sie sie unbedingt an.

    Das gilt auch für Interessen, Hobbys und andere Freizeitbeschäftigungen. Je besser Sie zum Unternehmen und zur Stelle passen, desto größer Ihre Chancen auf den Praktikumsplatz.

    Bewerbung Praktikum Berufserfahrung

    Von Praktikanten erwartet man normalerweise keine umfassende Vorbildung. Das kann bei sehr begehrten Stellen bei renommierten Arbeitgebern durchaus anders sein. Aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen verlangen von Praktikanten mitunter langjährige Berufserfahrung.

    Das können Sie ignorieren und sich trotzdem bewerben. Sie können aber auch von einer Bewerbung für ein Praktikum absehen. Denn manchmal liegt der Verdacht nahe, man will sich mit dem Praktikanten lediglich eine hochqualifizierte Billigkraft ins Haus holen. Das ist im Übrigen bei Trainee-Stellen manchmal ganz ähnlich.

    Wägen Sie also gut ab. Als Faustregel gilt: Große Unternehmen erwarten mehr als kleine – auch von ihren Praktikanten. Sollte eine Drei-Mann-Agentur zu hohe Ansprüche haben, dann sagen Sie lieber ab. Als Praktikant sind Sie ein Lehrling, der zwar gerne wichtige Aufgaben und Verantwortung übernimmt, aber keine reguläre Arbeitskraft ersetzt.

    Bewerbung Praktikum Motivation

    Ein Praktikum kann man aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus absolvieren. Werden Sie sich zunächst über Ihr Motiv klar, bevor Sie Ihre Praktikumsbewerbung in Angriff nehmen. Wollen Sie…

    • in einen bestimmten Beruf hineinschnuppern?
    • wertvolle Referenzen für den Lebenslauf sammeln?
    • einen Fuß in die Tür eines bestimmten Arbeitgebers bekommen?
    • die Vorarbeit für eine spätere Übernahme leisten?

    Ansprüche und Anforderungen an ein Praktikum unterscheiden sich je nach Ausgangssituation. Auch kommt es darauf an, mit welchen Vorzügen Sie selbst als Bewerber wuchern können.

    Als Schüler, der ein Schülerpraktikum absolvieren wil, haben Sie noch kaum Berufserfahrung. Das gilt auch für Studienanfänger, die dementsprechend während des Praktikums auch noch nicht mit den verantwortungsvollsten Aufgaben betraut – und nicht so gut bezahlt werden.

    Dies ist bei Hochschulabsolventen mit Vorerfahrungen schon ganz anders. Hier dürfen Sie als Praktikant mehr verlangen – sowohl in Hinsicht auf Ihre Aufgaben als auch auf die Vergütung.

    Bewerbung Praktikum Tipps

    Grundsätzlich unterscheidet sich die Bewerbung für ein Praktikum nicht von der für eine reguläre Stelle. Anschreiben und Lebenslauf sollten Sie in beiden Fällen sehr genau und sorgfältig verfassen.

    Immerhin gilt der Mindestlohn mittlerweile auch – mit Ausnahmen – für Praktikanten. Die Unternehmen sind also auch in Hinsicht auf ihre Praktikanten anspruchsvoll, wollen die besten Bewerber für sich gewinnen – sie kosten ja jetzt mehr Geld.

    Tipp: Bewerben Sie sich bitte nicht für irgendein Praktikum im Unternehmen, sondern immer für ein spezielles. Entweder für genau das Praktikum, das ausgeschrieben wurde oder für genau DAS Praktikum in Ihrer Wunschabteilung in Ihrer Wunschposition. Das macht es auch dem Personaler leichter, Sie einzusortieren.

    Schülerpraktikum Bewerbung

    Praktikum Bewerbung SchülerpraktikumMan muss es nicht komplizierter machen, als es ist. Denn zur Wahrheit gehört auch: Viele Praktika werden ausschließlich über Vitamin B vergeben und über nichts anderes. Wenn Ihr Vater einen kennt, der in Unternehmen XY in der Personalabteilung arbeitet, könnte das schon die Eintrittskarte sein.

    Speziell Schüler, die ein Schülerpraktikum absolvieren wollen, müssen nicht gleich einen Bewerbungsmarathon hinlegen. Gehen Sie im Unternehmen vorbei, an dem Sie interessiert sind, oder rufen Sie einfach mal an – und fragen ganz unverbindlich nach, ob grundsätzlich die Möglichkeit auf ein Praktikum besteht.

    Aber nicht vergessen: Der erste Eindruck zählt! Wenn Sie eloquent auftreten und nicht gerade einen Jogginganzug überstreifen, dann werden Sie eher als Bereicherung angesehen – und in eine freie Stelle vermittelt.

    Bewerbung Praktikum Stellen

    Bevor Sie sich für eine Praktikumsstelle bewerben, sollten Sie ein wenig Recherche betreiben. In Arbeitgeberbewertungsportalen erfährt man, wie gut Unternehmen mit ihren Praktikanten umgehen und ob sich ein Praktikum wirklich lohnt, zum Beispiel auf…

    • Glassdoor
    • Kununu

    Vielleicht können Sie über Xing und Linkedin sogar Kontakt zu ehemaligen Praktikanten aufnehmen und sie nach ihren Erfahrungen fragen. Verlassen Sie sich in keinem Fall nur auf die Erfahrungsberichte von Ex-Praktikanten auf der Unternehmenshomepage. Logisch, dass dort nur gutmeinende Stimmen zu Wort kommen.

    Wenn sie einen Wunscharbeitgeber haben sollten, schauen Sie auf dessen Karriereseite nach Praktikumsstellen – oder fragen Sie ihn unverbindlich via Facebook oder Twitter danach. Signalisiert er Ihnen Möglichkeiten, können sie sich direkt dort bewerben.

    Viele Praktikumsstellen finden Sie auch hier bei Karrieresprung in unserer Jobbörse.

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    [Bildnachweis: mentatdgt by Shutterstock.com]

    Online Bewerbung: Die besten Tipps und Tricks für Online-Formulare

    Die Online Bewerbung ist aus den Personalbüros nicht mehr wegzudenken. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Personalsuchenden mühevoll durch Berge an Bewerbungspapier gekämpft haben. Doch die Art der Übermittlung kann sich auch weiterhin unterscheiden: Die einen bevorzugen eine Bewerbung via E-Mail, die anderen über das hauseigene Online-Formular. Bei beiden Varianten gibt es für Bewerber eine Menge zu beachten. Was Sie bei einer Online Bewerbung in die nächste Runde bringt – und was Ihnen das Genick bricht…

    Was ist eine Online Bewerbung?

    Wenn von einer Online Bewerbung die Rede ist, können im Wesentlichen zwei Varianten gemeint sein:

    1. E-Mail-Bewerbung

      Dabei verschicken Sie Ihre Bewerbung per Mail. Sie erstellen zunächst Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen, führen die einzelnen Dokumente in einem PDF zusammen und fügen sie Ihrer Mail als Anhang bei. Die Bewerbung an sich beinhaltet alle wesentlichen Bestandteile: Anschreiben, Lebenslauf, Anlagen. Nur auf das Papier können Sie verzichten.

    2. Online-Formular

      Diese Variante wird immer beliebter. Sie erlaubt es Unternehmen, Bewerbungen in das hauseigene IT-System zu überführen. Das ist einfacher und verursacht deutlich weniger Aufwand. Der Bewerber muss dabei seine Angaben in eine Online-Bewerbungsmaske eingeben, kann zwischen den Seiten hin- und herblättern und die Bewerbung am Ende per Absenden auf den Weg bringen. Anhänge werden im entsprechenden Feld hochgeladen.

    Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Die E-Mail-Bewerbung lässt Bewerbern mehr (kreativen) Spielraum. Sie können Schwerpunkte besser herausarbeiten, eigene Akzente setzen. Ein Online-Formular engt den Bewerber stärker ein, macht es ihm schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzusetzen.

    Hinweis: Die meisten Systeme erlauben es, zwischen den einzelnen Seiten hin- und herzublättern. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie Ihre Angaben nicht nachträglich noch bearbeiten können, wenn Sie auf „Weiter“ geklickt haben. Erst mit dem Absenden der vollständigen Bewerbung ist das nicht mehr möglich.

    Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sich zunächst anonym unter falschem Namen anmelden, Screenshots von allen Feldern machen, Antworten per Word vorbereiten und diese später unter richtigem Namen eingeben – und dann erst Ihre Online Bewerbung absenden. Das ist umständlich, aber eine Option.

    Bei Fragen zur Online-Bewerbung melden Sie sich ruhig in der Personalabteilung – aber bitte nur, wenn es keine Fragen sind, deren Antworten Sie kinderleicht selbst in Erfahrung bringen könnten. Das HR-Büro ist kein Beratungsbüro, allzu unbedarfte Fragesteller verspielen Sympathien.

    Online Bewerbung schreiben: Ja oder nein?

    Eine Grundregel bei der Bewerbung lautet: Wenn in einer Stellenanzeige die gewünschte Bewerbungsform genannt wird, dann halten Sie sich auch bitte daran! Wird also eine Online-Bewerbung eingefordert, dann sehen Sie von einer Papierbewerbung mit klassischer Bewerbungsmappe ab. Andernfalls verspielen Sie nicht nur wichtige Sympathien, sondern möglicherweise auch den Job.

    Die Online Bewerbung setzt sich dabei zunehmend gegen ihre analoge Konkurrenz durch. Immer mehr Unternehmen – und Bewerber – schätzen ihre Einfachheit und Schnelligkeit. Aber sie hat auch ihre Tücken: Das Internet verleitet so manchen zu Nachlässigkeiten und Schlampereien. Fehler, die bei einer Papierbewerbung nie passieren würden, treten bei der Online-Bewerbung mitunter häufiger auf.

    Darum sollten Sie auch bei der Online Bewerbung auf Genauigkeit achten. Formulieren Sie sorgfältig, achten Sie penibel genau auf Grammatik und Rechtschreibfehler.

    Online-Bewerbungsformular richtig ausfüllen

    Immer mehr Unternehmen nutzen Online-Formulare, die Bewerber am Bildschirm ausfüllen sollen – beziehungsweise ausfüllen müssen. Viele Felder wollen dann mit den relevanten Informationen gefüllt werden: Kontaktdaten, Ausbildung, Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen usw.

    Einzelne Bestandteile wie Anschreiben oder Lebenslauf können oft als Anhang hochgeladen werden – in der Regel klappt das problemlos. Darum sollten Sie als Erstes alle Informationen aktualisieren und sammeln – alles, was für die Bewerbung wichtig sein könnte. Ihre Unterlagen sollten aktuell sein und vollständig. Legen Sie sich vorab insbesondere diese zurecht:

    • Tabellarischer Lebenslauf (als PDF)
    • Arbeitszeugnisse (Scans)
    • Empfehlungsschreiben

    Einsteiger-Hinweis für alle Online-Bewerber: Füllen Sie im Online-Formular unbedingt alle Felder aus! Eine freies Feld kann zur Absage führen. Vielleicht sortiert Sie der Computer einfach aus – und verhindert so, dass je ein Mensch aus Fleisch und Blut Ihre Bewerbung zu Gesicht bekommt. Im Normalfall kommen Sie aber erst gar nicht weiter zum nächsten Bildschirm, wenn Sie ein Pflichtfeld freilassen.

    Darauf kommt es bei der Online Bewerbung an:

    1. Anschreiben

      Auch bei der Online-Bewerbung darf ein individuelles Anschreiben nicht fehlen. Eruieren Sie den Ansprechpartner im Unternehmen und richten das Anschreiben persönlich an ihn oder sie – auch wenn Sie das Anschreiben im Online-Formular eintragen. Auch Datum und Betreffzeile bitte noch mal kontrollieren, sollten Sie das Anschreiben im Online-Formular hochladen müssen. Der Personaler sollte nicht den Eindruck gewinnen, es hier mit einer Massenbewerbung zu tun zu haben.

    2. Unterschrift

      Die Unterschrift ist ein klassischer Bestandteil der Bewerbung. Machen Sie sich die Mühe, Ihre Unterschrift einzuscannen und Sie in Ihre Bewerbung zu transferieren. Unterschreiben Sie einfach auf einem weißen Blatt Papier, scannen Sie die Unterschrift ein und fügen Sie diese am Ende des Anschreibens ein. Dann können Sie es hochladen oder per Mail versenden. Oder Sie drucken die Bewerbung aus, unterschreiben und scannen sie wieder ein. Je nachdem, was einfacher für Sie ist und besser aussieht (könnte von Ihrem Equipment abhängen). Auch bei Online-Bewerbungen gehört eine Unterschrift dazu. Sie haben die Unterschrift vergessen? Das kann schon mal passieren und muss nicht Ihr sofortiges Aus bedeuten. Aber es zeugt dennoch von mangelnder Sorgfalt und Ungenauigkeit. Denken Sie also lieber daran!

    3. Vorschreiben

      Sie können die einzelnen Felder im Online-Formular ruhig vorschreiben. So vermeiden Sie einfache und Flüchtigkeitsfehler. Noch besser, Sie lassen die Textbausteine noch einmal von einem Freund oder Verwandten gegenlesen. Oder Sie aktivieren die Rechtschreibprüfung in Ihrem Textverarbeitungsprogramm, korrigieren mögliche Fehler und Buchstabendreher und übertragen den Text dann erst in Ihre Online-Bewerbung im Browser. Und noch ein Tipp: Verzichten Sie in der Online Bewerbung vorsichtshalber auf Sonderzeichen wie das Euro- oder Prozent-Symbol. Die könnten zu Formatierungsfehlern – und Missverständnissen – führen. Schreiben Sie also Euro und Prozent einfach in Buchstaben aus.

    4. Freitextfelder

      In der Regel müssen Sie im Online-Formular verschiedene Freitextfelder ausfüllen – eventuell auch das Anschreiben. Achten Sie vor allem auf Zeichenbegrenzungen, die verhindern könnten, dass Ihr ganzes Anschreiben hineinpasst. In dem Fall müssen Sie clever und sinnvoll kürzen. Beschränken Sie sich dann auf Ihre wesentlichen Aussagen und nutzen Sie die wichtigsten Schlüsselwörter, um die Anforderungen des Jobs sowie Ihre Kompetenzen und Erfahrungen zu beschreiben. Auch gut im Freitextfeld: Absätze, Spiegelstriche und Gliederstriche einbauen, um den Text zu strukturieren und übersichtlich zu gestalten.

    5. Anhänge

      Auf der einen Seite muss die Online Bewerbung vollständig sein. Auf der anderen Seite sollten Sie sie nicht überladen. Begrenzen Sie die Empfehlungsschreiben also auf maximal drei und nehmen Sie nur die Arbeitszeugnisse der letzten drei Stationen auf. Das Bewerbungsfoto integrieren Sie in den Lebenslauf. Alle Dokumente fassen Sie dann in einem PDF zusammen, um dem Personaler die Durchsicht zu erleichtern. Zum Zusammenfügen einzelner PDFs gibt es im Netz kostenlose Tools wie SmallPDF oder SodaPDF. Nicht vergessen, dem PDF-Dokument hinterher einen passenden Dateinamen zu geben! Mit Tools wie BeCyPDFMetaEdit können Sie sogar die Metadaten des PDFs bearbeiten, um auch ja keine verräterischen Spuren zu hinterlassen. Manchmal müssen Sie die Anhänge einzeln hochladen, zum Beispiel das Anschreiben und den Lebenslauf. Halten Sie sich einfach an die Vorgaben, die das jeweilige Unternehmen in seinem Online-Bewerbungsformular macht.

    6. Dateigröße

      Die meisten Bewerbungsformulare haben eine Begrenzung, was die Größe der Uploads betrifft. Diese kann zum Beispiel bei 1 MB pro Datei liegen oder bei 5 MB für alle Anhänge zusammen. Sie müssen also Ihre Unterlagen für die Online-Bewerbung so komprimieren, dass sie das Maximum nicht überschreiten. Das gelingt mit Tools wie SmartPDF oder PDF24. Wenn das nicht hilft, müssen Sie Ihre Dateien verringern – gerade Bilddateien, Arbeitsproben oder Zeugnisse benötigen viel Speicherplatz. Vielleicht genügt es schon, eine oder zwei Arbeitsproben komplett wegzulassen.

    7. Dateiname

      Eine vermeintliche Kleinigkeit, die Ihnen aber auf die Füße fallen könnte. Geben Sie den Dateien, die Sie im Rahmen Ihrer Online-Bewerbung hochladen wollen, vernünftige Namen. Noch besser als anschreiben.pdf wäre zum Beispiel der Dateiname anschreiben.eva.mustermann.pdf. So kann der Empfänger Ihre Bewerbung leichter erfassen und im System einsortieren. Am besten bringen Sie sogar den Namen des potenziellen Arbeitgebers und die ausgeschriebene Stelle im Dateinamen unter. Das zeigt dem Personaler, dass die Datei speziell für ihn angefertigt wurde.

    8. Spamfilter

      Sobald Sie die Bewerbung abgeschickt haben, läuft die Zeit. Als Nächstes sollte eine Empfangsbestätigung in Ihrem Posteingang landen. Für Sie ist das ein gar nicht so unwichtiger Hinweis, das Ihre Bewerbung eingegangen ist. Jetzt können Sie abwarten, bis sich das Unternehmen wieder bei Ihnen meldet – mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einer Absage. Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Spam-Ordner, damit Ihnen die Nachricht nicht durch die Lappen geht.

    9. Social Media

      Ihre Social-Media-Profile sind zwar kein direkter Bestandteil Ihrer Online-Bewerbung. Aber Sie können davon ausgehen, dass der Personalverantwortliche sich auch im Netz ein Bild von Ihnen machen will, sobald er Ihre Unterlagen auf dem Tisch bzw. Bildschirm hat. Und da kommen Facebook, Twitter, Xing und Linkedin ins Spiel – sie sind für Personalmanager einfach unwiderstehlich. Bringen Sie Ihre Profile auf den neuesten Stand – zum Beispiel durch ein aktuelles und professionelles Foto oder durch eigene Beiträge zu Fachthemen. Ganz wichtig: Ihre Angaben in den sozialen Netzwerken dürfen denen in Ihrer Bewerbung – zum Beispiel im Lebenslauf – nicht widersprechen.

    Top 10: Diese Unternehmen machen es Bewerbern leicht!

    Online Bewerbung ArbeitgeberWelche Arbeitgeber in Deutschland haben den besten Online-Bewerbungsprozess? Forschungsunternehmen Potentialpark hat es untersucht. Bei diesen Unternehmen sollten sich Jobsucher vorstellen, wenn sie sich eine transparente, einfache und praktische Online-Bewerbung wünschen:

    Online Bewerbung – das Ranking der besten 10 Arbeitgeber in Deutschland 2019:

    • Fresenius
    • ThyssenKrupp
    • Deutsche Telekom
    • TÜV Nord
    • Allianz
    • Ernst and Young
    • ProSiebenSat1.Media
    • Otto
    • Nestlé
    • BASF

    Online Bewerbung Muster

    Die Online-Bewerbung ist keine Bewerbung zweiter Wahl. Sie sollte genauso sorgfältig erstellt werden wie eine Bewerbung auf Papier – und alle erforderlichen Unterlagen enthalten.

    Überprüfen Sie also unbedingt, ob sie auch wirklich komplett ist. Eine nachträgliche Korrektur ist nach dem Absenden nicht mehr möglich.

    Die Anordnung der Dokumente sollte in der Online-Bewerbung per E-Mail so sein:

    Hier finden Sie zwei Muster-Lebensläufe für Ihre Online-Bewerbung – als WORD-Datei und PDF zum Downloaden:

    Online Bewerbung: 3 Tipps

    Wenn Ihre Online Bewerbung restlos überzeugen soll, müssen Sie auf verschiedenste Dinge achten. Karrieresprung zeigt Ihnen die wichtigsten:

    • E-Mail-Adresse

      Richten Sie sich eine seriöse E-Mail-Adresse ein, sofern Sie noch keine haben. Absender wie MisterBoombastic@gmail.de oder HeißeBiene123@gmx.de kommen bei Personalentscheidern nur bedingt gut an. In Wahrheit vermitteln sie mangelnde Professionalität.

      Nichts falsch machen können Sie mit vorname.Nachname@Provider.de. Wenn Sie einen Allerweltsnamen wie Meier, Müller, Schmitz oder Öztürk haben, müssen Sie wahrscheinlich improvisieren, da viele Adressen schon vergeben sind. Eine Zahlenkombination hinter dem Namen könnte die Lösung sein. Beispiel: ronald.meyer1976@provider.de.

      Eine seriöse E-Mail-Adresse brauchen Sie in jedem Fall. Bei der E-Mail-Bewerbung verschicken Sie von dieser Adresse Ihre Bewerbung, im Online-Formular müssen Sie ebenfalls eine Adresse angeben, über die Sie erreichbar sind. Auf diesem Wege erreicht Sie auch die Nachricht, ob Sie eine Runde weiter gekommen oder aus dem Rennen geflogen sind.

      Und achten Sie außerdem darauf, dass Sie überall im Bewerbungsprozess die gleiche E-Mail-Adresse angeben.

    • Dokumente

      Wichtig: Loggen Sie sich erst ins Online-Formular ein, wenn Sie alle wichtigen Dokumente überarbeitet und aktualisiert haben. Dazu zählen insbesondere das Anschreiben und der Lebenslauf. Denken Sie auch an die Zeugnisse und mögliche Empfehlungsschreiben.

      Im Optimalfall halten Sie alle Dokumente einzeln vor und führen Sie außerdem einmal zu vollständigen Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

    • Online-Profil

      Achtung, Stalker im Anmarsch! Ernsthaft: Wenn Sie eine Bewerbung abschicken, lenken Sie die Aufmerksamkeit des Personalbüros auf sich. Das bedeutet konkret, dass der Personaler mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit im Internet nach Ihnen suchen wird. Schließlich kann er alle verfügbaren Informationen gut gebrauchen, um sie zu einem möglichst vollständigen Bild über Ihre Person zusammenzufügen.

      Googeln Sie sich also ruhig mal selbst und schauen sie, was die Suchmaschine auf Seite eins über Sie ausspuckt. Bei allen Treffern, die Sie aktiv verändern können, sollten Sie das auch tun. Das werden hauptsächlich Ihre sozialen Profile sein: Xing, Linkedin, Facebook, Twitter oder auch Ihre private Homepage.

      Legen Sie vor allem Wert auf die Business-Profile Xing und Linkedin und aktualisieren Sie diese. Sie können neue Stationen hinzufügen, Referenzen oder Arbeitsproben. Tipp: Wenn Ihr Xing-Profil gut gepflegt und vorzeigbar ist, sollten Sie es ruhig für alle User im Netz öffentlich sichtbar machen. Dies können Sie in den Xing-Einstellungen festlegen.

    Online-Bewerbung Vorteile

    Die Online Bewerbung ist auf dem Vormarsch. Die Unternehmen, die noch ausschließlich auf Papier setzen, kann man bald vermutlich an einer Hand abzählen. Immerhin bietet eine Online Bewerbung unbestrittene Vorzüge, sowohl für das Unternehmen als auch für die Bewerber:

    • Zeit

      Eine Online-Bewerbung können Sie immer und überall abschicken: frühmorgens, nachts, am Wochenende. Sie müssen nicht darauf warten, bis die Postfiliale wieder öffnet, um die Unterlagen an den Arbeitgeber zu versenden. Auch der Arbeitgeber kann seine Antwortmails ganz unkompliziert durchs Internet schicken.

    • Kosten

      Für Sie als Bewerber fallen keine Kosten für Porto, Briefumschlag und Bewerbungsmappe an. Auch der Arbeitgeber kann sich das Porto sparen, wenn er auf Online-Bewerbungen setzt. Die zusätzlichen Kosten für Strom und WLAN sind dagegen zu vernachlässigen.

    • Empfänger

      Die Unterlagen, die Sie über ein Online-Formular verschicken, können im Prinzip nicht verloren gehen (es sei denn, Sie landen im Spam-Ordner). Und sie erreichen automatisch die richtige Stellen. Eine große Hilfe! Das ist auch für den Arbeitgeber eine Erleichterung.

    • Update

      Viele Unternehmen machen es möglich, dass sich der Bewerber über den Bewerbungsstatus informiert. Er kann sich einloggen und sieht, wie weit fortgeschritten er ist. Das ist zwar noch nicht überall möglich. Und es macht auch den Prozess zwar nicht schneller, aber transparenter.

    Checkliste: Das sind die größten Fehler!

    Online Bewerbung groesste FehlerBitte vermeiden – das sind die größten Fehler bei einer Online Bewerbung:

    • Unvollständige Angaben und fehlende Anlagen
    • Tippfehler und Rechtschreibfehler
    • Zu große Dateianhänge
    • Unseriöse oder infantile E-Mail-Adresse
    • Häufige Benutzung von Abkürzungen
    • Unprofessionelles Bewerbungsfoto
    • Eingebaute Emojis und Emoticons
    • Durchgehende Kleinschreibung
    • Umgangssprache
    • Keine Anrede, Grußformel und Unterschrift

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    [Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

    Initiativbewerbung: Vorteile, Muster und die besten Tipps

    Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung ohne konkretes Stellenangebot – eine Bewerbung auf gut Glück sozusagen. Sie bewerben sich damit für den sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Und Ihre Chancen sind gar nicht mal schlecht. Im Gegenteil, rund 70 Prozent aller offenen Stellen werden vergeben, noch bevor sie offiziell ausgeschrieben wurden – oftmals sehr attraktive Positionen. Um an die Stellen zu kommen, müssen sie entweder über das berühmte Vitamin B verfügen – oder eine Initiativbewerbung schreiben. Übrigens ist eine Initiativbewerbung nicht gleichbedeutend mit der Blindbewerbung. So führt sie zum Erfolg…

    Was ist eine Initiativbewerbung?

    Initiativbewerbung DefinitionWas genau ist eine Initiativbewerbung? Die Antwort ist einfach: Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die ohne konkretes Stellenangebot oder Stellenausschreibung erfolgt. Sie wissen also nicht, ob im Unternehmen überhaupt eine Stelle frei ist – aber Sie bewerben Sich dennoch.

    Kleiner Unterschied zur sogenannten Blindbewerbung: Bei der Initiativbewerbung kennen Sie zumindest einen Ansprechpartner des entsprechenden Unternehmens. Ihre Initiativbewerbung sollte daher auf jeden Fall eine persönliche Anrede enthalten.

    Ein Vorteil der Initiativbewerbung: Selbst wenn Ihre Wunschstelle gar nicht vakant sein sollte, können Sie sich in eine gute Position bringen – und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden.

    Oder das Unternehmen lädt Sie für eine ganz andere Stelle zum Vorstellungsgespräch ein. Das allerdings nur, wenn Sie durch eine überzeugende Initiativbewerbung zuvor gepunktet haben. Ziel der Initiativbewerbung ist es also, die Aufmerksamkeit des Unternehmens zu gewinnen und sich ins Gespräch zu bringen.

    Und noch ein Vorteil: Die Konkurrenz für Sie ist natürlich deutlich geringer, als wenn Sie gegen Hunderte Mitbewerber antreten, die sich allesamt auf eine öffentliche Stellenanzeige beworben haben.

    Immerhin flattern Arbeitgebern heute im Schnitt 48 Bewerbungen für ein einziges Stellenangebot auf den Tisch. Intensiv beschäftigen sich die Unternehmen laut Studie Recruiting-Trends aber nur mit 42,2 Prozent der Bewerbungen. Mehr als die Hälfte fällt unbeachtet einfach hinten herüber.

    Im Optimalfall gelingt Ihnen mit der Initiativbewerbung ein Überraschungseffekt, der Aufmerksamkeit erzeugt – egal, ob mit einer Papierbewerbung oder online.

    Initiativbewerbung Muster

    Max Mustermann
    Beispielstr. 99
    12345 Musterhausen
    Telefon: 01234 / 56 78 90
    E-Mail: m.mustermann@blog.de

    Redaktion ABC
    Weg 555
    98765 Stadt

    XX.XX.XXXX (Datum)

    Initiativbewerbung

    Sehr geehrte Frau Weber,

    als Autor eines renommierten Blogs über Influencer Marketing setze ich mich seit vier Jahren intensiv mit den Entwicklungen im Netz auseinander – und mit der Frage, wie Unternehmen davon profitieren können. Dabei baue ich auf langjährige Erfahrungen, die ich als Mitarbeiter der Marketingagentur bei der Betreuung namhafter internationaler Unternehmen sammeln konnte.

    Heute erreicht mein Blog bereits mehr als 20.000 interessierte Leser im Monat, darunter viele Entscheider und Fachleute, mit denen ich mich regelmäßig in den Kommentaren oder auf Konferenzen austausche.

    Wie ich bei meinen Recherchen feststellen konnte, setzen auch Sie seit Kurzem verstärkt auf den Einsatz von Influencer Marketing. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Ihr Personalbedarf in diesem Bereich stark wächst. Umso mehr würde es mich freuen, wenn wir hierbei zusammenfinden und ich Sie künftig beim Auf- und Ausbau sowie beim Optimieren Ihrer diversen Strategie unterstützen kann. Dafür möchte ich mich heute bei Ihnen bewerben.

    Ich verfolge Ihre Aktivitäten im Social Web schon seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse und habe dazu auch schon einige Ideen, wie Sie beispielsweise Ihre Reichweite steigern und attraktive Testimonials gewinnen könnten. Gerne führe ich dies in einem persönlichen Gespräch weiter aus. Über eine Einladung würde ich mich freuen.

    Herzliche Grüße
    Max Mustermann (Unterschrift)

    Initiativbewerbung Vorlagen kostenlos

    Um Ihnen das Formulieren eines Initiativschreibens zu erleichtern haben wir vier Gratis-Muster für Sie erstellt. Die Initiativbewerbung-Vorlagen können Sie sich kostenlos als PDF herunterladen, indem Sie einfach auf die Bilder klicken.

    Wir empfehlen, die Musterschreiben aber bitte nur zur Anregung und Inspiration zu verwenden. Bitte nie wörtlich abschreiben. Das könnte auffallen – und katapultiert Ihre Bewerbung sofort ins Aus.

    Initiativbewerbung Muster kostenlosInitiativbewerbung Vorlage kostenlos

    Initiativbewerbung Vorteile

    Das sind die Vorteile der Initiativbewerbung auf einen Blick:

    • Die Konkurrenz ist für Bewerber kleiner als bei einer ausgeschriebenen Stellenanzeige.
    • Sie demonstriert Eigeninitiative, Engagement und Ehrgeiz – Charaktereigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.
    • Eine Initiativbewerbung gibt Ihnen größeren Freiraum. Sie können eigene Schwerpunkte setzen und müssen nicht die Anforderungen in der Stellenannonce spiegeln.
    • Sie können sich einfach bei Ihrem Traumarbeitgeber bewerben – ohne ewig darauf zu warten, bis dieser eine Stelle ausschreibt, die zu Ihnen passt.
    • Bewerber erhalten Tipps aus erster Hand oder werden weiterempfohlen – wenn es im Unternehmen gerade keine passende Stelle geben sollte. Die Initiativbewerbung kann also auch indirekt zum Erfolg führen.
    • Sie machen das Unternehmen auf sich aufmerksam – und sammeln Pluspunkte für eine mögliche spätere Einstellung.

    Initiativbewerbung Nachteile

    Hat eine Initiativbewerbung nur Vorteile? Nein, keineswegs. Sie müssen schließlich auch bei einer Initiativbewerbung wichtige Informationen über das Unternehmen einholen. Die Recherche kostet Sie wertvolle Zeit – und das mit dem Wissen, dass die Wunschfirma eigentlich gar keine Mitarbeiter sucht. Das kann demotivieren.

    Eine Initiativbewerbung bindet Kapazitäten – vermutlich noch mehr als bei einer konventionellen Bewerbung. Dabei sind Zeit und Geld oft knapp, wenn man gerade dringend einen neuen Job benötigt. Ergo: Eine Initiativbewerbung ist ein wunderbares Mittel, wenn man sich aus einer festen Anstellung heraus bewirbt.

    Für arbeitsuchende Bewerber kann sie zu Frustration führen. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Absage ist größer als die einer Zusage. Und mit jedem neuen Korb sinkt das Selbstbewusstsein. Gerade deshalb ist so wichtig, professionell vorzugehen.

    Die Bewerbung muss rund, durchdacht und professionell sein. Sie können insgesamt nicht weniger Arbeit investieren, nur weil es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Andernfalls könnte sie sogar imageschädigend für Sie sein – insbesondere dann, wenn Sie sich für eine Führungsposition bewerben.

    Initiativbewerbung Vorbereitung

    Diese Fragen sollten Sie sich bei der Vorbereitung Ihrer Initiativbewerbung stellen. Wenn Sie danach zu dem Schluss kommen, dass Sie mit Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten den aktuellen Bedarf des Unternehmens adressieren, dann könnte eine Initiativbewerbung erfolgversprechend sein:

    • Gibt es im Unternehmen momentan einen Einstellungsstopp oder Stellenabbau?
    • Welche Märkte sind heute und in Zukunft wichtig für das Unternehmen?
    • Sind neue Produkte oder Dienstleistungen in Arbeit, die das Unternehmen vermehrt anbieten möchte?
    • Welche Qualifikationen sind wichtig – und werden immer relevanter?
    • Wie hoch ist die Zahl vakanter Stellen auf den Karriereseiten des Unternehmen und in Jobbörsen?
    • Welche Berufe bzw. Fachkräfte werden dort vornehmlich gesucht?
    • Wie leicht oder schwierig dürfte es dem Unternehmen fallen, seine Vakanzen zu füllen?

    Das Schöne am Internet ist, dass Sie heute über nahezu jedes Unternehmen viele relevante Informationen recherchieren können. Über große Konzerne oder kleinere Betriebe. Natürlich wird es mit abnehmender Größe schwieriger, an brauchbare Infos zu gelangen.

    Aber auch das muss keine Sackgasse sein: Sie könnten ja mal über Xing, Linkedin oder Twitter Kontakt zu Mitarbeitern oder ehemaligen Mitarbeitern aufnehmen – oder eine der zahlreichen Fach- und Jobmessen besuchen. Das ähnelt zwar mitunter der Suche im Heuhaufen und kostet Sie Zeit. Aber viel zu verlieren haben Sie dabei nicht.

    Ein weiterer Tipp diesbezüglich: Bringen Sie Ihre Online-Profile auf Vordermann, bevor Sie eine Initiativbewerbung verschicken. Dabei sollten Sie darauf achten, Widersprüche und Ungereimtheiten zu Ihrer Bewerbung auszubügeln. Das Gesamtbild sollte rund und stimmig sein.

    Viele Personaler werden es sich nicht entgehen lassen, Sie im Netz ausfindig zu machen, zum Beispiel eben bei Xing oder Linkedin. Sollten Ihnen dabei Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit kommen, sind nahezu all Ihre Chancen verspielt. Aktualisieren Sie also erst Ihre Profile und verschicken dann die Bewerbung.

    Außerdem gibt es etliche Unternehmen, die Bewerber aktiv dazu auffordern, eine Initiativbewerbung zu verschicken. Geben Sie doch einfach mal die Keyword-Kombination „Initiativbewerbung + Firmenname“ in die Suchmaschine ein. Nicht selten stoßen Sie auf die Karriereseite des gesuchten Unternehmens – und wertvolle Hinweise zu Initiativbewerbungen.

    Initiativbewerbung Umfang

    Ihr Handlungsspielraum ist deutlich größer als normalerweise, denn Ihre Initiativbewerbung bezieht sich ja auf keine konkrete Stellenanzeige. Das heißt: Sie können Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen schicken. Oder Sie schicken nur eine Kurzbewerbung.

    Tipp: Schicken Sie eine vollständige Bewerbung. So erhöhen Sie Ihre Chancen und signalisieren zugleich, dass Sie nicht mit halber Kraft eine volle Stelle ergattern wollen.

    Das gilt auch für die Arbeitszeugnisse. Rat: Schicken Sie Ihre Zeugnisse mit. Personaler lieben Zeugnisse und lesen sie fast immer. Außerdem erwarten laut Umfragen 87 Prozent der Personalverantwortlichen, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig beifügen. Aber nicht vergessen: Nur die Kopien und nie das Original mitschicken!

    Eine Alternative wäre es, die Zeugnisse wegzulassen, aber am Ende des Anschreibens das Angebot zu machen, diese auf Wunsch nachzureichen.

    Initiativbewerbung Aufbau

    Eine gute Initiativbewerbung zu verfassen ist schwieriger als eine konventionelle, weil sie schlicht weniger Anhalts- und Bezugspunkte haben. Sie müssen gewissermaßen mehr konstruieren. Aber keine Angst, das kriegen Sie hin.

    Der wichtigste Tipp vorweg: Schreiben Sie im Aktivstil. Vermeiden Sie Substantivierungen, nutzen sie Verben, kreieren Sie auch gerne mal einen ungewöhnlichen Satz. Sie wollen schließlich auf sich aufmerksam machen.

    Dem Bewerbungsschreiben kommt bei einer Initiativbewerbung eine besonders wichtige Rolle zu. Es muss begeistern und überzeugen. Die nüchternen Fakten, nach denen im Übrigen niemand gefragt hat, kann man im Lebenslauf nachlesen.

    So geht’s am schnellsten!

    Initiativbewerbung AnschreibenInitiativbewerbungen sind heute simpler denn je. Bewerber müssen keine dicken Ordner mehr zum Postamt schleppen. Sie können sich mit zwei, drei Klicks im Netz bewerben.

    Viele Unternehmen akzeptieren schon Bewerbungen per Xing oder Linkedin. Und es geht sogar noch einfacher. Sie können den Personalmanager oder einen HR-Mitarbeiter ausfindig machen, eine Kontaktanfrage senden und daraufhin Ihr Interesse ausdrücken. Das funktioniert nicht immer, kann es aber. Firmen mit Nachwuchsmangel dürften für diese Art der Kontaktaufnahme dankbar sein – speziell kleinere Unternehmen abseits der Metropolen.

    Was Sie parallel aber unbedingt tun sollten: Bringen Sie Ihre Online-Profile auf den neuesten Stand. Laden Sie ein aktuelles Foto hoch, updaten Sie Ihre Kompetenzen, Interessen und Stationen. Veröffentlichen Sie Beiträge oder schalten Sie sich in laufende Diskussionen ein. Denn: Wenn Sie die Aufmerksamkeit mit einer initiativen Anfrage auf sich ziehen, werden ein paar Leute Sie googeln und im Netz stalken. Besser, Sie geben dann ein gutes Bild ab.

    Vor allem sollten sich die Angaben in Ihrer Initiativbewerbung mit jenen in Ihren sozialen Profilen decken. Alles andere macht Sie unglaubwürdig – und lässt die Erfolgschancen einkrachen.

    Initiativbewerbung Betreff

    Zunächst mal: Auch eine Initiativbewerbung sollte eine Betreffzeile enthalten. Die Formulierung fällt Kandidaten mitunter schwer, weil sie sich auf keine konkrete Stellenanzeige bewerben.

    Aber oft gibt es eine angestrebte Position sehr wohl. Die Wunsch-Position kann bzw. sollte dann im Betreff auftauchen. Wenn die angestrebte Tätigkeit eher vager Natur ist (z.B. irgendwas im Marketing oder eine Aushilfstätigkeit), dann formulieren Sie den Betreff dementsprechend um.

    Alternativ schreiben Sie in die Betreffzeile einfach Initiativbewerbung. Ob Sie Initiativbewerbung oder nur Bewerbung schreiben, ist letztlich nicht entscheidend.

    Wie könnte die Betreffzeile konkret formuliert sein? Hier einige Beispiele:

    • Initiativbewerbung als Senior Controller
    • Bewerbung als Bauingenieur
    • Initiativbewerbung als Marketing Manager
    • Bewerbung um eine Tätigkeit in der Marketingabteilung
    • Bewerbung um eine Tätigkeit mit dem Schwerpunkt Social Media
    • Ich bewerbe mich als Feelgood Manager

    Die besten Tipps

    Ihre Initiativbewerbung sollte sich vom Einheitsbrei abheben, das schon. Völlig draufgängerisch sollten Sie indes nicht an die Sache herangehen. Diese Grundregeln sind zu beachten:

    • Kontakt

      Eine persönliche Ansprache ist nicht nur höflich, sondern zeigt, dass Sie gut recherchiert haben. Richten sie das Anschreiben also konkret an Frau oder Herrn Mustermann und nicht an die sehr geehrten Damen und Herren. Tipp: Sie können bei Gelegenheit auch einen Mitarbeiter erwähnen, mit dem Sie bereits Kontakt hatten. Zum Beispiel: „Wie bereits mit Frau Huber besprochen…“. Den Namen bringen Sie am besten so weit vorne wie möglich im Anschreiben unter.

    • Name

      Auch der direkte Bezug zum Unternehmen ist ein Muss. So machen Sie klar, dass es sich um eine individuelle Bewerbung – und keine Massenware – handelt. Streuen Sie im Anschreiben mindestens einmal den Firmennamen ein (allerdings auch nicht zu oft). Auch Produktnamen oder Kennziffern können Mosaiksteine sein. Aussage: Sie wollen in exakt DIESEM Unternehmen arbeiten und nirgendwo anders.

    • Phrasen

      Auf eine förmliche Initiativbewerbung wartet in der HR-Abteilung niemand. Dort müssen Sie ja erst noch Überzeugungsarbeit für sich leisten. Und das gelingt nicht mit einer sterbenslangweiligen 08/15-Bewerbung. Also nur Mut zu außergewöhnlichen, originellen, spektakulären Formulierungen. Sie sollen zwar keineswegs clownesk auftreten, aber abgedroschene Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ meiden. Sie müssen es irgendwie hinkriegen, dass man neugierig auf Sie wird.

    • Soft Skills

      Kommen Sie ruhig über die emotionale Schiene. Menschenfänger sprechen die Emotionen ihrer Mitmenschen an – und als Bewerber müssen Sie ja gewissermaßen ein Menschenfänger sein. Beschreiben Sie Ihre besten Soft Skills. Inwiefern sind Sie kommunikativ und teamfähig? Wie arbeiten Sie, wie lösen Sie Probleme? Und das möglichst konkret, am besten anhand von Beispielen.

    • Stärken

      Sie haben ja bereits anrecherchiert, welchen Bedarf das Unternehmen hat. Die erforderlichen Skills stellen Sie nun in den Vordergrund. Dabei kann es um ganz konkrete Dinge gehen wie die Beherrschung einer Programmiersprache oder den professionellen Umgang mit Excel. Nennen Sie Erfolge und Projekte, die Ihre Fähigkeiten belegen.

    Wichtig: Sie sollen zwar kreativ sein, aber die HR-Menschen auch nicht überfordern. Kommen Sie in Ihrer Initiativbewerbung schnell zum Punkt. Schreiben Sie zielgerichtet. Bauen Sie die Bewerbung klar und übersichtlich auf. Bringen Sie schlüssige Argumente. Nennen Sie konkrete Beispiele.

    Der Empfänger muss sofort erkennen, dass Sie die Motivation und Fähigkeiten für den angestrebten Job mitbringen – egal um welchen Beruf es sich handelt.

    Und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Argumente. Nicht jede Ihrer Fähigkeiten ist wichtig.

    Das ist umso schwieriger, weil Sie den Eindruck von Spam vermeiden wollen. Klingt das Anschreiben so, als hätten Sie es genauso schon dutzendfach verschickt, sinken Ihre Aussichten auf ein Minimum.

    Darum: Verfassen Sie wirklich jedes Anschreiben individuell. Zugegeben, die Mühe lohnt sich nicht immer. Aber manchmal schon. Ohne individuellen Zuschnitt können Sie sich eine Initiativbewerbung jedenfalls von vornherein sparen.

    Checkliste

    Initiativbewerbung ChecklisteHier eine Übersicht aller Inhalte, die Sie in Ihre Initiativbewerbung aufnehmen sollten – von oben nach unten:

    • Absender inklusive Name, Adresse, Festnetznummer, Handynummer, E-Mail-Adresse
    • Datum (rechts)
    • Empfänger inklusive Firma, Vor- und Nachname des Adressaten und Adresse
    • KEIN Bewerbungsfoto
    • Betreff „Initiativbewerbung“ (oder einen noch konkreteren Betreff)
    • Persönliche Anrede
    • Einstieg
    • Bezug zum Unternehmen
    • Kurze Darstellung des eigenen Profils, der Stärken und Soft Skills auch anhand von Beispielen
    • Hinweis auf sonstige Kenntnisse wie etwa Fremdsprachenkenntnisse
    • Hinweis auf Referenzen, zum Beispiel ehemalige Arbeitgeber
    • Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
    • Abschlussformulierung
    • Unterschrift
    • Anlagen wie tabellarischer Lebenslauf und Arbeitszeugnis(se)

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    [Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

    Lebenslauf: 10 Vorlagen, Lebenslauf-Editor und die besten Tipps

    Lebenslauf Muster Vorlage Tipps

    Der Lebenslauf ist das Herzstück Ihrer Bewerbung. Für Personalentscheider ist der Lebenslauf Gold wert, denn er bündelt alle notwendigen Informationen eines Kandidaten. Wichtig ist, dass Sie den tabellarischen Lebenslauf strukturiert aufbauen und Übersichtlichkeit herstellen. Passen dann auch noch die Inhalte, sind Sie Ihrem Traumjob ein großes Stück näher gekommen. Wie gut, dass es unsere Muster, Vorlagen und den kostenlosen Lebenslauf-Editor gibt. Damit kann praktisch nichts mehr schiefgehen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie den perfekten (tabellarischen) Lebenslauf aufbauen und strukturieren, wie Sie die einzelnen Punkte benennen und formulieren. Dazu gibt viele weitere Tipps, Tabus und Beispiele: Welche Sprachkenntnisse und Hobbys müssen unbedingt enthalten sein (und welche nicht), damit Ihr Lebenslauf überzeugt?

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    Lebenslauf Vorlage Nr.5: PDF Vorschau Lebenslauf Vorlage Nr. 6: PDF Vorschau
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    lebenslauf vorlage# lebenslauf vorlagen
    Lebenslauf Vorlage Nr. 9: PDF Vorschau Lebenslauf Vorlage Nr. 10: PDF Vorschau

    Lebenslauf erstellen mit dem Lebenslauf-Editor – gratis und direkt im Browser

    Einen Lebenslauf schreiben – mit unserem Lebenslauf-Editor ist das ganz einfach. HTML5 (unterstützt allerdings nicht jeder Browser) macht es möglich. So können Sie direkt im Browser die Vorlage unseres Musterlebenslaufs editieren und den Lebenslauf Ihren persönlichen Daten anpassen und umschreiben (gespeichert wird davon natürlich nichts). Dazu einfach auf den folgenden Kasten klicken.

    Sobald Sie fertig sind, können Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf (den wir in amerikanischer Form angelegt haben) einmal komplett markieren, kopieren und in ein Textverarbeitungsprogramm (zum Beispiel Microsoft Word oder Google Docs) einfügen. Sobald Sie diese Seite neu aufrufen, ist alles wieder beim Alten. Probieren Sie es aus – es ist 100 Prozent kostenlos und funktioniert kinderleicht.

    Natürlich müssen Sie den Lebenslauf aus dem Editor nachher noch handschriftlich unterschreiben und – wenn Sie mögen – ein Bewerbungsfoto einfügen. Sollten Sie sich mit Verfassen, Formulieren sowie dem Aufbau und der Struktur des tabellarischen Lebenslaufs immer noch schwer tun, lesen Sie einfach weiter und kehren dann an diese Stelle und dem Lebenslauf-Editor zurück. Im Folgenden finden Sie noch zahlreiche Ratschläge, Tipps, FAQs für den perfekten Lebenslauf

    Lebenslauf Max Mustermann

    Persönliche Daten

    Name: Vorname, Nachname
    Kontakt: Fantasiestr.1
    12345 Beispielstadt
    Telefon: 0123 / 4 56 78 90
    Mail: m.mustermann@mail.de
    Web: http://www.maxblog.de
    Geburtsort/-tag: Köln, 29. Februar 2018
    Familienstand: ledig


    Angestrebte Position: ______________________

    BERUFLICHER WERDEGANG

    MM/JJJJ – MM/JJJJ AKTUELLE POSITION
    Tätigkeiten + Erfolge
    Tätigkeiten + Erfolge
    MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
    Tätigkeiten + Erfolge
    Tätigkeiten + Erfolge
    MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
    Tätigkeiten + Erfolge
    Tätigkeiten + Erfolge

    AUSBILDUNG

    MM/JJJJ – MM/JJJJ WEITERBILDUNG
    Institut
    Inhaltliche Schwerpunkte
    MM/JJJJ – MM/JJJJ PROMOTION
    Hochschule, Doktorvater
    Inhaltliche Schwerpunkte
    MM/JJJJ – MM/JJJJ ABSCHLUSS STUDIUM
    Hochschule
    Studiengang
    MM/JJJJ – MM/JJJJ AUSBILDUNG
    Ausbildungsbetrieb
    Abschluss

    PRAKTIKA

    MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
    Inhalte
    Projekte, Leistungen, Erfolge
    MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
    Inhalte
    Projekte, Leistungen, Erfolge

    BESONDERE KENNTNISSE

    • ZERTIFIKAT: Inhalte
    • EDV KENNTNISSE: Inhalte
    • FREMDSPRACHEN: Niveau der Sprachkenntnisse
    • FÜHRERSCHEIN: Klasse

    INTERESSEN & HOBBYS

    • SOZIALES ENGAGEMENT: Was / Wo
    • EHRENAMT: Was / Wo
    • HOBBYS: Was genau
    ORT, DATUM Unterschrift

    Lebenslauf erstellen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Lebenslauf-Editor

    • Warum sollte ich den Lebenslauf-Editor nutzen?

      Der Lebenslauf-Editor soll Ihnen die Arbeit erleichtern. Er ermöglicht Ihnen, online und absolut kostenlos Bewerbungsunterlagen beziehungsweise einen tabellarischen Lebenslauf direkt im Browser zu erstellen.

      Wenn Sie den fertigen Text später in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren, haben Sie überdies die Möglichkeit, verschiedene Farben und Designs auszuwählen beziehungsweise das Dokument noch weiter zu gestalten. Wir entwickeln unser Angebot zudem ständig weiter, sodass mit der Zeit auch neue Lebenslaufvorlagen und Lebenslaufdesigns hinzu kommen.

      Der Vorteil eines Lebenslauf-Editors besteht vor allem darin, dass Sie hier erst einmal nicht auf spezielle Software, wie zum Beispiel Microsoft Word, Pages oder Open Office angewiesen sind. Sie können Ihren Lebenslauf damit erst einmal von jedem Endgerät aus – PC, Laptop, Tablet, Smartphone – erstellen, gestalten und durch Markieren und Kopieren in Ihrer Zwischenablage speichern.

    • Ist des möglich, Design und Layout des Lebenslauf-Editors zu ändern?

      Im Editor selbst leider nicht. Aber sobald Sie Ihren Lebenslauf vollständig erstellt und alle Daten im Lebenslauf-Editor individuell umformuliert haben haben, können Sie den gesamten Text per Copy and Paste in ein Textverarbeitungsprogramm wie Word auf Ihrem Rechner einfügen und dort jederzeit die Farben oder Designs wechseln – solange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und den perfekten Lebenslauf für Ihre Bewerbungsunterlagen gefunden haben.

    • Kann ich den Abstand zwischen den Kategorien vergrößern?

      Um größere Abstände zwischen einzelnen Abschnitten zu erzeugen, geben Sie einfach mehr Leerzeilen ein (Return bzw. Enter-Taste drücken). Der Zwischenraum zwischen den Zeilen erhöht sich dadurch und Sie können den Platz der DIN A4 Seite optimal ausnutzen und mit sogenanntem Weißraum etwas gestalten.

    • Wer haftet für den Lebenslauf-Editor?

      Sie selbst. Unser Lebenslauf-Editor ist ein kostenloses und unverbindliches Angebot. Die Nutzung des Lebenslauf-Editors erfolgt damit auf eigene Gewähr. Wir übernehmen daher keinerlei Haftung für die korrekte Nutzung des Editors, für korrekte Bewerbungsunterlagen oder den Erfolg Ihrer Bewerbung.

    • Wird der Lebenslauf automatisch dauerhaft gespeichert?

      Nein. Ihre Eingaben werden nur lokal auf Ihrem Browser und nur während der aktuellen Sitzung vorgehalten. Sobald Sie unsere Seite verlassen oder aktualisieren bzw. neu laden, werden alle Eingaben zurückgesetzt. Sie können also ganz anonym und immer wieder gratis den Lebenslauf-Editor nutzen. Allerdings werden die Daten dann eben auch jedes Mal gelöscht, sobald Sie Karrieresprung.de verlassen. Wollen Sie den Lebenslauf zu einem späteren Zeitpunkt und für eine andere Bewerbung nutzen, müssten Sie alle Daten erneut eingeben.

    • Wie kann ich mein Bewerbungsfoto hochladen?

      Das geht später nur in Ihrer Textverarbeitung. Bei Microsoft Word gehen Sie dazu auf den Menüpunkt Einfügen -> Foto -> Bild aus Datei. Dann erscheint ein Feld, in dem Sie eine Quelle (auf Ihrem Rechner) auswählen können, in der Ihr Bewerbungsfoto gespeichert ist. Anschließend klicken Sie auf Einfügen – und das Bewerbungsbild wird automatisch in Ihre Lebenslauf-Vorlage eingebaut. Dann müssen Sie nur noch die optimale Position im Lebenslauf auswählen.

    • Lässt sich der Lebenslauf zu einem späteren Punkt noch bearbeiten?

      Ja. Allerdings nur, wenn Sie den Lebenslauf in einer eigenen Datei auf Ihrem Rechner lokal gespeichert haben. Ansonsten werden die Daten hier im Browser automatisch gelöscht, sobald Sie die Seite verlassen. Wir selber speichern keinerlei Daten, die Sie hier eingeben und können auch nicht mitlesen. De facto geschieht das ausschließlich lokal auf Ihrem Rechner und Browser.

    • Ist es möglich, mehrere Lebensläufe zu erstellen?

      Selbstverständlich, das empfehlen wir sogar. Sie können unseren Lebenslauf-Editor natürlich auch für verschiedene Bewerbungsmappen und -zwecke nutzen. Nur müssen Sie die Daten eben immer lokal auf Ihrem Rechner anpassen und speichern. Dort und danach können Sie dann auch jederzeit ein neues Layout auswählen und editieren.

    • Mir fehlt eine wichtige Funktion. Kann ich mir etwas wünschen?

      Wir versuchen unseren Lebenslauf-Editor stetig zu verbessern und die Wünsche unserer Nutzer zu berücksichtigen. Natürlich können wir dabei nicht alle Wünsche erfüllen. Manches ist technisch schlicht zu aufwendig oder zu teuer. Aber natürlich freuen wir uns jederzeit über Anregungen und Fehlermeldungen. Schicken Sie uns dazu einfach Ihr Feedback an die Adresse im Impressum. Wir sagen schon mal DANKE für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Lebenslauf und zum Lebenslauf-Editor finden sie kompakt zusammengefasst auch noch einmal hier.

    Lebenslauf mit WORD verfassen

    lebenslauf vorlage wordMit Microsoft WORD ist der Aufbau eines tabellarischen Lebenslaufs kinderleicht. Einfach eine Tabelle mit zwei Spalten einrichten – oder die TAB-Taste (aber nicht die Leertaste!) nutzen. Später können Sie die Rahmen (bzw. Linien) der Tabelle sogar unsichtbar machen bzw. unter Rahmen und Schattierungen entfernen. Die Formatierung der Seite bleibt dann aber erhalten.

    Lebenslauf Vorlagen

    Sie haben im Grunde drei Möglichkeiten, um Ihren Lebenslauf zu erstellen:

    • Sie erstellen Ihre Vita individuell und komplett selbst.
    • Sie erstellen den Lebenslauf mithilfe von (kostenlosen) Vorlagen – siehe unsere Vorlagen oben.
    • Sie lassen ihn von einem Profi erstellen, gestalten und optimieren.

    Falls Sie sich für die erste Variante entscheiden, ist vermutlich die Textverarbeitung von Microsoft WORD die erste Wahl. Mit dem Textverarbeitungsprogramm lassen sich (unsichtbare) Tabellen oder Tabulatoren in das Dokument einfügen und die Textblöcke exakt an diesem Raster ausrichten.

    Fertige Muster und Lebenslauf-Vorlagen nehmen Ihnen diese Arbeit ab. Hier brauchen Sie meist nur noch den vorgefertigten Blindtext durch eigene Angaben zu ersetzen. Mit unseren Vorlagen ist das ganz easy – einfach kostenlos herunterladen.

    Aber Achtung: Da solche Vorlagen oft auch von vielen anderen Bewerbern genutzt werden, sollten Sie diese immer persönlich abwandeln und individualisieren. Oft reicht es schon, ein anderes Hintergrundbild (sogenanntes Wasserzeichen) einzufügen.

    Darüber hinaus können und sollten Sie bei einem solchen Lebenslauf-Muster möglichst auch die Schriftarten, Schriftgrößen sowie vorhandene Farben und Grafik- Elemente anpassen. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, lohnt sich aber immer, weil Ihr Lebenslauf so einzigartig wird.

    Lebenslauf Bedeutung

    Der tabellarische Lebenslauf ist ein elementarer Bestandteil der Bewerbung. Er ist extrem wichtig – und für die Personaler überaus nützlich, da er eine Übersicht herstellt und alle wesentlichen Informationen eines Bewerbers übersichtlich strukturiert.

    Ob ein Kandidat zum Stellenangebot in der Jobbörse passt, kann von Personalern durch einen Blick auf den Lebenslauf schnell erfasst werden.

    Auch bei einer Kurzbewerbung oder Initiativbewerbung ist der tabellarische Lebenslauf unverzichtbar.

    Lebenslauf und Bewerbungsschreiben bilden so das Zentrum jeder Bewerbung. Während aber der Stellenwert des Anschreibens immer weiter sinkt, hat der Lebenslauf nach wie vor eine große Bedeutung. Die weiteren Elemente einer vollständigen Bewerbung sind:

    Ein Deckblatt sollten Sie allerdings nur einbauen, wenn es einen echten Mehrwert bietet. Es ist eher Kür als Pflicht – im Gegensatz zum Lebenslauf. Den tabellarischen Lebenslauf schicken Sie bitte zwingend in jeder Bewerbung mit.

    Lebenslauf Aufbau

    Punkt für Punkt auflisten, Datum daneben, fertig. Stopp! Behandeln Sie Ihren Lebenslauf bitte nicht wie einen Aussätzigen – indem Sie ihn kaum anrühren.

    Er sollte genauso sorgfältig und akribisch erstellt werden wie das Anschreiben. Und zwar für jede neue Bewerbung individuell.

    Der tabellarische Lebenslauf ist nicht nur ein prägender Faktor Ihrer Bewerbung – er entscheidet, ob Sie überhaupt in die engere Auswahl kommen.

    Grundsätzlich folgt er einem klaren Schema. Diese Punkte werden nacheinander abgehandelt:

    • Persönliche Daten
    • Angestrebte Position
    • Beruflicher Werdegang und Berufserfahrung
    • Ausbildung (inklusive Schule und Studium)
    • Praktika
    • Kenntnisse und Weiterbildungen
    • Interessen & Hobbys

    Die Grundidee: Ihr Lebenslauf soll dem Personaler auf den ersten Blick klar machen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen für den Job mitbringen und im Laufe Ihrer bisherigen Laufbahn gesammelt haben. Kurz: Sie bringen alle erforderlichen Voraussetzungen mit.

    Der tabellarische Lebenslauf sollte daher auch nur zwei bis maximal drei DIN A4-Seiten umfassen. Nur wenn Sie schon zehn Jahre Berufserfahrung oder mehr auf dem Buckel haben, sind auch drei Seiten eine angemessene Länge. Besser ist aber immer, Sie fassen sich kurz. Ihr CV ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa.

    Lebenslauf Inhalt

    Welche Inhalte gehören hinein? Zunächst einmal hängt das natürlich von Ihrem bisherigen Werdegang ab. Grundsätzlich aber gilt: Der Lebenslauf sollte möglichst ein bis zwei DIN A4-Seiten nicht übersteigen.

    Die berufliche Vita stellt schließlich eine komprimierte und fokussierte Darstellung Ihres bisherigen Könnens und Schaffens dar. Die Vita soll zwar lückenlos sein. Das gilt aber nur für die bisherigen beruflichen Stationen und die Ausbildung (inklusive Schule und Hochschule).

    Bei den anderen Punkten wie Zusatzqualifikationen (Zertifikate), Interessen oder Hobbys gilt: Nur was zur ausgeschriebenen Stelle passt und für diese relevant ist, gehört auch in den Lebenslauf. Hauptsache, die Stationen und Skills sind übersichtlich und strukturiert aufgeführt (Erfolge und Zahlen nicht vergessen!). Alles andere sollten Sie bitte weglassen – unnützer Leseballast!

    Als Faustformel für das Formulieren der einzelnen Stationen können Sie sich merken: Was habe ich wo gemacht, was waren die Aufgaben und was habe ich in dieser Zeit für meinen Arbeitgeber erreicht?

    Mithilfe von Stichworten oder Kurzsätzen lassen sich fast alle Punkte perfekt verdichten. Allenfalls Führungskräften über 50 oder Fachkräften mit bewegter Vergangenheit wird ein Lebenslauf von maximal drei Seiten zugestanden. Länger und ausführlicher darf dieser allerdings nie werden.

    Diese Inhalte und Informationen gehören in jeden Lebenslauf:

    • Persönliche Daten

      Die Basics stehen immer ganz am Anfang: Vorname und Nachname, Anschrift, Kontaktdaten, Geburtstag, Geburtsort, Familienstand und gegebenenfalls die Staatsangehörigkeit. Ihre Konfession müssen Sie im Normalfall nicht aufführen. Nur bei speziellen Arbeitgebern – zum Beispiel im Sozialbereich – kann die Information manchmal vorteilhaft sein. Legen Sie hier auch bitte Sorgfalt an den Tag: Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Bewerber sein Geburtsdatum vertauscht hat und sich so ins Aus manövriert hat. Auch macht es einen denkbar schlechten Eindruck, wenn man seinen eigenen Namen – ganz offensichtlich – aus Schusseligkeit falsch geschrieben hat — zum Beispiel „Schmidtt“.

    • Angestrebte Position

      Diese Rubrik dürfen Sie als Geheimtipp verstehen. In den meisten Bewerbungen werden Sie den Eintrag „angestrebte Position“ vermutlich nicht finden. Aber der psychologische Effekt ist enorm: Zum Einen erheben Sie so noch einmal ausdrücklich Anspruch auf die Position und sagen indirekt, dass Sie den Job wirklich haben wollen. Zum Anderen zeigt der Eintrag, dass der Lebenslauf individuell, also nur für diese Stelle angepasst wurde. Kleiner Aufwand, große Wirkung!

    • Beruflicher Werdegang und Berufserfahrung

      Die amerikanische Variante des Lebenslaufs hat sich heute durchgesetzt. Das heißt: Sie beginnen mit Ihrer bisherigen Position. Danach folgen – absteigend – die Positionen davor. Ein Muss, den Lebenslauf so aufzubauen, ist das aber nicht. Sie können sich auch chronologisch von hinten nach vorne arbeiten und mit Ihrer ersten Berufsstation anfangen. Das ist vor allem für Berufseinsteiger sinnvoll, die noch nicht über viel Erfahrung verfügen. Wichtig ist nur, dass Sie die gewählte Variante konsequent durchziehen und auf ein sauberes Layout und einheitliche Formatierung achten. Die einzelnen Stationen ergänzen Sie um möglichst kurze, aber aussagekräftige Stichpunkte.

    • Ausbildung

      Die gewählte Chronologie (amerikanisch oder chronologisch) müssen Sie bitte auch hier durchhalten. Die Ausbildung umfasst neben dem Studium und möglichen Stipendien die Berufsausbildung, Schulbildung einschließlich der Schulabschlüsse und Abschlussnote. Geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst sollte ebenfalls nicht unterschlagen werden, weil sonst womöglich eine Lücke im Lebenslauf entsteht. Gut möglich, dass später im Vorstellungsgespräch Fragen zur Ausbildung gestellt werden. Darauf vorbereiten!

    • Praktika

      Berufserfahrene mit langjähriger Expertise müssen keine Praktika mehr aufführen. Für Berufsanfänger aber sind sie enorm wichtig. Vor allem sollten sie herausstellen, welche Erfahrungen und Kenntnisse Sie während des Praktikums gewonnen haben – und warum diese für die angestrebte Position von Vorteil sind. Stellen Sie also nach Möglichkeit eine direkte Verbindung zwischen Praktikum und Job her.

    • Hobbys

      Die Wahrheit ist: Persönliche Interessen und Hobbys befriedigen keinesfalls nur die angeborene Neugier eines Personalers. Sie werden vor allem geschätzt, weil Sie das persönliche Profil und die Soft Skills eines Bewerbers abrunden. Sie zeigen darin Persönlichkeit – und wenn diese Vorlieben für die Stelle auch noch relevant sind, umso besser! Achten Sie also darauf, was Sie hier hineinschreiben. Am besten nennen Sie Interessen, die in irgendeiner Weise Stärken und Talente betonen, die sich mit der Position decken. Beispiel: Sie wollen bei einer Versicherung anheuern, die auch wertvolle Spring- und Rennpferde versichert. Das Hobby „Reiten“ würde – natürlich nur, wenn es auch der Wahrheit entspricht – wunderbar passen. Das könnten Sie übrigens auch durch die Mitgliedschaft in Vereinen oder Ehrenämter nachweisen.

      Weitere Punkte, die Sie hier aufnehmen könnten:

      Aber nochmal der Hinweis: Überfrachten Sie Ihren Lebenslauf bitte nicht. Im Zweifel lieber einen Punkt weglassen, damit die Bewerbung übersichtlich bleibt. Klarheit, Übersicht und Werdegang sind Trumpf.

    • Ort, Datum, Unterschrift

      Ein wichtiges Detail zum Schluss: Ihre Unterschrift fügen Sie bitte handschriftlich in den Lebenslauf ein. Ort und Datum können Sie noch in der Textverarbeitung ausschreiben. Das Datum zeigt die Aktualität und signalisiert dem Personaler überdies Individualität. Aussage: „Es handelt sich hier um ein Unikat, kein altes Massen-Papier.“ Mit Ihrer Unterschrift dokumentieren Sie zudem die Korrektheit der Angaben.

    Führerschein

    Ein vorhandener Führerschein gehört in die Rubrik „Besondere Kenntnisse“. Die Angaben dazu sollten Sie zudem mit den vorhandenen Führerscheinklassen versehen.

    Dass Sie einen Führerschein besitzen, sollten Sie aber nur angeben, wenn dies in der Stellenanzeige verlangt wird (etwa bei einem Berufskraftfahrer, Service-Fahrer, Rettungssanitäter oder einem reisenden Handelsvertreter). Ansonsten ist diese Information irrelevant und kann gestrichen werden.

    Angaben zu den Eltern

    Gehören Angaben zu den Eltern ins CV? Kurze Antwort: Nein. Das ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, wo man noch die Berufe der Eltern in der Vita erwähnt hat. Das interessiert heute aber niemanden mehr. Schließlich bewerben sich nicht ihre Eltern auf die Stelle, sondern Sie.

    Lebenslauf: Lügen haben kurze Beine

    lebenslauf schönenWer in der Bewerbung unwahre Angaben macht, muss auch nach überstandener Probezeit noch mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

    Gefälschte Arbeitszeugnisse, falsche akademische Titel oder erfundene Arbeitsstationen sind keine Bagatellen. Sie sind Betrug. Und Betrug ist strafbar.

    Bleiben Sie daher bei der Wahrheit. Lügen haben kurze Beine – und gehören nicht in den Lebenslauf.

    Lebenslauf Format

    Sündhaft teure Tools oder Wunderwerkzeuge benötigen Sie nicht, wenn Sie einen tabellarischen Lebenslauf erstellen wollen. Ein Textverarbeitungsprogramm wie WORD reicht völlig aus.

    Wenn Sie den Lebenslauf hinterher durchs Internet schicken wollen, sollten Sie in jedem Fall eine PDF-Datei nutzen. Vorteil: Das Format ist gar nicht bzw. nur schwer veränderbar. Bewahren Sie die ursprüngliche WORD-Datei aber gut auf, um nachträgliche Änderungen vornehmen zu können.

    Außerdem: Das PDF versehen Sie am besten mit einem sprechenden Dateinamen wie „Lebenslauf_Name.pdf“. Sie können die Datei dann immer zuordnen (der Personaler übrigens auch), ohne sie stets auf Neue öffnen zu müssen.

    Lebenslauf Design

    Der tabellarische Lebenslauf hat den Vorteil, schon per se übersichtlich zu sein. Durch den strukturierten Aufbau erkennt der Empfänger sofort, welche Fähigkeiten, Qualifikationen und Ausbildungsstationen der Bewerber aufzuweisen hat. Das erleichtert die Arbeit der Personalentscheider enorm. Schnell die Angaben scannen und einmal drüberfliegen – das ist in drei fünf Minuten erledigt.

    Das sind die entscheidenden Vorteile des tabellarischen Lebenslaufs:

    • Er bündelt viele Informationen auf nicht mehr als zwei Seiten.
    • Relevante Auswahlkriterien wie Abschlussnote oder Berufserfahrung können schnell erfasst werden.
    • Er stellt die direkte Vergleichbarkeit verschiedener Bewerber her.

    Das bedeutet im Umkehrschluss auch: Ihre Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb abzuheben, sind begrenzt. Wer seinen Lebenslauf zu aufwändig gestaltet, riskiert, dass Übersichtlichkeit und Struktur darunter leiden.

    Trotzdem gibt es kleine Schrauben, an denen Sie drehen können. So können Sie den Lebenslauf zum Beispiel dezent aufpeppen, indem Sie folgende Tipps zum Lebenslaufdesign beherzigen:

    • Fettschrift

      Fettungen lassen sich gezielt einsetzen, um einzelne Stationen, Skills oder Bulletpoints hervorzuheben. Das macht die Lesbarkeit besser. Achten Sie in dem Fall aber auf Einheitlichkeit, indem Sie zum Beispiel immer nur die Datumsangaben (MM/JJJJ) fetten.

    • Linien

      Dünne und dezente Linien verbessern den Lesefluss ebenfalls. Setzen Sie diese gezielt ein, um dem Leser gewissermaßen Arbeit abzunehmen. Was auch hilft: Die Linien grau und nicht schwarz gestalten.

    • Farben

      Allzu farbenfroh sollte der Lebenslauf nicht sein. Das lenkt ab und wirkt infantil. Sie könnten aber durchaus die Farbe, die das Unternehmen und der potenzielle Arbeitgeber im Logo verwendet, als Hauptfarbe wählen und für die Überschriften nutzen. Die versteckte Botschaft: Sie passen zum Unternehmen – und wollen dazugehören.

    • Kopfzeile

      Wenn Sie in Ihrem Anschreiben eine Kopfzeile verwenden, sollte diese sich genauso auch im Bewerbungsanschreiben wiederfinden. Das verpasst Ihrer Bewerbung einen einheitlichen Look.

    • Bewerbungsfoto

      Das Bewerbungsfoto gehört – sofern Sie eines anbringen möchten – im Lebenslauf nach rechts oben. Je nach Aufbau und Design sind aber auch andere Varianten möglich. Nach dem AGG – dem Allgemeinen Gleichbehandlunsgesetz – können Sie das Bewerbungsfoto heute zwar auch weglassen. Wir empfehlen dies aber nicht. Tatsächlich können Sie sich mit einem Bewerbungsfoto immer noch positiv von der Masse abheben – vorausgesetzt, es ist professionell und originell gemacht.

    Lebenslauf Schriftart

    Auch wenn die Typographie der Bewerbungsunterlagen auf den ersten Blick irrelevant scheint – Schriftarten entfalten subtile Wirkung – erst recht, wenn es sich dabei nicht gerade um eine der beiden Standard-Schriftarten Arial oder Times handelt. Glücklicherweise gibt es hervorragende Alternativen…

    Egal, für welche Schrift Sie sich entscheiden – sie muss gut lesbar sein. Zu viele Schnörkel oder Designschriften sind bei langen Texten eher eine Netzhautpeitsche. Wir halten zum Beispiel Helvetica oder Georgia nach wie vor für sehr geeignet.

    Die wichtigste Regel lautet: Verwenden Sie in all Ihren Bewerbungsunterlagen – Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite oder Motivationsschreiben – immer dieselbe Schriftart. Schwarz auf Weiß.

    Wer hier willkürlich mixt, signalisiert seinem Leser, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, individuell für das Unternehmen Gestaltetes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent bei den Absagen.

    Lebenslauf Schriftgröße

    Die meisten Bewerber verwenden die Standard-Schriftgröße von 12 Punkt für den normalen Text. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und perfekt lesbar. Nichtsdestotrotz können Sie auch bewusst mit der Schriftgröße experimentieren und origineller und individueller werden – zum Beispiel mit der sogenannten 11-13-15-Regel:

    • 11-Punkt: In dieser Schriftgröße sollte der gesamt Fließtext stehen. Also alle längeren Textpassagen im Lebenslauf oder Anschreiben. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen.
    • 13-Punkt: Diese Größe sollte allein Datum, Absender, Adressen, Zwischenüberschriften vorbehalten bleiben. Hierfür eignen sich groteske Schriften.
    • 15-Punkt: Diese Schriftgröße verwenden Sie bitte nur für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen und in Erinnerung bleiben (serifenlose Schrift).

    Warum ausgerechnet diese krummen Größen? Ganz einfach: Weil die Mehrheit der Bewerbungen heute dem Schema 12-14-16 folgt. Nebeneinander gelegt werden Sie also prompt auffallen.

    Lebenslauf Position

    In der typischen Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben lose obenauf. In der Bewerbungsmappe selbst steht der Lebenslauf an erster Stelle.

    Wird zudem ein Deckblatt verwendet, landet der Lebenslauf auf Rang 2. In dem Fall kommt also das Deckblatt an erster Stelle – innerhalb der Mappe. So sieht das Ergebnis dann zum Beispiel aus:

    Wie schreibt man eine Bewerbung Vollstaendige Bewerbungsmappe Bewerbungsunterlagen Muster

    Wichtig: Anschreiben und Lebenslauf werden beide per Hand unterschrieben. Im Falle einer E-Mail-Bewerbung wiederum wird meist nur ein einziges PDF im
    Anhang versendet. Auch hier folgt der Lebenslauf in dem Bewerbungsdokument nach dem Bewerbungsanschreiben.

    Der tabellarische Lebenslauf ist heute Standard. Der Begriff meint eine tabellarische Darstellung des beruflichen Werdegangs – in der Regel in zwei Spalten: links die Datumsangaben und Zeitspannen (Format: mm/JJJJ – MM/JJJJ), rechts die Angaben zu bisherigen Stationen, Kompetenzen, Interessen, Hobbys.

    Lückenloser Lebenslauf

    Ein lückenloser Lebenslauf dient zum Einen als Beleg für seine Wahrhaftigkeit. Es bleibt keine Station unerwähnt, der Bewerber hat nichts zu verheimlichen.

    Gleichzeitig dient die Lückenlosigkeit den Personaler dazu, herauszufinden, wie zielstrebig der Kandidat ist und wie geradlinig er seine (bisherige) Karriere verfolgt: Reihen sich hier eher zufällige Stationen aneinander? Motto: Hauptsache, irgendein Job! Oder lässt sich im Lebenslauf eine Art roter Faden erkennen, der bis zur aktuell angestrebten Stelle führt.

    Je deutlicher Bewerber diesen Karriereplan im Lebenslauf herausarbeiten und je genauer dieser zur neuen Stelle passt, desto überzeugender wirkt der Lebenslauf auf den Personaler. Schließlich hat er dann – dokumentiert – ein Talent vor sich, das für den Job wie gemacht ist.

    Lücken im Lebenslauf füllen

    Ihr Lebenslauf hat noch immer die eine oder andere Lücke? Das ist nicht so gut. Lebenslauf-Lücken sind Gift für die Bewerbung. Aber eine kleine Entwarnung: Als Lücken gelten nur Zeitabstände von mehr als zwei Monaten. Ein längerer Urlab oder eine kurze Pause? Halb so wild.

    Achten Sie aber darauf, dass die Chronologie innerhalb Ihres Werdegangs passt. Fügen Sie die Stationen möglichst nahtlos aneinander, lassen Sie keine aus und achten Sie auf die Datierungen.

    Die meisten Bewerbungsratgeber raten davon ab, „arbeitslos“ zu schreiben. Viel zu passiv! „Arbeit suchend“ klinge als Formulierung wesentlich aktiver und engagierter.

    Das stimmt zweifellos. Gleichwohl weiß natürlich trotzdem jeder Leser, was gemeint ist, und achtet dann vor allem darauf, wie lange die Suche schon dauert und was der Kandidat in der Zeit unternommen hat – außer Bewerbungen zu schreiben.

    Wichtig ist dabei, dem künftigen Arbeitgeber zu zeigen, dass Sie…

    • über aktuelles Fachwissen verfügen.
    • den Arbeitsalltag nach wie vor kennen.
    • leistungsfähig und arbeitswillig sind.
    • sich in Ihrem Job auskennen und ihn beherrschen.

    Natürlich kann im Vorstellungsgespräch immer noch die Frage nach dem Grund für die Arbeitslosigkeit aufkommen, damit sollten Sie sogar rechnen. Doch erstens haben Sie die Hürde zum Gespräch dann bereits genommen und zweitens können die meisten die Gründe dafür meist problemlos erklären.

    Wie können Sie Lücken im Lebenslauf nun kaschieren? Ein Tipp: Versehen Sie die einzelnen Stationen stets mit Datumsangabe – aber nicht auf den Tag genau. Nach diesem Muster:

    MM/JJJJ – MM/JJJJ

    Zum Beispiel so:

    01/2017 – 11/2017 Position, Arbeitgeber

    Der berufliche Werdegang ist – wie Sie sich denken können – für die Personalentscheider extrem wichtig. Er dokumentiert Ihre Stationen, Erfahrungen, Kompetenzen. Sprich: Ihre berufliche Eignung und Profession. Seien Sie daher nicht zu flapsig oder sorglos.

    Wer zum Beispiel nur einen abgekürzten Firmennamen oder ein Mini-Stichwort zur jeweiligen Tätigkeit aufführt, offenbart Lustlosigkeit und mangelnde Professionalität. Besser, Sie stellen anhand von Beispielen klar, welchen Nutzen Sie für Ihre bisherigen Arbeitgeber hatten und welche Erfolge Sie vorzuweisen haben.

    Die Herausforderung ist also: Möglichst viel sagen – mit so wenigen Worten wie möglich.

    Wichtig ist auch, dass Sie Übersichtlichkeit und Struktur beibehalten. Am besten, Sie gliedern die Stationen nach diesem Schema:

    • Position: Welche Bezeichnung hatte Ihre Position?
    • Arbeitgeber: Wie hieß die Firma? Um welche Art von Unternehmen handelte es sich?
    • Aufgaben, Erfolge: Was haben Sie gemacht? Was haben Sie geschafft?

    Schreiben Sie also nicht einfach:

    Logistics Supervisor
    Arbeitgeber: Logistik KG (100 Mitarbeiter)
    Personalverantwortung für 20 Mitarbeiter

    Sondern schreiben Sie lieber:

    Leiter interne Logistik
    Arbeitgeber: Logistik KG, Hamburg, (100 Mitarbeiter)
    Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Tankzugentladung, 20 Mitarbeiter

    • Aufbau der Logistikabteilung
    • Verlagerung der Absackanlage
    • Verdoppelung der Absackleistung
    • Einführung eines Recycling-Systems und Kostenreduktion um 25 Prozent

    Sie fassen also Ihre Aufgaben kurz und aussagekräftig zusammen – und garnieren Sie mit Ihren Erfolgen. Wichtig: Das alles nur im Telegrammstil, keine ausschweifenden Erklärungen und Romane.

    Lebenslauf unterschreiben

    Der Lebenslauf wird immer am Ende, also unterhalb der letzten Zeile unterschrieben – mit Ort, Datum und einer handschriftlichen Unterschrift. Ob rechtsbündig oder linksbündig, hängt wiederum vom Layout ab.

    Die Unterschrift dokumentiert und bestätigt noch einmal, dass Ihre Angaben korrekt sind und dass Sie diese selbst verfasst haben. Fehlt die Unterschrift, sind die Angaben deshalb nicht weniger wert, aber es wirkt auf manch (konservativen) Personaler so. Zudem verleiht die Unterschrift Ihrer Bewerbung eine persönliche Note.

    Die Unterschrift selbst sollten Sie mit einem Füller oder Fineliner in blauer oder schwarzer Tinte leisten. Bleistift ist tabu, Kugelschreiber wirkt latent billig.

    Lebenslauf Tabus

    Stopfen Sie Ihren Lebenslauf bitte nie mit irrelevanten Informationen voll. Und auch nicht mit unpassenden Angaben. Diese zum Beispiel gehören nicht hinein:

    • Angaben zur Familie
    • Beruf der Eltern
    • Gehaltsvorstellungen (sind nur bei Bedarf im Anschreiben zu platzieren)
    • Rechtfertigungen für Kündigungen
    • Formulierung „arbeitslos“ (bitte ersetzen durch die aktivere Formulierung „arbeitssuchend“)

    Lebenslauf checken lassen

    Bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken: Lassen Sie diese am besten noch von einem Dritten prüfen. Sind die Unterlagen vollständig? Sind alle Angaben korrekt? Überzeugt das Anschreiben? So entgehen Ihnen auch kein Grammatik- oder Rechtschreibfehler.

    Ideal ist, hier die Unterstützung durch einen professionellen Lebenslauf-Check und die Hilfe von Profis – wie zum Beispiel CV Coach, einem zertifizierten Personalberater. Karrieresprung.de hat für Sie extra eine Kooperation abgeschlossen, um Ihnen eine erste kostenlose Unterstützung vom Bewerbungsexperten bieten zu können. Nutzen Sie also gleich hier den für Sie kostenlosen und professionellen Lebenslauf-Check.

    Amerikanischer Lebenslauf

    Es gibt heute zwei Varianten, wie sich der tabellarische Lebenslauf aufbauen lässt – amerikanisch oder chronologisch.

    Beim sogenannten amerikanischen Lebenslauf werden die beruflichen Stationen so aufgelistet, dass die letzte beziehungsweise aktuelle Position zuerst erscheint. Beim chronologischen Lebenslauf ist es genau umgekehrt.

    Die amerikanische Variante hat sich inzwischen als Standard durchgesetzt. Der chronologische Lebenslauf eignet sich dafür eher bei aktueller und längerer Arbeitslosigkeit, da diese dann erst später im Dokument erscheint. Letztlich ist aber beides erlaubt und eine persönliche Geschmacksfrage.

    Lebenslauf Checkliste

    Checkliste BewerbungHaben Sie auch an alles gedacht? Unsere Checkliste sagt es Ihnen. Diese Inhalte bitte im Lebenslauf nicht vergessen:

    • Vorname, Nachname
    • Adresse
    • Telefonnummer
    • E-Mail-Adresse
    • Geburtsdatum, Geburtsort
    • Familienstand
    • Staatsangehörigkeit
    • Berufliche Stationen (Unternehmen, Ort, Tätigkeit)
    • Praktika (während der Hochschulzeit)
    • Studenten-, Mini- oder Nebenjobs (sofern für die neue Position relevant)
    • Studium (Hochschule, Fächer, Schwerpunkte, Abschlussnote, ggf. Thema der Abschlussarbeit)
    • Auslandssemester
    • Schulabschluss (Schulname, Abschlussnote)
    • Berufliche Ausbildung
    • Sprachkenntnisse
    • Computerkenntnisse
    • Weiterbildungen und Zertifikate
    • Führerschein
    • Soziales Engagement und Ehrenämter
    • Hobbys (optional)

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    [Bildnachweis: Ditty_about_summer by Shutterstock.com]

    Amerikanischer Lebenslauf: So sieht er aus

    Amerikanischer Lebenslauf Tipps

    Ein amerikanischer Lebenslauf ist heute Standard – auch in Deutschland. Er sieht vor, dass die Stationen nicht chronologisch abgehakt werden, sondern bei der aktuellen Stelle beginnen. Doch Vorsicht: Wer sich in den USA bewerben will, muss im Kopf nochmals umparken. In diesem Fall spricht man von einem Resume. Bewerber müssen ihren Lebenslauf stark kürzen. Das ist nicht ganz einfach, hat aber Vorteile…

    Amerikanischer Lebenslauf: Darum hat er sich durchgesetzt

    Üblich ist heute der tabellarische Lebenslauf. Doch gibt es unterschiedliche Arten, wie ein tabellarischer Lebenslauf aufgebaut sein kann:

    • Chronologisch: Die Schulausbildung steht vorne, dahinter kommen die weiteren Stationen bis zur aktuellen Position.
    • Amerikanisch: Hier ist genau anders herum. Man beginnt mit dem aktuellen Job und arbeitet sich danach immer weiter in die Vergangenheit vor.

    Der amerikanische Lebenslauf ist heute in Deutschland Standard. Ist also in der Stellenanzeige ein tabellarischer Lebenslauf gefordert, sollten sich Bewerber im Zweifel für die amerikanische Variante entscheiden.

    Sie bietet ja auch zweifelsfrei Vorteile: Dem Leser fällt die aktuelle Stelle sofort ins Auge, da sie oben steht. Und meist ist sie auch die relevanteste für den neuen Job, zum Beispiel bei Jobwechslern innerhalb einer Branche. Die aktuelle Stelle führt zum neuen Job hin.

    Aber: Berufsanfänger, Hochschulabsolventen und Arbeitslose könnten mit dieser Variante in die Bredouille geraten. Sie verfügen über wenige oder noch gar keine Stationen.

    Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, möchte im Lebenslauf nicht an prominenter Stelle die Station „arbeitssuchend“ hineinschreiben. Taktisch unclever! In so einem Fall können Sie auf die chronologische Variante zurückgreifen.

    Amerikanischer Lebenslauf: Das zeichnet ihn aus

    Bisher haben wir von einem amerikanischen Lebenslauf für eine Bewerbung in Deutschland und in deutscher Sprache gesprochen. Wenn Sie sich hingegen auf englisch in den USA bewerben, dann gilt zwar das gleiche Prinzip: Sie beginnen im Lebenslauf mit Ihrer aktuellen Station und tasten sich dann weiter nach hinten vor.

    Aber es gibt Unterschiede: Der Lebenslauf heißt in Übersee zunächst mal Resume. Das Resume ist viel kompakter als der tabellarische Lebenslauf in Deutschland. Es ist nicht mehr als ein Auszug Ihrer bisherigen Laufbahn – und keine vollständige Übersicht. Länger als eine DIN-A4-Seite sollte es nicht sein.

    Das Resume beinhaltet nur die Highlights Ihrer bisherigen Karriere: die wichtigsten Stationen, Erfolge und Erfahrungen. Das können von Bewerbung zu Bewerbung auch ganz unterschiedliche sein. Wichtig ist vor allem, dass sie zur angepeilten Stelle passen. Alle anderen Informationen lassen Sie aus dem Resume heraus.

    Was den amerikanischen Lebenslauf in den USA noch ausmacht:

    • Fotos: Es gibt keine. Fügen Sie Ihrem Resume kein Bewerbungsfoto bei. Das hat ethische und rechtliche Gründe. Chancengleichheit soll so gewährleistet, Diskriminierung ausgeschlossen werden.
    • Persönliches: Hier gilt Ähnliches. Von Angaben zum Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion des Bewerbers bitte absehen.
    • Referenzen: Die Referenzen sind in den USA sehr wichtig. Mindestens zwei sollten in Ihrem Resume enthalten sein. Ihre Referenzen sollen Ihre Eignung für die angepeilte Stelle belegen. Es sollte sich also um möglichst starke und überzeugende Referenzgeber handeln. In Ihrer Bewerbung sollten Sie vollständige Angaben zu den Referenzgebern machen – Kontaktdaten inklusive. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Arbeitgeber telefonisch bei ihnen melden.
    • Unterschrift: Sparen können Sie sich die Unterschrift unter Ihren Lebenslauf. Auch ein Datum braucht es nicht – ein beträchtlicher Unterschied zur deutschen Bewerbung.

    Amerikanischer Lebenslauf: Das gehört hinein

    Der amerikanische Lebenslauf wird in den USA als Resume oder Personal Resume betitelt. Sie können aber auch direkt mit den Personal Details starten. Immerhin ist der Platz auf einer Seite arg begrenzt.

    Generell ist der amerikanische Lebenslauf so aufgebaut:

    • Personal Details

      Hierunter fassen Sie Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse zusammen – mehr nicht. In die erste Zeile gehört der Name, der Rest folgt darunter. Und vergessen Sie nicht, alle Umlaute auszuschreiben. Amerikaner kennen keine Umlaute.

    • Summary

      Die Summary wird auch als Personal Profile bezeichnet. Zwingend notwendig ist diese Rubrik nicht, aber sinnvoll. Sie umschreiben sich und Ihre Persönlichkeit dabei in zwei bis drei Sätzen. Keine Romane schreiben!

    • Objective

      Hier präzisieren Sie, welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben. Das beugt einerseits Missverständnissen vor. Andererseits sollten sie auch Ihre Motivation für die Stelle grob herausarbeiten.

    • Work Experience

      Dafür können Sie auch Professional Experience schreiben. Im Deutschen kennen wir die Rubrik als beruflichen Werdegang. Die einzelnen Stationen Ihrer Karriere in umgekehrt chronologischer Reihenfolge finden hier ihren Platz. Jede Station ergänzen Sie um den Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und die genaue Position im Unternehmen. Auf Erfolge können Sie ebenfalls hinweisen. Unterschied zum deutschen Lebenslauf: Sie müssen nicht sämtliche Stationen unterbringen, sondern lediglich die zwei oder drei, die für die angestrebte Stelle am relevantesten sind. So gibt es auch keine Lücken im Lebenslauf mehr, die kaschiert werden müssten.

    • Education

      Ihre Schulbildung listen Sie ebenfalls in chronologisch umgekehrter Reihenfolge auf. Die letzte Schule oder Hochschule kommt zuerst. Sie haben hier die Möglichkeit, auch Fort- und Weiterbildungen zu erwähnen. Man nennt sie im Englischen Advanced Training.

    • Special Skills

      Wenn Sie über zusätzliche Fähigkeiten verfügen, die für den Job wichtig sind, können Sie sie unter Skills ins Resume einfließen lassen. Normalerweise finden Personaler hier Sprachkenntnisse und IT-Kenntnisse.

    • Activities

      In diesem Punkt ähnelt der amerikanische dem deutschen Lebenslauf. Statt von Activities können Sie auch von Engagement sprechen. Ehrenämter finden hier Platz. Auch Hobbys und Interessen dürfen genannt werden. Beschränken Sie sich aber auf diejenigen, die Ihre Fähigkeiten unterstreichen.

    Ganz klar: Wenn Sie jede Rubrik gewissenhaft ausfüllen, ist die eine DIN-A4-Seite schnell voll. Die wichtigste Aufgabe ist es daher, zu sortieren, filtern und vor allem KÜRZEN. Nur die Top-Elemente gehören ins Resume. Wenn Sie es nicht schaffen, mit einer Seite auszukommen, zeigt das nur Ihre Unfähigkeit, Sachverhalte auf das Wesentliche herunterzubrechen.

    Auch merken Personaler, ob es sich um eine mehrfach verschickte Massenbewerbungen handelt. Das Resume ist immer auf die jeweilige Position zugeschnitten. Dies schließt eine Wiederverwendung aus (gleichwohl können Sie das Dokument natürlich als Vorlage für künftige Resumes nutzen). Geben Sie dem Unternehmen das Gefühl, dass Sie sich ernsthaft mit ihm auseinandergesetzt haben und nur diese eine Stelle wollen.

    Das sind die wichtigsten Begriffe

    Wenn Sie ein Wortkünstler sind, haben wir eine schlechte Nachricht für Sie: Für schriftliche Verrenkungen ist im Resume kein Platz. Geschliffene Sätze und ausschmückende Formulierungen sind hier nicht die richtigen Instrumente. Stattdessen sind Bulletpoints und Schlagwörter Mittel der Wahl.

    Versuchen Sie, Begriffe mit Klang und durchschlagender Wirkung zu wählen. Jedes Wort zählt im Resume. Noch mehr als in Deutschland gilt in den USA: Keine falsche Bescheidenheit! Sie bringt Sie dem Job nicht näher. Wer US-Entscheider überzeugen will, muss aufs Ganze gehen. Dafür brauchen Sie Selbstvertrauen – auch im Resume.

    Diese Begriffe sind wichtig:

    • Bewerbung: Job application
    • Anschreiben: Cover Letter
    • Lebenslauf: Resume/Curriculum Vitae
    • Persönliche Daten: Personal Details
    • Persönliches Profil: Personal Profile
    • Karriereziel: Career Objective
    • Werdegang: Work Experience/Professional Experience
    • Hochschulbildung: Academic Education
    • Fachausbildung: Professional Training
    • Referenzen: References
    • Arbeitgeber: Employer
    • Arbeitnehmer: Employee
    • Hobbys/Ehrenämter: Activities/Engagement
    • Unternehmen: Company
    • Beschäftigungszeit: Period of Employment
    • Kontaktdaten: Contact Information
    • Besondere Leistungen/Ehrungen: Personal Achievements
    • Besondere Fähigkeiten: Special Skills
    • Mitgliedschaft in Berufsorganisationen: Affiliation
    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Empfehlungsschreiben: Was es Ihnen bringt

    Empfehlungsschreiben Referenz

    Empfehlungsschreiben können über den weiteren Werdegang entscheiden. Für ein Stipendium zum Beispiel braucht man eines. Auch Bewerber können punkten, wenn Sie Ihren Unterlagen eine oder mehrere Empfehlungen beilegen. Darin enthalten ist in der Regel eine Bestätigung der Stärken und Fähigkeiten des Bewerbers. Empfehlungsschreiben sind Allzweckwaffen. Aber sie können auch Schaden anrichten…

    Empfehlungsschreiben: Wofür ist es da?

    Empfehlungsschreiben gibt es für verschiedene Anlässe. Man kann sie als Referenz in die Bewerbung einbauen. Außerdem gibt es Empfehlungsschreiben für…

    • Praktika
    • Studiengänge (MBA)
    • Stipendien

    Auch werden Studenten, de sich nach Ihrem Bachelor-Abschluss für einen Master einschreiben wollen, von der Universität gerne gebeten, ein Empfehlungsschreiben eines ehemaligen Dozenten oder Professor vorzulegen. Die Gepflogenheit stammt aus dem angelsächsischen Raum, setzt sich im Zuge der Internationalisierung aber auch in Deutschland immer stärker durch.

    Empfehlungsschreiben: Wer braucht eins?

    Grundsätzlich sind Empfehlungsschreiben immer nützlich. Speziell Berufseinsteiger profitieren von ihnen. Sie verfügen noch nicht über viele Arbeitszeugnisse und andere Arbeitsnachweise. Umso wichtiger wird jeder Beleg, der Ihnen Kompetenz und Arbeitseinsatz attestiert. Durch ein Empfehlungsschreiben werten sie eine Bewerbung in jedem Fall auf.

    Ein Empfehlungsschreiben ist auch für ehemalige Praktikanten, Trainees, Auslandsstudenten oder Stipendiaten nützlich. Es soll dokumentieren, dass sie Erfahrungen gesammelt und ihre Chefs überzeugt haben. Das wiegt im Zweifel mehr als die besten Noten.

    Bei Freiberuflern spricht man häufig von Referenzschreiben. Sie erhalten das Referenzschreiben anstelle eines Arbeitszeugnisses. Freelancer hangeln sich von Job zu Job, müssen also immer wieder neue Arbeitgeber von sich überzeugen. Da helfen Empfehlungen enorm.

    Tipp: Fragen Sie als Freiberufler Ihre Auftraggeber aktiv nach Referenzschreiben. Je mehr Sie sammeln, desto größer Ihre Auswahl. Sie müssen in einer künftigen Bewerbung auch nicht sämtliche Referenzschreiben beilegen, sondern nur die wichtigsten oder besten. Das können von Stelle zu Stelle verschiedene sein.

    Hintergrund: Freiberufler haben keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch dann nicht, wenn sie etwa sechs Monate ein Projekt geleitet und erfolgreich beendet haben. Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben nur festangestellte Mitarbeiter.

    Der Unterschied zu einem Empfehlungsschreiben besteht darin, dass das Referenzschreiben allgemein formuliert ist. Das Empfehlungsschreiben ist dagegen an einen konkreten Empfänger gerichtet. Abgesehen davon sind sich beide Formate aber sehr ähnlich.

    Das kommt ins Empfehlungsschreiben

    Ein Arbeitszeugnis wird nicht in der Ich-Form verfasst, ein Empfehlungsschreiben aber schon. Immerhin handelt es sich beim Referenzgeber um eine natürliche Person, nicht um ein Unternehmen. Darum sind Empfehlungsschreiben auch sehr viel persönlicher als Arbeitszeugnisse. Eine Prise Emotionen dürfen sie durchaus enthalten.

    Inhaltlich geht es vor allem um die Fähigkeiten und Fachkenntnisse des Beschriebenen – und um seine Persönlichkeit. Ein paar lobende Worte über seine Stärken bzw. seinen Charakter sollten schon fallen.

    Diese Elemente beinhaltet ein Empfehlungsschreiben:

    • Briefkopf (Vorname, Nachname, Unternehmen oder Organisation)
    • Telefonnummer für Rückfragen
    • Datum
    • Name und Anschrift des Adressaten (nicht die des Bewerbers)
    • Betreff („Empfehlungsschreiben für Max Mustermann“)
    • Selbstvorstellung (kurz)
    • Ausstellungsgrund (z.B. Praktikumsende)
    • Sachliche Empfehlung
    • Erreichte Qualifikationen (z.B. Studienabschluss)
    • Erfolge
    • Subjektive Empfehlung (Soft Skills, Charakter)
    • Datum, Unterschrift

    Was ein Empfehlungsschreiben ruiniert

    Natürlich können Empfehlungsschreiber auch eine Menge falsch machen. Es gibt zwar keine Geheimcodes wie im Arbeitszeugnis, aber doch die eine oder andere Falle, in die man tappen kann.

    Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jemand, der Ihrer Bitte um eine Empfehlung nachkommt, Sie auch wirklich loben und weiterempfehlen will. Wer Sie hingegen für unfähig hält, wird erst gar kein Empfehlungsschreiben erstellen.

    Darum sollte man selbst übrigens auch nicht jeder Bitte nach einer Referenz nachkommen. Sie kann wieder auf Sie zurückfallen! Hält der Kandidat nicht, was Sie versprechen, schadet dies Ihrem guten Ruf.

    Es gibt aber noch mehr Punkte, die den Wert eines Empfehlungsschreibens nach unten ziehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn…

    • der Gutachter eine schlechte Reputation hat.
    • der Text aus lauter abgedroschenen Phrasen und Floskeln besteht.
    • der Text eine einzige Lobhudelei ist, die verdächtig an ein Gefälligkeitsgutachten erinnert.
    • der Text wegen seiner Superlative unglaubwürdig ist.
    • der Gutachter das, was er geschrieben hat, fachlich gar nicht beurteilen kann.

    Der letzte Punkt betrifft auch die Online-Empfehlungen, die sich Mitglieder in Business-Netzwerken geben können. Sie laufen meist nach dem Schema „Gibst du mir eine gute Bewertung, gebe ich dir auch eine“ ab. Das ist durchschaubar und relativ wertlos.

    Darauf bitte achten!

    Diese formellen Voraussetzungen sollte das Empfehlungsschreiben einhalten:

    • Nicht länger als eine DIN-A4-Seite
    • Auf Firmenpapier gedruckt, um ihm einen offiziellen Charakter zu verleihen
    • Nicht mehr als 3 Empfehlungsschreiben pro Bewerbung

    Zu viele Referenzen wirken in der Bewerbung inflationär. Zwei oder drei überzeugende Referenzen ziehen dagegen, haben Wert. Gleiches gilt für die Empfehlung selbst. Nicht nur überschwänglich loben, sondern dosiert und differenziert. Glaubwürdiger!

    Musterbeispiel

    Dr. Herbert Herbertson
    Herbertstraße 1
    12345 Herbertsdorf
    Telefon: 1234-56789

    Empfänger
    Anschrift
    PLZ Standort

    Empfehlungsschreiben für Rollo Roller

    Herr Roller hat insgesamt acht Jahre für unser Unternehmen gearbeitet – mit großem Erfolg. Daher bedauere ich es sehr, dass er unser Unternehmen nun verlassen und eine neue Herausforderung annehmen wird. Nichtsdestotrotz kann ich Herrn Roller wärmstens weiterempfehlen.

    Rollo Roller hat vom xx.xx.xxxx bis zum yy.yy.yyyy als Position für unser Unternehmen gearbeitet. Von Anfang gefiel mir sein Elan und seine Durchsetzungsstärke. Ich habe ihn zudem als verantwortungsvollen Kollegen kennengelernt, der früh Führungsverantwortung übernommen hat. Als Führungskraft hat er mich nie enttäuscht. Durch seine gute Arbeit haben wir Prozesse im Unternehmen verschlankt und Kosten reduziert. Dass wir in den vergangenen Jahren insgesamt wettbewerbsfähiger geworden sind, verdanken wir auch ihm

    Herr Roller genießt daher einen ausgezeichneten Ruf bei Kunden und Kollegen. Ich halte ihn für hochgradig geeignet, um weiterhin Führungsaufgaben in der XX-Branche auszuüben. Seine Einstellung kann ich Ihnen ohne jeden Zweifel empfehlen.

    Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Unterschrift

    Wie frage ich meinen Professor?

    Professoren an der Universität werden häufig um ein Empfehlungsschreiben gebeten – allein schon von den vielen Studenten, die sich um ein Stipendium bewerben wollen. Es muss Ihnen also nicht unangenehm sein, das Gleiche zu tun.

    Aber: Eine Bindung zum jeweiligen Professoren sollten Sie schon haben. Er oder sie sollte zumindest wissen, wer Sie sind. Vielleicht haben Sie ein Seminar bei ihm belegt, eine Arbeit geschrieben oder wurden sogar als studentische Hilfskraft eingestellt. Einen Professor zu fragen, der Ihr Gesicht noch nie gesehen hat, wäre dagegen unverschämt.

    So fragen Sie den Professor:

    • Termin

      Vereinbaren Sie einen Termin – zum Beispiel per Mail. Einfach so hineinplatzen und nach einer Empfehlung fragen – das ist anmaßend. Eine Absage wäre dann durchaus gerecht.

    • Genauigkeit

      „Hmm, naja, ich brauche da so eine Empfehlung, in der drin steht, dass ich…“ Falsch! Sagen Sie konkret, um was es geht. Wofür benötigen Sie das Empfehlungsschreiben? Was soll darin zum Ausdruck kommen? Warum glauben Sie, dass Sie eine Empfehlung verdient hätten? Liefern Sie dem Professor Informationen und Argumente.

    • Motivation

      Präzisieren Sie Ihr Vorhaben. Was ist Ihr Ziel? Der Professor sollte Ihre Beweggründe verstehen – und erkennen, dass Sie hochmotiviert sind. Er sollte nicht den Eindruck gewinnen, dass Ihr Vorhaben nur eines von vielen ist. Motto: Wenn dieses nicht klappt, dann halt ein anderes. Dass es Ihnen am Herzen liegt, sollte vielmehr ersichtlich sein.

    • Unterlagen

      Ein Empfehlungsschreiben macht Arbeit. Machen Sie es dem Professor daher so einfach wie möglich. Liefern Sie alle Unterlagen mit, die er benötigt. Und vermeiden Sie Missverständnisse. Wenn Sie das Schreiben in englischer Sprache brauchen, dann sagen Sie es. Machen Sie sich vorher eine Liste, auf der die wichtigsten Punkte aufgelistet sind. Dann vergessen Sie nichts.

    • Zeit

      Drängeln Sie nicht. An der Uni gibt es viel zu tun – und ehrlich gesagt auch Wichtigeres, als ein Empfehlungsschreiben zu verfassen. Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen. Fragen Sie nicht erst drei Tage vorher an. Vier bis fünf Wochen Vorlauf sollten Sie einplanen.

    Wie frage ich meinen ehemaligen Chef?

    Ihren aktuellen Chef um ein Empfehlungsschreiben bitten, damit Sie sich anderweitig bewerben können? Das klingt nach einem schlechten Witz. In der Tat ist dieser Plan in den meisten Fällen nicht zu empfehlen. Es sei denn, Sie haben ein offenes und enges Verhältnis und Ihren Chef längst in Ihre Pläne eingeweiht – und der will Ihnen auch keine Steine in den Weg legen.

    Normalerweise aber sollten Sie nur ehemalige Arbeitgeber fragen. Am besten die, mit denen Sie im Guten auseinandergegangen sind. Darum ist Netzwerken übrigens so wichtig. Wenn Sie sich nach fünf Jahren Funkstille wieder melden und sofort eine Empfehlung einfordern, hat das ein Geschmäckle. Motto: Der meldet sich nur, wenn er was will.

    So fragen Sie Ihren ehemaligen Chef:

    • Anruf

      Wenn Sie einen ehemaligen Chef um eine Referenz bitten wollen, dann rufen Sie ihn an. Eine E-Mail ist zu unpersönlich – nur im Notfall eine Alternative (wenn der Chef telefonisch unerreichbar ist).

    • Selbstreflexion

      Fragen Sie wirklich nur, wenn Sie der Überzeugung sind, dass Sie eine Empfehlung auch verdient haben. Und wenn der Ex-Chef dies ähnlich sehen dürfte. Wurden Sie hingegen aus Leistungsgründen gefeuert, dann riecht Ihr Vorhaben eher nach Verzweiflungstat – oder nach einem Aprilscherz.

    • Begründung

      Blicken Sie in die Zukunft und erläutern Ihr Vorhaben. Wo wollen Sie mit dem Bewerbungsschreiben hin? Niemand schreibt gerne eine Empfehlung ins Blaue hinein. Wer weiß, wofür sie verwendet wird? Das könnte schließlich noch auf einen zurückfallen. Versorgen Sie Ihren Ex-Chef daher mit den wichtigsten Informationen.

    Wie frage ich als Freiberufler?

    So fragen Freiberufler Ihre Auftraggeber:

    • Aktivität

      Warten Sie nie einfach ab, bis Sie eine Referenz vom Unternehmen erhalten. Fragen Sie aktiv danach. Insbesondere dann, wenn Sie gute Leistungen gebracht haben. Viele Kunden vergessen es schlicht und einfach – oder wollen es vergessen, um Zeit zu sparen.

    • Zitate

      Hat Ihnen ein Team- oder Abteilungsleiter ein Lob ausgesprochen, dann notieren Sie es sich. Fragen Sie, ob Sie das Zitat als Empfehlung verwenden dürfen. Ist Ihr Chef gerade vollauf zufrieden mit Ihnen, wird er Ihnen diesen Wunsch wahrscheinlich nicht abschlagen.

    • Einverständnis

      Sie können Empfehlungen auch auf Ihrer Webseite verwenden. Nur echte Referenzgeber und Unternehmen wirken authentisch. Dafür benötigen Sie aber ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie keine Empfehlungen ohne schriftliches Einverständnis des jeweiligen Kunden!

    • Firmenpapier

      Ein Empfehlungsschreiben, das auf offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde, wirkt hochwertiger. Und es erhöht die Glaubwürdigkeit. Fragen Sie ruhig danach.

    [Bildnachweis: Gajus by Shutterstock.com]

    Kreative Bewerbung: 8 Ideen für mehr Pep

    Kreative Bewerbung Tipps

    Kreativität ist in vielen Fällen Einstellungsvoraussetzung. Die meisten Bewerbungen aber sind gänzlich unkreativ – sie ähneln sich bis aufs Skelett. Doch es geht auch anders. Eine kreative Bewerbung besticht durch knallige Farben, ein innovatives Format oder einen originellen Einleitungssatz. Zu viel Einfallsreichtum kann allerdings auch nach hinten losgehen…

    Kreative Bewerbung: Welchen Vorteil hat sie?

    Die konventionelle Bewerbung hat einen großen Vorteil: Jeder kennt sie. Jeder kann sie lesen, jeder findet sich in ihr sofort zurecht.

    Und nichts hassen Personaler mehr, als Zeit durch Unübersichtlichkeit zu verlieren. Lebenslauf und Anschreiben bieten Übersichtlichkeit. Warum also an einem Erfolgssystem herumexperimentieren? Warum riskieren, dass man als Bewerber abgestraft wird für eine andere Art der Bewerbung?

    Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste: Zwar schätzen Personalverantwortliche den Bewerbungsaufbau, so wie er heute ist. Für Bewerber ist das aber nicht nur positiv. Sie haben kaum eine Möglichkeit, sich abzuheben vom Rest der Bewerberschar. Dies ist speziell in großen Unternehmen, die eine Vielzahl an Bewerbungen erhalten, problematisch. Im Zweifel landen Sie ruckzuck in der Ablage P.

    Aus Hunderten oder gar Tausenden Bewerbungen werden viele in Windeseile aussortiert – obwohl sie die Formalien berücksichtigt haben. Tatsächlich nehmen sich viele Personalabteilungen nur wenig Zeit für eine Bewerbung – wenn überhaupt.

    Angenommen, Sie verfügen über die notwendigen Qualifikationen nur zum Teil, müssen aber davon ausgehen, dass es sehr viele Mitbewerber gibt, die ins Raster passen. Was dann? Wie groß sind Ihre Chancen, mit einer herkömmlichen Bewerbung weiterzukommen? Äußerst gering.

    Für Bewerber kann die Schlussfolgerung dann lauten: Auffallen – um fast jeden Preis! Nur so besteht die Chance, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und die (vermeintlich stärkere) Konkurrenz auszustechen.

    Dieses Ziel erreichen Sie nicht im 08/15-Stil, mit einem öden Layout und einem langweiligen Porträtfoto. Eine kreative Bewerbung will einzigartig sein, etwas Besonderes und Neues liefern. Das soll der Empfänger schon auf den ersten Blick sehen und spüren.

    Warum es nicht nur um Farben und Formen geht

    Womit assoziieren Sie eine kreative Bewerbung? Vermutlich mit einem originellen Design, bunten Farben jenseits der gewohnten Schwarz-Weiß-Optik. Vielleicht kommen noch ein paar ausgefallene Symbole und Formen dazu, die Ihre Bewerbungsunterlagen vom Rest abheben.

    Die Assoziation ist nicht falsch. Die Farbgebung ist ein Hebel, an dem Sie drehen können. Aber bei Weitem nicht der einzige. Mit einer kreativen Bewerbung ist nicht zwangsläufig eine künstlerische oder gestalterische gemeint.

    Letztlich geht es darum, einen Aha-Effekt beim Empfänger auszulösen. Der Bewerbung einen Überraschungsmoment zu verleihen – auf diese oder jene Art. Auch der Inhalt kann kreativ sein, nicht nur das Äußere. Denn in Wahrheit ähneln sich die meisten Bewerbungsschreiben. Der Bewerber legt ausführlich dar, wie teamfähig, kommunikativ und ambitioniert er doch ist und wie prädestiniert fürs Unternehmen, für das er natürlich wahnsinnig gerne aktiv werden würde. Nicht verkehrt, aber schon tausendmal gelesen!

    Mit dem Lebenslauf ist es ganz ähnlich. Viele Lebensläufe ambitionierter Hochschulabsolventen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Da gibt es hochklassige Praktika, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenkenntnisse und natürlich Top-Noten. Schön! Aber man könnte ja auch mal einen anderen Ansatz wählen, ein Highlight setzen, mit dem der Empfänger nicht gerechnet hat.

    Kreative Bewerbung: Für wen sie Sinn macht

    Eine kreative Bewerbung bietet sich für Bewerber an, die in kreativen Berufen und Branchen unterwegs sind. So weit, so erwartbar. Aber sie sind nicht die einzigen, die profitieren. Sie müssen kein Designer, Grafiker oder Fotograf sein, um ihren Einfallsreichtum zur Geltung zu bringen.

    Kleine Anmerkung: Anders herum ist es natürlich auch für Designer oder Grafiker keineswegs Pflicht, eine kreative Bewerbung einzureichen. Nicht jeder Personaler steht auf so etwas. Viele bevorzugen den übersichtlichen Standardaufbau. Kreativität kann man ja schließlich auch durch Arbeitsproben und Referenzen nachweisen. Aber: Speziell für Berufsanfänger in kreativen Berufen – Azubis zum Beispiel – ist eine außergewöhnliche Bewerbung eine Möglichkeit, um sein kreatives Talent unter Beweis zu stellen.

    Es gibt überdies Branchen, die sich auf den ersten Blick für eine kreative Bewerbung nicht anbieten. Dazu zählen vermeintlich seriöse Branchen wie Banken und Versicherungen. Andererseits befindet sich die Finanzbranche im Umbruch, immer mehr hippe Fintech-Startups drängen nach vorne. Vielleicht sind Disruptoren für kreative Bewerbungen ja offener. Sie sehen: Sie müssen und können von Fall zu Fall entscheiden – auch innerhalb einer Branche.

    So oder so: Eine kreative Bewerbung sollte niemals Selbstzweck sein. Sie sollten sie nur in Fällen einsetzen, in denen Sie an ihren Erfolg glauben. Und auf die Spitze treiben sollten Sie das Ganze auch nicht. Wenn Infogehalt und Übersicht komplett unter Ihrer Kreativität begraben werden, dürften die Jobchancen nicht unbedingt steigen. Das beschert dem Personalbüro Mehraufwand. Vorstellbar auch, dass der Personaler kurz schmunzeln und Ihre Bewerbung danach entsorgen wird.

    Gute Erfolgsaussichten haben Sie, wenn der Spagat gelingt: Informationsgehalt UND Kreativität. Das erste darf nicht unter dem zweiten leiden. Das ist anspruchsvoll und macht Arbeit. Aber es kann sich lohnen.

    8 Ideen für eine kreative Bewerbung

    Wie setzt man nun seine Ideen für eine kreative Bewerbung um? Was muss man beachten? Karrieresprung hat 8 Tipps für Sie:

    1. Design

      Mit Hilfe eines außergewöhnlichen Designs gelingt Ihnen ein Wow-Effekt. Die Aufmerksamkeit des Empfängers ist Ihnen gewiss – das ist schon mal ein Punkt für Sie. Wenn Sie jetzt noch inhaltlich überzeugen, hat die Maßnahme gewirkt.

      In punkto Design können Sie Ihrer Phantasie im Grunde freien Lauf lassen und Ihre eigenen Ideen verfolgen. Letztlich ist es ja auch so: Mehr als eine Absage kassieren können Sie nicht. Wenn Ihre Design-Ansätze dauerhaft durchrasseln, können Sie immer noch neu justieren.

      Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel, die Bewerbung im Querformat zu gestalten. Allein dadurch heben Sie sich vom großen Rest ab. Oder Sie wählen eine Gestaltung, die dem Corporate Design des jeweiligen Unternehmens nahekommt. Damit beweisen Sie zugleich, dass es sich nicht um eine Massenbewerbung handelt. Wichtig!

    2. Startschuss

      Wenn sie kreativ werden wollen, dann lieber nicht auf den letzten Seiten – sondern gleich am Anfang. Nur dann ist Aufmerksamkeit garantiert.

      Das fängt schon beim Einleitungssatz im Anschreiben an. Die Standard-Eröffnung lautet „Hiermit bewerbe ich mich“. So drücken sich die meisten Ihrer Mitbewerber vermutlich auch aus. Sie können aber auch mit einem Einleitungssatz aus der Kategorie ungewöhnlich beginnen.

      Seien Sie mutig und gehen in die Vollen. Andernfalls hätten Sie ja gleich den herkömmlichen Weg der Bewerbung gehen können. Wie wäre es denn mit: „Ich sage es Ihnen ohne lange Umschweife: Wenn Sie die Stelle mit mir besetzen, werden Sie es nicht bereuen. Da bin ich mir sehr sicher.“ Oder so etwas wie: „Leidenschaft. Ambition. Integrität. Damit dürfen Sie im Falle meiner Einstellung rechnen.“

      Gefällt Ihnen nicht? Gut, dann denken Sie sich halt etwas Anderes aus. Sie können sich im ersten Satz übrigens auch auf einen vorherigen Kontakt – ein Telefonat etwa – berufen. So wird die ganze Bewerbung persönlicher.

    3. Mindmap

      In einer Mindmap kann man bildhaft Verknüpfungen herstellen. Die Technik ist in kreativen Berufen beliebt – kann aber auch in der Bewerbung zum Einsatz kommen.

      Wenn Sie eine Mindmap erstellen, in der Ihre Fähigkeiten, Vorbildungen, Interessen usw. miteinander verknüpft sind, ergibt sich ein vollständiges Bild Ihrer Person. Das sieht nicht nur hübsch und kreativ aus, sondern bietet auch einen Mehrwert.

    4. Bewerbungsflyer

      Ein Bewerbungsflyer bietet sich vor allem für den Besuch einer Jobmesse an. Dort können Sie ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen. Diese sehen die wichtigsten Infos über Sie auf einen Blick.

      Das kann auch in der Bewerbung ein Mehrwert sein. Sie können Ihren Bewerbungsflyer – sofern überzeugend gemacht – einfach Ihrer Bewerbung beilegen.

    5. Cliffhanger

      Serien-Fans kennen die Wirkung von Cliffhangern nur allzu gut. Damit sind die Szenen am Ende einer Folge gemeint, die die Spannung erhöhen und den Zuschauer dazu bringen sollen, auch die nächste Folge einzuschalten.

      Das Prinzip können Sie in Ihrer Bewerbung anwenden. Beispiel: „In einer früheren Stelle habe ich den Traffic auf der Seite meines Arbeitgebers um 200 Prozent erhöht – innerhalb eines Jahres. Ich bin mir sicher, dass ich das Gleiche bei Ihnen auch schaffe – aber in der Hälfte der Zeit. Wollen Sie wissen wie? In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, welche Pläne ich sofort umsetzen würde…“

      Zugegeben, das klingt eher nach einem Verkaufspitch als nach einer Bewerbung. Aber interessieren würde Sie es als Arbeitgeber doch auch, was der vollmundige Bewerber in petto hat, nicht wahr?

    6. Referenzen

      In den USA sind Referenzen elementar wichtig. In Deutschland beschränken wir uns meist auf Arbeitszeugnisse. Sie sind die einzigen Bewerbungselemente, die nähere Auskunft über vorherige Stellen und Erfolge geben.

      Dabei müssen Sie es als Bewerber aber nicht belassen. Bitten Sie Ihre ehemaligen Kunden oder Kollegen um einen kurzes Statement. So eines wie: „Ich habe fünf Jahre lang mit Henry zusammengearbeitet und konnte mich immer auf ihn verlassen.“ Oder: „Ronja ist eine erfahrene und äußerst kompetente Projektmanagerin. Ich kann sie nur weiterempfehlen.“

      Die gesammelten Kommentare können Sie dann Ihrer Bewerbung beilegen. Das ist nicht nur kreativ, sondern ein echter Game-Changer. Menschen vertrauen am ehesten anderen Menschen.

    7. Video

      Eine Bewerbung erfolgt längst nicht mehr nur schriftlich. Sie können sich heutzutage auch per Video bewerben, das Sie online versenden. Manche Unternehmen stehen sogar total auf Bewerbungsvideos und fordern sie offensiv ein.

      Aber auch Unternehmen, die bislang noch keine Erfahrung mit diesem Medium hatten, können Sie damit vielleicht überzeugen. Denn ein Bewerbungsvideo unterstreicht Ihre kreative Ader UND Ihre technische Affinität – ein doppelter Punkt für Sie!

      Aber Vorsicht: Ein gutes Bewerbungsvideo zu erstellen ist extrem anspruchsvoll. Blamage-Gefahr. hoch.

      Darüber hinaus ist auch die Bewerbungshomepage eine Option. Eine eigene Webseite, auf der Sie sich präsentieren. Ihre Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen, sind riesig.

    8. Arbeitsproben

      In manchen Berufen sind Arbeitsproben die wichtigste Währung. Grafiker, Werbetexter oder Journalisten werden ohne konkrete Nachweise Ihrer Tätigkeit mit ihrer Bewerbung kaum reüssieren.

      Arbeitsproben können Sie aber auch in anderen Berufen beilegen. Warum nicht als Produktmanager eine Seite mit Vorher-Nachher-Bildern gestalten? Vorher sah das Produkt SO aus, nachher SO. Daran lässt sich wunderbar festmachen, was Sie konkret bewirkt haben.

      Sicher, in manchen Berufen sind Arbeitsproben schier unmöglich. In vielen aber können sie durchaus zum Einsatz kommen. Es braucht dafür nur ein ein bisschen Kreativität…

    [Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

    Bewerbung als Aushilfe: So klappt’s mit dem Job

    Bewerbung als Aushilfe Tipps

    Eine Bewerbung als Aushilfe ist kein Hexenwerk. Sie müssen keinen blitzsauberen Lebenslauf vorlegen, keine Super-Noten in der Schule gesammelt oder zahlreiche Praktik absolviert haben. Sie kriegen den Job – vorausgesetzt, Sie zeigen, dass Sie motiviert und zuverlässig sind. Doch das ist manchmal gar nicht so einfach…

    Bewerbung als Aushilfe: Halb so wild!

    Gefühlt hängen sie überall: Schilder mit der Aufschrift Aushilfe gesucht. Es gibt sie im Einzelhandel, in Supermärkten, Tankstellen oder Bäckereien. Jobs für Schüler, Studenten, Teilzeitjobber oder Arbeitnehmer, die sich ihre Kasse nebenbei aufbessern wollen.

    Aus Bewerbersicht positiv: Sie müssen sich um Ihre Bewerbung keinen so großen Kopf machen, als wenn Sie sich für die Rechtsabteilung eines DAX-Unternehmens bewerben würden. Die Unternehmen erwarten keine Top-Noten oder ausgeklügelte Anschreiben von Ihnen. Ihre Motivation ist ausschlaggebend. Und ja, ein einigermaßen solider Lebenslauf wäre auch schön (ist aber längst nicht immer Voraussetzung).

    Manche Arbeitgeber verlangen schon gar kein Anschreiben mehr. Wenn Sie sich persönlich vorstellen und dabei einen guten Eindruck hinterlassen, bekommen Sie von ihnen eine Chance. Überall läuft das aber natürlich nicht so. Manchmal braucht es dann doch ein Anschreiben plus Lebenslauf.

    Bewerbung Aushilfsjobs: Das sollten Sie betonen

    Worauf kommt es an, wenn man sich als Aushilfskraft bewirbt?

    Achten Sie zunächst auf eine saubere Rechtschreibung. Sie können Ihre Bewerbung von Freunden gegenlesen lassen – oder der automatischen Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Fehlerfreiheit zeigt, das Sie sorgfältig und gewissenhaft arbeiten. Ein Muss für Aushilfen.

    Im Vordergrund Ihrer Bewerbung sollten die Grundtugenden stehen: Fleiß, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit. Nicht prahlen müssen Sie hingegen damit, wie kreativ Ihre Ader doch ist oder dass Sie schon Führungserfahrung im Schulchor gesammelt haben.

    Soft Skills wie Offenheit, Flexibilität und Kommunikationsfreude zahlen ein – speziell im Verkauf. „Ich packe mit an und bin überall dort zur Stelle, wo es gerade brennt“. Dieses Arbeitsethos sollten Sie in Ihrer Bewerbung transportieren.

    Berufsanfänger haben das oft das Problem, dass Sie zu wenig Erfahrung mitbringen. In Aushilfsjobs ist das kein Problem – beziehungsweise nur bedingt. Sicher: Wer sich als Kellner bewirbt, bekommt den Job eher, wenn er vorher schon einmal anderswo gekellnert hat.

    Aber fehlende Fachkenntnisse oder Branchenerfahrungen sind nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium. Sie benötigen keine IT-Kenntnisse, keine Fremdsprachenkenntnisse (obwohl es diesbezüglich Ausnahmen gibt, wenn Sie zum Beispiel in einem stark von Touristen frequentierten Geschäft jobben wollen) und müssen keine Praktika absolviert haben. Wichtig ist, dass Sie sich für den Job nicht zu schade sind, schnell lernen und sich reinhängen wollen.

    Hier gibt es Aushilfsjobs

    Aushilfsjobs gibt es zum Beispiel für:

    • Warenverräumung
    • Warenkommissionierung
    • Warenpräsentation
    • Küchenhilfe
    • Spüler
    • Kellner
    • Büffethilfe
    • Verkäufer
    • Kassierer
    • Wachdienst
    • Produktionshelfer
    • Transportfahrer
    • Kurierfahrer
    • Auslieferungsfahrer
    • Fahrzeugüberführungen
    • Montage/Monteur
    • Umzugshelfer
    • Kiosk-Mitarbeiter
    • Pflegenachtdienst (Nachtwache)
    • Lagerkraft
    • Putzhilfe
    • Empfangskraft
    • Spielhallenaufsicht
    • Promoter
    • Besucherbefragung
    • Testkäufer
    • Bauhelfer
    • Gartenhelfer
    • Zeitungszusteller
    • Hundesitter
    • Eventhelfer/Aufbauhelfer
    • Hauswirtschafter
    • Tankwart
    • Zimmermädchen

    Was in Ihre Bewerbung gehört

    Grundsätzlich gelten für eine Bewerbung als Aushilfe die gleichen Regeln wie für eine sogenannte Kurzbewerbung. Die Kurzbewerbung besteht aus:

    • Anschreiben (nicht länger als eine Seite)
    • Lebenslauf (am besten nur eine Seite)
    • Bewerbungsfoto (kein Muss, aber empfehlenswert)

    Eine Bewerbungsmappe, Zeugnisse oder Qualifikationsnachweise müssen Sie dagegen nicht beilegen. Wie könnte nun das Anschreiben für eine Aushilfe aussehen?

    Zum Beispiel so – wir haben drei Vorlagen für Sie erstellt (die Sie aber nicht eins zu eins übernehmen sollten):

    Bewerbung als Aushilfe Bäckerei

    Max Mustermann
    Musterstraße 1
    12345 Musterstadt

    01.01.2020

    Vorzeigeunternehmen
    Frau Merle Becker
    Superstraße 9
    98765 Primadorf

    Bewerbung als Aushilfe

    Sehr geehrte Frau Becker,

    durch ein persönliches Gespräch mit einem Ihrer Mitarbeiter habe ich erfahren, dass Sie regelmäßig auf der suche nach Aushilfen für Ihre Filiale in der Superstraße in Primadorf sind. Ich bin an dem Job sehr interessiert und würde mich daher gerne kurz bei Ihnen vorstellen.

    Meine Freunde beschreiben mich als einen sehr offenen und kommunikativen Menschen. Ich komme leicht mit Fremden ins Gespräch. Auch in stressigen Situationen bewahre ich die Ruhe, aufbrausend oder launisch bin ich so gut wie nie. Ich würde mich als Frohnatur beschreiben. Daher glaube ich, dass ich sehr gut zu Ihrem Unternehmen und in Ihre Filiale passen würde.

    Außerdem kann ich gut mit Zahlen umgehen. Ich bin sehr ordentlich im Kopfrechnen und finde sogar – im Gegensatz zu vielen meiner Zeitgenossen – Gefallen daran. Dankbar bin ich, dass mir meine Eltern gute Umgangsformen wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit vermittelt haben. Diese Tugenden habe ich von kleinauf verinnerlicht.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe. Falls Sie noch Rückfragen haben, melden Sie sich gerne bei mir. Gerne stelle ich mich auch persönlich bei Ihnen vor. Und sollte aktuell keine Stelle frei sein, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Unterlagen aufbewahren und mich vielleicht beim nächsten Mal berücksichtigen würden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Unterschrift

    Bewerbung als Aushilfe im Lager

    Max Mustermann
    Musterstraße 1
    12345 Musterstadt

    01.01.2020

    Vorzeigeunternehmen
    Herr Bert Schröder
    Superstraße 5
    54321 Primadorf

    Bewerbung als Aushilfe

    Sehr geehrter Herr Schröder,

    weil ich zupacken kann, würde ich gerne in Ihrem Unternehmen als Aushilfskraft im Lager arbeiten. Ich habe schon in verschiedenen Bereichen Berufserfahrungen gesammelt, unter anderem im Gartenbau und in einem Supermarkt.

    An einem Job ist mir wichtig, dass ich immer in Bewegung sein kann. Ein Bürojob im Sessel wäre für mich nicht das Richtige. Ich betreibe in meiner Freizeit viel Sport, bin körperlich topfit und halte jede Schicht problemlos durch – auch bei höheren körperlichen Belastungen. Auch macht es mir nichts aus, Schichten am frühen Morgen oder in der Nacht zu übernehmen.

    Aber egal, wann die Schicht beginnt: Ich werde pünktlich zur Arbeit erscheinen. Ich verfüge über einen Führerschein sowie ein Auto und bin daher mobil und flexibel. Außerdem sind mir Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit wichtig. Darauf habe ich schon immer großen Wert gelegt.

    In mir finden Sie eine fleißige und zuverlässige Arbeitskraft. Darauf können Sie sich absolut verlassen. Falls Sie noch Fragen haben, stelle ich mich gerne persönlich bei Ihnen vor. Sie können mich auch gerne anrufen.

    Über eine Zusage würde ich mich sehr freuen. Ich bin hochmotiviert und würde am liebsten schon morgen loslegen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Unterschrift

    Bewerbung als Aushilfe Supermarkt

    Max Mustermann
    Musterstraße 1
    12345 Musterstadt

    01.01.2020

    Vorzeigeunternehmen
    Herr Thore Albrecht
    Superstraße 1
    13579 Primadorf

    Bewerbung als Aushilfe

    Sehr geehrter Herr Albrecht,

    eine gute Bekannte hat mir den Tipp gegeben, mich bei Ihnen zu bewerben, da Sie immer auf der Suche nach Aushilfskräften seien. Daher möchte ich mich kurz bei Ihnen vorstellen. Mich spricht die Stelle wirklich sehr an.

    Ich habe bereits erste Erfahrungen im Verkauf und zudem in einer Krankenhauskantine gearbeitet. Es hat mir bislang jedes Mal viel Freude bereitet. Vor allem der Umgang mit den Kunden und die Atmosphäre im Team gefallen mir. Ich mag es, wenn man sich gegenseitig unterstützt und gleichzeitig anderen Menschen hilft.

    Darum würde ich mich auch als kundenorientiert bezeichnen. Man sollte den Kunden gegenüber immer höflich und zuvorkommend auftreten, selbst wenn sie selbst mal ungeduldig oder patzig sein sollten. Mit Stress kann ich gut umgehen. Ich mag es sogar, wenn es mal hektisch wird und man unter Zeitdruck Aufgaben erledigen muss.

    Wichtig sind natürlich Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Ohne die geht es nicht. Ich bringe diese Eigenschaften definitiv mit. Wenn Sie noch mehr über mich erfahren möchten, rufen Sie mich gerne an oder schreiben mir zurück. Ich stelle mich auch gerne bei Ihnen persönlich vor.

    Mit freundlichen Grüßen
    Unterschrift

    [Bildnachweis: garetsworkshop by Shutterstock.com]

    Bewerbung Minijob: Vorlage und Tipps

    Bewerbung Minijob Tipps

    So ein Minijob hat Vorteile: Er spült frisches Geld in die Haushaltskasse, ohne dass Sozialbeiträge fällig werden. Vor allem in der Gastronomie, in Hotels, Privathaushalten und im Verkauf gibt es haufenweise Minijobs. Manchmal finden die Arbeitgeber kaum eine geeignete Arbeitskraft, manchmal aber stehen die Bewerber Schlange. Dann kommt es darauf an, eine überzeugende Bewerbung vorzulegen. Bewerbung Minijob: So kommen Sie ans Ziel…

    Bewerbung Minijob: Was ist das?

    Minijob ist die Kurzform für eine geringfügige Beschäftigung. Dabei handelt es sich um ein Beschäftigungsverhältnis, bei dem der Arbeitnehmer nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient.

    Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung zahlen. Lediglich für die Rentenversicherung fallen Beiträge an. Der Arbeitgeber zahlt dagegen Pauschalen für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung ein.

    Auch Vollzeitarbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtiger Stelle können nebenbei einen Minijob ausüben – aber nur EINEN, wenn er von Sozialbeiträgen verschont bleiben will. Alle Minijobs darüber hinaus werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind versicherungspflichtig.

    Wer keinen Hauptjob hat, kann auch mehrere Minijobs parallel ausüben. Versicherungsfrei bleibt er oder sie allerdings nur dann, wenn die Einkünfte zusammengenommen 450 Euro im Monat nicht überschreiten.

    Wichtig: Minijobber haben – wie andere Arbeitnehmer auch – einen Anspruch auf Urlaub sowie auf den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser wurde zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben und zum 1. Januar 2020 abermals auf 9,35 Euro pro Stunde.

    Minijobber dürfen somit nicht länger als ca. 48 Stunden pro Monat arbeiten. Andernfalls kommen sie über die Grenze von 450 Euro.

    Bewerbung Minijob: So überzeugen Sie

    Eine Hochglanzbewerbung müssen Sie für einen Minijob nicht einreichen. Mühe geben sollten Sie sich aber schon.

    Denn von Minijobbern werden zunächst einmal die Grundtugenden verlangt: Pünktlichkeit, Genauigkeit, Sorgfalt, Zuverlässigkeit. Und wer schon bei der Bewerbung erkennbar schludert, der hinterlässt einen schlechten ersten Eindruck und suggeriert, dass er über genau diese Tugenden eben nicht verfügt.

    Eine Bewerbung als Minijobber umfasst normalerweise nicht mehr als:

    Nein, eine dicke Bewerbungsmappe mit allerhand Anlagen brauchen Sie nicht zu versenden. Aber die Basis-Infos sollten Sie schnell und übersichtlich vermitteln.

    Dazu können auch Zertifikate und Bescheinigungen zählen, die Ihre Qualitäten unterstreichen – aber nur, wenn sie für die Stelle wirklich relevant sind. Das Zertifikat eines EDV-Seminars können Sie sich sparen, wenn Sie sich als Lagerkraft bewerben. Irrelevant!

    Wenn Sie dagegen mal ein Online-Vertriebsseminar belegt haben – und sei es aus rein persönlichem Interesse – dann nehmen Sie es gerne mit auf, wenn Sie sich als Verkäuferin bewerben. Es unterstreicht Ihr Interesse für das Fachgebiet.

    Achten Sie aber vor allem darauf, was der Arbeitgeber von Bewerbern erwartet. Manche legen Kärtchen in der Filiale aus mit dem Credo: Ruf mich einfach mal an! In diesem Fall rufen Sie an, stellen sich vor, melden Ihr Interesse an und fragen, ob er oder sie noch weitere Unterlagen benötigt. Sind hingegen vollständige Bewerbungsunterlagen gefordert, reichen Sie die auch ein.

    Anschreiben: Das gehört hinein

    Ins Anschreiben einer Bewerbung Minijob gehören hinein:

    • Absender inkl. Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
    • Datum
    • Empfänger inkl. Unternehmen, Vorname und Nachname des Adressaten, Adresse
    • Betreff (z.B. Bewerbung für Minijob)
    • Persönliche Anrede
    • Einstiegssatz
    • Unternehmensbezug
    • Profil inkl. eigener Stärken
    • Abschlussformulierung
    • Unterschrift
    • KEIN Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf)

    Sie beginnen mit der Einleitung. Am Anfang können und sollten Sie direkt Ihr stärkstes Argument bringen. Der Empfänger sollte sofort spüren, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen sein werden.

    Danach folgt die Selbstdarstellung, in der Sie Ihre Stärken, Erfahrungen, Erfolge und Qualifikationen beschreiben. Aber nur die wichtigsten, in wenigen Sätzen.

    Am besten, Sie stellen dabei eine Verbindung zum Unternehmen her und zeigen auf, wie es von Ihren Skills profitieren könnte. Beispiel: Sie waren in der Schule zwischenzeitlich Klassensprecher. Ein Signal, dass Sie verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig und engagiert sind. Jeder Arbeitgeber schätzt das.

    Zum Schluss bedanken sie sich für das Interesse und drücken Ihre Freude über ein künftiges Kennenlernen aus. Nicht großkotzig auftreten, aber auch nicht wie ein Bittsteller. Motto: „Ich bin mir sicher, dass ich gut in Ihr Unternehmen passen würde und freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.“

    Die herzlichen Grüße und die Unterschrift nicht vergessen – fertig.

    Lebenslauf: Das gehört hinein

    In den Lebenslauf einer Bewerbung Minijob gehören:

    • Persönliche Angaben inkl. Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort (Land), Adresse, Telefonnummer, E-Mail
    • Familienstand
    • Staatsangehörigkeit
    • Beruflicher Werdegang
    • Schulbildung, Ausbildung und Hochschulbildung
    • Praktika
    • Besondere Kenntnisse (z.B. IT, Sprachen)
    • Interessen und ehrenamtliches Engagement
    • Ort, Datum, Unterschrift

    Nicht relevant sind dagegen Angaben zu Eltern und anderen Angehörigen – wie zum Beispiel zu den Berufen der Eltern. Die hat man früher noch in die Bewerbung aufgenommen, gelten heute aber als verpönt.

    Konkret laufen sie dem Gedanken der Chancengleichheit zuwider. Einen Bewerber mit einem Staatsanwalt als Vater schätzt man – bewusst oder unbewusst – gleich viel kompetenter ein, als wenn dort stattdessen Müllmann (ein wichtiger Beruf, aber gesellschaftlich nicht hoch angesehen) stehen würde. Das ist ungerecht. Darum weglassen!

    Wo finde ich Minijobs?

    Minijobs gibt es wie Sand am Meer. Zum Beispiel hier:

    • Gastronomie
    • Hotellerie
    • Einzelhandel
    • Privathaushalte (Putzhilfe, Babysitter, Haushaltshilfe etc.)
    • Events (Messen, Konzerte etc.)
    • Krankenhäuser
    • Büros

    Viele Branchen sind ohne Minijobber kaum vorstellbar – die Gastronomie zum Beispiel. Daher können Sie auch guten Gewissens einfach in Restaurants, Bars, Kneipen, Cafés unverbindlich nachfragen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihre Anfrage auf offene Ohren stößt. Erst recht, wenn per Aushang nach neuen Mitarbeitern gesucht wird. Aber selbst wenn nicht – Fragen kostet nichts.

    Gut Vorbereitete bringen direkt Ihre Kurzbewerbung mit. Also keine dicke Mappe mit unzähligen Dokumenten und Zeugnissen. Interessiert niemanden! Nur die wichtigsten Infos, komprimiert und übersichtlich, in einem Anschreiben und Lebenslauf.

    So bekommt der Filialeiter (oder sonstige Personalverantwortliche) sofort einen Eindruck von Ihnen. Bei Interesse kann er Sie kontaktieren. Alternativ können Sie natürlich auch eine E-Mail schreiben und Ihr Interesse signalisieren – mit dem Hinweis, bei Bedarf die vollständigen Bewerbungsunterlagen nachzureichen.

    Im Internet finden Sie darüber hinaus zahlreiche Minijob-Angebote, auf die Sie sich direkt bewerben können — zum Beispiel hier auf karrieresprung.de. Vorteil: Sie sehen in der Stellenanzeige, welche Unterlagen gefordert sind und auf welche Sie verzichten können. In einigen Fällen reicht es, eine Bewerbungsmaske auszufüllen, andere Unternehmen legen auf Anschreiben und Lebenslauf wert.

    Vorlage Bewerbung Minijob

    Hier eine Vorlage für Ihre Bewerbung Minijob:

    Muster

    Max Mustermann
    Musterstraße 1
    12345 Musterstadt

    01.01.2020

    Vorzeigeunternehmen
    Frau Franz Keller
    Superstraße 9
    98765 Primadorf

    Bewerbung als Servicemitarbeiter

    Sehr geehrter Herr Keller,

    ins Restaurant gehen die Menschen, weil sie lecker essen und erstklassig bedient werden wollen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Gäste auch weiterhin gerne zu Ihnen kommen.

    Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Servicekraft sagt mir jedenfalls sehr zu. Momentan studiere ich Betriebswirtschaft an der Hans-Meiser-Universität in Entenhausen. Berufserfahrung habe ich schon in Gastronomie, Hotellerie und im Einzelhandel gesammelt. Der Umgang mit den Kunden hat mir jedes Mal große Freude bereitet – und er liegt mir.

    Ich bin absolut zuverlässig, gewissenhaft, offen und kommunikativ. In meinem Freundeskreis bin ich für meine Pünktlichkeit berühmt. Insbesondere an den Wochenenden bin ich flexibel einsetzbar. Regelmäßig lade ich auch Freunde zum Essen ein, ein guter Gastgeber war ich schon immer. Das würde ich auch gerne in Ihrem Namen sein.

    Haben Sie noch Fragen? Melden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei mir. Ich würde mich freuen, mich persönlich bei Ihnen vorstellen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Unterschrift

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Bewerbungscoaching: Was es Ihnen bringt

    Bewerbungscoaching Infos

    Bewerbungscoaching ist nicht die Lösung für alle Bewerber-Probleme. Aber ein Coach kann Sie fit machen und Ihnen Sprungfedern verleihen, mit denen Sie dann selbst über die Hürden des Bewerbungsprozesses hüpfen. Doch bevor man sich für einen Bewerbungstrainer entscheidet, sollte man sich einige Fragen gut durch den Kopf gehen lassen…

    Bewerbungscoaching: Was ist das überhaupt?

    Eine Warnung vorweg: Jeder kann sich Coach nennen. Der Begriff ist nicht geschützt. Auch Scharlatane und Schwindler können sich als Bewerbungscoach bezeichnen.

    Das ist aber nicht die einzige Schwierigkeit, mit denen Bewerber konfrontiert werden. Auf dem Markt herrscht ein Wirrwarr an Begriffen und Bezeichnungen. Die einen sehen sich als Bewerbungscoach, die anderen als Bewerbungsberater.

    Aber ist das nicht alles das Gleiche? Nein, nicht unbedingt. Karrieresprung erklärt Ihnen die Unterschiede:

    • Bewerbungscoach

      Hilfe zur Selbsthilfe – das soll Coaching leisten. Zusammen suchen Coach und Klient nach Lösungen, um dem Ziel näher zu kommen. Entscheidend in diesem Prozess ist Selbstreflexion. Bewerber müssen sich Fehler eingestehen, Kritik zulassen. Ein guter Bewerbungscoach passt sich an die Bedürfnisse des Kunden an und deckt die gewünschten Aspekte ab. Der Bewerber lernt, wie er sich selbst helfen kann und worauf er im Bewerbungsprozess besonders achten muss. Der Bewerbungscoach nimmt Ihnen wohlgemerkt nicht die ganze Arbeit ab. Sie müssen sich selbst aktiv einbringen.

    • Bewerbungsberater

      Die Arbeit eines Bewerbungsberaters ist sehr viel konkreter als die eines Coaches. Er sagt seinem Klienten genau, was dieser tun soll. Wo er sich bewirbt, was er tun oder lassen soll, um im Bewerbungsprozess zu überzeugen. Das Ziel ist letztlich das Gleiche: Der Bewerber soll endlich an seinen Traumjob kommen.

    • Bewerbungstrainer

      Der Bewerbungstrainer arbeitet mit Ihnen daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Er will Sie auf ein höheres Level heben. Als Klient erlernen Sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten. Wie Sie sprechen, wie Sie gehen, gucken und stehen. Das soll Ihnen dabei helfen, eine Gehaltsverhandlung zu führen oder im Vorstellungsgespräch aufzutrumpfen.

    • Bewerbungsschreiber

      Der Bewerbungsschreiber nimmt Ihnen die Arbeit ab – allerdings nur zum Teil. Er schreibt für Sie die Bewerbung, damit Sie es nicht tun müssen. Der (durchaus zweifelhafte) Service bietet sich für Bewerber an, die mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stehen oder schlicht keine Zeit haben. Sie müssen die Bewerbung nur noch abschicken und auf ein Feedback warten. Ob die Bewerbung Erfolg letztlich hat, kann Ihnen kein Bewerbungsschreiber der Welt garantieren.

    Diese Leistungen können Sie in Anspruch nehmen

    Wer ein Bewerbungscoaching in Anspruch nimmt, will eigentlich immer das Gleiche: einen neuen Job. Den richtigen Job. Den Traumjob. Aber wie läuft so ein Coaching überhaupt ab?

    Bevor Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, sollten Sie zunächst Ihre Zielsetzung erörtern. Wobei soll Ihr Coach Ihnen helfen?

    • Berufsorientierung geben
    • Stellenanzeigen analysieren
    • Bewerbungsstrategie erarbeiten
    • Berufsziele erörtern
    • Bewerbungsunterlagen erstellen
    • Bewerbungsunterlagen optimieren
    • Online-Reputation aufbauen
    • Vorstellungsgespräch trainieren
    • Assessment Center vorbereiten

    Für alle Bereiche gibt es Trainer. Aber nicht jeder beherrscht alle Bereiche gleich gut. Suchen Sie sich einen passenden Coach und sprechen Sie vorab die Punkte an, die Ihnen wichtig sind oder Probleme bereiten. In jedem Fall kommt Mehrarbeit auf Sie zu. Das bitte nicht unterschätzen!

    Der Coach ebnet Ihnen den Weg. Gehen müssen Sie ihn selbst. Das gilt sogar für Ghostwriter, die Ihnen Lebenslauf und Motivationsschreiben fertig servieren. Das Vorstellungsgespräch führen Sie dennoch höchstpersönlich. Und eine passende Stelle kann Ihnen ebenfalls niemand auf dem Silbertablett ins Haus tragen.

    Sie sollten das Coaching als das sehen, was es ist: als einen Lernprozess, der Sie unterstützt und Ihnen hilft, in Zukunft selbst erfolgreicher zu agieren.

    So wählen Sie einen Bewerbungscoach aus

    Vor dem ersten Beratungstermin steht in der Regel ein Vorgespräch. Sie besprechen nicht nur die Formalitäten, sondern lernen sich auch kennen. Sie klopfen den Coach ab und testen ihn auf Herz und Nieren.

    Das erste Kennenlernen ist wichtig. Diese Fragen sollten Sie sich stellen:

    • Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Bewerbungscoaching?
    • Was erwarten Sie von Ihrem Coach?
    • Passen Sie und der Coach zusammen – inhaltlich wie menschlich?

    Dass Sie auf der gleichen Wellenlänge funken, ist ein entscheidender Punkt. Auf das Bewerbungscoaching müssen Sie sich einlassen, sich auch öffnen. Dies gelingt nur, wenn sie Ihrem Trainer vertrauen. Gegenseitige Sympathie hilft. Sie ist aber keine Grundvoraussetzung. Manchmal können Reibungen und Spannungen konstruktiv sein.

    In jedem Fall sollten Sie den Coach für kompetent und vertrauenswürdig halten. Haben Sie das Gefühl, er oder sie bringt Sie weiter? Sind Sie bereit, ihm auch unangenehme Dinge – Ihre Schwächen zum Beispiel – anzuvertrauen? Fühlen Sie sich in Gegenwart dieser Person wohl? Lauten die Antworten Ja, könnte dieser Coach der richtige sein.

    Vergessen Sie aber nicht, die Rahmenbedingungen zu klären. Die Gesamtdauer des Bewerbungscoachings, die Länge der einzelnen Sitzungen, der Ort, Kosten, die Art der Bezahlung.

    Fragen Sie ihn auch nach seiner Flexibilität. Was, wenn sie kurzfristig erkranken – oder Ihr Kind? Niemand wünscht sich eine Diva als Dienstleister, der sich mit Verweis auf seinen üppigen Kalender selbst zu wichtig nimmt.

    Danach geht es an die Analyse. Was können Sie schon gut? Wo liegen Ihre Schwächen? Woran liegt es, dass Ihre Bewerbungen versanden – oder was glauben Sie, woran es liegen könnte? Wovor haben Sie Angst? Was mögen Sie nicht? Woran wollen und müssen Sie arbeiten – und woran nicht?

    Seien Sie aber ehrlich – zu sich selbst und zu Ihrem Coach. Je mehr Informationen er über Sie sammelt, desto aussagekräftiger das Profil, das er über Sie erstellen kann. Seine Hilfe muss so zielgerichtet wie möglich sein, damit sie Ihnen Ergebnisse beschert.

    Welche Ziele Sie verfolgen können

    Die Ist-Situation ist das Fundament. Ziel: Dass daraus alsbald die Soll-Situation entsteht. Diese Ziele können bei einem Bewerbungscoaching im Vordergrund stehen:

    • Stellensuche verbessern

      Jobangebote nicht nur finden, sondern auch richtig interpretieren und in Angriff nehmen – das kann ein übergeordnetes Ziel sein. Um sich im Dickicht der unzähligen Jobanzeigen zurechtzufinden, sollte man sich gemeinsam einen Schlachtplan zurechtlegen: Welches Profil hat der Bewerber? Welche Erwartungen hat er? Wo will er arbeiten? Sind die wichtigsten Fragen geklärt, kann man gemeinsam mit dem Bewerbungscoach auf die Suche gehen.

    • Bewerbung erstellen

      Die Bewerbungsunterlagen kosten Kraft. Da kann es sinnvoll sein, wenn einem jemand unter die Arme greift. Immerhin gehören dazu das Anschreiben und der Lebenslauf, manchmal noch weitere Dokumente. Speziell Berufsanfänger wissen oft gar nicht, wo sie anfangen und aufhören sollen. Der Bewerbungscoach sagt es ihnen. Er hilft dabei, alles in Form zu bringen, die richtigen Akzente zu setzen. Dabei kann der Coach auf zweierlei Art helfen. Er kann direkt bei der Erstellung der Unterlagen anpacken. Oder er kann das nötige Rüstzeug vermitteln, damit der Bewerber in Zukunft selbst überzeugende Mappen zusammenstellt.

    • Unterlagen optimieren

      Ist er gut, stellt der Coach die richtigen Fragen. Welche Unterlagen fehlen und könnten hilfreich sein (z.B Referenzen)? Woran liegt es, das so viele Bewerbungen des Kandidaten fehlschlagen? Welche Fehler aus früheren Bewerbungen muss der Kandidat abstellen? Dazu muss man vorherige Bewerbungen grundlegend analysieren, Fehler herausfiltern – und abstellen. Vorteil: Man muss nicht ganz von vorne anfangen, sondern kann auf dem bestehenden Material aufbauen.

    • Fähigkeiten analysieren

      Im Rahmen einer Bewerbung ist es wichtig, die eigenen Stärken in den Fokus zu rücken. Dazu müssen diese aber überhaupt erst bekannt sein. Gemeinsam mit dem Coach begeben Sie sich auf die Suche nach Ihren Stärken und Schwächen, Hard Skills und Soft Skills. Konkrete Beispiele, an denen man die Kompetenzen aufzeigt, sind der Goldstandard. Am Ende gilt es, die Unternehmen zu benennen, die einen Bedarf an Ihren Skills haben – und sich bei ihnen überzeugend zu bewerben.

    • Bewerbungsgespräch vorbereiten

      Vor dem Jobinterview haben viele Bewerber Bammel. Angst ist kein guter Ratgeber: Sie kann lähmen – und die Jobchancen auf den Nullpunkt befördern. Bewerbungscoaches können die Situationen mit Ihnen durchspielen – und Ihnen sagen, was Sie unbedingt beherzigen sollten. Rollenspiele, konstruktive Kritik, Tipps – all das hilft Ihnen, souveräner aufzutreten. Wer seine Selbstpräsentation mehrmals übt, ist für den Ernstfall besser gewappnet. Auch Körpersprache und Kleidungswahl sollten im Training angesprochen werden.

    Bewerbungscoaching: Wichtige Fragen

    Bitte beachten Sie: Nicht all Ihre Fragen können vermutlich im Rahmen eines Bewerbungscoachings geklärt werden. Dazu gibt es einfach viel zu viele. Und sie reproduzieren sich selbst. Bedeutet: Aus jeder Antwort entsteht wieder eine Vielzahl an Folgefragen. Das Bewerbungs-Universum ist unendlich.

    Widmen Sie sich daher erst den großen Fragen und arbeiten sich dann weiter nach unten vor. Denn es stimmt: Die Details zählen!

    Andererseits gibt es ultimativ richtige Antworten vermutlich nicht. Unterschiedliche Situationen können immer neue Antworten hervorbringen. Ist dem einen Personaler ein allzu lockeres Auftreten des Bewerbers en Dorn im Auge, gefällt dies dem anderen vielleicht supergut. Der eine sieht in Lücken im Lebenslauf einen Makel, der andere eine Chance.

    Beispielhaft sind hier ein paar Fragen, auf die es mehrere Antworten geben kann:

    • Muss ich die Fragen des Personalers abwarten?

      Ja, es gibt Personaler, die erstmal etwas über sich und das Unternehmen erzählen wollen – und sich nur ungerne unterbrechen lassen. Auf der anderen Seite handelt es sich nicht um ein Verhör, sondern um ein Gespräch auf Augenhöhe. Das Unternehmen hat Fragen an Sie, Sie haben Fragen an das Unternehmen. Es ist also prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie zwischendurch immer wieder Rückfragen stellen. Das zeigt Neugier und Interesse. Dass diese Taktik auch nach hinten losgehen kann, ist unbestritten. Wenn Sie dumme Fragen stellen (Was macht Ihr Unternehmen eigentlich genau?) oder Ihrem Gegenüber ständig ins Wort fallen, dann zahlt das keinesfalls auf Ihr Konto ein.

    • Wie wichtig sind Hobbys im Lebenslauf?

      Es hat niemanden zu interessieren, dass Sie sich in Ihrer Freizeit mit Modellflugzeugen beschäftigen? Einverstanden. Aber es könnte Ihre Einstellungschancen erhöhen, wenn Sie sich zum Beispiel in der Spielzeugindustrie bewerben. Ein Hobby kann Signale geben – ob Sie für eine bestimmte Sache brennen. Es kann auch negative Signale senden. Extremsportarten etwa sind gefährlich – und erhöhen das Risiko für Verletzungen. Und kein Arbeitgeber hat ein Interesse daran, dass die Mitarbeiter lange ausfallen. Andererseits: Bewerben Sie sich bei einem Unternehmen für Outdoor-Kleidung, dann verdeutlicht Paragliding Ihre Leidenschaft für Sport und Natur. Eine gute Verbindung! Sie sehen: Ob und welche Hobbys in der Bewerbung gut oder schlecht ankommen, ist von Fall zu Fall verschieden.

    • Sollte ich so authentisch wie möglich sein?

      Viele würden jetzt vermutlich sagen: Ja, unbedingt. Es ist wie in der Ehe: Man will von seinem Partner so geschätzt und geliebt werden, wie man wirklich ist. Muss man sich hingegen verstellen, kann die Verbindung nicht die richtige sein. Das klingt wundervoll, geht aber in der Arbeitswelt manchmal an der Realität vorbei. Denn die Wahrheit ist: Schleimen kann im Bewerbungsgespräch ein Erfolgsrezept sein. Spiegeln kann eines sein. Und sogar Lügen können Erfolg bringen (Extrembeispiel: Wenn Sie die Frage nach einer Schwangerschaft verneinen, Sie in Wahrheit aber schwanger sind). Wer mit seiner wahren Persönlichkeit voll überzeugt und den Job landet – herzlichen Glückwunsch! Wer bislang aber stets auf die Nase gefallen ist, darf auch gerne einen anderen Ansatz als maximale Authentizität wählen.

    Bewerbungscoaching: Das sind die Vorteile

    • Chancen verbessern

      An jeder Bewerbung, an jedem Auftritt gibt es noch etwas zu verbessern. Der Coach kann Ihnen wertvolle Hinweise liefern. Das bringt Ihnen nicht automatisch den Job, aber es erhöht Ihre Chancen, einen zu finden.

    • Feedback

      Dieser Punkt ist keinesfalls zu unterschätzen. Allein über Ihre Probleme zu reden, bringt Ihnen schon Erleichterung bis hin zu neuem Selbstvertrauen. Der Bewerbungscoach übernimmt also ein Stück weit die Rolle eines Psychiaters. Das Gefühl, verstanden und gehört zu werden – schön!

    • Einblicke

      Viele Menschen wissen gar nicht, was in Ihnen steckt. In Wahrheit gibt es viel zu viele, denen auf die Frage nach ihren Stärken kaum etwas oder gar nichts einfällt. Traurig – und unnötig. Jeder Mensch hat Stärken, nur liegen sie nicht immer sichtbar vor uns auf dem Tisch. Der Bewerbungscoach kann Ihnen helfen, Ihre Stärken sichtbar zu machen.

    • Ängste überwinden

      Bewerbungscoaching hat auch immer etwas von Konfrontationstherapie. Sie müssen sich Ihren Ängsten und Sorgen stellen. Dass Sie im Jobinterview anfangen zu stottern etwa oder dass Sie einfach Angst vor Veränderung haben. Bewerbungscoaching kann ein Ventil sein. Sie lernen, mit Ihren Ängsten besser umzugehen – und bauen sie bestenfalls Stück für Stück ab.

    • Selbstbewusstsein gewinnen

      Notorisch erfolglose Bewerber verlieren ihr Selbstvertrauen irgendwann. Das ist kein Grund, sich zu genieren, sondern allzu menschlich. Erfolg versorgt einen mit Selbstvertrauen, Misserfolg saugt es wieder ab. Das Problem ist der Teufelskreis, der daraus entsteht. Misserfolg führt zu Unsicherheit, diese wieder zu Misserfolg, dieser zu noch größerer Unsicherheit usw. Aufgabe des Bewerbungscoachs ist es, Sie aus diesem Teufelskreis zu befreien und Ihr Selbstvertrauen wieder aufzupolieren.

    [Bildnachweis: Prostock-studio by Shutterstock.com]

    Jobwechsel im Lebenslauf: Wie Sie sie erklären

    jobwechsel im lebenslauf tipps

    Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

    Jobwechsel im Lebenslauf: Welche Zweifel sie wecken

    Jobwechsel sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt daran bisweilen nicht vorbei. Trotzdem ist das Thema im Rahmen einer Bewerbung delikat. Denn Jobwechsel können auch ein Makel sein. Dann etwa, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind ZU viele?

    Eine klare Antwort lässt sich darauf freilich nicht geben. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht immer die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

    • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
    • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
    • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
    • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
    • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

    Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber schon, dass Sie diesen Eindruck erwecken.

    Prinzipiell gilt: Ein Wechsel ist nach drei Jahren im Job völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie auf jeden Fall etwas dazugelernt. Und so unfähig können Sie nicht gewesen sein. Aber alles unter drei Jahren wirft mitunter Fragen auf…

    Diese Jobwechsel sind erklärungsbedürftig

    1. Zeitpunkt

      Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Oder sie haben bislang nur befristete Anstellungen gefunden. Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt an, wenn sich ihre vielen Wechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

    2. Intermezzi

      Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem! Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem. Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

    3. Gründe

      Häufige Jobwechsel können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein verdächtiges Mosaik ergeben. Wenn Sie aber alle Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Gute Gründe machen Ihre Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar. Und sie zeigen, dass manchmal sogar ein guter Plan dahintersteckte…

    Warum Jobwechsel kein Makel sind

    Wer Jobwechsel als Makel auffasst, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

    So können Sie das Unternehmen jedenfalls nicht von sich überzeugen. Sie sollen Ihre Stärken präsentieren. Das gilt auch, wenn Sie wirklich jedes Mal während der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

    Das fängt schon bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich, das ist leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es durchaus. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch ein ein Lernprozess – Pluspunkt!

    Aber bitte nicht falsch verstehen: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

    So drehen Sie Jobwechsel im Lebenslauf ins Positive

    Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf immer in ein gutes Licht rücken – oder zumindest in ein besseres – egal, wie düster er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

    Folgende Argumente können Ihnen dabei nützen:

    • Plan

      Wer sagt, dass Ihre häufigen Wechsel willkürlich oder unfreiwillig waren? Vielleicht verfolgen Sie ja einen Karriereplan, an den Sie sich penibel halten. Sie wechseln zu Ihren Bedingungen und nach Ihren eigenen Vorstellungen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Ego-Zocker. Aber besser als die Opferrolle, in der Sie ständig vor die Tür gesetzt wurden, ist diese allemal. Sie sollten nur glaubwürdig vermitteln, warum welcher Wechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

    • Flexibilität

      Festgefahren und starr – zwei Attribute, die in der heutigen Arbeitswelt als Unwörter gelten. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden. Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig spielt dabei gar keine so große Rolle.

    • Erfahrungsschatz

      Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln. Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Branchenexperten mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

    Noch mehr Tipps für Job-Hopper

    • Zeitangaben

      Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen – durch Fettungen oder sonstige Hervorhebungen zum Beispiel. Ein beliebter Trick: Verzichten Sie auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

    • Erklärungen

      Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe oder interne Umstrukturierung. Das sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das auch bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

    • Lücken

      Wenn Sie ganz viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen. So entstehen zwar Lücken. Aber die lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßigen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

    • Netzwerke

      Für Job-Hopper könnte es eine gute Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen. Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können die vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

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    Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

    Bewerbungssünden Tipps

    Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden…

    Bewerbungssünden: Schlecht für Sie

    Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf. Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler ins Anschreiben einbaut, gefällt das niemandem.

    Darum ist es legitim, von „allgemeinen Bewerbungssünden“ zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen. Die Ich-Perspektive ist so ein Fehler. Bewerber sollten vielmehr versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Dienstwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht so überzeugend.

    Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

    Eine eindeutige Bewerbungssünde sind falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen. Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt das von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten. Kleine Anmerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, können Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Das merzt zumindest die gröbsten Fehler aus.

    Wann bedeutet eine Bewerbungssünde das Aus?

    Es kommt darauf an. Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, kann den Job vergessen. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein. Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, hat denkbar schlechte Karten. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an. Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

    Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünde und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – logisch.

    Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

    Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, wovon ich spreche.

    Aber um es noch mal klarzustellen: Eine Bewerbungssünde muss keineswegs das Aus beantworten. Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe des Bewerbungsgesprächs ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

    Das sind die 10 häufigsten Bewerbungssünden

    1. Rechtschreibfehler

      Ja, Tippfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hinterher auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls entstehen Zweifel an Ihrer Genauigkeit – und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten. Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

    2. Belanglosigkeiten

      Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen. Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne. So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

    3. Floskeln

      Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich. „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an. Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“ Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

    4. Foto

      Verpflichtet sind Sie nicht, ein Bewerbungsfoto beizufügen. Aber ein Foto erhöht Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich! Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn diese schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht mal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

    5. Schleimerei

      Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – jedenfalls oft. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um. Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

    6. Verzweiflung

      Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen. Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten. Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte!“ Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten. Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

    7. Internet

      Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben? Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen. Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern. Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

    8. Understatement

      Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler! Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung. Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun? Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

    9. E-Mail-Adresse

      Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s! Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß. Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre offenbar nicht gut bestellt…

    10. Zeitmanagement

      Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt. Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen de facto Zeit. Nicht so schön! Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

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    Kündigung vorbereiten: So wird es gemacht!

    Kündigung vorbereiten Tipps

    Irgendwann ist es Zeit zu gehen. Es gibt viele Gründe, die für und viele, die gegen eine Kündigung sprechen. In jedem Fall sollte eine Kündigung gut vorbereitet sein. Das hat nur Vorteile für Sie. Wer überhastet zur Tür hinaus spaziert, hinterlässt verbrannte Erde und schießt sich selbst ins Bein. Kündigung vorbereiten: So machen Sie es richtig…

    Kündigung vorbereiten: Das zählt!

    Sie haben einen Fehler begangen oder negatives Feedback bekommen und wollen nur noch raus aus dem Job. Halt, nicht so schnell!

    Eine spontane Kündigung ist eine ganz schlechte Idee. Sie sollten gut darüber nachdenken, ob Sie wirklich aufgeben wollen – egal, wie der groß der Frust im Moment auch sein mag. Jeder hat mal schlechte Tage im Büro – oder gar Wochen und Monate. Jeder fühlt sich mal missverstanden und wie ein begossener Pudel. Jeder macht Fehler, ständig. Das sind alles keine Gründe, um die Brocken einfach hinzuschmeißen.

    Gute Gründe für eine Kündigung liegen tiefer. Ein Klassiker ist etwa die fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Laut einer Umfrage des Gehaltsportals gehalt.de und der Vergütungsagentur Compensation Partner von 2019 zählten dies 45 Prozent der Befragten zu den Hauptgründen. Dahinter folgte mit 41 Prozent ein zu niedriges Einkommen. Auf Platz drei rangierte das bessere Angebot eines anderen Arbeitgebers mit 38 Prozent, auch fehlende Aufstiegschancen wurden mit 33 Prozent häufig genannt.

    Das sind die häufigsten Kündigungsgründe:

    • Zu wenig Wertschätzung durch den Chef: 45 Prozent
    • Zu niedriges Einkommen: 40,5 Prozent
    • Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber: 38,4 Prozent
    • Keine Aufstiegsmöglichkeiten: 32,5 Prozent
    • Überlastung durch zu viel psychischen Druck: 20,6 Prozent
    • Unterforderung und Langeweile: 19,4 Prozent
    • Überlastung durch Überstunden: 12,8 Prozent
    • Familiäre Gründe: 11,6 Prozent
    • Unternehmen droht Pleite: 11,0 Prozent
    • Gesundheitliche Probleme: 4,4 Prozent
    • Zu wenig Urlaub: 2,5 Prozent
    • Sonstiges: 11 Prozent

    7 gute Gründe für eine Kündigung

    1. Bindung

      Wenn Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt fühlen, hat dies noch andere Folgewirkungen. Sie entwickeln keine Bindung zu ihrem Unternehmen. Identifikation? Fehlanzeige. Das erleichtert den schnellen Jobwechsel. Wer seinem alten Team keine Träne nachweint, der ist eher bereit, einen anderen Weg einzuschlagen. Wertschätzung durch Vorgesetzte, aber auch eine persönliche Bindung zu anderen Mitarbeitern kann dem entgegenwirken. Ein echtes Team- und Zugehörigkeitsgefühl macht dieEntscheidung für einen Arbeitgeberwechsel deutlich schwerer.

    2. Gehalt

      Niemand will ausgebeutet werden – oder sich so fühlen, als würde er es. Und selbst wenn das Gehalt überdurchschnittlich hoch ist, dann schlägt man ein noch besseres Angebot nur ungern aus. Die Bezahlung ist ein Dauerbrenner. Große, zahlungskräftige Unternehmen sind hier im Vorteil. Aber auch ein faires Gehaltsgefälle und Transparenz könnten das Gefühl von Ungerechtigkeit zumindest reduzieren. Zu diesem Zweck wurde vor einiger Zeit auch das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht.

    3. Belohnung

      Ob und wie wirksam monetäre Anreize sind, darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten. Naheliegend ist aber die Annahme, dass Wertschätzung auch mit Bezahlung zu tun hat. Wer eine gute Leistung erbracht hat, erwartet dafür eine Belohnung – in welcher Form auch immer. Ärgerlich, wenn Gehaltserhöhungen oder Prämien offenbar willkürlich vergeben werden.

    4. Onboarding

      Der erste Eindruck zählt – auch für neue Mitarbeiter. Werden sie von Anfang an nicht richtig integriert, kann das zu dauerhaften atmosphärischen Störungen führen. Und zu schwerwiegenden Missverständnissen. Folge: Man fühlt sich fehl am Platz, weiß gar nicht so recht, was man hier überhaupt soll. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die nach gesundheitlichen Problemen an ihren Arbeitslatz zurückkehren. Nimmt das Unternehmen sie herzlich auf und erleichtert ihnen die Eingewöhnung, dann steigt die Arbeitsmotivation.

    5. Karrierepfade

      Ein Leben lang den gleichen Job machen – dieses Prinzip hat ausgedient. Mitarbeiter wollen dazulernen, sich weiterentwickeln und aufsteigen. Wenn das nicht möglich ist, sinkt irgendwann die Motivation. Wahr ist aber, dass nicht jeder das Zeug zum Abteilungsleiter oder gar CEO hat. Doch muss die Karriere gar nicht immer vertikal verlaufen: Erst Junior, dann Key, später Senior, dann Head… Eine horizontale Laufbahn hat auch ihren Reiz, zum Beispiel für die, die sich in einer Führungsrolle nicht wohl fühlen. Hauptsache, man lernt neue Bereiche des Unternehmens kennen, erwirbt neue Skills, macht sich neue Aufgaben zu Eigen.

    6. Passgenauigkeit

      Wenn wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, sind wir im Flow. Dieser entsteht an der Grenze zwischen Überforderung und Unterforderung. Wenn uns eine Aufgabe nicht langweilt, sondern herausfordert, aber nicht überfordert, sind das demnach beste Voraussetzungen. In der Realität ist das oft ein Problem. Viele Menschen geben Überlastung als Kündigungsgrund an, auch Unterforderung durch Langeweile ist weit verbreitet. Wer einen Job mit den „richtigen“ Aufgaben findet, wird dauerhaft glücklich.

    7. Kommunikation

      Wenn der Chef ein Schweiger ist, kann das früher oder später zur Kündigung führen. Kommunikation ist auf mehreren Ebenen wichtig. Durch sie zeigt sich Wertschätzung (oder eben nicht). Auch kann der Chef Aufstiegschancen aufzeigen, die Vision des Unternehmens skizzieren oder die Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele einschwören und das Unternehmen so vor einer möglichen Pleite bewahren.

    Warum Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten sollten

    Viele Mitarbeiter haben längst innerlich gekündigt. Sie schieben nur noch Dienst nach Vorschrift – wenn überhaupt. Kollegen, Chefs, Unternehmensziele? Zweitrangig. Hauptsache, so schnell wie möglich weg hier.

    Kommt dann die echte Kündigung, sind die Gedanken ähnlich. Warum jetzt noch anstrengen? Ciao mit V, ich bin eh bald weg! Ihr alle könnt mir ab sofort den Buckel runterrutschen. Falsche Einstellung!

    Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Sie sollten vor, während und nach Ihrer Kündigung professionell bleiben. Das hat für Sie mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Chancen auf eine gute Referenz. Erstens erhalten Sie ja noch Ihr Arbeitszeugnis, zweitens könnte ein neuer Arbeitgeber beim Ex-Unternehmen durchklingeln und sich nach Ihnen erkundigen. Sie können jahrelang noch so gute Leistungen erbracht haben: Ist Ihr Abgang stillos, wird das im Unternehmen negativ aufgenommen und zu Missmut führen.

    Außerdem sinken Ihre Chancen, je wieder bei diesem Arbeitgeber anheuern zu können. Speziell in kleinen Branchen mit wenigen Arbeitgebern könnte das noch ein Problem werden. Boomerang-Karrieren sind nichts Ungewöhnliches mehr. Unternehmen schrecken angesichts kleiner werdender Fachkräfte-Reservoirs nicht davor zurück, ehemalige Abgänge wieder an Bord zu holen.

    Aber der wichtigste Grund lautet: Ein guter Abgang zeugt von guten Manieren Ihrerseits. Wer die Kündigung zum Anlass nimmt, auf der Leck-mich-am-Arsch-Schiene zu fahren, zeigt einen zweifelhaften Charakter. Und als charakterloser Egomane wollen Sie doch nun wirklich nicht in Erinnerung bleiben…

    Kündigung vorbereiten: Das sind die 2 größten Vorteile

    Sie können ins Chefbüro spazieren, das Kündigungsschreiben auf den Tisch pfeffern und dann auf dem Absatz kehrtmachen. Sich vielleicht nochmal umdrehen und Tschüss rufen. Und das war’s dann. Besser aber, Sie bereiten Ihre Kündigung gut vor und legen sich einen Ablaufplan zurecht. Das hat zwei große Vorteile:

    • Nerven schonen

      Wenn Sie kündigen, bedeutet dies (oft), dass ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen kommt. Der muss eingearbeitet werden – am besten von seinem Vorgänger. Nehmen Sie diese Aufgabe an! Hinterher haben Sie alle Missverständnisse ausgeräumt und fühlen sich besser. Und Sie müssen keine Angst mehr haben, dass das Unternehmen im Nachhinein ständig bei Ihnen durchklingelt, um sich nach Passwörtern, Dokumenten und Projektordnern zu erkundigen…

    • Eindruck machen

      Kündigung geplant und sauber vollzogen – sehr gut! Ein klarer, feiner Schnitt kommt auch dem Unternehmen gelegen. Es sieht, dass Sie ein Profi sind und dass es mit Ihnen eine fähige Kraft verliert. Vielleicht kommen Sie ja noch mal zurück. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, Ihnen im nächsten Job Pech und Schwefel an den Hals zu wünschen. Gute Reise!

    Wie sage ich es meinem Chef?

    Wie bringen Sie Ihrem Chef bei, dass Sie gehen wollen? Die Antwort hängt von verschiedenen Parametern ab. Aber egal, ob Ihr Chef ein Kumpel für Sie ist, eine Respektsperson oder ein rotes Tuch – Sie sollten ihn oder sie persönlich informieren. Diese Punkte sind wichtig:

    • Zeitpunkt

      Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für Ihr Gespräch. Im Weihnachtsgeschäft könnte es trubelig werden; auch dann, wenn der Chef schon mit einem Bein im Urlaub ist. Zwischen Tür und Angel sollten Sie die Botschaft ebenfalls nicht überbringen. Schlagen Sie einen Termin vor, von einer halben Stunde etwa, in dem Sie ein ruhiges Gespräch führen können. Natürlich unter vier Augen – und nicht in der Kaffeeküche, wo jeder mithören kann…

    • Frist

      Aus formeller Sicht ist die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von Bedeutung. Im Falle einer ordentlichen Kündigung beträgt sie vier Wochen zum 15. oder zu Monatsende. Bei längerer Betriebszugehörigkeit ist die Kündigungsfrist länger. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung lieber früher als später mit. Er wird Ihnen (hoffentlich) danken, dass er rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger gehen kann. Und: Sie müssen die Kündigung schriftlich überbringen, in Papierform. Eine mündliche Kündigung oder per E-Mail oder Whatsapp reicht nicht aus.

    • Priorität

      Informieren Sie Ihren Vorgesetzten als Ersten. Das gebietet der Respekt vor seiner Position – und liegt in Ihrem eigenen Interesse. Für Sie wäre es nämlich äußerst unangenehm, wenn die halbe Firma schon Bescheid wüsste, Ihr Chef aber die Kündigung über den Flurfunk erfahren müsste. Höchst unprofessionell und schädlich für Ihre Reputation!

    • Haltung

      Einen vernünftigen Grund für Ihre Kündigung sollten Sie Ihrem Chef gegenüber schon nennen. Und auf Schuldzuweisungen und Vorhaltungen verzichten. Aber von hochtrabenden Entschuldigungen oder Rechtfertigungen sollten Sie genauso absehen. Sie haben eine Entscheidung getroffen und es ist Ihr gutes Recht zu kündigen. Fertig.

    Kündigung vorbereiten aus dem Job heraus

    Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Redewendung kann man verlängern: Wer wagt, der oft verliert. Angenommen, Sie wollen gar nicht kündigen, weil Sie sich wohl fühlen. Sie haben aber ein tolles Angebot von einem anderen Unternehmen auf dem Tisch. Was tun?

    Wägen Sie gut ab. Auf der Pro-Seite stehen vermutlich die bessere Bezahlung, eine neue Herausforderung, Aufstiegschancen und Renommee. Auf der Contra-Seite der Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes und der lieben Kollegen sowie ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der neue Job kann eine einzige Katastrophe, Sie schon in der Probezeit wieder draußen sein.

    Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Beherzigen Sie aber auf jeden Fall diese Ratschläge: Kündigen Sie niemals, bevor…

    • die Verhandlungen über Aufgaben und Gehalt abgeschlossen sind.
    • Sie den Bewerbungsprozess komplett durchlaufen haben.
    • Sie sich vollends einig mit Ihrem neuen Arbeitgeber sind.
    • Sie den Vertrag unterschrieben in Händen halten.

    Das heißt also: Kündigen Sie nicht schon nach einer mündlichen Einigung – oder sogar schon, nachdem Ihnen das Angebot auf den Tisch geflattert ist.

    Es kann noch so viele Unvorhergesehenes passieren. Der Recruiter mag Sie vielleicht nicht, das Gehalt ist doch nicht so gut wie angedeutet, die Aufgaben völlig anders als geplant – oder der Arbeitgeber macht auf den letzten Drücker einen Rückzieher. Darum: Zuerst beim Neuen unterschreiben, dann beim Alten kündigen!

    Kündigung vorbereiten: Checkliste

    • Kündigung schriftlich übergeben
    • Arbeitszeugnis einholen (oder selbst formulieren)
    • Referenzen anfragen
    • Projekte und Aufgaben abschließen
    • Liste mit offenen Aufgaben anfertigen
    • Übergabe organisieren
    • Kollegen, Kunden und Kooperationspartner informieren
    • Sicherungskopien von wichtigen Daten anfertigen
    • Persönliche Unterlagen mitnehmen
    • Offene Konflikte klären
    • Abschiedsgespräche mit Kollegen führen
    • Verabschiedung vorbereiten
    • Vernetzen und Kontakt halten
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    Eignungstest Bewerbung: Wie Sie ihn meistern

    Eignungstest Bewerbung Tipps

    Eignungstest dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Zum Einen ist ihr Einsatz einfacher und günstiger geworden, immer mehr Unternehmen setzen folgerichtig welche ein. Zum Zweiten mehren sich die Zweifel an der Aussagekraft von Schulzeugnissen. Unternehmen wollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der neue Mitarbeiter ein Volltreffer wird. Für Bewerber kann das unangenehme Folgen haben. Eignungstest Bewerbung: So überspringen Sie die Hürde…

    Eignungstest Bewerbung: Es werden immer mehr

    Mit einem Eignungstest können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum Beispiel:

    • Auswahltest
    • Bewerbungstest
    • Einstellungstest

    Im Grunde geht es aber immer um ein Auswahlverfahren, dem sich Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungs- Studien- oder Arbeitsplatz unterziehen müssen.

    Speziell für Studieninteressierte gibt es diese Eignungstests:

    • Self-Assessment

      Dabei handelt es sich meist um freiwillige Tests, die der Studienorientierung dienen. Die Teilnehmer sollen dadurch herausfinden, für welches Fach sie sich wirklich eignen, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Dazu müssen Sie diverse Fragen beantworten und erhalten entsprechende Informationen über Studienfächer und Perspektiven. Auch können sie so herausfinden, ob sie überhaupt für ein Studium geeignet sind oder vielleicht lieber einen anderen Weg einschlagen sollten.

    • Fachbezogene Tests

      Studieninteressierte, die sich etwa für Fächer wie Psychologie oder Medizin bewerben, müssen sich bisweilen einem Eignungstest stellen. Auch für Studiengänge wie Architektur und Design kann ein fachbezogener Eignungstest zeigen, wie stark das künstlerische Kompetenzprofil ist. Diese Eignungstests sind stark fachbezogen und sollen vor allem die Eignung für das jeweilige Fach ermitteln.

    Welche Eignungstests gibt es noch?

    Unternehmen setzen Eignungstests immer häufiger ein. Sie können ein wertvolles Instrument sein, um die richtigen Kandidaten zu ermitteln – und eine gute Ergänzung zu Schulzeugnissen und Arbeitszeugnissen. Eine Garantie bieten Eignungstests natürlich nicht. Aber sie können auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und eine differenzierte Personalauswahl ermöglichen.

    Aus Bewerbersicht wichtig: Diese Eignungstest sind erstens nicht freiwillig. Und zweitens haben sie Konsequenzen. Wer durchfällt, muss damit rechnen, vorzeitig aussortiert zu werden. Dann bleibt ihm oder ihr vorerst nichts weiter übrig, als sich die fehlenden Kompetenzen anzueignen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

    Ein anderes Beispiel: Polizei und Bundeswehr. Wer sich hier bewerben möchte, muss auch einen Sporttest absolvieren. Das ist logisch – eine gewisse Fitness ist für den körperlichen Job Voraussetzung. Dazu kommt noch ein schriftlicher Test. Bewerber müssen beide Prüfungen bestehen, sonst sind sie draußen.

    So weit muss es aber gar nicht kommen. Auf Eignungstests kann man sich schließlich auch vorbereiten. Überspringt man diese Hürde, ist man dem Job ein großes Stück nähergekommen. Danach folgt noch das Vorstellungsgespräch. Schafft es der Bewerber, auch hier zu überzeugen, ist die Stelle so gut wie fix. Es sei denn, das Unternehmen fordert noch einen Probearbeitstag ein.

    Zusammenfassend kann man sagen: Der Eignungstest ist zwar nur eines von vielen Hindernissen für Bewerber, aber ein besonders hohes. Einen Blackout im Vorstellungsgespräch kann man vielleicht noch ausbügeln, im Eignungstest ist das schwieriger.

    Eignungstest Bewerbung: Was wird abgefragt?

    In vielen Branchen sind Eignungstests längst üblich. Sie sind auch keineswegs nur auf Berufsanfänger beschränkt und können alle treffen, ob IT-Experte oder Handwerker, Werbetexter oder Industriekaufmann.

    In akademischen Berufen ist das Assessment Center beliebt. Dabei kommen viele Bewerber zusammen, meist in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dort müssen sie Aufgaben lösen, kooperieren und die anwesenden Personaler von ihren Fähigkeiten überzeugen. Das Assessment Center stellt Eigenschaften wie Teamfähigkeit auf den Prüfstand – und ist daher schon per se ein Eignungstest. Integraler Bestandteil vieler Assessment Center ist zudem ein schriftlicher Test, der fachspezifische Fragen stellt – ein Eignungstest im Eignungstest gewissermaßen.

    Etablierte Führungskräfte wiederum werden nur selten ins Assessment Center gebeten. Sie unterziehen sich einem Einzelassessment. Auch das ist ein Eignungstest. Immerhin kommt Unternehmen ein Fehlgriff auf dieser Ebene teuer zu stehen. Eignungstests haben auch den Zweck, die langfristigen Kosten für den Arbeitgeber gering zu halten.

    Abgefragt wird in einem Eignungstest üblicherweise dies:

    • Allgemeinwissen
    • Logisches Denkvermögen
    • Mathematik
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Sprachverständnis
    • Technisches Verständnis
    • Räumliches Vorstellungsvermögen

    Von technischen Zeichnern wird weniger Sprachverständnis, dafür umso mehr räumliches Vorstellungsvermögen und Technik-Verständnis erwartet. Für Journalistenschüler dagegen ist die Sprache ihr wichtigstes Werkzeug, auch ein möglichst breites Allgemeinwissen ist wichtig.

    Aber keine Sorge: In der Regel gehen die Fragen im Eignungstest nur selten ganz tief ins Detail. Sie bauen auf Schulwissen auf. Es werden also keine Wunderdinge oder Geniestreiche von Ihnen erwartet.

    Es geht aber noch um etwas anderes: um die psychologische Dimension. Oft reicht die Zeit nämlich nicht aus, einen Eignungstest in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten. Daher kommt es darauf an, ob die beantworteten Fragen richtig sind. Und darum, welche Aufgaben der Bewerber priorisiert bzw. ausgelassen hat.

    Ist er oder sie womöglich in Panik geraten? Der Arbeitgeber will wissen, ob der Kandidat mit Stress umgehen und unter Zeitdruck arbeiten kann – eine Qualität, die jeder Arbeitgeber schätzt. Im Arbeitsalltag werden noch viele weitere stressige Situationen entstehen. Gut also, wenn der Kandidat ihnen gewachsen ist.

    Eignungstest Bewerbung: Das sollten Sie beherzigen

    • Allgemeinwissen

      Niemand erwartet von Ihnen enzyklopädisches Wissen. Ein solides Level sollte Ihr Allgemeinwissen aber schon haben. Oder würden Sie jemanden einstellen, der Rom für die Hauptstadt Spaniens hält?

      Ihr Allgemeinwissen ist eine Visitenkarte. Sie zeigt grob an, mit wem es der Arbeitgeber zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann – oder auch nicht.

      Warum ist Allgemeinwissen wichtig? Weil es belegt, dass Sie sich auf dem Laufenden halten und sich dafür interessieren, was um Sie herum passiert. Dass Sie neugierig und engagiert sind. Immerhin ist es für (fast) jedes Unternehmen heute wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

      Auch in punkto PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist dieser Punkt relevant. Nur wer Zusammenhänge richtig einordnen kann, ist in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen attraktiv zu positionieren.

    • Konzentration

      Konzentrationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Warum? Weil sie immer seltener wird. In der Dauerbeschallung von Smartphones, Fernsehern und Tablets fällt es von Tag zu Tag schwieriger, die Gedanken zu sammeln und den Fokus zu halten.

      Beim Eignungstest MÜSSEN Sie sich konzentrieren. Andernfalls werden Sie die Fragen nicht gut und richtig beantworten. Am Arbeitsplatz ist Konzentrationsfähigkeit ebenfalls von großer Bedeutung. Wer es kaum noch schafft, fünf Minuten NICHT aufs Handy zu blicken, der beschert seinem Arbeitgeber krasse Produktivitätsverluste.

      Im Eignungstest werden Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Eine Übung kann beispielsweise darin bestehen, sich 60 Sekunden lang Dutzende Begriffe ansehen und sie anschließend aus dem Gedächtnis aufzählen zu müssen.

      Konzentrationsfähigkeit hängt von vielen Parametern ab. Manchen fällt sie im Großraumbüro schwer, andere bringen auch Lärm und permanentes Gewusel nicht aus der Ruhe. Wer aber nicht einmal während des Eignungstests in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten, hinterlässt keinen überzeugenden Eindruck.

    • Logik

      Logisches Denken und Analysefähigkeit sind unglaublich schwer zu messen. Bedeutsam sind diese Eigenschaften gleichwohl. Es geht im Firmenalltag immer darum, Probleme zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Auch geht es um Schnelligkeit. Welches Problem besitzt Priorität?

      Im Eignungstest werden Bewerber mitunter mit Zahlenreihen konfrontiert. Diese sollen sinnvoll ergänzt werden. Oder es müssen zu bestimmten Begriffen passende Assoziationen gefunden werden.

      Und auch wenn Sie es nicht glauben: Logisches Denkvermögen ist nicht angeboren – jedenfalls nicht ausschließlich. Man kann es trainieren. Wenn Sie im Eignungstest überzeugen, weiß der Arbeitgeber: Wir haben es hier mit einem Arbeitnehmer zu tun, der Probleme analysieren – und auch lösen kann.

    • Persönlichkeit

      Im Anschreiben und vor allem im Vorstellungsgespräch gewinnt das Unternehmen einen Eindruck von der Persönlichkeit eines Bewerbers. Aber im Eignungstest? Ja, auch der Test lässt Schlüsse auf persönliche Charaktereigenschaften zu.

      Motivation, Kommunikationsvermögen, Pflichtbewusstsein – all das kommt auch im Eignungstest zum Ausdruck. Das Unternehmen will einen Kandidaten finden, der zur Firmenkultur passt.

      Dabei muss aber auch klar gesagt werden: Verstellen Sie sich nicht. Schreiben Sie nicht nur das auf, was die Personaler hören wollen. Sie wollen ja selbst auch im Unternehmen glücklich werden. Wenn es zwischen beiden einfach nicht passt, wird keiner von beiden Seiten glücklich.

    So oft scheitern Bewerber am Eignungstest

    Eignungstest Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 41 Prozent sagen: Weil seine Testergebnisse im Auswahlverfahren zu schlecht waren! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

    Damit liegen die versemmelten Eignungstests allerdings nur auf Platz 9 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

    [Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Wie man es richtig macht

    Bewerben ohne Berufserfahrung Tipps

    Bewerben ohne Berufserfahrung? Aussichtslos! Diesen Eindruck gewinnen Bewerber beim Blick in die Stellenanzeigen. Die berufliche Erfahrung, die jemand mitbringt, ist in der Tat ein wichtiges Einstellungskriterium. Berufsanfänger, Schulabgänger oder Hochschulabsolventen aber können damit nicht punkten. Auch Mütter oder Väter, die nach langer Auszeit in den Beruf zurückkehren möchten, müssen sich etwas einfallen lassen. Die gute Nachricht: Tricks und Hilfsmittel, derer sie sich bedienen können, gibt es einige. Bewerben ohne Berufserfahrung: So geht’s!

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Ein Teufelskreis!

    Ein Arbeitsmarkt-Klischee besagt: Unternehmen wollen vor allem Bewerber, die jung und billig sind, aber schon gaaaanz viel Berufserfahrung mitbringen. Oft ist da auch was dran. Wenn in Stellenanzeigen etwa gefordert wird, Bewerber für eine Junior- oder Einstiegsposition müssten mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Na prima!

    Im schlimmsten Fall führt das direkt in einen Teufelskreis: Keine Erfahrung, kein Job, keine Erfahrung, kein Job, immer noch keine Erfahrung, immer noch kein Job.

    Für gut ausgebildete Fachkräfte und Absolventen stehen die Chancen freilich sehr gut, eine adäquate Stelle zu finden – auch ohne mehrjährige Erfahrung. Aber anfangs besagte Fälle gibt es noch immer, und eine oft übertriebene Anspruchshaltung der Unternehmen ebenso.

    Was also soll jemand tun, der mit dem Verweis auf fehlende Berufserfahrung regelmäßig abgewiesen wird? Diesen Trend gilt es zu durchbrechen…

    Bewerben ohne Berufserfahrung: Warum ist es so schwer?

    Man brennt innerlich und würde alles geben, um diese Chance endlich zu bekommen – und zu nutzen. Indes: Man darf nicht. Wegen fehlender Berufserfahrung. Bewerber lässt das in einem Zustand der Ohnmacht zurück. Denn um Berufserfahrung sammeln zu können, braucht man diese Chance.

    Vielleicht hat man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium, womöglich sogar mit Top-Noten. Dazu Praktika und Nebenjobs bestritten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als berufliche Erfahrung lassen das viele Unternehmen aber nicht gelten. Man will ja schließlich eine Arbeitskraft einstellen, die man nicht mehr groß einarbeiten muss, die einem sofort weiterhilft. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits unrealistisch.

    Erfolglose Bewerber haben mehrere Optionen, um Berufserfahrung zu sammeln – auch ohne Berufserfahrung. Zum Beispiel die folgenden…

    Keine Berufserfahrung: 7 Tipps für Jobsucher

    So vergrößern Sie Ihre Chancen, wenn Sie sich trotz fehlender Berufserfahrung bewerben:

    1. Standort

      Den Radius vergrößern – das war schon immer eine Erfolgstaktik für Jobsucher. Bedeutet: Bewerben Sie sich in anderen Regionen, Städten, vielleicht sogar Ländern. Einen Umzug aus der Heimat bringt das mit sich, das stimmt. Aber es erhöht Ihre Erfolgsaussichten ganz erheblich – auch dann, wenn Sie bislang an der fehlenden Berufserfahrung gescheitert sind. Ein Umzug von Bremerhaven nach Baden-Württemberg etwa bringt Sie vielen Unternehmen näher, die massiv über fehlende Kräfte klagen. In Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel akut, in Bremerhaven die Arbeitslosigkeit hoch. Also: Im Süden werden Sie ungleich bessere Perspektiven haben, auch ohne langjährige Erfahrung einen Arbeitgeber zu finden, der Ihnen eine Chance gibt.

    2. Stellenanzeige

      Aus der Stellenanzeige lässt sich meist herauslesen, ob und welche Berufserfahrung gefordert ist. Manche erheben sie nicht zur Muss-Qualifikation, sondern zur Kann-Qualifikation. Wenn es etwa heißt: „Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert“ oder gar „Erste Berufserfahrung wünschenswert“, dann sollten Sie sich nicht von einer Bewerbung abhalten lassen. Zwar haben Erfahrene Vorteile, aber Unerfahrene landen nicht gleich auf dem Aussortiert-Stapel. Bestes Szenario für Sie ist: Sie erfüllen alle Anforderungen, die der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auflistet, einzig die Berufserfahrung fehlt. Dann sollten Sie in der Bewerbung vor allem auf die Qualitäten hinweisen, die deckungsgleich sind. Die fehlende Erfahrung können Sie beispielsweise so aufhübschen: „Ich brenne darauf, mein gesammeltes Knowhow endlich in die Praxis zu überführen.“

    3. Nischen

      Mit dem Strom schwimmen will keiner. Und trotzdem tun es (fast) alle. Bei den großen Konzernen wollen viele Absolventen unterkommen, für namhafte Arbeitgeber schaffen. Das ist auch völlig legitim. Allerdings gilt: Je größer das Unternehmen, desto populärer ist es, umso mehr Bewerber hat es und umso geringer sind die Einstellungschancen für jeden Einzelnen. Erst recht, wenn Sie noch keine oder kaum Berufserfahrung in die Waagschale werfen können. Schauen Sie sich daher nach Alternativen um. Die müssen gar nicht so viel schlechter sein. So gibt es in der Provinz unzählige Hidden Champions und Weltmarktführer, die unter dem Radar fliegen – und vielleicht auf Sie gewartet haben.

    4. Internationalität

      Ein Auslandsaufenthalt kann berufliche Erfahrung kompensieren – zumindest manchmal und teilweise. Er steht synonym für interkulturelle Kompetenz, Eigenständigkeit, Neugier und Kommunikationsvermögen – alles wertvolle Eigenschaften auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Außerdem lassen sich viele Auslandsaufenthalte kaum auf Echtheit überprüfen. Nein, damit wollen wir nicht andeuten, dass Sie schummeln, lügen und betrügen sollen. Aber Sie können durchaus ein paar Adjektive einstreuen, die Ihren Auslandsaufenthalt vorteilhaft beschreiben. So haben Sie im Work-and-Travel-Jahr in Australien nicht einfach Schafe geschoren, um sich die Weiterfahrt leisten zu können. Sie haben aktiv auf einer landwirtschaftlichen Farm mitgearbeitet und Arbeitserfahrungen gesammelt. Tipp daher: Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht aus, um Erfahrungen in Ihren Lebenslauf einfließen zu lassen. Nein, die zweiwöchige Abschlusstour an den Ballermann zählt nicht dazu. Aber eben Work-and-Travel-Reisen, Praktika, Schüler- und Studienaustausche, vielleicht sogar Kulturreisen.

    5. Kontakte

      Ein großes Netzwerk hilft bei der Jobsuche ungemein. Wer jemanden fragen kann, der jemanden kennt, der ein Unternehmen führt, das gerade neue Bewerber sucht. Gerade auf Jobsuche sollten Sie sich nicht zu schade sein, Ihre Kontakte zu aktivieren. In Zeiten von Xing und Linkedin wird es immer einfacher, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Und das sollten Sie auch tun. Denn nebenbei bemerkt ist es so: Wenn andere sehen, wie groß und verzweigt Ihr Netzwerk ist, imponiert ihnen das. Es suggeriert Expertise, Weltläufigkeit, Kommunikationsvermögen. Und es deutet an, dass sie schon herumgekommen sind in der Arbeitswelt (unabhängig davon, ob das stimmt). Das lässt Sie gleich wie eine gute Partie aussehen – echte Erfahrung hin oder her.

    6. Zeitarbeit

      Einem Absolventen mit guten Noten ist der Gang in die Zeitarbeit nur sehr bedingt zu empfehlen. Wenn Sie aber schon jahrelang auf Jobsuche sind, ohne Aussicht auf Besserung, dann können Sie die Zeitarbeit als Alternative in Betracht ziehen. Die Einstiegshürde ist deutlich niedriger. Sie können also endlich anfangen, Berufserfahrung zu sammeln. Die Lücken in Ihrem Lebenslauf werden nicht größer und größer. Außerdem gibt es den sogenannten Klebeeffekt: Wenn Sie das ausleihende Unternehmen so von sich überzeugen, dass es Sie nach einer Zeit fest übernehmen will. Das gelingt aber ehrlicherweise nicht jedem. Und es besteht die Gefahr, dass Sie tatsächlich kleben bleiben – nämlich in der Zeitarbeit.

    7. Knackpunkt

      Berufserfahrung ist und bleibt nur EIN Kriterium von vielen. Ein ganz wichtiger Tipp lautet: Finden Sie heraus, was den meisten anderen Bewerbern in Ihrem Wunschunternehmen fehlt – und nutzen Sie es zu Ihren Gunsten aus. Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich in einem mittelständischen Unternehmen als Kundenbetreuer bewerben. Dieses Unternehmen ist sehr bekannt, hat viele Sympathisanten und Unmengen an Bewerbungen auf dem Schreibtisch. Sie sind als Bewerber aber eher Durchschnitt und Ihnen fehlt außerdem – Sie ahnen es – die Berufserfahrung. Ihre Chancen sind ausgesprochen gering. Nun machen Sie aber die Entdeckung, dass die Firma aktuell eine Expansion nach Russland anstrebt. Sie sprechen zufällig russisch, weil Sie einen entsprechenden Migrationshintergrund haben. Geschätzt dürften nur ein paar Prozent aller anderen Bewerber ebenfalls fließend russisch sprechen. Für Kundenbetreuer in Russland aber ist russisch ein K.o.-Kriterium – ohne geht es nicht. Darum gehen Sie mit genau dieser Einzelkompetenz hausieren und lassen die fehlende Berufserfahrung fehlende Berufserfahrung sein. Das Unternehmen braucht einen Mitarbeiter, der russisch spricht. Darauf richten Sie Ihre Bewerbung aus. So kriegen Sie den Job – und nicht, indem Sie krampfhaft versuchen, die mangelnde Erfahrung zu verschleiern.

    Wie Sie Ihren Lebenslauf mit Berufserfahrung anreichern

    Erfahrung ist Definitionssache. Es gibt Menschen, die haben zehn Jahre gearbeitet, ohne etwas dazugelernt zu haben. Andere konnten aus einer zweiwöchigen Hospitation bahnbrechende Erkenntnisse mitnehmen. Im Bewerbungsprozess wird Erfahrung meist in Monaten und Jahren gemessen. Je länger, desto erfahrener.

    In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass Ihre bisherigen Stationen in einem möglichst guten Licht erscheinen. Ein Praktikum gewinnt gleich an Wert, wenn Sie Erfolge und Erkenntnisgewinn beschreiben. Fehlen diese Hinweise, könnte man meinen, Sie haben Ihre Zeit nur abgesessen und sehnlich darauf gewartet, endlich wieder nach Hause gehen zu können.

    Und: In Ihrem Privatleben gibt es bestimmt auch Stationen, die Sie einbringen können. Wenn Sie sich zum Beispiel im Sportverein engagieren oder als Elternsprecher der Kita. Das fällt formell nicht unter Berufserfahrung, aber ist doch eine sehr gute Argumentationshilfe für die eigene Bewerbung. Beispiel: Sie verkaufen regelmäßig alte Klamotten auf dem Flohmarkt in Ihrer Stadt. Ein ausgezeichneter Beleg dafür, dass Sie gut mit Kunden umgehen können und Spaß am Verkaufen haben – und der richtige Mann oder die richtige Frau für den Verkäufer-Job sind, für den Sie sich bewerben wollen.

    Kurzum: Es gibt Mittel und Wege, fehlende Berufserfahrung im Lebenslauf auszugleichen. Diese zählen dazu:

    • Weiterbildungen, Fortbildungen, auch private (z.B. Sprachen lernen)
    • Ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen oder sozialen Projekten
    • Private Projekte wie Blog schreiben, thematischen Instagram-Account pflegen, Nachhilfe geben…
    • Kurse (Malen, Töpfern, Singen, Sprachen)

    Ihre Engagements können Sie im Lebenslauf im Einzelfall sogar unter Berufliche Stationen auflisten. Aber nur dann, wenn sie für die angestrebte Stelle eindeutig relevant sind. Wenn nicht, dann führen Sie lieber eine eigene Rubrik ein, in der Sie ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unterbringen.

    Fehlende Berufserfahrung: Sie betrifft mehr als Sie glauben!

    Bewerben ohne Berufserfahrung Umfrage70 Prozent der Deutschen stecken in einem ungeliebten Job fest, behauptete das Karriereportal Linkedin Ende 2018. Trotzdem versuchen viele nicht, diesen Zustand zu ändern. Sie bleiben im alten Job kleben. Vor allem Millenials und Frauen plagen demnach Selbstzweifel. Warum bewerben sie sich nicht?

    • 33 Prozent glauben, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst.
    • 30 Prozent sagen, dass sie keine ausreichende Berufserfahrung haben.
    • 28 Prozent verlassen die eigene Komfortzone nur ungerne.

    Sie sehen: Nicht nur Langzeitarbeitslose oder Stay-at-home-Mamas sind mit diesem Problem konfrontiert. Sehr viele Arbeitnehmer glauben von sich, ihnen fehle die Erfahrung – und bewerben sich erst gar nicht. Ein Fehler – der nur denjenigen nützt, die sich TROTZDEM bewerben…

    [Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

    Bewerbung Werkstudent: Die besten Tipps

    Bewerbung Werkstudent Tipps

    Werkstudenten können sich glücklich schätzen. Sie haben einen Fuß in der Tür des Unternehmens, sammeln Erfahrung, Kontakte und bekommen deutlich mehr als ein Taschengeld. Doch zuerst müssen sich BWLer oder Informatiker eine Stelle sichern, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Eine lieblose Bewerbung führt da meist nicht zum Ziel. Bewerbung Werkstudent: So überzeugen Sie den Arbeitgeber davon, dass Sie ein Gewinn für ihn sind…

    Bewerbung Werkstudent: Warum sind die Stellen so begehrt?

    Stellen als Werkstudent sind so begehrt wie gute Noten im Studium. Sie sind so etwas wie die bessere Alternative zum Studentenjob. Während klassische Studentenjobs dazu da sind, um Geld zu verdienen, bauen Werkstudenten eine enge Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Sie sammeln schon während des Studiums wertvolle Berufserfahrungen, üben anspruchsvolle Tätigkeiten aus und vergrößern ihre Chancen auf einen Berufseinstieg – oft im gleichen Unternehmen.

    Viele Unternehmen stimmen ihre Aufgaben sogar auf das Studium und den Vorlesungsplan ihres Werkstudenten ab – eine immense Hilfe. So leidet das Studium nicht unter der Nebenbeschäftigung.

    Und noch ein Vorteil: Da es oft größere Unternehmen sind, die Werkstudenten-Stellen anbieten, sind diese in der Regel gut bezahlt: Bis zu 1.000 Euro pro Monat sind drin – für Studierende ein beträchtlicher Betrag.

    Und auch wenn es hinterher mit der Übernahme nicht klappt: Eine gute Referenz sollten Studenten allemal mitnehmen. Dadurch wird ihr Lebenslauf aufgewertet, die Attraktivität für andere Arbeitgeber steigt. Dafür müssen Werkstudenten natürlich auch eine Gegenleistung erbringen. Und die hat es in sich:

    • Bis zu 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche im Unternehmen – während der Vorlesungszeit.
    • In der vorlesungsfreien Zeit ist meist Vollzeitarbeit angesagt.

    Die Abschlussarbeit sollte über das Unternehmen geschrieben werden bzw. über ein Thema, das mit dem Unternehmen in Verbindung steht – und ihm selbst einen Erkenntnisgewinn liefert. Von wissenschaftlicher Freiheit kann dann nicht mehr die Rede sein.

    Die Bewerberzahlen sind oft sehr hoch. Bewerber müssen sich durch aufwändige Prozesse kämpfen und gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Manchmal bekommen Sie die Stelle sogar nur über Beziehungen.

    Bewerbung Werkstudent: Wie komme ich an eine Stelle?

    Die Vorlaufzeit ist in vielen Fällen lang. Werkstudenten müssen sich oft schon drei bis sechs Monate vor dem avisierten Eintrittstermin beim Unternehmen bewerben. Die Arbeitgeber wollen sich einerseits auf den Werkstudenten einrichten, andererseits müssen sie sich durch einen riesigen Stapel an Bewerbungen kämpfen. Das zieht sich.

    Zudem müssen oft noch festlegen, welche Aufgaben der Werkstudent übernehmen soll. Anforderungsprofile verändern sich – so wie der Arbeitsmarkt ingesamt. Als Bewerber sollten Sie zunächst diese Fragen beantworten, um in die engere Auswahl zu kommen:

    • Was studieren Sie?
    • Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich?
    • Warum wollen Sie gerade hier als Werkstudent anheuern?

    Es geht also darum, wie gut Sie zum Unternehmen passen, wie sehr Sie sich mit ihm und seinen Produkten identifizieren – und nicht zuletzt darum, was der Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann. Motivation und Mehrwert – dieses Duo bringt Sie auf dem Weg zur Werkstudenten-Stelle weiter.

    Dementsprechend sollten Sie in der Bewerbung auch nicht nur schreiben, dass Sie Praxiserfahrung sammeln wollen. Es geht nicht nur um Sie, auch um das Unternehmen. Warum sollte es Ihnen denn Praxiserfahrung gewähren; welche Gegenleistung bieten Sie an?

    Darum sollten Sie diese Aspekte in der Bewerbung Werkstudent möglichst genau beschreiben:

    • Motivation
    • Qualifikation
    • Aufgaben
    • Ziele

    Bewerbung Werkstudent: Soft Skills betonen!

    Wenn Sie sich für eine Stelle als Werkstudent bewerben, betonen Sie vor allem Ihre Soft Skills. Unternehmen wollen sich keinen Studenten ins Haus holen, der die Atmosphäre stört, den Zusammenhalt untergräbt oder die Abläuft stört. Keinen Besserwisser, Motzki, Nörgelpott, Quertreiber oder Tratschtante.

    Sicher, das gilt im Prinzip für ALLE Bewerber. Aber für Werkstudenten noch mehr. Sie haben keine oder kaum Berufserfahrung, auf die Sie sich berufen könnten. Eine begehrte Fachkraft lässt man nicht einfach vom Haken, nur weil sie in der Zusammenarbeit schwierig ist. Einen potenziellen Werkstudenten sofort.

    Wichtige Soft Skills für Werkstudenten sind:

    • Belastbarkeit
    • Emotionale Intelligenz
    • Empathie
    • Engagement
    • Flexibilität
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Kritikfähigkeit
    • Problemlösungskompetenz
    • Selbstdisziplin
    • Teamfähigkeit
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Zuverlässigkeit

    Welche Vorteile haben Werkstudenten?

    Werkstudenten sind aus vielen Unternehmen nicht wegzudenken. Immerhin bieten sie ihren Arbeitgebern handfeste Vorteile. Auf der anderen Seite sind sie aber deutlich teurer als Praktikanten. Und ihre Einarbeitung erfordert erheblichen Mehraufwand. Darum ist der Auswahlprozess manchmal sehr anspruchsvoll – und für den Bewerber oft vergeblich.

    Hat er oder sie die Stelle aber ergattert, winken Vorteile:

    Als Werkstudent sammelt man Erfahrung und kann sich beweisen. Ein Unternehmen, das einen fähigen Werkstudenten beschäftigt, ist in Zeiten von Fachkräfteengpässen gut beraten, ihm ein Übernahmeangebot zu machen. Der Berufseinstieg kommt näher.

    Und selbst wenn das nicht klappt und der Arbeitgeber keine Übernahme offeriert, verbessern sich die Jobperspektiven. Der Lebenslauf wird durch die Station aufgewertet. Eine gute Referenz gibt es noch obendrauf. Das sind Vorteile im kommenden Bewerbungsmarathon.

    Werkstudenten haben auch die Möglichkeit, sich in einem Beruf und einer Branche auszuprobieren. Dies gibt Orientierung und beantwortet offene Fragen. Nicht jeder Student hat schließlich einen klaren Karriereplan in der Tasche. Wenn der Job gefällt, kann man sich in dieser Nische einrichten. Ist die Stelle gar nichts für einen, schlägt man eben einen anderen Weg ein.

    Darüber hinaus sammeln Werkstudenten wertvolle Kontakte. Und Kontakte sind die Leitwährung auf dem modernen Arbeitsmarkt. Sie können auch später noch aktiviert werden. Wer weiß, vielleicht klappt es ja in einigen Jahren mit einer Anstellung im Unternehmen – wenn der aktuelle Einstellungsstopp vorüber ist zum Beispiel.

    Werkstudenten: Das sollten Sie wissen

    Bewerbung Werkstudent VersicherungStudenten dürfen während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dies besagt die sogenannte Werkstudentenregelung. Dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht. Dazu können auch mehrere Beschäftigungen – Minijob und selbstständige Tätigkeit zum Beispiel – zusammengerechnet werden.

    In diesem Fall ist die Tätigkeit für Studierende sozialversicherungsfrei. Sie zahlen genauso wenig wie Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Nur Beiträge zur Rentenversicherung müssen sie abführen.

    Außerdem gilt: Werkstudenten…

    • …sind einkommensteuerpflichtig. Die meisten bleiben aber unter dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro (Stand: 2019) und zahlen de facto keine Steuern.
    • …dürfen während der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
    • …müssen in einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein
    • …erwerben durch ihre Tätigkeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
    • …haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für maximal sechs Wochen.
    • …können nur in der Familienversicherung der Eltern bleiben, wenn ihr monatliches Einkommen 445 Euro (Stand: 2019) nicht übersteigt.
    [Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

    Bewerbung zurückziehen: So einfach ist das

    Bewerbung zurückziehen Tipps

    Manche bewerben sich mit der Schrotflinte, andere versenden ihre Unterlagen nur an ausgewählte Unternehmen. So oder so: Manchmal muss ein Unternehme vom Bewerber aus seiner Liste gestrichen und aussortiert werden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Doch wie ziehe ich eine Bewerbung zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren oder meinen Ruf aufs Spiel zu setzen? Bewerbung zurückziehen: So einfach kann das sein…

    Bewerbung zurückziehen: Warum sollte ich das tun?

    Wer eine Bewerbung zurückziehen möchte, muss sich in einer Luxussituation befinden. Er oder sie hat ganz offensichtlich eine bessere Alternative aufgetan, die entsprechende Stelle gar nicht mehr nötig. Doch gibt es weitaus mehr Szenarien, als man denkt, in denen man die eigene Bewerbung widerrufen möchte – oder zumindest darüber nachdenkt.

    Gründe können sein:

    • Eine schwere Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, in absehbarer Zukunft eine Tätigkeit auszuüben.
    • Eine Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst voll und ganz auf Ihren Nachwuchs konzentrieren.
    • Ein neuer Job Ihres Partners in einer anderen Stadt, Region oder im Ausland. Sie wollen ihm oder ihr dorthin folgen.
    • Wirtschaftliche Gründe. Zum Beispiel den, dass Sie sich ursprünglich für eine Teilzeitstelle beworben haben, nun aufgrund finanzieller Zwänge aber doch lieber in Vollzeit arbeiten möchte. Oder den umgekehrten Fall, dass Sie statt Vollzeit doch lieber Teilzeit arbeiten möchten.
    • Akute Bedenken. Sie könnten zum Beispiel Angst haben, dass Ihnen der Job doch nicht liegen wird, dass Sie die Anforderungen nicht erfüllen oder auch, dass Sie massiv überqualifiziert sind.
    • Informationsgewinn. Sie haben neue Informationen erhalten – durch das Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda – die den künftigen Arbeitgeber sehr unvorteilhaft aussehen lassen. Deswegen wollen Sie lieber Abstand von einer Anstellung nehmen.
    • Den Probearbeitstag haben Sie als katastrophal empfunden.
    • Das angebotene Gehalt entspricht in keinster Weise Ihren Erwartungen.

    Und das sind nur einige Gründe; es gibt ganz sicher noch sehr viel mehr. Aber egal, weswegen Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen, Sie sollten Ihren Rückzieher offen und ehrlich kommunizieren. Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen oder auf Anfragen nicht reagieren, das wäre kein guter Stil. Das haben Sie überhaupt nicht nötig – und es spricht sich in der Branche vielleicht sogar herum. Nicht gut!

    Aber wie sagen Sie es dem Unternehmen nur? Karrieresprung hat folgende Vorschläge für Sie…

    Bewerbung zurückziehen: 3 gute Argumente

    Natürlich kann es passieren, dass der Arbeitgeber verschnupft auf Ihren Rückzieher reagiert. Immerhin hat er Zeit und Mühe investiert, Ihre Bewerbung gesichtet, Sie vielleicht sogar schon zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alles für die Katz!

    Andererseits gehören Absagen zum Recruiting-Prozess dazu wie die Drehleiter zur Feuerwehr. Sie sind für Personaler das tägliche Brot. Und was wäre die Alternative? Die Füße still halten und nichts mehr von sich hören lassen? Dies würde das Personalbüro erst recht verärgern und überdies ebenfalls Arbeit verursachen. Und eine zweite Chance bekommen Sie in dem Unternehmen so schnell auch nicht mehr.

    Sie könnten natürlich auch den Umweg über die Probezeit gehen. Sie nehmen Ihre Arbeit auf und kündigen dann gefahrlos in der Probezeit. Aber dies würde nur Zeit kosten und wäre unehrlich. Wozu das Theater?

    Vor allem drei Gründe sprechen dafür, eine Bewerbung offen und ehrlich wieder zurückzunehmen…

    1. Manieren

      Anstand, Manieren, Gepflogenheiten – klingt wie der Auszug aus einem Lehrbuch des 19. Jahrhunderts, ist aber aktueller, als wir manchmal glauben. Höflichkeit ist eine Tugend – auch heute noch. Es gehört sich schlicht und einfach, einem Unternehmen abzusagen, wenn man eine andere Stelle gefunden hat oder aus einem anderen Grund von der Bewerbung Abstand nehmen will. Das sollte als Grund doch eigentlich schon genügen, oder? Kleiner Tipp: Es fühlt sich richtig gut an, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein. Probieren Sie es mal aus!

    2. Ruf

      Ihr Ruf wird massiv beschädigt, wenn Sie nicht souverän mit der Situation umgehen. Sie wissen ja: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Das gilt gerade für kleine, überschaubare Branchen mit einer begrenzten Anzahl von Arbeitgebern. So etwas könnte sich herumsprechen – schlecht für Sie! Außerdem werden Boomerang-Karrieren immer beliebter. Boomerang bedeutet: Man verlässt das Unternehmen im Guten, um anderswo eine neue Herausforderung anzunehmen. Gelingt die nicht so wie erwartet, kehrt man in die alte Firma zurück. Es wird jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein, wenn man sich dort gerne an Sie erinnert.

    3. Fairplay

      Nicht jeder Sportler ist ein fairer Sportsmann. Aber die meisten sind es sehr wohl. Das merkt schnell, wer Judo oder Rugby, Handball oder Hockey spielt. Auch zur Bewerbung gehört der Fairplay-Gedanke dazu. Wenn Sie absagen, geben Sie Ihren Mitstreitern eine Chance. Das ist nur fair – und richtig.

    Wie ziehe ich meine Bewerbung zurück?

    Sie haben im Grunde drei Alternativen:

    • Anruf
    • Brief
    • E-Mail

    Karrieresprung empfiehlt Ihnen Variante 1, den Anruf. Er hat folgende Vorteile: Die Absage ist schnell erledigt. Sie können sicher sein, dass der Empfänger Ihre Absage erhalten hat und Sie aus dem Bewerbungsprozess nimmt. Sie müssen kein Porto bezahlen und nicht auf eine Reaktion des Empfängers warten. Die kriegen Sie nämlich sofort. Außerdem wirkt es selbstbewusst, zum Hörer zu greifen und die Situation persönlich zu regeln. Es schindet Eindruck – wenigstens ein bisschen.

    Eine Alternative ist der Absagebrief. Er zeugt von Stil und einem Mindestmaß an Mühe, die Sie sich extra gemacht haben. Immerhin mussten Sie Formulierungen finden, den Brief aufsetzen und zur Post bringen. Das ist sehr viel aufwändiger als eine kurze E-Mail in die Tasten zu hauen.

    Die ist selbstverständlich auch eine Option. Schließlich haben Sie die E-Mail-Adresse des Personalers vermutlich schon. Wenn Sie also eine E-Mail schreiben, kommt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch an. Wenn nicht, wird Ihnen das hoffentlich in Form eines Abwesenheitsassistenten mitgeteilt. Aber investieren Sie ausreichend Zeit, um die richtigen Formulierungen zu finden und belassen Sie es nicht bei ein oder zwei Sätzen. Das wäre unhöflich.

    Im Übrigen können Sie auch eine Mischform wählen. Erst eine Absagemail schreiben und hinterher noch einmal durchklingeln oder umgekehrt am Telefon erwähnen, dass Sie Ihre Absage auch noch schriftlich bestätigen. Das zeigt Professionalität. Unternehmen schätzen das.

    Wie baue ich meine Absage auf?

    Haben Sie sich für eine schriftliche Variante entschieden? Sie können sie im Prinzip so ähnlich aufbauen wie ein Anschreiben:

    • Briefkopf (Ihr Name, Anschrift, Kontaktdaten)
    • Name, Anschrift des Empfängers
    • Datum
    • Betreff
    • Persönliche Anrede
    • Absage
    • Grußformel
    • Unterschrift

    Kein Personaler will sich lange Essays durchlesen, warum Sie den Job doch nicht wollen. Höchstens, um sich zu amüsieren. Den Gefallen sollten Sie ihm nicht tun. Bleiben Sie kurz und prägnant. Aber nicht ZU kurz. Ein Satz a la „Hiermit möchte ich meine Bewerbung für die Stelle as Controller zurückziehen. Mit freundlichen Grüßen“ wirkt wie ein höflicheres „Leck mich“. Sie sollen keine Rechtfertigungen, aber Begründungen liefern. Diese hat die Firma durchaus verdient.

    Bauen Sie die Absage inhaltlich so auf:

    • Danksagung: Als Erstes bedanken Sie sich für die Möglichkeit, dass Sie sich im Unternehmen bewerben konnten beziehungsweise dass Sie schon zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.
    • Begründung: Nun führen Sie den Grund an, der für Ihre Absage ausschlaggebend ist. Mehr als zwei Gründe sollten es auf keinen Fall sein. Selbst wenn Sie mehrere gute Gründe für eine Absage haben, sollten Sie nicht alle aufzählen – nur den Hauptgrund. Andernfalls würde der Text wie eine einzige Rechtfertigung wirken und rechtfertigen müssen Sie sich nicht.
    • Bedauern: Drücken Sie Ihr Bedauern darüber aus, dass Sie dem Unternehmen Umstände bereitet haben, aber bitten Sie gleichzeitig um Verständnis für Ihre Entscheidung.

    Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 1

    So könnten Sie eine Absagemail formulieren:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

    haben Sie vielen Dank, dass ich mich vor einigen Wochen auf Ihre Stellenanzeige als Controller bewerben konnte.

    Hiermit möchte ich diese Bewerbung aber wieder zurückziehen. Ich hatte zwar großes Interesse an der Stelle und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot erhalten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses noch besser mit meinen beruflichen Plänen vereinbar ist. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen absagen und bitte um Ihr Verständnis.

    Wenn ich Ihnen Umstände bereitet haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, Sie finden schnell den richtigen Mann oder die richtige Frau für die Stelle.

    Für Ihr freundliches Entgegenkommen bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Tim Taler

    Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 2

    So könnte Ihre Absage aussehen, wenn Sie bereits eine Zusage des Unternehmens erhalten haben:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

    ich freue mich sehr über Ihre Zusage für die Stelle als Marketingassistent und bedanke mich für Ihr Vertrauen.

    Allerdings habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Stelle nicht anzutreten. In der Zwischenzeit habe ich ein anderes Angebot erhalten, was meinen beruflichen Plänen noch besser entspricht. Daher möchte ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.

    Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen dadurch Umstände bereite, bitte Sie aber um Verständnis für meine Entscheidung. Die Wahl fiel jedenfalls nicht GEGEN Ihr Unternehmen, sondern FÜR ein anderes.

    Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr freundliches Entgegenkommen und hoffe, dass Sie die Stelle zügig neu besetzen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tim Taler

    Bewerbung zurückziehen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

    Hier sind weitere Satzbausteine, die in einer Absage benutzt werden können:

    • Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein Angebot erhalten, was noch ein bisschen besser zu mir passt. Darum ziehe ich meine Bewerbung schweren Herzens wieder zurück.
    • Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis.
    • Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken. Von Ihrem Unternehmen habe ich dabei einen sehr positiven Eindruck gewonnen und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit für ein anderes Stellenangebot entschieden, das mich noch etwas mehr reizt. Daher möchte ich Ihnen heute leider absagen.
    • Vielen Dank für das positive Feedback auf meine Bewerbung. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot angenommen, das noch besser zu mir passt. Daher muss ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.
    • Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich muss meine Bewerbung hiermit leider zurücknehmen. Nach gründlicher Überlegung glaube ich, dass ein anderes Stellenangebot meinem Profil noch besser entspricht und habe es daher angenommen. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedauere es, Ihnen Umstände bereitet zu haben.

    Interne Bewerbung zurückziehen

    Interne Bewerbung zurückziehenSie haben längst gemerkt: Der Ton macht auch bei einem Bewerbungsrückzieher die Musik. Das gilt umso mehr, wenn es sich um eine interne Bewerbung handelt. Sie werden den Personen im Flur über den Weg laufen, denen Sie zuvor einen Korb gegeben und Umstände bereitet haben.

    Darum ganz wichtig: Begründung liefern, aufrichtig bedanken und bedauern. Am besten persönlich anrufen – oder im Büro vorbeischauen! So können Sie Missverständnisse aus dem Weg räumen und Ihre Beweggründe darlegen.

    [Bildnachweis: Lolostock by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch verschieben: Auf diese Weise klappt es

    Vorstellungsgespräch verschieben Tipps

    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber sieht das der Arbeitgeber genauso? Diese Frage stellen sich Bewerber, die ein Vorstellungsgespräch verschieben wollen oder müssen. Schließlich kann eine lästige Erkältung dazwischenkommen oder ein privater Notfall oder ein Geschäftstermin oder… Ob die Chancen durch eine Absage auf den Nullpunkt sinken oder so intakt sind wie zuvor, kommt auf Umstände und Begründung an. Einen guten Grund nimmt kein seriöser Arbeitgeber dem Bewerber übel, einen schlechten umso mehr…

    Vorstellungsgespräch verschieben: Geht das überhaupt?

    Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut sich jeder. So manch einer flippt sogar regelrecht aus. Viel Zeit für eine Reaktion indes bleibt nicht. Man sollte schon innerhalb von zwei Werktagen den Termin bestätigen – das erwarten Arbeitgeber von einem Bewerber.

    Bleibt die Terminbestätigung aus, entsteht der Eindruck, man sei in Wahrheit gar nicht so heiß auf den Job. Und das bringt einen direkt wieder ins Hintertreffen gegenüber der Konkurenz.

    Auf der anderen Seite schauen Bewerber heute aufmerksam nach links und rechts. Mit anderen Worten: Sie bewerben sich anderweitig. Das erhöht ihre Chancen, so schnell wie möglich wieder in Arbeit zu kommen. Und es streut gewissermaßen das Risiko, verringert die Abhängigkeit von den Launen EINES Arbeitgebers.

    Dann kann es passieren, dass man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zusagen fürs begehrte Jobinterview bekommt. Das schmeichelt der geschundenen Seele, kann einen aber gleichzeitig in arge Terminnot bringen. Denn vielleicht überschneiden sich die Termine.

    Was tun in solch einem Fall?

    Vorstellungsgespräch verschieben: Damit testen Sie den Arbeitgeber!

    So mancher verkneift sich den Wunsch nach einer Terminverschiebung. Das könnte dem Arbeitgeber sauer aufstoßen, so der Glaube, und die Jobchancen verringern. Doch das ist Mumpitz.

    Einen Termin gibt man nicht vor, man spricht ihn ab. Dazu gehört, dass beide Seiten mit ihm einverstanden sind. Es gibt sicher Ausnahmen: Findet ein Bewerber partout keine Übereinstimmung und kann drei, vier, fünf angebotene Termine aus den verschiedensten Gründen nicht wahrnehmen, spricht das nicht gerade für seine Motivation. Ein wenig entgegenkommen müssen Sie dem Unternehmen dann schon…

    Grundsätzlich aber ist die Bitte nach Terminbestätigung keine reine Höflichkeitsfloskel. Ja, Bewerber dürfen sehr gerne nach einer Alternative fragen oder diese von sich aus anbieten. Bedenken Sie: Ein Arbeitgeber, der zu keinem Kompromiss bereit ist und stur auf diesem einen Termin besteht, wird Sie und Ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag auch nicht sonderlich wertschätzen.

    Genau das spricht sogar dafür, explizit nach einem neuen Termin zu bitten: Zeigt das Unternehmen Verständnis und kommt Ihnen entgegen, dann dürfen Sie an dieser Stelle einen Haken machen – und es in die engere Wahl Ihrer Wunsch-Arbeitgeber aufnehmen.

    3 gute Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

    Generell gilt: Ja, Vorstellungsgespräche dürfen Sie guten Gewissens verschieben. Vielleicht sollten Sie es sogar. Eine Begründung aber sollten Sie in jedem Fall mitliefern. Es liegt in der Natur der Sache, dass es gute und schlechte Gründe gibt.

    Das sind gute Gründe:

    1. Geschäftliches

      Wenn Sie momentan auf Arbeitssuche sind, fallen geschäftliche Termine als Absagegrund für Sie aus. In einem bestehenden Arbeitsverhältnis aber ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie unabkömmlich und auf Reisen sind. Ein Business-Termin ist ein exzellenter Absagegrund, unterstreicht er doch Ihren Stellenwert im Noch-Unternehmen. Man könnte sogar sagen, er lässt Sie wichtig erscheinen. Denn vermutlich haben Sie sich diskret beworben und Ihr aktueller Arbeitgeber weiß davon überhaupt nichts. Dies ist der Normalfall und auch keineswegs verwerflich.

    2. Privates

      Hier wird es schon kniffliger. Für manche Privattermine hat Otto-Normal-Arbeitgeber sicher Verständnis, für andere weniger. Ein Polterabend oder der Geburtstag eines alten Schwippschwagers mögen bei Ihnen rot im Kalender stehen. Deshalb ein Vorstellungsgespräch absagen? Lieber nicht. Einen Familienurlaub dagegen, den Sie lange zuvor geplant und gebucht haben, müssen Sie nicht kurzerhand wieder absagen. Auch die Taufe Ihres Patenkindes oder eine wichtige Klausur im Studium sind allemal wichtiger als ein Jobinterview. Grünes Licht! Und sollte der Arbeitgeber das anders sehen, kann er Sie gerne mal kreuzweise… Aber Sie merken: Ein wenig Gefühl in den Fingerspitzen bringt Sie in Ihrer Entscheidungsfindung weiter.

    3. Krankheit

      Wenn Sie krank sind, können Sie nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Punkt. Das gilt auch, wenn Ihr Kind erkrankt ist. Es handelt sich also um einen guten und nachvollziehbaren Grund. Aber das denken die meisten, deshalb ist Krankheit auch ein gern genutztes Alibi. In jedem Fall erweckt die Absage Misstrauen. Darum können Sie maximal zwei Tage vor dem Termin die Karte Krankheit spielen. Erkrankungen sind schließlich (meist) etwas Kurzfristiges. Niemand weiß, ob er in zwei Wochen erkältet sein wird – logisch. Krank zum Vorstellungsgespräch erscheinen kann man übrigens sehr wohl, wenn man den Job unbedingt will. Aber: Man bringt vermutlich nicht die Leistung, die man in gesundem Zustand bringen könnte.

    4 schlechte Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

    Das sind schlechte Gründe, um ein Vorstellungsgespräch zu verschieben:

    1. Auswahl

      Ehrlichkeit ist eine Tugend, ja. Aber in diesem Fall ist unser Rat: Greifen Sie auf eine Notlüge zurück. Denn wenn Sie wirklich das Jobinterview absagen mit der Begründung, Sie haben parallel noch ein anderes, dann könnten Sie Ihrem Gesprächspartner auch gleich mit der Bratpfanne eins überbraten. Es sagt so viel wie: Ihr hier seid für mich nur zweite Wahl, wenn überhaupt. Das andere Unternehmen ist mir deutlich wichtiger. Von der Motivation, über die ich euch in meinem Anschreiben vorgeschwärmt habe, kann keine Rede sein. Das Ganze grenzt schon fast an eine Ehrverletzung. Sie könnten also genauso gut Ihre Bewerbung zurückziehen. Mit einer Ausnahme: Sie sind als Fachkraft so selten und begehrt, dass Sie sich dieses dreiste Verhalten leisten können – als Softwareentwickler zum Beispiel. Aber für die Mehrheit ist es nicht zu empfehlen – und für viele das sofortige Aus.

    2. Therapie

      Wenn Sie sich angreifbar machen wollen, dann verschieben Sie Ihren Termin mit dem Hinweis, Sie hätten an diesem Tag schon einen Therapie-Termin. Das kann eine Therapie beim Psychiater oder den anonymen Alkoholikern oder gegen chronische Rückenschmerzen oder Depressionen sein. Daran ist auch überhaupt nichts Verwerfliches. Aber es offenbart einen Makel, der Sie weniger leistungsfähig erscheinen lässt. Für Arbeitgeber ein Warn-Signal! Für Depressionen etwa muss sich niemand schämen, Arbeitgeber aber müssen mit erhöhten Fehlzeiten rechnen. Ein schwacher Rücken ist für Handwerker, die sich häufig bücken müssen, ebenfalls kein Gütesiegel. Falls Sie es noch nicht wussten: Zu Angaben über ihre Gesundheit sind Bewerber nicht verpflichtet. Tipp auch hier: Eine Notlüge ist die bessere Alternative.

    3. Vorsorge

      Arzttermine sind delikat. Auf der einen Seite zeugt es von Ihrem Verantwortungsbewusstsein, wenn Sie Ihren Vorsorgetermin nicht verschieben wollen. Vielleicht sind Sie erblich vorbelastet und warten schon ewig auf die Darmspiegelung oder das Brust-Screening. Auf der anderen Seite sind solche Vorsorgetermine von langer Hand geplant. Man kann sie prinzipiell auch auf einen anderen Termin legen. Wenn Ihnen nun der Arzttermin wichtiger ist als das Jobinterview, dann liegt Ihnen an der Stelle SO VIEL offensichtlich nicht. Oder aber Sie müssen gesundheitlich so angeschlagen oder gefährdet sein, dass es wiederum Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit zulässt. Klar ist aber: Manche Termine sind schwieriger zu rechtfertigen als andere. Einen reinen Vorsorgetermin ohne akute Beschwerden beim Zahnarzt kann man durchaus schieben, einen Nachsorgetermin nach einer OP nicht. Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an.

    4. Nichts

      Eine Begründung, die keine ist, ist ein No-Go. Wenn Sie gar keinen Absagegrund nennen, ist das unhöflich und ein Ausschlussgrund. Nach dem Motto: Hmm, nö, da kann ich nicht. Oder etwas förmlicher: An diesem Termin bin ich leider verhindert. Es gibt natürlich Arbeitgeber, die eine solch vage Absage akzeptieren, aber verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Das gilt auch für den simplen und unbegründeten Wunsch, dass man lieber einen anderen Termin vorziehen würde. Es geht nicht nur um die Wünsche des Bewerbers, auch um die Zwänge des Arbeitgebers. Fehlende Begründungen sind ein Zeichen geringer Motivation und Wertschätzung. Darum sollten Sie immer einen Grund mitliefern.

    Glück haben Bewerber, die zwischen zwei Terminen ausreichend Puffer vorfinden. So viel, dass sie das eine Jobinterview morgens und das andere nachmittags führen können. Optimal, oder?

    Nein, optimal ist auch dieses Szenario nicht. Bewerber halsen sich sehr viel Stress auf und sind beim zweiten Jobinterview wahrscheinlich schon sehr abgekämpft. Höchstleistung adé!

    In dem Fall picken Sie sich lieber Ihren Favoriten heraus und bitten für Nummer zwei um einen Alternativtermin. Eine gute Begründung haben Sie ja jetzt…

    Wie verschiebe ich mein Vorstellungsgespräch?

    Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch verschieben möchten, können Sie das entweder…

    • per Telefon.
    • oder per E-Mail.

    Es versteht sich von selbst, dass Sie keinen Brief mehr schreiben, wenn Sie morgen wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht erscheinen können. Sowieso könnten Unternehmen an Ihrer Digitalkompetenz zweifeln, wenn Sie sich auf dem Postweg melden. Und digitale Skills sind heute wichtiger denn je.

    Am empfehlenswertesten ist die telefonische Variante. Ein Anruf geht schnell, ist persönlich, sicher, unkompliziert. Lange Kettenmails fallen weg, Sie können ruckzuck einen Ersatztermin ausmachen. Haben Sie die Nummer Ihres Ansprechpartners nicht zur Hand, rufen Sie in der Zentrale an und lassen Sie sich diese geben. Vergessen Sie aber nicht, sich schon vorher zwei oder drei Alternativtermine zu überlegen, die Sie anbieten können. Das ist professionell.

    Wenn Sie aber Bammel vor einem Anruf haben (weil Sie eine Notlüge auftischen müssen zum Beispiel), dann schreiben Sie eine E-Mail und halten sich dabei an diesen Aufbau:

    • Für die Einladung bedanken.
    • Weiterhin Freude und Motivation zum Ausdruck bringen.
    • Den Termin mit Bedauern absagen.
    • Um einen Alternativtermin bitten.
    • Selbst mehrere Termine vorschlagen.

    Im Anschluss finden Sie zwei Beispieltexte für Ihre Absage-Mail…

    Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 1

    So könnte Ihre E-Mail aussehen:

    Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

    vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut und freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

    An dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin bin ich allerdings verhindert (ich habe geheiratet und bin dann in den Flitterwochen). Daher würde ich mich gerne an einem anderen Termin bei Ihnen vorstellen. Ich könnte Ihnen folgende Termine anbieten:

    Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
    Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
    Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

    Wann passt es Ihnen am besten? Für weitere Vorschläge Ihrerseits bin ich natürlich ebenfalls offen.

    Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Hansen

    Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 2

    Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

    herzlichen Dank für die Einladung zum Bewerbungsgespräch, über die ich mich sehr gefreut habe.

    Ich bin an der Stelle sehr interessiert, allerdings an dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin verhindert. Für meinen aktuellen Arbeitgeber bin ich auf Geschäftsreise. Diese Reise kann ich leider unmöglich verschieben. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

    Ich würde Sie daher bitten, einen Ersatztermin für mich zu finden – gerne auch kurzfristig. Folgende Termine kann ich Ihnen meinerseits schon einmal anbieten:

    Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
    Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
    Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

    Ich würde mich freuen, wenn Ihnen einer davon passt. Wenn nicht, rufen Sie mich auch gerne über meine Mobilnummer (0123-123456789) an, damit wir einen Ersatztermin abstimmen können.

    Ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldung und das persönliche Kennenlernen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Hansen

    [Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

    Warum haben Sie gekündigt? So punkten Bewerber!

    Warum haben Sie gekündigt

    „Warum haben Sie gekündigt?“ „Also das ist ganz einfach. Mein Chef war ein Vollpfosten, die Kollegen unerträglich, die Firma ohnehin ein Ort des Wahnsinns und die Lage im Gewerbegebiet gruselig. Ach ja, und das Gehalt war genauso mies wie das Kantinenessen.“ Fraglich, ob Bewerber mit dieser Antwort Punkte auf ihr Konto einzahlen. Besser, Sie antworten auf folgende Art und Weise…

    Darum stellen Personaler Ihnen diese Frage

    Sie wollen wissen, warum Sie wechseln wollen. Und auch, wie hoch Ihre Frustrationstoleranz ist. Denn angenommen, Sie wollen Ihren Arbeitgeber wegen vermeintlicher Petitessen verlassen, wie werden Sie sich dann am neuen Arbeitsplatz verhalten, sobald erste Schwierigkeiten auftreten?

    Arbeitgeber wollen keine Job-Hopper, sondern Mitarbeiter, die sich committen. Darum fragen Sie manchmal auch indirekt: Wie lange sind Sie schon auf Jobsuche? Warum suchen Sie aktuell eine neue Stelle? Was hat Ihnen an Ihrem letzten Arbeitsplatz nicht gefallen?

    So kann der Interviewer klären, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig gehen – und wo mögliche Konfliktfelder lauern. Die Frage ist für Sie als Bewerber ausgesprochen heikel. Besser, Sie manövrieren sich nicht in eine ausweglose Situation. Dafür ist es wichtig, sich vorab hieb- und stichfeste Antworten zu überlegen. Ehrlich und authentisch sollten die aber schon sein…

    5 schlechte Kündigungsgründe

    Es gibt zahlreiche Kündigungsgründe. Aber nicht alle sind gute. Manche sollten Sie in der Bewerbung lieber verschweigen. Zum Beispiel diese schlechten Kündigungsgründe:

    1. Chef

      Ein altes Business-Bonmot besagt: Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs. Das stimmt auch sehr häufig. Aber laut sagen sollten Sie es nicht. Kritik am früheren Boss ist eine Lästerei. Und Lästern ist schlechter Stil, illoyal und charakterschwach. Erstens begeben Sie sich damit selbst in die Rolle des Opfers. Zweitens weckt es Zweifel an Ihrer Loyalität dem neuen Arbeitgeber gegenüber. Werden Sie später auch schlecht über ihn reden? Wahrscheinlich ja.

    2. Herausforderung

      Sie haben den Großteil der Arbeitszeit damit verbracht, vor dem Rechner Solitaire zu spielen? Wäre definitiv eine witzige Antwort, aber sicher nicht zu Ihrem Vorteil. Natürlich gibt es langweilige Jobs und Aufgaben und Zeitabschnitte. Manch einer steht vielleicht sogar vor dem Boreout. Aber dann stellt sich die Frage: Wieso haben Sie nicht schon viel früher gekündigt? Zweite Frage: Warum wird ein vermeintlicher Leistungsträger wie Sie nicht intensiver in die wichtigen Prozesse des Unternehmens eingebunden? Und drittens: Weshalb haben Sie nicht selbst versucht, an diesem Zustand etwas zu ändern? Denn seinen Job kann man auch selbst mitgestalten, formen und spannender machen. Das nennt sich Job Crafting.

    3. Atmosphäre

      Die Vorgesetzte war ein Biest, der Kollege ein Lästermaul und die Neue eine Intrigantin. Die Harmonie im Team hat nicht gestimmt. Sie haben darunter am meisten gelitten, wurden vielleicht sogar gemobbt. Sehr nachvollziehbar, dass Sie kündigen wollen. Trotzdem stehen Sie vor einem Dilemma: Die Disharmonie im Team fällt auf Sie zurück – unabhängig davon, ob Sie sich wirklich in irgendeiner Weise etwas haben zu Schulden kommen lassen oder nicht. Ein Team besteht aus seinen einzelnen Mitgliedern. Und Sie waren eines davon. Dass es gekracht hat, muss auch an Ihnen gelegen haben. So ist jedenfalls der Eindruck, den man als neutraler Beobachter gewinnt. Zudem wäre es souveräner gewesen, wenn Sie sich durchgebissen und weitergemacht hätten – trotz Ihrer Meinungsverschiedenheiten. Denn die wird es im neuen Unternehmen garantiert auch geben…

    4. Stress

      Der alte Job war die Hölle, die Arbeitsbelastung einfach viel zu hoch. Sie mussten für zwei schuften, weil eine vakante Stelle langfristig nicht besetzt werden konnte. So viel Druck, so viel Stress. Ganz schlimm das alles! Mag sein, aber ein guter Kündigungsgrund ist dies ebenfalls nicht. Stressresistenz ist eine Grundvoraussetzung in vielen Berufen und Branchen. Und von einem Mitarbeiter erwartet man nun einmal Mehreinsatz und die ein oder andere Überstunde, wenn Not am Mann ist. Der Arbeitgeber will Sie einstellen, weil sie belastbar, leistungsfähig und motiviert sind.

    5. Feedback

      Mitarbeiter wollen auch mal gelobt werden. Andernfalls schalten Sie irgendwann einen Gang zurück und schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, wenn überhaupt. Eine Dauerbelobigung indes kann niemand erwarten. Zu negatives Feedback und zu viel Kritik – das sollten Sie auf keinen Fall als Kündigungsgrund nennen. Erstens könnte ja in der Kritik ein wahrer Kern stecken, wer weiß. Und zweitens wirken Sie so wie jemand, der nicht mit Kritik umgehen kann – und sich nicht weiterentwickelt.

    Sie sehen: Als Bewerber können Sie vieles sagen, was Ihren Gesprächspartner auf eine ungünstige Fährte lockt. In Wahrheit kann er Ihnen sogar ALLES negativ auslegen. Jede Antwort, die Sie geben, bleibt suboptimal. Warum? Weil Sie die Vergangenheit, das Negative und die Fehler in den Fokus holen.

    Dann wirkt es so, als würden Sie sich immer nur auf die schlechten Seiten des Jobs konzentrieren. Der Arbeitgeber wird sich die Frage stellen, ob dies im neuen Job nicht wieder genauso sein wird. Sie wollen sich ja nicht als Jammerlappen präsentieren, sondern als zuversichtlicher Möglichmacher.

    Warum haben Sie gekündigt: Das ist wichtig

    Es ist empfehlenswert, dass Sie die Frage ganz nüchtern und professionell aufnehmen und den Blick sogleich wieder nach vorne richten. Tenor: Ich bin in dieser Position unter meinen Möglichkeiten geblieben – dieses Gefühl hatte ich jedenfalls – und habe keine Herausforderung mehr gesehen und keine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

    Verkneifen Sie sich Seitenhiebe und Lästereien – selbst, wenn das Betriebsklima in Ihrem alten Unternehmen wirklich auf dem Nullpunkt angekommen sein sollte. Was Sie zum Beispiel sagen können: Unser Team ist umstrukturiert und komplett neu ausgerichtet worden. Dabei ist mir klar geworden, dass dies nicht die richtige Position für mich ist. Und dann ist es besser – für BEIDE Seiten besser – wenn man diesen Zustand überdenkt.

    Sie sehen: Man muss keineswegs immer rosa Puderzucker über alles streuen. Wenn etwas negativ war, dann müssen Sie es nicht als paradiesisch umetikettieren. Ehrlichkeit, Selbstreflexion und Souveränität kommen so zum Ausdruck. Und das ist nicht verbittert, sondern zukunftsorientiert.

    Warum haben Sie gekündigt: Formulierungsbeispiele

    Nichtsdestotrotz lautet die Devise: Niemals über alte Arbeitgeber lästern! Das zeugt von Charakterschwäche. Und es sagt mehr über Sie aus als über denjenigen, über den Sie lästern.

    Führen Sie möglichst sachliche Gründe für den geplanten Jobwechsel an: Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, neue Branche, neue Herausforderung. Hier sind ein paar Formulierungsbeispiele:

    Wenn Sie selbst gekündigt haben

    • Ich habe mich mit meinen Kollegen und Vorgesetzten wirklich super verstanden. Daran lag es nicht. Allerdings hatte ich das Gefühl, perspektivisch an Grenzen zu stoßen. Eine internationale Ausrichtung war zum Beispiel kaum möglich. Also musste ich etwas ändern.
    • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel gelernt. Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass meine Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Darum war es an der Zeit, dass ich mich neu orientiere…
    • Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen. Das war bei meinem früheren Arbeitgeber leider nicht möglich, aufgrund verschiedener organisatorischer Zwänge. Ich habe aber mittlerweile so viel Erfahrung und Fachwissen, dass ich nicht mehr länger damit warten möchte. Daher die Neuausrichtung…
    • Ich bin ehrlich: Mein Hauptkriterium bei der Jobsuche ist der Standort. Ich bin meinem Partner hierher gefolgt und möchte nun beruflich in dieser Region Fuß fassen. Am liebsten bei einem aufstrebenden Unternehmen mit vielen Entwicklungschancen, das aus einer Branche kommt, in der ich mich auskenne. So einem wie Ihrem!
    • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel über XY gelernt. Das ist sein Schwerpunkt. Mich selbst sehe ich in Zukunft aber eher im Bereich YX. Darauf möchte ich mich konzentrieren und spezialisieren, weil es noch besser zu meinen Fähigkeiten und Interessen passt. Und genau darum glaube ich, dass Sie der richtige Arbeitgeber für mich sind.
    • Mein bisheriger Job war wunderbar. Ich habe überhaupt keinen Grund zu Klage. Als ich aber Ihre Stellenanzeige gesehen habe, war ich Feuer und Flamme und sofort überzeugt davon, dass dieser Job noch besser zu meinem Profil passt. Ich bin überzeugt, dass ich mich hier voll einbringen könnte…
    • Wenn wir hier bei Tinder wären, wäre es ein Match. Sie bieten das, was ich suche und ich habe das, was Sie suchen. Das wurde mir schnell bewusst, als ich von der Stelle gehört habe. Allerdings bin ich nicht wie die meisten Männer bei Tinder: Ich suche nämlich etwas Langfristiges…

    Wenn Ihnen gekündigt wurde

    • Es ist ganz simpel: Dem Unternehmen ging es zum Schluss nicht mehr gut. Den Umstrukturierungen ist auch meine Stelle zum Opfer gefallen.
    • Der Konzern hat sich ganz neu aufgestellt. Mehrere Niederlassungen wurden geschlossen, darunter auch meine. Ein Umzug kommt für mich wegen familiärer Verpflichtungen aber nicht infrage.
    • Mein bisheriger Arbeitgeber hat die Führungsriege umgekrempelt. Es gibt einen neuen Manager, der mein Team komplett neu ausgerichtet hat. Das ist auch völlig legitim. Ich selbst glaube aber, dass dieser Weg nicht der richtige für mich ist. Daher suche ich einen Job, in dem ich mich und meine Kompetenzen voll einbringen kann.
    • Ich möchte mich beruflich neu orientieren. Diese Stelle erscheint mir dafür ideal. Auf der einen Seite werde ich in einem führenden Unternehmen der XY-Branche viel lernen, auf der anderen Seite kann ich meine langjährigen Erfahrungen einbringen und Ihnen sofort weiterhelfen.
    • Die Wahrheit ist, dass mir nur gekündigt wurde, um eine Sperre bei der Arbeitsagentur zu umgehen. Mein Arbeitgeber und ich haben uns einvernehmlich dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen. Wir haben lange und erfolgreich zusammengearbeitet und haben immer gewusst, was wir an dem anderen haben. Aber es war einfach mal an der Zeit, den Reset-Button zu drücken.
    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Bewerbung nach Kündigung: So klappt es

    Bewerbung nach Kündigung Tipps

    Eine Kündigung kann jeden treffen. Manchmal geht man auch von sich aus, weil man es mit Chef und Kollegen einfach nicht mehr aushält. Spätestens bei der nächsten Bewerbung kann die Episode wieder aktuell werden. Der neue Arbeitgeber will vielleicht wissen, wieso und weshalb und warum. Besser, Sie haben die richtigen Erklärungen parat – und Formulierungen. Bewerbung nach Kündigung: So klappt’s…

    Bewerbung nach Kündigung: Muss ich das erwähnen?

    Muss man eine Kündigung im Lebenslauf explizit erwähnen? Natürlich muss man das nicht. Wenn Sie nach Ihrem Rausschmiss nahtlos wieder eine Neuanstellung gefunden haben, entsteht auch keine Lücke. Weitere Erklärung überflüssig. Oder?

    Fragen können im Personalbüro aber durchaus aufkommen. Wenn Sie zum Beispiel aus einer Position mit Führungsverantwortung in einem großen Konzern in eine Position ohne Führungsverantwortung in einem Mini-Betrieb wechseln, wirft dieser Vorgang zweifellos welche auf. Oder wenn Sie im Anschluss an eine vermeintlich gute Stelle monatelang ohne Job waren. Der Personaler, bei dem Sie sich beworben haben, riecht dann den Braten. Sie müssen wohl rausgeschmissen worden sein…

    Sie als Bewerber haben dann zwei Möglichkeiten:

    • Die Kündigung in den Bewerbungsunterlagen verschweigen. Auf mögliche Rückfragen im Vorstellungsgespräch müssen Sie sich gleichwohl trotzdem vorbereiten.
    • Die Kündigung im Lebenslauf in Stichpunkten erklären. So räumen Sie Missverständnisse von vornherein aus. Das kann Ihre Perspektive durchaus verbessern.

    Vorausgesetzt, Sie schreiben das Richtige. „Mir wurde die Kündigung überreicht, nachdem ich mehrere gravierende Fehler begangen hatte und der Chef endgültig an meiner Kompetenz gezweifelt hat.“ So lieber nicht! Karrieresprung sagt Ihnen, wie Sie eine Kündigung ansprechend verpacken

    Bewerbung nach Kündigung: Wie Sie an die Sache herangehen

    Eine Kündigung tut weh. Immer. Aber sie läutet auch einen neuen Lebensabschnitt ein. Und das ist ja per se nichts Schlechtes. Wichtig ist erstmal nicht, was andere über Ihre Kündigung denken. Wichtig ist, wie Sie selbst damit umgehen.

    Sie können daran wachsen. Auf jeden Fall ist ein Rauswurf eine gar nicht so unwichtige Erfahrung im Leben. Nicht umsonst wird die heilsame Kultur des Scheiterns von Medien und Politik rauf- und runtergepredigt.

    Gehen Sie zunächst nüchtern an die Sache heran: Eine Kündigung – so schmerzhaft Sie auch sein mag – ist ein ganz normaler Teil des Arbeitslebens. Sie hat schon Abermillionen Menschen heimgesucht – und wird noch viele weitere unschön überraschen. Sie ist stinknormal, keine Schande und schon gar kein Grund, irgendeine Flinte in irgendein Feld zu werfen.

    Das kommt auch bei immer mehr Unternehmen an. Eine Kündigung ist längst kein Einstellungshindernis mehr – meistens jedenfalls nicht. Und diese Denkweise dürfte sich weiter durchsetzen. Je weniger Fachkräfte es gibt, desto weniger Vorbehalte gegen ungerade Lebensläufe mit Macken.

    Wir wollen das Thema aber gar nicht unnötig verniedlichen. Natürlich kann eine Kündigung als Makel daherkommen. Es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen und die Umstände an. Interpretiert ein Unternehmen Ihre Kündigung falsch, sortiert es Ihre Bewerbung vielleicht aus. Auf jeden Fall können Zweifel an Ihrer Eignung oder Loyalität aufkommen.

    Zunächst kommt es also auf den Grund an, wegen dem Sie gefeuert wurden. Im Wesentlichen gibt es die folgenden drei…

    Bewerbung nach unverschuldeter Kündigung

    In Finanz- oder Wirtschaftskrisen fallen Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Das ist unvermeidlich. Banken bauen gegenwärtig in großem Stil Stellen ab, Automobilhersteller und -zulieferer ebenso. Einige Abteilungen werden geschlossen, andere aufgebaut. Vorgänge, die zur Marktwirtschaft dazugehören. Folgerichtig kann es auch mal Sie, Ihre Abteilung oder Ihren Berufsstand treffen.

    Zum Beispiel auch dann, wenn der Arbeitgeber selbst Mist baut. Unternehmen können sich verschulden oder Insolvenz anmelden und zu Sparmaßnahmen gezwungen sein. Manche Jobs sind in diesem Fall gefährdeter als andere.

    Beispiel: Ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage könnte als Erstes Marketing- und PR-Maßnahmen zurückfahren, weil diese nicht unbedingt notwendig sind. Sollten Sie als Marketing Manager arbeiten, liegt Ihr Rauswurf also keineswegs an Ihrer Leistung, sondern an den Umständen. Sie müssen sich nicht grämen. Für Ihr Selbstbewusstsein gibt es keinen Grund, unter der Kündigung zu leiden.

    Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

    10/2016-11/2018 Marketingleiter bei der Concurse AG (Stellenverlust wegen Insolvenz)
    10/2017-08/2018 Key Account Manager bei der Abstieg AG (Umstrukturierung des Unternehmens mit verbundenem Stellenabbau)
    08/2015-09/2018 Niederlassungsleiter bei der Up and Down GmbH (Schließung der Filiale aus Gründen der Konsolidierung)

    Kündigung durch eigenes Verschulden

    Wenn die Kündigung doch an Ihnen selbst lag, ist das problematischer – aber keine Katastrophe. Zunächst können viele Gründe dahinterstecken: Sie haben mit Ihrem Charakter vielleicht nicht ins Team gepasst, Ihre Leistungen waren ungenügend oder Sie konnten einfach nicht mit dem Chef. Welcher Grund für Ihre Kündigung ausschlaggebend war, ist im Grunde belanglos.

    Fakt ist: Der Arbeitgeber hat Sie rausgeschmissen. Eine lange Erklärung wirkt da nur wie ein verzweifelter Versuch, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Schadensbegrenzung können Sie aber sehr wohl betreiben.

    Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

    08/2016-07/2019 Marketing Manager bei der Minusminus AG (einvernehmliche Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über berufliche Entwicklung)
    06/2015 -11/2019 Social Media Manager bei der Tunichtgut GmbH (einvernehmliche Kündigung wegen beruflicher Neuorientierung)

    Was Sie nicht tun sollten: Schlecht über den ehemaligen Chef oder Arbeitgeber sprechen. Völlig unabhängig davon, ob Ihr Vorgesetzter wirklich ein Despot war oder die Kollegen hochgradig inkompetent. Lästern ist unprofessionell und fällt vor allem auf den Absender negativ zurück – in diesem Fall auf Sie.

    Bewerbung nach eigener Kündigung

    Es bedarf einer Erklärung, wenn Sie selbst gekündigt haben, ohne einen Anschlussjob in der Tasche. Immerhin haben Sie damit auf eine sichere Anstellung und auf Arbeitslosengeld verzichtet.

    Rechtfertigen müssen Sie sich dafür aber keineswegs. Wie eine überhastete Flucht sollte Ihr Vorgehen nicht wirken, dann wirken Sie planlos und überemotional – wie jemand, der in brenzligen Situationen den Kopf verliert. Darum: Nicht aus der Defensive heraus argumentieren, nicht entschuldigen, nicht rechtfertigen. Das macht Sie gleichzeitig zum Täter und Opfer Ihrer eigenen Entscheidung.

    Hier ein Formulierungsbeispiel für den Lebenslauf:
    …das meine Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch am 31.10.2015 endet…

    Einen Grund müssen Sie gar nicht unbedingt proaktiv mitliefern. Aber Sie sollten auf Rückfragen im Vorstellungsgespräch vorbereitet sein. Gut möglich, dass der Interviewer Hintergründe in Erfahrung bringen will.

    3 Tricks für Ihre Bewerbung

    Es gibt noch weitere Tricks und Kniffe, die Sie anwenden können, um Ihren Makel im Lebenslauf abzumildern. Hier sind sie:

    1. Aufbau

      Üblich ist heute der amerikanische Lebenslauf. Sie beginnen also mit der aktuellen bzw. letzten Station und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit zurück. Sie können aber auch chronologisch vorgehen und mit der ersten Station beginnen. Wählen Sie die Variante, die für Sie am vorteilhaftesten ist. Ihre bisherigen Highlights sollten am Anfang stehen. Das können zur Not auch persönliche Interessen und soziale Engagements sein. Hauptsache, die Episode mit der Kündigung taucht möglichst weit hinten auf, am besten erst auf der zweiten Seite.

    2. Herunterspielen

      Noch mal der Hinweis: Liefern Sie keine langen Rechtfertigungsversuche mit. Und keine ausschweifenden Erzählungen, warum der Chef Sie gemobbt hat oder die Kollegen alle doof waren. Im Zweifel reicht eine kurze Erwähnung ohne Grund. Versuchen Sie trotz allem, positiv zu bleiben und zu wirken, nach vorne zu schauen. Negative Erfahrungen kann man ja in positive Energie ummünzen, seine Lektionen daraus lernen. Schieben Sie nicht die Schuld auf andere – weder im Lebenslauf noch im Vorstellungsgespräch – sondern konzentrieren Sie sich darauf, aus schlechten Erfahrungen etwas Positives mitzunehmen.

    3. Euphemismus

      Den Lebenslauf pimpen – das ist heute Usus. Und es ist auch gar nicht verwerflich, so lange man es nicht damit übertreibt und gleichzeitig bei der Wahrheit bleibt. Vermeiden Sie daher unbedingt das Wörtchen arbeitslos – IMMER. Es hat in Ihrem Anschreiben nichts zu suchen, im Lebenslauf nichts und im Bewerbungsgespräch erwähnen Sie es bitte auch niemals. Schreiben und reden Sie stets von arbeitssuchend – das klingt positiver, weil aktiver. Noch vorteilhafter ist eine Formulierung wie: 04/2017-06/2018 – Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position im Bereich Key Account Management. Das beweist Zielorientierung, Selbstbewusstsein und Tatkraft.

    Bewerbung: Das ist wichtiger als eine Kündigung

    Eine Kündigung liegt immer in der Vergangenheit. Richten Sie Ihren Blick lieber nach vorne. Das sollten Sie auch dem Unternehmen vermitteln, bei dem Sie sich bewerben. Ihre Bewerbung sollte…

    • aufzeigen, warum die angestrebte Stelle so gut zu Ihnen passt
    • verdeutlichen, warum Sie zum Unternehmen passen
    • klar machen, wie Sie dem Unternehmen ganz konkret weiterhelfen können
    • Selbstbewusstsein ausstrahlen und Ihr Profil schärfen

    Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihnen schon einmal – oder gar mehrmals – gekündigt wurde. Ihre Stärken und Kompetenzen sind entscheidend. Wenn diese hervorragend zur neuen Stelle passen, dann winkt eine Win-win-Situation. Das müssen Sie dem Arbeitgeber klar machen.

    Oft ist es ja auch so: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ein Profi-Fußballer kann in drei Vereinen gnadenlos scheitern. Beim vierten Verein aber trifft er auf einen Trainer, der ihn fördert; auf ein Umfeld, das ihm behagt und auf ein Spielsystem, das ihm liegt. Er wird zum Volltreffer!

    Zweifeln Sie daher nicht an Ihren Fähigkeiten, weil Sie schon einmal gescheitert sind.

    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Datenschutz Bewerbung: Das müssen Sie wissen!

    Bewerbung Datenschutz Tipps

    Daten, Daten, Daten – sie werden auch im Bewerbungsprozess immer wichtiger. Unternehmen wollen möglichst viel Wissen über ihre Bewerber abgreifen, Bewerber aber sorgen sich um die Sicherheit ihrer Daten. Das Gesetz steht weithin auf ihrer Seite. Datenschutz Bewerbung: Das sollten Bewerber wissen!

    Datenschutz Bewerbung: Warum er wichtig ist

    Vielleicht haben sie auch schon mal eine Absage erhalten, die in etwa diesen Wortlaut hatte:

    Vielen Dank für Ihre Bewerbung in unserem Unternehmen. Wir freuen uns über Ihr Interesse, dass Sie an unserem Unternehmen haben. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir derzeit keine Möglichkeit sehen, Sie innerhalb unseres Unternehmen in einer Ihren Qualifikationen entsprechenden Position einzusetzen. Wir freuen uns aber, wenn wir Ihre Daten für mögliche Projekte in der Zukunft erfassen dürfen. Falls sich eine neue Beschäftigungsmöglichkeit ergibt, werden wir Sie noch einmal kontaktieren.

    Das klingt erstmal alles ganz harmlos, zuvorkommend gar. Allerdings hat die Formulierung einen ernsten Datenschutz-Hintergrund. Denn Bewerberdaten dürfen nicht ohne Weiteres aufbewahrt und gespeichert werden. So will es das Gesetz. Was hat es also damit auf sich?

    Darum wollen Unternehmen Ihre Daten

    Unternemen nennen in der Regel einen von zwei Gründen, warum sie Ihre Daten aufbewahren wollen:

    • Die Bewerbungsunterlagen werden gespeichert, wenn der Bewerber auch Interesse an anderen Stellen im Unternehmen hat. Dann kann man ihm später weitere Jobangebote zukommen lassen.
    • Die Firma ergreift Maßnahmen gegen eine mögliche Diskriminierungsklage. Die Unterlagen helfen bei der Beweisführung, dass die Ablehnung des Bewerbers auf rein fachliche Gründe zurückzuführen ist.

    Diese Gründe klingen durchaus plausibel. Ausreichend sind sie aber nicht, um Bewerberdaten grenzenlos aufzubewahren. Gemäß des Bundesdatenschutzgesetzes müssen personenbezogene Daten gelöscht werden, sobald der Zweck dafür entfällt.

    Das bedeutet: Sobald die ausgeschriebene Stelle besetzt ist, für die sich der Bewerber beworben hatte, ist der Zweck der Datenspeicherung nicht mehr vorhanden. Die Daten müssen dann qua Gesetz gelöscht werden.

    Nur Grund Nummer zwei, die mögliche Diskriminierungsklage, gestattet eine längere Aufbewahrungsfrist von ca. drei Monaten. Denn abgelehnte Bewerber müssen Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz spätestens nach zwei Monaten geltend machen.

    Will das Unternehmen die Daten darüber hinaus sichern, benötigt es die schriftliche Einwilligung des Betroffenen – zwingend. Erteilt er diese nicht, muss das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen löschen bzw. „zu unserer Entlastung“ zurücksenden.

    Das betrifft im Übrigen auch Initiativbewerbungen und Blindbewerbungen. Das Unternehmen kann sich nicht darauf berufen, dass der Bewerber diese ja von sich aus eingesandt hatte, ohne dass eine entsprechende Stelle zu vergeben gewesen wäre.

    Das spielt keine Rolle. Kommt der Bewerber nicht zum Zug – aus welchem Grund auch immer – müssen seine Bewerbungsunterlagen vernichtet werden. Ein Zweck zur Speicherung liegt nicht vor.

    Datenschutz Bewerbung: Er hat höchste Priorität!

    Datenschutz ist für deutsche Arbeitnehmer ein wichtiges Thema.

    Für 86 Prozent der Deutschen ist Datenschutz rund um ihre Jobsuche wichtiger als beispielsweise dann, wenn sie im Internet einkaufen oder sich bei anderen Online-Diensten registrieren. Das haben Recruiting-Anbieter Viasto und Marktforschungsunternehmen Respondi 2018 in einer Umfrage ermittelt.

    48 Prozent der Bewerber befürchten, dass ihre Bewerbungsdaten bei den Unternehmen nicht sicher sind. Misstrauen herrscht insbesondere Unternehmen gegenüber, deren Hauptsitze im Ausland angesiedelt sind.

    Datenschutz Bewerbung: Warum Sie zustimmen sollten

    Aber was, wenn das Unternehmen meine Daten sichern möchte? Sollte ich dem zustimmen? Dazu muss man verschiedene Aspekte abwägen. Es gibt gute Gründe für ein Ja und für ein Nein…

    • Jobchancen

      Manch ein Bewerber fühlt sich geschmeichelt. Wenn der Arbeitgeber meine Daten behalten möchte, kann er mich so grauenvoll ja nicht finden. So falsch ist der Denkansatz sicher nicht. Allerdings versuchen viele Unternehmen auch schlicht, ihren Talentepool aufzufüllen und möglichst großvolumig aufzublähen. Je mehr, desto besser. Aber dennoch: Ja, Sie reduzieren Ihre Jobchancen dadurch sicher nicht. Vielleicht meldet sich das Unternehmen nie wieder, vielleicht aber doch. Außerdem waren Sie ja an einer Anstellung in genau diesem Unternehmen interessiert. Warum also den Kontakt sofort wieder abreißen lassen? Zudem bekräftigen Sie hiermit noch mal Ihr Interesse. Falls die Stelle zufällig wieder vakant werden sollte, weil zum Beispiel der auserwählte Kandidat abspringt, kommen sie vielleicht doch noch zum Zug.

    • Grundeinstellung

      Sie halten Datenschutz für überbewertet. Ja, solche Menschen soll es geben – sogar bei uns in Deutschland. Immerhin treiben Sie sich überall im Netz herum, bei Facebook und Instagram, bei Xing und Linkedin. Ihre Daten schwirren überall umher. Warum nicht auch im Unternehmen? Und welche Nachteile hätten Sie dadurch eigentlich zu erwarten? Wenn Ihnen die Chancen größer erscheinen als die Risiken, dann stimmen Sie zu.

    Datenschutz Bewerbung: Warum Sie nicht zustimmen sollten

    • Eigentum

      Es sind IHRE Daten. Und die wollen Sie geschützt sehen. Ganz einfach. Das ist Ihr gutes Recht. Niemand weiß, wer im Unternehmen Einblick in welche Daten hat und was mit diesen Daten geschieht. Hacker-Angriffe auf Unternehmen nehmen ebenfalls zu. Das erhöht das Risiko, dass Ihre Daten in die falschen Hände geraten.

    • Präferenz

      Sie hatten sich in diese Stelle verliebt. Nur in diese eine, sonst keine! Wird sie anderweitig vergeben, erlischt auch Ihr Interesse. Sie haben keinen Bedarf für eine Ersatzstelle und wollen nicht irgendwann der Notnagel für irgendwen sein. Sie wollten DIESE Stelle. Da Sie sie nicht bekommen haben, kriegt auch das Unternehmen Ihre Daten nicht. Ein fairer (Nicht-)Tausch.

    • Rufschaden

      Wer in der Personaldatenbank bleibt, erhöht nicht zwingend seine Jobchancen für später. Angenommen, Sie haben sich schon für zwei oder drei Stellen erfolglos beworben. Was denkt ein Personaler, wenn er Ihre Daten einsieht? Er sieht jemanden, dem schon mehrfach die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Kein Gütesiegel! Da erscheint es strategisch cleverer, Ihre Daten wären nicht mehr auffindbar. In fünf oder zehn Jahren könnten Sie immer noch einen neuen Anlauf starten – ohne vorbelastet zu sein.

    Fazit: Ein klares Ja oder Nein gibt es nicht. Ob Sie der Datenspeicherung Ihre Zustimmung erteilen, entscheiden Sie selbst. Es gibt Vorteile, aber auch Nachteile.

    Behalten Sie nur im Hinterkopf, dass Sie Rechte haben. Niemand kann einfach so über Ihre Bewerbungsunterlagen verfügen – nur Sie selbst!

    Datenschutz: Das sagt die DSGVO

    Datenschutz Bewerbung DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagt: Unternehmen müssen Bewerber darüber informieren, wie und zu welchem Zweck sie die Daten verarbeiten und gegebenenfalls bei welchen externen Quellen Daten erhoben werden. Bei externen Quellen kann es sich zum Beispiel um Business-Netzwerke wie Xing oder Facebook handeln.

    Auch müssen Arbeitgeber Kandidaten über ihre Rechte informieren und den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung benennen.

    Das gilt im Übrigen auch für Bewerber, die ihre Bewerbungsunterlagen auf dem Postweg einreichen. Auch ihnen muss der Arbeitgeber die Datenschutzinformationen zukommen lassen – per Post oder E-Mail.

    Außerdem dürfen nur Personen die Bewerbungsunterlagen sichten, die darüber entscheiden, wer die Stelle bekommt. Bewerbungsunterlagen intern herumreichen – das untersagt die DSGVO.

    Sie sieht zudem vor, dass Bewerber eine Möglichkeit haben müssen, ihre Bewerbungsunterlagen verschlüsselt einzureichen. Dadurch soll verhindert werden, dass Dritte die Daten mitlesen können.

    [Bildnachweis: Song_about_summer by Shutterstock.com]

    Interessen im Lebenslauf: Diese kommen gut an!

    Interessen im Lebenslauf

    Interessen im Lebenslauf runden das Profil eines Bewerbers ab. Sie können Ihrer Bewerbung den Feinschliff geben – oder aber der letzte Sargnagel sein. Wichtig ist, dass Sie Interessen mit aufnehmen, die zur Stelle passen. Und solche, die Aktivität und Engagement anklingen lassen, aber nicht gefährlich sind. Schwindeln sollten Sie dabei aber nicht. Sie merken schon: Das ist komplizierter als gedacht. Aber es ist machbar…

    Interessen im Lebenslauf: Sind die wichtig?

    Interessen wecken Interesse. Das ist definitiv so. Denn auch Personaler sind Menschen. Und Menschen interessieren sich vor allem für… Menschen.

    Nicht umsonst wird gerne betont, man wolle herausfinden, welcher Mensch hinter der Bewerbung stecke. Die Persönlichkeit entscheidet darüber mit, ob man den Job bekommt oder nicht. Wer (mutmaßlich) nicht ins Team passt, wird aussortiert. Wer auf fachlicher UND persönlicher Ebene überzeugt, erhält den Zuschlag. Interessen können das persönliche Profil eines Bewerbers abrunden, am Ende über Ja oder Nein entscheiden.

    Gerade soziales Engagement kommt bei vielen Arbeitgebern gut an. Es zeugt von Einsatz, Interesse, Empathie. Eigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.

    Allerdings wirkt sich nicht jedes Interesse im Lebenslauf positiv aus. Es gibt auch welche, die Sie lieber dezent verschweigen…

    Interessen im Lebenslauf: Diese sind kritisch

    Zu den heiklen Interessen zählen insbesondere Extremsportarten. Klar, auch diese zeugen von Sportlichkeit, Neugier, Naturverbundenheit oder Risikobereitschaft – alles durchaus wünschenswerte Eigenschaften.

    Aber sie stehen eben auch für Gefahr – mitunter Lebensgefahr – und in jedem Fall für erhöhte Verletzungsgefahr. Arbeitgeber sind nicht unbedingt begeistert, wenn der Beschäftigte monatelang ausfällt, nur weil er mal wieder einen Adrenalinschub brauchte.

    Auch könnte die Frage auf einen Bewerber zukommen, ob er nicht glaube, dass ihm in diesem Job nicht schnell langweilig würde. Und manche Berufe begünstigen nun mal Menschen, die weniger risikofreudig sind. Einen Draufgänger kann im OP-Saal oder am Cockpit wahrlich niemand gebrauchen. Zu den Extremsportarten zählen beispielsweise:

    • Base-Jumping
    • Fallschirmspringen
    • Sky Surfing
    • Höhlentauchen
    • Bergsteigen
    • Free-Climbing
    • Drachenfliegen
    • Motorsport

    Ehrlicherweise zählen auch Allerweltssportarten wie Skifahren, Reiten und Mountainbiking zu den Risikosportarten. Erhöhte Verletzungsgefahr besteht sogar bei Sportarten wie Turnen, Kampfsport oder Fußball.

    In diesem Fall sollten Sie von Fall zu Fall abwägen, ob Ihnen die Angabe im Lebenslauf eher schadet oder nutzt. Fußball beispielsweise drückt Teamfähigkeit aus; eine Eigenschaft, die wahrscheinlich die Nachteile in Form einer erhöhten Verletzungsgefahr mehr als aufwiegt.

    Wenn Sie aber wissen, dass Ihr Arbeitgeber in spé gerade massive Personalprobleme hat und momentan keine weiteren Ausfälle verkraften kann, dann lassen Sie die Risikosportart im Lebenslauf einfach weg.

    Interessen im Lebenslauf: Und was ist mit…?

    Neben Extrem- und Risikosportarten sind rein passive Eigenschaften verpönt. Klar, jeder schaut gerne eine spannende Serie auf Netflix oder einen guten Film im Kino. Als alleinige Hobbys präsentieren Sie sich damit aber arg dünn auf der Brust.

    Was dagegen geht: Aktive Hobbys mit einem passiven Hobby kombinieren. Wenn Sie Feldhockey spielen und gerne malen, dann können Sie als Nummer drei guten Gewissens Kino mit aufnehmen.

    Eine Ausnahme gibt es übrigens: Musik. Musik hören ist eine durch und durch passive Angelegenheit, aber niemand wird sie Ihnen negativ auslegen. Noch besser wäre natürlich, Sie würden selbst Musik machen…

    Diese Interessen sind passiv und gehören nur bedingt in den Lebenslauf:

    • Kino
    • Fernsehen
    • Netflix
    • Youtube-Videos

    Dann gibt es da noch Schlafen – eine ebenfalls sehr passive Tätigkeit. Abraten würden wir davon aber nicht, Schlafen als Hobby im Lebenslauf anzugeben. Denn erstens wirkt es sympathisch und zeugt von einer Prise Humor. Und zweitens signalisieren Sie damit sogar, dass Sie ein ausgeschlafener Typ sind. Wer gut schläft, ist fitter, gesünder und leistungsfähiger – davon profitiert auch Ihr Arbeitgeber! Also: Wenn Sie wollen, nehmen Sie Schlafen gerne zu den Interessen im Lebenslauf mit auf.

    Und dann wären da noch die berüchtigten Computerspiele. E-Sport entwickelt sich immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Man kann damit viel Geld verdienen, ist in Clans oder Gilden organisiert und damit kein reiner Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. Und passiv ist das Hobby ja gar nicht, sondern im Gegenteil – überaus aktiv. Man trainiert damit sogar seine Reaktionsfähigkeit, analytisches und strategisches Denken.

    Und dennoch: Videospielen haftet noch immer ein zweifelhafter Ruf an. Ob das berechtigt oder nicht, sei dahingestellt – viele Arbeitgeber ziehen jedenfalls die Augenbrauen hoch. Als offizielle Sportart wird E-Sports auf absehbare Zeit ebenfalls nicht anerkannt. Darum empfehlen wir: Lassen Sie Computer spielen im Zweifel lieber weg. Es sei denn, Sie bewerben sich direkt in der Games-Industrie…

    Interessen im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

    Vorweg: Sie müssen gar keine Interessen im Lebenslauf angeben. Das ist kein Muss, sondern ein Kann. Aber wenn Sie es tun, dann fügen Sie die Interessen am Ende des Lebenslaufs ein, niemals ins Anschreiben. Im Lebenslauf können sie das Bild, das der Entscheider über Sie gewinnt, durch passende Interessen vervollständigen. Sie geben Hinweise darauf, ob Sie als Person ins Team passen oder eher nicht.

    Als Absolvent oder Berufseinsteiger sollten Sie nicht darauf verzichten. Denn Ihr Lebenslauf ist noch sehr dünn. Sie haben noch nicht viele Stationen und Erfahrungen vorzuweisen. Umso wichtiger werden alle weiteren Informationen – dazu zählen auch Interessen und Hobbys.

    Machen Sie aber nicht den Fehler, Ihren Lebenslauf mit Interessen vollzukleistern. Vier oder fünf Hobbys sollten es sein – nicht mehr und nach Möglichkeit auch nicht weniger. Zu viele Interessen würden beliebig wirken – und nicht so, als ob Sie für eine Sache wirklich Feuer und Flamme wären. Genau das aber wollen Arbeitgeber: Mitarbeiter, die für ihre Sache brennen. Zudem würden Sie damit unter Beweis stellen, nicht selektieren und Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können.

    Und noch etwas: Erfinden Sie nicht einfach Interessen, um Ihren Lebenslauf aufzupimpen. Das haben Sie erstens gar nicht nötig. Und zweitens kann es Ihnen unangenehm auf die Füße fallen. Wenn der Interviewer Sie etwa nach Ihrem Handicap fragt, weil Sie Golf angegeben haben, und Sie erwidern, Sie seien gar nicht behindert. Alles schon vorgekommen!

    Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Interessen seien zu gewöhnlich oder zu wenig oder zu passiv oder zu …, dann lassen Sie die ganze Rubrik einfach weg.

    Interessen im Lebenslauf: Beispiele

    Grundsätzlich sollte der Lebenslauf kurz und prägnant sein. Niemand will lange Essays und Auflistungen studieren. Das gilt auch für die Interessen im Lebenslauf. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten – und auf jene, die in Zusammenhang mit der angestrebten Stelle stehen.

    Oft gibt es da wirklich Überschneidungspunkte. Ein paar Beispiele:

    Wer in der Sport- und Fitnessbranche Fuß fassen will (sei es als Personal Trainer, Manager, Verkäufer etc.), der würde durchaus Argwohn wecken, wenn er Lesen, Musizieren und Malen als Hobbys definiert, aber keine einzige Sportart.

    In der Automobilbranche ist ein ausgeprägtes Interesse für Autos angebracht. Das kann sich in Kartrennen manifestieren oder in Oldtimern oder einfach im „Schrauben“. Letzteres ist speziell für einen Mechatroniker sicher kein Nachteil…

    In der Finanzbranche sind Interessen vorteilhaft, mit denen man Genauigkeit, Akkuratesse und ein Faible für Zahlen assoziiert. In diese Kategorie fallen etwa Programmieren, Modellbau oder – wer ganz dick auftragen möchte – Aktien.

    Bewerberinnen in der Modebranche wiederum steht die Lust aufs Präsentieren gut zu Gesicht. Ein eigenes Modeblog oder ein Instagram-Kanal, der sich dem Thema Mode widmet, zeugen von einem ausgeprägten Interesse an Fashion-Themen.

    Es handelt sich wohlgemerkt nur um Beispiele. Aber Sie erkennen hoffentlich die Richtung, in die das Ganze laufen sollte. Auf der anderen Seite meiden Sie Interessen, die speziell in Ihrem angestrebten Fachbereich einen negativen Beiklang haben. Freilich hat man es oft mit Klischees zu tun, aber das spielt keine Rolle. Generell erfordert dies, dass Sie sich bei jeder Bewerbung neuerliche Gedanken um Ihre richtige Aufstellung machen.

    Interessen im Lebenslauf: Diese bringen richtig Punkte!

    Letztlich geht es hier um den ersten Schritt – Sie wollen die schriftliche Bewerbung überstehen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Was Sie dann im Jobinterview über Ihre Interessen erzählen, können Sie sich immer noch überlegen.

    Grundsätzlich gut an kommen Interessen, die belegen, dass Sie auch in Ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen. Beispiele:

    • Jugendtrainer in einem Sportverein
    • Ehrenamt in einer sozialen Einrichtung
    • Engagement in einer berufsständischen Vereinigung
    • Mitarbeit an studentischen Projekten

    Diese Interessen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur Ihren Drang, Spaß haben zu wollen, befriedigen. Sie erfordern Leidenschaft. Personalentscheider wissen das zu schätzen.

    Und sie lassen Rückschlüsse auf Ihren Charakter zu. Es muss sich wohl um jemanden handeln, der sich voll reinhängt, der keine halben Sachen macht und vielleicht sogar ein Anführer ist – um einen Leistungsträger also. Wenn Sie dieses Bild von sich vermitteln – Glückwunsch!

    Andererseits gibt es auch Fallstricke. Denn wenn Sie Ihren Lebenslauf mit lauter positiven Interessen aufhübschen, weckt das Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit. Wie kann der alles schaffen? Mehr als 24 Stunden stehen uns allen pro Tag nicht zur Verfügung. Also macht der vielleicht doch nur halbe Sachen!?

    Darüber hinaus müssen Sie Ihre Interesse ja hinterher auch in Einklang mit dem neuen Job bringen. Niemand will, dass Sie vor lauter Ehrenämtern so ausgelaugt sind, dass Sie nur mit halber Kraft am Arbeitsplatz erscheinen. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen – evtl. dadurch, dass Sie nur ein oder maximal zwei „verantwortungsvolle“ Interessen auflisten. Zu viel mehr reicht es in Ihrer Freizeit ja wahrscheinlich ohnehin nicht.

    Und machen Sie auch nicht den Fehler, in einem einzigen Anfall von Begeisterung von Ihrem Engagement im Sportverein zu schwärmen. Das könnte so herüberkommen, als gelte Ihre Liebe nur dem Verein; der Arbeitgeber wird immer dahinter an zweiter Stelle kommen. Selbst wenn das der Wahrheit entspricht, dann sollten Sie es im Bewerbungsgespräch nicht so vermitteln.

    Interessen im Lebenslauf: Hier bringen Sie sie unter

    Interessen im Lebenslauf RubrikIhre Interessen kommen im Lebenslauf in einen eigenen Abschnitt. Wie Sie diesen nennen, bleibt im Prinzip Ihnen überlassen. Richtig oder falsch gibt es nicht, nur verschiedene Alternativen. Möglich sind zum Beispiel:

    • Interessen
    • Hobbys
    • Interessen und Hobbys
    • Meine Interessen
    • Engagement
    • In meiner Freizeit
    • Freizeitinteressen
    • Freizeitaktivitäten
    • Was mich interessiert
    [Bildnachweis: Roman Motizov by Shutterstock.com]

    Praktika im Lebenslauf: Wie Sie von ihnen profitieren

    praktika im lebenslauf

    Praktika im Lebenslauf sind vor allem für Berufsanfänger und junge Beschäftigte wichtig. Sie stehen für Berufserfahrung, wo sonst nur gähnende Leere wäre. Schul- oder Hochschulabsolventen sollten sich aber genau überlegen, welche Praktika sie in ihren Lebenslauf aufnehmen. Denn manche passen wunderbar zur möglichen neuen Stelle, andere geben sogar Minuspunkte. Und dann kommt es noch darauf an, mit welchen Formulierungen Sie Ihre Praktikumserfahrungen umschreiben. Folgende Fehler gilt es zu vermeiden…

    Praktika im Lebenslauf: Welche gehören hinein?

    Nehmen Sie in Ihren Lebenslauf möglichst nur die Praktika auf, die für die jeweilige Stelle relevant sind. Praktika sollen ja belegen, dass der Bewerber über praktische Qualifikationen und Berufserfahrung verfügt. Wenn ein Praktikum überhaupt keine Anknüpfungspunkte zur möglichen neuen Stelle aufweist, dann lassen Sie es lieber weg.

    Angenommen, Sie bewerben sich als Projektmanager, dann stehen Ihnen Praktika gut zu Gesicht, die belegen, dass Sie schon einmal ein Projekt organisiert haben. Je stärker die Verbindungslinie, desto besser. Darüber hinaus sind auch Praktika wertvoll, die einen indirekten Bezug haben. Durch ein Auslandspraktikum etwa weisen Sie soziale und interkulturelle Kompetenzen nach – das ist in fast jedem Job ein Pluspunkt!

    Klar ist: Je jünger Sie sind und je weniger Berufserfahrung Sie haben, desto wichtiger sind Praktika im Lebenslauf. Als Schul- oder Hochschulabsolvent können Sie im Zweifel auch Praktika in den Lebenslauf aufnehmen, die nur wenige Bezugspunkte zum angestrebten Job haben. Dann geht es für Sie erst einmal darum zu zeigen, dass Sie überhaupt schon Berufs- und Arbeitserfahrung gesammelt haben. Das gilt auch für Praktikumsanwärter selbst oder Azubis.

    Mit steigender Berufserfahrung werden Praktika im Lebenslauf immer unwichtiger. Wer schon zehn Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel und verschiedene Positionen innehatte, lässt die Praktika im Lebenslauf komplett weg. Hilfreich können sie allenfalls sein, um Lücken im Lebenslauf zu schließen.

    Praktika im Lebenslauf: Wo gehören Sie hin?

    Wenn Sie Praktika im Lebenslauf platzieren, dann muss sie der Empfänger auch finden – logisch. Entweder, Sie nehmen einen eigenen Abschnitt „Praktika“ auf oder Sie führen die Praktika in der Rubrik „Berufserfahrungen“ mit den anderen beruflichen Stationen zusammen.

    Wo sie NICHT hingehören: In die Rubrik „Hobbys“ und auch nicht in die Kategorie „Sonstiges“. Nebenbei bemerkt ist die Kategorie „Sonstiges“ ohnehin vollkommen überflüssig. Und auch für ehrenamtliche Aktivitäten nehmen Sie besser einen eigenen Abschnitt auf und verstecken sie nicht unter „Sonstiges“.

    Sie sollten sich klar machen, dass viele Personaler einen Lebenslauf nur fix von oben nach unten scannen. So sieben sie vorab Bewerber aus, die die Mindestqualifikationen nicht erfüllen. Daher sollte der Abschnitt „Berufserfahrungen“ bei Ihnen nicht gähnend leer sein – sonst landen sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Aussortiert-Stapel.

    Machen Sie Ihre Praktika im Lebenskauf also sichtbar. Dazu gehören gute Beschreibungen. Diese Fragen sollten Sie beantworten:

    • In welchem Zeitraum haben Sie das Praktikum absolviert?
    • Welche Tätigkeiten haben Sie übernommen?
    • Was haben Sie erreicht oder bewirkt?
    • Welche Fähigkeiten konnten Sie erwerben oder verbessern?

    Am besten, Sie arbeiten obige Fragen wie eine Checkliste bei jedem Praktikum ab. So gewinnen Ihre Praktika im Lebenslauf einen echten Mehrwert. Denn das ist wichtig: Wenn der Personaler keinen Sinn oder Nutzen in einem Praktikum erkennt, nützt es Ihnen in der Bewerbung herzlich wenig.

    Praktika im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

    Noch mal der Hinweis: Nehmen Sie lediglich die Praktika auf, die einen relevanten Stellenbezug haben. Ansonsten können Sie sich diese Maxime merken: Mehr als drei oder vier Praktika sollten es nicht sein.

    Warum nicht? Sie wollen doch schließlich nicht als ewiger Praktikant abgestempelt werden. Zu viele Praktika suggerieren, dass es für eine „richtige Stelle“ bislang nicht gereicht hat oder dass Sie sich diese selbst (noch) nicht zutrauen. Sie treten nicht als großes Talent auf, sondern wirken eher wie ein Wasserträger auf Wanderschaft. Außerdem sollte ein Lebenslauf nicht länger sein als zwei DIN A4-Seiten. Sie haben also gar keinen Platz, um ein großes Potpourri an Praktika auszubreiten.

    Praktika im Lebenslauf: Was schreibe ich?

    Ein Praktikum formulieren Sie im Lebenslauf so wie andere berufliche Stationen auch. Im tabellarischen Lebenslauf ist das Muster MM/JJJJ – MM/JJJJ in der linken Spalte und der Inhalt in der rechten Spalte vorgesehen.

    Konkret könnte das so aussehen:

    04/2018 – 07/2018 Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit,
                                       Betreuung der Pressevertreter
                                       Konzeption und Durchführung einer PR-Kampagne

    Genereller Tipp: Übertreiben Sie es nicht, bleiben Sie bei der Wahrheit. Ein bisschen aufpeppen ist erlaubt und auch empfehlenswert. Aber lügen Sie bitte nicht. Erfahrene Personaler werden schnell misstrauisch und haken dann im Vorstellungsgespräch nach. Wenn Sie dann keine Antwort wissen, sind Sie möglicherweise als Lügner enttarnt – und den Job los.

    Aber Sie sollten sich schon überlegen, wie Sie Ihr Praktikum gewinnbringend einsetzen. Wie haben Sie durch Ihre Tätigkeiten zum Unternehmenserfolg beigetragen? Das müssen keine riesigen Durchbrüche sein, auch Erfolge im Kleinen sind es wert, erwähnt zu werden.

    Versuchen Sie präzise und positiv zu beschreiben, was Sie eigentlich genau gemacht haben. Das ist eine Kunst für sich. Wer sie beherrscht, sammelt im Personalbüro Punkte.
    Suchen Sie sich starke Wörter aus, die Ihr Praktikum beschreiben und nach Möglichkeit auch noch zur neuen Stelle passen. Dies erfordert Zeit und Hirnschmalz, ist die Mühe aber wert.

    Verwenden sie aktive Formulierungen statt passiver – wenn es geht, immer! Wer die Produktionskette organisiert und nicht nur überwacht hat, verwandelt sich vom passiven Phlegmatiker zum Macher.

    In die richtigen Formulierungen sollten Sie Energie investieren. Diese entscheiden über Wohl und Wehe Ihrer Bewerbung mit. Nicht nur für Praktika, auch für Nebentätigkeiten und Minijobs sollten Sie angemessene Begriffe finden. Es versteht sich ja zum Beispiel von selbst, dass Sie während Ihrer Studienzeit nicht gekellnert haben. Sie haben als Servicefachkraft in der Gastronomie wertvolle Erfahrungen gesammelt.

    Und noch ein Tipp: Passen Sie Ihr Vokabular – wenn möglich – an die jeweilige Branche an. Streuen Sie Fachbegriffe ein. Wenn es sein muss, sogar denglische. Das macht Ihren Lebenslauf passgenau und Sie gleich viel kompetenter…

    Hier sind 4 Beispiele:

    1. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 1

      Sie haben ein Praktikum in einem Call-Center absolviert. Nun wollen Sie die Referenz nutzen, um einen Anschlussjob im Vertrieb zu ergattern.

      In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
      Annahme von Telefonaten

      In Ihrem Lebenslauf steht:
      Kundenbetreuung, Kundenmanagement, Inbound- und Outbound-Marketing

    2. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 2

      Sie haben während des Praktikums den Instagram-Account eines kleinen Familienbetriebs betreut. Ihr Traum wäre es, weiterhin in den Medien zu arbeiten – in der PR oder als Social Media Manager. Wenn Sie sich daraufhin für ein weiteres Praktikum, Volontariat oder Traineeship im Medienbranche bewerben, dann steht…

      in Ihrem Lebenslauf nicht:
      Pflege der Instagram-Seite

      Dann steht im Lebenslauf:
      Social Media Management, Redaktion, Content Curation und Community Management

    3. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 3

      Sie haben ein Praktikum in einem kleinen Familienunternehmen absolviert. Währenddessen haben Sie Flyer und Plakate gebastelt. Die Erfahrung wollen Sie nutzen, um sich einen Job in der Mediengestaltung zu sichern.

      In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
      Gestaltung eines Plakats und Flyers

      In Ihrem Lebenslauf steht:
      Konzeption, Gestaltung und Realisierung von Werbemitteln

    4. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 4

      Sie waren in der Oberstufe im Abiball-Komitee und haben die große Abi-Fete organisiert. Nun peilen Sie einen Job im Event-Management an.

      In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
      Organisation einer Party

      In Ihrem Lebenslauf steht:
      Konzeption, Planung und Durchführung von größeren Schulveranstaltungen (z.B. Abiball 2019)

    Dabei handelt es sich natürlich nur um Beispiele. Sie sollten bei der Wahrheit bleiben, sich aber nicht unter Wert verkaufen. Die richtige Wortwahl sorgt dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

    Praktika im Lebenslauf: So geht’s weiter

    Praktika ersetzen Berufserfahrung – gerade bei jungen Bewerbern. Sie helfen Ihnen also im besten Fall, die erste Hürde zu nehmen und zum Vorstellungsgespräch durchzusprinten.

    Doch um die Wurst geht es jetzt erst. Und da sollten Sie vorbereitet sein. Je prominenter der Platz, den Praktika in Ihrem Lebenslauf einnehmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das der Personaler Sie nach Ihren Erfahrungen befragt.

    Darum sollten Sie vorher ein paar Gedanken an Ihre möglichen Antworten verschwenden. Diese Fragen helfen Ihnen dabei:

    • Welche Erfahrungen habe ich gesammelt, die mir im angestrebten Job helfen würden?
    • Welche Skills habe ich ganz konkret verbessert?
    • Wie habe ich mich persönlich weiterentwickelt?
    • Welches Ereignis hat mich besonders geprägt?
    • Welche Lehren habe ich daraus gezogen?

    Dabei können sie ruhig ins Detail gehen und ein oder zwei Anekdoten zum Besten geben. Je detailreicher, desto glaubwürdiger.

    [Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

    Bewerbungskosten absetzen: So geht’s

    bewerbungskosten absetzen

    Eine Bewerbung soll zum großen Erfolg – und zu einem ordentlichen Gehalt – führen. Dafür müssen Sie aber in Vorleistung gehen. Bewerbungsfoto anfertigen, Bewerbungsratgeber kaufen, Hotel am Unternehmensstandort buchen, um nur ein paar Kostenbeispiele zu nennen. Bewerbungen kosten Geld. Sitzen bleiben Sie auf Ihren Kosten aber nicht. Das Finanzamt erstattet Ihnen die Bewerbungskosten – sofern Sie alles richtig belegen und eintragen. Bewerbungskosten absetzen: So machen Sie’s richtig…

    Bewerbungskosten absetzen: Geht das?

    Bewerbungskosten zählen – steuerlich gesehen – zu den Werbungskosten. Werbungskosten sind laut Einkommensteuergesetz „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.“

    Nun dienen Bewerbungen zweifelsfrei dazu, Einnahmen zu erwerben und zu sichern. Dabei ist es unerheblich, ob eine Bewerbung zum Erfolg führt oder nicht. Wichtig ist nur, dass die Kosten im Rahmen der Stellensuche angefallen sind.

    Bei der Berechnung der Einkünfte in der Steuererklärung können Sie die Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen. Somit mindern Bewerbungskosten Ihre Steuerlast. Darum ist es auch ratsam, sich alle Bewerbungsgespräche zu notieren und die angefallenen Belege zu sammeln. Das bringt Ihnen am Ende des Steuerjahres bares Geld.

    Bewerbungskosten: Die können Sie absetzen

    Die Kosten für folgende Materialien und Dienstleistungen können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen:

    Eigenwerbung

    Materialien

    • Bewerbungsmappen
    • Briefumschläge
    • Klarsichthüllen
    • Druckerpatronen
    • Kleber
    • Kopien
    • Stifte, Füller
    • Schreibpapier
    • Briefmarken

    Recherche

    • Kurse
    • Seminare
    • Übersetzungen
    • Bücher, Ratgeber
    • Magazine, Zeitschriften
    • Bewerbungsschreiber
    • Beglaubigungen
    • Polizeiliches Führungszeugnis

    Reisekosten

    • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen
    • Parkgebühren
    • Übernachtungen
    • Verpflegung
    • Stadtpläne

    Hinweis: Wer die Telefon- oder Internetkosten anteilig absetzen will, könnte Probleme mit dem Finanzamt bekommen. Häufig lehnt es die Steuererstattung ab. Trotzdem: Probieren geht über studieren.

    Auch Online-Bewerbungskosten absetzen?

    Der Großteil der Bewerbungen erfolgt heute online. Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Auf den ersten Blick sind Online-Bewerbungen deutlich kostengünstiger als schriftliche. Das Porto fällt weg, außerdem Anschaffungskosten für Mappe, Papier, Stifte, Druckerpatronen.

    Dennoch können Sie selbstverständlich auch Online-Bewerbungen von der Steuer absetzen. Die Pauschale, die das Finanzamt akzeptiert, ist bei Online-Bewerbungen aber geringer als bei schriftlichen (dazu gleich mehr).

    Außerdem entstehen ja noch immer andere Kosten im Zusammenhang mit der Bewerbung: Bewerbungsratgeber, Foto und Fahrtkosten beispielsweise. Die können Sie anrechnen, unabhängig davon, ob die Bewerbung auf dem Online- oder Offline-Weg erfolgt ist.

    Bewerbungskosten absetzen: An die Belege denken

    Die Steuererstattung sollten Sie schon während Ihres Bewerbungsprozesses im Hinterkopf abspeichern. Das heißt: Dokumentieren Sie eine Liste mit all Ihren Bewerbungen und bewahren Sie die entsprechenden Dokumente, Mappen, Mails auf.

    Denn das Finanzamt wird Ihre Bewerbungskosten nur erstatten, wenn Sie Belege vorlegen. Beziehungsweise es könnte zumindest die Vorlage von Belegen nachträglich von Ihnen verlangen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Zum Beispiel, indem Sie auf Ihrem Rechner einen Ordner anlegen, in dem Sie die Eingangsbestätigungen oder Absagen der einzelnen Unternehmen ablegen – oder Ihre per Mail verschickten Bewerbungen.

    Das Gleiche gilt für alle anderen Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen. Bewahren Sie also auch Quittungen von Mappen, Stiften, Fotos, Stadtplänen usw. auf – am besten heften Sie alles in einem Ordner, Ihrem Steuerordner, ab.

    Tipp: Ein Schuhkarton bietet sich für Papierbelege an. Der ist im Innern trocken und dunkel. So verblassen Ihre Dokumente nicht so schnell. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Belege auch kopieren oder einscannen und auf Ihrem Computer ablegen.

    Wie setze ich Bewerbungskosten ab?

    Sie haben zwei Optionen, um Ihre Bewerbungskosten als Werbungskosten abzusetzen:

    1. Sie reichen die Belege für Ihre Bewerbungskosten ein.
    2. Sie machen Ihre Bewerbungskosten über Pauschalen geltend.

    Bei Variante 1 rechnen Sie alle Bewerbungskosten, für die Sie Belege gesammelt haben, zusammen und tragen Sie als Werbungskosten in Ihre Steuererklärung ein. Das kann eine langwierige und komplizierte Angelegenheit sein.

    Einfacher ist Variante 2: Das lästige Sammeln der Quittungen bleibt Ihnen damit erspart. Sie legen einfach eine Pauschale zugrunde. Pro schriftlicher Bewerbung lässt das Finanzamt erfahrungsgemäß neun bis 15 Euro durchgehen. Manche Finanzämter orientieren sich an einem Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004, das für schriftliche Bewerbungen Kosten von jeweils 8,50 Euro angenommen hatte.

    Für eine E-Mail-Bewerbung, wie sie heute üblich ist, bekommen Sie nicht so viel zurück – hier beträgt die Pauschale nur 2,50 Euro. Fahrt- und Übernachtungskosten sind nicht inbegriffen.

    Aber: Auch wenn sich das Finanzamt in der Regel an Pauschalen orientiert — Anspruch auf eine Pauschale haben Sie grundsätzlich nicht. Es liegt immer im Ermessen des Sachbearbeiters, ob und welche Pauschale er anerkennt.

    Außerdem dürfen Sie mit Pauschalen die Grenze von 1.000 Euro bei den Werbungskosten nicht überschreiten. Mehr Geld können Sie nur geltend machen, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben über diesem Wert liegen – und wenn Sie sie nachweisen können.

    Wo trage ich die Bewerbungskosten ein?

    Die Steuererklärung ausfüllen – für die meisten eine undankbare Aufgabe. Speziell für Berufsanfänger ist sie zudem sehr herausfordernd. Wo soll ich meine Bewerbungskosten überhaupt eintragen?

    Antwort: in der Anlage N. Hier werden die Werbungskosten – und damit auch die Bewerbungskosten – eingetragen. Die Anlage N besteht aus insgesamt drei Seiten. Die Bewerbungskosten finden auf Seite 2 Platz. Auf der letzten Seite tragen Sie dann noch Ihre möglichen Mehraufwendungen ein, wenn Sie zwei Haushalte haben.

    Sollte der Platz für Ihre Bewerbungskosten nicht ausreichen, haben sie die Möglichkeit, unter „Weitere Werbungskosten“ einen Vermerk mit „Siehe Anlage“ zu machen.

    Bewerbungskosten: Wie kann ich Sie mir noch zurückholen?

    Bis Sie Geld vom Finanzamt erstattet bekommen, können Wochen und Monate ins Land gehen. Es gibt aber noch andere Wege, Bewerbungskosten zurückzuholen. Das ist gerade für Menschen wichtig, die mit jedem Euro kalkulieren müssen. Gerade in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Studium oder geringfügiger Beschäftigung ist es oft schwierig, alle anfallenden Kosten auszulegen.

    Die gute Nachricht: Viele Arbeitgeber erstatten die Kosten für ein Vorstellungsgespräch. Es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Erstattung. Voraussetzung ist, dass der Bewerber sich auf eine zu besetzende Stelle beworben und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hat. Die Pflicht zur Kostenübernahme ist unabhängig davon, ob der Bewerber letztlich den Zuschlag erhält oder nicht. Es werden allerdings nur solche Kosten erstattet, die nach den Gesamtumständen „erforderlich“ waren.

    Auf der anderen Seite haben Arbeitgeber die Möglichkeit, die Kostenübernahme zu verweigern oder zu begrenzen. Dies muss das Unternehmen aber bei der Einladung zum Bewerbungsgespräch deutlich machen. Dies kommt immer auf den Einzelfall an. Nicht unüblich ist es beispielsweise, nur die Anreise mit der Bahn zu erstatten. Möchte der Bewerber aber mit dem Flugzeug anreisen, muss er die Mehrkosten selbst tragen.

    Tatsächlich hängt die Bereitschaft zur Kostenübernahme häufig davon ab, für welche Stelle der Bewerber vorgesehen ist. Hochqualifizierten und nachgefragten Arbeitskräften will man das eigene Unternehmen möglichst schmackhaft machen – dazu gehört auch eine großzügige Übernahme der Kosten.

    Eigentlich selbstverständlich: Erscheint der Kandidat gar nicht oder ohne ausdrückliche Einladung zum Vorstellungsgespräch, ist das Unternehmen nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. In jedem Fall gilt: Der Bewerber muss die Kosten innerhalb von drei Jahren geltend machen, danach sind sie verjährt. Aber das sollte machbar sein.

    Und es gibt sogar noch eine weitere Möglichkeit: Sollte der Arbeitgeber die Kosten nicht übernehmen wollen, dann wenden Sie sich als Bewerber ans Arbeitsamt oder Jobcenter. Vielfach können Sie sich hier Bewerbungskosten erstatten lassen. Das ist aber Ermessenssache. Fragen Sie also unbedingt VOR Ihrem Bewerbungsgespräch nach, ob und welche Kosten übernommen werden können.

    Mehr Zeit für die Steuererklärung!

    Bewerbungskosten absetzen mehr Zeit
    Seit 2019 haben Sie mehr Zeit, um sich Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Bislang mussten Sie Ihre Steuererklärung stets bis Ende Mai vorlegen. Jetzt reicht es dem Finanzamt aus, wenn sie bis zum 31. Juli vorliegt.

    Falls Sie Ihre Steuererklärung nicht selbst machen, sondern von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lassen, verschiebt sich die Frist noch weiter nach hinten. Die Steuererklärung für 2019 müsste dann nicht früher als bis Ende Februar 2021 beim Finanzamt eingehen.

    [Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

    Arbeitgeber hinhalten: Wie es richtig geht

    arbeitgeber hinhalten

    Arbeitgeber tun es, Bewerber tun es, auch Menschen auf Partnersuche tun es: Den anderen hinhalten. Das ist oft unangenehm, kann aber gute Gründe haben. Wenn ein Bewerber mehrere Ässe im Ärmel hat und nicht das erstbeste Angebot annehmen will, muss er wohl oder übel Zeit schinden. Den Arbeitgeber hinhalten – dafür gibt es mehr als einen Weg…

    Arbeitgeber hinhalten: Manchmal muss es sein

    Es ist eine Luxussituation. Aber eine, in der man sich sehr unwohl fühlt. Stellen Sie sich vor, sie haben mehrere Zusagen zu Vorstellungsgesprächen. Das erste Jobinterview führen Sie bei einem mittleren Unternehmen, das in Ihrer persönlichen Hitliste relativ weit unten rangiert.

    Das Gespräch läuft gut, Ihr Selbstvertrauen ist frisch gestärkt. Kurz nach dem Termin kommt auch schon die Zusage seitens der Firma: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job!“ Eine tolle Nachricht, über die Sie sich bestimmt freuen – und die Ihnen schmeichelt.

    Allerdings würden Sie dennoch die anderen Gespräche gerne noch wahrnehmen – und erst danach entscheiden. Die mutmaßlich besseren Unternehmen kommen schließlich noch. Was tun? Karrieresprung hätte da folgende Vorschläge für Sie…

    Arbeitgeber hinhalten: Diese 3 Optionen haben Sie

    1. Zusage

      Auf die Zusage des Unternehmens reagieren Sie… mit einer Zusage. Sie nehmen den Job an und bedanken sich ganz herzlich bei der Personalabteilung des Unternehmens.

      Dann dauert es ein paar Tage, bis der Arbeitsvertrag bei Ihnen eintrifft. Jetzt können Sie weitere Zeit schinden, indem Sie den Arbeitsvertrag bis auf Weiteres liegen lassen. Falls Ihr zweites Vorstellungsgespräch zeitnah terminiert ist, reicht diese Taktik vielleicht schon aus.

      Wenn nicht, dann kündigen Sie den Vertrag noch vor Ihrem Antrittsdatum. Außerdem hätten Sie in der Probezeit ja noch die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen wieder zu kündigen. Meist beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen.

      Das können Sie machen – sollten Sie aber nur im Notfall tun. Denn so hinterlassen Sie verbrannte Erde. Ihr neuer alter Arbeitgeber ist über dieses Vorgehen bestimmt not amused. Wahrscheinlich wird er sogar hochgradig erzürnt sein – nachvollziehbar!

      Eine positive Referenz, einen wertvollen Kontakt oder eine Möglichkeit auf Rückkehr können Sie sich dann abschminken. Die Taktik ist vor allem riskant, wenn die Branche, in der Sie sich bewegen, sehr überschaubar ist. Erstens spricht sich so etwas schnell herum, zweitens ist die Anzahl an potenziellen Arbeitgebern begrenzt.

    2. Anruf

      Das ist die ehrlichste Variante. Aber ob es auch die erfolgversprechendste ist?

      Sie rufen im Unternehmen an und teilen ganz höflich mit, dass Sie sich für die Zusage bedanken und auch sehr gerne einschlagen würden. Aber auch, dass Sie noch weitere Vorstellungsgespräche vor der Brust haben und diese gerne wahrnehmen würden. Und dann bitten Sie noch um etwas Bedenkzeit für Ihre Entscheidung. Ein gutes, faires Vorgehen – das sich aber rächen könnte.

      Zum Beispiel dann, wenn die kommenden Jobinterviews mies laufen. Und wenn es letztlich bei dieser einen Zusage bleibt, der Arbeitgeber aber so in seiner Eitelkeit verletzt ist, dass er sein Angebot zurücknimmt. Dann stehen Sie mit leeren Händen da. Allerdings gibt es viele Arbeitgeber, die für Ihr Vorgehen sehr wohl Verständnis hätten.

      Die Variante bietet sich an, wenn sie Ihre erste Zusage ohnehin nur als Notnagel sehen und im Zweifel darauf verzichten können. Spielen Sie das am besten mit einem Wenn-dann-Szenario durch. Wenn ich keine weiteren Angebote bekomme und die erste Zusage auch noch zurückgenommen würde, was dann? Wäre dies eine Katastrophe? Ist die Antwort nein, gehen Sie ins Risiko.

    3. Hinauszögern

      Die gute alte Hinhaltetaktik: Sie schinden bei jeder sich bietenden Gelegenheit Zeit. Auf die Zusage des Arbeitgebers melden Sie sich erst Tage später. Mit dem Hinweis, dass Sie verreist oder erkrankt waren.

      Sie nehmen den Job auch noch gar nicht an, sondern tun nur so, als ob. Motto: „Wow, das freut mich sehr! Vielen, vielen Dank!“ Vielleicht mailen Sie dann noch ein paar Mal mit dem Personalbüro hin und her, bevor Ihnen der Arbeitsvertrag zugeschickt werden soll.

      Wenn dieser bei Ihnen zuhause eintrudelt, können Sie wieder Zeit schinden. Sobald sich das Personalbüro bei Ihnen meldet, wo denn der Vertrag bleibt, gaukeln Sie vor, Sie hätten ihn längst unterschrieben und zurückgeschickt. „Der muss unterwegs verloren gegangen sein!“ Und schon haben Sie wieder zeitlichen Spielraum…

      Klar, diese Taktik ist vor allem eins: unehrlich. Und spätestens wenn Sie doch noch absagen, durchschaut das Unternehmen Ihre Strategie. Das wird Ihnen keine neuen Freunde bringen. Außerdem kann es sein, dass der Arbeitgeber schon nach kurzer Zeit spürt, dass etwas im Busch ist und Sie nicht so richtig wollen – und seinerseits absagt.

    Warum die Hinhaltetaktik eine Gratwanderung ist

    Was Sie stets bedenken sollten: Eine mündliche Zusage des Arbeitgebers ist rechtlich wertlos. Erst wenn Sie den unterschriebenen Arbeitsvertrag auf dem Tisch haben und ebenfalls unterschreiben, ist der Deal besiegelt. Der Arbeitgeber hat bis dahin ebenfalls die Möglichkeit, jederzeit wieder von seinem Angebot zurückzutreten.

    Und davon wird er mit ungleich höherer Wahrscheinlichkeit Gebrauch machen, wenn er das Gefühl hat, dass Sie ihn hinhalten. Die Hinhaltetaktik ist also riskant. Und auch auf eine gewährte Bedenkzeit können Sie ihn nicht festnageln. Läuft ihm in der Zwischenzeit ein anderer Bewerber über den Weg, kann ihn der Arbeitgeber einstellen und Ihnen vorziehen. Bei der Bedenkzeit handelt es sich um reine Kulanz ohne rechtlichen Anspruch.

    Das ist aber auch eine Chance für Sie. Bevor der Arbeitsvertrag nicht bei Ihnen eintrifft, können Sie weitere Vorstellungsgespräch wahrnehmen und mit anderen Unternehmen verhandeln. Ohnehin sollten Sie diesen Zwischenzeitraum nutzen, um über die genauen Vertragsmodalitäten zu verhandeln. Verhandlungsmasse gibt es viel: Gehalt, Urlaubstage, geldwerte Vorteile, Benefits usw. Das hilft Ihnen bei der Entscheidungsfindung – und es nimmt Zeit in Anspruch. Bleiben sie aber stets höflich und realistisch – und überziehen Sie nicht nach dem Motto: „Wenn Sie mir dies und das nicht gewähren, nehme ich einen andere Stelle an.“ Überheblichkeit überkommt gerne diejenigen, die mehrere Optionen auf dem Tisch haben – oder glauben, diese zu haben.

    Grundsätzlich können Sie die Hinhaltetaktik nicht ewig fahren. Irgendwann müssen die Karten auf den Tisch. Das sind Sie auch dem Unternehmen schuldig, das seine Stelle ja irgendwann irgendwie besetzen will und muss.

    Und: Je besser Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind, desto ehrlicher und offener können sie agieren. Das spräche also für Variante 2, den ehrlichen Anruf. Beispiel Softwareentwickler: Sie sind auf dem Jobmarkt momentan so begehrt, dass kaum ein Arbeitgeber einen vom Hof jagen wird, wenn er ihm sagt, dass er erst noch andere Bewerbungsgespräche wahrnehmen möchten. Im Gegenteil, die Chancen stehen ganz gut, dass das Unternehmen sein Angebot noch mal erhöht oder andere Benefits offeriert, um ihm die Stelle schmackhaft zu machen.

    In Branchen wiederum, in denen es einen Bewerber-Überschuss gibt – zum Beispiel im Medienbereich – könnte diese Strategie nach hinten losgehen. Auch große Unternehmen können aus einem riesigen Fundus an Bewerbern wählen. Diese Parameter beziehen Sie besser mit ein…

    Hinhalten: Auch Unternehmen tun es

    Das Phänomen des Hinhaltens läuft natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn also Unternehmen einen Bewerber hinhalten, weil sie ihn nicht verlieren, aber sich noch andere Kandidaten anschauen wollen. Das nennt sich Benching.

    Wenn Sie das nicht hinnehmen wollen, fragen Sie sich zwei Wochen nach dem Bewerbungsgespräch höflich nach dem aktuellen Stand. Und stellen Sie Ihre Jobsuche nicht ein, sondern erst dann, wenn Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben.

    Allerdings kann Benching auch ein gutes Zeichen sein – und darauf hindeuten, dass Sie noch im Rennen sind…

    Strategien: Es gibt noch eine vierte!

    Arbeitgeber hinhalten OptionEine haben wir doch glatt vergessen: Option Nr. 4. Die lautet: Absagen!

    Natürlich ist auch das eine Möglichkeit. Wenn Ihnen das Angebot nicht zusagt, können Sie es auch sofort verwerfen – und sind fortan wieder frei für andere Offerten. Arbeitgeber hinhalten? Überflüssig.

    Eine sofortige Zusage des Arbeitgebers kann der Bewerber ja auch als Verzweiflung interpretieren: „Da scheint jemand große Probleme zu haben, neue Mitarbeiter zu bekommen und nimmt einfach alle, die er kriegen kann. Woran liegt das? Was stimmt nicht mit ihm?“ Schließlich erwartet man von seinem künftigen Arbeitgeber ja durchaus Sorgfalt und eine gründliche Auslese. Und die beansprucht doch Zeit. Vielleicht ein Hinweis, dem noch mal nachzugehen – durch eine Internet-Recherche beispielsweise.

    Auf der anderen Seite kann das Unternehmen auch einfach sehr überzeugt von Ihnen gewesen sein – dann müssten Sie die Sofort-Zusage als großes Kompliment verstehen. Hier ist also das berühmte Fingerspitzengefühl und Urteilsvermögen gefragt.

    Fest steht nur: Wer keine Lust darauf hat, den Arbeitgeber hinzuhalten, der kann auch einfach absagen.

    [Bildnachweis: Tony Stock by Shutterstock.com]

    Jobsuche ab 50: Wie Sie fündig werden

    jobsuche ab 50

    Arbeitgeber stehen auf junges Fleisch. Das ist auch gar nicht weiter verwunderlich. Junge sind motiviert, dynamisch und vergleichsweise günstig. Aber: The times, they are a-changin‘. Vorbei die Zeiten, in den Arbeitnehmer ab 50 schon halbtags an die Rente dachten. In Wahrheit war es wohl noch nie so leicht wie heute, als Angehöriger der Ü50-Fraktion einen neuen Job zu finden. Jobsuche ab 50: Hier geht’s zur Traumstelle…

    Jobsuche ab 50: Nicht so einfach!

    Aus Arbeitgebersicht spricht tatsächlich einiges dafür, jüngeren Bewerbern den Vorzug zu geben. Sie kommen frisch von der Schule oder Uni, sind voller Tatendrang – und nicht so teuer. Auch kann sie der Arbeitgeber noch formen, ihr Entwicklungsspielraum ist groß.

    Was gegen Ü50-Arbeitnehmer spricht:

    • Sie kennen ihre Rechte und Pflichten ganz genau und lassen sich nichts mehr sagen. Speziell bei jüngeren Vorgesetzten könnte dies zu Autoritätsproblemen führen.
    • Ältere sind – so das Vorurteil – unflexibel und können sich nur schwer neuen Gegebenheiten anpassen. Der sich rasant wandelnde Arbeitsmarkt erfordert aber geistige – und manchmal auch körperliche – Flexibilität. Bisweilen befinden sich die Skills älterer Bewerber zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand.
    • Die Generation 50+ ist nicht dafür bekannt, aus Digital Natives zu bestehen. Gerade IT-Kenntnisse aber sind eine Schlüsselkompetenz der Gegenwart – und der Zukunft. Viele neue Jobs entstehen im IT-Bereich.
    • Ältere sind krankheitsanfällig und drohen daher häufig auszufallen – manchmal auch für einen längeren Zeitraum. Dies verursacht neue Anstrengungen und Kosten. Eine Ersatzkraft muss vom Unternehmen rekrutiert und eingearbeitet werden. Mit einem jüngeren Mitarbeiter wäre das vielleicht nicht notwendig.
    • Sie sind teuer. Berufserfahrung bringt überdurchschnittliche Gehaltsvorstellungen mit sich. Das Senioritätsprinzip ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch immer stark ausgeprägt. Wer lange dabei ist und über viel Erfahrung verfügt, verdient auch mehr – manchmal zu viel.

    Das alles macht klar: Menschen ab 50 haben Nachteile bei der Jobsuche. Derer sollten sie sich bewusst sein. Darum fliegen viele von ihnen schon in den ersten Bewerbungsrunden raus, obwohl die Qualifikationen formell ausreichen.

    Die Argumente gegen Ältere sollte man zumindest anerkennen und nicht einfach beiseite wischen. Nach dem Motto: „Pah, die geben uns einfach keine Chance!“ Versetzen Sie sich in den Arbeitgeber hinein: Wen würden Sie einstellen – den günstigen Jungen oder den teuren Alten?

    Aber bevor Sie empört aufschreien: Natürlich gibt es auch sehr viele Argumente, die FÜR Ü50-Arbeitnehmer sprechen. Und immer mehr Arbeitgeber sehen diese auch. Auch der demographische Wandel trägt sein Scherflein dazu bei. Alles in allem steigen die Beschäftigungschancen von Älteren von Jahr zu Jahr…

    Jobs ab 50: Darum sind sie wichtig

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Wir schreiben zwar von Älteren, aber mit 50 Jahren ist man eher im Bereich „mittelalt“ angesiedelt – oder „mitteljung“, ganz wie Sie wollen. Vom Regelrentenalter ist man jedenfalls noch weit entfernt.

    Aus finanziellen Erwägungen ist es für die meisten schlicht eine Notwendigkeit, mit 50 , 55 oder 60 Jahren zu arbeiten. Der Kühlschrank will gefüllt, Kredite wollen abbezahlt und wertvolle Rentenpunkte gesammelt werden. Viele Menschen können ihren Lebensstandard im Alter nicht halten – umso wichtiger ist es, bis dahin einen guten Job zu haben und vorsorgen zu können.

    Dies gilt speziell für Frauen, die nach einer Untersuchung der Unis Mannheim und Tilburg im Schnitt rund ein Viertel weniger Rente erhalten als Männer.

    Aber selbst wenn Sie Ihre Schafe schon im Trockenen haben, lautet unser Rat: Hören Sie lieber nicht auf zu arbeiten. Ein Job bringt Struktur in den Alltag, eine Aufgabe, hält geistig fit und erhält soziale Kontakte zu Kollegen. Das alles sind Aspekte, die viele Rentner erst im Ruhestand zu schätzen wissen.

    Manche nutzen die späte Phase im Arbeitsleben auch, um noch einmal ganz neu durchzustarten. Sie machen sich als Berater selbstständig oder gründen noch einmal ganz neu. Darüber sollten Sie zumindest einmal nachdenken…

    Jobsuche mit 50: Warum sie immer leichter wird

    Immer mehr Ältere arbeiten. Von 2007 bis 2017 ist die Erwerbsquote der 55- bis 60-Jährigen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit um acht Prozent auf 82,6 Prozent gestiegen. Noch steiler war der Anstieg bei den 60- bis 65-Jährigen im gleichen Zeitraum – um 24,7 Prozent auf 60,8 Prozent.

    Eine große Rolle spielt natürlich das Rentenalter, das seit 2012 schrittweise angehoben wird. Darum steigt auch die Erwerbsquote der Über-65-Jährigen. Von ihnen arbeiten immerhin schon sieben Prozent.

    Damit sind in Deutschland mittlerweile 5,9 Millionen Menschen zwischen 55 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 2,7 Millionen bzw. 87 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe von 9,0 Prozent im Jahr 2007 auf 6,3 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen. Die höchsten Anteile älterer Beschäftigter gibt es in der öffentlichen Verwaltung, der Energiebranche, in Erziehung und Unterricht, im Pflege- und Sozialwesen, verarbeitenden Gewerbe und Verkehrswesen.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wohl noch nie war es so einfach wie heute, als Ü50er eine Arbeit zu finden. Den richtigen Job muss man aber natürlich erst finden – oder behalten. Manche sind im fortgeschrittenen Alter weiterhin als Beamte tätig, andere selbstständig, die meisten aber angestellt. Die 55- bis 65-Jährigen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes so verteilt:

    • 57 Prozent: Angestellte, Arbeiter, Auszubildende
    • 27 Prozent: Nichterwerbspersonen
    • 9 Prozent: Selbstständig, mithelfende Familienangehörige
    • 4 Prozent: Beamte
    • 2 Prozent: Erwerbslose

    Jobsuche über 50: Wo liegen Ihre Stärken?

    Über die Argumente gegen Ältere haben wir am Anfang schon gesprochen. Darum sollten Sie in der Bewerbung Ihre Stärken betonen. Davon gibt es wahrscheinlich sehr viele, zum Beispiel diese:

    • Erfahrung

      Ältere Menschen verfügen über einen Erfahrungsschatz, den Jüngere nicht haben. Sie haben Herausforderungen und Krisen gemeistert, Erfolge gefeiert, sind nach Niederlagen wieder aufgestanden. Die Erfahrungen helfen Ihnen bei der Jobsuche oder der Berufsorientierung. Sie wissen, was Sie können und was Sie wollen, können sich selbst sehr gut einschätzen. Junge dagegen sind oft noch auf Sinnsuche – und auf der Suche nach der eigenen Identität.

    • Energie

      Das klingt erstmal paradox, denn es sind doch die Jungen, die vor Energie nur so strotzen, oder? Ja, schon. Aber sehen Sie es mal so: Mit 30 oder 40 beginnt für viele die Rush Hour des Lebens. Sie bauen ein Haus, gründen eine Familie, pflegen manchmal ihre Eltern und haben darüber hinaus noch einen anstrengenden Job. Das alles haben sie mit 50 oder 55 (oft) schon komplett hinter sich. Das Haus ist (hoffentlich) abbezahlt, die Kinder (mit einem Bein) aus dem Haus. Da bleibt mehr Energie für den Job übrig. Das dürfen Sie dem Arbeitgeber im Jobinterview ruhig so sagen!

    • Reputation

      Im Laufe Ihres Berufslebens haben Sie schon einige Referenzen sammeln können. Sie haben ein verzweigtes Netzwerk, kennen hier und da Leute, haben viele Kontakte im Notizblock. Und Sie haben auch längst keine Hemmungen mehr, diese wieder nutzbar zu machen. Präsentieren Sie dem Arbeitgeber in spé Ihre Erfolge – selbstbewusst, aber ohne zu prahlen. Dann weiß er, was er an ihnen hat oder hätte. Mit einem blutjungen Bewerber kauft er dagegen die Katze im Sack.

    • Klarheit

      Mit Blabla kann man heutzutage weit kommen – durchs Abitur oder in die TV-Talkshow. Viele reden um den heißen Brei herum oder wissen selbst gar nicht, was sie da eigentlich sagen. Als semi-alter Mensch haben Sie klare Vorstellungen. Sie können konkret benennen, was Sie können, was Sie wollen, was Sie nicht mögen, wie Sie arbeiten, was man von Ihnen erwarten kann. Das sind meine Stärken, das sind meine Interessen, das sind meine Werte. Mit klaren Ansagen können Personaler arbeiten. Wenn sich Ihre Vorstellungen mit denen des Unternehmens decken, finden Sie zusammen.

    • Arbeitsethos

      Arbeitsethos – ein Begriff aus einer untergehenden Welt. Die jungen Generationen können nur wenig damit anfangen. Work-Life-Balance, Selbstverwirklichung und Sabbaticals haben sich an die Stelle harter Arbeit gedrängt. Viele Unternehmen wären bestimmt mal wieder ganz froh über Bewerber, die dazu bereit sind, sich ihren Allerwertesten aufreißen, weil sie für ihr Gehalt eine Gegenleistung erbringen wollen. Gehören Sie zufällig dazu? Dann werfen Sie das Argument gerne mal ein. „Ich glaube an harte, ehrliche Arbeit und habe das mein Leben lang so gehalten.“ Wow! Das könnte im Bewerbungsprozedere sogar Ihr Alleinstellungsmerkmal werden.

    Jobsuche: 5 Tipps für Ältere

    Was Ihnen bei der Jobsuche ab 50 weiterhilft:

    1. Selbstvertrauen

      Sie haben Lebenserfahrung. Sie haben Berufserfahrung. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben. Sie haben schon etwas geleistet. Kein Grund also, mit gebeugtem Haupt durch die Lande zu ziehen. Gehen Sie selbstbewusst in die Bewerbungsrunde. Dass Sie wegen Ihres Alters keine Chance hätten, mag im Einzelfall stimmen – aber die Einzelfälle werden immer weniger.

    2. Schlüsselqualifikationen

      Dass Sie nicht die Programmiersprache Python beherrschen – geschenkt! Aber ein wenig sollten bzw. müssen Sie dem Zeitgeist in Ihrer Bewerbung schon Folge leisten. Das bedeutet, dass Sie nicht Qualifikationen und Kompetenzen nennen, die absolut aus der Zeit gefallen sind. Ein Softwareentwickler, der mit der Programmiersprache Basic prahlt, wird nicht für voll genommen. Sie können sich auch privat weiterbilden und wichtige IT-Tools autodidaktisch aneignen oder über Online-Kurse. Ihr Lebenslauf sollte jedenfalls nicht so aussehen, als ob er vor dem Krieg verfasst worden wäre.

    3. Sorgfalt

      Professionalität sollte Ihr Markenzeichen als Bewerber sein. In der Bewerbung können Sie zeigen, dass Sie Ihren jüngeren Konkurrenten voraus sind. Indem Sie die Bewerbung gut strukturieren, die richtigen Schwerpunkte setzen, Wichtiges von Unwichtigem trennen. Wenn sie blitzsaubere Unterlagen erstellen und dann noch gekonnt per Mail versenden bzw. in das Online-Bewerbersystem einpflegen, weiß der Empfänger, dass Sie auf Zack sind. Aber hüten Sie sich davor, Ihren Lebenslauf und das Anschreiben mit allen Stationen zu überladen. Selektieren! Sie können auch gerne einen Bewerbungscoach zu Rate ziehen.

    4. Courage

      Keine Ausreden mehr! Ältere Beschäftigte haben heute Möglichkeiten, die sie vor zehn oder 20 Jahren noch nicht hatten. Das schließt Jobchancen in Großkonzernen mit ein oder in internationalen Unternehmen. Sie dürfen auch kreativ werden und als Quereinsteiger ganz neue Pfade einschlagen. Warum nicht per Praktikum herausfinden, ob Ihnen die Branche liegt? Oder warum nicht in einem Startup bewerben? Startups gelten doch als offen. Zeigen Sie den Jungspunden, dass Diversity dem Team gut tun würde. Oder bewerben Sie sich in einer völlig neuen Stadt oder Region, wenn Sie darauf Lust haben. Allein dieser Schritt zeugt schon von Mut und Veränderungsbereitschaft – das kommt bei Arbeitgebern gut an.

    5. Networking

      Wer viele Leute kennt, hat einen großen Vorteil. Er kann sein Netzwerk bei Bedarf aktivieren. Das ist speziell bei der Jobsuche immer ein Faktor. Noch immer werden viele Stellen über Vitamin B vergeben. Heute gibt es dafür viele Tools im Internet: Xing und Linkedin vor allem. Wenn Sie noch keine Business-Profile haben, legen Sie sich welche an und versuchen Sie, Ihr Netzwerk Schritt für Schritt zu vergrößern. Sie werden sehen, welche Wunder das wirkt…

    [Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

    Bewerbung Eintrittstermin: So formulieren Sie ihn

    Bewerbung Eintrittstermin

    Einen besseren Job wollen sie alle. Aber nicht unbedingt jetzt und hier. Manchmal kommen Sie aus Ihrem aktuellen Arbeitsverhältnis nicht schnell genug heraus, oder Sie wollen noch einen Monat Urlaub zwischen sich und die neue Stelle schieben. Vom frühestmöglichen Eintrittstermin, den Sie in Ihrer Bewerbung nennen, hängt grundsätzlich eine Menge ab. Aber sollen Sie ihn überhaupt angeben? Oder dezent verschweigen? Und wie formuliert man ihn am besten? Bewerbung Eintrittstermin: So finden Sie die richtige Lösung…

    Bewerbung Eintrittstermin: Warum er wichtig ist

    Erfahrene Arbeitnehmer wissen: Wer sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewirbt, hat eine komfortable Situation. Das Gehalt fließt weiter, der Zeitdruck hält sich in Grenzen. Es gibt nur ein kleines Problem: Ihr Arbeitsvertrag enthält mit großer Wahrscheinlichkeit eine Kündigungsfrist.

    Sie können also nicht heute kündigen und morgen schon beim neuen Arbeitgeber anfangen. Besteht ihr Noch-Unternehmen auf sein vertragliches Recht, müssen Sie womöglich noch drei bis sechs Monate zur Arbeit erscheinen.

    Lange Kündigungsfristen haben Vor- und Nachteile.

    • Sie dienen als Sicherheitsnetz und schützen vor plötzlicher Arbeitslosigkeit.
    • Auf der anderen Seite erschweren sie einen zügigen Stellenwechsel, was Sie Zeit und Geld kosten kann.

    Das Schlimme daran: Manche Arbeitgeber brauchen jetzt sofort Verstärkung, nicht erst in drei Monaten. Denkbar also, dass Sie den Job alleine wegen Ihrer langen Kündigungsfrist nicht bekommen. Ärgerlich!

    Es gibt aber noch einen möglichen Kompromiss – in Form eines Aufhebungsvertrags. Über einen Aufhebungsvertrag kommen sie schneller aus Ihrem Arbeitsverhältnis. Aber nur, wenn Ihr Chef mitspielt. Weigert er sich, bleiben sie in der Regel im Vertrag sitzen.

    Selbst in diesem Szenario sollten Sie aber nicht Ihren Rauswurf provozieren. Das schadet Ihnen mehr, als dass es nützt. Es beschädigt Ihre Reputation – nach innen und nach außen. Es kann Ihnen zudem ein schlechteres Arbeitszeugnis bescheren und den Argwohn anderer Unternehmen auf sich ziehen. Nach dem Motto: Mit so einem Typen wollen wir gar nicht erst zusammenarbeiten.

    Eintrittstermin sofort: Das kann problematisch werden!

    Grundsätzlich gilt: Verlangt das Unternehmen in der Stellenanzeige die Angabe eines frühestmöglichen Eintrittstermins, sollten Sie es in Ihrer Bewerbung auch nennen. Es scheint für das Unternehmen ein wichtiges Kriterium zu sein – und darauf sollten Sie als Bewerber eingehen.

    Aber: Sucht der Arbeitgeber ausdrücklich eine Verstärkung „ab sofort“, Sie sind aber noch eine Zeitlang in Ihrem aktuellen Vertrag gebunden, dann bedeutet das nicht, dass Ihre Chancen bei Null liegen. Na klar, wenn Sie erst in einem halben Jahr anfangen können, das Unternehmen aber schon heute unter personellem Druck steht, dann ist die Stelle wahrscheinlich weg.

    Rufen Sie in dem Fall einfach mal in der Personalabteilung an und fragen, ob eine Bewerbung unter diesen Umständen Sinn macht. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich erwähnen, dass Sie alles versuchen wollen, um doch noch früher aus Ihrem Vertrag zu kommen. Motivation zeigen! Empfangen Sie positive Signale, können Sie es versuchen. Wenn nicht, dann macht eine Bewerbung wohl keinen Sinn. Die Zeit und Energie investieren Sie dann besser anderweitig.

    Wenn Sie eine Initiativbewerbung oder Blindbewerbung verschicken, ist die Situation wiederum eine ganz andere. In dem Fall gibt es gute Argumente dafür, in der Bewerbung einen Eintrittstermin zu nennen. Es gibt aber auch gute Argumente, die dagegen sprechen…

    Vorsicht: Wettbewerbsverbot!

    Bewerbung Eintrittstermin WettbewerbsverbotViele Arbeitsverträge enthalten eine sogenannte Wettbewerbsklausel. Diese verbietet es dem Arbeitnehmer, für einen festgelegten Zeitraum nach Ende seines Arbeitsverhältnisses bei dessen direkten Konkurrenten anzuheuern.

    Aus Arbeitgebersicht verständlich: Wertvolles Fachwissen und Knowhow soll nicht in die Hände des Feindes geraten. Womöglich nimmt der Arbeitgeber sogar noch Kunden mit. Das soll unter allen Umständen verhindert werden.

    Arbeitnehmer müssen eine solche Wettbewerbsklausel mitunter akzeptieren, obwohl sie ihnen nur Nachteile bringt. Aber nicht immer. Manche Wettbewerbsklauseln sind unwirksam und halten einer Klage nicht stand. Das sollten Sie aber im Einzelfall unbedingt mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht klären.

    Und noch ein Tipp: Das Wettbewerbsverbot können Sie als Verhandlungsmasse in die Vertragsverhandlungen einbringen. Ich biete dir, lieber Arbeitgeber, dieses und jenes, du streichst mir dafür die Wettbewerbsklausel. Gerade nachgefragte Fachkräfte haben in Verhandlungen größeren Spielraum – und können es sich erlauben, die Streichung der Klausel offensiv einzufordern.

    Pro: Darum sollten Sie einen Bewerbung Eintrittstermin nennen

    Das sind die Gründe, die dafür sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

    • Sie geben dem Unternehmen Planungssicherheit. Und es kann gleichzeitig auf Ihre Interessen und Fristen Rücksicht nehmen.
    • Es verleiht Ihnen Spielraum. Sie können in Ruhe die Kündigung und Übergabe bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber vorbereiten.
    • Sie benennen einen konkreten Vorteil gegenüber anderen Bewerbern – vorausgesetzt, Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin liegt nicht so weit in der Zukunft.

    Contra: Darum sollten Sie keinen Bewerbung Eintrittstermin nennen

    Das sind die Gründe, die dagegen sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

    • Sie sind nicht dazu verpflichtet, einen Eintrittstermin zu nennen. Im Worst Case locken Sie den Arbeitgeber nur auf eine falsche Fährte und reduzieren dadurch Ihre eigenen Einstellungschancen.
    • Vielleicht ist Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin ein Nachteil gegenüber anderen Bewerbern – vor allem dann, wenn er vergleichsweise weit in der Zukunft liegt.
    • Auf der anderen Seite kann sogar ein früher Eintrittstermin zum Nachteil werden. Er lässt sie bedürftig bis verzweifelt wirken. Auf Ihre Verhandlungsposition wirkt sich das nicht positiv aus.

    Das sollten Sie bedenken: Was Ihrem potenziellen Arbeitgeber auf den ersten Blick gut gefallen dürfte, könnte auf den zweiten Misstrauen in ihm auslösen. Wenn sie einen Satz schreiben wie: „Ich kann sofort bei Ihnen anfangen“. Oder: „Ab sofort stehe ich Ihnen für eine Beschäftigungsaufnahme zur Verfügung.“ Oder: „Ich bin auf der Stelle einsatzbereit.“ Oder gar: „Wenn ich könnte, würde ich noch heute bei Ihnen anfangen.“

    Klingt das gut für Sie? Ja schon, aber… Es sendet zugleich Signale, die Sie nicht aussenden wollen. Nämlich die, dass Sie unbedingt eine neue Stelle wollen und brauchen – jetzt sofort. Dass Sie verzweifelt sind, dass Ihnen die Alternativen fehlen, dass Sie vielleicht schon sehr lange erfolglos auf Jobsuche sind. Und dass Sie aktuell keine Arbeit haben. Warum eigentlich nicht? Kurzum: Den Eindruck, dass Sie ein hochqualifizierter Leistungsträger sind oder zu der seltenen Spezies Fachkraft gehören, erwecken Sie so nicht. Im Gegenteil.

    Unser Tipp: Nennen Sie stets ein konkretes Datum als möglichen Eintrittstermin. Das kann auch der 1. des kommenden Monats sein. Hauptsache, Sie schreiben nicht, dass Sie „sofort“ anfangen können. Sie können auch einen Monat draufschlagen (wenn Sie sich das finanziell erlauben können).

    Oder Sie geben nicht den „frühestmöglichen Eintrittstermin“ an, sondern Ihren „Wunschtermin“. Allein dieser Ausdruck nimmt schon den Bedürftigkeitscharakter weg und macht aus Ihnen den Steuermann, der alles unter Kontrolle hat. Sollte der Arbeitgeber bei Ihnen nachhaken, ob Sie nicht doch früher anfangen können, können Sie immer noch zusagen – das macht Sie gleich viel attraktiver.

    Bewerbung Eintrittstermin: Wie Sie ihn formulieren

    Wenn Sie sich in einem ungekündigten, unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden:

    • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis und könnte daher bei Ihnen frühestens am 01.01.2020 anfangen.
    • Ich stehe Ihnen aufgrund meiner Kündigungsfrist gerne, aber frühestens aber dem 01.06.2020 zur Verfügung.
    • Zum 01.09.2020 nehme ich sehr gerne eine Beschäftigung bei Ihnen auf. Momentan befinde ich mich in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis.

    Wenn Sie sich in der Ausbildung oder im Studium befinden:

    • Voraussichtlich werde ich meine Ausbildung am 01.06.2020 abschließen. Gerne stehe ich Ihnen unmittelbar danach zur Verfügung.
    • Mein Studium werde ich voraussichtlich am 01.04.2020 erfolgreich beenden. Im Anschluss würde ich sehr gerne bei Ihnen anfangen.
    • Nach meinem erfolgreichen Abschluss an der Universität Entenhausen fange ich sehr gerne sofort bei Ihnen an. Voraussichtlich werde ich noch bis zum 01.12.2020 studieren.

    Wenn Sie sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden:

    • Mein aktuelles Beschäftigungsverhältnis endet regulär am 01.02.2020. Im Anschluss könnte ich sofort bei Ihnen anfangen.
    • Nach dem regulären Ende meines jetzigen Arbeitsverhältnisses am 01.03.2020 könnte ich direkt bei Ihnen anfangen.
    • Mein frühester Eintrittstermin ist der 01.07.2020. Dann endet mein aktueller Arbeitsvertrag, der von vornherein wegen einer Mutterschaftsvertretung auf ein Jahr befristet war.

    Wenn Ihnen gekündigt wurde:

    • Ich stehe Ihnen ab dem 01.01.2020 oder früher zur Verfügung, da ich momentan selbstständig bin.
    • Ein kurzfristiger Einstieg ist möglich, da ich vertraglich derzeit nicht gebunden bin.
    • Ich würde sehr gerne zu meinem Wunschtermin am 01.02.2020 bei Ihnen anfangen. Ein früherer Eintritt ist möglich.
    [Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

    Lebenslauf Checkliste: Alle Tipps im Überblick

    Lebenslauf Checkliste

    Der Lebenslauf fasst Ihr ganzes (bisheriges) Leben zusammen. Da kommt einiges zusammen an Schulen, Noten, Abschlüssen, Stationen, Hobbys. Doch sind nicht alle Infos über Ihre Vita für den künftigen Arbeitgeber interessant. Wenn Sie Ihren Lebenslauf erstellen, sollten Sie gründlich und großzügig aussieben. Und es kommt nicht nur auf den Inhalt an. Layout, Abstände, Schriftart und Schriftgröße, am Ende die Unterschrift nicht vergessen! Damit Sie den Überblick behalten, hat Karrieresprung alle wichtigen Tipps zum Lebenslauf zusammengefasst. Lebenslauf Checkliste: Woran Sie denken müssen – und was Sie vergessen können…

    Lebenslauf Checkliste: Das gehört hinein

    Der Vorteil des Lebenslaufs ist: Sie verfassen ihn einmal und können ihn dann tausendfach mit all Ihren Bewerbungen rausschicken, richtig? Falsch!

    Natürlich ändert sich in ein paar Monaten nicht so viel, dass Sie Ihren ganzen Lebenslauf umschreiben müssen. Aber anpassen sollten Sie ihn schon. Je nach Bewerbung sollten Schwerpunkte anders gesetzt und neue Schlüsselbegriffe eingeflochten werden. Manche Praktika oder Hobbys sind für den einen Arbeitgeber interessant, für den anderen gar nicht. Das sollten Sie von Stellenangebot zu Stellenangebot entscheiden. Ja, das macht Arbeit. Aber sie lohnt sich.

    Ihr Lebenslauf sollte zunächst Lückenlos sein. Diese Angaben gehören in jedem Fall hinein:

    • Persönliche Daten (Name, Geburtstag, Geburtsort, Adresse)
    • Familienstand
    • Staatsangehörigkeit
    • Beruflicher Werdegang
    • Schulbildung und/oder Ausbildung
    • Qualifikationen und Kenntnisse (Zertifikate, Weiterbildung, Sprachen)
    • Interessen (Ehrenamtliches Engagement, Hobbys)
    • Ort, Datum, Unterschrift

    Aus formaler Sicht sollten Sie hierauf achten:

    • Der Lebenslauf umfasst maximal zwei Seiten.
    • Kopf- und Fußzeile sind in Lebenslauf und Anschreiben identisch.
    • Das Layout ist einheitlich (Schriftart, Schriftgröße).
    • Die beruflichen Stationen beinhalten Monats- und Jahresangabe (z.B.: 01/2019).
    • Am Ende des Lebenslaufs stehen Datum und Unterschrift.

    Folgende Angaben können Sie sich sparen. Sie gehören NICHT in den Lebenslauf:

    • Name und Beruf der Eltern oder Angehörigen
    • Gehaltsvorstellungen
    • Politische Überzeugungen (es sei denn, Sie bewerben sich in einer Partei o.ä.)
    • Religion (es sei denn, Sie bewerben sich in einer konfessionellen Einrichtung o.ä.)
    • Persönliche Kommentare (z.B. zu früheren Arbeitgebern)
    • Den Begriff arbeitslos (besser: arbeitssuchend)
    • Unseriöse E-Mail-Adressen

    Lebenslauf Checkliste: So können Sie ihn pimpen

    Die Formalien sind die Grundlage Ihres Lebenslaufs. Wenn Sie ihn dann noch individualisieren und an die jeweilige Stelle anpassen, verbessern Sie Ihre Jobchancen enorm. Dazu können Sie folgendes tun:

    • Die wichtigsten Stationen optisch hervorheben.
    • Ausgewählte Aufgaben ausführlich beschreiben.
    • Relevante Fachbegriffe und Reizwörter aus der Stellenanzeige verwenden.
    • Den Lebenslauf optisch an das Unternehmen anpassen.

    Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass Sie etwa die Unternehmensfarben auch in Ihrem Lebenslauf verwenden können. Oder grafische Elemente, die dem Corporate Design des Unternehmens nahekommen. Oder die gleiche Schriftart, die das Unternehmen verwendet – in seinem Logo zum Beispiel oder auf seiner Webseite.

    Im besten Fall wird so beim Personaler subtil der Eindruck erzeugt, dass Sie perfekt zum Unternehmen passen und dessen Kultur schon verinnerlicht haben. Das erfordert Fingerspitzengefühl Ihrerseits. Zu plump und platt sollten Sie nicht vorgehen. Aber selbst wenn der Personaler Ihr Spielchen durchschaut: Er wird es trotzdem zu würdigen wissen, dass Sie sich die Mühe überhaupt gemacht haben – und den Job offenbar unbedingt wollen.

    Wenn Sie das im Lebenslauf beherzigen, dann müssen Sie natürlich auch das Anschreiben optisch anpassen. Die Bewerbungsunterlagen sollten stets einheitlich sein.

    Lebenslauf Checkliste: Was inhaltlich zählt

    Die Gestaltung ist die eine Seite der Medaille, der Inhalt die andere. Denn auch inhaltlich sollten Sie den Lebenslauf – wenn möglich – jedes Mal aufs Neue anpassen. Dabei helfen Ihnen diese Fragen:

    • Welcher meiner bisherigen Stationen sind für die angepeilte Stelle relevant?
    • Welche spielen keine wesentliche Rolle?
    • Welche Kompetenzen MUSS ich mitbringen?
    • Welche Kompetenzen KANN ich mitbringen?
    • Wie kann ich beide durch konkrete Beispiele belegen?
    • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal für die angestrebte Stelle?

    Sie sollen wohlgemerkt nicht Ihren Werdegang umschreiben oder die Reihenfolge ändern. Die ist unabänderlich.

    Aber Sie können die Inhalte gezielt herausstellen, die Sie für besonders wichtig halten. Das macht durchaus Sinn, denn Personalverantwortliche nehmen sich meist nur wenige Minuten Zeit, um eine Bewerbung zu überfliegen. Wenn Sie dann an genau der Stelle innehalten, die Sie dafür reserviert hatten, hat sich die Mühe schon gelohnt.

    Die hervorgehobenen Elemente im Lebenslauf lassen sich auch noch durch das Anschreiben und die Zeugnisse unterstreichen. Den Gesamteindruck runden Hobbys oder ehrenamtliches Engagement ab.

    Lebenslauf Checkliste: Was Sie vermeiden

    Es ist super, wenn Sie Ihren Lebenslauf individualisieren und auf die jeweilige Stelle maßschneidern. Übertreiben sollten Sie es aber nicht. Authentisch und rund ist der Lebenslauf nur bis zu einer gewissen Grenze, danach fängt er an, bemüht und verzweifelt zu wirken.

    Was Sie nicht tun sollten:

    • Das Corporate Design des Unternehmens vollständig kopieren.
    • Die einzelnen Station mit zu viel Text versehen.
    • Zu viele Schlagworte aneinanderreihen.
    • Das Layout so aufwändig gestalten, dass die Übersichtlichkeit darunter leidet.
    • Lebenslauf und Anschreiben in unterschiedlichem Stil verfassen.

    Lebenslauf Checkliste: Das machen Sie zum Schluss

    Wenn Sie am Ende folgende Fragen zufriedenstellend beantworten, dann können sie Ihren Lebenslauf guten Gewissens vorzeigen:

    • Ist der Lebenslauf auf dem aktuellen Stand?
    • Wurden die Angaben im Lebenslauf auf die angestrebte Stelle angepasst?
    • Umfasst er nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten?
    • Sind alle wesentlichen Qualifikationen und Stationen enthalten?
    • Enthält er keine Rechtschreibfehler?
    • Sind Stil und Formatierung einheitlich (z.B. immer Großschreibung am Anfang jeder Spalte, gleiche Abstände etc.)?
    • Stimmt die Schriftart mit jener im Anschreiben überein?
    • Sind Ihre Kontaktdaten aktuell und vollständig?
    • Haben Sie eine seriöse E-Mail-Adresse gewählt?
    • Auf Angaben zu Eltern oder Geschwistern haben Sie verzichtet?
    • Haben Sie Ihr Bewerbungsfoto nicht vergessen?
    • Beinhalten Ihre bisherigen Berufsstationen stichwortartige Tätigkeitsangaben?
    • Haben Sie wichtige sonstige Kenntnisse wie IT- oder Sprachkenntnisse enthalten?
    • Sind Hobbys und Interessen im Lebenslauf aufgeführt, die eine Relevanz für die Stelle haben?
    • Sind Ort und Datum im Lebenslauf mit Ort und Datum im Anschreiben identisch?
    • Haben Sie nicht vergessen, den Lebenslauf handschriftlich zu unterschreiben?

    PS: Mehr dazu finden Sie auch im Youtube-Kanal der Karrierebibel.

    [Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

    Jobwechsel begründen: Diese Argumente sitzen

    jobwechsel begruenden

    Wer seinen geplanten Jobwechsel begründen kann, verbessert seine Aussichten. Denn natürlich will der Personaler wissen, warum Sie denn überhaupt bei ihm landen wollen. Ist es das dicke Gehalt? Oder der Status, der mit dem neuen Job verbunden ist? Manche Argumente sind nachvollziehbar, andere dreist. Jobwechsel begründen: So gelingt’s…

    Jobwechsel begründen: Das muss sein!

    Ein banaler Jobwechsel löst heute nur noch Schulterzucken aus. So what? Nur wer den Arbeitgeber wechselt, kann einen Gehaltssprung machen oder eine ganz neue Branche kennenlernen.

    Damit wären wir schon bei zwei der wichtigsten Argumente für einen Jobwechsel. Aber sollten Sie das Geld als Wechselmotivation auch nennen? Lieber nicht. Einen Grund aber sollten Sie schon angeben, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das interessiert ihn wahrscheinlich mehr als alles andere.

    Liefern Sie KEINEN Grund mit, könnte dies den Verdacht wecken, dass Sie kurz vor einer Kündigung stehen. Oder dass Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommen. Oder dass es Ihnen wirklich einfach nur ums Geld geht. Das sind keine Argumente, die einen Personaler überzeugen. Legen Sie sich also einen guten Grund zurecht, um …

    • Ihre Motivation glaubwürdig zu transportieren
    • klar zu machen, was Sie an der Stelle reizt
    • zu verdeutlichen, dass Sie langfristig im neuen Unternehmen bleiben wollen

    Aber rechtfertigen Sie sich um Gottes willen nicht. Das kommt häufiger vor, als Sie glauben – vor allem dann, wenn der Personaler aktiv danach fragt. Begründen und argumentieren Sie, aber rechtfertigen Sie sich nicht! Das wirkt so, als hätten Sie ein schlechtes Gewissen. Warum sollten Sie das haben? Auch die vorweggenommene Entschuldigung ist ein häufiger Fehler, der taktisch unklug ist.

    Jobwechsel begründen: Damit sind Sie erfolgreich

    Ein Jobwechsel führt meist dann zum Erfolg, wenn mit ihm ein klares Ziel verbunden ist. Zum Beispiel das Ziel, in einer anderen Branche Fuß zu fassen oder ein Team aufzubauen. Wer dagegen vor Problemen davonläuft und einfach nur weg will aus seinem alten Job, der dürfte damit nicht so leicht durchkommen.

    Es kann natürlich sehr gut sein, dass Sie wirklich nur aus Frust oder Unzufriedenheit den Job wechseln wollen. Aber als Begründung sollten Sie das nicht heranziehen. Es wertet den potenziellen Arbeitgeber ab, nach dem Motto: „Hauptsache, raus aus dem alten Job!“

    Besser, Sie richten den Blick nach vorne und fokussieren sich auf die positiven Aspekte der neuen Stelle. Eine Formulierungsmöglichkeit wäre diese:

    Ihr Unternehmen ist genau in der Nische aktiv, der mein Interesse gilt. Die von Ihnen ausgeschriebene Position passt genau zu meinen Ambitionen und Fähigkeiten. Ich sehe bei Ihnen hervorragende Chancen, mich zu entwickeln und Ihr Unternehmen mit meinem Knowhow voranzubringen.

    Allerdings ist diese Formulierung noch ziemlich vage. Sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, ein Bewerber könnte ihm ganz konkret in dieser und jener Aufgabenstellung weiterhelfen, dann wird sein Interesse wachsen. Darum sollten Sie Ihre Bewerbung immer individuell auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden. Welche sind denn Ihre Ambitionen und Fähigkeiten? Wie wollen Sie sich konkret weiterentwickeln?

    Wann eine Begründung problematisch ist

    Eine Begründung für einen Jobwechsel ist sinnvoll, wenn…

    • Sie wissen, wie Sie sich weiterentwickeln können.
    • dies in der ausgeschriebenen Stelle in der Form auch möglich ist.
    • das Unternehmen langfristig mit Ihnen zusammenarbeiten möchte.

    Das ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag eher nicht der Fall. Im Gegenteil, hier sind Ihre Aufgaben klar umrissen (z.B. Elternvertretung). Eine Entwicklungsperspektive gibt es oft nicht. Wenn Sie mit hochtrabenden Zukunftsplänen argumentieren, könnte das auf den Arbeitgeber eher abschreckend wirken.

    In dem Fall sollten Sie stärker auf Ihre aktuellen Stärken und Interessen eingehen. Es geht für Sie darum, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten, um zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Das könnte beispielsweise so klingen:

    Meine Kernkompetenzen kann ich in der ausgeschriebenen Stelle voll einbringen und ausspielen. Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche. Die fachlichen Schwerpunkte, für die Sie Verstärkung suchen, passen genau zu meinem Profil.

    Ganz wichtig ist, dass Ihre Begründung auf den jeweiligen Job maßgeschneidert ist. Sie sollte stimmig sein und zutreffend – sonst verspielen Sie Glaubwürdigkeit.

    Eine wichtige Faustregel für Bewerber lautet: Lästern Sie nie über Ihren alten Arbeitgeber! Auch dann nicht, wenn es aus Ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt wäre, weil Sie nur stupide Tätigkeiten erledigt haben. Schuldzuweisungen und böse Worte sind absolut tabu. Das lässt auf charakterliche Mängel schließen. Ihr Arbeitgeber in spe wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht selbst in den Fuß schießt, wenn er ein Lästermaul engagiert.

    Jobwechsel begründen: Was, wenn Zweifel aufkommen?

    Sie haben sich für einen Jobwechsel entschieden. Ihre Gründe sind wasserdicht. Und doch könnten im Laufe des Bewerbungsprozesses Zweifel aufkommen. Gerade dann, wenn es mit dem Wechsel nicht auf Anhieb klappt, könnte Ihre Skepsis größer werden. Möglicherweise erodiert Ihr eigenes Vertrauen – und Sie verlieren selbst den Glauben an Ihre eigene Begründung für den Jobwechsel.

    Diese drei Fragen können helfen, Zweifel zu beseitigen und Vertrauen wiederherzustellen:

    • Warum?

      Was ist meine Motivation? Warum wollte ich überhaupt den Job wechseln? Sind die Gründe noch aktuell? Oft reicht es aus, sich die ursprünglichen Gründe für die Luftveränderung wieder in Erinnerung zu rufen.

    • Wer?

      Was sagen meine Freunde und Familie dazu? Sie sind es, die einen Jobwechsel objektiv bewerten und Ihnen wichtiges Feedback geben können. Sind die Gründe noch plausibel? Oder sind sie nicht richtig nachvollziehbar? Sprechen Sie darüber – das kann Ihnen die Augen öffnen.

    • Wenn nicht?

      Was passiert, wenn ich meine Pläne nicht in die Tat umsetze? Wenn ich den Jobwechsel nicht durchziehe? Es hilft meistens, sich Wenn-dann-Szenarien auszumalen: Wenn dies passiert, dann geschieht als Nächstes das. Die Alternativen zum Jobwechsel könnten nämlich noch weitaus negativer sein: Stagnation, Frust, Mobbing…? Es ist wie in der Politik bei einer Wahl: Sie wählen immer die Option aus, die für Sie das kleinste Übel ist.

    Jobwechsel begründen: Das sind 5 gute Gründe

    Gründe für einen Jobwechsel gibt es endlos viele. Manche sind gut, andere sind weniger gut. Fünf klassische Wechselmotive werden von Personalverantwortlichen weitgehend akzeptiert. Sie sind positiv besetzt. Dabei handelt es sich um diese:

    1. Herausforderung

      „Ich suche eine neue Herausforderung.“ Fünf Euro ins Phrasenschwein! Die Formulierung findet sich in gefühlt jeder Bewerbung und löst daher bei manchen nur noch Schulterzucken aus. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um ein gutes Wechselmotiv. Sie sollten aber konkret sagen, welche Art von Herausforderung Sie suchen. Das kann Personal- oder Budgetverantwortung sein, oder größere Projekte, die Sie verwirklichen wollen oder dass Sie ein Team zusammenstellen oder ein Produkt launchen wollen. Fehlt diese Angabe, wirkt die Begründung nur wie eine Flucht. Sie suchen die neue Herausforderung offensichtlich nur, weil die alte weg ist.

    2. Internationalität

      Nicht mehr nur für Akademiker ein guter Grund: Sie wollen internationaler arbeiten, Auslandserfahrungen sammeln. „Ich möchte im Ausland arbeiten“: Das reicht als Begründung schon aus. Perfekt wäre es, wenn Sie noch gut begründen könnten, warum Sie ausgerechnet auf DIESE Stelle im Ausland wechseln wollen. Vielleicht bringen sie ja landesspezifische Kenntnisse und Interesse mit (z.B. durch einen Migrationshintergrund). Oder Sie sprechen exzellent Portugiesisch und würden daher gerne vorübergehend als Expat in Brasilien arbeiten. Denn bedenken Sie: Stellen im Ausland snd meist begrenzt und sehr begehrt.

    3. Persönlichkeit

      Das ist der Klassiker überhaupt. „Ich möchte mich weiterentwickeln.“ Die Antwort klingt toll, ist aber auch sehr vage. Sie sollten also schon ein wenig ins Detail gehen. Inwiefern – und wohin – wollen Sie sich weiterentwickeln? Manchmal ergibt sich die Antwort aber auch von alleine. Wenn Sie beispielsweise schon drei oder fünf Jahre Ihre aktuelle Position bekleiden, dann ist es nur logisch, dass Sie jetzt den nächsten Schritt machen – und aufsteigen wollen. Sich weiterentwickeln – das muss aber nicht immer vertikal, sondern kann auch horizontal gemeint sein. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht zwangsläufig aufsteigen, sondern könnten auch einen Schritt zur Seite oder gar zurück gehen, um etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Heute macht das in Zeiten flacher werdender Hierarchien und ungerade Lebensläufe viel mehr Sinn als früher.

    4. Familie

      Auch diese Karte sticht: Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann hat in einer anderen Stadt einen Job gefunden. Also gehen Sie mit und müssen sich folgerichtig ebenfalls nach etwas Neuem umsehen. Kein Arbeitgeber, der dafür nicht Verständnis hätte. Die Szenarien sind vielfältig: Sie können auch gerade eine Trennung hinter sich haben oder möchten neu zusammenziehen oder möchten nun der Kinder wegen in Teilzeit arbeiten oder… Um das klarzustellen: Es ist Ihre Privatsache und geht den Arbeitgeber im Prinzip gar nichts an. Aber wenn Sie Überzeugungsarbeit leisten wollen, können Sie das wunderbar in die Waagschale werfen.

    5. Luftveränderung

      Wenn Sie jahrelang in einem mittelständischen Unternehmen aktiv waren, kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie mal Konzernluft schnuppern wollen. Oder umgekehrt: Sie würden gerne in überschaubaren Strukturen etwas bewirken, als im Dickschiff unterzugehen. Oder Sie möchten ins wendige Boot namens Startup umsteigen. Jedes Unternehmen tickt anders. Die Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Dem einen Charakter liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Eine nachvollziehbare Begründung für einen Jobwechsel ist es allemal. Aber Sie sollten vorher genau recherchieren: Kann Ihnen Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber das, was Sie suchen, überhaupt anbieten? Finden Sie dort die Umgebung, in der Sie sich wohl fühlen? Andernfalls schafft Ihre Begründung neue Probleme…

    Es gibt übrigens noch eine sechste sehr triftige Begründung. „Ich möchte die Branche wechseln“. Hier ist die Antwort kniffliger. Daher widmen wir ihr ein eigenes Kapitel. Dazu später mehr…

    Jobwechsel begründen: Hin-zu oder Weg-von?

    Jobwechsel begründen hin zuDas ist der entscheidende Punkt: Formulieren Sie Ihre Motivation für einen Jobwechsel in der Bewerbung stets als Hin-zu-Motivation! Das Gegenstück heißt Weg-von-Motivation und ist nicht so prickelnd.

    Was heißt das? Hin-zu soll bedeuten, dass Sie sich zu der neuen Stelle hingezogen fühlen. Sie erwarten etwas Konkretes von ihr, versprechen sich neue Herausforderungen und berufliche Erfüllung. Sie wollen des tollen neuen Jobs wegen wechseln.

    Die Weg-von-Begründung argumentiert genau andersherum: Sie wollen bloß weg von Ihrem alten Arbeitgeber. Von den Kollegen, aus dem muffigen Büro, vom übellaunigen Chef. Nichts wie weg! Die neue Stelle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, Ihre Flucht glückt. Wohin: egal. Das wirkt nicht so, als hätten Sie eine Strategie oder einen Plan in der Tasche. Und eine Liebeserklärung an den neuen Arbeitgeber sieht auch anders aus…

    Branchenwechsel begründen: So wird’s gemacht

    Einen Branchenwechsel zu begründen ist eine besondere Herausforderung. Immerhin fehlen Ihnen wahrscheinlich Branchenkenntnisse und -erfahrungen. Und der Schritt ist nicht selten sehr groß. Mit einem Branchenwechsel ist oft ein kompletter Berufswechsel verbunden. Sie haben kein Netzwerk, keine Referenzen, kennen sich nicht aus, können nicht mitreden. Eine gewaltige Herausforderung!

    Darum sollten Sie vor allem Ihre Stärken und Kenntnisse in den Vordergrund stellen, die Ihnen auch in der neuen Branche nützlich sein werden. Denn viele Kenntnisse und Fähigkeiten sind übertragbar. Was in der einen Branche hilfreich ist, kann auch in einer anderen von großem Nutzen sein. Suchen Sie die Skills heraus, mit denen Sie punkten. Dabei kann es sich auch um Fähigkeiten handeln, die in der neuen Branche – Ihrer Meinung nach – noch weitgehend fehlen. Wenn Sie überzeugend darlegen, wie und womit Sie die Branche bereichern, dann könnte der Arbeitgeber anbeißen.

    Einfacher fällt es natürlich, wenn es Überschneidungspunkte zwischen zwei Branchen gibt. So ähneln sich zum Beispiel Telekommunikations- und Energiewirtschaft in Teilen sehr stark. Wenn Sie in solch einem Fall Ihr Erfahrungswissen herausstellen, können Sie punkten.

    Eine gute Begründung für einen Jobwechsel könnte lauten:

    In meiner Branche habe ich jahrelange Erfahrung im Bereich XYZ und konnte schon diesen und jenen Erfolg erzielen. Diese Expertise würde ich jetzt gerne in einer ganz anderen Branche einsetzen und meinen beruflichen Schwerpunkt neu ausrichten. Ich sehe darin großes Potenzial und die richtige Gelegenheit für einen Branchenwechsel.

    Denn Leidenschaft und Interesse sind zwar gute Argumente für einen Branchenwechsel. Aber er gelingt am besten, wenn Sie Ihrem neuen Arbeitgeber einen Mehrwert anbieten können. Dem Unternehmen geht es weniger um Ihre Selbstverwirklichung, mehr um seinen unternehmerischen Nutzen. Den hat er, wenn Sie Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrem alten Job in den neuen übertragen können. Bei Berufseinsteigern können schon Praktika oder Nebenjobs diesbezüglich Punkte bringen.

    Es gibt noch ein Problem: Ihre bisherige Richtung und Branche wird in Ihrem Lebenslauf – ganz logisch – hervorgehoben sein. Also müssen Sie Ihre Wechselmotivation in den anderen Bestandteilen der Bewerbung betonen. Dazu haben Sie diese Optionen:

    Natürlich sollten Sie dabei selbst von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein – und davon, diese in der neuen Branche zur Geltung bringen zu können. Das sind beste Voraussetzungen für einen Branchenwechsel – und dann kann er gelingen.

    Jobwechsel begründen: So nicht!

    Es gibt gute Gründe für einen Jobwechsel. Aber auch gute Gründe dagegen – das sind die wichtigsten 3:

    1. Geld

      „Ich will mehr Geld verdienen.“ Das hört kein Personaler gerne. Natürlich ist jedem bewusst, dass das Gehalt ein überragendes Wechselmotiv ist. Aber sagen Sie es bitte nicht so offensichtlich! Das verrät, dass Sie am Job nicht wirklich interessiert sind, sondern in erster Linie am Geld. Berufung oder gar Liebe zum Job? Eher nicht. Außerdem kann Ihr Arbeitgeber nicht auf einen loyalen Mitarbeiter hoffen. Die Gefahr, dass Sie bei einem besseren Angebot sofort wieder weg sind, wäre groß.

    2. Zeit

      Wenn Sie von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, ist das Zeitmotiv offensichtlich. Dann dürfen Sie das auch sagen. „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben.“ Falls Sie aber auch beim neuen Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten, sollte das nicht Ihr Hauptargument sein. Menschlich zwar nachvollziehbar, suggeriert es: „Ich will so wenig arbeiten wie möglich.“ „Ich drücke mich vor Mehraufwand, wo es nur geht.“ Das lässt nicht auf Ehrgeiz und Einsatz schließen. Vielleicht ist das ein Trugschluss, aber so kommt es nun mal beim Personaler an.

    3. Eigen-PR

      Die dicke Marke im Lebenslauf – damit können Sie abends auf der Cocktail-Party prahlen! Es sei Ihnen auch gegönnt, aber als Argument für einen Jobwechsel sollten Sie die Arbeitgeberattraktivität hintenanstellen. Es zeigt: Sie sind auf der Suche nach Status und Anerkennung. Das ist zwar ebenfalls sehr menschlich, aber kein guter Grund. Der Arbeitgeber braucht eine gefestigte Persönlichkeit mit einem intakten Selbstwertgefühl. Sie arbeiten, um das Unternehmen voranzubringen und nicht, um Ihren Minderwertigkeitskomplex auszugleichen. Um die Inhalte geht es, nicht um Äußerlichkeiten. Dass Sie einen attraktiven Arbeitgeber haben, sollte immer nur netter Nebeneffekt sein, aber nie die Hauptsache.

    [Bildnachweis: fizkes AboutLife by Shutterstock.com]

    Diskret bewerben: So gelingt es Ihnen

    Diskret bewerben

    Diskret bewerben: Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie noch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis sind. Dann wollen sie nicht, dass Ihr aktueller Boss von Ihrem Vorhaben erfährt. Weil es negative Konsequenzen haben könnte, von Nichtachtung bis hin zu Mobbing. Wenn Sie die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bekommt niemand etwas von Ihrer vertraulichen Bewerbung mit…

    Diskret bewerben: Bitte vertraulich behandeln

    Es ist Ihr gutes Recht als Arbeitgeber, sich anderweitig umzusehen. Gefeuert werden können Sie jedenfalls nicht, nur weil Sie sich auf dem Arbeitsmarkt nach Alternativen erkundigt haben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass Sie nur Ihren Marktwert austesten wollten.

    Trotzdem: Die meisten Arbeitgeber sind not amused, wenn sie spitzkriegen, dass einer ihrer Schützlinge mit der Konkurrenz flirtet. Es dürfte ihm oder ihr als Illoyalität – vielleicht gar als Verrat – ausgelegt werden. Abgesehen davon, dass der Verlust einer wertvollen Kraft droht. Im schlimmsten Fall ist Ihr Chef sauer auf Sie, straft Sie mit Nichtachtung, degradiert oder mobbt Sie gar. Die andere Möglichkeit: Er umgarnt Sie, bietet Ihnen seinerseits eine Gehaltserhöhung oder andere Leckerli wie eine Beförderung an.

    Aber wissen können das Bewerber in der Regel nicht. Die beste Strategie ist es daher, sich so diskret wie möglich bei der Konkurrenz umzusehen und zu bewerben. Das ermöglicht auch einen sanften Verbleib im Job, sollte es mit dem Stellenwechsel doch nicht klappen. Aber wie bewirbt man sich direkt? Karrieresprung sagt es Ihnen…

    Diskrete Bewerbung mit Sperrvermerk

    Kein Arbeitgeber wird erst eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben, bevor er Ihre Bewerbung lesen darf. Zumal Diskretion ohnehin zum Grundvokabular der HR-Branche gehört. Wer hier zu offenherzig aus dem Nähkästchen plaudert, beschädigt seine Reputation.

    Aber: Sie haben durchaus die Möglichkeit, Ihre Bewerbung mit einem sogenannten Sperrvermerk zu versehen. Diesen Begriff gibt es in unterschiedlichen Zusammenhängen:

    • Öffentliche Haushalte: Erst nach Aufhebung des Sperrvermerks dürfen die Gelder für einzelne Positionen ausgegeben werden.
    • Pressemitteilungen: Auch sie enthalten häufig eine Sperrfrist. Wenn diese abgelaufen ist, ist eine Veröffentlichung zulässig – vorher nicht.
    • E-Mail: Mit einem Sperrvermerk kann die Weitergabe oder Vervielfältigung untersagt werden.

    Auch in der Bewerbung ist der Sperrvermerk ein legitimes Instrument. Er steht am Anfang eines Dokuments, damit der Empfänger ihn nicht übersieht. Dafür eignet sich:

    Sie integrieren den Sperrvermerk also entweder in den Betreff. Das sieht dann relativ förmlich aus, steht aber praktischerweise ganz am Anfang. Oder Sie bitten im Schlusssatz höflich um Vertraulichkeit. Das können Sie auch in Fettschrift machen. Beispielformulierungen folgen…

    Bitte um Vertraulichkeit: Formulierungsbeispiele

    Im Betreff Ihres Anschreibens bieten sich diese Formulierungen an:

    Im Schlusssatz Ihres Anschreibens können Sie etwas ausführlicher auf die Thematik eingehen. Zum Beispiel so:

    • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Daher bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Wenn Sie mich zurückrufen möchten, dann melden Sie sich bitte abends ab 19 Uhr unter der oben angegebenen Nummer.
    • Bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich.
    • Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass ich den Namen meines aktuellen Arbeitgebers aufgrund meines ungekündigten Arbeitsverhältnisses noch nicht nennen möchte.

    Kleiner Tipp: Bitten Sie nicht um Diskretion oder um einen Sperrvermerk, sondern um Vertraulichkeit bzw. darum, die Bewerbung vertraulich zu behandeln. Das ist das Gleiche in grün – klingt aber zeitgemäßer.

    Und wenn Sie besonders vorsichtig sein wollen, weil Sie etwa um die Geschwätzigkeit in Ihrer Branche wissen, dann können Sie den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers auch ganz aus der Bewerbung entfernen. Statt der Mustermann AG steht dort nur noch „Börsennotiertes Unternehmen“ – oder noch vager: „Größeres Unternehmen“. Arbeits- und Zwischenzeugnisse lassen Sie dann folgerichtig ebenfalls weg.

    Hier einige Formulierungshilfen:

    • Momentan arbeite ich in einem größeren Unternehmen der Immobilienbranche.
    • Ich bin derzeit in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen tätig.
    • Aktuell bin ich bei einem Weltmarktführer im Hochtechnologie-Bereich beschäftigt.

    Diskret bewerben: 4 Tipps für die Jobsuche

    Verschwiegenheit ist eine Tugend. Gerade im Bewerbungsprozess sollten Sie nicht zu früh zu viel preisgeben. Behalten Sie Ihr Vorhaben für sich und vertrauen Sie es nur ausgewählten Personen an – aus dem eigenen Unternehmen am besten niemandem.

    Eine gesunde Portion Misstrauen kann in diesem Szenario Gold wert sein. Nicht selten hat sich eine gute Kollegin als Intrigantin entpuppt, ein Kumpel als Plappermaul. Und wer weiß, vielleicht empfindet ein Kollege Ihre Abwanderungsgedanken ja als Verrat – und tratscht es mit astreinem Gewissen weiter.

    Halten Sie sich an diese 4 Ratschläge, wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben:

    1. E-Mail-Adresse

      Der Anfängerfehler schlechthin: Schicken Sie Ihre Bewerbung um Himmels willen nicht von Ihrer beruflichen E-Mail-Adresse aus ab. Das wäre entweder dreist oder dumm. Beides Charakterzüge, die auch Ihr neuer Arbeitgeber nicht schätzen dürfte. Nehmen Sie Ihre private Adresse. Aber eine, die seriös klingt und optimalerweise Ihren Namen beinhaltet: max.mustermann@gmail.com.

    2. Gewohnheiten

      Bleiben Sie Ihren Routinen und Gewohnheiten treu. Wenn Sie bislang immer im Casual-Look zur Arbeit gekommen sind, dann werfen Sie sich jetzt nicht auf einmal den feinen Zwirn über. Wenn Sie der Typ überpünktlich sind, dann kommen Sie jetzt nicht plötzlich ständig zehn Minuten zu spät. Wenn Sie die Mittagspause immer mit den Kollegen verbracht haben, dann suchen Sie jetzt nicht regelmäßig das Weite. Solche Verhaltenswiesen können Verdacht wecken. Und das wollen Sie nicht. Sie wollen unentdeckt bleiben – allein schon Ihrer Nerven wegen. Trennen Sie Job und Jobsuche – so sollte es ja auch sein. Verlegen Sie Letzteres in Ihren Feierabend und aufs Wochenende. Dafür haben Headhunter Verständnis. Wenn es gar nicht anders geht, dann telefonieren Sie in der Mittagspause im Freien oder in Ihrem Auto.

    3. Sorgfalt

      Das sind auch Anfängerfehler: Lebensläufe oder Anschreiben, die Sie für die Jobsuche vorbereitet haben, auf dem Schreibtisch liegen lassen. Aber im Eifer des Gefechts kann so etwas schon mal passieren. Denn nicht immer kann der Personaler oder Headhunter auf den Feierabend warten. Beseitigen Sie rechtzeitig Ihre Spuren. Keine Kontaktdaten auf Post-its kritzeln und dann im Büro liegenlassen. Keine PDFs auf Ihrem Rechner speichern. Notieren Sie sich Wichtiges direkt in Ihrem Smartphone. Bewerbungsunterlagen schicken Sie entweder von Ihrem Rechner zuhause – oder unterwegs vom Smartphone.

    4. Kündigung

      Mündliche Zusagen sind gut, Verträge sind besser. Auf das Wort eines Personalers können Sie sich im Regelfall verlassen, ja. Ihren alten Job kündigen sollten Sie aber wirklich erst dann, wenn alles unter Dach und Fach ist. Sprich: Wenn der neue Vertrag vorliegt und unterschrieben ist. Im Worst Case sind Sie beides los: den alten und den neuen Job. Und Sie erhalten nicht mal Arbeitslosengeld, wenn Sie von sich aus gekündigt haben. Lassen Sie sich außerdem nicht vom neuen Arbeitgeber drängen – sondern den Arbeitsvertrag von einem Arbeitsrechtler prüfen. Wenn alles korrekt ist, unterschreiben Sie. Danach kündigen Sie Ihren alten Job. Das ist die professionelle Vorgehensweise. Und Professionalität erwartet ja schließlich auch der neue Arbeitgeber von Ihnen…

    Bewerbung: Sie haben ein Recht auf Diskretion!

    Diskret bewerben vertraulichJuristen wissen: Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten personenbezogene Daten. Diese sind besonders schutzwürdig. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Unternehmen, dem Sie Ihre Bewerbung zugeschickt haben.

    Das Unternehmen hat die Pflicht, Ihre Daten vertraulich zu behandeln. Es muss sie vor unbefugtem Zugriff schützen, darf sie etwa nicht öffentlich zugänglich herumliegen lassen. Einsehen dürfen die Unterlagen nur Mitarbeiter des Unternehmens, die mit dem Einstellungsvorgang betraut sind.

    Kommt es zu keiner Einstellung, darf das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen NICHT behalten. Es muss sie entweder zurücksenden oder vernichten. Will es die Unterlagen behalten, müssen Sie als Bewerber ausdrücklich zustimmen.

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    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um!

    Brueche Lebenslauf

    Brüche im Lebenslauf sind ein Makel. Das nehmen viele Bewerber jedenfalls an. In Wahrheit können Lücken und Brüche aber auch für das berühmte Salz in der Suppe sorgen. Wenn mit ihnen ein Reifeprozess verbunden war oder ein Kompetenzgewinn, dann wittert der Personaler einen guten Fang. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind Brüche im Lebenslauf einfach nur unschön und wollen kaschiert werden. Wie sorgen Bewerber dafür, dass Brüche im Lebenslauf beim Empfänger kein schlechtes Echo verursachen? Am besten, Sie befolgen die vier goldenen Tipps…

    Brüche im Lebenslauf: Nicht so schlimm!

    Brüche im Lebenslauf sind etwas Schlechtes. Davon sind noch immer die meisten Menschen überzeugt. Schließlich stehen Brüche ja für negative Episoden des Arbeitslebens, nicht wahr? Brüche im Lebenslauf ergeben sich zum Beispiel aus:

    Brüche symbolisieren somit negative Charaktereigenschaften. Sie stehen für mangelnden Willen und Ehrgeiz, Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit, ungenügende Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sehen nicht wenige Arbeitgeber so.

    Das ist nicht zwingend falsch. Aber es ist eindeutig zu kurz gedacht. Öffentlich betonen immer alle, dass sie sich Menschen mit „Ecken und Kanten“ wünschen. Eigentlich aber wollen sie genau die nicht. Sie wollen einen Bewerber, der die Norm erfüllt, der ins Raster passt. Und das ist das Problem: Bewerber ohne Brüche erfüllen lediglich eine Norm – mehr nicht.

    Sie bewegen sich innerhalb des Erwartungshorizonts des Personalers, aber sie erweitern ihn nicht. Dabei können genau jene Bewerber, die die Norm brechen, für ein Unternehmen Gold wert sein. Sie können frische Impulse liefern, kreativen Input – also genau das, was Unternehmen heute brauchen, aber oft nicht finden.

    Resultat sind Belegschaften ohne Unterscheidbarkeit. Ihre Mitglieder ähneln sich, handeln identisch, sind oft blockiert von Denkmustern a la „Das klappt doch eh nicht. Das haben wir noch nie so gemacht. Das geht nicht.“ Für Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – und das sind im 21. Jahrhundert viele – eine fatale Entwicklung. Bahnbrechende Ideen entfalten sich in solch einer Umgebung nur schwer.

    Das alles heißt nicht, dass Brüche im Lebenslauf völlig kritiklos abgehakt werden sollten. Aber sie sollten Anlass sein, sich näher mit dem Bewerber zu beschäftigen – und nach unentdeckten Potenzialen zu suchen. Brüche können eine Chance sein – auch für den Arbeitgeber.

    Brüche im Lebenslauf: Darum sind sie wichtig

    Die gute Nachricht: Brüche im Lebenslauf werden normaler. In Zeiten von Fachkräfteengpässen, vermehrter Quereinstiege und lebenslangen Lernens stellt ein Bruch nicht mehr das Karriere-Aus da. Gut so! Neue Berufsbilder entstehen, Abteilungen verschmelzen, Unternehmen richten sich neu aus. All das erfordert Flexibilität. Hochqualifizierten fällt es leicht, von der einen Rolle in die andere zu schlüpfen. Manchmal lässt sich ihre Funktion nicht einmal mehr genau definieren. Brüche? Herzlich willkommen!

    Aber man muss unterscheiden: Da gibt es die Jobhopper auf der einen und den echten Karriere-Bruch auf der anderen Seite. Letzterer ist nicht immer freiwillig. Der Jobhopper dagegen gilt als opportunistisch, rechnet sich durch zahlreiche Arbeitgeber- oder Berufswechsel bessere Chancen aus. Er baut seine Brüche vorsätzlich in den Lebenslauf ein. Das ist sein gutes Recht.

    Aber auch eine längere Auszeit ist heute nicht mehr zwangsläufig ein Karrierehindernis. Wer seine Ausbildung abgebrochen hat, um die eigenen Eltern zu pflegen, demonstriert Pflichtbewusstsein. Wer ein halbes Jahr im Ausland herumgereist ist – ohne pädagogische Hintergedanken – legt Neugier an den Tag. Alles positive Eigenschaften.

    So kann ein Bruch sogar zu einem Vorteil werden. Bewerber müssen „nur“ die positiven Aspekte, die mit ihm verbunden sind, herausstellen. Brüche im Lebenslauf als wichtiger Teil der Persönlichlichkeitsentwicklung. Das kann internationale Erfahrung sein oder vertieftes Interesse an einem Thema. Darauf legen speziell international aufgestellte Unternehmen wert. Oft sind derartige Erfahrungen und Kompetenzen sogar wertvoller als formelle Qualifikationen.

    Brüche im Lebenslauf: 4 Ratschläge

    Karrieren werden bekanntlich gemacht und nicht von langer Hand geplant. Es sind also nicht nur Talent, Leistung, Entschlossenheit und handwerkliches Geschick vonnöten. Auch eine große Portion Glück gehört zweifelsfrei zu einer erfolgreichen Laufbahn. Und Glück ist genauso planbar wie ein Sechser im Lotto – also gar nicht.

    Karrierepläne sind dagegen starre Konstrukte, denen oftmals der Bezug zur Realität fehlt. Sie entstehen in einer Zeit, in der der Planer noch gar kein Insiderwissen über seinen Job hatte. Er kennt die Regeln, Codes und Gepflogenheiten in seiner Branche noch gar nicht. Das macht einen Karriereplan in vielen Fällen obsolet.

    Zudem machen geplante Karrieren nicht selten blind. Wer seinen Plan stur verfolgt, sieht die Chancen nicht mehr, die sich links und rechts ergeben. Geistige Flexibilität geht verloren – oder kann sich erst gar nicht entwickeln.

    Das soll nicht bedeuten, dass man seine nächsten Karriereschritte nicht planen kann und sollte. Natürlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man in drei oder fünf Jahren stehen möchte. Und wie man es anstellt, dorthin zu kommen und was man dafür im Einzelnen tun muss.

    Aber wir alle kennen das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das ist in der Arbeitswelt so wie im Privatleben.

    Karrierewege verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Es geht bergauf und bergab, manchmal durch Irr- und Umwege. Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, sich guter Optionen zu berauben. Und wer glaubt, dieses Defizit durch einen sehr ausgefeilten Plan zu beheben, könnte sich im selbst gebauten Irrgarten verlaufen. Dann ist man unentwegt in Bewegung, biegt überall ab – aber kommt nirgends an.

    Daher lauten die besten Ratschläge wie folgt:

    • Bleiben Sie flexibel und offen für Neues.
    • Setzen Sie sich gerne einige wichtige Ziele, die Sie unbedingt erreichen möchten. Das können bestimmte Postionen oder Orte sein, an denen Sie arbeiten oder Unternehmen und Branchen, in denen Sie tätig werden möchten.
    • Denken Sie auch darüber nach, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um diese Ziele zu erreichen. Welche Fähigkeiten Sie noch erwerben oder verbessern müssen, um dorthin zu kommen.
    • Seien Sie bereit, Ihre Pläne jederzeit zu überdenken und zu korrigieren. Veränderungen kommen früher, als einem lieb ist. Wenn Sie anpassungsfähig bleiben, wirft Sie so leicht nichts aus der Bahn. Bereiten Sie sich also gewissermaßen stets auf das Unvorhergesehene vor – expect the unexpected. Ohne Improvisation kommen wir auch sonst nicht durchs Leben.

    Letztlich legen Sie selbst fest, welches Gewicht Sie Ihren Brüchen im Lebenslauf beimessen wollen. Interpretieren Sie nicht zu viel hinein, machen Sie sie auch nicht wichtiger, als sie sind. So erhalten Sie sich Anpassungsfähigkeit. Wenn Sie sich auf das große Ganze konzentrieren, werden Sie schnell feststellen, dass jeder Bruch auch nicht mehr als eine Station im Leben ist.

    Brüche im Lebenslauf: Diese Promis hatten auch welche

    Die Kultur des Scheiterns ist schwer in Mode. Durchaus zurecht, denn aus Niederlagen lernt man bekanntlich. Das gilt auch für die vielen Helden und Erfolgsmenschen der Geschichte. Kaum ein Lebenslauf, der ohne Niederlagen – und Brüche – auskommt. Hier sind ein paar Beispiele:

    • Sieben Wahlkämpfe verlor Abraham Lincoln, bevor er endlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
    • Kein Verleger fand sich anfangs für Astrid Lindgrens wundersame Geschichte von einer gewissen Pippi Langstrumpf.
    • Geldgeber waren zu Beginn für Orson Welles und Citizen Kane weit und breit nicht in Sicht.
    • Erst im dritten Anlauf gelang Henry Ford die Gründung der Ford Motor Company.
    • 9.000 Glühfäden probierte Thomas Alva Edison aus, bevor er einen fand, den er dauerhaft zum Leuchten bringen konnte.
    • Nachdem er sein Studium abgebrochen und Apple gegründet hatte, wurde Steve Jobs mit 30 von seiner eigenen Firma entlassen.

    Warum sich Brüche lohnen können

    Warum sich Brüche lohnen können
    Beruf oder Arbeitgeber wechseln, mal etwas ganz Neues ausprobieren – das kann sich auszahlen. So haben auch rund zehn Prozent der Fondsmanager vorher in ganz anderen Berufen gearbeitet. Sie waren Ingenieure, Ärzte oder Getränkefabrikanten. Das hilft ihnen auch im neuen Job.

    Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, der Universität zu Köln und der Mason School of Business in den USA haben 2018 herausgefunden, dass Quereinsteiger in ihren Erfahrungsindustrien besonders gut abschneiden.

    Ihre Vorerfahrungen nützen Ihnen also auch nach einem Bruch im Lebenslauf. Ärzte etwa, die zu Fondsmanagern werden, erzielen bei Pharma-Aktien deutlich höhere Renditen. In diesem Fall lohnt sich das für alle Seiten: für den frischgebackenen Fondsmanager, für seinen Arbeitgeber – die Fondsgesellschaft – und für die Kunden.

    Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

    Lebensläufe mit Brüchen kann man auch als Patchwork-Lebensläufe bezeichnen. Sie werden – so wie die Patchwork-Familie auch – immer gewöhnlicher. Jeder Personaler hatte schon welche vor sich liegen.

    Das bedeutet: Sie werden als Bewerber nicht von vornherein aussortiert, nur weil Ihr Lebenslauf