Amerikanischer Lebenslauf: So sieht er aus

Amerikanischer Lebenslauf Tipps

Ein amerikanischer Lebenslauf ist heute Standard – auch in Deutschland. Er sieht vor, dass die Stationen nicht chronologisch abgehakt werden, sondern bei der aktuellen Stelle beginnen. Doch Vorsicht: Wer sich in den USA bewerben will, muss im Kopf nochmals umparken. In diesem Fall spricht man von einem Resume. Bewerber müssen ihren Lebenslauf stark kürzen. Das ist nicht ganz einfach, hat aber Vorteile…

Amerikanischer Lebenslauf: Darum hat er sich durchgesetzt

Üblich ist heute der tabellarische Lebenslauf. Doch gibt es unterschiedliche Arten, wie ein tabellarischer Lebenslauf aufgebaut sein kann:

  • Chronologisch: Die Schulausbildung steht vorne, dahinter kommen die weiteren Stationen bis zur aktuellen Position.
  • Amerikanisch: Hier ist genau anders herum. Man beginnt mit dem aktuellen Job und arbeitet sich danach immer weiter in die Vergangenheit vor.

Der amerikanische Lebenslauf ist heute in Deutschland Standard. Ist also in der Stellenanzeige ein tabellarischer Lebenslauf gefordert, sollten sich Bewerber im Zweifel für die amerikanische Variante entscheiden.

Sie bietet ja auch zweifelsfrei Vorteile: Dem Leser fällt die aktuelle Stelle sofort ins Auge, da sie oben steht. Und meist ist sie auch die relevanteste für den neuen Job, zum Beispiel bei Jobwechslern innerhalb einer Branche. Die aktuelle Stelle führt zum neuen Job hin.

Aber: Berufsanfänger, Hochschulabsolventen und Arbeitslose könnten mit dieser Variante in die Bredouille geraten. Sie verfügen über wenige oder noch gar keine Stationen.

Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, möchte im Lebenslauf nicht an prominenter Stelle die Station „arbeitssuchend“ hineinschreiben. Taktisch unclever! In so einem Fall können Sie auf die chronologische Variante zurückgreifen.

Amerikanischer Lebenslauf: Das zeichnet ihn aus

Bisher haben wir von einem amerikanischen Lebenslauf für eine Bewerbung in Deutschland und in deutscher Sprache gesprochen. Wenn Sie sich hingegen auf englisch in den USA bewerben, dann gilt zwar das gleiche Prinzip: Sie beginnen im Lebenslauf mit Ihrer aktuellen Station und tasten sich dann weiter nach hinten vor.

Aber es gibt Unterschiede: Der Lebenslauf heißt in Übersee zunächst mal Resume. Das Resume ist viel kompakter als der tabellarische Lebenslauf in Deutschland. Es ist nicht mehr als ein Auszug Ihrer bisherigen Laufbahn – und keine vollständige Übersicht. Länger als eine DIN-A4-Seite sollte es nicht sein.

Das Resume beinhaltet nur die Highlights Ihrer bisherigen Karriere: die wichtigsten Stationen, Erfolge und Erfahrungen. Das können von Bewerbung zu Bewerbung auch ganz unterschiedliche sein. Wichtig ist vor allem, dass sie zur angepeilten Stelle passen. Alle anderen Informationen lassen Sie aus dem Resume heraus.

Was den amerikanischen Lebenslauf in den USA noch ausmacht:

  • Fotos: Es gibt keine. Fügen Sie Ihrem Resume kein Bewerbungsfoto bei. Das hat ethische und rechtliche Gründe. Chancengleichheit soll so gewährleistet, Diskriminierung ausgeschlossen werden.
  • Persönliches: Hier gilt Ähnliches. Von Angaben zum Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion des Bewerbers bitte absehen.
  • Referenzen: Die Referenzen sind in den USA sehr wichtig. Mindestens zwei sollten in Ihrem Resume enthalten sein. Ihre Referenzen sollen Ihre Eignung für die angepeilte Stelle belegen. Es sollte sich also um möglichst starke und überzeugende Referenzgeber handeln. In Ihrer Bewerbung sollten Sie vollständige Angaben zu den Referenzgebern machen – Kontaktdaten inklusive. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Arbeitgeber telefonisch bei ihnen melden.
  • Unterschrift: Sparen können Sie sich die Unterschrift unter Ihren Lebenslauf. Auch ein Datum braucht es nicht – ein beträchtlicher Unterschied zur deutschen Bewerbung.

Amerikanischer Lebenslauf: Das gehört hinein

Der amerikanische Lebenslauf wird in den USA als Resume oder Personal Resume betitelt. Sie können aber auch direkt mit den Personal Details starten. Immerhin ist der Platz auf einer Seite arg begrenzt.

Generell ist der amerikanische Lebenslauf so aufgebaut:

  • Personal Details

    Hierunter fassen Sie Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse zusammen – mehr nicht. In die erste Zeile gehört der Name, der Rest folgt darunter. Und vergessen Sie nicht, alle Umlaute auszuschreiben. Amerikaner kennen keine Umlaute.

  • Summary

    Die Summary wird auch als Personal Profile bezeichnet. Zwingend notwendig ist diese Rubrik nicht, aber sinnvoll. Sie umschreiben sich und Ihre Persönlichkeit dabei in zwei bis drei Sätzen. Keine Romane schreiben!

  • Objective

    Hier präzisieren Sie, welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben. Das beugt einerseits Missverständnissen vor. Andererseits sollten sie auch Ihre Motivation für die Stelle grob herausarbeiten.

  • Work Experience

    Dafür können Sie auch Professional Experience schreiben. Im Deutschen kennen wir die Rubrik als beruflichen Werdegang. Die einzelnen Stationen Ihrer Karriere in umgekehrt chronologischer Reihenfolge finden hier ihren Platz. Jede Station ergänzen Sie um den Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und die genaue Position im Unternehmen. Auf Erfolge können Sie ebenfalls hinweisen. Unterschied zum deutschen Lebenslauf: Sie müssen nicht sämtliche Stationen unterbringen, sondern lediglich die zwei oder drei, die für die angestrebte Stelle am relevantesten sind. So gibt es auch keine Lücken im Lebenslauf mehr, die kaschiert werden müssten.

  • Education

    Ihre Schulbildung listen Sie ebenfalls in chronologisch umgekehrter Reihenfolge auf. Die letzte Schule oder Hochschule kommt zuerst. Sie haben hier die Möglichkeit, auch Fort- und Weiterbildungen zu erwähnen. Man nennt sie im Englischen Advanced Training.

  • Special Skills

    Wenn Sie über zusätzliche Fähigkeiten verfügen, die für den Job wichtig sind, können Sie sie unter Skills ins Resume einfließen lassen. Normalerweise finden Personaler hier Sprachkenntnisse und IT-Kenntnisse.

  • Activities

    In diesem Punkt ähnelt der amerikanische dem deutschen Lebenslauf. Statt von Activities können Sie auch von Engagement sprechen. Ehrenämter finden hier Platz. Auch Hobbys und Interessen dürfen genannt werden. Beschränken Sie sich aber auf diejenigen, die Ihre Fähigkeiten unterstreichen.

Ganz klar: Wenn Sie jede Rubrik gewissenhaft ausfüllen, ist die eine DIN-A4-Seite schnell voll. Die wichtigste Aufgabe ist es daher, zu sortieren, filtern und vor allem KÜRZEN. Nur die Top-Elemente gehören ins Resume. Wenn Sie es nicht schaffen, mit einer Seite auszukommen, zeigt das nur Ihre Unfähigkeit, Sachverhalte auf das Wesentliche herunterzubrechen.

Auch merken Personaler, ob es sich um eine mehrfach verschickte Massenbewerbungen handelt. Das Resume ist immer auf die jeweilige Position zugeschnitten. Dies schließt eine Wiederverwendung aus (gleichwohl können Sie das Dokument natürlich als Vorlage für künftige Resumes nutzen). Geben Sie dem Unternehmen das Gefühl, dass Sie sich ernsthaft mit ihm auseinandergesetzt haben und nur diese eine Stelle wollen.

Das sind die wichtigsten Begriffe

Wenn Sie ein Wortkünstler sind, haben wir eine schlechte Nachricht für Sie: Für schriftliche Verrenkungen ist im Resume kein Platz. Geschliffene Sätze und ausschmückende Formulierungen sind hier nicht die richtigen Instrumente. Stattdessen sind Bulletpoints und Schlagwörter Mittel der Wahl.

Versuchen Sie, Begriffe mit Klang und durchschlagender Wirkung zu wählen. Jedes Wort zählt im Resume. Noch mehr als in Deutschland gilt in den USA: Keine falsche Bescheidenheit! Sie bringt Sie dem Job nicht näher. Wer US-Entscheider überzeugen will, muss aufs Ganze gehen. Dafür brauchen Sie Selbstvertrauen – auch im Resume.

Diese Begriffe sind wichtig:

  • Bewerbung: Job application
  • Anschreiben: Cover Letter
  • Lebenslauf: Resume/Curriculum Vitae
  • Persönliche Daten: Personal Details
  • Persönliches Profil: Personal Profile
  • Karriereziel: Career Objective
  • Werdegang: Work Experience/Professional Experience
  • Hochschulbildung: Academic Education
  • Fachausbildung: Professional Training
  • Referenzen: References
  • Arbeitgeber: Employer
  • Arbeitnehmer: Employee
  • Hobbys/Ehrenämter: Activities/Engagement
  • Unternehmen: Company
  • Beschäftigungszeit: Period of Employment
  • Kontaktdaten: Contact Information
  • Besondere Leistungen/Ehrungen: Personal Achievements
  • Besondere Fähigkeiten: Special Skills
  • Mitgliedschaft in Berufsorganisationen: Affiliation
[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Empfehlungsschreiben: Was es Ihnen bringt

Empfehlungsschreiben Referenz

Empfehlungsschreiben können über den weiteren Werdegang entscheiden. Für ein Stipendium zum Beispiel braucht man eines. Auch Bewerber können punkten, wenn Sie Ihren Unterlagen eine oder mehrere Empfehlungen beilegen. Darin enthalten ist in der Regel eine Bestätigung der Stärken und Fähigkeiten des Bewerbers. Empfehlungsschreiben sind Allzweckwaffen. Aber sie können auch Schaden anrichten…

Empfehlungsschreiben: Wofür ist es da?

Empfehlungsschreiben gibt es für verschiedene Anlässe. Man kann sie als Referenz in die Bewerbung einbauen. Außerdem gibt es Empfehlungsschreiben für…

  • Praktika
  • Studiengänge (MBA)
  • Stipendien

Auch werden Studenten, de sich nach Ihrem Bachelor-Abschluss für einen Master einschreiben wollen, von der Universität gerne gebeten, ein Empfehlungsschreiben eines ehemaligen Dozenten oder Professor vorzulegen. Die Gepflogenheit stammt aus dem angelsächsischen Raum, setzt sich im Zuge der Internationalisierung aber auch in Deutschland immer stärker durch.

Empfehlungsschreiben: Wer braucht eins?

Grundsätzlich sind Empfehlungsschreiben immer nützlich. Speziell Berufseinsteiger profitieren von ihnen. Sie verfügen noch nicht über viele Arbeitszeugnisse und andere Arbeitsnachweise. Umso wichtiger wird jeder Beleg, der Ihnen Kompetenz und Arbeitseinsatz attestiert. Durch ein Empfehlungsschreiben werten sie eine Bewerbung in jedem Fall auf.

Ein Empfehlungsschreiben ist auch für ehemalige Praktikanten, Trainees, Auslandsstudenten oder Stipendiaten nützlich. Es soll dokumentieren, dass sie Erfahrungen gesammelt und ihre Chefs überzeugt haben. Das wiegt im Zweifel mehr als die besten Noten.

Bei Freiberuflern spricht man häufig von Referenzschreiben. Sie erhalten das Referenzschreiben anstelle eines Arbeitszeugnisses. Freelancer hangeln sich von Job zu Job, müssen also immer wieder neue Arbeitgeber von sich überzeugen. Da helfen Empfehlungen enorm.

Tipp: Fragen Sie als Freiberufler Ihre Auftraggeber aktiv nach Referenzschreiben. Je mehr Sie sammeln, desto größer Ihre Auswahl. Sie müssen in einer künftigen Bewerbung auch nicht sämtliche Referenzschreiben beilegen, sondern nur die wichtigsten oder besten. Das können von Stelle zu Stelle verschiedene sein.

Hintergrund: Freiberufler haben keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch dann nicht, wenn sie etwa sechs Monate ein Projekt geleitet und erfolgreich beendet haben. Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben nur festangestellte Mitarbeiter.

Der Unterschied zu einem Empfehlungsschreiben besteht darin, dass das Referenzschreiben allgemein formuliert ist. Das Empfehlungsschreiben ist dagegen an einen konkreten Empfänger gerichtet. Abgesehen davon sind sich beide Formate aber sehr ähnlich.

Das kommt ins Empfehlungsschreiben

Ein Arbeitszeugnis wird nicht in der Ich-Form verfasst, ein Empfehlungsschreiben aber schon. Immerhin handelt es sich beim Referenzgeber um eine natürliche Person, nicht um ein Unternehmen. Darum sind Empfehlungsschreiben auch sehr viel persönlicher als Arbeitszeugnisse. Eine Prise Emotionen dürfen sie durchaus enthalten.

Inhaltlich geht es vor allem um die Fähigkeiten und Fachkenntnisse des Beschriebenen – und um seine Persönlichkeit. Ein paar lobende Worte über seine Stärken bzw. seinen Charakter sollten schon fallen.

Diese Elemente beinhaltet ein Empfehlungsschreiben:

  • Briefkopf (Vorname, Nachname, Unternehmen oder Organisation)
  • Telefonnummer für Rückfragen
  • Datum
  • Name und Anschrift des Adressaten (nicht die des Bewerbers)
  • Betreff („Empfehlungsschreiben für Max Mustermann“)
  • Selbstvorstellung (kurz)
  • Ausstellungsgrund (z.B. Praktikumsende)
  • Sachliche Empfehlung
  • Erreichte Qualifikationen (z.B. Studienabschluss)
  • Erfolge
  • Subjektive Empfehlung (Soft Skills, Charakter)
  • Datum, Unterschrift

Was ein Empfehlungsschreiben ruiniert

Natürlich können Empfehlungsschreiber auch eine Menge falsch machen. Es gibt zwar keine Geheimcodes wie im Arbeitszeugnis, aber doch die eine oder andere Falle, in die man tappen kann.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jemand, der Ihrer Bitte um eine Empfehlung nachkommt, Sie auch wirklich loben und weiterempfehlen will. Wer Sie hingegen für unfähig hält, wird erst gar kein Empfehlungsschreiben erstellen.

Darum sollte man selbst übrigens auch nicht jeder Bitte nach einer Referenz nachkommen. Sie kann wieder auf Sie zurückfallen! Hält der Kandidat nicht, was Sie versprechen, schadet dies Ihrem guten Ruf.

Es gibt aber noch mehr Punkte, die den Wert eines Empfehlungsschreibens nach unten ziehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn…

  • der Gutachter eine schlechte Reputation hat.
  • der Text aus lauter abgedroschenen Phrasen und Floskeln besteht.
  • der Text eine einzige Lobhudelei ist, die verdächtig an ein Gefälligkeitsgutachten erinnert.
  • der Text wegen seiner Superlative unglaubwürdig ist.
  • der Gutachter das, was er geschrieben hat, fachlich gar nicht beurteilen kann.

Der letzte Punkt betrifft auch die Online-Empfehlungen, die sich Mitglieder in Business-Netzwerken geben können. Sie laufen meist nach dem Schema „Gibst du mir eine gute Bewertung, gebe ich dir auch eine“ ab. Das ist durchschaubar und relativ wertlos.

Darauf bitte achten!

Diese formellen Voraussetzungen sollte das Empfehlungsschreiben einhalten:

  • Nicht länger als eine DIN-A4-Seite
  • Auf Firmenpapier gedruckt, um ihm einen offiziellen Charakter zu verleihen
  • Nicht mehr als 3 Empfehlungsschreiben pro Bewerbung

Zu viele Referenzen wirken in der Bewerbung inflationär. Zwei oder drei überzeugende Referenzen ziehen dagegen, haben Wert. Gleiches gilt für die Empfehlung selbst. Nicht nur überschwänglich loben, sondern dosiert und differenziert. Glaubwürdiger!

Musterbeispiel

Dr. Herbert Herbertson
Herbertstraße 1
12345 Herbertsdorf
Telefon: 1234-56789

Empfänger
Anschrift
PLZ Standort

Empfehlungsschreiben für Rollo Roller

Herr Roller hat insgesamt acht Jahre für unser Unternehmen gearbeitet – mit großem Erfolg. Daher bedauere ich es sehr, dass er unser Unternehmen nun verlassen und eine neue Herausforderung annehmen wird. Nichtsdestotrotz kann ich Herrn Roller wärmstens weiterempfehlen.

Rollo Roller hat vom xx.xx.xxxx bis zum yy.yy.yyyy als Position für unser Unternehmen gearbeitet. Von Anfang gefiel mir sein Elan und seine Durchsetzungsstärke. Ich habe ihn zudem als verantwortungsvollen Kollegen kennengelernt, der früh Führungsverantwortung übernommen hat. Als Führungskraft hat er mich nie enttäuscht. Durch seine gute Arbeit haben wir Prozesse im Unternehmen verschlankt und Kosten reduziert. Dass wir in den vergangenen Jahren insgesamt wettbewerbsfähiger geworden sind, verdanken wir auch ihm

Herr Roller genießt daher einen ausgezeichneten Ruf bei Kunden und Kollegen. Ich halte ihn für hochgradig geeignet, um weiterhin Führungsaufgaben in der XX-Branche auszuüben. Seine Einstellung kann ich Ihnen ohne jeden Zweifel empfehlen.

Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Wie frage ich meinen Professor?

Professoren an der Universität werden häufig um ein Empfehlungsschreiben gebeten – allein schon von den vielen Studenten, die sich um ein Stipendium bewerben wollen. Es muss Ihnen also nicht unangenehm sein, das Gleiche zu tun.

Aber: Eine Bindung zum jeweiligen Professoren sollten Sie schon haben. Er oder sie sollte zumindest wissen, wer Sie sind. Vielleicht haben Sie ein Seminar bei ihm belegt, eine Arbeit geschrieben oder wurden sogar als studentische Hilfskraft eingestellt. Einen Professor zu fragen, der Ihr Gesicht noch nie gesehen hat, wäre dagegen unverschämt.

So fragen Sie den Professor:

  • Termin

    Vereinbaren Sie einen Termin – zum Beispiel per Mail. Einfach so hineinplatzen und nach einer Empfehlung fragen – das ist anmaßend. Eine Absage wäre dann durchaus gerecht.

  • Genauigkeit

    „Hmm, naja, ich brauche da so eine Empfehlung, in der drin steht, dass ich…“ Falsch! Sagen Sie konkret, um was es geht. Wofür benötigen Sie das Empfehlungsschreiben? Was soll darin zum Ausdruck kommen? Warum glauben Sie, dass Sie eine Empfehlung verdient hätten? Liefern Sie dem Professor Informationen und Argumente.

  • Motivation

    Präzisieren Sie Ihr Vorhaben. Was ist Ihr Ziel? Der Professor sollte Ihre Beweggründe verstehen – und erkennen, dass Sie hochmotiviert sind. Er sollte nicht den Eindruck gewinnen, dass Ihr Vorhaben nur eines von vielen ist. Motto: Wenn dieses nicht klappt, dann halt ein anderes. Dass es Ihnen am Herzen liegt, sollte vielmehr ersichtlich sein.

  • Unterlagen

    Ein Empfehlungsschreiben macht Arbeit. Machen Sie es dem Professor daher so einfach wie möglich. Liefern Sie alle Unterlagen mit, die er benötigt. Und vermeiden Sie Missverständnisse. Wenn Sie das Schreiben in englischer Sprache brauchen, dann sagen Sie es. Machen Sie sich vorher eine Liste, auf der die wichtigsten Punkte aufgelistet sind. Dann vergessen Sie nichts.

  • Zeit

    Drängeln Sie nicht. An der Uni gibt es viel zu tun – und ehrlich gesagt auch Wichtigeres, als ein Empfehlungsschreiben zu verfassen. Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen. Fragen Sie nicht erst drei Tage vorher an. Vier bis fünf Wochen Vorlauf sollten Sie einplanen.

Wie frage ich meinen ehemaligen Chef?

Ihren aktuellen Chef um ein Empfehlungsschreiben bitten, damit Sie sich anderweitig bewerben können? Das klingt nach einem schlechten Witz. In der Tat ist dieser Plan in den meisten Fällen nicht zu empfehlen. Es sei denn, Sie haben ein offenes und enges Verhältnis und Ihren Chef längst in Ihre Pläne eingeweiht – und der will Ihnen auch keine Steine in den Weg legen.

Normalerweise aber sollten Sie nur ehemalige Arbeitgeber fragen. Am besten die, mit denen Sie im Guten auseinandergegangen sind. Darum ist Netzwerken übrigens so wichtig. Wenn Sie sich nach fünf Jahren Funkstille wieder melden und sofort eine Empfehlung einfordern, hat das ein Geschmäckle. Motto: Der meldet sich nur, wenn er was will.

So fragen Sie Ihren ehemaligen Chef:

  • Anruf

    Wenn Sie einen ehemaligen Chef um eine Referenz bitten wollen, dann rufen Sie ihn an. Eine E-Mail ist zu unpersönlich – nur im Notfall eine Alternative (wenn der Chef telefonisch unerreichbar ist).

  • Selbstreflexion

    Fragen Sie wirklich nur, wenn Sie der Überzeugung sind, dass Sie eine Empfehlung auch verdient haben. Und wenn der Ex-Chef dies ähnlich sehen dürfte. Wurden Sie hingegen aus Leistungsgründen gefeuert, dann riecht Ihr Vorhaben eher nach Verzweiflungstat – oder nach einem Aprilscherz.

  • Begründung

    Blicken Sie in die Zukunft und erläutern Ihr Vorhaben. Wo wollen Sie mit dem Bewerbungsschreiben hin? Niemand schreibt gerne eine Empfehlung ins Blaue hinein. Wer weiß, wofür sie verwendet wird? Das könnte schließlich noch auf einen zurückfallen. Versorgen Sie Ihren Ex-Chef daher mit den wichtigsten Informationen.

Wie frage ich als Freiberufler?

So fragen Freiberufler Ihre Auftraggeber:

  • Aktivität

    Warten Sie nie einfach ab, bis Sie eine Referenz vom Unternehmen erhalten. Fragen Sie aktiv danach. Insbesondere dann, wenn Sie gute Leistungen gebracht haben. Viele Kunden vergessen es schlicht und einfach – oder wollen es vergessen, um Zeit zu sparen.

  • Zitate

    Hat Ihnen ein Team- oder Abteilungsleiter ein Lob ausgesprochen, dann notieren Sie es sich. Fragen Sie, ob Sie das Zitat als Empfehlung verwenden dürfen. Ist Ihr Chef gerade vollauf zufrieden mit Ihnen, wird er Ihnen diesen Wunsch wahrscheinlich nicht abschlagen.

  • Einverständnis

    Sie können Empfehlungen auch auf Ihrer Webseite verwenden. Nur echte Referenzgeber und Unternehmen wirken authentisch. Dafür benötigen Sie aber ein schriftliches Einverständnis. Veröffentlichen Sie keine Empfehlungen ohne schriftliches Einverständnis des jeweiligen Kunden!

  • Firmenpapier

    Ein Empfehlungsschreiben, das auf offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde, wirkt hochwertiger. Und es erhöht die Glaubwürdigkeit. Fragen Sie ruhig danach.

[Bildnachweis: Gajus by Shutterstock.com]

Kreative Bewerbung: 8 Ideen für mehr Pep

Kreative Bewerbung Tipps

Kreativität ist in vielen Fällen Einstellungsvoraussetzung. Die meisten Bewerbungen aber sind gänzlich unkreativ – sie ähneln sich bis aufs Skelett. Doch es geht auch anders. Eine kreative Bewerbung besticht durch knallige Farben, ein innovatives Format oder einen originellen Einleitungssatz. Zu viel Einfallsreichtum kann allerdings auch nach hinten losgehen…

Kreative Bewerbung: Welchen Vorteil hat sie?

Die konventionelle Bewerbung hat einen großen Vorteil: Jeder kennt sie. Jeder kann sie lesen, jeder findet sich in ihr sofort zurecht.

Und nichts hassen Personaler mehr, als Zeit durch Unübersichtlichkeit zu verlieren. Lebenslauf und Anschreiben bieten Übersichtlichkeit. Warum also an einem Erfolgssystem herumexperimentieren? Warum riskieren, dass man als Bewerber abgestraft wird für eine andere Art der Bewerbung?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste: Zwar schätzen Personalverantwortliche den Bewerbungsaufbau, so wie er heute ist. Für Bewerber ist das aber nicht nur positiv. Sie haben kaum eine Möglichkeit, sich abzuheben vom Rest der Bewerberschar. Dies ist speziell in großen Unternehmen, die eine Vielzahl an Bewerbungen erhalten, problematisch. Im Zweifel landen Sie ruckzuck in der Ablage P.

Aus Hunderten oder gar Tausenden Bewerbungen werden viele in Windeseile aussortiert – obwohl sie die Formalien berücksichtigt haben. Tatsächlich nehmen sich viele Personalabteilungen nur wenig Zeit für eine Bewerbung – wenn überhaupt.

Angenommen, Sie verfügen über die notwendigen Qualifikationen nur zum Teil, müssen aber davon ausgehen, dass es sehr viele Mitbewerber gibt, die ins Raster passen. Was dann? Wie groß sind Ihre Chancen, mit einer herkömmlichen Bewerbung weiterzukommen? Äußerst gering.

Für Bewerber kann die Schlussfolgerung dann lauten: Auffallen – um fast jeden Preis! Nur so besteht die Chance, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und die (vermeintlich stärkere) Konkurrenz auszustechen.

Dieses Ziel erreichen Sie nicht im 08/15-Stil, mit einem öden Layout und einem langweiligen Porträtfoto. Eine kreative Bewerbung will einzigartig sein, etwas Besonderes und Neues liefern. Das soll der Empfänger schon auf den ersten Blick sehen und spüren.

Warum es nicht nur um Farben und Formen geht

Womit assoziieren Sie eine kreative Bewerbung? Vermutlich mit einem originellen Design, bunten Farben jenseits der gewohnten Schwarz-Weiß-Optik. Vielleicht kommen noch ein paar ausgefallene Symbole und Formen dazu, die Ihre Bewerbungsunterlagen vom Rest abheben.

Die Assoziation ist nicht falsch. Die Farbgebung ist ein Hebel, an dem Sie drehen können. Aber bei Weitem nicht der einzige. Mit einer kreativen Bewerbung ist nicht zwangsläufig eine künstlerische oder gestalterische gemeint.

Letztlich geht es darum, einen Aha-Effekt beim Empfänger auszulösen. Der Bewerbung einen Überraschungsmoment zu verleihen – auf diese oder jene Art. Auch der Inhalt kann kreativ sein, nicht nur das Äußere. Denn in Wahrheit ähneln sich die meisten Bewerbungsschreiben. Der Bewerber legt ausführlich dar, wie teamfähig, kommunikativ und ambitioniert er doch ist und wie prädestiniert fürs Unternehmen, für das er natürlich wahnsinnig gerne aktiv werden würde. Nicht verkehrt, aber schon tausendmal gelesen!

Mit dem Lebenslauf ist es ganz ähnlich. Viele Lebensläufe ambitionierter Hochschulabsolventen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Da gibt es hochklassige Praktika, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenkenntnisse und natürlich Top-Noten. Schön! Aber man könnte ja auch mal einen anderen Ansatz wählen, ein Highlight setzen, mit dem der Empfänger nicht gerechnet hat.

Kreative Bewerbung: Für wen sie Sinn macht

Eine kreative Bewerbung bietet sich für Bewerber an, die in kreativen Berufen und Branchen unterwegs sind. So weit, so erwartbar. Aber sie sind nicht die einzigen, die profitieren. Sie müssen kein Designer, Grafiker oder Fotograf sein, um ihren Einfallsreichtum zur Geltung zu bringen.

Kleine Anmerkung: Anders herum ist es natürlich auch für Designer oder Grafiker keineswegs Pflicht, eine kreative Bewerbung einzureichen. Nicht jeder Personaler steht auf so etwas. Viele bevorzugen den übersichtlichen Standardaufbau. Kreativität kann man ja schließlich auch durch Arbeitsproben und Referenzen nachweisen. Aber: Speziell für Berufsanfänger in kreativen Berufen – Azubis zum Beispiel – ist eine außergewöhnliche Bewerbung eine Möglichkeit, um sein kreatives Talent unter Beweis zu stellen.

Es gibt überdies Branchen, die sich auf den ersten Blick für eine kreative Bewerbung nicht anbieten. Dazu zählen vermeintlich seriöse Branchen wie Banken und Versicherungen. Andererseits befindet sich die Finanzbranche im Umbruch, immer mehr hippe Fintech-Startups drängen nach vorne. Vielleicht sind Disruptoren für kreative Bewerbungen ja offener. Sie sehen: Sie müssen und können von Fall zu Fall entscheiden – auch innerhalb einer Branche.

So oder so: Eine kreative Bewerbung sollte niemals Selbstzweck sein. Sie sollten sie nur in Fällen einsetzen, in denen Sie an ihren Erfolg glauben. Und auf die Spitze treiben sollten Sie das Ganze auch nicht. Wenn Infogehalt und Übersicht komplett unter Ihrer Kreativität begraben werden, dürften die Jobchancen nicht unbedingt steigen. Das beschert dem Personalbüro Mehraufwand. Vorstellbar auch, dass der Personaler kurz schmunzeln und Ihre Bewerbung danach entsorgen wird.

Gute Erfolgsaussichten haben Sie, wenn der Spagat gelingt: Informationsgehalt UND Kreativität. Das erste darf nicht unter dem zweiten leiden. Das ist anspruchsvoll und macht Arbeit. Aber es kann sich lohnen.

8 Ideen für eine kreative Bewerbung

Wie setzt man nun seine Ideen für eine kreative Bewerbung um? Was muss man beachten? Karrieresprung hat 8 Tipps für Sie:

  1. Design

    Mit Hilfe eines außergewöhnlichen Designs gelingt Ihnen ein Wow-Effekt. Die Aufmerksamkeit des Empfängers ist Ihnen gewiss – das ist schon mal ein Punkt für Sie. Wenn Sie jetzt noch inhaltlich überzeugen, hat die Maßnahme gewirkt.

    In punkto Design können Sie Ihrer Phantasie im Grunde freien Lauf lassen und Ihre eigenen Ideen verfolgen. Letztlich ist es ja auch so: Mehr als eine Absage kassieren können Sie nicht. Wenn Ihre Design-Ansätze dauerhaft durchrasseln, können Sie immer noch neu justieren.

    Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel, die Bewerbung im Querformat zu gestalten. Allein dadurch heben Sie sich vom großen Rest ab. Oder Sie wählen eine Gestaltung, die dem Corporate Design des jeweiligen Unternehmens nahekommt. Damit beweisen Sie zugleich, dass es sich nicht um eine Massenbewerbung handelt. Wichtig!

  2. Startschuss

    Wenn sie kreativ werden wollen, dann lieber nicht auf den letzten Seiten – sondern gleich am Anfang. Nur dann ist Aufmerksamkeit garantiert.

    Das fängt schon beim Einleitungssatz im Anschreiben an. Die Standard-Eröffnung lautet „Hiermit bewerbe ich mich“. So drücken sich die meisten Ihrer Mitbewerber vermutlich auch aus. Sie können aber auch mit einem Einleitungssatz aus der Kategorie ungewöhnlich beginnen.

    Seien Sie mutig und gehen in die Vollen. Andernfalls hätten Sie ja gleich den herkömmlichen Weg der Bewerbung gehen können. Wie wäre es denn mit: „Ich sage es Ihnen ohne lange Umschweife: Wenn Sie die Stelle mit mir besetzen, werden Sie es nicht bereuen. Da bin ich mir sehr sicher.“ Oder so etwas wie: „Leidenschaft. Ambition. Integrität. Damit dürfen Sie im Falle meiner Einstellung rechnen.“

    Gefällt Ihnen nicht? Gut, dann denken Sie sich halt etwas Anderes aus. Sie können sich im ersten Satz übrigens auch auf einen vorherigen Kontakt – ein Telefonat etwa – berufen. So wird die ganze Bewerbung persönlicher.

  3. Mindmap

    In einer Mindmap kann man bildhaft Verknüpfungen herstellen. Die Technik ist in kreativen Berufen beliebt – kann aber auch in der Bewerbung zum Einsatz kommen.

    Wenn Sie eine Mindmap erstellen, in der Ihre Fähigkeiten, Vorbildungen, Interessen usw. miteinander verknüpft sind, ergibt sich ein vollständiges Bild Ihrer Person. Das sieht nicht nur hübsch und kreativ aus, sondern bietet auch einen Mehrwert.

  4. Bewerbungsflyer

    Ein Bewerbungsflyer bietet sich vor allem für den Besuch einer Jobmesse an. Dort können Sie ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen. Diese sehen die wichtigsten Infos über Sie auf einen Blick.

    Das kann auch in der Bewerbung ein Mehrwert sein. Sie können Ihren Bewerbungsflyer – sofern überzeugend gemacht – einfach Ihrer Bewerbung beilegen.

  5. Cliffhanger

    Serien-Fans kennen die Wirkung von Cliffhangern nur allzu gut. Damit sind die Szenen am Ende einer Folge gemeint, die die Spannung erhöhen und den Zuschauer dazu bringen sollen, auch die nächste Folge einzuschalten.

    Das Prinzip können Sie in Ihrer Bewerbung anwenden. Beispiel: „In einer früheren Stelle habe ich den Traffic auf der Seite meines Arbeitgebers um 200 Prozent erhöht – innerhalb eines Jahres. Ich bin mir sicher, dass ich das Gleiche bei Ihnen auch schaffe – aber in der Hälfte der Zeit. Wollen Sie wissen wie? In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, welche Pläne ich sofort umsetzen würde…“

    Zugegeben, das klingt eher nach einem Verkaufspitch als nach einer Bewerbung. Aber interessieren würde Sie es als Arbeitgeber doch auch, was der vollmundige Bewerber in petto hat, nicht wahr?

  6. Referenzen

    In den USA sind Referenzen elementar wichtig. In Deutschland beschränken wir uns meist auf Arbeitszeugnisse. Sie sind die einzigen Bewerbungselemente, die nähere Auskunft über vorherige Stellen und Erfolge geben.

    Dabei müssen Sie es als Bewerber aber nicht belassen. Bitten Sie Ihre ehemaligen Kunden oder Kollegen um einen kurzes Statement. So eines wie: „Ich habe fünf Jahre lang mit Henry zusammengearbeitet und konnte mich immer auf ihn verlassen.“ Oder: „Ronja ist eine erfahrene und äußerst kompetente Projektmanagerin. Ich kann sie nur weiterempfehlen.“

    Die gesammelten Kommentare können Sie dann Ihrer Bewerbung beilegen. Das ist nicht nur kreativ, sondern ein echter Game-Changer. Menschen vertrauen am ehesten anderen Menschen.

  7. Video

    Eine Bewerbung erfolgt längst nicht mehr nur schriftlich. Sie können sich heutzutage auch per Video bewerben, das Sie online versenden. Manche Unternehmen stehen sogar total auf Bewerbungsvideos und fordern sie offensiv ein.

    Aber auch Unternehmen, die bislang noch keine Erfahrung mit diesem Medium hatten, können Sie damit vielleicht überzeugen. Denn ein Bewerbungsvideo unterstreicht Ihre kreative Ader UND Ihre technische Affinität – ein doppelter Punkt für Sie!

    Aber Vorsicht: Ein gutes Bewerbungsvideo zu erstellen ist extrem anspruchsvoll. Blamage-Gefahr. hoch.

    Darüber hinaus ist auch die Bewerbungshomepage eine Option. Eine eigene Webseite, auf der Sie sich präsentieren. Ihre Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen, sind riesig.

  8. Arbeitsproben

    In manchen Berufen sind Arbeitsproben die wichtigste Währung. Grafiker, Werbetexter oder Journalisten werden ohne konkrete Nachweise Ihrer Tätigkeit mit ihrer Bewerbung kaum reüssieren.

    Arbeitsproben können Sie aber auch in anderen Berufen beilegen. Warum nicht als Produktmanager eine Seite mit Vorher-Nachher-Bildern gestalten? Vorher sah das Produkt SO aus, nachher SO. Daran lässt sich wunderbar festmachen, was Sie konkret bewirkt haben.

    Sicher, in manchen Berufen sind Arbeitsproben schier unmöglich. In vielen aber können sie durchaus zum Einsatz kommen. Es braucht dafür nur ein ein bisschen Kreativität…

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

Bewerbung Ghosting: Warum es gefährlich ist

Bewerbung Ghosting

Wenn man plötzlich weg ist und unauffindbar, dann spricht man neuerdings von Ghosting. Ein Date, das sich nicht mehr meldet oder gar ein Partner, der ohne Vorwarnung jeden Kontakt abbricht. Im Bewerbungsprozess spielte Ghosting schon immer eine tragende Rolle. Arbeitgeber, die Bewerber links liegen lassen und es nicht mal für nötig erachten, ihnen eine Absage zu schicken. Doch auch Bewerber und Arbeitnehmer können Ghosting betreiben. Wenn sie clever sind, lassen sie es aber bleiben. Bewerbung Ghosting: Es zeugt von schlechtem Stil – und kann schneller nach hinten losgehen, als einem lieb ist…

Bewerbung Ghosting: Was ist das überhaupt?

Ghosting kennen Sie – hoffentlich nicht – aus Ihrem Liebesleben. Die Denglisch-Vokabel meint Folgendes: Der Freund oder die Freundin meldet sich einfach nicht mehr. Er oder sie reagiert nicht auf Anrufe oder Nachrichten, ruft nicht zurück, schreibt nicht mehr, weder über Whatsapp noch per E-Mail, verschwindet einfach von der Bildfläche.

Ältere Generationen bemühen dafür gerne eine anderes Bild: „Ich geh mal kurz Zigaretten holen“. Und weg war er – und ward nie mehr gesehen. Gemeint ist das Gleiche.

Ghosting kann jeder betreiben: Lose Kontakte, aber auch enge Freunde, im schlimmsten Fall Paare. Relativ normal ist es wohl bei Dates, die nach dem ersten Treffen den Kontakt abbrechen – wohlgemerkt ohne Begründung. Bricht jemand den Kontakt hingegen ab mit den Worten „Das war’s, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“, dann haben wir es streng genommen nicht mit Ghosting zu tun, sondern mit einem Schlussstrich – oder um im Englischen zu bleiben: mit einem klaren Cut.

Das ist der Kern des Ghosting: Es lässt einen ratlos zurück. Der Betroffene kann nur rätseln und über die Beweggründe des Gegenübers mutmaßen. Was kann ihn oder sie dazu veranlasst haben? Hat er oder sie einen Neuen? Damit einher gehen Schuldgefühle und Gewissensbisse. Für die gibt es aber oft – objektiv betrachtet – gar keinen Anlass.

Darum ist Ghosting so hinterhältig und, jawohl, asozial. Der erste Ratschlag muss daher lauten: Tun Sie es nicht! Betreiben Sie kein Ghosting (außer vielleicht mit einem ersten Date, das sich Ihnen gegenüber unverschämt verhalten hat)…

Bewerbung Ghosting: So spielt es sich ab

Um ehrlich zu sein, ist Ghosting im Bewerbungsverfahren nichts Neues. Es gibt das Phänomen seit Jahr und Tag. So spielt es sich ab: Der Bewerber reicht eine Bewerbung ein, ist frohen Mutes, erhält auch eine Eingangsbestätigung mit dem Hinweis: „Wir melden uns bei Ihnen.“

Und dann? Nichts. Der Arbeitgeber meldet sich nicht zurück. Oder er hat im Bewerbungsgespräch gemerkt, dass die Chemie nicht stimmt – und bricht den Kontakt ab. Das ist zwar eine Arbeitserleichterung, aber Wertschätzung geht anders.

Ghosting kann aber auch von Arbeitnehmern ausgehen. Diese Fälle scheinen sich zu häufen – speziell im Ausland, wo die Kündigungsfristen kürzer und die Regularien laxer sind. Da erscheinen Mitarbeiter von heute auf morgen einfach nicht mehr zur Arbeit – und die Firmen können nichts dagegen tun.

In Deutschland ist das kaum möglich. Wenigstens eine Kündigung muss der Arbeitnehmer einreichen. Tut er das, kann man nicht mehr von Ghosting sprechen.

Abtauchen können dafür Bewerber während oder nach der Bewerbung. Sie erscheinen trotz einer Einladung nicht zum Vorstellungsgespräch – ohne abzusagen. Sie sind nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr für weitere Rückfragen zu erreichen. Sie reagieren auf einen angebotenen Arbeitsvertrag nicht.

Dahinter stecken natürlich handfeste Beweggründe: Vielleicht ist dem Bewerber klar geworden, dass diese Stelle in diesem Unternehmen doch nicht die richtige für ihn ist. Oder er hat in der Zwischenzeit das Angebot eines Konkurrenten erhalten, das er nicht ablehnen kann. Oder der Bewerber ist feige und will einem unangenehmen Telefonat aus dem Weg gehen.

So oder so: Ghosting ist mies. Aus folgenden Gründen…

Warum Sie nicht ghosten sollten

Ghosting ist immer ein schlechter Zug – IMMER. Auch dann, wenn sich beide Parteien einig sind, dass es zwischen ihnen nicht funktionieren kann. Eine höfliche Standardabsage ist das Mindeste, was sowohl Bewerber als auch Unternehmen erwarten können.

Ghosting…

  • zeugt von mangelndem Respekt. Und Respekt fordern heute doch alle unentwegt ein. Also zeigen Sie ihn auch, den Respekt!
  • zeugt von Feigheit. Niemand verlangt von Ihnen übertriebenen Heldenmut im Bewerbungsdschungel. Aber eine höfliche Absage kriegt jeder hin – zur Not per E-Mail. Sie müssen Ihrem Gegenüber nicht einmal in die Augen sehen und die Wahrscheinlichkeit, überhaupt ein Feedback zu erhalten, ist gering. Geben Sie sich einen Ruck!
  • kann Ihnen langfristig schaden. Man sieht sich ja bekanntlich immer zwei- oder drei- oder viermal im Leben. Vielleicht wollen Sie in einigen Jahren doch noch bei diesem Unternehmen anheuern. Die Erinnerung an Ihr Ausweichmanöver könnte Sie dann den Job kosten. Speziell in kleinen Branchen, in denen jeder jeden kennt, ist Ghosting nicht ungefährlich.
  • spricht sich vielleicht schneller herum, als Ihnen lieb ist. Dann schadet Ghosting schon auf kurze Sicht. Wenn die Chefs zweier Wettbewerber gut miteinander können und sich gegenseitig Anekdoten auftischen, kriegen Sie weder hier noch dort den Job. Vor allem in kleinen Branchen drohen Nachteile.

Ghosting Arbeitgeber: Wie verhalte ich mich?

Wie aber verhalten, wenn man selbst zum Ghosting-Opfer wird? Angenommen, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und warten ab. Und warten und warten und warten. Irgendwann dämmert Ihnen, dass Sie keine Antwort mehr erhalten werden.

Dann müssen Sie selbst aktiv werden. Immerhin könnt es ja auch sein, dass Ihre Bewerbung aus Versehen im Spam-Ordner gelandet – oder bei der Mitarbeiterin angekommen ist, die in Elternzeit gegangen ist (aber vergessen hat, eine Abwesenheitsnotiz zu aktivieren).

Also von vorne: Geben Sie dem Unternehmen Zeit. Nicht drängeln! Nach der Frist aber können und sollten Sie nachhaken. Sie könnten eine E-Mail schreiben. Oder anrufen. Versuchen Sie es telefonisch über verschiedene Wege. Rufen Sie in der Personalabteilung an, in der Zentrale, zur Not sogar im Kundenservice oder in der Pressestelle.

Kommen Sie nirgends durch, dann ist auch der Weg über öffentliche Kanäle denkbar. Senden Sie einen Tweet, schreiben Sie über Facebook oder Instagram. Öffentlicher Druck wirkt oft Wunder.

Aber Vorsicht: Sie selbst begeben sich damit ebenfalls in die Schusslinie. Wenn andere Arbeitgeber sehen, dass Sie Firmen im Social Web aggressiv angehen, könnten sie Sie als Unruheherd einordnen und von einer Einstellung Abstand nehmen. Daher auch im Netz immer höflich bleiben!

Und natürlich sollte Ihr aktueller Arbeitgeber nicht Wind davon kriegen, dass Sie sich anderweitig bewerben. Soziale Medien also immer mit Bedacht einsetzen…

Eine Alternative: Eruieren Sie auf Xing oder Linkedin den Personalverantwortlichen des Unternehmens und schreiben ihn direkt an.

Fruchtet keine Ihrer Bemühungen, dann bleibt nur eins: Aufgeben. Was Sie aber durchaus nachträglich noch tun können: Eine Bewertung auf Portalen wie Kununu oder Glassdoor hinterlassen.

Auch hier bitte nicht mit Beleidigungen um sich werfen, sondern sachlich bleiben. Motto: „Ich habe nach meiner Bewerbung nichts mehr vom Unternehmen gehört. Das nennt sich wohl Ghosting und zeugt von schlechten Umgangsformen. Schade.“

Ghosting und Co.: Diese Beziehungsphänomene gibt es noch

Bewerbung Ghosting BeziehungGhosting ist nicht das einzige grassierende Beziehungsphänomen. Daneben gibt es etwa noch Cushioning. Das meint, sich neben der aktuellen Freundin oder dem Freund noch jemand anderen warmzuhalten, damit man im Falle einer Trennung butterweich landet.

Dann gibt es Benching. Sich immer mal wieder melden, ohne eine verbindliche Beziehung einzugehen. Eine Taktik für Abgebrühte: So kann man weiterhin die Fühler ausstrecken, hat aber jemanden in der Hinterhand für den Fall, dass die Suche im Nichts endet.

Last but not least scheint auch Gatsbying im Kommen zu sein. Nie gehört? Wer gatsbyed, der möchte andere über soziale Netzwerke beeindrucken und die Aufmerksamkeit seines Schwarms auf sich ziehen. Instagram scheint dabei das perfekte Vehikel für Hobby-Gatsbys zu sein.

Und jetzt die spannende Frage: Welches dieser Phänomene lässt sich auf die Arbeitswelt übertragen?

Cushioning könnte für Freiberufler mit mehreren Auftraggebern interessant sein, Benching für umworbene Spitzenkräfte, die gelegentlich mit einer neuer Herausforderung liebäugeln. Gatsbying hingegen kann jeder betreiben – muss es aber gar nicht. Manche Arbeitgeber sind froh über jede gute Kraft, die sie finden können. Angeben? Gar nicht notwendig.

[Bildnachweis: Brian A Jackson by Shutterstock.com]

Bewerbung als Aushilfe: So klappt’s mit dem Job

Bewerbung als Aushilfe Tipps

Eine Bewerbung als Aushilfe ist kein Hexenwerk. Sie müssen keinen blitzsauberen Lebenslauf vorlegen, keine Super-Noten in der Schule gesammelt oder zahlreiche Praktik absolviert haben. Sie kriegen den Job – vorausgesetzt, Sie zeigen, dass Sie motiviert und zuverlässig sind. Doch das ist manchmal gar nicht so einfach…

Bewerbung als Aushilfe: Halb so wild!

Gefühlt hängen sie überall: Schilder mit der Aufschrift Aushilfe gesucht. Es gibt sie im Einzelhandel, in Supermärkten, Tankstellen oder Bäckereien. Jobs für Schüler, Studenten, Teilzeitjobber oder Arbeitnehmer, die sich ihre Kasse nebenbei aufbessern wollen.

Aus Bewerbersicht positiv: Sie müssen sich um Ihre Bewerbung keinen so großen Kopf machen, als wenn Sie sich für die Rechtsabteilung eines DAX-Unternehmens bewerben würden. Die Unternehmen erwarten keine Top-Noten oder ausgeklügelte Anschreiben von Ihnen. Ihre Motivation ist ausschlaggebend. Und ja, ein einigermaßen solider Lebenslauf wäre auch schön (ist aber längst nicht immer Voraussetzung).

Manche Arbeitgeber verlangen schon gar kein Anschreiben mehr. Wenn Sie sich persönlich vorstellen und dabei einen guten Eindruck hinterlassen, bekommen Sie von ihnen eine Chance. Überall läuft das aber natürlich nicht so. Manchmal braucht es dann doch ein Anschreiben plus Lebenslauf.

Bewerbung Aushilfsjobs: Das sollten Sie betonen

Worauf kommt es an, wenn man sich als Aushilfskraft bewirbt?

Achten Sie zunächst auf eine saubere Rechtschreibung. Sie können Ihre Bewerbung von Freunden gegenlesen lassen – oder der automatischen Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Fehlerfreiheit zeigt, das Sie sorgfältig und gewissenhaft arbeiten. Ein Muss für Aushilfen.

Im Vordergrund Ihrer Bewerbung sollten die Grundtugenden stehen: Fleiß, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit. Nicht prahlen müssen Sie hingegen damit, wie kreativ Ihre Ader doch ist oder dass Sie schon Führungserfahrung im Schulchor gesammelt haben.

Soft Skills wie Offenheit, Flexibilität und Kommunikationsfreude zahlen ein – speziell im Verkauf. „Ich packe mit an und bin überall dort zur Stelle, wo es gerade brennt“. Dieses Arbeitsethos sollten Sie in Ihrer Bewerbung transportieren.

Berufsanfänger haben das oft das Problem, dass Sie zu wenig Erfahrung mitbringen. In Aushilfsjobs ist das kein Problem – beziehungsweise nur bedingt. Sicher: Wer sich als Kellner bewirbt, bekommt den Job eher, wenn er vorher schon einmal anderswo gekellnert hat.

Aber fehlende Fachkenntnisse oder Branchenerfahrungen sind nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium. Sie benötigen keine IT-Kenntnisse, keine Fremdsprachenkenntnisse (obwohl es diesbezüglich Ausnahmen gibt, wenn Sie zum Beispiel in einem stark von Touristen frequentierten Geschäft jobben wollen) und müssen keine Praktika absolviert haben. Wichtig ist, dass Sie sich für den Job nicht zu schade sind, schnell lernen und sich reinhängen wollen.

Hier gibt es Aushilfsjobs

Aushilfsjobs gibt es zum Beispiel für:

  • Warenverräumung
  • Warenkommissionierung
  • Warenpräsentation
  • Küchenhilfe
  • Spüler
  • Kellner
  • Büffethilfe
  • Verkäufer
  • Kassierer
  • Wachdienst
  • Produktionshelfer
  • Transportfahrer
  • Kurierfahrer
  • Auslieferungsfahrer
  • Fahrzeugüberführungen
  • Montage/Monteur
  • Umzugshelfer
  • Kiosk-Mitarbeiter
  • Pflegenachtdienst (Nachtwache)
  • Lagerkraft
  • Putzhilfe
  • Empfangskraft
  • Spielhallenaufsicht
  • Promoter
  • Besucherbefragung
  • Testkäufer
  • Bauhelfer
  • Gartenhelfer
  • Zeitungszusteller
  • Hundesitter
  • Eventhelfer/Aufbauhelfer
  • Hauswirtschafter
  • Tankwart
  • Zimmermädchen

Was in Ihre Bewerbung gehört

Grundsätzlich gelten für eine Bewerbung als Aushilfe die gleichen Regeln wie für eine sogenannte Kurzbewerbung. Die Kurzbewerbung besteht aus:

  • Anschreiben (nicht länger als eine Seite)
  • Lebenslauf (am besten nur eine Seite)
  • Bewerbungsfoto (kein Muss, aber empfehlenswert)

Eine Bewerbungsmappe, Zeugnisse oder Qualifikationsnachweise müssen Sie dagegen nicht beilegen. Wie könnte nun das Anschreiben für eine Aushilfe aussehen?

Zum Beispiel so – wir haben drei Vorlagen für Sie erstellt (die Sie aber nicht eins zu eins übernehmen sollten):

Bewerbung als Aushilfe Bäckerei

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Frau Merle Becker
Superstraße 9
98765 Primadorf

Bewerbung als Aushilfe

Sehr geehrte Frau Becker,

durch ein persönliches Gespräch mit einem Ihrer Mitarbeiter habe ich erfahren, dass Sie regelmäßig auf der suche nach Aushilfen für Ihre Filiale in der Superstraße in Primadorf sind. Ich bin an dem Job sehr interessiert und würde mich daher gerne kurz bei Ihnen vorstellen.

Meine Freunde beschreiben mich als einen sehr offenen und kommunikativen Menschen. Ich komme leicht mit Fremden ins Gespräch. Auch in stressigen Situationen bewahre ich die Ruhe, aufbrausend oder launisch bin ich so gut wie nie. Ich würde mich als Frohnatur beschreiben. Daher glaube ich, dass ich sehr gut zu Ihrem Unternehmen und in Ihre Filiale passen würde.

Außerdem kann ich gut mit Zahlen umgehen. Ich bin sehr ordentlich im Kopfrechnen und finde sogar – im Gegensatz zu vielen meiner Zeitgenossen – Gefallen daran. Dankbar bin ich, dass mir meine Eltern gute Umgangsformen wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit vermittelt haben. Diese Tugenden habe ich von kleinauf verinnerlicht.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe. Falls Sie noch Rückfragen haben, melden Sie sich gerne bei mir. Gerne stelle ich mich auch persönlich bei Ihnen vor. Und sollte aktuell keine Stelle frei sein, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Unterlagen aufbewahren und mich vielleicht beim nächsten Mal berücksichtigen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

Bewerbung als Aushilfe im Lager

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Herr Bert Schröder
Superstraße 5
54321 Primadorf

Bewerbung als Aushilfe

Sehr geehrter Herr Schröder,

weil ich zupacken kann, würde ich gerne in Ihrem Unternehmen als Aushilfskraft im Lager arbeiten. Ich habe schon in verschiedenen Bereichen Berufserfahrungen gesammelt, unter anderem im Gartenbau und in einem Supermarkt.

An einem Job ist mir wichtig, dass ich immer in Bewegung sein kann. Ein Bürojob im Sessel wäre für mich nicht das Richtige. Ich betreibe in meiner Freizeit viel Sport, bin körperlich topfit und halte jede Schicht problemlos durch – auch bei höheren körperlichen Belastungen. Auch macht es mir nichts aus, Schichten am frühen Morgen oder in der Nacht zu übernehmen.

Aber egal, wann die Schicht beginnt: Ich werde pünktlich zur Arbeit erscheinen. Ich verfüge über einen Führerschein sowie ein Auto und bin daher mobil und flexibel. Außerdem sind mir Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit wichtig. Darauf habe ich schon immer großen Wert gelegt.

In mir finden Sie eine fleißige und zuverlässige Arbeitskraft. Darauf können Sie sich absolut verlassen. Falls Sie noch Fragen haben, stelle ich mich gerne persönlich bei Ihnen vor. Sie können mich auch gerne anrufen.

Über eine Zusage würde ich mich sehr freuen. Ich bin hochmotiviert und würde am liebsten schon morgen loslegen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

Bewerbung als Aushilfe Supermarkt

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Herr Thore Albrecht
Superstraße 1
13579 Primadorf

Bewerbung als Aushilfe

Sehr geehrter Herr Albrecht,

eine gute Bekannte hat mir den Tipp gegeben, mich bei Ihnen zu bewerben, da Sie immer auf der Suche nach Aushilfskräften seien. Daher möchte ich mich kurz bei Ihnen vorstellen. Mich spricht die Stelle wirklich sehr an.

Ich habe bereits erste Erfahrungen im Verkauf und zudem in einer Krankenhauskantine gearbeitet. Es hat mir bislang jedes Mal viel Freude bereitet. Vor allem der Umgang mit den Kunden und die Atmosphäre im Team gefallen mir. Ich mag es, wenn man sich gegenseitig unterstützt und gleichzeitig anderen Menschen hilft.

Darum würde ich mich auch als kundenorientiert bezeichnen. Man sollte den Kunden gegenüber immer höflich und zuvorkommend auftreten, selbst wenn sie selbst mal ungeduldig oder patzig sein sollten. Mit Stress kann ich gut umgehen. Ich mag es sogar, wenn es mal hektisch wird und man unter Zeitdruck Aufgaben erledigen muss.

Wichtig sind natürlich Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Ohne die geht es nicht. Ich bringe diese Eigenschaften definitiv mit. Wenn Sie noch mehr über mich erfahren möchten, rufen Sie mich gerne an oder schreiben mir zurück. Ich stelle mich auch gerne bei Ihnen persönlich vor.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

[Bildnachweis: garetsworkshop by Shutterstock.com]

Bewerbung Minijob: Vorlage und Tipps

Bewerbung Minijob Tipps

So ein Minijob hat Vorteile: Er spült frisches Geld in die Haushaltskasse, ohne dass Sozialbeiträge fällig werden. Vor allem in der Gastronomie, in Hotels, Privathaushalten und im Verkauf gibt es haufenweise Minijobs. Manchmal finden die Arbeitgeber kaum eine geeignete Arbeitskraft, manchmal aber stehen die Bewerber Schlange. Dann kommt es darauf an, eine überzeugende Bewerbung vorzulegen. Bewerbung Minijob: So kommen Sie ans Ziel…

Bewerbung Minijob: Was ist das?

Minijob ist die Kurzform für eine geringfügige Beschäftigung. Dabei handelt es sich um ein Beschäftigungsverhältnis, bei dem der Arbeitnehmer nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient.

Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung zahlen. Lediglich für die Rentenversicherung fallen Beiträge an. Der Arbeitgeber zahlt dagegen Pauschalen für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung ein.

Auch Vollzeitarbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtiger Stelle können nebenbei einen Minijob ausüben – aber nur EINEN, wenn er von Sozialbeiträgen verschont bleiben will. Alle Minijobs darüber hinaus werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind versicherungspflichtig.

Wer keinen Hauptjob hat, kann auch mehrere Minijobs parallel ausüben. Versicherungsfrei bleibt er oder sie allerdings nur dann, wenn die Einkünfte zusammengenommen 450 Euro im Monat nicht überschreiten.

Wichtig: Minijobber haben – wie andere Arbeitnehmer auch – einen Anspruch auf Urlaub sowie auf den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser wurde zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben und zum 1. Januar 2020 abermals auf 9,35 Euro pro Stunde.

Minijobber dürfen somit nicht länger als ca. 48 Stunden pro Monat arbeiten. Andernfalls kommen sie über die Grenze von 450 Euro.

Bewerbung Minijob: So überzeugen Sie

Eine Hochglanzbewerbung müssen Sie für einen Minijob nicht einreichen. Mühe geben sollten Sie sich aber schon.

Denn von Minijobbern werden zunächst einmal die Grundtugenden verlangt: Pünktlichkeit, Genauigkeit, Sorgfalt, Zuverlässigkeit. Und wer schon bei der Bewerbung erkennbar schludert, der hinterlässt einen schlechten ersten Eindruck und suggeriert, dass er über genau diese Tugenden eben nicht verfügt.

Eine Bewerbung als Minijobber umfasst normalerweise nicht mehr als:

Nein, eine dicke Bewerbungsmappe mit allerhand Anlagen brauchen Sie nicht zu versenden. Aber die Basis-Infos sollten Sie schnell und übersichtlich vermitteln.

Dazu können auch Zertifikate und Bescheinigungen zählen, die Ihre Qualitäten unterstreichen – aber nur, wenn sie für die Stelle wirklich relevant sind. Das Zertifikat eines EDV-Seminars können Sie sich sparen, wenn Sie sich als Lagerkraft bewerben. Irrelevant!

Wenn Sie dagegen mal ein Online-Vertriebsseminar belegt haben – und sei es aus rein persönlichem Interesse – dann nehmen Sie es gerne mit auf, wenn Sie sich als Verkäuferin bewerben. Es unterstreicht Ihr Interesse für das Fachgebiet.

Achten Sie aber vor allem darauf, was der Arbeitgeber von Bewerbern erwartet. Manche legen Kärtchen in der Filiale aus mit dem Credo: Ruf mich einfach mal an! In diesem Fall rufen Sie an, stellen sich vor, melden Ihr Interesse an und fragen, ob er oder sie noch weitere Unterlagen benötigt. Sind hingegen vollständige Bewerbungsunterlagen gefordert, reichen Sie die auch ein.

Anschreiben: Das gehört hinein

Ins Anschreiben einer Bewerbung Minijob gehören hinein:

  • Absender inkl. Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
  • Datum
  • Empfänger inkl. Unternehmen, Vorname und Nachname des Adressaten, Adresse
  • Betreff (z.B. Bewerbung für Minijob)
  • Persönliche Anrede
  • Einstiegssatz
  • Unternehmensbezug
  • Profil inkl. eigener Stärken
  • Abschlussformulierung
  • Unterschrift
  • KEIN Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf)

Sie beginnen mit der Einleitung. Am Anfang können und sollten Sie direkt Ihr stärkstes Argument bringen. Der Empfänger sollte sofort spüren, dass Sie eine Bereicherung für das Unternehmen sein werden.

Danach folgt die Selbstdarstellung, in der Sie Ihre Stärken, Erfahrungen, Erfolge und Qualifikationen beschreiben. Aber nur die wichtigsten, in wenigen Sätzen.

Am besten, Sie stellen dabei eine Verbindung zum Unternehmen her und zeigen auf, wie es von Ihren Skills profitieren könnte. Beispiel: Sie waren in der Schule zwischenzeitlich Klassensprecher. Ein Signal, dass Sie verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig und engagiert sind. Jeder Arbeitgeber schätzt das.

Zum Schluss bedanken sie sich für das Interesse und drücken Ihre Freude über ein künftiges Kennenlernen aus. Nicht großkotzig auftreten, aber auch nicht wie ein Bittsteller. Motto: „Ich bin mir sicher, dass ich gut in Ihr Unternehmen passen würde und freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.“

Die herzlichen Grüße und die Unterschrift nicht vergessen – fertig.

Lebenslauf: Das gehört hinein

In den Lebenslauf einer Bewerbung Minijob gehören:

  • Persönliche Angaben inkl. Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort (Land), Adresse, Telefonnummer, E-Mail
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang
  • Schulbildung, Ausbildung und Hochschulbildung
  • Praktika
  • Besondere Kenntnisse (z.B. IT, Sprachen)
  • Interessen und ehrenamtliches Engagement
  • Ort, Datum, Unterschrift

Nicht relevant sind dagegen Angaben zu Eltern und anderen Angehörigen – wie zum Beispiel zu den Berufen der Eltern. Die hat man früher noch in die Bewerbung aufgenommen, gelten heute aber als verpönt.

Konkret laufen sie dem Gedanken der Chancengleichheit zuwider. Einen Bewerber mit einem Staatsanwalt als Vater schätzt man – bewusst oder unbewusst – gleich viel kompetenter ein, als wenn dort stattdessen Müllmann (ein wichtiger Beruf, aber gesellschaftlich nicht hoch angesehen) stehen würde. Das ist ungerecht. Darum weglassen!

Wo finde ich Minijobs?

Minijobs gibt es wie Sand am Meer. Zum Beispiel hier:

  • Gastronomie
  • Hotellerie
  • Einzelhandel
  • Privathaushalte (Putzhilfe, Babysitter, Haushaltshilfe etc.)
  • Events (Messen, Konzerte etc.)
  • Krankenhäuser
  • Büros

Viele Branchen sind ohne Minijobber kaum vorstellbar – die Gastronomie zum Beispiel. Daher können Sie auch guten Gewissens einfach in Restaurants, Bars, Kneipen, Cafés unverbindlich nachfragen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihre Anfrage auf offene Ohren stößt. Erst recht, wenn per Aushang nach neuen Mitarbeitern gesucht wird. Aber selbst wenn nicht – Fragen kostet nichts.

Gut Vorbereitete bringen direkt Ihre Kurzbewerbung mit. Also keine dicke Mappe mit unzähligen Dokumenten und Zeugnissen. Interessiert niemanden! Nur die wichtigsten Infos, komprimiert und übersichtlich, in einem Anschreiben und Lebenslauf.

So bekommt der Filialeiter (oder sonstige Personalverantwortliche) sofort einen Eindruck von Ihnen. Bei Interesse kann er Sie kontaktieren. Alternativ können Sie natürlich auch eine E-Mail schreiben und Ihr Interesse signalisieren – mit dem Hinweis, bei Bedarf die vollständigen Bewerbungsunterlagen nachzureichen.

Im Internet finden Sie darüber hinaus zahlreiche Minijob-Angebote, auf die Sie sich direkt bewerben können — zum Beispiel hier auf karrieresprung.de. Vorteil: Sie sehen in der Stellenanzeige, welche Unterlagen gefordert sind und auf welche Sie verzichten können. In einigen Fällen reicht es, eine Bewerbungsmaske auszufüllen, andere Unternehmen legen auf Anschreiben und Lebenslauf wert.

Vorlage Bewerbung Minijob

Hier eine Vorlage für Ihre Bewerbung Minijob:

Muster

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

01.01.2020

Vorzeigeunternehmen
Frau Franz Keller
Superstraße 9
98765 Primadorf

Bewerbung als Servicemitarbeiter

Sehr geehrter Herr Keller,

ins Restaurant gehen die Menschen, weil sie lecker essen und erstklassig bedient werden wollen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Gäste auch weiterhin gerne zu Ihnen kommen.

Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Servicekraft sagt mir jedenfalls sehr zu. Momentan studiere ich Betriebswirtschaft an der Hans-Meiser-Universität in Entenhausen. Berufserfahrung habe ich schon in Gastronomie, Hotellerie und im Einzelhandel gesammelt. Der Umgang mit den Kunden hat mir jedes Mal große Freude bereitet – und er liegt mir.

Ich bin absolut zuverlässig, gewissenhaft, offen und kommunikativ. In meinem Freundeskreis bin ich für meine Pünktlichkeit berühmt. Insbesondere an den Wochenenden bin ich flexibel einsetzbar. Regelmäßig lade ich auch Freunde zum Essen ein, ein guter Gastgeber war ich schon immer. Das würde ich auch gerne in Ihrem Namen sein.

Haben Sie noch Fragen? Melden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei mir. Ich würde mich freuen, mich persönlich bei Ihnen vorstellen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Bewerbungscoaching: Was es Ihnen bringt

Bewerbungscoaching Infos

Bewerbungscoaching ist nicht die Lösung für alle Bewerber-Probleme. Aber ein Coach kann Sie fit machen und Ihnen Sprungfedern verleihen, mit denen Sie dann selbst über die Hürden des Bewerbungsprozesses hüpfen. Doch bevor man sich für einen Bewerbungstrainer entscheidet, sollte man sich einige Fragen gut durch den Kopf gehen lassen…

Bewerbungscoaching: Was ist das überhaupt?

Eine Warnung vorweg: Jeder kann sich Coach nennen. Der Begriff ist nicht geschützt. Auch Scharlatane und Schwindler können sich als Bewerbungscoach bezeichnen.

Das ist aber nicht die einzige Schwierigkeit, mit denen Bewerber konfrontiert werden. Auf dem Markt herrscht ein Wirrwarr an Begriffen und Bezeichnungen. Die einen sehen sich als Bewerbungscoach, die anderen als Bewerbungsberater.

Aber ist das nicht alles das Gleiche? Nein, nicht unbedingt. Karrieresprung erklärt Ihnen die Unterschiede:

  • Bewerbungscoach

    Hilfe zur Selbsthilfe – das soll Coaching leisten. Zusammen suchen Coach und Klient nach Lösungen, um dem Ziel näher zu kommen. Entscheidend in diesem Prozess ist Selbstreflexion. Bewerber müssen sich Fehler eingestehen, Kritik zulassen. Ein guter Bewerbungscoach passt sich an die Bedürfnisse des Kunden an und deckt die gewünschten Aspekte ab. Der Bewerber lernt, wie er sich selbst helfen kann und worauf er im Bewerbungsprozess besonders achten muss. Der Bewerbungscoach nimmt Ihnen wohlgemerkt nicht die ganze Arbeit ab. Sie müssen sich selbst aktiv einbringen.

  • Bewerbungsberater

    Die Arbeit eines Bewerbungsberaters ist sehr viel konkreter als die eines Coaches. Er sagt seinem Klienten genau, was dieser tun soll. Wo er sich bewirbt, was er tun oder lassen soll, um im Bewerbungsprozess zu überzeugen. Das Ziel ist letztlich das Gleiche: Der Bewerber soll endlich an seinen Traumjob kommen.

  • Bewerbungstrainer

    Der Bewerbungstrainer arbeitet mit Ihnen daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Er will Sie auf ein höheres Level heben. Als Klient erlernen Sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten. Wie Sie sprechen, wie Sie gehen, gucken und stehen. Das soll Ihnen dabei helfen, eine Gehaltsverhandlung zu führen oder im Vorstellungsgespräch aufzutrumpfen.

  • Bewerbungsschreiber

    Der Bewerbungsschreiber nimmt Ihnen die Arbeit ab – allerdings nur zum Teil. Er schreibt für Sie die Bewerbung, damit Sie es nicht tun müssen. Der (durchaus zweifelhafte) Service bietet sich für Bewerber an, die mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stehen oder schlicht keine Zeit haben. Sie müssen die Bewerbung nur noch abschicken und auf ein Feedback warten. Ob die Bewerbung Erfolg letztlich hat, kann Ihnen kein Bewerbungsschreiber der Welt garantieren.

Diese Leistungen können Sie in Anspruch nehmen

Wer ein Bewerbungscoaching in Anspruch nimmt, will eigentlich immer das Gleiche: einen neuen Job. Den richtigen Job. Den Traumjob. Aber wie läuft so ein Coaching überhaupt ab?

Bevor Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, sollten Sie zunächst Ihre Zielsetzung erörtern. Wobei soll Ihr Coach Ihnen helfen?

  • Berufsorientierung geben
  • Stellenanzeigen analysieren
  • Bewerbungsstrategie erarbeiten
  • Berufsziele erörtern
  • Bewerbungsunterlagen erstellen
  • Bewerbungsunterlagen optimieren
  • Online-Reputation aufbauen
  • Vorstellungsgespräch trainieren
  • Assessment Center vorbereiten

Für alle Bereiche gibt es Trainer. Aber nicht jeder beherrscht alle Bereiche gleich gut. Suchen Sie sich einen passenden Coach und sprechen Sie vorab die Punkte an, die Ihnen wichtig sind oder Probleme bereiten. In jedem Fall kommt Mehrarbeit auf Sie zu. Das bitte nicht unterschätzen!

Der Coach ebnet Ihnen den Weg. Gehen müssen Sie ihn selbst. Das gilt sogar für Ghostwriter, die Ihnen Lebenslauf und Motivationsschreiben fertig servieren. Das Vorstellungsgespräch führen Sie dennoch höchstpersönlich. Und eine passende Stelle kann Ihnen ebenfalls niemand auf dem Silbertablett ins Haus tragen.

Sie sollten das Coaching als das sehen, was es ist: als einen Lernprozess, der Sie unterstützt und Ihnen hilft, in Zukunft selbst erfolgreicher zu agieren.

So wählen Sie einen Bewerbungscoach aus

Vor dem ersten Beratungstermin steht in der Regel ein Vorgespräch. Sie besprechen nicht nur die Formalitäten, sondern lernen sich auch kennen. Sie klopfen den Coach ab und testen ihn auf Herz und Nieren.

Das erste Kennenlernen ist wichtig. Diese Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Bewerbungscoaching?
  • Was erwarten Sie von Ihrem Coach?
  • Passen Sie und der Coach zusammen – inhaltlich wie menschlich?

Dass Sie auf der gleichen Wellenlänge funken, ist ein entscheidender Punkt. Auf das Bewerbungscoaching müssen Sie sich einlassen, sich auch öffnen. Dies gelingt nur, wenn sie Ihrem Trainer vertrauen. Gegenseitige Sympathie hilft. Sie ist aber keine Grundvoraussetzung. Manchmal können Reibungen und Spannungen konstruktiv sein.

In jedem Fall sollten Sie den Coach für kompetent und vertrauenswürdig halten. Haben Sie das Gefühl, er oder sie bringt Sie weiter? Sind Sie bereit, ihm auch unangenehme Dinge – Ihre Schwächen zum Beispiel – anzuvertrauen? Fühlen Sie sich in Gegenwart dieser Person wohl? Lauten die Antworten Ja, könnte dieser Coach der richtige sein.

Vergessen Sie aber nicht, die Rahmenbedingungen zu klären. Die Gesamtdauer des Bewerbungscoachings, die Länge der einzelnen Sitzungen, der Ort, Kosten, die Art der Bezahlung.

Fragen Sie ihn auch nach seiner Flexibilität. Was, wenn sie kurzfristig erkranken – oder Ihr Kind? Niemand wünscht sich eine Diva als Dienstleister, der sich mit Verweis auf seinen üppigen Kalender selbst zu wichtig nimmt.

Danach geht es an die Analyse. Was können Sie schon gut? Wo liegen Ihre Schwächen? Woran liegt es, dass Ihre Bewerbungen versanden – oder was glauben Sie, woran es liegen könnte? Wovor haben Sie Angst? Was mögen Sie nicht? Woran wollen und müssen Sie arbeiten – und woran nicht?

Seien Sie aber ehrlich – zu sich selbst und zu Ihrem Coach. Je mehr Informationen er über Sie sammelt, desto aussagekräftiger das Profil, das er über Sie erstellen kann. Seine Hilfe muss so zielgerichtet wie möglich sein, damit sie Ihnen Ergebnisse beschert.

Welche Ziele Sie verfolgen können

Die Ist-Situation ist das Fundament. Ziel: Dass daraus alsbald die Soll-Situation entsteht. Diese Ziele können bei einem Bewerbungscoaching im Vordergrund stehen:

  • Stellensuche verbessern

    Jobangebote nicht nur finden, sondern auch richtig interpretieren und in Angriff nehmen – das kann ein übergeordnetes Ziel sein. Um sich im Dickicht der unzähligen Jobanzeigen zurechtzufinden, sollte man sich gemeinsam einen Schlachtplan zurechtlegen: Welches Profil hat der Bewerber? Welche Erwartungen hat er? Wo will er arbeiten? Sind die wichtigsten Fragen geklärt, kann man gemeinsam mit dem Bewerbungscoach auf die Suche gehen.

  • Bewerbung erstellen

    Die Bewerbungsunterlagen kosten Kraft. Da kann es sinnvoll sein, wenn einem jemand unter die Arme greift. Immerhin gehören dazu das Anschreiben und der Lebenslauf, manchmal noch weitere Dokumente. Speziell Berufsanfänger wissen oft gar nicht, wo sie anfangen und aufhören sollen. Der Bewerbungscoach sagt es ihnen. Er hilft dabei, alles in Form zu bringen, die richtigen Akzente zu setzen. Dabei kann der Coach auf zweierlei Art helfen. Er kann direkt bei der Erstellung der Unterlagen anpacken. Oder er kann das nötige Rüstzeug vermitteln, damit der Bewerber in Zukunft selbst überzeugende Mappen zusammenstellt.

  • Unterlagen optimieren

    Ist er gut, stellt der Coach die richtigen Fragen. Welche Unterlagen fehlen und könnten hilfreich sein (z.B Referenzen)? Woran liegt es, das so viele Bewerbungen des Kandidaten fehlschlagen? Welche Fehler aus früheren Bewerbungen muss der Kandidat abstellen? Dazu muss man vorherige Bewerbungen grundlegend analysieren, Fehler herausfiltern – und abstellen. Vorteil: Man muss nicht ganz von vorne anfangen, sondern kann auf dem bestehenden Material aufbauen.

  • Fähigkeiten analysieren

    Im Rahmen einer Bewerbung ist es wichtig, die eigenen Stärken in den Fokus zu rücken. Dazu müssen diese aber überhaupt erst bekannt sein. Gemeinsam mit dem Coach begeben Sie sich auf die Suche nach Ihren Stärken und Schwächen, Hard Skills und Soft Skills. Konkrete Beispiele, an denen man die Kompetenzen aufzeigt, sind der Goldstandard. Am Ende gilt es, die Unternehmen zu benennen, die einen Bedarf an Ihren Skills haben – und sich bei ihnen überzeugend zu bewerben.

  • Bewerbungsgespräch vorbereiten

    Vor dem Jobinterview haben viele Bewerber Bammel. Angst ist kein guter Ratgeber: Sie kann lähmen – und die Jobchancen auf den Nullpunkt befördern. Bewerbungscoaches können die Situationen mit Ihnen durchspielen – und Ihnen sagen, was Sie unbedingt beherzigen sollten. Rollenspiele, konstruktive Kritik, Tipps – all das hilft Ihnen, souveräner aufzutreten. Wer seine Selbstpräsentation mehrmals übt, ist für den Ernstfall besser gewappnet. Auch Körpersprache und Kleidungswahl sollten im Training angesprochen werden.

Bewerbungscoaching: Wichtige Fragen

Bitte beachten Sie: Nicht all Ihre Fragen können vermutlich im Rahmen eines Bewerbungscoachings geklärt werden. Dazu gibt es einfach viel zu viele. Und sie reproduzieren sich selbst. Bedeutet: Aus jeder Antwort entsteht wieder eine Vielzahl an Folgefragen. Das Bewerbungs-Universum ist unendlich.

Widmen Sie sich daher erst den großen Fragen und arbeiten sich dann weiter nach unten vor. Denn es stimmt: Die Details zählen!

Andererseits gibt es ultimativ richtige Antworten vermutlich nicht. Unterschiedliche Situationen können immer neue Antworten hervorbringen. Ist dem einen Personaler ein allzu lockeres Auftreten des Bewerbers en Dorn im Auge, gefällt dies dem anderen vielleicht supergut. Der eine sieht in Lücken im Lebenslauf einen Makel, der andere eine Chance.

Beispielhaft sind hier ein paar Fragen, auf die es mehrere Antworten geben kann:

  • Muss ich die Fragen des Personalers abwarten?

    Ja, es gibt Personaler, die erstmal etwas über sich und das Unternehmen erzählen wollen – und sich nur ungerne unterbrechen lassen. Auf der anderen Seite handelt es sich nicht um ein Verhör, sondern um ein Gespräch auf Augenhöhe. Das Unternehmen hat Fragen an Sie, Sie haben Fragen an das Unternehmen. Es ist also prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie zwischendurch immer wieder Rückfragen stellen. Das zeigt Neugier und Interesse. Dass diese Taktik auch nach hinten losgehen kann, ist unbestritten. Wenn Sie dumme Fragen stellen (Was macht Ihr Unternehmen eigentlich genau?) oder Ihrem Gegenüber ständig ins Wort fallen, dann zahlt das keinesfalls auf Ihr Konto ein.

  • Wie wichtig sind Hobbys im Lebenslauf?

    Es hat niemanden zu interessieren, dass Sie sich in Ihrer Freizeit mit Modellflugzeugen beschäftigen? Einverstanden. Aber es könnte Ihre Einstellungschancen erhöhen, wenn Sie sich zum Beispiel in der Spielzeugindustrie bewerben. Ein Hobby kann Signale geben – ob Sie für eine bestimmte Sache brennen. Es kann auch negative Signale senden. Extremsportarten etwa sind gefährlich – und erhöhen das Risiko für Verletzungen. Und kein Arbeitgeber hat ein Interesse daran, dass die Mitarbeiter lange ausfallen. Andererseits: Bewerben Sie sich bei einem Unternehmen für Outdoor-Kleidung, dann verdeutlicht Paragliding Ihre Leidenschaft für Sport und Natur. Eine gute Verbindung! Sie sehen: Ob und welche Hobbys in der Bewerbung gut oder schlecht ankommen, ist von Fall zu Fall verschieden.

  • Sollte ich so authentisch wie möglich sein?

    Viele würden jetzt vermutlich sagen: Ja, unbedingt. Es ist wie in der Ehe: Man will von seinem Partner so geschätzt und geliebt werden, wie man wirklich ist. Muss man sich hingegen verstellen, kann die Verbindung nicht die richtige sein. Das klingt wundervoll, geht aber in der Arbeitswelt manchmal an der Realität vorbei. Denn die Wahrheit ist: Schleimen kann im Bewerbungsgespräch ein Erfolgsrezept sein. Spiegeln kann eines sein. Und sogar Lügen können Erfolg bringen (Extrembeispiel: Wenn Sie die Frage nach einer Schwangerschaft verneinen, Sie in Wahrheit aber schwanger sind). Wer mit seiner wahren Persönlichkeit voll überzeugt und den Job landet – herzlichen Glückwunsch! Wer bislang aber stets auf die Nase gefallen ist, darf auch gerne einen anderen Ansatz als maximale Authentizität wählen.

Bewerbungscoaching: Das sind die Vorteile

  • Chancen verbessern

    An jeder Bewerbung, an jedem Auftritt gibt es noch etwas zu verbessern. Der Coach kann Ihnen wertvolle Hinweise liefern. Das bringt Ihnen nicht automatisch den Job, aber es erhöht Ihre Chancen, einen zu finden.

  • Feedback

    Dieser Punkt ist keinesfalls zu unterschätzen. Allein über Ihre Probleme zu reden, bringt Ihnen schon Erleichterung bis hin zu neuem Selbstvertrauen. Der Bewerbungscoach übernimmt also ein Stück weit die Rolle eines Psychiaters. Das Gefühl, verstanden und gehört zu werden – schön!

  • Einblicke

    Viele Menschen wissen gar nicht, was in Ihnen steckt. In Wahrheit gibt es viel zu viele, denen auf die Frage nach ihren Stärken kaum etwas oder gar nichts einfällt. Traurig – und unnötig. Jeder Mensch hat Stärken, nur liegen sie nicht immer sichtbar vor uns auf dem Tisch. Der Bewerbungscoach kann Ihnen helfen, Ihre Stärken sichtbar zu machen.

  • Ängste überwinden

    Bewerbungscoaching hat auch immer etwas von Konfrontationstherapie. Sie müssen sich Ihren Ängsten und Sorgen stellen. Dass Sie im Jobinterview anfangen zu stottern etwa oder dass Sie einfach Angst vor Veränderung haben. Bewerbungscoaching kann ein Ventil sein. Sie lernen, mit Ihren Ängsten besser umzugehen – und bauen sie bestenfalls Stück für Stück ab.

  • Selbstbewusstsein gewinnen

    Notorisch erfolglose Bewerber verlieren ihr Selbstvertrauen irgendwann. Das ist kein Grund, sich zu genieren, sondern allzu menschlich. Erfolg versorgt einen mit Selbstvertrauen, Misserfolg saugt es wieder ab. Das Problem ist der Teufelskreis, der daraus entsteht. Misserfolg führt zu Unsicherheit, diese wieder zu Misserfolg, dieser zu noch größerer Unsicherheit usw. Aufgabe des Bewerbungscoachs ist es, Sie aus diesem Teufelskreis zu befreien und Ihr Selbstvertrauen wieder aufzupolieren.

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Tätigkeitsbeschreibung: Wie sie Ihre Bewerbung aufwertet

Taetigkeitsbeschreibung Bewerbung Tipps

Eine Tätigkeitsbeschreibung ist ein Instrument für Bewerber. Sie bietet sich an, wenn Sie sich verdeckt bewerben und den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers nicht nennen wollen. In dem Fall haben Sie vermutlich noch kein Arbeitszeugnis vorliegen und können Ihrer Bewerbung stattdessen eine Tätigkeitsbeschreibung beilegen. Darin listen Sie die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten auf, die Sie für Ihr aktuelles Unternehmen ausüben. Diese Strategie hat klare Vorteile…

Tätigkeitsbeschreibung: Wann brauche ich sie?

Eine Tätigkeitsbeschreibung kann ein nützliches Hilfsmittel für Ihre Bewerbung sein. Sie bleibt aber stets nur eine Notlösung – selbst dann, wenn sie wunderbar formuliert ist.

Mit einem Zwischenzeugnis oder Arbeitszeugnis kann sie es nicht aufnehmen. Schließlich werden die Zeugnisse vom Arbeitgeber ausgestellt – einer Quelle, die eine höhere Glaubwürdigkeit innehat. Die Tätigkeitsbeschreibung formulieren Sie dagegen selbst – das schmälert zweifellos ihren Wert. Kleine Nebenbemerkung: In der Realität schreiben viele Arbeitnehmer auch ihre Praktikums- oder Arbeitszeugnisse selbst. Nur weiß das ein späterer Arbeitgeber im Einzelfall nicht.

Außerdem geht aus einem Zwischen- oder Arbeitszeugnis der Arbeitgeber konkret hervor. Das ist selbstredend nicht ganz unwichtig. Ein Anruf genügt und man kann prüfen, ob die Angaben im Zeugnis stimmen.

Nun können Bewerber das Unternehmen auch mit vollem Namen nennen, wenn sie eine Tätigkeitsbeschreibung verfassen. Aber das macht keinen Sinn. Die Tätigkeitsbeschreibung kommt zum Einsatz, wenn man verdeckt nach einem Job sucht. Und in diesem Fall verzichtet man besser darauf. Ein Anruf beim aktuellen Chef könnte höchst unangenehm ausfallen…

Welchen Wert hat die Tätigkeitsbeschreibung dann überhaupt? Ganz so irrelevant ist sie keineswegs. Sie hilft, ihr Bewerberprofil zu komplettieren, verleiht Ihrer Bewerbung den Feinschliff.

Einem erfahrenen Personaler dient sie zugleich als Wink mit dem Zaunpfahl. „Hallo, ich bewerbe mich diskret. Das berücksichtigen Sie hoffentlich!“ Sie bewerben sich demnach aus einer ungekündigten Stelle heraus. Das ist ein klarer Vorteil für Sie. Es steigert Ihren Marktwert und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

Das gehört in die Tätigkeitsbeschreibung

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung können Sie eine Wartezeit überbrücken. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich viel Zeit damit lassen, ein Zwischen- oder Arbeitszeugnis auszustellen.

Wenn Sie nicht länger warten können, behelfen Sie sich mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Die legen Sie als Ersatz für ein Zeugnis Ihrer Bewerbung bei. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie eine sehr attraktive Stelle ausgemacht haben, für die die Bewerbungsfrist in Kürze abläuft.

Sie können in Ihrer Bewerbung auch darauf hinweisen, dass Sie noch auf Ihr Arbeitszeugnis warten und es bei Gelegenheit gerne nachreichen würden.

Eine gute Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet diese Informationen:

  • Derzeitiger Arbeitsplatz mit Stellenbeschreibung
  • Offizieller Jobtitel
  • Ihre Aufgaben im Arbeitsalltag
  • Ihre Leistungen und Erfolge
  • Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeit anhand von Mitarbeitergesprächen oder Einstufungen
  • Inhalte des Arbeitsvertrages und mögliche Zusatzregelungen

Dies sind im Grunde sämtliche Informationen, die für den künftigen Arbeitgeber wichtig sind. In Verbindung mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf ist Ihre Bewerbung damit fast komplett.

Der Aufbau der Tätigkeitsbeschreibung sieht am besten so aus:

Als Überschrift schreiben Sie einfach Tätigkeitsbeschreibung. Darunter können Sie die Überschrift ergänzen um einen Satz wie: „Meine Tätigkeit als XXX bei der XYZ GmbH.“ Falls Sie den Arbeitgeber nicht namentlich nennen möchten, entscheiden Sie sich für eine ähnliche Variante wie diese: „Meine Tätigkeit als XXX in der XYZ-Branche.“

Hiernach beschreiben Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben. Das können Sie tabellarisch machen. Beispielsweise so:

Projektleiter Digitalisierung
Vom 10.10.2016 bis 01.08.2018 habe ich ein 12-köpfiges Team geleitet. Meine Aufgabe war es, das Dokumentenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Dafür standen uns zwei Jahre zur Verfügung. Das Projekt konnte unter meiner Führung in 20 Monaten erfolgreich vollendet werden.

Alternativ listen Sie Ihre Tätigkeiten und Projekte ganz knapp in Stichworten auf. Entscheiden sie sich für einen Stil. Wichtig ist, dass die wesentlichen Inhalte vorkommen und für den Empfänger leicht zu erfassen sind.

Bitten Sie um Vertraulichkeit!

Tätigkeitsbeschreibung VertraulichkeitIhr aktueller Arbeitgeber soll auf keinen Fall etwas von Ihrer Jobsuche wissen? Dann bitten Sie im Anschreiben zusätzlich um Vertraulichkeit!

Eine mögliche Formulierung wäre: „Ich befinde mich momentan in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und bitte Sie daher, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Rufen Sie mich bitte nur abends ab 19.30 Uhr unter obiger Nummer an. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

4 Tipps für Ihre Tätigkeitsbeschreibung

Wenn Sie noch folgende Kleinigkeiten beachten, haben Sie am Ende eine ansprechende Tätigkeitsbeschreibung verfasst:

  • Realismus: Stellen Sie Ihre Aufgaben und Projekte realistisch dar. Selbstvertrauen — Ja! Maßlose Übertreibungen — Nein! Wer zu dick aufträgt, macht sich unglaubwürdig.
  • Sachlichkeit: Halten Sie Motivation und Ziele aus der Tätigkeitsbeschreibung heraus. Die gehören ins Anschreiben. Beschränken Sie sich hier auf die Fakten, bleiben Sie sachlich.
  • Professionalität: Benutzen Sie wichtige Fachbegriffe, um Ihre Tätigkeit professionell abzubilden. So wirken Sie wie ein Insider, ein echter Profi.
  • Einheitlichkeit: Folgen Sie dem roten Faden Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Sprachstil und Layout den anderen Dokumenten ähneln. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.

Tätigkeit: Sie interessiert brennend

Nein, das ist nicht ironisch gemeint. Personaler interessieren sich sehr dafür, welche Aufgaben und Tätigkeiten Bewerber bei ihrem letzten Arbeitgeber übernommen haben.

So ergab eine Auswertung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dass 54 Prozent ein Arbeitszeugnis nicht komplett durchlesen. Sie überfliegen es nur und bleiben an den Stellen hängen, die sie für relevant halten.

Und damit ist vor allem die Tätigkeitsbeschreibung gemeint. Für sie interessieren sich 85 Prozent, für die Schlussformel 61 Prozent und für die zusammenfassende Leistungsaussage 54 Prozent.

Und: Auch für diejenigen, die ein Zeugnis komplett durchlesen, ist die Tätigkeitsbeschreibung das mit Abstand wichtigste Element.

Die Rede ist hier wohlgemerkt von der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass eine Tätigkeitsbeschreibung auch in der Bewerbung wertvolle Dienste verrichten kann.

Die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

Die Tätigkeitsbeschreibung im ArbeitsvertragEine Tätigkeitsbeschreibung kann Ihre Bewerbung aufwerten. Wichtig ist eine Tätigkeitsbeschreibung aber auch einen Schritt später – im Arbeitsvertrag.

Sie kann zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine betriebsbedingte Kündigung Bestand hat oder nicht. Beispiel: Wird Ihre Tätigkeit im Arbeitsvertrag mit der Herstellung von Textilwaren angegeben, dann kann der Arbeitgeber Ihnen betriebsbedingt kündigen, wenn er keine Textilwaren mehr herstellt (aber etwas anderes).

Darum sollten sich Arbeitnehmer vorab gut überlegen, welche Tätigkeitsbeschreibung in ihren Arbeitsvertrag aufgenommen wird. Achtung: Je spezieller die Tätigkeit, desto eher kann dieser Arbeitsplatz wegfallen und eine Versetzung unmöglich machen.

Andererseits legt die Tätigkeitsbeschreibung auch fest, welche Aufgaben Sie als Arbeitnehmer übernehmen müssen und welche Sie ablehnen können. Das heißt: Ist die Tätigkeitsbeschreibung sehr weit gefasst, kann Ihnen der Arbeitgeber möglicherweise Aufgaben zuweisen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Eine Möglichkeit, diese abzulehnen, haben Sie dann nicht.

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Jobwechsel im Lebenslauf: Wie Sie sie erklären

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Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

Jobwechsel im Lebenslauf: Welche Zweifel sie wecken

Jobwechsel sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt daran bisweilen nicht vorbei. Trotzdem ist das Thema im Rahmen einer Bewerbung delikat. Denn Jobwechsel können auch ein Makel sein. Dann etwa, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind ZU viele?

Eine klare Antwort lässt sich darauf freilich nicht geben. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht immer die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

  • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
  • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
  • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
  • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
  • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber schon, dass Sie diesen Eindruck erwecken.

Prinzipiell gilt: Ein Wechsel ist nach drei Jahren im Job völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie auf jeden Fall etwas dazugelernt. Und so unfähig können Sie nicht gewesen sein. Aber alles unter drei Jahren wirft mitunter Fragen auf…

Diese Jobwechsel sind erklärungsbedürftig

  1. Zeitpunkt

    Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Oder sie haben bislang nur befristete Anstellungen gefunden. Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt an, wenn sich ihre vielen Wechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

  2. Intermezzi

    Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem! Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem. Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

  3. Gründe

    Häufige Jobwechsel können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein verdächtiges Mosaik ergeben. Wenn Sie aber alle Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Gute Gründe machen Ihre Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar. Und sie zeigen, dass manchmal sogar ein guter Plan dahintersteckte…

Warum Jobwechsel kein Makel sind

Wer Jobwechsel als Makel auffasst, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

So können Sie das Unternehmen jedenfalls nicht von sich überzeugen. Sie sollen Ihre Stärken präsentieren. Das gilt auch, wenn Sie wirklich jedes Mal während der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

Das fängt schon bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich, das ist leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es durchaus. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch ein ein Lernprozess – Pluspunkt!

Aber bitte nicht falsch verstehen: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

So drehen Sie Jobwechsel im Lebenslauf ins Positive

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf immer in ein gutes Licht rücken – oder zumindest in ein besseres – egal, wie düster er auf den ersten Blick auch erscheinen mag.

Folgende Argumente können Ihnen dabei nützen:

  • Plan

    Wer sagt, dass Ihre häufigen Wechsel willkürlich oder unfreiwillig waren? Vielleicht verfolgen Sie ja einen Karriereplan, an den Sie sich penibel halten. Sie wechseln zu Ihren Bedingungen und nach Ihren eigenen Vorstellungen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Ego-Zocker. Aber besser als die Opferrolle, in der Sie ständig vor die Tür gesetzt wurden, ist diese allemal. Sie sollten nur glaubwürdig vermitteln, warum welcher Wechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

  • Flexibilität

    Festgefahren und starr – zwei Attribute, die in der heutigen Arbeitswelt als Unwörter gelten. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden. Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig spielt dabei gar keine so große Rolle.

  • Erfahrungsschatz

    Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln. Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Branchenexperten mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

Noch mehr Tipps für Job-Hopper

  • Zeitangaben

    Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen – durch Fettungen oder sonstige Hervorhebungen zum Beispiel. Ein beliebter Trick: Verzichten Sie auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

  • Erklärungen

    Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe oder interne Umstrukturierung. Das sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das auch bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

  • Lücken

    Wenn Sie ganz viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen. So entstehen zwar Lücken. Aber die lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßigen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

  • Netzwerke

    Für Job-Hopper könnte es eine gute Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen. Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können die vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

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Bewerbungssünden: Das sind die 10 größten

Bewerbungssünden Tipps

Bewerbungssünden lassen sich nicht an zwei Händen abzählen. Da gibt es unpassende Klamotten und Eselsohren im Ordner. Manchmal hakt es an der Pünktlichkeit oder der Händedruck ist schlaff wie ein toter Hering. Aber keine Sorge: Nicht jeder Fauxpas befördert Sie unverzüglich ins Aus. Wenn sich aber Fehler an Fehler reiht, wird die Luft für Sie noch dünner als auf dem Mount Everest. So vermeiden Sie die 10 größten Bewerbungssünden…

Bewerbungssünden: Schlecht für Sie

Jeder Jeck ist anders. Und doch ticken wir Menschen alle ganz ähnlich. Auch Personalentscheidern sind in der Regel die gleichen Aspekte in einer Bewerbung wichtig. Und andere Verhaltensmuster stoßen ihnen sauer auf. Wenn jemand ungepflegt zum Vorstellungsgespräch erscheint oder lauter Rechtschreibfehler ins Anschreiben einbaut, gefällt das niemandem.

Darum ist es legitim, von „allgemeinen Bewerbungssünden“ zu sprechen. Fehler, die Bewerber auf keinen Fall begehen sollten, wenn sie den Job wirklich wollen. Die Ich-Perspektive ist so ein Fehler. Bewerber sollten vielmehr versuchen, die Perspektive des Unternehmens einzunehmen und die eigene Brille kurzzeitig abzusetzen. Schließlich will die Frage beantwortet werden, welche Vorteile denn der Arbeitgeber von einer Anstellung hätte. Dass man sich selbst einen flotten Dienstwagen und das schicke Eckbüro davon verspricht, ist nicht so überzeugend.

Allerdings darf man durchaus darüber streiten, ob wir es hier mit einer klassischen Bewerbungssünde zu tun haben. Denn den Perspektivwechsel kriegen tatsächlich nur wenige Bewerber hin. Einen kräftigen Händedruck dagegen schon. Wenn man den also versäumt, gerät man direkt ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz…

Eine eindeutige Bewerbungssünde sind falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen. Wenn der Name des Ansprechpartners falsch geschrieben ist, zeugt das von fehlender Sorgfalt. Oder wenn das Datum darauf schließen lässt, dass die Bewerbung in identischer Form schon einmal an andere Unternehmen abgeschickt wurde. Oder wenn Rechtschreibfehler auf einen Mangel an Grundwissen hindeuten. Kleine Anmerkung: Selbst wenn Sie kein Ass in Deutsch sind, können Sie den Text wenigstens einer Rechtschreib- und Grammatikprüfung am Rechner unterziehen. Das merzt zumindest die gröbsten Fehler aus.

Wann bedeutet eine Bewerbungssünde das Aus?

Es kommt darauf an. Wer sich als Redakteur bewirbt, aber mit der deutschen Grammatik offensichtlich auf Kriegsfuß steht, kann den Job vergessen. In einem handwerklichen Betrieb dagegen muss man kein Sprachgenie sein. Wer sich mit verlotterter Jeans und Hoodie bei der Bank vorstellt, hat denkbar schlechte Karten. In der Werbeagentur kommt er oder sie bestimmt besser an. Wer eine Bewerbung versendet, die leicht als Massenbewerbung identifizierbar ist, kegelt sich aus dem Rennen. Es sei denn, er bewirbt sich in Mängelberufen wie Softwareentwickler oder KI-Spezialist. Dann darf er sich vermutlich sogar noch viel mehr herausnehmen…

Es ist wie vor Gericht: Der Einzelfall entscheidet. Relevant sind Branche und Unternehmen, Rahmenbedingungen, die Art der Bewerbungssünde und die Fehlerdichte. Mehrere kleine Fehler wiegen schwerer als mehrere große. Ein kleiner ist weniger schlimm als ein großer – logisch.

Am besten aber, Sie machen erst gar keine Fehler. Zugegeben, das klingt abgehoben und so gar nicht zeitgemäß. Immerhin steht der Zeitgeist auf Fuckup-Nights und das Buzzword der Fehlerkultur. Das ist auch okay so. Aber ehrlicherweise werden Sie im Job noch ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben, Fehler zu begehen.

Sparen Sie sich die Fehler doch einfach für den Arbeitsalltag auf – und bleiben Sie im Bewerbungsprozess sauber und fehlerfrei. Denn jetzt kommt es darauf an: Ein gravierender Fauxpas und Sie sind draußen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: In manchen Situationen sind Fehler unverzeihlich. Piloten, Chirurgen oder Zirkusartisten wissen, wovon ich spreche.

Aber um es noch mal klarzustellen: Eine Bewerbungssünde muss keineswegs das Aus beantworten. Zum Einen gewichtet sie der Personaler möglicherweise gar nicht so schwer wie Sie selbst. Und zum Anderen können Sie Fehler im Laufe des Bewerbungsgesprächs ja auch wieder ausbügeln und wettmachen…

Das sind die 10 häufigsten Bewerbungssünden

  1. Rechtschreibfehler

    Ja, Tippfehler können passieren. Sollten Sie aber nicht. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hinterher auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sie können auch Freunde Korrektur lesen lassen oder den eingebauten Assistenten Ihres Textverarbeitungsprogramms bemühen. Andernfalls entstehen Zweifel an Ihrer Genauigkeit – und vielleicht sogar an Ihren intellektuellen Fähigkeiten. Verzichten Sie außerdem auf lange Bandwurm- und Schachtelsätze. Die sind erstens schwer verständlich und erhöhen zweitens die Fehlergefahr.

  2. Belanglosigkeiten

    Ein beliebter Fehler ist es, einfach alles über sich erzählen zu wollen. Aus Angst, man könnte etwas Wichtiges vergessen. Nein! Setzen Sie Highlights und reihen nicht alle belanglosen Stationen aneinander. Ihre größten Erfolge und wichtigsten Stationen gehören aufs Silbertablett, der Rest in die Abfalltonne. So beweisen Sie überdies, dass Sie gewichten und priorisieren, Wichtiges von Irrelevantem unterscheiden können. Eine nicht zu unterschätzende Erfolgseigenschaft.

  3. Floskeln

    Sie wollen aus der Masse hervorstechen – nicht einer von vielen sein. Darum sind Floskeln und Phrasen so schädlich. „Ich bin hochmotiviert.“ „Ich bin ein Teamplayer.“ „Ich bin ein kommunikativer Mensch.“ Das haben Personaler erstens schon tausendmal gehört und sehen es zweitens als Grundvoraussetzung an. Tipp: Beziehen Sie sich exakt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige. Wenn Teamfähigkeit ausdrücklich verlangt wird, dann drücken Sie sich wenigstens weniger floskelhaft aus. Zum Beispiel so: „Ich rede viel und gerne. Ich mag es aber auch, anderen zuzuhören.“ Ein „hochmotivierter“ Bewerber könnte alternativ auch schreiben: „Wenn ich für eine Aufgabe brenne – so wie für diese – dann kann ich es morgens kaum erwarten, aus dem Bett zu steigen und loszufahren.“

  4. Foto

    Verpflichtet sind Sie nicht, ein Bewerbungsfoto beizufügen. Aber ein Foto erhöht Ihre Aussichten ungemein. Personaler sind auch nur Menschen – und wollen sich ein Gesicht zu der beschriebenen Person machen. Selbst wenn Sie sich für wenig fotogen halten, dann glauben Sie bitte: Schöne Fotos kann man von jedem Menschen machen, wirklich! Auf professionelle Aufnahmen sollten Sie tatsächlich Wert legen. Wenn diese schlecht gemacht, mies beleuchtet oder womöglich gar verwackelt sind, sagt das dem Empfänger, dass Sie nicht mal bereit waren, ein paar Euro für Bewerbungsfotos locker zu machen. So wichtig kann Ihnen der Job also scheinbar nicht sein.

  5. Schleimerei

    Ja, auch Unternehmer und Personaler wollen gelegentlich hören, was für tolle Hechte sie sind. Komplimente im Bewerbungsprozess bringen Sie dem Job durchaus näher – jedenfalls oft. Aber übertreiben Sie es bitte nicht. Ihr Gegenüber ist nicht doof: Er weiß genau, was Sie mit dieser Masche bezwecken. Und wenn er das Gefühl hat, dass Sie es nicht ernst meinen und ihm aus opportunistischen Gründen Honig um den Bart schmieren, dann dreht sich der Effekt ganz schnell ins Gegenteil um. Wenn Sie schleimen, dann nur ein bisschen und möglichst authentisch – und nicht so heftig, dass der Gesprächspartner auf Ihrer Schleimspur ausrutscht.

  6. Verzweiflung

    Wie erfolgreich sind verzweifelt wirkende Männer im Dating-Portal? Richtig, Sie könnten es im Prinzip gleich sein lassen. Wer sich rar macht, macht sich begehrenswert. Weil er zeigt, dass er das Ganze eigentlich gar nicht nötig hätte. Das sind die Feinheiten der Psychologie, an die auch Bewerber denken sollten. Stellen Sie um Gottes Willen nicht Ihre Verzweiflung zur Schau. Nach dem Motto: „Bitte, ich brauche diesen Job unbedingt. Ich kriege doch sonst nichts mehr. Bitte, bitte, bitte!“ Kein Unternehmen will einen Notnagel verpflichten. Übrigens: Es ist in keinster Weise verwerflich, konsterniert und verzweifelt zu sein. Wenn Sie schon Dutzende Absagen kassiert haben, steigt das Verzweiflungs-Barometer zwangsläufig an. Total menschlich und überhaupt keine Schande! Sie dürfen Ihre Verzweiflung halt nur nicht zeigen…

  7. Internet

    Machen Sie das auch manchmal? Dass Sie jemanden googeln, nachdem Sie ihn gerade neu kennengelernt haben? Personaler kommen am Internet natürlich nicht vorbei. Es wäre geradezu fahrlässig, auf die vielen Informationen zu verzichten. Der IT-Verband Bitkom hat herausgefunden, dass zwei von drei Personalern Bewerber in Social Media überprüfen. Aber keine Sorge: Wilde Partybilder mit Bierflasche in der Hand sind keinesfalls No-Gos. Es gibt Wichtigeres: So prüfen Personaler vor allem die fachlichen Qualifikationen und öffentliche Äußerungen zu Fachthemen sowie zum Unternehmen und zu Wettbewerbern. Und: Die politischen Ansichten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. 2015 interessierten sich dafür laut Bitkom nur vier Prozent der Recruiter, 2018 waren es schon 16 Prozent.

  8. Understatement

    Erfahrungsgemäß sind viele Menschen vorsichtig, wenn sie wieder in den Job einsteigen – oder frisch von der Uni kommen. Motto: „Ich kann ja noch nichts oder habe alles wieder verlernt.“ Riesenfehler! Sie haben sich eine ganze Menge Wissen angeeignet, nebenbei Skills erworben, viele große und kleine Talente, eine Ausbildung oder Studium und und und… Was davon können Sie zum Nutzen des Arbeitgebers einsetzen? Die Antwort auf diese Frage gehört in die Bewerbung. Bescheidenheit bringt Sie dagegen kein Stückchen weiter. Wenn Sie schon nicht an sich glauben, warum sollte es der Arbeitgeber tun? Auch hier wieder der Rat: Ja, Sie dürfen ruhig Selbstvertrauen faken und vorspielen, wenn Ihres in Wahrheit stark angekratzt ist. Manchmal muss man Selbstbewusstsein vortäuschen, um Selbstbewusstsein aufzubauen…

  9. E-Mail-Adresse

    Peinliche E-Mail-Adressen sind ein Klassiker: „heissemaus123“ oder „partylöwe666“. Das heißt aber nicht, dass mittlerweile jeder auf seriöse Adressen umgestiegen ist. Tun Sie’s! Legen Sie sich eine solide Adresse mit Vor- und Nachnamen an. Aber nicht bei Anbietern aus der Kreidezeit des Internets wie etwa Yahoo. Das eigentlich Schlimme an peinlichen E-Mail-Adressen ist: Sie stellen Ihre völlige Unkenntnis über die heutige IT-Welt bloß. Digitalkenntnisse werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Aber wenn Sie nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge kennen, ist es um Ihre offenbar nicht gut bestellt…

  10. Zeitmanagement

    Das Bewerbungsgespräch ist um 10 Uhr. Sie erscheinen um 10.17 Uhr. Die Stelle ist für Sie damit in weite Ferne gerückt. Jeder weiß, dass Pünktlichkeit für Arbeitgeber eine wichtige Tugend ist. Wer zu spät kommt, stiehlt dem anderen de facto Zeit. Nicht so schön! Aber anders herum ist es ebenfalls gefährlich. Wenn Sie schon um 9.30 Uhr auf der Matte stehen, deutet das darauf hin, dass Sie sonst nichts zu tun haben und Ihr Zeitmanagement schwach ausgeprägt ist. Halten Sie es daher so wie ein guter Logistiker: Just in time!

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Kündigung vorbereiten: So wird es gemacht!

Kündigung vorbereiten Tipps

Irgendwann ist es Zeit zu gehen. Es gibt viele Gründe, die für und viele, die gegen eine Kündigung sprechen. In jedem Fall sollte eine Kündigung gut vorbereitet sein. Das hat nur Vorteile für Sie. Wer überhastet zur Tür hinaus spaziert, hinterlässt verbrannte Erde und schießt sich selbst ins Bein. Kündigung vorbereiten: So machen Sie es richtig…

Kündigung vorbereiten: Das zählt!

Sie haben einen Fehler begangen oder negatives Feedback bekommen und wollen nur noch raus aus dem Job. Halt, nicht so schnell!

Eine spontane Kündigung ist eine ganz schlechte Idee. Sie sollten gut darüber nachdenken, ob Sie wirklich aufgeben wollen – egal, wie der groß der Frust im Moment auch sein mag. Jeder hat mal schlechte Tage im Büro – oder gar Wochen und Monate. Jeder fühlt sich mal missverstanden und wie ein begossener Pudel. Jeder macht Fehler, ständig. Das sind alles keine Gründe, um die Brocken einfach hinzuschmeißen.

Gute Gründe für eine Kündigung liegen tiefer. Ein Klassiker ist etwa die fehlende Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Laut einer Umfrage des Gehaltsportals gehalt.de und der Vergütungsagentur Compensation Partner von 2019 zählten dies 45 Prozent der Befragten zu den Hauptgründen. Dahinter folgte mit 41 Prozent ein zu niedriges Einkommen. Auf Platz drei rangierte das bessere Angebot eines anderen Arbeitgebers mit 38 Prozent, auch fehlende Aufstiegschancen wurden mit 33 Prozent häufig genannt.

Das sind die häufigsten Kündigungsgründe:

  • Zu wenig Wertschätzung durch den Chef: 45 Prozent
  • Zu niedriges Einkommen: 40,5 Prozent
  • Besseres Angebot von anderem Arbeitgeber: 38,4 Prozent
  • Keine Aufstiegsmöglichkeiten: 32,5 Prozent
  • Überlastung durch zu viel psychischen Druck: 20,6 Prozent
  • Unterforderung und Langeweile: 19,4 Prozent
  • Überlastung durch Überstunden: 12,8 Prozent
  • Familiäre Gründe: 11,6 Prozent
  • Unternehmen droht Pleite: 11,0 Prozent
  • Gesundheitliche Probleme: 4,4 Prozent
  • Zu wenig Urlaub: 2,5 Prozent
  • Sonstiges: 11 Prozent

7 gute Gründe für eine Kündigung

  1. Bindung

    Wenn Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt fühlen, hat dies noch andere Folgewirkungen. Sie entwickeln keine Bindung zu ihrem Unternehmen. Identifikation? Fehlanzeige. Das erleichtert den schnellen Jobwechsel. Wer seinem alten Team keine Träne nachweint, der ist eher bereit, einen anderen Weg einzuschlagen. Wertschätzung durch Vorgesetzte, aber auch eine persönliche Bindung zu anderen Mitarbeitern kann dem entgegenwirken. Ein echtes Team- und Zugehörigkeitsgefühl macht dieEntscheidung für einen Arbeitgeberwechsel deutlich schwerer.

  2. Gehalt

    Niemand will ausgebeutet werden – oder sich so fühlen, als würde er es. Und selbst wenn das Gehalt überdurchschnittlich hoch ist, dann schlägt man ein noch besseres Angebot nur ungern aus. Die Bezahlung ist ein Dauerbrenner. Große, zahlungskräftige Unternehmen sind hier im Vorteil. Aber auch ein faires Gehaltsgefälle und Transparenz könnten das Gefühl von Ungerechtigkeit zumindest reduzieren. Zu diesem Zweck wurde vor einiger Zeit auch das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht.

  3. Belohnung

    Ob und wie wirksam monetäre Anreize sind, darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten. Naheliegend ist aber die Annahme, dass Wertschätzung auch mit Bezahlung zu tun hat. Wer eine gute Leistung erbracht hat, erwartet dafür eine Belohnung – in welcher Form auch immer. Ärgerlich, wenn Gehaltserhöhungen oder Prämien offenbar willkürlich vergeben werden.

  4. Onboarding

    Der erste Eindruck zählt – auch für neue Mitarbeiter. Werden sie von Anfang an nicht richtig integriert, kann das zu dauerhaften atmosphärischen Störungen führen. Und zu schwerwiegenden Missverständnissen. Folge: Man fühlt sich fehl am Platz, weiß gar nicht so recht, was man hier überhaupt soll. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die nach gesundheitlichen Problemen an ihren Arbeitslatz zurückkehren. Nimmt das Unternehmen sie herzlich auf und erleichtert ihnen die Eingewöhnung, dann steigt die Arbeitsmotivation.

  5. Karrierepfade

    Ein Leben lang den gleichen Job machen – dieses Prinzip hat ausgedient. Mitarbeiter wollen dazulernen, sich weiterentwickeln und aufsteigen. Wenn das nicht möglich ist, sinkt irgendwann die Motivation. Wahr ist aber, dass nicht jeder das Zeug zum Abteilungsleiter oder gar CEO hat. Doch muss die Karriere gar nicht immer vertikal verlaufen: Erst Junior, dann Key, später Senior, dann Head… Eine horizontale Laufbahn hat auch ihren Reiz, zum Beispiel für die, die sich in einer Führungsrolle nicht wohl fühlen. Hauptsache, man lernt neue Bereiche des Unternehmens kennen, erwirbt neue Skills, macht sich neue Aufgaben zu Eigen.

  6. Passgenauigkeit

    Wenn wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, sind wir im Flow. Dieser entsteht an der Grenze zwischen Überforderung und Unterforderung. Wenn uns eine Aufgabe nicht langweilt, sondern herausfordert, aber nicht überfordert, sind das demnach beste Voraussetzungen. In der Realität ist das oft ein Problem. Viele Menschen geben Überlastung als Kündigungsgrund an, auch Unterforderung durch Langeweile ist weit verbreitet. Wer einen Job mit den „richtigen“ Aufgaben findet, wird dauerhaft glücklich.

  7. Kommunikation

    Wenn der Chef ein Schweiger ist, kann das früher oder später zur Kündigung führen. Kommunikation ist auf mehreren Ebenen wichtig. Durch sie zeigt sich Wertschätzung (oder eben nicht). Auch kann der Chef Aufstiegschancen aufzeigen, die Vision des Unternehmens skizzieren oder die Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele einschwören und das Unternehmen so vor einer möglichen Pleite bewahren.

Warum Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten sollten

Viele Mitarbeiter haben längst innerlich gekündigt. Sie schieben nur noch Dienst nach Vorschrift – wenn überhaupt. Kollegen, Chefs, Unternehmensziele? Zweitrangig. Hauptsache, so schnell wie möglich weg hier.

Kommt dann die echte Kündigung, sind die Gedanken ähnlich. Warum jetzt noch anstrengen? Ciao mit V, ich bin eh bald weg! Ihr alle könnt mir ab sofort den Buckel runterrutschen. Falsche Einstellung!

Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben. Sie sollten vor, während und nach Ihrer Kündigung professionell bleiben. Das hat für Sie mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Chancen auf eine gute Referenz. Erstens erhalten Sie ja noch Ihr Arbeitszeugnis, zweitens könnte ein neuer Arbeitgeber beim Ex-Unternehmen durchklingeln und sich nach Ihnen erkundigen. Sie können jahrelang noch so gute Leistungen erbracht haben: Ist Ihr Abgang stillos, wird das im Unternehmen negativ aufgenommen und zu Missmut führen.

Außerdem sinken Ihre Chancen, je wieder bei diesem Arbeitgeber anheuern zu können. Speziell in kleinen Branchen mit wenigen Arbeitgebern könnte das noch ein Problem werden. Boomerang-Karrieren sind nichts Ungewöhnliches mehr. Unternehmen schrecken angesichts kleiner werdender Fachkräfte-Reservoirs nicht davor zurück, ehemalige Abgänge wieder an Bord zu holen.

Aber der wichtigste Grund lautet: Ein guter Abgang zeugt von guten Manieren Ihrerseits. Wer die Kündigung zum Anlass nimmt, auf der Leck-mich-am-Arsch-Schiene zu fahren, zeigt einen zweifelhaften Charakter. Und als charakterloser Egomane wollen Sie doch nun wirklich nicht in Erinnerung bleiben…

Kündigung vorbereiten: Das sind die 2 größten Vorteile

Sie können ins Chefbüro spazieren, das Kündigungsschreiben auf den Tisch pfeffern und dann auf dem Absatz kehrtmachen. Sich vielleicht nochmal umdrehen und Tschüss rufen. Und das war’s dann. Besser aber, Sie bereiten Ihre Kündigung gut vor und legen sich einen Ablaufplan zurecht. Das hat zwei große Vorteile:

  • Nerven schonen

    Wenn Sie kündigen, bedeutet dies (oft), dass ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen kommt. Der muss eingearbeitet werden – am besten von seinem Vorgänger. Nehmen Sie diese Aufgabe an! Hinterher haben Sie alle Missverständnisse ausgeräumt und fühlen sich besser. Und Sie müssen keine Angst mehr haben, dass das Unternehmen im Nachhinein ständig bei Ihnen durchklingelt, um sich nach Passwörtern, Dokumenten und Projektordnern zu erkundigen…

  • Eindruck machen

    Kündigung geplant und sauber vollzogen – sehr gut! Ein klarer, feiner Schnitt kommt auch dem Unternehmen gelegen. Es sieht, dass Sie ein Profi sind und dass es mit Ihnen eine fähige Kraft verliert. Vielleicht kommen Sie ja noch mal zurück. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, Ihnen im nächsten Job Pech und Schwefel an den Hals zu wünschen. Gute Reise!

Wie sage ich es meinem Chef?

Wie bringen Sie Ihrem Chef bei, dass Sie gehen wollen? Die Antwort hängt von verschiedenen Parametern ab. Aber egal, ob Ihr Chef ein Kumpel für Sie ist, eine Respektsperson oder ein rotes Tuch – Sie sollten ihn oder sie persönlich informieren. Diese Punkte sind wichtig:

  • Zeitpunkt

    Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für Ihr Gespräch. Im Weihnachtsgeschäft könnte es trubelig werden; auch dann, wenn der Chef schon mit einem Bein im Urlaub ist. Zwischen Tür und Angel sollten Sie die Botschaft ebenfalls nicht überbringen. Schlagen Sie einen Termin vor, von einer halben Stunde etwa, in dem Sie ein ruhiges Gespräch führen können. Natürlich unter vier Augen – und nicht in der Kaffeeküche, wo jeder mithören kann…

  • Frist

    Aus formeller Sicht ist die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von Bedeutung. Im Falle einer ordentlichen Kündigung beträgt sie vier Wochen zum 15. oder zu Monatsende. Bei längerer Betriebszugehörigkeit ist die Kündigungsfrist länger. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, dann teilen Sie ihm Ihre Entscheidung lieber früher als später mit. Er wird Ihnen (hoffentlich) danken, dass er rechtzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger gehen kann. Und: Sie müssen die Kündigung schriftlich überbringen, in Papierform. Eine mündliche Kündigung oder per E-Mail oder Whatsapp reicht nicht aus.

  • Priorität

    Informieren Sie Ihren Vorgesetzten als Ersten. Das gebietet der Respekt vor seiner Position – und liegt in Ihrem eigenen Interesse. Für Sie wäre es nämlich äußerst unangenehm, wenn die halbe Firma schon Bescheid wüsste, Ihr Chef aber die Kündigung über den Flurfunk erfahren müsste. Höchst unprofessionell und schädlich für Ihre Reputation!

  • Haltung

    Einen vernünftigen Grund für Ihre Kündigung sollten Sie Ihrem Chef gegenüber schon nennen. Und auf Schuldzuweisungen und Vorhaltungen verzichten. Aber von hochtrabenden Entschuldigungen oder Rechtfertigungen sollten Sie genauso absehen. Sie haben eine Entscheidung getroffen und es ist Ihr gutes Recht zu kündigen. Fertig.

Kündigung vorbereiten aus dem Job heraus

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Redewendung kann man verlängern: Wer wagt, der oft verliert. Angenommen, Sie wollen gar nicht kündigen, weil Sie sich wohl fühlen. Sie haben aber ein tolles Angebot von einem anderen Unternehmen auf dem Tisch. Was tun?

Wägen Sie gut ab. Auf der Pro-Seite stehen vermutlich die bessere Bezahlung, eine neue Herausforderung, Aufstiegschancen und Renommee. Auf der Contra-Seite der Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes und der lieben Kollegen sowie ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der neue Job kann eine einzige Katastrophe, Sie schon in der Probezeit wieder draußen sein.

Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Beherzigen Sie aber auf jeden Fall diese Ratschläge: Kündigen Sie niemals, bevor…

  • die Verhandlungen über Aufgaben und Gehalt abgeschlossen sind.
  • Sie den Bewerbungsprozess komplett durchlaufen haben.
  • Sie sich vollends einig mit Ihrem neuen Arbeitgeber sind.
  • Sie den Vertrag unterschrieben in Händen halten.

Das heißt also: Kündigen Sie nicht schon nach einer mündlichen Einigung – oder sogar schon, nachdem Ihnen das Angebot auf den Tisch geflattert ist.

Es kann noch so viele Unvorhergesehenes passieren. Der Recruiter mag Sie vielleicht nicht, das Gehalt ist doch nicht so gut wie angedeutet, die Aufgaben völlig anders als geplant – oder der Arbeitgeber macht auf den letzten Drücker einen Rückzieher. Darum: Zuerst beim Neuen unterschreiben, dann beim Alten kündigen!

Kündigung vorbereiten: Checkliste

  • Kündigung schriftlich übergeben
  • Arbeitszeugnis einholen (oder selbst formulieren)
  • Referenzen anfragen
  • Projekte und Aufgaben abschließen
  • Liste mit offenen Aufgaben anfertigen
  • Übergabe organisieren
  • Kollegen, Kunden und Kooperationspartner informieren
  • Sicherungskopien von wichtigen Daten anfertigen
  • Persönliche Unterlagen mitnehmen
  • Offene Konflikte klären
  • Abschiedsgespräche mit Kollegen führen
  • Verabschiedung vorbereiten
  • Vernetzen und Kontakt halten
[Bildnachweis: Charlie’s by Shutterstock.com]

IT-Kenntnisse Bewerbung: Worauf es ankommt

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Die Digitalisierung rollt über uns hinweg, heißt es manchmal. Besser, wir gestalten sie aktiv mit. IT-Kenntnisse helfen dabei. Die Liste an IT-Skills ist dabei so lang wie ein guter Quellcode. Welche nehme ich in meine Bewerbung auf? Was schreibe ich und wo? Klar ist, dass kaum noch ein Bewerber an diesem Thema vorbeikommt. IT-Kenntnisse Bewerbung: Darauf kommt es an…

IT-Kenntnisse Bewerbung: Darum sind sie wichtig

IT-Kenntnisse waren früher mal eine Zugabe. Heute gehören sie zum Pflichtprogramm. Das Trendwort der Digitalisierung zeigt an, in welche Richtung es geht: In Zukunft werden eher noch mehr IT-Kenntnisse gefordert sein als weniger.

Bewerber müssen diesen Punkt genau beachten, IT-Knowhow in ihre Bewerbung einbinden. Aber wie? Und wo?

IT-Kompetenzen gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf. Empfehlenswert ist es, einen eigenen tabellarischen Abschnitt zu erstellen. So signalisiert man überdies, dass man um den heutigen Stellenwert von IT-Wissen weiß. Auch erlaubt die Gliederung dem Empfänger, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Kein Personalverantwortlicher möchte sich durch alle Unterlagen kämpfen, um die einzelnen IT-Skills herauszufiltern. Machen Sie es ihm so einfach wie möglich.

Neben dem Lebenslauf ist auch das Anschreiben geeignet, um IT-Kenntnisse zu vermitteln. Das gilt erst recht für Kandidaten, die sich innerhalb der IT-Branche oder für einen IT-Job bewerben. Dann sollte das Anschreiben genutzt werden, um die wesentlichen und für das Unternehmen wichtigsten Skills zu beschreiben.

Aber auch nur dann! Sind IT-Kenntnisse weniger wichtig als andere Kompetenzen, dann reicht es, wenn man sie im Lebenslauf aufführt.

Was versteht man eigentlich unter IT-Kenntnissen?

IT-Kenntnisse ist ein Sammelbegriff. Umfassen kann er nahezu alles – von der Bedienung einer Maus bis zur neuesten Programmiersprache. Otto-Normalbewerber müssen keine Angst haben: Fast jeder verfügt heute über digitale Skills – angefangen bei MS Word über Excel bis hin zur Internet-Recherche.

Je spezieller der Job, desto spezifischer auch die IT-Kenntnisse. Von einem Entwickler will das Unternehmen natürlich wissen, welche Programmiersprachen er beherrscht und welche Projekte er bislang umgesetzt hat.

Übrigens: Früher sprach man meist von EDV-Kenntnissen. Diesen Begriff können Sie auch weiterhin verwenden. Gleichwohl wirkt er etwas veraltet, wie aus der Zeit gefallen. Im Zweifel schreiben Sie lieber IT-Kenntnisse oder IT-Kompetenzen oder auch Computerkenntnisse.

Achten Sie darauf, in Ihre IT-Auflistung Struktur hineinzubringen. Programmiersprachen gehören neben- bzw. untereinander, Content-Management-Systeme (z.B. WordPress) ebenfalls, genauso Textverarbeitungsprogramme (z.B. MS Word) und Bildbearbeitungstools (z.B. Photoshop). Nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Das vermittelt einen unorganisierten Eindruck.

Und noch etwas: Sie können auch Kompetenzen wie Scrum oder Kanban nennen. Das sind zwar keine IT-Skills im engeren Sinne, aber Arbeitsweisen, die von IT-Experten gerne genutzt werden.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sind die wichtigsten

Hier ist eine Auswahl an wichtigen IT-Kenntnissen:

  • Betriebssysteme (z.B. Microsoft Windows, Mac OS, Linux)
  • Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word
  • Bildverarbeitungsprogramme, etwa Adobe Photoshop, Affinity Designer etc.
  • Tabellenverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Excel
  • Content-Management-Systeme, etwa WordPress
  • Social-Media-Erfahrung
  • Datenbanken wie SAP
  • Büroanwendungen wie Microsoft Powerpoint
  • Programmiersprachen: z.B. HTML, Java, VBA, XML, Perl, Python etc.
  • Werkzeuge wie Command, CaliberRM, HP Mercury WinRunner etc.
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Hardware
  • Blogging, Content-Erstellung
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Aber hier lauert auch eine Falle. Wenn Sie ein IT-Profi sind, dann beschränken Sie sich auf die wirklich wichtigen Skills. Ihre Aufzählung soll schließlich keine ganze DIN A4-Seite umfassen.

Außerdem interessiert es den Arbeitgeber nicht, dass Sie als Software-Programmierer ganz toll Texte mit Word schreiben können. Als Datenspezialist wäre unter anderem ein Hinweis auf Excel wichtig. Darüber hinaus erweckt eine Liste mit Überlänge möglicherweise Misstrauen. Nach dem Motto: Der kann einfach alles. Aber wahrscheinlich nichts richtig.

IT-Kenntnisse Bewerbung: Das sollten Sie beachten

  • Wahrheit

    Viele IT-Kenntnisse sind Muss-Anforderungen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel Java-Entwickler sucht, dann MÜSSEN Sie Java-Skills mitbringen. Haben Sie die nicht, lassen Sie das lieber sein mit der Bewerbung.

    Das heißt aber auch: Erfinden Sie keine IT-Kompetenzen, nur damit Sie den Job kriegen. Im Arbeitsalltag wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie die Fähigkeiten wirklich mitbringen. Tun Sie dies nicht, sind Sie noch in der Probezeit wieder draußen und als Gauner gebrandmarkt. Das hilft Ihnen auch nicht dabei, später wieder einen Job zu finden.

    Na klar: Wer ganz ordentlich mit Excel umgeht, der schreibt im Zweifel gute Excel-Kenntnisse. Das ist legitim. Wenn Sie sich zwischen zwei Kompetenzniveaus befinden – durchschnittlich und gut etwa – dann entscheiden Sie sich für das höhere. Das ist bei Sprachkenntnissen genauso.

    Aber maßlos übertreiben oder gar IT-Skills erfinden ist keine gute Idee. Erstens ist es unehrlich und zweitens bringt es Sie letztlich nicht weiter.

  • Reihenfolge

    Um noch einmal auf das Entwickler-Beispiel zurückzukommen: Wenn Sie sich als Entwickler bewerben, dann beginnen Sie Ihre Auflistung der IT-Skills natürlich nicht mit MS Word oder Photoshop. Dann schreiben Sie zuerst die Programmiersprachen auf, die das Unternehmen benötigt und die Sie beherrschen.

    Orientieren Sie sich zunächst an der Stellenanzeige. Gehen Sie auf die IT-Anforderungen ein, die dort genannt werden. Auffüllen können Sie Ihre Liste immer noch.

    Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, dann betreiben Sie etwas Recherche. Welche IT-Tools nutzt das Unternehmen, welche Spezialisten hat es schon in seinen Reihen? Das lässt Rückschlüsse auf seine Bedürfnisse zu.

  • Benotung

    Nicht jeder Skill ist gleich stark ausgeprägt. Sie erleichtern dem Personaler die Entscheidung, wenn Sie sich selbst Noten für jede aufgeführte IT-Kompetenz geben. Übrigens: Es signalisiert überdies, dass Sie reflektieren, über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen – und serviceorientiert sind. Gute Eigenschaften im Arbeitsalltag!

    Bei der Benotung können Sie sich an den Schulnoten orientieren – von 1 bis 6. Müssen Sie aber nicht! Sie können auch eine eigene Skala wählen oder gestalten. Zum Beispiel eine Art Ladebalken: Je gefüllter er ist, desto besser sind Sie. Oder eine Punkteskala von 1 bis 10 oder von 1 bis 15. Diese ermöglicht eine sehr viel differenziertere Bewertung – in manchen Fällen kann das sinnvoll sein.

    Wenn Sie es möglichst einfach gestalten wollen, dann beschränken Sie sich auf drei oder vier Bewertungskategorien: sehr gut, gut, durchschnittlich und Grundkenntnisse. Ihre Entscheidung!

  • Belege

    Behaupten kann man viel, beweisen längst nicht alles. Auch Personaler wissen, dass Bewerber gerne mal schummeln oder übertreiben. Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie daher nach Möglichkeit belegen – zum Beispiel mit Zeugnissen, Zertifikaten, Nachweisen von Kursen oder Fortbildungen.

  • Aktualität

    Es ist wie mit Fremdsprachenkenntnissen: Wenn man sie nicht anwendet, rosten sie ein. IT-Fähigkeiten, die Sie vor Jahren erlernt, aber seitdem nicht mehr angewendet haben, sind vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Zeiträume interessieren den Personaler.

    Andererseits ist auch richtig: Alte IT-Kenntnisse können auch zügig wieder aufgefrischt werden. Wenn Sie dem Unternehmen klar machen, dass Sie schnell wieder auf ein gutes Level zurückkommen werden, dann entscheidet er sich vielleicht für Sie.

  • Beispiele

    Die Details zählen. Nennen Sie konkrete Beispiele und Projekte. Wann haben Sie Ihre IT-Kenntnisse angewandt – und mit welchem Erfolg? Der Goldstandard sind komplexe IT-Projekte, die Sie eigenverantwortlich oder im Team auf die Beine gestellt haben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge benennen können.

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Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: So bringen Sie sie unter

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung Tipps

Ohne Fremdsprachenkenntnisse kein Job! Diese Gleichung gilt heute mehr denn je. In vielen Jobs und Branchen ist Englisch längst Standard, eine zweite Fremdsprache erwünscht. Es gibt aber auch Situationen, in denen Bewerber ihre Fremdsprachenkenntnisse lieber nicht auf einen Sockel heben. Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wie Sie als Bewerber überzeugen

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Wann sie wichtig sind

An Fremdsprachenkenntnissen kommen viele Berufstätige heutzutage nicht mehr vorbei. Weil sie zum Beispiel im Ausland arbeiten oder bei einem internationalen Unternehmen im Inland, bei dem die Amtssprache englisch ist. Darum gehört Englisch nicht nur zum guten Ton, die Sprache ist Standard.

Positiv: Nahezu jeder Bewerber, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, verfügt heute über Englischkenntnisse. Freilich unterscheidet sich die Anzahl der Schuljahre. Letztlich kommt es darauf an, wie gut man die fremde Sprache wirklich spricht. In der Bewerbung ist das Kompetenzniveau entscheidend.

Abheben können sich Bewerber mit Englisch also nicht. Dazu benötigen sie schon eine zweite Fremdsprache. Am besten, diese ist deckungsgleich mit den Realitäten und Ambitionen des Unternehmens. Will die Firma ihre China-Geschäfte ausbauen, sind Chinesischkenntnisse ein Pfund, mit dem Bewerber wuchern können. Wer sich dagegen mit Verweis auf seine exzellenten Finnisch-Skills bei einem Unternehmen bewirbt, dass in Finnland in keiner Weise präsent ist oder sein wird, dürfte kaum Vorteile haben.

Die Aufgabe lautet also herauszufinden: In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wo oder wohin will es expandieren? Welche Sprachkenntnisse werden dabei hilfreich sein?

Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Finnisch-Kenntnisse auch dann nicht verschweigen, wenn Sie ihnen vermutlich nichts bringen. Allein die Beherrschung verschiedener Sprachen zeugt von Interesse, Neugier und Lernbereitschaft…

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Worauf Sie achten sollten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Anforderungen. Muss-Anforderungen sind zwingend zu erfüllen, wenn Sie als Bewerber die Stelle wollen. Kann-Anforderungen dagegen sind so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte: Schön, wenn sie da sind, aber keine Voraussetzung.

Im Bereich Fremdsprachenkenntnisse formulieren Arbeitgeber Muss-Anforderungen zum Beispiel so:

  • perfekte Beherrschung der deutschen Sprache
  • gute bis sehr gute Englischkenntnisse
  • …setzen wir verhandlungssichere Englischkenntnisse voraus
  • sehr gute Französischkenntnisse in Wort und Schrift

Wenn Sie solche Ausdrucksweisen in einer Stellenanzeige entdecken, können Sie davon ausgehen, dass Sie an diesen Sprachskills nicht vorbeikommen – und dass Sie auch im Berufsalltag in einer Fremdsprache kommunizieren müssen. Das ist wahrscheinlich, wenn Sie etwa im internationalen Vertrieb oder Produktmanagement arbeiten. Es kann sich um Telefongespräche handeln oder um E-Mails, in denen Ihnen keine frappierenden Fehler unterlaufen sollten.

Es gibt aber auch Formulierungen, die darauf schließen lassen, dass es sich „nur“ um Kann-Anforderungen handelt. Sie sind für die Stelle keine Voraussetzung. Aber wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, erhöhen Sie damit sehr wohl Ihre Jobchancen:

  • …verfügen Sie idealerweise über gute Kenntnisse der russischen Sprache
  • …Sprachkenntnisse in Polnisch und Tschechisch wären wünschenswert
  • …von Vorteil wären Japanisch- oder Koreanischkenntnisse

Sollen Sie stets Ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung angeben?

Prinzipiell: Ja. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aus den abenteuerlichsten Gründen. Aber Fremdsprachenkenntnisse gehen generell mit wünschenswerten Eigenschaften einher: Lerneifer, Neugier, Engagement zum Beispiel. Sie können auch darauf hindeuten, dass Sie über ein gewisses intellektuelles Niveau verfügen – schön!

Aber: Wenn Sie etwa mit Ihren Spanischkenntnissen prahlen wollen, Sie diese im neuen Job aber rein gar nicht einsetzen können, dann sollte Spanisch keinen prominenten Platz in Ihrer Bewerbung einnehmen. Im Lebenslauf auflisten? Ja, sicher. Im Anschreiben extra erwähnen oder im Lebenslauf demonstrativ hervorheben (durch Fettung etwa)? Auf keinen Fall. Das würde wiederum schlechte Eigenschaften zu Tage fördern: das Unvermögen, Dinge zu priorisieren oder zu analysieren.

Optimal wäre es, wenn Ihre Fremdsprachenkenntnisse vom Unternehmen gebraucht oder sogar aktiv nachgefragt werden. Dann ist es eine gute Strategie, sie in den Bewerbungsunterlagen möglichst präsent zu machen. Sind sie weniger wichtig, dann sollten andere Skills die vorderen Plätze einnehmen.

Es kommt dabei überdies auf den Beruf und die Branche an. In einem Wirtschaftszweig, der durch internationale Verflechtungen geprägt ist, kann man mit Sprachkompetenzen etwas anfangen. Sie können ein Vorteil sein, selbst wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige nicht danach gefragt hat. Ein Mittelständler oder Handwerksbetrieb dagegen, der hauptsächlich in der Heimatregion aktiv ist, dürfte sich über die Betonung Ihrer Japanischkenntnisse verwundert die Augen reiben. Im schlimmsten Fall fasst er es als überheblich und sonderbar auf – und sortiert Sie aus.

Und dann wären da noch die alten, klassischen Sprachen wie Latein, Hebräisch oder Altgriechisch, die im Alltag gar nicht mehr gesprochen werden. Wichtig sind sie allenfalls für angehende Historiker oder Theologen. Weglassen müssen Sie Ihr Latein-Wissen selbstverständlich nicht, aber damit angeben sollten Sie ebensowenig. Sie müssen für diese Sprachen auch keine Kompetenzstufen angeben. Latinum, Graecum oder Hebraicum genügen.

In diesen Berufsfeldern benötigen Sie Englischkenntnisse

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung BrancheHier müssen Sie englisch sprechen – eine unvollständige Aufzählung:

  • IT und Software-Entwicklung
  • Business Development
  • Ingenieurwesen
  • Finanzen
  • Kommunikation und PR
  • Medien

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Schummeln oder nicht?

Vorsicht! Wenn Sie Ihre Bewerbung mit fließenden Englischkenntnissen garnieren, sollten Sie auch tatsächlich fließend englisch sprechen. Es gibt nichts Peinlicheres für Bewerber, als wie ein begossener Pudel dazustehen, wenn der Interviewer unvermittelt ins Englische wechselt. Blamage-Gefahr!

Kleiner Einwand: Natürlich können die fließenden Englischkenntnisse im Lebenslauf Sie überhaupt erst ins Bewerbungsgespräch bringen. Es ist also strategisch durchaus sinnvoll, mit seinen Sprachkompetenzen zu übertreiben als übervorsichtig zu sein. Aber nur ein bisschen!

Wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung leicht übertrieben haben, dann lautet der Rat: Üben Sie wenigstens vor dem Vorstellungsgespräch! Legen Sie sich ein paar Standardsätze zurecht, über sich und Ihren Werdegang und feilen an der Aussprache. Das nimmt die größte Nervosität und leitet Sie im Zweifel über die erste Klippe.

Wenn Sie aber kaum Ihren Namen in der jeweiligen Fremdsprache richtig aussprechen können, dann sehen Sie von einer zu positiven Selbstbewertung ab. Das fliegt Ihnen um die Ohren. Grundkenntnisse in Französisch zeugen von intellektueller Neugier, erfordern aber keinen praktischen Nachweis. Sie sind damit auf der ziemlich sicheren Seite.

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung: Diese Kompetenzstufen gibt es

So formulieren Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse in Ihrer Bewerbung:

  • Grundkenntnisse

    Sie kennen die wichtigsten Vokabeln. Sich vorstellen, Hallo und Auf Wiedersehen sagen. Der Satzbau ist für Sie kein Buch mit sieben Siegeln. Dann nehmen Sie die Sprache mit Grundkenntnissen in Ihren Lebenslauf auf. Das können Sie etwa dann machen, wenn Sie nur in der Schulzeit mit ihr in Berührung gekommen – aber seitdem ziemlich eingerostet sind.

  • Gute Kenntnisse

    Hier wird schon mehr verlangt. Dass Sie in der Sprache ein Gespräch führen oder telefonieren können. Dann spricht man auch von konversationssicheren Sprachkenntnissen. Diese Formulierung beinhaltet aber auch, dass Sie im Schriftverkehr noch Defizite aufweisen.

  • Sehr gute Sprachkenntnisse

    Komplexe Texte sind für Sie problemlos zugänglich. Über abstrakte Themen können Sie sich locker unterhalten. Sie können sich in Diskussionen einschalten oder fachbezogene Konversationen führen – und zwar auch mit Muttersprachlern. Dann haben Sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse.

  • Verhandlungssicher in Wort und Schrift

    Sie können in der Fremdsprache völlig problemlos kommunizieren: verbal und schriftlich. In allen Kontexten ist der Einsatz der Fremdsprache möglich – und zwar intuitiv. Lange nach Formulierungen oder Wörtern müssen Sie nicht suchen. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie lange im Ausland gelebt haben.

  • Muttersprachler/muttersprachliches Niveau

    Das ist einfach. Wenn Sie einen Migrationshintergrund und die Fremdsprache zuhause gesprochen haben, ist sie für Sie logischerweise keine Fremdsprache. Aber nicht schummeln: Es gibt Migrantenkinder, die die Sprache ihrer Eltern keineswegs perfekt beherrschen. Das Kompetenzniveau Muttersprachler können Sie aber auch ohne familiäre Bindungen erreichen. Wer Jahrzehnte in den USA gelebt hat und auch zuhause mit seiner Familie (perfekt) englisch spricht, der kann in seiner Bewerbung guten Gewissens muttersprachliches Niveau angeben.

A1 bis C2: Das sind die offiziellen Kompetenzniveaus

Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihr Fremdsprachenniveau ganz genau dokumentieren wollen oder müssen, dann können Sie dies anhand von Zertifikaten tun. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) etwa soll Sprachtests vergleichbar machen.

Demnach gibt es drei Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind wiederum in zwei Niveaustufen unterteilt. Das höchste liegt bei C, das niedrigste bei A.

  • Kompetenzniveau A: Elementar

    A1: Hier finden sich absolute Beginner wieder. Diese können sich maximal rudimentär verständigen, ihren Namen nennen und Tschüss sagen. Die Gesprächspartner müssen ihr Sprachtempo und Vokabular dafür auf ein Starter-Level zurückfahren.
    A2: Die Basics sind vorhanden. Der Sprecher kann sich in der Fremdsprache in einfachen Sätzen ausdrücken. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe versteht er.

  • Kompetenzniveau B: Selbstständig

    B1: Das Sprachniveau ist fortgeschritten. Im Urlaub kann er oder sie sich gut mit Muttersprachlern verständigen. Auch sind leichte Konversationen über andere Themen wie Arbeit und Freizeit möglich.
    B2: Komplexe Themen und Texte können schon verstanden werden – zumindest die Quintessenz daraus. Der Sprecher ist in der Lage, sich fließend und spontan zu verständigen. Er fühlt sich in der fremden Sprache auch in seinem Fachgebiet wohl.

  • Kompetenzniveau C: Kompetent

    C1: Die Fremdsprachenkenntnisse sind fachkundig. Er oder sie verfügt über ein umfangreiches Textverständnis und kann auch tiefergehende Bedeutungen verstehen. Zu komplexen Themen kann sich der Sprecher völlig problemlos, spontan und fließend äußern.
    C2: Jetzt sind wir (fast) auf muttersprachlichem Niveau angekommen. Raum nach oben gibt es kaum noch. Der Sprecher ist nun in der Lage, Texten und Unterhaltungen mühelos zu folgen und selbst etwas beizutragen. Seine Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert, sehr flüssig – und unterscheidet sich allenfalls noch durch den Akzent von einem echten Muttersprachler.

So wichtig sind Fremdsprachenkenntnisse wirklich

Fremdsprachenkenntnisse Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 31 Prozent sagen: Weil dessen Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die mangelhaften Fremdsprachenkenntnisse allerdings nur auf Platz 10 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

[Bildnachweis: cybrain by Shutterstock.com]

Eignungstest Bewerbung: Wie Sie ihn meistern

Eignungstest Bewerbung Tipps

Eignungstest dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Zum Einen ist ihr Einsatz einfacher und günstiger geworden, immer mehr Unternehmen setzen folgerichtig welche ein. Zum Zweiten mehren sich die Zweifel an der Aussagekraft von Schulzeugnissen. Unternehmen wollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der neue Mitarbeiter ein Volltreffer wird. Für Bewerber kann das unangenehme Folgen haben. Eignungstest Bewerbung: So überspringen Sie die Hürde…

Eignungstest Bewerbung: Es werden immer mehr

Mit einem Eignungstest können ganz unterschiedliche Dinge gemeint sein. Zum Beispiel:

  • Auswahltest
  • Bewerbungstest
  • Einstellungstest

Im Grunde geht es aber immer um ein Auswahlverfahren, dem sich Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungs- Studien- oder Arbeitsplatz unterziehen müssen.

Speziell für Studieninteressierte gibt es diese Eignungstests:

  • Self-Assessment

    Dabei handelt es sich meist um freiwillige Tests, die der Studienorientierung dienen. Die Teilnehmer sollen dadurch herausfinden, für welches Fach sie sich wirklich eignen, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Dazu müssen Sie diverse Fragen beantworten und erhalten entsprechende Informationen über Studienfächer und Perspektiven. Auch können sie so herausfinden, ob sie überhaupt für ein Studium geeignet sind oder vielleicht lieber einen anderen Weg einschlagen sollten.

  • Fachbezogene Tests

    Studieninteressierte, die sich etwa für Fächer wie Psychologie oder Medizin bewerben, müssen sich bisweilen einem Eignungstest stellen. Auch für Studiengänge wie Architektur und Design kann ein fachbezogener Eignungstest zeigen, wie stark das künstlerische Kompetenzprofil ist. Diese Eignungstests sind stark fachbezogen und sollen vor allem die Eignung für das jeweilige Fach ermitteln.

Welche Eignungstests gibt es noch?

Unternehmen setzen Eignungstests immer häufiger ein. Sie können ein wertvolles Instrument sein, um die richtigen Kandidaten zu ermitteln – und eine gute Ergänzung zu Schulzeugnissen und Arbeitszeugnissen. Eine Garantie bieten Eignungstests natürlich nicht. Aber sie können auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und eine differenzierte Personalauswahl ermöglichen.

Aus Bewerbersicht wichtig: Diese Eignungstest sind erstens nicht freiwillig. Und zweitens haben sie Konsequenzen. Wer durchfällt, muss damit rechnen, vorzeitig aussortiert zu werden. Dann bleibt ihm oder ihr vorerst nichts weiter übrig, als sich die fehlenden Kompetenzen anzueignen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

Ein anderes Beispiel: Polizei und Bundeswehr. Wer sich hier bewerben möchte, muss auch einen Sporttest absolvieren. Das ist logisch – eine gewisse Fitness ist für den körperlichen Job Voraussetzung. Dazu kommt noch ein schriftlicher Test. Bewerber müssen beide Prüfungen bestehen, sonst sind sie draußen.

So weit muss es aber gar nicht kommen. Auf Eignungstests kann man sich schließlich auch vorbereiten. Überspringt man diese Hürde, ist man dem Job ein großes Stück nähergekommen. Danach folgt noch das Vorstellungsgespräch. Schafft es der Bewerber, auch hier zu überzeugen, ist die Stelle so gut wie fix. Es sei denn, das Unternehmen fordert noch einen Probearbeitstag ein.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Eignungstest ist zwar nur eines von vielen Hindernissen für Bewerber, aber ein besonders hohes. Einen Blackout im Vorstellungsgespräch kann man vielleicht noch ausbügeln, im Eignungstest ist das schwieriger.

Eignungstest Bewerbung: Was wird abgefragt?

In vielen Branchen sind Eignungstests längst üblich. Sie sind auch keineswegs nur auf Berufsanfänger beschränkt und können alle treffen, ob IT-Experte oder Handwerker, Werbetexter oder Industriekaufmann.

In akademischen Berufen ist das Assessment Center beliebt. Dabei kommen viele Bewerber zusammen, meist in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dort müssen sie Aufgaben lösen, kooperieren und die anwesenden Personaler von ihren Fähigkeiten überzeugen. Das Assessment Center stellt Eigenschaften wie Teamfähigkeit auf den Prüfstand – und ist daher schon per se ein Eignungstest. Integraler Bestandteil vieler Assessment Center ist zudem ein schriftlicher Test, der fachspezifische Fragen stellt – ein Eignungstest im Eignungstest gewissermaßen.

Etablierte Führungskräfte wiederum werden nur selten ins Assessment Center gebeten. Sie unterziehen sich einem Einzelassessment. Auch das ist ein Eignungstest. Immerhin kommt Unternehmen ein Fehlgriff auf dieser Ebene teuer zu stehen. Eignungstests haben auch den Zweck, die langfristigen Kosten für den Arbeitgeber gering zu halten.

Abgefragt wird in einem Eignungstest üblicherweise dies:

  • Allgemeinwissen
  • Logisches Denkvermögen
  • Mathematik
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sprachverständnis
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen

Von technischen Zeichnern wird weniger Sprachverständnis, dafür umso mehr räumliches Vorstellungsvermögen und Technik-Verständnis erwartet. Für Journalistenschüler dagegen ist die Sprache ihr wichtigstes Werkzeug, auch ein möglichst breites Allgemeinwissen ist wichtig.

Aber keine Sorge: In der Regel gehen die Fragen im Eignungstest nur selten ganz tief ins Detail. Sie bauen auf Schulwissen auf. Es werden also keine Wunderdinge oder Geniestreiche von Ihnen erwartet.

Es geht aber noch um etwas anderes: um die psychologische Dimension. Oft reicht die Zeit nämlich nicht aus, einen Eignungstest in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten. Daher kommt es darauf an, ob die beantworteten Fragen richtig sind. Und darum, welche Aufgaben der Bewerber priorisiert bzw. ausgelassen hat.

Ist er oder sie womöglich in Panik geraten? Der Arbeitgeber will wissen, ob der Kandidat mit Stress umgehen und unter Zeitdruck arbeiten kann – eine Qualität, die jeder Arbeitgeber schätzt. Im Arbeitsalltag werden noch viele weitere stressige Situationen entstehen. Gut also, wenn der Kandidat ihnen gewachsen ist.

Eignungstest Bewerbung: Das sollten Sie beherzigen

  • Allgemeinwissen

    Niemand erwartet von Ihnen enzyklopädisches Wissen. Ein solides Level sollte Ihr Allgemeinwissen aber schon haben. Oder würden Sie jemanden einstellen, der Rom für die Hauptstadt Spaniens hält?

    Ihr Allgemeinwissen ist eine Visitenkarte. Sie zeigt grob an, mit wem es der Arbeitgeber zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann – oder auch nicht.

    Warum ist Allgemeinwissen wichtig? Weil es belegt, dass Sie sich auf dem Laufenden halten und sich dafür interessieren, was um Sie herum passiert. Dass Sie neugierig und engagiert sind. Immerhin ist es für (fast) jedes Unternehmen heute wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Auch in punkto PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist dieser Punkt relevant. Nur wer Zusammenhänge richtig einordnen kann, ist in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen attraktiv zu positionieren.

  • Konzentration

    Konzentrationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Warum? Weil sie immer seltener wird. In der Dauerbeschallung von Smartphones, Fernsehern und Tablets fällt es von Tag zu Tag schwieriger, die Gedanken zu sammeln und den Fokus zu halten.

    Beim Eignungstest MÜSSEN Sie sich konzentrieren. Andernfalls werden Sie die Fragen nicht gut und richtig beantworten. Am Arbeitsplatz ist Konzentrationsfähigkeit ebenfalls von großer Bedeutung. Wer es kaum noch schafft, fünf Minuten NICHT aufs Handy zu blicken, der beschert seinem Arbeitgeber krasse Produktivitätsverluste.

    Im Eignungstest werden Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Eine Übung kann beispielsweise darin bestehen, sich 60 Sekunden lang Dutzende Begriffe ansehen und sie anschließend aus dem Gedächtnis aufzählen zu müssen.

    Konzentrationsfähigkeit hängt von vielen Parametern ab. Manchen fällt sie im Großraumbüro schwer, andere bringen auch Lärm und permanentes Gewusel nicht aus der Ruhe. Wer aber nicht einmal während des Eignungstests in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten, hinterlässt keinen überzeugenden Eindruck.

  • Logik

    Logisches Denken und Analysefähigkeit sind unglaublich schwer zu messen. Bedeutsam sind diese Eigenschaften gleichwohl. Es geht im Firmenalltag immer darum, Probleme zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Auch geht es um Schnelligkeit. Welches Problem besitzt Priorität?

    Im Eignungstest werden Bewerber mitunter mit Zahlenreihen konfrontiert. Diese sollen sinnvoll ergänzt werden. Oder es müssen zu bestimmten Begriffen passende Assoziationen gefunden werden.

    Und auch wenn Sie es nicht glauben: Logisches Denkvermögen ist nicht angeboren – jedenfalls nicht ausschließlich. Man kann es trainieren. Wenn Sie im Eignungstest überzeugen, weiß der Arbeitgeber: Wir haben es hier mit einem Arbeitnehmer zu tun, der Probleme analysieren – und auch lösen kann.

  • Persönlichkeit

    Im Anschreiben und vor allem im Vorstellungsgespräch gewinnt das Unternehmen einen Eindruck von der Persönlichkeit eines Bewerbers. Aber im Eignungstest? Ja, auch der Test lässt Schlüsse auf persönliche Charaktereigenschaften zu.

    Motivation, Kommunikationsvermögen, Pflichtbewusstsein – all das kommt auch im Eignungstest zum Ausdruck. Das Unternehmen will einen Kandidaten finden, der zur Firmenkultur passt.

    Dabei muss aber auch klar gesagt werden: Verstellen Sie sich nicht. Schreiben Sie nicht nur das auf, was die Personaler hören wollen. Sie wollen ja selbst auch im Unternehmen glücklich werden. Wenn es zwischen beiden einfach nicht passt, wird keiner von beiden Seiten glücklich.

So oft scheitern Bewerber am Eignungstest

Eignungstest Bewerbung AblehnungWarum lehnen Unternehmen einen Bewerber ab? Immerhin 41 Prozent sagen: Weil seine Testergebnisse im Auswahlverfahren zu schlecht waren! Das hat eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des HR-Softwareentwicklers Personio unter mehr als 300 Personalverantwortlichen ergeben.

Damit liegen die versemmelten Eignungstests allerdings nur auf Platz 9 aller genannten Ablehnungsgründe – hinter „fehlender Sympathie“, „zu wenig Berufserfahrung“ und „unzureichenden Arbeitszeugnissen“ zum Beispiel.

[Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]

Bewerben ohne Berufserfahrung: Wie man es richtig macht

Bewerben ohne Berufserfahrung Tipps

Bewerben ohne Berufserfahrung? Aussichtslos! Diesen Eindruck gewinnen Bewerber beim Blick in die Stellenanzeigen. Die berufliche Erfahrung, die jemand mitbringt, ist in der Tat ein wichtiges Einstellungskriterium. Berufsanfänger, Schulabgänger oder Hochschulabsolventen aber können damit nicht punkten. Auch Mütter oder Väter, die nach langer Auszeit in den Beruf zurückkehren möchten, müssen sich etwas einfallen lassen. Die gute Nachricht: Tricks und Hilfsmittel, derer sie sich bedienen können, gibt es einige. Bewerben ohne Berufserfahrung: So geht’s!

Bewerben ohne Berufserfahrung: Ein Teufelskreis!

Ein Arbeitsmarkt-Klischee besagt: Unternehmen wollen vor allem Bewerber, die jung und billig sind, aber schon gaaaanz viel Berufserfahrung mitbringen. Oft ist da auch was dran. Wenn in Stellenanzeigen etwa gefordert wird, Bewerber für eine Junior- oder Einstiegsposition müssten mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Na prima!

Im schlimmsten Fall führt das direkt in einen Teufelskreis: Keine Erfahrung, kein Job, keine Erfahrung, kein Job, immer noch keine Erfahrung, immer noch kein Job.

Für gut ausgebildete Fachkräfte und Absolventen stehen die Chancen freilich sehr gut, eine adäquate Stelle zu finden – auch ohne mehrjährige Erfahrung. Aber anfangs besagte Fälle gibt es noch immer, und eine oft übertriebene Anspruchshaltung der Unternehmen ebenso.

Was also soll jemand tun, der mit dem Verweis auf fehlende Berufserfahrung regelmäßig abgewiesen wird? Diesen Trend gilt es zu durchbrechen…

Bewerben ohne Berufserfahrung: Warum ist es so schwer?

Man brennt innerlich und würde alles geben, um diese Chance endlich zu bekommen – und zu nutzen. Indes: Man darf nicht. Wegen fehlender Berufserfahrung. Bewerber lässt das in einem Zustand der Ohnmacht zurück. Denn um Berufserfahrung sammeln zu können, braucht man diese Chance.

Vielleicht hat man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium, womöglich sogar mit Top-Noten. Dazu Praktika und Nebenjobs bestritten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Als berufliche Erfahrung lassen das viele Unternehmen aber nicht gelten. Man will ja schließlich eine Arbeitskraft einstellen, die man nicht mehr groß einarbeiten muss, die einem sofort weiterhilft. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits unrealistisch.

Erfolglose Bewerber haben mehrere Optionen, um Berufserfahrung zu sammeln – auch ohne Berufserfahrung. Zum Beispiel die folgenden…

Keine Berufserfahrung: 7 Tipps für Jobsucher

So vergrößern Sie Ihre Chancen, wenn Sie sich trotz fehlender Berufserfahrung bewerben:

  1. Standort

    Den Radius vergrößern – das war schon immer eine Erfolgstaktik für Jobsucher. Bedeutet: Bewerben Sie sich in anderen Regionen, Städten, vielleicht sogar Ländern. Einen Umzug aus der Heimat bringt das mit sich, das stimmt. Aber es erhöht Ihre Erfolgsaussichten ganz erheblich – auch dann, wenn Sie bislang an der fehlenden Berufserfahrung gescheitert sind. Ein Umzug von Bremerhaven nach Baden-Württemberg etwa bringt Sie vielen Unternehmen näher, die massiv über fehlende Kräfte klagen. In Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel akut, in Bremerhaven die Arbeitslosigkeit hoch. Also: Im Süden werden Sie ungleich bessere Perspektiven haben, auch ohne langjährige Erfahrung einen Arbeitgeber zu finden, der Ihnen eine Chance gibt.

  2. Stellenanzeige

    Aus der Stellenanzeige lässt sich meist herauslesen, ob und welche Berufserfahrung gefordert ist. Manche erheben sie nicht zur Muss-Qualifikation, sondern zur Kann-Qualifikation. Wenn es etwa heißt: „Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert“ oder gar „Erste Berufserfahrung wünschenswert“, dann sollten Sie sich nicht von einer Bewerbung abhalten lassen. Zwar haben Erfahrene Vorteile, aber Unerfahrene landen nicht gleich auf dem Aussortiert-Stapel. Bestes Szenario für Sie ist: Sie erfüllen alle Anforderungen, die der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auflistet, einzig die Berufserfahrung fehlt. Dann sollten Sie in der Bewerbung vor allem auf die Qualitäten hinweisen, die deckungsgleich sind. Die fehlende Erfahrung können Sie beispielsweise so aufhübschen: „Ich brenne darauf, mein gesammeltes Knowhow endlich in die Praxis zu überführen.“

  3. Nischen

    Mit dem Strom schwimmen will keiner. Und trotzdem tun es (fast) alle. Bei den großen Konzernen wollen viele Absolventen unterkommen, für namhafte Arbeitgeber schaffen. Das ist auch völlig legitim. Allerdings gilt: Je größer das Unternehmen, desto populärer ist es, umso mehr Bewerber hat es und umso geringer sind die Einstellungschancen für jeden Einzelnen. Erst recht, wenn Sie noch keine oder kaum Berufserfahrung in die Waagschale werfen können. Schauen Sie sich daher nach Alternativen um. Die müssen gar nicht so viel schlechter sein. So gibt es in der Provinz unzählige Hidden Champions und Weltmarktführer, die unter dem Radar fliegen – und vielleicht auf Sie gewartet haben.

  4. Internationalität

    Ein Auslandsaufenthalt kann berufliche Erfahrung kompensieren – zumindest manchmal und teilweise. Er steht synonym für interkulturelle Kompetenz, Eigenständigkeit, Neugier und Kommunikationsvermögen – alles wertvolle Eigenschaften auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Außerdem lassen sich viele Auslandsaufenthalte kaum auf Echtheit überprüfen. Nein, damit wollen wir nicht andeuten, dass Sie schummeln, lügen und betrügen sollen. Aber Sie können durchaus ein paar Adjektive einstreuen, die Ihren Auslandsaufenthalt vorteilhaft beschreiben. So haben Sie im Work-and-Travel-Jahr in Australien nicht einfach Schafe geschoren, um sich die Weiterfahrt leisten zu können. Sie haben aktiv auf einer landwirtschaftlichen Farm mitgearbeitet und Arbeitserfahrungen gesammelt. Tipp daher: Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht aus, um Erfahrungen in Ihren Lebenslauf einfließen zu lassen. Nein, die zweiwöchige Abschlusstour an den Ballermann zählt nicht dazu. Aber eben Work-and-Travel-Reisen, Praktika, Schüler- und Studienaustausche, vielleicht sogar Kulturreisen.

  5. Kontakte

    Ein großes Netzwerk hilft bei der Jobsuche ungemein. Wer jemanden fragen kann, der jemanden kennt, der ein Unternehmen führt, das gerade neue Bewerber sucht. Gerade auf Jobsuche sollten Sie sich nicht zu schade sein, Ihre Kontakte zu aktivieren. In Zeiten von Xing und Linkedin wird es immer einfacher, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Und das sollten Sie auch tun. Denn nebenbei bemerkt ist es so: Wenn andere sehen, wie groß und verzweigt Ihr Netzwerk ist, imponiert ihnen das. Es suggeriert Expertise, Weltläufigkeit, Kommunikationsvermögen. Und es deutet an, dass sie schon herumgekommen sind in der Arbeitswelt (unabhängig davon, ob das stimmt). Das lässt Sie gleich wie eine gute Partie aussehen – echte Erfahrung hin oder her.

  6. Zeitarbeit

    Einem Absolventen mit guten Noten ist der Gang in die Zeitarbeit nur sehr bedingt zu empfehlen. Wenn Sie aber schon jahrelang auf Jobsuche sind, ohne Aussicht auf Besserung, dann können Sie die Zeitarbeit als Alternative in Betracht ziehen. Die Einstiegshürde ist deutlich niedriger. Sie können also endlich anfangen, Berufserfahrung zu sammeln. Die Lücken in Ihrem Lebenslauf werden nicht größer und größer. Außerdem gibt es den sogenannten Klebeeffekt: Wenn Sie das ausleihende Unternehmen so von sich überzeugen, dass es Sie nach einer Zeit fest übernehmen will. Das gelingt aber ehrlicherweise nicht jedem. Und es besteht die Gefahr, dass Sie tatsächlich kleben bleiben – nämlich in der Zeitarbeit.

  7. Knackpunkt

    Berufserfahrung ist und bleibt nur EIN Kriterium von vielen. Ein ganz wichtiger Tipp lautet: Finden Sie heraus, was den meisten anderen Bewerbern in Ihrem Wunschunternehmen fehlt – und nutzen Sie es zu Ihren Gunsten aus. Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich in einem mittelständischen Unternehmen als Kundenbetreuer bewerben. Dieses Unternehmen ist sehr bekannt, hat viele Sympathisanten und Unmengen an Bewerbungen auf dem Schreibtisch. Sie sind als Bewerber aber eher Durchschnitt und Ihnen fehlt außerdem – Sie ahnen es – die Berufserfahrung. Ihre Chancen sind ausgesprochen gering. Nun machen Sie aber die Entdeckung, dass die Firma aktuell eine Expansion nach Russland anstrebt. Sie sprechen zufällig russisch, weil Sie einen entsprechenden Migrationshintergrund haben. Geschätzt dürften nur ein paar Prozent aller anderen Bewerber ebenfalls fließend russisch sprechen. Für Kundenbetreuer in Russland aber ist russisch ein K.o.-Kriterium – ohne geht es nicht. Darum gehen Sie mit genau dieser Einzelkompetenz hausieren und lassen die fehlende Berufserfahrung fehlende Berufserfahrung sein. Das Unternehmen braucht einen Mitarbeiter, der russisch spricht. Darauf richten Sie Ihre Bewerbung aus. So kriegen Sie den Job – und nicht, indem Sie krampfhaft versuchen, die mangelnde Erfahrung zu verschleiern.

Wie Sie Ihren Lebenslauf mit Berufserfahrung anreichern

Erfahrung ist Definitionssache. Es gibt Menschen, die haben zehn Jahre gearbeitet, ohne etwas dazugelernt zu haben. Andere konnten aus einer zweiwöchigen Hospitation bahnbrechende Erkenntnisse mitnehmen. Im Bewerbungsprozess wird Erfahrung meist in Monaten und Jahren gemessen. Je länger, desto erfahrener.

In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihren Lebenslauf so zu gestalten, dass Ihre bisherigen Stationen in einem möglichst guten Licht erscheinen. Ein Praktikum gewinnt gleich an Wert, wenn Sie Erfolge und Erkenntnisgewinn beschreiben. Fehlen diese Hinweise, könnte man meinen, Sie haben Ihre Zeit nur abgesessen und sehnlich darauf gewartet, endlich wieder nach Hause gehen zu können.

Und: In Ihrem Privatleben gibt es bestimmt auch Stationen, die Sie einbringen können. Wenn Sie sich zum Beispiel im Sportverein engagieren oder als Elternsprecher der Kita. Das fällt formell nicht unter Berufserfahrung, aber ist doch eine sehr gute Argumentationshilfe für die eigene Bewerbung. Beispiel: Sie verkaufen regelmäßig alte Klamotten auf dem Flohmarkt in Ihrer Stadt. Ein ausgezeichneter Beleg dafür, dass Sie gut mit Kunden umgehen können und Spaß am Verkaufen haben – und der richtige Mann oder die richtige Frau für den Verkäufer-Job sind, für den Sie sich bewerben wollen.

Kurzum: Es gibt Mittel und Wege, fehlende Berufserfahrung im Lebenslauf auszugleichen. Diese zählen dazu:

  • Weiterbildungen, Fortbildungen, auch private (z.B. Sprachen lernen)
  • Ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen oder sozialen Projekten
  • Private Projekte wie Blog schreiben, thematischen Instagram-Account pflegen, Nachhilfe geben…
  • Kurse (Malen, Töpfern, Singen, Sprachen)

Ihre Engagements können Sie im Lebenslauf im Einzelfall sogar unter Berufliche Stationen auflisten. Aber nur dann, wenn sie für die angestrebte Stelle eindeutig relevant sind. Wenn nicht, dann führen Sie lieber eine eigene Rubrik ein, in der Sie ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unterbringen.

Fehlende Berufserfahrung: Sie betrifft mehr als Sie glauben!

Bewerben ohne Berufserfahrung Umfrage70 Prozent der Deutschen stecken in einem ungeliebten Job fest, behauptete das Karriereportal Linkedin Ende 2018. Trotzdem versuchen viele nicht, diesen Zustand zu ändern. Sie bleiben im alten Job kleben. Vor allem Millenials und Frauen plagen demnach Selbstzweifel. Warum bewerben sie sich nicht?

  • 33 Prozent glauben, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst.
  • 30 Prozent sagen, dass sie keine ausreichende Berufserfahrung haben.
  • 28 Prozent verlassen die eigene Komfortzone nur ungerne.

Sie sehen: Nicht nur Langzeitarbeitslose oder Stay-at-home-Mamas sind mit diesem Problem konfrontiert. Sehr viele Arbeitnehmer glauben von sich, ihnen fehle die Erfahrung – und bewerben sich erst gar nicht. Ein Fehler – der nur denjenigen nützt, die sich TROTZDEM bewerben…

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Bewerbung Werkstudent: Die besten Tipps

Bewerbung Werkstudent Tipps

Werkstudenten können sich glücklich schätzen. Sie haben einen Fuß in der Tür des Unternehmens, sammeln Erfahrung, Kontakte und bekommen deutlich mehr als ein Taschengeld. Doch zuerst müssen sich BWLer oder Informatiker eine Stelle sichern, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Eine lieblose Bewerbung führt da meist nicht zum Ziel. Bewerbung Werkstudent: So überzeugen Sie den Arbeitgeber davon, dass Sie ein Gewinn für ihn sind…

Bewerbung Werkstudent: Warum sind die Stellen so begehrt?

Stellen als Werkstudent sind so begehrt wie gute Noten im Studium. Sie sind so etwas wie die bessere Alternative zum Studentenjob. Während klassische Studentenjobs dazu da sind, um Geld zu verdienen, bauen Werkstudenten eine enge Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Sie sammeln schon während des Studiums wertvolle Berufserfahrungen, üben anspruchsvolle Tätigkeiten aus und vergrößern ihre Chancen auf einen Berufseinstieg – oft im gleichen Unternehmen.

Viele Unternehmen stimmen ihre Aufgaben sogar auf das Studium und den Vorlesungsplan ihres Werkstudenten ab – eine immense Hilfe. So leidet das Studium nicht unter der Nebenbeschäftigung.

Und noch ein Vorteil: Da es oft größere Unternehmen sind, die Werkstudenten-Stellen anbieten, sind diese in der Regel gut bezahlt: Bis zu 1.000 Euro pro Monat sind drin – für Studierende ein beträchtlicher Betrag.

Und auch wenn es hinterher mit der Übernahme nicht klappt: Eine gute Referenz sollten Studenten allemal mitnehmen. Dadurch wird ihr Lebenslauf aufgewertet, die Attraktivität für andere Arbeitgeber steigt. Dafür müssen Werkstudenten natürlich auch eine Gegenleistung erbringen. Und die hat es in sich:

  • Bis zu 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche im Unternehmen – während der Vorlesungszeit.
  • In der vorlesungsfreien Zeit ist meist Vollzeitarbeit angesagt.

Die Abschlussarbeit sollte über das Unternehmen geschrieben werden bzw. über ein Thema, das mit dem Unternehmen in Verbindung steht – und ihm selbst einen Erkenntnisgewinn liefert. Von wissenschaftlicher Freiheit kann dann nicht mehr die Rede sein.

Die Bewerberzahlen sind oft sehr hoch. Bewerber müssen sich durch aufwändige Prozesse kämpfen und gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Manchmal bekommen Sie die Stelle sogar nur über Beziehungen.

Bewerbung Werkstudent: Wie komme ich an eine Stelle?

Die Vorlaufzeit ist in vielen Fällen lang. Werkstudenten müssen sich oft schon drei bis sechs Monate vor dem avisierten Eintrittstermin beim Unternehmen bewerben. Die Arbeitgeber wollen sich einerseits auf den Werkstudenten einrichten, andererseits müssen sie sich durch einen riesigen Stapel an Bewerbungen kämpfen. Das zieht sich.

Zudem müssen oft noch festlegen, welche Aufgaben der Werkstudent übernehmen soll. Anforderungsprofile verändern sich – so wie der Arbeitsmarkt ingesamt. Als Bewerber sollten Sie zunächst diese Fragen beantworten, um in die engere Auswahl zu kommen:

  • Was studieren Sie?
  • Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich?
  • Warum wollen Sie gerade hier als Werkstudent anheuern?

Es geht also darum, wie gut Sie zum Unternehmen passen, wie sehr Sie sich mit ihm und seinen Produkten identifizieren – und nicht zuletzt darum, was der Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann. Motivation und Mehrwert – dieses Duo bringt Sie auf dem Weg zur Werkstudenten-Stelle weiter.

Dementsprechend sollten Sie in der Bewerbung auch nicht nur schreiben, dass Sie Praxiserfahrung sammeln wollen. Es geht nicht nur um Sie, auch um das Unternehmen. Warum sollte es Ihnen denn Praxiserfahrung gewähren; welche Gegenleistung bieten Sie an?

Darum sollten Sie diese Aspekte in der Bewerbung Werkstudent möglichst genau beschreiben:

  • Motivation
  • Qualifikation
  • Aufgaben
  • Ziele

Bewerbung Werkstudent: Soft Skills betonen!

Wenn Sie sich für eine Stelle als Werkstudent bewerben, betonen Sie vor allem Ihre Soft Skills. Unternehmen wollen sich keinen Studenten ins Haus holen, der die Atmosphäre stört, den Zusammenhalt untergräbt oder die Abläuft stört. Keinen Besserwisser, Motzki, Nörgelpott, Quertreiber oder Tratschtante.

Sicher, das gilt im Prinzip für ALLE Bewerber. Aber für Werkstudenten noch mehr. Sie haben keine oder kaum Berufserfahrung, auf die Sie sich berufen könnten. Eine begehrte Fachkraft lässt man nicht einfach vom Haken, nur weil sie in der Zusammenarbeit schwierig ist. Einen potenziellen Werkstudenten sofort.

Wichtige Soft Skills für Werkstudenten sind:

  • Belastbarkeit
  • Emotionale Intelligenz
  • Empathie
  • Engagement
  • Flexibilität
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Problemlösungskompetenz
  • Selbstdisziplin
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zuverlässigkeit

Welche Vorteile haben Werkstudenten?

Werkstudenten sind aus vielen Unternehmen nicht wegzudenken. Immerhin bieten sie ihren Arbeitgebern handfeste Vorteile. Auf der anderen Seite sind sie aber deutlich teurer als Praktikanten. Und ihre Einarbeitung erfordert erheblichen Mehraufwand. Darum ist der Auswahlprozess manchmal sehr anspruchsvoll – und für den Bewerber oft vergeblich.

Hat er oder sie die Stelle aber ergattert, winken Vorteile:

Als Werkstudent sammelt man Erfahrung und kann sich beweisen. Ein Unternehmen, das einen fähigen Werkstudenten beschäftigt, ist in Zeiten von Fachkräfteengpässen gut beraten, ihm ein Übernahmeangebot zu machen. Der Berufseinstieg kommt näher.

Und selbst wenn das nicht klappt und der Arbeitgeber keine Übernahme offeriert, verbessern sich die Jobperspektiven. Der Lebenslauf wird durch die Station aufgewertet. Eine gute Referenz gibt es noch obendrauf. Das sind Vorteile im kommenden Bewerbungsmarathon.

Werkstudenten haben auch die Möglichkeit, sich in einem Beruf und einer Branche auszuprobieren. Dies gibt Orientierung und beantwortet offene Fragen. Nicht jeder Student hat schließlich einen klaren Karriereplan in der Tasche. Wenn der Job gefällt, kann man sich in dieser Nische einrichten. Ist die Stelle gar nichts für einen, schlägt man eben einen anderen Weg ein.

Darüber hinaus sammeln Werkstudenten wertvolle Kontakte. Und Kontakte sind die Leitwährung auf dem modernen Arbeitsmarkt. Sie können auch später noch aktiviert werden. Wer weiß, vielleicht klappt es ja in einigen Jahren mit einer Anstellung im Unternehmen – wenn der aktuelle Einstellungsstopp vorüber ist zum Beispiel.

Werkstudenten: Das sollten Sie wissen

Bewerbung Werkstudent VersicherungStudenten dürfen während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dies besagt die sogenannte Werkstudentenregelung. Dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht. Dazu können auch mehrere Beschäftigungen – Minijob und selbstständige Tätigkeit zum Beispiel – zusammengerechnet werden.

In diesem Fall ist die Tätigkeit für Studierende sozialversicherungsfrei. Sie zahlen genauso wenig wie Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Nur Beiträge zur Rentenversicherung müssen sie abführen.

Außerdem gilt: Werkstudenten…

  • …sind einkommensteuerpflichtig. Die meisten bleiben aber unter dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro (Stand: 2019) und zahlen de facto keine Steuern.
  • …dürfen während der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
  • …müssen in einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein
  • …erwerben durch ihre Tätigkeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • …haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für maximal sechs Wochen.
  • …können nur in der Familienversicherung der Eltern bleiben, wenn ihr monatliches Einkommen 445 Euro (Stand: 2019) nicht übersteigt.
[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

Bewerbung zurückziehen: So einfach ist das

Bewerbung zurückziehen Tipps

Manche bewerben sich mit der Schrotflinte, andere versenden ihre Unterlagen nur an ausgewählte Unternehmen. So oder so: Manchmal muss ein Unternehme vom Bewerber aus seiner Liste gestrichen und aussortiert werden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Doch wie ziehe ich eine Bewerbung zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren oder meinen Ruf aufs Spiel zu setzen? Bewerbung zurückziehen: So einfach kann das sein…

Bewerbung zurückziehen: Warum sollte ich das tun?

Wer eine Bewerbung zurückziehen möchte, muss sich in einer Luxussituation befinden. Er oder sie hat ganz offensichtlich eine bessere Alternative aufgetan, die entsprechende Stelle gar nicht mehr nötig. Doch gibt es weitaus mehr Szenarien, als man denkt, in denen man die eigene Bewerbung widerrufen möchte – oder zumindest darüber nachdenkt.

Gründe können sein:

  • Eine schwere Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, in absehbarer Zukunft eine Tätigkeit auszuüben.
  • Eine Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst voll und ganz auf Ihren Nachwuchs konzentrieren.
  • Ein neuer Job Ihres Partners in einer anderen Stadt, Region oder im Ausland. Sie wollen ihm oder ihr dorthin folgen.
  • Wirtschaftliche Gründe. Zum Beispiel den, dass Sie sich ursprünglich für eine Teilzeitstelle beworben haben, nun aufgrund finanzieller Zwänge aber doch lieber in Vollzeit arbeiten möchte. Oder den umgekehrten Fall, dass Sie statt Vollzeit doch lieber Teilzeit arbeiten möchten.
  • Akute Bedenken. Sie könnten zum Beispiel Angst haben, dass Ihnen der Job doch nicht liegen wird, dass Sie die Anforderungen nicht erfüllen oder auch, dass Sie massiv überqualifiziert sind.
  • Informationsgewinn. Sie haben neue Informationen erhalten – durch das Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda – die den künftigen Arbeitgeber sehr unvorteilhaft aussehen lassen. Deswegen wollen Sie lieber Abstand von einer Anstellung nehmen.
  • Den Probearbeitstag haben Sie als katastrophal empfunden.
  • Das angebotene Gehalt entspricht in keinster Weise Ihren Erwartungen.

Und das sind nur einige Gründe; es gibt ganz sicher noch sehr viel mehr. Aber egal, weswegen Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen, Sie sollten Ihren Rückzieher offen und ehrlich kommunizieren. Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen oder auf Anfragen nicht reagieren, das wäre kein guter Stil. Das haben Sie überhaupt nicht nötig – und es spricht sich in der Branche vielleicht sogar herum. Nicht gut!

Aber wie sagen Sie es dem Unternehmen nur? Karrieresprung hat folgende Vorschläge für Sie…

Bewerbung zurückziehen: 3 gute Argumente

Natürlich kann es passieren, dass der Arbeitgeber verschnupft auf Ihren Rückzieher reagiert. Immerhin hat er Zeit und Mühe investiert, Ihre Bewerbung gesichtet, Sie vielleicht sogar schon zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alles für die Katz!

Andererseits gehören Absagen zum Recruiting-Prozess dazu wie die Drehleiter zur Feuerwehr. Sie sind für Personaler das tägliche Brot. Und was wäre die Alternative? Die Füße still halten und nichts mehr von sich hören lassen? Dies würde das Personalbüro erst recht verärgern und überdies ebenfalls Arbeit verursachen. Und eine zweite Chance bekommen Sie in dem Unternehmen so schnell auch nicht mehr.

Sie könnten natürlich auch den Umweg über die Probezeit gehen. Sie nehmen Ihre Arbeit auf und kündigen dann gefahrlos in der Probezeit. Aber dies würde nur Zeit kosten und wäre unehrlich. Wozu das Theater?

Vor allem drei Gründe sprechen dafür, eine Bewerbung offen und ehrlich wieder zurückzunehmen…

  1. Manieren

    Anstand, Manieren, Gepflogenheiten – klingt wie der Auszug aus einem Lehrbuch des 19. Jahrhunderts, ist aber aktueller, als wir manchmal glauben. Höflichkeit ist eine Tugend – auch heute noch. Es gehört sich schlicht und einfach, einem Unternehmen abzusagen, wenn man eine andere Stelle gefunden hat oder aus einem anderen Grund von der Bewerbung Abstand nehmen will. Das sollte als Grund doch eigentlich schon genügen, oder? Kleiner Tipp: Es fühlt sich richtig gut an, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein. Probieren Sie es mal aus!

  2. Ruf

    Ihr Ruf wird massiv beschädigt, wenn Sie nicht souverän mit der Situation umgehen. Sie wissen ja: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Das gilt gerade für kleine, überschaubare Branchen mit einer begrenzten Anzahl von Arbeitgebern. So etwas könnte sich herumsprechen – schlecht für Sie! Außerdem werden Boomerang-Karrieren immer beliebter. Boomerang bedeutet: Man verlässt das Unternehmen im Guten, um anderswo eine neue Herausforderung anzunehmen. Gelingt die nicht so wie erwartet, kehrt man in die alte Firma zurück. Es wird jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein, wenn man sich dort gerne an Sie erinnert.

  3. Fairplay

    Nicht jeder Sportler ist ein fairer Sportsmann. Aber die meisten sind es sehr wohl. Das merkt schnell, wer Judo oder Rugby, Handball oder Hockey spielt. Auch zur Bewerbung gehört der Fairplay-Gedanke dazu. Wenn Sie absagen, geben Sie Ihren Mitstreitern eine Chance. Das ist nur fair – und richtig.

Wie ziehe ich meine Bewerbung zurück?

Sie haben im Grunde drei Alternativen:

  • Anruf
  • Brief
  • E-Mail

Karrieresprung empfiehlt Ihnen Variante 1, den Anruf. Er hat folgende Vorteile: Die Absage ist schnell erledigt. Sie können sicher sein, dass der Empfänger Ihre Absage erhalten hat und Sie aus dem Bewerbungsprozess nimmt. Sie müssen kein Porto bezahlen und nicht auf eine Reaktion des Empfängers warten. Die kriegen Sie nämlich sofort. Außerdem wirkt es selbstbewusst, zum Hörer zu greifen und die Situation persönlich zu regeln. Es schindet Eindruck – wenigstens ein bisschen.

Eine Alternative ist der Absagebrief. Er zeugt von Stil und einem Mindestmaß an Mühe, die Sie sich extra gemacht haben. Immerhin mussten Sie Formulierungen finden, den Brief aufsetzen und zur Post bringen. Das ist sehr viel aufwändiger als eine kurze E-Mail in die Tasten zu hauen.

Die ist selbstverständlich auch eine Option. Schließlich haben Sie die E-Mail-Adresse des Personalers vermutlich schon. Wenn Sie also eine E-Mail schreiben, kommt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch an. Wenn nicht, wird Ihnen das hoffentlich in Form eines Abwesenheitsassistenten mitgeteilt. Aber investieren Sie ausreichend Zeit, um die richtigen Formulierungen zu finden und belassen Sie es nicht bei ein oder zwei Sätzen. Das wäre unhöflich.

Im Übrigen können Sie auch eine Mischform wählen. Erst eine Absagemail schreiben und hinterher noch einmal durchklingeln oder umgekehrt am Telefon erwähnen, dass Sie Ihre Absage auch noch schriftlich bestätigen. Das zeigt Professionalität. Unternehmen schätzen das.

Wie baue ich meine Absage auf?

Haben Sie sich für eine schriftliche Variante entschieden? Sie können sie im Prinzip so ähnlich aufbauen wie ein Anschreiben:

  • Briefkopf (Ihr Name, Anschrift, Kontaktdaten)
  • Name, Anschrift des Empfängers
  • Datum
  • Betreff
  • Persönliche Anrede
  • Absage
  • Grußformel
  • Unterschrift

Kein Personaler will sich lange Essays durchlesen, warum Sie den Job doch nicht wollen. Höchstens, um sich zu amüsieren. Den Gefallen sollten Sie ihm nicht tun. Bleiben Sie kurz und prägnant. Aber nicht ZU kurz. Ein Satz a la „Hiermit möchte ich meine Bewerbung für die Stelle as Controller zurückziehen. Mit freundlichen Grüßen“ wirkt wie ein höflicheres „Leck mich“. Sie sollen keine Rechtfertigungen, aber Begründungen liefern. Diese hat die Firma durchaus verdient.

Bauen Sie die Absage inhaltlich so auf:

  • Danksagung: Als Erstes bedanken Sie sich für die Möglichkeit, dass Sie sich im Unternehmen bewerben konnten beziehungsweise dass Sie schon zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.
  • Begründung: Nun führen Sie den Grund an, der für Ihre Absage ausschlaggebend ist. Mehr als zwei Gründe sollten es auf keinen Fall sein. Selbst wenn Sie mehrere gute Gründe für eine Absage haben, sollten Sie nicht alle aufzählen – nur den Hauptgrund. Andernfalls würde der Text wie eine einzige Rechtfertigung wirken und rechtfertigen müssen Sie sich nicht.
  • Bedauern: Drücken Sie Ihr Bedauern darüber aus, dass Sie dem Unternehmen Umstände bereitet haben, aber bitten Sie gleichzeitig um Verständnis für Ihre Entscheidung.

Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 1

So könnten Sie eine Absagemail formulieren:

Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

haben Sie vielen Dank, dass ich mich vor einigen Wochen auf Ihre Stellenanzeige als Controller bewerben konnte.

Hiermit möchte ich diese Bewerbung aber wieder zurückziehen. Ich hatte zwar großes Interesse an der Stelle und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot erhalten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses noch besser mit meinen beruflichen Plänen vereinbar ist. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen absagen und bitte um Ihr Verständnis.

Wenn ich Ihnen Umstände bereitet haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, Sie finden schnell den richtigen Mann oder die richtige Frau für die Stelle.

Für Ihr freundliches Entgegenkommen bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Tim Taler

Bewerbung zurückziehen: Beispieltext 2

So könnte Ihre Absage aussehen, wenn Sie bereits eine Zusage des Unternehmens erhalten haben:

Sehr geehrte/r Herr/Frau Krämer,

ich freue mich sehr über Ihre Zusage für die Stelle als Marketingassistent und bedanke mich für Ihr Vertrauen.

Allerdings habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Stelle nicht anzutreten. In der Zwischenzeit habe ich ein anderes Angebot erhalten, was meinen beruflichen Plänen noch besser entspricht. Daher möchte ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.

Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen dadurch Umstände bereite, bitte Sie aber um Verständnis für meine Entscheidung. Die Wahl fiel jedenfalls nicht GEGEN Ihr Unternehmen, sondern FÜR ein anderes.

Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr freundliches Entgegenkommen und hoffe, dass Sie die Stelle zügig neu besetzen können.

Mit freundlichen Grüßen
Tim Taler

Bewerbung zurückziehen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

Hier sind weitere Satzbausteine, die in einer Absage benutzt werden können:

  • Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich habe in der Zwischenzeit allerdings ein Angebot erhalten, was noch ein bisschen besser zu mir passt. Darum ziehe ich meine Bewerbung schweren Herzens wieder zurück.
  • Falls ich Ihnen mit meiner Entscheidungen Umstände bereite, bedauere ich dies sehr. Ich bitte dennoch um Ihr Verständnis.
  • Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für das angenehme Vorstellungsgespräch bedanken. Von Ihrem Unternehmen habe ich dabei einen sehr positiven Eindruck gewonnen und bin weiterhin überzeugt, dass ich gut in Ihr Team gepasst hätte. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit für ein anderes Stellenangebot entschieden, das mich noch etwas mehr reizt. Daher möchte ich Ihnen heute leider absagen.
  • Vielen Dank für das positive Feedback auf meine Bewerbung. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit ein anderes Angebot angenommen, das noch besser zu mir passt. Daher muss ich meine Bewerbung hiermit zurückziehen.
  • Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich muss meine Bewerbung hiermit leider zurücknehmen. Nach gründlicher Überlegung glaube ich, dass ein anderes Stellenangebot meinem Profil noch besser entspricht und habe es daher angenommen. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedauere es, Ihnen Umstände bereitet zu haben.

Interne Bewerbung zurückziehen

Interne Bewerbung zurückziehenSie haben längst gemerkt: Der Ton macht auch bei einem Bewerbungsrückzieher die Musik. Das gilt umso mehr, wenn es sich um eine interne Bewerbung handelt. Sie werden den Personen im Flur über den Weg laufen, denen Sie zuvor einen Korb gegeben und Umstände bereitet haben.

Darum ganz wichtig: Begründung liefern, aufrichtig bedanken und bedauern. Am besten persönlich anrufen – oder im Büro vorbeischauen! So können Sie Missverständnisse aus dem Weg räumen und Ihre Beweggründe darlegen.

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Vorstellungsgespräch verschieben: Auf diese Weise klappt es

Vorstellungsgespräch verschieben Tipps

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber sieht das der Arbeitgeber genauso? Diese Frage stellen sich Bewerber, die ein Vorstellungsgespräch verschieben wollen oder müssen. Schließlich kann eine lästige Erkältung dazwischenkommen oder ein privater Notfall oder ein Geschäftstermin oder… Ob die Chancen durch eine Absage auf den Nullpunkt sinken oder so intakt sind wie zuvor, kommt auf Umstände und Begründung an. Einen guten Grund nimmt kein seriöser Arbeitgeber dem Bewerber übel, einen schlechten umso mehr…

Vorstellungsgespräch verschieben: Geht das überhaupt?

Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut sich jeder. So manch einer flippt sogar regelrecht aus. Viel Zeit für eine Reaktion indes bleibt nicht. Man sollte schon innerhalb von zwei Werktagen den Termin bestätigen – das erwarten Arbeitgeber von einem Bewerber.

Bleibt die Terminbestätigung aus, entsteht der Eindruck, man sei in Wahrheit gar nicht so heiß auf den Job. Und das bringt einen direkt wieder ins Hintertreffen gegenüber der Konkurenz.

Auf der anderen Seite schauen Bewerber heute aufmerksam nach links und rechts. Mit anderen Worten: Sie bewerben sich anderweitig. Das erhöht ihre Chancen, so schnell wie möglich wieder in Arbeit zu kommen. Und es streut gewissermaßen das Risiko, verringert die Abhängigkeit von den Launen EINES Arbeitgebers.

Dann kann es passieren, dass man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zusagen fürs begehrte Jobinterview bekommt. Das schmeichelt der geschundenen Seele, kann einen aber gleichzeitig in arge Terminnot bringen. Denn vielleicht überschneiden sich die Termine.

Was tun in solch einem Fall?

Vorstellungsgespräch verschieben: Damit testen Sie den Arbeitgeber!

So mancher verkneift sich den Wunsch nach einer Terminverschiebung. Das könnte dem Arbeitgeber sauer aufstoßen, so der Glaube, und die Jobchancen verringern. Doch das ist Mumpitz.

Einen Termin gibt man nicht vor, man spricht ihn ab. Dazu gehört, dass beide Seiten mit ihm einverstanden sind. Es gibt sicher Ausnahmen: Findet ein Bewerber partout keine Übereinstimmung und kann drei, vier, fünf angebotene Termine aus den verschiedensten Gründen nicht wahrnehmen, spricht das nicht gerade für seine Motivation. Ein wenig entgegenkommen müssen Sie dem Unternehmen dann schon…

Grundsätzlich aber ist die Bitte nach Terminbestätigung keine reine Höflichkeitsfloskel. Ja, Bewerber dürfen sehr gerne nach einer Alternative fragen oder diese von sich aus anbieten. Bedenken Sie: Ein Arbeitgeber, der zu keinem Kompromiss bereit ist und stur auf diesem einen Termin besteht, wird Sie und Ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag auch nicht sonderlich wertschätzen.

Genau das spricht sogar dafür, explizit nach einem neuen Termin zu bitten: Zeigt das Unternehmen Verständnis und kommt Ihnen entgegen, dann dürfen Sie an dieser Stelle einen Haken machen – und es in die engere Wahl Ihrer Wunsch-Arbeitgeber aufnehmen.

3 gute Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

Generell gilt: Ja, Vorstellungsgespräche dürfen Sie guten Gewissens verschieben. Vielleicht sollten Sie es sogar. Eine Begründung aber sollten Sie in jedem Fall mitliefern. Es liegt in der Natur der Sache, dass es gute und schlechte Gründe gibt.

Das sind gute Gründe:

  1. Geschäftliches

    Wenn Sie momentan auf Arbeitssuche sind, fallen geschäftliche Termine als Absagegrund für Sie aus. In einem bestehenden Arbeitsverhältnis aber ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie unabkömmlich und auf Reisen sind. Ein Business-Termin ist ein exzellenter Absagegrund, unterstreicht er doch Ihren Stellenwert im Noch-Unternehmen. Man könnte sogar sagen, er lässt Sie wichtig erscheinen. Denn vermutlich haben Sie sich diskret beworben und Ihr aktueller Arbeitgeber weiß davon überhaupt nichts. Dies ist der Normalfall und auch keineswegs verwerflich.

  2. Privates

    Hier wird es schon kniffliger. Für manche Privattermine hat Otto-Normal-Arbeitgeber sicher Verständnis, für andere weniger. Ein Polterabend oder der Geburtstag eines alten Schwippschwagers mögen bei Ihnen rot im Kalender stehen. Deshalb ein Vorstellungsgespräch absagen? Lieber nicht. Einen Familienurlaub dagegen, den Sie lange zuvor geplant und gebucht haben, müssen Sie nicht kurzerhand wieder absagen. Auch die Taufe Ihres Patenkindes oder eine wichtige Klausur im Studium sind allemal wichtiger als ein Jobinterview. Grünes Licht! Und sollte der Arbeitgeber das anders sehen, kann er Sie gerne mal kreuzweise… Aber Sie merken: Ein wenig Gefühl in den Fingerspitzen bringt Sie in Ihrer Entscheidungsfindung weiter.

  3. Krankheit

    Wenn Sie krank sind, können Sie nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Punkt. Das gilt auch, wenn Ihr Kind erkrankt ist. Es handelt sich also um einen guten und nachvollziehbaren Grund. Aber das denken die meisten, deshalb ist Krankheit auch ein gern genutztes Alibi. In jedem Fall erweckt die Absage Misstrauen. Darum können Sie maximal zwei Tage vor dem Termin die Karte Krankheit spielen. Erkrankungen sind schließlich (meist) etwas Kurzfristiges. Niemand weiß, ob er in zwei Wochen erkältet sein wird – logisch. Krank zum Vorstellungsgespräch erscheinen kann man übrigens sehr wohl, wenn man den Job unbedingt will. Aber: Man bringt vermutlich nicht die Leistung, die man in gesundem Zustand bringen könnte.

4 schlechte Gründe, ein Vorstellungsgespräch zu verschieben

Das sind schlechte Gründe, um ein Vorstellungsgespräch zu verschieben:

  1. Auswahl

    Ehrlichkeit ist eine Tugend, ja. Aber in diesem Fall ist unser Rat: Greifen Sie auf eine Notlüge zurück. Denn wenn Sie wirklich das Jobinterview absagen mit der Begründung, Sie haben parallel noch ein anderes, dann könnten Sie Ihrem Gesprächspartner auch gleich mit der Bratpfanne eins überbraten. Es sagt so viel wie: Ihr hier seid für mich nur zweite Wahl, wenn überhaupt. Das andere Unternehmen ist mir deutlich wichtiger. Von der Motivation, über die ich euch in meinem Anschreiben vorgeschwärmt habe, kann keine Rede sein. Das Ganze grenzt schon fast an eine Ehrverletzung. Sie könnten also genauso gut Ihre Bewerbung zurückziehen. Mit einer Ausnahme: Sie sind als Fachkraft so selten und begehrt, dass Sie sich dieses dreiste Verhalten leisten können – als Softwareentwickler zum Beispiel. Aber für die Mehrheit ist es nicht zu empfehlen – und für viele das sofortige Aus.

  2. Therapie

    Wenn Sie sich angreifbar machen wollen, dann verschieben Sie Ihren Termin mit dem Hinweis, Sie hätten an diesem Tag schon einen Therapie-Termin. Das kann eine Therapie beim Psychiater oder den anonymen Alkoholikern oder gegen chronische Rückenschmerzen oder Depressionen sein. Daran ist auch überhaupt nichts Verwerfliches. Aber es offenbart einen Makel, der Sie weniger leistungsfähig erscheinen lässt. Für Arbeitgeber ein Warn-Signal! Für Depressionen etwa muss sich niemand schämen, Arbeitgeber aber müssen mit erhöhten Fehlzeiten rechnen. Ein schwacher Rücken ist für Handwerker, die sich häufig bücken müssen, ebenfalls kein Gütesiegel. Falls Sie es noch nicht wussten: Zu Angaben über ihre Gesundheit sind Bewerber nicht verpflichtet. Tipp auch hier: Eine Notlüge ist die bessere Alternative.

  3. Vorsorge

    Arzttermine sind delikat. Auf der einen Seite zeugt es von Ihrem Verantwortungsbewusstsein, wenn Sie Ihren Vorsorgetermin nicht verschieben wollen. Vielleicht sind Sie erblich vorbelastet und warten schon ewig auf die Darmspiegelung oder das Brust-Screening. Auf der anderen Seite sind solche Vorsorgetermine von langer Hand geplant. Man kann sie prinzipiell auch auf einen anderen Termin legen. Wenn Ihnen nun der Arzttermin wichtiger ist als das Jobinterview, dann liegt Ihnen an der Stelle SO VIEL offensichtlich nicht. Oder aber Sie müssen gesundheitlich so angeschlagen oder gefährdet sein, dass es wiederum Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit zulässt. Klar ist aber: Manche Termine sind schwieriger zu rechtfertigen als andere. Einen reinen Vorsorgetermin ohne akute Beschwerden beim Zahnarzt kann man durchaus schieben, einen Nachsorgetermin nach einer OP nicht. Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an.

  4. Nichts

    Eine Begründung, die keine ist, ist ein No-Go. Wenn Sie gar keinen Absagegrund nennen, ist das unhöflich und ein Ausschlussgrund. Nach dem Motto: Hmm, nö, da kann ich nicht. Oder etwas förmlicher: An diesem Termin bin ich leider verhindert. Es gibt natürlich Arbeitgeber, die eine solch vage Absage akzeptieren, aber verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Das gilt auch für den simplen und unbegründeten Wunsch, dass man lieber einen anderen Termin vorziehen würde. Es geht nicht nur um die Wünsche des Bewerbers, auch um die Zwänge des Arbeitgebers. Fehlende Begründungen sind ein Zeichen geringer Motivation und Wertschätzung. Darum sollten Sie immer einen Grund mitliefern.

Glück haben Bewerber, die zwischen zwei Terminen ausreichend Puffer vorfinden. So viel, dass sie das eine Jobinterview morgens und das andere nachmittags führen können. Optimal, oder?

Nein, optimal ist auch dieses Szenario nicht. Bewerber halsen sich sehr viel Stress auf und sind beim zweiten Jobinterview wahrscheinlich schon sehr abgekämpft. Höchstleistung adé!

In dem Fall picken Sie sich lieber Ihren Favoriten heraus und bitten für Nummer zwei um einen Alternativtermin. Eine gute Begründung haben Sie ja jetzt…

Wie verschiebe ich mein Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch verschieben möchten, können Sie das entweder…

  • per Telefon.
  • oder per E-Mail.

Es versteht sich von selbst, dass Sie keinen Brief mehr schreiben, wenn Sie morgen wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht erscheinen können. Sowieso könnten Unternehmen an Ihrer Digitalkompetenz zweifeln, wenn Sie sich auf dem Postweg melden. Und digitale Skills sind heute wichtiger denn je.

Am empfehlenswertesten ist die telefonische Variante. Ein Anruf geht schnell, ist persönlich, sicher, unkompliziert. Lange Kettenmails fallen weg, Sie können ruckzuck einen Ersatztermin ausmachen. Haben Sie die Nummer Ihres Ansprechpartners nicht zur Hand, rufen Sie in der Zentrale an und lassen Sie sich diese geben. Vergessen Sie aber nicht, sich schon vorher zwei oder drei Alternativtermine zu überlegen, die Sie anbieten können. Das ist professionell.

Wenn Sie aber Bammel vor einem Anruf haben (weil Sie eine Notlüge auftischen müssen zum Beispiel), dann schreiben Sie eine E-Mail und halten sich dabei an diesen Aufbau:

  • Für die Einladung bedanken.
  • Weiterhin Freude und Motivation zum Ausdruck bringen.
  • Den Termin mit Bedauern absagen.
  • Um einen Alternativtermin bitten.
  • Selbst mehrere Termine vorschlagen.

Im Anschluss finden Sie zwei Beispieltexte für Ihre Absage-Mail…

Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 1

So könnte Ihre E-Mail aussehen:

Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut und freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

An dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin bin ich allerdings verhindert (ich habe geheiratet und bin dann in den Flitterwochen). Daher würde ich mich gerne an einem anderen Termin bei Ihnen vorstellen. Ich könnte Ihnen folgende Termine anbieten:

Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

Wann passt es Ihnen am besten? Für weitere Vorschläge Ihrerseits bin ich natürlich ebenfalls offen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

Bewerbungsgespräch verschieben: Beispieltext 2

Sehr geehrte/r Frau/Herr Weber,

herzlichen Dank für die Einladung zum Bewerbungsgespräch, über die ich mich sehr gefreut habe.

Ich bin an der Stelle sehr interessiert, allerdings an dem von Ihnen vorgeschlagenen Termin verhindert. Für meinen aktuellen Arbeitgeber bin ich auf Geschäftsreise. Diese Reise kann ich leider unmöglich verschieben. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Ich würde Sie daher bitten, einen Ersatztermin für mich zu finden – gerne auch kurzfristig. Folgende Termine kann ich Ihnen meinerseits schon einmal anbieten:

Montag, den xx.xx.xxxx um 11 Uhr
Donnerstag, den xx.xx.xxxx um 16 Uhr
Freitag, den xx.xx.xxxx um 9 Uhr

Ich würde mich freuen, wenn Ihnen einer davon passt. Wenn nicht, rufen Sie mich auch gerne über meine Mobilnummer (0123-123456789) an, damit wir einen Ersatztermin abstimmen können.

Ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldung und das persönliche Kennenlernen.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hansen

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Warum haben Sie gekündigt? So punkten Bewerber!

Warum haben Sie gekündigt

„Warum haben Sie gekündigt?“ „Also das ist ganz einfach. Mein Chef war ein Vollpfosten, die Kollegen unerträglich, die Firma ohnehin ein Ort des Wahnsinns und die Lage im Gewerbegebiet gruselig. Ach ja, und das Gehalt war genauso mies wie das Kantinenessen.“ Fraglich, ob Bewerber mit dieser Antwort Punkte auf ihr Konto einzahlen. Besser, Sie antworten auf folgende Art und Weise…

Darum stellen Personaler Ihnen diese Frage

Sie wollen wissen, warum Sie wechseln wollen. Und auch, wie hoch Ihre Frustrationstoleranz ist. Denn angenommen, Sie wollen Ihren Arbeitgeber wegen vermeintlicher Petitessen verlassen, wie werden Sie sich dann am neuen Arbeitsplatz verhalten, sobald erste Schwierigkeiten auftreten?

Arbeitgeber wollen keine Job-Hopper, sondern Mitarbeiter, die sich committen. Darum fragen Sie manchmal auch indirekt: Wie lange sind Sie schon auf Jobsuche? Warum suchen Sie aktuell eine neue Stelle? Was hat Ihnen an Ihrem letzten Arbeitsplatz nicht gefallen?

So kann der Interviewer klären, ob Sie freiwillig oder unfreiwillig gehen – und wo mögliche Konfliktfelder lauern. Die Frage ist für Sie als Bewerber ausgesprochen heikel. Besser, Sie manövrieren sich nicht in eine ausweglose Situation. Dafür ist es wichtig, sich vorab hieb- und stichfeste Antworten zu überlegen. Ehrlich und authentisch sollten die aber schon sein…

5 schlechte Kündigungsgründe

Es gibt zahlreiche Kündigungsgründe. Aber nicht alle sind gute. Manche sollten Sie in der Bewerbung lieber verschweigen. Zum Beispiel diese schlechten Kündigungsgründe:

  1. Chef

    Ein altes Business-Bonmot besagt: Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs. Das stimmt auch sehr häufig. Aber laut sagen sollten Sie es nicht. Kritik am früheren Boss ist eine Lästerei. Und Lästern ist schlechter Stil, illoyal und charakterschwach. Erstens begeben Sie sich damit selbst in die Rolle des Opfers. Zweitens weckt es Zweifel an Ihrer Loyalität dem neuen Arbeitgeber gegenüber. Werden Sie später auch schlecht über ihn reden? Wahrscheinlich ja.

  2. Herausforderung

    Sie haben den Großteil der Arbeitszeit damit verbracht, vor dem Rechner Solitaire zu spielen? Wäre definitiv eine witzige Antwort, aber sicher nicht zu Ihrem Vorteil. Natürlich gibt es langweilige Jobs und Aufgaben und Zeitabschnitte. Manch einer steht vielleicht sogar vor dem Boreout. Aber dann stellt sich die Frage: Wieso haben Sie nicht schon viel früher gekündigt? Zweite Frage: Warum wird ein vermeintlicher Leistungsträger wie Sie nicht intensiver in die wichtigen Prozesse des Unternehmens eingebunden? Und drittens: Weshalb haben Sie nicht selbst versucht, an diesem Zustand etwas zu ändern? Denn seinen Job kann man auch selbst mitgestalten, formen und spannender machen. Das nennt sich Job Crafting.

  3. Atmosphäre

    Die Vorgesetzte war ein Biest, der Kollege ein Lästermaul und die Neue eine Intrigantin. Die Harmonie im Team hat nicht gestimmt. Sie haben darunter am meisten gelitten, wurden vielleicht sogar gemobbt. Sehr nachvollziehbar, dass Sie kündigen wollen. Trotzdem stehen Sie vor einem Dilemma: Die Disharmonie im Team fällt auf Sie zurück – unabhängig davon, ob Sie sich wirklich in irgendeiner Weise etwas haben zu Schulden kommen lassen oder nicht. Ein Team besteht aus seinen einzelnen Mitgliedern. Und Sie waren eines davon. Dass es gekracht hat, muss auch an Ihnen gelegen haben. So ist jedenfalls der Eindruck, den man als neutraler Beobachter gewinnt. Zudem wäre es souveräner gewesen, wenn Sie sich durchgebissen und weitergemacht hätten – trotz Ihrer Meinungsverschiedenheiten. Denn die wird es im neuen Unternehmen garantiert auch geben…

  4. Stress

    Der alte Job war die Hölle, die Arbeitsbelastung einfach viel zu hoch. Sie mussten für zwei schuften, weil eine vakante Stelle langfristig nicht besetzt werden konnte. So viel Druck, so viel Stress. Ganz schlimm das alles! Mag sein, aber ein guter Kündigungsgrund ist dies ebenfalls nicht. Stressresistenz ist eine Grundvoraussetzung in vielen Berufen und Branchen. Und von einem Mitarbeiter erwartet man nun einmal Mehreinsatz und die ein oder andere Überstunde, wenn Not am Mann ist. Der Arbeitgeber will Sie einstellen, weil sie belastbar, leistungsfähig und motiviert sind.

  5. Feedback

    Mitarbeiter wollen auch mal gelobt werden. Andernfalls schalten Sie irgendwann einen Gang zurück und schieben nur noch Dienst nach Vorschrift, wenn überhaupt. Eine Dauerbelobigung indes kann niemand erwarten. Zu negatives Feedback und zu viel Kritik – das sollten Sie auf keinen Fall als Kündigungsgrund nennen. Erstens könnte ja in der Kritik ein wahrer Kern stecken, wer weiß. Und zweitens wirken Sie so wie jemand, der nicht mit Kritik umgehen kann – und sich nicht weiterentwickelt.

Sie sehen: Als Bewerber können Sie vieles sagen, was Ihren Gesprächspartner auf eine ungünstige Fährte lockt. In Wahrheit kann er Ihnen sogar ALLES negativ auslegen. Jede Antwort, die Sie geben, bleibt suboptimal. Warum? Weil Sie die Vergangenheit, das Negative und die Fehler in den Fokus holen.

Dann wirkt es so, als würden Sie sich immer nur auf die schlechten Seiten des Jobs konzentrieren. Der Arbeitgeber wird sich die Frage stellen, ob dies im neuen Job nicht wieder genauso sein wird. Sie wollen sich ja nicht als Jammerlappen präsentieren, sondern als zuversichtlicher Möglichmacher.

Warum haben Sie gekündigt: Das ist wichtig

Es ist empfehlenswert, dass Sie die Frage ganz nüchtern und professionell aufnehmen und den Blick sogleich wieder nach vorne richten. Tenor: Ich bin in dieser Position unter meinen Möglichkeiten geblieben – dieses Gefühl hatte ich jedenfalls – und habe keine Herausforderung mehr gesehen und keine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

Verkneifen Sie sich Seitenhiebe und Lästereien – selbst, wenn das Betriebsklima in Ihrem alten Unternehmen wirklich auf dem Nullpunkt angekommen sein sollte. Was Sie zum Beispiel sagen können: Unser Team ist umstrukturiert und komplett neu ausgerichtet worden. Dabei ist mir klar geworden, dass dies nicht die richtige Position für mich ist. Und dann ist es besser – für BEIDE Seiten besser – wenn man diesen Zustand überdenkt.

Sie sehen: Man muss keineswegs immer rosa Puderzucker über alles streuen. Wenn etwas negativ war, dann müssen Sie es nicht als paradiesisch umetikettieren. Ehrlichkeit, Selbstreflexion und Souveränität kommen so zum Ausdruck. Und das ist nicht verbittert, sondern zukunftsorientiert.

Warum haben Sie gekündigt: Formulierungsbeispiele

Nichtsdestotrotz lautet die Devise: Niemals über alte Arbeitgeber lästern! Das zeugt von Charakterschwäche. Und es sagt mehr über Sie aus als über denjenigen, über den Sie lästern.

Führen Sie möglichst sachliche Gründe für den geplanten Jobwechsel an: Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, neue Branche, neue Herausforderung. Hier sind ein paar Formulierungsbeispiele:

Wenn Sie selbst gekündigt haben

  • Ich habe mich mit meinen Kollegen und Vorgesetzten wirklich super verstanden. Daran lag es nicht. Allerdings hatte ich das Gefühl, perspektivisch an Grenzen zu stoßen. Eine internationale Ausrichtung war zum Beispiel kaum möglich. Also musste ich etwas ändern.
  • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel gelernt. Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass meine Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Darum war es an der Zeit, dass ich mich neu orientiere…
  • Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen. Das war bei meinem früheren Arbeitgeber leider nicht möglich, aufgrund verschiedener organisatorischer Zwänge. Ich habe aber mittlerweile so viel Erfahrung und Fachwissen, dass ich nicht mehr länger damit warten möchte. Daher die Neuausrichtung…
  • Ich bin ehrlich: Mein Hauptkriterium bei der Jobsuche ist der Standort. Ich bin meinem Partner hierher gefolgt und möchte nun beruflich in dieser Region Fuß fassen. Am liebsten bei einem aufstrebenden Unternehmen mit vielen Entwicklungschancen, das aus einer Branche kommt, in der ich mich auskenne. So einem wie Ihrem!
  • Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich viel über XY gelernt. Das ist sein Schwerpunkt. Mich selbst sehe ich in Zukunft aber eher im Bereich YX. Darauf möchte ich mich konzentrieren und spezialisieren, weil es noch besser zu meinen Fähigkeiten und Interessen passt. Und genau darum glaube ich, dass Sie der richtige Arbeitgeber für mich sind.
  • Mein bisheriger Job war wunderbar. Ich habe überhaupt keinen Grund zu Klage. Als ich aber Ihre Stellenanzeige gesehen habe, war ich Feuer und Flamme und sofort überzeugt davon, dass dieser Job noch besser zu meinem Profil passt. Ich bin überzeugt, dass ich mich hier voll einbringen könnte…
  • Wenn wir hier bei Tinder wären, wäre es ein Match. Sie bieten das, was ich suche und ich habe das, was Sie suchen. Das wurde mir schnell bewusst, als ich von der Stelle gehört habe. Allerdings bin ich nicht wie die meisten Männer bei Tinder: Ich suche nämlich etwas Langfristiges…

Wenn Ihnen gekündigt wurde

  • Es ist ganz simpel: Dem Unternehmen ging es zum Schluss nicht mehr gut. Den Umstrukturierungen ist auch meine Stelle zum Opfer gefallen.
  • Der Konzern hat sich ganz neu aufgestellt. Mehrere Niederlassungen wurden geschlossen, darunter auch meine. Ein Umzug kommt für mich wegen familiärer Verpflichtungen aber nicht infrage.
  • Mein bisheriger Arbeitgeber hat die Führungsriege umgekrempelt. Es gibt einen neuen Manager, der mein Team komplett neu ausgerichtet hat. Das ist auch völlig legitim. Ich selbst glaube aber, dass dieser Weg nicht der richtige für mich ist. Daher suche ich einen Job, in dem ich mich und meine Kompetenzen voll einbringen kann.
  • Ich möchte mich beruflich neu orientieren. Diese Stelle erscheint mir dafür ideal. Auf der einen Seite werde ich in einem führenden Unternehmen der XY-Branche viel lernen, auf der anderen Seite kann ich meine langjährigen Erfahrungen einbringen und Ihnen sofort weiterhelfen.
  • Die Wahrheit ist, dass mir nur gekündigt wurde, um eine Sperre bei der Arbeitsagentur zu umgehen. Mein Arbeitgeber und ich haben uns einvernehmlich dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen. Wir haben lange und erfolgreich zusammengearbeitet und haben immer gewusst, was wir an dem anderen haben. Aber es war einfach mal an der Zeit, den Reset-Button zu drücken.
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Bewerbung nach Kündigung: So klappt es

Bewerbung nach Kündigung Tipps

Eine Kündigung kann jeden treffen. Manchmal geht man auch von sich aus, weil man es mit Chef und Kollegen einfach nicht mehr aushält. Spätestens bei der nächsten Bewerbung kann die Episode wieder aktuell werden. Der neue Arbeitgeber will vielleicht wissen, wieso und weshalb und warum. Besser, Sie haben die richtigen Erklärungen parat – und Formulierungen. Bewerbung nach Kündigung: So klappt’s…

Bewerbung nach Kündigung: Muss ich das erwähnen?

Muss man eine Kündigung im Lebenslauf explizit erwähnen? Natürlich muss man das nicht. Wenn Sie nach Ihrem Rausschmiss nahtlos wieder eine Neuanstellung gefunden haben, entsteht auch keine Lücke. Weitere Erklärung überflüssig. Oder?

Fragen können im Personalbüro aber durchaus aufkommen. Wenn Sie zum Beispiel aus einer Position mit Führungsverantwortung in einem großen Konzern in eine Position ohne Führungsverantwortung in einem Mini-Betrieb wechseln, wirft dieser Vorgang zweifellos welche auf. Oder wenn Sie im Anschluss an eine vermeintlich gute Stelle monatelang ohne Job waren. Der Personaler, bei dem Sie sich beworben haben, riecht dann den Braten. Sie müssen wohl rausgeschmissen worden sein…

Sie als Bewerber haben dann zwei Möglichkeiten:

  • Die Kündigung in den Bewerbungsunterlagen verschweigen. Auf mögliche Rückfragen im Vorstellungsgespräch müssen Sie sich gleichwohl trotzdem vorbereiten.
  • Die Kündigung im Lebenslauf in Stichpunkten erklären. So räumen Sie Missverständnisse von vornherein aus. Das kann Ihre Perspektive durchaus verbessern.

Vorausgesetzt, Sie schreiben das Richtige. „Mir wurde die Kündigung überreicht, nachdem ich mehrere gravierende Fehler begangen hatte und der Chef endgültig an meiner Kompetenz gezweifelt hat.“ So lieber nicht! Karrieresprung sagt Ihnen, wie Sie eine Kündigung ansprechend verpacken

Bewerbung nach Kündigung: Wie Sie an die Sache herangehen

Eine Kündigung tut weh. Immer. Aber sie läutet auch einen neuen Lebensabschnitt ein. Und das ist ja per se nichts Schlechtes. Wichtig ist erstmal nicht, was andere über Ihre Kündigung denken. Wichtig ist, wie Sie selbst damit umgehen.

Sie können daran wachsen. Auf jeden Fall ist ein Rauswurf eine gar nicht so unwichtige Erfahrung im Leben. Nicht umsonst wird die heilsame Kultur des Scheiterns von Medien und Politik rauf- und runtergepredigt.

Gehen Sie zunächst nüchtern an die Sache heran: Eine Kündigung – so schmerzhaft Sie auch sein mag – ist ein ganz normaler Teil des Arbeitslebens. Sie hat schon Abermillionen Menschen heimgesucht – und wird noch viele weitere unschön überraschen. Sie ist stinknormal, keine Schande und schon gar kein Grund, irgendeine Flinte in irgendein Feld zu werfen.

Das kommt auch bei immer mehr Unternehmen an. Eine Kündigung ist längst kein Einstellungshindernis mehr – meistens jedenfalls nicht. Und diese Denkweise dürfte sich weiter durchsetzen. Je weniger Fachkräfte es gibt, desto weniger Vorbehalte gegen ungerade Lebensläufe mit Macken.

Wir wollen das Thema aber gar nicht unnötig verniedlichen. Natürlich kann eine Kündigung als Makel daherkommen. Es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen und die Umstände an. Interpretiert ein Unternehmen Ihre Kündigung falsch, sortiert es Ihre Bewerbung vielleicht aus. Auf jeden Fall können Zweifel an Ihrer Eignung oder Loyalität aufkommen.

Zunächst kommt es also auf den Grund an, wegen dem Sie gefeuert wurden. Im Wesentlichen gibt es die folgenden drei…

Bewerbung nach unverschuldeter Kündigung

In Finanz- oder Wirtschaftskrisen fallen Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Das ist unvermeidlich. Banken bauen gegenwärtig in großem Stil Stellen ab, Automobilhersteller und -zulieferer ebenso. Einige Abteilungen werden geschlossen, andere aufgebaut. Vorgänge, die zur Marktwirtschaft dazugehören. Folgerichtig kann es auch mal Sie, Ihre Abteilung oder Ihren Berufsstand treffen.

Zum Beispiel auch dann, wenn der Arbeitgeber selbst Mist baut. Unternehmen können sich verschulden oder Insolvenz anmelden und zu Sparmaßnahmen gezwungen sein. Manche Jobs sind in diesem Fall gefährdeter als andere.

Beispiel: Ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage könnte als Erstes Marketing- und PR-Maßnahmen zurückfahren, weil diese nicht unbedingt notwendig sind. Sollten Sie als Marketing Manager arbeiten, liegt Ihr Rauswurf also keineswegs an Ihrer Leistung, sondern an den Umständen. Sie müssen sich nicht grämen. Für Ihr Selbstbewusstsein gibt es keinen Grund, unter der Kündigung zu leiden.

Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

10/2016-11/2018 Marketingleiter bei der Concurse AG (Stellenverlust wegen Insolvenz)
10/2017-08/2018 Key Account Manager bei der Abstieg AG (Umstrukturierung des Unternehmens mit verbundenem Stellenabbau)
08/2015-09/2018 Niederlassungsleiter bei der Up and Down GmbH (Schließung der Filiale aus Gründen der Konsolidierung)

Kündigung durch eigenes Verschulden

Wenn die Kündigung doch an Ihnen selbst lag, ist das problematischer – aber keine Katastrophe. Zunächst können viele Gründe dahinterstecken: Sie haben mit Ihrem Charakter vielleicht nicht ins Team gepasst, Ihre Leistungen waren ungenügend oder Sie konnten einfach nicht mit dem Chef. Welcher Grund für Ihre Kündigung ausschlaggebend war, ist im Grunde belanglos.

Fakt ist: Der Arbeitgeber hat Sie rausgeschmissen. Eine lange Erklärung wirkt da nur wie ein verzweifelter Versuch, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Schadensbegrenzung können Sie aber sehr wohl betreiben.

Hier Formulierungsbeispiele für den Lebenslauf:

08/2016-07/2019 Marketing Manager bei der Minusminus AG (einvernehmliche Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über berufliche Entwicklung)
06/2015 -11/2019 Social Media Manager bei der Tunichtgut GmbH (einvernehmliche Kündigung wegen beruflicher Neuorientierung)

Was Sie nicht tun sollten: Schlecht über den ehemaligen Chef oder Arbeitgeber sprechen. Völlig unabhängig davon, ob Ihr Vorgesetzter wirklich ein Despot war oder die Kollegen hochgradig inkompetent. Lästern ist unprofessionell und fällt vor allem auf den Absender negativ zurück – in diesem Fall auf Sie.

Bewerbung nach eigener Kündigung

Es bedarf einer Erklärung, wenn Sie selbst gekündigt haben, ohne einen Anschlussjob in der Tasche. Immerhin haben Sie damit auf eine sichere Anstellung und auf Arbeitslosengeld verzichtet.

Rechtfertigen müssen Sie sich dafür aber keineswegs. Wie eine überhastete Flucht sollte Ihr Vorgehen nicht wirken, dann wirken Sie planlos und überemotional – wie jemand, der in brenzligen Situationen den Kopf verliert. Darum: Nicht aus der Defensive heraus argumentieren, nicht entschuldigen, nicht rechtfertigen. Das macht Sie gleichzeitig zum Täter und Opfer Ihrer eigenen Entscheidung.

Hier ein Formulierungsbeispiel für den Lebenslauf:
…das meine Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch am 31.10.2015 endet…

Einen Grund müssen Sie gar nicht unbedingt proaktiv mitliefern. Aber Sie sollten auf Rückfragen im Vorstellungsgespräch vorbereitet sein. Gut möglich, dass der Interviewer Hintergründe in Erfahrung bringen will.

3 Tricks für Ihre Bewerbung

Es gibt noch weitere Tricks und Kniffe, die Sie anwenden können, um Ihren Makel im Lebenslauf abzumildern. Hier sind sie:

  1. Aufbau

    Üblich ist heute der amerikanische Lebenslauf. Sie beginnen also mit der aktuellen bzw. letzten Station und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit zurück. Sie können aber auch chronologisch vorgehen und mit der ersten Station beginnen. Wählen Sie die Variante, die für Sie am vorteilhaftesten ist. Ihre bisherigen Highlights sollten am Anfang stehen. Das können zur Not auch persönliche Interessen und soziale Engagements sein. Hauptsache, die Episode mit der Kündigung taucht möglichst weit hinten auf, am besten erst auf der zweiten Seite.

  2. Herunterspielen

    Noch mal der Hinweis: Liefern Sie keine langen Rechtfertigungsversuche mit. Und keine ausschweifenden Erzählungen, warum der Chef Sie gemobbt hat oder die Kollegen alle doof waren. Im Zweifel reicht eine kurze Erwähnung ohne Grund. Versuchen Sie trotz allem, positiv zu bleiben und zu wirken, nach vorne zu schauen. Negative Erfahrungen kann man ja in positive Energie ummünzen, seine Lektionen daraus lernen. Schieben Sie nicht die Schuld auf andere – weder im Lebenslauf noch im Vorstellungsgespräch – sondern konzentrieren Sie sich darauf, aus schlechten Erfahrungen etwas Positives mitzunehmen.

  3. Euphemismus

    Den Lebenslauf pimpen – das ist heute Usus. Und es ist auch gar nicht verwerflich, so lange man es nicht damit übertreibt und gleichzeitig bei der Wahrheit bleibt. Vermeiden Sie daher unbedingt das Wörtchen arbeitslos – IMMER. Es hat in Ihrem Anschreiben nichts zu suchen, im Lebenslauf nichts und im Bewerbungsgespräch erwähnen Sie es bitte auch niemals. Schreiben und reden Sie stets von arbeitssuchend – das klingt positiver, weil aktiver. Noch vorteilhafter ist eine Formulierung wie: 04/2017-06/2018 – Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position im Bereich Key Account Management. Das beweist Zielorientierung, Selbstbewusstsein und Tatkraft.

Bewerbung: Das ist wichtiger als eine Kündigung

Eine Kündigung liegt immer in der Vergangenheit. Richten Sie Ihren Blick lieber nach vorne. Das sollten Sie auch dem Unternehmen vermitteln, bei dem Sie sich bewerben. Ihre Bewerbung sollte…

  • aufzeigen, warum die angestrebte Stelle so gut zu Ihnen passt
  • verdeutlichen, warum Sie zum Unternehmen passen
  • klar machen, wie Sie dem Unternehmen ganz konkret weiterhelfen können
  • Selbstbewusstsein ausstrahlen und Ihr Profil schärfen

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihnen schon einmal – oder gar mehrmals – gekündigt wurde. Ihre Stärken und Kompetenzen sind entscheidend. Wenn diese hervorragend zur neuen Stelle passen, dann winkt eine Win-win-Situation. Das müssen Sie dem Arbeitgeber klar machen.

Oft ist es ja auch so: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ein Profi-Fußballer kann in drei Vereinen gnadenlos scheitern. Beim vierten Verein aber trifft er auf einen Trainer, der ihn fördert; auf ein Umfeld, das ihm behagt und auf ein Spielsystem, das ihm liegt. Er wird zum Volltreffer!

Zweifeln Sie daher nicht an Ihren Fähigkeiten, weil Sie schon einmal gescheitert sind.

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Datenschutz Bewerbung: Das müssen Sie wissen!

Bewerbung Datenschutz Tipps

Daten, Daten, Daten – sie werden auch im Bewerbungsprozess immer wichtiger. Unternehmen wollen möglichst viel Wissen über ihre Bewerber abgreifen, Bewerber aber sorgen sich um die Sicherheit ihrer Daten. Das Gesetz steht weithin auf ihrer Seite. Datenschutz Bewerbung: Das sollten Bewerber wissen!

Datenschutz Bewerbung: Warum er wichtig ist

Vielleicht haben sie auch schon mal eine Absage erhalten, die in etwa diesen Wortlaut hatte:

Vielen Dank für Ihre Bewerbung in unserem Unternehmen. Wir freuen uns über Ihr Interesse, dass Sie an unserem Unternehmen haben. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir derzeit keine Möglichkeit sehen, Sie innerhalb unseres Unternehmen in einer Ihren Qualifikationen entsprechenden Position einzusetzen. Wir freuen uns aber, wenn wir Ihre Daten für mögliche Projekte in der Zukunft erfassen dürfen. Falls sich eine neue Beschäftigungsmöglichkeit ergibt, werden wir Sie noch einmal kontaktieren.

Das klingt erstmal alles ganz harmlos, zuvorkommend gar. Allerdings hat die Formulierung einen ernsten Datenschutz-Hintergrund. Denn Bewerberdaten dürfen nicht ohne Weiteres aufbewahrt und gespeichert werden. So will es das Gesetz. Was hat es also damit auf sich?

Darum wollen Unternehmen Ihre Daten

Unternemen nennen in der Regel einen von zwei Gründen, warum sie Ihre Daten aufbewahren wollen:

  • Die Bewerbungsunterlagen werden gespeichert, wenn der Bewerber auch Interesse an anderen Stellen im Unternehmen hat. Dann kann man ihm später weitere Jobangebote zukommen lassen.
  • Die Firma ergreift Maßnahmen gegen eine mögliche Diskriminierungsklage. Die Unterlagen helfen bei der Beweisführung, dass die Ablehnung des Bewerbers auf rein fachliche Gründe zurückzuführen ist.

Diese Gründe klingen durchaus plausibel. Ausreichend sind sie aber nicht, um Bewerberdaten grenzenlos aufzubewahren. Gemäß des Bundesdatenschutzgesetzes müssen personenbezogene Daten gelöscht werden, sobald der Zweck dafür entfällt.

Das bedeutet: Sobald die ausgeschriebene Stelle besetzt ist, für die sich der Bewerber beworben hatte, ist der Zweck der Datenspeicherung nicht mehr vorhanden. Die Daten müssen dann qua Gesetz gelöscht werden.

Nur Grund Nummer zwei, die mögliche Diskriminierungsklage, gestattet eine längere Aufbewahrungsfrist von ca. drei Monaten. Denn abgelehnte Bewerber müssen Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz spätestens nach zwei Monaten geltend machen.

Will das Unternehmen die Daten darüber hinaus sichern, benötigt es die schriftliche Einwilligung des Betroffenen – zwingend. Erteilt er diese nicht, muss das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen löschen bzw. „zu unserer Entlastung“ zurücksenden.

Das betrifft im Übrigen auch Initiativbewerbungen und Blindbewerbungen. Das Unternehmen kann sich nicht darauf berufen, dass der Bewerber diese ja von sich aus eingesandt hatte, ohne dass eine entsprechende Stelle zu vergeben gewesen wäre.

Das spielt keine Rolle. Kommt der Bewerber nicht zum Zug – aus welchem Grund auch immer – müssen seine Bewerbungsunterlagen vernichtet werden. Ein Zweck zur Speicherung liegt nicht vor.

Datenschutz Bewerbung: Er hat höchste Priorität!

Datenschutz ist für deutsche Arbeitnehmer ein wichtiges Thema.

Für 86 Prozent der Deutschen ist Datenschutz rund um ihre Jobsuche wichtiger als beispielsweise dann, wenn sie im Internet einkaufen oder sich bei anderen Online-Diensten registrieren. Das haben Recruiting-Anbieter Viasto und Marktforschungsunternehmen Respondi 2018 in einer Umfrage ermittelt.

48 Prozent der Bewerber befürchten, dass ihre Bewerbungsdaten bei den Unternehmen nicht sicher sind. Misstrauen herrscht insbesondere Unternehmen gegenüber, deren Hauptsitze im Ausland angesiedelt sind.

Datenschutz Bewerbung: Warum Sie zustimmen sollten

Aber was, wenn das Unternehmen meine Daten sichern möchte? Sollte ich dem zustimmen? Dazu muss man verschiedene Aspekte abwägen. Es gibt gute Gründe für ein Ja und für ein Nein…

  • Jobchancen

    Manch ein Bewerber fühlt sich geschmeichelt. Wenn der Arbeitgeber meine Daten behalten möchte, kann er mich so grauenvoll ja nicht finden. So falsch ist der Denkansatz sicher nicht. Allerdings versuchen viele Unternehmen auch schlicht, ihren Talentepool aufzufüllen und möglichst großvolumig aufzublähen. Je mehr, desto besser. Aber dennoch: Ja, Sie reduzieren Ihre Jobchancen dadurch sicher nicht. Vielleicht meldet sich das Unternehmen nie wieder, vielleicht aber doch. Außerdem waren Sie ja an einer Anstellung in genau diesem Unternehmen interessiert. Warum also den Kontakt sofort wieder abreißen lassen? Zudem bekräftigen Sie hiermit noch mal Ihr Interesse. Falls die Stelle zufällig wieder vakant werden sollte, weil zum Beispiel der auserwählte Kandidat abspringt, kommen sie vielleicht doch noch zum Zug.

  • Grundeinstellung

    Sie halten Datenschutz für überbewertet. Ja, solche Menschen soll es geben – sogar bei uns in Deutschland. Immerhin treiben Sie sich überall im Netz herum, bei Facebook und Instagram, bei Xing und Linkedin. Ihre Daten schwirren überall umher. Warum nicht auch im Unternehmen? Und welche Nachteile hätten Sie dadurch eigentlich zu erwarten? Wenn Ihnen die Chancen größer erscheinen als die Risiken, dann stimmen Sie zu.

Datenschutz Bewerbung: Warum Sie nicht zustimmen sollten

  • Eigentum

    Es sind IHRE Daten. Und die wollen Sie geschützt sehen. Ganz einfach. Das ist Ihr gutes Recht. Niemand weiß, wer im Unternehmen Einblick in welche Daten hat und was mit diesen Daten geschieht. Hacker-Angriffe auf Unternehmen nehmen ebenfalls zu. Das erhöht das Risiko, dass Ihre Daten in die falschen Hände geraten.

  • Präferenz

    Sie hatten sich in diese Stelle verliebt. Nur in diese eine, sonst keine! Wird sie anderweitig vergeben, erlischt auch Ihr Interesse. Sie haben keinen Bedarf für eine Ersatzstelle und wollen nicht irgendwann der Notnagel für irgendwen sein. Sie wollten DIESE Stelle. Da Sie sie nicht bekommen haben, kriegt auch das Unternehmen Ihre Daten nicht. Ein fairer (Nicht-)Tausch.

  • Rufschaden

    Wer in der Personaldatenbank bleibt, erhöht nicht zwingend seine Jobchancen für später. Angenommen, Sie haben sich schon für zwei oder drei Stellen erfolglos beworben. Was denkt ein Personaler, wenn er Ihre Daten einsieht? Er sieht jemanden, dem schon mehrfach die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Kein Gütesiegel! Da erscheint es strategisch cleverer, Ihre Daten wären nicht mehr auffindbar. In fünf oder zehn Jahren könnten Sie immer noch einen neuen Anlauf starten – ohne vorbelastet zu sein.

Fazit: Ein klares Ja oder Nein gibt es nicht. Ob Sie der Datenspeicherung Ihre Zustimmung erteilen, entscheiden Sie selbst. Es gibt Vorteile, aber auch Nachteile.

Behalten Sie nur im Hinterkopf, dass Sie Rechte haben. Niemand kann einfach so über Ihre Bewerbungsunterlagen verfügen – nur Sie selbst!

Datenschutz: Das sagt die DSGVO

Datenschutz Bewerbung DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagt: Unternehmen müssen Bewerber darüber informieren, wie und zu welchem Zweck sie die Daten verarbeiten und gegebenenfalls bei welchen externen Quellen Daten erhoben werden. Bei externen Quellen kann es sich zum Beispiel um Business-Netzwerke wie Xing oder Facebook handeln.

Auch müssen Arbeitgeber Kandidaten über ihre Rechte informieren und den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung benennen.

Das gilt im Übrigen auch für Bewerber, die ihre Bewerbungsunterlagen auf dem Postweg einreichen. Auch ihnen muss der Arbeitgeber die Datenschutzinformationen zukommen lassen – per Post oder E-Mail.

Außerdem dürfen nur Personen die Bewerbungsunterlagen sichten, die darüber entscheiden, wer die Stelle bekommt. Bewerbungsunterlagen intern herumreichen – das untersagt die DSGVO.

Sie sieht zudem vor, dass Bewerber eine Möglichkeit haben müssen, ihre Bewerbungsunterlagen verschlüsselt einzureichen. Dadurch soll verhindert werden, dass Dritte die Daten mitlesen können.

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Interessen im Lebenslauf: Diese kommen gut an!

Interessen im Lebenslauf

Interessen im Lebenslauf runden das Profil eines Bewerbers ab. Sie können Ihrer Bewerbung den Feinschliff geben – oder aber der letzte Sargnagel sein. Wichtig ist, dass Sie Interessen mit aufnehmen, die zur Stelle passen. Und solche, die Aktivität und Engagement anklingen lassen, aber nicht gefährlich sind. Schwindeln sollten Sie dabei aber nicht. Sie merken schon: Das ist komplizierter als gedacht. Aber es ist machbar…

Interessen im Lebenslauf: Sind die wichtig?

Interessen wecken Interesse. Das ist definitiv so. Denn auch Personaler sind Menschen. Und Menschen interessieren sich vor allem für… Menschen.

Nicht umsonst wird gerne betont, man wolle herausfinden, welcher Mensch hinter der Bewerbung stecke. Die Persönlichkeit entscheidet darüber mit, ob man den Job bekommt oder nicht. Wer (mutmaßlich) nicht ins Team passt, wird aussortiert. Wer auf fachlicher UND persönlicher Ebene überzeugt, erhält den Zuschlag. Interessen können das persönliche Profil eines Bewerbers abrunden, am Ende über Ja oder Nein entscheiden.

Gerade soziales Engagement kommt bei vielen Arbeitgebern gut an. Es zeugt von Einsatz, Interesse, Empathie. Eigenschaften, die jedes Unternehmen gut gebrauchen kann.

Allerdings wirkt sich nicht jedes Interesse im Lebenslauf positiv aus. Es gibt auch welche, die Sie lieber dezent verschweigen…

Interessen im Lebenslauf: Diese sind kritisch

Zu den heiklen Interessen zählen insbesondere Extremsportarten. Klar, auch diese zeugen von Sportlichkeit, Neugier, Naturverbundenheit oder Risikobereitschaft – alles durchaus wünschenswerte Eigenschaften.

Aber sie stehen eben auch für Gefahr – mitunter Lebensgefahr – und in jedem Fall für erhöhte Verletzungsgefahr. Arbeitgeber sind nicht unbedingt begeistert, wenn der Beschäftigte monatelang ausfällt, nur weil er mal wieder einen Adrenalinschub brauchte.

Auch könnte die Frage auf einen Bewerber zukommen, ob er nicht glaube, dass ihm in diesem Job nicht schnell langweilig würde. Und manche Berufe begünstigen nun mal Menschen, die weniger risikofreudig sind. Einen Draufgänger kann im OP-Saal oder am Cockpit wahrlich niemand gebrauchen. Zu den Extremsportarten zählen beispielsweise:

  • Base-Jumping
  • Fallschirmspringen
  • Sky Surfing
  • Höhlentauchen
  • Bergsteigen
  • Free-Climbing
  • Drachenfliegen
  • Motorsport

Ehrlicherweise zählen auch Allerweltssportarten wie Skifahren, Reiten und Mountainbiking zu den Risikosportarten. Erhöhte Verletzungsgefahr besteht sogar bei Sportarten wie Turnen, Kampfsport oder Fußball.

In diesem Fall sollten Sie von Fall zu Fall abwägen, ob Ihnen die Angabe im Lebenslauf eher schadet oder nutzt. Fußball beispielsweise drückt Teamfähigkeit aus; eine Eigenschaft, die wahrscheinlich die Nachteile in Form einer erhöhten Verletzungsgefahr mehr als aufwiegt.

Wenn Sie aber wissen, dass Ihr Arbeitgeber in spé gerade massive Personalprobleme hat und momentan keine weiteren Ausfälle verkraften kann, dann lassen Sie die Risikosportart im Lebenslauf einfach weg.

Interessen im Lebenslauf: Und was ist mit…?

Neben Extrem- und Risikosportarten sind rein passive Eigenschaften verpönt. Klar, jeder schaut gerne eine spannende Serie auf Netflix oder einen guten Film im Kino. Als alleinige Hobbys präsentieren Sie sich damit aber arg dünn auf der Brust.

Was dagegen geht: Aktive Hobbys mit einem passiven Hobby kombinieren. Wenn Sie Feldhockey spielen und gerne malen, dann können Sie als Nummer drei guten Gewissens Kino mit aufnehmen.

Eine Ausnahme gibt es übrigens: Musik. Musik hören ist eine durch und durch passive Angelegenheit, aber niemand wird sie Ihnen negativ auslegen. Noch besser wäre natürlich, Sie würden selbst Musik machen…

Diese Interessen sind passiv und gehören nur bedingt in den Lebenslauf:

  • Kino
  • Fernsehen
  • Netflix
  • Youtube-Videos

Dann gibt es da noch Schlafen – eine ebenfalls sehr passive Tätigkeit. Abraten würden wir davon aber nicht, Schlafen als Hobby im Lebenslauf anzugeben. Denn erstens wirkt es sympathisch und zeugt von einer Prise Humor. Und zweitens signalisieren Sie damit sogar, dass Sie ein ausgeschlafener Typ sind. Wer gut schläft, ist fitter, gesünder und leistungsfähiger – davon profitiert auch Ihr Arbeitgeber! Also: Wenn Sie wollen, nehmen Sie Schlafen gerne zu den Interessen im Lebenslauf mit auf.

Und dann wären da noch die berüchtigten Computerspiele. E-Sport entwickelt sich immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Man kann damit viel Geld verdienen, ist in Clans oder Gilden organisiert und damit kein reiner Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. Und passiv ist das Hobby ja gar nicht, sondern im Gegenteil – überaus aktiv. Man trainiert damit sogar seine Reaktionsfähigkeit, analytisches und strategisches Denken.

Und dennoch: Videospielen haftet noch immer ein zweifelhafter Ruf an. Ob das berechtigt oder nicht, sei dahingestellt – viele Arbeitgeber ziehen jedenfalls die Augenbrauen hoch. Als offizielle Sportart wird E-Sports auf absehbare Zeit ebenfalls nicht anerkannt. Darum empfehlen wir: Lassen Sie Computer spielen im Zweifel lieber weg. Es sei denn, Sie bewerben sich direkt in der Games-Industrie…

Interessen im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

Vorweg: Sie müssen gar keine Interessen im Lebenslauf angeben. Das ist kein Muss, sondern ein Kann. Aber wenn Sie es tun, dann fügen Sie die Interessen am Ende des Lebenslaufs ein, niemals ins Anschreiben. Im Lebenslauf können sie das Bild, das der Entscheider über Sie gewinnt, durch passende Interessen vervollständigen. Sie geben Hinweise darauf, ob Sie als Person ins Team passen oder eher nicht.

Als Absolvent oder Berufseinsteiger sollten Sie nicht darauf verzichten. Denn Ihr Lebenslauf ist noch sehr dünn. Sie haben noch nicht viele Stationen und Erfahrungen vorzuweisen. Umso wichtiger werden alle weiteren Informationen – dazu zählen auch Interessen und Hobbys.

Machen Sie aber nicht den Fehler, Ihren Lebenslauf mit Interessen vollzukleistern. Vier oder fünf Hobbys sollten es sein – nicht mehr und nach Möglichkeit auch nicht weniger. Zu viele Interessen würden beliebig wirken – und nicht so, als ob Sie für eine Sache wirklich Feuer und Flamme wären. Genau das aber wollen Arbeitgeber: Mitarbeiter, die für ihre Sache brennen. Zudem würden Sie damit unter Beweis stellen, nicht selektieren und Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können.

Und noch etwas: Erfinden Sie nicht einfach Interessen, um Ihren Lebenslauf aufzupimpen. Das haben Sie erstens gar nicht nötig. Und zweitens kann es Ihnen unangenehm auf die Füße fallen. Wenn der Interviewer Sie etwa nach Ihrem Handicap fragt, weil Sie Golf angegeben haben, und Sie erwidern, Sie seien gar nicht behindert. Alles schon vorgekommen!

Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Interessen seien zu gewöhnlich oder zu wenig oder zu passiv oder zu …, dann lassen Sie die ganze Rubrik einfach weg.

Interessen im Lebenslauf: Beispiele

Grundsätzlich sollte der Lebenslauf kurz und prägnant sein. Niemand will lange Essays und Auflistungen studieren. Das gilt auch für die Interessen im Lebenslauf. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten – und auf jene, die in Zusammenhang mit der angestrebten Stelle stehen.

Oft gibt es da wirklich Überschneidungspunkte. Ein paar Beispiele:

Wer in der Sport- und Fitnessbranche Fuß fassen will (sei es als Personal Trainer, Manager, Verkäufer etc.), der würde durchaus Argwohn wecken, wenn er Lesen, Musizieren und Malen als Hobbys definiert, aber keine einzige Sportart.

In der Automobilbranche ist ein ausgeprägtes Interesse für Autos angebracht. Das kann sich in Kartrennen manifestieren oder in Oldtimern oder einfach im „Schrauben“. Letzteres ist speziell für einen Mechatroniker sicher kein Nachteil…

In der Finanzbranche sind Interessen vorteilhaft, mit denen man Genauigkeit, Akkuratesse und ein Faible für Zahlen assoziiert. In diese Kategorie fallen etwa Programmieren, Modellbau oder – wer ganz dick auftragen möchte – Aktien.

Bewerberinnen in der Modebranche wiederum steht die Lust aufs Präsentieren gut zu Gesicht. Ein eigenes Modeblog oder ein Instagram-Kanal, der sich dem Thema Mode widmet, zeugen von einem ausgeprägten Interesse an Fashion-Themen.

Es handelt sich wohlgemerkt nur um Beispiele. Aber Sie erkennen hoffentlich die Richtung, in die das Ganze laufen sollte. Auf der anderen Seite meiden Sie Interessen, die speziell in Ihrem angestrebten Fachbereich einen negativen Beiklang haben. Freilich hat man es oft mit Klischees zu tun, aber das spielt keine Rolle. Generell erfordert dies, dass Sie sich bei jeder Bewerbung neuerliche Gedanken um Ihre richtige Aufstellung machen.

Interessen im Lebenslauf: Diese bringen richtig Punkte!

Letztlich geht es hier um den ersten Schritt – Sie wollen die schriftliche Bewerbung überstehen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Was Sie dann im Jobinterview über Ihre Interessen erzählen, können Sie sich immer noch überlegen.

Grundsätzlich gut an kommen Interessen, die belegen, dass Sie auch in Ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen. Beispiele:

  • Jugendtrainer in einem Sportverein
  • Ehrenamt in einer sozialen Einrichtung
  • Engagement in einer berufsständischen Vereinigung
  • Mitarbeit an studentischen Projekten

Diese Interessen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur Ihren Drang, Spaß haben zu wollen, befriedigen. Sie erfordern Leidenschaft. Personalentscheider wissen das zu schätzen.

Und sie lassen Rückschlüsse auf Ihren Charakter zu. Es muss sich wohl um jemanden handeln, der sich voll reinhängt, der keine halben Sachen macht und vielleicht sogar ein Anführer ist – um einen Leistungsträger also. Wenn Sie dieses Bild von sich vermitteln – Glückwunsch!

Andererseits gibt es auch Fallstricke. Denn wenn Sie Ihren Lebenslauf mit lauter positiven Interessen aufhübschen, weckt das Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit. Wie kann der alles schaffen? Mehr als 24 Stunden stehen uns allen pro Tag nicht zur Verfügung. Also macht der vielleicht doch nur halbe Sachen!?

Darüber hinaus müssen Sie Ihre Interesse ja hinterher auch in Einklang mit dem neuen Job bringen. Niemand will, dass Sie vor lauter Ehrenämtern so ausgelaugt sind, dass Sie nur mit halber Kraft am Arbeitsplatz erscheinen. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen – evtl. dadurch, dass Sie nur ein oder maximal zwei „verantwortungsvolle“ Interessen auflisten. Zu viel mehr reicht es in Ihrer Freizeit ja wahrscheinlich ohnehin nicht.

Und machen Sie auch nicht den Fehler, in einem einzigen Anfall von Begeisterung von Ihrem Engagement im Sportverein zu schwärmen. Das könnte so herüberkommen, als gelte Ihre Liebe nur dem Verein; der Arbeitgeber wird immer dahinter an zweiter Stelle kommen. Selbst wenn das der Wahrheit entspricht, dann sollten Sie es im Bewerbungsgespräch nicht so vermitteln.

Interessen im Lebenslauf: Hier bringen Sie sie unter

Interessen im Lebenslauf RubrikIhre Interessen kommen im Lebenslauf in einen eigenen Abschnitt. Wie Sie diesen nennen, bleibt im Prinzip Ihnen überlassen. Richtig oder falsch gibt es nicht, nur verschiedene Alternativen. Möglich sind zum Beispiel:

  • Interessen
  • Hobbys
  • Interessen und Hobbys
  • Meine Interessen
  • Engagement
  • In meiner Freizeit
  • Freizeitinteressen
  • Freizeitaktivitäten
  • Was mich interessiert
[Bildnachweis: Roman Motizov by Shutterstock.com]

Praktika im Lebenslauf: Wie Sie von ihnen profitieren

praktika im lebenslauf

Praktika im Lebenslauf sind vor allem für Berufsanfänger und junge Beschäftigte wichtig. Sie stehen für Berufserfahrung, wo sonst nur gähnende Leere wäre. Schul- oder Hochschulabsolventen sollten sich aber genau überlegen, welche Praktika sie in ihren Lebenslauf aufnehmen. Denn manche passen wunderbar zur möglichen neuen Stelle, andere geben sogar Minuspunkte. Und dann kommt es noch darauf an, mit welchen Formulierungen Sie Ihre Praktikumserfahrungen umschreiben. Folgende Fehler gilt es zu vermeiden…

Praktika im Lebenslauf: Welche gehören hinein?

Nehmen Sie in Ihren Lebenslauf möglichst nur die Praktika auf, die für die jeweilige Stelle relevant sind. Praktika sollen ja belegen, dass der Bewerber über praktische Qualifikationen und Berufserfahrung verfügt. Wenn ein Praktikum überhaupt keine Anknüpfungspunkte zur möglichen neuen Stelle aufweist, dann lassen Sie es lieber weg.

Angenommen, Sie bewerben sich als Projektmanager, dann stehen Ihnen Praktika gut zu Gesicht, die belegen, dass Sie schon einmal ein Projekt organisiert haben. Je stärker die Verbindungslinie, desto besser. Darüber hinaus sind auch Praktika wertvoll, die einen indirekten Bezug haben. Durch ein Auslandspraktikum etwa weisen Sie soziale und interkulturelle Kompetenzen nach – das ist in fast jedem Job ein Pluspunkt!

Klar ist: Je jünger Sie sind und je weniger Berufserfahrung Sie haben, desto wichtiger sind Praktika im Lebenslauf. Als Schul- oder Hochschulabsolvent können Sie im Zweifel auch Praktika in den Lebenslauf aufnehmen, die nur wenige Bezugspunkte zum angestrebten Job haben. Dann geht es für Sie erst einmal darum zu zeigen, dass Sie überhaupt schon Berufs- und Arbeitserfahrung gesammelt haben. Das gilt auch für Praktikumsanwärter selbst oder Azubis.

Mit steigender Berufserfahrung werden Praktika im Lebenslauf immer unwichtiger. Wer schon zehn Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel und verschiedene Positionen innehatte, lässt die Praktika im Lebenslauf komplett weg. Hilfreich können sie allenfalls sein, um Lücken im Lebenslauf zu schließen.

Praktika im Lebenslauf: Wo gehören Sie hin?

Wenn Sie Praktika im Lebenslauf platzieren, dann muss sie der Empfänger auch finden – logisch. Entweder, Sie nehmen einen eigenen Abschnitt „Praktika“ auf oder Sie führen die Praktika in der Rubrik „Berufserfahrungen“ mit den anderen beruflichen Stationen zusammen.

Wo sie NICHT hingehören: In die Rubrik „Hobbys“ und auch nicht in die Kategorie „Sonstiges“. Nebenbei bemerkt ist die Kategorie „Sonstiges“ ohnehin vollkommen überflüssig. Und auch für ehrenamtliche Aktivitäten nehmen Sie besser einen eigenen Abschnitt auf und verstecken sie nicht unter „Sonstiges“.

Sie sollten sich klar machen, dass viele Personaler einen Lebenslauf nur fix von oben nach unten scannen. So sieben sie vorab Bewerber aus, die die Mindestqualifikationen nicht erfüllen. Daher sollte der Abschnitt „Berufserfahrungen“ bei Ihnen nicht gähnend leer sein – sonst landen sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Aussortiert-Stapel.

Machen Sie Ihre Praktika im Lebenskauf also sichtbar. Dazu gehören gute Beschreibungen. Diese Fragen sollten Sie beantworten:

  • In welchem Zeitraum haben Sie das Praktikum absolviert?
  • Welche Tätigkeiten haben Sie übernommen?
  • Was haben Sie erreicht oder bewirkt?
  • Welche Fähigkeiten konnten Sie erwerben oder verbessern?

Am besten, Sie arbeiten obige Fragen wie eine Checkliste bei jedem Praktikum ab. So gewinnen Ihre Praktika im Lebenslauf einen echten Mehrwert. Denn das ist wichtig: Wenn der Personaler keinen Sinn oder Nutzen in einem Praktikum erkennt, nützt es Ihnen in der Bewerbung herzlich wenig.

Praktika im Lebenslauf: Wie viele sollten es sein?

Noch mal der Hinweis: Nehmen Sie lediglich die Praktika auf, die einen relevanten Stellenbezug haben. Ansonsten können Sie sich diese Maxime merken: Mehr als drei oder vier Praktika sollten es nicht sein.

Warum nicht? Sie wollen doch schließlich nicht als ewiger Praktikant abgestempelt werden. Zu viele Praktika suggerieren, dass es für eine „richtige Stelle“ bislang nicht gereicht hat oder dass Sie sich diese selbst (noch) nicht zutrauen. Sie treten nicht als großes Talent auf, sondern wirken eher wie ein Wasserträger auf Wanderschaft. Außerdem sollte ein Lebenslauf nicht länger sein als zwei DIN A4-Seiten. Sie haben also gar keinen Platz, um ein großes Potpourri an Praktika auszubreiten.

Praktika im Lebenslauf: Was schreibe ich?

Ein Praktikum formulieren Sie im Lebenslauf so wie andere berufliche Stationen auch. Im tabellarischen Lebenslauf ist das Muster MM/JJJJ – MM/JJJJ in der linken Spalte und der Inhalt in der rechten Spalte vorgesehen.

Konkret könnte das so aussehen:

04/2018 – 07/2018 Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit,
                                   Betreuung der Pressevertreter
                                   Konzeption und Durchführung einer PR-Kampagne

Genereller Tipp: Übertreiben Sie es nicht, bleiben Sie bei der Wahrheit. Ein bisschen aufpeppen ist erlaubt und auch empfehlenswert. Aber lügen Sie bitte nicht. Erfahrene Personaler werden schnell misstrauisch und haken dann im Vorstellungsgespräch nach. Wenn Sie dann keine Antwort wissen, sind Sie möglicherweise als Lügner enttarnt – und den Job los.

Aber Sie sollten sich schon überlegen, wie Sie Ihr Praktikum gewinnbringend einsetzen. Wie haben Sie durch Ihre Tätigkeiten zum Unternehmenserfolg beigetragen? Das müssen keine riesigen Durchbrüche sein, auch Erfolge im Kleinen sind es wert, erwähnt zu werden.

Versuchen Sie präzise und positiv zu beschreiben, was Sie eigentlich genau gemacht haben. Das ist eine Kunst für sich. Wer sie beherrscht, sammelt im Personalbüro Punkte.
Suchen Sie sich starke Wörter aus, die Ihr Praktikum beschreiben und nach Möglichkeit auch noch zur neuen Stelle passen. Dies erfordert Zeit und Hirnschmalz, ist die Mühe aber wert.

Verwenden sie aktive Formulierungen statt passiver – wenn es geht, immer! Wer die Produktionskette organisiert und nicht nur überwacht hat, verwandelt sich vom passiven Phlegmatiker zum Macher.

In die richtigen Formulierungen sollten Sie Energie investieren. Diese entscheiden über Wohl und Wehe Ihrer Bewerbung mit. Nicht nur für Praktika, auch für Nebentätigkeiten und Minijobs sollten Sie angemessene Begriffe finden. Es versteht sich ja zum Beispiel von selbst, dass Sie während Ihrer Studienzeit nicht gekellnert haben. Sie haben als Servicefachkraft in der Gastronomie wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Und noch ein Tipp: Passen Sie Ihr Vokabular – wenn möglich – an die jeweilige Branche an. Streuen Sie Fachbegriffe ein. Wenn es sein muss, sogar denglische. Das macht Ihren Lebenslauf passgenau und Sie gleich viel kompetenter…

Hier sind 4 Beispiele:

  1. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 1

    Sie haben ein Praktikum in einem Call-Center absolviert. Nun wollen Sie die Referenz nutzen, um einen Anschlussjob im Vertrieb zu ergattern.

    In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
    Annahme von Telefonaten

    In Ihrem Lebenslauf steht:
    Kundenbetreuung, Kundenmanagement, Inbound- und Outbound-Marketing

  2. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 2

    Sie haben während des Praktikums den Instagram-Account eines kleinen Familienbetriebs betreut. Ihr Traum wäre es, weiterhin in den Medien zu arbeiten – in der PR oder als Social Media Manager. Wenn Sie sich daraufhin für ein weiteres Praktikum, Volontariat oder Traineeship im Medienbranche bewerben, dann steht…

    in Ihrem Lebenslauf nicht:
    Pflege der Instagram-Seite

    Dann steht im Lebenslauf:
    Social Media Management, Redaktion, Content Curation und Community Management

  3. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 3

    Sie haben ein Praktikum in einem kleinen Familienunternehmen absolviert. Währenddessen haben Sie Flyer und Plakate gebastelt. Die Erfahrung wollen Sie nutzen, um sich einen Job in der Mediengestaltung zu sichern.

    In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
    Gestaltung eines Plakats und Flyers

    In Ihrem Lebenslauf steht:
    Konzeption, Gestaltung und Realisierung von Werbemitteln

  4. Praktika im Lebenslauf: Beispiel 4

    Sie waren in der Oberstufe im Abiball-Komitee und haben die große Abi-Fete organisiert. Nun peilen Sie einen Job im Event-Management an.

    In Ihrem Lebenslauf steht nicht:
    Organisation einer Party

    In Ihrem Lebenslauf steht:
    Konzeption, Planung und Durchführung von größeren Schulveranstaltungen (z.B. Abiball 2019)

Dabei handelt es sich natürlich nur um Beispiele. Sie sollten bei der Wahrheit bleiben, sich aber nicht unter Wert verkaufen. Die richtige Wortwahl sorgt dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

Praktika im Lebenslauf: So geht’s weiter

Praktika ersetzen Berufserfahrung – gerade bei jungen Bewerbern. Sie helfen Ihnen also im besten Fall, die erste Hürde zu nehmen und zum Vorstellungsgespräch durchzusprinten.

Doch um die Wurst geht es jetzt erst. Und da sollten Sie vorbereitet sein. Je prominenter der Platz, den Praktika in Ihrem Lebenslauf einnehmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das der Personaler Sie nach Ihren Erfahrungen befragt.

Darum sollten Sie vorher ein paar Gedanken an Ihre möglichen Antworten verschwenden. Diese Fragen helfen Ihnen dabei:

  • Welche Erfahrungen habe ich gesammelt, die mir im angestrebten Job helfen würden?
  • Welche Skills habe ich ganz konkret verbessert?
  • Wie habe ich mich persönlich weiterentwickelt?
  • Welches Ereignis hat mich besonders geprägt?
  • Welche Lehren habe ich daraus gezogen?

Dabei können sie ruhig ins Detail gehen und ein oder zwei Anekdoten zum Besten geben. Je detailreicher, desto glaubwürdiger.

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]

Bewerbungskosten absetzen: So geht’s

bewerbungskosten absetzen

Eine Bewerbung soll zum großen Erfolg – und zu einem ordentlichen Gehalt – führen. Dafür müssen Sie aber in Vorleistung gehen. Bewerbungsfoto anfertigen, Bewerbungsratgeber kaufen, Hotel am Unternehmensstandort buchen, um nur ein paar Kostenbeispiele zu nennen. Bewerbungen kosten Geld. Sitzen bleiben Sie auf Ihren Kosten aber nicht. Das Finanzamt erstattet Ihnen die Bewerbungskosten – sofern Sie alles richtig belegen und eintragen. Bewerbungskosten absetzen: So machen Sie’s richtig…

Bewerbungskosten absetzen: Geht das?

Bewerbungskosten zählen – steuerlich gesehen – zu den Werbungskosten. Werbungskosten sind laut Einkommensteuergesetz „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.“

Nun dienen Bewerbungen zweifelsfrei dazu, Einnahmen zu erwerben und zu sichern. Dabei ist es unerheblich, ob eine Bewerbung zum Erfolg führt oder nicht. Wichtig ist nur, dass die Kosten im Rahmen der Stellensuche angefallen sind.

Bei der Berechnung der Einkünfte in der Steuererklärung können Sie die Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen. Somit mindern Bewerbungskosten Ihre Steuerlast. Darum ist es auch ratsam, sich alle Bewerbungsgespräche zu notieren und die angefallenen Belege zu sammeln. Das bringt Ihnen am Ende des Steuerjahres bares Geld.

Bewerbungskosten: Die können Sie absetzen

Die Kosten für folgende Materialien und Dienstleistungen können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen:

Eigenwerbung

Materialien

  • Bewerbungsmappen
  • Briefumschläge
  • Klarsichthüllen
  • Druckerpatronen
  • Kleber
  • Kopien
  • Stifte, Füller
  • Schreibpapier
  • Briefmarken

Recherche

  • Kurse
  • Seminare
  • Übersetzungen
  • Bücher, Ratgeber
  • Magazine, Zeitschriften
  • Bewerbungsschreiber
  • Beglaubigungen
  • Polizeiliches Führungszeugnis

Reisekosten

  • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen
  • Parkgebühren
  • Übernachtungen
  • Verpflegung
  • Stadtpläne

Hinweis: Wer die Telefon- oder Internetkosten anteilig absetzen will, könnte Probleme mit dem Finanzamt bekommen. Häufig lehnt es die Steuererstattung ab. Trotzdem: Probieren geht über studieren.

Auch Online-Bewerbungskosten absetzen?

Der Großteil der Bewerbungen erfolgt heute online. Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Auf den ersten Blick sind Online-Bewerbungen deutlich kostengünstiger als schriftliche. Das Porto fällt weg, außerdem Anschaffungskosten für Mappe, Papier, Stifte, Druckerpatronen.

Dennoch können Sie selbstverständlich auch Online-Bewerbungen von der Steuer absetzen. Die Pauschale, die das Finanzamt akzeptiert, ist bei Online-Bewerbungen aber geringer als bei schriftlichen (dazu gleich mehr).

Außerdem entstehen ja noch immer andere Kosten im Zusammenhang mit der Bewerbung: Bewerbungsratgeber, Foto und Fahrtkosten beispielsweise. Die können Sie anrechnen, unabhängig davon, ob die Bewerbung auf dem Online- oder Offline-Weg erfolgt ist.

Bewerbungskosten absetzen: An die Belege denken

Die Steuererstattung sollten Sie schon während Ihres Bewerbungsprozesses im Hinterkopf abspeichern. Das heißt: Dokumentieren Sie eine Liste mit all Ihren Bewerbungen und bewahren Sie die entsprechenden Dokumente, Mappen, Mails auf.

Denn das Finanzamt wird Ihre Bewerbungskosten nur erstatten, wenn Sie Belege vorlegen. Beziehungsweise es könnte zumindest die Vorlage von Belegen nachträglich von Ihnen verlangen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Zum Beispiel, indem Sie auf Ihrem Rechner einen Ordner anlegen, in dem Sie die Eingangsbestätigungen oder Absagen der einzelnen Unternehmen ablegen – oder Ihre per Mail verschickten Bewerbungen.

Das Gleiche gilt für alle anderen Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen. Bewahren Sie also auch Quittungen von Mappen, Stiften, Fotos, Stadtplänen usw. auf – am besten heften Sie alles in einem Ordner, Ihrem Steuerordner, ab.

Tipp: Ein Schuhkarton bietet sich für Papierbelege an. Der ist im Innern trocken und dunkel. So verblassen Ihre Dokumente nicht so schnell. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Belege auch kopieren oder einscannen und auf Ihrem Computer ablegen.

Wie setze ich Bewerbungskosten ab?

Sie haben zwei Optionen, um Ihre Bewerbungskosten als Werbungskosten abzusetzen:

  1. Sie reichen die Belege für Ihre Bewerbungskosten ein.
  2. Sie machen Ihre Bewerbungskosten über Pauschalen geltend.

Bei Variante 1 rechnen Sie alle Bewerbungskosten, für die Sie Belege gesammelt haben, zusammen und tragen Sie als Werbungskosten in Ihre Steuererklärung ein. Das kann eine langwierige und komplizierte Angelegenheit sein.

Einfacher ist Variante 2: Das lästige Sammeln der Quittungen bleibt Ihnen damit erspart. Sie legen einfach eine Pauschale zugrunde. Pro schriftlicher Bewerbung lässt das Finanzamt erfahrungsgemäß neun bis 15 Euro durchgehen. Manche Finanzämter orientieren sich an einem Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004, das für schriftliche Bewerbungen Kosten von jeweils 8,50 Euro angenommen hatte.

Für eine E-Mail-Bewerbung, wie sie heute üblich ist, bekommen Sie nicht so viel zurück – hier beträgt die Pauschale nur 2,50 Euro. Fahrt- und Übernachtungskosten sind nicht inbegriffen.

Aber: Auch wenn sich das Finanzamt in der Regel an Pauschalen orientiert — Anspruch auf eine Pauschale haben Sie grundsätzlich nicht. Es liegt immer im Ermessen des Sachbearbeiters, ob und welche Pauschale er anerkennt.

Außerdem dürfen Sie mit Pauschalen die Grenze von 1.000 Euro bei den Werbungskosten nicht überschreiten. Mehr Geld können Sie nur geltend machen, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben über diesem Wert liegen – und wenn Sie sie nachweisen können.

Wo trage ich die Bewerbungskosten ein?

Die Steuererklärung ausfüllen – für die meisten eine undankbare Aufgabe. Speziell für Berufsanfänger ist sie zudem sehr herausfordernd. Wo soll ich meine Bewerbungskosten überhaupt eintragen?

Antwort: in der Anlage N. Hier werden die Werbungskosten – und damit auch die Bewerbungskosten – eingetragen. Die Anlage N besteht aus insgesamt drei Seiten. Die Bewerbungskosten finden auf Seite 2 Platz. Auf der letzten Seite tragen Sie dann noch Ihre möglichen Mehraufwendungen ein, wenn Sie zwei Haushalte haben.

Sollte der Platz für Ihre Bewerbungskosten nicht ausreichen, haben sie die Möglichkeit, unter „Weitere Werbungskosten“ einen Vermerk mit „Siehe Anlage“ zu machen.

Bewerbungskosten: Wie kann ich Sie mir noch zurückholen?

Bis Sie Geld vom Finanzamt erstattet bekommen, können Wochen und Monate ins Land gehen. Es gibt aber noch andere Wege, Bewerbungskosten zurückzuholen. Das ist gerade für Menschen wichtig, die mit jedem Euro kalkulieren müssen. Gerade in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Studium oder geringfügiger Beschäftigung ist es oft schwierig, alle anfallenden Kosten auszulegen.

Die gute Nachricht: Viele Arbeitgeber erstatten die Kosten für ein Vorstellungsgespräch. Es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Erstattung. Voraussetzung ist, dass der Bewerber sich auf eine zu besetzende Stelle beworben und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hat. Die Pflicht zur Kostenübernahme ist unabhängig davon, ob der Bewerber letztlich den Zuschlag erhält oder nicht. Es werden allerdings nur solche Kosten erstattet, die nach den Gesamtumständen „erforderlich“ waren.

Auf der anderen Seite haben Arbeitgeber die Möglichkeit, die Kostenübernahme zu verweigern oder zu begrenzen. Dies muss das Unternehmen aber bei der Einladung zum Bewerbungsgespräch deutlich machen. Dies kommt immer auf den Einzelfall an. Nicht unüblich ist es beispielsweise, nur die Anreise mit der Bahn zu erstatten. Möchte der Bewerber aber mit dem Flugzeug anreisen, muss er die Mehrkosten selbst tragen.

Tatsächlich hängt die Bereitschaft zur Kostenübernahme häufig davon ab, für welche Stelle der Bewerber vorgesehen ist. Hochqualifizierten und nachgefragten Arbeitskräften will man das eigene Unternehmen möglichst schmackhaft machen – dazu gehört auch eine großzügige Übernahme der Kosten.

Eigentlich selbstverständlich: Erscheint der Kandidat gar nicht oder ohne ausdrückliche Einladung zum Vorstellungsgespräch, ist das Unternehmen nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. In jedem Fall gilt: Der Bewerber muss die Kosten innerhalb von drei Jahren geltend machen, danach sind sie verjährt. Aber das sollte machbar sein.

Und es gibt sogar noch eine weitere Möglichkeit: Sollte der Arbeitgeber die Kosten nicht übernehmen wollen, dann wenden Sie sich als Bewerber ans Arbeitsamt oder Jobcenter. Vielfach können Sie sich hier Bewerbungskosten erstatten lassen. Das ist aber Ermessenssache. Fragen Sie also unbedingt VOR Ihrem Bewerbungsgespräch nach, ob und welche Kosten übernommen werden können.

Mehr Zeit für die Steuererklärung!

Bewerbungskosten absetzen mehr Zeit
Seit 2019 haben Sie mehr Zeit, um sich Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Bislang mussten Sie Ihre Steuererklärung stets bis Ende Mai vorlegen. Jetzt reicht es dem Finanzamt aus, wenn sie bis zum 31. Juli vorliegt.

Falls Sie Ihre Steuererklärung nicht selbst machen, sondern von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lassen, verschiebt sich die Frist noch weiter nach hinten. Die Steuererklärung für 2019 müsste dann nicht früher als bis Ende Februar 2021 beim Finanzamt eingehen.

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Arbeitgeber hinhalten: Wie es richtig geht

arbeitgeber hinhalten

Arbeitgeber tun es, Bewerber tun es, auch Menschen auf Partnersuche tun es: Den anderen hinhalten. Das ist oft unangenehm, kann aber gute Gründe haben. Wenn ein Bewerber mehrere Ässe im Ärmel hat und nicht das erstbeste Angebot annehmen will, muss er wohl oder übel Zeit schinden. Den Arbeitgeber hinhalten – dafür gibt es mehr als einen Weg…

Arbeitgeber hinhalten: Manchmal muss es sein

Es ist eine Luxussituation. Aber eine, in der man sich sehr unwohl fühlt. Stellen Sie sich vor, sie haben mehrere Zusagen zu Vorstellungsgesprächen. Das erste Jobinterview führen Sie bei einem mittleren Unternehmen, das in Ihrer persönlichen Hitliste relativ weit unten rangiert.

Das Gespräch läuft gut, Ihr Selbstvertrauen ist frisch gestärkt. Kurz nach dem Termin kommt auch schon die Zusage seitens der Firma: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job!“ Eine tolle Nachricht, über die Sie sich bestimmt freuen – und die Ihnen schmeichelt.

Allerdings würden Sie dennoch die anderen Gespräche gerne noch wahrnehmen – und erst danach entscheiden. Die mutmaßlich besseren Unternehmen kommen schließlich noch. Was tun? Karrieresprung hätte da folgende Vorschläge für Sie…

Arbeitgeber hinhalten: Diese 3 Optionen haben Sie

  1. Zusage

    Auf die Zusage des Unternehmens reagieren Sie… mit einer Zusage. Sie nehmen den Job an und bedanken sich ganz herzlich bei der Personalabteilung des Unternehmens.

    Dann dauert es ein paar Tage, bis der Arbeitsvertrag bei Ihnen eintrifft. Jetzt können Sie weitere Zeit schinden, indem Sie den Arbeitsvertrag bis auf Weiteres liegen lassen. Falls Ihr zweites Vorstellungsgespräch zeitnah terminiert ist, reicht diese Taktik vielleicht schon aus.

    Wenn nicht, dann kündigen Sie den Vertrag noch vor Ihrem Antrittsdatum. Außerdem hätten Sie in der Probezeit ja noch die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen wieder zu kündigen. Meist beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen.

    Das können Sie machen – sollten Sie aber nur im Notfall tun. Denn so hinterlassen Sie verbrannte Erde. Ihr neuer alter Arbeitgeber ist über dieses Vorgehen bestimmt not amused. Wahrscheinlich wird er sogar hochgradig erzürnt sein – nachvollziehbar!

    Eine positive Referenz, einen wertvollen Kontakt oder eine Möglichkeit auf Rückkehr können Sie sich dann abschminken. Die Taktik ist vor allem riskant, wenn die Branche, in der Sie sich bewegen, sehr überschaubar ist. Erstens spricht sich so etwas schnell herum, zweitens ist die Anzahl an potenziellen Arbeitgebern begrenzt.

  2. Anruf

    Das ist die ehrlichste Variante. Aber ob es auch die erfolgversprechendste ist?

    Sie rufen im Unternehmen an und teilen ganz höflich mit, dass Sie sich für die Zusage bedanken und auch sehr gerne einschlagen würden. Aber auch, dass Sie noch weitere Vorstellungsgespräche vor der Brust haben und diese gerne wahrnehmen würden. Und dann bitten Sie noch um etwas Bedenkzeit für Ihre Entscheidung. Ein gutes, faires Vorgehen – das sich aber rächen könnte.

    Zum Beispiel dann, wenn die kommenden Jobinterviews mies laufen. Und wenn es letztlich bei dieser einen Zusage bleibt, der Arbeitgeber aber so in seiner Eitelkeit verletzt ist, dass er sein Angebot zurücknimmt. Dann stehen Sie mit leeren Händen da. Allerdings gibt es viele Arbeitgeber, die für Ihr Vorgehen sehr wohl Verständnis hätten.

    Die Variante bietet sich an, wenn sie Ihre erste Zusage ohnehin nur als Notnagel sehen und im Zweifel darauf verzichten können. Spielen Sie das am besten mit einem Wenn-dann-Szenario durch. Wenn ich keine weiteren Angebote bekomme und die erste Zusage auch noch zurückgenommen würde, was dann? Wäre dies eine Katastrophe? Ist die Antwort nein, gehen Sie ins Risiko.

  3. Hinauszögern

    Die gute alte Hinhaltetaktik: Sie schinden bei jeder sich bietenden Gelegenheit Zeit. Auf die Zusage des Arbeitgebers melden Sie sich erst Tage später. Mit dem Hinweis, dass Sie verreist oder erkrankt waren.

    Sie nehmen den Job auch noch gar nicht an, sondern tun nur so, als ob. Motto: „Wow, das freut mich sehr! Vielen, vielen Dank!“ Vielleicht mailen Sie dann noch ein paar Mal mit dem Personalbüro hin und her, bevor Ihnen der Arbeitsvertrag zugeschickt werden soll.

    Wenn dieser bei Ihnen zuhause eintrudelt, können Sie wieder Zeit schinden. Sobald sich das Personalbüro bei Ihnen meldet, wo denn der Vertrag bleibt, gaukeln Sie vor, Sie hätten ihn längst unterschrieben und zurückgeschickt. „Der muss unterwegs verloren gegangen sein!“ Und schon haben Sie wieder zeitlichen Spielraum…

    Klar, diese Taktik ist vor allem eins: unehrlich. Und spätestens wenn Sie doch noch absagen, durchschaut das Unternehmen Ihre Strategie. Das wird Ihnen keine neuen Freunde bringen. Außerdem kann es sein, dass der Arbeitgeber schon nach kurzer Zeit spürt, dass etwas im Busch ist und Sie nicht so richtig wollen – und seinerseits absagt.

Warum die Hinhaltetaktik eine Gratwanderung ist

Was Sie stets bedenken sollten: Eine mündliche Zusage des Arbeitgebers ist rechtlich wertlos. Erst wenn Sie den unterschriebenen Arbeitsvertrag auf dem Tisch haben und ebenfalls unterschreiben, ist der Deal besiegelt. Der Arbeitgeber hat bis dahin ebenfalls die Möglichkeit, jederzeit wieder von seinem Angebot zurückzutreten.

Und davon wird er mit ungleich höherer Wahrscheinlichkeit Gebrauch machen, wenn er das Gefühl hat, dass Sie ihn hinhalten. Die Hinhaltetaktik ist also riskant. Und auch auf eine gewährte Bedenkzeit können Sie ihn nicht festnageln. Läuft ihm in der Zwischenzeit ein anderer Bewerber über den Weg, kann ihn der Arbeitgeber einstellen und Ihnen vorziehen. Bei der Bedenkzeit handelt es sich um reine Kulanz ohne rechtlichen Anspruch.

Das ist aber auch eine Chance für Sie. Bevor der Arbeitsvertrag nicht bei Ihnen eintrifft, können Sie weitere Vorstellungsgespräch wahrnehmen und mit anderen Unternehmen verhandeln. Ohnehin sollten Sie diesen Zwischenzeitraum nutzen, um über die genauen Vertragsmodalitäten zu verhandeln. Verhandlungsmasse gibt es viel: Gehalt, Urlaubstage, geldwerte Vorteile, Benefits usw. Das hilft Ihnen bei der Entscheidungsfindung – und es nimmt Zeit in Anspruch. Bleiben sie aber stets höflich und realistisch – und überziehen Sie nicht nach dem Motto: „Wenn Sie mir dies und das nicht gewähren, nehme ich einen andere Stelle an.“ Überheblichkeit überkommt gerne diejenigen, die mehrere Optionen auf dem Tisch haben – oder glauben, diese zu haben.

Grundsätzlich können Sie die Hinhaltetaktik nicht ewig fahren. Irgendwann müssen die Karten auf den Tisch. Das sind Sie auch dem Unternehmen schuldig, das seine Stelle ja irgendwann irgendwie besetzen will und muss.

Und: Je besser Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind, desto ehrlicher und offener können sie agieren. Das spräche also für Variante 2, den ehrlichen Anruf. Beispiel Softwareentwickler: Sie sind auf dem Jobmarkt momentan so begehrt, dass kaum ein Arbeitgeber einen vom Hof jagen wird, wenn er ihm sagt, dass er erst noch andere Bewerbungsgespräche wahrnehmen möchten. Im Gegenteil, die Chancen stehen ganz gut, dass das Unternehmen sein Angebot noch mal erhöht oder andere Benefits offeriert, um ihm die Stelle schmackhaft zu machen.

In Branchen wiederum, in denen es einen Bewerber-Überschuss gibt – zum Beispiel im Medienbereich – könnte diese Strategie nach hinten losgehen. Auch große Unternehmen können aus einem riesigen Fundus an Bewerbern wählen. Diese Parameter beziehen Sie besser mit ein…

Hinhalten: Auch Unternehmen tun es

Das Phänomen des Hinhaltens läuft natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn also Unternehmen einen Bewerber hinhalten, weil sie ihn nicht verlieren, aber sich noch andere Kandidaten anschauen wollen. Das nennt sich Benching.

Wenn Sie das nicht hinnehmen wollen, fragen Sie sich zwei Wochen nach dem Bewerbungsgespräch höflich nach dem aktuellen Stand. Und stellen Sie Ihre Jobsuche nicht ein, sondern erst dann, wenn Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben.

Allerdings kann Benching auch ein gutes Zeichen sein – und darauf hindeuten, dass Sie noch im Rennen sind…

Strategien: Es gibt noch eine vierte!

Arbeitgeber hinhalten OptionEine haben wir doch glatt vergessen: Option Nr. 4. Die lautet: Absagen!

Natürlich ist auch das eine Möglichkeit. Wenn Ihnen das Angebot nicht zusagt, können Sie es auch sofort verwerfen – und sind fortan wieder frei für andere Offerten. Arbeitgeber hinhalten? Überflüssig.

Eine sofortige Zusage des Arbeitgebers kann der Bewerber ja auch als Verzweiflung interpretieren: „Da scheint jemand große Probleme zu haben, neue Mitarbeiter zu bekommen und nimmt einfach alle, die er kriegen kann. Woran liegt das? Was stimmt nicht mit ihm?“ Schließlich erwartet man von seinem künftigen Arbeitgeber ja durchaus Sorgfalt und eine gründliche Auslese. Und die beansprucht doch Zeit. Vielleicht ein Hinweis, dem noch mal nachzugehen – durch eine Internet-Recherche beispielsweise.

Auf der anderen Seite kann das Unternehmen auch einfach sehr überzeugt von Ihnen gewesen sein – dann müssten Sie die Sofort-Zusage als großes Kompliment verstehen. Hier ist also das berühmte Fingerspitzengefühl und Urteilsvermögen gefragt.

Fest steht nur: Wer keine Lust darauf hat, den Arbeitgeber hinzuhalten, der kann auch einfach absagen.

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Jobsuche ab 50: Wie Sie fündig werden

jobsuche ab 50

Arbeitgeber stehen auf junges Fleisch. Das ist auch gar nicht weiter verwunderlich. Junge sind motiviert, dynamisch und vergleichsweise günstig. Aber: The times, they are a-changin‘. Vorbei die Zeiten, in den Arbeitnehmer ab 50 schon halbtags an die Rente dachten. In Wahrheit war es wohl noch nie so leicht wie heute, als Angehöriger der Ü50-Fraktion einen neuen Job zu finden. Jobsuche ab 50: Hier geht’s zur Traumstelle…

Jobsuche ab 50: Nicht so einfach!

Aus Arbeitgebersicht spricht tatsächlich einiges dafür, jüngeren Bewerbern den Vorzug zu geben. Sie kommen frisch von der Schule oder Uni, sind voller Tatendrang – und nicht so teuer. Auch kann sie der Arbeitgeber noch formen, ihr Entwicklungsspielraum ist groß.

Was gegen Ü50-Arbeitnehmer spricht:

  • Sie kennen ihre Rechte und Pflichten ganz genau und lassen sich nichts mehr sagen. Speziell bei jüngeren Vorgesetzten könnte dies zu Autoritätsproblemen führen.
  • Ältere sind – so das Vorurteil – unflexibel und können sich nur schwer neuen Gegebenheiten anpassen. Der sich rasant wandelnde Arbeitsmarkt erfordert aber geistige – und manchmal auch körperliche – Flexibilität. Bisweilen befinden sich die Skills älterer Bewerber zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand.
  • Die Generation 50+ ist nicht dafür bekannt, aus Digital Natives zu bestehen. Gerade IT-Kenntnisse aber sind eine Schlüsselkompetenz der Gegenwart – und der Zukunft. Viele neue Jobs entstehen im IT-Bereich.
  • Ältere sind krankheitsanfällig und drohen daher häufig auszufallen – manchmal auch für einen längeren Zeitraum. Dies verursacht neue Anstrengungen und Kosten. Eine Ersatzkraft muss vom Unternehmen rekrutiert und eingearbeitet werden. Mit einem jüngeren Mitarbeiter wäre das vielleicht nicht notwendig.
  • Sie sind teuer. Berufserfahrung bringt überdurchschnittliche Gehaltsvorstellungen mit sich. Das Senioritätsprinzip ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch immer stark ausgeprägt. Wer lange dabei ist und über viel Erfahrung verfügt, verdient auch mehr – manchmal zu viel.

Das alles macht klar: Menschen ab 50 haben Nachteile bei der Jobsuche. Derer sollten sie sich bewusst sein. Darum fliegen viele von ihnen schon in den ersten Bewerbungsrunden raus, obwohl die Qualifikationen formell ausreichen.

Die Argumente gegen Ältere sollte man zumindest anerkennen und nicht einfach beiseite wischen. Nach dem Motto: „Pah, die geben uns einfach keine Chance!“ Versetzen Sie sich in den Arbeitgeber hinein: Wen würden Sie einstellen – den günstigen Jungen oder den teuren Alten?

Aber bevor Sie empört aufschreien: Natürlich gibt es auch sehr viele Argumente, die FÜR Ü50-Arbeitnehmer sprechen. Und immer mehr Arbeitgeber sehen diese auch. Auch der demographische Wandel trägt sein Scherflein dazu bei. Alles in allem steigen die Beschäftigungschancen von Älteren von Jahr zu Jahr…

Jobs ab 50: Darum sind sie wichtig

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Wir schreiben zwar von Älteren, aber mit 50 Jahren ist man eher im Bereich „mittelalt“ angesiedelt – oder „mitteljung“, ganz wie Sie wollen. Vom Regelrentenalter ist man jedenfalls noch weit entfernt.

Aus finanziellen Erwägungen ist es für die meisten schlicht eine Notwendigkeit, mit 50 , 55 oder 60 Jahren zu arbeiten. Der Kühlschrank will gefüllt, Kredite wollen abbezahlt und wertvolle Rentenpunkte gesammelt werden. Viele Menschen können ihren Lebensstandard im Alter nicht halten – umso wichtiger ist es, bis dahin einen guten Job zu haben und vorsorgen zu können.

Dies gilt speziell für Frauen, die nach einer Untersuchung der Unis Mannheim und Tilburg im Schnitt rund ein Viertel weniger Rente erhalten als Männer.

Aber selbst wenn Sie Ihre Schafe schon im Trockenen haben, lautet unser Rat: Hören Sie lieber nicht auf zu arbeiten. Ein Job bringt Struktur in den Alltag, eine Aufgabe, hält geistig fit und erhält soziale Kontakte zu Kollegen. Das alles sind Aspekte, die viele Rentner erst im Ruhestand zu schätzen wissen.

Manche nutzen die späte Phase im Arbeitsleben auch, um noch einmal ganz neu durchzustarten. Sie machen sich als Berater selbstständig oder gründen noch einmal ganz neu. Darüber sollten Sie zumindest einmal nachdenken…

Jobsuche mit 50: Warum sie immer leichter wird

Immer mehr Ältere arbeiten. Von 2007 bis 2017 ist die Erwerbsquote der 55- bis 60-Jährigen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit um acht Prozent auf 82,6 Prozent gestiegen. Noch steiler war der Anstieg bei den 60- bis 65-Jährigen im gleichen Zeitraum – um 24,7 Prozent auf 60,8 Prozent.

Eine große Rolle spielt natürlich das Rentenalter, das seit 2012 schrittweise angehoben wird. Darum steigt auch die Erwerbsquote der Über-65-Jährigen. Von ihnen arbeiten immerhin schon sieben Prozent.

Damit sind in Deutschland mittlerweile 5,9 Millionen Menschen zwischen 55 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 2,7 Millionen bzw. 87 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe von 9,0 Prozent im Jahr 2007 auf 6,3 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen. Die höchsten Anteile älterer Beschäftigter gibt es in der öffentlichen Verwaltung, der Energiebranche, in Erziehung und Unterricht, im Pflege- und Sozialwesen, verarbeitenden Gewerbe und Verkehrswesen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wohl noch nie war es so einfach wie heute, als Ü50er eine Arbeit zu finden. Den richtigen Job muss man aber natürlich erst finden – oder behalten. Manche sind im fortgeschrittenen Alter weiterhin als Beamte tätig, andere selbstständig, die meisten aber angestellt. Die 55- bis 65-Jährigen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes so verteilt:

  • 57 Prozent: Angestellte, Arbeiter, Auszubildende
  • 27 Prozent: Nichterwerbspersonen
  • 9 Prozent: Selbstständig, mithelfende Familienangehörige
  • 4 Prozent: Beamte
  • 2 Prozent: Erwerbslose

Jobsuche über 50: Wo liegen Ihre Stärken?

Über die Argumente gegen Ältere haben wir am Anfang schon gesprochen. Darum sollten Sie in der Bewerbung Ihre Stärken betonen. Davon gibt es wahrscheinlich sehr viele, zum Beispiel diese:

  • Erfahrung

    Ältere Menschen verfügen über einen Erfahrungsschatz, den Jüngere nicht haben. Sie haben Herausforderungen und Krisen gemeistert, Erfolge gefeiert, sind nach Niederlagen wieder aufgestanden. Die Erfahrungen helfen Ihnen bei der Jobsuche oder der Berufsorientierung. Sie wissen, was Sie können und was Sie wollen, können sich selbst sehr gut einschätzen. Junge dagegen sind oft noch auf Sinnsuche – und auf der Suche nach der eigenen Identität.

  • Energie

    Das klingt erstmal paradox, denn es sind doch die Jungen, die vor Energie nur so strotzen, oder? Ja, schon. Aber sehen Sie es mal so: Mit 30 oder 40 beginnt für viele die Rush Hour des Lebens. Sie bauen ein Haus, gründen eine Familie, pflegen manchmal ihre Eltern und haben darüber hinaus noch einen anstrengenden Job. Das alles haben sie mit 50 oder 55 (oft) schon komplett hinter sich. Das Haus ist (hoffentlich) abbezahlt, die Kinder (mit einem Bein) aus dem Haus. Da bleibt mehr Energie für den Job übrig. Das dürfen Sie dem Arbeitgeber im Jobinterview ruhig so sagen!

  • Reputation

    Im Laufe Ihres Berufslebens haben Sie schon einige Referenzen sammeln können. Sie haben ein verzweigtes Netzwerk, kennen hier und da Leute, haben viele Kontakte im Notizblock. Und Sie haben auch längst keine Hemmungen mehr, diese wieder nutzbar zu machen. Präsentieren Sie dem Arbeitgeber in spé Ihre Erfolge – selbstbewusst, aber ohne zu prahlen. Dann weiß er, was er an ihnen hat oder hätte. Mit einem blutjungen Bewerber kauft er dagegen die Katze im Sack.

  • Klarheit

    Mit Blabla kann man heutzutage weit kommen – durchs Abitur oder in die TV-Talkshow. Viele reden um den heißen Brei herum oder wissen selbst gar nicht, was sie da eigentlich sagen. Als semi-alter Mensch haben Sie klare Vorstellungen. Sie können konkret benennen, was Sie können, was Sie wollen, was Sie nicht mögen, wie Sie arbeiten, was man von Ihnen erwarten kann. Das sind meine Stärken, das sind meine Interessen, das sind meine Werte. Mit klaren Ansagen können Personaler arbeiten. Wenn sich Ihre Vorstellungen mit denen des Unternehmens decken, finden Sie zusammen.

  • Arbeitsethos

    Arbeitsethos – ein Begriff aus einer untergehenden Welt. Die jungen Generationen können nur wenig damit anfangen. Work-Life-Balance, Selbstverwirklichung und Sabbaticals haben sich an die Stelle harter Arbeit gedrängt. Viele Unternehmen wären bestimmt mal wieder ganz froh über Bewerber, die dazu bereit sind, sich ihren Allerwertesten aufreißen, weil sie für ihr Gehalt eine Gegenleistung erbringen wollen. Gehören Sie zufällig dazu? Dann werfen Sie das Argument gerne mal ein. „Ich glaube an harte, ehrliche Arbeit und habe das mein Leben lang so gehalten.“ Wow! Das könnte im Bewerbungsprozedere sogar Ihr Alleinstellungsmerkmal werden.

Jobsuche: 5 Tipps für Ältere

Was Ihnen bei der Jobsuche ab 50 weiterhilft:

  1. Selbstvertrauen

    Sie haben Lebenserfahrung. Sie haben Berufserfahrung. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben. Sie haben schon etwas geleistet. Kein Grund also, mit gebeugtem Haupt durch die Lande zu ziehen. Gehen Sie selbstbewusst in die Bewerbungsrunde. Dass Sie wegen Ihres Alters keine Chance hätten, mag im Einzelfall stimmen – aber die Einzelfälle werden immer weniger.

  2. Schlüsselqualifikationen

    Dass Sie nicht die Programmiersprache Python beherrschen – geschenkt! Aber ein wenig sollten bzw. müssen Sie dem Zeitgeist in Ihrer Bewerbung schon Folge leisten. Das bedeutet, dass Sie nicht Qualifikationen und Kompetenzen nennen, die absolut aus der Zeit gefallen sind. Ein Softwareentwickler, der mit der Programmiersprache Basic prahlt, wird nicht für voll genommen. Sie können sich auch privat weiterbilden und wichtige IT-Tools autodidaktisch aneignen oder über Online-Kurse. Ihr Lebenslauf sollte jedenfalls nicht so aussehen, als ob er vor dem Krieg verfasst worden wäre.

  3. Sorgfalt

    Professionalität sollte Ihr Markenzeichen als Bewerber sein. In der Bewerbung können Sie zeigen, dass Sie Ihren jüngeren Konkurrenten voraus sind. Indem Sie die Bewerbung gut strukturieren, die richtigen Schwerpunkte setzen, Wichtiges von Unwichtigem trennen. Wenn sie blitzsaubere Unterlagen erstellen und dann noch gekonnt per Mail versenden bzw. in das Online-Bewerbersystem einpflegen, weiß der Empfänger, dass Sie auf Zack sind. Aber hüten Sie sich davor, Ihren Lebenslauf und das Anschreiben mit allen Stationen zu überladen. Selektieren! Sie können auch gerne einen Bewerbungscoach zu Rate ziehen.

  4. Courage

    Keine Ausreden mehr! Ältere Beschäftigte haben heute Möglichkeiten, die sie vor zehn oder 20 Jahren noch nicht hatten. Das schließt Jobchancen in Großkonzernen mit ein oder in internationalen Unternehmen. Sie dürfen auch kreativ werden und als Quereinsteiger ganz neue Pfade einschlagen. Warum nicht per Praktikum herausfinden, ob Ihnen die Branche liegt? Oder warum nicht in einem Startup bewerben? Startups gelten doch als offen. Zeigen Sie den Jungspunden, dass Diversity dem Team gut tun würde. Oder bewerben Sie sich in einer völlig neuen Stadt oder Region, wenn Sie darauf Lust haben. Allein dieser Schritt zeugt schon von Mut und Veränderungsbereitschaft – das kommt bei Arbeitgebern gut an.

  5. Networking

    Wer viele Leute kennt, hat einen großen Vorteil. Er kann sein Netzwerk bei Bedarf aktivieren. Das ist speziell bei der Jobsuche immer ein Faktor. Noch immer werden viele Stellen über Vitamin B vergeben. Heute gibt es dafür viele Tools im Internet: Xing und Linkedin vor allem. Wenn Sie noch keine Business-Profile haben, legen Sie sich welche an und versuchen Sie, Ihr Netzwerk Schritt für Schritt zu vergrößern. Sie werden sehen, welche Wunder das wirkt…

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Bewerbung Eintrittstermin: So formulieren Sie ihn

Bewerbung Eintrittstermin

Einen besseren Job wollen sie alle. Aber nicht unbedingt jetzt und hier. Manchmal kommen Sie aus Ihrem aktuellen Arbeitsverhältnis nicht schnell genug heraus, oder Sie wollen noch einen Monat Urlaub zwischen sich und die neue Stelle schieben. Vom frühestmöglichen Eintrittstermin, den Sie in Ihrer Bewerbung nennen, hängt grundsätzlich eine Menge ab. Aber sollen Sie ihn überhaupt angeben? Oder dezent verschweigen? Und wie formuliert man ihn am besten? Bewerbung Eintrittstermin: So finden Sie die richtige Lösung…

Bewerbung Eintrittstermin: Warum er wichtig ist

Erfahrene Arbeitnehmer wissen: Wer sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewirbt, hat eine komfortable Situation. Das Gehalt fließt weiter, der Zeitdruck hält sich in Grenzen. Es gibt nur ein kleines Problem: Ihr Arbeitsvertrag enthält mit großer Wahrscheinlichkeit eine Kündigungsfrist.

Sie können also nicht heute kündigen und morgen schon beim neuen Arbeitgeber anfangen. Besteht ihr Noch-Unternehmen auf sein vertragliches Recht, müssen Sie womöglich noch drei bis sechs Monate zur Arbeit erscheinen.

Lange Kündigungsfristen haben Vor- und Nachteile.

  • Sie dienen als Sicherheitsnetz und schützen vor plötzlicher Arbeitslosigkeit.
  • Auf der anderen Seite erschweren sie einen zügigen Stellenwechsel, was Sie Zeit und Geld kosten kann.

Das Schlimme daran: Manche Arbeitgeber brauchen jetzt sofort Verstärkung, nicht erst in drei Monaten. Denkbar also, dass Sie den Job alleine wegen Ihrer langen Kündigungsfrist nicht bekommen. Ärgerlich!

Es gibt aber noch einen möglichen Kompromiss – in Form eines Aufhebungsvertrags. Über einen Aufhebungsvertrag kommen sie schneller aus Ihrem Arbeitsverhältnis. Aber nur, wenn Ihr Chef mitspielt. Weigert er sich, bleiben sie in der Regel im Vertrag sitzen.

Selbst in diesem Szenario sollten Sie aber nicht Ihren Rauswurf provozieren. Das schadet Ihnen mehr, als dass es nützt. Es beschädigt Ihre Reputation – nach innen und nach außen. Es kann Ihnen zudem ein schlechteres Arbeitszeugnis bescheren und den Argwohn anderer Unternehmen auf sich ziehen. Nach dem Motto: Mit so einem Typen wollen wir gar nicht erst zusammenarbeiten.

Eintrittstermin sofort: Das kann problematisch werden!

Grundsätzlich gilt: Verlangt das Unternehmen in der Stellenanzeige die Angabe eines frühestmöglichen Eintrittstermins, sollten Sie es in Ihrer Bewerbung auch nennen. Es scheint für das Unternehmen ein wichtiges Kriterium zu sein – und darauf sollten Sie als Bewerber eingehen.

Aber: Sucht der Arbeitgeber ausdrücklich eine Verstärkung „ab sofort“, Sie sind aber noch eine Zeitlang in Ihrem aktuellen Vertrag gebunden, dann bedeutet das nicht, dass Ihre Chancen bei Null liegen. Na klar, wenn Sie erst in einem halben Jahr anfangen können, das Unternehmen aber schon heute unter personellem Druck steht, dann ist die Stelle wahrscheinlich weg.

Rufen Sie in dem Fall einfach mal in der Personalabteilung an und fragen, ob eine Bewerbung unter diesen Umständen Sinn macht. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich erwähnen, dass Sie alles versuchen wollen, um doch noch früher aus Ihrem Vertrag zu kommen. Motivation zeigen! Empfangen Sie positive Signale, können Sie es versuchen. Wenn nicht, dann macht eine Bewerbung wohl keinen Sinn. Die Zeit und Energie investieren Sie dann besser anderweitig.

Wenn Sie eine Initiativbewerbung oder Blindbewerbung verschicken, ist die Situation wiederum eine ganz andere. In dem Fall gibt es gute Argumente dafür, in der Bewerbung einen Eintrittstermin zu nennen. Es gibt aber auch gute Argumente, die dagegen sprechen…

Vorsicht: Wettbewerbsverbot!

Bewerbung Eintrittstermin WettbewerbsverbotViele Arbeitsverträge enthalten eine sogenannte Wettbewerbsklausel. Diese verbietet es dem Arbeitnehmer, für einen festgelegten Zeitraum nach Ende seines Arbeitsverhältnisses bei dessen direkten Konkurrenten anzuheuern.

Aus Arbeitgebersicht verständlich: Wertvolles Fachwissen und Knowhow soll nicht in die Hände des Feindes geraten. Womöglich nimmt der Arbeitgeber sogar noch Kunden mit. Das soll unter allen Umständen verhindert werden.

Arbeitnehmer müssen eine solche Wettbewerbsklausel mitunter akzeptieren, obwohl sie ihnen nur Nachteile bringt. Aber nicht immer. Manche Wettbewerbsklauseln sind unwirksam und halten einer Klage nicht stand. Das sollten Sie aber im Einzelfall unbedingt mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht klären.

Und noch ein Tipp: Das Wettbewerbsverbot können Sie als Verhandlungsmasse in die Vertragsverhandlungen einbringen. Ich biete dir, lieber Arbeitgeber, dieses und jenes, du streichst mir dafür die Wettbewerbsklausel. Gerade nachgefragte Fachkräfte haben in Verhandlungen größeren Spielraum – und können es sich erlauben, die Streichung der Klausel offensiv einzufordern.

Pro: Darum sollten Sie einen Bewerbung Eintrittstermin nennen

Das sind die Gründe, die dafür sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

  • Sie geben dem Unternehmen Planungssicherheit. Und es kann gleichzeitig auf Ihre Interessen und Fristen Rücksicht nehmen.
  • Es verleiht Ihnen Spielraum. Sie können in Ruhe die Kündigung und Übergabe bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber vorbereiten.
  • Sie benennen einen konkreten Vorteil gegenüber anderen Bewerbern – vorausgesetzt, Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin liegt nicht so weit in der Zukunft.

Contra: Darum sollten Sie keinen Bewerbung Eintrittstermin nennen

Das sind die Gründe, die dagegen sprechen, den Eintrittstermin in einer Initiativbewerbung zu nennen:

  • Sie sind nicht dazu verpflichtet, einen Eintrittstermin zu nennen. Im Worst Case locken Sie den Arbeitgeber nur auf eine falsche Fährte und reduzieren dadurch Ihre eigenen Einstellungschancen.
  • Vielleicht ist Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin ein Nachteil gegenüber anderen Bewerbern – vor allem dann, wenn er vergleichsweise weit in der Zukunft liegt.
  • Auf der anderen Seite kann sogar ein früher Eintrittstermin zum Nachteil werden. Er lässt sie bedürftig bis verzweifelt wirken. Auf Ihre Verhandlungsposition wirkt sich das nicht positiv aus.

Das sollten Sie bedenken: Was Ihrem potenziellen Arbeitgeber auf den ersten Blick gut gefallen dürfte, könnte auf den zweiten Misstrauen in ihm auslösen. Wenn sie einen Satz schreiben wie: „Ich kann sofort bei Ihnen anfangen“. Oder: „Ab sofort stehe ich Ihnen für eine Beschäftigungsaufnahme zur Verfügung.“ Oder: „Ich bin auf der Stelle einsatzbereit.“ Oder gar: „Wenn ich könnte, würde ich noch heute bei Ihnen anfangen.“

Klingt das gut für Sie? Ja schon, aber… Es sendet zugleich Signale, die Sie nicht aussenden wollen. Nämlich die, dass Sie unbedingt eine neue Stelle wollen und brauchen – jetzt sofort. Dass Sie verzweifelt sind, dass Ihnen die Alternativen fehlen, dass Sie vielleicht schon sehr lange erfolglos auf Jobsuche sind. Und dass Sie aktuell keine Arbeit haben. Warum eigentlich nicht? Kurzum: Den Eindruck, dass Sie ein hochqualifizierter Leistungsträger sind oder zu der seltenen Spezies Fachkraft gehören, erwecken Sie so nicht. Im Gegenteil.

Unser Tipp: Nennen Sie stets ein konkretes Datum als möglichen Eintrittstermin. Das kann auch der 1. des kommenden Monats sein. Hauptsache, Sie schreiben nicht, dass Sie „sofort“ anfangen können. Sie können auch einen Monat draufschlagen (wenn Sie sich das finanziell erlauben können).

Oder Sie geben nicht den „frühestmöglichen Eintrittstermin“ an, sondern Ihren „Wunschtermin“. Allein dieser Ausdruck nimmt schon den Bedürftigkeitscharakter weg und macht aus Ihnen den Steuermann, der alles unter Kontrolle hat. Sollte der Arbeitgeber bei Ihnen nachhaken, ob Sie nicht doch früher anfangen können, können Sie immer noch zusagen – das macht Sie gleich viel attraktiver.

Bewerbung Eintrittstermin: Wie Sie ihn formulieren

Wenn Sie sich in einem ungekündigten, unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden:

  • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis und könnte daher bei Ihnen frühestens am 01.01.2020 anfangen.
  • Ich stehe Ihnen aufgrund meiner Kündigungsfrist gerne, aber frühestens aber dem 01.06.2020 zur Verfügung.
  • Zum 01.09.2020 nehme ich sehr gerne eine Beschäftigung bei Ihnen auf. Momentan befinde ich mich in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis.

Wenn Sie sich in der Ausbildung oder im Studium befinden:

  • Voraussichtlich werde ich meine Ausbildung am 01.06.2020 abschließen. Gerne stehe ich Ihnen unmittelbar danach zur Verfügung.
  • Mein Studium werde ich voraussichtlich am 01.04.2020 erfolgreich beenden. Im Anschluss würde ich sehr gerne bei Ihnen anfangen.
  • Nach meinem erfolgreichen Abschluss an der Universität Entenhausen fange ich sehr gerne sofort bei Ihnen an. Voraussichtlich werde ich noch bis zum 01.12.2020 studieren.

Wenn Sie sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden:

  • Mein aktuelles Beschäftigungsverhältnis endet regulär am 01.02.2020. Im Anschluss könnte ich sofort bei Ihnen anfangen.
  • Nach dem regulären Ende meines jetzigen Arbeitsverhältnisses am 01.03.2020 könnte ich direkt bei Ihnen anfangen.
  • Mein frühester Eintrittstermin ist der 01.07.2020. Dann endet mein aktueller Arbeitsvertrag, der von vornherein wegen einer Mutterschaftsvertretung auf ein Jahr befristet war.

Wenn Ihnen gekündigt wurde:

  • Ich stehe Ihnen ab dem 01.01.2020 oder früher zur Verfügung, da ich momentan selbstständig bin.
  • Ein kurzfristiger Einstieg ist möglich, da ich vertraglich derzeit nicht gebunden bin.
  • Ich würde sehr gerne zu meinem Wunschtermin am 01.02.2020 bei Ihnen anfangen. Ein früherer Eintritt ist möglich.
[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

Lebenslauf Checkliste: Alle Tipps im Überblick

Lebenslauf Checkliste

Der Lebenslauf fasst Ihr ganzes (bisheriges) Leben zusammen. Da kommt einiges zusammen an Schulen, Noten, Abschlüssen, Stationen, Hobbys. Doch sind nicht alle Infos über Ihre Vita für den künftigen Arbeitgeber interessant. Wenn Sie Ihren Lebenslauf erstellen, sollten Sie gründlich und großzügig aussieben. Und es kommt nicht nur auf den Inhalt an. Layout, Abstände, Schriftart und Schriftgröße, am Ende die Unterschrift nicht vergessen! Damit Sie den Überblick behalten, hat Karrieresprung alle wichtigen Tipps zum Lebenslauf zusammengefasst. Lebenslauf Checkliste: Woran Sie denken müssen – und was Sie vergessen können…

Lebenslauf Checkliste: Das gehört hinein

Der Vorteil des Lebenslaufs ist: Sie verfassen ihn einmal und können ihn dann tausendfach mit all Ihren Bewerbungen rausschicken, richtig? Falsch!

Natürlich ändert sich in ein paar Monaten nicht so viel, dass Sie Ihren ganzen Lebenslauf umschreiben müssen. Aber anpassen sollten Sie ihn schon. Je nach Bewerbung sollten Schwerpunkte anders gesetzt und neue Schlüsselbegriffe eingeflochten werden. Manche Praktika oder Hobbys sind für den einen Arbeitgeber interessant, für den anderen gar nicht. Das sollten Sie von Stellenangebot zu Stellenangebot entscheiden. Ja, das macht Arbeit. Aber sie lohnt sich.

Ihr Lebenslauf sollte zunächst Lückenlos sein. Diese Angaben gehören in jedem Fall hinein:

  • Persönliche Daten (Name, Geburtstag, Geburtsort, Adresse)
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang
  • Schulbildung und/oder Ausbildung
  • Qualifikationen und Kenntnisse (Zertifikate, Weiterbildung, Sprachen)
  • Interessen (Ehrenamtliches Engagement, Hobbys)
  • Ort, Datum, Unterschrift

Aus formaler Sicht sollten Sie hierauf achten:

  • Der Lebenslauf umfasst maximal zwei Seiten.
  • Kopf- und Fußzeile sind in Lebenslauf und Anschreiben identisch.
  • Das Layout ist einheitlich (Schriftart, Schriftgröße).
  • Die beruflichen Stationen beinhalten Monats- und Jahresangabe (z.B.: 01/2019).
  • Am Ende des Lebenslaufs stehen Datum und Unterschrift.

Folgende Angaben können Sie sich sparen. Sie gehören NICHT in den Lebenslauf:

  • Name und Beruf der Eltern oder Angehörigen
  • Gehaltsvorstellungen
  • Politische Überzeugungen (es sei denn, Sie bewerben sich in einer Partei o.ä.)
  • Religion (es sei denn, Sie bewerben sich in einer konfessionellen Einrichtung o.ä.)
  • Persönliche Kommentare (z.B. zu früheren Arbeitgebern)
  • Den Begriff arbeitslos (besser: arbeitssuchend)
  • Unseriöse E-Mail-Adressen

Lebenslauf Checkliste: So können Sie ihn pimpen

Die Formalien sind die Grundlage Ihres Lebenslaufs. Wenn Sie ihn dann noch individualisieren und an die jeweilige Stelle anpassen, verbessern Sie Ihre Jobchancen enorm. Dazu können Sie folgendes tun:

  • Die wichtigsten Stationen optisch hervorheben.
  • Ausgewählte Aufgaben ausführlich beschreiben.
  • Relevante Fachbegriffe und Reizwörter aus der Stellenanzeige verwenden.
  • Den Lebenslauf optisch an das Unternehmen anpassen.

Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass Sie etwa die Unternehmensfarben auch in Ihrem Lebenslauf verwenden können. Oder grafische Elemente, die dem Corporate Design des Unternehmens nahekommen. Oder die gleiche Schriftart, die das Unternehmen verwendet – in seinem Logo zum Beispiel oder auf seiner Webseite.

Im besten Fall wird so beim Personaler subtil der Eindruck erzeugt, dass Sie perfekt zum Unternehmen passen und dessen Kultur schon verinnerlicht haben. Das erfordert Fingerspitzengefühl Ihrerseits. Zu plump und platt sollten Sie nicht vorgehen. Aber selbst wenn der Personaler Ihr Spielchen durchschaut: Er wird es trotzdem zu würdigen wissen, dass Sie sich die Mühe überhaupt gemacht haben – und den Job offenbar unbedingt wollen.

Wenn Sie das im Lebenslauf beherzigen, dann müssen Sie natürlich auch das Anschreiben optisch anpassen. Die Bewerbungsunterlagen sollten stets einheitlich sein.

Lebenslauf Checkliste: Was inhaltlich zählt

Die Gestaltung ist die eine Seite der Medaille, der Inhalt die andere. Denn auch inhaltlich sollten Sie den Lebenslauf – wenn möglich – jedes Mal aufs Neue anpassen. Dabei helfen Ihnen diese Fragen:

  • Welcher meiner bisherigen Stationen sind für die angepeilte Stelle relevant?
  • Welche spielen keine wesentliche Rolle?
  • Welche Kompetenzen MUSS ich mitbringen?
  • Welche Kompetenzen KANN ich mitbringen?
  • Wie kann ich beide durch konkrete Beispiele belegen?
  • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal für die angestrebte Stelle?

Sie sollen wohlgemerkt nicht Ihren Werdegang umschreiben oder die Reihenfolge ändern. Die ist unabänderlich.

Aber Sie können die Inhalte gezielt herausstellen, die Sie für besonders wichtig halten. Das macht durchaus Sinn, denn Personalverantwortliche nehmen sich meist nur wenige Minuten Zeit, um eine Bewerbung zu überfliegen. Wenn Sie dann an genau der Stelle innehalten, die Sie dafür reserviert hatten, hat sich die Mühe schon gelohnt.

Die hervorgehobenen Elemente im Lebenslauf lassen sich auch noch durch das Anschreiben und die Zeugnisse unterstreichen. Den Gesamteindruck runden Hobbys oder ehrenamtliches Engagement ab.

Lebenslauf Checkliste: Was Sie vermeiden

Es ist super, wenn Sie Ihren Lebenslauf individualisieren und auf die jeweilige Stelle maßschneidern. Übertreiben sollten Sie es aber nicht. Authentisch und rund ist der Lebenslauf nur bis zu einer gewissen Grenze, danach fängt er an, bemüht und verzweifelt zu wirken.

Was Sie nicht tun sollten:

  • Das Corporate Design des Unternehmens vollständig kopieren.
  • Die einzelnen Station mit zu viel Text versehen.
  • Zu viele Schlagworte aneinanderreihen.
  • Das Layout so aufwändig gestalten, dass die Übersichtlichkeit darunter leidet.
  • Lebenslauf und Anschreiben in unterschiedlichem Stil verfassen.

Lebenslauf Checkliste: Das machen Sie zum Schluss

Wenn Sie am Ende folgende Fragen zufriedenstellend beantworten, dann können sie Ihren Lebenslauf guten Gewissens vorzeigen:

  • Ist der Lebenslauf auf dem aktuellen Stand?
  • Wurden die Angaben im Lebenslauf auf die angestrebte Stelle angepasst?
  • Umfasst er nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten?
  • Sind alle wesentlichen Qualifikationen und Stationen enthalten?
  • Enthält er keine Rechtschreibfehler?
  • Sind Stil und Formatierung einheitlich (z.B. immer Großschreibung am Anfang jeder Spalte, gleiche Abstände etc.)?
  • Stimmt die Schriftart mit jener im Anschreiben überein?
  • Sind Ihre Kontaktdaten aktuell und vollständig?
  • Haben Sie eine seriöse E-Mail-Adresse gewählt?
  • Auf Angaben zu Eltern oder Geschwistern haben Sie verzichtet?
  • Haben Sie Ihr Bewerbungsfoto nicht vergessen?
  • Beinhalten Ihre bisherigen Berufsstationen stichwortartige Tätigkeitsangaben?
  • Haben Sie wichtige sonstige Kenntnisse wie IT- oder Sprachkenntnisse enthalten?
  • Sind Hobbys und Interessen im Lebenslauf aufgeführt, die eine Relevanz für die Stelle haben?
  • Sind Ort und Datum im Lebenslauf mit Ort und Datum im Anschreiben identisch?
  • Haben Sie nicht vergessen, den Lebenslauf handschriftlich zu unterschreiben?

PS: Mehr dazu finden Sie auch im Youtube-Kanal der Karrierebibel.

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie jetzt tun sollten

Keine Antwort auf Bewerbung

Keine Antwort auf Bewerbung erhalten – das ist mehr als nur unhöflich. Bewerber wollen wissen, wie es um Ihre Chancen steht oder ob der Zug schon lange ohne sie abgefahren ist. Böse Absicht steckt nicht dahinter, wenn das Unternehmen Sie im Unklaren lässt. Zeitnot und Personalmangel schon eher. Die meisten Personalbüros haben auch gar nichts dagegen, wenn Sie sich nach dem Status Ihrer Bewerbung erkundigen. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Spielregeln…

Keine Antwort auf Bewerbung: Höchststrafe!

Die meisten Unternehmen brauchen drei bis sechs Wochen, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sondieren. Die meisten werden aussortiert, andere landen auf dem „Weiter“-Stapel.

Nun darf man es durchaus als Konsens betrachten, dass nicht jeder Bewerber und nicht jede Bewerberin eine Zusage verdient hat – eine Absage indes schon. Eine (förmliche) Absage ist das Mindeste, was ein Bewerber vom Nicht-Arbeitgeber in spé erwarten kann.

Aber nein, selbstverständlich ist auch das keineswegs. Viele Unternehmen machen sich die Mühe nicht, Bewerbungsabsagen zu versenden – geschweige denn einen Zwischenstand oder eine Eingangserklärung.

Es kommt einfach keine Reaktion, null, niente, gar nichts. Die Bewerber fischen im Trüben, wissen nicht, wie es um ihre Chancen steht. Das ist hochgradig ärgerlich und frustrierend – und ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Es ist in einem Wort: respektlos.

Keine Antwort auf Bewerbung: Woran es liegt

Aus Arbeitgebersicht gibt es sehr gute Gründe, KEINE Absagen zu verschicken. Sie…

  • verursachen Aufwand
  • nehmen Zeit in Anspruch
  • kosten Geld

Natürlich können auch andere, organisatorische Gründe dahinterstecken – zum Beispiel eine zu dünne Personaldecke. Oft liegt es am Bewerber selbst, den man gewissermaßen als keiner Antwort würdig erachtet. Wenn er oder sie zum Beispiel unvollständige Bewerbungsunterlagen eingereicht, die Bewerbungsfrist nicht eingehalten oder einen falschen Betreff gewählt hat. Oder wenn der Bewerber eine völlig unzureichende Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle aufweist.

Letzteres ist in der Tat leidig. Eine Entschuldigung dafür, nicht einmal eine Absage zu verschicken, ist es aber nicht. Ein Unternehmen sollte keinen Bewerber ignorieren – wie surreal oder unprofessionell sein Auftritt auch gewesen sein mag. Eine kurze, förmliche Absage kann jeder erwarten. Wer eine freie Stelle hat und aktiv nach Neuzugängen sucht, muss schließlich damit rechnen, auch unpassende Angebote zu erhalten (das gilt für Initiativbewerbungen genauso).

Das sollten Arbeitgeber wahlweise verschicken:

  • Eine kurze Mail, die den Eingang der Bewerbung bestätigt.
  • Eine Mail, die über den Zwischenstand informiert (erst recht bei mehrstufigen Bewerbungsverfahren).
  • Eine freundliche Absage oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Keine Antwort auf Bewerbung: Was können Bewerber tun?

Die Antwort ist naheliegend: Nachfragen. Aber wann und wie sollte ein Bewerber das tun? Der Grat ist schmal zwischen berechtigtem Interesse und Penetranz. Das erfordert von Ihnen Fingerspitzengefühl. Schließlich wollen Sie ja nicht verzweifelt wirken, als jemand, der nur diese eine Joboption hat, weil ihn mutmaßlich kein anderer Arbeitgeber einstellen will. Nicht umsonst gibt es ja die Redewendung: „Willst du gelten, mach dich selten.“

Auf der anderen Seite wollen Sie natürlich wissen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Sie wollen Planungssicherheit. Und außerdem müssen Sie dem Arbeitgeber ja seine Ignoranz auch nicht einfach so durchgehen lassen. Wer sich als Bewerber nicht mehr meldet, belohnt das Unternehmen geradezu für seine schlechten Manieren – indem er ihm Arbeit erspart.

In Wahrheit können sich die meisten Personalbüros über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Wenn Sie also wutentbrannt anrufen und sich lautstark echauffieren, wird das am Ende nur dazu führen, dass Sie in der Mittagspause des Personalers fortan der Running Gag sind. Üben Sie nicht zu früh zu viel Druck aus, sondern versuchen Sie es mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie.

Nachhaken? Auch Personaler finden es okay!

Keine Antwort auf Bewerbung Das sagen PersonalerSollen Sie nachhaken, wenn Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten haben? Ja, gerne! Das finden sogar die Personaler selbst. Und wenn es nach ihnen geht, müssen Sie auch gar nicht so lange warten.

Zwar haben nur sechs Prozent der Befragten laut Umfrage der Personalberatung Robert Half Verständnis dafür, wenn Sie schon drei Tage nach Ihrer Bewerbung durchklingeln. Mehr als jeder Vierte aber hält eine Wartezeit von sechs bis sieben Tagen für angemessen. Nur sechs Prozent finden, dass Bewerber überhaupt keinen Kontakt mehr aufnehmen sollten.

Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto früher können Sie sich melden. In größeren Firmen ist das Bewerberangebot in der Regel deutlich größer. Das erhöht den Aufwand – und die Abneigung gegen allzu frühe Kontaktaufnahmen.

5 Tipps: So fragen Bewerber richtig nach

  1. Bewerbungsunterlagen

    Die Selbstverständlichkeit zuerst: Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung Hand und Fuß hat. Sie sollte vollständig und korrekt sein, die richtige Betreffzeile, Kennziffer, Adresse und Ansprechpartner aufweisen. Und sie muss vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschickt worden sein. In einem Satz: Vermeiden Sie formale Fehler. Das vergrößert schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder etwas vom Unternehmen hören werden…

  2. Timing

    Nicht nur die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – auch die vieler Unternehmen. Ein Bewerbungsverfahren zu stemmen ist für die meisten jedenfalls kein Klacks. Geben Sie dem Unternehmen daher ausreichend Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu sortieren. Zwei bis drei Wochen sollten Sie mindestens warten, bis sie wieder von sich hören lassen. Als Richtwert können Sie sich auch 15 Werktage merken. Sofern Ferien dazwischen liegen, können Sie die Wartezeit auch noch weiter verlängern -schließlich machen auch Personaler Urlaub. Und nicht jede HR-Abteilung verfügt über personellen Ersatz.

  3. Kanal

    Sehen Sie bitte davon ab, den HR-Verantwortlichen per Whatsapp oder SMS zu kontaktieren. Das ist indiskret und fast schon creepy. Es handelt sich nicht um angemessene Kommunikationskanäle zwischen HR-Büro und Bewerber. Noch schlimmer wäre es, ihn oder sie via Twitter oder Facebook nach einem Zwischenstand zu fragen. So verlagern Sie das Geschehen in die Öffentlichkeit – das ist Tabu! Und Ihre Chancen auf Einstellung dürften dadurch nicht gerade steigen. Eine private Nachricht über Xing oder Linkedin wäre dagegen völlig in Ordnung. Die beste Alternative ist es, eine kurze E-Mail zu schreiben oder persönlich anzurufen – je nachdem, ob Sie mehr der Redner oder mehr der Schreiber sind. Denn manchmal kommen geschriebene Worte nicht so freundlich rüber, wie sie eigentlich gemeint waren. Wenn Ihnen das auch häufiger passiert, rufen Sie lieber an…

  4. Höflichkeit

    Der direkte Weg hat einen Vorteil: Er spart Zeit. Ein kurzer Satz, in dem Sie nach dem Stand Ihrer Bewerbung fragen, sollte daher doch eigentlich ausreichen, oder? Nein, ganz falsch! Unterschätzen Sie die Macht des Freiherrn von Knigge nicht. Achten Sie stets darauf, höflich und charmant zu bleiben. „Hallo Herr Schneider, können Sie mir zu meiner Bewerbung schon etwas sagen? Viele Grüße“. Ist das höflich? Auf den ersten Blick durchaus, aber ein wenig nonchalant ist es trotzdem. Zu direkt, zu schnell, zu wenig. Natürlich sollen Sie dem Personalverantwortlichen keine Zeit klauen, indem Sie ihm einen halben Roman vorsetzen. Aber ein, zwei einleitende Sätze dürfen es schon sein, mit denen Sie Ihre Mail beginnen. Zum Beispiel: „Sehr geehrter Herr Schneider, vor vier Wochen hatte ich mich bei Ihnen als Buchhalter beworben. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für das angenehme Gespräch. Nun würde ich Sie gerne kurz nach einem Zwischenstand fragen. Gibt es einen aktuellen Status meiner Bewerbung?“ So ähnlich können Sie das auch formulieren, wenn Sie Herrn Schneider anrufen. Also: Nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ausholen – zumindest ein wenig…

  5. Optionen

    Verzweiflung ist ein Signal, das niemand aussenden sollte. Das gilt für den Heiratsmarkt genauso wie für den Jobmarkt. Drängeln Sie zu penetrant, wecken Sie Misstrauen auf der anderen Seite. Was ist mit dem los? Will den sonst etwa keiner? Auf der anderen Seite wirkt es anmaßend, arrogant und leidenschaftslos, wenn Sie mit Angeboten wedeln. Nach dem Motto: „Ich habe ein halbes Dutzend Vertragsangebote auf dem Tisch, also beeilen Sie sich mal!“ Das kann zudem erpresserisch wirken. Diesen Spagat auszubalancieren ist zugegebenermaßen schwierig. Wenn Sie es hinkriegen, andere Optionen dezent einfließen zu lassen, aber gleichzeitig zeigen, dass Sie weiterhin extrem an der Stelle interessiert sind, könnte Ihnen das Vorteile bringen. Motto: „Ich würde unheimlich gerne für Ihr Unternehmen arbeiten, aber gerate allmählich unter Zeitdruck. Ein kurzes Feedback Ihrerseits würde meine Planungen da schon enorm erleichtern…“

Keine Antwort auf Bewerbung: Dranbleiben!

Das ist der wohl wichtigste Ratschlag für alle, die keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten. Halten Sie unbedingt weiter nach attraktiven Jobs Ausschau! alles andere wäre naiv. Auch dann, wenn das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist und Sie weiterhin ein gutes Gefühl haben.

Wer aktiv weitersucht, behält das Heft des Handelns in der Hand und erhöht seine Jobchancen. Darum: Weitermachen!

Nachfassen: 6 Tipps fürs Telefonat

Keine Antwort auf Bewerbung 6 TippsDas Nachfass-Telefonat kann in die Hose gehen – wenn Sie allzu fordernd oder dreist auftreten. Mit diesen 6 Tipps behalten Sie die Kontrolle:

  1. Legen Sie sich die Stellenanzeige zurecht – oder öffnen Sie sie in Browser – damit Sie die wichtigsten Infos vorliegen haben.
  2. Überlegen Sie sich ein, zwei einleitende Sätze, die Sie nach Ihrer Vorstellung sagen.
  3. Reden Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
  4. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind – und an dem kein lautes Gekicher oder Gehämmer im Hintergrund zu hören ist.
  5. Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gesprächspartner gerade keine Zeit für Sie hat und fragen Sie, wann es ihm besser passen würde.
  6. Bedanken Sie sich zum Schluss noch einmal und verabschieden sich höflich – am besten, Sie nennen dabei noch einmal den Namen Ihres Ansprechpartners.
[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

Anlagen Bewerbung: Diese gehören hinein

Anlagen Bewerbung

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

Anlagen Bewerbung: Das ist wichtig

Zunächst sollten Ihre Anlagen in der Bewerbung eine logische Reihenfolge aufweisen. Dafür gibt es das Anlagenverzeichnis. Hier führen Sie auf, welche Anlagen Sie beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

  • Chronologisch: Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und sonstigen Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.
  • Synchron: Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie schreiben also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben.

Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.

Anlagen Bewerbung: Die gehören hinein

Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

  • Schulabschlusszeugnisse
  • Ausbildungszeugnisse
  • Praktikumszeugnisse oder -nachweise
  • Arbeitszeugnisse
  • Auslandszeugnisse (mit beglaubigter Übersetzung)
  • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
  • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
  • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
  • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
  • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
  • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgeber gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

Anlagen Bewerbung: Arbeitszeugnis nicht vergessen!

Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beigelegt ist. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

Anlagen in der Bewerbung: Diesen Zweck haben sie

Tipp: Senden Sie stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung andererseits nicht mit Anlagen. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Abr welche sind das? Dazu muss man sich zunächst folgende Fragen stellen:

Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn die Anlagen wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können Sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang im Beruf sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich.

Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

Anlagen Bewerbung: Wie viele sind zu viel?

Versetzen Sie sich in die Lage des Personalentscheiders: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

Außerdem: Sie selbst sparen Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

Diese Anlagen gehören hinein:

  • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, mittlere Reife oder Hauptschulabschluss bei.
  • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
  • Nicht mehr als zwei Referenzen. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.

Anlagen Bewerbung: Ehrlich bleiben!

Anlagen Bewerbung EhrlichkeitEhrlich währt am längsten. Ja, die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, dann fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich schon.

E-Mail-Bewerbung: Tipp für die Anlagen

Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

  1. PDF-Dokument

    Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

  2. Titel

    Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

  3. Dateigröße

    Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

  4. Kontrolle

    Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

Alles Anlagen oder was?

Anlagen Bewerbung AnhangSie können im Lebenslauf von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

  • Anlagen
  • Anlagenverzeichnis
  • Inhalt
  • Anhang
[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

Jobwechsel begründen: Diese Argumente sitzen

jobwechsel begruenden

Wer seinen geplanten Jobwechsel begründen kann, verbessert seine Aussichten. Denn natürlich will der Personaler wissen, warum Sie denn überhaupt bei ihm landen wollen. Ist es das dicke Gehalt? Oder der Status, der mit dem neuen Job verbunden ist? Manche Argumente sind nachvollziehbar, andere dreist. Jobwechsel begründen: So gelingt’s…

Jobwechsel begründen: Das muss sein!

Ein banaler Jobwechsel löst heute nur noch Schulterzucken aus. So what? Nur wer den Arbeitgeber wechselt, kann einen Gehaltssprung machen oder eine ganz neue Branche kennenlernen.

Damit wären wir schon bei zwei der wichtigsten Argumente für einen Jobwechsel. Aber sollten Sie das Geld als Wechselmotivation auch nennen? Lieber nicht. Einen Grund aber sollten Sie schon angeben, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das interessiert ihn wahrscheinlich mehr als alles andere.

Liefern Sie KEINEN Grund mit, könnte dies den Verdacht wecken, dass Sie kurz vor einer Kündigung stehen. Oder dass Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommen. Oder dass es Ihnen wirklich einfach nur ums Geld geht. Das sind keine Argumente, die einen Personaler überzeugen. Legen Sie sich also einen guten Grund zurecht, um …

  • Ihre Motivation glaubwürdig zu transportieren
  • klar zu machen, was Sie an der Stelle reizt
  • zu verdeutlichen, dass Sie langfristig im neuen Unternehmen bleiben wollen

Aber rechtfertigen Sie sich um Gottes willen nicht. Das kommt häufiger vor, als Sie glauben – vor allem dann, wenn der Personaler aktiv danach fragt. Begründen und argumentieren Sie, aber rechtfertigen Sie sich nicht! Das wirkt so, als hätten Sie ein schlechtes Gewissen. Warum sollten Sie das haben? Auch die vorweggenommene Entschuldigung ist ein häufiger Fehler, der taktisch unklug ist.

Jobwechsel begründen: Damit sind Sie erfolgreich

Ein Jobwechsel führt meist dann zum Erfolg, wenn mit ihm ein klares Ziel verbunden ist. Zum Beispiel das Ziel, in einer anderen Branche Fuß zu fassen oder ein Team aufzubauen. Wer dagegen vor Problemen davonläuft und einfach nur weg will aus seinem alten Job, der dürfte damit nicht so leicht durchkommen.

Es kann natürlich sehr gut sein, dass Sie wirklich nur aus Frust oder Unzufriedenheit den Job wechseln wollen. Aber als Begründung sollten Sie das nicht heranziehen. Es wertet den potenziellen Arbeitgeber ab, nach dem Motto: „Hauptsache, raus aus dem alten Job!“

Besser, Sie richten den Blick nach vorne und fokussieren sich auf die positiven Aspekte der neuen Stelle. Eine Formulierungsmöglichkeit wäre diese:

Ihr Unternehmen ist genau in der Nische aktiv, der mein Interesse gilt. Die von Ihnen ausgeschriebene Position passt genau zu meinen Ambitionen und Fähigkeiten. Ich sehe bei Ihnen hervorragende Chancen, mich zu entwickeln und Ihr Unternehmen mit meinem Knowhow voranzubringen.

Allerdings ist diese Formulierung noch ziemlich vage. Sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, ein Bewerber könnte ihm ganz konkret in dieser und jener Aufgabenstellung weiterhelfen, dann wird sein Interesse wachsen. Darum sollten Sie Ihre Bewerbung immer individuell auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden. Welche sind denn Ihre Ambitionen und Fähigkeiten? Wie wollen Sie sich konkret weiterentwickeln?

Wann eine Begründung problematisch ist

Eine Begründung für einen Jobwechsel ist sinnvoll, wenn…

  • Sie wissen, wie Sie sich weiterentwickeln können.
  • dies in der ausgeschriebenen Stelle in der Form auch möglich ist.
  • das Unternehmen langfristig mit Ihnen zusammenarbeiten möchte.

Das ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag eher nicht der Fall. Im Gegenteil, hier sind Ihre Aufgaben klar umrissen (z.B. Elternvertretung). Eine Entwicklungsperspektive gibt es oft nicht. Wenn Sie mit hochtrabenden Zukunftsplänen argumentieren, könnte das auf den Arbeitgeber eher abschreckend wirken.

In dem Fall sollten Sie stärker auf Ihre aktuellen Stärken und Interessen eingehen. Es geht für Sie darum, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten, um zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Das könnte beispielsweise so klingen:

Meine Kernkompetenzen kann ich in der ausgeschriebenen Stelle voll einbringen und ausspielen. Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche. Die fachlichen Schwerpunkte, für die Sie Verstärkung suchen, passen genau zu meinem Profil.

Ganz wichtig ist, dass Ihre Begründung auf den jeweiligen Job maßgeschneidert ist. Sie sollte stimmig sein und zutreffend – sonst verspielen Sie Glaubwürdigkeit.

Eine wichtige Faustregel für Bewerber lautet: Lästern Sie nie über Ihren alten Arbeitgeber! Auch dann nicht, wenn es aus Ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt wäre, weil Sie nur stupide Tätigkeiten erledigt haben. Schuldzuweisungen und böse Worte sind absolut tabu. Das lässt auf charakterliche Mängel schließen. Ihr Arbeitgeber in spe wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht selbst in den Fuß schießt, wenn er ein Lästermaul engagiert.

Jobwechsel begründen: Was, wenn Zweifel aufkommen?

Sie haben sich für einen Jobwechsel entschieden. Ihre Gründe sind wasserdicht. Und doch könnten im Laufe des Bewerbungsprozesses Zweifel aufkommen. Gerade dann, wenn es mit dem Wechsel nicht auf Anhieb klappt, könnte Ihre Skepsis größer werden. Möglicherweise erodiert Ihr eigenes Vertrauen – und Sie verlieren selbst den Glauben an Ihre eigene Begründung für den Jobwechsel.

Diese drei Fragen können helfen, Zweifel zu beseitigen und Vertrauen wiederherzustellen:

  • Warum?

    Was ist meine Motivation? Warum wollte ich überhaupt den Job wechseln? Sind die Gründe noch aktuell? Oft reicht es aus, sich die ursprünglichen Gründe für die Luftveränderung wieder in Erinnerung zu rufen.

  • Wer?

    Was sagen meine Freunde und Familie dazu? Sie sind es, die einen Jobwechsel objektiv bewerten und Ihnen wichtiges Feedback geben können. Sind die Gründe noch plausibel? Oder sind sie nicht richtig nachvollziehbar? Sprechen Sie darüber – das kann Ihnen die Augen öffnen.

  • Wenn nicht?

    Was passiert, wenn ich meine Pläne nicht in die Tat umsetze? Wenn ich den Jobwechsel nicht durchziehe? Es hilft meistens, sich Wenn-dann-Szenarien auszumalen: Wenn dies passiert, dann geschieht als Nächstes das. Die Alternativen zum Jobwechsel könnten nämlich noch weitaus negativer sein: Stagnation, Frust, Mobbing…? Es ist wie in der Politik bei einer Wahl: Sie wählen immer die Option aus, die für Sie das kleinste Übel ist.

Jobwechsel begründen: Das sind 5 gute Gründe

Gründe für einen Jobwechsel gibt es endlos viele. Manche sind gut, andere sind weniger gut. Fünf klassische Wechselmotive werden von Personalverantwortlichen weitgehend akzeptiert. Sie sind positiv besetzt. Dabei handelt es sich um diese:

  1. Herausforderung

    „Ich suche eine neue Herausforderung.“ Fünf Euro ins Phrasenschwein! Die Formulierung findet sich in gefühlt jeder Bewerbung und löst daher bei manchen nur noch Schulterzucken aus. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um ein gutes Wechselmotiv. Sie sollten aber konkret sagen, welche Art von Herausforderung Sie suchen. Das kann Personal- oder Budgetverantwortung sein, oder größere Projekte, die Sie verwirklichen wollen oder dass Sie ein Team zusammenstellen oder ein Produkt launchen wollen. Fehlt diese Angabe, wirkt die Begründung nur wie eine Flucht. Sie suchen die neue Herausforderung offensichtlich nur, weil die alte weg ist.

  2. Internationalität

    Nicht mehr nur für Akademiker ein guter Grund: Sie wollen internationaler arbeiten, Auslandserfahrungen sammeln. „Ich möchte im Ausland arbeiten“: Das reicht als Begründung schon aus. Perfekt wäre es, wenn Sie noch gut begründen könnten, warum Sie ausgerechnet auf DIESE Stelle im Ausland wechseln wollen. Vielleicht bringen sie ja landesspezifische Kenntnisse und Interesse mit (z.B. durch einen Migrationshintergrund). Oder Sie sprechen exzellent Portugiesisch und würden daher gerne vorübergehend als Expat in Brasilien arbeiten. Denn bedenken Sie: Stellen im Ausland snd meist begrenzt und sehr begehrt.

  3. Persönlichkeit

    Das ist der Klassiker überhaupt. „Ich möchte mich weiterentwickeln.“ Die Antwort klingt toll, ist aber auch sehr vage. Sie sollten also schon ein wenig ins Detail gehen. Inwiefern – und wohin – wollen Sie sich weiterentwickeln? Manchmal ergibt sich die Antwort aber auch von alleine. Wenn Sie beispielsweise schon drei oder fünf Jahre Ihre aktuelle Position bekleiden, dann ist es nur logisch, dass Sie jetzt den nächsten Schritt machen – und aufsteigen wollen. Sich weiterentwickeln – das muss aber nicht immer vertikal, sondern kann auch horizontal gemeint sein. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht zwangsläufig aufsteigen, sondern könnten auch einen Schritt zur Seite oder gar zurück gehen, um etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Heute macht das in Zeiten flacher werdender Hierarchien und ungerade Lebensläufe viel mehr Sinn als früher.

  4. Familie

    Auch diese Karte sticht: Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann hat in einer anderen Stadt einen Job gefunden. Also gehen Sie mit und müssen sich folgerichtig ebenfalls nach etwas Neuem umsehen. Kein Arbeitgeber, der dafür nicht Verständnis hätte. Die Szenarien sind vielfältig: Sie können auch gerade eine Trennung hinter sich haben oder möchten neu zusammenziehen oder möchten nun der Kinder wegen in Teilzeit arbeiten oder… Um das klarzustellen: Es ist Ihre Privatsache und geht den Arbeitgeber im Prinzip gar nichts an. Aber wenn Sie Überzeugungsarbeit leisten wollen, können Sie das wunderbar in die Waagschale werfen.

  5. Luftveränderung

    Wenn Sie jahrelang in einem mittelständischen Unternehmen aktiv waren, kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie mal Konzernluft schnuppern wollen. Oder umgekehrt: Sie würden gerne in überschaubaren Strukturen etwas bewirken, als im Dickschiff unterzugehen. Oder Sie möchten ins wendige Boot namens Startup umsteigen. Jedes Unternehmen tickt anders. Die Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Dem einen Charakter liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Eine nachvollziehbare Begründung für einen Jobwechsel ist es allemal. Aber Sie sollten vorher genau recherchieren: Kann Ihnen Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber das, was Sie suchen, überhaupt anbieten? Finden Sie dort die Umgebung, in der Sie sich wohl fühlen? Andernfalls schafft Ihre Begründung neue Probleme…

Es gibt übrigens noch eine sechste sehr triftige Begründung. „Ich möchte die Branche wechseln“. Hier ist die Antwort kniffliger. Daher widmen wir ihr ein eigenes Kapitel. Dazu später mehr…

Jobwechsel begründen: Hin-zu oder Weg-von?

Jobwechsel begründen hin zuDas ist der entscheidende Punkt: Formulieren Sie Ihre Motivation für einen Jobwechsel in der Bewerbung stets als Hin-zu-Motivation! Das Gegenstück heißt Weg-von-Motivation und ist nicht so prickelnd.

Was heißt das? Hin-zu soll bedeuten, dass Sie sich zu der neuen Stelle hingezogen fühlen. Sie erwarten etwas Konkretes von ihr, versprechen sich neue Herausforderungen und berufliche Erfüllung. Sie wollen des tollen neuen Jobs wegen wechseln.

Die Weg-von-Begründung argumentiert genau andersherum: Sie wollen bloß weg von Ihrem alten Arbeitgeber. Von den Kollegen, aus dem muffigen Büro, vom übellaunigen Chef. Nichts wie weg! Die neue Stelle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, Ihre Flucht glückt. Wohin: egal. Das wirkt nicht so, als hätten Sie eine Strategie oder einen Plan in der Tasche. Und eine Liebeserklärung an den neuen Arbeitgeber sieht auch anders aus…

Branchenwechsel begründen: So wird’s gemacht

Einen Branchenwechsel zu begründen ist eine besondere Herausforderung. Immerhin fehlen Ihnen wahrscheinlich Branchenkenntnisse und -erfahrungen. Und der Schritt ist nicht selten sehr groß. Mit einem Branchenwechsel ist oft ein kompletter Berufswechsel verbunden. Sie haben kein Netzwerk, keine Referenzen, kennen sich nicht aus, können nicht mitreden. Eine gewaltige Herausforderung!

Darum sollten Sie vor allem Ihre Stärken und Kenntnisse in den Vordergrund stellen, die Ihnen auch in der neuen Branche nützlich sein werden. Denn viele Kenntnisse und Fähigkeiten sind übertragbar. Was in der einen Branche hilfreich ist, kann auch in einer anderen von großem Nutzen sein. Suchen Sie die Skills heraus, mit denen Sie punkten. Dabei kann es sich auch um Fähigkeiten handeln, die in der neuen Branche – Ihrer Meinung nach – noch weitgehend fehlen. Wenn Sie überzeugend darlegen, wie und womit Sie die Branche bereichern, dann könnte der Arbeitgeber anbeißen.

Einfacher fällt es natürlich, wenn es Überschneidungspunkte zwischen zwei Branchen gibt. So ähneln sich zum Beispiel Telekommunikations- und Energiewirtschaft in Teilen sehr stark. Wenn Sie in solch einem Fall Ihr Erfahrungswissen herausstellen, können Sie punkten.

Eine gute Begründung für einen Jobwechsel könnte lauten:

In meiner Branche habe ich jahrelange Erfahrung im Bereich XYZ und konnte schon diesen und jenen Erfolg erzielen. Diese Expertise würde ich jetzt gerne in einer ganz anderen Branche einsetzen und meinen beruflichen Schwerpunkt neu ausrichten. Ich sehe darin großes Potenzial und die richtige Gelegenheit für einen Branchenwechsel.

Denn Leidenschaft und Interesse sind zwar gute Argumente für einen Branchenwechsel. Aber er gelingt am besten, wenn Sie Ihrem neuen Arbeitgeber einen Mehrwert anbieten können. Dem Unternehmen geht es weniger um Ihre Selbstverwirklichung, mehr um seinen unternehmerischen Nutzen. Den hat er, wenn Sie Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrem alten Job in den neuen übertragen können. Bei Berufseinsteigern können schon Praktika oder Nebenjobs diesbezüglich Punkte bringen.

Es gibt noch ein Problem: Ihre bisherige Richtung und Branche wird in Ihrem Lebenslauf – ganz logisch – hervorgehoben sein. Also müssen Sie Ihre Wechselmotivation in den anderen Bestandteilen der Bewerbung betonen. Dazu haben Sie diese Optionen:

Natürlich sollten Sie dabei selbst von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein – und davon, diese in der neuen Branche zur Geltung bringen zu können. Das sind beste Voraussetzungen für einen Branchenwechsel – und dann kann er gelingen.

Jobwechsel begründen: So nicht!

Es gibt gute Gründe für einen Jobwechsel. Aber auch gute Gründe dagegen – das sind die wichtigsten 3:

  1. Geld

    „Ich will mehr Geld verdienen.“ Das hört kein Personaler gerne. Natürlich ist jedem bewusst, dass das Gehalt ein überragendes Wechselmotiv ist. Aber sagen Sie es bitte nicht so offensichtlich! Das verrät, dass Sie am Job nicht wirklich interessiert sind, sondern in erster Linie am Geld. Berufung oder gar Liebe zum Job? Eher nicht. Außerdem kann Ihr Arbeitgeber nicht auf einen loyalen Mitarbeiter hoffen. Die Gefahr, dass Sie bei einem besseren Angebot sofort wieder weg sind, wäre groß.

  2. Zeit

    Wenn Sie von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, ist das Zeitmotiv offensichtlich. Dann dürfen Sie das auch sagen. „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben.“ Falls Sie aber auch beim neuen Arbeitgeber in Vollzeit arbeiten, sollte das nicht Ihr Hauptargument sein. Menschlich zwar nachvollziehbar, suggeriert es: „Ich will so wenig arbeiten wie möglich.“ „Ich drücke mich vor Mehraufwand, wo es nur geht.“ Das lässt nicht auf Ehrgeiz und Einsatz schließen. Vielleicht ist das ein Trugschluss, aber so kommt es nun mal beim Personaler an.

  3. Eigen-PR

    Die dicke Marke im Lebenslauf – damit können Sie abends auf der Cocktail-Party prahlen! Es sei Ihnen auch gegönnt, aber als Argument für einen Jobwechsel sollten Sie die Arbeitgeberattraktivität hintenanstellen. Es zeigt: Sie sind auf der Suche nach Status und Anerkennung. Das ist zwar ebenfalls sehr menschlich, aber kein guter Grund. Der Arbeitgeber braucht eine gefestigte Persönlichkeit mit einem intakten Selbstwertgefühl. Sie arbeiten, um das Unternehmen voranzubringen und nicht, um Ihren Minderwertigkeitskomplex auszugleichen. Um die Inhalte geht es, nicht um Äußerlichkeiten. Dass Sie einen attraktiven Arbeitgeber haben, sollte immer nur netter Nebeneffekt sein, aber nie die Hauptsache.

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Diskret bewerben: So gelingt es Ihnen

Diskret bewerben

Diskret bewerben: Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie noch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis sind. Dann wollen sie nicht, dass Ihr aktueller Boss von Ihrem Vorhaben erfährt. Weil es negative Konsequenzen haben könnte, von Nichtachtung bis hin zu Mobbing. Wenn Sie die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bekommt niemand etwas von Ihrer vertraulichen Bewerbung mit…

Diskret bewerben: Bitte vertraulich behandeln

Es ist Ihr gutes Recht als Arbeitgeber, sich anderweitig umzusehen. Gefeuert werden können Sie jedenfalls nicht, nur weil Sie sich auf dem Arbeitsmarkt nach Alternativen erkundigt haben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass Sie nur Ihren Marktwert austesten wollten.

Trotzdem: Die meisten Arbeitgeber sind not amused, wenn sie spitzkriegen, dass einer ihrer Schützlinge mit der Konkurrenz flirtet. Es dürfte ihm oder ihr als Illoyalität – vielleicht gar als Verrat – ausgelegt werden. Abgesehen davon, dass der Verlust einer wertvollen Kraft droht. Im schlimmsten Fall ist Ihr Chef sauer auf Sie, straft Sie mit Nichtachtung, degradiert oder mobbt Sie gar. Die andere Möglichkeit: Er umgarnt Sie, bietet Ihnen seinerseits eine Gehaltserhöhung oder andere Leckerli wie eine Beförderung an.

Aber wissen können das Bewerber in der Regel nicht. Die beste Strategie ist es daher, sich so diskret wie möglich bei der Konkurrenz umzusehen und zu bewerben. Das ermöglicht auch einen sanften Verbleib im Job, sollte es mit dem Stellenwechsel doch nicht klappen. Aber wie bewirbt man sich direkt? Karrieresprung sagt es Ihnen…

Diskrete Bewerbung mit Sperrvermerk

Kein Arbeitgeber wird erst eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben, bevor er Ihre Bewerbung lesen darf. Zumal Diskretion ohnehin zum Grundvokabular der HR-Branche gehört. Wer hier zu offenherzig aus dem Nähkästchen plaudert, beschädigt seine Reputation.

Aber: Sie haben durchaus die Möglichkeit, Ihre Bewerbung mit einem sogenannten Sperrvermerk zu versehen. Diesen Begriff gibt es in unterschiedlichen Zusammenhängen:

  • Öffentliche Haushalte: Erst nach Aufhebung des Sperrvermerks dürfen die Gelder für einzelne Positionen ausgegeben werden.
  • Pressemitteilungen: Auch sie enthalten häufig eine Sperrfrist. Wenn diese abgelaufen ist, ist eine Veröffentlichung zulässig – vorher nicht.
  • E-Mail: Mit einem Sperrvermerk kann die Weitergabe oder Vervielfältigung untersagt werden.

Auch in der Bewerbung ist der Sperrvermerk ein legitimes Instrument. Er steht am Anfang eines Dokuments, damit der Empfänger ihn nicht übersieht. Dafür eignet sich:

Sie integrieren den Sperrvermerk also entweder in den Betreff. Das sieht dann relativ förmlich aus, steht aber praktischerweise ganz am Anfang. Oder Sie bitten im Schlusssatz höflich um Vertraulichkeit. Das können Sie auch in Fettschrift machen. Beispielformulierungen folgen…

Bitte um Vertraulichkeit: Formulierungsbeispiele

Im Betreff Ihres Anschreibens bieten sich diese Formulierungen an:

Im Schlusssatz Ihres Anschreibens können Sie etwas ausführlicher auf die Thematik eingehen. Zum Beispiel so:

  • Ich befinde mich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Daher bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln. Wenn Sie mich zurückrufen möchten, dann melden Sie sich bitte abends ab 19 Uhr unter der oben angegebenen Nummer.
  • Bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich.
  • Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass ich den Namen meines aktuellen Arbeitgebers aufgrund meines ungekündigten Arbeitsverhältnisses noch nicht nennen möchte.

Kleiner Tipp: Bitten Sie nicht um Diskretion oder um einen Sperrvermerk, sondern um Vertraulichkeit bzw. darum, die Bewerbung vertraulich zu behandeln. Das ist das Gleiche in grün – klingt aber zeitgemäßer.

Und wenn Sie besonders vorsichtig sein wollen, weil Sie etwa um die Geschwätzigkeit in Ihrer Branche wissen, dann können Sie den Namen Ihres aktuellen Arbeitgebers auch ganz aus der Bewerbung entfernen. Statt der Mustermann AG steht dort nur noch „Börsennotiertes Unternehmen“ – oder noch vager: „Größeres Unternehmen“. Arbeits- und Zwischenzeugnisse lassen Sie dann folgerichtig ebenfalls weg.

Hier einige Formulierungshilfen:

  • Momentan arbeite ich in einem größeren Unternehmen der Immobilienbranche.
  • Ich bin derzeit in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen tätig.
  • Aktuell bin ich bei einem Weltmarktführer im Hochtechnologie-Bereich beschäftigt.

Diskret bewerben: 4 Tipps für die Jobsuche

Verschwiegenheit ist eine Tugend. Gerade im Bewerbungsprozess sollten Sie nicht zu früh zu viel preisgeben. Behalten Sie Ihr Vorhaben für sich und vertrauen Sie es nur ausgewählten Personen an – aus dem eigenen Unternehmen am besten niemandem.

Eine gesunde Portion Misstrauen kann in diesem Szenario Gold wert sein. Nicht selten hat sich eine gute Kollegin als Intrigantin entpuppt, ein Kumpel als Plappermaul. Und wer weiß, vielleicht empfindet ein Kollege Ihre Abwanderungsgedanken ja als Verrat – und tratscht es mit astreinem Gewissen weiter.

Halten Sie sich an diese 4 Ratschläge, wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben:

  1. E-Mail-Adresse

    Der Anfängerfehler schlechthin: Schicken Sie Ihre Bewerbung um Himmels willen nicht von Ihrer beruflichen E-Mail-Adresse aus ab. Das wäre entweder dreist oder dumm. Beides Charakterzüge, die auch Ihr neuer Arbeitgeber nicht schätzen dürfte. Nehmen Sie Ihre private Adresse. Aber eine, die seriös klingt und optimalerweise Ihren Namen beinhaltet: max.mustermann@gmail.com.

  2. Gewohnheiten

    Bleiben Sie Ihren Routinen und Gewohnheiten treu. Wenn Sie bislang immer im Casual-Look zur Arbeit gekommen sind, dann werfen Sie sich jetzt nicht auf einmal den feinen Zwirn über. Wenn Sie der Typ überpünktlich sind, dann kommen Sie jetzt nicht plötzlich ständig zehn Minuten zu spät. Wenn Sie die Mittagspause immer mit den Kollegen verbracht haben, dann suchen Sie jetzt nicht regelmäßig das Weite. Solche Verhaltenswiesen können Verdacht wecken. Und das wollen Sie nicht. Sie wollen unentdeckt bleiben – allein schon Ihrer Nerven wegen. Trennen Sie Job und Jobsuche – so sollte es ja auch sein. Verlegen Sie Letzteres in Ihren Feierabend und aufs Wochenende. Dafür haben Headhunter Verständnis. Wenn es gar nicht anders geht, dann telefonieren Sie in der Mittagspause im Freien oder in Ihrem Auto.

  3. Sorgfalt

    Das sind auch Anfängerfehler: Lebensläufe oder Anschreiben, die Sie für die Jobsuche vorbereitet haben, auf dem Schreibtisch liegen lassen. Aber im Eifer des Gefechts kann so etwas schon mal passieren. Denn nicht immer kann der Personaler oder Headhunter auf den Feierabend warten. Beseitigen Sie rechtzeitig Ihre Spuren. Keine Kontaktdaten auf Post-its kritzeln und dann im Büro liegenlassen. Keine PDFs auf Ihrem Rechner speichern. Notieren Sie sich Wichtiges direkt in Ihrem Smartphone. Bewerbungsunterlagen schicken Sie entweder von Ihrem Rechner zuhause – oder unterwegs vom Smartphone.

  4. Kündigung

    Mündliche Zusagen sind gut, Verträge sind besser. Auf das Wort eines Personalers können Sie sich im Regelfall verlassen, ja. Ihren alten Job kündigen sollten Sie aber wirklich erst dann, wenn alles unter Dach und Fach ist. Sprich: Wenn der neue Vertrag vorliegt und unterschrieben ist. Im Worst Case sind Sie beides los: den alten und den neuen Job. Und Sie erhalten nicht mal Arbeitslosengeld, wenn Sie von sich aus gekündigt haben. Lassen Sie sich außerdem nicht vom neuen Arbeitgeber drängen – sondern den Arbeitsvertrag von einem Arbeitsrechtler prüfen. Wenn alles korrekt ist, unterschreiben Sie. Danach kündigen Sie Ihren alten Job. Das ist die professionelle Vorgehensweise. Und Professionalität erwartet ja schließlich auch der neue Arbeitgeber von Ihnen…

Bewerbung: Sie haben ein Recht auf Diskretion!

Diskret bewerben vertraulichJuristen wissen: Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten personenbezogene Daten. Diese sind besonders schutzwürdig. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Unternehmen, dem Sie Ihre Bewerbung zugeschickt haben.

Das Unternehmen hat die Pflicht, Ihre Daten vertraulich zu behandeln. Es muss sie vor unbefugtem Zugriff schützen, darf sie etwa nicht öffentlich zugänglich herumliegen lassen. Einsehen dürfen die Unterlagen nur Mitarbeiter des Unternehmens, die mit dem Einstellungsvorgang betraut sind.

Kommt es zu keiner Einstellung, darf das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen NICHT behalten. Es muss sie entweder zurücksenden oder vernichten. Will es die Unterlagen behalten, müssen Sie als Bewerber ausdrücklich zustimmen.

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Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um!

Brueche Lebenslauf

Brüche im Lebenslauf sind ein Makel. Das nehmen viele Bewerber jedenfalls an. In Wahrheit können Lücken und Brüche aber auch für das berühmte Salz in der Suppe sorgen. Wenn mit ihnen ein Reifeprozess verbunden war oder ein Kompetenzgewinn, dann wittert der Personaler einen guten Fang. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind Brüche im Lebenslauf einfach nur unschön und wollen kaschiert werden. Wie sorgen Bewerber dafür, dass Brüche im Lebenslauf beim Empfänger kein schlechtes Echo verursachen? Am besten, Sie befolgen die vier goldenen Tipps…

Brüche im Lebenslauf: Nicht so schlimm!

Brüche im Lebenslauf sind etwas Schlechtes. Davon sind noch immer die meisten Menschen überzeugt. Schließlich stehen Brüche ja für negative Episoden des Arbeitslebens, nicht wahr? Brüche im Lebenslauf ergeben sich zum Beispiel aus:

Brüche symbolisieren somit negative Charaktereigenschaften. Sie stehen für mangelnden Willen und Ehrgeiz, Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit, ungenügende Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sehen nicht wenige Arbeitgeber so.

Das ist nicht zwingend falsch. Aber es ist eindeutig zu kurz gedacht. Öffentlich betonen immer alle, dass sie sich Menschen mit „Ecken und Kanten“ wünschen. Eigentlich aber wollen sie genau die nicht. Sie wollen einen Bewerber, der die Norm erfüllt, der ins Raster passt. Und das ist das Problem: Bewerber ohne Brüche erfüllen lediglich eine Norm – mehr nicht.

Sie bewegen sich innerhalb des Erwartungshorizonts des Personalers, aber sie erweitern ihn nicht. Dabei können genau jene Bewerber, die die Norm brechen, für ein Unternehmen Gold wert sein. Sie können frische Impulse liefern, kreativen Input – also genau das, was Unternehmen heute brauchen, aber oft nicht finden.

Resultat sind Belegschaften ohne Unterscheidbarkeit. Ihre Mitglieder ähneln sich, handeln identisch, sind oft blockiert von Denkmustern a la „Das klappt doch eh nicht. Das haben wir noch nie so gemacht. Das geht nicht.“ Für Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – und das sind im 21. Jahrhundert viele – eine fatale Entwicklung. Bahnbrechende Ideen entfalten sich in solch einer Umgebung nur schwer.

Das alles heißt nicht, dass Brüche im Lebenslauf völlig kritiklos abgehakt werden sollten. Aber sie sollten Anlass sein, sich näher mit dem Bewerber zu beschäftigen – und nach unentdeckten Potenzialen zu suchen. Brüche können eine Chance sein – auch für den Arbeitgeber.

Brüche im Lebenslauf: Darum sind sie wichtig

Die gute Nachricht: Brüche im Lebenslauf werden normaler. In Zeiten von Fachkräfteengpässen, vermehrter Quereinstiege und lebenslangen Lernens stellt ein Bruch nicht mehr das Karriere-Aus da. Gut so! Neue Berufsbilder entstehen, Abteilungen verschmelzen, Unternehmen richten sich neu aus. All das erfordert Flexibilität. Hochqualifizierten fällt es leicht, von der einen Rolle in die andere zu schlüpfen. Manchmal lässt sich ihre Funktion nicht einmal mehr genau definieren. Brüche? Herzlich willkommen!

Aber man muss unterscheiden: Da gibt es die Jobhopper auf der einen und den echten Karriere-Bruch auf der anderen Seite. Letzterer ist nicht immer freiwillig. Der Jobhopper dagegen gilt als opportunistisch, rechnet sich durch zahlreiche Arbeitgeber- oder Berufswechsel bessere Chancen aus. Er baut seine Brüche vorsätzlich in den Lebenslauf ein. Das ist sein gutes Recht.

Aber auch eine längere Auszeit ist heute nicht mehr zwangsläufig ein Karrierehindernis. Wer seine Ausbildung abgebrochen hat, um die eigenen Eltern zu pflegen, demonstriert Pflichtbewusstsein. Wer ein halbes Jahr im Ausland herumgereist ist – ohne pädagogische Hintergedanken – legt Neugier an den Tag. Alles positive Eigenschaften.

So kann ein Bruch sogar zu einem Vorteil werden. Bewerber müssen „nur“ die positiven Aspekte, die mit ihm verbunden sind, herausstellen. Brüche im Lebenslauf als wichtiger Teil der Persönlichlichkeitsentwicklung. Das kann internationale Erfahrung sein oder vertieftes Interesse an einem Thema. Darauf legen speziell international aufgestellte Unternehmen wert. Oft sind derartige Erfahrungen und Kompetenzen sogar wertvoller als formelle Qualifikationen.

Brüche im Lebenslauf: 4 Ratschläge

Karrieren werden bekanntlich gemacht und nicht von langer Hand geplant. Es sind also nicht nur Talent, Leistung, Entschlossenheit und handwerkliches Geschick vonnöten. Auch eine große Portion Glück gehört zweifelsfrei zu einer erfolgreichen Laufbahn. Und Glück ist genauso planbar wie ein Sechser im Lotto – also gar nicht.

Karrierepläne sind dagegen starre Konstrukte, denen oftmals der Bezug zur Realität fehlt. Sie entstehen in einer Zeit, in der der Planer noch gar kein Insiderwissen über seinen Job hatte. Er kennt die Regeln, Codes und Gepflogenheiten in seiner Branche noch gar nicht. Das macht einen Karriereplan in vielen Fällen obsolet.

Zudem machen geplante Karrieren nicht selten blind. Wer seinen Plan stur verfolgt, sieht die Chancen nicht mehr, die sich links und rechts ergeben. Geistige Flexibilität geht verloren – oder kann sich erst gar nicht entwickeln.

Das soll nicht bedeuten, dass man seine nächsten Karriereschritte nicht planen kann und sollte. Natürlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man in drei oder fünf Jahren stehen möchte. Und wie man es anstellt, dorthin zu kommen und was man dafür im Einzelnen tun muss.

Aber wir alle kennen das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das ist in der Arbeitswelt so wie im Privatleben.

Karrierewege verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Es geht bergauf und bergab, manchmal durch Irr- und Umwege. Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, sich guter Optionen zu berauben. Und wer glaubt, dieses Defizit durch einen sehr ausgefeilten Plan zu beheben, könnte sich im selbst gebauten Irrgarten verlaufen. Dann ist man unentwegt in Bewegung, biegt überall ab – aber kommt nirgends an.

Daher lauten die besten Ratschläge wie folgt:

  • Bleiben Sie flexibel und offen für Neues.
  • Setzen Sie sich gerne einige wichtige Ziele, die Sie unbedingt erreichen möchten. Das können bestimmte Postionen oder Orte sein, an denen Sie arbeiten oder Unternehmen und Branchen, in denen Sie tätig werden möchten.
  • Denken Sie auch darüber nach, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um diese Ziele zu erreichen. Welche Fähigkeiten Sie noch erwerben oder verbessern müssen, um dorthin zu kommen.
  • Seien Sie bereit, Ihre Pläne jederzeit zu überdenken und zu korrigieren. Veränderungen kommen früher, als einem lieb ist. Wenn Sie anpassungsfähig bleiben, wirft Sie so leicht nichts aus der Bahn. Bereiten Sie sich also gewissermaßen stets auf das Unvorhergesehene vor – expect the unexpected. Ohne Improvisation kommen wir auch sonst nicht durchs Leben.

Letztlich legen Sie selbst fest, welches Gewicht Sie Ihren Brüchen im Lebenslauf beimessen wollen. Interpretieren Sie nicht zu viel hinein, machen Sie sie auch nicht wichtiger, als sie sind. So erhalten Sie sich Anpassungsfähigkeit. Wenn Sie sich auf das große Ganze konzentrieren, werden Sie schnell feststellen, dass jeder Bruch auch nicht mehr als eine Station im Leben ist.

Brüche im Lebenslauf: Diese Promis hatten auch welche

Die Kultur des Scheiterns ist schwer in Mode. Durchaus zurecht, denn aus Niederlagen lernt man bekanntlich. Das gilt auch für die vielen Helden und Erfolgsmenschen der Geschichte. Kaum ein Lebenslauf, der ohne Niederlagen – und Brüche – auskommt. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Sieben Wahlkämpfe verlor Abraham Lincoln, bevor er endlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
  • Kein Verleger fand sich anfangs für Astrid Lindgrens wundersame Geschichte von einer gewissen Pippi Langstrumpf.
  • Geldgeber waren zu Beginn für Orson Welles und Citizen Kane weit und breit nicht in Sicht.
  • Erst im dritten Anlauf gelang Henry Ford die Gründung der Ford Motor Company.
  • 9.000 Glühfäden probierte Thomas Alva Edison aus, bevor er einen fand, den er dauerhaft zum Leuchten bringen konnte.
  • Nachdem er sein Studium abgebrochen und Apple gegründet hatte, wurde Steve Jobs mit 30 von seiner eigenen Firma entlassen.

Warum sich Brüche lohnen können

Warum sich Brüche lohnen können
Beruf oder Arbeitgeber wechseln, mal etwas ganz Neues ausprobieren – das kann sich auszahlen. So haben auch rund zehn Prozent der Fondsmanager vorher in ganz anderen Berufen gearbeitet. Sie waren Ingenieure, Ärzte oder Getränkefabrikanten. Das hilft ihnen auch im neuen Job.

Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, der Universität zu Köln und der Mason School of Business in den USA haben 2018 herausgefunden, dass Quereinsteiger in ihren Erfahrungsindustrien besonders gut abschneiden.

Ihre Vorerfahrungen nützen Ihnen also auch nach einem Bruch im Lebenslauf. Ärzte etwa, die zu Fondsmanagern werden, erzielen bei Pharma-Aktien deutlich höhere Renditen. In diesem Fall lohnt sich das für alle Seiten: für den frischgebackenen Fondsmanager, für seinen Arbeitgeber – die Fondsgesellschaft – und für die Kunden.

Brüche im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

Lebensläufe mit Brüchen kann man auch als Patchwork-Lebensläufe bezeichnen. Sie werden – so wie die Patchwork-Familie auch – immer gewöhnlicher. Jeder Personaler hatte schon welche vor sich liegen.

Das bedeutet: Sie werden als Bewerber nicht von vornherein aussortiert, nur weil Ihr Lebenslauf Brüche aufweist. Wichtig ist nur, wie Sie mit ihnen umgehen und wie Sie sie kommunizieren. Das gelingt, wenn Sie sich an diese Ratschläge halten:

  1. Einstellung

    Das ist der erste Schritt. Sehen Sie Ihre Brüche selbst als Makel oder Belastung an? Fehler! Brüche können Leben und Lebenslauf bereichern. Hören Sie also zunächst damit auf, Ihren Bruch als etwas Negatives darzustellen – etwas, für das Sie sich entschuldigen müssen. Mit diesem Mindset gelingen auch Bewerbung und Vorstellungsgespräch besser. Stellen Sie das Positive heraus, das Sie in dieser Zeit gelernt haben. Die Entwicklungsschritte, die Sie gegangen sind. Die Lehren, die Sie gezogen haben. Personaler mögen Bewerber, die wieder aufgestanden sind und sich von Niederlagen nicht haben mürbe machen lassen.

  2. Ehrlichkeit

    Eine Möglichkeit wäre es ja, die Brüche im Lebenslauf dezent zu verschweigen und zu verschleiern. Nach dem Motto: War da was? Das sollten Sie aber nicht tun. Personaler sind erfahren und erkennen schnell, wenn Ihnen etwas vorgespielt wird. Zum Beispiel durch den Trick, statt der Monats- nur die Jahreszahlen im Lebenslauf anzugeben. Das ist verdächtig. Erst recht sollten Sie mögliche Brüche nicht durch eine Lüge übertünchen. Indem Sie sich Fake-Arbeitgeber oder Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse einfach ausdenken. Lügen können Sie noch Jahre später verfolgen – und ein Kündigungsgrund sein. Bleiben Sie bei der Wahrheit – das ist für alle am besten, Sie eingeschlossen.

  3. Geradlinigkeit

    Sie brauchen die richtigen Argumente, warum Ihr Lebenslauf-Bruch ein lehrreiche Erfahrung gewesen sein soll. Die können Sie vor einem Vorstellungsgespräch ruhig mal vor dem Spiegel einüben. Denn wenn Sie ins Grübeln oder Stottern geraten, wirkt Ihr Versuch hilflos. Und nach einer Schwäche soll der Bruch ja nicht aussehen. Und lenken Sie auch nicht vom Thema ab, sondern versuchen, eine schlüssige Erklärung zu liefern. Schon im Anschreiben haben Sie die Möglichkeit, einen Bruch plausibel zu erklären.

  4. Kürze

    In der Kürze liegt die Würze. Sie müssen Ihre Lücken im Lebenslauf ja auch nicht gerade zu einem Initiationsritus aufwerten. Oder zu einer TV-tauglichen Leidensgeschichte, die Ihnen widerfahren ist. Das macht Sie zum Opfer. Und Opfer ist keine Rolle, die Sie als Bewerber spielen wollen. Legen Sie kurz und schlüssig dar, wie der Bruch zustande gekommen ist und was Sie daraus gelernt haben. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Begleiteffekte wie Durchhaltevermögen, Disziplin oder Resilienz. Zeigen Sie, dass die Erfahrungen, die Sie gemacht haben, auch im neuen Job von Nutzen sind. Wer eine schwere Herausforderung schon einmal erfolgreich gemeistert hat, ist auf die nächste besser vorbereitet. Den Benefit für den Arbeitgeber gilt es herauszuarbeiten. Dann könnten Ihnen Ihre Brüche im Lebenslauf sogar Gold wert sein. Versuchen Sie aber nicht, krampfhaft eine Verbindung herzustellen. Wenn es eine gibt, dann ist das wunderbar. Wenn nicht, auch gut.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Betreffzeile Bewerbung: So trifft sie ins Schwarze

Betreffzeile Bewerbung

Betreffzeile Bewerbung: Sie ist ein vermeintlich unwichtiges Detail. Die erste Zeile im Anschreiben, die eigentlich nur kurz sagt, worum es im Folgenden geht. Was soll da schon großartig schiefgehen? Aber Vorsicht: Die Betreffzeile fällt dem Empfänger ihrer Bewerbung als Erstes ins Auge. Sie erleichtert Zuordnung und Einordnung. Und sie kann sogar erste Rückschlüsse auf die Kompetenz ihres Verfassers zulassen…

Betreffzeile Bewerbung: So formulieren Sie richtig

Was schreibe ich in die Betreffzeile Bewerbung? Es sind zwar nur ein paar Worte, aber die haben es in sich. Es sind immerhin die ersten, die der Personaler zu Gesicht bekommt. Sie hinterlassen den ersten Eindruck – und der zählt bekanntlich.

Das bedeutet: Wenn sie Ihre Betreffzeile in der Bewerbung mies formulieren, dann stößt das sofort sauer auf. Und es färbt negativ auf den Rest der Bewerbung ab – vermutlich sehr viel negativer, als wenn sich eine missratene Formulierung irgendwo mitten ins Anschreiben eingeschlichen hat.

Also ja, eine schlecht formulierte Betreffzeile in der Bewerbung kann Ihre Chancen schmälern, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und letztlich den Job zu bekommen.

Es geht aber auch anders: Wenn Sie mit einer guten Betreffzeile Bewerbung einsteigen, hinterlassen Sie einen positiven und professionellen Eindruck. Pluspunkt!

Betreffzeile Bewerbung – so formulieren Sie sie richtig

  1. Konkret werden

    Formulieren Sie so genau wie möglich. Ein lapidares „Bewerbung“ ist zu wenig und zu allgemein. Die Details fehlen. Welche Bewerbung? Für welche Position? Ebenfalls zu allgemein: „Bewerbung in Ihren Unternehmen“. Ist Ihr Betreff zu allgemein, erwecken Sie den Eindruck, sich keine Mühe gemacht zu haben. Und es könnte den Anschein erwecken, dass Sie Massenbewerbungen versenden, ohne jede Bewerbung individuell anzupassen. Werden Sie also so konkret wie möglich. Nennen Sie im Betreff explizit die Stelle, auf die Sie sich bewerben. Manche Stellenangebote haben eine Referenznummer. Die gehört – sofern vorhanden – auch hinein.

  2. Anzeige spiegeln

    Wenn Sie eine Initiativbewerbung schreiben, dann fällt die Referenznummer weg. Es gibt ja keine. In konkreten Stellenangeboten ist aber manchmal eine Referenznummer oder eine Kennziffer angegeben. Bewerben Sie sich auf ein solches Stellenangebot, dann geben Sie die Nummer unbedingt in der Betreffzeile an. So weiß der Empfänger sofort Bescheid und kann Ihre Bewerbung richtig zuordnen. Verwenden Sie außerdem die Berufsbezeichnung, die in der Annonce gebraucht wird. Steht dort etwa „Softwareentwickler„, dann bewerben Sie sich auch als „Softwareentwickler“ – und nicht als „Software Developer“. Sucht die Firma einen „Social Media Redakteur“, dann bewerben Sie als „Social Media Redakteur“ — und nicht als „Redakteur“ und auch nicht als „Social Media Manager“. Im schlimmsten Fall werden Sie von der HR-Software vorab aussortiert, wenn Sie die „falsche“ Berufsbezeichnung verwenden.

  3. Kurz fassen

    Nehmen Sie nur das Nötigste in Ihre Betreffzeile Bewerbung auf. Unnötigen Ballast schmeißen Sie raus. Die Betreffzeile ist ja nicht umsonst ein Einzeiler. Betreffzeilen, die zwei Zeilen beanspruchen, sind ein absolutes No-Go. Also nur die Informationen aufnehmen, die für den Empfänger relevant sind – und ihm helfen, die Bewerbung einzuordnen. Maximal zählen dazu: Was? Bewerbung. Wer? Controller. Wo? Am Standort München. Was Sie unterlassen sollten, sind Satzungetüme wie: „Bewerbung als Sekretär in Ihrer Zentrale in Hamburg auf die Stelle, die Sie auf Ihrem Karriereportal im Internet ausgeschrieben haben.“ Viiieeel zu lang.

  4. Bezug nehmen

    Die Bezugszeile ergänzt die Betreffzeile. Sie ist etwas kleiner und wird direkt unter der Betreffzeile platziert. In der Bezugszeile nehmen Sie Bezug auf das Stellenangebot. Konkret schreiben Sie hier, wo Sie die jeweilige Stellenausschreibung entdeckt haben. Geben Sie den Namen des Print- oder Online-Mediums an. Auch das Datum der Veröffentlichung (insbesondere bei Printmedien) können Sie hier nennen, um die Zuordnung zu erleichtern. Und noch einen Schritt zurück in die Betreffzeile: Lassen Sie das Wörtchen Betreff weg. Das war früher mal üblich. Heute ist es nicht mehr zeitgemäß. Außerdem zieht es die Betreffzeile unnötig in die Länge.

Betreffzeile Bewerbung: Darauf bitte achten!

Mit Ihrer Bewerbung wollen Sie den Arbeitgeber von sich überzeugen. Der Inhalt ist von höchster Priorität. Aber auch das Äußere kann über Wohl oder Wehe Ihrer Bewerbung entscheiden.

So ist der erste Eindruck, den die Betreffzeile in der Bewerbung hinterlässt, auch ein optischer. Die formale Gestaltung des Betreffs ist daher nicht unwichtig. Legen Sie große Sorgfalt an den Tag. Das ist bei der formalen Gestaltung Ihrer Betreffzeile Bewerbung wichtig:

  • Schriftart

    Zu den Standardtypos zählen Arial und Times New Roman. Damit können Sie in der Bewerbung nichts falsch machen. Wichtig ist in jedem Fall, der ausgewählten Schriftart treu zu bleiben. Wählen Sie also eine Schriftart aus – und weichen in der gesamten Bewerbung nicht mehr von ihr ab. Wenn Ihre Betreffzeile die Schriftart Arial hat, dann sollte auch der Text des Bewerbungsschreibens Arial aufweisen. Einheitlichkeit beachten!

  • Schriftgröße

    Die Größe sollte von der Schriftart abhängig gemacht werden. Arial wirkt wuchtiger und größer. Daher können Sie eine kleinere Schriftgröße wählen, am besten zwischen 10 pt und 11,5 pt. Times New Roman ist feiner. Hier können Sie eine größere Schriftgröße auswählen, damit Ihre Bewerbung gut lesbar bleibt. Zwischen 11 pt und 12 pt sind angemessen. Falls Sie sich für eine andere Typo entscheiden, dann passen Sie die Größe individuell an. Faustregel: Der Empfänger sollte Ihre Bewerbung gut und angenehm lesen können. Die Schriftgröße sollte also weder zu groß noch zu klein sein.

  • Struktur

    Früher war es üblich, das Wörtchen Betreff oder die Abkürzung Betr. in die Betreffzeile zu schreiben. Auch heute praktizieren das noch sehr viele Bewerber. Es ist aber nicht mehr zeitgemäß. Sie zeigen dadurch nur, dass Sie nicht auf dem neuesten Stand sind oder schlecht recherchiert haben. Punktabzug für mangelnde Professionalität! Was in die Betreffzeile Ihrer Bewerbung gehört: die genaue Position, auf die Sie sich bewerben und – sofern vorhanden – eine Kennziffer oder Referenznummer aus der Stellenanzeige.

  • Hervorhebung

    Grundregel: Die Betreffzeile dürfen Sie fetten. Sie ist aber auch der einzige Bestandteil Ihres Anschreibens, den Sie in Fettschrift verfassen sollten. So schaffen Sie Struktur und Übersicht. Sie zeigen, dass hier der formale Kopfteil der Bewerbung endet und der inhaltlich wichtige Hauptteil anfängt. Zudem lenkt die Fettung das Auge des Empfängers auf die Betreffzeile. Er ist sofort im Bilde, um was es geht. Tabu: Die Betreffzeile unterstreichen – weder zusätzlich zur Fettung noch als Ersatz! Und noch etwas: Bitte setzen Sie ans Ende der Betreffzeile keinen Punkt und schon gar kein Ausrufezeichen(!).

Betreffzeile Bewerbung: Das sind schlechte

Betreffzeile Bewerbung – hier sind einige Negativbeispiele. So sollten Sie es NICHT machen:

  • Bewerbung bei Daimler

    Wenig aussagekräftig, wenn man bedenkt, wie viele Bewerbungen einem großen Unternehmen regelmäßig auf den Tisch flattern. Der Empfänger kann erstens nichts damit anfangen – und weiß zweitens selbst, wie er bzw. sein Unternehmen heißt.

  • Bewerbung in Dortmund

    Auch wenn ein Unternehmen mehrere Standorte hat, ist die Location alleine keine ausreichende Info. Wichtiger als der Standort ist die Position, für die Sie sich bewerben.

  • Bewerbung als Aushilfe

    So kommen wir der Sache schon näher. Allerdings weiß man dennoch nicht, um welche Art Aushilfe es sich denn handelt. Aushilfe im Lager? Oder im Büro? Das sollte noch mit hinein.

  • Bewerbung auf Ihre Anzeige

    Welche Anzeige? Wo ist diese erscheinen? Welche Position soll mit ihrer Hilfe besetzt werden? Diese Infos fehlen.

  • Betreff: Bewerbung als Landschaftsgärtner

    Hier stört das Wörtchen Betreff am Anfang. Der Rest ist so durchaus in Ordnung.

  • Bewerbung als Softwareentwickler!

    Das Ausrufezeichen entwertet die Betreffzeile. Keine Interpunktion im Betreff!

  • Bewerbung als Koch/Köchin

    In einer Stellenanzeige ist Genderneutralität wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben. In einer Betreffzeile wirkt sie nicht nur albern, sondern falsch. Schließlich hat der Bewerber ja ein Geschlecht, mit dem er/sie sich bewerben kann.

  • Bewerbung um eine Stelle in Ihrem Unternehmen

    Das ist zu beliebig. Es sollte schon eine spezifische Position sein.

  • Bewerbung als Bankkaufmann :-)

    Keine Sonderzeichen oder Emoticons — das ist hochgradig unseriös. Möglicherweise käme ein Smiley besser an, wenn Sie sich nicht als Bankkaufmann, sondern als Feelgood-Manager bewerben würden. Branche beachten!

  • Bewerbung als Developer

    Zugegeben, Softwareentwickler können sich in Ihrer Bewerbung fast alles leisten – erst recht farbig hervorgehobene Betreffzeilen. Für die meisten anderen gilt: Den Betreff bitte nicht farbig markieren.

  • Bewerbung als Verkäuferin auf Ihre Stellenanzeige in der FAZ vom 08.08.2019 für den Standort Lüdenscheid in Teilzeit mit Aussicht auf Arbeitszeitverlängerung

    Bitte nicht ALLE Infos in der Betreffzeile unterbringen, sondern nur die wichtigsten.

Betreffzeile Bewerbung: Das sind gute

Wie könnte eine gelungene Betreffzeile in der Bewerbung aussehen? Hier sind ein paar Beispiele:

  • Bewerbung als Java-Entwickler; Kennziffer 6666/666

    Alle wichtigen Infos sind enthalten. Das passt!

  • Bewerbung als Key Account Manager, Referenznummer 9876543

    Auch hier steht alles drin, was der Personaler wissen muss.

  • Bewerbung um eine Stelle als Grafikdesigner
    Ihre Stellenanzeige in der Rheinischen Post vom 29.08.2019

    Betreff- und Bezugszeile sind wunderbar aufeinander abgestimmt.

  • Bewerbung als Controller
    Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de, Referenznummer: 123/987

    Betreff- und Bezugszeile ergänzen sich auch hier sehr gut.

  • Bewerbung als Sales Manager
    Unser Telefonat vom 14.05.2019

    So nehmen Sie Bezug auf ein möglicherweise schon stattgefundenes Telefongespräch. Sehr sinnvoll.

  • Initiativbewerbung als Landschaftsarchitekt

    Der Hinweis, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt, erleichtert die Zuordnung.

  • Bewerbung als Industriemechaniker
    Unser Gespräch auf der Jobmesse Hamburg am 16.06.2019

    Einen möglichen Erstkontakt in die Bezugszeile integrieren – das ist empfehlenswert.

  • Bewerbung als Bilanzbuchhalter (IHK)

    So können Sie einen konkreten Titel bzw. Kompetenz integrieren, in diesem Fall die IHK-Zertifikation.

  • Bewerbung für ein Schülerpraktikum als Reiseverkehrskauffrau vom 01.11. bis 15.11.2019

  • Das ist schon ziemlich lang, aber gerade noch im Toleranzbereich – weil informativ.

[Bildnachweis: Patrick Thomas by Shutterstock.com]

Bewerbungsflyer: Ideal für Job- und Karrieremessen

Bewerbungsflyer Tipps Vorteile

Bewerbungsflyer sind weitgehend unbekannt. Genau das ist Ihr großer Vorteil. Wer mit einem Flyer für sich wirbt, hebt sich von der Masse ab. Speziell auf Jobmessen verspricht diese Taktik Erfolg. Mit einem lieblos beschrifteten Wisch ist es aber nicht getan. Ein Bewerbungsflyer führt Sie direkt zum Job, wenn Sie Folgendes beachten…

Bewerbungsflyer: Was ist das?

Ein Bewerbungsflyer ist genau der richtige Weggefährte für eine Job- oder Karrieremesse. Sie können ihn potenziellen Arbeitgebern überreichen, um ihr Interesse zu wecken. Im Vergleich zur Visitenkarte ist er origineller, aber auch gehaltvoller.

Beim Bewerbungsflyer handelt es sich um ein klassisches DIN-A4-Blatt. Dieses wird beidseitig bedruckt und im Leporello-Format gefaltet. Durch die Knicke entstehen dabei drei Segmente. Zählt man Vorder- und Rückseite zusammen, ergeben sich sogar sechs Bereiche. Auf diesen können Sie sich und Ihr Profil vorstellen.

Inhaltlich fasst der Bewerbungsflyer Ihren Lebenslauf in einer Art Leistungsprofil zusammen. Es stehen also die wichtigsten Informationen über Sie und Ihre Kompetenzen darauf. Vorteil: Der Empfänger kann sich schnell ein Bild über Sie machen.

Bewerbungsflyer: Für wen eignet er sich?

Für alle Branchen und Berufe ist ein Bewerbungsflyer selbstverständlich nicht geeignet. Ein Manager bewirbt sich nicht per Flyer, auch andere Führungskräfte werden so nur schwerlich überzeugen können. In konservativen Branchen wie der Banken- und Versicherungsbranche findet man auf diese Weise wahrscheinlich keine Stelle. Erst recht nicht, wenn es sich um keinen qualitativ hochwertigen und vorzeigbaren Flyer handelt.

Für Berufseinsteiger dagegen könnte das Medium eine spannende Wahl sein. Oder für Bewerber, die Mühe haben, aus der grauen Masse hervorzustechen.

Bitte nicht falsch verstehen: Der Bewerbungsflyer ist keine Alternative zur Bewerbung. Sie verschicken ihn nicht per Post und spazieren auch nicht ins Personalbüro, um ihn dort abzugeben.

Sie nehmen ihn vielmehr mit auf eine Job- oder Karrieremesse. Vorteil: Die Teilnehmer sind auf Recruiting-Themen geeicht, dürften für originelle Ansätze offen und manchmal sogar regelrecht dankbar sein. Sie stoßen also definitiv auf offene Ohren – und Augen.

Ein denkbares Szenario: Sie haben mit mehreren Unternehmen vorab Termine auf einer Jobmesse vereinbart. Dafür erstellen Sie gewissenhaft Bewerbungsmappen mitsamt einer Kurzbewerbung und packen sie in Ihr Gepäck.

Nun begegnet Ihnen auf der Messe zufällig ein Recruiter Ihrer Traum-Firma. Ein Match! Nur haben Sie für ihn gar keine Kurzbewerbung mehr übrig. Was tun?

Sie kennen die Antwort schon: Sie überreichen ihm einfach einen Ihrer Bewerbungsflyer, von denen Sie ebenfalls ein paar eingesteckt haben. Vorteil: Die Flyer sind nicht individualisiert und eignen sich im Prinzip für jeden Gesprächspartner vor Ort. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Bewerbungsflyer: So ist er aufgebaut

Im Grunde können Sie Ihren Bewerbungsflyer so gestalten, wie Sie wollen. Er soll schließlich Ihre Persönlichkeit unterstreichen. Aber vergessen Sie nicht den Zweck, den Sie letztlich verfolgen. Sie wollen dem Empfänger einen Überblick und Informationen an die Hand geben.

Zunächst nehmen Sie ein DIN A4-Blatt und legen es quer. So könnte die Vorderseite aufgebaut sein:

  • Linke Spalte: Deckblatt, Name, Foto, Kontaktdaten
  • Mittlere Spalte: Beruflicher Werdegang in Tabellenform
  • Rechte Spalte: Spezielle Qualifikationen (Erfahrungen, Projekte, Erfolge)

Und so könnte die Rückseite aufgebaut sein:

  • Linke Spalte: Aus- und Weiterbildungen, Studium, Schule
  • Mittlere Spalte: Referenzen (Empfehlungen)
  • Rechte Spalte: Auslandserfahrungen, Social-Media-Profile

Ob Ihr Flyer zündet, hängt auch von Gestaltung und Design ab. Ein lausig zusammengeschusterter Leporello wird für Stirnrunzeln sorgen und allenfalls ein müdes Lächeln im Gesicht des Empfängers hinterlassen. Wenn Sie das nötige Kleingeld haben, können Sie die Aufgabe auch gerne einem Grafikdesigner übertragen.

Auffälligkeit ist in diesem Fall erwünscht: Der Bewerbungsflyer soll maximale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber gleichzeitig eine gewisse Ernsthaftigkeit und Seriosität wahren. Von allzu gewagten Marketing-Gags sehen Sie also besser ab. Es sei denn, Sie bewegen sich in einer Branche, die Extraversion geradezu einfordert (Werbung, Marketing, Film, Theater, Musiker, Animateure usw.).

Immerhin beweisen Sie auch Mut. Nicht jeder traut sich, einen Bewerbungsflyer zu verteilen. Ein Indiz, dass in Ihnen ein Verkäufer-Gen schlummert. Und kaum etwas lieben Unternehmen mehr als Menschen, die ihre Produkte gut verkaufen können…

Klar sollte Ihnen auch sein, dass sich der Effekt mit der Zeit abnutzt. Mehrere Jahre in Folge sollten Sie mit ein und demselben Flyer die Jobmessen nicht unsicher machen.

Das sind die Vorteile

Diese Vorteile hat ein Bewerbungsflyer:

  • Im Gegensatz zu einer Visitenkarte enthält er mehr Informationen. Er ist aussagekräftiger.
  • Im Vergleich zu einer Kurzbewerbung hat man einen Bewerbungsflyer relativ schnell erstellt. Man kann ihn immer wieder verwenden.
  • Er garantiert Aufmerksamkeit. Weil er noch nicht so verbreitet ist, können Sie sich damit vom Rest abheben.
  • Sie können ihn überall mit hinnehmen. Er ist leicht und handlich, passt in jede Tasche. Und auch wenn Sie ihn falten und knicken, ist er meist noch brauchbar.
  • In kreativen Berufen geben Sie mit einem Bewerbungsflyer zugleich eine Arbeitsprobe ab. Geradezu prädestiniert ist er, wenn Sie eine Ausbildung zum Mediengestalter anstreben.
  • Er ist relativ günstig in der Herstellung.

Das sind die Nachteile

Diese Nachteile hat ein Bewerbungsflyer:

  • Für die Erstellung braucht man Knowhow im Umgang mit Layout- und Designprogrammen. Er stellt somit höhere Anforderungen an den Ersteller als ein einfaches Anschreiben und Lebenslauf.
  • Sie müssen selektieren können. Auf dem Flyer finden nicht alle Informationen Platz, die sie in einer Bewerbung hätten unterbringen können. Wenn Sie sich für die falschen Inhalte entscheiden, ist der Bewerbungsflyer wirkungslos.
  • Bewerbungsflyer erinnern in Form und Gestalt an Werbeflyer. Und die sind in etwa so beliebt wie Pickel im Gesicht. Der Drang ist groß, einen Flyer unmittelbar nach Erhalt schnell wieder zu entsorgen – falls man ihn überhaupt erst aus Höflichkeit entgegengenommen hat.

So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehen

So könnte Ihr Bewerbungsflyer aussehenSie können sich einen Bewerbungsflyer optisch noch immer nicht so richtig vorstellen? Dann werfen Sie mal einen Blick auf unsere Muster. So könnte Ihr Flyer aussehen:

[Bildnachweis: Mila Supinskaya Glashchenko by Shutterstock.com]

Lücken im Lebenslauf: Wie Sie sie sinnvoll füllen

Lücken im Lebenslauf sind wie Löcher in den Zähnen. Sie können richtig weh tun. Eine lange Phase der Arbeitslosigkeit etwa weckt bei Personalern Argwohn. Was stimmt mit dem Bewerber nicht? Im schlechtesten Fall führen Lücken im Lebenslauf dazu, dass der Bewerber aus dem Rennen genommen wird. Doch nicht jede Leerstelle muss gleich das Aus bedeuten. So füllen Bewerber ihre Lücken im Lebenslauf sinnvoll aus…

Lücken im Lebenslauf: Was ist das?

Ein Monat Leerlauf – das ist nicht tragisch. Vielleicht haben Sie eine schöne Reise gemacht. Oder Sie standen gerade an der Schnittstelle zwischen zwei Jobs oder am Übergang vom Studium zum Beruf.

Auch eine Phase der Neuorientierung, die über einen Monat hinausgeht, ist völlig in Ordnung. Wenn Sie sechs oder acht Wochen gebraucht haben, um Zukunftspläne zu schmieden, wird Ihnen kein Personaler den Kopf umdrehen. Aber irgendwann wird es kritisch. Spätestens nach einer zweimonatigen Pause entsteht eine Lücke, die Sie beizeiten erklären müssen.

Eine glasklare Definition für eine zu große Lebenslauf-Lücke gibt es nicht. Als Faustregel können Sie sich aber merken:

Alles, was über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten hinausgeht und nicht erklärt wird, gilt als Lücke.

Grundsätzlich sind Lücken im Lebenslauf Zeitabschnitte, in denen man keiner/keinem…

  • Praktikum
  • Berufsausbildung
  • Studium
  • dauerhaften Beschäftigung
  • Weiterbildung

nachgeht. Im Personalbüro kommt prompt der Verdacht auf: Der Bewerber war arbeitslos. Und der Folgeverdacht lautet: Er war aus gutem Grund arbeitslos. Wenn sich in all der Zeit kein Unternehmen gefunden hat, das ihn einstellen wollte, warum sollten wir es dann tun?

Eine große Lücke wirft also ein schlechtes Licht auf den Bewerber. Manchmal zurecht, oft aber auch zu Unrecht. Darum gilt es, mögliche Missverständnisse rechtzeitig auszuräumen. So gelingt es…

Lücken im Lebenslauf: So werden sie gerne kaschiert

Ein beliebter Trick ist es, keine Monatsangaben im Lebenslauf zu machen, sondern Jahresangaben. Das sieht dann so aus:

2018 Anstellung bei der Fake AG, Rosenheim
2017 Anstellung bei der No Plan GmbH, Flensburg
2016 Praktikum bei der Crazy KG, Köln

Eine zweite Möglichkeit ist es, ein Erfahrungsprofil statt eines achronologischen Lebenslaufs einzureichen. So kann ein Bewerber seine Qualifikationen quantifizieren, ohne Jahreszahlen angeben zu müssen. Zum Beispiel so:

5 Jahre Erfahrung als Außendienst-Mitarbeiter im Tiefkühl-Segment
3 Jahre Erfahrung als Call-Center-Agent Outbound
2 Jahre Erfahrung als Vertriebsassistent

Unser Tipp: Sehen Sie von solchen Mätzchen in Ihrer Bewerbung ab. Personaler kennen die Tricks. Sie nähren nur den Verdacht, dass etwas nicht stimmt mit Ihnen. Die Chancen auf eine Einladung sinken. Wird sie doch ausgesprochen, müssen Sie sich auf unangenehme Fragen einrichten, die Sie vielleicht nicht beantworten können.

Aber Sie können sich anderweitig helfen. Legitim ist es für Bewerber etwa, im Lebenslauf Monatsangaben statt Wochenangaben zu machen. Wenn Sie also ein zweiwöchiges Praktikum vom 20. März bis zum 4. April gemacht haben, könnten sie im Lebenslauf schreiben:

03/2018-04/2018 Praktikum bei der Absurd AG, Mannheim

So werden aus zwei Wochen bis zu zwei Monate. Das kaschiert zumindest eine kleinere Lücke. Und mit einem Erfahrungsprofil dürfen Sie ebenfalls gerne für sich werben – nur bitte nicht in der Bewerbung, sondern im Internet, auf Ihrer privaten Homepage zum Beispiel. Dort stellen Sie die Hausregeln auf und müssen sich nicht an Konventionen halten.

Lücken im Lebenslauf: Darf ich lügen?

Lügen haben kurze Beine – und gehen fast immer nach hinten los. Bleiben Sie lieber bei der Wahrheit. Wer sich Jobs oder Tätigkeiten einfach ausdenkt und hinterher enttarnt wird, verspielt seinen guten Ruf. Das ist gefährlich.

Im Übrigen sind Falschangaben im Lebenslauf ein Kündigungsgrund. Arbeitnehmer können fristlos, aber auch nachträglich gekündigt werden. Das heißt: Auch wenn Sie zunächst mit Ihrer Schwindelei durchgekommen sind, kann sie Ihnen stets auf die Füße fallen. Im Bewerbungsgespräch bedeutet eine Lüge ohnehin das sofortige Aus. Niemand will einen notorischen Lügner einstellen.

Und einen Make-up-Artist ebenfalls nicht. Damit ist in diesem Fall das dezente Schminken von Lebensabschnitten gemeint. Nicht neu ist zum Beispiel der Tipp mancher Coaches, die Work-and-Travel-Tour durch Kanada als interkulturelle Bildungsreise oder als Sprachreise zu deklarieren. Schlecht, weil völlig unnötig! Dass Sie eine Work-and-Travel-Reise persönlich und sprachlich weiterbringt, wissen Personaler auch. Sie müssen sie gar nicht künstlich aufwerten. Und bitte kommen Sie erst gar nicht auf die Idee, eine stinknormale Urlaubsreise als Sprach- und Kulturtour zu tarnen.

Anderes Beispiel: Eine Phase der Arbeitslosigkeit, die man mit intensiver Potenzialanalyse oder Coaching verbracht haben will. Das klingt nicht nur lächerlich, sondern ist es auch. Wenn Sie Lücken im Lebenslauf stopfen wollen, dann machen Sie es lieber auf diese Art und Weise…

Lücken im Lebenslauf: Die wichtigsten Tipps

Ehrlich währt (oft) am längsten. In manchen Szenarien sollten Sie konsequent bei der Wahrheit bleiben. In anderen dürfen Sie sie aber geringfügig dehnen oder verschweigen. Wir haben die wichtigsten Szenarien für Sie durchgespielt:

  1. Studienwechsel

    Ein Studienabbruch ist weder eine Seltenheit noch eine Schande. Die Anzahl der Studiengänge ist in Deutschland mittlerweile so hoch, dass nicht jeder Akademiker mit seiner Wahl richtig liegen kann. Wer nun merkt, tatsächlich die falsche Wahl getroffen zu haben, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Berühmte Studienabbrecher gibt es zur Genüge. Viel interessanter ist die Frage nach dem Was dann?. Haben Sie es stattdessen mit einem neuen Fach, einer Ausbildung oder einer Unternehmensgründung versucht? Ein richtiger Vorteil kann eine Lücke im Lebenslauf sogar sein, wenn Sie jahrelang auf Ihren Wunschstudienplatz gewartet haben. Weil Sie ihn zum Beispiel wegen des happigen Numerus Clausus nicht sofort bekommen haben. Das zeugt von Ausdauer, Durchhaltevermögen, Willen. Hier gibt es also nichts zu kaschieren, nur zu erklären. Problematisch wird es erst dann, wenn Sie alle paar Semester das Studium wechseln.

  2. Berufseinstieg

    Der Berufseinstieg ist für viele die schwierigste Hürde. Referenzen und Fürsprecher sind kaum vorhanden, Berufserfahrungen ebensowenig. Folgerichtig kann sich der Start schon einmal hinziehen. Wenn Sie daher nach dem Studium mehrere Monate vergeblich auf Jobsuche sind, sollte das kein Beinbruch sein. Die Toleranzgrenze liegt bei einem halben Jahr. Dafür gibt es auch ein gutes Argument: Sie wollen ja nicht mit irgendeinem Job starten. Sie wollen den richtigen. Dass der erste Job für den weiteren Verlauf einer Karriere sehr wichtig ist, bestätigen Studien regelmäßig. Sie könnten die Wartezeit aber durchaus mit Praktika oder Weiterbildungen überbrücken.

  3. Krankheit

    Wenn Sie eine schwere Krankheit überwunden oder ein schwer erkranktes Familienmitglied gepflegt haben, dann gibt es nichts zu verheimlichen. Die Art der Krankheit müssen Sie dabei nicht nennen, das fällt in Ihre Privatsphäre. Aber: Eine chronische Krankheit, die jederzeit wieder ausbrechen kann, verschafft Ihnen keinen Vorsprung im Wettlauf um den Job. Der Arbeitgeber wird die Sorge haben, auf Sie noch häufiger verzichten zu müssen. Positiv wäre es daher, wenn Sie den Zeitraum der Krankheit genau eingrenzen und auf eine vollständige Genesung hinweisen könnten. Zum Beispiel so: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft“ oder „Pflege der schwer erkrankten Mutter“.

  4. Vorübergehende Arbeitslosigkeit

    Wenn die Lücke im Lebenslauf nicht zu groß ist, müssen sie auch eine Phase der Arbeitslosigkeit nicht umetikettieren. Im Gegenteil, es gibt Personaler, die Ecken und Kanten an Bewerbern mögen. Gut kommt es an, wenn man sich aus einem Tief wieder herausgearbeitet hat. Sie sollten aber auch darlegen können, WIE Sie aus dem Tief herausgekommen sind. Und trotz allem gilt weiterhin: Kein Personaler schätzt lange Arbeitslosigkeit. Außerdem sollte sich Ihr Tief nicht in den niedersten Abgründen abgespielt haben. Sprich: Massive Drogen- oder Alkoholprobleme oder die Verwicklung in kriminelle Machenschaften sind keine Sieger-Strategien – egal, ob und wie Sie sich davon losgesagt haben.

  5. Unverschuldete Kündigung

    Nicht immer liegt eine Kündigung an Ihrem eigenen Unvermögen. Es kann ja sein, dass Ihre Abteilung geschlossen wurde oder das Unternehmen in großem Stil Stellen abgebaut hat. Oder dass es sogar Konkurs anmelden musste. Wenn dem so sein sollte, dann haben Sie eine gute Argumentationshilfe für Ihre Lücke im Lebenslauf. Sie könnten dann so formulieren:

    08/2012 bis 08/2018Vertriebsmitarbeiter bei der Insolvent GmbH (Kündigung wegen Insolvenz)

    Glaubwürdig sind Sie vor allem, wenn Ihre Berufstätigkeit erst nach einem längeren Zeitraum beendet wurde. Aber die Angaben sollten auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Die Insolvenz größerer Unternehmen wird in der Presse behandelt. Denken Sie sich eine Insolvenz daher nicht aus. Das lässt sich leicht nachprüfen – und Sie stehen hinterher als Schwindler da.

  6. Selbstverschuldete Kündigung

    Kniffliger wird es da schon, wenn Sie den Job durch eigenes Verschulden verloren haben. Vielleicht mochte der Chef Ihre Nase nicht oder Sie haben einfach nicht die Leistung gebracht, die er sich von Ihnen versprochen hatte. In dem Fall bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als die Kündigung als selbstverschuldet einzugestehen. Fangen Sie nicht damit an, Schuldzuweisungen zu verteilen. Nachtreten ist ein No-Go. Völlig akzeptabel wäre eine Begründung wie: Es hat zwischen uns einfach nicht gepasst. So waschen Sie keine schmutzige Wäsche und übernehmen Verantwortung, ohne sich selbst das Vollversager hinzustellen. Einen kleinen Trick gibt es aber vielleicht doch: Platzieren Sie die Lücke nach Möglichkeit dort, wo sie weniger auffällt. Sie haben ja immerhin die Wahl zwischen einem chronologischen und einem achronologischen Lebenslauf. Taucht die Lücke auf Seite 2 nach einer blitzsauberen ersten Seite auf, springt Sie dem Betrachter nicht sofort ins Auge.

  7. Anhaltende Arbeitslosigkeit

    Wer längere Zeit arbeitslos ist, hat zwangsläufig eine große Lücke im Lebenslauf. Als Bewerber müssen Sie dann den Zauberkasten auspacken. Immerhin wollen Sie nicht den Eindruck erwecken, dass Sie zuhause nur faul auf der Couch gelegen und Netflix geschaut haben (selbst wenn das so gewesen sein sollte).

    Zunächst mal sollten Sie zweigleisig fahren: Bewerben Sie sich weiter um Jobs, aber bilden Sie sich parallel weiter. Damit werten Sie Ihre Bewerbung auf. Das können Sprachkurse, fachliche Fortbildungen, Praktika oder Hospitanzen sein. Im Internet gib es heute eine Vielzahl an Weiterbildungsseminaren – suchen Sie sich etwas Passendes aus. Oder erkundigen Sie sich bei der Arbeitsagentur nach Ihren Optionen. So vermeiden Sie, dass Ihre Lücke noch größer wird oder eine neue entsteht.

    Außerdem sollten Sie auf Ihre Ausdrucksweise achten. Ein absolutes No-go ist das Wörtchen arbeitslos in der Bewerbung. Es klingt einfach nur schlimm. Bezeichnen Sie sich selbst bitte niemals als arbeitslos, sondern immer nur als arbeitsuchend. Ja, das ist faktisch das Gleiche. Aber unterschätzen Sie die psychologische Wirkung nicht. Arbeitsuchend beinhaltet den Wortbaustein Suche, klingt dynamischer und aktiver. Arbeitslos klingt nach abgehängt, frustriert, am Ende. Sie können auch noch positiver formulieren, zum Beispiel so: Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Aber Achtung: Wenn Sie schon jahrelang in dieser Stellung verharren, könnte das auf den Personaler unfreiwillig komisch wirken.

    Sie können zudem den Fokus auf eine Neuorientierung Ihrer beruflichen Zukunft richten. Beispiel: 05/2018 bis 10/2018 Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich Datenanalyse.

    Natürlich müssen Sie dann erklären, welche Maßnahmen Sie konkret ergriffen haben, um im Bereich XY Fuß zu fassen. Ohnehin gilt: Sammeln Sie jedes einzelne Argument, das Sie haben. Wenn Sie sich Grundwissen in HTML oder Affiliate Marketing angeeignet haben, dann hinein damit in den Lebenslauf. Falls Sie ein paar Brocken Spanisch, Türkisch oder Kroatisch sprechen, dann unter Grundkenntnisse aufnehmen! Und wenn Sie sich auf irgendeine Art und Weise gemeinnützig engagiert haben – und wenn es sich nur um einen Tag beim Dreck-weg-Tag am Strand gehandelt hat – dann erwähnen Sie das. Auch Soft Skills, die von Ihrer Berufserfahrung weitgehend unabhängig sind, können Punkte bringen.

Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!

Lücken im Lebenslauf: Sie waren schon mal schlimmer!Geschliffene Lebensläufe werden immer unbeliebter. Mehr und mehr Unternehmen, die gerade Bewerbern mit Ecken und Kanten, mit einer ungeraden Vita, eine Chance geben wollen. Das verspricht eine Horizonterweiterung.

Auch die Digitalisierung sorgt dafür, dass langjährige Konzernkarrieren zur Rarität werden. Umstiege, Quereinstiege, Branchenwechsel und Boomerang Recruiting – all das ist möglich. Angesichts der Fachkräfteengpässe in vielen Branchen ist manch ein Personalchef froh, überhaupt noch Bewerbungen im Posteingang zu finden.

Eine Lücke im Lebenslauf wird da nicht gleich das Aus bedeuten. Das gilt insbesondere für gefragte Fachkräfte aus dem IT-, Ingenieur- oder Gesundheitsbereich. Aber nicht nur. Bahn-Chef Richard Lutz drückte sich im November 2018 so aus: „Jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird eingestellt.“ Ob mit oder ohne Lücken im Lebenslauf.

Lücken im Lebenslauf: Die witzigsten Antworten

Die Lücke im Lebenslauf kann auch für Erheiterung sorgen. Wenn Sie die Frage des Personalers mit einem glänzenden Joke kontern. Wir haben die witzigsten Sprüche aus Social Media gesammelt:

  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich einen Melonenkern vom Laminat aufgehoben.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem Zug der Deutschen Bahn zu twittern.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Ich hatte einen Knoten in meinem Kopfhörerkabel.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Die Ausbildung in Hogwarts zählt für euch Muggel ja nicht.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Beipackzettel wieder zusammenzufalten.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, aus einem IKEA wieder herauszufinden.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich mir mit einem Hotelfön die Haare getrocknet.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da kam die neue Staffel von Game of Thrones raus.“
  • „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf.“ „Da habe ich versucht, den Kundenservice von Vodafone zu erreichen.“
[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

Lebenslauf auf Englisch: Darauf müssen sie achten

Für eine Bewerbung auf der Insel oder in Übersee können Sie leider nicht Ihren deutschen Lebenslauf recyceln. Sie brauchen einen neuen – einen Lebenslauf auf Englisch. Keine Sorge, das kriegen Sie hin! Ein bisschen Mühe müssen Sie allerdings schon investieren, damit das Endprodukt den HR-Manager überzeugt. Der Lebenslauf auf Englisch unterscheidet sich nämlich in einigen Punkten entscheidend vom deutschen…

Lebenslauf auf Englisch: Was muss ich beachten?

Die USA, Kanada, Großbritannien und Australien zählen allesamt zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Erde. Eine Karriere in einem dieser Länder ist mehr als verlockend. Noch günstiger, dass man dort die Lingua Franca Englisch spricht, die nicht gerade zu den schwierigsten Sprachen der Welt zählt.

Aber auch wenn sie sich für einen guten Englischsprecher halten: Bei der Bewerbung auf Englisch müssen Sie die eine oder andere Kleinigkeit beachten. Von der deutschen Bewerbung unterscheidet sich die englische in einigen Punkten sogar erheblich.

Es wäre also ein Fehler, Ihren Lebenslauf Eins zu Eins ins Englische zu übersetzen. Das fängt schon bei der Bezeichnung an. In England umschreibt man den Lebenslauf gerne als Curriculum Vitae, in den USA sind Resume oder Personal Resume geläufiger.

Karrieresprung zeigt Ihnen, was bei der Bewerbung auf Englisch noch wichtig ist…

Lebenslauf auf Englisch: Wann brauche ich ihn?

Wenn Sie sich in den USA oder UK bewerben, kommen sie an einem englischen Lebenslauf sowieso nicht vorbei. Es kann aber auch sein, dass Sie bei einem international tätigen Konzern in einem anderen Land anheuern wollen, das Englisch als Geschäftssprache festgelegt hat. Auch in vielen deutschen Unternehmen wird bevorzugt englisch gesprochen.

Ein englischer Lebenslauf ist also vielseitig einsetzbar. Und er könnte in Zukunft durchaus zum Bewerberalltag dazugehören – falls hierzulande immer mehr Arbeitgeber englischsprachige Bewerbungen einfordern. Das ist zwar reine Spekulation, aber durchaus denkbar.

Machen Sie sich als Erstes schlau, welches Format verlangt wird: CV oder Resume. Das Curriculum Vitae ist in den USA vor allem in akademischen Berufen gefragt. Andernfalls nimmt man eher ein Resume. Neben Großbritannien bewerben Sie sich auch in Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika klassischerweise mit einem CV.

Lebenslauf auf Englisch: So schreibt man ihn

Grundsätzlich ist der englische Lebenslauf keine reine Faktensammlung. Er soll Einblicke geben in Ihre Persönlichkeit und vor allem Ihre Fähigkeiten. Zeigen Sie, welche Erfolge Sie in den vergangenen Jahren gefeiert und welche Herausforderungen Sie gemeistert haben.

Aber nicht falsch verstehen: In den Lebenslauf auf Englisch gehören nur Stichworte, keine Prosa, kein Blabla, kein Nonsens.

Achten Sie darauf, vor allem Punkte aufzuschreiben, die eine Relevanz für die jeweilige Stelle haben. Das gilt auch für Hobbys, die Sie angeben. Teamsport oder ehrenamtliches Engagement kommen auch im englischsprachigen Ausland gut an. Sie zeugen von Einsatz, Leidenschaft, Führungsqualitäten. Auf Extremsportarten sollten Sie dagegen besser verzichten. Die hohe Verletzungsgefahr wirkt auf manche Arbeitgeber abschreckend.

Nehmen Sie also nur die Aspekte auf, die Ihr Profil unterstreichen. Belangloses lassen Sie weg. Die Angelsachsen mögen es kurz und knackig. Denn diese Devise gilt drüben so wie bei uns: Time is money. Kein Personalverantwortlicher wird sich eingehend mit Ihrem Werdegang befassen. Er wird nur kurz Ihr CV scannen und Sie dann in eine Schublade stecken – hoffentlich in die richtige…

Lebenslauf auf Englisch: So ist er aufgebaut

Ganz oben schreiben Sie Curriculum Vitae oder Resume oder Personal Resume in den Titel. Wichtig: Im englischen Lebenslauf ist kein Platz für Bewerbungsfotos, das Geburtsdatum oder den Familienstand. Das hat vor allem mit den harten Antidiskriminierungsgesetzen zu tun.

Teilweise gibt es in den USA auch vollständig anonymisierte Bewerbungen, bei denen gar keine persönliche Daten abgefragt werden. Stattdessen füllt der Bewerber einen Online-Bewerbungsbogen aus oder muss ein vorgefertigtes Bewerbungsformular per Hand bearbeiten und auf dem Postweg zurücksenden.

Darüber hinaus können Sie am Schluss Ihrer englischen Bewerbung auf Datum und Unterschrift verzichten.

Diese Angaben kommen hinein:

  • Personal Details

    Die persönlichen Informationen umfassen Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Der Name kommt in die erste Zeile, darunter die restlichen Angaben. Bitte die Umlaute ausschreiben. Ä und Ö gibt es im Englischen nicht. Statt Lisa Müller, München schreiben Sie also Lisa Mueller, Muenchen.

  • Personal Profile/Summary

    Hier stehen zwei bis drei Zeilen zu Ihrer Person. Wer Sie sind, was Sie auszeichnet. Dieser Abschnitt ist optional, Sie können ihn auch komplett weglassen. Es ist aber generell nicht verkehrt, hier seine größten Stärken voranzustellen. Aber bitte nur ganz kurz!

  • Objective

    Welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben, gehört in diesen Abschnitt. Außerdem können Sie noch hinzufügen, warum Sie die Stelle reizt und was Sie in ihr erreichen wollen. Beispielhaft könnte hier stehen: To acquire the position of a senior sales manager and upgrade my knowledge in sales.

  • Professional/Work Experience

    Das ist der berufliche Werdegang. Im Prinzip ist dieser Abschnitt genauso aufgebaut wie im deutschen Lebenslauf. Alle bisherigen Arbeitsstationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Sie starten also mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Vollständig sind die Angaben nur mit Firmennamen, Standort, Zeitraum der Anstellung und der genauen Position im Unternehmen. Tipp: Ergänzen Sie die Angaben stichwortartig mit den Tätigkeiten, die Sie dort ausgeübt haben. Beispiel:

    01/2017-08/2018 Junior marketing manager at Scoobydoo GmbH, Leverkusen, Developing a marketing strategy.

    Wenn Sie kein Curriculum Vitae, sondern ein Resume schreiben, dann können Sie diesen Abschnitt auch straffen. Im Resume sind nur die zwei oder drei Stellen interessant, die für den ausgeschriebenen Job relevant sind. Alle anderen lassen Sie einfach weg. In diesem Fall fangen sie mit dem Job an, der den größten Bezug zur angestrebten Position hat. Diesen Aufbau bezeichnet man auch als Functional Resume. Der große Vorteil: Etwaige Lücken im Lebenslauf müssen erst gar nicht kaschiert werden.

  • Education

    Ihre schulische Bildung findet hier Platz. Auch diese Stationen geben Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Also erst das Gymnasium, Gesamtschule, Realschule oder Hauptschule, dann die Grundschule. Auch mögliche Fort- und Weiterbildungen können Sie an dieser Stelle nennen.

  • Skills

    Zu den Skills zählen vorrangig Sprachkenntnisse und IT-Kompetenzen. Sie geben sich selbst in der jeweiligen Fremdsprache eine Bewertung (very good, good etc.), damit Sie der Personaler richtig einordnen kann. Dabei bitte nicht zu krass übertreiben, das fliegt eher früher als später auf. Und vergessen Sie nicht, Ihre Deutsch-Kenntnisse zu notieren. Da überdies IT-Kenntnisse immer wichtiger werden, sollten Sie versuchen, hier keine Lücke zu lassen. Zumindest in MS Office sollten Sie bewandert sein. Wenn Sie leidenschaftlicher Instagrammer oder Facebooker sind, dürfen Sie auch gerne Social-Media-Skills nennen. Alle anderen Fähigkeiten nur aufschreiben, wenn sie für die Stelle eine Relevanz besitzen.

  • Engagement/Activities/Interests

    In diesem Abschnitt ist Platz für Ehrenämter, Interessen und Hobbys. Bewerber sollten selektiv sein. Den Personalverantwortlichen interessiert es nicht, ob Sie Kronkorken sammeln. Nur die Aspekte erwähnen, die relevant sind. Ehrenämter zeugen von Verantwortungsbewusstsein, Sport von körperlicher Fitness – Pluspunkte! Aber Achtung: Es gibt auch Konstellationen, die weniger günstig sind. Beispiel: Sie spenden seit Jahren für Greenpeace, was löblich ist. Aber wenn Sie sich dann (trotzdem) bei Öl-Multi BP bewerben wollen, sollten Sie Ihre Greenpeace-Vorliebe vielleicht lieber nicht erwähnen.

  • References

    Hier besteht ein klarer Unterschied zum deutschen Lebenslauf. Unter References nennen Sie eine Person (besser zwei), die über Sie Auskunft geben können. Es sollte sich im besten Fall um Ihre größten Fürsprecher handeln. Die Referenzgeber sind wichtig, weil sie oft auch wirklich kontaktiert werden. Notieren Sie also ihren Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Vorher klären Sie aber möglichst noch ab, ob die jeweilige Person überhaupt einverstanden ist. Nicht, dass sie Sie noch in die Bredouille bringt…

Bewerbung auf Englisch: Das sind die 5 größten Unterschiede

Das sind die größten Unterschiede zwischen der Bewerbung auf Deutsch und der Bewerbung auf Englisch:

  1. Persönliche Daten

    Sie gibt es nur in überschaubaren Dosierungen. Auf Alter, Geschlecht, Familienstand oder Religion verzichten Sie. Diskriminierungsgefahr!

  2. Referenzen

    Sie sind keine Kür, sondern Pflicht. In der deutschen Bewerbung sind Referenzen nur eine angenehme Zugabe. In der englischen sollten Sie mindesten zwei Referenzen nennen. Die Unternehmen wollen sich nicht allein auf ihre Angaben verlassen, sondern aus zuverlässiger Quelle bestätigt wissen, dass Sie es mit einer integren Person zu tun haben. Legen Sie allergrößten Wert darauf, gute Fürsprecher für sich zu gewinnen.

  3. Fotos

    Bewerbungsfotos sind eher unüblich. Auch das ist der Fairness und Chancengleichheit geschuldet. So soll ausgeschlossen werden, dass ein attraktiver Bewerber allein aufgrund seiner Optik den Vorzug erhält.

  4. Zeitfolge

    Der amerikanische Lebenslauf ist achronologisch aufgebaut. Die letzten Stationen kommen zuerst. Diese Variante hat sich indes auch in Deutschland durchgesetzt. Also bestehen diesbezüglich gar keine Unterschiede mehr.

  5. Unterschrift

    Die können sie sich sparen – genau wie das Datum.

Lebenslauf auf Englisch: Typisch deutsche Fehler!

Lebenslauf auf Englisch: Typisch deutsche Fehler!Die englische Sprache ist kein Hexenwerk. Was nicht heißt, dass sie keine fiesen Fallgruben bereithalten würde – speziell für deutsche Muttersprachler. Merke: Wer hierzulande seine Denglisch-Künste zelebriert, kann damit in der englischen Bewerbung mächtig auf die Nase fallen. Diese Fehler sind besonders beliebt:

  • Wenn Sie Ihre Handynummer mitteilen wollen, schreiben Sie bitte nicht Handy. Das Wort ist eine denglische Erfindung. Im Englischen kennt man das Handy nur als Mobile.
  • Sie haben zwar ein Gymnasium besucht, sollten aber lieber von Highschool oder Grammar School sprechen. Das Gym ist der Ort, in dem die Muskeln gestählt und Konditionswunder geboren werden.
  • Ihr Vorgesetzter ist nicht der Chef – es sei denn, Sie arbeiten in einer Küche. Ein Chef ist immer ein Koch. Richtige Bezeichnung für den Vorgesetzten: Boss.
  • Ihre Noten gehören in den Lebenslauf. Aber auf englisch heißen sie nicht Notes. Sondern Marks oder Grades.
  • Schön, dass Sie so ein engagierter Mitarbeiter sind. Aber als engaged sollten Sie sich dennoch nicht bezeichnen – es sei denn, sie sind frisch verlobt. Engagiert übersetzt man vielmehr mit committed.
[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

Blindbewerbung: So erhöhen Sie Ihre Chancen

Dass die Blindbewerbung kein Allheilmittel ist, merkt man schon an ihrem Namen. Kopflos, planlos, blind eben – so macht eine Bewerbung doch keinen Sinn. Oder? Tatsächlich sind Blindbewerbungen besser als ihr Ruf, hat eine Schweizer Studie 2018 herausgefunden. Das Schöne an dieser Art der Kontaktaufnahme ist: Sie verursacht weniger Aufwand als eine zielgerichtete Initiativbewerbung. Dennoch müssen Bewerber einige Punkte beachten…

Blindbewerbung: Was ist das?

Häufig werden Blindbewerbung und Initiativbewerbung synonym verwendet. Richtig ist, dass sich beide sehr stark ähneln. Völlig identisch sind sie aber nicht.

In beiden Fällen handelt es sich um eine Bewerbung, die man „auf gut Glück“ losschickt. Oft sogar an viele Unternehmen gleichzeitig als Massenbewerbung.

Der Unterschied besteht darin, dass der Bewerber bei der Initiativbewerbung wenigstens den Ansprechpartner im Unternehmen namentlich kennt. Er kann sein Anschreiben somit genau adressieren und auf diese Zielperson zuschneiden.

Der Ansprechpartner ist bei der Blindbewerbung dagegen nicht bekannt. Und auch sonst weiß der Bewerber nichts Genaues – vom Namen des Unternehmens einmal abgesehen. Es gibt keine Stellenanzeige, keine Kontaktdaten, keine näheren Infos. Die Blindbewerbung wird entweder auf dem Postweg verschickt oder per Mail an die Info-Adresse, die im Impressum auf der Firmenhomepage angegeben ist.

Vorteil: Die Bewerbung kann immer und immer wieder verschickt werden. Man muss lediglich den Firmennamen austauschen.

Allerdings ist diese Praxis fast schon verpönt. Unternehmen bevorzugen persönliche, individuelle Bewerbungen. Auch sie wollen das Gefühl haben, der richtige Topf für den Deckel namens Bewerber zu sein.

Das bedeutet: Bringen Sie lieber eine Initiativbewerbung auf den Weg. Wenn Sie den Ansprechpartner nicht kennen, recherchieren Sie ihn. Die Mühe lohnt sich. Nur wenn all das partout nicht gelingt, sollte eine Blindbewerbung in Betracht kommen. Sie ist als Ultima Ratio zu verstehen.

Blindbewerbung: Was gehört hinein?

Formell unterschiedet sich die Blindbewerbung nicht von einer Kurzbewerbung. Hauptelemente einer Kurzbewerbung sind:

Sie können eine Blindbewerbung mit Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen bestücken. Dazu zählen Schul- und Ausbildungszeugnisse, Arbeitszeugnisse, Referenzen, Empfehlungsschreiben oder Arbeitsproben. Das ist aber kein Muss.

Für einen Bewerber bedeutet dies viel Arbeit – vielleicht zu viel, wenn man bedenkt, dass die meisten Empfänger gar kein Interesse oder keine Stelle frei haben dürften. Daher können Sie die Zusatzdokumente erst einmal weglassen – und bei Bedarf immer noch nachreichen.

Tipps für die Blindbewerbung

Normalerweise geht es im Anschreiben darum, die Motivation für diesen einen Job herauszuarbeiten und direkte Bezüge zum Unternehmen herzustellen. Das ist bei der Blindbewerbung schwierig, sie ist ja ein Massenprodukt.

Darum: Stellen Sie Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen nach vorne. Beschreiben Sie, was Sie können, welche Erfolge Sie vorzuweisen haben, welche Tätigkeiten Sie schon erfolgreich ausgefüllt haben und was Sie sich für die Zukunft fest vorgenommen haben. Verkaufen Sie sich als Experte und Spezialist.

Ihre Persönlichkeit sollte ebenfalls zum Ausdruck kommen. Welche Soft Skills haben sie? Wie können Sie einem Team helfen? Wer ausgeprägte Sozialkompetenzen aufweist, überzeugt einen Arbeitgeber eher davon, ihm eine Chance zu geben.

Verzichten Sie aber auf Phrasen und Floskeln. Schon der Einleitungssatz muss ein kleines Knallbonbon sein, um die Aufmerksamkeit des Empfängers auf sich zu ziehen. „Hiermit bewerbe ich mich…“ So nicht!

Das gehört ins Anschreiben:

  • Absender
  • Empfänger
  • Datum
  • Bewerbungsfoto (im Lebenslauf)
  • Betreff Bewerbung
  • Anrede Sehr geehrte Damen und Herren
  • Einstieg mit Qualifikationen
  • Bezug zum Unternehmen
  • Profil und Soft Skills
  • Motivation
  • Abschluss
  • Unterschrift
  • Anlagen (Lebenslauf)

Blindbewerbung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Blindbewerbung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?Eine Blindbewerbung verschicken Sie am besten nicht während der Sommerferien oder über Weihnachten – oder zu anderen klassischen Urlaubszeiten. Dann geht sie garantiert unter.

Besser ist es, sie zum Ende eines Monats oder Quartals auf den Weg zu bringen. So ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass Ihre Bewerbung mit der Kündigung eines Mitarbeiters zusammenfällt – und Sie die entstandene Lücke ausfüllen können.

Blindbewerbung: Wann ist sie sinnvoll?

Verspricht eine Blindbewerbung Erfolg? Eine klare Antwort kann es darauf kaum geben. Wie so oft kommt es auf den Einzelfall an.

Wer sich blindlings bewirbt, feuert mit der Schrotflinte. Eine feine, zielgerichtete Selektion sieht anders aus. Ob die Firma überhaupt Vakanzen hat, steht in den Sternen. Und wenn ja, ob diese auch zu den Qualifikationen des Bewerbers passen, ebenfalls. Und falls das Unternehmen tatsächlich jemanden sucht, könnte es dann sein, dass es Bewerber bevorzugt, die sich auf anderem Wege nach einer Stelle erkundigen oder bewerben?

Andererseits könnte man argumentieren, dass man mit einer Blindbewerbung kaum etwas falsch machen kann. Wenn sie Erfolg hat, hat sie Erfolg. Wenn nicht, dann halt nicht. Es gibt aber auch fundiertere Gründe, die für eine Blindbewerbung sprechen.

Diese 4 Gründe sprechen für Blindbewerbungen:

  1. Training

    Übung macht bekanntlich den Meister. Je häufiger Sie sich bewerben, desto mehr Erfahrung gewinnen Sie. Sie können mit der Zeit besser einschätzen, welche Einstiegs- und Schlusssätze in den Personalbüros gut ankommen, welche Angaben im Lebenslauf welche Rückfragen erzeugen, worauf Sie beim Vorstellungsgespräch achten müssen. Blindbewerbungen sind Trainings für Bewerber. Sie machen Sie besser. Aber nur, wenn Sie sie auch ernst nehmen…

  2. Talentepool

    Viele Unternehmen können es sich heute gar nicht mehr leisten, Bewerber barsch zurückzuweisen. In Branchen und Regionen, in denen Fachkräfte rar sind, leckt man sich die Finger nach motivierten Kandidaten. Speziell Süddeutschland ächzt bisweilen schon unter dem – Achtung, Unwort – Fachkräftemangel. Allein deshalb kann eine Blindbewerbung gar keine so schlechte und abwegige Idee sein. Und selbst wenn die Bewerbung nicht sofort in ein Vorstellungsgespräch oder Jobangebot mündet – gut möglich, dass Sie das Unternehmen in seinen Talentepool aufnehmen will. Spätere Anstellung nicht ausgeschlossen.

  3. Empfehlungen

    Durch Bewerbungen vergrößern Sie Ihr Netzwerk. Logisch: Wer viele Mails schreibt, kommt mit immer neuen Leuten in Kontakt, die ihm später noch hilfreich sein können. Vorausgesetzt natürlich, Ihre Kontaktaufnahme hat ein Mindestmaß an Klasse und Qualität. Netzwerke haben zudem den Vorteil, dass sich ihre Wirkung potenziert. Ihr Kontakt kennt jemanden, den Sie selbst noch nicht kennen, aber kennenlernen können. Wenn also Ihre Bewerbung nicht auf Anhieb ins Schwarze trifft, könnten Sie für den Kontakt Ihres Kontaktes trotzdem genau der richtige Kandidat sein. Vielleicht werden Sie direkt weiterempfohlen (bzw. Sie erhalten die Empfehlung, sich doch mal bei Firma XY zu bewerben) – und landen so in einer neuen Anstellung.

  4. Wahrscheinlichkeitsrechnung

    Es ist wie beim Online-Dating: Irgendwann wird eine Dame (oder ein Herr), die Sie anflirten, auf Ihre Avancen eingehen. Auch wenn es eine Ewigkeit dauert und Sie zuvor einen Korb nach dem anderen in Empfang nehmen mussten. So ist es bei der Blindbewerbung auch. Wenn Sie mit Zurückweisungen umgehen können, wagen Sie es einfach immer und immer wieder – so lange, bis es klappt (Sie sollten natürlich zwischendurch regelmäßig Korrekturen und Verbesserungen an Ihrer Bewerbung vornehmen). Wenn Absagen aber zu sehr an Ihrem Selbstvertrauen kratzen, dann lassen Sie lieber die Finger von diesem Ansatz.

Schweiz: Hier funktionieren Blindbewerbungen!

Schweiz: Hier funktionieren Blindbewerbungen!Blindbewerbungen sind erstaunlich effektiv – zumindest in der Schweiz!

Das hat die HR Today Research Survey ergeben, die das Beratungsunternehmen von Rundstedt in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift HR Today von April bis August 2018 durchgeführt hatte. 536 Personaler aus der Schweiz haben an der Befragung teilgenommen.

Von ihnen berücksichtigen 54 Prozent Blindbewerbungen im Einstellungsverfahren – eine verblüffend hohe Zahl. Headhunter und Stellenvermittler fanden dagegen nur 30 Prozent wichtig, um neue Bewerber aufzuspüren.

Ohne Arbeitszeugnis und Referenzen sollte die Blindbewerbung aber nicht verschickt werden. Diese zwei Elemente fanden die Personaler wichtig.

Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht für alle Deutschen und Österreicher, die schon über Blindbewerbungen in der Schweiz nachdenken: Die Eidgenossen stellen am liebsten ihre eigenen Landsleute ein.

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Interne Bewerbung: So gelingt der Jobwechsel

Interne Bewerbung Tipps Vorteile

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Arbeitnehmer, die unglücklich im Job sind, müssen nicht zwangsläufig Standort oder Branche wechseln. Sie müssen nicht einmal den Arbeitgeber wechseln. Mit einer internen Bewerbung lässt man Monotonie und nervige Kollegen hinter sich und startet noch einmal ganz von vorne. Damit die interne Bewerbung gelingt, muss man aber die größten Stolpersteine umgehen…

Interne Bewerbung: Welche Rolle spielt Ihr Chef?

Jobwechsel und Arbeitgeberwechsel – das ist nicht das Gleiche. Speziell in größeren Unternehmen gibt es die Möglichkeit, sich eine ganz neue Herausforderung zu suchen. Aber Achtung: Ein Selbstläufer ist der interne Jobwechsel nicht!

Sie sollten mit der gleichen Verve an die interne Bewerbung herangehen wie an jede andere. Wer glaubt, keinen Aufwand betreiben zu müssen, weil der Chef schon ein gutes Wort einlegen wird, irrt oft gewaltig.

Apropos Chef: Falls Sie ein Leistungsträger in seiner Abteilung sind, wird er Sie nur ungerne ziehen lassen. Er muss ja schließlich eine Lücke stopfen, wenn Sie nicht mehr da sind. Da kann es schon mal passieren, dass er hinter den Kulissen seine Kontakte spielen lässt und die Kollegen mit dem Ziel bearbeitet, Sie behalten zu dürfen.

Auf der anderen Seite kann er Ihrer Bewerbung auch zum Durchbruch verhelfen. Wenn er sich aktiv für Sie einsetzt, kann das schon die halbe Miete sein. Er oder sie weiß, was Sie können und was Sie nicht können, kann Ihre Stärken und Schwächen gut einschätzen und kommunizieren. Sein Wort hat intern Gewicht.

Aber auf welcher Seite steht Ihr Chef? Das sollten Sie vorab ausloten, bevor Sie sich intern bewerben…

Interne Bewerbung: Das sollten Sie beachten

Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Das sollten Sie schon sehr gut begründen können.

Ihre Bewerbung sollte nicht wie eine Flucht oder Retourkutsche aussehen. Im Vordergrund steht nicht Ihre alte Stelle, sondern die neue. Nicht das, was Sie im alten Job vermissen, sondern das, was Sie sich vom neuen erhoffen.

Unweigerlich wird der Flurfunk Signale aussenden, wenn Ihre interne Bewerbung zu den Kollegen durchdringt. „Der Schneider hat keinen Bock mehr auf uns.“ „Die Meier glaubt, Sie sei etwas Besseres als wir.“ Brandgefährlich! Das sollten Sie nicht unterschätzen. Wenn die interne Bewerbung nicht zündet und Sie doch am alten Schreibtisch kleben bleiben, werden Sie auch wieder mit den alten Kollegen klarkommen müssen. Wenn die Atmosphäre in der Zwischenzeit aber vergiftet wurde, kann es ungemütlich werden.

Darum der gute Rat: Verlieren Sie im gesamten Bewerbungsprozess kein einziges schlechtes Wort über Ihre aktuelle Stelle – und schon gar nicht über Ihre Kollegen (auch dann nicht, wenn Sie sie nicht ausstehen können).

Noch ein wichtiger Aspekt: Ihr bisheriges Wirken lässt sich sehr leicht rekonstruieren. Sie werden mit Übertreibungen oder Schwindeleien über das, was Sie im bisherigen Job geleistet haben, nicht sehr weit kommen. Ehrlichkeit und Authentizität sind bei der internen Bewerbung noch wichtiger als sonst.

Die Frage, die Ihnen zwangsläufig gestellt wird, lautet: Warum wollen Sie wechseln? Die zweite Frage: Warum ausgerechnet jetzt? Darauf sollten Sie sich eine plausible und überzeugende Antwort zurechtlegen. „Es wird mal wieder Zeit für was Neues.“ „Ich muss einfach mal etwas Neues sehen.“ Das mag ja so sein, aber klingt das für Sie überzeugend? Nein.

Viel sinnvoller ist es, die Bewerbung ans vorläufige Ende Ihres persönlichen Entwicklungsprozesses zu stellen. Sie haben so viel Erfahrung gesammelt, so viele Erfolge gehabt, dass Sie jetzt reif für diese neue Aufgabe sind.

Auch eine persönliche Umorientierung kann ein Grund sein. Beispiel: Sie haben als Projektmanager viele Kundenprojekte erfolgreich betreut. Im Laufe der Jahre wurde das Thema Big Data immer wichtiger für Ihre Kunden, so dass Sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen müssen – und eine neue Leidenschaft entdeckt haben. Sie haben sich daraufhin so intensiv in das Thema hineingearbeitet – diverse Seminare und Weiterbildungen inklusive – dass Sie in Zukunft lieber in der Datenanalyse arbeiten möchten.

Interne Bewerbung: Diese 3 Vorteile haben Sie

Alles in allem haben Sie als interner Bewerber aber gute Chancen. Man kennt Sie, man schätzt Sie, man mag Sie – Vorteile!

Diese Vorteile haben interne Bewerber:

  1. Loyalität

    Eine interne Bewerbung darf man als Nachweis Ihrer Loyalität verstehen. Sie sind in der alten Stelle offenbar nicht mehr hundertprozentig glücklich, aber wollen das Unternehmen nicht gleich verlassen. Ein Kompliment! Umso schöner, wenn Sie schon eine lange Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Das verbindet. Ihr Arbeitgeber wird Sie vermutlich auch nicht einfach so gehen lassen wollen. Das würde er aber riskieren, wenn er Ihren Wunsch nach Veränderung abschlägt.

  2. Wissen

    Sie kennen den Laden schon aus dem Effeff und müssen nicht groß eingearbeitet werden. Niemand muss Ihnen die Kantine zeigen, niemand den Parkplatz, niemand die Computersysteme. Das sind Zeitvorteile, die jedes Unternehmen liebend gerne mitnimmt. Unternehmenskultur, Strukturen, Kommunikationswege – alles schon bekannt.

  3. Zwischenzeugnis

    Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Sie unauffällig nach einem Zwischenzeugnis fragen können. Motto: Ach ja, wo ich schon mal dabei bin, könnten Sie mir direkt noch ein qualifiziertes Zwischenzeugnis ausstellen? Um ein Zwischenzeugnis fragt man sonst nur ungern, weil es den Verdacht nährt, dass man wechseln will – oft zurecht. Das können Sie auch wirklich noch tun, sollte es mit der internen Bewerbung nicht klappen. Außerdem darf ein späteres Arbeitszeugnis von dieser Bewertung nicht mehr groß abweichen.

Interne Bewerbung: Wo finde ich freie Stellen?

In der Regel bewirbt man sich intern, wenn die Gelegenheit dazu besteht. Wenn man also gehört hat, dass nebenan in Abteilung XY etwas freigeworden ist. Aber Sie können sich auch jederzeit selbst auf die Suche nach freien Stellen machen. Zum Beispiel hier:

  • Kollegen

    Wenn Ihr Netzwerk groß und weit verzweigt ist, stehen die Chancen gut, dass Sie zügig Wind von neuen Vakanzen bekommen. Vielen Kollegen entgeht nicht, wenn sich jemand unwohl fühlt, gemobbt wird oder vor dem Absprung steht. Es kann also nicht schaden, aktiv zu networken. Und: Wenn Sie mal einen entsprechenden Tipp weiterreichen, dann haben Sie etwas gut. Denn auch in Ihrer Abteilung wird ja bestimmt mal die eine oder andere Stelle frei. Zumal Mitarbeiterempfehlungen häufig extra belohnt werden…

  • Intranet

    Das Intranet umfasst oft einen internen Stellenmarkt. Wenn es eine Vakanz gibt, dann erfahren Sie es hier am schnellsten. Noch zügiger kommen Sie an Informationen, wenn Sie gute Kontakte in die Personalabteilung pflegen. Die Damen und Herren könnten Ihnen ja vielleicht schon vorab einen Wink geben.

  • Schwarzes Brett

    Das Schwarze Brett ist ein Relikt aus der analogen Zeit. Aber tot ist es noch lange nicht. Einfach Anzeigen ans Brett pinnen – das funktioniert noch immer erstaunlich gut. Halten Sie die Augen offen!

  • Jobbörsen

    Nicht jeder Mitarbeiter ist über das im Bilde, was im eigenen Unternehmen vor sich geht. Das betrifft auch die Personalpolitik. Manchmal geht alles ganz schnell und der Manager verlässt von heute auf morgen das Haus, ohne dass jemand etwas geahnt hätte. Verlassen Sie sich also nicht allein auf die Informationen Ihres Arbeitgebers. Suchen Sie ruhig mal in Jobbörsen wie Karrieresprung nach offenen Stellen in Ihrer eigenen Firma.

Interne Bewerbung: Das Anschreiben

Unterliegen Sie nicht dem Irrtum, dass das Anschreiben bei einer internen Bewerbung nicht so wichtig wäre. Es muss sitzen. Immerhin bringen Sie hier Ihre Motivation zum Ausdruck. Und es interessiert die Verantwortlichen in Ihrem Unternehmen brennend, warum Sie Ihre alte Stelle verlassen und auf eine neue wechseln wollen.

Warum Sie sich überhaupt bewerben und weshalb Sie glauben, die Bestbesetzung für die Position zu sein, arbeiten sie im Anschreiben heraus. Rattern Sie nicht Ihre Stationen und Erfolge leidenschaftslos herunter. Am besten, der Empfänger gewinnt den Eindruck, Sie hätten genau auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet.

So ist das Anschreiben aufgebaut:

  • Absender und Datum
  • Betreffzeile
  • Anrede
  • Einleitung (Motivation)
  • Hauptteil (Eigenmarketing und Kompetenzen)
  • Unternehmensbezug (Mehrwert)
  • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
  • Grußformel und Unterschrift
  • Anlagenverzeichnis

Vergessen Sie nicht Ihren Namen und E-Mail-Adresse – sowie Ihre aktuelle Abteilung und Büro-Telefonnummer. Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie schon im Unternehmen beschäftigt sind. Aber es könnte sein, dass der Empfänger das gar nicht weiß. Daher müssen Sie ihn schon mit der Nase darauf stupsen.

Weniger günstig ist, wenn Sie Ihr Anschreiben an „Sehr geehrte Damen und Herren“ richten oder „An die Personalabteilung“ adressieren. Entweder Sie kennen die richtigen Ansprechpartner in Ihrem eigenen Unternehmen nicht. Oder Sie sind nicht in der Lage, diese herauszufinden. Peinlich!

Dazu geben Sie die angestrebte Position an, eine möglichst genaue Betreffzeile und unterschreiben handschriftlich. Darunter kommt noch das Anlagenverzeichnis (Lebenslauf, Weiterbildungen, Zwischenzeugnisse).

Das Bewerbungsschreiben besteht aus insgesamt vier Teilen. In der Einleitung nehmen Sie Bezug auf die interne Stelle, die Sie anstreben. Kommen Sie so schnell wie möglich zur Sache und schwafeln Sie nicht herum.

Im zweiten Teil geht es um Ihre Person. Sie legen dar, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind und welche Qualitäten Sie auszeichnen. Teil drei handelt von Ihrer Motivation. Warum wollen Sie denn überhaupt wechseln? Was versprechen Sie sich davon? Im Schluss, das ist der vierte und letzte Teil, setzen Sie noch mal ein Ausrufezeichen. Sie schreiben, dass Sie sich sehr über ein persönliches Vorstellungsgespräch freuen und verabschieden sich mit besten Grüßen.

Das Anschreiben passt auf eine Seite. Mehr als zwei Seiten sollten Sie in keinem Fall benötigen.

Interne Bewerbung: Der Lebenslauf

Den Lebenslauf bauen Sie achronologisch auf. Das ist heute üblich. Sie beginnen also mit Ihrer aktuellen Position. Das macht es auch dem Empfänger leichter, Sie einzuordnen. Und achten Sie auf eine saubere Struktur und Übersichtlichkeit.

Links stehen die Zeitangaben, rechts die Fakten. Das Ganze in prägnanten Stichworten, ohne Rechtschreibfehler und grafische Spielereien. Im Lebenslauf bringen Sie Ihre Schul- und Hochschulbildung, berufliche Stationen und Weiterbildungen unter.

So ist der Lebenslauf aufgebaut:

  • Persönliche Daten
  • Beruflicher Werdegang
  • Ausbildung oder Studium
  • Schulbildung
  • Besondere Kenntnisse (Weiterbildungen, IT-Kenntnisse, Sprachen)
  • Hobbys und Interessen
  • Datum und Unterschrift

Das sind die 5 größten Fehler bei der internen Bewerbung

  1. Konkurrenz

    Sie glauben, Sie seien der Platzhirsch? Falsch. Unterliegen Sie nicht der Illusion, dass sich alle Gedanken um Sie kreisen, weil Sie der Interne sind. Erstens gibt es vielleicht noch andere Bewerber von innerhalb des Unternehmens. Und zweitens haben auch die Externen eine Menge auf dem Kasten. Ihr Arbeitgeber muss schon davon überzeugt sein, dass er mit Ihnen besser fährt als mit einer ganz neuen Kraft. Die bringt immerhin frischen Wind und neue Perspektiven mit in die Firma. Nehmen Sie de Konkurrenz nicht auf die leichte Schulter.

  2. Umgangsformen

    Nur weil Sie im Unternehmen sogar den Vorstandsvorsitzenden duzen, heißt das nicht, dass Sie das auch im Bewerbungsschreiben tun sollten. Wahren Sie lieber Etikette und höfliche Distanz. Zumal Sie gar nicht wissen, wer alles mitliest. Auf den neuen Personaler würde es so wirken, als ob sie vor allem auf die Kraft von Vitamin B vertrauen und nicht auf Ihre Kompetenzen. Schlecht!

  3. Horizont

    Sie sind ein Top-Performer und wissen das auch. Ihr Chef weiß es ebenfalls. Er wird Ihnen dennoch keine Steine in den Weg legen, wenn Sie intern wechseln wollen. Wunderbare Rahmenbedingungen. Kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Von wegen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass im Haus jeder über Ihre Heldentaten Bescheid weiß. Gerade in Großkonzernen gehen die Leistungen Einzelner oft unter. Sie dürfen also nicht den Fehler machen, Ihre Erfolge als bekannt vorauszusetzen. Außerdem ist da ja noch die Fluktuation. Vielleicht sind all die Kollegen, die Ihren tollen Pitch vor zwei Jahren bejubelt haben, schon weg. Auch Personalleitungen werden bisweilen ausgetauscht. Sie müssen niemandem mehr etwas beweisen? Doch, das müssen Sie! Sonst klappt es leider nicht mit der internen Bewerbung…

  4. Pluralität

    Diversity ist ein Zauberwort aus dem HR-Baukasten. Aber Diversity kann bei einer internen Bewerbung in der Tat eine große Rolle spielen. Denn meist sind es mehrere Personen, die eine Entscheidung treffen. Von einem Stellenwechsel sind ja schließlich auch verschiedene Abteilungen und Teams betroffen. Daher werden sich Ihr jetziger Vorgesetzter sowie Ihr potenziell zukünftiger Vorgesetzter ausgiebig über Sie austauschen. Dann gibt es noch die Personalabteilung, die eingebunden sein will, vielleicht noch den Betriebsrat. Und möglicherweise werden noch andere Stimmen eingeholt, aus der Belegschaft oder den Fachabteilungen. Es kann also zu einem Wirrwarr an Meinungen und Einschätzungen kommen. Es könnte also hilfreich sein, wenn Sie aktiv Politik für sich betreiben, bei diversen Entscheidern vorstellig werden und ihnen Ihre Absichten nahelegen. Das liegt nicht jedem, kann Ihr Anliegen aber voranbringen.

  5. Vollständigkeit

    Ja, es stimmt: Sie sind im Unternehmen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie sollen aber auch keines abgeben, wenn Sie sich bewerben. Nicht alle Ihre Qualifikationen und Erfolge sind intern bekannt. Erst recht nicht, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt. Darum ist jetzt die Gelegenheit, all das, was Sie bislang für das Unternehmen geleistet haben, auf den Präsentierteller zu legen. Zeigen Sie, dass Sie sich weiterentwickelt und zusätzliche Qualifikationen erworben haben. Mit einem formlosen Vierzeiler ist es nicht getan.

[Bildnachweis: marvent by Shutterstock.com]

Schlusssatz Bewerbung: Formulierungen, Beispiele, Tipps

Aller Anfang ist schwer. Noch schwerer aber ist bisweilen das Ende. Der Ausstieg aus der Bewerbung ist ein Nadelöhr, durch das sich viele hindurchquälen. Der Schluss muss passen, denn er hallt nach. Dabei gibt es durchaus einige Optionen, wie Sie den letzten Satz formulieren können. Karrieresprung zeigt sie Ihnen. Schlusssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn richtig…

Schlusssatz Bewerbung: Warum er so wichtig ist

Der erste Eindruck zählt. Aber der letzte eben auch. Am besten, Sie hinterlassen sowohl am Anfang als auch am Ende Ihres Anschreibens einen überragenden Eindruck. Wenn Sie es von zwei Highlights einrahmen, wird Sie der Personaler definitiv in Erinnerung behalten. Die Aufmerksamkeit ist Ihnen gewiss.

Vielleicht ist der Schlusssatz sogar noch wichtiger als der Einleitungssatz. Es ist wie bei einem Wein: Der Auftakt macht neugierig, Lust auf mehr, kitzelt den Gaumen, aber ein schlechter Abgang macht alles wieder zunichte. Ein guter dagegen hallt nach, liegt noch nach einer ganzen Weile angenehm auf der Zunge.

Im Schlusssatz sollte vor allem Ihre Motivation noch erkennbar sein. Sie sollten selbstbewusst aus der Sache namens Anschreiben herausgehen. Soeben haben Sie ja dargelegt, dass Sie die beste Wahl für die Stelle sind, warum Ihre Qualifikationen haargenau zum Anforderungsprofil passen. Jetzt unterstreichen Sie diese Aussagen noch einmal.

Sie bringen ja auch eine ganze Menge mit: Formelle Qualifikationen und weiche Skills, Erfahrung, Wissen, Ambition. Darum ist es auch unangebracht, wie ein Bittsteller aufzutreten – erst recht nicht am Schluss. Bitte bedanken Sie sich im Schlusssatz NICHT „für die Aufmerksamkeit“. So verzwergen Sie sich nur selbst. Unnötig.

Schlusssatz Bewerbung: Call-to-Action einbauen

Marketing-Leute wissen: Der sogenannte Call-to-Action wirkt. Wenn Sie jemanden auffordern, etwas zu tun, dann wird derjenige es mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit wirklich tun, als wenn er nicht dazu aufgefordert wird.

So ist es im Internet mit Leseempfehlungen oder im TV mit Kaufempfehlungen (auch als Werbung bekannt). Lies das mal! Kauf mich! Probieren Sie das aus! Unbedingt testen!

Es liegt also nahe, diesen Psychotrick auch im Anschreiben anzuwenden – aber auf nicht ganz so plumpe Art und Weise. Stell! Mich! Ein! So lieber nicht. Aber vielleicht so:

  • Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
  • Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Noch offensiver wären diese Ansagen:

  • Ich freue mich darauf, Sie in einem Gespräch persönlich kennenzulernen.
  • Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch noch mehr von mir und meinen Erfahrungen zu erzählen.
  • Ich kann Ihnen bereits heute zusagen, die Stelle am TT.MM.JJJJ anzutreten.

Schlusssatz Bewerbung: So nicht!

Grundsätzlich überschreitet das Anschreiben eine DIN A4-Seite nicht. Personaler mögen es kurz und knackig. Niemand von ihnen reserviert sich für ein Bewerbungsanschreiben eine satte halbe Stunde. Es wird schnell überflogen, zack-zack. Deshalb müssen Ihre Sätze sitzen – auch der letzte.

Sie kennen das vielleicht selbst aus den Kommentarspalten unter den Artikeln im Internet. Die Kommentare mit den tiefschürfenden Gedanken ignorieren Sie – zu lang! Die knackigen Mehrzeiler dagegen lesen Sie allesamt durch und nicken zustimmend – oder schütteln den Kopf. Das ist ungerecht, weil sich der Autor der Langfassung viel mehr Mühe gegeben hat als der Troll, der nur ein paar Brocken hingeworfen hat. Aber so ist es nun mal. Und deshalb fassen Sie sich bitte auch im Anschreiben kurz.

Es gilt, schnell auf den Punkt zu kommen – auch im Schlusssatz Bewerbung. Was Sie gar nicht gebrauchen können, sind Konjunktivsätze. Der Konjunktiv wird leider immer noch viel zu häufig verwendet – aus falsch verstandener Höflichkeit. Das ist gut gemeint, aber grundverkehrt. Heraus kommen solche Konstruktionen wie:

  • In einem persönlichen Gespräch würde ich Ihnen meine Kompetenzen gerne näher erläutern.
  • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
  • Ich wäre sehr froh, Ihr Interesse geweckt zu haben.

Noch schlimmer: Der doppelt-und-dreifache Konjunktiv. Beispiele gefällig?

  • Wenn sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
  • Ich könnte Ihnen gerne mehr über mich erzählen, wenn Sie mich berücksichtigen würden.
  • Wenn Sie mir eine Chance geben würde, dass ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen könnte, würde mich das sehr freuen.
  • Ich würde mich sehr freuen, wenn ich von Ihnen hören würde, so dass ich Sie weiter von mir überzeugen könnte.

Das ist – Entschuldigung – jämmerlich. Und das haben Sie auch überhaupt nicht nötig! So geht’s besser…

Schlusssatz Bewerbung: Diese Infos können sie unterbringen

Tipp: Wenn Sie erstens nicht wissen, was Sie im Schlusssatz schreiben wollen. Und wenn Sie zweitens aus persönlicher Neigung nicht so großmäulig auftreten wollen, dann orientieren Sie sich einfach an der Stellenanzeige.

Dort werden oft explizite Informationen vom Kandidaten eingefordert. “ rel=“noopener“ target=“_blank“>Gehaltsvorstellungen oder Eintrittsdatum zum Beispiel. Diese Informationen dürfen Sie ohnehin nicht vergessen. Also warum nicht am Schluss anbringen?

Beispiel: Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 38.000 und 42.000 Euro brutto pro Jahr. Ab dem 1. Februar 2019 stehe ich Ihnen bei Wahrung einer dreimonatigen Kündigungsfrist gerne zur Verfügung.

Diese Informationen können im Schlusssatz auftauchen:

  • Gehaltsvorstellungen
  • Eintrittsdatum (frühestmögliches)
  • Kündigungsfrist (beim aktuellen Arbeitgeber)
  • Führerschein (in Berufen, in denen er unabdingbar ist)

Schlusssatz Bewerbung: Beispiele

Der Konjunktiv ist in der Tat manchmal verlockend. Tipp: Sie können ihn auch verwenden, ohne ihn zu verwenden. Wie das? Zum Beispiel so:

Ich freue mich, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und freue mich auf ein persönliches Kennenlernen.

Das ist das gleiche wie Ich würde mich freuen… Nur, dass es selbstbewusster, einfach besser klingt.

Hier noch mehr Beispiele, wie Sie Ihren Schlusssatz formulieren können. Suchen Sie sich aus, ob Sie eine kurze und prägnante oder forsche Variante bevorzugen…

Schlusssatz Bewerbung: Kurz und prägnant

  • Ich stehe Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
  • Ich freue mich sehr auf Ihre Rückmeldung.
  • Ich freue mich sehr, wieder von Ihnen zu hören.
  • Für weitere Fragen kontaktieren Sie mich gerne jederzeit.
  • Ich freue mich auf die Gelegenheit, mich persönlich bei Ihnen vorzustellen.
  • Sehr gerne stehe ich Ihnen für ein weiterführendes Gespräch zur Verfügung.
  • Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne per E-Mail, persönlich oder Telefon-Interview zur Verfügung.
  • Ich bewerbe mich aus einer ungekündigten Stelle, meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Monatsende.
  • Für das Arbeitsverhältnis stehe ich Ihnen ab dem 1. Juni 2019 zur Verfügung, für ein Vorstellungsgespräch jederzeit.

Schlusssatz Bewerbung: Selbstbewusst

  • Ich freue mich schon jetzt auf eine positive Rückmeldung von Ihnen.
  • Wenn Sie einen kompetenten und leistungswilligen Mitarbeiter suchen, freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
  • Ich brenne darauf, meine Talente so bald wie möglich in den Dienst Ihres Unternehmens zu stellen.
  • Ich freue mich ungemein darauf, schon bald ein wertvoller Teil Ihres Teams zu sein.
  • Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Eignung für die Stelle.
  • Gerne stimme ich in einem persönlichen Gespräch meinen Eintrittstermin und alle weiteren Einzelheiten ab.
  • Auf Ihre E-Mail, in der Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen, freue ich mich sehr.
  • Ich freue mich darauf, die Stelle bei Ihnen am 1. Februar 2019 anzutreten.
  • Wenn Sie auch der Meinung sind, dass ich Ihr Team perfekt ergänze, dann laden Sie mich gerne zu einem Vorstellungsgespräch ein.
  • Letzte Zweifel an meiner Eignung räume ich gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen aus.
  • Ein Führerschein, mit dem ich ab dem 1. April 2019 sehr gerne persönlich zu Ihren Kunden fahren werde, rundet mein Profil ab.
  • Meine Gehaltsvorstellungen bewegen sich im Bereich von 50.000 Euro brutto im Jahr. In einem persönlichen Gespräch werde ich Sie gerne davon überzeugen, dass ich dieses Geld wert bin.
  • Wenn Sie auch glauben, dass ich die richtige Besetzung für die Stelle bin, dann laden Sie mich gerne zu einem persönlichen Kennenlerngespräch ein.
  • Meine Gehaltsvorstellungen betragen 62.000 Euro brutto im Jahr. In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, warum das gut angelegtes Geld ist.

Schlusssatz Bewerbung: Checkliste

Die wichtigsten Punkte noch mal in der Übersicht. Und noch ein Hinweis: Den Begriff Schlusssatz dürfen Sie nicht ZU wörtlich nehmen. Es kann sich auch um zwei oder drei kurze Sätze handeln, mit denen sie Ihr Anschreiben abschließen. Das ist wichtig:

  • Selbstbewusst, aber nicht zu fordernd auftreten
  • Die gewünschten Informationen bereitstellen
  • Call-to-Action einbauen
  • Keinen langen Bandwurmsatz bauen, lieber durch Punkt trennen
  • Den Konjunktiv meiden
  • Aktivsätze bilden und Passivsätze umgehen
  • Grußformel und handschriftliche (!) Unterschrift nicht vergessen
[Bildnachweis: Dusan Petkovic by Shutterstock.com]

Einleitungssatz Bewerbung: So formulieren Sie ihn und so nicht

Der erste Satz in der Bewerbung ist mehr als nur das Vorgeplänkel. Er gibt die weitere Richtung vor – und kann das Unternehmen im schlimmsten Fall schon ultimativ abschrecken. Der Auftakt sollte darum spannend, interessant, aufmerksamkeitsstark sein. Alles, nur nicht langweilig! Aber wie stellt man das als Bewerber an? Wie formuliert man einen guten Einleitungssatz Bewerbung? Zum Beispiel so…

Einleitungssatz Bewerbung: Warum ist er so wichtig?

Der Einstieg ist oft der schwerste. Darum halten sich viele an die Standard-Floskeln wie…

  • Hiermit bewerbe ich mich…
  • Ich interessiere mich sehr…
  • Mit großer Freude…
  • Mit viel Neugier…

Vor diesen Phrasen sollten Sie sich hüten. Sie sind verbraucht und ein Indiz für eine lieblos zusammengeschusterte Bewerbung. Punkten kann ein Kandidat mit diesen Sätzen jedenfalls nicht. Und es gibt ja auch deutlich bessere Alternativen. Nur muss man für die ein wenig Hirnschmalz bemühen.

Zunächst ist die Erkenntnis wichtig, dass ein Personalentscheider im Unternehmen jedes Jahr etliche Bewerbungen auf dem Schreibtisch hat. Zahlreiche Lebensläufe und Motivationsschreiben, die wie ein Ei dem anderen gleichen. Die typischen Einleitungssätze bekommt er in unschöner Regelmäßigkeit zu sehen.

Kann sich ein Bewerber so von seinen Konkurrenten abheben? Eher nicht.

Wer also mit einem Standard-Satz beginnt, der provoziert allenfalls die Begeisterung beim Lesen von eBay Kleinanzeigen. Es ist wie in einem spannenden Film. Nicht alle, aber sehr viele beginnen mit einem Überraschungsmoment, einem Aha-Effekt, einem großen Knall. Andere starten ruhiger, aber geheimnisvoll – und machen auf diese Weise neugierig. So etwas brauchen Sie auch für Ihre Bewerbung. Einen Einleitungssatz, der maximale Aufmerksamkeit erzeugt und neugierig macht.

Tipp: Verwenden Sie kurze und prägnante Hauptsätze. Kein Bandwurmsatz am Anfang! Kurze Sätze verleihen Ihrem Anschreiben einen Jumpstart, sorgen für Tempo. Auch wirkt der Verfasser durch sie selbstbewusst. Er kommt schnell auf den Punkt, sendet eine klare Message. Das wirkt.

Auch starke Verben und positive Adjektive können Ihnen dabei helfen. Beispiele:

  • Begeisternd
  • Erfrischend
  • Faszinierend
  • Grenzenlos
  • Imponierend
  • Kunstvoll
  • Leidenschaftlich
  • Überwältigend

Na klar: ein grandioser Einstieg wird Sie nicht automatisch in den Job hieven. Aber er legt ein wundervolles Fundament. Und Sie wissen ja: Der erste Eindruck zählt. Ein guter Einleitungssatz bringt den Leser dazu, das gesamte Anschreiben zu lesen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Der Entscheider eines Großkonzerns, der Hunderte Bewerbungen pro Stelle bekommt, selektiert vorher aus.

Einleitungssatz Bewerbung: 9 Tipps

Diese Tipps helfen Ihnen dabei, einen guten Einleitungssatz Bewerbung zu verfassen…

Überraschungseffekt erzeugen:

  • Beginnen Sie mit einer (kleinen!) Anekdote oder Geschichte.
  • Verzichten sie auf Selbstverständlichkeiten (Ich bin motiviert).
  • Wechseln Sie in die Meta-Ebene (Dies ist keine 0815-Bewerbung).

Neugier wecken:

  • Nutzen Sie außergewöhnliche Begriffe, gerne auch französische oder lateinische (Verve, Akribie, Expertise, Empathie).
  • Transportieren Sie Emotionen (Ich brenne für diesen Beruf).
  • Formulieren Sie aktiv und verwenden Sie lieber Verben als Adjektive

Mut haben:

  • Legen Sie keine falsche Bescheidenheit an den Tag.
  • Behaupten Sie ruhig, Sie seien der Beste.
  • Machen sie etwas ganz Anderes (als das, was wir Ihnen hier raten).

Einleitungssatz Bewerbung: Das sind gute Einstiege

Den einen perfekten Einleitungssatz gibt es natürlich nicht. Es kommt stets auf die Rahmenbedingungen an: auf die Stelle, Branche, Arbeitgeber usw.

Dafür gibt es unzählige gute Einstiege. Sie müssen sie nur finden und formulieren. Tipp: Suchen Sie aktiv nach Anknüpfungspunkten, die darüber hinausgehen, dass Sie die Stellenanzeige gelesen haben. Das kann ein vorheriges Telefonat mit einem Unternehmensvertreter oder auch ein Kollege sein, der Ihnen eine Bewerbung empfohlen hat. Beziehen Sie sich im Anschreiben darauf!

Und Sie sollten auch gute Gründe vorbringen, warum das Unternehmen ausgerechnet Sie einstellen sollte. Vergessen Sie nicht: Das Unternehmen will einen Nutzen aus Ihnen ziehen. Klingt brutal, ist aber so.

Einen unmittelbaren Nutzen könnte es zum Beispiel aus Ihrem Fachwissen ziehen, das Sie an der Uni erworben haben. Oder aus der Erfahrung, die Sie aus einem früheren Job mitbringen. Oder auch aus ganz anderen Facetten Ihres Lebenslaufs.

Das sind Beispiele für gute Einleitungssätze…

  1. Bezugnahme

    Ein guter Einleitungssatz Bewerbung, in dem Sie sich auf eine persönliche Begegnung beziehen, könnte so lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    es hat mich sehr gefreut, Sie auf der Fachmesse XY Anfang Oktober in Hamburg kennengelernt zu haben. Der Auftritt des Unternehmens und die Gespräche mit Ihnen haben mich in meinem Wunsch bestärkt, eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Ihnen absolvieren zu wollen…

  2. Begeisterung

    Wer für ein Thema brennt, könnte mit so einem Einleitungssatz Bewerbung starten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    dass der Straßenverkehr vor ganz neuen Herausforderungen und Entwicklungen steht, ahnt jeder, der täglich die Nachrichten liest. Vor allem die Elektromobilität könnte unsere Gesellschaft komplett umkrempeln – zum Guten. Daran möchte ich beteiligt sein. Ich verfolge die Entwicklung schon seit Jahren und habe mein Studium mit der Masterarbeit über einen Vergleich der Strategien zur E-Mobilität deutscher Automobilkonzerne abgeschlossen.

  3. Identifikation

    Bewerber können auch indirekt einen Bezug zum Unternehmen herstellen und Identifikation ausdrücken. Zum Beispiel so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    sie ahnen es vermutlich nicht, aber schon seit Jahren ist Ihr Unternehmen ein Teil meines Lebens. Ich wohne nur wenige Kilometer von Ihrer Zentrale entfernt, seitdem ich für das Studium der Ingenieurwissenschaften hergezogen bin. Ich sehe Ihre Mitarbeiter, wie Sie morgens zur Arbeit fahren. Schon von Weitem kann ich das Logo erkennen, wenn ich nach Hause komme. Und ich höre in der Stadt immer wieder Geschichten über Sie – zumeist gute. Ich wünsche mir, dass Sie nicht länger nur ein Teil meines Lebens sind, sondern ich als Wirtschaftsingenieur auch ein Teil Ihres Unternehmens sein kann.

  4. Originalität

    Eine Bewerbung, die schon seit geraumer Zeit durchs Internet geistert, startet wie folgt. Es ist zwar nicht ganz klar, ob es die Bewerbung wirklich gegeben hat. Für einen Aha-Effekt würde sie aber wohl bei jedem Personaler sorgen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „Hiermit bewerbe ich mich…“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Meine Mama sagt immer: „Kind, geh schaffe und bring Kohle bei..!“ Aber Sie wissen ja bestimmt, wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich…

  5. Eignung

    Warum wären Sie eine gute Besetzung für die Stelle? In diesem Fall wird das von Anfang an klar:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    seit einem mehrmonatigen Praktikum in Lille spreche ich fließend Französisch. Netflix-Serien schaue ich grundsätzlich nur auf Englisch. In meiner Freizeit lerne ich Spanisch und mache dabei große Fortschritte. Das kleine Latinum habe ich seit meiner Schulzeit. Für die Zukunft habe ich mir fest vorgenommen, Mandarin zu lernen. Mit anderen Worten: Ich bin der perfekte Kandidat für eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.

  6. Telefonat

    Dies wäre zwei ganz simple, aber empfehlenswerte Einstiege, um sich auf ein vorangegangenes Telefonat zu beziehen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    unser aufschlussreiches und freundliches Telefonat hat mein Interesse bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich Sie ebenfalls von mir überzeugen kann. Darum sende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen.

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich bedanke mich recht herzlich, dass Sie sich die Zeit für ein Telefonat mit mir genommen haben. Es hat mich sehr gefreut, mehr über Ihr Unternehmen zu erfahren. Wie besprochen sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen.

  7. Verbindung

    Wenn der Bewerber eine Verbindung zum Arbeitgeber hat, die über das Normalmaß hinausgeht, könnte das die entscheidenden Pluspunkte bringen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mit ungefähr zweieinhalb Jahren habe ich meinen ersten Bahlsen-Keks in den Mund gesteckt und war ganz überwältigt. Auch heute will ich die Kekse noch essen. Aber noch lieber würde ich sie verkaufen. Die nötige Expertise hat mir mein fünfjähriges BWL-Studium verschafft, in dem ich mich auf Marketing spezialisiert und mit dem Master abgeschossen hatte.

  8. Motivation

    Wie zeigt man, dass man brennt für den Job? Dieser Einleitungssatz Bewerbung wäre eine Möglichkeit:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    fünf Jahre lang habe ich in der Uni gelernt und mein betriebswirtschaftliches Wissen immer weiter vertieft. Jetzt möchte ich es endlich in die Praxis überführen. Ich brenne darauf, meine Leidenschaft für einen international agierenden Konzern wie Ihren in die Waagschale zu werfen…

  9. Kompatibilität

    Nicht jeder Bewerber passt perfekt zum Unternehmen. In diesem Fall ist das anders:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    auch Ihr Unternehmen sucht attraktive Auslandsmärkte, um zu wachsen. Erst vor Kurzem hat Ihr Unternehmen eine Zweigstelle in Hanoi eröffnet, wie der Presse zu entnehmen war. Meine Eltern sind beide Vietnamesen, ich selbst bin in Berlin geboren und aufgewachsen. Ich spreche sowohl deutsch als auch vietnamesisch fließend und bin in beiden Kulturen zuhause. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit meinen Sprachkenntnissen und meinem interkulturellen Know-how sehr gut in Ihr Team passen würde…

  10. Wertekompass

    Die Ziele und Werte eines Bewerbers sind für Arbeitgeber von großem Interesse. Sie lassen Rückschlüsse auf den Cultural Fit zu. In diesem Fall ist er positiv:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ja, es stimmt: Ich bin ein kleiner Weltverbesserer. Ich engagiere mich seit meiner Jugend aktiv für den Umweltschutz und habe aus diesen Gründen Umweltingenieurwesen studiert. Auch in meinem Job möchte ich in dieser Hinsicht Sinnvolles bewirken – am liebsten als Umweltingenieur in Ihrem Unternehmen.

  11. Selbstbewusstsein

    Wer ohnehin gute Karten auf dem Arbeitsmarkt hat, darf noch eine Spur selbstbewusster auftreten. Wenn er oder sie dann noch eine Prise Humor beimischt, kommt so etwas dabei heraus:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    ich habe eine schlechte Nachricht für Sie: Gute Entwickler sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Rarität. Ich habe aber auch eine gute Nachricht für Sie: Ich bin ein guter Entwickler. Und ich würde sehr gerne für Sie arbeiten, da mir vor allem die Ausrichtung und Ziele Ihres Unternehmens gefallen.

  12. Herausforderung

    Ich suche eine neue Herausforderung. Gibt es einen Satz, der noch abgegriffener ist? Vermutlich nicht. Das Gleiche anders sagen könnte man so:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    nach genau zehn Jahren professioneller Tätigkeit im Bereich XY möchte ich meinen beruflichen Schwerpunkt neu setzen. Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de hat mein Interesse geweckt. Es ist genau die Tätigkeit, die ich anstrebe. Ich bin überzeugt, in dieser Rolle meine große Expertise gewinnbringend für Ihr Unternehmen einsetzen zu können.

  13. Stellenanzeige

    Einen Bezug zur Stellenanzeige könnte man so herstellen:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    in Ihrer Stellenanzeige auf karrieresprung.de steht, dass Sie einen zuverlässigen, belastbaren und kommunikativen Mitarbeiter suchen, der für die Aufgabe brennt. Darin habe ich mich auf Anhieb wiedergefunden! Außerdem verfüge ich über breites Wissen und Erfahrung in…

  14. Praktikum

    Ehemalige Praktikanten bilden ein Talentepool, aus dem sich immer mehr Unternehmen bedienen. So könnte der Einleitungssatz Bewerbung eines Ex-Praktikanten lauten:

    Sehr geehrte/r Herr/Frau X,

    mein Praktikum in Ihrem Unternehmen war leider viel zu kurz. In den drei Monaten habe ich mein Wissen über XY vertieft, spannende Projekte umgesetzt und mir auch schon ein kleines Netzwerk aufgebaut. Ihre offene Unternehmenskultur hat mir von Anfang an imponiert. Da ich mich auch mit den Produkten und Zielen Ihres Unternehmens voll identifizieren kann, würde ich sehr gerne weiter für Sie arbeiten.

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

DIN 5008: Alle Tipps für die normgerechte Bewerbung

Eine Bewerbung nach DIN 5008 – ist sie wirklich notwendig? Klare Antwort: Nein, notwendig ist sie nicht. Aber sie zeugt von Sachverstand und großer Sorgfalt. Und davon können Arbeitgeber nie genug haben. Der wohl größte Vorteil der Bewerbung nach DIN 5008 besteht aber darin, dass sie Orientierung bietet. Bewerber müssen sich um Seitenränder oder Abstände nicht länger den Kopf zermartern, sondern können sich einfach an die Norm-Vorgaben halten.

DIN 5008: Was ist das?

Bei DIN handelt es sich generell um eine Norm, die vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet wurde. Die einzelnen Normen dienen der Vereinheitlichung, sollen die Kooperation vereinfachen, auch der Wirtschaft zugute kommen. Es handelt sich aber wohlgemerkt um freiwillige Standards.

Besonders bekannt ist die Papiernorm DIN A4. DIN 5008 wiederum ist ein Standard für das Erstellen von Geschäftsbriefen. Er legt fest, wie zum Beispiel Seitenränder, Leerzeichen, Absätze, Hervorhebungen formatiert sein sollen. Auch das Bewerbungsschreiben lässt sich in die Kategorie Geschäftsbrief einsortieren. Darum ist es nicht verkehrt, wenn Bewerber ihr Anschreiben nach DIN 5008 ausrichten.

Dies hat es den Vorteil, dass man klare Orientierungspunkte hat. Niemand muss sich den Kopf über Schriftgrößen und Seitenränder zerbrechen. Ein Blick in die DIN 5008-Vorgaben genügt. Außerdem kann es der Übersichtlichkeit dienen. Und Übersicht ist ein großes Plus für jede Bewerbung.

Für Bewerber ist die Anwendung von DIN 5008 aber Ermessenssache und völlig freiwillig. Es gibt wohl kaum einen Personalchef im Lande, der großen Wert darauf legt, dass Bewerber diese Norm tatsächlich einhalten.

Vor allem in Berufen, in denen Sorgfalt und Genauigkeit gefragt sind, kann sich DIN 5008 als Bewerbungsvorlage anbieten. Dazu zählen etwa kaufmännische und juristische Berufe. Immerhin ist Ihre Bewerbung so etwas wie eine erste Arbeitsprobe. Und wenn Sie sich an die Normen halten, dann signalisieren Sie überdies Sachverstand. Das kann Ihnen zugute kommen.

Auf folgende Aspekte sollten Sie achten…

DIN 5008: In Überarbeitung

DIN 5008: Was ist neu?Im April 2011 wurde die neue Norm DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) veröffentlicht. In diese Norm integriert wurde die alte Norm DIN 676 (Geschäftsbrief). Beide Normen wurden damit zu einem Gesamtwerk zusammengefasst.

Momentan befindet sich DIN 5008 erneut in Bearbeitung. Für 2019 ist eine Neuausgabe geplant.

Schriftart

Wenn Sie sich im Rahmen von DIN 5008 bewegen wollen, dürfen Sie die Schriftart frei wählen. Eine bestimmte Typo gibt die Norm nicht vor. Die meisten Bewerber entscheiden sich für Arial oder Times New Roman. Damit können Sie im Grunde nichts falsch machen.

Von der breiten Masse abheben können Sie sich damit allerdings ebensowenig. Ziehen Sie also ruhig einmal Schriftarten wie Helvetica oder Georgia in Erwägung. Letztlich kommt es aber auf Ihre persönlichen Präferenzen an.

Und verwenden Sie für gedruckte Schreiben und lange Fließtexte sogenannte Serifenschriften. Diese verbinden die Buchstaben dezent miteinander und verbessern so die Lesbarkeit. Empfehlenswerte Serifenschriften sind:

  • Times
  • Book Antiqua
  • Cambria
  • Courier
  • Georgia
  • Times New Roman

Für kurze Überschriften eignen sich hingegen serifenlose Schriftarten. Sie werden auch als Groteske Schriften bezeichnet. Zu den beliebtesten serifenlosen Schriften zählen:

  • Arial
  • Helvetica
  • Calibri
  • Tahoma
  • Trebuchet
  • Verdana

Die vielleicht wichtigste Regel lautet: In Ihren gesamten Bewerbungsunterlagen verwenden Sie nach Möglichkeit stets dieselbe Schriftart, aber keinesfalls mehr als zwei. Und schwarz auf weiß sollte die Schrift ebenfalls sein.

Das macht Ihre Bewerbung einheitlich und übersichtlich – Personaler lieben das. Wenn Sie mehrere Schriftarten nutzen, bringt dies ein gewisses Chaos in das Erscheinungsbild. Ihre Bewerbung nimmt die Form eines Papageis an, der nicht nur bunt aussieht, sondern auch wirres Zeug von sich gibt.

Das ist aber nicht der Eindruck, den Sie vermitteln wollen. Ihre Bewerbung soll stringent, durchdacht und klar sein.

Schriftgröße

Die Schriftgröße beträgt bei der DIN 5008-Bewerbung 12 Punkt. Diese Größe ist sehr gut lesbar – in fast allen Schriftarten. Hat Ihr Anschreiben sehr viel Text, können Sie die Schriftgröße auf 11 Punkt verkleinern. So passt alles möglicherweise noch auf eine Seite.

Achtung: Nicht jede Schriftart ist bei 12 Punkt gleich groß. Hier kommt es auf den vorhandenen Platz und Ihren Geschmack an. Sie dürfen also ruhig ein wenig experimentieren – sofern Sie sich am Ende für eine einzige Typo entscheiden.

Bedenken Sie aber: Nicht jeder Personaler ist mit Adleraugen gesegnet. Die meisten sind dankbar, wenn sie nicht bis auf wenige Millimeter an den Monitor heranrücken müssen, um die Schrift zu entziffern. Eine kleine Schrift wirkt zudem penibel und im wahrsten Sinne des Wortes kleinlich – so ähnlich wie die AGB in Verträgen.

Eine zu große Schrift wiederum wirkt kindisch. Bleiben Sie als nach Möglichkeit bei 12 Punkt.

Seitenränder

Ein typisch hochformatiger DIN A4-Brief weist diese Maße und Breiten auf:

  • Seitenrand links: 2,5 Zentimeter
  • Seitenrand rechts: 2 Zentimeter (mindestens 1,5 Zentimeter)
  • Seitenrand oben: 4,5 Zentimeter (ohne Kopfzeile)
  • Seitenrand unten: 2,5 Zentimeter

Dahinter steckt der Grundgedanke, dass das Anschreiben auf eine Seite passen soll. Haut das nicht hin, dürfen Sie die Seitenränder auch ein wenig verkleinern.

Als Mindestmaße aber gelten:

  • Seitenrand rechts und links: mindestens 1 Zentimeter
  • Seitenrand oben und unten: mindestens 0,5 Zentimeter

Wenn Sie Ihr Anschreiben mit Microsoft Word erstellen, dann gehen Sie unter Format in die Rubrik Dokumente. Dort können Sie die Seitenränder wie gewünscht einstellen.

Absender

In die Kopfzeile kommen die Kontaktdaten des Bewerbers. Die Kopfzeile ist der Platz innerhalb der ersten 4,5 Zentimeter auf der Seite. In MS Word gelangen Sie durch einen Doppelklick auf den Anfang des Dokuments in die Kopfzeile. Alternativ gehen Sie im Menü auf Ansicht und dann auf Kopf- und Fußzeile.

Ihre Kontaktdaten sollten stets ganz vorne platziert sein. So findet sie der Empfänger bei Bedarf sehr schnell – und kann Sie bei Interesse leicht kontaktieren. Zu den persönlichen Daten, die Sie zwingend aufnehmen, zählen:

  • Vollständiger Name
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Wohnort
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse

Diese Angaben trennen Sie durch einen Absatz und schreiben sie rechtsbündig und untereinander. Experimentierfreudige können sie auch in der Mitte zentrieren oder sie in Blöcken anordnen.

Empfänger

Normgemäß steht die Anschrift oben links. Zulässig ist es aber auch, sie rechtsbündig oder zentriert zu platzieren.

Insgesamt umfasst das Anschriftenfeld neun Zeilen. Es ist 8,5 Zentimeter breit. Diese Maße erklären sich aufgrund der standardisierten Sichtfenster in DIN C4-Briefumschlägen. Die kennen Sie vielleicht auch als C4-Versandtaschen. Wenn Sie das Anschreiben oben lose auf die Bewerbungsunterlagen legen, dann befindet sich die Anschrift des Empfängers exakt im sichtbaren Bereich.

Vollständig ausfüllen müssen Sie diese neun freien Zeilen aber nicht. In Geschäftsbriefen finden hier zusätzliche Vermerke Platz wie etwa „Einschreiben“.

Unter normalen Umständen benötigen Sie maximal vier Zeilen. Darum beginnen Sie am besten erst nach der dritten Leerzeile mit dem Inhalt. So entsteht genügend Freiraum zur Kopfzeile mit den persönlichen Daten. Das sieht besser aus.

In die erste Zeile der Anschrift kommt der vollständige Firmenname des Unternehmens. Den können Sie auch fetten. Rechtsform nicht vergessen (GmbH, AG, KG, SE etc.). Hier gilt oberste Sorgfalt als Leitmotiv. Wer schon den Namen des Unternehmens falsch schreibt, sollte sich keine allzu große Chancen ausrechnen. Es sei denn, der Personaler übersieht den peinlichen Fauxpas.

In die zweite Zeile gehört der Name Ihres Ansprechpartners im Unternehmen – sofern er Ihnen bekannt ist. Bitte unbedingt Vor- und Nachnamen nennen. In der Regel finden Sie den Ansprechpartner in der jeweiligen Stellenanzeige. Das z.H. (zu Händen), was früher gerne genutzt wurde, können Sie weglassen. Ist Ihnen der Name nicht bekannt, können Sie auch Personalabteilung schreiben.

Die dritte und vierte Zeile füllen Sie mit der Postanschrift bzw. der Adresse des Empfängers aus. Diese besteht aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.

Jetzt folgen zwei Leerzeilen. Zum Schluss kommen in den Briefkopf noch das Datum und der Ort. Diese Angaben platzieren Sie rechtsbündig unter dem Adressfeld.

Zeilenabstand

DIN 5008 empfiehlt einen Zeilenabstand von 1. Ein Zeilenabstand von 1,5 ist allerdings besser lesbar. Bewegen Sie sich am besten innerhalb dieses Rahmens zwischen 1 und 1,5.

Tipp: Richten Sie Ihre Formatvorlage so ein, dass keine Leerräume verwendet werden. Andernfalls würde nach Ihrer Textzeile automatisch eine Zwischenzeile. Das verfälscht die Abstände.

Betreffzeile

Die Bezeichnungen Betreff oder die Abkürzung Betr. sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Sie sollten sie daher weglassen. Die Betreffzeile an sich gibt es aber immer noch. Sie umfasst – wie der Name schon sagt – nur eine Zeile und fasst den Inhalt ganz grob zusammen.

Beispiel:
Bewerbung als Key Account Manager, Kennziffer 9876/543

Diese DIN-Regeln gelten für die Betreffzeile:

  • Zwei Zeilen unter dem Datum beginnt der Betreff.
  • Mindestens zwei Leerzeilen kommen nach der Betreffzeile.
  • Die Betreffzeile kann in Fettschrift geschrieben sein. Ein Muss ist das aber nicht.
  • Sie kann mithilfe einer größeren Schrift (13 bis 14 Punkt) hervorgehoben werden.
  • An den Ende der Betreffzeile setzt man keinen Punkt – und erst recht kein Ausrufezeichen.

Anrede

Diese Regeln gelten für die Anrede:

  • Exakt zwei Leerzeilen liegen zwischen der Betreffzeile und der Anrede.
  • Die neutrale Anrede heißt Sehr geehrte Damen und Herren, (Komma nicht vergessen).

Allerdings wäre es besser, Sie würden den Empfänger persönlich anschreiben. Also etwa so: Sehr geehrte Frau Brockmüller oder Sehr geehrter Herr Stecker. Das ist zum Einen persönlicher und zum Zweiten erkennt der Empfänger, dass dieses Anschreiben speziell und individuell für ihn verfasst wurde.

Den Text des Anschreibens teilen sie am besten in Absätze auf. Textwüsten sind für den Leser schwer verdaulich und schrecken ab. Faustregel: Alle fünf bis acht Zeilen fügen Sie einen Absatz mitsamt einer Leerzeile ein.

Grußformel

Für welche Grußformel Sie sich am Ende entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Beispiele sind Mit freundlichen Grüßen, Beste Grüße, Viele Grüße oder Herzliche Grüße. Sehen Sie nur von allzu lockeren Formulierungen (Sonnige Grüße) und von Abkürzungen ab (MfG).

Wenn Sie sich an DIN 5008 halten wollen, dann beachten Sie aber:

  • Zwischen dem Fließtext im Anschreiben und der Grußformel liegt genau eine Leerzeile.
  • Zwischen der Grußformel und Ihrer Unterschrift liegen genau drei Zeilen – das ist der Platz für Ihre Unterschrift.
  • Danach erwähnen Sie etwaige Anlagen. Nach dem Wort Anlage(n) setzen Sie keinen Doppelpunkt.

Der Vorteil ist: Viele Textverarbeitungsprogramme orientieren sich bei den Standard-Briefvorlagen an der DIN 5008-Norm. Das kann Ihnen helfen, Zeit und Aufwand zu sparen.

Sie dürfen es also gerne mit der DIN 5008-Formatierung probieren. Und auch wenn sie Ihnen zu starr und kleinkariert erscheint: Ihrer Kreativität können Sie im Anschreiben noch immer freien Lauf lassen. Die Norm sorgt lediglich dafür, dass die Übersicht stimmt.

Nummerierung

Müssen die Seiten im Anschreiben nummeriert werden? Unsere Antwort lautet: nein. Dafür besteht keine Notwendigkeit.

Zumal das Anschreiben eine Seite gar nicht übersteigen soll. Mehr als vier Seiten, die Sie insgesamt nummerieren könnten, gibt es ohnehin nur selten – wenn man davon ausgeht, dass das Anschreiben eine, der Lebenslauf zwei und das (optionale) Deckblatt noch eine Seite umfasst.

Wenn Sie aber die Seitenzahlen einfügen wollen, dann platzieren Sie sie rechtsbündig in die Fußzeile des Dokuments. Und schreiben Sie sie in derselben Schrift wie den restlichen Text.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

Europass: Wie er Ihnen bei der Bewerbung hilft

europass bewerbung ausland

Der Europass soll Jobsuchenden Hilfestellung geben – in ganz Europa. Bewerber, die sich länderübergreifend um eine Stelle bemühen, können ihre Qualifikationen besser vermitteln. Auch Unternehmen haben Vorteile, können sie Kandidaten damit besser vergleichen. Der Europass besteht aus insgesamt fünf Dokumenten. Manche lassen sich ganz bequem am Rechner erstellen, für andere muss man Arbeitgeber und Schulen kontaktieren. So bekommen Sie alles, was Sie brauchen…

Europass: Was ist das?

Politisch driftet Europa eher auseinander. Doch dass die europäischen Arbeitsmärkte weiter zusammenwachsen, lässt sich noch guten Gewissens behaupten. Ein Deutscher, der sich in Spanien bewirbt oder ein Italiener, der in Frankreich arbeiten will – das sind längst Selbstverständlichkeiten.

Der Europass soll den Europäern dabei unter die Arme greifen. Er soll ihnen helfen, sich auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu präsentieren – und eine Stelle im europäischen Ausland zu ergattern.

Für die Unternehmen bietet der Europass ebenfalls Vorteile: Sie können Bewerber besser miteinander vergleichen, ihre Kompetenzen bequemer gegenüberstellen. Immerhin unterscheiden sich die formalen Rahmenbedingungen von Land zu Land. Der Europass gleicht das Spielfeld gewissermaßen an. Er ist übrigens auch ein Mittel, um Diskriminierungshürden abzubauen.

Den Europass können Interessierte schon seit 2004 kostenlos erstellen. Er ist mittlerweile in 27 Sprachen verfügbar. Die erste Anlaufstelle für alle Interessenten ist das Nationale Europass-Zentrum im jeweiligen Heimatland. Davon gibt es insgesamt 38 in ganz Europa.

Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Belgien verfügt sogar über drei nationale Europass-Zentren, um die drei Sprachgemeinden zu versorgen: die flämische, französische und deutschsprachige.

Zielgruppen des Europasses sind:

  • Arbeitsuchende
  • Schüler und Studenten
  • Arbeitgeber
  • Lehrer und Ausbilder
  • Hochschulen

Der Europass ist wohlgemerkt freiwillig. Kein Bewerber ist gezwungen, ihn vorzulegen. Auch sind die Europass-Dokumente nicht rechtsverbindlich. Bewerber müssen also auch weiterhin im Rahmen Ihrer Bewerbung Originalzeugnisse und Zertifikate vorlegen.

NEC: Bei Fragen hier melden!

Europass: Bei Fragen hier melden!Das deutsche Europass-Zentrum befindet sich in Bonn. Interessenten können sich telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Das sind die Kontaktdaten:

  • Telefon: +49 (0)228 107-1645, -1672, -1539
  • E-Mail: europass[at]bibb(dot)de
  • Postadresse:
    Nationales Europass Center (NEC) in der
    Nationalen Agentur Bildung für Europa
    beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)
    Robert-Schuman-Platz 3
    53175 Bonn

Europass: Daraus besteht er

Der Europass besteht insgesamt auf fünf einzelnen Dokumenten. Den Europass-Lebenslauf und Sprachenpass können Sie selbst am Rechner erstellen. Europass-Mobilität, Zeugniserläuterungen und Diplomzusatz werden von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgestellt.

Diese fünf Dokumente gibt es:

  1. Europass Lebenslauf

    Der Europass-Lebenslauf soll Ihre Qualifikationen und Kompetenzen „europaweit transparent und verständlich darstellen“. Er soll Ihnen die Bewerbung im europäischen Ausland erleichtern. Diese Kategorien können Sie ausfüllen:

    • Angaben zur Person
    • Art der Bewerbung
    • Berufserfahrung
    • Schul- und Berufsbildung
    • Persönliche Fähigkeiten
    • Muttersprache(n)
    • Fremdsprache(n)
    • Kommunikative Fähigkeiten
    • Organisations- und Führungstalent
    • Berufliche Fähigkeiten
    • Digitale Fähigkeiten

    Auch Bewerbungsfoto, sonstige Fähigkeiten, Führerschein, zusätzliche Informationen und Anlagen können Sie angeben oder hochladen.

  2. Europass Sprachenpass

    Der Sprachenpass gibt Arbeitgebern Auskunft über Ihre Sprachkenntnisse. Sie bewerten Ihr Sprachverständnis wohlgemerkt selbst – in den Kategorien Verstehen, Sprechen und Schreiben. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit. Sprachschwindler werden im Vorstellungsgespräch oder Arbeitsalltag schnell enttarnt. Auch bringt es Ihnen selbst nichts, wenn Sie sich mit fließenden Französischkenntnissen in Frankreich bewerben, aber mit Ihren Kollegen kaum kommunizieren können.

    Sie können Muttersprache(n) und Fremdsprachen wählen und sich dabei in sechs Kategorien (PDF) einstufen:

    • A1: Elementares Sprachverständnis. Sie verfügen über Grundkenntnisse. Einzelne Wörter und ganz einfache Sätze können Sie verstehen und sich auf einfach Art verständigen.
    • A2: Elementares Sprachverständnis. Sie können einfache Sätze verstehen, kurze Texte lesen und sich in einfachen Situationen verständigen.
    • B1: Selbstständige Sprachverwendung. Sie können Gespräche über Themen führen, die Ihnen bekannt sind, sich zusammenhängend äußern, Ihre Meinung kundtun und die meisten Situationen bewältigen.
    • B2: Selbstständige Sprachverwendung. Sie verstehen auch längere Redebeiträge und Vorträge. Aktuelle Artikel und Berichte können Sie lesen, ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler führen sowie klare und detaillierte Texte über Themen schreiben, die Sie interessieren.
    • C1: Kompetente Sprachverwendung. Sie können längeren Redebeiträgen folgen, auch wenn sie nicht klar strukturiert sind. Lange, komplexe Sachtexte verstehen Sie und Sie drücken sich spontan und fließend aus. Sie können komplexe Sachverhalte ausführlich darstellen und sich schriftlich klar und gut und strukturiert ausdrücken.
    • C2: Kompetente Sprachverwendung. Sie haben keinerlei Schwierigkeiten, gesprochene Sprache zu verstehen und können jede Art von geschriebenen Texten mühelos lesen. An Gesprächen und Diskussionen beteiligen Sie sich mühelos, stellen Sachverhalte klar und flüssig und angemessen dar und verfassen anspruchsvolle Artikel und Berichte.
  3. Europass Mobilität

    Der Europass-Mobilität umschreibt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die man während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben hat. Zum Beispiel bei einem

    • Praktikum
    • Studiensemester (Erasmus)
    • Freiwilligenarbeit in einer gemeinnützigen Einrichtung

    Den Mobilitätspass füllen Sie nicht selbst aus, sondern zwei Partnerorganisationen – eine im Herkunftsland und die zweite im Gastland. Dabei kann es sich um Schulen, Hochschulen, andere Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen handeln. Sie bitten praktischerweise die jeweilige Organisation, sich an das zuständige Nationale Europass-Zentrum zu wenden.

  4. Europass Zeugniserläuterung

    Das Dokument beschreibt die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auf einem beruflichen Abschlusszeugnis aufgeführt sind. Die Zeugniserläuterungen ergänzen die Original-Zeugnisse und sollen den Arbeitgebern helfen, ihren Inhalt besser zu verstehen. Erhalten kann es jeder, der über ein berufliches Abschlusszeugnis verfügt. Dazu zählen Abschlüsse einer Berufsausbildung, dualen Ausbildung oder auch einer Weiterbildung. Die Zeugniserläuterungen sind kein Ersatz für das Originalzeugnis und garantieren keine automatische Anerkennung.

  5. Diplomzusatz (Diploma Supplement)

    Das Diploma Supplement beschreibt Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Hochschulabsolventen erworben haben. Es ergänzt die Original-Hochschulzeugnisse und hilft Arbeitgebern im europäischen Ausland, die Angaben besser zu verstehen. Alle Hochschulabsolventen können einen Diplomzusatz beantragen – und zwar bei der Hochschule, die auch das Original-Abschlusszeugnis ausgestellt hat. Auch für das Diploma Supplement gilt: Es ist kein Ersatz für das Original-Zeugnis und garantiert keine Anerkennung des Zeugnisses im Ausland.

Europass Bewerbung: Das ist neu

Sie können Ihren Europass auf der Homepage des European Centre for the Development of Vocational Training (CEDEFOP) kostenlos erstellen und abspeichern. Der Lebenslauf ist der wohl wichtigste Teil einer Bewerbung. Arbeitgeber können anhand der Lebensläufe Fakten und Kompetenzen vergleichen, daher kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu.

Sie können den Lebenslauf auch unabhängig vom Sprachenpass oder Diploma Supplement für Ihre eigenen Bewerbungen nutzen. Die Vorlage auf der Homepage ist vergleichsweise leicht auszufüllen, die Menüs sind recht übersichtlich. Über die Vorschau können Sie sich Ihren Lebenslauf vorab ansehen und speichern. Sie können außerdem ein Bewerbungsfoto hinzufügen, sonstige Fähigkeiten angeben und weitere Anhänge uploaden.

Seit August 2018 ist es möglich, ein Foto oder Anhänge zum Lebenslauf direkt aus Ihrem Cloud-Konto hochzuladen. Sie können Ihren Lebenslauf auch in der Cloud speichern und von Freunden oder Verwandten korrigieren lassen.

Weitere Neuerungen: Zusammen mit der Blindenstudienanstalt Thessaloniki hat man einen barrierefreien Lebenslauf-Editor entwickelt, mit dem nun auch Sehbehinderte ganz bequem einen Lebenslauf am Rechner erstellen können. Zudem wurde der Lebenslauf-Editor für Smartphones optimiert. Bewerbungen mit dem Handy bearbeiten oder absenden – das geht jetzt deutlich besser.

Einen Extra-Service gibt es für all jene, die sich in Großbritannien bewerben wollen. Wer seinen Europass-Lebenslauf online erstellt, kann ihn nun auch auf der Jobbörse CVLibrary hochladen und sich somit um mehr als 165.000 Stellen bewerben. Auch an das europäische Jobportal Eures, die Jobbörse Monster.de und das Karrierenetzwerk Xing ist die Plattform angebunden – was eine komfortable One-Klick-Bewerbung ermöglicht.

Grundsätzlich gilt: Der Europass erleichtert die Erstellung des Lebenslaufs. Bewerber sollten aber auch hier darauf achten, dass die Angaben zur angestrebten Stelle passen.

Europass: Welche Vorteile hat er?

Nein, für eine Bewerbung im Inland benötigen Sie ihn nicht. Auch ist der Europass keine Voraussetzung, um sich im Ausland bewerben zu können.

Aber er kann dort Überzeugungsarbeit leisten. Die Dokumente zeigen dem potenziellen Arbeitgeber von Portugal bis Polen, mit wem er es genau zu tun hat. Und sie signalisieren echten Willen, die Stelle wirklich haben zu wollen. Sonst hätte man sich als Bewerber die Mühe wohl kaum gemacht.

Zudem müssen Sie nicht alle fünf Dokumente organisieren, sondern können sich auf die beschränken, die Ihnen nützlich sind. Das kann im Einzelfall auch nur der Sprachenpass oder eine Zeugniserläuterung sein. Es kann aber auch passieren, dass einzelne Bestandteile sehr wohl obligatorisch sind. Wenn Sie sich zum Beispiel für ein Praktikum im Ausland bewerben, könnte der Arbeitgeber von Ihnen die Vorlage des Diploma Supplement und/oder der Zeugniserläuterungen verlangen.

Immerhin wurden nach Angaben der Europäischen Kommission europaweit schon 100 Millionen Europass-Lebensläufe erstellt. Das liegt vermutlich auch an der Einfachheit. So liegt der Lebenslauf im gut integrierbaren XML-Format vor und kann außerdem als PDF-Datei ausgegeben werden.

Das sind weitere Vorteile des Europasses:

  • Mann kann ihn relativ schnell und einfach erstellen.
  • Er ist international einheitlich.
  • Er bietet eine gute Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg.

Europass: Welche Nachteile hat er?

Fragen Sie mal Ihre Eltern, Nachbarn oder Freunde, ob Sie schon mal etwas vom Europass gehört haben? Vermutlich nicht. Vielleicht halten sie ihn sogar für eine Bahnfahrkarte.

Das verdeutlicht schon, dass sich der Europass bislang nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Er hat die länderspezifischen Bewerbungen keineswegs ersetzt. Von der europaweit einheitlichen Bewerbung sind wir genauso weit entfernt wie von einem vereinigten Europa.

Wer sich in Spanien bewerben möchte, beachtet die Anforderungen der spanischen Arbeitgeber – und bewirbt sich in der Regel auf spanisch. Bei einem alteingesessenen französischen Unternehmen klopft man besser nicht auf englisch an. Aber: Genau da kann der Europass natürlich helfen…

Der zweite große Nachteil: Der Europass würgt Kreativität ab. Er macht es Bewerben schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzuheben.

Das Prinzip kennen Bewerber von Online-Bewerbungsformularen. Sie ähneln mitunter einem Korsett. Es gibt ein Design, von dem nicht abgewichen werden kann. Außergewöhnliche, kreative oder mutige Bewerbungen sind so schwierig bis unmöglich. Die Individualität eines Bewerbers kommt oftmals zu kurz.

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E-Mail-Bewerbung: Infos, Tipps, Checkliste für Bewerber

e-mail-bewerbung so gelingt sie

Mit Papier können Deutschlands Recruiter nichts mehr anfangen. Die E-Mail-Bewerbung ist längst Standard. Auch für die Bewerber ist es sehr viel komfortabler, eine Mail mit den Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu bringen. Dennoch kann man bei der Online-Bewerbung eine ganze Menge falsch machen. Zum Beispiel das hier…

E-Mail-Bewerbung: Was ist das?

Die E-Mail-Bewerbung hat sich in Deutschlands Unternehmen längst etabliert. Das Internet ist der bevorzugte Kanal, die Papierbewerbung hat weitgehend ausgedient. Laut Bitkom-Umfrage aus dem Oktober 2018 ist die Bewerbungsmappe sogar „tot“. Demnach wollen nur noch drei Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe empfangen. 86 Prozent bevorzugen dagegen digitale Bewerbungsmaterialien.

Das deckt sich mit einer Monster-Studie, nach der sich nur fünf Prozent der Unternehmen in Zukunft Bewerbungsmappen aus Papier wünschen. Von den Bewerbern selbst wollen sogar nur 1,5 Prozent eine papierne Mappe zusammenstellen.

Bei der E-Mail-Bewerbung versendet man die Unterlagen auf elektronischem Weg. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – alles kommt in die Mail bzw. in ihren Anhang. Der Personaler muss nur in seinen E-Mail-Posteingang schauen und hat alle Fakten auf dem Tisch. Der Gang zur Post, Papierblätter, Briefmarken – alles überflüssig. Die E-Mail-Bewerbung ist für beide Seiten eine Erleichterung.

Aber: Vielleicht ist auch die E-Mail-Bewerbung nur eine Durchgangsstation. Laut Monster-Studie bevorzugen rund 30 Prozent der Unternehmen die Bewerbung per Mail, 74 Prozent wollen künftig auf Formulare setzen (Mehrfachnennungen waren möglich). Dabei stellt das Unternehmen auf seiner Webseite oder Karriereseite ein Bewerbungs-Formular zur Verfügung. Die Kandidaten können es am Rechner ausfüllen, werden von Dokument zu Dokument geleitet.

Das hat für den Bewerber den Vorteil, dass er oder sie nichts vergessen kann. Aber ein Online-Formular hat auch Nachteile. So kann man nur schwerlich Akzente setzen, nicht so kreativ sein wie in einer Mail.

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Unternehmen Bewerbungen über ein Online-Formular abwickelt, dann nutzen Sie es auch. Hat es keine, dann reichen Sie Ihre Bewerbung per E-Mail ein. Hier kommt alles, was Sie dazu wissen müssen…

E-Mail-Bewerbung: Das sind die Vorteile

Die E-Mail-Bewerbung bietet vor allem diese Vorteile:

  • Masse

    Der Bewerber kann im Vergleich zur Papiermappe mit weniger Aufwand mehr Bewerbungen versenden.

  • Speed

    Sie erreicht den Empfänger schneller. Man kann sie auch kurz vor Ablauf einer Bewerbungsfrist noch auf den Weg bringen.

  • Zeit

    Man kann sie bequem von zuhause am Rechner erstellen, versenden und sich den Gang zur Postfiliale sparen – eine große Zeitersparnis.

  • Kosten

    Die Mail-Bewerbung ist günstiger. Porto, Papier und Umschläge entfallen – Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

  • Umwelt

    Wo weniger Papier verbraucht wird, freuen sich Wald und Klima. Auch wenn auf der anderen Seite ein höherer Stromverbrauch steht, dürfte die E-Mail-Bewerbung umweltfreundlicher sein.

  • Übersicht

    Die Unternehmen profitieren von einer besseren Übersicht. Sie können alle Eingänge komfortabel sortieren, weiterleiten, archivieren. Nebenbei: Der Bewerber selbst hat ebenfalls eine bessere Übersicht über seine Bewerbungen. Er muss keine Strichlisten führen, auf denen er die einzelnen Unternehmen notiert, die er schon angeschrieben hat. Ein Blick in den Versendet-Ordner genügt.

E-Mail-Bewerbung: Das sind die Nachteile

Nichts auf dieser Welt ist nur gut oder nur schlecht. Das gilt auch für die E-Mail-Bewerbung. Sie hat diese Nachteile:

  • Nirvana

    Die Mail erreicht nicht immer den gewünschten Empfänger. Das ist speziell bei Initiativbewerbungen ein Problem. In dem Fall existiert keine Stellenanzeige, in der die E-Mail-Adresse des Personalverantwortlichen explizit genannt wird. Wenn man also die Bewerbung an ein anonymes Info-Postfach verschickt, könnte sie im digitalen Nirgendwo landen. In so einem Fall sollte man vorab Namen und Adresse des richtigen Ansprechpartners ermitteln – durch einen Anruf im Unternehmen zum Beispiel. Aber der verursacht wiederum Aufwand und der geringe Aufwand war doch eigentlich ein Vorteil der E-Mail-Bewerbung…

  • Schlampereien

    Sie verleitet zur Nachlässigkeit. Eine E-Mail ist flugs formuliert. Man tippt schnell drauflos, so wie bei Whatsapp oder Facebook. Die Anfälligkeit für Flüchtigkeitsfehler und Buchstabendreher steigt. Vorteil wiederum: Ein Fehler lässt sich digital sehr viel leichter wieder ausbügeln als auf Papier. Bye bye Tipp-Ex!

  • Unsicherheit

    Einen formellen Brief beginnt man mit Sehr geehrte/r Frau/Herr… – das weiß jeder. Aber wie ist das bei einer Mail? Hallo oder Servus oder Lieber Herr? Bei der Anrede fängt die Unsicherheit schon an. Einheitliche Standards gibt es nicht. Und dann das Bewerbungsanschreiben. Platziere ich es direkt im E-Mail-Textfeld oder hänge ich es an? Wo kommen die Anlagen hin? Und welche nehme ich überhaupt? Wie groß dürfen sie sein? Sie sehen: Bei einer Mail-Bewerbung können Fragen aufkommen. Darum haben wir weitere Tipps für Sie…

6 Tipps für die E-Mail-Bewerbung

  1. Betreff

    Die Betreffzeile ist die Einleitung Ihrer Bewerbung. Bitte nicht unterschätzen! Wenn Sie die Betreffzeile falsch füllen, können Sie das Pech haben, ungelesen im Spam-Ordner zu versanden. Bringen Sie unbedingt das Wort Bewerbung in der Betreffzeile unter – mindestens. Am besten formulieren Sie noch präziser: Bewerbung als Key Account Manager. Der ausgeschriebene Job und eine etwaige Kennziffer gehören nach Möglichkeit ebenfalls hinein. Die Kennziffer finden Sie in der Stellenanzeige. Machen Sie es dem Empfänger so leicht wie möglich.

  2. Sprache

    Es ist zwar „nur“ eine E-Mail, aber bleiben Sie trotzdem sachlich. Keine Whatsapp-Sprache, keine Emojis, keine allzu lockeren Sprüche! Eine Bewerbung sollte formell sein: Anrede, Grußformel, Name, Signatur usw. Sicher: In kreativen Branchen könnte auch eine unorthodoxe Bewerbung ziehen. Aber das ist die Ausnahme. Und verzichten Sie auf Reizworte, die der Provider womöglich als Spam einordnet. Dazu zählen Billig oder Angebot, Rechnung oder auch die Kombination Speziell für Sie. Aber wir gehen mal davon aus, dass Sie diese Vokabeln ohnehin nicht eingesetzt hätten…

  3. Anschreiben

    Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kopieren Ihr Anschreiben direkt in die E-Mail oder Sie schicken es im Anhang mit. Ersteres hat den Vorteil, dass der Personaler Ihre Mail öffnet und sofort Ihr Anschreiben durchliest. Sie können mit dem Anschreiben also Akzente setzen. In den Bewerbungsunterlagen dagegen wird ein Anschreiben gerne mal links liegen gelassen. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Wenn Sie nämlich das Anschreiben zu den anderen Anlagen in den Anhang verfrachten, dann müssen Sie noch einen kleinen E-Mail-Text zusätzlich formulieren. Das ist Extra-Aufwand! Dennoch dürfen Sie sich gerne für diese Variante entscheiden, wenn sie Ihnen eleganter erscheint.

  4. Anhang

    Ihre Anlagen packen Sie in ein einziges PDF (dazu gleich noch ein paar Tipps). Mehr als 5 Megabyte sollte das PDF aber nicht umfassen. Das kann bei umfangreichen Bewerbungsunterlagen durchaus schwierig werden. Auch auf ZIP-Dateien sollten Sie verzichten – die kann nicht jeder öffnen. Als Anhänge bieten sich hauptsächlich die Formate PDF und DOC an. Dieser Hinweis gilt auch für Apple-Aficionados, die mit Pages-Dokumenten arbeiten. Nicht jeder Personaler hat einen Mac auf dem Schreibtisch. Bevor Sie Ihre Bewerbungs-Mail abschicken, vergewissern Sie sich, dass der Anhang auch wirklich hochgeladen wurde. Es passiert schon mal, dass ein Rechner den Befehl nicht korrekt ausführt. Oder dass man den Anhang schlicht vergisst. Man könnte Ihnen dann mangelnde Sorgfalt vorwerfen. Das wäre ein schlechtes Omen! Sollte Ihnen der Lapsus aber schon unterlaufen sein, dann bringen Sie eine Folgemail auf den Weg – mit einer kurzen Entschuldigung und den korrekten Unterlagen im Anhang. Keine lange Erklärungen und Ausflüchte! Damit machen Sie es nur noch schlimmer…

  5. Design

    Keep it simple! Ein Credo, das auch in der Bewerbung goldrichtig ist. Wechseln Sie nicht ständig die Schriftarten in der Bewerbung, bauen Sie keine bunten Bildchen oder Hintergründe ein. Personaler stehen auf Klarheit und Übersichtlichkeit. Außerdem wirken kitschige und verspielte Designs unprofessionell. Und so wollen Sie auf keinen Fall auftreten. Ihre Bewerbung soll klar machen, dass man es mit einem Profi zu tun hat – nicht mit einem Clown.

  6. Signatur

    Egal, ob Sie das Anschreiben direkt in Ihre E-Mail schreiben oder in den Anhang: Unter Ihre Mail platzieren Sie am besten eine Signatur. Diese enthält Ihren vollständigen Namen, Ihre aktuelle Adresse, Telefonnummer, einen Link zu Ihrer Homepage, Blog oder Online-Profil (Xing, Linkedin, Twitter etc.). Optional können Sie auch Ihre Skype- oder Messenger-Kontaktdaten einbauen. Das zeigt, dass Sie die digitale Welt verinnerlicht haben – Pluspunkt! Zudem sind Sie so auf verschiedenen Kanälen gut erreichbar. Signaturen vermitteln Professionalität – und sie sind nützlich.

E-Mail-Bewerbung: So erstellen Sie das PDF

Ihre Bewerbungsunterlagen führen Sie in EINEM PDF-Dokument zusammen. Dieses PDF laden Sie als Anhang hoch. Dabei sollten Sie noch ein paar Kleinigkeiten beachten:

  • Tool

    Zunächst brauchen Sie ein Werkzeug, um all die Dokumente zu einem PDF zusammenführen. Nehmen Sie am besten ein kostenloses Online-Tool wie SmallPDF oder PDFJoin. Bitte nicht alle Dokumente einzeln hochladen! Das würde für den Empfänger einen Mega-Aufwand bedeuten – und Sie im Personalbüro schlagartig unbeliebt machen.

  • Dateiname

    Geben Sie dem PDF einen aussagekräftigen Dateinamen. Dieser sollte Ihren Namen, das Wörtchen Bewerbung, die Kennziffer und am besten noch das Datum und den Namen des Unternehmens beinhalten. Wichtig: Mit dem Datum signalisieren Sie, dass Sie nicht irgendeine Uralt-Bewerbung aus dem Hut gezaubert, sondern diese hier ganz neu und individuell erstellt haben. Je präziser, desto besser! Ein guter Beispielname: 190101_Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Entwicklungsingenieur_Siemens

  • Unterschrift

    Auch in der E-Mail-Bewerbung sollten Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Sie können Ihre Unterschrift einscannen, in das Word-Dokument einfügen und dieses dann als PDF mit den anderen zusammenführen. Unter das Anschreiben setzen Sie Ihre Unterschrift ebenfalls.

  • Einheitlichkeit

    Ihre Bewerbungsunterlagen enthalten viele Daten und Angaben über Sie selbst. Name, Kontaktdaten, Adressen kommen sogar mehrfach vor – im Lebenslauf, auf dem Deckblatt, in der Signatur. Achten Sie darauf, stets die gleichen anzugeben. Wer drei verschiedene E-Mail-Adressen aufführt, wirkt schnell unprofessionell. Hier kommt es häufig zu Fehlern – vor allem dann, wenn alte Dokumente wiederverwendet werden. Also: Am Ende alles nochmal abgleichen!

E-Mail-Bewerbung Checkliste

Darauf bitte in der E-Mail-Bewerbung achten. Eine Übersicht:

  • Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse
  • Ermitteln Sie den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen
  • Formulieren Sie eine präzise Betreffzeile
  • Verwenden Sie eine einheitliche Schriftart
  • Benutzen Sie die (exakt) identische Stellenbeschreibung, die auch in der Stellenanzeige genannt wurde
  • Bringen Sie die wichtigsten Keywords unter
  • Führen Sie die Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen
  • Fügen Sie das Bewerbungsfoto in den Lebenslauf ein
  • Schicken Sie nicht zu viele Zeugnisse und Arbeitsproben mit, um die Bewerbung nicht zu überfrachten
  • Bauen Sie eine Signatur mit den wichtigsten Kontaktdaten und Links ein
  • Verzichten Sie auf eine Lese- und Empfangsbestätigung (Nervgefahr!)
  • Stellen Sie eine persönliche Grußformel voran
  • Lassen Sie die unterschiedlichen Dokumente (Anschreiben, Lebenslauf etc.) immer auf einer neuen Seite beginnen
  • Streuen Sie branchenübliche Fachbegriffe ein, aber sprechen Sie kein Fachchinesisch
  • Reden Sie den Empfänger in der Sie-Form an
  • Achten Sie penibel auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik
  • Überschreiten Sie nicht die Dateigröße von 5 MB (es sei denn, das Unternehmen gibt in der Stellenanzeige einen anderen Richtwert an)
[Bildnachweis: Alexey Boldin by Shutterstock.com]

Curriculum Vitae: Darauf sollten Sie achten!

Curriculum Vitae ist ein Wortungetüm aus grauer Vorzeit – aber immer noch lebendig. In Deutschland wird der Begriff oft mit Lebenslauf übersetzt, in den USA zum CV verkürzt. Ohnehin begegnet Ihnen das Curriculum Vitae in Nordamerika und Großbritannien sehr viel häufiger. Es unterscheidet sich in wichtigen Details sowohl vom amerikanischen Resume als auch vom deutschen Lebenslauf. Wenn Sie beruflich nach New York oder London übersiedeln wollen, sollten Sie die Unterschiede kennen…

Curriculum Vitae Definition: Was ist das?

Curriculum Vitae ist – wie sie sicher schon vermutet haben – lateinisch. Es bedeutet übersetzt Lebenslauf. Für teutonische Zungen ist die Vokabel kein Selbstläufer. Das Wort ist lang, kompliziert und wird daher nur in Ausnahmefällen im Personalbüro genutzt. Warum auch Curriculum Vitae aussprechen, wenn man einfach Lebenslauf sagen kann?

Im englischen Sprachbereich aber ist der Terminus sehr viel geläufiger. Hier nutzt man sehr gerne die Wortkombination Curriculum Vitae – beziehungsweise die Abkürzung CV. Alternativen sind Resume und Vita.

Gemeint ist damit ein Lebenslauf, der möglichst übersichtlich gegliedert ist und die wichtigsten Karrierestationen des Bewerbers wiedergibt. Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Er enthält die wesentlichen Informationen und wird vom Personalverantwortlichen daher zur Entscheidungsgrundlage gemacht.

Und er zählt zu den Muss-Elementen in den Bewerbungsunterlagen – neben dem Anschreiben und den Anlagen wie Zeugnissen oder Arbeitsproben.

Was bedeutet das konkret für Sie als Bewerber? Geben Sie sich maximale Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufs. Tipp: Sie können ihn auch in Deutschland mit Curriculum Vitae betiteln. Das klingt gebildet – gerade in akademischen Gefilden muss das kein Nachteil sein.

Und nutzen sie den Begriff Curriculum Vitae (bzw. die Abkürzung CV) auch dann, wenn Sie eine Bewerbung ins (westliche) Ausland versenden. Damit können Sie nur selten etwas falsch machen.

Curriculum Vitae: Das gehört hinein

Achtung: Fordert ein Arbeitgeber in der Bewerbung dazu auf, ein Curriculum Vitae einzusenden, dann verlangt er damit in der Regel einen englischen Lebenslauf. Sie sollten also nicht nur englisch sprechen, sondern auch die formalen Unterscheide beachten – gerade in international aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach Ihren deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen, wenn Sie sich im englischsprachigen Ausland bewerben. Auf diese Aspekte sollten Sie achten:

  • Persönliche Angaben

    Möglicher Diskriminierung wollen die Amerikaner schon bei der Bewerbung einen Riegel vorschieben. Verzichten Sie daher im CV auf Angaben zu Ihrem Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität. Das ist wohlgemerkt keine Bitte, sondern eine klare Ansage! In Großbritannien gilt das Gleiche.

  • Foto

    Auch das Bewerbungsfoto kleben sie nicht in Ihr Curriculum Vitae – und auch sonst nirgendwohin. Keine Fotos, mehr Chancengleichheit – so lautet die Gleichung der Angelsachsen (sowohl in den USA als auch in UK).

  • Länge

    Das englische Curriculum Vitae ist im Vergleich zum deutschen Lebenslauf etwas länger. Es kann aus zwei bis maximal drei Seiten bestehen. Das amerikanische Resume ist dagegen ähnlich knapp. Nicht mehr als eine Seite!

  • Aufbau

    Der englische Lebenslauf hat sich auch in Deutschland längst durchgesetzt. Diesbezüglich müssen Sie sich also nicht umstellen. Die letzten Arbeitsstationen kommen zuerst. Danach arbeiten Sie sich in zeitlich umgekehrter Reihenfolge immer weiter bis in die Vergangenheit vor. Die aktuelle Station zuerst, die erste Station zuletzt.

  • Referenzen

    Referenzen haben in den USA und Großbritannien einen höheren Stellenwert als bei uns. Warum? Arbeitszeugnisse sind dort nicht üblich, also müssen sich Arbeitgeber auf andere Quellen verlassen. Bauen Sie also unbedingt Referenzen in Ihre Bewerbung ein. Die Ansprechpartner sollten Sie vorher aktiv ansprechen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Wunsch-Arbeitgeber telefonisch bei einer Referenz meldet.

  • Schluss

    In der deutschen Bewerbung steht die handschriftliche Unterschrift für Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit. Im angelsächsischen Kulturraum können Sie die Unterschrift weglassen.

Curriculum Vitae: So ist es aufgebaut

Inhaltlich besteht das Curriculum Vitae aus diesen Elementen:

  • Personal Data

    Trotz aller Bemühungen um Antidiskriminierung: Anonym ist das Curriculum Vitae natürlich nicht. Sie geben im CV zwingend Ihren vollständigen Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an. Der Name gehört in die erste Zeile, alle anderen Angaben finden darunter Platz. Achten Sie zudem darauf, Umlaute auszuschreiben, also zum Beispiel: Thomas Mueller oder Gerhard Schroeder oder Diane Krueger. Und bei allem Sinn für Humor, der speziell den Briten nachgesagt wird: Setzen Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Also nicht so etwas wie sweetheart555@gmail.com oder rockybalboa89@me.com

  • Personal Profile

    Hier stehen zwei, drei Sätze, die Sie näher beschreiben. Ihre herausragenden Eigenschaften oder Befähigungen. Bitte kein substanzloses Blabla, sondern aussagekräftige Dreizeiler. Dieser Abschnitt ist aber optional. Bevor Sie Unsinn schreiben, lassen Sie ihn komplett weg.

  • Education/Academic Qualification

    Sie listen an dieser Stelle Ihre schulische Bildung mitsamt Ihrer Abschlüsse auf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Auch die Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) können Sie hier unterbringen. Sofern sie über einen Hochschulabschluss verfügen, können sie den Namen der Arbeit oder Dissertation nennen und das Thema kurz umreißen.

  • Work Experience

    Im Deutschen spricht man vom beruflichen Werdegang. Ihre Arbeitsstationen zählen Sie ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf: die aktuelle oder letzte Station ganz am Anfang, die erste zum Schluss. Vollständigkeit ist dabei nicht erste Bürgerpflicht. Sie sollten zwar Lücken nach Kräften vermeiden, müssen andererseits aber nicht jede irrelevante Stelle angeben. Beispiel: Wenn Sie während der Uni als Kassierer gejobbt haben, dann nehmen Sie diese Station nur auf, wenn Sie sich im Einzelhandel oder Vertrieb bewerben. Andernfalls lassen Sie sie weg.

    Wichtig sind der Zeitraum der Anstellung, der Firmenname mitsamt Internetlink, der Standort sowie die genaue Berufsbezeichnung. Erfolge oder besondere Projekte können ergänzt werden.

    Eine Kurzversion genügt aus, wenn Sie ein US-amerikanisches Resume verfassen: In diesem Fall listen sie lediglich zwei oder drei für die Stelle relevanten Jobs auf – den wichtigsten Job zuerst. Wenn man den Lebenslauf nach Fähigkeiten gewichtet, spricht man auch vom Functional Resume. Aus Bewerbersicht besteht der große Vorteil darin, dass Lücken im Lebenslauf plötzlich keine Rolle mehr spielen.

  • Skills

    An diese Stelle kommen bislang unerwähnte Fähigkeiten. Das können Sprachkenntnisse und EDV Kenntnisse sein. Auch der Führerschein kann hier auftauchen, sofern er eine Relevanz für die Stelle hat.

  • Activities/Engagement

    Haben Sie spezielle Interessen, Ehrenämter und Hobbys? Diese finden hier Platz. Aber bitte wiederum nur dann, wenn sie einen Bezug zur Arbeitsstelle aufweisen. Oder wenn Sie Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Leadership-Qualitäten unterstreichen. Eine Mannschaftssportart etwa könnte auf einen ausgeprägten Teamgeist hindeuten. Vorsicht bei Extremsportarten: Es soll Arbeitgeber geben, für die Paragliding oder Freestyle Skiing aufgrund der hohen Verletzungsgefahr ein rotes Tuch sind. Lieber weglassen!

  • References

    Auch in Deutschland gewinnen Referenzen in der Bewerbung an Bedeutung. Menschen vertrauen vor allem dem Urteil anderer Menschen – daran wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Wenn Sie sich in den USA mit Ihrem Curriculum Vitae bewerben, sind Referenzen noch wichtiger. Beachten Sie: Eine Reference beinhaltet in der Regel zwei Personen. Diese können über ihre Erfahrungen mit Ihnen Auskunft geben – und sie werden in der Realität häufig wirklich kontaktiert. Geben sie also neben den Namen auch die Telefonnummern und E-Mail-Adressen an. Vorher fragen Sie Ihre Referenzgeber, ob diese einverstanden sind. Und wählen Sie bitte nur solche aus, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben und die Sie wohlwollend bewerten.

Curriculum Vitae oder Resume?

Welches Format wählen Sie nun, wenn Sie sich in den USA bewerben: Curriculum Vitae oder Resume? Relevant ist vor allem der Sektor, in dem Sie sich bewerben. Auch als Akademiker schreiben Sie ein Resume, wenn Sie in der Privatwirtschaft oder in einer nicht-akademischen Stelle anheuern wollen.

Der Arbeitgeber will sich nur einen kurzen Überblick über Sie verschaffen. Knappe, harte Facts, kein Fließtext! Sämtliche Informationen, die für die Stelle nicht relevant sind, streichen Sie – sogar dann, wenn es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt.

Tipp: Formulieren Sie im Aktiv und positiv. Sogenannte Action Words wie enabled oder achieved können helfen.

Wenn Sie aber in die Forschung gehen oder einen akademischen Beruf ergreifen wollen, dann entscheiden Sie sich fürs Curriculum Vitae. Das CV bietet mehr Platz für Ihre Stationen und Leistungen, kann sogar über zwei oder drei Seiten hinausgehen. Sie können jedes Projekt auflisten und beschreiben.

Curriculum Vitae: Was noch anders ist

Im deutschen Lebenslauf führen Sie die einzelnen Stationen in Stichpunkten auf. Im Curriculum Vitae können bzw. sollten Sie sie ausführlicher umschreiben. Die Stichpunkte ergänzen Sie durch Fließtext und beschließen ihn am Ende mit einem Punkt.

Vorteil: Sie können sich auf diese Weise sehr gut in Szene setzen. Sie können sich selbst besser vermarkten und präsentieren. Und genau das ist ja schließlich der Sinn einer Bewerbung.

Dabei geht es auch um Ihre harten Skills. Versuchen Sie, diese im Curriculum Vitae so herauszuarbeiten, dass sie den Empfänger überzeugen. Ihre Befähigungen müssen zu den Vorgaben in der Stellenbeschreibung passen.

Wichtig ist, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, welche Fähigkeiten Muss-Anforderungen sind und welche Kann-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind Pflicht. Sie müssen sich in Ihrem Curriculum Vitae wiederfinden, sonst hat Ihre Bewerbung kaum Aussicht auf Erfolg. Die Kann-Anforderungen sind hingegen keine Grundvoraussetzungen, aber erhöhen Ihre Chancen.

Nicht immer ist es einfach, die Muss- von den Kann-Anforderungen zu unterscheiden. Sie erkennen Muss-Anforderungen zum Beispiel an diesen Formulierungen:

  • Sie bringen mit
  • Wir erwarten
  • Voraussetzung ist
  • Erforderlich sind
  • …setzen wir voraus

Kann-Anforderungen sind nicht so streng formuliert. Hier einige Beispiele:

  • Wünschenswert sind Kenntnisse in…
  • Idealerweise…
  • Hinreichende Erfahrungen…
  • Wenn Sie zusätzlich mitbringen
  • Wir würden uns außerdem freuen
  • Hilfreich sind…

CV: Keywords unterbringen!

CV: Keywords unterbringen!Fast alle großen US-Konzerne nutzen nach Medienberichten mittlerweile Recruiting-Software. Diese sogenannten Applicant tracking systems scannen die Lebensläufe der Bewerber nach den wichtigsten Keywords ab.

So grenzen die Unternehmen den Kandidatenpool vorab ein. Als Bewerber sollten Sie also peinlich genau darauf achten, die richtigen Begriffe zu nennen. Schauen Sie ganz genau hin, was in der Bewerbung verlangt wird! Beispiel: Wenn das Unternehmen einen Data Scientist sucht, dann geben Sie sich auch als Data Scientist aus – und nicht als Data Engineer oder Data Specialist. Wenn Ihre letzte offizielle Berufsbezeichnung Data Engineer gelautet hat, ersetzen Sie den Begriff trotzdem durch Data Scientist oder ergänzen ihn. Nennen Sie vorsichtshalber mehrere Synonyme. Andernfalls könnte Sie das System einfach aussortieren.

Auch Interessen sind den Personalern wichtig. Sie können Sympathiepunkte bringen. Geheimtipp für ganz Abgebrühte: Surfen sie auf das Linkedin-Profil Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Von den Interessen, die er oder sie dort eingetragen hat, suchen Sie sich eines oder zwei heraus und geben sie in Ihrer Bewerbung als Hobbys an (es sei denn, Sie haben damit wirklich so gar nichts am Hut).

Das ist zugegeben berechnend und geradezu hinterlistig. Andererseits: Gemeinsamkeiten bringen Sympathie. Und Sympathien bringen Ihnen den Job…

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

Lebenslauf Schüler: So kriegen Sie den Job!

Lebenslauf Schueler Tipps Muster

In der Bewerbung sollten Schüler sorgfältig an Ihrem Lebenslauf feilen. Er ist das, wofür sich die Personaler und Recruiter in den Unternehmen am meisten interessieren – egal, ob sie sich um einen Ferienjob oder einen Ausbildungsplatz bewerben. Weil Schüler noch über wenig Berufserfahrung verfügen, müssen sie andere Akzente setzen. Hobbys, Interessen und Zusatzwissen gewinnen automatisch an Bedeutung. Aber sie zünden im Lebenslauf nur, wenn auch die Formalien sitzen…

Lebenslauf Schüler: Darum ist er so wichtig

Der Lebenslauf für Schüler unterscheidet sich im Grunde nicht von jedem anderen Bewerber-Lebenslauf. Als Schüler sollten sich vor Augen führen: Personalentscheider im Unternehmen nehmen sich für eine Bewerbung meist nicht so viel Zeit. Sie haben einfach zu wenig davon. Mehr als zwei bis fünf Minuten nimmt sich ein Personaler vermutlich nicht, um Ihre Unterlagen durchzublättern.

Darum ist Übersichtlichkeit so wichtig. Der tabellarische Lebenslauf bietet genau das: Er ist übersichtlich, klar und strukturiert. Es sei denn, man hat sich bei seiner Erstellung keine Mühe gegeben…

Eine Alternative zum tabellarischen Lebenslauf ist der ausführliche Lebenslauf im Fließtext oder ein handgeschriebener Lebenslauf. Zulässig ist beides, aber heutzutage schon fast eine Rarität. Wählen Sie eine dieser beiden Formen nur dann, wenn sie vom Unternehmen ausdrücklich gefordert wird.

Lebenslauf Schüler: Das gehört hinein

Schülern fehlt in der Regel eines: Berufserfahrung. Ihr Berufsleben hat noch gar nicht angefangen, darum kann auch Ihr Lebenslauf noch nicht so üppig sein. Das heißt aber nicht, dass Sie bei einer Bewerbung ein halbleeres Blatt Papier abgeben müssen.

Wenn Berufserfahrungen fehlen, können zum Beispiel Interessen und persönliche Stärken in den Vordergrund rücken. Aus diesen Elementen besteht ein Lebenslauf Schüler:

  1. Bewerbungsfoto

    Das Bewerbungsfoto ist unheimlich wichtig – für Schüler vielleicht sogar noch wichtiger als für andere Bewerber. Denn ob junge Menschen motiviert oder lustlos, hellwach oder verpeilt sind, sieht man ihnen manchmal schon an der Nasenspitze an – oder man glaubt zumindest, es ihnen anzusehen.

    Und: Wenn Erfahrungswerte fehlen, gewinnt jeder andere Aspekt in der Bewerbung an Bedeutung – und damit auch die Optik. Darum lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Das Aussehen spielt bei jüngeren Bewerbern eine größere Rolle als bei älteren. Diese Erkenntnis muss man nicht gutheißen, sollte sie aber auch nicht komplett ignorieren. Legen Sie daher großen Wert auf Ihr Bewerbungsfoto, auf Ihre Kleidung und Frisur. Mund leicht öffnen und lächeln – das macht Sie auf dem Foto sympathischer.

  2. Kontaktdaten

    Angenommen, der Arbeitgeber will Sie zum Vorstellungsgespräch einladen und merkt dann, dass er in den Unterlagen gar keine Kontaktdaten von Ihnen findet. Schlecht! Auch, weil es einen unaufgeräumten, chaotischen Eindruck macht. Und Ihr Arbeitgeber will keinen Chaoten einstellen. Darum bitte die aktuellen (!) Kontaktdaten in der Bewerbung nicht vergessen.

    Bringen Sie sie in der Kopfzeile oder mitten im Feld unter – je nachdem, wie viel Platz Sie zur Verfügung haben. Denken Sie daran: Ihr Lebenslauf sollte vor allem übersichtlich sein. Quetschen Sie bitte nicht alles untereinander, sondern führen Sie den Leser über das Blatt.

    Auch sehr wichtig: Wählen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse. Am besten eine, die Ihren Namen beinhaltet. Zum Beispiel so: vorname.nachname@provider.de. Wenn Sie die entsprechende Adresse noch nicht haben, registrieren Sie sie. Auf jeden Fall gilt es, von ulkigen oder schlüpfrigen E-Mail-Adressen wie django2100@gmail.com oder sexystern666@hotmail.de abzusehen.

  3. Persönliche Daten

    Neben den Kontaktdaten und Ihrem vollständigen Namen sind Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Konfession und Familienstand von Interesse. Warum? Wenn Sie sich beispielsweise bei einer Firma in Ihrem Geburtsort bewerben, kann das ein Argument für Sie sein. Sie kennen die Region und wissen, wie ihre Bewohner ticken. Bewerben Sie sich am anderen Ende Deutschlands, könnte das aber genauso vorteilhaft sein, weil es Mobilität signalisiert. Sie sind bereit, für Ihren Traumjob umzuziehen – ein Pluspunkt.

    Zur Staatsangehörigkeit: Wenn Sie die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit innehaben, gibt es für Ihren Arbeitgeber definitiv keine Probleme mit einer Arbeitserlaubnis. Bei anderen ausländischen Pässen ist das nicht immer so sicher.

    Die Konfession wiederum kann bei bestimmten Arbeitgebern sehr wichtig sein. Wenn Sie sich zum Beispiel bei einem kirchlichen Träger bewerben, sollten Sie sie auf keinen Fall unterschlagen. Zu den Pflichtangaben in der Bewerbung zählt die Konfession aber nicht mehr – genauso wie der Familienstand. Den können Sie getrost weglassen – zumal die meisten Berufsanfänger ohnehin noch ledig sein dürften.

  4. Schulische Bildung

    Listen Sie hier sauber alle Schulen auf, die Sie bislang besucht haben oder aktuell noch besuchen. Gymnasium, Gesamtschule, Real- und/oder Hauptschule, Grundschule. In der linken Spalte steht der Zeitraum, in der rechten der Name sowie der Standort der Schule.

    Beispiel:

    09/2015-08/2019 Erich-Kästner-Grundschule Berlin

    Auch die Abschlussnote findet hier Platz. Beispiel:

    09/2015 – 08/2019 Astrid-Lindgren-Gymasium Hamburg
    08/2019 Allgemeine Hochschulreife, Abiturnote: 2,5

    Tipp: Wenn Ihre Note weniger vorzeigbar ist (zum Beispiel 3,7), lassen Sie sie dezent unter den Tisch fallen.

  5. Praktika

    Praktika sind speziell für Schüler Gold wert. Kein Arbeitgeber stellt gerne jemanden ein, für den die Arbeitswelt noch unbekanntes Terrain ist. Nehmen Sie daher alle Praktika in den Lebenslauf auf, die Sie jemals absolviert haben – unabhängig von Arbeitgeber, Branche und Zeitraum. Dazu zählen auch einwöchige Schnupperpraktika.

    Wenn Sie über Praktikumszeugnisse verfügen, legen Sie die Kopien als Anlagen bei. Niemals Originale versenden! Absolvierte Praktika signalisieren einem Arbeitgeber, dass der Bewerber schon in seiner Jugend engagiert war und nicht auf der faulen Haut gelegen hat.

    Allerdings gibt es natürlich auch Szenarien, in denen Sie ein Praktikum diskret verschweigen können bzw. sollten. Zum Beispiel dann, wenn Sie (aus welchen Gründen auch immer) ein miserables Praktikumszeugnis bekommen haben. Oder wenn Sie bei einem zwielichtigen Unternehmen hospitiert haben, das in kriminelle Machenschaften verwickelt war. Aber das sollten absolute Ausnahmen sein.

  6. Interessen und Kenntnisse

    Diesem Punkt kommt im Lebenslauf Schüler eine große Bedeutung zu. Mit vielen Arbeitsstationen und Berufserfahrung können Sie in Ihrem Alter noch nicht wuchern, darum müssen Sie mit Ihrer Persönlichkeit und Zusatz-Skills überzeugen.

    Pluspunkte bringen zum Beispiel Sprachkenntnisse. Haben Sie ein Schuljahr im Ausland verbracht oder lernen Sie mehrere Fremdsprachen in der Schule? Oder haben sie zwei oder gar drei Muttersprachen? Dann unbedingt aufnehmen!

    Auch EDV Kenntnisse sind heutzutage relevant – in fast jedem Job. Wenn Sie sich von kleinauf für Computer interessieren, dann lassen Sie das mit in die Bewerbung einfließen. Beispiel: SEO-Knowhow, gute Kenntnisse mit Microsoft Office, versierter Umgang mit Social Media, Grundkenntnisse in Python und Java oder oder oder…

    Hobbys sollten ebenfalls nicht in Ihrem Lebenslauf fehlen. Sie lassen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Bewerbers zu. Mannschaftssportarten stehen zum Beispiel für Teamwork und Kooperation, Lesen für Neugier, Freunde treffen für eine ausgeprägte soziale Ader. Bleiben Sie am besten bei der Wahrheit. Aber sehen Sie von Ausdrücken ab wie: Mit Freunden abhängen oder saufen gehen. Das klingt – nun ja – leicht asozial.

    Auch auf die Formulierung kommt es an. Beispiel: Schreiben Sie lieber nicht als Hobby Computerspiele zocken. Sondern lieber: Simulationen und Strategiespiele (auch dann, wenn Sie eigentlich viel lieber Ego-Shooter daddeln). Ein bisschen dehnbar ist die Wahrheit dann schon…

    Zu guter Letzt dürfen sie auch Ihre Lieblingsfächer angeben. Aber tun Sie das nur, wenn diese einen Bezug zur Stelle haben. Zu einer kaufmännischen Ausbildung beispielsweise passt Mathe sehr gut, einem Fremdsprachenkorrespondenten stehen Englisch, Französisch, Spanisch und/oder Deutsch gut zu Gesicht. Wer Fitnesstrainer werden will, darf gerne ein begeisterter Schulsportler gewesen sein.

  7. Schluss

    Zum Schluss Ort und Datum nicht vergessen. Das ist nicht kompliziert und sieht so aus:

    Köln, den 10. Oktober 2019

    Dieser Punkt ist wichtiger, als man denkt. Fehlt das Datum, könnte der Personaler denken, Sie hätten einfach eine alte Bewerbung wieder hervorgekramt. Negativ! Die handschriftliche Unterschrift wiederum steht für Originalität und Glaubwürdigkeit. Diese Elemente runden den Lebenslauf Schüler ab. Damit ist er komplett.

Lebenslauf Schüler: So ist er aufgebaut

Als Faustregel können Sie sich merken: Der tabellarische Lebenslauf sollte zwei Seiten nicht überschreiten. Schüler sollten sogar recht locker mit nur einer DIN-A4-Seite auskommen.

Verwenden Sie eine zweispaltige Tabelle ohne sichtbare Linien und betiteln Sie das Dokument einfach mit Lebenslauf. In der rechten Spalte listen Sie die Inhalte auf: Kontaktdaten, persönliche Daten, Schulbildung, Praktika, Sprachkenntnisse, besondere Fähigkeiten, Interessen und Hobbys.

In der linken Spalte geben Sie den Zeitraum der jeweiligen Station an. Dabei reicht es, Monat und Jahr vom Beginn und vom Ende der Tätigkeit zu nennen.

Beispiel:

02/2018-03/2018 Praktikum auf dem Ponyhof

Ordnen Sie die Stationen in zeitlich umgekehrter Reihenfolge an. Sie beginnen also mit der letzten Station und enden mit der ersten. Das gilt für besuchte Schulen wie für Praktika. Sie starten also mit Ihrer aktuellen Schule (z.B. Gesamtschule) und arbeiten sich bis zur Ihrer Grundschule vor. Da Sie als Schüler noch nicht so viele Stationen hinter sich haben, können sie aber auch in chronologischer Reihenfolge vorgehen. Das bleibt letztlich Ihnen und Ihren Präferenzen überlassen. Hauptsache übersichtlich!

Am Ende des tabellarischen Lebenslauf fügen Sie Ort, Datum und Ihre Unterschrift ein. Bitte per Hand unterschreiben! Dadurch garantieren Sie, dass der Lebenslauf wirklich von Ihnen stammt und alle Angaben richtig sind. Wenn Sie sich per Online Bewerbung bewerben, scannen Sie die Unterschrift ein und fügen sie dann in Ihren Lebenslauf ein.

Hier finden Sie noch eine kostenlose Vorlage zum Downloaden

Lebenslauf-Muster für Schüler (WORD-Datei zum Bearbeiten)

Weitere Lebenslauf-Vorlagen finden Sie HIER.

Lebenslauf Schüler: Welches Format sollte er haben?

Übersichtlich sollte der Lebenslauf Schüler sein – aber auch einheitlich. Verwenden Sie daher nur einen Schrifttyp und nicht zu viele unterschiedliche Schriftgrößen.

Nehmen Sie eine Größe zwischen 10 und 12 für die Textabschnitte.

Zwischenüberschriften können etwas größer und in Fettschrift hervorgehoben sein. Die Überschrift Lebenslauf dürfen Sie gerne in einer noch größeren Typo platzieren. Das bedeutet summa summarum: Mehr als drei Schriftgrößen sollten es am Ende nicht sein.

Und verzichten Sie auf spielerische und verschnörkelte Schriftarten. Es mag verlockend sein, damit ein bisschen zu experimentieren – gerade, wenn Sie eine kreative Ader haben – aber unter diesen Typos leidet die Lesbarkeit. Wählen Sie am besten eine schnörkellose Schrift wie Arial oder Helvetica oder Serifenschriften wie Times oder Georgia.

Sobald Sie sich für eine Schrift entschieden haben, behalten Sie sie bei. Sie schreiben also Ihre gesamte Bewerbung nur in einer einzigen Schrift: Lebenslauf, Anschreiben, Deckblatt. Bitte nicht switchen!

Lebenslauf Schüler: So wird er rund

Nicht nur für Musterschüler wichtig: Lassen Sie Ihre Unterlagen am Ende stets noch einmal gegenlesen – von Ihren Eltern zum Beispiel. Auch beim besten Deutsch-Schüler schleichen sich gerne Buchstabendreher und andere Fehlerteufel ein.

Am besten, Sie kombinieren das mit einer Selbstkontrolle – indem Sie Ihre Texte mit einem Korrekturprogramm am Computer prüfen. Vier Augen (plus Algorithmen des Rechners) sehen mehr als zwei.

Es kommt dabei nicht nur auf harte Grammatik an. Checken Sie abschließend auch, ob Sie alle Eigennamen korrekt ausgeschrieben haben. Wenn Sie Ihre Ansprechpartnerin im Unternehmen mit Frau Meyer statt Frau Maier anreden, dann spricht das nicht gerade für Ihre Sorgfalt und Genauigkeit – dicker Minuspunkt!

Das Gesamtbild muss stimmen. Dazu zählen außerdem ein einheitliches Schriftbild, Schriftart, Schriftgrößen. Ist alles übersichtlich aufgebaut? Haben Sie nichts vergessen? Haben die Dokumente die richtige Reihenfolge? Das richtige Format? Wenn alles passt, klicken Sie auf Senden – und hoffen das Beste. Viel Erfolg!

Lebenslauf schreiben: Nicht am Handy!

Lebenslauf schreiben: Nicht am Handy!Ein Leben ohne Smartphone? Nicht vorstellbar!

Mittlerweile macht man nahezu alles mit dem elektronischen Helferlein. Eine Bewerbung sollte man mit seiner Hilfe aber nicht erstellen. Aufgrund der kleinen Tasten ist die Tippfehlergefahr sehr viel größer. Und wegen des kleinen Displays übersieht man sie zudem leichter.

Darum: Den Lebenslauf bitte immer am PC oder Laptop zusammenstellen!

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

Bewerbungsunterlagen: So sind sie vollständig

Bewerbungsunterlagen vollstaendig tipps

Bei den Bewerbungsunterlagen ist Sorgfalt gefragt. Denn unmotiviert zusammengeschusterte Unterlagen geben dem Unternehmen einen ersten Eindruck von dem, was es da möglicherweise erwarten würde: einen verpeilten oder einfach nur faulen Mitarbeiter. Darum: Legen Sie Genauigkeit an den Tag, wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen erstellen. Das ist gar nicht so schwer. Worauf Sie dabei achten sollten…

Bewerbungsunterlagen: Daraus bestehen sie

Ohne professionelle Bewerbungsunterlagen sind Ihre Jobchancen auf dem Nullpunkt. Sie sollten sich also große Mühe geben, wenn sie Ihre Bewerbungsmappe zusammenstellen.

Und selbst wenn sie den Job dann nicht bekommen sollten, ist es keineswegs vergebliche Liebesmüh‘. Denn die einzelnen Elemente werden Sie auch für andere Bewerbungen noch gut gebrauchen können.

Zunächst muss das Grundgerüst stehen. Der klassische Aufbau Ihrer Bewerbungsunterlagen sieht so aus:

Es hängt ganz von Ihrem persönlichen Werdegang ab, wie umfangreich Ihre Bewerbungsunterlagen letztlich sind – je nachdem, ob sie mit vielen oder wenigen Zeugnissen, Empfehlungsschreiben oder Arbeitsproben aufwarten können.

Das Anschreiben sollte in keinem Fall mehr als zwei Seiten betragen. Auch gibt es von Seiten der Unternehmens bisweilen spezifische Vorgaben – zumal dann, wenn Sie die Bewerbung über ein Online-Formular eingeben müssen.

Vollständige Bewerbungsunterlagen: Was ist damit gemeint?

Grundsätzlich weisen Arbeitgeber in Stellenanzeigen gerne darauf hin, dass sie vollständige Bewerbungsunterlagen von ihren Bewerbern erwarten.

Das sollte Sie keineswegs beunruhigen. Wenn Sie alle Elemente, die vorhin aufgeführt worden sind, berücksichtigen, sind Ihre Unterlagen komplett. Und bei einer Online-Bewerbung, wie Sie heutzutage üblich ist, benötigen Sie nicht einmal eine Mappe. Auch das Deckblatt ist optional. Absolute Must-Haves sind im Prinzip nur Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Zeugnisse – und in manchen Fällen Arbeitsproben. Aber auch hier der Hinweis: Ein Unternehmen, das Arbeitsproben sehen möchte, weist in der Regel noch einmal extra darauf hin.

Warum also betonen manche Unternehmen, dass sie vollständige Bewerbungsterlagen haben wollen? Ganz einfach: Sie wollen Missverständnissen vorbeugen. Zum Beispiel dem, dass Sie als Bewerber ja auch erstmal eine Kurzbewerbung schreiben könnten. Eine Kurzbewerbung besteht nur aus Anschreiben und Lebenslauf und soll das Interesse der Gegenseite vorab ausloten. Der Hinweis auf vollständige Bewerbungsunterlagen sagt aber klipp und klar: Nein, eine Kurzbewerbung reicht in diesem Fall nicht aus.

Prinzipiell besagt der Hinweis also, dass die Bewerber doch bitte neben Bewerbungsschreiben und Lebenslauf auch Zeugnisse und Nachweise über ihre Qualifikationen beifügen sollen. Für die Unternehmen wäre es äußerst mühsam, den Bewerbern hinterher zu telefonieren und zu -mailen.

Bewerbungsunterlagen: Diese Bestandteile gehören hinein

Wie sehen die einzelnen Elemente in den Bewerbungsunterlagen aus? Karrieresprung zeigt sie ihnen:

  • Anschreiben

    Der Personaler wird zuerst das Anschreiben zu Gesicht bekommen, wenn er sich Ihren Bewerbungsunterlagen widmet. Und dann wird er weiterblättern, um zunächst den Lebenslauf zu überfliegen. Im Lebenslauf stecken die wichtigsten Fakten über Sie drin, er genießt Priorität.

    Das heißt aber nicht, dass das Anschreiben gar nicht so wichtig wäre. Im Gegenteil, es soll Ihre Motivation deutlich zum Ausdruck bringen. Es soll zeigen, wie gut Sie zum Unternehmen passen. Wenn dann auch noch die Arbeitserfahrungen stimmig sind, sind Sie ein heißer Kandidat auf die Stelle.

    Bitte beachten: Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Im Einzelfall dürfen es auch zwei Seiten sein, aber in keinem Fall mehr. Wer für sein Anschreiben drei oder noch mehr Seiten benötigt, belegt, dass er nicht gut zusammenfassen und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kann.

    Der Text des Anschreibens setzt sich klassischerweise aus vier Teilen zusammen:

    • Eine Einleitung, die spannend ist, neugierig macht und Interesse weckt.
    • Ein Hauptteil, der anhand von Beispielen Ihre Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle verdeutlicht.
    • Ein Unternehmensbezug, der dem Arbeitgeber in spe klar macht, warum er gerade von Ihnen als Mitarbeiter profitieren würde.
    • Ein Schlusssatz, mit dem Sie sich bedanken und Ihre Vorfreude auf ein mögliches Kennenlernen betonen.
  • Deckblatt

    Nein, Sie müssen nicht zwingend ein Deckblatt erstellen. Ihre Bewerbungsunterlagen sind auch ohne Deckblatt vollständig. Aber Sie können es in Ihre Bewerbungsunterlagen einbauen. Ein Deckblatt sieht optisch ansprechend aus, gibt eine Übersicht über die wichtigsten Informationen. Das kann es dem Empfänger leichter machen. Pluspunkt!

    Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, dann geben Sie ihm eine klare Überschrift wie Bewerbungsunterlagen oder Bewerbung. Danach folgen Ihr Name plus Kontaktdaten, ein Bewerbungsfoto, die angestrebte Position und eine kurze Inhaltsangabe der weiteren Unterlagen.

  • Lebenslauf

    Der Lebenslauf ist das wichtigste Element in Ihren Bewerbungsunterlagen. Ohne überzeugenden Lebenslauf werden Sie die Stelle nicht – oder nur in absoluten Ausnahmefällen – bekommen. Das zeigt sich schon daran, dass ein Personalverantwortlicher den Lebenslauf in der Regel zuerst liest – und auch als Letztes, bevor er eine Entscheidung über Sie trifft.

    Heutzutage ist der tabellarische Lebenslauf Usus, der eine übersichtliche Darstellung Ihres Werdegangs und Ihrer erworbenen Qualifikationen, Erfahrungen und Fähigkeiten enthält.

    Es ist meist nur ein kurzer Blick auf den Lebenslauf notwendig, um feststellen zu können, ob Sie die notwendigen Kompetenzen für die Stelle besitzen. Erst recht, wenn es viele Konkurrenten gibt. Logischerweise haben Sie mit einem weniger überzeugenden Lebenslauf nur dann Chancen, wenn die Rivalen nicht so zahlreich – oder erst gar nicht vorhanden – sind. Bedeutet in der realen Welt: Großkonzerne werden Sie ohne Top-Lebenslauf erst gar nicht einladen, kleinere Betriebe schon eher. Hier sind Angebot und Nachfrage ausschlaggebend.

    Ihr Lebenslauf sollte daher nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern vor allem übersichtlich aufgebaut und gut strukturiert sein. Versuchen Sie, die Kompetenzen herauszustellen, die für das jeweilige Unternehmen und die Stelle wichtig sind. Kompetenzen, die für die Stelle keine Relevanz haben, lassen Sie weg.

    Auch Hobbys und Interessen gehören hinein – aber nur dann, wenn sie einen Bezug zum Unternehmen oder Beruf haben.

  • Dritte Seite

    Für die sogenannte Dritte Seite gilt wie für das Deckblatt: Es handelt sich um ein Nice to have, nicht um ein Must-have. Sie können Ihren Bewerbungsunterlagen eine Dritte Seite spendieren, müssen es aber nicht.

    Prinzipiell sollte Sie nur dann eine Dritte Seite erstellen, wenn Sie auf dieser etwas wirklich Neues zu sagen haben. Eine reine Nacherzählung von Anschreiben oder Lebenslauf können Sie sich sparen.

    Am beliebtesten ist es, entweder ein Motivationsschreiben oder ein Kurzprofil des Bewerbers auf der Dritten Seite unterzubringen. Das Motivationsschreiben soll herausarbeiten, warum Sie sich für genau diese Stelle beworben haben. Das kann sinnvoll sein, wenn dieser Punkt nicht mehr komplett ins Anschreiben gepasst hat.

    In einem Kurzprofil listen Sie übersichtlich und stichpunktartig alle wichtigen Infos zu Ihrer Person auf. Ausbildung, Fähigkeiten, Schwerpunkte, Ziele. Das kann dem Personaler als zusätzliche Entscheidungshilfe dienen – hoffentlich zu Ihren Gunsten.

    Aber wiederum nur dann, wenn sich all die Punkte nicht schon in Ihrem tabellarischen Lebenslauf wiederfinden. Bitte keine Redundanzen, sondern (neue) Highlights!

  • Anlagen

    Ohne Anlagen sind Ihre Bewerbungsunterlagen nicht vollständig. Es sei denn, Sie verfügen aufgrund Ihres Alters oder Werdegangs über keinerlei Abschlüsse oder Arbeitserfahrungen (Schulabbrecher zum Beispiel). Wer keine Zeugnisse oder Arbeitsproben hat, kann sie auch nicht den Bewerbungsunterlagen beifügen.

    Für alle anderen gilt: Wählen Sie die Anlagen aus, die relevant für die jeweilige Stelle sind. Dazu gehören zunächst einmal die Zeugnisse von Schule, Hochschule oder Ausbildungsbetrieb. Dazu kommen Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber, Praktikumszeugnisse und -nachweise, Bescheinigungen von Fort- und Weiterbildungen sowie Nachweise über Sprachkennntisse.

    Wichtig sind vor allem die Arbeitszeugnisse. Sie zeigen, wie zufrieden Ihre früheren Arbeitgeber mit Ihnen waren. Ein wichtigeres Kriterium kann es für ein Unternehmen kaum geben. Wenn Sie ein Arbeitszeugnis mit einer sehr schlechten Bewertung in der Schublade haben, können Sie es auch dezent unter den Tisch fallen lassen.

    Andererseits werden fehlende Zeugnisse immer negativ ausgelegt, weil Ihnen dann genau das nachgesagt wird: Dass Sie etwas zu verheimlichen haben. Sie müssen also abwägen, was Ihnen mehr nützt oder schadet.

    Darüber hinaus dürfen Sie ebenfalls selektiv sein. Spanischkenntnisse sind vor allem dann interessant, wenn Sie sich bei einem internationalen Unternehmen bewerben. Dann das Zertifikat vom Sprachkurs unbedingt beifügen!

    Weglassen können Sie es hingegen, wenn Sie sich bei einer Tischlerei in Sachsen-Anhalt bewerben. Welchen Nutzen zieht dieser Arbeitgeber aus Ihren Spanisch-Kenntnissen? Eher keinen.

    Es sei denn, der Betrieb hat einen Lehrling direkt aus Spanien angeheuert, um seine Lücken zu füllen. Dann hätten Sie mit Spanisch geradezu ein Killer-Argument auf Ihrer Seite. Sie könnten eine Art Mentor und Bezugsperson im Betrieb für den jungen Spanier sein.

    Sie sehen: Welche Anlagen sinnvoll sind, hängt stets auch von den Rahmenbedingungen ab.

Bewerbungsunterlagen online: Worauf Sie achten sollten

Die gute alte Bewerbungsmappe aus Papier hat weitgehend ausgedient. Die Online-Bewerbung ist heute das Mittel der Wahl. Das bedeutet nun für Sie: Sie müssen Ihre Bewerbungsunterlagen über das Internet an Ihren Wunsch-Arbeitgeber versenden.

Dabei können Fehler unterlaufen, die es früher bei der Papiermappe nicht gegeben hat. Andere dagegen werden zur Unmöglichkeit – Eselsohren zum Beispiel. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der E-Mail-Bewerbung sowie jener über ein Online-Formular.

Vorteil bei Letzterer: Das Formular sagt Ihnen ganz genau, was es von Ihnen haben will – welche Anlagen, Dokumente und Nachweise. Wenn Sie Ihre Bewerbung hingegen per E-Mail verschicken, dann halten Sie sich einfach an obige Vorgaben.

Sie stellen also Ihre Bewerbungsunterlagen am Rechner zusammen und – das ist wichtig – fügen sie am Ende zu einem einzigen PDF-Dokument zusammen. Niemand will fünf oder zehn unterschiedliche Anhänge öffnen – umständlich! Achten Sie aber zugleich darauf, das PDF nicht zu überfrachten. Mehr als fünf oder zehn Megabyte sollte das PDF mit Ihren Bewerbungsunterlagen nicht umfassen.

Bewerbungsunterlagen online: 3 Tipps zur Passivsuche

Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Präsentieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen online! Damit könnten Sie Unternehmen selbst auf Ihre Fährte locken. Zur Passivsuche bieten sich an:

  1. Bewerbungshomepage

    Das ist eine Webseite, die Sie selbst erstellen und mit Ihren Daten füllen. Sie können Arbeitsproben und Ihren Lebenslauf hinterlegen und das Ganze mit persönlichen Interessen anreichern. Lassen Sie es ruhig menscheln! Die Domain geben unbedingt auch in Ihrer Bewerbung an. Optimalerweise erscheint die Seite bei einer Google-Suche auf Seite eins der Trefferliste. Wenn also ein potenzieller Arbeitgeber Ihren Namen googelt, stößt er direkt auf Ihre Bewerbungshomepage – und ist hoffentlich angetan.

  2. Social-Media-Profil

    Auch Karrierenetzwerke wie Xing und Linkedin entwickeln sich immer mehr zur professionellen Bewerberdatenbank. Zum Einen gleicht Ihr Standard-Profil schon einem Lebenslauf und zeigt einem Interessenten die wichtigsten Stationen an. Sie können aber noch professioneller an die Sache herangehen und weitere Daten einpflegen – Arbeitsproben oder auch Gehaltswünsche. Für bestimmte Services müssen Sie ein kostenpflichtiges Premium-Profil einrichten. Sie entscheiden selbst, ob es Ihnen das Geld wert ist. Wenn Sie aktuell einen Job suchen, könnte sich die Investition auszahlen.

  3. Bewerbungsdatenbank

    In den diversen Internet-Jobbörsen finden Sie über eine einfache Suche blitzschnell Stellen, die zu Ihnen passen könnten. Hinweis in eigener Sache: Schauen Sie sich hier bei Karrieresprung in unserer Jobbörse doch mal nach interessanten Stellen um. Darüber hinaus können Sie aber auch bei anderen Anbietern Ihre Bewerbungsunterlagen hochladen und den Unternehmen direkt zur Verfügung stellen.

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Schriftarten in der Bewerbung: Diese sollten Sie wählen

Schriftarten in der Bewerbung sind in der Regel nichts, über das sich Bewerber den Kopf zermartern. Mit den klassischen Schriftarten können Bewerber ja im Grunde nichts falsch machen. Aber welche Schriftgröße ist die richtige? Und kann man sich mit Times New Roman von der Konkurrenz abheben? Nein, das wohl nicht. Wer aus der Masse hervorstechen will, muss wohl doch auf andere Schriftarten in der Bewerbung zurückgreifen…

Schriftarten in der Bewerbung: Warum sind sie wichtig?

Aus dem Jahr 2008 stammt eine der bekanntesten Studien zum Thema. Damals präsentierte die Psychologin Dawn Shaik 185 Probanden Lebensläufe, die inhaltlich identisch waren – in punkto Schriftarten aber große Unterschiede aufwiesen. Danach sollten die Studienteilnehmer den Bewerbern Charaktereigenschaften zuweisen.

Ergebnis: Die verschiedenen Schriftbilder sorgten dafür, dass die Bewerber als unterschiedlich erfahren, professionell, reif, kompetent und vertrauenswürdig eingestuft wurden.

Das bedeutet: Die Wirkung von Schriftarten in der Bewerbung sollten Bewerber keinesfalls unterschätzen. Sie könnte im Zweifel den Ausschlag über ein OK oder ein Nein, danke geben.

Natürlich hängt viel von persönlichen Geschmäckern ab – und von Trends und Modeerscheinungen. Ein klares Richtig oder Falsch kann es in Bezug auf Schriftarten in der Bewerbung kaum geben. Zumindest aber sollte man als Bewerber ein Auge darauf haben und das Thema nicht gänzlich beiseite wischen…

Schriftarten in der Bewerbung: Welche ist die richtige?

Die einen halten Times New Roman für eine Universalwaffe, für die anderen ist sie einfach nur altmodisch und langweilig. Das Gleiche ließe sich über Arial sagen, das oft in Geschäftsbriefen verwendet wird. Die Meinungen über Schriftarten gehen auseinander, so viel steht fest.

Brian Hoff, Chef einer Designagentur, betitelte die Times New Roman im US-Fernsehen sogar einmal als „Jogginghose unter den Schriftarten“. Begründung: Ihre Wahl zeige, dass sich der Bewerber keinerlei Gedanken über die richtige Schriftart gemacht habe. Es stimmt ja auch: Wer es sich leicht machen will, wählt Times New Roman. Das könnte man streng genommen als geistige Faulheit auslegen.

Ob jeder Personaler dies ebenfalls so sieht, ist allerdings fraglich. So manchem wird eine seriöse Allzweckwaffe wie Times New Roman lieber sein als eine ultra-kreative Feder.

Und dennoch: Wer eine spezielle Schriftart in der Bewerbung wählt, kann sich von den anderen Kandidaten abheben und dem Personalbüro signalisieren, dass er sich bis ins kleinste Bewerbungsdetail Gedanken gemacht hat. So viel Sorgfalt, Genauigkeit und Detailverliebtheit müssen doch einfach belohnt werden, oder?

Also nochmal: Greifen Sie in der Bewerbung gerne auf Arial oder Times New Roman zurück. Die Wahrscheinlichkeit, damit etwas falsch zu machen, ist äußerst gering. Aber wenn Sie mögen, dann versuchen Sie es auch mal mit einer Alternative.

Dabei muss es sich nicht einmal zwingend um Schriftarten handeln, die in Ihrer Standard-Textverarbeitung wie Word oder Open Office vorhanden sind. Sie können auch einfach im Gratis-Pool der Google Fonts stöbern, in dem es Hundere Schriftarten gibt.

Sie könnten es zum Beispiel mit diesen zwei Serifenschriften versuchen:

  • Lusitana
  • PT Serif

Oder mit diesen zwei serifenlosen Schriften:

  • Alegreya Sans
  • Josefin Sans

Schriftarten in der Bewerbung: Welche nicht verwenden?

Folgen Sie bitte stets dem inoffiziellen Design-Gesetz: Form follows Function. Die schönste Optik bringt nichts, wenn sie die Übersichtlichkeit oder Struktur Ihrer Bewerbung zerstört. Sich optisch vom Rest abheben? Ja, gerne. Auffallen um jeden Preis? Auf keinen Fall.

Wenn der Personaler vor lauter Schnörkeln und Verzierungen gar nicht mehr weiß, wo er hingucken soll, dann werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Denn es gibt auch sehr viele Schriftarten, die in formellen Schreiben unangenehm auffallen, weil sie zu verspielt und schnörkelig und unseriös sind. Dazu zählen beispielsweise:

  • Comic Sans
  • Casual
  • Lobster Two
  • Courier
  • Bernard
  • Impact

Bewerbung: Welche Rolle spielt die Optik?

Eine gar nicht so geringe. Für den Erfolg einer Bewerbung sind die Inhalte sicherlich wichtiger. Aber unterschätzen Sie bitte die Wirkung der Optik nicht.

Die Ruhr-Universität Bochum fand in einer Umfrage heraus, dass die Optik von Anschreiben und Lebenslauf für zwei Drittel der Personaler ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellt. Demgegenüber fanden aber nur 16 Prozent der Befragten die Optik der Bewerbungsmappen, die bei ihnen auf dem Tisch landen, optisch gelungen.

Wichtig ist den Personalverantwortlichen zudem eine Formatierung nach DIN 5008 und ein Anschreiben, das nicht länger als eine Seite und frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ist. Beim Lebenslauf wiederum ist die Übersichtlichkeit entscheidend.

Schriftarten in der Bewerbung: Die wichtigsten Regeln

Es sollte eigentlich ein klares No-Go sein, aber dennoch kommt ein Fehler immer wieder vor. Merken Sie sich als Top-Regel: Die Schriftart sollte in der gesamten Bewerbung dieselbe – also einheitlich in Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite und/oder Motivationsschreiben – sein. Es zeugt von mangelnder Sorgfalt, wenn Sie das Anschreiben in Arial verfassen, den Lebenslauf aber in Times New Roman. Und: Das Ganze bitte stets Schwarz auf Weiß.

Eine wilde Mischung ist nichts, das überzeugt. Das gilt auch für den Inhalt. Personaler mögen es, wenn es so etwas wie einen roten Faden gibt.

Es gibt aber Ausnahmen: So können Sie für die Schriftarten, die Ihre ehemaligen Schulen, Unis oder Arbeitgeber auf ihren Zeugnissen verwendet haben, nichts. Unterschiedliche Zeugnisse, unterschiedliche Schriftarten – das ist nicht zu ändern.

Zusammengefasst: Der Inhalt ist die Pflicht, die Optik die Kür. Und die Schriftart ist ein kleiner, aber feiner Bestandteil Ihrer Kür. Um in der Eiskunstlaufsprache zu bleiben: Hier können Sie ein paar Zehntelpunkte herausholen – wer weiß, vielleicht sind es ja die entscheidenden.

Bei der Wahl der Schriftarten in der Bewerbung achten Sie am besten auf diese Aspekte:

  • Lesbarkeit

    Auch hier soll noch einmal an das schlaue Credo Form follows function erinnert werden. Ihre Schrift sollte vor allem gut lesbar sein. Eine Schriftart, die der Leser nur mühsam entziffern kann, bringt fette Minuspunkte und wird ihm die Zornesfalten auf die Stirn treiben. Verzichten Sie also in der Bewerbung auf Designschriften oder solche mit sehr vielen Schnörkeln.

    Besser sind sogenannte Serifenschriften, weil sie die Buchstaben dezent miteinander verbinden und damit den Lesefluss verbessern. Serifenlose Schriftarten sind das Gegenstück dazu. Sie werden auch als „groteske Schriften“ bezeichnet. Kurze, prägnante Überschriften können mit ihnen gut abgebildet werden.

    Hier sind einige der beliebtesten Serifenschriften:

    • Times Book Antiqua
    • Cambria
    • Courier
    • Georgia
    • Times New Roman

    Hier sind einige der beliebtesten serifenlosen Schriften:

    • Arial
    • Helvetica
    • Calibri
    • Tahoma
    • Trebuchet
    • Verdana
  • Seriosität

    Die Klassiker heißen Arial und Times New Roman. Sie sehen möglicherweise langweilig aus, aber eben auch professionell und seriös. Nichts falsch machen können Sie damit insbesondere dann, wenn Sie sich in konservativen Branchen bewerben. Dann greifen Sie auf eine klassische, nüchterne Schriftart zurück.

    Wenn sie sich dagegen für einen modernen oder kreativen Job bewerben, können Sie es ach mit einer ausgefallenen Schriftart versuchen. Das ist wohlgemerkt ein Kann, kein Muss.

  • Verbindung

    Unternehmen verfügen heute in der Regel über ein Corporate Design. Das heißt, sie stimmen Logo, Unternehmensfarben und Schriftarten genau aufeinander ab. Unzählige Vorgaben, damit die Firma ein professionelles und einheitliches Bild nach außen abgibt. In manchen Fälen können Sie das für sich nutzen – indem Sie die Schriftart des Unternehmens in Ihrer Bewerbung verwenden.

    Oder eine Typo, die zum Unternehmen passt. So schaffen Sie ganz subtil eine direkte Verbindung, suggerieren, dass Sie schon dazugehören. Dem Corporate Design eines Unternehmens können sie auf dessen Webseite nachstöbern.

  • Verfügbarkeit

    Möglich, dass sie eine ausgefallene Schriftart gewählt haben, die beim Empfänger gar nicht verfügbar ist. Das ist vor allem bei Online-Bewerbungen problematisch. Die Bewerbungsunterlagen sehen dann zerschossen aus – das gibt Minuspunkte sogar dann, wenn Sie bei der Bewerbung hochprofessionell zu Werke gegangen sind.

Schriftarten: In welcher Schriftgröße?

Auch in Bezug auf die Schriftgröße gilt: Es gibt kein ehernes Gesetz, sondern kommt auf Geschmack und Common Sense an. Wer sich in einer Werbeagentur bewirbt und auffallen will, darf es gerne mit einer XL-Größe probieren. Grundsätzlich gilt ohnehin: Lieber zu groß als zu klein, andernfalls leidet die Lesbarkeit. Und außerdem…

  • sind nicht alle Personaler mit Adleraugen gesegnet.
  • wirkt Kleingedrucktes kleinlich und erinnert womöglich an AGB. Und die will wirklich keiner lesen.

Sehr große Schriften indes wirken oft kindisch oder clownesque. Am besten also, Sie orientieren sich an der Standard-Größe von 12 Punkt. Das ist die gebräuchlichste und perfekt lesbar ist sie auch.

Aber es gibt schon wieder ein kleines Problem: Denn nicht jede Schriftart ist in Schriftgröße 12 gleich groß. Es kommt also erneut auf die Schriftart an, die Sie verwenden.

Was Sie machen können, um origineller und individueller aufzutreten: Experimentieren Sie mit der 11-13-15-Regel. Die funktioniert so:

  • 11 Punkt

    Ihren gesamten Fließtext verfassen Sie in Größe 11. Dazu zählen Anschreiben sowie längere Textpassagen im Lebenslauf. Nehmen Sie dafür eine Schrift mit Serifen.

  • 13 Punkt

    In dieser Größe schreiben Sie ausschließlich das Datum, den Absender, die Adressen und Zwischenüberschriften – auch im Lebenslauf. Groteske Schriften bieten sich dafür an.

  • 15 Punkt

    Ihr Name ist es, der sich in das Kleinhirn des Leser einbrennen soll. Darum schreiben Sie ihn im Kopf jeder Seite extra-groß in Schriftgröße 15. So sticht er hervor und bleibt in Erinnerung. Verwenden Sie dafür eine serifenlose Schrift.

Wenn Sie sich jetzt fragen, warum Sie ausgerechnet diese krumme Größen nutzen sollten, dann lautet die Antwort ganz einfach: Weil diese Größen außergewöhnlich sind. Die Mehrheit folgt dem Schema 12-14-16. Darum werden Sie mit 11-13-15 eher auffallen.

Darüber hinaus können Sie das Schriftbild mit Kursiven und Fettschriften auflockern. Aber bitte nicht willkürlich einsetzen, sondern systematisch – zum Beispiel alle Monatsabgaben fett schreiben.

[Bildnachweis: Undrey by Shutterstock.com]

Online Bewerbung: Darauf sollten Sie achten

Die Online Bewerbung ist aus den Personalbüros nicht mehr wegzudenken. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Personalsuchenden mühevoll durch Berge an Bewerbungspapier gekämpft haben. Doch die Art der Übermittlung kann sich auch weiterhin unterscheiden: Die einen bevorzugen eine Bewerbung via E-Mail, die anderen über das hauseigene Online-Formular. Bei beiden Varianten gibt es für Bewerber eine Menge zu beachten…

Online Bewerbung: Das steckt dahinter

Eine Grundregel bei der Bewerbung lautet: Wenn in einer Stellenanzeige die gewünschte Bewerbungsform genannt wird, dann halten Sie sich auch bitte daran! Wird also eine Online-Bewerbung eingefordert, dann sehen Sie von einer Papierbewerbung mit klassischer Bewerbungsmappe ab. Andernfalls verspielen Sie nicht nur wichtige Sympathien, sondern möglicherweise auch den Job.

Die Online Bewerbung setzt sich dabei zunehmend gegen ihre analoge Konkurrenz durch. Immer mehr Unternehmen – und Bewerber – schätzen ihre Einfachheit und Schnelligkeit. Aber sie hat auch ihre Tücken: Das Internet verleitet so manchen zu Nachlässigkeiten und Schlampereien. Fehler, die bei einer Papierbewerbung nie passieren würden, treten online mitunter häufiger auf.

Darum sollten Sie auch bei der Online Bewerbung auf Genauigkeit achten. Formulieren Sie sorgfältig, achten Sie penibel genau auf Grammatik und Rechtschreibfehler.

Online Bewerbung: Was ist das eigentlich?

Wenn von einer Online Bewerbung die Rede ist, können im Wesentlichen zwei Varianten gemeint sein:

  1. E-Mail-Bewerbung

    Dabei verschicken Sie Ihre Bewerbung per Mail. Sie erstellen zunächst Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen, führen die einzelnen Dokumente in einem PDF zusammen und fügen sie Ihrer Mail als Anhang bei. Die Bewerbung an sich beinhaltet alle wesentlichen Bestandteile: Anschreiben, Lebenslauf, Anlagen. Nur auf das Papier können Sie verzichten.

  2. Online-Formular

    Diese Variante wird immer beliebter. Sie erlaubt es Unternehmen, Bewerbungen in das hauseigene System zu überführen. Das ist einfacher und verursacht deutlich weniger Aufwand. Der Bewerber muss dabei seine Angaben in eine Online-Bewerbungsmaske eingeben, kann zwischen den Seiten hin- und herblättern und die Bewerbung am Ende per Absenden auf den Weg bringen. Anhänge werden im entsprechenden Feld hochgeladen.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Die E-Mail-Bewerbung lässt Bewerbern mehr (kreativen) Spielraum. Sie können Schwerpunkte besser herausarbeiten, eigene Akzente setzen. Ein Online-Formular engt den Bewerber stärker ein, macht es ihm schwerer, sich positiv von der Konkurrenz abzusetzen.

Hinweis: Die meisten Systeme erlauben es, zwischen den einzelnen Seiten hin- und herzublättern. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie Ihre Angaben nicht nachträglich noch bearbeiten können, wenn Sie auf „Weiter“ geklickt haben. Erst mit dem Absenden der vollständigen Bewerbung ist das nicht mehr möglich.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sich zunächst anonym unter falschem Namen anmelden, Screenshots von allen Feldern machen, Antworten per Word vorbereiten und diese später unter richtigem Namen eingeben. Das ist umständlich, aber eine Option.

Bei Fragen melden Sie sich ruhig in der Personalabteilung – aber bitte nur, wenn es keine Fragen sind, deren Antworten Sie kinderleicht selbst in Erfahrung bringen könnten. Das HR-Büro ist kein Beratungsbüro, allzu unbedarfte Fragesteller verspielen Sympathien.

Online Bewerbung: So ist sie aufgebaut

Die Online-Bewerbung ist keine Bewerbung zweiter Wahl. Sie sollte genauso sorgfältig erstellt werden wie eine Bewerbung auf Papier – und alle erforderlichen Unterlagen enthalten.

Überprüfen Sie also unbedingt, ob sie auch wirklich komplett ist. Eine nachträgliche Korrektur ist nach dem Absenden nicht mehr möglich.

Die Anordnung der Dokumente sollte so sein:

So erstellen Sie Ihre Online Bewerbung

Wenn Ihre Online Bewerbung restlos überzeugen soll, müssen Sie auf verschiedenste Dinge achten. Karrieresprung zeigt Ihnen die wichtigsten:

  • E-Mail-Adresse

    Richten Sie sich eine seriöse E-Mail-Adresse ein, sofern Sie noch keine haben. Absender wie MisterBoombastic@gmail.de oder HeißeBiene123@gmx.de kommen bei Personalentscheidern nur bedingt gut an. In Wahrheit vermitteln sie mangelnde Professionalität.

    Nichts falsch machen können Sie mit vorname.Nachname@Provider.de. Wenn Sie einen Allerweltsnamen wie Meier, Müller, Schmitz oder Öztürk haben, müssen Sie wahrscheinlich improvisieren, da viele Adressen schon vergeben sind. Eine Zahlenkombination hinter dem Namen könnte die Lösung sein. Beispiel: ronald.meyer1976@provider.de.

    Eine seriöse E-Mail-Adresse brauchen Sie in jedem Fall. Bei der E-Mail-Bewerbung verschicken Sie von ihr die Bewerbung, im Online-Formular müssen Sie ebenfalls eine Adresse angeben, über die Sie erreichbar sind. Auf diesem Wege erreicht Sie auch die Nachricht, ob Sie eine Runde weiter gekommen oder aus dem Rennen geflogen sind.

    Und achten Sie außerdem darauf, dass Sie überall im Bewerbungsprozess die gleiche E-Mail-Adresse angeben.

  • Dokumente

    Wichtig: Loggen Sie sich erst ins Online-Formular ein, wenn Sie alle wichtigen Dokumente überarbeitet und aktualisiert haben. Dazu zählen insbesondere das Anschreiben und der Lebenslauf. Denken Sie auch an die Zeugnisse und mögliche Empfehlungsschreiben.

    Im Optimalfall halten Sie alle Dokumente einzeln vor und führen Sie außerdem einmal zu vollständigen Bewerbungsunterlagen in einem PDF zusammen. So sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet.

  • Online-Profil

    Achtung, Stalker im Anmarsch! Ernsthaft: Wenn Sie eine Bewerbung abschicken, lenken Sie die Aufmerksamkeit des Personalbüros auf sich. Das bedeutet konkret, dass der Personaler mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit im Internet nach Ihnen suchen wird. Schließlich kann er alle verfügbaren Informationen gut gebrauchen, um sie zu einem möglichst vollständigen Bild über Ihre Person zusammenzufügen.

    Googeln Sie sich also ruhig mal selbst und schauen sie, was die Suchmaschine auf Seite eins über Sie ausspuckt. Bei allen Treffern, die Sie aktiv verändern können, sollten Sie das auch tun. Das werden hauptsächlich Ihre sozialen Profile sein: Xing, Linkedin, Facebook, Twitter oder auch Ihre private Homepage.

    Legen Sie vor allem Wert auf die Business-Profile Xing und Linkedin und aktualisieren Sie diese. Sie können neue Stationen hinzufügen, Referenzen oder Arbeitsproben. Tipp: Wenn Ihr Xing-Profil gut gepflegt und vorzeigbar ist, sollten Sie es ruhig für alle User im Netz öffentlich sichtbar machen. Das können Sie in den Xing-Einstellungen festlegen.

Die 8 besten Tipps zur Online-Bewerbung

Einsteiger-Hinweis: Füllen Sie im Online-Formular unbedingt alle Felder aus! Eine freies Feld kann zur Absage führen. Vielleicht sortiert Sie der Computer einfach aus – und verhindert so, dass je ein Mensch aus Fleisch und Blut Ihre Bewerbung zu Gesicht bekommt. Im Normalfall kommen Sie aber erst gar nicht weiter zum nächsten Bildschirm, wenn Sie ein Pflichtfeld freilassen.

Darum sollten Sie als Erstes alle Informationen aktualisieren und sammeln – alles, was für die Bewerbung wichtig sein könnte, also auch Angaben zu Ausbildung, Zusatzqualifikationen und bisherigen Jobs.

Wichtig sind außerem diese Hinweise:

  1. Anschreiben

    Auch bei der Online-Bewerbung darf ein individuelles Anschreiben nicht fehlen. Eruieren Sie den Ansprechpartner im Unternehmen und richten das Anschreiben persönlich an ihn oder sie – auch wenn Sie das Anschreiben im Online-Formular eintragen. Auch Datum und Betreffzeile bitte noch mal kontrollieren, sollten Sie das Anschreiben im Online-Formular hochladen müssen. Der Personaler sollte nicht den Eindruck gewinnen, es hier mit einer Massenbewerbung zu tun zu haben.

  2. Unterschrift

    Die Unterschrift ist ein klassischer Bestandteil der Bewerbung. Machen Sie sich die Mühe, Ihre Unterschrift einzuscannen und Sie in Ihre Bewerbung zu transferieren. Oder Sie drucken die Bewerbung aus, unterschreiben und scannen sie wieder ein. Je nachdem, was einfacher für Sie ist und besser aussieht (könnte von Ihrem Equipment abhängen). Auch bei Online-Bewerbungen gehört eine Unterschrift dazu.

  3. Vorschreiben

    Sie können die einzelnen Felder im Online-Formular ruhig vorschreiben. So vermeiden Sie einfache und Flüchtigkeitsfehler. Noch besser, Sie lassen die Textbausteine noch einmal von einem Freund oder Verwandten gegenlesen. Und noch ein Tipp: Verzichten Sie vorsichtshalber auf Sonderzeichen wie das Euro- oder Prozent-Symbol. Die könnten zu Formatierungsfehlern – und Missverständnissen – führen. Schreiben Sie also Euro und Prozent einfach in Buchstaben aus.

  4. Freitextfelder

    In der Regel müssen Sie im Online-Formular verschiedene Freitextfelder ausfüllen – eventuell auch das Anschreiben. Achten Sie vor allem auf Zeichenbegrenzungen, die verhindern könnten, dass Ihr ganzes Anschreiben hineinpasst. In dem Fall müssen Sie clever und sinnvoll kürzen. Auch gut: Absätze, Spiegelstriche und Gliederstriche einbauen, um den Text zu strukturieren und übersichtlich zu gestalten.

  5. Anhänge

    Auf der einen Seite muss die Online Bewerbung vollständig sein. Auf der anderen Seite sollten Sie sie nicht überladen. Begrenzen Sie die Empfehlungsschreiben also auf maximal drei und nehmen Sie nur die Arbeitszeugnisse der letzten drei Stationen auf. Das Bewerbungsfoto integrieren Sie in den Lebenslauf. Alle Dokumente fassen Sie dann in einem PDF zusammen, um dem Personaler die Durchsicht zu erleichtern.

  6. Dateigröße

    Die meisten Bewerbungsformulare haben eine Begrenzung, was die Größe der Uploads betrifft. Diese kann zum Beispiel bei 1 MB pro Datei liegen oder bei 5 MB für alle Anhänge zusammen. Sie müssen also Ihre Unterlagen so komprimieren, dass sie das Maximum nicht überschreiten. Das gelingt mit Tools wie SmartPDF oder PDF24. Wenn das nicht hilft, müssen Sie Ihre Dateien verringern – gerade Bilddateien, Arbeitsproben oder Zeugnisse benötigen viel Speicherplatz. Vielleicht genügt es schon, eine oder zwei Arbeitsproben komplett wegzulassen.

  7. Dateiname

    Eine vermeintliche Kleinigkeit, die Ihnen aber auf die Füße fallen könnte. Geben Sie den Dateien, die Sie hochladen wollen, vernünftige Namen. Noch besser als anschreiben.pdf wäre zum Beispiel der Dateiname anschreiben.eva.mustermann.pdf. So kann der Empfänger Ihre Bewerbung leichter erfassen und im System einsortieren. Am besten bringen Sie sogar den Namen des potenziellen Arbeitgebers und die ausgeschriebene Stelle im Dateinamen unter. Das zeigt dem Personaler, dass die Datei speziell für ihn angefertigt wurde.

  8. Spamfilter

    Sobald Sie die Bewerbung abgeschickt haben, läuft die Zeit. Als Nächstes sollte eine Empfangsbestätigung in Ihrem Posteingang landen. Für Sie ist das ein gar nicht so unwichtiger Hinweis, das Ihre Bewerbung eingegangen ist. Jetzt können Sie abwarten, bis sich das Unternehmen wieder bei Ihnen meldet – mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einer Absage. Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Spam-Ordner, damit Ihnen die Nachricht nicht durch die Lappen geht.

Das sind die Vorteile einer Online-Bewerbung

Die Online Bewerbung ist auf dem Vormarsch. Die Unternehmen, die noch ausschließlich auf Papier setzen, kann man bald vermutlich an einer Hand abzählen. Immerhin bietet eine Online Bewerbung unbestrittene Vorzüge, sowohl für das Unternehmen als auch für die Bewerber:

  • Zeit

    Eine Online-Bewerbung können Sie immer und überall abschicken: frühmorgens, nachts, am Wochenende. Sie müssen nicht darauf warten, bis die Postfiliale wieder öffnet, um die Unterlagen an den Arbeitgeber zu versenden. Auch der Arbeitgeber kann seine Antwortmails ganz unkompliziert durchs Internet schicken.

  • Kosten

    Für Sie als Bewerber fallen keine Kosten für Porto, Briefumschlag und Bewerbungsmappe an. Auch der Arbeitgeber kann sich das Porto sparen. Die zusätzlichen Kosten für Strom und WLAN sind dagegen zu vernachlässigen.

  • Empfänger

    Die Unterlagen, die Sie über ein Online-Formular verschicken, können im Prinzip nicht verloren gehen (es sei denn, Sie landen im Spam-Ordner). Und sie erreichen automatisch die richtige Stellen. Eine große Hilfe! Das ist auch für den Arbeitgeber eine Erleichterung.

  • Update

    Viele Unternehmen machen es möglich, dass sich der Bewerber über den Bewerbungsstatus informiert. Er kann sich einloggen und sieht, wie weit fortgeschritten er ist. Das ist zwar noch nicht überall möglich. Und es macht auch den Prozess zwar nicht schneller, aber transparenter.

Checkliste: Das sind die größten Fehler!

Online Bewerbung Das sind die groessten Fehler
Die größten Fehler bei der Online Bewerbung sind:

  • Unvollständige Angaben und fehlende Anlagen
  • Tippfehler und Rechtschreibfehler
  • Zu große Dateianhänge
  • Unseriöse oder infantile E-Mail-Adresse
  • Häufige Benutzung von Abkürzungen
[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

EDV Kenntnisse: So wichtig sind sie im Lebenslauf

EDV Kenntnisse werden in unserer digitalisierten Welt immer wichtiger. Natürlich kommt es auf den Job an: In manchen Fällen reicht simples Office-Wissen, in anderen sind komplexe Big-Data-Anwendungen gefragt. Die Bandbreite ist gewaltig: Es gibt heutzutage Content-Management-Systeme, Business Intelligence-Tools, Programmiersprachen und Datenbanken, Social Media und Sicherheitsarchitekturen. Wer braucht was? Und wo im Lebenslauf gebe ich meine EDV Kenntnisse an? Karrieresprung hilft Ihnen weiter…

EDV Kenntnisse Beispiele: Welche gibt es?

Das Akronym EDV steht für „Elektronische Datenverarbeitung“. Es handelt sich im Grunde um einen Uralt-Begriff, der sich schon vor Jahrzehnten in der Bewerbersprache etabliert hat. Heute ist er ein Oberbegriff für viele einzelne IT-Kenntnisse.

Darunter fällt jegliches Know-how im Umgang mit Computern, sämtliche Skills und Qualifikationen. Es macht also auch keinen Sinn, die eigenen EDV-Kenntnisse mit einer einzigen Schulnote zusammenzufassen: „sehr gut“ oder „gut“. Bewerber sollten in ihrer Bewerbung differenzierter sein.

Unter EDV-Kenntnisse fallen insbesondere:

  • Textverarbeitungsprogramme (z.B. Microsoft Word)
  • Tabellenkalkulation (Excel)
  • Bildbearbeitungsprogramme und Grafikdesign (Photoshop)
  • Präsentationsprogramme (Powerpoint)
  • Programmiersprachen
  • Datenbankmanagement
  • Content-Management-Systeme (CMS)
  • Social Media
  • Netzwerktechnik
  • IT-Security
  • Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP)
  • Unternehmenssoftware (SAP)
  • Hardware
  • Big Data
  • E-Commerce

Je mehr Einzelskills Sie mitbringen, desto größer sind Ihre EDV Kenntnisse insgesamt. Aber: Nicht jeder einzelne Punkt ist zwingend wichtig für Ihre Bewerbung.

Wenn Sie ein wahrer IT-Allrounder sind, dann ist es im Zweifel sinnvoller, sich in der Bewerbung auf die IT-Kenntnisse zu beschränken, die für den jeweiligen Job relevant sind.

Ein Programmierer braucht normalerweise keine SAP-Kenntnisse, muss dafür aber sicher im Umgang mit Programmiersprachen sein. Ein Social Media Manager muss dagegen nicht programmieren können, SEO-Wissen aber bringt ihm jede Menge Pluspunkte. Ein SEO-Experte, der zugleich ein Top-Fotograf ist und exzellent Bilder mit Photoshop bearbeiten kann, hat im Arbeitsalltag mitunter Vorteile.

Achten Sie also genau darauf, was in der Stellenanzeige gefordert wird und was im Beruf wichtig ist. Nur diese EDV-Kenntnisse sind relevant – und möglicherweise jene, die Sie so gut beherrschen, dass Ihr Arbeitgeber einen Extranutzen davonträgt. Das könnte Ihnen auch Einkommensvorteile bescheren.

EDV Kenntnisse: Wo gebe ich sie im Lebenslauf an?

Eine Bewerbung ohne EDV Kenntnisse? Das ist heutzutage schon fast ein Sonderfall – und in vielen Fällen sogar aussichtslos. Wo aber gebe ich meine EDV-Kenntnisse in der Bewerbung genau an?

Antwort: Ihre EDV-Kenntnisse gehören vor allem in den tabellarischen Lebenslauf. Bilden Sie dafür eine eigene Kategorie und listen Sie Ihre IT-Skills dort auf – wohlgemerkt nur jene, die relevant sind oder die Sie extrem gut beherrschen.

Übrigens: Sie können statt EDV Kenntnisse auch IT-Kenntnisse oder Computerkenntnisse als Oberbegriff wählen, wenn Ihnen EDV zu altbacken klingt.

Achten Sie darauf, die IT-Skills möglichst sauber zu strukturieren und zu unterteilen: in Datenverarbeitungsprogramme, Programmiersprachen usw. Bedenken Sie: Personaler mögen kaum etwas so sehr wie Übersichtlichkeit. Diese erleichtert ihnen die Arbeit – und zeigt ihnen außerdem, dass sie es mit einem strukturierten Bewerber zu tun haben.

Nur wenn EDV-Kenntnisse für den Job nicht sonderlich relevant sind, können Sie auf eine eigene Rubrik verzichten und sie mit anderen, den besonderen Fähigkeiten, zusammen einordnen. Beispiel: In einer Bewerbung für einen Nebenjob in der Gastronomie sind EDV-Kenntnisse weniger interessant. Es wäre geradezu merkwürdig, wenn Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen extra darauf hinweisen würden.

Auch im Anschreiben können sie auf Ihre EDV-Kenntnisse eingehen – und sollten es sogar, wenn sie für die Stelle relevant sind. Dann aber bitte nicht alle Fähigkeiten herunterrattern, sondern möglichst nur eine Top-Fähigkeit herausstellen und erklären.

6 Tipps, wie Sie Ihre EDV Kenntnisse zur Geltung bringen

Wie setzen Sie Ihre EDV Kenntnisse in der Bewerbung gekonnt in Szene? Mit diesen 6 Tipps gelingt es:

  1. Abstufung

    Ein Programmierer beherrscht nicht jede Programmiersprache gleich gut. Eine Bürokraft ist nicht in allen Office-Programmen bewandert. Erleichtern Sie dem Unternehmen die Arbeit, indem Sie Ihre Fähigkeiten sinnvoll abstufen.

    Das geht mithilfe von Schulnoten oder einer Unterteilung in Grundkenntnisse, Fortgeschrittene Kenntnisse und Sehr gute, Experten– oder Hervorragende Kenntnisse.

    IT-Skills, über die Sie nicht verfügen, die aber auch gar nicht benötigt werden, lassen Sie direkt außen vor. Es wäre unklug, sich selbst die Note Sechs zu verpassen.

  2. Ehrlichkeit

    Bleiben Sie ehrlich – alles andere hilft weder Ihnen noch dem Unternehmen. Früher oder später kommt heraus, dass Sie die Programmiersprache Python gar nicht beherrschen.

    Wenn Sie den Job deshalb nicht machen können, werden Sie in ihm weder glücklich noch erfolgreich, sondern fliegen womöglich schon in der Probezeit hinaus. Das beschert Ihnen mittel- bis langfristig also nur Probleme.

    Ein bisschen Übertreibung bleibt aber natürlich erlaubt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie in der Bewerbung Ihre SAP-Kenntnisse mit einer 2 oder 3 bewerten sollen, dann wählen Sie die bessere Note. Ehrlichkeit? Ja. Understatement? Nein!

  3. Details

    Noch besser als Schulnoten sind konkrete Projekte und Erfolge. Sie haben eine eigene App entwickelt? Ein Computerspiel programmiert? Beim vorherigen Arbeitgeber ein IT-Team geleitet? Dann unbedingt rein damit in die Bewerbung. Nichts ist so effektiv wie eine gehaltvolle Referenz. Sie hat mehr Aussagekraft als eine Note, die man sich selbst gegeben hat.

    Dabei muss es sich nicht immer um die ganz großen Projekte handeln – auch kleine Erfolge können Eindruck schinden. Es kommt gut generell an, wenn Sie darlegen können, Ihre EDV-Kenntnisse schon in die Tat umgesetzt zu haben.

  4. Zeugnisse

    Eine gute Referenz ist noch wertvoller, wenn sie von einem Dritten beglaubigt wurde. Beispielsweise in Form eines Zeugnisses oder Zertfikats. Dabei kann es sich um Zeugnisse von Modulen, Abschlussarbeiten oder Kursen in der Universität oder ein Zeritfikat von Online-Anbietern wie Coursera oder Udacity handeln.

    Wenn es der Personaler schwarz auf weiß von einer unabhängigen Quelle hat, wertet das Ihre Bewerbung auf.

  5. Netzwerke

    Bringen Sie Ihre Karrierenetzwerke auf Vordermann. Tragen Sie in Ihrem Xing- oder Linkedin-Profil unbedingt Ihre EDV-Kenntnisse ein – und bereichern Sie Ihre bisherigen Arbeitsstationen mit Details Ihrer Arbeit.

    Tipp: Bei Linkedin können Kontakte Ihre Skills mit einem Klick bestätigen. Auch das beschert Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Viele Personaler werden es sich nicht nehmen lassen, einen Blick in Ihre Profile zu werfen.

  6. Daten

    Ihre IT-Erfahrungen können Sie mit Zahlen untermauern. Denn auch im Umgang mit Computern gilt: Übung macht den Meister, langjährige Erfahrung zahlt sich aus. Wenn Sie also schon seit Kindesbeinen programmieren oder Hardwarebastler sind, dann stellen Sie den langen Zeitraum heraus.

    Oder geben Sie den Zeitraum an, in denen Sie an einem wichtigen IT-Projekt gearbeitet haben – oder wie lange Ihre IT-Weiterbildung gedauert hat.

Für wen EDV-Kenntnisse besonders wichtig sind

Heute kommt kaum noch jemand ohne EDV-Kenntnisse aus. Ingenieure brauchen sie zusehends, Betriebswirte, Steuerberater, Journalisten. Sogar Kellner und Kassierer kommen im Arbeitsalltag nicht mehr ohne elektronische Hilfsmittel aus. Es gibt natürlich weiterhin Ausnahmen, doch die werden immer rarer.

Und dennoch: In manchen Berufen sind IT-Kenntnisse in der DNA verankert, in anderen kann man sie sich „on the job“ aneignen. In folgenden Jobs brauchen Sie definitiv profunde IT-Skills – eine Auswahl:

  • Entwickler (Backend, Frontend, Mobile Full Stack)
  • Administrator (Datenbank, System)
  • Data Scientist
  • Webdesigner
  • Game Designer
  • Produktmanager
  • Devops-Spezialist
  • Marketingexperte
  • Social Media Manager
  • SAP-Berater
  • Security-Spezialist
  • Systemanalaytiker
  • SEO-Experte
  • IT-Berater
  • Cloud-Architekt
  • Business Analyst

Das sind die wichtigsten Programmiersprachen

Das sind die wichtigsten ProgrammiersprachenEin Sachbearbeiter muss nicht programmieren können, ein Entwickler schon. Laut Entwickler-Umfrage von Stack Overflow sind das wichtigsten Programmiersprachen 2018:

  • JavaScript
  • HTML
  • CSS
  • SQL
  • Java
  • Bash/Shell
  • Python
  • C#
  • PHP
  • C++
[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

Bewerbung Praktikum: So bekommen Sie die Praktikantenstelle

Bewerbung Praktikum

Das Praktikum kann ein Türöffner sein oder einfach nur eine nette Referenz im Lebenslauf. Aber dazu muss man den Praktikumsplatz erst einmal bekommen. Und das ist nicht immer ganz einfach. Die Unternehmen wollen all ihre Stellen bestmöglich besetzen – dazu zählen auch die Praktikantenstellen. Damit die Bewerbung Praktikum gelingt, sollten Bewerber folgende Punkte beachten…

Bewerbung Praktikum: Warum?

Ein Praktikum kann man aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus absolvieren. Werden Sie sich zunächst über Ihr Motiv klar. Wollen Sie…

  • in einen bestimmten Beruf hineinschnuppern?
  • wertvolle Referenzen für den Lebenslauf sammeln?
  • einen Fuß in die Tür eines bestimmten Arbeitgebers bekommen?
  • die Vorarbeit für eine spätere Übernahme leisten?

Ansprüche und Anforderungen an ein Praktikum unterscheiden sich je nach Ausgangssituation. Auch kommt es darauf an, mit welchen Vorzügen Sie selbst als Bewerber wuchern können.

Als Schüler, der ein Schülerpraktikum absolvieren wil, haben Sie noch kaum Berufserfahrung. Das gilt auch für Studienanfänger, die dementsprechend auch noch nicht mit den verantwortungsvollsten Aufgaben betraut – und nicht so gut bezahlt werden.

Das ist bei Hochschulabsolventen mit Vorerfahrung schon ganz anders. Hier dürfen Sie mehr verlangen – sowohl in Hinsicht auf Ihre Aufgaben als auch auf die Vergütung.

Wo finde ich Praktikumsstellen?

Bevor Sie sich für eine Praktikumsstelle bewerben, sollten Sie ein wenig Recherche betreiben. In Arbeitgeberbewertungsportalen erfährt man, wie gut Unternehmen mit ihren Praktikanten umgehen und ob sich ein Praktikum wirklich lohnt, zum Beispiel auf…

Vielleicht können Sie sogar Kontakt zu ehemaligen Praktikanten aufnehmen und sie nach ihren Erfahrungen fragen. Verlassen Sie sich in keinem Fall nur auf die Erfahrungsberichte von Ex-Praktikanten auf der Unternehmenshomepage. Logisch, dass dort nur gutmeinende Stimmen zu Wort kommen.

Wenn sie einen Wunscharbeitgeber haben sollten, schauen Sie auf dessen Karriereseite nach Praktikumsstellen – oder fragen Sie ihn unverbindlich via Facebook oder Twitter danach. Signalisiert er Ihnen Möglichkeiten, können sie sich direkt dort bewerben.

Praktikumsstellen findet man unter anderem hier:

Bewerbung Praktikum: Darauf müssen Sie achten

Grundsätzlich unterscheidet sich die Bewerbung für ein Praktkikum nicht von der für eine reguläre Stelle. Anschreiben und Lebenslauf sollten Sie in beiden Fällen sehr genau und sorgfältig verfassen.

Immerhin gilt der Mindestlohn mittlerweile auch – mit Ausnahmen – für Praktikanten. Die Unternehmen sind also auch in Hinsicht auf ihre Praktikanten anspruchsvoll, wollen die besten Bewerber für sich gewinnen – sie kosten ja jetzt mehr Geld.

Der erste Tipp: Bewerben Sie sich bitte nicht für irgendein Praktikum im Unternehmen, sondern immer für ein spezielles. Entweder für genau das Praktikum, das ausgeschrieben wurde oder für genau DAS Praktikum in Ihrer Wunschabteilung in Ihrer Wunschposition. Das macht es auch dem Personaler leichter, Sie einzusortieren.

Bewerbung Praktikum: Das gehört hinein

Eine Praktikumsbewerbung ist generell genauso aufgebaut wie jede andere. Inhaltlich gehören hinein:

Die Kirsche auf der Torte wäre ein persönliches Empfehlungsschreiben, zum Beispiel von Ihrem Lehrer. Wenn Sie einen glaubwürdigen Fürsprecher haben, erhöht das Ihre Chancen.

Und unterschätzen Sie die formellen Aspekte nicht. Eine einheitliche Schriftart und ein durchgängiges Design vermitteln dem Unternehmen Genauigkeit. Achten Sie darauf!

Lassen Sie die Rechtschreibung unbedingt noch einmal prüfen – von Eltern, Geschwistern, Freunden, Kommilitonen. Und versuchen Sie, das Bewerbungsanschreiben individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber anzupassen. Keine Massenware!

Am Ende erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sehr freuen würden.

Bewerbung Praktikum: Das Anschreiben

Das Anschreiben ist für jeden Bewerber eine Herausforderung. Was Sie prinzipiell nicht tun sollten: Die wichtigsten Stationen Ihres tabellarischen Lebenslaufes im Anschreiben nacherzählen. Unnötiger Ballast! Zumal Sie als Praktikant vermutlich noch gar nicht über allzu viel Berufserfahrung verfügen dürften.

Darum lautet die Devise: Motivation herausstellen! Warum wollen Sie gerade in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren? In dieser Branche, in diesem Fachbereich, in dieser Position? Dabei sollten Sie Ihre Neugier herausstellen, Lernwillen, Motivation und Einsatzbereitschaft.

Machen Sie sich folgendes klar: Das Unternehmen ist kein Wohlfahrtsverein (es sei denn, Sie bewerben sich bei einem). Es würde gerne einen Vorteil davon haben, wenn es Sie einstellt. Eine Arbeitserleichterung, neue Ideen, frischen Wind. Machen Sie im Anschreiben klar, dass Sie gewillt sind, genau das beizutragen.

Falls es eine Ausschreibung für die Praktikumsstelle gibt, dann lesen Sie sie sorgfältig durch. Gehen Sie auf die Punkte ein, die dort genannt werden und wiederholen Sie auch ruhig Schlüsselbegriffe.

Diese Anforderungen müssen Sie erfüllen

Wichtig: In jeder Stellenausschreibung gibt es Kann-Anforderungen und Muss-Anforderungen. Letztere sind die entscheidenden. Hat sie der Bewerber nicht, ist er draußen.

Bei Erstgenannten dagegen wäre es nur schön, sie zu haben – eine Voraussetzung sind sie nicht. Für Sie als Bewerber ist es wichtig, die Kann- und Muss-Anforderungen zunächst aus der Stellenanzeige richtig herauszulesen.

Ihr Vorteil: An Praktikanten sind die Anforderungen gewöhnlich nicht so hoch wie an Vollzeitbeschäftigte. Aber in vielen Unternehmen sind selbst Praktikumsstellen heiß begehrt – und locken unzählige Konkurrenten an. Nicht unterschätzen!

Beispiele für Muss-Anforderungen: der Führerschein, sofern eine Mitarbeit ohne Führerschein nahezu unmöglich ist. Wenn in der Anzeige dagegen wörtlich „wünschenswert“ oder „idealerweise bringen Sie mit“ steht, dann können Sie sich trotzdem bewerben, auch wenn Sie die genannte Anforderung nicht erfüllen.

Pluspunkte bringen:

  • andere, idealerweise ähnliche Praktika
  • ehrenamtliches Engagement
  • besondere Fähigkeiten und EDV-Wissen, z.B. Programmier- oder SAP-Kenntnisse
  • Sprachkenntnisse, z.B. sehr gute Englischkenntnisse oder die Beherrschung einer außergewöhnlichen Fremdsprache

Klar ist auch, dass nicht jede Fähigkeit in jedem Praktikum von Nutzen ist. Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die im entsprechenden Unternehmen gefragt sind.

Bewerbung Praktikum: Der Lebenslauf

Das grundlegende Problem ist: Gerade junge Menschen haben meist noch nicht so viele Stationen und Kenntnisse gesammelt. Wie also den Lebenslauf füllen?

Zunächst mal ist das kein Grund zur Beunruhigung. Von Praktikanten wird kein üppiger Lebenslauf erwartet. Im Gegenteil, den Personalern ist sehr wohl bewusst, dass Sie noch am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Ein prall gefülltes Dokument könnte da fast schon verdächtig erscheinen.

Ihr Lebenslauf muss also nicht lang sein – aber sauber und übersichtlich. Er ist optimalerweise so aufgebaut, dass Sie mit den aktuellen Stationen beginnen und sich chronologisch nach hinten arbeiten.

Diese Elemente gehören zwingend in Ihren Lebenslauf:

  • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, aktuelle Adresse
  • Kontaktinformationen: Telefonnummer, Mobilnummer, E-Mail-Adresse (evtl. sogar Skype)
  • Werdegang: Besuchte Schulen und erworbene Abschlüsse
  • Fähigkeiten: EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse, belegte Kurse oder Seminare
  • Interessen und Hobbys
  • Ort, Datum und Unterschrift

Angaben zu Ihren Eltern oder Geschwistern sind dagegen völlig überflüssig. Ob Ihr Vater Oberstudienrat oder Sachbearbeiter ist oder war, spielt keine Rolle.

Was dagegen relevant ist: Ihre Lieblingsfächer in der Schule. Falls Sie sich für ein Schülerpraktikum bewerben und Ihre liebsten Fächer einen Bezug zum Praktikumsplatz haben, dann geben Sie sie unbedingt an.

Das gilt auch für Interessen, Hobbys und andere Freizeitbeschäftigungen. Je besser Sie zum Unternehmen und zur Stelle passen, desto größer Ihre Chancen.

Bewerbung Praktikum: Die Berufserfahrung

Von Praktikanten erwartet man normalerweise keine umfassende Vorbildung. Das kann bei sehr begehrten Stellen bei renommierten Arbeitgebern durchaus anders sein. Aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen verlangen mitunter langjährige Berufserfahrung.

Das können Sie ignorieren und sich trotzdem bewerben. Sie können aber auch von einer Bewerbung absehen. Denn manchmal liegt der Verdacht nahe, man will sich mit dem Praktikanten lediglich eine hochqualifizierte Billigkraft ins Haus holen. Das ist im Übrigen bei Trainee-Stellen manchmal ganz ähnlich.

Wägen Sie also gut ab. Als Faustregel gilt: Große Unternehmen erwarten mehr als kleine – auch von ihren Praktikanten. Sollte eine Drei-Mann-Agentur zu hohe Ansprüche haben, dann sagen Sie lieber ab. Als Praktikant sind Sie ein Lehrling, der zwar gerne wichtige Aufgaben und Verantwortung übernimmt, aber keine reguläre Arbeitskraft ersetzt.

Schülerpraktikum: Wie komme ich an einen Platz?

Man muss es nicht komplizierter machen, als es ist. Denn zur Wahrheit gehört auch: Viele Praktika werden ausschließlich über Vitamin B vergeben und über nichts anderes. Wenn Ihr Vater einen kennt, der in Unternehmen XY in der Personalabteilung arbeitet, könnte das schon die Eintrittskarte sein.

Speziell Schüler, die ein Schülerpraktikum absolvieren wollen, müssen nicht gleich einen Bewerbungsmarathon hinlegen. Gehen Sie im Unternehmen vorbei, an dem Sie interessiert sind, oder rufen Sie an – und fragen ganz unverbindlich nach, ob grundsätzlich die Möglichkeit auf ein Praktikum besteht.

Aber nicht vergessen: Der erste Eindruck zählt! Wenn Sie eloquent auftreten und nicht gerade einen Jogginganzug überstreifen, dann werden Sie eher als Bereicherung angesehen – und in eine freie Stelle vermittelt.

[Bildnachweis: mentatdgt by Shutterstock.com]

Kurzbewerbung: Wie Sie mit ihr punkten

Eine Kurzbewerbung soll Interesse wecken und die Kontaktaufnahme erleichtern. Hat das Unternehmen Interesse, kann es die vollständige Bewerbungsmappe anfordern. Wenn nicht, kann sich der Bewerber weitere Anstrengungen sparen. Für beide Seiten ist eine Kurzbewerbung mit weniger Aufwand und Zeitersparnis verbunden. Vor allem auf Karriere- und Jobmessen ist es sinnvoll, eine Kurzbewerbung im Gepäck zu haben, um sie an potenzielle Arbeitgeber verteilen zu können. Aber Achtung: Nicht immer ist es von Vorteil, eine Kurzbewerbung statt einer vollständigen zu verschicken…

Kurzbewerbung: Was ist das?

Eine Kurzbewerbung ist – wie der Name schon vermuten lässt – die Kurzversion einer Bewerbung. Sie besteht lediglich aus…

Eine Kurzbewerbung hat also nicht mehr als zwei oder maximal drei Seiten. Sie verzichtet komplett auf Anlagen, Zeugnisse, oft sogar auf das Bewerbungsfoto. Man könnte in der Tat von einer Schmalspurbewerbung sprechen, aber einer mit reellen Erfolgsaussichten…

Kurzbewerbung: Wer braucht sie?

Die Kurzbewerbung ist zunächst kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Sie ist so etwas wie ein Appetizer, eine Vorspeise, ein Lockmittel.

Sie soll das Kennenlernen einleiten und den Weg zum Vorstellungsgespräch ebnen. Sie dient der Kontaktaufnahme, soll das Interesse des potenziellen Arbeitgebers ausloten.

Der Hauptgrund: Personaler widmen jeder Bewerbung im Schnitt nur zwei bis fünf Minuten. In dieser Zeit muss der Bewerber überzeugt oder zumindest einen guten ersten Eindruck hinterlassen haben. Auf Anschreiben und Lebenslauf kommt es dabei in besonderem Maße an.

Hat der Personaler nun Interesse, kann er die kompletten Bewerbungsunterlagen anfordern und sich ein vollständiges Bild vom Bewerber machen – oder ihn anrufen oder direkt zum Vorstellungsgespräch einladen. Besteht kein Interesse, kann sich der Bewerber weitere Mühen sparen. Auch für den Personaler ist die Durchsicht einer kurzen Bewerbung Kurzbewerbung mit weniger Aufwand verbunden.

Darum bieten auch schon einige Unternehmen eine Kurzbewerbung an, die Bewerber elektronisch per E-Mail oder Online-Formular übermitteln können. Auf Papier können Sie sie zum Beispiel auf einer Jobmesse überreichen. Dann wird sie zum Giveaway – zum unverbindlichen Angebot an Unternehmen.

Auch bei Aushilfs- oder Nebenjobs reicht in der Regel eine Kurzbewerbung völlig aus – oder wird sogar ausdrücklich verlangt. Schließlich kommt es bei diesen Jobs nicht auf hochtrabende Qualifikationen und Zertifikate an – Anlagenmarathon überflüssig.

Formell sollte die Kurzbewerbung sachlich gehalten sein und auf optischen Schnickschnack verzichten. Auch ist sie in der Regel nicht individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten, sondern enthält „nur“ die wesentlichen Informationen über den Kandidaten.

Kurze Bewerbung: Das gehört hinein

Hauptbestandteil ist der tabellarische Lebenslauf. Er zeigt dem Personaler an, ob der Bewerber über die notwendigen Qualifikationen und entsprechende Berufserfahrung verfügt. Darum sollte man den Lebenslauf mit großer Sorgfalt erstellen, neben Inhalt auch auf die Form achten.

Das Anschreiben fällt in der Kurzbewerbung nicht so detailreich aus wie in einer „normalen“ Bewerbung. Der Bewerber sollte darin möglichst zum Ausdruck bringen, dass er über einen ausgeprägten Leistungswillen und Motivation, eine gute Arbeitsethik und spezielle Qualifikationen verfügt.

Sie können auch mehrere Varianten des Anschreibens verfassen, die sich in Nuancen unterscheiden und der Bewerbung somit ein Stück gefühlte Individualität verabreichen, wenn Sie sie auf der Messe verteilen. Oder aber, sofern Sie schon wissen, wem Sie die Kurzbewerbung auf der Jobmesse überreichen wollen, natürlich auch den Namen des Unternehmens und ein gänzlich individualisiertes Anschreiben verfassen. Grundsätzlich kommt es bei Personalern gut an, wenn sie das Gefühl haben, das Anschreiben sei nur für sie und für niemanden sonst geschrieben worden.

Geheimtipp: Stecken Sie Ihre Kurzbewerbung in eine Kladde oder Hülle, die den Unternehmensfarben des Arbeitgebers in spe entspricht. Das suggeriert Zugehörigkeit.

Checkliste: Das können Sie weglassen!

Das sind die wichtigsten Elemente einer Kurzbewerbung:

Auf Bewerbungsmappe, Arbeitszeugnisse, Qualifikationsnachweise und Deckblatt können Sie verzichten. Und auf alle anderen Elemente einer vollständigen Bewerbung. Die besteht aus:

  • Bewerbungsanschreiben
  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Bewerbungsfoto
  • Ausbildungszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • Fortbildungsnachweise
  • Kopie des Führerscheins
  • Kopie des Führungszeugnisses

Kurzbewerbung: Und dann?

Die Kurzbewerbung ist wie eine Visitenkarte. Sie soll die Kontaktaufnahme erleichtern und Interesse wecken. Aber ob sich der Empfänger wirklich melden wird, ist höchst ungewiss. Darum gibt es nur eine Strategie: Abwarten!

Beißt der Personaler an, wird er Sie auffordern, ihm weitere Unterlagen zu senden – oder sogar zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Beißt er nicht an, können Sie sich weitere Mühen (vorerst) sparen.

Es kommt also stark auf die Situation des Unternehmens an. Sind Plätze vakant, ist noch Budget für Neueinstellungen vorhanden? Nehmen Sie also eine Absage – bzw. eine fehlende Rückmeldung – nicht persönlich. Sie kann unzählige Gründe haben. Aber vielleicht haben Sie ja Glück.

Und noch etwas: Wenn Sie sich ernsthafte Chancen ausrechnen, weil Sie wissen, dass das Unternehmen wächst oder auf Personalsuche ist, dann verzichten Sie auf die Kurzbewerbung und gehen direkt den Weg der (vollständigen) Initiativbewerbung.

Denn eine Kurzbewerbung könnte Ihnen im schlimmsten Fall auch negativ ausgelegt werden. Nach dem Motto: „Da will sich wohl jemand keine Mühe machen!“

Die größten Vorteile

Die größten Vorteile einer Kurzbewerbung sind:

  • Sie spart dem Empfänger Zeit und verursacht weniger Aufwand.
  • Sie gibt dem Empfänger einen guten ersten Überblick.
  • Sie kann vom Verfasser beliebig oft kopiert und verwendet werden.
  • Sie ist speziell für Job- und Karrieremessen gut geeignet, um dort Kontakte zu knüpfen.
  • Sie ist im Vergleich zur Visitenkarte die bessere und nachhaltigere Form der Kontaktaufnahme.
  • Sie ist ein gute Möglichkeit, um die Erfolgsaussichten einer Initiativbewerbung auszuloten.

Die größten Nachteile

Die größten Nachteile einer Kurzbewerbung sind:

  • Sie ist kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Hat das Unternehmen Interesse, kommt also zusätzliche Arbeit auf den Bewerber zu.
  • Sie enthält nur die nötigsten Informationen, aber oft zu wenige gute Argumente, um ein Unternehmen restlos zu überzeugen.
  • Sie bietet zu wenig Platz für Bewerber, um sich abzuheben und die individuellen Stärken herauszustellen.

Kurze Bewerbung: Auf dem Vormarsch?

Per Smartphone bewerben – das ist nicht unbedingt empfehlenswert, weil fehleranfällig. Aber der Trend geht zweifellos in diese Richtung. Viele Kandidaten würden sich gerne mobil bewerben.

Laut einer Umfrage des Internet-Portals meinestadt.de sagte die Hälfte von 102 befragten Personalern, dass sie mobile Bewerbungen akzeptiere, weil sie diese als zeitgemäß empfinde und sich einen schnelleren Prozess davon verspreche.

Das zeigt: Zeitersparnis ist die Trumpfkarte einer kurzen Bewerbung. Deshalb könnte sie in Zukunft noch weitaus beliebter – und üblicher werden.

[Bildnachweis: AboutLife by Shutterstock.com]

Anschreiben: Aufbau, Inhalt, Tipps

Am Anschreiben beißen sich viele Bewerber die Zähne aus. Nicht jedem liegt es, schriftlich darzulegen, warum man der beste Bewerber für die ausgeschriebene Stelle ist. Doch wer das kann, hat gute Chancen, das Interesse des Personalers zu wecken – und in die nächste Runde zu kommen. Wie sieht ein gutes Anschreiben aus? Worauf muss ein Bewerber achten? Wir zeigen es Ihnen…

Anschreiben: Die Formalitäten

Sicher, es ist der Inhalt Ihres Anschreibens, der darüber bestimmt, ob Sie das Interesse des Personalers wecken oder nicht. Welche Aussagen Sie einbauen, wie Sie sich ausdrücken, welche Schwerpunkte Sie setzen. Aber: Wenn Ihnen ein schlimmer Formfehler unterläuft, könnte das all Ihre Bemühungen auf einen Schlag zunichte machen.

Achten Sie darum auf die Formalien, auf inoffizielle Vorschriften und Normen. Sie sind das Fundament, auf das Sie dann Ihren (hoffentlich) überzeugenden Inhalt setzen.

Und versetzen Sie sich einmal in die Perspektive des HR-Verantwortlichen. Er muss ständig neue Bewerbungen sichten, vergleichen, bearbeiten. Je einfacher und übersichtlicher, desto besser für ihn. Wenn Sie ihm als Bewerber diese Arbeit ein Stück weit erleichtern, wird das jedenfalls nicht zu Ihrem Schaden sein.

Diese Grundregeln sollten Sie beachten:

  • Länge

    Als Berufsanfänger schreiben Sie bitte nicht mehr als eine Seite. Ein zweiseitiges Anschreiben liegt bei älteren Arbeitnehmern im Rahmen des Erwünschten. Am besten aber, Sie halten sich so kurz und präzise wie möglich. Kein Personaler hat Lust, sich Romane durchzulesen.

  • Schrift

    Auch hier auf Lesbarkeit achten. Verzichten Sie daher auf ausgefallene Schnörkelschriften und greifen auf bewährte Schriftarten Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurück.

  • Schriftgröße

    Sie können sich die 11-13-15-Regel merken. In 11-Punkt der Fließtext, in 13-Punkt Datum, Adresse und Zwischenüberschriften, gerne auch gefettet. In 15-Punkt ausschließlich Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Ihr Name soll schließlich herausstechen und im Gedächtnis des Empfängers klebenbleiben. Erklärung für die krummen Größen: 12-Punkt ist bei Word die Standardeinstellung. Die meisten Konkurrenten dürften daher 12-14-16-Schriftgrößen verwenden. Mit krummen Größen heben Sie sich von ihnen ab.

  • Papier

    DIN A4 ist Standard. Aber besser, Sie verwenden kein einfaches Kopierpapier, sondern hochwertiges. Bitte darauf achten, keine Flecken, Knicke oder Eselsohren zu hinterlassen. Und: Der Druck sollte scharf und nicht verwischt sein – am besten mit Laserdruck.

  • Form

    Auf allen Seiten sollten Einzüge, Linien und Abstände einheitlich sein. Sonst wirkt Ihre ganze Bewerbung unprofessoniell. Als Zeilenabstand ist ein eineinhalbzeiliger zu empfehlen – er wirkt angenehm luftig.

  • Hauptsätze

    Versuchen Sie nicht, den Personaler durch ausgeklügelten Satzbau zu beeindrucken. Hauptsätze sind leicht zu lesen und zu erfassen – Zeitvorteil für den Empfänger! Auf Schachtel- und Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen, sollten Sie nach Möglichkeit verzichten. Außerdem von Substantiven mit den Endungen -ung, -heit und -keit absehen. Besser durch die entsprechenden Verben ersetzen – die lesen sich deutlich flüssiger.

  • Individualität

    Wichtig: Jede Bewerbung sollte einzigartig sein. Personaler wittern eine Massenbewerbung 100 Meter gegen den Wind. Machen Sie sich die Mühe und schreiben jede Bewerbung neu (die Übernahme von einzelnen Textbausteinen ist natürlich völlig ok) — es lohnt sich.

Anschreiben: Der Start

Ihr Anschreiben beginnt wohlgemerkt nicht mit dem Einstiegssatz. Es beginnt damit, dass Sie die Stellenanzeige aufmerksam lesen und verstehen. Bevor Sie sich ans Laptop setzen, sollten Sie sich diese Fragen stellen:

  • Um welche Art von Unternehmen handelt es sich – auch in Bezug auf die Kultur?
  • Welche Aufgaben kommen auf den Bewerber konkret im Unternehmen zu?
  • Welche Fähigkeiten muss der Bewerber unbedingt mitbringen?
  • Und welche könnten darüber hinaus von Nutzen sein?
  • Was ist dem Unternehmen besonders wichtig?

Die Antworten sollten Sie vorab aus der Stellenanzeige herausfiltern. Beispielhaft haben wir uns eine fiktive Stellenanzeige eines Unternehmens überlegt…

Stellenanzeige der kaffeemaschinenherstellers.de

Wir sind Teil eines internationalen Konzerns mit mehr als 15.000 Mitarbeitern und Marktführer im Vertrieb von Kaffeemaschinen über den deutschen und internationalen Einzelhandel. Für den Bereich Auftragsabwicklung suchen wir aufgrund unseres starken Wachstums schnellstmöglich eine/n

Teamleiter/in Auftragsabwicklung

Zu Ihren Aufgaben zählen:
Auftragserfassung/Fakturierung der eingehenden Aufträge
Bearbeitung des Schriftverkehrs
Entgegennahme von Bestellungen und Kundenanfrage, u.a. telefonisch
Koordininierung des Warenflsses
Teamführung

Ihr Profil sollte umfassen:
Sie arbeiten selbstständig und verantwortungsbewusst
Sie können mit MS Office umgehen
Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil

Was wir Ihnen bieten:
Eine interessante Tätigkeit
Einen sicheren Arbeitsplatz
Leistungsbezogene Vergütung
Sehr gutes Betriebsklima

Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit Angaben zu Ihrer Gehaltsvorstellung und dem frühestmöglichen Eintrittstermin senden Sie bitte an folgende Adresse:
Kaffeemaschinenhersteller.de, Herrn Maxim Muster, Milchstraße 5, 12345 Kapseln, muster@kaffeemaschinenhersteller.de

Anschreiben: Der Aufbau

Das Anschreiben besteht normalerweise aus neun Elementen. Sie sind in dieser Reihenfolge aufgebaut:

  • Absender und Datum (oben rechts)
  • Betreffzeile
  • (Persönliche) Anrede
  • Einleitung (Motivation)
  • Hauptteil (Persönlichkeit und Kompetenzen)
  • Unternehmensbezug (Mehrwert für das Unternehmen)
  • Schlussteil (Vorstellungen und Termine)
  • Grußformel und Unterschrift
  • Anlageverzeichnis

Wenn Sie den Namen des Ansprechpartners falsch oder Unsinn in die Betreffzeile schreiben, kann Sie das durchaus aus dem Rennen katapultieren. Von entscheidender Bedeutung sind unter normalen Umständen aber die Hauptelemente: Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug, Schlussteil.

Das sollten Sie beachten:

  1. Einleitung

    Zunächst gilt es, das Interesse des Lesers zu wecken. Der Einstieg ist daher enorm wichtig. Beginnen Sie mit einem Knallbonbon. Das kann Ihr bestes Argument oder ein origineller Einstieg sein. Optimalerweise lassen Sie schon zu Beginn Wissen über das Unternehmen und die Aufgabe einfließen. Zum Beispiel frische Zahlen, ein neues Produkt oder tagesaktuelle News über die Firma. So merkt der Leser unmittelbar: Hier habe ich es mit jemandem zu tun, der seine Hausaufgaben gemacht hat. Dabei aber nicht zu dick auftragen, das könnte nach hinten losgehen. Kurz und subtil, mehr als drei bis vier Zeilen stehen Ihnen dafür ohnehin nicht zur Verfügung.

  2. Hauptteil

    Ihre Persönlichkeit möchte an dieser Stelle ins rechte Licht gerückt werden. Ohne Eigenmarketing geht es nicht. Vor allem Ihre Soft Skills sind gefragt. Über welche verfügen Sie? Welche Stärken und Erfahrungen bringen Sie mit? Achtung: Rattern Sie nicht alle Punkte herunter, sondern setzen Sie Akzente. Nur die besten und wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten auswählen und präsentieren. Welche davon machen Sie zum perfekten Kandidaten für diese Stelle? Das muss rauskommen.

  3. Unternehmensbezug

    Es ist im Prinzip wie beim Online-Dating: Ist es ein Match oder ist es keins? Sie sind der Buhler, der sein Gegenüber davon überzeugen will, der perfekte Partner zu sein. Was dabei zählt, sind Ihre Persönlichkeit, Ihre Qualifikationen und Ihr Werdegang. Inwiefern passen Sie zum und ins Unternehmen? Was zeichnet sie aus? Was prädestiniert Sie für die ausgeschriebene Position? Versuchen Sie, direkte Verbindungen herzustellen. Gesammeltes Wissen, das Sie im Job gebrauchen; Netzwerke, die Sie aktivieren; IT-Skills, die Sie einsetzen können. Wenn der Personaler den roten Faden spinnen kann, der von der Schule übers Studium direkt in dieses Unternehmen führt, dann steigen Ihre Chancen auf die Stelle.

  4. Schlussteil

    Ein höflicher Ausstieg – nicht unwichtig! Bedanken Sie sich für die Aufmerksamkeit, beziffern – sofern verlangt – Ihre Gehaltsvorstellungen und nennen das frühestmögliche Eintrittsdatum. Außerdem gut: Der Satz, dass Sie sich sehr auf ein persönliches Kennenlerngespräch freuen.

Und noch ein Tipp: Falls es Lücken in Ihrem Lebenslauf gibt, dann haben Sie im Anschreiben die Möglichkeit dazu, diese anzusprechen. Am besten mit einer kurzen (!) Erklärung. Das ist aber kein Muss.

Überlegen Sie sich andernfalls aber sehr genau, wie Sie eine mögliche Unterbrechung, Kündigung oder häufige Jobwechsel im Bewerbungsgespräch erklären. Der Personaler wird Sie bestimmt dazu fragen.

Anschreiben: Die wichtigsten Tipps

Jetzt möchten wir noch stärker in Detail gehen. Vorweg: Machen Sie aus dem Anschreiben keinen Lebenslauf in Fließtext-Form. Im Anschreiben sollten Sie alles weglassen, was für die Stelle nicht relevant ist – der Lebenslauf enthält naturgemäß auch Angaben, die für die Stelle weniger wichtig sind.

Je präziser und kompakter Ihr Anschreiben, desto leichter machen Sie es dem Empfänger. Darum nochmal: Maximal eine Seite.

  • Einleitungssatz

    Eine Möglichkeit: Sie stellen im Einleitungssatz Ihre Qualifikationen voran. Zum Beispiel so: Als Teamleiter XY bei Firma ABC habe ich fünf Jahre Erfahrung in der Führung der kaufmännischen Abteilung gesammelt. Sie können natürlich auch einen anderen Weg gehen – oder viel emotionaler einsteigen. Aber inhaltlich ist dieser Einstiegssatz schon sehr gut zu gebrauchen. Was Sie nicht gebrauchen können: eine Floskel zu Beginn a la Mit Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen.

  • Qualifikation

    Danach fahren Sie mit den geforderten Kenntnissen und Fähigkeiten fort. Tipp: Machen Sie eine Aufzählung daraus. Niemand hat behauptet, ein Anschreiben bestehe ausschließlich aus Fließtext. Eine Auflistung hat mehrere Vorteile: Erstens spart sie Platz. Und zweitens können Sie so geschickt einige Keywords platzieren. Wörter also, auf die der Personaler anspringt, weil sie so schon in der Anzeige standen. Ganz nach vorne kommen die Muss-Qualifikationen, dann die Kann-Qualifikationen. Eine Auflistung könnte so aussehen:

    • Bürokauffrau mit 15 Jahren Berufserfahrung
    • Acht Jahre Erfahrung als Führungskraft mit Personalverantwortung
    • Verantwortlich für 25 Mitarbeiter

    Aber: Schaut man sich unsere fiktive Stellenanzeige an, dann gibt es sehr wenige Überschneidungspunkte zwischen dem, was dort gefordert wird und dem, was der Bewerber anbietet. Eine Ausbildung zur Bürokauffrau ist laut Stellenanzeige kein Auswahlkriterium. Auch IT-Dienstleistungen werden nicht explizit genannt. Und die vielen Jahre Berufserfahrung könnten womöglich zu der Annahme verleiten, die Bewerberin sei für die Stelle überqualifiziert.

    Passen Sie das Anschreiben daher an und formulieren zum Beispiel so:

    Langjährige Erfahrung in der Auftragsabwicklung
    Mitarbeiterführung
    Verantwortlich für…
    Aufträge erfassen
    Fakturieren
    Schrift- und Telefonverkehr bearbeiten
    Kundenanfragen beantworten
    Fließendes Englisch in Wort und Schrift
    Sehr gute Kenntnisse in MS Office

    Diese Formulierungen würden die Bewerberin wohlgemerkt nicht „besser“ machen. Aber sie machen sie kompatibler. Ihre Selbstbeschreibung passt besser zu dem, was das das Unternehmen einfordert und erwartet.

Anschreiben: Die Soft Skills

Ihr Lebenslauf besticht durch Fakten, Ihr Anschreiben durch die weichen Faktoren. Die Soft Skills sollten ein wesentlicher Bestandteil Ihres Anschreibens sein.

Nun verlangt unsere ausgedachte Stellenanzeige vom Bewerber selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten. Wie weist man das nach?

Zum Beispiel dadurch, dass man schon im bisherigen Werdegang versiert und routiniert mit Kunden umgegangen ist. Man könnte es so formulieren:

Ich habe mich in meinen bisherigen Tätigkeiten stets für nachaltige Kundenbeziehungen eingesetzt. Für meinen aktuellen Arbeitgeber habe ich etwa das Bestandkundenmanagement optimiert und die Kundenzufriedenheit so um 20 Prozent steigern können.

Tipp: Machen Sie – wenn möglich – von Zahlen Gebrauch. Quantifizieren Sie Ihre Leistungen, bringen Sie Beispiele, untermaueren Sie Ihre Argumente mit harten Ziffern. Das wirkt oft mehr als substanzloses Wortgeklingel.

Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin

Die Frage nach der Gehaltsvorstellung ist knifflig. Ist sie zu hoch, winkt das Unternehmen dankend ab. Ist sie zu niedrig, verkauft man sich unter Wert – und signalisiert dem Arbeitgeber auch mangelnde Qualität oder fehlendes Selbstvertrauen.

Und soll man eigentlich eine konkrete Zahl nennen oder eine Spanne? Die Antwort auf letzte Frage zuerst: Lieber eine konkrete Zahl. Nehmen Sie zum Beispiel Ihr aktuelles Gehalt und schlagen Sie zehn Prozent drauf. Ausreizen, aber nicht überreizen.

Hier spielen selbstverständlich viele Variablen eine Rolle. Wo sitzt der Arbeitgeber? Wie groß ist er? In welcher Branche und welchem Beruf bewegen Sie sich? Bei einem Großunternehmen in München können Sie mehr Gehalt verlangen als bei einem Kleinbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern.

Was Sie hingegen nicht tun sollten: Eine Gehaltsspanne angeben, die zu weit gefasst ist. Mit Gehaltsvorstellungen von 45.000 bis 65.000 Euro kann niemand etwas anfangen. Das wirkt unüberlegt.

Zum Eintrittstermin: Den machen Sie zuvorderst von Ihrem aktuellen Arbeitsvertrag und den Kündigungsfristen abhängig. Wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewerben, dann sollten Sie „sofort“ anfangen können. Eine schnelle Verfügbarkeit ist ein Pluspunkt. Kein Arbeitgeber will Ewigkeiten – und das sind drei Monate und mehr – auf einen Neuen warten.

Handlungsaufforderung/Schlussteil

Am Ende sollte beim Personaler vor allem haften bleiben, dass Sie freundlich, motiviert und selbstbewusst sind. So sollte auch Ihr Schlussteil klingen.

Immerhin haben Sie soeben dargelegt, warum Sie die optimale Besetzung für die Stelle sind. Wichtig: Nicht die Rolle des Bittstellers einnehmen, weder am Anfang noch am Ende des Anschreibens.

Diesen Fehler sollten Sie daher vermeiden: Verfallen Sie nicht in den Konjunktiv! Nach dem Motto…

  • Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
  • Von meinen Fähigkeiten würde ich Sie gerne im Vorstellungsgespräch überzeugen.
  • Für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Der Konjunktiv schwächt den Inhalt ab und lässt Sie wie ein Bettler klingen. Das sind Sie aber nicht. Wenn der Arbeitgeber SIE nicht einlädt, dann ist er selbst schuld! Der Konjunktiv lässt den Eindruck entstehen, dass eine Vertragsvereinbarung in unendlich weiter Ferne ist und Ihre Chancen auf den Job höchstens minimal sind. Er macht sie schwach. Darum: Kein Konjunktiv!

Besser als der Konjunktiv ist die gepflegte Attacke. In der Werbung weiß man längst um die Wirkung des sogenannten Call-to-Action. Zu deutsch: Handlungsaufforderung. Viele Studien haben die Wirksamkeit dieser Methode nachgewiesen. Wenn man einen Leser oder User auffordert, etwas zu tun, dann tut er es tatsächlich mit höherer Wahrscheinlichkeit – zum Beispiel klicken, kommentieren, kaufen.

Diesen Trick können Sie sich auch im Anschreiben zunutze machen. Zum Beispiel so:

  • Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.
  • In einem persönlichen Gespräche überzeuge ich Sie gerne, dass ich der richtige Mitarbeiter für die Stelle bin.
  • Wenn Sie einen verantwortungsbewussten und kompetenten Teamleiter suchen, freue ich mich auf eine Einladung zu Vorstellungsgespräch.
  • Auf Ihre Rückmeldung freue ich mich.
  • Für Fragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Anschreiben Tipps: Die Motivation

Warum bewerben Sie sich gerade in DIESEM Unternehmen auf DIESE Stelle? Das ist die große Frage, die durch das Anschreiben beantwortet werden muss. Wer den Eindruck erweckt, er wolle halt nur irgendeinen Job, wird DIESEN Job nicht bekommen.

Darum: Werden Sie ruhig mal persönlich, sofern sich eine Möglichkeit dazu bietet. Beispiel: Schon als Kind hatten Ihre Produkte für mich eine große Bedeutung. Tatsächlich hatte ein Bewerber seiner Bewerbung bei Adidas einmal ein Foto mitgeliefert, dass er als kleines Kind gezeichnet hatte und das ihn beim Fußballspielen zeigte – auf den Schuhen drei Streifen. Der Bewerber kam weiter, bestätigte eine HR-Managerin von Adidas gegenüber Zeit Campus.

Ein anderes Beispiel: Von meiner Haustür bis zur Eingangstür der Kaffeemaschinen GmbH sind es nur zehn Minuten zu Fuß. Wenn die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich schon mal den Rechner hochfahren…

So liefern Sie ganz konkrete Vorteile mit, mit denen das Unternehmen rechnen kann – wenn es Sie einstellt. Und handfeste Argumente gefallen jedem Unternehmen.

Also: Ein möglichst konkreter Extra-Vorteil, den Ihr Arbeitgeber von Ihnen hat – wenn Sie den finden und ins Anschreiben einbauen, sammeln Sie dicke Pluspunkte.

Anschreiben Tipps: Postskriptum

Jetzt kommt noch ein ganz spezieller Tipp: Bauen Sie in Ihr Anschreiben ein PS am Ende ein. PS steht für Postskriptum und ermöglichte Briefeschreibern früher, einen wichtigen Punkt hinzuzufügen, ohne den Brief komplett neu schreiben zu müssen. In Zeiten moderner Kommunikationsmittel aber braucht niemand mehr ein PS, nicht wahr? Von wegen!

Gerade in E-Mails erzeugt ein PS hohe Aufmerksamkeit. Sie haben das bestimmt auch schon festgestellt. Ein PS liest man immer. Meist verbirgt sich etwas Wichtiges dahinter – oder etwas Interessantes. Nutzen Sie das auch im Anschreiben, etwa so:

PS: Ich werde am 15. Januar kurz bei Ihnen anrufen, um mich über den Stand des Bewerbungsprozesses zu informieren – und zu fragen, ob meine Bewerbung überhaupt angekommen ist. Falls Sie im Gegenzug noch weitere Fragen haben, können Sie mich gerne unter folgender Nummer anrufen: 0123-456789.

Anschreiben: Erfolgsformel

Sie sehen: Ein Anschreiben ist harte Arbeit. Aber sie lohnt sich. Wenn Sie sich beim Anschreiben – und beim Lebenslauf – ausreichend Mühe geben, steigern Sie dadurch Ihre Erfolgschancen. Hier nochmal die Erfolgsformel für ein gutes Anschreiben:

  • Problem: Welches müssen Sie lösen, um dem Arbeitgeber zu helfen? Identifizieren Sie es.
  • Erhöhung: Ein Trick ist es, das Problem zu erhöhen. Das macht Ihre Kompetenzen und die Stelle gleich viel wertvoller.
  • Lösung: Sie haben das Know-how, die Ausbildung und das Wissen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ihre Einstellung – das wäre die Lösung für das Unternehmen.
  • Überzeugung: Die Lösung müssen Sie auch überzeugend kommunizieren. Es muss klar werden, dass alles stimmt. Ohne Konjunktiv das Anschreiben beenden!

Anschreiben: 3 Tipps für Absolventen

  1. Spezialisierung

    Uni-Absolventen sind (noch) keine Spezialisten. Sie sind – mit wenigen Ausnahmen – Generalisten. Unternehmen aber suchen Leute, die bestimmte Kompetenzen und Fertigkeiten haben – Spezialisten eben. Fokussieren Sie Ihr Anschreiben und die gesamte Bewerbung auf die Skills, die das Unternehmen wirklich sucht.

  2. Erfahrung

    Jeder Mensch hat Erfahrung – auch, wenn er direkt von der Uni oder aus der Schule kommt. Praktika oder Auslandsaufenthalte absolviert? Erwähnen Sie diese und stellen Sie heraus, was Sie dabei gelernt haben. Ehrenamtliche Tätigkeit als Sporttrainer? Dito. Auch Sprachkurse oder der Nebenjob an der Tankstellenkasse können Sie sehr wohl weitergebracht haben. Destillieren Sie die wichtigsten Erfahrungswerte heraus, die Sie dabei gewonnen haben.

  3. Selbstbewusstsein

    Wer keine langjährige Berufserfahrung hat, könnte in die Studenten-Falle tappen. Nach dem Motto: Ich bin doch nur ein Student, also bin ich Bittsteller. Das ist falsch. Sie haben während des Studiums wertvolle Kompetenzen erworben und eine ganze Menge anzubieten. Personaler wollen selbstbewusste Mitarbeiter – und darum auch selbstbewusste Bewerber.

Anschreiben Alternative: Die Dankesrede

Ein Geheimtpp für ganz besonders Mutige: Formulieren Sie Ihre Bewerbung als Dankesrede! Also tun Sie so, als ob Sie den Job schon in der Tasche hätten.

Kein Witz: Malen Sie sich in Gedanken aus, warum Sie sich beworben haben und warum Sie eingestellt wurden. Dann könnte der Einstieg in Ihre Dankresrede etwa so lauten:

Als ich die Stellenanzeige gesehen habe, war mir sehr schnell klar: Diese Stelle gehört mir! Die Geschichte, die wirtschaftliche Stärke, die Zukunftsgewandtheit, die spannenden Produkte – diesem Unternehmen wollte ich helfen, noch besser zu werden. Auch die Aufgaben waren nahezu deckungsgleich mit dem, was mir liegt und was ich jahrelang in meiner Position als xx bei xx gemacht habe…

Das nur als Formulierungsbeispiel. Sie können es auch dezenter angehen – oder noch eine Spur selbstbewusster. Wichtig in jedem Fall: Stellen Sie die gesuchten Stärken auch hier nach vorne und versuchen Sie, diese anhand konkreter Beispiele zu belegen.

Aber Vorsicht: Diese Form des Anschreibens kommt ganz sicher nicht bei jedem Personaler gut an. Manchem könnte sie sogar Zornesfalten auf die Stirn treiben.

Andererseits: Sie fällt definitiv auf, hebt sich von anderen ab und macht neugierig auf den Verfasser. Sie würden doch auch die Person kennenlernen wollen, die hinter einem solchen Anschreiben steckt, oder?

[Bildnachweis: Iurii Stepanov by Shutterstock.com]

Bewerbungsmappe: Aufbau, Inhalt, Tipps

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Nein, sie ist noch nicht ausgestorben: Eine Bewerbungsmappe aus Papier kann Ihnen auch heute noch den Weg zum Traumjob ebnen – aber nur, wenn Sie sich ein bisschen Mühe geben. Das fängt bei der Wahl des richtigen Materials an, geht über Aufbau und Inhalt und endet mit dem Versand. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, belohnt Sie der Wunscharbeitgeber mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch

Bewerbungsmappe: Welche wähle ich?

Die Digitalisierung macht natürlich auch vor dem Bewerbungsprozedere nicht Halt. Wo früher Papier-Bewerbungen üblich waren, werden heute E-Mail-Bewerbungen und Online-Formulare verschickt.

Aber täuschen Sie sich bitte nicht: Es gibt noch immer sehr viele mittelständische Unternehmen – oder auch Behörden – die eine gedruckte Bewerbungsmappe bevorzugen. Denn für kleinere Firmen lohnt sich die Anschaffung einer teuren Rekrutierungssoftware oftmals nicht. In diesem Fall heißt es also noch immer: Ran ans Papier.

Am besten, Sie erkundigen sich vorher beim jeweiligen Unternehmen, welche Form der Bewerbung es bevorzugt.

Für Bewerbungsmappen gilt aber das Gleiche wie für andere Formate: Sind sie unvollständig, schießt sich der Bewerber selbst aus dem Job. Zumal auf eine ausgeschriebene Position oft Tausende Bewerber kommen. Darum: Seien Sie sorgfältig und sparen Sie nicht an der falschen Stelle.

Welche Mappe Sie wählen, hängt letztlich vom Adressaten und der Position ab. Diese Faktoren spielen eine Rolle:

Bewerbungsmappe Auswahl: Das bitte beachten

  • Position

    Wenn sie sich auf eine Lehrstelle bewerben, reicht ein einfacher Klemmhefter völlig aus. Für Berufe, die eine akademische Bildung voraussetzen, ist dagegen eine hochwertige Mappe zu empfehlen. Insbesondere Führungskräfte sollten auf hochwertiges Material achten. So transportieren Sie Qualität schon mit der Auswahl der Mappe.

  • Bewerbungsstrategie

    Wenn Sie Ihre Bewerbung möglichst breit streuen wollen, dann könnten lauter Edel-Mappen Ihr Budget sprengen – und Sie zur Billigmappe greifen. Das ist aber nicht zu empfehlen. Erstens dürften Sie heutzutage auch viele Online-Bewerbungen schicken, was mehr finanziellen Spielraum für die Papier-Mappen lässt. Zweitens sollte eine Bewerbung immer individuell sein. Wenn Sie also ohnehin nur ein oder zwei Bewerbungsmappen verschicken, dann nehmen Sie lieber gute.

  • Persönlichkeit

    Lassen Sie ruhig Ihren persönlichen Geschmack mit einfließen. Welche Form und Farbe gefällt Ihnen besser? Der eine mag Pappe, der andere Plastik. Ihre Wahl unterstreicht ein wenig auch Ihre Persönlichkeit. Und die ist es ja, die den Personaler brennend interessiert.

  • Erwartungen

    Sie dürfen den Personaler bei Gelegenheit ruhig fragen, welche Mappe er favorisiert. Manche schwören auf Klemmhefter, weil sich die Blätter leicht entnehmen lassen. Andere bevorzugen etwas Abgeheftetes in Form einer Akte. Passen Sie also Ihre Wahl – sofern bekannt – auf die Wünsche, Vorlieben und Erwartungen des Unternehmens an.

Bewerbungsmappe: So ist sie aufgebaut

In dieser Reihenfolge platzieren Sie die Inhalte in der Bewerbungsmappe:

  1. Anschreiben

    Im Bewerbungsschreiben legen Sie Ihre Motivation für den Job dar – und das Anschreiben selbst legen Sie obenauf. Sie können es – zum Beispiel bei einfachen Kartonmappen – mit einer Büroklammer befestigen. Bei Klarsichthüllen legen Sie es auf optischen Gründen besser lose obenauf und hinein.


  2. Deckblatt

    Sofern es einen Mehrwert bietet, kann das Deckblatt eine Bewerbung abrunden. Alternativ können Sie auch eine sogenannte Dritte Seite einfügen. Dabei handelt es sich um ein Kurzprofil, das die wesentlichen Informationen zusammenfasst. Kein Muss, aber ein Nice to have.


  3. Lebenslauf

    Der Lebenslauf kann Ihr Türöffner zum neuen Job sein – oder Ihnen die Tür vor der Nase zuknallen. Formell gesehen müssen Sie kein Bewerbungsfoto auf Ihrem Lebenslauf anbringen, sollten es aber tun. Es verleiht Ihrer Bewerbung ein Gesicht – und wird von den meisten Unternehmen gerne gesehen.


  4. Anlagen

    Zeugnisse von Ihren früheren Ausbildungs- und Arbeitsstationen gehören in die Bewerbungsmappe, ebenso Zertifikate von möglichen Weiterbildungen. Diese sollten Sie in der gleichen Reihenfolge anheften, in der Sie sie im Anlagenverzeichnis aufgeführt haben. Wenn Sie Ihre Bewerbung im amerikanischen Stil aufbauen, beginnen Sie mit der jüngsten Station.


Das sollte selbstverständlich sein: Eine Sammlung loser Blätter katapultiert Sie unweigerlich ins Aus. All Ihre Unterlagen gehören sorgfältig geordnet in eine DIN-A4 große Bewerbungsmappe. Und geben Sie sich auch nicht so viel Mühe, ein außergewöhnliches Design zu erstellen. Das imponiert keinem Personaler, sondern nervt in der Regel nur.

Doppelseitig bedrucken sollten Sie Ihre Unterlagen aber nicht. Das wirkt erstens geizig und scheint zweitens immer etwas durch. Unschön! Außerdem können so Informationen verloren gehen, wenn der Personaler die Unterlagen per Einzelblatteinzug kopiert – und das machen nicht wenige.

In der einfachen Variante haben sich Bewerbungsmappen bewährt, die ein transparentes Deckblatt haben. So sind Anschreiben, Name und Kontaktdaten sofort sichtbar. Dahinter heften, klemmen oder lochen Sie die restlichen Unterlagen in der richtigen Reihenfolge ein.

Faustregel: Der Personaler soll es so leicht, komfortabel und übersichtlich wie möglich haben. Genau darum ist es auch ratsam, auf kreative Ergüsse zu verzichten.

Und darum sollten sie die Bewerbungsmappe auch niemals falten, sondern in einen passenden C4-Umschlag stecken – am besten einen mit verstärktem Papprücken – und verschicken.

Bewerbungsmappe: Welche ist die richtige?

Grundsätzlich gilt: Je höher die Stelle dotiert ist, je attraktiver der Job, desto hochwertiger sollte auch die Bewerbungsmappe sein. Und noch dieser Hinweis: Für die meisten Menschen ist es angenemer, Karton anzufassen als Kunststoff.

Letztlich aber entscheiden Sie. Hier sind die drei gängigsten Bewerbungsmappen-Formen:

Bewerbungsmappe: Klemmordner aus Karton oder Kunststoff

Vorteile:

  • Sie können Unterlagen leicht herausnehmen. Er ist generell einfach zu handhaben.
  • Aus diesem Grund mögen ihn viele Personalentscheider.
  • Der Empfänger gewinnt schnell einen ersten Eindruck vom Bewerber (sofern der Kunststoff-Deckel des Klemmordners durchsichtig ist).
  • Der Ordner ist sehr günstig im Preis.

Nachteile:

  • Er wirkt vergleichsweise billig und versprüht den Charme einer Massenbewerbung.
  • Wenn die Klemmen qualitativ schlecht sind, behindern sie das Umblättern.
  • Sind die Klammern zu breit, kann man die Buchstaben links nicht mehr lesen.
  • Dann muss man die Unterlagen herausnehmen, um die Bewerbung richtig lesen zu können.


Bewerbungsmappe: Dreiteilige Mappe aus Karton

Vorteile:

  • Sie stellt einen guten Überblick her, weil man Lebenslauf und Zeugnisse nebeneinander lesen und vergleichen kann.
  • Sie wirkt vergleichsweise hochwertig.
  • Sie bietet Platz für ein zusätzliches Deckblatt.

Nachteile:

  • Sie ist relativ unhandlich, da man sie zweimal aufklappen muss.
  • Sie kann – je nach Position – übertrieben oder gar überkandidelt wirken.
  • Sie ist recht teuer.


Bewerbungsmappe: Zweiteilige Mappe mit Sichtfenster

Vorteile:

  • Durch das Sichtfenster gewinnt sie einen hohen Wiedererkennungswert.
  • Der Emfpänger gewinnt durch das Sichtfenster schnell einen ersten Eindruck.
  • Sie ist kompakter als die dreiteilige Mappe, ermöglicht aber ebenfalls, Zeugnisse und Lebenslauf nebeneinander zu legen.

Nachteile:

  • Sie gilt ebenfalls als unhandlich.
  • Für konservative Branche ist sie übertrieben, fast schon affektiert.
  • Sie ist vergleichsweise teuer.


Sonderform: Quadratische Bewerbungsmappe aus Karton

Vorteile:

  • Sie hat eine ungewöhnliche Form und sorgt für einen Aha-Effekt – und hohe Wiedererkennung.
  • Sie macht aufgrund ihrer Form neugierig und bringt die Leser – oftmals – dazu, alles intensiver zu lesen.
  • Für kreative Berufe und Branchen ist sie prädestiniert.

Nachteile:

  • Sie macht zusätzliche Arbeit, da man Anschreiben und Lebenslauf entsprechend zuschneiden muss.
  • Auch die Zeugnisse müssen aus diesem Grund skaliert und kopiert werden.
  • Muster und Vorlagen sind nur bedingt zu gebrauchen, auch für das Bewerbungsfoto muss ein neuer Platz gefunden werden.

Bewerbungsmappe: Welche Farbe wählen?

Eine Bewerbungsmappe erhalten Sie im Handel in allen Formen und Farben. Zu den Standard-Farben zählen gedeckte wie etwa Schwarz, Dunkelgrau, Hellgrau, Dunkelblau und Weinrot. Im Grunde ist es ganz einfach: Die Farbe auswählen, die einem am besten gefällt.

Aber es gibt einen kleinen Geheimtipp: Wählen Sie eine Farbe, die sich im Corporate Design des Wunscharbeitgebers wiederfindet. Wenn also etwa das Logo des Unternehmens blau ist, dann nehmen Sie auch eine blaue Mappe.

Die unterschwellige Message, die hier suggeriert wird: Ich gehöre schon dazu – oder will es unbedingt. Damit die Bewerbung wie aus einem Guss wirkt, könnte auch das restliche Design auf die Farbe abgestimmt werden: Schriftfarben, der Hintergrund des Bewerbungsfotos usw.

Bewerbungsmappe: Das gehört nicht hinein!

Die größte Sünde in diesem Zusammenhang ist wohl, die Bewerbungsmappe schlampig zusammenzukleistern. Damit geben Sie dem Arbeitgeber zu verstehen: Ich gebe mir schon jetzt keine Mühe und werde das im Beruf sicher auch nicht tun.

Pathetisch formuliert: Die Bewerbungsmappe ist Ausdruck Ihrer Persönlichkeit. Sie offenbart Ihren Charakter, akzentuiert Ihre stärken – und Schwächen. Geben Sie sich daher Mühe und achten darauf, folgende Fehler unbedingt zu vermeiden:

  • Achten sie peinlich genau darauf, dass Ihnen keine Rechtschreib- und Grammatikfehler unterlaufen.
  • Bitte keine Flecken, Eselsohren oder verwischte Tinte zurücklassen.
  • Die Angaben sollten allesamt aktuell sein – auch das Bewerbungsfoto.
  • Versenden Sie Zeugnisse stets nur als Kopie und nicht im Original. Gehen Sie verloren, haben Sie sonst ein Problem.
  • Name und Adresse des Empfängers bitte korrekt schreiben – und kontrollieren, ob sie überhaupt (noch) stimmen.
  • Checken Sie noch einmal, ob die Mappe alle Unterlagen enthält, die Sie aufgelistet haben.
  • Am besten entscheiden Sie sich für eine klare und gut lesbare Schrift wie Georgia oder Helvetica.

Die Auflistung ist keineswegs banal. Immer wieder zeigen Umfragen – oder auch Anfragen bei Personalern – wie schlampig viele Bewerber arbeiten. Das können sie sich zunutze machen – indem Sie die Bewerbungsmappe blitzsauber zusammenstellen und sich so von einem (gar nicht so kleinen) Teil des Konkurrenz abheben.

Zum Beispiel enthalten erstaunlich viele Bewerbungen Rechtschreib- und Tippfehler. Oft ein Ausschlusskriterium! Und mag ein Tippfehler bei manchen Entscheidern noch als Flüchtigkeitsfehler durchgehen, ist beim zweiten und dritten in den meisten Fällen Schluss.

Der schlimmste Fauxpas ist übrigens, die Namen der Ansprechpartner im Unternehmen falsch zu schreiben. 69 Prozent der befragten Personalchefs sind laut Karrierebibel-Umfrage gar nicht amused.

Das sind die schlimmsten Sünden in der Bewerbungsmappe:

  • Adresse, Ansprechpartner, Unternehmen falsch schreiben: 69 Prozent
  • Unangemessene Sprache/Jargon verwenden: 64 Prozent
  • Rechtschreibfehler machen: 53 Prozent
  • Bewerbungsunterlagen wiederverwenden: 44 Prozent
  • Unpassendes Foto verwenden: 38 Prozent
  • Romane schreiben statt auf den Punkt zu kommen: 33 Prozent
  • Anhänge vergessen: 30 Prozent
  • Lücken im Lebenslauf lassen: 28 Prozent
  • Uneinheitliches Schriftbild verwenden: 22 Prozent
  • Unterschrift und Datum vergessen: 21 Prozent
  • Unterlagen von Hand schreiben: 18 Prozent

Bewerbungsmappe: Darf ich lügen?

Lügen gehören zu einer Bewerbung wie der Händedruck zum Vorstellungsgespräch. Das
könnte man jedenfalls annehmen. Einer Umfrage der Personalberatung Robert Half unter
1.200 Personalmanagern zufolge lügt fast ein Drittel der Bewerber, wenn es darum geht, wie viel Verantwortung sie in früheren Jobs innehatten. Weitere Erkenntnisse:

  • 22 Prozent übertreiben ihre Management-Kompetenzen.
  • 16 Prozent bewerten die eigenen Sprachkenntnisse höher als sie in Wahrheit sind.
  • 10 Prozent setzen das frühere Gehalt vorsätzlich nach oben.
  • 5 Prozent sagen in Bezug auf ihre Softwarekenntnisse nicht die Wahrheit.
  • 4 Prozent schummeln bei ihrem Bildungsgrad.

Das ist nicht nur unklug, sondern gefährlich. Personaler werden es sich nicht nehmen lassen, Angaben zu überprüfen – durch einen Anruf beim früheren Arbeitgeber oder eine Suchanfrage bei Google zum Beispiel. Sprachkenntnisse werden im Bewerbungsgespräch auf die Probe gestellt, Software-Know-how spätestens im neuen Job. Und wer dreist Arbeitszeugnisse fälscht oder akademische Titel kauft, muss mit der fristlosen Kündigung rechnen.

Aber: Ein bisschen Make-up auftragen – das macht jeder. Und das ist auch gut, so lange man nicht lügt. Auch muss man in Einzelfällen tatsächlich nicht die Wahrheit sagen, zum Beispiel bei…

  • chronischen Krankheiten (sofern diese keinen Einfluss auf den Beruf haben)
  • (geplante) Schwangerschaften
  • eine überwundene Sucht

Bewerbungsmappe: Passiv zum Traumjob

Eine Bewerbungsmappe verschickt man aktiv. Aber sie ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit, um auf die eigenen Kompetenzen hinzuweisen. Wer aktiv Jobs sucht, sollte das auch passiv tun. Klingt paradox, ist es aber nicht.

Für die passive Bewerbung kommen unter anderem diese Optionen infrage:

  • Social Media

    Business-Plattformen wie Xing und Linkedin sind das Online-Äquivalent zur traditionellen Bewerbungsmappe. Ein Profil bündelt Informationen und stellt besondere Kompetenzen heraus. Sie sollten sie auch dann aktualisieren, wenn Sie sich per Bewerbungsmappe bewerben – um dem Personaler einen direkten Abgleich zu ermöglichen und keine Widersprüche im Lebenslauf zuzulassen. Auch bei Instagram, Twitter und vor allem Facebook tummeln sich viele Unternehmen.


  • Bewerbungshomepage

    Eine Bewerberhomepage gibt Ihrem Profil einen festen Platz im Internet. Und sie können auch eine Bewerbungsmappe mit dem Hinweis auf Ihre Bewerbungshomepage versehen – und so Online-Kompetenz beweisen. Optimalerweise verquicken Sie die Seite mit Ihren Social Media-Profilen, um eine bessere Sichtbarkeit herzustellen.


  • Lebenslauf-Datenbanken

    Mit unserem Lebenslauf-Editor hier auf Karrieresprung können Sie Ihre Bewerbung ganz bequem online erstellen. Auch tabellarischen Lebenslauf und den Rest der Unterlagen können Sie unproblematisch eintragen. Personalentscheider finden Ihr Profil und gehen bei Bedarf direkt auf Sie zu – ganz ohne Bewerbungsmappe.

Bewerbungsmappe: Checkliste

Eine gute und komplette Bewerbungsmappe besteht aus diesen Unterlagen:

  • Anschreiben (maximal zwei Seiten)
  • Deckblatt (optional)
  • Lebenslauf (maximal drei Seiten)
  • Bewerbungsfoto (im Lebenslauf)
  • Ausbildungszeugnisse (Kopien)
  • Arbeitszeugnisse (Kopien)
  • Fortbildungsnachweise (nur relevante)
  • Führerschein (falls verlangt, in Kopie)
  • Führungszeugnis (falls verlangt, in Kopie)

Was die Ausbildungsnachweise betrifft: Wenn Sie über mehr als fünf Jahre Berufserfahrung verfügen, müssen Sie der Bewerbungsmappe keine Schulzeugnisse mehr beilegen. Hochschulzeugnis oder Ausbildungszeugnis reichen aus. Viel Erfolg!

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Deckblatt Bewerbung: So muss es aussehen

Gute Frage: Deckblatt Bewerbung – ja oder nein? Ob Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit einem Deckblatt schmücken, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. Ein ungeschriebenes Gesetz dazu gibt es nicht. Manche HR-Entscheider mögen Deckblätter, da sie Übersicht schaffen und der Bewerbung eine persönliche Note verleihen. Andere verabscheuen sie, weil überflüssig, zeitraubend, nichtssagend. Wir stellen alle Argumente pro und contra Deckblatt gegenüber – und sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie sich für eines entscheiden…

Deckblatt Bewerbung: Was ist das?

Vorweg: Das Deckblatt in der Bewerbung ist kein Muss, sondern eine Zugabe. Man kennt es bisweilen auch als Titelbild, Bewerbungsdeckel oder Deckseite.

Aber schon bei der Bezeichnung beginnen die Missverständnisse. Ein Deckblatt ist nämlich kein Deckblatt im wörtlichen Sinne. Es liegt nicht oben auf der Bewerbungsmappe, sondern dem Lebenslauf obenauf.

Natürlich bleibt die Anordnung im Prinzip jedem selbst überlassen. Sie können das Deckblatt auch allen Bewerbungsunterlagen voranstellen. Aber das könnte ein Fehler sein. Denn die Kür Ihrer Bewerbung ist und bleibt – Deckblatt hin oder her – das Bewerbungsschreiben.

Im Anschreiben stellt der Bewerber heraus, warum er den Job haben will und was ihn auszeichnet. Das Anschreiben ist allemal wichtiger als ein optisch ansprechendes Deckblatt.

Ein Deckblatt dagegen bleibt immer Beiwerk. Es hat eine gestaltende Funktion, eine dekorative. Und es schafft einen ersten Überblick, dient der besseren Wiedererkennung. Das Deckblatt kann eine Bewerbung abrunden.

Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, dann sollten Sie sich bei der Gestaltung, bei Design, Farben und Inhalt aber auch Mühe geben. Wer in gestalterischen Fragen dagegen kein Könner ist, sollte es vielleicht lieber ganz weglassen.

Deckblatt Bewerbung: Dafür entscheiden oder dagegen?

Ob Sie sich für oder gegen ein Deckblatt entscheiden, ist ganz allein Ihre Sache. Folgende Vor- und Nachteile sollten Sie abwägen:

Deckblatt Bewerbung: Vorteile

  • Struktur

    Ein Deckblatt kann einer Bewerbung Struktur verleihen. Ist es gut aufgebaut und gestaltet, wirkt Ihre Bewerbung gleich ein Stückchen durchdachter und überlegter.

  • Einzigartigkeit

    Individuell sollte jede Bewerbung sein – das haben Sie vermutlich schon einmal gehört. Und es stimmt ja auch. Ein Deckblatt kann Ihrer Bewerbung ein i-Tüpfelchen sein, eine spezielle Note geben. Sie können damit Interesse wecken und sich von der Konkurrenz abheben. Das ist speziell dann eine Option, wenn Sie mutmaßlich viele Konkurrenten oder nur schlechte Chancen auf den Job haben.

  • Platz

    In Ihrem Lebenslauf können Sie sich nun voll und ganz Ihren beruflichen Stationen und Erfolgen widmen. Ein Deckblatt kann Platz und Freiräume schaffen.

  • Übersicht

    Für den Personaler ist Übersichtlichkeit ein entscheidendes Kriterium. Wer ist der Bewerber, wie sieht er aus, für welche Stelle bewirbt er sich? Das Deckblatt eignet sich dafür perfekt.

Deckblatt Bewerbung: Nachteile

  • Dopplungen

    Ein Deckblatt kann Sie zu Redundanzen verleiten. Das bedeutet für den Empfänger zusätzlichen Zeitaufwand – und Zeit verliert in einem stressigen Job niemand gerne. Auch könnte es eitel wirken, das eigene Foto gleich zweimal in den Bewerbungsunterlagen zu platzieren – auf dem Deckblatt und im Lebenslauf. Und die doppelte Nennung von Name oder Adresse ist ebenfalls überflüssig.

  • Ballast

    Wenn Sie eine gut strukturierte, übersichtliche Bewerbung zusammengestellt haben, brauchen Sie im Prinzip kein Deckblatt mehr. Überflüssiger Ballast! Haben Sie hingegen Zweifel, könnte es für mehr Klarheit beim Empfänger sorgen.

  • Optik

    Auch wenn Sie sicherlich ganz bezaubernd aussehen: Die prominente Platzierung des Bewerbungsfotos kann den Leser abschrecken. Vielleicht gefällt ihm Ihre Nasenspitze nicht, Ihre Frisur oder die Kleidung, die Sie tragen. All das kommt auf einem Deckblatt besonders gut zur Geltung. Sie sollten die Wirkung des Bewerbungsfotos – und persönliche Befindlichkeiten im Bewerbungsprozess niemals unterschätzen!

Fazit: Für ein Deckblatt spricht einiges, gegen ein Deckblatt vielleicht noch mehr. Das sah auch die Mehrheit der Personaler so, die das Karriereblog Karrierebibel zu dem Thema befragt hatte. Sie sprach sich gegen ein Deckblatt aus.

75 Prozent lehnten es ab, nur 25 Prozent finden es hilfreich. Andererseits: Die Ja-Sager stellen immerhin ein Viertel. Vor allem, wenn die Bewerbung sehr umfangreich und das Deckblatt gut gemacht ist, findet es auch Beachtung – und kann Bonuspunkte einbringen.

Deckblatt Inhalt: Was kommt drauf?

Das kommt auf die ausgeschriebene Stelle und Ihre Persönlichkeit an. Die wesentlichen Elemente aber sind immer gleich. Nämlich diese:

  • Überschrift

    Ganz oben auf der Seite steht ganz einfach: „Bewerbung“ oder „Bewerbungsunterlagen“. Die Überschrift ist optisch hervorgehoben.

  • Position

    Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Die Info ist insbesondere dann nützlich, wenn der Arbeitgeber gerade eine ganze Reihe neuer Stellen schafft und ausschreibt. Auch die Angabe, bei wem Sie sich bewerben, steht hier. Größter Pluspunkt: Damit machen Sie klar, dass Sie keine Massen- sonder eine individuelle Bewerbung angefertigt haben.

  • Bewerbungsfoto

    Ein Deckblatt ohne Bewerbungsfoto ergibt nur bedingt Sinn. Wenn Sie schon zusätzlichen Platz schaffen, sollten Sie ihn auch nutzen. Ein Foto gibt Ihrer Bewerbung ein Gesicht, macht sie persönlicher. Ob Sie das Foto links, rechts oder mittig platzieren, hängt vom Layout ab. Wichtig auch: Sie sollten auf dem Foto immer in die Seite hineinschauen und nicht heraus.

  • Kontakdaten

    Das sind wesentliche Angaben, die den Informationsgehalt erhöhen: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, evtl. Webseite.

  • Inhaltsangabe

    Eine Inhaltsangabe gehört zwingend auf das Deckblatt. Sie schafft Übersicht und Struktur. Listen Sie also auf, was alles in Ihrer Bewerbung steckt – Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Anlagen. Und achten Sie darauf, das die Reihenfolge der entspricht, in der die Unterlagen hinterher auch zu finden sind.

Noch mal der Hinweis auf den Wiedererkennungswert: Sieht der Personaler Ihr Deckblatt, dann erinnert er sich später vielleicht leichter wieder an Sie. Das kann ein Vorteil sein. Immerhin geht es in einer Bewerbung ja immer auch darum, Aufmerksamkeit zu erregen und Neugier und Interesse des Personalers zu wecken.

Der Personaler kann das Deckblatt also als Eye-Catcher wahrnehmen – und als zusätzlichen Service. Das ist für ihn ein Mehrwert. Merke: Auch Personaler mögen es, wenn ihnen Arbeit abgenommen wird.

Deckblatt Bewerbung: Tipps zum Design

  1. Seriosität

    Stellen Sie sich vor, Sie schreiben eine blitzsaubere Bewerbung und führen alle notwendigen Qualifikationen auf. Und dann vermasseln Sie sich alles mit einem infantilen Deckblatt. Grundsätzlich: Halten Sie das Deckblatt seriös, klar, übersichtlich. Überladen Sie es nicht inhaltlich und verzichten Sie auf allzu gewagte Design-Spielereien. Dazu zählen bunte Farben, ungewöhnliche Schriftarten oder abenteuerliche Muster. Das ist für den Leser im besten Fall anstrengend – und wirkt im schlimmsten Fall peinlich.

  2. Bezugnahme

    Das ist ein echter Mehrwert für jedes Personalbüro. Nennen Sie den konkreten Ansprechpartner im Unternehmen – und/oder die Referenznummer oder Kenziffer der Stellenanzeige. Am besten an einer prominenten, gut sichtbaren Stelle, an der man die Info nicht übersehen kann. Das erleichtert dem Emfpänger die Arbeit.

  3. Kontakdaten

    Auch Ihre eigenen Daten sollten auf dem Deckblatt gut sichtbar sein. Und kontrollieren Sie unbedingt, ob Sie alles korrekt geschrieben haben: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse. Ist Ihnen womöglich ein Buchstabendreher (bzw. Zahlendreher) in der Mobilfunknummer unterlaufen? Dann wird Sie der Personaler nicht erreichen, wenn er das versuchen sollte. Also: Alle Angaben sorgfältig checken.

  4. Motto

    Wenn Sie sich fest vorgenommen haben, im Gedächtnis des Entscheiders haften zu bleiben, dann geben Sie Ihrer Bewerbung ein Motto oder Slogan – und schreiben ihn auf das Deckblatt. Wählen Sie aber sorgfältig aus und verfallen Sie nicht in Klamauk. Und bitte auch keine abgedroschene Floskel oder ein inflationäres Zitat verwenden – das könnte böse nach hinten losgehen.

  5. Test

    Wie sieht alles in gedruckter Form aus? Gerade bei einem Deckblatt könnten Sie eine unangenehme Überraschung erleben, wenn Sie es ungeprüft drucken und verschicken. Farben, Strukur, Foto, Größe der Elemente – ist alles so, wie Sie sich das vorgestellt haben? Lieber auf Nummer sicher gehen, einen Testdruck machen und mit Argusaugen draufschauen.

Deckblatt Bewerbung: Warum es wichtig sein kann

Das Für und Wider haben wir Ihnen ja bereits genannt. Manche lieben Deckblätter, die meisten wohl eher nicht. Es gibt aber noch einen ganz grundsätzlichen Aspekt, den Sie bedenken sollten: Optik ist Trumpf!

Die Ruhr-Universität Bochum fand in einer Umfrage unter Personalern heraus, dass die Optik von Anschreiben und Lebenslauf für zwei Drittel ein wichtiges Entscheidungskriterium ist. Und dass nur 16,2 Prozent von ihnen die eingereichten Bewerbungsmappen als ansprechend empfinden.

Das bedeutet: Der äußere Eindruck zählt. Mit einem Deckblatt können Sie die Optik manchmal maßgeblich verbessern. Für Sie eine große Chance!

Beim Anschreiben legen 65,3 Prozent der Befragten Wert auf eine Formatierung nach DIN 5008. 84,1 Prozent halten es für wichtig, dass das Anschreiben nicht länger als eine DIN A4-Seite ist. 65,4 Prozent sind von Rechtschreib- und Grammatikfehlern überhaupt nicht angetan.

Der Lebenslauf wiederum sollte in erster Linie übersichtlich sein. 65,4 Prozent der Personaler präferieren die amerikanische Variante, möchten also die aktuelle Position ganz oben sehen. 72 Prozent finden kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Aufgaben und beruflichen Erfolgen wünschenswert.

Und das Deckblatt? Zu den Erfolgsgaranten zählt es nicht. Aber immerhin 31,8 Prozent der Personaler – und damit fast jeder Dritte – sehen darin einen Mehrwert. Voraussetzung: Es ist optisch ansprechend gestaltet. Bewerber können mit einem Deckblatt also durchaus Pluspunkte sammeln.

Deckblatt Bewerbung: Fazit

Das Deckblatt ist erstens ein Werkzeug zum Selbstmarketing. Und zweitens ein Tool, das dem Empfänger die Arbeit leichter machen soll.

Weil es so prägnant ist, beinhaltet es aber auch ein Risiko: Ein schlechtes Deckblatt kann für einen negativen ersten Eindruck sorgen und Ihre Chancen auf den Traumjob erheblich schmälern.

Alles in allem bleibt es Geschmackssache. Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, sollten Sie es vorher probeweise ausdrucken und auch von Freunden oder Verwandten einmal gegenlesen lassen – und nach ihrer Meinung fragen.

Grundsätzlich gilt: Investieren Sie ausreichend Zeit und Geduld in jede einzelne Bewerbung – ob mit Deckblatt oder ohne.

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Lebenslauf schreiben: Muster für Aufbau, Struktur, Formulierungen

Der Lebenslauf ist das Herzstück jeder Bewerbung. Ohne (tabellarischen) Lebenslauf keinen Job – in den meisten Fällen ist diese Formel korrekt. Bewerber sollten vor allem darauf achten, dass hier alle relevanten Qualifikationen und Fähigkeiten für das Stellenangebot zur Geltung kommen. Und sie sollten im Hinterkopf haben, dass Personalentscheider meist nicht viel Zeit haben, um Bewerbungen zu lesen und deshalb rigoros aussortieren müssen. Einen überzeugenden Lebenslauf schreiben zu können, ist zwar keine Raketenwissenschaft. Ein paar Punkte sollten Sie dabei aber trotzdem beachten. So besticht ein guter Lebenslauf vor allem durch Übersichtlichkeit, Struktur und die perfekte Akzentuierung. Alles, was Sie wissen müssen, damit Ihr Lebenslauf in der Bewerbung überzeugt…

Lebenslauf schreiben: Was wichtig ist

Der Lebenslauf soll Ihre Qualifikation für die ausgeschriebene Position herausstellen. Dazu zählen Ihre Ausbildung, Kenntnisse, Erfahrungen und Erfolge.

All das stellen Sie in einem möglichst übersichtlichen Profil zusammen. Mehr als zwei DIN-A4-Seiten sollte der Lebenslauf nicht umfassen.

Das ist Ihre grundlegende Aufgabe. Sie ist schwierig, aber nicht unmöglich. Achten Sie auf ein angemessenes Layout und eine gute Struktur. Das gilt selbstredend nicht nur für das Lebenslauf schreiben, sondern für die gesamte Bewerbungsmappe.

Lebenslauf: So sieht das Layout aus

Der tabellarische Lebenslauf hat sich längst durchgesetzt. Er ist übersichtlich, klar strukturiert und kann so das Profil des Bewerbers schärfen. Man könnte ihn im Netz-Jargon sogar als Listicle bezeichnen – als Liste, auf der die interessantesten Informationen sofort ins Auge springen.

Tatsächlich ist der Lebenslauf der wichtigste Bestandteil der gesamten Bewerbung. Personaler lesen ihn oft als Erstes – obwohl ja eigentlich das Anschreiben obenauf liegt.

Durch einen kurzen Blick auf den Lebenslauf kann man sofort sehen, ob der Bewerber die notwendigen Qualifikationen mitbringt – zumindest die formellen. Darum: Legen Sie bei der Gestaltung Ihres Lebenslaufs allergrößte Sorgfalt an den Tag.

Wichtig ist, dass Sie alle relevanten Informationen zur Ausbildung berücksichtigen, Ihre besonderen Kenntnisse, Zertifikate und Hobbys. Natürlich auch Ihre Soft Skills, sofern Sie für die Stelle wichtig sind.

Lebenslauf Formalia: Diese sind zu beachten

  • Aufbau

    Der tabellarische Lebenslauf ist Usus. Das bedeutet: links die Zeitangaben, rechts die Fakten. Und verzichten Sie auf optische Spielererein. Dafür empfindet kein Personaler Wertschätzung. Sie sammeln Fakten und wollen Übersichtlichkeit herstellen – alle Ablenkungen stören da nur!

    Kleiner Einwand: Wenn Sie sich für eine sehr kreativen Beruf oder initiativ bewerben, dann dürfen Sie mutiger sein. Schließlich geht es ja darum, überhaupt erst die Aufmerksamkeit des Personalers zu gewinnen. Bei einer „gewöhnlichen“ Bewerbung aber: die einzelnen Stationen Ihres Werdegangs nur mit Stichworten beschreiben.

  • Inhalt

    Keine Anrede, kein Gruß und auch keine Kommentare und persönliche Anmerkungen. Dafür gehört das in Ihren Lebenslauf:

    • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail, Familienstand, Staatsangehörigkeit.
    • Berufserfahrung: Ihre letzte bzw. aktuelle Station kommt nach oben. Chronologisch bewegen Sie sich jetzt nach hinten – und führen Ihre beruflichen Stationen auf, die weiter in der Vergangenheit liegen. Absolventen können ihre Studienschwerpunkte benennen, Arbeitssuchende ihre besonderen Kenntnisse.
    • Qualifikationen: Hier gehören relevante Weiterbildungen hin, Zertifikate, EDV- und PC-Kenntnisse, Sprachen und Führerschein – zum Beispiel.
    • Ausbildung: Bitte auch den möglicherweise geleisteten Wehr- und Zivildienst nicht unterschlagen.

    All das bringen Sie in eine Reihenfolge. Und achten Sie darauf, Lücken zu füllen. Große Lücken könnten den Verdacht entstehen lassen, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Lücken im Lebenslauf sind ein gefundenes Fressen für Personaler, um im Vorstellungsgespräch gezielt danach zu fragen.

  • Zeit

    Lückenlosigkeit ja, zeitliche Pedanterie nein. Soll heißen: Monatsangaben reichen im Lebenslauf vollkommen aus. Sie müssen Ihre Stationen nicht auf den Tag genau dokumentieren. Beispiel:

    06/2014 – 06/2017 Ausbildung zur Bankkauffrau in der Kreissparkasse Darmstadt

    Achten Sie aber darauf, keine großen Lücken im Lebenslauf zu lassen. Die werfen Fragen auf – und werden vom Personaler im Jobinterview todsicher zur Sprache gebracht. Von einer Lücke spricht man aber erst ab drei Monaten. Wenn sie also zwei Monate auf Weltreise waren – geschenkt.

  • Tabus

    Was Sie unbedingt weglassen sollten:

    • Familieninfos: Früher üblich: Vater: Oberstudienrat, Mutter: Hausfrau. Der Berufsstand Ihres Vaters oder Ihrer Mutter – er spielt keine Rolle.
    • Hobbys: Sind Ihre Privatsache. Sie sollten Freizeitbeschäftigungen nur ausführen, wenn sie einen direkten Bezug zur Stelle haben und Ihre Fähigkeiten unterstreichen.
    • Gehaltsvorstellungen: Geld ist ein Thema für die Gehaltsverhandlung – und unter Umständen auch fürs Bewerbungsschreiben.
    • Weltanschauung: Religiöse oder politische Ansichten gehören ganz sicher nicht in den Lebenslauf – auch eine mögliche Parteizugehörigkeit sollten Sie nur erwähnen, wenn es einen direkten Bezug zur Position hat.
    • Ballast: Grundsätzlich sollten Sie beim Lebenslauf schreiben darauf achten, diesen frei von jeglichen Informationen zu halten, die für den Job irrelevant sind. Motto: Weniger ist mehr.
  • Schluss

    Achten Sie darauf, den Lebenslauf auch gewissenhaft abzuschließen. Versehen Sie ihn also mit Ort, Datum und Unterschrift – das kann man als Echtheitssiegel interpretieren, welches bezeugt, das Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen.

    Beachten Sie bitte auch: Falsche Angaben im Lebenslauf können auch nach Ablauf der Probezeit noch zur fristlosen Kündigung führen. Seien Sie also sorgfältig – und liefern Sie kein Futter für den Fall, dass Ihr Arbeitgeber sie später loswerden will.

Lebenslauf schreiben: So wichtig ist die Optik

Kleider machen Leute, sagt man. Im Falle einer Bewerbung trifft das natürlich auch zu – ebenso für das Lebenslauf schreiben. Laut einer Erhebung von Bochumer Wissenschaftlern ist die Optik von Bewerbungsschreiben und Lebenslauf für Personalverantwortliche ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Nur 16,2 Prozent der Befragten fanden die eingereichten Bewerbungen als optisch ansprechend. Das dürfen Sie als gute Nachricht verstehen: Mit einer schön aufbereiteten Bewerbung landen Sie relativ einfache Bonus-Punkte.

Fangen Sie bei der Formatierung an. 65,3 Prozent der befragten Personaler legen Wert auf eine Formatierung nach DIN 5008. Viel wichtiger ist ihnen aber, dass das Anschreiben nicht mehr als eine Seite umfasst. Das betonten 84,1 Prozent. Was Sie unbedingt vermeiden sollten – und können: Rechtschreib- und Grammatikfehler finden 65,4 Prozent schlimm.

Exakt genauso viele wünschen sich, dass der Lebenslauf übersichtlich ist. Darum ist der tabellarische Lebenslauf nach amerikanischer Form für 76,5 der beliebtere. Sie fangen also mit der aktuellen Position an und arbeiten sich dann chronologisch rückwärts. Auch erwünscht: Kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Aufgaben und beruflichen Erfolgen. Das ist für 72 Prozent wichtig.

Und noch ein Tipp aus erster Hand: Fertigen Sie ein optisch ansprechendes Deckblatt an. Das ist absolut kein Muss, aber 31,8 Pozent der Personalentscheider vergeben dafür Pluspunkte. Übrigens: Optisch ansprechend bedeutet nicht, möglichst viele Verschnörkelungen und Verzierungen einzubauen. Klarheit und Übersichtlichkeit sind Trumpf – und ein erzeugter Mehrwert.

Kostenlose Lebenslauf-Vorlagen als Gratis-Download

Um Ihnen beim Gestalten, Formulieren und Strukturieren des Lebenslaufs zu helfen, haben wir hier für Sie ein paar Lebenslauf-Vorlagen als WORD-Datei erstellt, die Sie sich absolut kostenlos hier herunterladen können. Einfach auf das Vorschaubild klicken…

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Lebenslauf: So formulieren Sie ihn

Ihre beruflichen Stationen sollten im Lebenslauf nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Das würde auch dem vorrangigen Ziel zuwiderlaufen: Übersichtlichkeit herstellen, einen schnellen ersten Eindruck ermöglichen.

In der Kürze liegt die Würze – dennoch sollten Sie von Abkürzungen von Firmennamen oder einem einzelnen Stichwort zu einer Berufsstation absehen. Das wäre wiederum ZU kurz.

Ein Vorteil: Schon die richtige Struktur hilft Ihnen, Übersicht zu schaffen und den Lesefluss zu erleichtern. Sie sollten vor allem Ihre Kenntnisse und Qualifikationen in einheitlicher Form präsentieren.

Das ist wichtig:

  1. Unternehmen: Wo waren Sie tätig? Um welche Art von Unternehmen handelte es sich?
  2. Position: Wie war Ihre Positionsbezeichnung im jeweiligen Unternehmen?
  3. Aufgaben: Was haben Sie dort gemacht und welche Erfolge haben Sie vorzuweisen?

Versuchen Sie auch, Lücken im Lebenslauf adäquat zu füllen. Damit sind Zeiträume gemeint, in denen Sie keiner Beschäftigung nachgingen, nicht in Aus- oder Weiterbildung waren. Bei einer Lücke, die länger als zwei Monate dauert, schöpfen Personaler den Verdacht, dass Sie arbeitslos waren. Das ist zwar keineswegs verwerflich, hinterlässt aber – leider Gottes – bei manchen einen negativen Eindruck.

Füllen Sie Lücken also nach Möglichkeit mit…

  • Glaubwürdigen Fakten
  • Einer ehrlichen und klugen Erklärung

Denn es gibt sehr viele Lücken, die einen nachvollziehbaren Hintergrund haben – und bei jedem auf Verständnis stoßen. Zum Beispiel:

  • Krankheit

    Eine längere Erkrankung ist nichts, was man beim Lebenslauf schreiben kaschieren müsste. Sie müssen die genaue Krankheit (zum Beispiel Krebs) im Übrigen auch nicht nennen – das ist Teil Ihrer Privatsphäre. Auch die Pflege eines erkrankten Angehörigen gehört in diese Kategorie.

    Sie grenzen also nur den betreffenden Zeitraum ein und formulieren etwa so: „Auszeit wegen gesundheitlicher Probleme, mittlerweile vollständig genesen und einsatzbereit“. Oder: „Pflege der schwer erkrankten Mutter.“

  • Berufseinstieg

    Der Einstieg in den Beruf ist meist härter als ein späterer Umstieg. Berufseinsteiger können mit einer Schonfrist von bis zu sechs Monaten rechnen, für die der Personaler Verständnis aufbringt.

    Noch besser: Sie füllen die Zeit mit einem Praktikum oder einer Weiterbildung. Völlige Untätigkeit kommt nie gut an.

  • Studienwechsel

    Das Studium brechen noch immer sehr viele junge Leute ab. Mit falschen Erwartungen gestartet, das kann passieren. Bevor Sie einen anderen Studiengang belegen können, müssen Sie sich aber wieder bewerben, auf einen freien Platz warten und die Formalitäten klären. Das beansprucht Zeit – und ist eine plausible Erklärung für eine längere Lücke im Lebenslauf.

    Das gilt auch, wenn Sie das Studium ganz abbrechen und sich anderweitig orientieren. Aber: Alle paar Semester sollten Sie Ihr Studienfach nicht wechseln – das wäre ein Zeichen von völliger Planlosigkeit.

  • Arbeitslosigkeit

    Wer für kürzere Zeit arbeitslos war, muss das nicht verschweigen. Schließlich sind sie ja hinterher wieder in einer neuen Firma untergekommen.

    Füllen Sie die Lücke dann aber nicht mit „arbeitslos“, sondern formulieren Sie es dynamischer. Dass Sie aktiv auf Arbeitssuche, sich bemüht und Engagement an den Tag gelegt haben.

Lebenslauf schreiben: So formulieren Sie berufliche Stationen

  1. Lebenslauf Position: Arbeitgeber

    Sie schreiben die korrekte und vollständige Firmenbezeichnung. Also nicht Transformer, sondern Transformer GmbH.

    Auch der Firmensitz ist eine wichtige Information – beziehungsweise der Standort, an dem Sie tätig waren. Darum: Transformer GmbH, Betriebsstätte Recklinghausen.

  2. Lebenslauf Position: Firmenbeschreibung

    Weitere Infos, die von Interesse sind: Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens, die Mitarbeiterzahl und die (mögliche) Zugehörigkeit zu einem nationalen oder internationalen Konzern. Das kann etwa auch signalisieren, dass Sie in einem Unternehmen gearbeitet haben, in dem die Amttsprache Englisch war.

    Aber nicht ausufernd schreiben, am besten so: 12.000 Mitarbeiter weltweit, rund 250 am Standort Recklinghausen.

  3. Lebenslauf Position: Funktion

    Welche Position haben Sie im Unternehmen bekleidet? Das sollte auf den ersten Blick klar werden.

    Aber: Immer mehr Positionsbezeichnungen ähneln Fantasiegebilden. Wenn das bei Ihnen auch der Fall war, dann dürfen Sie es der HR-Abteilung durchaus die Arbeit abnehmen – und den Begriff in einen verständlichen deutschen Begriff überführen. Beispiel: Sie geben nicht Ihren ehemals offiziellen Titel Logistics Supervisor an, sondern Leiter interne Logistik.

    Andere Möglichkeit, falls sich der Begriff nur schwer oder gar nicht übersetzen lässt: Sie ergänzen ihn durch eine kurze Beschreibung in Klammern. Also zum Beispiel so: Deal Handler (Koordination der Warenströme).

    Andererseits gibt es mittlerweile eine Vielzahl an englischen Positionsbezeichnungen, die landläufig bekannt sind. Ein Beispiel: der Social Media Manager. Übersetzung oder Erklärung überflüssig (oder sogar peinlich, weil sie dem Adressaten Ahnungslosigkeit unterstellt).

  4. Lebenslauf Position: Verantwortungsbereich

    Nicht nur Ihre formelle Position ist wichtig, auch die Inhalte. Was haben Sie denn als Logistics Supervisor den ganzen Tag gemacht? Und über welche Erfolge und Ergebnisse durfte sich Ihr Arbeitgeber freuen?

    Beispiel:
    Leiter interne Logistik
    Verantwortlich für für Absackanlage, Lager, Kommissionierung, Entsorgung und Produktionsplanung
    16 Mitarbeiter
    Aufbau der neuen Logistikabteilung
    Aufbau einer rollierenden Absackreihenfolgeplanung mit Leistungsdokumentation
    Verdreifachung der Absackleistung durch Einführung eines Vollkontischichtsystems
    Einführung eines TPU-Recycling-Konzepts, dadurch Kostenreduzierung um 35 Prozent

    Nochmal: Keine Prosa, sondern kurze und prägnante Ansagen im Telegrammstil. Nur Stichpunkte! Irrelevantes oder semi-Wichtiges gerne auch weglassen.

Lebenslauf schreiben: Hier passieren Fehler

Kennen Sie das? Am Anschreiben feilen Sie tagelang, formulieren hin und her, stecken viel Energie hinein. Den Lebenslauf aber haken sie hinterher schnell nach Schema F ab. Credo: Copy and paste – passt schon. Fehler!

Seien Sie in punkto Lebenslauf schreiben genauso sorgfältig wie beim Anschreiben – oder sogar noch pingeliger!

Der Lebenslauf ist vermutlich der wichtigste Einzelbestandteil Ihrer Bewerbung. Hier zeigt sich, ob Sie den Cut machen – oder vorab aussortiert werden. Erst im nächsten Schritt wird das Anschreiben interessant.

Diese Fehler beim Lebenslauf schreiben sollten Sie vermeiden:

  • Keine Belege für Kenntnisse und Qualifikationen vorweisen
  • Lücken im Lebenslauf lassen
  • Für den Job irrelevante Angaben (zum Beispiel früheres Schülerpraktikum) einfügen
  • Zu wenige (konkrete) Angaben über bisherige Tätigkeiten und Berufen machen
  • Keine Zahlenbeispiele für angebliche Erfolge nennen
  • Übertriebene Sprachkenntnisse anführen
  • Unpassende Hobbys angeben

Diese Fehler im Lebenslauf kommen bei Layout und Gestaltung oft vor:

  • Übertriebenes Design
  • Zu viel Text und zu lange Ausführungen bei einzelnen Berufsstationen
  • Unübersichtliches Layout
  • Altes Bewerbungsfoto
  • Peinliche Anpassung des Layouts an das Firmendesign
  • Uneinheitlichkeit zwischen Anschreiben und Lebenslauf

Lebenslauf schreiben: Ist Schummeln erlaubt?

Darauf gibt es nur eine Antwort: Nein!

Bei falschen Zeugnissen oder gekauften Doktortiteln handelt es sich nicht um Bagatellen, sondern um Betrug. Wer der Urkundenfälschung überführt wird, riskiert eine fristlose Kündigung – auch dann, wenn Sie die Stelle schon sehr lange innehaben. Auch zivilrechtliche Konsequenzen sind nicht ausgeschlossen. Darum: Bleiben Sie ehrlich.

Das heißt nicht, dass Sie Ihrem Arbeitgeber in spe jedes Geheimnis auf die Nase binden müssen. Was Sie im Lebenslauf zum Beispiel NICHT erwähnen müssen:

  • Chronische Krankheiten, die keinen Einfluss auf den Job haben
  • Aufenthalte in einer Suchtklinik

Gegen kosmetische Eingriffe ist also nichts einzuwenden – so lange Sie bei der Wahrheit bleiben. Die kann etwa so aussehen:

Wenn Sie schon nicht für den Marktführer geabreitet haben, dann eben für „eines der fünf größten Unternehmen der Branche“. Auch damit darf man ruhig ein wenig angeben.

PS: Mehr dazu finden Sie auch im Youtube-Kanal der Karrierebibel.

[Bildnachweis: Dmitry A by Shutterstock.com]

Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau, Tipps und Gratis Lebenslauf-Editor

Der tabellarische Lebenslauf ist das Herzstück Ihrer Bewerbung. Für Personalentscheider ist er Gold wert, denn er bündelt alle notwendigen Informationen eines Kandidaten. Wichtig ist, dass Sie den tabellarischen Lebenslauf strukturiert aufbauen und Übersichtlichkeit herstellen. Passen dann auch noch die Inhalte, sind Sie Ihrem Traumjob ein großes Stück näher gekommen.

Wir zeigen Ihnen im folgenden Artikel, wie Sie den perfekten (tabellarischen) Lebenslauf aufbauen und strukturieren, wie Sie die einzelnen Punkte benennen und formulieren und nennen zudem Tipps, Tabus und Beispiele, welche Informationen unbedingt enthalten sein müssen (und welche nicht), damit Ihr tabellarischer Lebenslauf überzeugt…

Tabellarischer Lebenslauf: Darum ist er so wichtig

Der tabellarische Lebenslauf ist ein elementarer Bestandteil der Bewerbung. Er ist extrem wichtig – und für die Personaler extrem nützlich, da er eine Übersicht herstellt und alle wesentlichen Informationen eines Bewerbers übersichtlich strukturiert.

Ob ein Kandidat zum Stellenangebot in der Jobbörse passt, kann von Personalern so schnell erfasst werden.

Auch bei einer Kurzbewerbung oder Initiativbewerbung ist der tabellarische Lebenslauf unverzichtbar.

Lebenslauf und Bewerbungsschreiben bilden so das Zentrum jeder Bewerbung. Die weiteren Elemente einer „vollständigen“ Bewerbung sind:

Ein Deckblatt sollten Sie allerdings nur einbauen, wenn es einen echten Mehrwert bietet. Es ist eher Kür als Pflicht. Im Gegensatz zum Lebenslauf: Den tabellarischen Lebenslauf schicken Sie bitte in jeder Bewerbung.

Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau, Struktur, Informationen

Punkt für Punkt auflisten, Datum daneben, fertig. Stopp! Behandeln Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf bitte nicht wie einen Aussätzigen – indem sie ihn kaum anrühren.

Er sollte genauso sorgfältig und akribisch erstellt werden wie das Anschreiben. Und zwar für jede neue Bewerbung individuell.

Der tabellarische Lebenslauf ist nicht nur ein prägender Faktor Ihrer Bewerbung – er entscheidet, ob Sie überhaupt in die engere Auswahl kommen.

Grundsätzlich folgt der Lebenslauf einem klaren Schema. Diese Punkte werden nacheinander abgehandelt:

  • Persönliche Daten
  • Angestrebte Position
  • Beruflicher Werdegang & Berufserfahrung
  • Ausbildung (inklusive Schule und Studium)
  • Praktika
  • Kenntnisse und Weiterbildungen
  • Interessen & Hobbys

Die Grundidee: Ihr Lebenslauf soll dem Personaler auf den ersten Blick klar machen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen für den Job mitbringen und im Laufe Ihrer bisherigen Laufbahn gesammelt haben. Kurz: Sie bringen alle erforderlichen Voraussetzungen mit.

Der tabellarische Lebenslauf sollte daher auch nur zwei bis maximal drei DIN A4-Seiten umfassen. Nur wenn Sie schon zehn Jahre Berufserfahrung oder mehr auf dem Buckel haben, sind auch drei Seiten eine angemessene Länge. Besser ist aber immer, Sie fassen sich kurz. Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa.

Lebenslauf mit WORD verfassen

Tipp: Mit Microsoft WORD ist der Aufbau des tabellarischen Lebenslaufs kinderleicht. Einfach eine Tabelle mit zwei Spalten einrichten – oder die TAB-Taste (aber nicht die Leertaste!) nutzen. Später können Sie die Rahmen (bzw. Linien) der Tabelle sogar unsichtbar machen bzw. unter „Rahmen und Schattierungen“ entfernen. Die Formatierung der Seite bleibt dann aber erhalten.

Kostenlose Lebenslauf-Vorlagen als Gratis-Download

Um Ihnen beim Gestalten, Formulieren und Strukturieren des Lebenslaufs zu helfen, haben wir hier für Sie ein paar Lebenslauf-Vorlagen als WORD-Datei erstellt, die Sie sich absolut kostenlos hier herunterladen können. Einfach auf das Vorschaubild klicken…

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Diese Inhalte kommen in den Lebenslauf

  • Persönliche Daten

    Die Basics stehen immer ganz am Anfang: Vorname und Nachname, Anschrift, Kontaktdaten, Geburtstag, Geburtsort, Familienstand gegebenenfalls Staatsangehörigkeit. Ihre Konfession müssen Sie im Normalfall nicht aufführen. Nur bei speziellen Arbeitgebern – zum Beispiel im Sozialbereich – kann die Information manchmal vorteilhaft sein.

    Legen Sie hier auch bitte Sorgfalt an den Tag: Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Bewerber sein Geburtsdatum vertauscht hat und sich so ins Aus manövriert hat. Auch macht es einen denkbar schlechten Eindruck, wenn man seinen eigenen Namen – ganz offensichtlich – aus Schusseligkeit falsch geschrieben hat — zum Beispiel „Schmidtt“.

  • Angestrebte Position

    Diese Rubrik dürfen Sie als Geheimtipp verstehen. In den meisten Bewerbungen werden Sie den Eintrag „angestrebte Position“ vermutlich nicht finden.

    Aber ihr psychologischer Effekt ist enorm: Zum Einen erheben Sie so noch einmal ausdrücklich Anspruch auf die Position und sagen indirekt, dass Sie den Job wirklich haben wollen. Zum Anderen zeigt der Eintrag, dass der tabellarische Lebenslauf individuell, also nur für diese Stelle angepasst wurde. Kleiner Aufwand, große Wirkung!

  • Beruflicher Werdegang und Berufserfahrung

    Die amerikanische Variante des Lebenslaufs hat sich heute durchgesetzt. Das heißt: Sie beginnen mit Ihrer bisherigen Position. Danach folgen – absteigend – die Positionen davor. Ein Muss, den Lebenslauf so aufzubauen, ist das aber nicht. Sie können sich auch chronologisch von hinten nach vorne arbeiten und mit Ihrer ersten Berufsstation anfangen. Das ist vor allem für Berufseinsteiger sinnvoll, die noch nicht über viel Erfahrung verfügen.

    Wichtig ist nur, dass Sie die gewählte Variante konsequent durchziehen und auf ein sauberes Layout und einheitliche Formatierung achten. Die einzelnen Stationen ergänzen Sie um möglichst kurze, aber aussagekräftige Stichpunkte.

  • Ausbildung

    Die gewählte Chronologie (amerikanisch oder chronologisch) müssen Sie bitte auch hier durchhalten. Die Ausbildung umfasst neben dem Studium und möglichen Stipendien die Berufsausbildung, Schulbildung einschließlich der Schulabschlüsse und Abschlussnote.

    Geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst sollte ebenfalls nicht unterschlagen werden, weil sonst womöglich eine „Lücke“ im Lebenslauf entsteht. Gut möglich, dass im Vorstellungsgespräch später Fragen zur Ausbildung gestellt werden. Darauf vorbereiten!

  • Praktika

    Berufserfahrene mit langjähriger Expertise müssen selbstredend keine Praktika mehr aufführen. Für Berufsanfänger aber sind sie enorm wichtig.

    Vor allem sollten sie herausstellen, welche Erfahrungen und Kenntnisse Sie während des Praktikums gewonnen haben – und warum diese für die angestrebte Position von Vorteil sind. Stellen Sie also nach Möglichkeit eine direkte Verbindung zwischen Praktikum und Job her.

  • Hobbys

    Die Wahrheit ist: Persönliche Interessen und Hobbys befriedigen keinesfalls nur die angeborene Neugier eines Personalers. Sie werden vor allem geschätzt, weil Sie das persönliche Profil eines Bewerbers abrunden. Sie zeigen darin Persönlichkeit – und wenn diese Vorlieben für die Stelle auch noch relevant sind, umso besser!

    Achten Sie also darauf, was Sie hier hineinschreiben. Am besten nennen Sie Interessen, die in irgendeiner Weise Stärken und Talente betonen, die sich mit der Position decken. Beispiel: Sie wollen bei einer Versicherung anheuern, die auch wertvolle Spring- und Rennpferde versichert. Das Hobby „Reiten“ würde – natürlich nur, wenn es auch der Wahrheit entspricht – also wunderbar passen. Das könnten Sie übrigens auch durch die Mitgliedschaft in Vereinen oder Ehrenämter nachweisen.

    Weitere Punkte, die Sie hier aufnehmen könnten:

    • Elternzeit
    • Auslandserfahrung und Sprachreisen
    • Sprachkenntnisse
    • IT- und EDV-Kenntnisse
    • Führerschein
    • Auszeichnungen, Publikationen, Stipendien
    • Referenzen

    Aber nochmal der Hinweis: Überfrachten Sie Ihren Lebenslauf bitte nicht. Im Zweifel lieber einen Punkt weglassen, wenn die Bewerbung so unübersichtlich bleibt. Klarheit, Übersicht und Werdegang sind Trumpf.

  • Ort, Datum, Unterschrift

    Ein wichtiges Detail zum Schluss: Ihre Unterschrift fügen Sie bitte handschriftlich in den Lebenslauf ein. Ort und Datum können Sie noch in der Textverarbeitung ausschreiben.

    Das Datum zeigt die Aktualität und signalisiert dem Personaler überdies Individualität. Aussage: „Es handelt sich hier um ein Unikat, kein altes Massen-Papier.“ Mit Ihrer Unterschrift dokumentieren Sie zudem die Korrektheit der Angaben.

Lebenslauf-Editor – direkt im Browser

Nachdem Sie nun viel über den Lebenslauf gelernt haben, können Sie Ihr Wissen hier gleich anwenden und experimentieren. Dank HTML5 (was allerdings nicht jeder Browser unterstützt) können wir Ihnen hier einen kostenlosen Lebenslauf-Editor anbieten, samt erstem Lebenslaufmuster. So können Sie gleich im Browser die Vorlage unseres Musterlebenslaufs editieren und für sich persönlich mit Ihren Daten anpassen und umschreiben (gespeichert wird davon natürlich nichts). Dazu einfach auf den folgenden Kasten klicken.

Sobald Sie fertig sind, können Sie den tabellarischen Lebenslauf (den wir in amerikanischer Form angelegt haben) einmal komplett markieren, kopieren und in ein Textverarbeitungsprogramm (zum Beispiel Microsoft Word oder Google Docs) einfügen. Sobald Sie diese Seite neu aufrufen, ist allerdings wieder alles beim Alten. Probieren Sie es aus – es ist 100 Prozent kostenlos und funktioniert kinderleicht.

Natürlich müssen Sie den Lebenslauf (aus dem Editor) nachher noch handschriftlich unterschreiben und wenn Sie mögen auch noch ein Foto einfügen. Sollten Sie sich mit Verfassen, Formulieren sowie dem Aufbau und der Struktur des tabellarischen Lebenslaufs immer noch schwer tun, lesen Sie einfach weiter und kehren dann an diese Stelle und dem Lebenslauf-Editor zurück. Im Folgenden finden Sie noch zahlreiche Ratschläge, Tipps, FAQs zum Lebenslauf…

Lebenslauf Max Mustermann

Persönliche Daten

Name: Vorname, Nachname
Kontakt: Fantasiestr.1
12345 Beispielstadt
Telefon: 0123 / 4 56 78 90
Mail: m.mustermann@mail.de
Web: www.maxblog.de
Geburtsort/-tag: Köln, 29. Februar 2018
Familienstand: ledig


Angestrebte Position: ______________________

BERUFLICHER WERDEGANG

MM/JJJJ – MM/JJJJ AKTUELLE POSITION
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ POSITION DAVOR
Tätigkeiten + Erfolge
Tätigkeiten + Erfolge

AUSBILDUNG

MM/JJJJ – MM/JJJJ WEITERBILDUNG
Institut
Inhaltliche Schwerpunkte
MM/JJJJ – MM/JJJJ PROMOTION
Hochschule, Doktorvater
Inhaltliche Schwerpunkte
MM/JJJJ – MM/JJJJ ABSCHLUSS STUDIUM
Hochschule
Studiengang
MM/JJJJ – MM/JJJJ AUSBILDUNG
Ausbildungsbetrieb
Abschluss

PRAKTIKA

MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
Inhalte
Projekte, Leistungen, Erfolge
MM/JJJJ – MM/JJJJ UNTERNEHMEN
Inhalte
Projekte, Leistungen, Erfolge

BESONDERE KENNTNISSE

  • ZERTIFIKAT: Inhalte
  • EDV KENNTNISSE: Inhalte
  • FREMDSPRACHEN: Niveau der Sprachkenntnisse
  • FÜHRERSCHEIN: Klasse

INTERESSEN & HOBBYS

  • SOZIALES ENGAGEMENT: Was / Wo
  • EHRENAMT: Was / Wo
  • HOBBYS: Was genau
ORT, DATUM Unterschrift

Warum sollte ich einen Lebenslauf-Editor nutzen?

Es ist natürlich nur ein Angebot, das Ihnen die Arbeit erleichtern soll. Der Lebenslauf-Editor von Karrieresprung.de ermöglicht Ihnen online und absolut kostenlos Bewerbungsunterlagen beziehungsweise einen tabellarischen Lebenslauf direkt im Browser zu erstellen.

Wenn Sie den fertigen Text später in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren, haben Sie überdies die Möglichkeit, verschiedene Farben und Designs auszuwählen beziehungsweise das Dokument noch weiter zu gestalten. Wir entwickeln unser Angebot zudem ständig weiter, sodass mit der Zeit auch neue Lebenslaufvorlagen und Lebenslaufdesigns hinzu kommen.

Der Vorteil eines Lebenslauf-Editors besteht vor allem darin, dass Sie hier erst einmal nicht auf spezielle Software, wie zum Beispiel Microsoft Word, Pages oder Open Office angewiesen sind. Sie können Ihren Lebenslauf damit erst einmal von jedem Endgerät aus – PC, Laptop, Tablet, Smartphone – erstellen, gestalten und durch markieren und kopieren in Ihrer Zwischenablage speichern.

Tabellarischer Lebenslauf: So füllen Sie Lücken

Ihr Lebenslauf hat noch immer die eine oder andere Lücke? Das ist nicht so gut. Lebenslauf-Lücken sind Gift für die Bewerbung. Aber eine kleine Entwarnung: Als Lücken gelten nur Zeitabstände von mehr als zwei Monaten. Ein längerer Urlab oder eine kurze Pause? Halb so wild.

Achten Sie aber darauf, dass die Chronologie innerhalb Ihres Werdegangs passt. Fügen Sie die Stationen möglichst nahtlos aneinander, lassen Sie keine aus und achten Sie auf die Datierungen.

So werden die einzelnen Phasen stets mit Datumsangabe versehen – aber nicht auf den Tag genau. Nach diesem Muster:

MM/JJJJ – MM/JJJJ

Zum Beispiel so:

01/2017 – 11/2017 Position, Arbeitgeber

Der berufliche Werdegang ist – wie Sie sich denken können – für die Personalentscheider extrem wichtig. Er dokumentiert Ihre Stationen, Erfahrungen, Kompetenzen. Sprich: Ihr berufliche Eignung und Profession. Seien Sie daher nicht zu flapsig oder sorglos.

Wer zum Beispiel nur einen abgekürzten Firmennamen oder ein Mini-Stichwort zur jeweiligen Tätigkeit aufführt, offenbart Lustlosigkeit und mangelnde Professionalität. Besser, Sie stellen anhand von Beispielen klar, welchen Nutzen Sie für Ihre bisherigen Arbeitgeber hatten und welche Erfolge Sie vorzuweisen haben.

Die Herausforderung ist also: Möglichst viel sagen – mit so wenigen Worten wie möglich.

Wichtig ist auch, dass Sie Übersichtlichkeit und Struktur beibehalten. Am besten, Sie gliedern die Stationen nach diesem Schema:

  • Position: Welche Bezeichnung hatte Ihre Position?
  • Arbeitgeber: Wie hieß die Firma? Um welche Art von Unternehmen handelte es sich?
  • Aufgaben, Erfolge: Was haben Sie gemacht? Was haben Sie geschafft?

Schreiben Sie also nicht einfach:

Logistics Supervisor
Arbeitgeber: Logistik KG (100 Mitarbeiter)
Personalverantwortung für 20 Mitarbeiter

Sondern schreiben Sie lieber:

Leiter interne Logistik
Arbeitgeber: Logistik KG, Hamburg, (100 Mitarbeiter)
Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Tankzugentladung, 20 Mitarbeiter

  • Aufbau der Logistikabteilung
  • Verlagerung der Absackanlage
  • Verdoppelung der Absackleistung
  • Einführung eines Recycling-Systems und Kostenreduktion um 25 Prozent

Sie fassen also Ihre Aufgaben kurz und aussagekräftig zusammen – und garnieren Sie mit Ihren Erfolgen. Wichtig: Das alles nur im Telegrammstil, keine ausschweifenden Erklärungen und Romane.

Tabellarischer Lebenslauf: Welches Dateiformat?

Sündhaft teure Tools oder Wunderwerkzeuge benötigen Sie nicht, wenn Sie einen tabellarischen Lebenslauf erstellen wollen. Ein Textverarbeitungsprogramm wie WORD reicht völlig aus.

Wenn Sie den Lebenslauf hinterher durchs Internet schicken wollen, sollten Sie in jedem Fall eine PDF-Datei nutzen. Vorteil: Das Format ist gar nicht bzw. nur schwer veränderbar. Bewahren Sie die ursprüngliche WORD-Datei aber gut auf, um nachträgliche Änderungen vornehmen zu können.

Außerdem: Das PDF versehen Sie am besten mit einem sprechenden Dateinamen wie „Lebenslauf_Name.pdf“. Sie können die Datei dann immer zuordnen (der Personaler übrigens auch), ohne sie stets auf Neue öffnen zu müssen.

Gestaltungstipps für den tabellarischen Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf hat den Vorteil, schon per se übersichtlich zu sein. Durch den strukturierten Aufbau erkennt der Empfänger sofort, welche Fähigkeiten, Qualifikationen und Ausbildungsstationen der Bewerber hat. Das erleichtert die Arbeit der Personalentscheider enorm. Schnell die Angaben scannen und einmal drüberfliegen – das ist in drei fünf Minuten erledigt.

Deshalb sind die entscheidenden Vorteile des tabellarischen Lebenslaufs:

  • Man bündelt viele Informationen auf nicht mehr als zwei Seiten.
  • Relevante Auswahlkriterien wie Abschlussnote oder Berufserfahrung können schnell erfasst werden.
  • Der Lebenslauf stellt die direkte Vergleichbarkeit verschiedener Bewerber her.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch: Ihre Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb abzuheben, sind begrenzt. Wer seinen tabellarischen Lebenslauf zu aufwändig gestaltet, riskiert, dass Übersichtlichkeit und Struktur darunter leiden.

Trotzdem gibt es kleine Schrauben, an denen Sie drehen können. So können Sie den Lebenslauf zum Beispiel dezent aufpeppen, indem Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Fettschrift: Fettungen lassen sich gezielt einsetzen, um einzelne Passagen oder Bulletpoints hervorzuheben (wie in diesem Artikel). Das macht die Lesbarkeit besser. Achten Sie in dem Fall aber auf Einheitlichkeit, indem Sie zum Beispiel immer nur die Datumsangaben (MM/JJJJ) fetten.
  • Linien: Dünne und dezente Linien verbessern den Lesefluss ebenfalls. Setzen Sie diese gezielt ein, um dem Leser gewissermaßen Arbeit abzunehmen. Was auch hilft: Die Linien Grau und nicht Schwarz zu machen.
  • Farben: Allzu farbenfroh sollte der Lebenslauf nicht sein. Das lenkt ab und wirkt infantil. Sie könnten aber durchaus die Farbe, die das Unternehmen und der potenzielle Arbeitgeber im Logo verwendet, als Hauptfarbe wählen und für die Überschriften nutzen. Die versteckte Botschaft: Sie passen zum Unternehmen – und wollen dazugehören.
  • Kopfzeile: Wenn Sie in Ihrem Anschreiben eine Kopfzeile verwenden, sollte diese sich genauso auch im Bewerbungsannschreiben wiederfinden. Das verschafft Ihrer Bewerbung einen einheitlichen Look.
  • Bewerbungsfoto: Das Bewerbungsfoto gehört – sofern Sie eines anbringen möchten – im Lebenslauf nach rechts oben. Je nach Aufbau und Design sind aber auch andere Varianten möglich. Nach dem AGG – dem Allgemeinen Gleichbehandlunsgesetz – können Sie das Bewerbungsfoto heute zwar auch weglassen. Wir empfehlen das aber nicht. Tatsächlich können Sie sich damit immer noch positiv von der Masse abheben – vorausgesetzt, das Bewerbungsfoto ist professionell und originell gemacht.

Tabellarischer Lebenslauf: Tabus

Stopfen Sie Ihren Lebenslauf bitte nie mit irrelevanten Informationen voll. Und auch nicht mit unpassenden Angaben. Diese zum Beispiel gehören nicht hinein:

  • Angaben zur Familie
  • Beruf der Eltern
  • Gehaltsvorstellungen (sind nur bei Bedarf im Anschreiben zu platzieren)
  • Rechtfertigungen für Kündigungen
  • Formulierung „arbeitslos“ (bitte ersetzen durch die aktivere Formulierung „arbeitssuchend“)

Tabellarischer Lebenslauf: Checkliste

Haben Sie auch an alles gedacht? Unsere Checkliste sagt es Ihnen. Diese Inhalte bitte nicht im Lebenslauf vergessen:

  • Vorname, Nachname
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Geburtsdatum, Geburtsort
  • Familienstand
  • Staatsangehörigkeit
  • Berufliche Stationen (Unternehmen, Ort, Tätigkeit)
  • Praktika (während der Hochschulzeit)
  • Studenten-, Mini- oder Nebenjobs (sofern für die neue Position relevant)
  • Studium (Hochschule, Fächer, Schwerpunkte, Abschlussnote, ggf. Thema der Abschlussarbeit)
  • Auslandssemester
  • Schulabschluss (Schulname, Abschlussnote)
  • Berufliche Ausbildung
  • Sprachkenntnisse
  • Computerkenntnisse
  • Weiterbildungen und Zertifikate
  • Führerschein
  • Soziales Engagement und Ehrenämter
  • Hobbys (optional)

Service-Tipp

Bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken: Lassen Sie diese am besten noch von einem Dritten prüfen. Sind die Unterlagen vollständig? Ist der Lebenslauf korrekt? Überzeugt das Anschreiben? So entgehen Ihnen auch kein Grammatik- oder Rechtschreibfehler.

Ideal ist, hier die Unterstützung durch einen professionellen Lebenslauf-Check und die Hilfe von Profis – wie zum Beispiel CV Coach, einem zertifizierten Personalberater. Karrieresprung.de hat für Sie extra eine Kooperation abgeschlossen, um Ihnen eine erste kostenlose Unterstützung vom Bewerbungsexperten bieten zu können. Nutzen Sie also gleich hier den für Sie kostenlosen und professionellen Lebenslauf-Check.

FAQ zum Lebenslauf: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Zum Abschluss haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ) zum Thema tabellarischer Lebenslauf, Lebenslauf schreiben, formatieren, bewerben zusammengefasst (auch als PDF und kostenlosen Download)…

Ist des möglich, dass Design und Layout Lebenslauf-Editors zu ändern?

Im Editor selbst leider nicht. Aber sobald Sie Ihren Lebenslauf vollständig erstellt und alle Daten im Lebenslauf-Editor individuell umformuliert haben haben, können Sie den gesamten Text per copy & paste in ein Textverarbeitungsprogramm auf Ihrem Rechner einfügen und dort natürlich jederzeit die Farben oder Designs wechseln – solange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und den perfekten Lebenslauf für Ihre Bewerbungsunterlagen gefunden haben.

Kann ich den Abstand zwischen den Kategorien vergrößern?

Um größere Abstände zwischen einzelnen Abschnitten zu erzeugen, geben Sie einfach mehr Leerzeilen ein („Return“ bzw. „Enter“-Taste drücken). Der Zwischenraum zwischen den Zeilen erhöht sich dadurch und Sie können den Platz der DIN A4 Seite optimal ausnutzen und mit sogenanntem Weißraum etwas gestalten.

Wer haftet für den Lebenslauf-Editor?

Sie selbst. Unser Lebenslauf-Editor ist ein kostenloses und unverbindliches Angebot. Die Nutzung des Lebenslauf-Editors erfolgt damit auf eigene Gewähr. Wir übernehmen daher keinerlei Haftung für die korrekte Nutzung des Editors, für korrekte Bewerbungsunterlagen oder den Erfolg der Bewerbung.

Wird der Lebenslauf automatisch dauerhaft gespeichert?

Nein. Ihre Eingaben werden nur lokal auf Ihrem Browser und nur während der aktuellen Sitzung vorgehalten. Sobald Sie unsere Seite verlassen oder aktualisieren bzw. neu laden, werden alle Eingaben zurückgesetzt. Sie können also ganz anonym und immer wieder gratis den Lebenslauf-Editor nutzen. Allerdings werden die Daten dann eben auch jedes Mal gelöscht, sobald Sie Karrieresprung.de verlassen. Wollen Sie den Lebenslauf zu einem späteren Zeitpunkt und für eine andere Bewerbung nutzen, müssten Sie alle Daten erneut eingeben.

Wie kann ich mein Bewerbungsfoto hochladen?

Das geht später nur in Ihrer Textverarbeitung. Bei Microsoft Word gehen Sie dazu auf den Menüpunkt Einfügen -> Foto -> Bild aus Datei. Dann erscheint ein Feld, in dem Sie eine Quelle (auf Ihrem Rechner) auswählen können, wo Ihr Bewerbungsfoto gespeichert ist. Anschließend klicken Sie auf „Einfügen“ – und das Bewerbungsbild wird automatisch in Ihre Lebenslauf-Vorlage eingebaut. Dann müssen Sie nur noch die optimale Position auswählen.

Lässt sich der Lebenslauf zu einem späteren Punkt noch bearbeiten?

Ja, aber wie oben schon gesagt, nur wenn Sie diesen in einer eigenen Datei auf Ihrem Rechner lokal gespeichert haben. Ansonsten werden die Daten hier im Browser automatisch gelöscht, sobald Sie die Seite verlassen. Wir selber speichern keinerlei Daten, wenn Sie hier etwas eingeben und können auch nicht mitlesen. De facto geschieht das ausschließlich lokal auf Ihrem Rechner und Browser.

Ist es möglich, mehrere Lebensläufe zu erstellen?

Selbstverständlich, das empfehlen wir sogar. Sie können unseren Lebenslauf-Editor natürlich auch für verschiedene Bewerbungsmappen und -zwecke nutzen. Nur müssen Sie die Daten eben immer lokal auf Ihrem Rechner anpassen und speichern. Dort und danach können Sie dann auch jederzeit ein neues Layout auswählen und editieren.

Mir fehlt eine wichtige Funktion. Kann ich mir etwas wünschen?

Wir versuchen unseren Lebenslauf-Editor stetig zu verbessern und die Wünsche unserer Nutzer zu berücksichtigen. Natürlich können wir dabei nicht alle Wünsche erfüllen und berücksichtigen. Manches ist technisch auch einfach zu aufwendig oder zu teuer. Aber natürlich freuen wir uns jederzeit über Anregungen und Fehlermeldungen. Schicken Sie uns dazu einfach Ihr Feedback an die Adresse im Impressum. Wir sagen schon mal Danke für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung.

An welcher Stelle wird der Lebenslauf in der Bewerbungsmappe eingeordnet?

In der typischen Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben lose obenauf. In der Bewerbungsmappe selbst steht der Lebenslauf an erster Stelle.

Wird zudem ein Deckblatt verwendet, landet der Lebenslauf auf Rang 2. In dem Fall kommt also das Deckblatt an erster Stelle – innerhalb der Mappe. So sieht das Ergebnis dann zum Beispiel aus:

Wie schreibt man eine Bewerbung Vollstaendige Bewerbungsmappe Bewerbungsunterlagen Muster

Wichtig: Anschreiben und Lebenslauf werden beide per Hand unterschrieben. Im Falle einer E-Mail-Bewerbung wiederum wird meist nur ein einziges PDF im
Anhang versendet. Auch hier folgt der Lebenslauf in dem Bewerbungsdokument nach dem Bewerbungsanschreiben.

Der tabellarische Lebenslauf ist heute Standard. Der Begriff meint eine tabellarische Darstellung des beruflichen Werdegangs – in der Regel in zwei Spalten: links die Datumsangaben und Zeitspannen (Format: mm/JJJJ – MM/JJJJ), rechts die Angaben zu bisherigen Stationen, Kompetenzen, Interessen, Hobbys.

Was ist ein amerikanischer Lebenslauf?

Es gibt heute zwei Varianten, wie sich der tabellarische Lebenslauf aufbauen lässt – amerikanisch oder chronologisch.

Beim sogenannten amerikanischen Lebenslauf werden die beruflichen Stationen so aufgelistet, dass die letzte beziehungsweise aktuelle Position zuerst erscheint. Beim chronologischen Lebenslauf ist es genau umgekehrt.

Die amerikanische Variante hat sich inzwischen als Standard durchgesetzt. Der chronologische Lebenslauf eignet sich dafür eher bei aktueller und längerer Arbeitslosigkeit, da diese dann erst später im Dokument erscheint. Letztlich ist aber beides erlaubt und eine persönliche Geschmacksfrage.

Hierbei haben Sie im Grunde drei Möglichkeiten:

  • Sie erstellen Ihren Lebenslauf individuell und komplett selbst.
  • Sie erstellen den Lebenslauf mithilfe von (kostenlosen) Vorlagen (wie Sie diese auf
    zum Beispiel auf Karrierebibel.de finden).
  • Sie lassen den Lebenslauf von einem Profi erstellen, gestalten und optimieren. Falls Sie sich für die erste Variante entscheiden, ist vermutlich die Textverarbeitung von Microsoft WORD die erste Wahl. Mit dem Textverarbeitungsprogramm lassen sich (unsichtbare) Tabellen oder Tabulatoren in das Dokument einfügen und die Textblöcke exakt an diesem Raster ausrichten.

Fertige Muster und Lebenslauf-Vorlagen nehmen Ihnen diese Arbeit ab. Hier brauchen Sie meist nur noch den vorgefertigten Blindtext durch eigene Angaben zu ersetzen.

Wichtig: Da solche Vorlagen oft auch von vielen anderen Bewerbern genutzt werden, sollten Sie diese immer persönlich abwandeln und individualisieren. Oft reicht es schon, ein anderes Hintergrundbild (sogenanntes Wasserzeichen) einzufügen.

Darüber hinaus können und sollten Sie bei einem solchen Lebenslauf-Muster möglichst auch die Schriftarten, Schriftgrößen sowie vorhandene Farben und Grafik- Elemente anpassen. Das kann etwas Zeitaufwand in Anspruch nehmen, lohnt sich aber immer, weil Ihr Lebenslauf so einzigartig wird.

Welche Schriftart und Schriftgröße eignet sich für den Lebenslauf?

Auch wenn die Typographie der Bewerbungsunterlagen auf den ersten Blick irrelevant scheint – Schriftarten entfalten subtile Wirkung – erst recht, wenn es sich dabei nicht gerade um eine der beiden Standard-Schriftarten Arial oder Times handelt. Glücklicherweise gibt es hervorragende Alternativen…

Egal, für welche Schrift Sie sich entscheiden – sie muss gut lesbar sein. Zu viele Schnörkel oder Designschriften sind bei langen Texten eher eine Netzhautpeitsche. Wir finden zum Beispiel Helvetica oder Georgia nach wie vor für sehr geeignet.

Die meisten Bewerber verwenden übrigens die Standard-Schriftgröße von 12 Punkt für den normalen Text. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und perfekt lesbar. Das vorausgesetzt können Sie aber dennoch bewusst mit der Schriftgröße experimentieren und origineller und individueller werden – zum Beispiel mit der sogenannten 11-13-15-Regel:

  • 11-Punkt: In dieser Schriftgröße sollte der gesamt Fließtext stehen. Also alle längeren Textpassagen im Lebenslauf oder Anschreiben. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen.
  • 13-Punkt: Diese Größe sollte allein Datum, Absender, Adressen, Zwischenüberschriften (etwa im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Hierfür eignen sich groteske Schriften.
  • 15-Punkt: Diese Schriftgröße verwenden Sie bitte nur für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen und in Erinnerung bleiben (serifenlose Schrift).

Warum ausgerechnet diese krummen Größen? Ganz einfach: Weil die Mehrheit der Bewerbungen heute dem Schema 12-14-16 folgt. Nebeneinander gelegt werden Sie also prompt auffallen.

Die wichtigste Regel für Schriftart und Schriftgröße aber hat mit der Typographie gar nichts zu tun. Sie lautet: Verwenden Sie in all Ihren Bewerbungsunterlagen – Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite oder Motivationsschreiben – immer dieselbe Schriftart. Schwarz auf Weiß.

Wer hier willkürlich mixt, signalisiert seinem Leser, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, individuell für das Unternehmen Gestaltetes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent bei den Absagen.

Gehören Angaben zu den Eltern in den Lebenslauf?

Kurze Antwort: Nein. Das ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, wo man noch die Berufe der Eltern im Lebenslauf erwähnt hat. Das interessiert heute aber niemanden mehr. Schließlich bewerben sich nicht ihre Eltern auf die Stelle, sondern Sie.

Wo kann ich den Führerschein im Lebenslauf erwähnen?

Der vorhandene Führerschein gehört in die Rubrik „Besondere Kenntnisse“. Die Angaben dazu sollten Sie zudem mit den vorhandenen Führerscheinklassen versehen.

Dass Sie einen Führerschein besitzen, sollten Sie aber nur angeben, wenn dies in der Stellenanzeige verlangt wird (etwa bei Berufsfahrern oder reisenden Handelsvertretern). Ansonsten ist diese Information irrelevant und kann gestrichen werden.

Zunächst einmal hängt das natürlich vom bisheri