Vorstellungsgespräch Körpersprache: Die 10 größten Fehler

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Wie der Bewerber geht, guckt und gestikuliert – das ist oft noch wichtiger als das, was er im Vorstellungsgespräch sagt. Die Körpersprache gibt viele Geheimnisse über uns preis: Sie zeigt, ob wir nervös oder abgebrüht sind, offen oder verschlossen. Zumindest glauben das viele; Personalverantwortliche messen der Körpersprache eine große Bedeutung zu. Allein darum sollten Bewerber auf ihre Hände und Füße achten, auf Gestik und Mimik. Vorstellungsgespräch Körpersprache: Was gut ankommt – und was nicht…

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Die 10 größten Fehler

Ein Bewerber, der im Vorstellungsgespräch zu jedem Zeitpunkt die richtigen Dinge sagt, kriegt den Job trotzdem nicht – wenn seine Körpersprache negativ auffällt.

Keine Angst: Ihre Gestik und Mimik müssen nicht perfekt oder makellos sein. Jeder wippt oder zappelt oder nestelt oder fuchtelt mal ungelenk herum – alles völlig normal. Aber der Gesamteindruck muss stimmen.

Sofern Ihre erratischen Bewegungen Überhand nehmen, wird Ihr Gegenüber denken: Was stimmt mit ihm oder ihr nicht? Zu den Gesten, die Personalern negativ auffallen, zählen laut einer Umfrage des US-Karriereportal Career Builder vor allem diese:

  1. Kein Blickkontakt aufnehmen

    Für 68 Prozent der befragten Recruiter ist fehlender Augenkontakt Lapsus Nummer eins. Für Bewerber gilt: Sie müssen Ihrem Gegenüber nicht wie hypnotisiert ununterbrochen in die Augen blicken, aber die meiste Zeit schon. Faustregel: Mindestens eine Sekunde den Augenkontakt halten, aber nicht länger als drei Sekunden. Blickkontakt steht für Offenheit und Selbstbewusstsein, fehlender Augenkontakt für das Gegenteil.

  2. Zu wenig lächeln

    38 Prozent der Personaler fehlt das Lächeln. Die Dosis macht das Gift. Wer nonstop grinst, wird nicht für voll genommen. Ab und zu sollten Sie aber lächeln, insbesondere bei der Begrüßung und der Verabschiedung. Lächeln macht Sie sympathisch.

  3. Auf dem Tisch mit etwas herumspielen

    Für 36 Prozent der Personaler keine gute Sache. Ob es sich um einen Kugelschreiber oder einen Ring oder etwas anderes handelt – spielen und fingern Sie während des Jobinterviews nicht herum. Ein Zeichen von Nervosität. Und es nervt!

  4. Herumzappeln

    32 Prozent der Befragten mögen es nicht, wenn der Bewerber auf seinem Stuhl herumzappelt. Starr und steif sollten Sie keineswegs dasitzen, aber nicht unentwegt von der linken auf die rechte Po-Backe rutschen oder ausufernde Bewegungen mit Ihrem ganzen Körper machen. Wirkt unsouverän.

  5. Schlechte Sitzhaltung einnehmen

    Für 31 Prozent der Personaler ein Ärgernis. Wer sich lustlos in den Stuhl hängt, zeigt mangelnden Respekt. Auch die breitbeinige Macker-Pose kommt nicht gut an. Ins Gegenteil sollten Sie aber auch nicht verfallen und wie ein Häufchen Elend mit herunterhängenden Schultern im Stuhl kauern. Besser: Aufrecht hinsetzen, dabei die gesamte Sitzfläche einnehmen, die Beine leicht nebeneinander stellen, Arme und Hände locker auf dem Tisch platzieren und den Körper leicht (!) vorlehnen. So wirken Sie interessiert und engagiert.

  6. Arme verschränken

    31 Prozent der Befragten mögen es nicht, wenn ein Bewerber die Arme vor der Brust verschränkt. Die Geste ist eine Abwehrhaltung, steht für Verschlossenheit und Unnahbarkeit, nicht für Offenheit und Neugier. Noch schlimmer sind indes Hände, die in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken versteckt werden. Absolutes No-Go!

  7. Mit den Haaren spielen oder ins Gesicht fassen

    Für 26 Prozent der Befragten sind dies schlechte Gesten. In der Tat wissen viele Bewerber nicht, wohin mit ihren Händen. Eine Lösung ist es aber nicht, damit ständig in die Haare oder ins eigene Gesicht zu greifen. Deutet darauf hin, dass sich der Bewerber nicht im Griff hat und hypernervös ist. Kann sogar infantil wirken.

  8. Schlaff die Hand geben

    22 Prozent der Personaler verabscheuen einen laschen Händedruck. Er ruiniert nicht nur den ersten, sondern oft den gesamten Eindruck. Ein fester Händedruck ist insbesondere auch für Frauen wichtig. Deutet auf Durchsetzungsfähigkeit hin und drückt Respekt aus.

  9. Zu wild herumfuchteln

    13 Prozent stehen nicht auf wilde Gesten. Dabei ist es generell ratsam, die eigenen Argumente mit Handgesten zu untermauern. Rotieren und gestikulieren Sie während des Vorstellungsgesprächs lieber mit Ihren Händen, als Sie stocksteif im Schoß zu versenken. Zu hektisch und übertrieben sollte Ihre Gestik indes nicht sein. Am besten vorher vor dem Spiegel üben.

  10. Zu stark die Hand geben

    8 Prozent der Personaler ist ein zu starker Händedruck unangenehm. Einem toten Fisch will man zwar nicht die Hand geben, sie aber auch nicht in eine Presse hineinlegen. Credo für Bewerber: Kräftig die Hand schütteln, aber nicht auf Teufel komm raus drücken wie Mister Universum.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Erster Eindruck

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie eine große Klippe umschifft. Sie zählen zu den Auserwählten, bringen offensichtlich alle notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen mit.

Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und ohne überzeugende Kür kann niemand Eiskunstlauf-Weltmeister werden – und den Job bekommt er oder sie auch nicht. In der Regel sind es die Soft Skills, die zu Punktabzügen in der B-Note führen.

Wenn beim Personaler der Eindruck entsteht, der Bewerber passe doch nicht richtig ins Team, dann war es das. Das kann an fehlendem Sinn für Humor liegen oder auch an einer extravaganten Kleidungswahl – oder eben an der Körpersprache. Bewerber senden viele versteckte Signale aus.

Wichtig ist der erste Eindruck. Oft bilden wir uns in den ersten Momenten schon ein abschließendes Urteil über eine Person, das wir dann immer weiter verfestigen. Die Körpersprache ist hierfür mitentscheidend. Warum schaut mir der Bewerber nicht in die Augen? Wieso ist sein Händedruck so schlapp wie ein toter Fisch? Warum guckt er so böse?

Über die Qualifikationen eines Kandidaten sagt all das rein gar nichts aus. Aber es ist dennoch von enormer Tragweite. Denken Sie vor Ihrem nächsten Jobinterview unbedingt (auch) an Ihre Körpersprache

Vorstellungsgespräch Händedruck

Allein der Händedruck hat großen Einfluss auf den Ausgang eines Vorstellungsgesprächs, wollen US-Wissenschaftler herausgefunden haben. Insbesondere Frauen bekommen den Job demnach eher, wenn sie kraftvoll zugedrückt haben.

Grundsätzlich gilt: Bitte nicht schütteln oder rühren! Sondern kurz die Hand geben und drücken. Mehr als drei bis vier Sekunden sollte der Vorgang nicht dauern. Sie sind ja nicht Donald Trump, der aus jedem Handshake eine eigene Zeremonie macht!

Vorstellungsgespräch Händedruck – so geht er richtig:

  • Stehen Sie zur Begrüßung auf.
  • Stellen Sie sich mit Ihrem Namen vor.
  • Der Ranghöchste reicht zuerst die Hand.
  • Halten Sie Blickkontakt.
  • Drücken Sie kräftig die Hand (aber nicht ZU kräftig), nicht schütteln.
  • Lassen Sie nach spätestens 5 Sekunden wieder los.

Vorstellungsgespräch Hände

Hände sind Wunderwerkzeuge, die der Himmel gebracht hat. Im Bewerbungsgespräch aber stören sie nur. Wohin mit ihnen?

Zunächst mal sind Sie mit diesem Problem nicht allein. Selbst Menschen wie Angela Merkel kennen es – und haben sich damit beholfen, die Hände stets zur Raute zusammenzulegen. Die Raute symbolisiert Souveränität. Auch Bewerber können ihre Hände, wenn sie wollen und ihnen nichts anderes einfällt, zur Raute formen.

Allerdings handelt es sich um eine passive Geste. Wenn Sie dem Jobinterviewer zuhören, ist sie angemessen. Wenn Sie selbst reden, sollten auch Ihre Hände in den Aktivmodus wechseln.

Körpersprache Hände – fürs Vorstellungsgespräch empfiehlt karrieresprung.de Ihnen:

  • Gestikulieren Sie mit Ihren Händen in langsamen Bewegungen und in einem kleinen Radius vor Bauch und Brust, um das, was Sie gerade sagen, zu unterstreichen.
  • Lassen sie Ihre Hände getrennt voneinander. Nicht beide Hände ineinander verschränken, falten, klammern oder beten (wirkt verschlossen). Die Merkelraute ist eine Ausnahme. Synchronisieren Sie Ihre Handbewegungen, indem Sie beide Hände gleichzeitig öffnen, rotieren oder mit ihnen etwas (gedanklich) umfassen.
  • Alternativ machen Sie sich während des Gesprächs Notizen mit einem Stift. So können Sie sich an etwas festhalten (aber nicht mit dem Stift herumspielen!) und kommen erst gar nicht in die Verlegenheit, etwas Unüberlegtes mit Ihren Händen anzustellen.

Vorstellungsgespräch Mimik und Gestik

Eine Geste kann zum Markenzeichen eines Menschen werden. Aber wenn es zu viele kleine Gesten werden, in zu kurzer Zeit, sieht das in den seltensten Fällen vorteilhaft aus.

Sie sollten also nicht (ständig)…

  • an der Nase kratzen
  • ans Kinn fassen
  • durch die Haare streichen
  • mit den Fingern tippen oder trommeln
  • die Brille gerade rücken
  • Mund offen lassen
  • die Hände reiben
  • den Kopf auf die Hand stützen

Personalern fallen diese Gesten auf, auch wenn es nur kleine sind. Sie sind darauf trainiert. Sie können das Gesamtbild eines Bewerbers komplett ruinieren.

Besser sind ruhige und nicht zu hektische Gesten. Nicht immer mit beiden Händen, gerne nur mit einer. Eine offene Körperhaltung signalisiert Entgegenkommen und Offenheit. Spielkinder verzichten möglichst darauf, am Ring oder anderen Spielzeugen herumzufingern, weil es Unsicherheit und Nervosität bezeugt.

Wenn Sie mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzen, wenden Sie sich stets dem zu, der gerade spricht. Ab und zu nicken, Blickkontakt halten und ihm oder ihr niemals ins Wort fallen. Machen Sie nicht den Fehler, sich auf den ranghöheren Gesprächspartner zu konzentrieren und den anderen zu ignorieren. Das ist Ausdruck höchster Arroganz und Berechnung.

Und noch etwas: Falls Sie am Schreibtisch des Personalers Platz nehmen und Ihre Unterlagen dort ausbreiten, beanspruchen Sie so wenig Platz wie möglich. Andernfalls verletzen Sie das Territorium Ihres Gesprächspartners – und das kostet viele Punkte.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Tipps

Vorstellungsgespräch Körpersprache – hier sind Tipps für alle Phasen des Bewerbungsgesprächs…

  1. Begrüßung

    Sobald Sie den Gesprächsraum betreten, sollte Ihr Outfit sitzen. Sie sollten also nicht mehr an Ihrer Bluse herumzupfen oder die Krawatte richten oder das Hemd in die Hose stopfen.

    Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner Sie begrüßt und Ihnen die Hand reicht. Nicht von sich aus die Hand ausstrecken, dies bleibt dem Gastgeber vorbehalten. Und drücken Sie kurz und kräftig zu, aber nicht so fest, dass ihm die Fingerknochen weh tun.

    Immer wichtig: Blickkontakt halten und lächeln!

  2. Gesprächsbeginn

    Knigges Grundregeln: Lümmeln Sie sich nicht wie ein Teenager in den Stuhl und verschränken die Arme, schlagen die Beine in Macker-Manier übereinander oder tippen damit nervös auf den Boden. Und erst hinsetzen, nachdem man Ihnen den Stuhl angeboten hat.

    Ein Fauxpas wäre es auch, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder mit Daumen und Zeigefinger um Wange und Kinn zu reiben – so wie griechische Philosophen das mutmaßlich getan haben. Diese Gesten wirken entweder unsouverän, anstandslos, arrogant, desinteressiert – oder alles zusammen.

    Wie Sie es besser machen: Gerade hinsetzen. Aufrecht! Setzen Sie sich nicht nur auf die Kante des Stuhls, sondern nehmen die gesamte Sitzfläche ein. Die Beine am besten nebeneinander platzieren, Arme und Hände locker auf dem Tisch. Dabei können Sie sich mit Gesten wie der Merkel-Raute behelfen. Ihren Körper lehnen Sie leicht nach vorne, das zeigt Interesse und Engagement.

    Optimal, wenn Sie die Sitzhaltung an jene Ihres Gegenübers anpassen. Experten sprechen vom Spiegeln der Körpersprache. Auf gut deutsch: Nachmachen. Dabei sollten Sie sich aber nicht zu plump anstellen, sondern subtil vorgehen. Vorteil: Gemeinsamkeiten lassen Vertrauen und Sympathie wachsen. Und mit der Spiegeltechnik tragen Sie genau dazu bei.

  3. Gesprächsende

    Sie können eine Top-Leistung abrufen – und am Ende doch alles zunichte machen. Der Abschied ist der letzte Eindruck, den der Personaler von Ihnen hat. Versauen Sie ihn nicht. Das kommt leider sehr häufig vor.

    Vielleicht ist der letzte Eindruck sogar noch wichtiger als der erste, denn er wirkt nach. Er bleibt kleben, so wie ein schlechter Wein.

    Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, müssen Sie nur noch einmal kurz höchste Konzentration aufbringen – und alles ist gut. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern also erneut die Hand, schauen Sie ihnen in die Augen (!) und verabschieden sich höflich, aber selbstbewusst. „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“

    Fangen Sie jetzt bloß nicht an, Anekdoten auszupacken oder Witze zum Nachtisch zu servieren. Kein Geblubber, sondern ein kurzer und gewinnender Abschied. Dann mit aufrechter Körperhaltung hinaus zur Tür – und erst, wenn Sie außer Sichtweite sind, können Sie genüsslich an Ihrem Bart zupfen, das Jacket auf den Boden pfeffern oder die peinliche Sonnenbrille aufsetzen – was Sie wollen.

Körpersprache beim Videointerview

Vorstellungsgespräch Körpersprache – im Videointerview gelten im Grunde die gleichen Regeln wie beim Jobinterview vor Ort.

Ein bisschen leichter ist es für Bewerber aber schon. Der Händedruck fällt ausnahmslos weg, auch der direkte Blickkontakt ist per Webcam nicht möglich. Mehr als in die Kamera schauen können Sie schließlich nicht (das sollten Sie allerdings auch tun). Und noch ein Vorteil: Wo Ihre Hände versteckt sind, sieht Ihr Gegenüber im Normalfall nicht.

Aber aufgepasst: Nehmen Sie das Videointerview nicht auf die leichte Schulter – im wahrsten Sinne des Wortes. Körperhaltung und Körperspannung wirken sich auf Ihre Stimme aus. Und die ist im Videointerview wichtiger denn je. Setzen Sie sich unbedingt aufrecht hin. Und lächeln sie viel. Ein Lächeln kann man nicht nur sehen, auch hören.

Achten Sie im Videointerview noch mehr als sonst darauf, deutlich und selbstbewusst zu sprechen. Empfehlenswert ist es, Lautstärke und Sprechtempo zu wechseln und bewusst zu regulieren, um nicht zu monoton und langweilig zu klingen. Dies kann man üben.

Wenn Sie nervös sind, steigt die Gefahr, dass Sie zu schnell sprechen. In dem Fall hilft: Tief und langsam mit dem Bauch ein- und ausatmen. Es beruhigt.

Noch ein Tipp: Sie dürfen sich für das Videointerview ruhig ein Glas Wasser auf den Tisch stellen und zwischendurch daran nippen. Hilft, wenn Ihr Mund trocken wird. Am besten Wasser ohne Kohlensäure, um nicht aufzustoßen.

Vorstellungsgespräch Körpersprache: Gefühle nicht unterdrücken!

vorstellungsgespraech koerpersprache sitzen pdfDie volle Kontrolle über sich und seinen Körper haben – das erfordert Anstrengung. Aber vielleicht ist totale Kontrolle auch gar nicht sinnvoll.

Ihre Gefühle komplett unterdrücken sollten Sie nämlich nicht. Wer im Vorstellungsgespräch zu cool auftritt, reduziert seine Einstellungschancen. Das haben US-Wissenschaftler aus Texas herausgefunden.

Ihre Argumente: Selbstkontrolle kostet Kraft. Darunter leidet das Erinnerungsvermögen. Darum können sich Menschen, die Gefühle unterdrücken, schlechter an Einzelheiten aus Ihrem Lebenslauf erinnern. Und wirken nicht mehr cool, sondern stocksteif.

[Bildnachweis: igorstevanovic by Shutterstock.com]

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Fragen, Antworten und alle Tipps

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Je näher der große Termin rückt, desto größer die Anspannung. Vom Bewerbungsgespräch hängt ab, ob die Stelle näher kommt oder nur ein Wunschtraum bleibt. Besser, Sie bereiten sich gut auf Fragen, Antworten, Selbstpräsentation und Rückfragen vor. Falsch machen können Bewerber eine Menge. Wer sich gut präpariert, reduziert indes die Risiken erheblich. Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Warum es sich für Sie lohnt…

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Gründe

Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten – herzlichen Glückwunsch! Die erste Hürde haben Sie damit übersprungen. Sie zählen zur Elite – wenigstens zur Elite in Ihrer Bewerber-Kohorte. Ja, das ist ein Erfolg.

Aber einer, der wertlos bleibt, wenn auf ihn nicht der Arbeitsvertrag folgt. Darum ist gerade jetzt wichtig, bei aller Freude die Spannung zu halten.

Der schwierigste Part kommt erst noch: Nur wer im Bewerbungsgespräch überzeugt, hat reelle Chancen auf die Stelle. Eine klägliche Performance und Sie sind draußen.

Doch das muss nicht sein. Man kann und sollte sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten – und die eigenen Chancen so drastisch erhöhen. Eine gründliche Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch ist vor allem für unerfahrene Bewerber wichtig, welche noch nicht so häufig oder sogar noch nie in einem Jobinterview saßen. Wenn sie die Nervosität übermannt, können Aussetzer oder idiotische Rückfragen die Folge sein. Negativ!

Es gibt auch Kandidaten, die ihre Unruhe im Bewerbungsgespräch wegquasseln wollen. Was häufig in die Hose geht. Wer irrelevante Informationen aneinanderreiht oder persönliche Anekdoten preisgibt, redet sich mitunter um Kopf und Kragen. Ein High Potential hört sich anders an. So kommt es jedenfalls beim Personaler an.

Betretenes Schweigen ist allerdings auch keine Lösung. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen und die Zähne kaum auseinanderkriegen, wird Ihr Gegenüber Zweifel an Ihren Führungsqualitäten bekommen.

Nein, Sie wollen souverän auftreten. Nicht zu viel reden, nicht zu wenig, sondern in der richtigen Dosierung. Selbstsicher auftreten, kluge Rückfragen stellen, mit Fachwissen glänzen und mit ruhiger Stimme.

Aber keine Sorge: Erstens kriegen Sie das mit einer guten Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch hin. Und zweitens erwartet niemand Perfektion von Ihnen. Wir zeigen Ihnen, wie sie sich perfekt aufs Bewerbungsgespräch vorbereiten…

Vorstellungsgespräch vorbereiten: Ablauf

Um sich angemessen aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten zu können, müssen Sie zuerst die typischen Phasen eines Jobinterviews kennen. Wie läuft es normalerweise ab? Worauf kommt es an?

Ein gutes Vorstellungsgespräch dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten. Meist gliedert sich das Gespräch in fünf Phasen, die fließend ineinander übergehen. Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Diese 5 Phasen kommen auf Sie zu…

  • Begrüßung und Smalltalk

    Fester Händedruck, Guten Tag sagen und dabei Blickkontakt halten. Sie stellen sich namentlich vor, lächeln am besten dazu. Dies ist der erste – nicht ganz – unwichtige Schritt auf dem Weg zum Job. Der erste Eindruck ist bekanntlich nicht ganz unwichtig.

    Rumpeln Sie nicht wie Hans Dampf ins Gesprächszimmer, aber gehen Sie auch nicht mit eingesunkenen Schultern und gebeugter Haltung hinein. Selbstbewusst, aber nicht großspurig auftreten. Dass Sie nicht sofort mit dem Geschäftlichen loslegen, versteht sich eigentlich von selbst.

    Wie war die Fahrt? Haben Sie uns auf Anhieb gefunden? Wie geht es Ihnen? Ein, zwei Sätze smalltalken – darauf sollten Sie sich einstellen, auch wenn Sie Smalltalk in Wahrheit verabscheuen. Seien Sie freundlich und bleiben Sie ruhig und gelassen.

  • Vorstellung

    Als Nächstes wird Sie Ihr Gesprächspartner auffordern, etwas über sich zu erzählen. Wer sind Sie? Was haben Sie bisher so gemacht? Welche Erfolge bedeuten Ihnen etwas?

    Ihre Selbstpräsentation sollte aber keine Nacherzählung des Lebenslaufes sein, sondern sich auf die Stationen und Aspekte beschränken, die wirklich relevant sind. Setzen Sie Schwerpunkte. Die Basisinfos kennen Ihre Interviewer schon aus Ihren Bewerbungsunterlagen.

    Im Übrigen ist die Selbstpräsentation prädestiniert dafür, sie vorher vor dem Spiegel einzuüben. Wie aufgesagt sollte sie aber nicht klingen.

  • Firmenpräsentation

    Nach Ihnen ist der Arbeitgeber an der Reihe. Auch er stellt sich kurz vor. Was macht er, wo will er hin, was erwartet er von Ihnen?

    Das meiste sollten Sie bereits aus der Vorabrecherche wissen. Trotzdem nicht abschalten! Sonst schlussfolgert der Interviewer womöglich, dass Sie kein guter Zuhörer sind. Der sollten Sie aber sein, um einen guten Job machen zu können.

    Wenn Sie kluge Verständnisfragen stellen, zahlt das auf Ihr Punktekonto ein. Aber: Den Interviewer nicht unterbrechen und keine Banalitäten oder Selbstverständlichkeiten abfragen – und andererseits auch nicht ZU tief ins Detail gehen.

  • Rückfragen

    Irgendwann kommt der Moment, wo der Interviewer Sie fragt: Haben Sie noch Fragen an uns? Goldene Regel: Immer mit Ja antworten.

    Andernfalls scheinen Sie kein ausgeprägtes Interesse am Unternehmen zu haben. Sie können sich bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch einige gute Rückfragen einprägen und je nach Gesprächsverlauf die passendsten aus dem Hut zaubern.

  • Abschluss

    Auch nach dem Ende des Gesprächs können Bewerber noch eine ganze Menge falsch machen. Sich nicht bedanken zum Beispiel.

    Geben Sie dem Interviewer die Hand und bedanken Sie sich für die Zeit, die er sich für Sie genommen hat. Blickkontakt nicht vergessen.

    Außerdem können Sie sich nach dem weiteren Verlauf erkundigen. Wann dürfen Sie mit einer Antwort rechnen? Das offenbart Ihr Interesse – und hilft Ihnen bei der weiteren Planung.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: 8 Tipps

Die meisten Vorstellungsgespräche ähneln sich im Aufbau. Viele Fragen wiederholen sich. Diese Erkenntnis sollte Ihnen schon helfen, die größte Nervosität abzuschütteln und sich gut aufs Jobinterview vorbereiten zu können.

Aber: Erwarten Sie das Unerwartete! Der Personaler könnte Sie auch mit kniffligen Brainteasern kitzeln oder plötzlich in eine andere Sprache wechseln – in eine, in der Sie sich in Ihrer Bewerbung als verhandlungssicher eingestuft haben.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, sind Sie optimal aufs Bewerbungsgespräch vorbereitet…

  1. Recherche

    Die wichtigsten Informationen sollten sitzen. Was produziert das Unternehmen bzw. welche Dienstleistung bietet es an? Wofür ist es bekannt? Welche Standorte und wie viele Mitarbeiter hat es und wann wurde es (ungefähr) gegründet?

    Dass Siemens kein Startup und Zalando kein alteingesessener Mittelständler ist, sollten Bewerber schon wissen. Je mehr Informationen Sie sammeln, desto besser.

    An die Infos kommen Sie heute glücklicherweise sehr leicht. Googeln Sie das Unternehmen, suchen Sie in Google News. Recherchieren Sie in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Youtube und Instagram. Informieren Sie sich in Business-Netzwerken wie Xing oder Linkedin und werfen Sie einen Blick in Bewertungsportale wie Kununu und Glassdoor.

  2. Selbstpräsentation

    Mit der Selbstpräsentation beschreiben Sie sich, Ihren Werdegang und Ihre Kompetenzen.

    Die Selbstpräsentation sollten Sie auf jeden Fall vorbereiten und mehrmals üben. So wissen Sie auch, ob sie zu kurz oder zu lang ist. Länger als fünf Minuten sollte sie nicht dauern. Zwei, drei dahingeworfene Sätze sind hingegen zu wenig.

    Wichtig ist, dass der Personaler erkennt, was Sie können, was Sie schon geleistet haben, was Sie wollen – und DASS Sie wollen. Dazu bringen Sie am besten prägnante Beispiele, die Ihre Stärken und bisherigen Erfolge veranschaulichen.

    Bleiben Sie nicht zu abstrakt – und nehmen Sie unbedingt den einen oder anderen Aspekt mit auf, der aus Ihrem Anschreiben und Lebenslauf nicht hervorgeht. So wecken Sie neues Interesse.

  3. Bewerbungsunterlagen

    Ein Punkt, den Sie nicht unterschätzen sollten: Schauen Sie sich vor dem Jobinterview Ihre Bewerbung noch einmal ganz genau an. An welcher Stelle könnten Rückfragen auftauchen? Was sagen Sie dann?

    Außerdem sollten Sie Ihren Lebenslauf genau kennen. Klingt blöd, ist aber so. Angenommen, der Personaler fragt Sie nach dem Praktikum damals im Reisebüro. Wenn Ihnen dazu nicht mal zwei Sätze einfallen, wirkt das nicht gerade überzeugend.

    Auch Ihre IT-Kenntnisse sollten Sie belegen. Wenn im Lebenslauf steht, dass Sie Javascript beherrschen, dann will Ihr Gegenüber vielleicht wissen, wie und wann Sie sich die Programmiersprache angeeignet haben.

  4. Fragen

    Die typischen Gesprächsphasen haben Sie schon kennengelernt. Jetzt fehlen noch die typischen Personalerfragen. Klar, dass sich niemand jedes Mal aufs Neue originelle Fragen überlegt. Meist greift man zum Multitool aus dem Werkzeugkasten.

    Wenn Sie die häufigsten Fragen kennen, können Sie sich darauf vorbereiten. Diese Fragen zählen zu den beliebtesten im Bewerbungsgespräch:

    • Warum sollten wir Sie einstellen?
    • Warum wollen Sie den Job überhaupt?
    • Was können Sie, was andere nicht können?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Warum haben Sie Ihren alten Job gekündigt?
    • Was wissen Sie über uns?
    • Was wissen Sie über unsere Branche?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Was wollen Sie bei uns verdienen?
    • Was sind Ihre Stärken?
    • Was sind Ihre Schwächen?
    • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
    • Was waren Ihre größten Erfolge?
    • Worauf waren Sie zuletzt stolz?
    • Welche Eigenschaft fehlt Ihnen?
    • Was erwarten Sie von einem Unternehmen?
    • Was war der größte Fehler, den Sie bisher begangen haben?
    • Wie motivieren Sie sich?
    • Wie muss ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
    • Wie gehen Sie mit Kritik um?
    • Was wollen Sie in den ersten 30 Tagen im neuen Job unternehmen?
    • Wie definieren Sie Erfolg?
  5. Körpersprache

    Sie können stundenlang vor dem Spiegel üben und reden, reden, reden. Es wird Ihnen nichts nützen, wenn Ihre Körpersprache mies ist.

    Rücken gerade, Spannung annehmen. Blickkontakt aufnehmen und halten. Viel lächeln. Und vermeiden Sie es, mit den Händen herumzuspielen. Das vermittelt Nervosität.

    Kann man alles üben. Setzen Sie sich vor den Spiegel und trainieren Sie. Oder machen Sie ein Rollenspiel mit Freunden und lassen sich Feedback geben. Es hilft Ihnen bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.

  6. Rückfragen

    Elementar wichtig: Rückfragen vorbereiten. Wenn der Interviewer Sie danach fragt, sollten Sie unbedingt zwei oder drei passende Rückfragen parat haben. Haben Sie die nicht, wirkt dies lustlos und desinteressiert. Schlecht!

    Allerdings sollte es sich um kluge Rückfragen handeln. Den Spruch „Es gibt keine dummen Fragen“ können Sie getrost in den Müll werfen. Denn die gibt es! „Was macht Ihr Unternehmen genau“ wäre so eine. Oder: „Wie lange muss ich warten, bis ich Urlaub nehmen kann?“

    Stellen Sie Fragen, die zum Gesprächsverlauf und zur Situation passen und die Sie tatsächlich interessieren. Ein Beispiel: Warum sind Sie eigentlich noch nicht in China aktiv?

    Hier finden Sie alle Infos, Tipps und über 100 Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch.

  7. Dresscode

    Zu einer guten Vorbereitung gehört natürlich auch die Wahl der richtigen Kleidung. Welche Klamotten die richtigen sind, hängt immer auch vom Unternehmen und der Branche ab.

    Faustregel: In konservativen Branchen (z.B. Finanzen) seriöser anziehen, in progressiven weniger förmlich (z.B. Werbung). In Zeiten von Innovation Labs und Startup-Kultur verschwimmen allerdings die Grenzen, was die Kleiderwahl schwieriger macht.

    Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrem Outfit wohl fühlen und sich keinen offensichtlichen Lapsus leisten. In diese Kategorie fallen Flecken auf dem Jacket, Löcher in den Socken oder ein faltenverseuchtes Hemd.

    Hier finden Sie alle Infos und Tipps zum Dresscode Bewerbung.

  8. Routenplanung

    Die beste Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch nützt nichts, wenn Sie eine Viertelstunde zu spät aufkreuzen. Pünktlich sein ist Pflicht!

    Planen Sie also auch die Anreise – und einen Puffer – ein. Droht Staugefahr auf der Strecke? Wie ist die Zugverbindung? Wann muss ich losfahren? Wer ohne Hektik am Ziel ankommt, ist zudem ausgeruhter und gelassener.

  9. Vorstellungsgespräch vorbereiten: Videointerview

    Jobinterviews per Skype und Co. gehören in vielen Unternehmen zum Standardprogramm. Als Bewerber sollten Sie sich umfassend auf ein Videointerview vorbereiten, um die nächste Runde zu erreichen – das Vor-Ort-Interview, Assessment Center oder die unmittelbare Stelle.

    Diese Punkte sind bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch per Video wichtig:

    • Technik

      Sparen Sie nicht am falschen Ende und investieren Sie in gutes Equipment. Laptop, Webcam, Mikro, Headset usw. Wenn Ton und Bild von guter Qualität sind, erscheinen Sie im besten Licht und beweisen überdies IT-Kompetenz. Die Elektronik können Sie, wenn Sie den Job bekommen, hinterher auch im Home Office gut gebrauchen.

    • Ruhe

      Beseitigen Sie alle Stör- und Lärmquellen. Geräte aus. Fernseher, Radio und Smartphone nicht nur auf lautlos, sondern ganz abschalten. Alle Fenster schließen, um Straßenlärm draußen zu halten. Ziehen Sie sich in ein ruhiges Zimmer zurück. Andernfalls leiden das Gespräch und Ihre Konzentration.

    • Hintergrund

      Stellen Sie Ihr Laptop vor einem neutralen Hintergrund auf, einer weißen Wand etwa. Rumpelkammer oder Schlafzimmer sorgen nicht für eine produktive Gesprächsatmosphäre. Bitte keine peinlichen Bilder an der Wand oder ein vermüllter Schreibtisch im Vordergrund. Ein kleiner Trick könnte hingegen sein, das Laptop vor dem Bücherregal oder der Schallplattensammlung aufzustellen.

    • Unterlagen

      Breiten Sie die wichtigsten Unterlagen vor oder neben sich aus – so, dass sie der Interview nicht sieht. Zum Beispiel Ihren Lebenslauf oder die Key Facts über das Unternehmen. So können Sie sich im Notfall Fakten und Details in Erinnerung rufen und kommen besser durchs Gespräch.

    • Kleidung

      Legen Sie die Kleidung an, mit der Sie auch zum Vorstellungsgespräch vor Ort gegangen wären. Ein förmliches Outfit macht Sie wacher, sorgt zumindest im Unterbewusstsein dafür, dass Sie das Jobinterview ernst nehmen. Abgesehen davon sieht der Interviewer Sie und Ihre Klamotten über Video ja auch – nur eben nicht alle.

    • Training

      Wenn Sie noch nie ein Vorstellungsgespräch per Video geführt haben, sollten Sie es vorher einmal üben. Mit Freunden, Kommilitonen oder Verwandten. Lassen Sie sich von Ihnen über Skype (oder einen anderen Dienst) anrufen und spielen das Gespräch einmal durch. Hinterher sammeln Sie Feedback über Gestik, Mimik, Inhalte – und haben noch genügend Zeit für Optimierungen.

    Vorstellungsgespräch vorbereiten: Tabuthemen

    Vorstellungsgespräch vorbereiten – diese Themen sprechen sie im Bewerbungsgespräch lieber nicht an…

    • Privates

      Was Sie privat so treiben, kann später Gesprächsstoff im Flurfunk werden. Aber nicht schon im Vorstellungsgespräch.

      Erstens geht es Ihren Arbeitgeber nichts an. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, mit einem Hobby zu punkten. Das können Sie nur, wenn der Interviewer zufällig das Gleiche hat. Vielleicht finden Sie das ja vorher heraus…

    • Kündigung

      Dass Sie gekündigt wurden, sollten Sie nur zugeben, wenn Sie danach gefragt werden. Ehrlich bleiben! Dann können Sie auch versuchen, die Geschehnisse zu relativieren. Dass Sie Opfer von Sparmaßnahmen wurden oder dass es sich um eine betriebsbedingte Kündigung handelte (sofern wahr).

      Aber die Kündigung proaktiv ins Gespräch einbringen? Nein, das ist keine gute Idee. Wenn Ihre Kündigung zur Sprache kommt, sollten Sie in jedem Fall darauf hinweisen, dass Sie aus der Episode gelernt und sich weiterentwickelt haben.

    • Geld

      Es ist nicht ungewöhnlich, dass im Vorstellungsgespräch über Geld geredet wird. Dies sollte aber stets vom Personaler ausgehen. Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen? Dann können Sie Ihre Sicht der Dinge darlegen.

      Aber kommen Sie nicht selbst auf das Thema zu sprechen. Nach dem Motto: Wann reden wir denn endlich mal über die Bezahlung? Und bekomme ich eigentlich auch Diensthandy und Dienstwagen? Sie scheinen es nur aufs Geld abgesehen zu haben – das kann keinem Arbeitgeber gefallen.

    • Lästereien

      Die Verlockungen sind groß und zahlreich. Wie gerne würde man dem undankbaren Ex-Chef und den tratschsüchtigen Ex-Kollegen eins reinwürgen? Privat können Sie das gerne mal tun.

      Aber auf geschäftlicher Ebene gilt: Professionell bleiben. Und Lästereien sind unprofessionell und fallen negativ auf einen zurück. Goldene Regel: Reden Sie NIE schlecht über ehemalige Arbeitgeber und Kollegen! Sie müssen sie ja andererseits auch nicht gleich in den Himmel loben…

    Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Fehler vermeiden

    Nicht jeder Fehler lässt sich vermeiden. Die kleinen sind auch gar nicht tragisch. Die großen hingegen können Ihren Masterplan vom neuen Job durchkreuzen.

    Vorstellungsgespräch Vorbereitung – diese Fehler sollten Sie vermeiden…

    • Blick auf die Uhr: Ist Ihnen langweilig? Oder das Gespräch unangenehm? Oder haben Sie heute noch ein anderes Jobinterview im Kalender? Egal, warum Sie den Drang verspüren, auf die Uhr an der Wand oder am Handgelenk zu schauen: Tun Sie’s nicht!
    • Handy klingeln lassen: OK, mit ein wenig Toleranz kann man ein klingelndes Handy verzeihen. Jeder kann mal vergessen, es auszumachen oder auf lautlos zu stellen. Aber es klingeln lassen, ostentativ auf das Display schauen, um zu wissen, wer gerade anruft oder womöglich noch kurz rangehen – nein, das geht gar nicht.
    • Dummes Zeug labern: Ein bisschen talken, ein bisschen plaudern, ein bisschen schnacken – ja klar, Smalltalk kann ein Eisbrecher sein. Aber texten Sie sich während des eigentlichen Bewerbungsgesprächs nicht um Kopf und Verstand. Wenn Sie ständig vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen und lauter saublöde Anekdoten zum Besten geben, denkt Ihr Gegenüber, Sie hätten nicht mehr alle Latten am Zaun. Wahrscheinlich zurecht.
    • Überheblich auftreten: Ja, der Arbeitsmarkt ist heute ein Bewerbermarkt – in vielen Branchen jedenfalls. Einen arroganten Pinkel will trotzdem niemand in seinem Team haben. Niemand ist unersetzlich, egal, wie groß der Fachkräftemangel auch sein mag. NIEMAND, nicht mal Steve Jobs. Apple geht es schließlich immer noch blendend…

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    Vorstellungsgespräch absagen: Gründe, Muster und Text

    Vorstellungsgespraech absagen Muster Tipps Text

    Ja, Sie hatten sich bei ebendiesem Unternehmen beworben. Sie wollten den Job unbedingt. Aber jetzt nicht mehr. Weil Sie ein besseres Angebot auf dem Tisch liegen haben oder weil Sie aus privaten Gründen wegziehen oder weil… Manchmal müssen Bewerber ein Vorstellungsgespräch absagen. Das kann unangenehm sein. Aber wer es höflich und galant macht, hält sich Türen für später offen…

    Warum Sie das Vorstellungsgespräch absagen sollten

    Sie sollten Ihr Vorstellungsgespräch absagen, wenn Sie zum Termin nicht erscheinen können oder wollen. Einfach nicht hingehen – das ist schlechter Stil. Eine echte Alternative zur Absage gibt es nicht.

    Verständlich ist es aber durchaus, wenn einem Bewerber nicht wohl dabei ist, ein vereinbartes Vorstellungsgespräch wieder zu canceln. Der Personaler könnte es einem übel nehmen oder unwirsch reagieren. Unangenehm!

    In Wahrheit aber sind die meisten froh und dankbar, wenn ein Bewerber klare Kante macht und einen Termin frühzeitig wieder absagt. Aus unterschiedlichen Gründen:

    • Sie zeigen Respekt
      Alle fordern ihn ein, aber nicht alle geben ihn auch. Die Rede ist von Respekt. Bewerber haben ihn verdient, Unternehmen aber auch. Seien Sie respektvoll Ihren Ansprechpartnern gegenüber. Wenn Sie dem vereinbarten Termin einfach fernbleiben, pfeifen Sie auf ebendiesen Respekt. Das ist unhöflich, unprofessionell und kann Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt noch auf die Füße fallen.
    • Sie machen es dem Unternehmen leichter
      Das Unternehmen hat einen Termin organisiert, einen oder mehrere Mitarbeiter für das Bewerbungsgespräch eingeteilt und einen Raum gebucht. Das alles kostet Zeit und Geld. Sagen Sie frühzeitig ab, kann das Personalbüro seine Kapazitäten neu verteilen. Es wird Ihnen dankbar dafür sein. Denn wenn das Gespräch schon vollständig vorbereitet worden ist, bekommt es die investierte Zeit nicht wieder zurück. Und wenn Sie gar nicht absagen, haben Sie die Zeit von gleich mehreren Personen verschwendet – und hinterlassen keinen guten Eindruck.
    • Sie verhalten sich fair
      Fairness ist der Zwillingsbruder von Respekt. Sagen Sie ein Gespräch rechtzeitig ab, verhalten Sie sich fair gegenüber dem Unternehmen – aber auch Ihren Mitbewerbern gegenüber. Ihre Absage ermöglicht es einem anderen Kandidaten nachzurücken. Möge am Ende der Beste gewinnen – so viel Fairness muss sein.
    • Sie erhalten sich Perspektiven
      Sie haben es gar nicht nötig, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen? Gut für Sie! Aber irgendwann kann sich das Blatt auch wieder wenden – und Sie einen neuen Job brauchen. Vielleicht ist das jetzt übergangene Unternehmen ja wieder eine Option. Wenn Sie Pech haben, bewerben Sie sich in ein paar Jahren nochmal, der Personaler ist aber immer noch auf seinem Posten und erinnert sich an Ihr unverschämtes Fernbleiben. Dann wird er den Teufel tun und Ihnen eine zweite Chance geben — beziehungsweise nur dann, wenn er wirklich gar keine andere Wahl hat. Bedenken Sie: Eine höfliche Absage kostet Sie nur einen Wimpernschlag. Unentschuldigtes Fernbleiben kann Sie langfristig sehr viel mehr kosten.

    Ein anderer Weg, den Sie gehen können, geht so: Sie nehmen das Jobinterview wahr, obwohl Sie schon längst eine anderweitige Zusage gegeben haben und diese auch keinesfalls wieder verwerfen wollen.

    So sammeln Sie Erfahrung, gewinnen Einblicke in ein anderes Unternehmen und erweitern Ihr Netzwerk. Auf der anderen Seite könnte man aber auch von Zeitverschwendung sprechen – für Sie und für alle anderen Beteiligten. Entscheiden Sie selbst…

    Vorstellungsgespräch absagen: Gründe

    Ein Vorstellungsgespräch absagen – dafür gibt es gute Gründe.

    Vielleicht haben Sie in der Zwischenzeit einen anderen, besseren Job gefunden und Ihre Zusage bereits gegeben. Naiv sollten Sie schließlich nicht ins Bewerbungsrennen gehen. Sie schreiben mehrere Bewerbungen, halten sich alle Optionen offen und wägen dann ab.

    Manche Arbeitgeber reagieren schneller, andere langsamer. Und dann gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft… der Bewerber. Es gibt aber noch andere Motive, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen:

    1. Krankheit

      Wenn Ihnen eine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung macht, können Sie nicht erscheinen – so viel steht fest. Erst recht, wenn es sich um eine ernste oder langfristige Krankheit handelt.

      Dann gelten andere Prioritäten: Dass Sie wieder gesund werden. Abgesehen davon könnten Sie sich nicht von Ihrer besten Seite zeigen, wenn Sie krank sind. Und wer nicht in Bestform ist, hat schlechtere Chancen auf den Jobzuschlag.

    2. Privates

      Ihre privaten Rahmenbedingungen haben sich komplett geändert. Vielleicht haben Sie sich von Ihrer Frau oder Ihrem Mann getrennt oder aber Sie ziehen zu Ihrem neuen Partner in eine andere Stadt. Sie müssen sich also dort auf Jobsuche begeben.

      Die Bewerbungen, die Sie bislang verschickt haben, werden Ihren neuen Lebensumständen nicht mehr gerecht. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Vorstellungsgespräch abzusagen.

    3. Sinneswandel

      Denkbar, dass Sie sich aus Verärgerung über Ihren Chef woanders beworben haben. Das kommt häufig vor. Aber vielleicht wurden die Wogen ja wieder geglättet.

      Sie haben sich ausgesprochen, sind frisch motiviert und voller Tatendrang. Möglicherweise kriegen Sie die Beförderung ja doch, oder eine Gehaltserhöhung. Ihrem aktuellen Job wollen Sie jedenfalls gar nicht mehr entfliehen.

    4. Einblicke

      Das Unternehmen kam Ihnen sehr respektiert vor, als Sie sich dort beworben haben. Jetzt, wo Sie weitere Nachforschungen angestellt haben, nicht mehr.

      Sie haben Arbeitgeberbewertungsportale durchforstet und vernichtende Bewertungen entdeckt. Bekannte haben Ihnen von den schlimmen Zuständen in der Firma berichtet. Und die Medien berichten ebenfalls mit einer Mischung aus Grausen und Verachtung.

      Unter diesen Umständen wollen Sie nicht mehr zu diesem Unternehmen wechseln – und das Vorstellungsgespräch absagen.

    Das waren nur die offensichtlichsten Gründe, um ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Es gibt noch weitere. Die Frage, die sich immer stellt: Sollen Sie den wahren Grund auch wirklich nennen?

    Zunächst sollten Sie auf jeden Fall überhaupt einen Grund nennen, wenn Sie ein Bewerbungsgespräch absagen. Alles andere wäre unhöflich.

    In der Mehrzahl der Fälle fahren Sie mit Ehrlichkeit tatsächlich sehr gut. Personaler sind auch Menschen und haben durchaus Verständnis für Ihre privaten und beruflichen Irrungen und Wirrungen. Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn man kleine Geheimnisse mit Ihnen teilt. Schenken Sie reinen Wein ein.

    Und verbinden Sie Ehrlichkeit mit einem Dank für die geopferte Zeit und das entgegengebrachte Interesse. So hinterlassen Sie einen guten Eindruck.

    Jetzt kommt das große Aber: Nicht IMMER ist Ehrlichkeit Ihre Trumpfkarte. Wenn Sie ehrlicherweise sagen, dass Sie am Job nicht mehr interessiert sind, weil unschöne Gerüchte über das Unternehmen kursieren, dann behalten Sie dies lieber für sich. Damit wecken Sie schlafende Hunde und lösen eine interne Lawine aus. Möglich, dass Ihnen das hinterher noch andere Personen übel nehmen werden…

    Vorstellungsgespräch absagen: Anruf oder E-Mail

    Sie können eine kurze E-Mail schreiben, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch absagen wollen, oder gar einen Brief per Post auf den Weg bringen. Am besten aber, Sie rufen an und teilen den Grund Ihrer Absage persönlich mit.

    Aber hüten Sie sich davor, anzurufen und dann KEINE Begründung mitzuliefern. Dies wäre dreist. Nach dem Motto: Hallo, ich muss leider mein Vorstellungsgespräch nächste Woche absagen, weil ich da doch nicht kann. Danke für Ihr Verständnis. Wiederhören.

    Was Sie selbstverständlich auch NICHT tun: Persönlich erscheinen, um dem Personaler mitzuteilen, dass Sie das Vorstellungsgespräch absagen. Völlig gaga.

    Für viele ist die E-Mail das Mittel der Wahl, um ein Bewerbungsgespräch abzusagen. Sie ist schnell geschrieben, bequem und weniger unangenehm. Außerdem hat man alles unter Kontrolle, muss nicht schnell auf entlarvende Rückfragen eine Antwort finden. Eine gut geschriebene, höfliche E-Mail erfüllt auch sicherlich ihren Zweck.

    Und trotzdem bleibt der Anruf die bessere Variante. Er ist ehrlicher, persönlicher und auch mutiger. Sie stellen sich der Situation. Wenngleich es hier „nur“ um eine Absage für ein Vorstellungsgespräch geht, nicht um einen Heiratsantrag.

    Letztlich hängt es von Ihrem Selbstbewusstsein, Ihren Prioritäten und auch Ihrem Zeitdruck ab. Wenn Ihnen das Unternehmen nicht wichtig genug ist und Sie zeitlich extrem eingespannt sind, dann schreiben Sie eine E-Mail. Wenn sie aber unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen und sich Chancen für später offenhalten wollen, rufen Sie an.

    Vorstellungsgespräch kurzfristig absagen

    Je kurzfristiger Sie ein Jobinterview absagen müssen, desto unangenehmer. Sie bringen den Arbeitgeber in Terminprobleme.

    Das kennt jeder aus dem Privatleben: Wenn sich Ihre Freundin 30 Minuten vor dem gemeinsamen Kinobesuch wegen einer vermeintlichen Petitesse abmeldet, ist der Frust groß. Drei Tage vorher wäre eine Absage kein Problem gewesen.

    Ganz verhindern kann man kurzfristige Absagen aber nicht. Wenn man sich eine schlimme Erkältung zugezogen hat oder das Kind spontan krank geworden ist, bleibt einem nichts anderes übrig. Natürlich kann es auch passieren, dass ein Tag vor einem Bewerbungsgespräch die Zusage eines anderen Unternehmen ins Haus flattert, das man anzunehmen gedenkt. Was also tun?

    Faustregel: Je kurzfristiger die Absage, desto sinnvoller ist es, sie am Telefon zu überbringen. Das Telefon ist noch immer das schnellste Medium. Gleichzeitig können Sie sicher sein, dass Ihre Botschaft ankommt.

    Eine E-Mail dagegen kann schon mal versanden – im Spam-Ordner beispielsweise – oder erst später gelesen oder sogar komplett übersehen werden. Außerdem ist ein Anruf persönlicher: Sie können Ihr Bedauern persönlich zum Ausdruck bringen und sich entschuldigen. So hinterlassen Sie beim Personaler einen deutlich besseren Eindruck.

    Bei der Art der Begründung ist schon etwas mehr Überlegung nötig. Im Zweifel greifen Sie auf eine Notlüge zurück:

      Ich bin gestern Abend krank geworden.

    Das ist allemal besser als ein Grund wie:

      Ich habe heute einen Vorsorgetermin beim Arzt.

    Den kannten Sie schließlich schon vorher. Sie hätten ihn längst verschieben können.

    Eine schwache Begründung für die Absage Ihres Vorstellungsgesprächs zeugt davon, dass Sie schlecht organisiert sind oder andere Prioritäten haben – keine guten Einstellungsvoraussetzungen!

    Vorstellungsgespräch absagen: Muster und Text

    Verkomplizieren Sie die Absage nicht. Personalverantwortliche mögen klare Ansagen. Sie sparen Zeit und sind eindeutig.

    Langweilen Sie nicht damit, wie Sie sich Ihre Sommergrippe vermutlich beim Grillen mit den Nachbarn eingefangen haben, als Sie einer Person die Hand schüttelten, die vorher als Krankenschwester gearbeitet hat, in einer Station, in der es viele Fälle gab, weil ja zuvor… Uninteressant! Kurz und knapp formulieren.

    Sie benötigen im Prinzip nur diese Bausteine:

    • die Absage
    • eine kurze Entschuldigung mitsamt Begründung
    • ein Dank
    • sowie Abschiedsgruß.

    Das reicht völlig. Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir Ihnen jetzt…

    Vorstellungsgespräch absagen aus privaten Gründen

    Sehr geehrter Herr Herold,

    ich habe mich sehr über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch gefreut und freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Leider kann ich den Termin wegen eines wichtigen privaten Termins nicht wahrnehmen und würde mich freuen, wenn wir ihn auf ein anderes Datum verschieben könnten.

    Was halten Sie zum Beispiel vom Freitag, den 13. Dezember? Sie können mich auch gerne telefonisch anrufen, damit wir einen Ersatztermin absprechen können. Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Mia Mustermann

    Vorstellungsgespräch absagen wegen Krankheit

    Sehr geehrte Frau Henson,

    leider bin ich gestern Abend kurzfristig erkrankt und muss daher das für heute um 12:30 Uhr angesetzte Vorstellungsgespräch absagen. Telefonisch habe ich Sie vorhin nicht erreicht, darum melde ich mich per E-Mail.

    Ich hoffe, dass wir den Termin in Kürze nachholen können, da mein Interesse an der Position weiterhin sehr groß ist. Sobald ich einen Arzt aufgesucht habe, werde ich mich noch einmal bei Ihnen melden und Ihnen mitteilen, wie lange ich voraussichtlich ausfalle. Es wäre schön, wenn wir dann einen Nachholtermin abmachen könnten.

    Eine kurzfristige Absage ist immer ärgerlich, dies ist mir nur allzu bewusst. Ich möchte mich daher in aller Form für die Unannehmlichkeiten bei Ihnen entschuldigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martha Mustermann

    Wegen Annahme eines anderen Angebots

    Sehr geehrte Frau Sperber,

    herzlichen Dank für Ihr nettes Feedback und Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Allerdings habe ich mich in der Zwischenzeit entschieden, das Angebot eines anderen Unternehmens anzunehmen.

    Daher bitte ich Sie um Verständnis dafür, dass ich den Termin bei Ihnen nicht wahrnehmen kann. Ich entschuldige mich für die Umstände, die Ihnen daraus entstehen und verbleibe

    Mit freundlichen Grüßen
    Malte Mustermann

    Absagen wegen der Anfahrt

    Sehr geehrter Herr Amoroso,

    herzlichen Dank noch einmal für Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch am 5. September um 14:00 Uhr. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Allerdings war mir nicht bewusst, dass der Termin in Ihrer Zweigstelle in Karlsruhe stattfinden soll und nicht in der Zentrale in Berlin, für die ich mich beworben hatte.

    Aus diesem Grunde muss ich das Gespräch leider absagen. Ich bedanke mich dennoch ganz herzlich für Ihr Interesse.

    Freundliche Grüße
    Mats Mustermann

    Absagen wegen eines Sinneswandels

    Sehr geehrte Frau Meier,

    vielen Dank für Ihr Interesse und die Einladung zum Vorstellungsgespräch am 8. Oktober um 10:30 Uhr. Leider muss ich den Termin hiermit absagen. Ich habe mich in der Zwischenzeit dazu entschieden, doch nicht den Arbeitgeber zu wechseln.

    Ich hoffe auf Ihr Verständnis und entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen dadurch entstehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Mustermann

    Vorstellungsgespräch absagen ohne Grund

    Sehr geehrte Frau Jakobs,

    über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch habe ich mich sehr gefreut. Dennoch möchte ich meine Bewerbung für die Stelle als Produktmanagerin hiermit zurückziehen. Daher muss ich leider auch das persönliche Gespräch mit Ihnen absagen.

    Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten und bitte um Ihr Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matilde Mustermann

    [Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]

    Die 11 schlimmsten Fehler im Vorstellungsgespräch

    Fehler im Vorstellungsgespraech Tipps

    Fehler im Vorstellungsgespräch – darüber ließen sich Romane schreiben. Es gibt kleine und große Missgeschicke. Dutzende Fettnäpfchen, Missgriffe und Patzer. Der eine Fauxpas zu viel – oder zu schwerwiegend – kann das vorzeitige Aus bedeuten. Traumjob adé! Aber wer sagt, dass Ihnen im Jobinterview ein dummer Lapsus unterlaufen muss? Fehler im Vorstellungsgespräch: Wenn Sie nicht so auftreten wie die 11 Typen, die wir Ihnen gleich vorstellen, haben Sie die größten Klippen umschifft…

    Fehler im Vorstellungsgespräch: Checkliste

    Im Jobinterview geht es um die Wurst. Gravierende Fehler will man da nach Kräften vermeiden. Und das geflügelte Wort der Fehlerkultur greift hier nicht. Jeder Fehler im Vorstellungsgespräch bringt Ihnen Minuspunkte, in Summe können sie Ihr vorzeitiges Aus bedeuten.

    Hier die wichtigsten Fehler im Vorstellungsgespräch, die Sie tunlichst vermeiden sollten:

    • Unpünktlich erscheinen
    • Lasch die Hand geben
    • Mundgeruch haben
    • Wenig Wissen über das Unternehmen mitbringen
    • überzogene Kritik über das Unternehmen äußern
    • Über den ehemaligen Arbeitgeber lästern
    • Betriebsinterna preisgeben
    • Keine Rückfragen stellen
    • Unangemessene Kleidung anziehen
    • Den Namen des Gesprächspartners vergessen oder falsch aussprechen
    • Keinen Blickkontakt aufnehmen
    • Dem Gegenüber ins Wort fallen
    • Den Gesprächspartner nicht zu Wort kommen lassen
    • Offensichtlich lügen
    • Zu leise oder monoton sprechen
    • Nur mit Ja oder Nein antworten
    • Nicht richtig zuhören
    • Selbstpräsentation vermasseln
    • Text wie auswendig gelernt aufsagen
    • Handy anlassen oder ans Handy gehen
    • Zwischendurch auf die Uhr schauen
    • Gähnen
    • Am Ende des Gesprächs nicht bedanken

    Hier die Checkliste zum Downloaden als PDF.

    Die 11 schlimmsten Fehler im Vorstellungsgespräch

    Ein Vorstellungsgespräch ist ein Slalomlauf. Links und rechts warten die Slalomstangen förmlich darauf, von Ihnen umgenietet und überfahren zu werden. Stets müssen Sie ausweichen, Gas geben und wieder abbremsen, um am Ende als Sieger dazustehen.

    Da gibt es fiese Fangfragen des Personalers, ungeklärte Lücken im Lebenslauf oder nervöse Nesteleien mit den Händen. Fehler über Fehler über Fehler können Bewerber hier aneinanderreihen. Wer zu viele Fehler im Vorstellungsgespräch macht – oder die falschen – ist den Job los, noch bevor er ihn überhaupt hatte.

    Dabei kann dem einen Arbeitgeber völlig egal sein, was dem anderen überaus wichtig ist. Einige Kardinalfehler aber sehen sie alle nicht gerne. Karrieresprung zeigt Ihnen, welche das sind.

    Fehler im Vorstellungsgespräch: Diese 11 Typen sollten Sie im Jobinterview NICHT verkörpern…

    1. Späti

      Wenn schon der Eindruck von Ihnen VOR dem ersten Eindruck miserabel ist, dann ist es um die Bewerbung nicht gut bestellt. Miserabel ist er, wenn Sie zu spät zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

      Pünktlichkeit hat oberste Priorität. Fahren Sie rechtzeitig los und planen Sie einen großzügigen Puffer ein, damit Sie für alle Eventualitäten gewappnet sind, die in Form von Staus oder Baustellen lauern.

      Andererseits: Eine halbe Stunde vor Gesprächsbeginn sollten Sie auch nicht am Empfang aufschlagen. Das wirkt so, als hätten Sie sonst nichts zu tun, den Job ganz bitter nötig und würden alles, ja wirklich alles tun, um ihn zu kriegen. Keine gute Ausgangsposition!

      Außerdem setzen Sie Ihren Gesprächspartner damit unter Druck, sich doch bitte zu beeilen. Er oder sie ist davon ganz sicher nicht begeistert. Deshalb: Wenn Sie viel zu früh da sind, bleiben Sie lieber noch 15 Minuten im Auto sitzen und spielen auf Ihrem Handy. Oder setzen Sie sich ins Café um die Ecke.

    2. Tratschmaul

      Schon beim Wort Smalltalk läuft es vielen eiskalt den Rücken runter. Ein Horror! Was sage ich nur zu diesem fremden Menschen?

      Auf der anderen Seite gibt es die Typen, die völlig frei und ungezwungen drauflosquasseln. „Haben Sie da draußen auch diese Kids von Fridays for Future gesehen? Totale Spinner! Wissen Sie, ich habe neulich meine alte Waschmaschine ausgetauscht, weil die so einen hohen Verbrauch hatte. Aber Sie ahnen ja nicht, was…“ Sie merken schon: Freigiebiges Geplauder kann einen schnell in die Bredouille bringen. Wenn die Inhalte mit dem Weltbild des Gegenübers kollidieren. Oder wenn Sie schlicht zu viel Belangloses herausposaunen.

      Natürlich sollen Sie weder einen Maulkorb tragen noch Ihre eigene Meinung zensieren. Mit Ihren Kollegen können Sie hinterher immer noch über Gott und die Welt philosophieren. Im Jobinterview aber ist es strategisch cleverer, sich zurückzuhalten.

      Überlegen Sie sich zwei, drei smalltalk-taugliche Themen zum Einstieg, um im Notfall das Eis zu brechen. Ansonsten konzentrieren Sie sich lieber auf das Fachliche. Aber wer weiß, vielleicht verlangt Ihnen der Personaler noch die eine oder andere persönliche Frage ab. Dann können Sie immer noch loslegen, wenn Sie wollen…

    3. Automat

      Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie Informationen über das Unternehmen einholen. Dass Sie sich Rückfragen überlegen, Ihre Selbstpräsentation einstudieren und vernünftige Klamotten rauslegen.

      Aber übertreiben sollten Sie es nicht. Lassen Sie Platz für Improvisation. Mut zur Lücke! Sie können sich nicht auf jede Frage hundertprozentig vorbereiten. Wer zu perfekt auftritt, dem fehlen die Ecken und Kanten. Und diese Ecken und Kanten sind es, die einen Bewerber attraktiv machen.

      Nicht falsch verstehen: Vorbereitung ist wichtig. Gerade für Menschen, die weniger spontan sind. Aber wenn Sie am Ende wie ein Roboter Ihren Text aufsagen, haben Sie nichts gewonnen.

    4. Tiefstapler

      Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter… Alter Spruch, aktuelle Gültigkeit. Understatement lässt auf einen angenehmen, integren und sympathischen Charakter schließen.

      Zu dumm, dass Ihnen dies im Vorstellungsgespräch leider rein gar nichts bringt. Hier tragen Sie lieber zu dick als zu dünn auf. Immerhin will Ihr Gesprächspartner von Ihren Fähigkeiten überzeugt werden.

      Was hätte ein Diego Maradona im Jobinterview gesagt? Nicht gesagt hätte er, dass er im Spiel gerne mal zu unfairen Mitteln greift (die Hand Gottes!), aber ansonsten ein ganz guter Spieler sei. Er hätte gesagt, dass er in der Lage ist, eine gesamte Weltmeisterschaft im Alleingang für sein Team zu gewinnen.

      Die Wahrheit ist: Sie müssen sich verkaufen, selbstbewusst auftreten und vielleicht sogar ein bisschen angeben. Bis zur Toleranzgrenze! Traurig, das sagen zu müssen, aber: Bescheidenheit ist ein Fehler im Vorstellungsgespräch.

      Erst wenn Selbstbewusstsein in Arroganz und Überheblichkeit umschlägt, winken Personaler innerlich ab. Aber auch erst dann.

    5. Schweiger

      Der Personaler spricht, ich antworte. So stellen sich viele Bewerber ein Vorstellungsgespräch vor. Falsche Vorstellung!

      Verharren Sie nicht in der Rolle des passiven Zuhörers. Das Jobinterview ist ein Dialog, kein Verhör. Nicht nur das Unternehmen will erfahren, ob Sie die richtige Besetzung sind. Auch für Sie als Bewerber bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, mehr über die Firma zu erfahren.

      Darum sollten Sie sich gute Rückfragen überlegen und diese auch stellen. Sie demonstrieren so zudem Interesse und Neugier. Keine Rückfragen stellen – großer Fehler im Bewerbungsgespräch!

    6. Eintreiber

      In Zeiten des Fachkräftemangels haben begehrte Spezialisten mehr Verhandlungsspielraum als andere. Den dürfen und sollten sie auch nutzen.

      Aber es geht im Vorstellungsgespräch nicht nur um Sie. Es geht auch um den Bedarf des Unternehmens. Darum, was es sich von Ihnen verspricht und welche Leistung es erwarten darf. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen – für Sie als Bewerber, aber eben auch für den Arbeitgeber.

      Darum ist es so wichtig, Ihren Marktwert richtig einzuschätzen. Pokern Sie ruhig hoch und verkaufen Sie sich ja nicht unter Wert. Aber stellen sie keine exorbitant überzogenen und völlig abgehobenen Forderungen. Das Unternehmen wird Sie dann nicht einstellen – Fachkräftemangel hin oder her.

      Außerdem wollen sie ja nicht gierig wirken. Und setzen sie dem Gesprächspartner nicht die Pistole auf die Brust. Nach dem Motto: Entweder ich kriege die zwei Tage Home Office pro Woche oder ich komme nicht. Verhandeln: ja, pauschal einfordern: nein.

    7. Phrasendrescher

      „Ich bin ungeduldig. Ein echter Teamplayer. Perfektionist.“ Gähn! Im Vorstellungsgespräch mutieren Bewerber gerne zu Phrasendreschern. Personaler aber haben schätzungsweise schon tausendmal die Adjektive motiviert, lernfähig und belastbar gehört. Dass die Bewerber etwas bewegen wollen oder eine neue Herausforderung suchen.

      Logisch, Sie können nicht (Achtung, Phrase!) das Rad neu erfinden. Wenn Sie wirklich gerne im Team arbeiten, dann erwähnen Sie das. Aber belegen Sie es anhand echter Beispiele aus Ihrem Arbeitsleben. So konkret wie möglich, damit sich Ihr Gegenüber etwas darunter vorstellen kann. Behaupten kann man schließlich vieles.

      Darüber hinaus dürfen Sie natürlich auch gerne nach Vorteilen und Stärken suchen, die nicht so oft verwendet werden. Attribute, die Sie auszeichnen, die aber noch nicht ausgenudelt sind.

      Schließlich gilt es als Erfolgsrezept, neue Wege zu gehen, aus der Masse hervorzustechen, im Sport oder in der Kunst zum Beispiel. Wer einzigartig ist, erhöht seinen Wiedererkennungs- und Marktwert.

    8. Egozentriker

      Na klar, im Bewerbungsgespräch geht es um Sie und Ihre Qualitäten. Aber versuchen Sie dennoch, eine Verbindung zum Arbeitgeber in spé herzustellen. Welche Vorteile hat er von Ihnen?

      Dass Sie so ein smarter und charmanter Typ sind, ist schön für Sie. Aber wie bringt es das Unternehmen voran? Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Er will eine konkrete Stelle besetzen mit einer Person, die spezielle Aufgaben übernimmt. Legen Sie also dar, wie Sie der Firma genau helfen können. Ihre Skills, Kenntnisse und Netzwerke können Sie zum Wohle der Firma einsetzen, indem Sie…

      Der Personaler muss spüren, dass ein fähiger Kandidat auf ihn wartet, der die Firma weiterbringt. Und nicht einer, dem es nur um die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse geht, um den Dienstwagen oder das Eckbüro.

    9. Wachsfigur

      Manche halten die Körpersprache für überbewertet. Ihr Gesprächspartner im Jobinterview dürfte sie aber sehr ernst nehmen. Spielt ein Bewerber nervös mit seinen Händen herum, zeugt das von Unsicherheit – zumindest ist dies die Botschaft, die ankommt.

      Versuchen Sie also, Ihren Körper zu beherrschen. Aufrecht hinsetzen, Hände gefaltet in den Schoß legen, Blickkontakt halten. Kräftiger Händedruck, ebenso kräftige Stimme. Die sollten Sie auch aufrechthalten, wenn Sie mit einer unangenehmen Frage konfrontiert werden. Sie dürfen auch gerne gestikulieren und müssen nicht wie eine Wachsfigur auf Ihrem Platz kleben.

      Ungünstig wäre, wenn Sie bei einer fiesen Fangfrage zusammenzucken, in Panik geraten oder anfangen zu stottern. Das können Sie vorher auch trainieren, mit Freunden oder vor dem Spiegel.

      Negative Körpersprache – ein unterschätzter Fehler im Vorstellungsgespräch!

    10. Schlumpergrete

      Nachlässige Kleidung. Ein Anfängerfehler im Vorstellungsgespräch. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie überwerfen sollen, dann befolgen Sie die Regel: Lieber overdressed als underdressed. Im Zweifel den Anzug, Hosenanzug oder das Kostüm anziehen.

      Selbstverständlich kommt es auf die Branche und das Unternehmen an. Bei einem Software-Startup dürfen Sie es ruhig wagen, sich im Hoodie als Softwareentwickler vorzustellen. Ihre Einstellungschancen sind hoch – unabhängig vom Outfit. In der Finanzbranche geht es konservativer zu, in der Werbung kreativer. Der Einzelfall entscheidet.

      Es geht aber nicht nur um den Dresscode: Sauber und fusselfrei sollte Ihre Kleidung sein – egal, um welche es sich handelt. Die Hygiene-Basics kennen Sie selbst: Fingernägel schneiden, Haare waschen, solche Dinge. Allerdings merkt man selbst oft nicht, dass man üblen Mundgeruch hat. Vorsichtshalber lieber ein paar Drops einwerfen?

      Bedenken Sie: Ein klitzekleines Detail kann den Gesamteindruck völlig zunichte machen. Ein brauner Soßenfleck auf der Hinterseite Ihres Hemdes. Oder ein winziges, aber doch sichtbares Loch im Strumpf oder ein Hosenstall, den Sie vergessen haben zu schließen. Vor dem Jobinterview noch mal einen genauen Checkup durchführen.

      Modischer Fauxpas – ein Fehler im Vorstellungsgespräch, den Sie unbedingt vermeiden sollten!

    11. Undankwart

      Der letzte Eindruck hallt nach. Vergessen Sie nicht, sich zum Abschied noch einmal herzlich zu bedanken. Für das Gespräch und die Zeit, die man für Sie geopfert hat. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie das Gespräch verlaufen ist, ob es gut oder mies war. Ein aufrichtiger Dank gehört sich einfach.

      Wer es versäumt, hinterlässt mindestens einen faden Nachgeschmack. Wenn Sie sich dagegen bedanken, wird der Personaler dies wertschätzen – und sie als Mensch mit guten Umgangsformen in Erinnerung behalten.

      Ein kleiner Baustein, der viel wert ist. Schließlich will man Leute einstellen, die sich zu benehmen wissen…

    Fehler im Vorstellungsgespräch von Unternehmen

    fehler im vorstellungsgespraech von unternehmenBewerber sind nicht die einzigen, die sich Fehler im Vorstellungsgespräch erlauben. Arbeitgeber sind auch nicht gerade perfekt. Nach Angaben der Jobbörse Monster haben 60 Prozent der Jobsuchenden schon einmal ein Angebot aufgrund ihrer Eindrücke im Einstellungsgespräch abgelehnt.

    Wenn der Personaler durch Unpünktlichkeit oder Arroganz glänzt, ist so mancher Interessent innerlich schon wieder aus der Tür. Besonders ärgerlich ist eine schlechte Organisation: Wenn der Raum für das Jobinterview gar nicht gebucht war, der Personalchef kurzfristig lieber einen anderen Termin wahrnimmt oder die Bewerbungsmappe auf unerklärliche Weise verschwunden ist.

    Bewerber wollen merken, dass sich der Arbeitgeber mit ihrer Vita befasst hat – wenigstens ansatzweise. Wenn dagegen nur das Standardprogramm abgespult wird, kommt die Wertschätzung zu kurz. Und eine Prise Emotion darf auch gerne im Spiel sein. Personaler, die sich für den Menschen hinter dem Arbeitnehmer interessieren, machen Lust auf eine Zusammenarbeit. Zu oberflächlich und technisch sollte das Bewerbungsgespräch nicht sein.

    Die größten Fehler im Vorstellungsgespräch von Unternehmen:

    • Schwache Unternehmenspräsentation
    • Unprofessionelles Auftreten der Personaler
    • Schlechte Organisation
    • Unpünktlichkeit
    • Oberflächliches oder zu technisches Gespräch

    Frage an Bewerber: Was war Ihr größter Fehler?

    Im Bewerbungsgespräch begeht man nicht nur Fehler, man wird auch nach ihnen gefragt. Die Frage „Was war Ihr größter Fehler?“ (oder „Was war Ihr größter Misserfolg?“) zählt eindeutig zu den beliebtesten von HR-Mitarbeitern.

    Wie reagieren Bewerber darauf? Fehler verleugnen ist jedenfalls keine realistische Strategie. Geben Sie Fehler zu und suchen Sie auch keinen Schuldigen. Nach dem Motto: Der Rasen war schlecht, der Schiri mies und unser Torwart eine Katastrophe, darum MUSSTE ich ja quasi das Eigentor schießen.

    Aber zeigen Sie gleichzeitig, dass sie aus der Episode gelernt haben. Sie haben den Misserfolg analysiert, Ihre Lehren gezogen und begehen den Fehler kein zweites Mal. Im Gegenteil, Sie sind gestärkt aus der Sache hervorgegangen.

    Fehler im Vorstellungsgespräch erklären – hier sind 3 konkrete Beispiele, wie es funktionieren kann:

    • Frage nach Fehlern: Antwort 1

      Ich habe bei meinem Berufseinstieg ein sehr hohes Einstiegsgehalt verlangt, weil ich von mir einfach maßlos überzeugt war. Das war im Rückblick sehr übertrieben und überzogen. Mittlerweile weiß ich, dass man erst Leistung bringen muss und danach etwas einfordern kann. Verstehen Sie mich nicht falsch, heute bin ich jeden Cent wert, den ich fordere… (der letzte Satz mit einem Augenzwinkern, versteht sich).

    • Frage nach Fehlern: Antwort 2

      Ich musste mal eine Rede vor versammelter Belegschaft halten und es war eine Katastrophe. Ich war hypernervös, habe mich ständig verhaspelt und ohne Übertreibung zum Gespött gemacht. Danach habe ich mir geschworen: Das passiert dir nie wieder! Ich habe einen Rhetorikkurs belegt und zuhause geübt, geübt, geübt. Ehrlich gesagt hatte ich bis heute nicht die Möglichkeit, diese Blamage wieder wettzumachen, weder bei meinem damaligen Arbeitgeber noch anderswo. Aber ich brenne darauf, genau das irgendwann zu tun, vielleicht ja sogar bei Ihnen…

    • Frage nach Fehlern: Antwort 3

      Nach meinem Studium wollte ich unbedingt bei Siemens anfangen, weil es damals mein absoluter Traumarbeitgeber war. Ich bin siegesgewiss zum Vorstellungsgespräch gefahren, aber es ging richtig in die Hose. Ich hatte mich nicht genügend vorbereitet und habe geglaubt, dass alles ganz von alleine läuft. Nicht bewusst war mir, dass ich mich auch als Traumarbeitnehmer von Siemens präsentieren musste, um den Job zu bekommen. Habe ich aber nicht. Die Geschichte war mir eine Lehre. Seitdem bereite ich mich, wenn ich einen Job wirklich will, absolut gründlich und gewissenhaft auf ein Jobinterview vor. Darum bin ich heute auch so gut vorbereitet…

    Wichtige Anmerkung: Zu gravierend darf Ihr Fehler nicht gewesen sein. Wenn Sie illegale Geschäfte gemacht oder Ihren Chef hintergangen haben, dann können Sie zwar auch daraus gelernt haben und längst auf die gute Seite gewechselt sein. Erwähnen sollten Sie den Fehler im Vorstellungsgespräch trotzdem nicht. Niemand stellt wissentlich Lügner, Betrüger, Diebe und sonstige Ganoven ein…

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    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Strategie, Tipps, Fehler

    Gespraechsfuehrung im Vorstellungsgespraech Tipps

    Der Personaler übernimmt die Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch, denken viele Bewerber. Er stellt die Fragen, er gibt die Richtung vor. Das ist auch nicht ganz falsch. Aber in der Rolle des reinen Fragenbeantworters, der nur den Mund aufmacht, wenn er gefragt wird, sollten Sie nicht verharren. Ganz im Gegenteil, gute Bewerber übernehmen die Kontrolle über ein Gespräch. Ganz einfach ist es allerdings nicht. Was eine gute Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch ausmacht…

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Probleme

    Viele Bewerber glauben, die Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch obliege dem Interviewer. Das ist auch nicht ganz falsch. Er oder sie ist es schließlich, der die Fragen stellt, die Qualifikationen auf den Prüfstand stellt, den besten Kandidaten für die vakante Stelle finden will.

    Auf der anderen Seite ist es der Bewerber, der größtenteils redet. Der Redeanteil in einem Bewerbungsgespräch sollte bei ungefähr 30 zu 70 liegen. 30 Prozent der Zeit spricht der HR-Mitarbeiter, 70 Prozent der Zeit parliert der Bewerber.

    Viele Bewerber wünschen sich zudem ausdrücklich ein Vorstellungsgespräch „auf Augenhöhe.“ In einer Umfrage des Personaldienstleisters Softgarden äußerten fast drei Viertel der Befragten diesen Wunsch. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Vorstellungsgespräche oftmals eben NICHT auf Augenhöhe geführt werden, sondern eher einem Verhör oder gar einem Inquisitionstribunal gleichen.

    Augenhöhe meint Wertschätzung – und Wertschätzung fängt schon bei den vermeintlichen Petitessen an. Wer dem Bewerber zu Beginn nicht mal ein Glas Wasser anbietet oder ihn minutenlang warten lässt, drückt keine Achtung vor jemandem aus, der möglicherweise eine lange Anreise hinter sich oder sich tagelang auf den Termin vorbereitet hat. Bewerber wollen ein Gespräch führen, keiner Frage-Antwort-Runde beisitzen. Sie wollen überzeugt werden.

    Aber sie können auch durch ihre eigene Art der Gesprächsführung dazu beitragen, dass der Termin zum Erfolg wird…

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Basics

    Es gibt die verrücktesten Situationen: Da erscheinen Bewerber in Begleitung eines Elternteils oder Freundes. Sobald der Interviewer eine Frage stellt, übernimmt der Begleiter die Gesprächsführung. Alles schon da gewesen!

    Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass Sie auf solche Ideen gar nicht erst kommen. Nicht mal dann, wenn Sie sich mit 16 für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz bewerben, hochgradig unerfahren, scheu, verunsichert – und rhetorisch noch arg ungeschliffen sind. Macht nichts! Mit etwas Übung werden Sie und Ihre Gesprächsführung immer besser. Aber ohne den gelegentlichen Sprung ins kalte Wasser erzielt man nun einmal keine Fortschritte…

    Der erste Tipp für eine gelungene Gesprächsführung im Bewerbungsgespräch lautet daher: Machen Sie sich nicht klein. Geben Sie die Gesprächsführung nicht komplett aus der Hand. Es handelt sich ja schließlich um ein Bewerbungsgespräch, nicht um ein Bewerbungsverhör oder einen Bewerbungsmonolog.

    Dass Sie überhaupt zum Jobinterview eingeladen worden sind, sollte Ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Sie haben die erste Hürde überstanden, der Arbeitgeber ist an Ihnen interessiert. Sehr positiv!

    Gut vorbereiten sollten Sie sich in jedem Fall auf das Interview. Wichtig ist vor allem, typische Fragen im Vorstellungsgespräch zu antizipieren (und zu kontern) und selbst gute Rückfragen in petto zu haben.

    Am besten, Sie bringen Ihre Punkte ehrlich und authentisch rüber. Was abgedroschen klingt, dient der Partnerfindung. Sie selbst wollen auch wissen, ob das Unternehmen zu Ihnen passt. Wenn Sie mit offenen Karten spielen, fällt beiden die Partnerwahl leichter. Wie Sie das konkret in die Tat umsetzen, verraten wir Ihnen gleich…

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Vorbereitung

    Ein erfolgreiche Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch setzt diese drei Dinge voraus:

    1. Bewerbungsunterlagen

      Ihre eigenen Bewerbungsunterlagen sollten Sie kennen. Schauen Sie vorher unbedingt noch mal hinein. Sonst erwischt man sie womöglich auf dem falschen Fuß. Wenn Sie sich an das Praktikum bei der Konkurrenzfirma nicht mehr erinnern oder Ihr Französisch, das Sie im Lebenslauf mit fließend angegeben haben, in Wahrheit aus ein paar Brocken besteht, macht das Ihre Vorstellung zu einer Farce.

    2. Informationen

      Der Personaler erzählt und fragt und macht und tut – und Sie verstehen nur Bahnhof. Sie müssen Ihr zukünftiges Unternehmen nicht aus dem Effeff kennen, aber die wichtigsten Infos sollten sitzen. Wenn Sie sich bei Volkswagen bewerben, aber Elektroautos für ferngesteuerte Spielzeuge halten, können Sie das Gespräch vergessen. Ein Gespräch kontrollieren, das eben nicht auf Augenhöhe stattfindet, ist unmöglich.

    3. Namen

      Dieser Punkt ist viel wichtiger als man denkt. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner und reden Sie sie auch persönlich mit Namen an. Das zeugt von Wertschätzung. Ein Gespräch besteht immer aus zwei Parteien. Und gelingen kann es nur, wenn beide Seiten der jeweils anderen mit Respekt begegnen. Auch die Position bzw. Funktion Ihrer Gesprächspartner sollten Sie sich unbedingt merken.

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch übernehmen

    Sie sollen das Gespräch kontrollieren, nicht dominieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Zunächst ist es logisch, dass der Personaler die Gesprächsführung übernimmt. Er hat Sie eingeladen, er stellt die Fragen, er will etwas über Sie erfahren, er stellt den Arbeitgeber vor.

    Aber Sie können als Bewerber dennoch kontrollieren, welche Botschaften Sie vermitteln. Welchen Eindruck Sie hinterlassen und was Sie zum Ausdruck bringen. Das fängt mit der Selbstpräsentation an. Die Stationen und Erfolge, die Ihnen am wichtigsten sind, legen Sie ausführlicher dar als jene, die weniger durchschlagend waren.

    Auch andere typische Personalerfragen sind so gestrickt, dass Sie das Heft in der Hand behalten können.

    Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, läuft es so: Der Personaler fragt, aber Sie kontrollieren das Gespräch.

    Übrigens: Zu einer guten Gesprächsführung gehört auch das betonte Schweigen. Warten Sie ruhig mal einige Sekunden mit Ihrer Antwort. So demonstrieren Sie Souveränität.

    Und halten Sie auch das Schweigen Ihres Gegenübers aus. Fatal: Wild drauflosplappern, um eine unangenehme Stille zu durchbrechen. Bleiben Sie cool und schweigen Sie mit – ein Geheimtipp für jedes Bewerbungsgespräch und jede Verhandlung.

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch: Gefahren

    Schwieriger wird es bei sogenannten Stressfragen. Die sind speziell darauf ausgelegt, Sie aus der Reserve zu locken und Ihnen die Schweißperlen ins Gesicht zu treiben.

    Dies ist der Zeitpunkt, an dem viele Bewerber die Kontrolle verlieren. Wenn sie rot anlaufen, nervös mit den Händen spielen oder anfangen zu nuscheln. Oder, wenn sie etwas anderes sagen als das, was sie eigentlich zum Ausdruck bringen wollten.

    Grundsätzlich: Es ist nicht schlimm, mal auf dem Schlauch zu stehen! Wichtiger ist, wie Sie damit umgehen. Bleiben Sie vor allem ruhig. Versuchen Sie, sich mit einem Kommentar Zeit zu erkaufen. So einem wie: „Knifflige Aufgabe, die Sie mir da stellen.“ Sie können Ihre Antworten auch im Nachhinein korrigieren oder präzisieren, ohne als Windbeutel dazustehen. Fangfragen erfordern dies mitunter. Nur Mut!

    Und selbst wenn Sie mehr schlecht als recht aus dieser Gesprächsphase herausgekommen sind, ist die Chance noch nicht vertan. Sie können das Ruder wieder in die Hand nehmen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem, wenn der Personaler die berühmte Frage stellt: Haben Sie noch Fragen an uns?

    Speziell auf diese Frage sollten Sie gut vorbereitet sein und eine oder zwei Rückfragen aus dem Hut zaubern…

    Gesprächsführung: 3 unterschätzte Fehler

    gespraechsfuehrung im vorstellungsgespraech fehlerAchtung – diese drei Fehler machen die beste Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch zunichte:

    1. Handy

      Wenn es während des Jobinterviews bimmelt, ist das noch keine Katastrophe. Jeder kann mal vergessen, sein Handy rechtzeitig auszustellen. Ihre Reaktion ist es, die zählt. Und die kann nur so aussehen: Sie entschuldigen sich, drücken den Anruf sofort weg und schalten das Smartphone aus. Wehe dem, der noch mehrere Sekunden wie gebannt aufs Display starrt, um zu sehen, wer gerade anruft oder gar rangeht (das können und sollten Sie in familiären Notlagen natürlich tun, aber auch nur dann)!

    2. Uhr

      Bitte niemals auf die Uhr blicken, auch nicht heimlich! Und schon gar nicht mehrfach. Weder auf die Armbanduhr oder Smartwatch noch auf die Uhr an der Wand. Das zeigt entweder, dass Sie Langeweile leiden oder sich wünschten, der Zeiger liefe noch viel schneller. Ein ehrliches Interesse am Job drücken Sie dadurch jedenfalls nicht aus. Was Sie im weiteren Laufe des Vorstellungsgesprächs sagen oder nicht sagen, spielt jetzt schon fast keine Rolle mehr.

    3. Laberei

      Nervosität zeigt sich darin, dass man sich gar nicht traut, etwas zu sagen – oder dass man den Gegenüber komplett zutextet. Smalltalk als Eisbrecher – schön und gut. Aber halten Sie sich ein wenig zurück. Quasseln Sie nicht ohne Punkt und Komma drauflos. Sprechen Sie langsam und deutlich. Posaunen Sie keine Belanglosigkeiten heraus. Bleiben Sie cool und souverän. Das wird im Job auch von Ihnen erwartet.

    Gesprächsführung am Ende des Vorstellungsgesprächs

    Sobald der Gesprächspartner mit den Rückfragen startet, bietet sich Ihnen noch eine ganz andere Gelegenheit. Sie können Punkte, die Ihnen wichtig, aber noch nicht zur Sprache gekommen sind, ins Gespräch einweben. Oder Dinge klarstellen, wenn sie einer Klarstellung bedürfen.

    • Bevor ich Ihnen meine Fragen stelle, würde ich gerne noch eine Sache sagen: Und zwar ist es, glaube ich, vorhin nicht ganz deutlich geworden, dass…

    Das klingt für Sie vielleicht verwegen, ist aber völlig legitim. Sie führen ein Gespräch (!) und sind kein Antworten-Automat. Dazu gehört, dass Sie selbst ansprechen können, was Sie für wichtig erachten. Nur arrogant oder anmaßend sollten Sie dabei nicht wirken.

    Und noch ein Hinweis: Sie dürfen die Aspekte, die für Sie relevant sind, auch gerne in einem Notizbuch notieren und mit ins Jobinterview nehmen. Und sich während des Gesprächs neue Notizen machen. So wirken Sie gut vorbereitet und engagiert.

    Nein, jedem Personaler gefällt auch das sicher nicht. Es gibt tatsächlich welche, die nur Mitarbeiter suchen, die folgen und keine unangenehmen Fragen stellen. Das ist auch in Ordnung. Völlig ok ist es auch, wenn sie so jemand sein wollen. Aber Sie können eben auch jemand anderes sein…

    Gesprächsführung: Checkliste

    Die wichtigsten Tipps für eine gute Gesprächsführung im Bewerbungsgespräch in der Übersicht:

    • Reden Sie Ihre Gesprächspartner mit Namen an.
    • Holen Sie die notwendigen Informationen über das Unternehmen ein und lassen Sie Ihr Wissen im Laufe des Gesprächs einfließen („Sie wissen ja durch Ihr Werk in Malaysia auch, dass die Uhren in Südostasien anders ticken…“)
    • Überlegen Sie sich vorher, welche Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen Sie unbedingt anbringen möchten.
    • Legen Sie sich ein oder zwei Themen für den Smalltalk zu Beginn des Gesprächs zurecht.
    • Trainieren Sie Ihre Antworten, aber lernen Sie sie nicht auswendig.
    • Üben Sie Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel.
    • Antizipieren Sie mögliche Fragen des Personalers, die sich aus Ihrem Lebenslauf ergeben (z.B. Lücken im Lebenslauf, vorherige Stationen, Studienwahl, Häufigkeit der Jobwechsel usw.).
    • Bereiten Sie zwei oder drei smarte Rückfragen für den Personaler vor.
    • Reden Sie langsam, aber nicht behäbig – und deutlich, aber gerne lebendig.
    • Lassen sich nicht hetzen oder unter Druck setzen – auch nicht durch Fangfragen.
    • Bereiten Sie ein oder zwei solide Floskeln vor, um im Notfall Zeit zu gewinnen („Das ist eine sehr schwierige Frage.“ „Lassen Sie mich da bitte noch mal kurz drüber nachdenken.“).
    • Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nie ins Wort.
    • Bedanken Sie sich am Ende des Gespräch und verabschieden sich höflich – egal, wie gut oder schlecht es gelaufen ist.

    Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch für Interviewer

    gespraechsfuehrung im vorstellungsgespraech interviewer tippsAuch für Unternehmen und Personalabteilungen gewinnt das Thema Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch an Relevanz. Immerhin müssen sie fähige Fachkräfte für sich gewinnen – und davon gibt es auf dem Arbeitsmarkt mitunter nicht (mehr) so viele.

    Manche schwören dabei auf die personenorientiere Gesprächsführung nach Rogers. Carl Rogers war ein US-amerikanischer Psychologe des 20. Jahrhunderts. Die von ihm geprägte Gesprächstechnik betont das aktive, einfühlende Zuhören. Der Interviewer signalisiert seinem Gesprächspartner durch Gesten, dass er ihn versteht, etwa durch Blickkontakt, Kopfnicken und verbale Bestätigungen wie Ja, Ach so, Hm oder OK.

    Der Interviewer sollte sein Gegenüber nicht unterbrechen; auch nicht, um weiterführende Fragen zu stellen. Der Bewerber soll sich verstanden und akzeptiert fühlen. Dazu zählt auch, auf Wertungen vorerst zu verzichten. Schnell aufs Handy oder auf die Uhr schauen oder gar die Augen verdrehen – solche Gesten bewirken das Gegenteil und zeigen, dass es mit dem Interesse in Wahrheit nicht weit her ist.

    Die wichtigsten Tipps für eine gute Gesprächsführung im Vorstellungsgespräch für den Interviewer:

    • Bereiten Sich gut auf das Bewerbungsgespräch vor, indem Sie sich genügend Zeit für die Sichtung der Bewerbungsunterlagen nehmen.
    • Stellen Sie sicher, dass Sie sich für den festgelegten Zeitraum (z.B. 30 Minuten) ungestört und ohne Termindruck unterhalten können, etwa durch eine rechtzeitige Buchung des Konferenzraumes.
    • Erstellen Sie einen groben Leitfaden für das Vorstellungsgespräch, aber lassen Sie Raum für Spontanität und Improvisation.
    • Legen Sie vorher fest, welche Fähigkeiten und Qualifikationen Sie unbedingt abfragen möchten.
    • Bereiten Sie sich auf mögliche Rückfragen des Bewerbers vor.
    • Begrüßen Sie den Bewerber höflich bis herzlich und beginnen mit Smalltalk, um die Situation aufzulockern.
    • Formulieren Sie nach Möglichkeit offene Fragen, die es dem Bewerber erlauben, in einen Redefluss zu kommen.
    • Teilen Sie dem Bewerber am Ende des Gesprächs mit, wie der weitere Verlauf ist und bedanken Sie sich ausdrücklich für sein Kommen und seine Zeit.

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    Vorstellungsgespräch üben: Vorteile, Übungen und die 8 besten Tipps

    Vorstellungsgespraech ueben Tipps Spiegel

    Vorstellungsgespräch üben – das ist eine sehr gute Idee. So gewinnen Bewerber Sicherheit, verscheuchen Nervosität und erkennen rechtzeitig, welche Defizite Sie noch haben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf, wenn man fürs Jobinterview übt? Die Selbstpräsentation sollten Sie unbedingt trainieren, sich auch Antworten auf Standardfragen zurechtlegen. Wenn Sie dann noch auf diese 4 Übungsvarianten zurückgreifen, steht einem erfolgreichen Jobinterview nichts mehr im Wege…

    Vorstellungsgespräch üben: Warum Sie es tun sollten

    Übung macht bekanntlich den Meister. Aber was machen zum Beispiel Berufsanfänger, die sich noch nie in einem echten Jobinterview präsentieren konnten? Klare Antwort: Üben!

    Im Prinzip gilt für alle Bewerber das gleiche: Wer sich gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet, erhöht die Erfolgsaussichten. Sehen Sie die Vorbereitung nicht losgelöst vom Gespräch, sondern als einen Bestandteil des Gesprächs. Am besten, Sie sammeln als Erstes Informationen über das Unternehmen. Zahlen, Philosophie, Ziele. Die Infos können Sie schon in die Vorbereitung einfließen lassen.

    Wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben, haben Sie davon vor allem:

    • Selbstbewusstsein

      Eine gute Vorbereitung verleiht Selbstvertrauen und reduziert die Nervosität und die Fehleranfälligkeit. Schließlich wissen Sie schon, was auf Sie zukommen könnte. Sie haben sich entsprechende Antworten und Reaktionen überlegt. Der Personaler kann Sie nicht mehr so leicht auf dem falschen Fuß erwischen. Wer selbstbewusst auftritt, bekommt den Job mit größerer Wahrscheinlichkeit als derjenige, der ängstlich wirkt und sehr langsam spricht. Das wurde bereits mehrfach untersucht.

    • Problembewusstsein

      Wenn Sie vorher das Vorstellungsgespräch üben, dann merken Sie schnell, welche Defizite Sie noch haben. Auf welche Fragen fehlen die richtigen Antworten? Was wissen Sie nicht? Welche Fehler machen Sie? So können Sie Defizite noch vor dem Bewerbungsgespräch ausmerzen – indem Sie wichtige Fakten nachrecherchieren, sich Fragen und Antworten überlegen oder Ihre Körpersprache einüben.

    Vorstellungsgespräch üben: Die 8 besten Tipps

    Vorstellungsgespräch üben – was Sie konkret trainieren sollten:

    Informationen sammeln

    Ohne Basiswissen über den Arbeitgeber sinken Ihre Chancen auf Zuschlag ins Bodenlose. Eine gründliche Recherche ist Ihr Fundament – und schon ein Bestandteil Ihres Trainings. Standorte, Mitarbeiterzahl, Produktpalette, Historie – Sie müssen gewiss nicht alle Einzelheiten wie ein wandelndes Lexikon aufsagen können, aber zumindest die Basics kennen.

    Fürs Erste reicht schon ein Blick in den Wikipedia-Eintrag (falls vorhanden) und auf die Webseite des Unternehmens. Auch eine einfache Google-Suche fördert Relevantes zutage. Schauen Sie sich die Einträge über die und von der Firma bei Kununu, Glassdoor, Xing oder Linkedin an. Und einen Tag vor dem Bewerbungsgespräch starten Sie bei Google News eine Suche über den Arbeitgeber, um auf dem neuesten Stand zu sein. Die tagesaktuellen Entwicklungen können für eine gute Konversation entscheidend sein.

    Was Sie über das Unternehmen wissen, lassen Sie ins Gespräch einfließen – auch schon im Training, wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben

    Selbstpräsentation einüben

    Die Selbstpräsentation gehört zum Vorstellungsgespräch wie der Wind zum Herbst. Sie werden sich mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Anwesenden vorstellen müssen (dürfen). Das fängt häufig mit Sätzen an wie: „Erzählen Sie uns doch mal etwas über sich!“

    Die Selbstpräsentation steht meist am Anfang – und darum sollten Sie sie auch als Erstes vornehmen, wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben. Warum? Wenn Sie gut und sicher durch die Selbstpräsentation kommen, gewinnen Sie Sicherheit für den weiteren Verlauf des Jobinterviews. Wenn Sie die Selbstpräsentation dagegen verstolpern, steigt Ihre Unsicherheit – keine gute Voraussetzungen für das weitere Gespräch!

    Überlegen Sie sich also vorher ganz genau, was Sie sagen wollen, wie Sie sich vorstellen, welche Schwerpunkte Sie setzen und was an Ihrem bisherigen Werdegang für den Personaler relevant ist. Der letzte Punkt ist wichtig: Machen Sie keine reine Ego-Show aus Ihrer Selbstpräsentation. Das Unternehmen will wissen, welchen Nutzen es von Ihnen hat und ob Sie gut ins Team passen. Behalten Sie das im Hinterkopf.

    Antworten überlegen

    Jeder Bewerber muss im Vorstellungsgespräch ein Stück weit improvisieren. Auf die wichtigsten Fragen sollten Sie sich aber vorab stimmige Antworten überlegen – und diese üben.

    Sie sollten aber natürlich nicht wie aufgesagt klingen. Es gibt ein paar Fragen, die fast jeder Personaler stellt:

    • Wo liegen Ihre Stärken?
    • Wo liegen Ihre Schwächen?
    • Was haben Sie bisher gemacht?
    • Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?

    Hier finden Sie ein PDF mit den 100 häufigsten Vorstellungsgesprächsfragen. Hier finden Sie 45 gute Stärken für die Bewerbung. Und hier alle Tipps rund um Ihre Schwächen im Vorstellungsgespräch.

    Lassen Sie möglichst konkrete Beispiele in Ihre Antworten einfließen. Darunter kann sich Ihr Gesprächspartner etwas vorstellen. Also nicht einfach Talente und Kompetenzen aufzählen, sondern diese an konkreten Beispielen aus Ihrem Arbeitsleben festmachen. Nicht einfach behaupten, Sie seien teamfähig, sondern an einem Beispiel belegen, dass Sie es sind.

    Rückfragen antizipieren

    Rückfragen stehen jedem Bewerber gut zu Gesicht. Wenn Sie das Vorstellungsgespräch üben, dann schließen Sie diesen Aspekt mit ein. Stellen Sie zwei, drei Rückfragen.

    Es gibt eine ganze Reihe an smarten Rückfragen, die Ihr Interesse oder Ihre Intelligenz bezeugen. Hier finden Sie 100 gute Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch.

    Tipp: Stellen Sie die, die Sie persönlich am meisten interessieren. Es geht dabei ja schließlich nicht (nur) darum, die äußere Fassade zu wahren und einen guten Eindruck zu schinden, sondern um Ihren persönlichen Erkenntnisgewinn. Rückfragen kommen gut an, aber Sie bringen Ihnen als Bewerber auch etwas, helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung.

    Körpersprache schulen

    Über unsere Körpersprache haben wir nicht immer die volle Kontrolle. Manche zupfen unbewusst an ihrer Kleidung, andere tippen nervös mit ihren Füßen auf den Boden. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Wer es aber übertreibt, signalisiert dem Gegenüber Nervosität und Unsicherheit. Das kommt schlecht an!

    Deshalb sollten Sie nach Möglichkeit genau auf Ihre Körpersprache achten – und Sie einüben. Es ist ja auch wirklich ein Problem, wo man während eines Gesprächs die eigenen Hände lassen soll. Angela Merkel hat dies mit der berühmten Raute gelöst – eine überzeugende Lösung! Kein Herumspielen, Herumzupfen, Herumfingern. So etwas können Sie sie auch einüben (es muss wohlgemerkt nicht die Raute sein).

    Aber es gibt daneben noch so viele andere Aspekte, die wichtig sind und die Sie fürs Vorstellungsgespräch üben sollten:

    • Zur Begrüßung aufstehen
    • Fest die Hand Hand geben (aber nicht pressen)
    • Blickkontakt halten
    • Viel lächeln (aber nicht grinsen)
    • Dem Gesprächspartner zuwenden
    • Die Arme nicht verschränken
    • Hände locker in den Schoß legen
    • Ab und zu mit den Händen gestikulieren (aber nicht zu wild)
    • Aufrecht sitzen
    • Körperspannung halten
    • Gerne den Gesprächspartner dezent nachahmen (Chamäleon-Effekt!)

    Stimme trainieren

    Manche sind mit einer sonoren Stimme gesegnet. Aber möglicherweise geraten auch sie manchmal ins Stottern oder Piepsen oder Lispeln oder Nuscheln. Das können Sie – bis zu einem gewissen Grad – wegtrainieren. Wenn Sie also Bedenken wegen Ihrer Stimme haben, dann betreiben Sie vor dem Bewerbungsgespräch etwas Sprach- und Stimmtraining.

    Es fängt schon bei der Körperhaltung an: Wer verkrampft in seinem Hocker kauert, lässt dem Zwerchfell nicht genügend Freiraum. Die Luftversorgung ist aber wichtig für die Stimme. Darum: Aufrecht hinsetzen!

    Versuchen Sie darüber hinaus, zu variieren. Moderates Sprechtempo, mal ganz schnell, dann wieder extrem langsam. Die Lautstärke erhöhen, dann wieder leiser werden. So können Sie besser betonen, den Zuhörer fesseln und schläfern ihn nicht ein. Nichts ist ermüdender als ein monotoner Vortrag. Und vergessen Sie nicht, Pausen zu machen, während Sie reden.

    Nervosität drosseln

    Versuchen Sie, das Training wie einen Ernstfall zu simulieren. Zum Ernstfall gehört auch eine gehörige Portion Nervosität, vielleicht sogar Angst.

    Wenn wir Angst haben oder nervös sind, schüttet unser Körper Stresshormone aus, das Herz rast, der Atem wird flacher, die Muskeln spannen sich an. Das ist aber gar nichts Schlechtes. Es macht uns wacher und aufmerksamer. Zu große Nervosität sieht man einem Bewerber allerdings an – und das ist leider durchaus etwas Schlechtes. Immerhin wird von zukünftigen Mitarbeitern erwartet, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

    Sie besiegen Ihre Anspannung, indem Sie ganz langsam tief ein- und ausatmen. Im Zweifel auch mal die Fäuste (unterm Tisch) ballen, einige Sekunden anspannen und dann wieder locken lassen. Probieren Sie es aus!

    Schlusspunkt setzen

    Feiern Sie den Tag nicht vor dem Abend. Abgewandelt auf das Vorstellungsgespräch heißt das: Feiern Sie das Gespräch nicht vor der Verabschiedung. Dabei kann noch eine Menge schiefgehen.

    Darum sollten Sie auch Ihren Abgang üben. Nicht einfach am Ende des Interviews losstürmen, sondern sich angemessen verabschieden. Dazu gehören ein freundlicher und kräftiger Händedruck, ein Lächeln mit Blickkontakt und ein aufrichtiges Dankeschön für die Zeit, die sich Ihr Gesprächspartner für Sie genommen hat.

    Nennen Sie unbedingt noch einmal den Namen Ihres Gegenübers. Eine Geste, die Wertschätzung ausdrückt. Zum Beispiel so: Vielen Dank für Ihre Zeit und das angenehme Gespräch, Herr Schröder!

    14 Fragen, auf die Sie sich vorbereiten sollten

    Vorstellungsgespräch üben FragenWie antworten Sie auf die folgende Fragen im Vorstellungsgespräch? Das sollten Sie unbedingt schon VORHER wissen:

    Bewerbungsgespräch üben mit diesen 4 Hilfsmitteln

    Jetzt wissen Sie, woran Sie arbeiten müssen. Aber WIE und auf welche Weise können Sie das Vorstellungsgespräch üben? Am besten so:

    1. Rollenspiel

      Im Rollenspiel nehmen Sie – wie im echten Leben – die Rolle des Bewerbers ein. Ihre Freunde oder Familienangehörigen sind die Personaler, die Sie mit Fragen löchern.

      Rollenspiele sind bestens geeignet, um sich aufs Jobinterview vorzubereiten. Ihre Mitstreiter können genau beurteilen, wie Sie sich gemacht haben und Ihnen Tipps geben. Wichtig ist, dass sie dabei kein Blatt vor den Mund nehmen und ehrliches Feedback geben.

      Durch Rollenspiele üben Sie auch schwierige Situationen – wenn Ihnen etwa gleich drei Unternehmensvertreter gegenübersitzen. Oder wenn sie Sie aus der Reserve locken wollen, durch Stressfragen oder spöttische Bemerkungen. Fragen Sie anschließend genau nach, was gut und was schlecht war.

    2. Spiegel

      Sie sind alleine in einer fremden Stadt und haben niemanden zum Trainieren? Dann üben Sie vor dem Spiegel.

      Setzen Sie sich auf einen Stuhl und beobachten Sie sich selbst genau. Was machen Ihre Hände, wie wirken Sie selbst auf sich, wie sieht Ihre Kleidung aus? Die Anziehsachen, die Sie im Vorstellungsgespräch tragen wollen, dürfen Sie nämlich gerne schon einmal überwerfen. So gewinnt die Situation an Echtheit.

      Sie können das Ganze alternativ auch per Video aufnehmen – und sich Ihre Vorstellung in aller Ruhe noch mal anschauen.

    3. Tonaufnahme

      Zeichnen Sie das Gesprochene mit Ihrem Smartphone auf und hören Sie sich die Audio-Datei hinterher selbst noch einmal an. Sie werden erstaunt sein.

      Viele Bewerber reden viel zu schnell – so schnell, das ihnen der Gesprächspartner kaum folgen kann. Zu langsam sollten Sie aber auch nicht sprechen, wenn Sie ihn nicht narkotisieren wollen. Dann gibt es noch diverse Zisch- oder Schnalzlaute, die Sie vermeiden sollten – und das berühmte Ähh… (wenngleich Sie dies auch mal zur Zeitgewinnung und Überbrückung nutzen können, sofern Sie es nicht übertreiben).

      In jedem Fall sind Ihre Stimme und Aussprache wichtige Faktoren – die Sie trainieren können. Dazu müssen Sie aber erstmal wissen, welche Fehler Sie machen: Reden Sie zu laut oder zu leise, zu schnell oder langsam, akzentuiert oder nuschelig…?

    4. Profis

      Wenn alles nichts hilft, müssen Profis ran. Zahlreiche Anbieter werben mit professionellen Bewerbungscoachings.

      Die kosten manchmal mehrere Hundert Euro. Das ist eine Menge Holz, kann aber gut angelegtes Geld sein. Nämlich dann, wenn Sie wirklich massive Probleme in Vorstellungsgesprächen haben. Bis dahin können Sie es aber auch autodidaktisch versuchen …

    Online-Vorstellungsgespräch üben

    online vorstellungsgespräch übenOnline-Vorstellungsgespräche werden – nicht nur wegen Corona – immer populärer. Ein Jobinterview vor dem Bildschirm unterscheidet sich immens von einem Tête-à-Tête im Konferenzraum. So üben Sie Ihr Online-Bewerbungsgespräch:

    • Standort auswählen

      Suchen Sie sich zuerst einen geeigneten Ort aus, an dem Sie Ihren Rechner für das Vorstellungsgespräch platzieren. Am besten einen ruhigen Ort mit schlichtem Hintergrund, einer weißen Wand etwa. Offene Kleiderschränke oder Playboy-Poster im Hintergrund sind . Falls Sie dem Personaler doch mit der Deko im Hintergrund imponieren wollen, dann stellen Sie sich mental auf Rückfragen dazu ein. Schöne Elefantenvase, wo haben sie die her?

    • Outfit wählen

      Ihre Gesprächspartner sehen Sie vielleicht nicht von oben bis unten. Empfehlenswert ist es dennoch, sich ein seriöses Ganzkörper-Outfit überzuwerfen, schon der inneren Spannung wegen. Und was, wenn Sie wirklich kurz mal aufstehen müssen, dann aber keine Hose anhaben? Generell gilt: Ziehen einfach das an, was Sie beim Vorstellungsgespräch vor Ort auch angezogen hätten.

    • Testlauf durchführen

      Auch das Online-Vorstellungsgespräch sollten Sie vorher üben, zum Beispiel mit einem Freund. So bekommen Sie ein Gefühl dafür und einen Blick für mögliche Fehler. Achten Sie auf Körpersprache, aber auch auf die Rahmenbedingungen inklusive Tonqualität, Hintergrund, Internetverbindung. Wie zum Beispiel reagieren Sie, wenn es mal ruckelt? Ein höfliches Entschuldigung, ich habe Ihre Frage akustisch nicht verstanden, könnten Sie sie noch mal wiederholen? ist kein Beinbruch.

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    Die besten 18 Tipps gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch

    Nervosität im Vorstellungsgespräch hat vermutlich jeder schon einmal erlebt. Angst ist wie eine Alarmglocke, die uns aufrüttelt und aufweckt. Wer aber wie ein einziges Nervenbündel auftritt, gibt keine gute Figur ab. Ihre Nervosität im Vorstellungsgespräch sollten Bewerber daher zwar nicht vollständig abwürgen, aber im Griff haben. So schwer ist das nicht…

    Vorstellungsgespräch nervös: So beruhigen Sie sich

    Der Duden kennt für Nervosität mehr als ein halbes Dutzend Synonyme:

    • Abgehetztsein
    • Anspannung
    • Erregung
    • Lampenfieber
    • Reizbarkeit
    • Ruhelosigkeit
    • Unruhe
    • oder auch Premierenfieber

    Wenn wir nervös, unruhig, aufgeregt sind, schüttet unser Körper Adrenalin in rauen Mengen aus, das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich.

    Nervosität ist aber nichts Negatives. Im Gegenteil, sie ist ein Schutzmechanismus unseres Körpers. Wer nervös ist, ist aufnahmefähiger, wachsamer und mobilisiert Reserven. Das half schon in Urzeiten, als man vor dem Bären Reißaus nehmen oder sich gegen Rivalen zur Wehr setzen musste. Nervosität ist ein Geschenk der Evolution.

    Vor einem Vorstellungsgespräch ist das nicht anders. Wer nervös ist, ist wachsam. Das hilft! Allerdings kann uns Nervosität im Vorstellungsgespräch auch am Erfolg hindern. Die Nervosität versuchen wegzuquatschen und sich dabei um Kopf und Kragen reden – das ist schon mehr als einmal passiert.

    Versetzen Sie sich außerdem in den Personaler hinein. Wenn Sie schon jetzt im Vorstellungsgespräch extrem nervös sind, wie nervös werden Sie dann erst während der Arbeit in stressigen Situationen sein? In manchen Jobs ist es unerlässlich, die Ruhe zu bewahren – zum Beispiel, wenn Sie direkten Kundenkontakt haben. Übermäßige Nervosität ist kein Qualitätssiegel.

    Bis zu einem gewissen Grade ist Nervosität also okay. Dann beflügelt sie. Steigt sie aber extrem an, dann fühlen wir uns nicht mehr wach und aufmerksam, sondern wie gelähmt. Angst steigt in uns auf, manchmal sogar Panik vor der nächsten Frage. Daraus kann schnell eine selbsterfüllende Prophezeiung werden. Wer hypernervös ist, malt sich Worst-Case-Szenarien aus, die sich dann folgerichtig auch bewahrheiten. Der Job ist futsch.

    Wenn man nicht aufpasst, befindet man sich schnell in einem Teufelskreis. Wer das Jobinterview wegen zu großer Nervosität versemmelt hat, geht ins nächste vermutlich noch sehr viel aufgeregter – die Erfolgsaussichten sinken und sinken. Wie Sie das verhindern? Wir sagen es Ihnen…

    Nervosität im Vorstellungsgespräch: Was dahinter steckt

    Vielleicht hilft Ihnen diese Erkenntnis: Nervosität ist völlig normal. Es ist nur allzu menschlich, vor einer mutmaßlich wichtigen Weichenstellung im Leben aufgeregt und angespannt zu sein.

    Aber dennoch sollten Sie kurz innehalten und reflektieren: Warum sind Sie so furchtbar aufgeregt? Hat Ihre Nervosität eine Vorgeschichte? Wie können Sie sie abmildern? Möglicherweise stecken ganz bestimmte Gründe hinter Ihrer Nervosität. Wenn Sie sie kennen, können Sie daran arbeiten, im nächsten Jobinterview ruhiger und abgeklärter aufzutreten.

    Bei den meisten Bewerben stecken diese Gründe hinter ihrer Nervosität:

    • Hohe Erwartungen

      Große Erwartungen setzen Menschen unter Druck. Viele Bewerber setzen sich selbst unter Druck, nach dem Motto: „Jetzt oder nie! Diesen Job musst du kriegen, sonst kannst du deine Karriere vergessen.“ Befreiend wirkt so eine Einstellung natürlich nicht. Auch steigt der Druck zwangsläufig, wenn man schon mehrere Absagen kassiert hat oder lange Zeit auf der Suche nach einem Job war. Es sagt sich so leicht, aber die Wahrheit ist: Dieser Druck ist unnötig. Es gibt im Berufsleben immer Alternativen. Sie sind nicht auf diesen einen Job angewiesen. Das müssen Sie sich klar machen. Außerdem gilt es nicht darum, den perfekten Auftritt im Vorstellungsgespräch hinzulegen. Perfektionismus erzeugt Druck. Im Gegenteil, kleine Makel oder Macken machen einen Menschen – und einen Bewerber – bisweilen sogar interessanter und attraktiver. Also: Kein Streben nach Perfektion! Und denken Sie nicht zu viel über die Erwartungshaltung Ihres Gesprächspartners nach. Was will er oder sie von mir hören? Wie wirke ich auf ihn? Das können Sie letztlich gar nicht wissen. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre Stärken und Kompetenzen.

    • Kein Geld

      Finanzielle Engpässe haben die meisten schon einmal erlebt. Auch sie erzeugen Druck. Wer seinen Lebensstandard halten – oder endlich wieder erhöhen – will, der braucht diesen Job. Jetzt, sofort! Wo Finanzengpässe drohen, da steigt die Nervosität. Das gilt für Startup-Gründer, die mit Investoren verhandeln, genauso wie für Bewerber…

    • Neue Situation

      Ein Vorstellungsgespräch ist wie ein Date. Man weiß nicht, wer und was einen erwartet. Manche kauen daher an den Fingernägeln, andere laufen vor Nervosität rot an. Diese Unvorhersehbarkeit erzeugt Druck. Wenn man sich schlimme Szenarien ausmalt oder peinliche Situationen vorstellt, kann der Puls schonmal hochgehen. Ein Blackout ist die mögliche Folge.

    Noch mal: Nervosität ist nicht schlimm. Sie hilft sogar. Wer mega-cool und kein bisschen nervös ist, erkennt Warnsignale später – und passt nicht auf. Ein wenig Nervosität im Vorstellungsgespräch ist eine gute Basis.

    Aber Überhand nehmen sollte sie nicht. Mit diesen Tipps verjagen Sie sie die innere Unruhe…

    Das sind Anzeichen für Nervosität im Vorstellungsgespräch

    vorstellungsgespraech nervoesSo äußert sich Nervosität im Vorstellungsgespräch. Darum: Selbst wenn sie nervös sein sollten – vermeiden Sie diese Verhaltensweisen:

    • An der Kleidung herumzupfen
    • Keinen Blickkontakt aufnehmen oder halten
    • Nicht oder nur gequält lächeln
    • Auf dem Stuhl herumzappeln
    • Kurz und schlaff die Hand geben
    • Arme verschränken
    • Im Gesicht herumfummeln
    • Mit zittriger Stimme reden
    • Schwitzen

    18 Tipps gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch

    1. Gründlich vorbereiten

      Für Nervenbündel ist Vorbereitung die beste Medizin. Proben Sie Ihren Auftritt vor dem Spiegel. Üben Sie Ihre Selbstpräsentation. Trainieren Sie auch Gestik und Mimik. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grade, Sie wollen ja nicht wie ein Roboter oder Schauspieler wirken. Eine Prise Authentizität sollte man sich erhalten. Aber je besser vorbereitet Sie sind, desto besser gewappnet und umso weniger nervös sind Sie. Gut geeignet sind auch Rollenspiele. So können Sie mit Freunden oder Familie ein Jobinterview selbst durchspielen und Sicherheit gewinnen.

    2. Wenn-dann-Szenarien überlegen

      Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass Sie sich Wenn-dann-Szenarien überlegen. Wenn mich etwa der Personalmanager nach meinen Lücken im Lebenslauf fragt, dann antworte ich was? Wenn er mir eine fiese Stressfrage stellt, dann reagiere ich wie? Malen Sie sich auch ruhig ein paar negative Szenarien für das Jobinterview aus. Wenn Sie vorher genau wissen, wie Sie im Worst Case reagieren, dann kann Sie nichts mehr so schnell aus der Bahn werfen.

    3. Positives sehen

      Sehen Sie die Nervosität nicht als Ihren Feind, sondern als einen Freund. Einen Freund, der Sie warnt und anstachelt. Die erhöhte Aufmerksamkeit nützt Ihnen. Versuchen Sie also nicht, die Nervosität komplett zu verscheuchen – nur ein bisschen. Diese Erkenntnis wirkt manchmal Wunder. Manchmal gelingt es auch, der inneren Angst entgegenzuwirken, indem Sie sich an vergangene Erfolge erinnern. Psychologen nennen diese Methode kognitive Umstrukturierung. Auf dieser Basis können Sie sich selbst glaubhaft versichern: Ich pack‘ das! Oder: Bleib ganz ruhig, das wird schon. Oder: Auf geht’s, du bist sehr gut vorbereitet. Jetzt hol‘ dir den Job!

    4. Gut kleiden

      Diese Formel ist einleuchtend: Schöne Kleidung erhöht die Selbstsicherheit und größere Selbstsicherheit verscheucht Nervosität. Probieren Sie es selbst aus! Wählen Sie für das Vorstellungsgespräch also ein Outfit aus, in dem Sie sich wohl fühlen und das auch objektiv einen hervorragenden Eindruck macht. Vorher noch mal genau checken, ob alles richtig sitzt und das Jobinterview kann kommen.

    5. Pünktlich sein

      Terminnot ist ein weiterer Druckerzeuger. Den können Sie gar nicht gebrauchen. Das verursacht nur noch mehr Stress und Nervosität. Eine gut geplante Anreise nimmt dagegen Druck vom Kessel. Schauen Sie sich die Route bis zum Unternehmen vorher genau an und planen sie diese. Am Tag des Jobinterviews gehen Sie überpünktlich los und planen noch einen großzügigen Puffer ein. Denn Bahn-Ausfälle oder unvorhergesehene Unfälle oder Baustellen sind – wie Sie wissen – keine Seltenheit. Wenn Sie eine Viertelstunde (oder noch früher) vor dem Vorstellungsgespräch da sind, haben Sie alles richtig gemacht.

    6. Auf Kaffee verzichten

      Ein guter Tag beginnt mit einem kräftigen Kaffee – für viele ist das schon fast eine Lebenseinstellung. Schön, aber vor dem Bewerbungsgespräch verzichten Sie lieber auf den Koffeinhammer – falls Sie zur Nervosität neigen. Denn das Koffein putscht Sie auf und macht Sie noch nervöser. Das gilt in noch höherem Maße für Energydrinks. Trinken Sie lieber ein Glas Wasser oder Saft. Und außerdem treibt Kaffee ja bekanntlich. Eine unruhige Blase macht Sie auch nicht gerade ruhiger…

    7. Selbstbewusstsein ausstrahlen

      Na klar, Selbstbewusstsein kann man nicht einwerfen wie eine Pille. Oder doch? Auf jeden Fall sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie die erste große Hürde schon genommen haben. Sie sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden, weil Sie etwas auf dem Kasten haben. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, Kompetenzen, Erfolge. Nebenbei bemerkt: Jeder Mensch hat welche! Wer Selbstvertrauen getankt hat, ist weniger nervös. Schauen Sie sich zuhause ruhig noch mal Ihre besten Auszeichnungen, Arbeiten, Schulnoten oder Arbeitszeugnisse an oder führen sich Ihre Top-Projekte vor Augen, bevor Sie sich auf den Weg zum Bewerbungsgespräch machen.

    8. Kurz bewegen

      Bei Nervosität sind die Muskeln angespannt und wollen sich abreagieren. Deshalb ist es sinnvoll, sich zu bewegen. Machen Sie vor dem Bewerbungsgespräch einen kurzen Spaziergang. Nehmen Sie die Treppe. Auch ein bisschen Gymnastik oder Dehnübungen sind empfehlenswert. Bewegung wirkt entspannend. Am besten, Sie drehen eine Runde an der frischen Luft – zum Beispiel im Park. So bekommen Sie den Kopf frei. Auf der anderen Seite sollten Sie nicht völlig aus der Puste sein, wenn Sie die Firma erreichen. Das macht Sie eher noch nervöser – und bringt Sie im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen.

    9. Körpersprache einüben

      Selbst wenn Sie hyper-nervös sein sollten: Der Personalchef muss es ja nicht unbedingt mitkriegen. Wichtig ist, dass Sie die Nervosität nicht ausstrahlen. Die richtige Körpersprache hilft Ihnen, einen guten Eindruck zu hinterlassen – und die Chancen auf den Job zu erhöhen. Was Sie nicht tun sollten: Auf den Fingernägeln herumkauen, mit Ihren Händen herumnesteln, mit den Haaren spielen oder am Bart zupfen. Das lässt Sie unsicher wirken, nicht wie ein Fels in der Brandung. Sie könnten daher ein Vorstellungsgespräch mit einem Freund einüben oder es sogar aufzeichnen. Der Blick von außen offenbart viele kleine oder größere Schwächen. An denen können Sie noch rechtzeitig arbeiten. Das hilft Ihnen auch, Ihre Nervosität selbst in den Griff zu bekommen. Denn je unruhiger Sie auf Ihrem Stuhl hin und herwackeln oder mit den Füßen herumtippeln, desto nervöser werden Sie.

    10. Viel lächeln

      Auch wenn Ihnen das Lachen längst vergangen es: Tun Sie es trotzdem! Lächeln lockert die Stimmung auf – die Ihres Gegenübers und Ihre eigene. Es versüßt automatisch die Atmosphäre im Raum und hilft, die Nervosität im Vorstellungsgespräch in Schach zu halten. Wenn Sie lächeln, schüttet Ihr Körper Glückshormone aus. Sie fühlen sich sofort besser und sind weniger angespannt. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob Sie wirklich vor Freude grinsen oder nur so tun, als ob.

    11. Bonbon lutschen

      Eine trockene Kehle geht manchmal mit Nervosität einher. Wir produzieren weniger Speichel, wenn wir aufgeregt sind. En Lutschbonbon hilft. Es vertreibt das unangenehme Trockenheitsgefühl aus dem Mund. Alternativ können Sie auch zum Kaugummi greifen. Aber vergessen Sie nicht, es rechtzeitig vor dem Jobinterview wieder zu entsorgen.

    12. Tief atmen

      Atmen ist nicht gleich atmen. Wenn Sie ausschließlich durch den Mund atmen, kann Ihr Mund trocken und Ihre Stimme piepsig werden. Wer bewusst atmet, reduziert die Anspannung. Nehmen Sie sich vor dem Jobinterview Zeit für ein paar Atemübungen. Zum Beispiel für die 4-6-8-Methode: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie tief und langsam durch die Nase und zählen bis vier. Dann halten Sie die Luft an und zählen bis sechs. Jetzt durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Das Ganze mindestens fünf Mal wiederholen – und Ihre Nervosität ist wie weggeblasen.
      Eine andere Methode ist es, den eigenen Atem bewusst wahrzunehmen und dabei fließen zu lassen: In den Bauch ausatmen, so dass er sich wölbt. Dabei laut oder in Gedanken rückwärts zählen.

    13. Anker setzen

      Die Ankermethode beruht auf der Reizreaktionskopplung. Sie hilft Ihnen, in stressigen Situationen zu entspannen. Sie pressen dabei Daumen und Zeigefinger aufeinander und denken währenddessen an ein schönes Erlebnis, an den letzten Urlaub etwa. Die positiven Erinnerungen werden auf den Druck Ihrer Finger übergehen. Wenn Sie die Übung oft genug wiederholen, stellt sich das schöne Gefühl irgendwann schon dann ein, wenn Sie die Finger aufeinanderdrücken. Damit die Methode funktioniert, müssen Sie sie aber frühzeitig einüben. Hinterher können Sie Ihre Nervosität wie auf Knopfdruck regulieren.

    14. Gegenstand mitnehmen

      Es gibt Spielkinder, die ständig etwas brauchen, mit dem Sie herumspielen können. Wenn Sie vor dem Bewerbungsgespräch sehr nervös sind, ist das gar keine schlechte Idee. Bringen Sie einen kleinen Gegenstand mit, den Sie bearbeiten, kneten, balancieren oder drücken können. Das kann beruhigen. Im Gespräch selbst gehört das Teil aber in die Tasche – und Ihre Hände auf den Schoß oder den Tisch.

    15. Ehrlich sein

      Es ist keine Schande, nervös zu sein. Nervosität kann ja auch bedeuten, dass Ihnen sehr viel an der Stelle liegt. Für den Personaler eigentlich ein gutes Zeichen. Außerdem sind nervöse Bewerber für Personaler ohnehin so normal wie Meistertitel für Bayern München. Sie können daher ruhig zugeben, etwas nervös zu sein. Ich habe gerade einen Frosch im Hals. Ich muss gestehen, ich bin leicht nervös. Das ist heute nicht mein erstes Vorstellungsgespräch, aber nervös bin ich trotzdem. Smalltalk, mit dem Sie etwas Zeit gewinnen und sich sammeln können. Oder Sie weisen darauf hin, dass Sie furchtbar nervös sind, wenn Sie sich verhaspeln oder ins Stottern geraten. Das macht Sie menschlich, verwundbar, sympathisch. Oft lockert das Situation auf – mit positiven Folgen für Ihr Nervenkostüm.

    16. Zehen wackeln

      Dieser Trick hilft garantiert gegen Blackouts! Wackeln Sie mit den Zehen. Kein Scherz: Unser Gehirn muss Energie von ganz oben nach ganz unten leiten, wenn Sie mit dem großen Onkel wackeln. Das entkrampft auf der Stelle, löst die Verkrampfungen in den Muskeln, lockert auf. Außerdem können Sie den Trick ganz unauffällig und geräuscharm unter dem Tisch praktizieren. Probieren Sie es selbst aus – gerne auch im Meeting, bei einem Referat oder einer Prüfung.

    17. Geschirr waschen

      Wir haben nochmal in die Kiste mit der Aufschrift Geheimtipp gegriffen – und den Geschirrspül-Trick herausgeholt. Geschirr spülen reduziert Stress, sagte die Universität Florida in einer Studie aus dem Jahr 2015. Demnach hat der Vorgang etwas Meditatives. Natürlich nur, wenn man Teller und Tassen mit der Hand wäscht und nicht einfach in den Geschirrspüler steckt. Und auch nur dann, wenn man sich auf die Prozedur einlässt, auf die Temperatur des Wassers achtet etwa und nicht hektisch alles mal eben schnell abschrubbt. Nun können Sie natürlich schlecht in die Kaffeeküche des Unternehmens spazieren, um kurz vorm Jobinterview noch schnell Geschirr zu waschen. Aber Sie könnten es vorher zuhause tun, um Ihre innere Unruhe und Angst halbwegs in Schach zu halten.

    18. Belohnung aussetzen

      Belohnen Sie sich dafür, die Herausforderung angenommen und trotz ausgeprägter Nervosität das Vorstellungsgespräch durchgezogen zu haben. Egal, wie es gelaufen ist und ob sich Ihre Chancen auf Zuschlag nach eigenem Empfinden vergrößert oder zerschlagen haben. Gönnen Sie sich einen Milchshake, einen Abend im Kino oder ein kühles Blondes – was auch immer. Wenn Sie daraus eine Angewohnheit machen, entwickeln Sie schon bald positive Assoziationen mit Vorstellungsgesprächen – und freuen sich schon auf das nächste.

    Alle 18 Tipps gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch finden Sie übersichtlich zusammengefasst zum Downloaden und Ausdrucken als PDF hier.

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    Rückfragen: Über 100 fürs Vorstellungsgespräch

    Rueckfragen Vorstellungsgespraech Beispiele

    Rückfragen im Vorstellungsgespräch sind das Salz in der Suppe. Wer dem Personaler clevere Rückfragen stellt, sammelt Punkte. Doch völlig unbedacht sollten Bewerber keine Fragen aus der Hüfte schießen. Damit könnten sie eine böse Überraschung erleben…

    Darum sind Rückfragen im Vorstellungsgespräch so wichtig

    Irgendwann kommt im Vorstellungsgespräch der Moment, in dem der Interviewer fragt: Haben Sie noch Rückfragen an uns? Wer jetzt mit einem knappen Nein antwortet, schießt sich oftmals schon aus dem Rennen. Bewerber sollten im Bewerbungsgespräch Rückfragen stellen – immer!

    Warum? Weil Rückfragen Interesse und Neugier signalisieren. Außerdem können Bewerber selbst mehr über das Unternehmen erfahren. Für sie ist es eine einmalige Gelegenheit, das Unternehmen zu testen und abzuklopfen. Vielleicht gelangt man ja zu dem Schluss, dass man hier eigentlich gar nicht anfangen möchte.

    Aber es geht nicht darum, irgendeine beliebige Frage zu stellen. Es sollten schon sinnvolle, clevere Rückfragen sein. Die richtigen Rückfragen im Vorstellungsgespräch bringen den Job in Reichweite. Die falschen katapultieren Sie schnurstracks ins Aus…

    Hier sind 5 gute Gründe, warum Sie im Jobinterview zurückfragen sollten:

    • Sie bringen mehr über das Unternehmen in Erfahrung.
    • Clevere Rückfragen unterstreichen Ihre Intelligenz und Ihren Intellekt.
    • Sie beweisen gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
    • Rückfragen deuten auf echtes Interesse am Job hin.
    • Sie können das Gespräch selbst führen und nicht nur reagieren.

    Rückfragen im Vorstellungsgespräch: Tipps

    Zu einer guten Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch gehören die richtigen Fragen. Sie sollten als Bewerber erahnen, welche Fragen auf Sie zukommen – und welche Sie selbst stellen können. Beides ist gleichermaßen wichtig.

    Wer eigene Rückfragen in petto hat, beweist Eigeninitiative und Professionalität. Stellen Sie daher immer Gegenfragen – es sei denn, Sie haben im Laufe des Jobinterviews gemerkt, dass die Stelle definitiv nicht die richtige ist und Sie kein Interesse mehr haben. Dann können Sie die Sache abkürzen und auf Rückfragen verzichten. Wozu noch wertvolle Zeit verplempern?

    Eine klassische Rückfrage für Bewerber lautet zum Beispiel:

    • Was unterscheidet Ihrer Erfahrung nach die guten Mitarbeiter von den besten?

    Die Frage ist grandios. Die Antwort offenbart eine Menge über die Wertvorstellungen und den Arbeitsstil im jeweiligen Unternehmen. Und sie dient dem Bewerber als Kompass. Er weiß hinterher, welche Leistungen von ihm erwartet werden, was der Firma wichtig ist und wie er hier Karriere machen kann. Die Frage ist außerdem viel subtiler als: Was muss ich tun, um hier Karriere zu machen?

    Sie sehen: Auf die Formulierung kommt es an. Es gibt auch gute Rückfragen, die schlecht formuliert ihre Wirkung verfehlen. Denken Sie also vorab ein wenig darüber nach, wie Ihre Frage beim Gegenüber ankommt.

    Außerdem sollten Sie versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen. Reinen Wein einschenken und allzu offenherzig wird kein Personaler im Jobinterview sein, aber jeder wird Signale aussenden. Seien Sie aufmerksam!

    13 Top-Rückfragen im Vorstellungsgespräch

    Aufmerksamkeit ist das A und O. So gibt es sehr gute Rückfragen, die Sie auf keinen Fall stellen sollten. Nämlich dann, wenn die Antwort im Laufe des bisherigen Gesprächs schon gegeben worden ist. Dies würde nur zeigen, dass Sie nicht richtig zuhören.

    Grundsätzlich empfehlenswert sind folgende Rückfragen. Klar ist, dass Sie nicht alle, sondern nur sehr wenige davon im Laufe eines Vorstellungsgesprächs werden stellen können. Mehr als zwei bis vier Rückfragen werden es unter normalen Umständen nicht sein:

    1. Warum ist die Stelle vakant?

      Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die Stelle neu geschaffen oder es gibt einen Vorgänger. Was ist mit ihm passiert? Vielleicht verlässt er das Unternehmen auf eigenen Wunsch oder aber er wird befördert. Wertvolle Hinweise für Sie. Sie können auch direkt daran anschließen und fragen: Wie lange hat der Vorgänger in der Position gearbeitet? Und außerdem: Was wurde eigentlich aus den anderen Mitarbeitern in der dieser Abteilung?

    2. Wie fördern Sie Talente?

      Zunächst signalisiert die Frage, dass es Ihnen nicht nur um Geld geht, sondern dass Sie sich weiterentwickeln wollen. Positiv! Darüber hinaus sollte der Personaler schon darlegen können, welche Strategien sein Arbeitgeber implementiert hat, um jedem Talent gerecht zu werden und die Stärken jedes Einzelnen zu fördern.

    3. Was erwartet mich in den ersten 90 Tagen?

      Sie gehen gedanklich schon in die Einarbeitungsphase über. Die ist wichtig. Wenn Sie mehr über das Onboarding in Erfahrung bringen, können Sie sich mental darauf vorbereiten. Und zweitens wollen Sie ja keine Kündigung in der Probezeit kassieren. Das ist es überaus nützlich, die ersten Schritte zu planen und Hindernisse zu antizipieren.

    4. Welche Herausforderungen hat das Unternehmen derzeit zu bewältigen?

      Die Frage beweist: Sie sind kein Fachidiot, sondern ein Mensch, der auch die großen Zusammenhänge im Blick behält. Natürlich wird Ihr Gesprächspartner jetzt nicht ins Zahlenwerk einsteigen und Ihnen Geheimnisse verraten, aber die Grundrichtung aufzeigen. Welche Märkte könnten interessant werden, welche Zielgruppen? Welche Probleme wurden erst kürzlich gelöst? Das hilft Ihnen, die internen Zusammenhänge zu verstehen.

    5. Weshalb arbeiten SIE für das Unternehmen?

      Damit drehen Sie den Spieß um: Jetzt ist es der Personaler, der sich Fragen nach seiner Motivation und seinen Zielen gefallen lassen muss. Völlig legitim! Die Frage ist häufig ein Eisbrecher, der zum Schmunzeln anregt und Sympathiepunkte bringt. Immerhin handelt es sich um eine sehr persönliche Frage. Und neue Einsichten erhalten Sie so hoffentlich auch.

    6. Welche Persönlichkeit wünschen Sie sich von der Neubesetzung?

      So testen Sie Ihre Passung zum Job. Decken sich Ihre Erwartungen und die des Personalverantwortlichen? Wunderbar. Sind die Vorstellungen grundverschieden? Hmm, vielleicht sollten Sie doch lieber die Finger von der Stelle lassen. Sie tasten sich auch an die Persönlichkeit Ihres künftigen Chefs bzw. Vorgesetzten heran. Denn häufig suchen diese Mitarbeiter, die so ähnlich sind wie sie selbst.

    7. Welche Fehler haben meine Vorgänger gemacht, die ich lieber nicht machen sollte?

      Bitte nicht lästern! Eine Faustregel, die auch für Unternehmen gilt. Aber Sie wollen ja keine konkreten Namen hören, nur Verhaltensweisen von Ex-Mitarbeiterin, die Ihnen in Ihrer künftigen Position nicht gut zu Gesicht stehen würden.

    8. Wie viele Arbeitsstunden erwarten Sie von jemandem in dieser Position?

      Zugegeben, die Frage mag nicht jeder stellen. Weil man nicht faul wirken und wie ein Drückeberger klingen will. Aber speziell für Menschen mit privaten Verpflichtungen – kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Eltern etwa – ist Zeitmanagement wichtig. Das darf man ruhig zur Sprache bringen, wenn man möchte.

    9. Gibt es etwas, für das sich Ihr Unternehmen engagiert?

      Eine sehr gute Rückfrage – speziell für Idealisten. Ist das Unternehmen rein auf Profitstreben fokussiert oder fördert es gesellschaftliches Engagement, unterstützt die Umwelt, spendet für einen guten Zweck? Und wenn ja, wie und wofür? Außerdem ist es auch für das Unternehmen interessant zu wissen, welche Werte der Bewerber vertritt und was ihm wichtig ist.

    10. Wie schützen Sie die Gesundheit der Mitarbeiter?

      Eine Rückfrage, die durch die Corona-Pandemie unheimlich an Stellenwert gewonnen hat. Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist kein Randthema mehr, sondern hat Priorität 1A – sogar für Büroarbeiter ohne Helm und Blaumann.

    11. Wie wird die Arbeitszeit bei Ihnen erfasst?

      Prima Frage – und sehr aktuell. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Arbeitszeiterfassung hat dem Thema neue Bedeutung verliehen. Nicht zu unterschätzen!

    12. Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

      Eine Frage, die den Gegenüber aus der Reserve lockt. Antwortet der Interviewer mit Standardfloskeln, um den Bewerber schnell abzuspeisen? Oder hat er möglicherweise eine schöne Anekdote auf Lager? Das würde für ihn und das Unternehmen sprechen.

    13. Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

      Super Frage – und eine gelungene Retourkutsche auf die typische Personalerfrage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Gute Rückfragen für alle Bewerber

    • Was erwarten Sie vom neuen Mitarbeiter?
    • Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?
    • Welche Ziele verfolgen Sie mit der Neuschaffung dieser Position?
    • Wie messen und bewerten Sie Leistungen?
    • Was hat mein Vorgänger gut gemacht?
    • Was sollte ich anders machen als er?
    • Was müsste passieren, dass Sie meine Einstellung bereuen werden?
    • Wie viele Vorgänger gab es bislang schon?
    • Wie lange ist die Stelle schon frei?
    • Wer wird mein direkter Vorgesetzter sein?
    • Wie würden Sie den Führungsstil meines möglicherweise künftigen Vorgesetzten beschreiben?
    • Wie unterscheidet sich Ihre Unternehmenskultur von der anderer Firmen?
    • Wie hat sich das Unternehmen verändert, seitdem Sie hier sind?
    • Was könnte mich im neuen Job frustrieren?
    • Welche Hindernisse und Schwierigkeiten sollte ich einplanen?
    • Mit welchen Kollegen arbeite ich zusammen und wie unterstützten Sie mich?
    • Wie groß ist die Abteilung, in der ich tätig sein würde?
    • Wie groß ist das Team, in dem ich tätig sein würde?
    • Welchen Stellenwert hat die Abteilung im Unternehmen?
    • Wie wichtig ist meine Stelle für den Unternehmenserfolg?
    • Kann ich meinen künftigen Arbeitsplatz vorab besichtigen?
    • Kann ich meine zukünftigen Kollegen kennenlernen?
    • Welche Aufgabe hat momentan Priorität?
    • Warum war das Unternehmen aus Ihrer Sicht bislang so erfolgreich?
    • Was muss sich im Unternehmen ändern, damit es auch in Zukunft erfolgreich bleibt?
    • Welche werden Ihrer Einschätzung nach die größten Herausforderungen für das Unternehmen in Zukunft sein?
    • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
    • Beinhaltet der Job viele Geschäftsreisen?
    • Was sollte ich vor Stellenantritt noch tun, um optimal in meine neue Tätigkeit zu starten?
    • Wie lange dauert die Einarbeitungsphase?
    • Wie läuft das Onboarding bei Ihnen ab?
    • Wie lange dauert die Probezeit?
    • Was wäre mein erstes Projekt?
    • Wie werden Mitarbeiter gefördert?
    • Gibt es ein Weiterbildungsbudget?
    • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bieten Sie an?
    • Wie häufig werden Feedbackgespräche geführt?
    • Gibt es die Möglichkeit auf Home Office?
    • Gibt es bei Ihnen Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit?
    • Wie flexibel sind die Arbeitszeiten bei Ihnen?
    • Was kann ich noch tun, um Sie von meinen Fähigkeiten zu überzeugen?
    • Welche letzten Zweifel muss ich noch ausräumen, damit Sie sich für mich entscheiden?
    • Wie geht es im Bewerbungsverfahren weiter?
    • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

    Rückfragen für Azubis

    Rückfragen im Vorstellungsgespräch – dies sind gute Fragen für Bewerber, die einen Ausbildungsplatz anstreben:

    • Wen kann ich bei Fragen während der Ausbildung ansprechen?
    • In welchen Abteilungen werde ich die Ausbildung genau absolvieren?
    • Wird es sich beim theoretischen Unterricht um Teilzeit- oder Blockunterricht handeln?
    • Gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung zu verkürzen?
    • Wie viele Ausbildungsplätze bietet der Betrieb insgesamt an?
    • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Auszubildende?
    • Wie wahrscheinlich ist es, dass Auszubildende nach der Ausbildung übernommen werden?
    • Wann kann ich mit Ihrer Antwort rechnen?

    Rückfragen für Praktikanten

    Rückfragen im Vorstellungsgespräch – dies sind gute Fragen für Bewerber, die ein Praktikum anstreben:

    • Habe ich während des Praktikums einen direkten Ansprechpartner?
    • Wie läuft die Einarbeitung ab?
    • Wie werden die Ziele meines Praktikums festgelegt?
    • An welchen Projekten darf ich mitarbeiten?
    • Welche wird mein erstes Projekt sein?
    • Welche Möglichkeiten gibt es, nach dem Praktikum weiterhin für Ihr Unternehmen tätig zu sein?
    • Wann finden Feedbackgespräche statt?
    • Gibt es noch andere Praktikanten im Unternehmen?

    Rückfragen für Führungskräfte

    Rückfragen im Vorstellungsgespräch – dies sind gute Fragen für Führungskräfte:

    • Wie setzt sich das Team zusammen?
    • Wie groß ist mein Team?
    • Wie ist die Stimmung im Team und im gesamten Unternehmen?
    • Wurden zuletzt Kollegen entlassen oder ausgelagert?
    • Welche wesentlichen Veränderungen hat mein Vorgänger vollzogen?
    • Wie war das Verhältnis der Mitarbeiter zu meinem Vorgänger?
    • Wie würden Sie den Führungsstil meines Vorgängers beschreiben?
    • Wie hoch ist das Budget für die Weiterbildung der Mitarbeiter?
    • Wie hoch ist das Budget für Prämien, Boni, Gehaltserhöhungen?
    • Wie hoch ist das Budget für Entlassungen?
    • Welche größeren Veränderungen gab es im letzten Jahr?
    • Wurden in der jüngeren Vergangenheit Abteilungen zusammengeführt oder aufgelöst?
    • Mit welchen Niederlassungen oder Zweigstellen arbeitet mein Team besonders intensiv zusammen?

    100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

    Rueckfragen im Vorstellungsgespraech BeispieleOhne Frage keine Rückfrage. Hier sind 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch als PDF zum Downloaden oder Ausdrucken. Damit sind Sie bestens vorbereitet.

    Welche Rückfragen im Vorstellungsgespräch mies sind

    Ihr Reservoir an guten Rückfragen im Vorstellungsgespräch sollte jetzt gut gefüllt sein. Daneben gibt es allerdings auch ein paar Fragen, die Sie sich im Jobinterview unter allen Umständen verkneifen. Sie zahlen nicht auf Ihr Punktekonto ein, sondern ziehen wertvolle Credits wieder ab.

    Erfragen Sie zum Beispiel nie Informationen, die sie selbst durch zwei Mausklicks hätten herausfinden können. Beispiele:

    • Was produziert Ihr Unternehmen?
    • Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
    • Wann wurde das Unternehmen gegründet?
    • Haben Sie Niederlassungen im Ausland?
    • Wer ist der Vorstandsvorsitzende?

    Dann gibt es Rückfragen im Vorstellungsgespräch, die von kindlicher Naivität zeugen. Sie klingen nicht nur nach Kindergarten, sie sind es auch. Daher bitte keine Rückfragen stellen wie:

    • Verstehen sich die Mitarbeiter gut?
    • Ist meine Chefin nett?
    • Sind die Kollegen nett zu Neuen?
    • Habe ich Aufstiegschancen?
    • Wie gut sind die Produkte, die Sie herstellen?

    7 schlechte Fragen im Vorstellungsgespräch

    1. Was macht Ihr Unternehmen eigentlich genau?

      Wenn Sie das nicht wissen, sollten Sie sich erst gar nicht bewerben. Fast jedes Unternehmen verfügt heute über eine eigene Website. Zur Not googeln Sie oder surfen zu Wikipedia. Informationsbeschaffung gehört zu Ihren Pflichten vor einem Vorstellungsgespräch. Kommen Sie nicht gänzlich unvorbereitet.

    2. Wie schnell wird man befördert?

      Wenn Sie so fragen: Gar nicht! Die Frage offenbart, dass es sich bei Ihnen wohl um einen Ego-Zocker handeln muss. Um jemanden, dem nur an seinem eigenen Weiterkommen gelegen ist. Erst wollen Sie sich doch ins Unternehmen integrieren, Herausforderungen annehmen, Leistung bringen. Danach kann man immer noch über eine Beförderung reden. Jetzt ist der nicht der richtige Zeitpunkt. Für den Arbeitgeber ein Alarmsignal, weil er davon ausgehen muss, das Sie ruckzuck wieder weg sind, wenn Sie nicht sofort bekommen, was Sie wollen.

    3. Was zahlen Sie mir?

      Die Frage ist aus der Kategorie DD – doppelt doof. Erstens lässt sie den Bewerber gierig wirken. Es geht Ihnen ums Geld, aha. Zweitens verhandeln Sie mit dem Arbeitgeber ums Gehalt, Sie lassen ihn nicht einfach eine Zahl in den Vertrag schreiben (meistens jedenfalls). Sie sollten Ihren Marktwert schon kennen. Also: Dass man irgendwann über Geld redet, ist normal. Aber wenn Sie das Thema unbedingt ansprechen wollen, dann formulieren Sie es offener. Motto: Ich würde gerne noch kurz das Thema Vergütung anschneiden

    4. Kann ich früher kommen und dafür auch früher wieder gehen?

      Sie sind gedanklich schon im Feierabend. Das ist gerade im Bewerbungsgespräch fatal. Erst die Arbeit, dann der Feierabend. Klar: Das Thema Arbeitszeiten ist prinzipiell wichtig. Aber danach können Sie auch eleganter fragen. Besser zum Beispiel: Wie ist die Work-Life-Balance bei Ihnen? Oder: Gibt es bei Ihnen flexible Arbeitszeiten?

    5. Darf ich während der Arbeitszeit privat im Netz surfen?

      Die Frage hat im Vorstellungsgespräch die Grenze zur Dreistigkeit überschritten. Sie könnten genauso gut sagen, dass Sie eigentlich gar keine Lust haben zu arbeiten, sondern Ihre Zeit viel lieber auf Facebook und Instagram verbringen würden. Man könnte sie sogar für faul und dumm halten. Absolut tabu! Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur, wenn Sie ernsthaft und ganz konkret erklären, warum Sie ab und zu privat surfen wollen – zum Beispiel, um die aktuelle Verkehrssituation auf Google Maps zu checken, weil Sie hinterher Ihre Tochter von der Kita abholen müssen. Aber ehrlich gesagt lassen sich solche logistischen Probleme auch später noch lösen…

    6. Wie ist die Unternehmenskultur bei Ihnen?

      Prinzipiell keine schlechte Rückfrage im Vorstellungsgespräch. Aber sie verleitet zu Ausflüchten und Geschwafel. JEDER Personaler wird vermutlich mit Sätzen antworten wie: Wir gehen sehr wertschätzend miteinander um. Unser Unternehmen besteht vor allem aus den Menschen. Derartige Worthülsen halt, die in Wahrheit nullkommanull Aussagekraft besitzen.

    7. Wie handhaben Sie Krankschreibungen?

      Doofe Frage. Es gibt diesbezüglich gesetzliche Vorgaben, die jedes Unternehmen zu befolgen hat. Außerdem erwecken Bewerber mit dieser Rückfrage den Eindruck, sei seien entweder krankheitsanfällig oder würden gerne mal blau machen.

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    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Die besten Antworten und Beispiele

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren Frage Antworten

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Eine typische Personaler-Frage im Bewerbungsgespräch, auf die aber nicht mal Nostradamus eine gescheite Antwort wüsste. Vor allem schätzen viele Bewerber die Stoßrichtung der Frage völlig falsch ein. Es geht keineswegs darum, möglichst ehrgeizig zu wirken und hochtrabende Ziele zu formulieren. Nein, Bewerber sollten die Sichtweite des Unternehmens verinnerlichen. Dem Unternehmen sind ganz andere Aspekte wichtig, wenn sie die berüchtigte Bewerberfrage stellen: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?. Hier sind die besten Antworten…

    Sinn der Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Die Frage gehört zu den absoluten Klassikern im Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Manche Bewerber fragen sich dann im Gegenzug: Warum will er oder sie das wissen? Es ist doch gar nicht wichtig. Doch, ist es! Der Personaler will mehr über Ihre persönlichen Karriereziele in Erfahrung bringen – und ob er als Arbeitgeber in Ihren beruflichen Masterplan überhaupt hineinpasst.

    Nun könnte man argumentieren, dass die Lebensläufe immer unsteter und häufige Jobwechsel immer normaler werden. Eher unwahrscheinlich also, dass Sie in fünf Jahren noch an Bord sind. Im Interesse des Arbeitgebers aber ist es, eine fähige Kraft wie Sie möglichst langfristig zu binden.

    Außerdem ist es für die interne Planung des Unternehmens nicht unerheblich. Sind Sie ein potenzieller Kandidat für eine Führungsposition – oder ist die konkrete Stelle, auf die Sich beworben haben, auch langfristig Ihre absolute Traumstelle?

    All das ist für den Personaler äußerst interessant. Es könnte ja auch sein, dass Sie total planlos unterwegs sind und gar nicht wissen, was Sie wollen. Dies wäre ein Alarmsignal. Was, wenn Sie nach einigen Monaten feststellen, dass diese Branche doch nicht die richtige für Sie ist? Dann müsste das Unternehmen noch mal von vorne auf Personalsuche gehen. Ärgerlich – und teuer!

    Und noch etwas: Wer sich selbst Ziele setzt und eine Strategie verfolgt, ist leistungswillig und intrinsisch motiviert. Er oder sie ist jedenfalls motivierter als jemand, der nur des Chefs zuliebe und des Gehalts wegen seine Zeit im Büro absitzt…

    In diesem Zusammenhang stehen auch andere Personalerfragen wie:

    • Was ist für Sie Erfolg?
    • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
    • Was sind Ihre langfristigen Ziele?
    • Wo möchten Sie in 3 Jahren stehen?
    • Wo möchten Sie in 10 Jahren stehen?

    Sie klingen anders, meinen aber das Gleiche. Hinterfragt wird stets Ihre berufliche Motivation und Perspektive.

    Dankbare Fragen, könnte man nun meinen. Der Bewerber kann loslegen, was er noch alles Tolles erreichen will. Er kann Ambitionen und Ehrgeiz demonstrieren.

    Ja, schon! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Bewerberfrage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren kann sich im schlimmsten Fall als Bärenfalle erweisen. Wenn der Bewerber allzu ehrlich drauflosplaudert und von seiner Vision berichtet…

    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: 3 gute Strategien

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Wenn Ihnen der Personalmanager diese Frage stellt, dann gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Stets hängt es von den Rahmenbedingungen, von Ihrer individuellen Position und der des Arbeitgebers ab – und nicht zuletzt von den Charakteren am Tisch. In der Regel fahren Sie aber gut, wenn Sie diese 3 Strategien beherzigen:

    1. Fixpunkt

      Niemand weiß, was in fünf Jahren ist. Nur Sie sollten wissen, dass Sie in fünf Jahren immer noch im Unternehmen sein wollen. Wichtig: Ihre Antworten sollten sich mehr um das Unternehmen drehen, weniger um Sie selbst. Breiten Sie nicht aus, in welchen anderen Unternehmen, Branchen oder Städten Sie sich selbst noch wunderbar vorstellen können. Richten Sie den Blick nach innen. Sie möchten sich im Unternehmen weiterentwickeln, mit ihm gemeinsam wachsen. Selbst wenn das nicht stimmt, der Personaler wird es gerne hören…

    2. Allgemeinplätze

      Ja, es stimmt. Fußballprofis, die in Interviews mit Allgemeinplätzen um sich werfen, sind ein Ärgernis. Strategisch verhalten Sie sich aber völlig richtig. Sie stellen sich den Fragen des Reporters, vermeiden aber nach innen Ärger und Unruhe. So ähnlich können Sie es auch machen. Bleiben Sie allgemein und vage. Drücken Sie sich vorsichtig aus. Halten Sie sich alle Optionen offen. Vorteil dabei: Auf eine faustdicke Lüge müssen Sie nicht zurückgreifen.

    3. Optimismus

      Keine Ahnung; mal schauen, was geht. Zuversicht hört sich anders an. Legen Sie ruhig ein bisschen Begeisterung an den Tag. Die künftige Stelle biete Ihnen ganz tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Eine Herausforderung, an der Sie hundertprozentig wachsen werden. So klingt es, als wäre der Job wunderbar mit Ihrem Karriereplan vereinbar. Viel konkreter müssen Sie gar nicht werden…

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Personalersicht

    Versetzen Sie sich zunächst in die Perspektive des Personalverantwortlichen. Warum stellt er diese Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Er will nicht nur einen Mitarbeiter, der talentiert und kompetent ist. Er möchte auch einen, der für diesen Job brennt. Jemanden, der die Stelle als Chance sieht und nicht als Notlösung. Er will einen Mitarbeiter, der überzeugt ist, dass dieser Job prima in seinen Karriereplan passt – nach Möglichkeit auch in drei, fünf und zehn Jahren noch.

    Auf der anderen Seite will er niemanden, für den die Position nur ein lästiger Zwischenschritt auf dem Weg zu höheren Weihen ist. Sie sollten also tunlichst vermeiden, ZU ambitioniert zu klingen. Nach dem Motto: Morgen in Ihrem Job, übermorgen im Sessel des Geschäftsführers.

    Logisch: Das HR-Büro möchte diese Stelle möglichst langfristig besetzen. Personalsuche ist aufwändig und teuer. Und sie dürfte in naher Zukunft angesichts der demographischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden.

    Zudem fällt es sogar persönlich auf einen Personaler zurück, wenn er ständig Mitarbeiter anheuert, die das Unternehmen zügig wieder verlassen. Ein bisschen Fluktuation ist gut, zu viel ist schädlich.

    Also: Sie als Bewerber sollten klar machen, was Sie an dieser Stelle reizt und warum Sie auch in ein paar Jahren noch hochmotiviert zur Arbeit kommen werden.

    Sie reduzieren Ihre Chancen auf den Job ganz erheblich, wenn Sie indirekt zugeben, dass Sie in fünf Jahren eigentlich ganz woanders sein wollen – bei der Konkurrenz, in Ihrer heimlichen Traumbranche oder in New York.

    Na klar: Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie den Job Ihr Leben lang machen. Diese Zeiten sind vorbei. Aber längerfristig planen will man schon mit Ihnen. Der Sprung auf eine höhere Hierarchiestufe ist selbstverständlich auch möglich und erwünscht. Aber wenn Sie ein zu hohes Tempo anschlagen, klingt das erstmal verdächtig – und für andere Mitarbeiter bedrohlich…

    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren: 5 gute Antworten

    Aber was antworte ich nun konkret auf die Frage Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Karrieresprung.de zeigt Ihnen 5 gute Antworten:

    • Antwort 1: Führungsambitionen

      „Jetzt möchte ich erst einmal ein Unternehmen finden, in dem ich mich weiterentwickeln kann. Eines, das zu mir passt und mit dem ich gemeinsam verschiedene Herausforderungen bewältigen kann. Und wenn ich das geschafft habe, dann ist es schon mein Ziel, in den nächsten Jahren mehr Personalverantwortung und Managementaufgaben zu übernehmen. In einem dynamischen und wachsenden Unternehmen ist das, glaube ich, sehr gut möglich und realistisch. Ihr Unternehmen zähle ich definitiv dazu.“

      Wann die Antwort gut ist: Nur dann, wenn Sie tatsächlich eine Führungskarriere anstreben. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Antwort motiviert rüberbringen, aber gleichzeitig keine zu genauen Vorstellungen über Ihre Karriere verbreiten.

    • Antwort 2: Fachkarriere

      „Ich bin in dem, was ich tue, schon sehr gut. Aber jeder Mensch kann dazulernen – und ich will unbedingt noch sehr viel lernen. Darum möchte ich für ein Unternehmen arbeiten, das mir genau das ermöglicht. Meine Skills und mein Fachwissen kontinuierlich noch weiter auszubauen und zugleich spannende Projekte umzusetzen. Am liebsten natürlich in einem tollen Team, in dem man sich gut versteht und von dem jeder Einzelne profitiert. In Ihrem Unternehmen arbeiten einige sehr fähige Köpfe und ich glaube, dass ich von Ihnen viel lernen könnte.“

      Wann die Antwort gut ist: Sie würden damit wie ein Politiker in einer TV-Talkshow antworten. Die sagen auch, was sie sagen wollen, antworten aber nicht auf die Frage. Macht nichts! Sie haben zwar nicht Auskunft gegeben, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen, aber die Marschrichtung vorgegeben. Lernwille, Unternehmensorientierung und Teamfähigkeit – diese drei Kriterien haben Sie in wenigen Sätzen mit Leben gefüllt. Sehr gut!

    • Antwort 3: Soziales Engagement

      „Zunächst will ich mich fachlich weiterentwickeln. In fünf Jahren kann ich hier eine Menge lernen, denke ich, und werde fachlich ein noch höheres Level erreicht haben. Daneben ist es mir auch wichtig, in dieser Zeit die Werte des Unternehmens zu verkörpern und voranzutreiben. Zum Einen, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, aber zum Anderen auch, um Sinnvolles zu tun und Gutes bewirken. Ein Beispiel: Ihr Unternehmen setzt sich seit Jahren finanziell für das Kinderhospiz in der Stadt ein. Wenn ich tatkräftig dabei mithelfen könnte, dass wir in fünf Jahren den Kindern eine noch sehr viel größere Summe zur Verfügung stellen könnten, würde mich das sehr stolz machen.“

      Wann die Antwort gut ist: Wenn das Unternehmen sozial engagiert ist, dann können Sie in Ihrer Antwort daran anknüpfen, eine direkte Verbindung zwischen den Werten des Unternehmens und Ihren eigenen herstellen. Die Antwort würde dann auf einen Cultural Fit zwischen Arbeitgeber und Bewerber hindeuten – großer Pluspunkt!

    • Antwort 4: Innovationsfähigkeit

      „In fünf Jahren möchte ich zunächst noch hier sein. Das ist in dieser Branche ja keineswegs selbstverständlich. Ich weiß, dass die Konkurrenz groß ist und immer mehr Wettbewerber aus Asien auf den Markt drängen. In fünf Jahren sehe ich mich hier im großen Konferenzraum, wie ich gemeinsam mit allen Kollegen anstoße, weil wir zusammen den weltweit führenden Saugroboter entwickelt und erfolgreich vertrieben haben. Das wäre definitiv ein Traum – und für den werde ich hart arbeiten.“

      Wann die Antwort gut ist: Wenn sich das Unternehmen in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld behaupten muss. Oder wenn es wirtschaftlich von einem einzigen Produkt oder einer Dienstleistung abhängt. Wenn es auf Innovationen angewiesen ist. Die Antwort würde verdeutlichen, dass Sie sich in die Lage des Arbeitgebers hineinversetzen können, für sein Fortbestehen kämpfen wollen und große Ziele haben, die sich mit denen des Unternehmens decken.

    • Antwort 5: Identifikation

      „Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Ich möchte hier zunächst Schritt für Schritt gehen. Zuerst das Trainee-Programm erfolgreich durchlaufen, viel von den alten Hasen lernen und Stück für Stück mehr Verantwortung übernehmen. Aber grundsätzlich würde ich in fünf Jahren das Unternehmen schon auch gerne nach außen repräsentieren. Zum Beispiel als Speaker auf Kongressen oder Fachmessen. Ich fände es fantastisch, wenn ich dann sagen könnte: Ja, ich bin den letzten fünf Jahren ein Siemensianer mit Leib und Seele geworden.“

      Wann die Antwort gut ist: Sie versprüht Emotionen – wirksam! Und sie drückt Lernbereitschaft aus. Für den Arbeitgeber wäre der Entwicklungsprozess des Mitarbeiters außerdem mit einem konkreten Nutzen verbunden. Die Antwort signalisiert, dass der Bewerber das Unternehmen grundsätzlich für einen Arbeitgeber hält, dem man längere Zeit die Treue hält und bei dem man langfristig glücklich werden kann – auch, weil man Perspektiven hat.

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Strategiewechsel

    Es gibt auch Szenarien, in denen Sie die Sicherheitsvorschriften über Bord werfen und Tacheles reden müssen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die kaum Berührungspunkte mit Ihrem bisherigen Werdegang hat. Wenn Sie als Quereinsteiger anfangen wollen etwa.

    In diesem Fall müssen Sie sehr glaubhaft begründen, warum Sie diesen Schritt gehen wollen – und warum er auch langfristig der richtige für Sie sein wird. Denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Ihnen um einen flatterhaften Vagabunden handeln könnte, der nicht weiß, was er will. Und das birgt Gefahren für jeden Arbeitgeber. Vor allem die Gefahr, dass Sie auch den künftigen Job nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen und zu neuen Ufern werden schwimmen wollen.

    Dann reicht es nicht, Wischi-Waschi zu reden. Sie müssen offen über Ihren neuen Karriereplan reden; über die Motivation, die dahintersteckt und über Ihre Zukunftspläne. Antworten wie diese sind dann tabu: Hmm, wo will ich in 5 Jahren stehen? Gute Frage eigentlich. Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher, hahaha!

    Bei einem Branchen- oder Berufswechsel sollten Sie sich vorher genauestens überlegen, wie Sie ihn im Vorstellungsgespräch begründen.

    Und eine andere Bewerber-Faustregel greift in diesem Fall ebenfalls nicht bzw. nur bedingt. Die lautet: Waschen Sie nie dreckige Wäsche! In der Tat kann es ein guter Grund sein, einer Branche komplett den Rücken kehren zu wollen, weil man sie für verlogen oder ethisch verantwortungslos hält. Wenn Sie so argumentieren, haben Sie einen glaubwürdigen Grund für einen Branchenwechsel genannt.

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren: Humorlos bleiben!

    So sehen Sie sich in 5 Jahren gute AntwortenEin flotter Spruch kann ein Jobinterview auflockern. Und wer keinen Spaß versteht, für den möchte man eh nicht arbeiten, richtig? Gewiss, gewiss. Aber in diesem Fall lautet unser Rat dennoch: Bleiben Sie humorlos! Lassen Sie Ihren Peter Lustig in der Hosentasche, wenn Sie gefragt werden: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Sparen Sie sich Kommentare wie:

    • In fünf Jahren bin ich Kaiser von China.
    • In fünf Jahren? Wenn ich dann nicht CEO bin, dürfen Sie mich wieder feuern.
    • In fünf Jahren haben wir hier alle den Exit gemacht, weil ich den Laden bis dahin auf Vordermann und an die Börse gebracht habe.
    • In fünf Jahren? Bis dahin möchte ich mindestens einmal Mitarbeiter des Monats geworden sein!

    Das wirkt in den meisten Fällen albern bis peinlich — und es ist zudem ausweichend. Keine Sorge: Für einen kleinen Scherz bieten sich Ihnen bestimmt noch andere Gelegenheiten…

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    [Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch: Alle Fragen, Tipps und No-Gos

    Vorstellungsgespraech Interview Vorbereitung Fragen Tipps

    Jedes Vorstellungsgespräch ist anders. Und trotzdem ähneln sie sich. Sie als Bewerber sollen sich in wenigen Minuten von Ihrer besten Seite zeigen, Eloquenz, Wissen und clevere Rückfragen mitbringen. Dabei stehen Sie unter Hochdruck und Dauerstress. Keine leichte Aufgabe! Wenn Sie sich gewissenhaft vorbereiten, steigen Ihre Chancen. So kommen Sie gut durchs Vorstellungsgespräch

    Worauf es im Vorstellungsgespräch wirklich ankommt

    Vorstellungsgespräche sind der Goldstandard im Bewerbungsprozess. Laut Personalvermittler Randstad wählen noch immer 98 Prozent der Personaler neue Mitarbeiter in einem klassischen Vorstellungsgespräch aus.

    Erfreulich aus Bewerbersicht: Jobsuchende in Deutschland versenden im Schnitt nur zehn Bewerbungen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Aus zwei Jobinterviews wiederum folgt ein Vertragsangebot. Das hat die Jobplattform Stepstone im Jahr 2019 herausgefunden.

    Doch ein Selbstläufer ist die Bewerbung nicht. Ohne überzeugendes Vorstellungsgespräch kein Job. Darauf kommt es im Bewerbungsgespräch an:

    • Professionalität

      Wer vorbereitet ins Vorstellungsgespräch geht, zeigt Professionalität. Wer unvorbereitet ist, signalisiert dagegen mangelndes Interesse. Eine gründliche Vorabrecherche ist zwingend vonnöten, um im Vorstellungsgespräch glänzen zu können. Nein, Sie müssen nicht jedes klitzekleine Detail über die Firma kennen. Aber den Grundriss und die Basisdaten schon: Historischer Background, Branche, Produktpalette, Standorte, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. In Zeiten des Internets ist es nicht schwer, die wichtigsten Infos zu sammeln.

    • Kompetenz

      Dass Sie die Muss-Anforderungen der Stelle erfüllen, sollte im Vorstellungsgespräch zum Ausdruck kommen. Da sind zum Einen die harten Skills: ein Softwareentwickler sollte programmieren, ein Biologe im Labor arbeiten und ein Taxifahrer ein Auto fahren können. Darüber hinaus sind aber auch die Soft Skills wesentlich. Motivation, soziale Intelligenz, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit. Ihre Grundeinstellung, Ihr Arbeitsethos sollte einwandfrei – und nach außen sichtbar sein. Wie wichtig dieser Punkt ist, verdeutlicht eine Umfrage von Linkedin: 68 Prozent der Personaler verlassen sich demnach hauptsächlich auf die im Vorstellungsgespräch gesammelten Eindrücke über die Soft Skills eines Bewerbers.

    • Passgenauigkeit

      Auf neudeutsch heißt das heute: Cultural Fit. Personaler interessiert vor allem, ob ein Bewerber (vermutlich) ins Team passen wird oder nicht. Dabei lässt er sich zugegebenermaßen oft von seiner Intuition leiten – und von Sympathien. Am besten, es gibt so viele Übereinstimmungen zwischen Unternehmen und Bewerber wie möglich. Wenn die Denkweise, Arbeitsauffassung, Werte und Interessen ähnlich sind, stimmt die Chemie. Versuchen Sie dem Personalmanager im Vorstellungsgespräch klar zu machen, dass Sie ein Teamplayer sind, mit dem die Kollegen gerne zusammenarbeiten. Hilfreich sind natürlich auch eine Affinität zur Branche oder ein direkter Bezug zum Unternehmen.

    Vorstellungsgespräch Aufbau

    Bewerber können im Vorstellungsgespräch eine Menge falsch machen. Dass es schlecht läuft, erkennen sie unter anderem dann, wenn es schnell wieder vorbei ist. Zwischen 30 und 60 Minuten dauert ein Vorstellungsgespräch üblicherweise. Gute Vorstellungsgespräche ziehen sich länger hin, miese sind flugs wieder beendet – oft schon nach 30 Minuten.

    Für Bewerber gibt es unendliche viele Möglichkeiten, sich selbst aus dem Rennen zu kegeln. Wenn sie zum Beispiel Info an Info aneinanderreihen, die nur leider allesamt völlig irrelevant für den Job sind.

    Oder wenn sie zu viel preisgeben und das Bild vom High Potential zerstören. Darum ist eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch so wichtig. Gehen Sie nie unvorbereitet ins Jobinterview – dann können sie es auch direkt sein lassen.

    Ein Vorstellungsgespräch gliedert sich normalerweise in fünf Phasen:

    1. Gesprächsphase: Begrüßung und Smalltalk

      Für viele beginnt der Horror ohne Verzögerung. Die Smalltalk-Phase soll Verspannungen lösen, ist für Nervenbündel aber Stress pur.

      Das bekannte Problem: Schon der erste Eindruck entscheidet maßgeblich darüber, ob wir jemanden mögen oder nicht. Und der Smalltalk am Anfang eines Vorstellungsgesprächs prägt den ersten Eindruck ganz entscheidend mit. Unterschätzen Sie den Einstieg also bitte nicht – egal, ob der Personaler mit Ihnen übers Wetter plaudern will oder fragt, wie Ihre Anreise so war.

      Am besten, Sie sind dabei ganz ruhig und gelassen. Der Hinweis, wie nervös Sie sind, nimmt Ihnen der Personaler normalerweie aber auch nicht übel. Also ruhig mit offenen Karten spielen.

      Gehen Sie zunächst nicht mit der ausgestreckten Hand voraus ins Büro. Warten Sie, bis Ihnen Ihr Gesprächspartner die Hand anbietet und greifen Sie dann kurz, aber fest zu. Namentlich vorstellen, in die Augen sehen, dabei lächeln – so stellen Sie sich kurz selbst vor. Selbstbewusstsein ausstrahlen, also aufrecht stehen und gehen und nicht zu leise reden. Aber auch nicht zu laut – und nicht übertreiben.Selbstdarsteller kommen nicht gut an.

    2. Gesprächsphase: Kennenlernen und Selbstpräsentation

      „Erzählen Sie doch mal ein bisschen über sich!“ „Wie ist Ihr Werdegang?“ Damit leitet der Personaler oft die Kennenlern-Phase im Vorstellungsgespräch ein. Er will mehr über Sie, Ihre Person und Ihre Stationen erfahren.

      Am besten, Sie üben Ihre Selbstpräsentation vor dem Vorstellungsgespräch zuhause ein – aber nicht so perfekt, dass sie wie aufgesagt klingt. Eine gute Selbstpräsentation dauert nicht länger als drei bis fünf Minuten. Sie nennen zunächst Ihren Namen und Ihr Alter und gehen dann auf Ihre Ausbildung, Erfahrungen und beruflichen Schwerpunkte ein.

      Gehen Sie davon aus, dass Ihr Lebenslauf bereits bekannt ist. Rattern sie also nicht Ihre Stationen herunter, sondern setzen Sie Schwerpunkte. Die Erfolge und Qualifikationen, die besonders wichtig sind, stellen sie nach vorne – und Ihre Persönlichkeit.

    3. Gesprächsphase: Präsentation des Arbeitgebers

      Jetzt ist der Arbeitgeber an der Reihe. Was macht er, was erwartet er, wie arbeitet er? Darüber sollte er jetzt Aufschluss geben – zumindest ansatzweise.

      Bitte jetzt nicht die Ohren auf Durchzug stellen – auch dann nicht, wenn sie schon gut im Bilde sind. Pluspunkte gibt es für Sie, wenn Sie intelligente Zwischenfragen stellen oder sinnvolle Anmerkungen machen.

      Signalisieren Sie, dass Sie zuhören und sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben – ohne Ihren Gesprächspartner zu unterbrechen!

    4. Gesprächsphase: Rückfragen

      Das Ende des Vorstellungsgesprächs naht allmählich. Jetzt kommt die klassiche Frage des Personalers: Haben Sie noch Fragen an uns?

      Ihre Antwort sollte in jedem Fall lauten: Ja. Wenn Sie keine Rückfragen stellen, könnten Sie sich sogar schon disqualifiziert haben. Mit Rückfragen beweisen Sie, dass Sie ernsthaft am Unternehmen und an der Stelle interessiert sind.

      Allerdings ist nicht jede Rückfrage automatisch eine gute. Es gibt auch echte Killerfragen, die man sich besser spart: Stellen Sie bitte keine Rückfragen zu Sonderleistungen oder Urlaubsregelungen – sie würden kein gutes Licht auf Sie werfen.

    5. Gesprächsphase: Abschluss und Verabschiedung

      Das war’s, Ihr Vorstellungsgespräch ist beendet.

      Verabschieden Sie sich höflich, aber nicht, ohne sich nach dem weiteren Verlauf zu erkundigen, wann Sie mit einer Antwort rechnen können und auf welchem Wege man Sie kontaktiert.

      Sehr empfehlenswert: Bedanken Sie sich am Ende des Vorstellungsgesprächs noch einmal bei Ihrem Gastgeber. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich genommen haben. Es hat mich sehr gefreut. So oder so ähnlich. Ein Dank drückt Wertschätzung aus – und gute Manieren.

    Vorstellungsgespräch Tipps

    Eine gute Vorbereitung ist extrem wichtig. Aber hüten Sie sich davor, das komplette Bewerbungsgespräch auswendig zu lernen.

    Wenn Sie Ihre gelernten Punkte nur aufsagen, durchschaut das der Personaler sofort. Ihre Antworten und Argumente dürfen im Vorstellungsgespräch nicht wie einstudiert wirken.

    Die Kunst ist es, die richtige Mixtur aus Selbstdarstellung und Eigenwerbung zu mischen und gerne noch einen Schuss Spekulationsmasse unterzurühren. Sie wollen fachlich überzeugen, aber vor allem auch persönlich. Ihr Charakter ist es, der Ihre Gegenüber interessiert. Die Fakten aus dem tabellarischen Lebenslauf sind ja bereits bekannt.

    So machen Sie im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck:

    • Anekdoten erzählen

      Ein paar schöne Anekdoten dürfen Sie sich vor dem Jobinterview ruhig zurechtlegen. Denn die passende Frage kommt bestimmt. Aber erzählen Sie sie so – auch wenn es schwierig ist – als ob sie Ihnen ganz spontan in den Sinn gekommen ist. Möglichst bildhaft und lebensnah.

    • Fragen stellen

      Sagen Sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Bringen Sie knappe und prägnante Beispiele. Und bringen Sie einen Dialog in Gang, zum Beispiel, indem Sie fragen: Soll ich Ihnen noch ein Projekt nennen, das ich geführt habe?

    • Körpersprache beobachten

      Der Blick Ihres Gesprächspartners schweift ab oder er macht sich kaum Notizen? Mögliche Anzeichen von Langeweile. Wenn Sie dies während des Vorstellungsgesprächs wahrnehmen, versuchen Sie verbal einen Gang nach oben zu schalten und in die Offensive zu gehen.

    Vorstellungsgespräch Schwächen

    Eine Frage sticht aus der Kanonade heraus: die Frage nach den Schwächen. Sie ist die wohl berühmteste, vielleicht auch die gefürchtetste. Was sind Ihre größten Schwächen?

    Aber sie ist eine, auf die sich Bewerber im Laufe der Jahre natürlich längst eingestellt haben. Die Antworten ähneln sich mittlerweile und lauten oftmals so: „Ich bin zu ungeduldig.“ „Ich bin zu perfektionistisch.“ „Ich bin ein Workaholic.“ Nicht gut!

    Das sind nicht mehr als Phrasen, die unseligen Ratgeberbüchern entstammen. Bitte antworten Sie nicht so! Damit zeigen Sie lediglich, dass Sie den Personaler an der Nase herumführen wollen und nicht zu Ihren Schwächen stehen. Denn dass Sie welche haben, ist unausweichlich, weil menschlich.

    Schwächen und Unzulänglichkeiten hat jeder Mensch. Und das weiß auch jeder Personaler dieser Welt. Tun Sie im Vorstellungsgespräch also gar nicht erst so, als hätten Sie keine. Außerdem hat oder hätte ein Personaler, der die pure Perfektion von einem Bewerber erwartet und serviert bekommen möchte, seinen Job verfehlt.

    Unser Ratschlag daher: Antworten Sie im Vorstellungsgespräch ehrlich, aber koppeln Sie die Ehrlichkeit an einen guten Vorsatz.

    Sie dürfen also ruhig eine Schwäche offenbaren (so lange es nicht Trinksucht oder notorische Faulheit ist), aber sagen zugleich, wie Sie diese Schwäche in den Griff bekommen.

    Beispiel:

    Ich bin ehrlich gesagt immer ziemlich nervös, wenn ich jemanden anrufen muss, den ich nicht kenne. Und auch wenn Telefonieren hier nicht zu meinen Hauptaufgaben zählen wird, arbeite ich konsequent an diesem Problem.

    Vorstellungsgespräch Fragen

    Natürlich werden Sie nicht mit jeder einzelnen Frage konfrontiert. Aber wenn Sie diesen Fragenkatalog durchgehen und auf jede Frage eine gute Antwort finden, haben Sie gute Karten.

    Das sind die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch:

    Gesprächsöffner

    • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
    • Warum sollten wir Sie nehmen?
    • Was können Sie, was andere nicht können?
    • Erzählen Sie etwas über sich.

    Motivation

    • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
    • Und was über unsere Branche?
    • Warum sind Sie momentan arbeitslos?
    • Welche Ziele verfolgen Sie im Job?
    • Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
    • Welches Gehalt möchten Sie bei uns verdienen?
    • Würden Sie für die Stelle umziehen?

    Persönlichkeit, Stärken und Schwächen

    • Wo liegen Ihre Stärken?
    • Wo liegen Ihre Schwächen?
    • Wie würden Ihre Kommilitonen Sie beschreiben?
    • Welche Ideen haben Sie schon umgesetzt?
    • Wovor haben Sie am meisten Angst?
    • Was war Ihr größter Fehler und wie sind Sie damit umgegangen?
    • Welche Charaktereigenschaften würden Sie sich wünschen?
    • Was mögen Sie an anderen Menschen nicht?
    • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    • Was war Ihr größter Erfolg außerhalb des Berufs?
    • Welchen großen Traum haben Sie im Leben?

    Arbeitsweise

    • Woraus ziehen Sie Ihre Motivation?
    • Welche Tools und Techniken nutzen Sie?
    • Wie bauen Sie innerhalb eines Team Vertrauen auf?
    • Wie reagieren Sie, wenn Sie ein Nein als Antwort erhalten?
    • Wie kann ich mir Ihren Arbeitsstil vorstellen?
    • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
    • Welches Problem war für Sie zu schwer und was haben Sie dann getan?
    • Was möchten Sie im ersten Monat in Ihrem neuen Job schaffen?

    Alle Fragen, alle Antworten!

    Vorstellungsgespräch FragenSie wollen sich auf mögliche Fragen und Rückfragen im Vorstellungsgespräch so gut wie möglich vorbereiten? Hier sind alle weiterführenden Infos, die Sie dafür brauchen:

    Vorstellungsgespräch Rückfragen

    Ein wesentlicher Punkt im Vorstellungsgespräch ist es, Rückfragen zu stellen. Dies sollten Sie in jedem Fall beherzigen.

    In der Rückfragen-Phase des Vorstellungsgesprächs haben Sie die Gelegenheit dazu. Der Interviewer wird Sie aller Voraussicht nach aktiv darum bitten. Nutzen Sie diese Chance unbedingt!

    Ein guter Personaler erkennt an Ihren Rückfragen, wie professionell Sie sich vorbereitet haben, was Sie schon über das Unternehmen wissen und vielleicht sogar, welche Prioritäten Sie setzen.

    Hier sind weitere Gründe, warum Sie im Vorstellungsgespräch immer (gute) Rückfragen stellen sollten:

    • Sie zeigen Interesse.
    • Sie zeigen, dass Sie vorbereitet sind.
    • Sie gewinnen mehr Informationen über den Job und das Unternehmen.
    • Sie unterstreichen Ihre Intelligenz.
    • Sie können das Gespräch führen.

    Aber welche sind eigentlich gute Rückfragen? Zum Beispiel diese:

    • Was ist die größte Herausforderung in dieser Stelle?

      Erstens zeigt die Frage, dass Sie sich inhaltlich schon mit der Position befasst haben und auf der Suche nach Lösungen sind. Und zweitens kriegen Sie Wind – wenn Sie zwischen den Zeilen lesen – von möglichen Schwachstellen im Unternehmen. Sind Ihre Fähigkeiten und Stärken für die Stelle wirklich passend?

    • Warum ist die Position frei?

      Wenn es sich um eine neu geschaffene Position handelt, können Sie direkt mit einer Folgefrage anknüpfen: Warum wurde sie geschaffen? Wenn das Unternehmen wächst, konnte die Belegschaft die Arbeit womöglich nicht mehr bewältigen. Stressalarm! Sollte Sie aber schon länger frei sein, dann wurde der passende Kandidat ganz offensichtlich noch nicht gefunden. Warum nicht? Diese Frage können Sie dem Interviewer stellen – aber auch sich selbst.

    • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?

      So verlangen Sie vom Unternehmen eine Definition von Talent und Leistung. Und Sie wollen wissen, was der Arbeitgeber in Zukunft von Ihnen erwartet. Auch offenbart sich in der Antwort meist Erhellendes über die Unternehmenskultur.

    Hier gibt’s 500 Euro für jeden Bewerber

    Vorstellungsgespräch Kosten TippsGeld für ein Vorstellungsgespräch bekommen? Klingt nach einem schlechten Aprilscherz, ist aber die neue Masche der Deutschen Familienversicherung.

    Das Versicherungsunternehmen aus Frankfurt sorgte Anfang 2020 für Aufsehen, weil es jedem Bewerber, der es ins Vorstellungsgespräch schaffte, Geld anbot. Für die Teilnahme am Bewerbungsgespräch gibt es 500 Euro, für die Teilnahme am Assessment Center 1.000 Euro und bei Einstellung sogar 5.000 Euro.

    Das Unternehmen zeigte sich überzeugt, dass sich die Idee auf breiter Front durchsetzt. Immerhin können sich Unternehmen so den Umweg über Headhunter und Personalberater sparen, die ja auch nicht umsonst arbeiten.

    Außerdem zeigt die Episode, dass sich der Arbeitsmarkt immer mehr zum Kandidatenmarkt entwickelt. Unternehmen wollen Bewerber überzeugen, nicht umgekehrt. Für Bewerber dürfte das Vorstellungsgespräch so seinen Schrecken endgültig verlieren…

    Vorstellungsgespräch Kleidung

    Zunächst mal: Das perfekte Outfit fürs Vorstellungsgespräch gibt es nicht. Es muss vielmehr zum Arbeitgeber passen.

    In konservativen Branchen erscheinen Sie besser förmlich, in kreativen darf es ausgefallener sein. Aber vielleicht auch nicht, das hängt immer vom jeweiligen Unternehmen ab.

    Diese Grundregeln sollten Sie in jedem Fall beachten:

    • Ihr Outfit sollte gepflegt sein, unabhängig von der Branche. Motto: Wer sich schlampig kleidet, arbeitet vermutlich auch so.
    • Das Outfit darf Ihre Individualität unterstreichen. Aber: Es geht mehr um die Frage, ob Sie zum Unternehmen passen. Achten Sie also eher auf Passgenauigkeit denn auf Individualität. Soll heißen: Passen Sie sich – ein Stück weit – an.

    Profi-Tipp: Bringen Sie stets Ihre Bewerbungsunterlagen mit zum Vorstellungsgespräch – möglichst in mehrfacher Ausführung.

    Die können Sie im Fall der Fälle aus dem Hut zaubern, sollte einer der Anwesenden seine Unterlagen vergessen haben.

    Für Sie als Bewerber hat das nur Vorteile: Sie stellen Ihre Sorgfalt unter Beweis, sammeln Sympathiepunkte, hinterlassen einen geordneten Eindruck. Falls Sie die Kopien nicht benötigen, bleiben sie eben in der Tasche.

    Vorstellungsgespräch Körpersprache

    Sie können noch so überzeugend parlieren. Wenn Ihre Körpersprache im Vorstellungsgespräch negativ aus dem Rahmen fällt, schwinden Ihre Chancen auf den Job.

    Und Ihr Körper redet immer – auch dann, wenn Ihr Mund verschlossen bleibt. Wenn Sie sich beispielsweise in Ihrer Haut unwohl fühlen, strahlen Sie das auch aus – und werden vielleicht genau daran scheitern.

    Die nonverbalen Signale, die Sie im Vorstellungsgespräch aussenden, können der Hauptgrund für Ihr schlussendliches Aus sein. Laut Umfrage gefallen folgende Bewerber-Gesten Personalern im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht – in dieser Reihenfolge:

    • Kein Blickkontakt
    • Kein Lächeln
    • Herumgezappel
    • Schlaffe Körperhaltung
    • Schlapper Händedruck
    • Verschränkte Arme
    • Herumgefummel im Gesicht oder Spielereien mit den Haaren
    • Fuchtelei mit den Händen

    Die Körpersprache ist im Vorstellungsgespräch mitentscheidend. Sie beginnt in dem Moment, in dem der Bewerber das Firmengelände betritt und endet, wenn er es wieder verlassen hat.

    Vorher und hinterher dürfen Sie so viele merkwürdige Bewegungen machen, wie Sie wollen, aber mittendrin sollten Sie sich zusammenreißen – wenn Sie den Job haben wollen.

    Und noch ein Tipp: Seien Sie auch auf dem Weg zum Personalerbüro zu jedermann höflich und zuvorkommend. Es soll schon Personaler gegeben haben, die den Pförtner nach seinem Eindruck gefragt haben. War der Bewerber höflich, schnippisch oder gar herrisch?

    Denken Sie daran, sich das Hemd rechtzeitig in die Anzughose zu stopfen, die Krawatte zu richten und die Bluse zurecht zu zupfen – und nicht erst, während Sie den Raum betreten, in dem das Vorstellungsgespräch stattfindet.

    Dann stellen Sie sich höflich vor und bedanken sich für die Einladung zum Vorstellungsgespräch, aber setzen Sie sich noch nicht hin. Erst wenn Sie dazu aufgefordert werden.

    Und: Behandeln Sie Ihre Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch – sofern es um mehr als einen geht – gleichberechtigt. Das bedeutet konkret: Schauen Sie nacheinander alle an, wenn Sie antworten und kehren zum Schluss zu der Person zurück, die die Frage gestellt hat.

    All das bringt Ihnen aber gar nichts, wenn Sie eine wesentliche Sache vergessen: Lächeln!

    Lächeln Sie viel im Vorstellungsgespräch, das bringt Sympathiepunkte. Natürlich nicht unentwegt und so, dass es albern oder künstlich wirkt.

    Schlechte Gesprächsthemen im Vorstellungsgespräch

    Sie können im Vorstellungsgespräch viel über sich erzählen, gute Rückfragen stellen, sollten aber im Gegenzug auch den einen oder anderen Aspekt unter den Tisch fallen lassen.

    Unter anderem diese:

    • Kündigung

      Manche Personaler fragen gezielt danach. Lügen sollten Sie dann zwar nicht, könnten eine Kündigung aber durchaus relativieren. Vielleicht wurden Sie ja tatsächlich Opfer von Sparmaßnahmen oder betriebsbedingten Kündigungen. Aktiv ansprechen aber sollten Sie eine Kündigung im Vorstellungsgespräch nicht. Warum auch?

    • Bezahlung

      Das liebe Geld – es umtreibt die Menschen wie kaum etwas anderes. Im Jobinterview aber sollten Sie die Bezahlung aussparen. Jedenfalls so lange, bis der Interviewer selbst darauf zu sprechen kommt. Wenn der neue Arbeitgeber Ihre Gehaltsvorstellungen abklopft, dann nennen Sie immer eine Spanne und keinen Einzelbetrag. Nennt der Arbeitgeber von sich aus das Gehalt, das er zu zahlen bereit ist, kommentieren Sie das nicht weiter, sondern nehmen es erst einmal nur zur Kenntnis. Vorsichtig nach Boni oder Dienstwagen können Sie aber ruhig fragen. Vor allem dann, wenn Ihnen das Angebot zu gering erscheint. Übereilt absagen aber sollten Sie auch dann nicht – Sie könnten es bereuen.

    • Privatleben

      Was Sie in Ihrer Freizeit treiben, ist Ihre Privatsache. Darum sollten Sie im Vorstellungsgespräch auch nicht darüber reden. Und außerdem: Punkte sammeln lässt sich auf diese Weise meist nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Personaler die gleichen Vorlieben und Hobbys hat wie Sie, ist eher gering. Ausnahme: Sie haben ein Hobby, das Ihre Fähigkeiten für den Job perfekt unterstreicht.

    • Negative Erfahrungen

      Wenn Sie mit Ihrem Ex-Chef nicht auf einer Wellenlänge oder mit den Kollegen im Dauerclinch lagen – dann ist das nichts, worüber Sie im Vorstellungsgespräch reden sollten. Im besten Fall gelten Sie als Tratschtante, im schlimmsten Fall als jemand, der üble Nachrede betreibt. Stellen sie immer das Positive an Ihren früheren Jobs heraus. Schließlich wird ja Ihr künftiger irgendwann auch Ihr ehemaliger Arbeitgeber sein – und dann auch nicht wollen, dass Sie ihn schlechtreden.

    Vorstellungsgespräch Fehler

    Geheimnisse ausplaudern, alte Chefs schlechtreden, zu viel Belangloses erzählen – im Vorstellungsgespräch kann man viel falsch machen.

    Aber Ihnen können auch dicke Patzer unterlaufen, wenn Sie nicht den Mund aufmachen. Nicht jeder Fehler im Interview ist ein verbaler. Diese drei Missgeschicke ersparen Sie sich bitte:

    1. Handy anlassen

      Keine Todsünde, aber unangenehm. Zeugt ein wenig von mangelhafter Vorbereitung. Wenn das Handy im Vorstellungsgespräch klingelt, dann heißt es flott: Entschuldigung sagen, Anruf wegdrücken und Handy ausschalten.

    2. Gestik unterschätzen

      Seien Sie Herr Ihrer Sinne – und Ihres Körpers. Bitte während des Vorstellungsgesprächs nicht die Arme verschränken, mit dem Fuß auf dem Boden tippeln oder an den Fingernägeln kauen. Ganz schlimm: Höhnisch lachen oder die Augen verdrehen – es drückt Arroganz aus. Übrigens gilt das auch für Jobinterviewer.

    3. Uhrzeit checken

      „Nichts wie raus hier!“ Dieses Signal senden Sie dem Personaler, wenn Sie auf die Uhr schauen. Faustregel fürs Vorstellungsgespräch: Niemals die Uhrzeit checken. Nicht aufs Handy schauen, nicht heimlich zur Wanduhr schielen. Sie sind gerne hier – der Blick zur Uhr drückt das Gegenteil aus.

    Geheimtipp: Zweiten Termin nehmen!

    Vorstellungsgespräch Tipps TermineWenn Ihnen der Personaler zwei Alternativtermine für das Vorstellungsgespräch anbietet, nehmen Sie den zweiten!

    Juroren geben in Wettbewerben erwiesenermaßen besser Noten, je weiter der Wettbewerb voranschreitet. Achten Sie doch mal bei den Olympischen Spielen darauf: im Turnen, Wasserspringen oder Dressurreiten zum Beispiel.

    Kein Wunder, denn man will sich schließlich noch Spielraum erhalten, Luft nach oben lassen. Dass dieser Effekt auch für Vorstellungsgespräch gilt, haben Psychologen herausgefunden.

    Darum: Zweiten Termin nehmen, gründlich vorbereiten, vor Ort überzeugen – und den Traumjob bekommen. Wir wünschen viel Erfolg!

    Vorstellungsgespräch beenden

    Ein kluges deutsches Sprichwort lautet: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Genauso verhält es sich auch im Vorstellungsgespräch.

    Sie können einen fantastischen Eindruck hinterlassen haben, bis Sie im Abgang alles versauen. Das Vorstellungsgespräch ist erst gelaufen, wenn Sie den Raum verlassen haben.

    Sie reichen Ihrem Gesprächspartner zum Schluss noch einmal die Hand (kräftiger Händedruck!), blicken ihm in die Augen und verabschieden sich höflich mit einem „Auf Wiedersehen“, das wörtlich so gemeint ist. Am besten bedanken Sie sich für das gute Gespräch (unabhängig davon, ob es der Wahrheit entspricht).

    Dann noch dies: Aufrecht das Gebäude verlassen – und erst entspannen, wenn Sie außer Sichtweite sind. Dann können Sie sich nach Belieben ausschütteln, kräftig auspusten, seufzen, stöhnen oder einen Blick zurück werfen – aber bitte auch erst dann.

    Was Sie sich überlegen können: Ob Sie am Ende des Gesprächs noch betonen, dass Sie die Stelle auch wirklich wollen. Damit signalisieren Sie Interesse, Willen, Selbstbewusstsein.

    Aber Vorsicht: Wenn Sie dabei zu offensiv auftreten, kann es auch nach Bedürftigkeit klingen. Nach dem Motto: Bitte, lieber Personaler, gib’ mir den Job, ich brauche ihn unbedingt!

    So könnten Sie sich ausdrücken:

    Variante 1:

    Das ist der Job, den ich ich haben möchte. Ich bin mir jetzt sicher. Kann ich noch etwas dafür tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ch die beste Besetzung bin?

    Variante 2:

    …darum denke ich, dass ich die optimale Besetzung für diese Position wäre. Brauchen Sie noch weitere Informationen?

    Variante 3:

    Am liebsten würde ich schon nächste Woche bei Ihnen anfangen. Haben Sie noch Fragen an mich, die Ihre Entscheidung erleichtern könnten?

    Variante 4:

    Ich bin sehr an dieser Stelle interessiert. Wie kann ich Sie dazu bringen, mir ein Angebot zu machen?

    Variante 5:

    Sie kennen nun meine Stärken und Schwächen. Ich würde mich freuen, wenn ich für Sie arbeiten dürfte – und wenn Sie das auch wollen.

    Variante 6:

    Ich bin von der Stelle und Ihrem Unternehmen sehr angetan. Ich hoffe, bald eine positive Nachricht von Ihnen zu erhalten!

    Dabei handelt es sich selbstverständlich nur um Formulierungsvorschläge. Was Sie zum Schluss sagen, sollte an den Inhalt des Vorstellungsgesprächs anknüpfen. Es muss passen.

    Und klar ist auch: Sie sollten am Ende nur dann noch mal auf Ihr Interesse hinweisen, wenn Sie die Stelle tatsächlich haben wollen – und nicht, weil Sie glauben, man würde es so von Ihnen erwarten.

    Nach dem Vorstellungsgespräch

    Nach einem guten Vorstellungsgespräch wartet man erst einmal ab. Die Nervosität steigt von Tag zu Tag. Aber was, wenn sich das Unternehmen einfach nicht bei Ihnen meldet?

    Abwarten und Tee trinken? Mehr bleibt Ihnen ja gar nicht übrig. Falsch! Sie müssen nicht im Wartemodus verharren, sondern können aktiv werden. Sie können an der einen oder anderen Stellschraube drehen, um den Bewerbungsprozess positiv zu beeinflussen oder zu beschleunigen.

    Zum Beispiel so:

    • Dankesschreiben

      In anderen Ländern wie den USA gehört ein Dankesschreiben mittlerweile de-facto zu einer Bewerbung dazu. Wer sich bedankt, hat gleich mehrere Vorteile: Sie heben sich damit von anderen Bewerbern ab. Sie können den Gesamteindruck noch ein Stückchen zum Positiven verändern.

      Das können Sie einfach per E-Mail machen. Sie schreiben etwa, wie anregend Sie das Vorstellungsgespräch fanden und dass Sie weiterhin großes Interesse an der Position haben. Auch können Sie mögliche offene Fragen, die im Vorstellungsgespräch aufgeworfen wurden, beantworten.

      Bedanken Sie sich für die Aufmerksamkeit und freuen sich auf eine baldige Antwort – aber auf nicht mehr als einer halben Seite.

    • Fristen

      Vielleicht haben Sie vergessen, im Vorstellungsgespräch danach zu fragen. Dann tun Sie es jetzt!

      Haken Sie nach, wie lange der Bewerbungsprozess normalerweise dauert und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

      Sofern drei Werktage seit dem Vorstellungsgespräch verstrichen sind, können Sie sich auch telefonisch erkundigen. Besser, weil souveräner: eine Woche warten.

      Wenn Sie drei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch immer noch nichts vom Unternehmen gehört haben, dürfen Sie ruhig ein wenig forscher auftreten. Wenigstens eine kurze Eingangsbestätigung können auch Sie als Bewerber erwarten.

      Bei allem Enthusiasmus sollten Sie dem Personaler nicht auf die Nerven gehen. Übertreiben Sie es also nicht.

    • Alternativen

      Was Sie nicht machen sollten: Alles auf eine Karte setzen. Das wäre unklug. Hören Sie sich also nach einem Vorstellungsgespräch weiter nach potenziellen Arbeitgebern und offenen Stellen um.

      So verlieren Sie keine Zeit und haben im besten Fall mehrere Angebote, aus denen Sie auswählen können. Nehmen Sie also weiterhin Einladungen zu Vorstellungsgesprächen an und schreiben auch weiterhin Bewerbungen.

      Ihre Chancen auf den Traumjob werden dadurch definitiv nicht sinken.

    • [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Telefoninterview: Tipps, No-Gos und typische Fragen

    Das Telefoninterview ist eine zeitgemäße Alternative zum Face-to-Face-Vorstellungsgespräch. In den meisten Fällen ist es aber nur dessen Vorstufe. Der Personaler kann via Telefon seinen Kandidatenkreis überprüfen – und verkleinern. Wenn Sie im Telefoninterview nicht überzeugen, schwinden Ihre Chancen auf den Job. So weit muss es aber gar nicht kommen. So überzeugen Sie im telefonischen Interview

    Telefoninterview: Sinn und Zweck

    Dass Sie vom Unternehmen zum Telefoninterview eingeladen worden sind, dürfen Sie als Kompliment verstehen. Man ist interessiert an Ihnen, sonst würde man sich die Zeit für das telefonische Bewerbungsgespräch erst gar nicht nehmen.

    Vermutlich aber gibt es noch die eine oder andere offene Frage vonseiten des Unternehmens. Der Personaler möchte sich einen näheren Eindruck von Ihnen verschaffen, ohne Sie gleich zum (persönlichen) Vorstellungsgespräch einladen zu müssen.

    Jetzt ist für ihn die Gelegenheit, nachzuhaken und Sie auf Unstimmigkeiten in der Bewerbung und im Lebenslauf abzuklopfen. Auf kritische Fragen dazu sollten Sie sich vorbereiten.

    Grundsätzlich setzen Unternehmen Telefoninterviews gerne ein, weil…

    • …sie dadurch Zeit und Geld sparen. Jobinterviews vor Ort sind aufwändiger, langwieriger und teurer.
    • …sie auf diese Weise eine größere Zahl an Kandidaten prüfen können. Das ist gerade für große Unternehmen, die aus einer Vielzahl an Bewerbungen schöpfen können, ein wichtiger Punkt. Sie können mit Hilfe von Telefoninterviews die Auswahl an interessanten Kandidaten erst vergrößern, dann schnell wieder verkleinern.
    • …sie die Spontanität und (geistige) Flexibilität eines Bewerbers testen können. Gespräche am Telefon erfordern Soft Skills. Auch die Kommunikationsfähigkeit wird auf den Prüfstand gestellt. In vielen Jobs müssen Kandidaten in der Lage sein, ein professionelles Telefonat zu führen. Das ist nicht jedermanns Stärke.
    • …sie einen Kandidaten besser kennenlernen. Wer zuerst ein Telefoninterview führt und dann noch ein Bewerbungsgespräch am Firmensitz, nimmt einen Bewerber doppelt unter die Lupe. Und aus der Statistik wissen wir: Je größer die Stichprobe, desto zuverlässiger das Ergebnis. Zweimal ist zwar nicht viel, aber zweimal ist besser als einmal.
    • …sie offene Fragen klären. Möglich, dass es dabei um Lücken im Lebenslauf, Fremdsprachenkenntnisse oder EDV-Kenntnisse oder etwas ganz anderes geht. Die wichtigsten Punkte können Arbeitgeber und Bewerber vorab besprechen. Fällt die Antwort nicht zufriedenstellend aus, kann sich das Unternehmen die Einladung zum Jobinterview sparen.

    Telefoninterview Dauer

    Gut vorbereitet ist halb gewonnen – das gilt für das Telefoninterview genauso wie für ein Bewerbungsgespräch von Angesicht zu Angesicht. Aber manchmal haben Sie gar keine Zeit für eine gründliche Vorbereitung. Dann nämlich, wenn Sie der Personaler überfallartig anruft. Auf dieses Prozedere müssen Sie sich erst gar nicht einlassen.

    Teilen Sie dem Anrufer mit, dass Sie momentan beschäftigt sind und keine Zeit für ein längeres Gespräch haben, aber sehr gerne einen zeitnahen Termin vereinbaren. Bei der Gelegenheit fragen Sie am besten direkt nach, wie lange das Telefoninterview voraussichtlich dauern wird. So können Sie sich besser darauf einstellen.

    Die veranschlagte Dauer des Telefoninterviews lässt zudem Rückschlüsse auf dessen Inhalt zu. Ein 20-minütiges Gespräch kratzt meist nur an der Oberfläche, lässt höchstens ein paar Rückfragen zu Ihrer Person und Ihrem Lebenslauf zu.

    Ist jedoch eine ganze Stunde avisiert, sollten Sie mit tiefergehenden Fragen zu Ihren Plänen und Karrierezielen rechnen – und auch einige smarte Rückfragen vorbereiten.

    Die Dauer hängt nicht zuletzt von unterschiedlichen Parametern ab – von Ihrem Sprechtempo etwa, der Länge Ihrer Selbstpräsentation oder von Ihren Rückfragen. Sie haben die Dauer des Telefoninterviews also selbst in der Hand – beziehungsweise im Mund. Die Mitte macht’s – nicht zu langatmig werden, aber auch nicht zu kurz angebunden sein!

    Insgesamt lässt sich festhalten: Ein Telefoninterview dauert normalerweise zwischen 30 und 60 Minuten.

    Telefoninterview: Lidl und Deutsche Bahn machen’s auch

    Telefoninterview Lidl Deutsche BahnTelefoninterviews sind gang und gäbe. Hier eine kleine Auswahl von Unternehmen, die auf telefonische Bewerbungsgespräche setzen:

    • Lidl
    • Deutsche Bahn
    • Xing
    • Hays
    • Cornelsen Verlag
    • Auto1
    • Bechtle
    • Deutsche Bank
    • Zeiss

    Lidl etwa will nach eigenen Angaben durch Telefoninterviews eine „solide Vorauswahl“ treffen. Dabei ist von der jeweiligen Stelle abhängig, ob der Discounter mit dem Bewerber ein Telefoninterview, ein Online-Assessment oder ein Videointerview durchführt. Im Internet berichten Bewerber, dass ihr Telefoninterview mit Lidl rund 20 Minuten gedauert hat.

    Telefoninterview Ablauf

    Ein Telefoninterview läuft meist so ähnlich ab wie ein Vorstellungsgespräch vor Ort. Es sei denn, der Unternehmensvertreter ruft Sie spontan und ohne Termin an. In dem Fall will er Sie testen. Will wissen, wie Sie reagieren und wie Sie mit Stress umgehen.

    Wenn Sie sich aber zum Telefoninterview verabredet und auf einen festen Termin geeinigt haben, ist der Ablauf üblicherweise so:

    • Vorstellung

      Sie begrüßen sich gegenseitig. Ihr Gesprächspartner stellt sich und sein Unternehmen kurz vor. Danach sind Sie an der Reihe. Wer sind Sie, woher kommen Sie, was haben Sie bisher gemacht?

    • Fragen

      Der Personalverantwortliche wird sich zuvor einige Fragen zurechtgelegt haben. Auf diese können Sie sich vorbereiten (siehe unten). Er will mehr über Sie erfahren, über Ihre Persönlichkeit und Motivation. Manchmal sind ihm spezifische Fachkenntnisse sehr wichtig.

    • Formalitäten

      Ein mögliches Eintrittsdatum könnte ein Thema sein. Oder Ihre genaue Position im Unternehmen. Oder Ihre Gehaltsvorstellungen. Viel hängt davon ab, ob Sie noch anderswo unter Vertrag stehen oder sofort verfügbar sind.

    • Rückfragen

      Die Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen, sollten Sie unbedingt nutzen. Bereiten Sie eine Handvoll Fragen vor, die Sie – je nach Gesprächsverlauf – am Ende anbringen. In jedem Fall sollten Sie sich am Ende des Telefongesprächs nach dem weiteren Vorgehen erkundigen – und wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Ganz zum Schluss folgt die Verabschiedung.

    Telefoninterview Vorbereitung

    So gehen Sie gut vorbereitet ins Telefoninterview:

    • Sammeln Sie Informationen

      Sie sollten über die Basics Bescheid wissen. Was macht das Unternehmen überhaupt? Wo hat es Standorte, wie viele Mitarbeiter, welches Geschäftsmodell? Dazu genügt es oft schon, auf der Homepage zu stöbern. Auch ein Blick in die tagesaktuellen Nachrichten – beispielsweise durch eine Suche über Google News – kann nicht schaden.

    • Lernen Sie Ihren Lebenslauf

      Nicht so, dass sie ihn im Telefoninterview wie auswendig gelernt herunterrattern. Aber die wichtigsten Stationen und die größten Erfolge sollten sitzen. Zu Ihren Tätigkeiten, Stationen, Erfahrungen sollten Sie etwas sagen können – und sich dabei von Ihrer besten Seite präsentieren.

    • Bereiten Sie sich auf wichtige Fragen vor

      Sie können natürlich nicht jede Frage des Personalers kommen sehen. Viele aber schon. Schauen Sie sich vor allem die Standardfragen an und überlegen Sie sich ein paar sinnvolle – vielleicht sogar originelle – Antworten. Das gibt Ihnen Sicherheit.

    • Recherchieren Sie Ihren Gesprächspartner

      Indem Sie zum Beispiel auf sein Xing- oder Linkedin-Profil surfen. Die gesammelten Informationen könnten Ihnen helfen, sich auf Ihren Gesprächspartner vorzubereiten und einzustellen. Und vielleicht entdecken Sie ja sogar eine Gemeinsamkeit, die gleichen Hobbys oder dieselbe Alma Mater. Das bringt Sympathiepunkte.

    • Checken Sie die Telefonverbindung

      Wenn die Technik verrückt spielt, könnte das negativ auf das ganze Telefoninterview abfärben. Sorgen Sie also dafür, dass die Leitung steht. Benutzen Sie ein Festnetztelefon und kein Handy. Ein Smartphone, dem zwischendurch der Saft ausgeht, könnte signalisieren, dass Sie auch im Job schlampig und wenig sorgfältig sind. Vermeiden!

    • Ziehen Sie sich schick an

      Ja, es geht noch immer um ein Telefoninterview. Und ja, Ihr Gesprächspartner wird Sie gar nicht sehen können. Aber unterschätzen Sie nicht die Macht der Psychologie. Gute Kleidung macht Menschen selbstbewusster und selbstsicherer. Das wiederum hört man auch übers Telefon. Ziehen Sie sich also so an, als würden Sie zu einem Vorstellungsgespräch in die Firma gehen.

    Telefoninterviews Tipps

    Diese Tipps helfen Ihnen, ein erfolgreiches Telefoninterview zu führen:

    • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre

      Smalltalk liegt nicht jedem. Versuchen Sie trotzdem, Ihren Gesprächspartner zu Beginn des Telefoninterviews emotional abzuholen. So bauen Sie eine gewisse Nähe auf – was sich bestimmt nicht schlecht auf den weiteren Verlauf des Gesprächs auswirkt. Vergessen Sie nicht, viel zu lächeln – auch das hört man am Telefon.

    • Vermeiden Sie Hintergrundlärm

      Fatal, wenn im Hintergrund der Fernseher läuft! Sie sollen sich voll und ganz auf das Telefoninterview konzentrieren, es nicht nur so nebenbei führen. Fokus und Konzentrationsfähigkeit sind schließlich auch im Job wichtig. Stellen Sie alle elektronischen Geräte – TV, Radio, Smartphone – aus und ziehen sich in ein möglichst ruhiges Zimmer zurück, in dem Sie nicht gestört werden.

    • Achten Sie auf Ihre Stimme

      Sprechen Sie langsam und deutlich. Sie können das Tempo auch variieren, aber bitte nicht nuscheln. Stimme und Sprechweise sollen ihr Selbstbewusstsein zeigen, nicht ihre Nervosität. Was hilft: Während des Telefonats aufstehen und einen festen Stand einnehmen.

    • Vermeiden Sie Jargon

      Jugendslang, Schimpfwörter oder gar Fäkalsprache – in Ihrer Freizeit können Sie sagen, was und wie Sie wollen. Aber im Telefoninterview achten Sie möglichst darauf, sich wie ein gebildeter und zivilisierter Mensch auszudrücken. Auch Füllwörter wie „äh“ und „öh“ nach Kräften vermeiden.

    • Lassen Sie sich nicht ablenken

      Während des Telefoninterviews machen Sie nur eines: Telefonieren. Also nicht nebenbei essen, rauchen, trinken, auf dem Smartphone herumtippen, mit der Fernbedienung oder dem Hund spielen. Mit einer Ausnahme…

    • Stellen Sie Wasser hin

      Die einzige Ablenkung, die Sinn macht: einen Schluck Wasser trinken. Das bewahrt Sie vor einem trockenen Hals. Aber nichts mit Kohlensäure. Aufstoßgefahr!

    • Lassen Sie Pausen zu

      Stille ist ein rhetorisches Mittel, das gerne unterschätzt wird. Lassen Sie sich in Pausen nicht verrückt machen und versuchen Sie nicht, krampfhaft irgendetwas zu sagen, nur um die Stille wegzuquasseln. Ruhig bleiben, Gedanken sammeln, Orientierung bewahren.

    • Fragen Sie nach

      Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie unbedingt nach! Das ist bei einem Telefonat nichts Verwerfliches. „Können Sie das noch mal wiederholen bitte? Ich hab’ es akustisch nicht verstanden.“

    • Fallen Sie nicht ins Wort

      Andere unterbrechen ist eine grobe Unsportlichkeit. Im Telefoninterview kann es das Aus bedeuten, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner fortwährend ins Wort fallen. Das zeigt nicht nur, dass Sie keine Manieren haben – sondern auch, dass Sie nicht zuhören können.

    • Stellen Sie sich auf Englisch ein

      Vor allem in größeren Unternehmen entwickelt sich Englisch zunehmend zur Amtssprache. Vielleicht will der Personaler mit eigenen Ohren hören, ob und wie gut Sie es beherrschen. Stellen Sie sich also mental darauf ein, dass er spontan ins Englische wechselt. Dann bitte nicht in Panik verfallen, sondern ganz ruhig bleiben und nicht überhastet antworten.

    • Verabschieden Sie sich persönlich

      „Vielen Dank für das nette Gespräch, Herr oder Frau Schneider!“ Verabschieden Sich unbedingt persönlich von Ihrem Gesprächspartner. Dies beschert Ihnen einen guten letzten Eindruck – und Pluspunkte.

    9 typische Fragen im Telefoninterview

    Die Fragen in einem Telefoninterview sind nicht bei jedem Bewerber gleich. Ihr Gesprächspartner wird – sofern er sich gut vorbereitet – auf Ihren Lebenslauf eingehen. Dabei könnte er auf Lücken gestoßen sein, auf viele Arbeitgeberwechsel oder auf Stationen, die auf eine Kündigung in der Probezeit hindeuten. Es würde sich anbieten, Sie danach zu fragen.

    Falls Ihre Vita derart neuralgische Punkte aufweist, bereiten Sie sich darauf vor. Fragen im Telefoninterview könnten sein:

    • Wurden Sie im letzten Job gekündigt und warum?
    • Welche Kompetenzen qualifizieren Sie für den Job?
    • Welche Motivation bringen Sie mit?

    Es gibt auch Unternehmen, die unkonventionelle Wege gehen. Manche verlangen am Telefon, dass Ihnen der Bewerber einen Witz oder eine spannende Anekdote aus Ihrem Leben erzählt. Andere switchen unvermittelt in eine andere Sprache – zumal dann, wenn Fremdsprachenkenntnisse im neuen Job eine entscheidende Rolle spielen.

    Der Interviewer will im Telefongespräch in den meisten Fällen etwas herausfinden über Ihre…

    • Werte
    • Ziele
    • Motivation
    • Arbeitsweise

    Diese Fragen könnten im Telefoninterview auf Sie zukommen:

    • Wie geht es Ihnen?

      Eine vermeintlich harmlose Einstiegsfrage. Aber eine, die es durchaus in sich hat. Denn ob jemand Smalltalk beherrscht – wenigstens im Ansatz – gibt Hinweise darauf, wie souverän er oder sie später mit Kollegen, Kunden und Gesprächspartnern umgehen wird. Seien Sie unverfänglich, aber charmant. Und sagen Sie bitte nicht, dass Sie gerade „furchtbar nervös“ seien: Sie sind keine 14 mehr!

    • Was halten Sie von unseren Produkten?

      Achtung! Wenn Sie sich jetzt als Ahnungsloser outen, der das Unternehmen gar nicht wirklich kennt, sind Sie unten durch. Sie sollten schon wissen, was das Unternehmen herstellt und wofür es sonst noch bekannt ist. Sie müssen sich nicht als Fan der Firma positionieren, aber dürfen tun Sie es schon. Ehrlich gesagt ist es nämlich so: Schleimen hilft. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

    • Was mochten Sie an Ihrem letzten Job nicht?

      Das ist eine fiese Frage. Einerseits sollte man niemals über den alten Arbeitgeber lästern, aber ein bisschen Kritik kann ja grundsätzlich nicht schaden – außerdem wäre es vollkommen unrealistisch, wenn Sie nichts zu beanstanden gehabt hätten. Einen Mittelweg zu finden ist schwierig, aber nicht unmöglich. Beispiel für eine gute Antwort: „Ich hätte gerne noch mehr Verantwortung übernommen.“ Oder mit einem Augenzwinkern: „Die Kantine war eine einzige Katastrophe.“

    • Was reizt Sie besonders an diesem Job?

      Der Personaler drängt Sie dazu, möglichst konkret zu werden. Sie sollten natürlich Ihre allgemeine Motivation nach vorne stellen. Aber Sie können ruhig auch ins Detail gehen – und die Dinge nennen, die Ihnen normalerweise besonders viel Freude bereiten. Beachten Sie nur: Ihre Ziele und Wünsche sollten sich mit denen des Unternehmens decken! Tabu sind Antworten wie: „Gutes Gehalt“ oder „Angenehme Arbeitszeiten“. Wenn Sie Ihrem Unternehmen bei der Entwicklung helfen und sich dabei selbst weiterentwickeln – das wäre ein Win-win.

    • Sind Sie ein Häuptling oder ein Indianer?

      Für die meisten dürfte die Antwort klar sein. Sie werden mit Häuptling antworten – die meisten aber wohl nur deshalb, weil sie denken, dass diese Antwort von ihnen erwartet wird. Wenn Sie sich für einen Häuptling halten, dann müssen Sie dies aber auch gut begründen – und mit Referenzen – belegen können.

    • Was muss ich über Sie wissen, was nicht in Ihrem Lebenslauf steht?

      Eine sehr offensive Frage in einem Telefoninterview. Sie verrät, wie offen Sie sind. Der Grad Ihrer Offenheit bleibt aber natürlich Ihnen überlassen. Geben Sie nichts preis, von dem Sie nicht wollen, dass es Ihr Gesprächspartner erfährt. Aber Sie können genauso gut ein markiges Statement abgeben, ein kleines Geheimnis lüften und sich somit in Erinnerung bringen.

    • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?

      Eine Frage, die im Telefoninterview extrem schwierig zu beantworten ist. Den meisten dürfte wohl bewusst sein, dass sie nicht mit „möglichst einfach“ oder „Hauptsache, viel Geld verdienen“ antworten sollten. Aber über wie viel Gestaltungskraft verfügen Sie? Wie konkret sieht Ihre Karriereplanung aus und wie arbeiten Sie? Darauf lässt Ihre Antwort Rückschlüsse zu.

    • Wovor haben Sie – diesen Job betreffend – am meisten Respekt?

      Dass nicht alles eitel Sonnenschein sein wird, sollte klar sein. Aber wie viel Offenheit wollen Sie Ihrem Gesprächspartner zumuten? Durch eine überlegte Antwort beweisen Sie Reflexion, Weitsicht und Verstand. Und Sie zeigen, dass Sie wissen, welche Herausforderungen auf Sie zukommen und wie Sie diese meistern wollen.

    • Wie viel Interesse haben Sie an dieser Stelle auf einer Skala von 1 bis 10?

      Die Mehrzahl der Kandidaten dürfte 10 sagen. Dann müssen sie aber auch darlegen können, warum das so ist. Wenn Sie gerne pokern oder wirklich noch mehrere Asse im Ärmel haben, können sie auch 8 oder 9 antworten. Daraufhin wird Sie der Personaler ganz bestimmt fragen, warum es zur 10 nicht gereicht hat. Wenn Sie jetzt etwas Kluges sagen, beweisen Sie Chuzpe und können sogar Ihren Marktwert in die Höhe treiben. Ein Vabanque-Spiel!

    Telefoninterview: Vorteile und Nachteile

    Telefoninterview TippsDer größte Vorteil des Telefoninterviews in der Bewerbung: Ihr Gegenüber sieht Sie nicht. Sie können im Bademantel telefonieren oder im Jogginganzug, auf der Couch oder im Garten, völlig ungeschminkt und mit zerzauster Aufsteh-Frisur.

    Auch sieht er nicht, dass Sie unruhig mit den Fingern tippen oder sonstige Zuckungen haben. Gerade für Menschen, die schnell nervös werden oder Lampenfieber entwickeln, ein unschätzbarer Vorteil.

    Ein Nachteil ist es für all die, die im persönlichen Gespräch sehr sicher sind. Sie können ihre Stärken nicht in die Waagschale werfen – beziehungsweise müssen damit bis zum Bewerbungsgespräch warten.

    Sie können Ihre Worte nicht durch Gestik und Mimik unterstützen. Und: Wenn Sie nicht mit einer wohlklingenden Stimme gesegnet sind, hilft Ihnen das im Telefoninterview auch nicht.

    8 No-Gos im Telefoninterview

    Das kommt im Telefoninterview gar nicht gut an:

    • Lärm

      Setzen Sie nicht in Ihr Lieblingscafé oder lassen das Fenster auf, wenn Sie an einer vielbefahrenen Straße wohnen. Ruhe sorgt für höhere Konzentration – und sie vermittelt Professionalität. Wenn im Hintergrund jemand Krach macht, könnte man an Ihrer zweifeln.

    • Indiskretion

      Plaudern Sie nicht aus dem Nähkästchen. Privates soll privat bleiben. Ihre Eltern, Kinder oder Liebschaften sind nicht Thema im Telefoninterview. Bedenken Sie: Sie reden hier mit einem Fremden, den Sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben – und möglicherweise auch nie zu Gesicht bekommen werden.

    • Multitasking

      Menschen sind nicht fürs Multitasking gemacht (entgegen einer weitverbreiteten Meinung auch Frauen nicht). Konzentrieren Sie sich voll und ganz aufs Telefoninterview – auch wenn die Verlockung groß ist, sich nebenbei die Nägel zu lackieren.

    • Desinteresse

      In jedem Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber Rückfragen stellen, um erstens mehr Informationen zu gewinnen und zweitens Interesse zu signalisieren. Das gilt auch für ein telefonisches Bewerbungsgespräch.

    • Unpünktlichkeit

      Sie sollten schon ans Telefon gehen, wenn der Personaler Sie zum verabredeten Zeitpunkt anruft – oder selbst pünktlich im Personalbüro durchklingeln. Unpünktlichkeit ist in Personaler-Kreisen eine Todsünde. Haben Sie wenigstens eine gute Ausrede parat, wenn Sie zu spät dran sind.

    • Hinhaltetaktik

      „Entschuldigen Sie, ich habe gerade jemanden in der Leitung. Ich rufe Sie in zwei Minuten zurück, ok?“ Der Job scheint bei Ihnen nicht oberste Priorität zu haben. So kommt das bei Ihrem Gegenüber jedenfalls an. Tun Sie so etwas nicht – es sei denn, Sie sind in einer familiären Notlage, die keinen Aufschub duldet.

    • Unterbrechungen

      Auch wenn Sie schon ganz ungeduldig sind und Ihre Punkte unbedingt anbringen wollen: Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nicht ins Wort. Lassen Sie ihn ausreden und hören aufmerksam zu – das ist gar nicht immer so leicht, wie es sich anhört.

    • Funkloch

      Nicht selbstverständlich, dass Ihr Gesprächspartner Sie gut versteht. Für ein erquickliches Gespräch ist eine gute Verbindung zwingend erforderlich. Stellen Sie sicher, dass alles funktioniert und Sie nicht in einem Funkloch sitzen.

    Telefongespräch Bewerbung: Gute Zeichen

    War das telefonische Kennenlernen nun ein Erfolg oder doch eher ein Reinfall? Das ist oft schwer zu beurteilen. Auch der Gesprächspartner wird Ihnen sicher nicht verraten, ob Sie in seinen Augen eine gute oder schlechte Figur abgegeben haben. Abr es gibt Indizien. Manchmal erkennen Sie es daran, dass…

    1. …Sie Gemeinsamkeiten entdecken konnten

      Persönliche Sympathie sollte Sie niemals unterschätzen – erst recht nicht im Bewerbungsprozess. Wenn Sie und Ihr Telefoninterviewer Gemeinsamkeiten entdeckt und sich darüber ausgetauscht haben, ist das ganz bestimmt kein Nachteil für Sie. Ob es sich dabei um die gemeinsame Schule, Universität, Arbeitgeber handelt oder den gleichen Fußballverein, Urlaubsziel oder Lieblingsserie im TV. Gemeinsames verbindet.

    2. …das Gespräch länger gedauert hat als erwartet

      Der Personaler opfert seine kostbare Zeit nicht aus Langeweile für Sie. Er will wissen, ob Sie für das Unternehmen brauchbar, für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind. Wenn Sie das offenkundig nicht sind, ist es in seinem Interesse, das Gespräch möglichst schnell zum Ende zu bringen. Erkennt er jedoch Potenzial in Ihnen, widmet er Ihnen gerne noch ein paar Minuten mehr. Dauert das Telefoninterview also länger als erwartet, ist dies ein gutes Zeichen.

    3. …Sie gut vorbereitet waren

      Vorbereitung ist das eine, Umsetzung das andere. Wenn Ihnen die gut gelungen ist, dann dürfen Sie sich berechtigte Hoffnungen auf den Job machen. Wenn Sie zum Beispiel Fachwissen über die Branche und das Unternehmen einbringen, Ihre größten Erfolge darlegen und die Fragen souverän beantworten konnten, ist das eine schöne Belohnung für die Mühen, die Sie in die Vorbereitung des Telefoninterviews gesteckt haben.

    Telefoninterview Leitfaden

    Telefoninterview Leitfaden

    • Störquellen beseitigen
    • Rückfragen vorbereiten
    • Gerade hinsetzen
    • Unterlagen ausbreiten
    • Festnetztelefon benutzen
    • Wasser hinstellen
    • Notizen machen
    • Viel lächeln
    • Deutlich sprechen
    • Ausreden lassen
    • Persönlich verabschieden

    Eine Checkliste zum Ausdrucken finden Sie hier: Telefoninterview PDF.

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    [Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]

    Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern

    Fangfragen Vorstellungsgespraech Beispiele

    Fangfragen machen Spaß – aber nur dem, der sie stellt. Den Gefragten befördern sie direkt aufs Glatteis. Dabei wollen Ihnen Personaler, die im Vorstellungsgespräch eine Fangfrage servieren, gar nichts Böses. Sie wollen Ihre Spontanität, Improvisationskunst und Auffasungsgabe testen. Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Wie Sie Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern…

    Fangfragen im Vorstellungsgespräch: Darum sind sie so beliebt

    Fangfragen machen Spaß. Das ist die einfache Erklärung. Man könnte sogar meinen, sie befriedigen unsere sadistische Ader. Wie der Bewerber da zappelt und keucht, rot anläuft und stottert. Herrlich!

    Aber das entspricht wohl in den seltensten Fällen der Realität. In den meisten erfüllen Fangfragen eine durchaus wichtige Funktion: Sie zeigen dem Personaler ganz konkret, wie ein Bewerber in Stresssituationen reagiert. Ob er kühlen Kopf bewahrt oder unter dem Druck zerbricht. Meistert er die Fangfrage mit Bravour, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch im Job cool bleibt.

    Außerdem ist es ja so: Bewerber haben im Vorstellungsgespräch genügend Zeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Sie können ihre Selbstpräsentation aus dem Hut zaubern, ihre bisherigen Erfolge und Highlights darlegen und intelligente Rückfragen im Bewerbungsgespräch stellen. Routiniers kommen da kaum noch ins Schwitzen. Fangfragen aber bringen sie aus dem Konzept. Das ist ihr Sinn.

    Das Unternehmen will schließlich wissen, wer und wie Sie wirklich sind. Er will nicht nur die Fassade kennenlernen, sondern auch das Interieur. Fangfragen sollen Rückschlüsse zulassen auf Ihre…

    Fangfragen Bewerbungsgespräch: So reagieren Sie am besten

    Zunächst mal: Nehmen Sie Ihrem Gesprächspartner fiese Fangfragen nicht übel. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass er Sie damit insgeheim aus dem Rennen kicken will. Er will Sie testen, ja. Aber er würde sich bestimmt darüber freuen, wenn Sie die Aufgabe bestehen. Immerhin ist er auf der Suche nach einem fähigen Mitarbeiter für sein Unternehmen.

    Und merken Sie sich: Er oder sie will durch Fangfragen mehr über Ihre Persönlichkeit in Erfahrung bringen. Es geht also gar nicht darum, Fangfragen richtig oder falsch zu beantworten. Viel wichtiger ist, wie Sie reagieren, wie Sie mit der Herausforderung umgehen.

    Es ist übrigens auch gar nicht schlimm, wenn Sie erstmal mit einem herzhaften Oh nein oder Ach du Schande auf eine gestellte Fangfrage reagieren. Das macht Sie menschlich. Niemand freut sich über fiese Fragen im Vorstellungsgespräch.

    Beherzigen Sie im Umgang mit Fangfragen vor allem diese vier Tipps…

    Auf fiese Fragen richtig reagieren: 4 Tipps

    Das sollten Sie beachten, wenn Sie der Personaler im Vorstellungsgespräch mit Fangfragen konfrontiert:

    1. Nicht auswendig lernen

      Wenn der Personaler Pech hat, muss er einem Bewerber zuhören, der seine Sätze zuhause auswendig gelernt hat. Ermüdend! Er will aber auch wissen, wie dieser in Alltagssituationen reagiert. Kramen Sie also nicht irgendwelche Standardfloskeln aus Ihrem Zauberkasten hervor. Bleiben Sie authentisch und antworten Sie spontan.

    2. Ehrlich bleiben

      Wenn der Bewerber genau das sagt, von dem er glaubt, dass es der Personaler hören will – dann merkt dieser das sofort. Als Bewerber dürfen Sie auch gerne überraschen, mit einer Prise Humor, Witz, Spontanität. Wenn Sie also einen Gag parat haben, der als Antwort auf eine Fangfrage wie die Faust aufs Auge passt, dann bringen Sie ihn. Wer eine provokative Frage stellt, verträgt auch eine mutige Antwort.

    3. Offen sein

      Ein einziger Satz als Antwort, das könnte zu wenig sein. Immerhin erfodert so eine Fangfrage intensives Nachdenken. Bei Brainteasern denken Sie ruhig laut. Wie nähern Sie sich der Lösung? Das ist oft wichtiger als die Lösung selbst. Aber es kann auch nach hinten losgehen, wenn Sie Ihre Gedankengänge offenlegen, diese aber wirr und unlogisch sind…

    4. Zeit lassen

      Ein rhetorischer Kniff, den Profis gerne anwenden: Sie machen eine Pause. Das dürfen Sie als Bewerber auch. Lassen Sie sich von einer Fangfrage nicht hetzen oder unter Zeitdruck setzen. Überlegen Sie in Ruhe und setzen sie dabei Ihr Pokerface auf. Natürlich sollten Sie Ihren Gesprächspartner nicht minutenlang warten lassen. Aber übereilt irgendetwas zu sagen, nur um irgendetwas zu sagen – dabei kommt meist nichts Gutes raus.

    Die 29 besten Fangfragen im Bewerbungsgespräch

    Hier sind die 29 besten Fangfragen im Vorstellungsgespräch – und wie Sie darauf reagieren können:

    1. Wenn Sie sich mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, welches wäre das?

      Das ist eine Fangfrage für Anfänger. Immerhin gibt es eine Menge Adjektive, die in Frage kommen. Ambitioniert. Ehrlich. Neugierig. Offen. Verantwortungsbewusst. Auf der einen Seite ist klar, dass Sie ein positives Attribut wählen sollten. Aber es macht einen Unterschied, welches das ist. Wenn der Bewerber etwa das Wörtchen intelligent nennt, könnte ihm das schon wieder als großkotzig ausgelegt werden. Und was soll der Personaler mit mutig anfangen? Sensibel wiederum würde – obwohl es sich um eine positive Eigenschaft handelt – Zweifel daran aufkommen lassen, ob Sie der Herausforderung im Job gewachsen sind.

    2. Sie stecken in einem Aufzug in der 13. Etage fest. Um die Tür öffnen zu können, müssen Sie den richtigen Knopf von insgesamt 20 drücken. Sie haben nur einen Versuch. Was würden Sie tun?

      Zunächst mal können Sie darauf aufmerksam machen, dass es die 13. Etage in Hochhäusern gar nicht gibt. Aberglaube! Nun aber könnte der pfiffige Personaler einwenden, dass die 13. Etage eben diejenige ist, die über der 12. Etage liegt – völlig egal, wie sie beschriftet ist. Was sagen Sie dann? Ganz einfach: Sie drücken den Notrufknopf. Mit dem kommen Sie wieder aus dem Fahrstuhl – und der Fangfrage – heraus.

    3. Was sollen die Leute einmal über Sie sagen, wenn Sie dieses Unternehmen wieder verlassen?

      Eine Frage, die die zeitlichen Abläufe scheinbar auf den Kopf stellt. Sie haben den Job noch gar nicht, sollen sich aber schon über Ihren Abgang Gedanken machen. Unbedingt zum Ausdruck sollten Sie bringen, dass es Ihnen nicht nur um Geld und Lebensunterhalt geht, sondern dass Sie auch etwas erreichen wollen.

    4. Was haben Sie an Ihrem alten Job gehasst?

      GEHASST haben sie natürlich gar nichts. Aber es gab Dinge, die weniger attraktiv waren. Die sollten Sie aber auf keinen Fall an bestimmten Personen festmachen. Nicht lästern! Entscheidungswege, die man irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte. Oder der Zeitpunkt, an dem man merkte, dass man sich nicht mehr weiterentwickeln oder etwas verändern kann. Das könnten gute Antworten auf derartige Fangfragen sein.

    5. Sind Sie eher der Anführer oder der Ausführer?

      Die meisten würden wohl mit Anführer antworten. Auch weil sie glauben, dass dies die erwünschte Antwort ist. Aber dann müssen Sie auch belegen, warum Sie ein Anführer sind. Welche Führungspositionen haben Sie denn bisher ausgefüllt und mit welchem Erfolg? Und falls sie bislang noch keine Personalverantwortung hatten: Wie kommen sie dann dazu, sich selbst als Anführer zu bezeichnen? Das sollten Sie bei derartigen Fangfragen beantworten können.

    6. Worauf waren Sie zuletzt stolz?

      Stolz gilt heutzutage nicht gerade als Tugend. Sie ist etwas für die Eitlen und Unbescheidenden und Selbstbezogenen, heißt es. Falsch! Sie können auf Ihre Kinder stolz sein oder darauf, dass Ihre Frau so schöne Haare hat. Stolz ist etwas ganz Natürliches. In diesem Kontext ist es allerdings besser, Sie binden einen Erfolg aus Ihrem Arbeitsleben ein. Eine Errungenschaft, für die Sie sich wirklich ins Zeug gelegt haben. Beispiel: Drei Jahre hat unser Architektenteam an dem Gebäude gearbeitet. Als es dann endlich stand, hat uns das wahrlich mit Stolz erfüllt.

    7. Wenn Sie der Titelheld eines Magazins sein könnten, welches würde das sein?

      Eine originelle Antwort: „NICHT der Playboy.“ Geistreiche Antwort: „FAZ – dahinter steckt ja bekanntlich immer ein kluger Kopf.“ Noch besser: „Das Time Magazine – als Person des Jahres.“ Obwohl das für manche vielleicht schon wieder zu selbstbewusst klingt. Dass Sie nicht die Apotheken Umschau nennen, sollte aber einleuchten. Wenn Ihnen hingegen gar kein Medium einfällt, spricht das nicht für Ihre Kreativität (und Allgemeinbildung).

    8. Wie geht es Ihnen heute Vormittag?

      Gut, aber ich bin leicht nervös. Das dürfte die Standardantwort sein. Banal ist die Frage übrigens keineswegs. Wenn der Bewerber halbherzig Jaja, geht schon murmelt, wirkt das irgendwie uninspiriert. So angeödet könnte er dann auch auf Kollegen und Kunden wirken. Darum: Hauptsache, Sie bringen die Antwort auf derlei Fangfragen mit ein wenig Charme rüber. Dann spielt es auch keine Rolle, WAS Sie sagen.

    9. Warum haben Sie eigentlich nicht Ihr eigenes Unternehmen?

      Eine Fangfrage, die schon existenzielle Dimensionen hat. Und sie erfordert eine Gratwanderung. Unternehmertum steht synonym für Verantwortung, Ehrgeiz, Innovationskraft – alles Attribute, die jeder Arbeitgeber schätzt. Andererseits sollten Sie nicht das Bild vermitteln, dass Sie nur auf den perfekten Zeitpunkt für den Absprung warten.

    10. Was ist das Lustigste, das Ihnen je passiert ist?

      Mit der Frage schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen testet der Personalverantwortliche, wie spontan der Bewerber ist. Fällt diesem überhaupt nichts ein, spricht das nicht gerade für seine Spontaneität. Außerdem merkt er, welche Art von Humor der Kandidat hat. Basiert er auf Schadenfreude oder ist er feinsinnig?

    11. Wann haben Sie sich das letzte Mal über alle Regeln hinweggesetzt?

      Regelbrecher – das klingt nach Hollywood, nach dem einsamen Wolf, der sein Ding durchzieht. So wollen wir doch alle sein! Nur wer die Regeln bricht, ist zu Höherem berufen, kann Außerordentliches schaffen, nicht wahr? Naja, nicht ganz. Einen notorischen Querulanten will kein Unternehmen in den eigenen Reihen haben. Es kommt also stark darauf an, wann und wo und warum Sie die Regeln gebrochen haben – und ob Sie das gut erklären können.

    12. Was sind Ihre 10 größten Schwächen?

      Vor der Frage nach den Schwächen hat jeder Bewerber Bammel. Dass jeder welche hat, ist klar. Darum darf man auch ruhig eine oder zwei Schwächen klar benennen. Aber gleich zehn? Darauf sollten Sie sich nicht einlassen. Bleiben Sie bei der einen Schwäche, die Sie sich vorher überlegt haben. Vielleicht fallen Ihnen spontan noch ein oder zwei kleinere Makel ein, die Sie scherzhaft anbringen können (Ich esse viel zu gerne Schokolade. Ich brauche morgens so lange vor dem Spiegel). Aber dann ist Schluss.

    13. Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?

      Sie gehört in die Kategorie Fangfragen light. Aber die Antwort verrät doch etwas über Ihren Charakter. Je nachdem, ob Sie Superman, Wonder Woman oder Spiderman auswählen, offenbart sich dem Fragesteller, was Ihnen insgeheim wichtig ist. Und mit wem Sie sich identifizieren. Aufschlussreich!

    14. Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?

      Als Erstes meinen Job kündigen! Das sagen Sie natürlich nicht. Unternehmen schätzen Kandidaten, die intrinsisch motiviert sind. Die etwas verändern und ihre Ziele erreichen wollen – unabhängig vom Faktor Geld. Sie müssen andererseits aber auch nicht den Samariter spielen und alles für wohltätige Zwecke spenden wollen. Die Mischung aus Anlegen, Investieren und Verschenken macht’s.

    15. Mit welcher Eigenschaft ecken Sie regelmäßig an?

      Eine fiese Frage! Sie ist die Frage nach den Schwächen, nur in anderem Gewand. Dabei kann sich auch eine Eigenschaft herauskristallisieren, die man gar nicht als Schwäche ansieht, Selbstbewusstsein zum Beispiel. Wenn Sie mit gar keiner antworten, dann provozieren Sie direkt die Folgefrage: Sie haben also gar keine Ecken und Kanten? In diese Schublade möchte man schließlich auch nicht gesteckt werden…

    16. Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?

      Der Personaler wartet Ihre Reaktion ab. Sind Sie verärgert? Pikiert? Beleidigt? Sie sollten jetzt nicht mit einer Retourkutsche antworten wie: Einen Kopf größer als Sie bin ich ja immerhin schon. Das zeigt nur, dass Sie über sich selbst nicht lachen können. Lächeln Sie die Spitze weg und erzählen dann etwas über Ihre Motivation, Träume und Ziele.

    17. Welche positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

      Noch eine subtile Strategie, um die Schwächen des Kandidaten auszuleuchten. Wenn Sie sagen, Ihnen fehle gar keine positive Charaktereigenschaft, wirkt das anmaßend und unreflektiert. Aber was können Sie auf solcherlei Fangfragen antworten? Am besten nennen Sie positive Eigenschaften, die Sie in der angestrebten Stelle nicht zwingend benötigen. Beispiel: Ich bin nicht so der ordentliche Typ. Für einen Kreativen wäre das völlig ok. Oder: So richtig mutig bin ich leider nicht. Muss man als Buchhalter auch nicht sein. Es gibt aber auch Eigenschaften, die Sie besser verschweigen. Ich bin unehrlich oder Ehrgeizig bin ich eigentlich gar nicht – das ist im Jobinterview unverzeihlich.

    18. Welche Bücher haben Ihr Leben am meisten beeinflusst?

      Kulturbanause an Bord? Auch in Zeiten von Smartphone und Netflix sollten Sie das eine oder andere Buch schon nennen können. Aber bitte nicht Fifty Shades of Grey (ordinär) oder im Spaß das Lustige Taschenbuch (infantil). Wenn Ihnen gar nichts anderes einfällt, nehmen Sie ein Werk aus der Schule (Goethes Faust?), über das Sie eine wichtige Klausur geschrieben haben. Grundsätzlich bieten sich Biographien an.

    19. Welche Macken und Marotten haben Sie?

      Unter normalen Umständen sollten Sie aus dieser Geschichte heil herauskommen. Zum Beispiel so: Ich führe sehr gerne Selbstgespräche. Oder: Ich drücke IMMER dreimal die Snooze-Taste, bevor ich aufstehe. Es sei denn, Ihnen rutscht etwas wirklich Peinliches heraus. Ich rauche nach dem Sex immer eine Zigarette. Das will keiner wissen, bitte nicht!

    20. Sind Sie nicht etwas unerfahren für den Job?

      Wenn Sie der Personaler so piekt, fassen Sie das bitte nicht als Beleidigung auf. Er will Sie mit seinen Fangfragen nur aus der Reserve locken. Manchmal ist Aggression aber auch eine Hilfe. Wenn Sie innerlich kochen, dann schießen die Argumente nur so aus Ihnen heraus. Sagen Sie ihm klipp und klar (sachlich, aber bestimmt), warum Sie der Mann oder die Frau für den Job sind – und warum Sie die notwendige Erfahrung sehr wohl haben.

    21. Erklären Sie einem Blinden die Farbe Lila.

      In der Tat eine schwierige Aufgabe. Vollkommen klar, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht. Sondern um Ihre Lösungsfindung. Wie kreativ sind Sie, wie gehen Sie vor? Außerdem zeigt Ihre Antwort auf die Fangfrage, ob Sie in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Killer-Skill Empathie! Negativ fallen sie dagegen auf, wenn Sie über ein Äh, öhm, ja, keine Ahnung… nicht hinauskommen.

    22. Was haben Sie heute Vormittag gefrühstückt?

      Bei derartigen Fangfragen sollten Sie Ihren Charme spielen lassen. Wer schulterzuckend signalisiert, dass er von dieser Art Frage nichts hält, zeigt fehlende Reflektion und Sensibilität. Der Personaler will Sie nicht ärgern, aber kitzeln. Im Grunde ist es ihm schnurzpiepegal, ob Sie zwei hartgekochte Eier oder einen Quark mit Müsli gefrühstückt haben. Er will wissen, wie sie mit so einer Frage umgehen, ob Sie die hohe Kunst der Konversation beherrschen.

    23. Haben Sie einen IQ von mehr als 130?

      Eine Fangfrage, die Google angeblich gerne stellt. Die Mehrheit der Menschen hat einen IQ zwischen 85 und 115. Wer darüber liegt, hat einen „hohen IQ“. Mit einem Intelligenzquotienten von mehr als 130 gilt man sogar als hochbegabt. In diese Kategorie fallen in Deutschland lediglich zwei Prozent der Bevölkerung. Was also will der Personaler mit dieser Fangfrage bezwecken? Er will wissen, wie und ob der Bewerber ein gesundes Understatement pflegt oder unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Ein einfaches Ja ist daher die denkbar schlechteste Antwort (unabhängig davon, ob sie der Wahrheit entspricht). Der Kandidat muss es wohl nötig haben, sich selbst zu erhöhen – oder er hat einfach keinen Sinn für Humor. So käme das Ja rüber. Eine solide Antwort wäre: Ich kenne meinen IQ gar nicht. Ich hoffe aber, dass er nicht allzu weit unten liegt. Oder eine Antwort für Spaßvögel, die sie mit Ironie vortragen können: Jaha. Ich bin so schlau, ich könnte Einstein Nachhilfeunterricht geben.

    24. Was sollen wir heute zu Mittag essen?

      Eine denkbare Fangfrage, wenn der Bewerber zum Kennenlerngespräch ins Restaurant eingeladen wird. Für Arbeitgeber durchaus zu empfehlen. Vielleicht lässt sich der Kandidat zu keiner konkreten Aussage hinreißen und antwortet: Was immer Sie mögen. Oder: Ich bin für alles offen. Oder: Das ist mir egal. Sehr nachvollziehbare Antworten, aber unbefriedigend. Viel spannender wäre es doch, der Kandidat würde Farbe bekennen und eine klare Ansage machen. Nach dem Motto: Also, ich persönlich hätte Lust auf Mexikanisch. Oder: Was halten Sie von Sushi? Oder auch: Pizza. Damit wird jeder glücklich. So zeigen Sie Führungsqualitäten und dass Sie vor Entscheidungen nicht zurückschrecken.

    25. Sind Sie inkompetent und faul?

      Eine Fangfrage, die sich an der Grenze zur Dreistigkeit bewegt. Ironiebegabte könnten natürlich so antworten: Leider viel zu oft! Oder so: Ja, ich fürchte, das bin ich wirklich manchmal. Klar ist, dass Sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Der Personaler will wissen, wie Sie in dieser Stresssituation reagieren, wie schnell Sie schalten und eine befriedigende Lösung finden. Eine wie: Eigentlich bin ich ziemlich clever und aktiv. Fast immer.

    26. Wie ehrlich sind Sie?

      So könnte man auf solche Fangfragen antworten: Ich bin immer hundertprozentig ehrlich! Klingt erhaben, aber wer glaubt Ihnen das? Sie greifen also nicht einmal auf eine klitzekleine Notlüge zurück, wenn es sein muss? Und was sagt das über Sie aus? Sie sehen: Ganz so einfach ist diese Fangfrage gar nicht zu beantworten. Vielleicht so: Ehrlichkeit ist für mich eine der wichtigsten Tugenden überhaupt – sowohl privat als auch beruflich. Ich will aber gar nicht bestreiten, dass ich in meinem Leben auch schon mal auf die eine oder andere kleine Notlüge zurückgreifen musste.

    27. Sind Sie ein glücklicher Mensch?

      Manche Fangfragen gehen ins Persönliche, so wie diese. Der Interviewer will etwas über die Grundeinstellung des Kandidaten erfahren. Hat er eine positive Weltsicht oder eine negative? Welche Wertvorstellungen teilt er? Jetzt einfach nur mit dem Hinweis zu antworten, man sei total happy mit seinem Leben, ist nicht befriedigend, fast schon oberflächlich. Eine Top-Antwort wäre: Ja, ich bin ein glücklicher Mensch. Das war aber nicht immer so. Ich hatte schwierige Zeiten zu überstehen und weiß heute sehr genau, dass man jeden Tag hart für sein Glück arbeiten muss.

    28. Was mögen Sie an der Menschheit am wenigsten?

      Jetzt bitte keine Schimpftirade loslassen. Credo: Die Welt ist so schlecht und ungerecht. Und die Menschen sind alle so böse und gewalttätig und zerstören die Umwelt und und und… Mag ja alles sein, ist aber eine sehr eindimensionale Sicht. Ihre Antwort auf diese Fangfrage verrät, ob Sie einen gewissen Intellekt mitbringen, ob Sie sich grundlegende Gedanken machen und welche Prioritäten Sie setzen. Eine pointierte, argumentativ starke Antwort ist besser als ein plumper Rundumschlag.

    29. Welches Geschenk haben Sie zuletzt jemandem gemacht?

      Meiner Frau einen Gutschein geschenkt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch, die Antwort relativ schlecht. Sie zeugt von Einfallslosigkeit. Dabei will der Personaler ja wissen, ob Sie kreativ sind. Vor allem aber, wie wichtig Ihnen andere Menschen sind, ob Sie empathisch sind und an Ihren zwischenmenschlichen Beziehungen arbeiten. Eine simple, aber effektive Antwort: Ich habe meiner Frau Blumen geschenkt. Oder: Eine Lego-Feuerwehrstation für meinen Sohn. Dies zeigt, dass Sie (hoffentlich) glücklich verheiratet sind und einen familiären Rückhalt haben. Unternehmen mögen das. Möglich auch: Etwas Selbstgebasteltes für meine ehemaligen Kollegen beim Abschied. So signalisieren Sie, dass Sie ein Teamplayer waren und mit allen gut zurechtkamen. Was gar nicht geht: Ich habe leider lange niemandem mehr ein Geschenk gemacht. Auch mies: Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern.

    15 irre Fangfragen zum Download

    Fangfragen zum DownloadNoch mehr Fangfragen gefällig? 15 irre Fangfragen zum Herunterladen und Üben finden Sie Fangfragen-im-Vorstellungsgespräch-die-besten (PDF-Dokument).

    10 Fangfragen für Bewerber: Drehen Sie den Spieß um!

    Heutzutage haben Bewerber mehr Verhandlungsspielraum als früher – vorausgesetzt, Sie arbeiten in Branchen und Berufen, in denen der Bewerbermangel groß ist. Dabei kann es sich um Softwareentwickler oder Fleischer handeln, um Bauingenieure oder Klempner.

    Zählen Sie dazu? Dann drehen Sie den Spieß im Vorstellungsgespräch doch einfach mal um – und konfrontieren den Interviewer Ihrerseits mit einer Fangfrage.

    Fangfragen im Vorstellungsgespräch – hier sind 10 Vorschläge für Bewerber:

    • Was stört Sie an Ihrem Chef am meisten?
    • Was stört Sie an Ihrem Arbeitgeber aktuell am meisten?
    • Basierend auf Ihren eigenen Erfahrungen – was sollte ich in den ersten 100 Tagen im Job auf keinen Fall tun?
    • Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich zu einer Führungskraft entwickelt haben?
    • Was ist der größte Fehler, den man hier begehen kann?
    • Was würde passieren, wenn ich meinen Chef schon in der ersten Woche kritisiere?
    • Worauf kann das Unternehmen wirklich stolz sein?
    • Wo bestellen die Mitarbeiter immer ihr Essen, wenn sie Überstunden machen müssen – beim Italiener oder beim Chinesen?
    • Wo fand Ihre letzte Weihnachtsfeier statt?
    • Was hat dieses Unternehmen aus seinem letzten größeren Fehler gelernt?

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    [Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

    Haben Sie sich noch woanders beworben?

    Haben Sie sich noch woanders beworben

    Haben sie sich noch woanders beworben? Manche Arbeitgeber wollen es von Ihnen im Vorstellungsgespräch wissen. Wenn Sie die erste und einzige Wahl sind, steigen schließlich auch ihre Chancen, vom Bewerber auserwählt zu werden. Auch Unternehmen haben Gefühle – und wollen die einzig wahre Liebe des Bewerbers sein. Aber wie reagieren Sie nun, wenn Ihnen der Personaler diese Frage stellt? Karrieresprung hat diese Vorschläge für Sie…

    Haben Sie sich noch woanders beworben?

    Der Arbeitgeber darf Sie das fragen. Wahrheitsgemäß antworten müssen Sie darauf nicht. In diesem Fall könnte man nämlich davon ausgehen, dass eine kleinen Notlüge Wunder wirkt.

    Wenn Sie nämlich trotz weiterer Bewerbungen Ihrerseits sagen: „Nein, habe ich nicht. Ich möchte DIESE Stelle.“ Dann signalisieren Sie, dass es sich bei diesem Unternehmen tatsächlich um Ihren absoluten Wunscharbeitgeber handelt. Dass Sie das Gefühl haben, hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sie sind der Mann oder die Frau für diese Stelle. Genau das ist es, was der Personaler hören will.

    Aber es gibt eine Einschränkung: Wer zu offensichtlich schleimt, macht sich verdächtig. Garnieren Sie Ihre Beteuerung daher am besten mit einer kleinen Erklärung wie: „Ich habe tatsächlich keine andere Stelle gefunden, die meinem Profil so gut entspricht wie diese.“ Und dann zählen sie zwei, drei Gründe auf, warum das so ist. Damit zeigen Sie überdies noch, dass Sie systematisch vorgegangen sind und sich nicht allein aus Faulheit oder Bequemlichkeit bei der Jobsuche zurückgehalten haben.

    Dabei müssen Sie aber aufpassen, nicht allzu sehr wie ein Bittsteller oder Firmen-Groupie aufzutreten. Sie haben etwas zu bieten – und wenn das Unternehmen dies nicht erkannt, macht es einen gewaltigen Fehler. Diese Message sollte bei Ihrem Gegenüber ankommen.

    Was Sie alternativ sagen können: „Ja, ich habe mich auch bei anderen Unternehmen beworben. Am liebsten würde ich aber hier anfangen. Diesen Job würde ich allen anderen vorziehen.“

    Das klingt realistischer als die Variante oben und hat zwei weitere Vorteile: Sie steigern Ihren Marktwert und setzen das Unternehmen dezent unter Druck. Nach dem Motto: Wenn SIE nicht zuschnappen, ein anderer tut es bestimmt! Und Sie bringen trotzdem zum Ausdruck, wie sehr Sie an dieser Stelle interessiert sind…

    Das sagen Sie, wenn Sie nicht lügen wollen

    „Haben Sie sich noch woanders beworben?“ Angenommen, Sie antworten darauf einfach mit: „Ja, ich habe mich noch bei mehreren anderen Unternehmen hier in der Region beworben.“ Mehr nicht, keine Erklärungen, kein gar nichts. Wie käme das wohl beim Personaler an?

    Richtig, er würde denken, dass Sie ziemlich beliebig und willkürlich auf Stellensuche sind. Hauptsache Job, irgendwo und irgendwie. Er will seinerseits aber das beste Match für die ausgeschriebene Stelle finden – und nicht irgendeinen Bewerber, der sich zufällig gerade beworben hat.

    Es ist wie beim ersten Date: Ihrem Flirtpartner würden Sie wahrscheinlich auch nicht sagen, dass Sie sich noch mit anderen Frauen oder Männern treffen. Dieses Eingeständnis würde das Date entwerten. Es hätte einen faden Beigeschmack. So ist es im Vorstellungsgespräch auch – jedenfalls ein bisschen.

    Die Realität ist natürlich ganz anders: Bewerber halten sich heute in der Regel mehrere Optionen offen. Alles andere wäre geradezu fahrlässig. Personaler wissen das.

    Darum könnten Sie auf die Frage „Haben Sie sich noch woanders beworben“ auch erwidern: „Haben Sie auch andere Bewerber eingeladen?“ Eine Reaktion, die man als forsch und gewagt bezeichnen darf. Es handelt sich zwar „nur“ um eine rhetorische Frage, aber nicht jeder kann damit umgehen. Man könnte sie Ihnen als arrogant oder unverschämt auslegen.

    Wenn Sie in einer guten Verhandlungsposition sind und sich keine großen Sorgen machen müssen, am Ende Ihres Bewerbungsmarathons mit leeren Händen dazustehen (weil Sie z.B. in einem Engpassberuf arbeiten), können Sie durchaus keck auftreten. Wenn Sie nicht ganz so gute Karten haben, dann lassen Sie es lieber sein.

    Das sagen Sie, wenn Sie den Job wollen

    Eine Möglichkeit ist es, ganz offen mit der Frage umzugehen. Direkt zu erwidern, dass Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben haben, möglicherweise sogar bei einem direkten Konkurrenten. Nur sollten Sie dabei deutlich machen, warum Sie das getan haben.

    Sie wollen nicht willkürlich und wie ein Opportunist wirken (obwohl das Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zwangsläufig fast immer sind). Sie könnten beispielsweise klar machen, dass Sie unbedingt in der Pharmabranche Fuß fassen wollen und daher Ihre Bewerbung auch bei den anderen Playern eingereicht haben. Oder dass es in der Region einige sehr attraktive Unternehmen gibt, die vakante Stellen zu besetzen haben. Diese Chance können Sie nicht einfach ignorieren.

    Eine typische Antwort könnte so lauten: „Ja, Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich mich auch anderweitig beworben habe. Es gibt hier in der Gegend und in meiner Branche einige attraktive Unternehmen, die auf Wachstumskurs sind. Ich habe auch schon erste Gespräche geführt. Die Bewerbungsprozesse laufen aber noch, eine Entscheidung habe ich also definitiv noch nicht getroffen.“

    Für Sie bietet dies mehrere Vorteile:

    • Sie steigern Ihren Marktwert: Wer mehrere Verehrer hat, zwingt jeden Einzelnen dazu, in die Offensive zu gehen – oder sich ganz zurückzuziehen. Jedenfalls sind Sie als Bewerber nicht der Spielball des Unternehmens. Es kann Sie nicht ewig warten lassen oder Ihnen ein unverschämtes Gehaltsangebot unterbreiten. Dann gehen Sie eben woanders hin. Wer nur diese eine Option hat, ist in einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition.
    • Sie erhöhen den Druck auf das Unternehmen: Es muss Sie ebenso von sich überzeugen, wenn es bei Ihnen landen will. Das beinhaltet ein attraktives Gehaltspaket oder Zusatzleistungen – und eine zeitnahe Entscheidung.
    • Bewerber beweisen damit eine gewisse Reife: Wer sich nur bei einem Unternehmen bewirbt in der Hoffnung, hier sehr wahrscheinlich unterzukommen, handelt nicht nur naiv, sondern auch überheblich. Zwei Attribute, die in keinem Job hilfreich sind. Das wissen auch Personaler. Eine charakterliche Reife darf man durchaus als Vorteil sehen.

    Ausschließlich Vorteile hat diese Strategie aber keineswegs. Das sind die Nachteile:

    • Sie riskieren viel: Wenn sie hoch pokern, aber gar nicht die Qualifikationen und Skills mitbringen, sind Sie ruckzuck draußen. Denn wer miserable Zeugnisse mitbringt und sich überall bewirbt, macht sich angreifbar. Motto: Ich habe eh keine Chance, also nutze ich sie. Mit der Schrotflinte schießen nur die, die mit der Pistole nicht treffen.
    • Es könnte beliebig wirken: Sie sollten trotz allem versichern, dass Sie diesen Job in ebendiesem Unternehmen den anderen immer vorziehen würden. Auch Unternehmen wollen umgarnt werden – und reagieren gekränkt auf Fremdflirts.
    • Sie wirken planlos: Eine Strategie sollte erkennbar sein. Dutzendfach Bewerbungen über alle Branchen- und Stadtgrenzen hinaus versenden – das wirkt ziellos und verpeilt. Und so wollen sie als Bewerber nicht wirken. Schränken Sie also zumindest ein, dass Sie sich nur bei wenigen ausgewählten Unternehmen umgeschaut haben – aber nicht bei ausnahmslos jeder Wald-und-Wiesen-Bude.

    Achtung: 4 Fehler, die Sie vermeiden sollten

    Haben Sie sich auch woanders beworbenDiese 4 Fehler sollten Sie vermeiden:

    • Die Namen der Unternehmen nennen, bei denen Sie sich beworben haben. Das zeugt von Indiskretion! Und die ist in allen Unternehmen eine Todsünde. Das Unternehmen verrät Ihnen ja auch nicht die Namen der anderen Bewerber.
    • Verraten Sie nicht zu viele Details. Wann Sie sich auf welchem Wege beworben haben, wie viele Vorstellungsgespräche Sie schon geführt haben und wie die verlaufen sind. All das sparen Sie sich bitte! Es zeugt ebenfalls von ungenügender Diskretion und geht den Personaler nichts an. Einzig der Hinweis, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, ist relevant.
    • Eine Zahl nennen. Wenn Sie 25 Bewerbungen verschickt haben, sind das reichlich viele – aus Sicht des Unternehmens vielleicht zu viele. Sie könnten ausweichend sagen: „Es sind wirklich nur ein paar. Nur die, bei denen ich mir sicher bin, dass ich gut hineinpassen würde.“
    • Beleidigt reagieren. Versuchen Sie, souverän mit der Frage umzugehen – selbst wenn Sie der Meinung sind, dass es das Unternehmen überhaupt nichts angeht. Seien Sie höflich und bedanken Sie sich am Ende trotzdem für das Gespräch.
    [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

    Wie stehen Sie zu Überstunden? Das antworten Sie!

    Wie stehen Sie zu Ueberstunden

    Jeder kennt sie, die meisten hassen sie: Überstunden. Im ersten Halbjahr 2019 hat jeder Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 6,4 bezahlte und 6,0 unbezahlte Überstunden geleistet. Ernst wird es aber schon vorher: Im Vorstellungsgespräch will so mancher Personaler wissen, wie es der Bewerber mit der Mehrarbeit hält. Wie stehen Sie zu Überstunden? Die naheliegende Antwort ist nicht unbedingt die beste…

    Wie stehen Sie zu Überstunden?

    So richtig wissen Bewerber nie, was sie im Bewerbungsgespräch erwartet. Da nützt auch ein Blick in die Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber nicht viel. Manchmal sind es gerade erfolgsverwöhnte Firmen, denen der eigene Ruhm zu Kopf gestiegen ist, die im Jobinterview anmaßend werden.

    Nach dem Motto: Wir sind die Besten, also können wir die Bewerber auch ein bisschen piesacken. Und wenn sie damit nicht einverstanden sind, dann nehmen wir halt einen von den anderen 1.000 Bewerbern, die da draußen warten…

    Darum sind Fangfragen im Bewerbungsgespräch nichts, worüber Sie sich wundern sollten. Es gibt Fangfragen, die ganz harmlos klingen und solche, bei denen Sie auf Anhieb zusammenzucken. Ein Klassiker lautet:

    Wie stehen Sie eigentlich zu Überstunden?

    Eine Frage, auf die die Antwort sehr leicht erscheint. Durchweg ablehnen wollen Sie Überstunden natürlich nicht. Sie sind ja kein Faulpelz!

    Außerdem werden Überstunden in dieser Firma eher die Regel als die Ausnahme sein, so Ihr erster Gedanke, sonst würde der Personaler ja nicht fragen. Also sagen Sie so etwas wie…

    Was Sie nicht antworten sollten

    Sie antworten vermutlich so etwas wie: „Überstunden? Kein Thema. Ich bin Überstunden gewöhnt. Schon in meinem letzten Job war das so. Da kam es häufiger vor, dass wir zwei oder drei Stunden länger geblieben sind. Das ist nichts, was mich in Panik versetzt. Im Gegenteil, ich kann dafür sogar Reserven freimachen.“

    Puh, Schwein gehabt! Das ist bestimmt die Antwort, die Ihr Gegenüber hören will. Ein Bewerber, der motiviert und leistungswillig ist und nicht sofort die neumodische Karte Work-Life-Balance spielt. Falsch!

    Natürlich ist es nicht verkehrt, Engagement und Einsatzbereitschaft nach vorne zu stellen. Die Antwort klingt daher erstmal positiv. Aber sie hat einen Unterton. In ihr schwingt nämlich auch folgendes mit:

    • Ich habe keine Freunde und keine Familie und lebe nur für meinen Job. Mit mir kann es machen, mein Arbeitgeber kann eigentlich alles von mir verlangen und ich springe.
    • Meine Selbstorganisation ist mangelhaft – und mein Zeitmanagement auch. Ich schaffe es einfach nicht, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen. Ich arbeite zwar gründlich, aber auch extrem langsam. Wenn es mal zügig gehen muss, bin ich der Falsche…

    Nun könnte man wiederum einwenden: Na und? Es handelt sich doch trotzdem – oder gerade deswegen – um einen Mitarbeiter, nach dem sich die Unternehmen die Finger lecken. Um einen, den sie ausbeuten und herumschubsen können. Aber das ist meist zu kurz gedacht.

    Wer keinen Ausgleich in seinem Privatleben hat, wird früher oder später einen Leistungsabfall haben. Zumindest ist dieser sehr wahrscheinlich. Eine starke Familie oder ein großer Freundeskreis sorgen für mentalen Abstand zum Büro und geben Kraft.

    Und schlechte Organisation führt zu einer erhöhten Arbeitsbelastung. Die erhöht den Druck im Kessel zusätzlich. Letzten Endes sollten Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Produktivität dieses Typus Mitarbeiters langfristig nachlässt.

    Und noch etwas: Wer zu allem Ja und Amen sagt, empfiehlt sich auch nicht gerade als Führungskraft und Leistungsträger. Es ist zwar ein Mythos, dass alle Arbeitgeber eigenständige Querdenker schätzen würden, aber Lemminge eben auch nicht.

    Wenn Sie vorher genau über diese Frage nachgedacht haben, dann werden Sie vermutlich eine andere Antwort wählen…

    So sieht eine gute Antwort aus

    Als Ja-Sager wollen Sie nicht dastehen. So weit, so gut. Als Querulant, der bei der erstbesten Gelegenheit zum Betriebsrat rennt, aber ebenso wenig. Natürlich kann man auch von Ihnen erwarten, dass Sie mal eine Stunde dranhängen, wenn es sein muss. Und das Sie dies klaglos hinnehmen, sofern es nicht ständig von Ihnen verlangt wird.

    Schließlich ist die Arbeit in einem Unternehmen nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Stoßzeiten und Dürreperioden. Eine Spielzeugfirma hat in der Weihnachtszeit mehr um die Ohren, ein Skihotel im Winter. Das sollte jedem bewusst sein.

    Es gilt also, diesen Spagat zu gehen: Einsatz und Flexibilität auf der einen Seite, Selbstbewusstsein und eigene Bedürfnisse auf der anderen. Wie das geht? Zum Beispiel mit einer Antwort wie dieser:

    „Generell versuche ich, meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und meistens schaffe ich das auch. Ich kann schnell UND gründlich arbeiten. Dazu ist es aber wichtig, dass man die Abläufe genau analysiert, die Aufgaben strukturiert und priorisiert. Das habe ich im Laufe der Jahre immer besser verinnerlicht. Allerdings bin ich mir auch darüber bewusst, dass in einem Unternehmen immer wieder unvorhergesehene Ereignisse auftreten. Ich bin flexibel genug, um einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Kollegen sollten sich gegenseitig unterstützen und dazu bin ich selbstverständlich bereit. Für mich ist es nicht wichtig, einen starren Nine-to-Five-Job zu haben, sondern einen, in dem man flexibel ist und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. So wie ich das einschätze, wäre die Stelle daher genau die richtige für mich. Mit meiner Familie habe ich das auch schon besprochen. Wir sind uns einig, dass es regelmäßig fordernde Phasen im Berufsleben gibt. Deswegen ist es so wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf unser Familienleben wollen wir deshalb nicht verzichten, das ist uns weiterhin sehr wichtig. Ich bin sicher, dass man das in diesem Unternehmen in Einklang bringen kann.“

    Speziell die letzten beiden Sätze lassen durchklingen, dass Sie Überstunden nicht ständig machen wollen, sondern nur im Ausnahmefall. Und dass Sie dafür auch einen Ausgleich erwarten, zeitlich oder finanziell. Ihr Gegenüber wird den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

    Klar ist, dass Sie eine differenzierte Antwort geben sollten. Ein stures „Nein“ ist tabu, damit schießen Sie sich ins Aus. Ein naives „Ja, klar“ ist genauso schlecht – aus den oben genannten Gründen.

    Bin ich zu Überstunden verpflichtet?

    Bin ich zu Ueberstunden verpflichtetGrundsätzlich nein. Der Arbeitgeber hat zwar ein Weisungsrecht. Dieses erlaubt es ihm aber nicht, Überstunden prinzipiell zu verlangen. Mit Ausnahme von Notsituationen, die allerdings sehr selten sind. Mit einer Notsituation ist im Übrigen kein Großauftrag oder ähnliches gemeint, sondern eine unvorhersehbare Katastrophe wie ein Brand.

    Darüber hinaus gibt es noch vier Säulen, auf denen Überstunden fußen können:

    • Ihr Arbeitsvertrag enthält eine Klausel, die es dem Arbeitgeber gestattet, Überstunden anzuordnen.
    • Im Unternehmen gibt es eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, in der das Thema Überstunden geregelt ist und die Überstunden grundsätzlich möglich macht.
    • Der Tarifvertrag enthält Bestimmungen zu Überstunden, aus denen sich ihre Zulässigkeit ergibt.
    • Sie schließen mit Ihrem Arbeitgeber eine Einzelvereinbarung und einigen sich darauf, im Einzelfall länger zu arbeiten. Die Vereinbarung kann mündlich oder per Handschlag getroffen werden, ein förmlicher Vertrag ist nicht nötig.

    Es gibt kein Recht auf Überstunden!

    Es gibt kein Recht auf UeberstundenNicht jeder will Überstunden vermeiden. Im Gegenteil, manche gewöhnen sich schnell an sie – und an die zusätzliche Entlohnung. Doch ein Recht auf Überstunden gibt es nicht. Der Arbeitgeber kann sie jederzeit wieder streichen.

    [Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Das sagen Sie dann!

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? Eine Frage, die jeder Bewerber kommen sieht. Aber auf die nicht jeder vorbereitet ist. Dabei ist sie für die weitere Gehaltsentwicklung von enormer Bedeutung. Wer einen falschen Anker setzt, verschenkt Geld. Doch faustdick lügen sollte – und darf – man ja schließlich auch nicht. Wie Sie bei der Gehaltsverhandlung auftrumpfen und die Gehaltsfrage zu Ihrem Vorteil nutzen…

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?

    Ein Jobwechsel lohnt sich finanziell. Im Schnitt können Jobwechsler mit einer Gehaltserhöhung von 5 Prozent rechnen. Die Spanne reicht sogar von 3 bis 20 Prozent.

    Natürlich hängt die Höhe des Gehaltssprungs von vielen Faktoren ab: von Alter, Branche, Standort, Beruf und vom bisherigen Gehalt. Der aktuelle Gehaltsscheck dient als Vergleichs- und Verhandlungsgrundlage.

    Die Gehaltssteigerung berechnet man schließlich in Prozenten. Dafür benötigt man das Basisgehalt – das ist in der Regel das, was Sie bisher verdient haben. Liegt es über dem Marktdurchschnitt, dürfte es schwer werden, eine massive prozentuale Steigerung herauszuschlagen. Ist es unterdurchschnittlich, könnte die Gehaltserhöhung weitaus höher ausfallen.

    Darum ist das Gehalt, das Sie im Vorstellungsgespräch nennen, so entscheidend. Sie legen damit einen Anker fest. Der Rahmen ist somit fixiert, der weitere Verhandlungsspielraum stark eingeschränkt.

    Hier beginnt das Problem: Viele Arbeitnehmer wollen das Unternehmen wechseln, weil sie sich für unterbezahlt halten. Drei oder vier Prozent mehr lösen das Problem nicht. Wer aber 20 Prozent mehr fordert, könnte als dreist oder gierig erscheinen…

    So bestimmen Sie Ihr Basisgehalt

    Der erste Schritt ist in jedem Fall: Recherchieren Sie so gut wie möglich den marktüblichen Rahmen für Ihr Gehalt. Damit sind die Vergleichswerte gemeint, die andere Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position verdienen.

    Was verdient jemand, der vergleichbare Qualifikation und Erfahrungen aufweist wie Sie…

    • in diesem Beruf?
    • in dieser Branche?
    • in diesem Unternehmen?
    • in dieser Position?
    • in dieser Region?

    Auf Basis dieser Zahlen sollen Sie entscheiden, was Sie verdienen wollen, was angemessen und realistisch ist – so genau wie möglich.

    Tipp: In der Gehaltsverhandlung sollten Sie einen konkreten Betrag nennen – vielleicht sogar einen krummen. Warum? Sie suggerieren damit, dass Sie die marktüblichen Konditionen und Ihren Marktwert sehr genau kennen und einschätzen können.

    Wo finden Sie Gehaltszahlen? Zum Beispiel hier:

    • In unseren Jobprofilen hier bei Karrieresprung
    • Fach-Blogs wie Karrierebibel
    • Gehaltsreports von Jobbörsen wie Stepstone oder Xing
    • Arbeitgeberbewertungsportale wie Glassdoor und Kununu
    • Offizielle Daten des Statistischen Bundesamts oder der Bundesagentur für Arbeit
    • Durch Bekannte und Mund-zu-Mund-Propaganda

    Gehalt: Wählen Sie einen Job, der…!

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt PersönlichkeitWählen Sie einen Job, der zu Ihrer Persönlichkeit passt! Nicht nur der Selbstverwirklichung wegen, sondern auch, weil Sie dann mehr Geld verdienen. Denn: Wer in einem Beruf arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere.

    Das haben niederländische Wissenschaftler von der Universität Tilburg herausgefunden. Ihre Studie wurde 2018 im Fachmagazin Psychological Science veröffentlicht. Demnach sind keineswegs nur bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit oder Extraversion entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Arbeitnehmern, sondern die Passung des Charakters mit dem Beruf.

    Wer also etwa besonders extrovertiert, umgänglich oder emotional stabil ist, sollte einen Job wählen, in dem genau diese Eigenschaft in überdurchschnittlichem Maße gefordert ist.

    Ergebnis der Forscher: Menschen, deren Persönlichkeit zu ihrem Job passt, können in einem Jahr bis zu ein Monatsgehalt mehr als ihre Kollegen verdienen.

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Darf ich lügen?

    Was tun, wenn das letzte Gehalt aus Ihrer Sicht eindeutig zu niedrig ausfiel – dreist lügen?

    Nein, das kann nicht das richtige Vorgehen sein. Wenn Ihre Lüge auffliegt (was durchaus vorkommt), dann stehen Sie als Lügner da – als jemand, dem man nicht vertrauen kann. Und ein Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter nicht vertraut, kann ihn eigentlich direkt feuern…

    Übrigens ist die Frage nach dem letzten Gehalt durchaus erlaubt – sofern die neue Stelle ähnliche Kenntnisse und Kompetenzen des Kandidaten erfordert wie die alte. Durchaus denkbar also, dass Ihnen eine Lüge, die nachträglich auffliegt, als arglistige Täuschung ausgelegt wird. Der Arbeitgeber ist dann noch zehn Jahre später berechtigt, den Arbeitsvertrag wieder aufzulösen.

    Und auffliegen kann eine Mogelei sehr leicht. Zum Beispiel dann, wenn Arbeitnehmer ein bestimmtes Jahresgehalt nicht überschreiten und daher in den gesetzlichen Pflichtversicherung versichert sind. Der Datenschutz greift hier nicht. Wer also im Vorstellungsgespräch ein Gehalt angibt, das über der jährlichen Versicherungspflichtgrenze lag, in Wahrheit aber pflichtversichert war, kann leicht enttarnt werden.

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: So formulieren!

    Verschämt sollten Sie deshalb aber nicht auftreten. Wenn Sie bislang zu wenig verdient haben, dann sagen Sie das auch ganz klar und offen. Sie sollten aber auch ansatzweise belegen können, warum Sie Ihr bisheriges Gehalt für unterbewertet halten. Zum Beispiel so:

    Ich würde mein bisheriges Gehalt nur ungern als Vergleichswert zugrunde legen. Es handelte sich um mein Einstiegsgehalt. Damals habe ich die üblichen Marktwerte nicht recherchiert, schlecht verhandelt und mich deutlich unter Wert verkauft. Heute verfüge ich über wesentlich mehr Erfahrung und halte ein Gehalt in Höhe von XXXXX Euro pro Jahr für angemessen.

    Noch bessere Argumente haben Sie, wenn mit dem Jobwechsel eine andere Position oder gar Führungsverantwortung verbunden ist. In diesem Fall lassen sich altes und neues Gehalt gar nicht mehr übereinanderlegen – zu unterschiedlich die Stellenprofile.

    Nur plausibel, dass Sie sich auch finanziell weiterentwickeln wollen. So lange das Gehalt, das Sie fordern, nicht den marktüblichen Rahmen sprengt, dürften Sie gute Karten auf Zuschlag haben.

    Wie hoch war Ihr letztes Gehalt: Wann wird die Frage gestellt?

    Das Gehalt ist ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl – aber längst nicht das einzige. Im Vordergrund sollte es ohnehin nicht stehen. Und selbst wenn es für Sie Priorität A hat, dann zeigen Sie es bitte nicht so offensichtlich.

    Im Vorstellungsgespräch stehen Job, Firma, Herausforderung, Aufgaben an vorderster Stelle – nicht das Geld. Ihr Arbeitgeber will keine Söldner, die bei der erstbesten Gelegenheit weiterziehen. Er will jemanden, der sich mit der Stelle identifziert, Freude an der Arbeit hat und alles gibt.

    Bringen Sie das Gehalt daher nicht als Erstes ins Gespräch, sondern stets zu einem späteren Zeitpunkt. In der Regel stellt der Arbeitgeber von sich aus die Gehaltsfrage. Diesen Zeitpunkt können Sie in aller Ruhe abwarten. Erst recht, wenn Sie über Vergleichs- und Marktwerte im Bilde sind und eine schlüssige Gehaltszahl auf den Tisch legen können.

    Dabei handelt es sich im Übrigens meist um das Brutto-Jahresgehalt. Enthalten sind Weihnachts- und Urlaubsgeld, mögliche Prämien und Sonderleistungen. Fragen Sie aber explizit nach, sonst erleben Sie noch eine unangenehme Überraschung.

    Übrigens: Wenn Sie mit Ihrem Grundgehalt nicht einverstanden sind, müssen Sie die Verhandlung nicht gleich abbrechen, sondern können noch andere Leistungen in den Verhandlungstopf werfen. Zum Beispiel einen Dienstwagen, Dienst-Handy oder andere Zusatzleistungen und Benefits.

    Gehaltserhöhung: Nicht zu viel auf einmal!

    Eine Gehaltserhöhung fühlt sich toll an. Das Hochgefühl ist aber nicht von Dauer.

    Nach spätestens vier Jahren ist die Euphorie über den dickeren Gehaltsscheck vollständig verfolgen, wie Wissenschaftler der Universität Basel 2018 herausfanden. Ihre Studie wurde im Fachmagazin Journal of Economic Behavior and Organization veröffentlicht.

    Anfangs überwiegt die Freude über die Gehaltserhöhung. Noch größer ist der Effekt, wenn der Gehaltssprung größer ausfällt als bei den Kollegen. Mit der Zeit aber entwickelt sich das neue Gehalt zum Referenzwert, an den sich der Mitarbeiter zunehmend gewöhnt. Anders herum ist es übrigens genauso: Nach einiger Zeit hat man sich an eine Gehaltsreduzierung – wenn etwa der Arbeitgeber in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt – gewöhnt.

    Rat der Forscher: Viele kleine Gehaltserhöhungen motivieren Arbeitnehmer langfristig mehr als ein einzelner großer Gehaltssprung.

    [Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

    Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie?

    Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie

    Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Das könnte man einfach als saublöde Frage abtun. Aber so mancher Personaler will es im Vorstellungsgespräch wissen. Immerhin steckt hinter der Frage mehr: Wie gut Sie improvisieren und ableiten können, wie kreativ Sie sind. Diese Tiere dürfen Sie gerne wählen – und diese auf keinen Fall!

    Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?

    „Soll das ein Witz sein?“ Das werden Sie sich vielleicht fragen, wenn Ihnen der Personaler die Tier-Frage stellt: Welches Tier wären Sie? Sie gehört in die Kategorie Stressfragen. Denn sie löst Stress bis hin zu Panik aus, verursacht Druck und Zeitnot.

    So manch einer ist aufgeschmissen. Einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Was allein schon an der Fülle möglicher Antworten liegt. So viele Tiere gibt es auf dem Planeten, mit so unterschiedlichen Eigenschaften.

    Man muss das Pferd (das wäre auch schon der erste Vorschlag) gewissermaßen von hinten aufzäumen. Denn am Anfang steht die Frage: Welche Eigenschaft will ich in meiner Antwort eigentlich zum Ausdruck bringen? Und dann gilt es, das dazugehörige Tier zu finden. Am besten eines, das man wirklich mag, sonst schwingt in der Antwort etwas Unehrliches mit.

    Wie aussagekräftig die Tier-Frage ist, darüber kann man streiten. Aber oft geht es auch vielmehr um Spontanität und Witz, um die Fähigkeit zu improvisieren. Der Personaler will testen, wie Sie auf so einen vermeintlichen Mumpitz reagieren. Ob Sie Humor haben oder nicht, ob Sie stressresistent sind.

    Darum ist es auch nur bedingt ratsam, sich auf die Tier-Frage so fleißig wie eine Biene (noch ein Vorschlag!) vorzubereiten. Aber besser ist es allemal, ein paar mögliche Ideen im Hinterkopf zu haben. Sonst stammeln Sie womöglich nur Bruchstücke heraus wie: „Äh, Tier, ok, naja, wie wär’s mit einem Dackel?“ Und ob das den Personaler überzeugt, ist fraglich…

    Welche tierischen Fähigkeiten braucht der Arbeitgeber?

    Grundsätzlich ist die Frage gut geeignet, um Bewerber nach Ihren Stärken und Schwächen auszuhorchen. Grund: Mit Tieren verbinden wir klar festgelegte Eigenschaften, die teils über Jahrhunderte weitergegeben wurden. Manche vielleicht nicht immer zurecht, aber sie haben sich tief ins kollektive Gedächtnis gefressen.

    Es gibt Märchen und Fabeln über Wölfe und Füchse, Hasen und Igel. Auch nutzen wir gerne Redewendungen mit tierischem Bezug: der schlaue Fuchs, die blöde Ziege, die graue Maus oder gar die dumme Sau.

    So kann die Wahl Ihres Lieblingstieres Hinweise geben auf…

    • Teamfähigkeit

      Manche Tiere fühlen sich in Herden, Rudeln, Schwärmen, Rotten am wohlsten. Sie sind am liebsten unter ihresgleichen. Pferde, Wölfe, Fische zum Beispiel. Die Kooperation ist ihre große Stärke. Herdentiere helfen sich gegenseitig. Ein Bewerber, der ein Herdentier wählt, suggeriert, dass auch er sich gut in ein Team einfügen kann und ein echter Mannschaftsspieler ist. Aber: Leader wählen ein Herdentier wohl eher nicht.

    • Überlegenheit

      Führungspersönlichkeiten wollen aus der Masse herausstechen. Dafür bieten sich Tiere an, die besonders stark, mächtig, selbstbewusst sind. Tiere, die eine übergeordnete Position haben und in der Nahrungskette ganz oben stehen. So wie der König der Tiere, der Löwe. Auch Tiger sind mutig und auf der Jagd. Allerdings sind dominante Tiere auch eigensinnig und gehen nicht gerade zimperlich vor. Mit ihnen könnte man im Unternehmen Probleme bekommen.

    • Fleiß

      Als faul sind viele Tiere verschrien, als besonders fleißig nur wenige. Als Erste fällt einem die fleißige Biene ein. Sie schafft und schafft, kommt tagein tagaus pünktlich zur Arbeit und muckt nicht auf. Oder Ameisen. Aber die einzelne Biene oder Ameise fällt eben auch nicht auf. Nachteil! Ein Kompromiss könnte der fleißige Biber sein oder das Eichhörnchen, das geflissentlich seine Nüsse sammelt.

    • Treue

      Welches Tier ist treu? Na klar, der Hund. Von ihm kann man maximale Loyalität erwarten. Das mögen Unternehmen. Er ordnet sich unter, erhebt keinen Führungsanspruch. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein – je nachdem. Außerdem ist, wer treu ist, manchmal auch treudoof. Eine gute Antwort wäre so etwas wie: „Ich wäre gerne MEIN Golden Retriever. Dem geht es einfach viel zu gut.“

    • Ausdauer

      Pferde rennen und rennen. Auch Kamele haben Durchhaltevermögen (sind aber aus anderen Gründen keine gute Antwort). Elefanten bestechen durch Geduld und Gewissenhaftigkeit. Sie sind Felsen in der Brandung und haben ein tierisch gutes Gedächtnis. Allerdings sind die Dickhäuter zugleich langsam und träge. Sie sind die prototypischen Blockierer, dafür gibt es Abzüge.

    • Ambition

      Der Löwe bietet sich erneut an. Er sitzt schon auf dem Thron – also da, wo Sie im übertragenen Sinne noch hin möchten. Sie möchten weiter nach oben in der Nahrungskette, die Karriereleiter emporsteigen. Sie können aber auch den Geparden wählen. Er ist schneller als der Blitz, hochmotiviert und bringt Top-Leistungen, wenn es darauf ankommt.

    • Kreativität

      Eine Antwort für Profis: Ich wäre gerne ein fliegender Fisch, weil ich mich im Team wohl fühle und Abwechslung schätze. Ich mag es im Wasser, schaue mir alles aber auch gerne von oben an. So behalte ich immer den Überblick.

    Diese Tiere lieber nicht nennen!

    Dann gibt es Tiere, die äußerlich vor allem negative Eigenschaften verkörpern. Von denen sollten Sie Abstand nehmen.

    Zum Beispiel von der (miesen, kleinen) Ratte, die als verräterisch gilt. Da hilft auch keine lange Erklärung, warum Ratten in Wahrheit ganz tolle, bewundernswerte Tiere und echte Überlebenskünstler sind. Sie wecken einfach zu negative Assoziationen…

    Diese Tiere sind keine gute Wahl:

    • Fuchs: Schlau, aber auch gerissen und hinterlistig.
    • Lamm: Unschuldig, schwach, schutzlos, dumm.
    • Elster, Rabe: Diebisch.
    • Wolf: Gierig, böse.
    • Schlange: Falsch, unehrlich, intrigant.
    • Aal: Glitschig, schleimig, schwer zu fassen.
    • Pfau: Eitel, selbstsüchtig.
    • Heuschrecke: Gefräßig (als Antwort nicht mal bei einer Bewerbung in einer Investment-Gesellschaft zu empfehlen.)
    • Hai: Nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht.
    • Dinosaurier: Antiquiert, seine Zeit ist abgelaufen.
    • Faultier: Bedarf keiner Erklärung.

    Welches Tier wären Sie: Noch mehr gute Antworten

    Welches Tier wären Sie? Diese Antworten könnten zu Ihnen passen…

    • Adler: Ich behalte immer den Überblick und schlage dann blitzschnell zu.
    • Chamäleon: Ich bin wandlungsfähig und vielseitig einsetzbar. Wenn sich die Gegebenheiten ändern, verfalle ich nicht in Panik, sondern stelle mich schnell auf sie ein.
    • Biber: Ich baue gerne etwas auf.
    • Luchs: Ich bin schnell, schlau und gehe die Dinge nicht mit der Brechstange an.
    • Delfin: Ich habe ein gutes Gedächtnis, bin mitfühlend und – glaube ich jedenfalls – auch recht beliebt.
    • Eule: Ich bringe nachts die besten Leistungen. (das bietet sich vor allem für Menschen in Nacht-Berufen an, Schichtarbeiter, Krankenschwestern oder Barkeeper zum Beispiel.)
    • Mensch: Ich bin sehr menschlich und fühle mich unter Menschen am wohlsten. Menschen sind ja bekanntlich auch Tiere. (speziell in sozialen Berufen keine schlechte Antwort, in Pflege und Gesundheit, aber auch in Gastronomie oder Vertrieb.)

    10 Antworten für Spaßvögel

    Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Die Frage darf bzw. muss man immer mit einer Prise Humor verstehen. Wer hierauf eine bierernste Antwort erwartet, macht irgendetwas falsch.

    Sie müssen also vor einer Spaß-Antwort nicht zurückschrecken. Wenn Sie glauben, ein kleiner Gag ist gerade angemessen, dann antworten Sie halt so etwas wie…

    • Eierlegende Wollmilchsau: Die suchen Sie doch schließlich, oder? Alternativ geht auch der Wolpertinger (speziell in Bayern) oder ein anderes Fabel-Mischwesen.
    • Känguru: Dann verliere ich nie mehr meine Schlüssel und Handy.
    • Einhorn: Dann wäre ich so begehrt, dass ich dieses Bewerbungsgespräch gar nicht führen müsste. Oder: Dann wäre ich eine Milliarde Dollar wert (eine gute Wahl insbesondere für das Jobinterview im Startup.)
    • Vielfraß: Ich esse auch Ihnen die Kaffeeküche leer!
    • Ork: Weil ich unsere Konkurrenten kurz und klein schlage – im übertragenen Sinne natürlich.
    • Hydra: Mich kriegt man einfach nicht klein, so sehr man es auch versucht.
    • Spinne: Mir gehen alle Aufträge ins Netz. Versprochen!
    • Säbelzahntiger: So jemanden wie mich, mit meinen Qualitäten, gibt es eigentlich gar nicht mehr. Und ich habe Biss!
    • Arbeitstier: Das Lieblingstier in JEDEM Unternehmen.
    • Nessie, Yeti: Ich lasse mich nur ganz selten im Büro blicken. Sie bieten doch Homeoffice an?
    [Bildnachweis: Katsiaryna Pakhomava by Shutterstock.com]

    Warum sollten wir Sie einstellen? 7 gute Antworten

    Warum sollten wir Sie einstellen

    „Warum sollten wir Sie einstellen?“ „Weil ich hochmotiviert und ein Teamplayer bin.“ Falsch, so antworten Bewerber bitte nicht! Motiviert und teamfähig sind sie schließlich alle. Sie wollen sich aber abheben vom Rest, hervorstechen aus der Masse. In der Tat fällt eine ansprechende Antwort viel schwerer als man vermutet. So könnte sie aussehen…

    Beliebte Bewerberfrage: Warum sollten wir Sie einstellen?

    Es handelt sich um eine offene Frage, auf die Sie nicht mit Ja oder Nein antworten können. Der Fragesteller will mehr über Sie erfahren, möglichst viele Infos gewinnen.

    In dieser Frage schwingen subtil noch sehr viele andere Fragen mit:

    • Inwiefern haben Sie die notwendigen Qualifikationen für den Job?
    • Weshalb sind Sie der beste Kandidat?
    • Welchen Mehrwert, den Sie mitbringen, können die anderen Kandidaten nicht anbieten?
    • Warum passen Sie in unsere Unternehmenskultur?

    Aber egal, wie er oder sie die Frage formuliert: Es geht für Sie als Bewerber darum, die Unterschiede zwischen sich und dem Wettbewerb herauszuarbeiten. Sie sollten klar machen, was Sie ausmacht und was Sie besonders macht.

    Darauf können und sollten Sie sich vorbereiten. Denn die Frage ist hochgradig relevant. Sie dürfte in überdurchschnittlichem Maße zur Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kandidaten beitragen.

    Warum wird Ihnen die Frage gestellt?

    Das Unternehmen möchte den besten Kandidaten für die vakante Stelle finden. Auf diese Weise versucht es, den Kandidatenkreis zu filtern und einzuschränken. Denn die Suche nach dem Wunschbewerber ist meist schwieriger als gedacht. Erst recht, wenn die Zahl der Bewerber sehr hoch ist. Oft ähneln sich dann die Lebensläufe und Qualifikationen.

    Irgendwie aber muss man die Spreu vom Weizen trennen und eine Entscheidung treffen. Eine Frage, mit der man die Unterschiede kennbar macht, bietet sich da an. Das ist der Plan. Worin also unterscheiden sich die Bewerber?

    Als Bewerber sollten Sie also nicht mit Allgemeinplätzen antworten wie: „Ich bin hochmotiviert und bringe alle notwendigen Qualifikationen mit.“ Das tun sie alle!

    Vielmehr ist es wichtig, Eloquenz, Persönlichkeit und auch eine Prise Gewitztheit zu verkörpern. Ihr Gesprächspartner wird aus Ihren Antworten ableiten, wie gut Sie in die Firma und ins jeweilige Team passen, wie Sie arbeiten, ob Sie analytisch-systematisch vorgehen oder eher emotional.

    Sie sollten dem Personaler zeigen, dass Sie…

    • sich in Teams und Abläufe integrieren können.
    • zuverlässig und sorgfältig arbeiten.
    • dem Unternehmen neue Impulse geben können.
    • über reichhaltige und praktische Erfahrungen verfügen.
    • Herausforderungen annehmen und auch unter Stress Top-Leistungen abliefern können.

    Das macht eine gute Antwort aus

    Es gibt Menschen, die nur ungern über sich selbst reden. Diesmal müssen Sie es! Aber bitte auch nicht zu lange. Wer ausschweifend über sein Leben erzählt, kann schon mal 20 oder 30 Minuten ausfüllen. Ein riesiger Irrtum!

    Bedenken sie: Der Personaler interessiert sich nicht für Ihre gesamte Lebensgeschichte. Er will nur das wissen, was für ihn und seinen Arbeitgeber von Belang ist. Außerdem sollten Sie im Vorstellungsgespräch nachweisen, dass Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, die Substanz herauszufiltern. Mehr als sechs bis acht Minuten sollte Ihre Antwort nicht einnehmen.

    Überlegen Sie sich vorab eine grobe Struktur. Sie können drei oder vier Punkte auswählen, die Sie voranstellen wollen oder drei bis vier Beispiele aus Ihrem Lebenslauf. Diese tragen Sie dann kurz und prägnant vor. Setzen Sie Schwerpunkte!

    Die Frage sollten Sie NICHT wie ein Bewerbungsschreiben angehen: Dieses ist schön sauber und chronologisch geordnet. Diesmal gilt es vielmehr darum, das Wichtigste an den Anfang zu stellen. Viele Bewerber begehen den Fehler, alles fein säuberlich aufzuzählen: Schule, Studium, berufliche Stationen. Und dann kommen noch ein paar Adjektive zur Anwendung wie „Ich bin teamfähig und sehr motiviert.“ Falsch!

    Diese Perspektive sollten Sie einnehmen

    Die Ich-Perspektive ist nicht überzeugend. Versetzen Sie sich lieber in Ihren Gesprächspartner, nehmen Sie seine Perspektive ein. Wenn er einen Benefit oder Mehrwert wittert, steigt seine Neugier. En Problem, das Sie für ihn lösen könnten. Eine Herausforderung, bei der Sie ihm helfen könnten. Das ist es, was er hören will.

    Sie verkaufen nicht sich selbst, Sie verkaufen eine Problemlösung. Mit diesem Mindset sind Sie im Vorstellungsgespräch erfolgreicher. Ihre Qualifikationen und Kompetenzen sind deshalb nicht wertlos. Im Gegenteil, sie sind das Fundament, auf dem die Problemlösung fußt.

    Wenn Sie Ihre Stärken mit bisherigen Erfolgen unterstreichen und mit potenziellen Einsatzmöglichkeiten im neuen Unternehmen verknüpfen, kann sich der Personalverantwortliche darunter etwas vorstellen. Top!

    Liefern Sie z.B. Belege für Ihre…

    • Berufs- und Branchenerfahrung
    • Netzwerke
    • Problemlösungskompetenzen
    • Führungserfahrungen
    • Weiterbildungen
    • technische oder konzeptionelle Fähigkeiten
    • Preise und Auszeichnungen

    So nähern Sie sich einer guten Antwort

    Als Erstes brainstormen Sie. Diese Fragen helfen:

    • Welche meiner Qualifikationen sind für den Job am wichtigsten?
    • Welche besonderen Leistungen kann ich damit erbringen?
    • Welchen Mehrwert kann ich anbieten?
    • Mit welchen Erfolgen kann ich das belegen?
    • Welche außergewöhnlichen Erfahrungen bringe ich mit?

    Nun wählen Sie aus allen Möglichkeiten drei oder vier aus, die vermutlich am besten passen. Nicht vergessen, praktische Beispiele einfließen zu lassen!

    Die Kunst ist es, Allgemeines herunterzubrechen und so tief ins Detail zu gehen wie möglich, ohne dabei zu weit auszuholen. Länger als zwei Minuten sollten Sie für ein Beispiel nicht benötigen.

    Warum sollten wir Sie einstellen: Formulierungsbeispiele

    • Ich habe mir Ihren Auftritt in den sozialen Medien angesehen und schon ein paar Ideen, wie ich ihn noch emotionaler und effektiver gestalten kann. Meine Erfahrungen im Social Media Marketing helfen mir dabei. Ich bin mir sicher, in kurzer Zeit Reichweiten und Interaktionen mit den Fans erhöhen zu können.
    • Ich habe mittlerweile zehn Jahre im HR-Bereich gearbeitet und weiß, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden. Auf der anderen Seite weiß ich auch, DASS es geht – und WIE es geht. Mit den geeigneten Maßnahmen kann man im Rahmen der Personalsuche die Effizienz erhöhen und außerdem viel Zeit und Geld sparen. Das würde ich gerne für Sie machen!
    • Ihren Seitencode kann man optimieren und vereinfachen, das habe ich bei einem ersten Blick auf Ihre Webseite bereits bemerkt. Das würde ich als Erstes umsetzen, damit die Ladezeiten kürzer werden, die Seite schneller und das Ranking bei Google besser.

    Sie sehen: Wenn man als Bewerber ein Problem benennt, das man für das Unternehmen lösen möchte, wird die Antwort gleich viel attraktiver. Die Kundenperspektive steht über der Bewerberperspektive. Damit überzeugen Sie im Bewerbungsgespräch.

    Ihre Antworten können Sie vorher auch einüben – vor dem Spiegel oder als Rollenspiel mit Freunden. Am besten, sie sitzen flüssig, klingen aber nicht wie auswendig gelernt. Denn das bleibt wichtig: Bewerber sollten authentisch, engagiert und motiviert auftreten – und nicht wie perfekt programmierte Roboter.

    Warum sollten wir Sie einstellen: Noch mehr Formulierungsbeispiele

    • Die aktuellen Herausforderungen in der Branche sind mir wohl bekannt. Wir haben in meinem letzten Unternehmen täglich damit zu tun gehabt. Ich weiß aber auch, wie man damit umgeht. Kenne Strategien, Mittel und Wege, um den Umsatzrückgang aufzuhalten. So habe ich es mit meinem letzten Team geschafft, durch den Einsatz von…
    • Als Berufseinsteiger habe ich nicht so viele Erfahrungen vorzuweisen wie der Rest des Teams, das ist mir bewusst. Aber ich sehe das sogar als Vorteil. Ich glaube, dass es Ihrem Team helfen könnte, jemanden mit einem frischen Blick hineinzuholen. Jemanden, der eine ganz neue Perspektive einnimmt, keinen Tunnelblick hat und noch sehr jung ist. Ich bin mir sicher, damit könnte ich dem Team insgesamt helfen…
    • Heutzutage wird es immer einfacher, ein Produkt in den Medien zu platzieren, aber gleichzeitig immer schwerer, Aufmerksamkeit dafür zu generieren. Es gibt einfach so viel Content, so viel Werbung, so viele Angebote im Internet. Ich weiß, wie man ein neues Produkt lanciert. Das habe ich in meinem letzten Job bewiesen, als ich mit meinem Team sogar eine Auszeichnung gewinnen konnte…
    • Ich lebe für die Technik. Ich träume von Technik. Ich beschäftige mich Tag und Nacht mit Technik. Und ich kenne mich mit Technik sehr gut aus, insbesondere mit allen Facetten des Elektromotors. Darum wäre ich genau der richtige Mann für Sie, um das Projekt Elektromobilität voranzutreiben. Ich WILL von ganzem Herzen – und das meine ich ernst – dass Ihrem Unternehmen der Umstieg auf E-Mobilität gelingt…
    [Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]

    Stressinterview: Wie Sie dem Druck standhalten

    stressinterview stressfragen tipps

    Das Bewerbungsgespräch ist hart, das Stressinterview ist härter. Wenn Sie Ihr Gesprächspartner mit derben Fragen provoziert oder Ihre Kompetenzen offen anzweifelt, dann steigt der Blutdruck. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren! Denn man will von Ihnen vor allem wissen, wie Sie unter Druck reagieren. Was Sie dann auf gar keinen Fall tun sollten…

    Stressinterview: Was ist das?

    Stressinterview – das klingt nicht nur anstrengend, das ist es auch. Allerdings muss man konstatieren, dass Stressinterviews keineswegs die Regel sind. Sie sind die Ausnahme. Die meisten Unternehmen verzichten auf diese Form des Stresstests. Dafür gibt es gute Gründe:

    Bewerber stehen auch in einem „normalen“ Vorstellungsgespräch schon unter Druck und sind extrem angespannt und gestresst. Oder der Personaler geht davon aus, dass er durch Stressfragen keine neuen, vielsagenden Erkenntnisse gewinnen wird. Ein Jobinterview ist auch ohne Stressfragen aufschlussreich genug.

    Andererseits gibt es Personalentscheider, die dieses Instrument sehr gerne aus ihrem Zauberkasten holen. Sie tun das nicht, um ihre sadistischen Gelüste zu befriedigen, um den Bewerber zu erniedrigen, zu schikanieren oder zu blamieren (ok, manche vielleicht schon). Sie setzen Stressinterviews ein, um dem Bewerber richtig auf den Zahn zu fühlen. Um live und in Farbe zu sehen, wie er in hyper-stressigen Situationen reagiert. Das ist in einem Assessment Center ähnlich. In vielen Berufen ist Stressresistenz eine wichtige Eigenschaft, ohne die man kaum reüssieren kann.

    Außerdem gehen viele Bewerber heutzutage sehr gut vorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Sie wissen, was auf sie zukommt, antizipieren Fragen und legen sich elegante Antworten zurecht. Sie ziehen sich angemessen an und achten auf einen kräftigen Händedruck. Das verringert den Wert von Vorstellungsgesprächen im Allgemeinen. Im Stressinterview kann man diese Routinen durchbrechen. Man kommt der Wahrheit gewissermaßen ein Stückchen näher, zerrt den wahren Charakter ans Tageslicht und schafft Authentizität.

    Sicherheitshalber der Hinweis: Für Bewerber ist und bleibt es selbstverständlich essenziell, sich gut auf ein Jobinterview vorzubereiten. Das erhöht die Einstellungschancen – und ganz nebenbei auch das Selbstvertrauen. Wenn man sich aber in die Lage eines Personalers versetzt, ist all das unbefriedigend, all die glatten Lebensläufe und korrekt sitzenden Krawatten. All die fein formulierten Fragen und auswendig gelernten Fakten.

    Vor allem wollen Arbeitgeber doch wissen, ob ein Bewerber zu ihnen ins Team passt oder nicht. Aber wie können sie das herausfinden? Zum Beispiel, indem sie ihn oder sie in Situationen beobachtet, in denen nicht alles nach Plan läuft. In einer Situation, in der die Top-Vorbereitung plötzlich nichts mehr wert ist und die Stresshormone nur so aus einem herausschießen. Dann lüftet sich der Vorhang – wenigstens kurzzeitig. Schließlich wird es diese Situationen auch im Arbeitsalltag geben. Situationen, in denen man die Ruhe bewahren und cool bleiben muss. Wer jetzt Panik bekommt und keinen klaren Gedanken fasst, dürfte im Ernstfall auch im Betrieb ein Risikofaktor sein. In manchen Berufen verschreckt so ein Verhalten Kunden, in anderen zerstört es die Arbeitsatmosphäre, in wieder anderen kann es sogar gefährlich für Leib und Leben werden.

    Darum fragen Personaler im Vorstellungsgespräch auch gerne nach Konflikten im bisherigen Arbeitsleben, nach Kündigungen, Verweildauern und Widersprüchen. Hier setzt das Stressinterview an. Der Personaler versucht, den Bewerber auf dem falschen Fuß zu erwischen, indem er ihm eine provokative oder missverständliche Frage stellt. Wie reagiert dieser darauf? Seine Reaktion lässt womöglich tiefere Rückschlüsse auf seinen Charakter zu.

    Damit ist das Stressinterview gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe. Für Arbeitgeber kann es sehr erhellend sein. Aber auch für Sie als Bewerber ist es nicht nutzlos. Erstens können Sie sich durch eine souveräne Reaktion empfehlen und Pluspunkte sammeln. Und zweitens auch Selbstvertrauen tanken, weil Sie gemerkt haben, dass Sie derlei Prüfungen gewachsen sind – und damit auch dem Job.

    Stressinterview: So ist es aufgebaut

    Ein Vorstellungsgespräch durchläuft in der Regel fünf Phasen:

    Die Reihenfolge kann variieren. Das Stressinterview ist anders aufgebaut. Nach der lockeren Aufwärmphase ändert der Personaler abrupt sein Verhalten und wird aggressiver. Er stellt harte Fragen, provoziert den Bewerber, bohrt nach, unterstellt ihm etwas, macht unterschwellige Anmerkungen, greift ihn verbal an. Bisweilen artet das Ganze sogar in ein Kreuzverhör aus – schwitzende Hände und Gesichter inklusive.

    Klar ist: Übertreibt es Ihr Gesprächspartner, dann müssen Sie sich das keineswegs gefallen lassen. Es geht ihn zum Beispiel nichts an, mit wem sie sich daten oder ob sie planen, in naher Zukunft schwanger zu werden (diese Frage wäre ohnehin illegal).

    Aber so weit muss ein Personaler gar nicht gehen, um einen Bewerber aus dem Konzept zu bringen. Es reicht schon, wenn er ihm klar macht, dass er an seiner Eignung stark zweifelt. Das geht zum Beispiel mit diesem Ansatz: „Sie haben so gut wie keine relevanten Erfahrungen und sind für den Job augenscheinlich völlig ungeeignet. Sehen sie das nicht selbst auch so?“ Dadurch werden die meisten Kandidaten enorm verunsichert. Wichtig ist jetzt, wie sie mit ihrer Verunsicherung umgehen.

    Auch Fangfragen, Analogie-Fragen, die mit der Stelle scheinbar gar nichts zu tun haben, und Brainteaser, an denen die Kandidaten zu knabbern haben, generieren Unbehagen. Personaler, die in dieser Kunstform geübt sind, bauen gerne noch eine Prise Sarkasmus und Ironie ein und setzen den Bewerber unter maximalen Rechtfertigungsdruck. Wenn das Stressinterview aufhört und der reine Psychoterror beginnt, müssen Sie als Bewerber die Reißleine ziehen. Stressfragen sind legitim, pure Schikane ist es nicht.

    Stressinterview: Beispiele für Stressfragen

    Hier ist eine Auswahl an Stressfragen, von denen einige – in dieser oder ähnlicher Form – auf Sie als Bewerber zukommen könnten:

    Fangfragen

    • Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
    • Aus welchen Gründen würde jemand nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeiten wollen?
    • Wann haben Sie das letzte Mal Regeln gebrochen und warum?
    • Was glauben Sie, was ist ein Unternehmen seinen Mitarbeitern schuldig?
    • Was konnten Sie an Ihrem letzten Job am wenigsten leiden?

    Analogie-Fragen

    • Wenn Sie im Lotto gewinnen, was würden Sie tun?
    • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?
    • Was unternehmen Sie, wenn Sie Spaß haben wollen?
    • Welche Frage soll ich Ihnen lieber nicht stellen?
    • Wie finden Sie mich so als Interviewer?

    Brainteaser

    • Wie viel wiegt New York?
    • Wie kann man herausfinden, ob das Licht im Kühlschrank brennt, wenn die Tür zu ist?
    • Weswegen ist ein Kanaldeckel rund und nicht eckig?
    • Wie viele Blätter Papier werden in Österreich an einem Tag kopiert?
    • Wozu ist der Filz auf dem Tennisball gut?

    Provokationen

    • Sie waren ja ein richtiger Langzeitstudent, was?
    • Stimmt irgendwas nicht mit Ihnen oder warum suchen Sie schon so lange eine neue Stelle?
    • Ich glaube kaum, dass Sie bei uns ins Unternehmen passen.
    • So richtige Stärken gehen aus Ihrer Bewerbung ja keine hervor, oder habe ich da etwas übersehen?
    • Ihr Lebenslauf war ja bisher 08/15. Erzählen Sie mir doch mal was Spannendes über sich!

    Egal, wie Sie der Personaler locken will – an ein paar Spielregeln sollten Sie sich stets halten. Fallen Sie ihm nicht ins Wort und bleiben Sie ruhig. Zeigen Sie Ihre Nervosität nicht, indem sie mit den Füßen tippen oder hektisch mit den Fingern an Ihrer Kleidung herumnesteln. Was aber ganz wichtig ist: Rechtfertigen Sie sich nicht und gehen Sie nicht in den Gegenangriff über. Das würde Sie sofort disqualifizieren.

    Stressinterview: So parieren Sie gekonnt

    Grundsätzlich haben Sie jederzeit die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch zu beenden. Wenn Ihnen die Fragen zu unverschämt oder indiskret werden, beschweren Sie sich einfach darüber. Führt das nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie vorzeitig gehen – aber bitte höflich. Sie wollen ja nicht Ihren Peiniger spiegeln…

    Am besten aber, sie bleiben bei einer fiesen Stressfrage ganz cool. Sie könnten Ihrem Gegenüber mit eiskalter Miene ein paar Sekunden lang tief in die Augen schauen – und erst dann zu einer Parade ausholen. Zeigen sie, dass Sie der Situation gewachsen sind, indem Sie die Einwände entkräften oder den Argumenten Wind aus den Segeln nehmen. Oder Sie zeigen, dass Sie mit der Art Frage nicht einverstanden sind. Was Sie beispielsweise sagen könnten:

    • Sie sind offenbar falsch informiert.
    • Das ist Ihre Meinung und auf die haben Sie ein gutes Recht. Aber Fakt ist, dass…
    • Was hat das genau mit dem Job zu tun, wenn ich fragen darf?
    • Dazu möchte ich Ihnen nichts sagen und bitte um Ihr Verständnis.

    6 Tipps fürs Stressinterview

    Die COOL-Formel hilft, im Stressinterview Ruhe zu bewahren. Sie funktioniert so:

    • Contenance bewahren
    • Offenheit signalisieren
    • Objektivität herstellen
    • Labern vermeiden

    Darüber hinaus helfen Ihnen diese Tipps, um das Stressinterview zu meistern:

    1. Ruhig bleiben

      Keep cool! Das sagt sich so leicht, ist manchmal aber eine echte Herausforderung. In einem Vorstellungsgespräch ist das Stresslevel ohnehin schon erhöht. Stressfragen verunsichern da noch mehr. Das kann dazu führen, dass man als Bewerber hektisch wird und verzweifelt nach den richtigen Worten sucht. Ganz wichtig: Nicht sofort antworten, sondern kurz innehalten, lächeln und den Druck vom Kessel nehmen. Das gelingt durch eine Antwort wie: „Das machen Sie extra, oder? OK, ich versuche noch mal, Ihnen meine Sicht der Dinge näher zu bringen…“ Danach führen Sie Ihre Antwort aus – ganz ruhig, ganz sachlich. Je schneller Sie antworten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Unbedachtes oder gänzlich Unpassendes sagen. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit und werfen Sie eine behelfsmäßige Formulierung ein, um die Pause zu überbrücken. Was auch geht: „Oh, diese Frage habe ich tatsächlich noch nicht so oft gehört“ oder „Das ist mal eine originelle Frage.“ Damit verschaffen Sie sich ein wenig Zeit.

    2. Meinung sagen

      Ein Stressinterview setzt den Bewerber unter Stress. Das ist Sinn der Sache. Aber es bedeutet nicht, dass Sie nur das kleine Mäuschen spielen sollen, das ständig vom großen Kater attackiert wird. Sie müssen auch keineswegs immer Ja und Amen sagen und jeder These des Personalers zustimmen (obwohl Schleimen im Vorstellungsgespräch erwiesenermaßen hilft!). Lassen Sie sich nicht ausschließlich in die Defensive drängen. Sagen Sie Ihre Meinung, vertreten Sie Ihre Standpunkt und führen Sie Ihre Thesen aus – egal, was der andere Ihnen mit seinen Stressfragen andichten will. „Ich sehe Ihren Punkt, bin aber der Meinung, dass…“ oder „Interessanter Standpunkt. Ich stehe aber auf Folgendem…“

    3. Anstand wahren

      Einen Heißsporn provoziert man nicht ungestraft! Ja, das ist menschlich und auch durchaus verständlich. Aber lassen Sie sich lieber nicht aus der Reserve locken. Werden Sie nicht pampig und erwidern mit einer ebenso unverschämten Retourkutsche! Das zeigt nur, dass Sie dem Druck eben nicht gewachsen sind. Und das erwartet ihr künftiger Arbeitgeber ja schließlich von Ihnen: Dass Sie dem oberdreisten Kunden nicht sofort verbal in die Parade fahren. Na klar: Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Erst recht keine schlüpfrigen Kommentare oder persönliche Beleidigungen. Aber die sind zum Glück so selten wie Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg. Wenn Ihnen das Stressinterview trotzdem zu viel des Guten ist, dann können Sie hinterher immer noch entscheiden, dass Sie für diese Firma lieber nicht arbeiten wollen – und höflich absagen.

    4. Kurz halten

      Stressfragen sind manchmal gemein, manchmal tricky. Auf jeden Fall sind viele nicht so einfach zu beantworten. Das verleitet viele Bewerber dazu, weit auszuholen. Immerhin verschafft man sich so Luft und kann beim Reden denken. Fehler! Lange Ausführungen könnte Ihr Gegenüber zu Gegenfragen nutzen. Kurze und prägnante Antworten sind besser – und wirken selbstbewusster. Ihre Antwort sollten Sie natürlich kurz begründen und erklären, vielleicht anhand eines guten Beispiels. Aber egal, wie Sie auf eine Stressfrage antworten – tragen Sie sie selbstbewusst vor.

    5. Nichts sagen

      Schweigen ist eine unterschätzte Waffe im Vorstellungsgespräch – erst recht im Stressinterview. Erst bombardiert Sie der Personaler mit fiesen Fragen, dann herrscht auf einmal Funkstille. Das verunsichert die meisten Bewerber – und führt zu noch mehr Stress und Selbstzweifeln. In dem Falle spielen Sie das Spiel am besten mit. Erwidern Sie das Schweigen Ihrerseits ebenfalls mit Schweigen. Sie nehmen eine selbstbewusste Haltung ein, halten Blickkontakt und warten ab, bis der Ihr Gesprächspartner wieder das Wort ergreift. Nicht einfach drauflosplappern! Und lassen Sie dabei nicht die Blicke schweifen, bleiben Sie konzentriert. Schweigen erzeugt Druck, und diesem Druck sollen und wollen Sie standhalten. Aber: Sie dürfen natürlich auch selbst etwas sagen, wenn Ihnen etwas Schlagfertiges und Passendes einfällt…

    [Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch beenden: Ihr perfekter Abgang

    Vorstellungsgespraech beenden

    Das Vorstellungsgespräch beenden – klingt einfach, ist aber manchmal ein Balanceakt. Es kann sie im schlimmsten Fall den Job kosten, wenn Sie etwas Unbedachtes sagen oder einen blöden Joke bringen. Dieses Risiko lässt sich minimieren. Und mehr noch: Sie können beim Personaler Eindruck hinterlassen. Das geht am besten durch ein ehrliches „Danke“ – und ein nettes Kompliment…

    Vorstellungsgespräch beenden: So geht’s nicht!

    Das Vorstellungsgespräch lief super. Der Personaler wirkt beeindruckt, Sie fühlen sich prächtig. Wunderbar! Sie hätten den Job auch bekommen, wenn sie nicht so etwas Saudoofes zum Schluss gesagt hätten…

    Der Schluss eines Jobinterviews kann leicht zur Falle werden. Wenn sich der Bewerber seiner Sache zu sicher ist, oder wenn er mental schon abgeschaltet hat und auf dem Heimweg ist. Oder wenn er das Bewerbungsgespräch unbedingt noch mit einem Kracher zum Abschluss krönen will. Das kann mächtig in die Hose gehen.

    10 Dinge, die Sie auf gar keinen Fall sagen sollten, um das Vorstellungsgespräch zu beenden:

    • Vielen Dank nochmal, dass Sie mich überhaupt eingeladen haben!
      (Das tun anscheinend die wenigsten.)
    • Da bin ich aber froh, dass das hier einigermaßen glatt über die Bühne gegangen ist.
      (Normalerweise komme ich nicht unfallfrei aus Vorstellungsgesprächen heraus.)
    • Die Frage mit den Schmetterlingen fand ich aber richtig gemein von Ihnen.
      (Sie haben sie ja auch mehr schlecht als recht beantwortet.)
    • Wie fanden Sie mich denn so?
      (Kein Kommentar)
    • Zum Glück habe ich vorher den Bewerbungsratgeber von Mr. X gelesen.
      (Hat aber auch nicht geholfen.)
    • Die Fragen waren ja viel einfacher, als ich befürchtet hatte.
      (Und Ihre Antworten viel schlechter, als wir erhofft hatten.)
    • Das lief alles in allem super, oder?
      (Eigenlob stinkt.)
    • Puh, ich dachte, das Interview dauert ewig.
      (So unwohl haben Sie sich gefühlt?)
    • So, war’s das mit der Löcherei?
      (Ist das witzig gemeint oder einfach nur unverschämt?)
    • Prima. Jetzt muss nur noch mein nächstes Vorstellungsgespräch genauso gut laufen, dann ist mein Wochenende gerettet.
      (Na, dann wünschen wir viel Glück.)

    Vorstellungsgespräch beenden: Diese Themen ansprechen!

    Am Ende des Vorstellungsgesprächs sind meist noch nicht alle Fragen geklärt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese anzusprechen. Zum Beispiel können Sie klären, wie der weitere Ablauf ist, wie lange der Auswahlprozess voraussichtlich dauern wird und wann sie eine Antwort erwarten können.

    Konkret fragen können Sie etwa so:

    • Was sind die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?
    • Wann kann ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen?
    • Darf ich Sie bei möglichen Rückfragen kontaktieren?

    Aber bauen Sie bitte keinen Druck auf. Es versteht sich von selbst, dass der Bewerbungsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie also nicht drei Tage später schon wieder an und fragen Sie nach dem aktuellen Stand. Faustregel: Zwei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich erkundigen – vorher nicht.

    In vielen Unternehmen dauert der Auswahlprozess noch weitaus länger. Manchmal mahlt die firmeninterne Bürokratie langsam, oder Personalverantwortliche sind erkrankt. Das sollte Sie nicht dazu veranlassen, genervt zu reagieren. Bleiben Sie höflich, freundlich und verständnisvoll. Etwas anderes bleibt Ihnen ehrlicherweise ja auch gar nicht übrig…

    Sind alle Fragen geklärt, verabschieden Sie sich – mit einem genauso festen Händedruck wie zu Beginn des Jobinterviews. Also nochmal Haltung annehmen, Augenkontakt suchen und die Hand geben. Und dann machen Sie sich von dannen – aber ohne sich nochmal umzuschauen. Sie gehen also steten Schrittes zur Treppe oder zum Aufzug und werfen nicht noch mal einen Blick nach hinten. Das wirkt unsicher und unsouverän.

    Geheimtipp: Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie sich auch noch explizit beim Assistenten, Pförtner oder der Empfangskraft verabschieden. Die freuen sich über gute Manieren – und erwähnen sie möglicherweise mal im Gespräch mit Ihrem künftigen Abteilungsleiter…

    Vorstellungsgespräch beenden: So machen Sie’s richtig

    Klare Empfehlung: Mit diesen Worten können Sie das Vorstellungsgespräch beenden.

    • Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich fast eine ganze Stunde Zeit für unser Gespräch genommen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen.
      (Drückt Wertschätzung aus. Extrem positiv.)
    • Sie haben sich exzellent auf das Gespräch vorbereitet. Ich hoffe, dass ich Sie genauso überzeugen konnte.
      (Jeder hört gerne Komplimente, auch Personaler. Berechtigt sollte das Kompliment aber schon sein.)
    • Sie haben mir ein sehr genaues Bild vermittelt, was mich im Unternehmen erwartet. Ich kann mir das schon sehr konkret vorstellen und muss sagen: Die Vorstellung gefällt mir.
      (So signalisieren Sie, dass Sie weiterhin sehr interessiert sind an der Stelle.)
    • Ich bin mit großen Erwartungen gekommen und muss sagen: Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich kann mir den Job wirklich sehr gut vorstellen.
      (Positives Feedback und Interesse am Job.)
    • Sie haben Fragen gestellt, die mir bislang im Vorstellungsgespräch noch nie gestellt wurden. Das war auch für mich sehr spannend.
      (Wenn das Jobinterview einen Lerneffekt für den Bewerber hatte, muss der Personaler seine Sache gut gemacht haben.)
    • Sie haben meine Fragen sehr ausführlich beantwortet. Das fand ich sehr gut.
      (Ein Kompliment. Und einen Informationsgewinn gab es auch noch.)
    • Ich habe viel über das Unternehmen erfahren. Das gefällt mir alles wirklich sehr gut.
      (Hier ist das Lob umfassender und richtet sich quasi an das gesamte Unternehmen.)
    • Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gespräche mit den anderen Bewerbern.
      (Zeigt Realismus und Stil.)

    Sie müssen Ihren Gesprächspartner am Ende aber gar nicht mit Lob und Komplimenten überschütten. Erst recht nicht, wenn er sich das gar nicht verdient hat. Aber: Auf einen Dank und eine Höflichkeitsformel sollten Sie in keinem Fall verzichten. Das geht ganz einfach so:

    • Es war schön, mit Ihnen zu sprechen. Vielen Dank.
    • Ich habe mich hier wirklich sehr wohl gefühlt.
    • Danke für das angenehme Gespräch.
    • Ich freue mich auf Ihr Feedback.
    • Wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Sie von mir wissen wollen, melden Sie sich gerne bei mir.
    • Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und freue mich, dann bald von Ihnen zu hören.

    Vorstellungsgespräch beenden: Was Sie danach tun können

    Das Jobinterview ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit des Wartens. Untätig bleiben müssen bzw. sollten Sie aber nicht. 3 Dringe, die Sie anschließend tun können:

    1. Dankschreiben

      In Deutschland eher unüblich, aber trotzdem eine schöne Geste. Sie sollten allerdings kein langatmiges Essay verfassen, dafür hat kein Personaler Zeit. Und komisch wirken kann es auch. Schreiben Sie stattdessen eine kurze E-Mail, in der Sie sich für das angenehme Gespräch bedanken und betonen, dass Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind. Möglicherweise können Sie im Rahmen der Mail auch offen gebliebene Fragen aus dem Jobinterview beantworten. Und bieten Sie die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für den Fall an, dass das Unternehmen noch Rückfragen hat. Vergessen Sie die Höflichkeitsfloskeln nicht: „Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen.“ „Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.“

    2. Jobsuche

      Das Vorstellungsgespräch lief gut – und es fand sogar bei Ihrem Traumarbeitgeber statt. Das ist toll! Aber Sie sollten nicht naiv sein und annehmen, dass Sie die Stelle schon so gut wie sicher hätten. Bleiben Sie aktiv und schauen sich weiter nach Jobs um! Alles andere wäre unklug. Sie sollten auch weiterhin Einladungen zu anderen Jobinterviews annehmen und sich professionell vorbereiten. Am Ende können Sie womöglich aus mehreren Alternativen wählen. Für die Stellensuche gilt: Je mehr Alternativen, desto besser. Dann können Sie alle Optionen gegenüberstellen und sich für diejenige entscheiden, die Ihnen die meisten Vorteile und besten Rahmenbedingungen verspricht.

    3. Ultimatum

      Nein, ein Ultimatum setzen sollten Sie natürlich nicht. Obwohl, durch die Hintertür vielleicht schon. Es gibt nämlich Unternehmen, die es nicht mal für nötig halten, überhaupt Absageschreiben zu verschicken. Wenn Sie wochen- oder monatelang nichts gehört haben, dann fassen Sie einfach nach – am besten in Form einer E-Mail. Wenn Sie aufs Ganze gehen wollen, dann können Sie die Mail so formulieren: „Ich habe mehrere Jobangebote vorliegen, bin aber weiterhin sehr daran interessiert, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Würden Sie mir kurz mitteilen, wann ich mit einer Entscheidung Ihrerseits rechnen kann?“ Dadurch erhöhen Sie Ihren Marktwert und die Wahrscheinlichkeit, alsbald eine Antwort zu erhalten. Das hilft bei der weiteren Planung – so oder so.

    Vorstellungsgespräch vorzeitig beenden – ja oder nein?

    Klare Antwort: Nein! Brechen Sie ein Vorstellungsgespräch als Bewerber nicht ab – höchstens in absoluten Extremsituationen. Warum auch? Sie haben die Zeit für das Jobinterview ja schon freigemacht. Durch jedes Vorstellungsgespräch lernen Sie dazu, machen Erfahrungen, sammeln Wissen.

    Beenden Sie es auch dann nicht vorzeitig, wenn Ihr Gesprächspartner schlecht vorbereitet ist, Ihre Fragen nicht beantworten kann oder zwischenzeitlich sogar telefoniert. Oder wenn Sie ihn partout nicht leiden können. Ob Sie mit dieser Person je wieder zusammenarbeiten werden, ist ja gar nicht sicher. Vielleicht verlässt er oder sie in zwei Monaten das Unternehmen oder oder oder…

    Wer vorzeitig abbrecht,

    • … erhält kein Jobangebot
    • … wird nicht weiterempfohlen
    • … ist schlicht unhöflich

    Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen Sie das Gespräch vorzeitig beenden sollten. Zum Beispiel dann, wenn Ihr Gesprächspartner anzügliche Bemerkungen über Sie macht oder Sie persönlich beleidigt – aus welchem Grund auch immer.

    Achtung: Es gibt Arbeitgeber, die stehen auf Stressfragen im Vorstellungsgespräch, wollen den Bewerber bewusst unter Druck setzen.

    Das müssen Sie versuchen zu erkennen. Beispiel: Der Personaler fragt Sie: „Warum sind Sie denn ausgerechnet in diesem Aufzug hier erschienen?“ Will er herausfinden, wie Sie in solchen Situationen reagieren oder ist er einfach nur unverschämt? Entscheiden Sie selbst…

    [Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]

    Zweites Vorstellungsgespräch: So meistern Sie den Recall

    Das erste Gespräch top, das zweite Vorstellungsgespräch die Hölle: Diese Erfahrung haben viele Bewerber gemacht. Immerhin nutzen viele Unternehmen die Gelegenheit, einem Bewerber beim zweiten Mal alles abzuverlangen, ihm Stressfragen zu servieren und ihn in die Enge zu treiben. Besser, Sie sind darauf vorbereitet…

    Zweites Vorstellungsgespräch: Was es bedeutet

    Wer zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen wird, darf sich zunächst einmal freuen. Er oder sie hat eine Menge richtig gemacht. Schließlich kostet ein Bewerber den Arbeitgeber ja auch Geld. Allein die Zeit, die er für Sie aufwendet, kann er andernorts nicht investieren. Sie sind es ihm offenbar wert, dass er weitere Zeit für Sie opfert. Das ist ein Kompliment.

    Außerdem sind Sie jetzt definitiv im Kreise der Finalisten. Im Sport würde man sagen: Sie sind in den Playoffs, vielleicht sogar schon im Finale. Ihre Bewerbung hat also bis zum jetzigen Zeitpunkt überzeugt. Herzlichen Glückwunsch!

    Das bringt Ihnen am Ende leider nichts, wenn Sie nicht auch das letzte Puzzleteil an seinen rechten Platz legen. Wenn Sie das zweite Vorstellungsgespräch vergeigen, sind Ihre Chancen fast dahin. Denn es gibt ja noch andere Bewerber, die ebenfalls etwas auf dem Kasten haben. Und die gibt es ganz bestimmt, andernfalls hätte man Sie ja direkt nach Vorstellungsgespräch Nummer eins eingestellt, oder?

    Es bestehen seitens des Unternehmens also noch Restzweifel daran, dass Sie wirklich die Bestbesetzung für die offene Stelle sind. Was Sie jetzt auf keinen Fall tun sollten: Davon ausgehen, dass es sich nur noch um ein lockeres Auslaufen handelt und Sie den Job eigentlich schon in der Tasche haben.

    Gehen Sie mit voller Energie und Fokus in die zweite Runde. Motto: Jetzt geht’s um die Wurst. Oder um noch mal ein Bild aus dem Sport zu bemühen: Sie haben über 120 Minuten alles gegeben, aber jetzt im Elfmeterschießen müssen Sie unbedingt den letzten Elfer im Netz versenken. Sonst gewinnt ein anderer…

    8 Tipps für das zweite Vorstellungsgespräch

    Bitte halten Sie sich grundsätzlich an die Regeln, die auch für das erste Vorstellungsgespräch Gültigkeit haben. Versuchen Sie also nicht, durch eine Harakiri-Aktion Aufmerksamkeit auf sich lenken und so die entscheidenden Punkte machen zu wollen – durch extravagante Kleidung zum Beispiel oder dreiste Rückfragen.

    Wichtig sind unter anderem diese Punkte:

    • Begrüßen Sie alle Anwesenden höflich, mit einem kräftigen Händedruck und nach Möglichkeit persönlich (mit Namen).
    • Schauen Sie ihnen dabei in die Augen – auch im Folgenden während des Gesprächs.
    • Lächeln Sie während des Vorstellungsgesprächs viel.
    • Spielen Sie nicht so viel mit Ihren Händen herum, wenn Sie gerade nicht reden.
    • Wenn Sie reden, dürfen Sie dagegen gerne gestikulieren.
    • Achten Sie auf angemessene Kleidung, aber ziehen Sie nicht das Gleiche an wie beim ersten Mal.
    • Bereiten Sie sich auf Fangfragen und Stressfragen vor.
    • Legen Sie sich ein paar (tiefergehende) Rückfragen zurecht.

    Auch inhaltlich dürfen Sie gerne die wichtigsten Aspekte wiederholen, die Sie schon in der ersten Runde genannt haben. Nach dem Motto: Ich hämmere denen meine Qualifikationen und Kompetenzen so lange ein, bis sie es kapiert haben. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Ihnen ganz neue Gesichter gegenübersitzen. Aber Sie müssen unbedingt auch den einen oder anderen frischen Akzent setzen.

    Das ist im zweiten Vorstellungsgespräch wichtig…

    Zweites Vorstellungsgespräch: Darauf kommt es an

    1. Analyse

      Der erste Schritt auf dem Weg der Besserung ist die Einsicht. Das soll meinen: Gehen Sie das erste Vorstellungsgespräch noch mal in Ruhe gedanklich durch. Was lief gut, was lief weniger gut? Welche offensichtlichen Fehler haben Sie gemacht? Wo haben die Interviewer eingehakt? So vermeiden Sie es, den gleichen Fehler ein zweites Mal zu begehen. Aber vergessen Sie ebensowenig, was Ihnen gut gelungen ist. Angenommen, der Personaler stellt Ihnen die gleiche Frage erneut, dann sollten Sie sich nicht in Widersprüche verwickeln, sondern inhaltlich bei dem bleiben, was Sie zuvor schon gesagt hatten. Bleiben Sie glaubwürdig.

    2. Gesprächspartner

      Es gibt im Grunde drei Möglichkeiten. Entweder Sie führen das zweite Vorstellungsgespräch mit exakt denselben Personen, die schon in Durchlauf eins dabei waren. Oder Sie erwartet eine Mischung aus alten und neuen Vertretern. Oder Sie bekommen es ausnahmslos mit ganz neuen Gesichtern zu tun. Das wäre vermutlich am schwierigsten, weil Sie alle neu von sich überzeugen müssten. Tipp: Fragen Sie vorher einfach mal bei Ihrem Ansprechpartner im Unternehmen nach, wer genau das Gespräch denn führen wird. Erhalten Sie darauf keine konkrete Antwort, dann kommt wohl oder übel Mehrarbeit auf Sie zu. Dann wäre es nämlich am besten, Sie würden sich auf alle denkbaren Szenarien gleichermaßen vorbereiten.

    3. Bezugnahme

      Das zweite Vorstellungsgespräch baut in der Regel auf dem ersten auf. Wenn Sie also Lösungen für Probleme präsentieren, die in Runde eins aufgeworfen worden waren, wäre das ein großes Plus. Beispiel: Sie hatten mich vor zwei Wochen gefragt, wie ich Ihre Arbeitgebermarke stärken würde. Weil die Nutzerzahlen von Instagram gerade durch die Decke gehen und das Medium viele junge Leute anspricht, könnte ich mir das als Instrument fürs Personalmarketing auch für Ihr Unternehmen gut vorstellen… Jetzt ist die Zeit, um Themen zu vertiefen, offene Fragen zu beantworten oder neue Aspekte zu erörtern. Sehr positiv, wenn der Personaler Anregungen von Ihnen bekommt, die er am liebsten sofort umsetzen würde. Zwar dürfen Sie Ihre altbekannten Stärken und Kompetenzen weiterhin betonen, aber noch mal den gleichen Vortrag wie beim ersten Mal sollten Sie nicht halten. Wenn Sie alles noch mal von vorne herunterspulen, wird Ihr Gegenüber den Eindruck haben, Sie hätten ihr Pulver schon verschossen und keine weiteren Ideen mehr auf Lager.

    4. Anspruch

      Verankern Sie dies in Ihrem Hinterkopf: Das erste Vorstellungsgespräch war die Pflicht, das zweite ist die Kür. Sie müssen jetzt also mindestens genauso gut vorbereitet sein, aber noch eine Spur kreativer und dynamischer zu Werke gehen, um das Publikum von sich zu überzeugen. Genauso wird es das Unternehmen nämlich auch sehen. Keine Seltenheit, dass es im zweiten Durchgang unangenehme Stress-, Fangfragen und Brainteaser serviert. Trainieren Sie ruhig ein paar davon, um Sicherheit zu gewinnen.

    5. Details

      Im zweiten Abschnitt dürfen Sie gerne in die Offensive gehen. Das kann konkret bedeuten: Werfen Sie profundes Fakten- und Fachwissen ein, nutzen Sie auch ein paar Fachtermini (aber nicht übertreiben). Auf der anderen Seite dürfte der Arbeitgeber selbst ebenfalls in die Tiefe gehen wollen. Nicht nur, was Ihre Branchenkenntnisse betrifft. Was ist Ihre Motivation? Was wollen Sie im Job erreichen? Wie wollen Sie das anstellen? Machen Sie sich dazu noch ein paar mehr Gedanken als vor dem ersten Talk.

    6. Mittagessen

      Als Bewerber sollten Sie niemals die Bedeutung des Cultural Fit unterschätzen. Sind mehrere Bewerber gleich gut, bekommt derjenige den Job, der besser ins Team passt. In Wahrheit bekommt er den Job sogar, wenn er fachlich etwas schlechter qualifiziert ist als der Stinkstiefel. Eine gute Gelegenheit, um herauszufinden, wer wirklich in die Gemeinschaft passt, ist ein Mittagessen. Zeigen Sie sich als Teamplayer, als jemand, mit dem man gut auskommt und zusammenarbeiten kann und will. Und den Knigge bitte nicht an der Rezeption abgeben. Fehlende Tischmanieren haben schon manchem Kandidaten den Job gekostet.

    7. Gehalt

      Irgendwann müssen die Gehaltskonditionen auf den Tisch. Wenn sie bis dato noch niemand angesprochen hat, dann ist jetzt der Zeitpunkt dafür. Sie sollten sich gut darauf vorbereiten – mit einer durchdachten Taktik. Informieren Sie sich über die branchenüblichen Gehälter in der Region und berechnen Sie Ihren Marktwert. Und Sie sollten den Verhandlungstopf füllen: Urlaubstage, Zuschläge, Dauer der Probezeit, Benefits wie Firmenhandy oder Tankgutschein. Je größer die Verhandlungsmasse, desto mehr Optionen gibt es, um beide Seiten zufriedenzustellen. Nach dem Motto: Ich verzichte auf 200 Euro, du gibst mir dafür drei Urlaubstage. Das nur als Beispiel. Aber bitte nicht das Gehalt nachverhandeln, wenn es schon im ersten Vorstellungsgespräch Thema war. Das lässt Sie als Geldgeier dastehen.

    Zweites Vorstellungsgespräch: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

    • Selbstüberschätzung

      Das zweite Vorstellungsgespräch ist noch nicht Teil des Onboardings. Sie haben den Job noch längst nicht in der Tasche. Machen Sie sich das bewusst. Wenn Sie zu arrogant und siegessicher auftreten, dann kostet Sie das massiv Sympathiepunkte. Und ohne die wird es schwierig, die Stelle zu bekommen. Wenn Sie hochkonzentriert zu Werke gehen, machen Sie außerdem weniger Fehler.

    • Unlust

      Jedes Unternehmen sucht Mitarbeiter, die für ihren Beruf brennen. Es reicht nicht, im ersten Vorstellungsgespräch Begeisterung vorzuspielen und im zweiten jegliche Euphorie vermissen zu lassen. Man könnte Sie für berechnend halten. Und: Sind Sie immer noch hochmotiviert, wenn die Aufgaben anspruchsvoller und die Rahmenbedingungen rauer werden? Der Personaler wird Sie testen.

    • Widersprüche

      Ihre Bewerbung muss stringent sein. Vorstellungsgespräch eins und zwei sind – von Ihren Grundaussagen – deckungsgleich. Vor allem, was Angaben zu Ihrem Lebenslauf, Ihren Tätigkeiten oder Gehaltsvorstellungen angeht. Verwickeln Sie sich in Widersprüche, wittert Ihr Gegenüber Lug und Trug. Schlagen Sie also nicht zum Beispiel 200 Euro auf Ihren Gehaltswunsch drauf. Dreist!

    • Wiederholung

      Das zweite Bewerbungsgespräch ist die Fortsetzung des ersten – aber nicht dessen Wiederholung. Sie müssen unbedingt frische Akzente setzen, thematisch in die Tiefe gehen. Mit anderen Worten: Sie müssen sich noch einmal steigern. Nur das Standardprogramm herunterspulen – das reicht nicht.

    So beenden Sie das zweite Vorstellungsgespräch

    Wahren Sie Disziplin – bis zur letzten Sekunde. Den flapsigen Spruch, der Ihnen jetzt auf der Zunge liegt, schlucken Sie besser herunter. Sie bedanken sich für das Gespräch, verabschieden sich mit einem kräftigen Händedruck und gehen von dannen.

    Es wäre doch schade, sich durch eine unbedachte Äußerung oder irgendein anderes Malheur auf den letzten Metern noch um alle Chancen zu bringen.

    Was Sie aber jetzt noch tun können: Sie können fragen, wie der weitere Ablauf ist und wann sie mit einer Antwort rechnen können. Oder mit wem Sie in Kontakt bleiben.

    Aber setzen Sie Ihre Gesprächspartner dabei nicht unter Druck. Nach zwei Wochen dürfen Sie auch gerne im Unternehmen nachfragen, falls Sie es eilig haben – aber bitte nicht früher.

    Zweites Vorstellungsgespräch: Ihre Chance!

    Zweites Vorstellungsgespräch: Ihre Chance!Begreifen Sie das zweite Vorstellungsgespräch als Chance. Denn auch Sie selbst können das Unternehmen nochmals auf die Probe stellen, durch tiefergehende Rückfragen zum Beispiel.

    Vielleicht fällt Ihnen auch etwas auf, das Ihnen in Runde eins entgangen war. Dicke Luft in der Belegschaft oder ein herrischer Chef zum Beispiel. Schauen Sie sich alles noch einmal ganz genau an: Räumlichkeiten, Kollegen, Umgangsformen. Wollen Sie hier wirklich tagein tagaus arbeiten?

    Wenn die Antwort Auf keinen Fall! lautet, dann können sie im Nachgang noch immer höflich absagen. Für Sie hätte sich das zweite Vorstellungsgespräch auch dann – trotz fehlenden Jobs – gelohnt.

    [Bildnachweis: Dima Sidelnikov by Shutterstock.com]

    Dresscode Bewerbung: Das sollten Sie anziehen

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    Dass Kleider Leute machen, ist bekannt. Auch im Bewerbungsprozess spielt die Optik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer in Sandalen vor die Entscheider tritt, muss sich Fragen nach seiner Ernsthaftigkeit gefallen lassen – und nicht zwingend mit einer positiven Beurteilung rechnen. Das wissen Sie natürlich längst. Doch gibt es auch den einen oder anderen Fauxpas, der so manchem wieder und wieder unterläuft. Dresscode Bewerbung – was Sie anziehen sollten und was nicht…

    Dresscode Bewerbung: Wie wichtig ist die Kleidung?

    Schönheit zahlt sich auf dem Arbeitsmarkt aus. Wer gut aussieht, verdient bis zu ein Fünftel mehr, berechnete schon 2015 das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Demnach fällt der Schönheits-Bonus in Deutschland sogar noch stärker aus als in den anderen Ländern. Schöne Frauen verdienen hierzulande rund 20 Prozent mehr als der Durchschnitt, attraktive Männer immerhin etwa 14 Prozent.

    Das muss man nicht goutieren. Aber zur Kenntnis nehmen, dass man mit einem gepflegten Äußeren auch schon im Bewerbungsgespräch punkten kann. Das fängt bei der Wahl der Kleidung an. Wer gut gekleidet ist, sieht besser aus und hat darum ungleich höhere Chancen auf den Zuschlag. Diese Gleichung dürfte so falsch nicht sein.

    Klar ist auch: Ohne Fachwissen, soziale Kompetenzen und eine überzeugende Persönlichkeit werden Sie den Job nicht bekommen – egal, wie gut Sie angezogen oder wie fein Ihre Gesichtszüge sind.

    Aber: Eine angenehme Optik kann das Pendel zu Ihren Gunsten ausschlagen lassen. Die Garderobe unterstreicht im besten Fall Ihre Professionalität. Sie erzeugt ein stimmiges Gesamtbild. Sie unterstreicht Ihre Persönlichkeit. Sie wertet Ihre Bewerbung auf. Sie kann Ihnen sogar ein dickes Gehaltsplus bescheren.

    Dresscode Bewerbung: Das sollten Sie beachten

    Diese zwei Punkte sind wichtig:

    • Sie sollten sich in Ihrer Kleidung wohl fühlen.
    • Ihre Garderobe sollte zum Unternehmen und zur Branche passen.

    Wenn Sie in feinstem Zwirn auflaufen, aber darin so verkrampft wirken wie in einem Zwangskorsett, dann merkt der aufmerksame Beobachter das. Ihre Klamotten sollen aber Ihr Selbstwertgefühl stärken. Das bedeutet nicht, dass Sie sich im Hoodie für einen Job in der Bank bewerben, sondern dass Sie sich für ein Outfit entscheiden, dass Ihnen selbst gefällt.

    Grundsätzlich gilt: lieber overdressed als underdressed! Aber Achtung: Wenn Ihr Anzug edler ist als der vom Geschäftsführer, dann wirkt das übertrieben und könnte beim Gegenüber Unmut erzeugen – wenn auch nur unterbewusst.

    In konservativen Branchen kleiden Sie sich konservativer, in kreativen kreativer. In einer Werbeagentur können Sie durchaus im Smart Casual auflaufen. Zur Bank oder Versicherung kommen Sie im Anzug bzw. Hosenanzug oder Kostüm. Aber was ist eigentlich mit einem Fintech – konservativ oder kreativ?

    Das kommt ganz auf das Unternehmen an. Tipp: Surfen Sie auf die Karriereseiten der Firmen, gehen sie auf ihre Facebook-, Xing- und Linkedin-Pages. Dort können Sie sich meist einen Eindruck verschaffen. Lesen Sie Bewertungen von Bewerbern auf Kununu und Glassdoor. Vielleicht kontaktieren sie sogar einen Mitarbeiter und fragen einfach mal nach. Hier ist aber Fingerspitzengefühl gefragt, um nicht zu aufdringlich zu wirken.

    Dresscode Bewerbung: 6 Tipps für Frauen

    Was ziehen Frauen zur Bewerbung an? Das bitte nicht:

    1. Minirock

      Sexy Legs hin oder her – zeigen Sie nicht zu viel Bein. Freizügigkeit ist im Jobinterview kein Winner-Attribut. Der Rock sollte nicht vorher als eine Handbreit über dem Knie enden. Und vergessen Sie die Strumpfhose nicht. Im Büro lautet die Devise: Immer MIT.

    2. Ausschnitt

      Hier gilt das Gleiche. Bitte eine gewisse Zurückhaltung wahren. Wenn das Dekolleté vorne überzukippen droht, dann ist die Grenze längst überschritten. Kein Dirndl-Style!

    3. High Heels

      Sie bieten sich insbesondere – zwecks optischer Verlängerung – für kleinere Bewerberinnen an. Hohe Absätze sind grundsätzlich auch völlig in Ordnung. Eine Länge von fünf bis sechs Zentimetern sollten sie aber nicht übersteigen.

    4. Laufmasche

      Tipp: Stecken Sie eine Ersatzstrumpfhose ein. Laufmaschen oder Löcher sind ein Fauxpas, den man sich einfach sparen sollte.

    5. Weite

      Selbst wenn Sie einen Traumbody und Bikini-Figur haben: Pressen Sie Ihren Körper nicht in zu enge Kleidung. Das wirkt unseriös. Und sollte sich auch noch Unterwäsche darunter abzeichnen, spricht das ebenfalls nicht für ein gutes Händchen bei der Kleiderwahl.

    6. Parfüm

      Einen angenehmen Duft dürfen Sie gerne versprühen. Aber bitte keine Parfümwolke hinter sich herziehen. Wenn das Aroma noch immer den Raum füllt, wenn Sie ihn längst verlassen haben, haben Sie zu dick aufgetragen.

    Dresscode Bewerbung: Welche Farbe wähle ich aus?

    Farben haben einen großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Speziell die Farbe Rot ist eine Waffe – nicht nur für Toreros im Stierkampf, auch im Sport. LStudien zufolge gewinnen Sportler in roten Trikots häufiger. Ihre Shirts strahlen Aggressivität aus. Bei Bayern München scheint das jedenfalls zu funktionieren.

    Auch spielt es sehr wohl eine Rolle, welche Farben die Wände haben, zwischen denen Sie arbeiten. Sie machen uns aufmerksamer und kreativer – oder eben nicht.

    Darum ist es nicht verkehrt, sich vor dem Vorstellungsgespräch auch ein paar Gedanken über die Farbwahl Ihrer Kleidung zu machen. Farben können den Gesamteindruck abrunden oder abwerten.

    Ein paar Tipps:

    • Die Farben sollten miteinander harmonieren und gut zusammenpassen. Das ist die Regel Nummer eins.
    • Die Muster sollten Hand in Hand gehen. Ein kariertes Hemd sieht unter einer gestreiften Krawatte unfreiwillig komisch aus. Eine wilde Musterstrumpfhose kann bei Frauen einen ähnlichen Effekt auslösen.

    Diese Farben können Sie bedenkenlos tragen:

    • Grau
    • Dunkelblau
    • Braun
    • Schwarz

    Sie können sie mit einer weißen Bluse oder einem weißen Hemd kombinieren. Damit machen Sie so gut wie nie etwas falsch. Diese Kombinationen sind immer angemessen. Kombinieren Sie diese Farben auch gerne mit anderen Tönen, bevorzugt hellen Pastelltönen.

    Dresscode Bewerbung: Wofür steht welche Farbe?

    Diese Bedeutung haben die einzelnen Farben:

    • Blau

      Die Farbe strahlt Autorität aus. Auch verbindet man sie mit Vertrauen und Seriosität. Für das Vorstellungsgespräch kann es kaum eine bessere Wahl geben.

    • Grau

      Auch wenn Sie an das berühmte graue Mäuschen gedacht haben – Grau steht für Eleganz, Kultiviertheit, Schlichtheit und Erfahrung. Eine gute Farbe für die Bewerbung.

    • Schwarz

      Stark und kraftvoll, autoritär bis erdrückend. Sie kann im Vorstellungsgespräch eine Spur zu krass sein.

    • Weiß

      Rein und wahr. Ein strahlendes Weiß eignet sich für Hemden und Shirts – aber sonst für nichts.

    • Braun

      Die Farbe ist solide und im wahrsten Sinne erdverbunden. Der Bewerber steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Ruhig und verlässlich.

    • Rot

      Feuer und Leidenschaft – genau das erwartet ein Unternehmen doch von seinen Mitarbeitern. Ja, aber… Wer sich rot kleidet, drängt sich automatisch in den Vordergrund, wirkt exaltiert und sendet sogar unterschwellig sexuelle Botschaften aus. Darum im Vorstellungsgespräch lieber kein Rot tragen – außer bei Accessoires wie Taschen oder Socken.

    Dresscode Bewerbung: Tipps für Männer

    Zunächst einmal sollten Sie mit einer gepflegten Frisur auflaufen. Bitte keine Haare, die hinten aus dem Anzug wuchern und auch keinen verlotterten Bart zur Schau stellen.

    Für Männer ist ein Anzug in dunklen Farben mit einer passenden Krawatte eine Wahl, mit der sie selten daneben liegen. In kreativen Branchen – Werbeagenturen oder Startups – darf es auch gerne eine Jeanshose mit einem Jackett sein.

    Ein modischer Fauxpas unterläuft vielen Männern obenrum. Sprich: beim Jackett und seinen Knöpfen. Der Knigge weiß, wie es geht:

    • Beim Zweireiher werden die Knöpfe immer geschlossen – unabhängig von der umgebenden Temperatur.
    • Bei einem Sakko mit zwei Knöpfen wird ein Knopf geschlossen. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie sich für den oberen oder den unteren entscheiden.
    • Bei einem Sakko mit drei Knöpfen haben Sie Wahl: Entweder Sie schließen die beiden oberen Knöpfe oder nur den mittleren.
    • Bei einem Sakko mit vier Knöpfen schließen Sie die drei oberen oder die beiden mittleren.
    • Bei einem Sakko mit fünf Knöpfen schließen Sie alle Knöpfe bis auf den untersten. Das Gleiche gilt für Westen.

    Die Knöpfe können Sie allesamt öffnen, sobald Sie sich hinsetzen. Dann aber bitte daran denken, die Knöpfe beim Aufstehen auch wieder zu verschließen. Nur der Zweireiher bleibt immer verschlossen.

    Ein kurzärmeliges Hemd gehört niemals unter ein Sakko. Die Manschette des Hemdes sollte unter dem Ärmel herausschauen. Wenn die Ärmel des Sakkos knapp über dem Handrücken an der Daumenwurzel enden und die Hemdmanschette einen Zentimeter herausschaut, dann haben sie die perfekte Länge.

    Der Kragen des Hemdes ragt einen Zentimeter aus dem Anzugkragen heraus und liegt eng am Hals an.

    Dresscode Bewerbung: Darum sind Männersocken wichtig

    Die Socken unterschätzt Mann gerne. Warum auch nicht, sie sieht ja auch niemand. Vorsicht! Sobald Sie sich hinsetzen, kommen die Fußschlüpfer zum Vorschein. Und wenn dann eine weiße Socke unter einem schwarzen Anzug hervorlugt, rümpft mancher Personaler innerlich die Nase. Das muss doch nicht sein.

    Das sollten Sie beachten:

    • Länge

      Kniestrümpfe mag nicht jeder. Aber fürs Vorstellungsgespräch (und für andere Business-Termine) sollten Sie ein Paar im Schrank haben. Denn stoppelige Männerbeine sind nicht unbedingt ein Augenschmaus. Zum Anzug daher immer Kniestrümpfe und keine Socken tragen.

    • Farbe

      Klar, mit schwarzen Strümpfen kann man nichts verkehrt machen. Noch stilvoller aber ist es, die Strümpfe auf die Kleidung – speziell auf die Hose – abzustimmen. Dunkelblaue Hose, dunkelblaue Socken. Noch besser, Sie wählen die Strumpffarbe eine Farbstufe dunkler als die Hose.

    • Hingucker

      Hingucker sind erlaubt. Studien haben bereits gezeigt, dass kleine Extravaganzen einem Bewerber mehr nützen als schaden. Sie sorgen für einen Erinnerungseffekt. Das spricht für bunte oder rote Socken (aber bitte keine weißen), die unter einem Anzug hervorgucken. Das ist aber kein Muss, sondern nur ein Tipp. Es gibt auch Menschen, die auf derartige Spielereien allergisch reagieren und im Bewerber einen Selbstdarsteller sehen.

    • Löcher

      Jeder hat sie schon mal gehabt. Löcher in den Socken. Im Schuh sieht sie ja auch keiner. Aber wehe, Sie müssen die Schuhe wider Erwarten ausziehen – aus welchem Grund auch immer. Vielleicht gehen Sie in ein Sushi-Restaurant oder Sie haben einen Stein im Schuh or whatever. Lassen Sie es nicht darauf ankommen und ziehen Sie vernünftige Strümpfe an – ohne Löcher.

    Dresscode Bewerbung: Was Männer nicht tragen sollten

    Liebe Herren, das bitte NICHT bei der Bewerbung tragen:

    • Weiße Socken

      Die gehen gar nicht – unabhängig vom restlichen Outfit. Auch nicht zu Jeans tragen. Weiße Socken sind ausnahmslos für den Sport zu gebrauchen. Grundsätzlich sollte die Sockenfarbe entweder zu den Schuhen oder zur Krawatte des Bewerbers passen.

    • Krawatte

      Genau über dem Gürtel endet die Krawatte und nicht mehrere Zentimeter davor. Dann sähe es aus wie bei Ihrer Konfirmation.

    • Hosenbeine

      Achtung, Hochwasser! Ein Zentimeter oberhalb des oberen Absatzrandes des Schuhes sollte der Saum enden. Das sollten Sie unbedingt im Stehen messen.

    • Farben

      Für Männer ist es wichtig, dass Schuhe und Gürtel stets die gleiche Farbe haben. Beide sind entweder schwarz oder braun.

    • Unterhemd

      Das sollten Sie weglassen. Unter weißen Hemden trägt man normalerweise kein Unterhemd, weil es durchscheint. Wer nicht darauf verzichten mag – weil es ihm zu kalt ist – der sollte zumindest auf ein reinweißes Unterhemd ohne Logo oder Text zurückgreifen.

    • Schuhe

      Schöne Schuhe sind das Nonplusultra. Wenn die Absätze abgewetzt sind oder die Schuhe Flecken oder gar Löcher haben, dann ruiniert das einen ansonsten vielleicht glänzenden Auftritt.

    Dresscode Bewerbung: Checkliste

    1. Duft

      Parfums und Aftershaves sparsam einsetzen. Nicht jeder teilt Ihren Geschmack. Außerdem wollen Sie dem Personaler nicht die Sinne vernebeln, sondern ihn von Ihren Qualitäten überzeugen.

    2. Körperschmuck

      Piercings und Tattoos verdecken. Auch wenn sich die Konventionen massiv verschoben haben, müssen Sie Personaler nicht gerade darauf stoßen – speziell in konservativen Branchen. In anderen Branchen ist eine Tätowierung mittlerweile aber völlig legitim.

    3. Sauberkeit

      Dreckige Schuhe können den guten Gesamteindruck schnell zunichte machen. Auch Flecken auf der Krawatte oder Soße am Mundwinkel sind ein No-Go. Vorher noch mal alles abputzen.

    4. Mappe

      Nehmen Sie eine Dokumentenmappe mit, in der Sie Ihre Bewerbungsunterlagen (und Notizblock etc.) aufbewahren. Die Mappe können Sie wiederum in eine Tasche stecken. Nur bitte nicht in einen Rucksack, das wirkt etwas zu jugendlich.

    5. Essen

      Knoblauch und Alkohol meiden. Das wissen Sie natürlich selbst, aber zur Sicherheit sei es noch einmal erwähnt. Wer am Vorabend Knoblauch und Alkohol verzehrt, der riecht auch noch am Folgetag. Also lieber nicht.

    6. Utensilien

      Packen Sie ein Ersatzoberteil ein – gerade bei einer längeren Anfahrt. Es kann immer passieren, dass Ihnen jemand aus Versehen Senf auf das Kostüm schmiert oder der Regen Ihre Klamotten auflöst. Wenn Sie schon dabei sind, stecken Sie Kaugummi, Deo und Erfrischungstücher gleich mit ein.

    [Bildnachweis: puhhha by Shutterstock.com]

    Selbstpräsentation: So setzen Sie sich im Jobinterview gekonnt in Szene

    Die Selbstpräsentation ist ein wichtiger Bestandteil des Vorstellungsgesprächs. Auch im Assessment Center muss jeder Kandidat sich und seinen Werdegang kurz vorstellen. Dabei sollten Sie Ihre Stärken betonen und Erfolge hervorheben. Doch die hohe Kunst der Selbstbeweihräucherung liegt nicht jedem. Wie Sie es trotzdem schaffen, eine optimale Selbstpräsentation aufs Parkett zu zaubern…

    Selbstpräsentation: Jetzt sind sie an der Reihe!

    Ein Vorstellungsgespräch folgt typischerweise diesem Schema:

    Die Selbstpräsentation folgt also unverzüglich im Anschluss an den Smalltalk zu Beginn des Interviews. Sie ist noch Bestandteil der Kennenlernphase. Im Assessment Center würde man auch von der Vorstellungsrunde reden.

    Die Reihenfolge ist aber keineswegs starr festgelegt. Es hängt vom jeweiligen Unternehmen ab, ob es sich zunächst selbst vorstellt oder Ihnen den Vortritt lässt.

    Dass nun die Zeit für Ihre Selbstpräsentation gekommen ist, merken Sie an Sätzen wie:

    • Erzählen Sie doch bitte etwas über sich.
    • Wir würden Sie nun gerne näher kennenlernen. Warum sollten wir Sie einstellen?
    • Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

    Das gehört in Ihre Selbstpräsentation

    Länger als drei bis fünf Minuten dauert Ihre Selbstpräsentation nicht. Sie sollen dabei auch nicht Ihre ganze Lebensgeschichte erzählen, sondern sie in mundgerechten Häppchen an den Personaler verfüttern. Ein kurzes Plädoyer mit Meilensteinen und prägenden Erlebnissen – das war’s.

    Kommen Sie also schnell zur Sache und schweifen Sie nicht ab. Schließlich demonstriert Ihr Vortrag dem Gesprächspartner auch, ob Sie in der Lage sind, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Das wird auch im Job später relevant sein. Wenn Sie dort ein Projekt vorstellen und Ihre Zuhörer mit farblosen Monologen langweilen oder verwirren, wird Sie das auf der Karriereleiter nicht nach oben pushen.

    Merke: Wer sich selbst gut präsentiert, kann vermutlich auch andere Dinge gut präsentieren. Ein echter Mehrwert für jeden Arbeitgeber!

    Diese Informationen sollte Sie im Vorstellungsgespräch im Rahmen Ihrer Selbstpräsentation rüberbringen…

    • Name

      Ich heiße Susi Sonnenschein.

    • Alter

      und bin 25 Jahre alt.

    • Herkunft

      Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen.

    • Ausbildung

      Vor drei Monaten habe ich den Master in BWL an der Uni Hamburg gemacht, wo ich insgesamt neun Semester studiert habe.

    • Erfahrungen

      Ich habe ein dreimonatiges Praktikum bei einem DAX-Konzern hier in Hamburg absolviert und dort in der Personalabteilung mitgearbeitet.

    • Schwerpunkte

      Ich habe mich auf Human Resources und Recruiting spezialisiert. Meine Masterarbeit habe ich über das Thema „Strategien im Online-Recruiting“ geschrieben.

    • Auslandserfahrungen

      In Marseille habe ich ein Erasmus-Semester absolviert. Seitdem spreche ich fließend Französisch.

    • Passgenauigkeit

      Auch Ihr Unternehmen wirbt regelmäßig Fachkräfte und Spezialisten an und nutzt dafür unterschiedliche Rekrutierungskanäle. Ich glaube, dass ich Ihnen mit meinem Know-how helfen kann, die besten Bewerber für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

    Diese Informationen fassen Sie in einem kleinen Vortrag zusammen. Wenn Sie obige Punkte aneinanderreihen, haben Sie im Grunde schon einen. Sie sehen: Es geht hier um die wesentlichen Facts.

    Was jetzt noch fehlt, ist Ihre Motivation. Sie sollten während der Selbstpräsentation klar machen, wofür Sie brennen, was Sie begeistert, was Ihnen Spaß macht – und natürlich, warum Sie glauben, dass Sie genau der richtige Bewerber für die Stelle sind…

    Selbstpräsentation: Warum ist sie wichtig?

    Zunächst mal: Ja, die Selbstpräsentation ist im Vorstellungsgespräch ein sehr wichtiges Element. Wer sie komplett versemmelt, manövriert sich schnell ins Seitenaus.

    Immerhin hat der Personaler nicht allzu viele Gelegenheiten, Sie live zu erleben. Er beobachtet genau, wie Sie reden, welche Körpersprache Sie haben, wie Sie im direkten Gespräch wirken – und auch, ob es möglicherweise Widersprüche zu den Angaben aus Ihrer Bewerbungsmappe gibt.

    Dies sind Fragen, die sich der Personaler während Ihrer Selbstpräsentation stellt:

    • Passt der Auftritt zum Bild, das der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen von sich vermittelt hat?
    • Wo gibt es Widersprüche?
    • Überzeugen die Erfolge, die er oder sie aufführt?
    • Hat er oder sie ein ehrliches Interesse an dem Job oder ist der Auftritt eine einzige Show?
    • Ist der Kandidat unsicher, selbstbewusst oder schon arrogant?

    Vorsicht: Bei der Selbstpräsentation geht es zwar vornehmlich um Sie und Ihren Werdegang. Aber seien Sie trotzdem nicht zu sehr auf sich selbst fixiert.

    Ihr Gegenüber sucht vor allem die Bestätigung, dass Sie zum Unternehmen passen und es mit Ihren Fähigkeiten weiterbringen können. Versuchen Sie also, einen Bezug zum Unternehmen herzustellen. Wie passt Ihre Persönlichkeit zur Firmenkultur? Welche Stärken und Erfahrungen würden Sie hier einbringen können? Das muss in Ihrer Selbstpräsentation zum Ausdruck kommen.

    So bereiten Sie sich auf die Selbstpräsentation vor

    Aufzählungen sind langweilig. Nicht vergessen! Sie sollten also nicht einfach Ihre einzelnen Stationen lustlos aneinanderreihen.

    Nicht nur Sportmoderatoren wissen: Was zählt, das sind die Höhepunkte. Die Erfolge, die Sie vorzuweisen haben. Dabei muss es sich gar nicht immer um Weltbewegendes handeln. Prägende Erlebnisse, die Sie in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht haben, können genauso Eindruck auf Ihren Gesprächspartner machen.

    Versetzen sie sich zunächst in die Rolle des Arbeitgebers. Wen sucht er, was will er? Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten sind mit den Anforderungen des Unternehmens im besten Fall deckungsgleich. Am besten, Sie werfen vorher einen Blick auf die Stellenanzeige. Welche Skills werden dort aufgeführt?

    Auch die Karriereseiten, Xing- und Facebook-Pages des Unternehmens lassen Rückschlüsse zu. Stöbern Sie auch gerne in der Tagespresse. Besonders wertvoll sind Interviews – zum Beispiel mit dem Vorstandsvorsitzenden oder dem Personalchef. Diese sagen oft viel über die Kultur eines Unternehmens aus und darüber, was den Entscheidern wichtig ist.

    So können Sie vorgehen:

    1. Sie gehen Ihren tabellarischen Lebenslauf durch und suchen nach Stationen, in denen Sie Erfahrungen und Qualifikationen erworben haben, die zu den Anforderungen des Unternehmens passen. Daraus formulieren Sie Argumente.
    2. Aus all diesen Stationen und Argumenten spinnen Sie nach Möglichkeit einen roten Faden. Am besten wirkt Ihr kurzer Vortrag so, als müsse Sie Ihr Lebensweg zwangsläufig in dieses Unternehmen führen.
    3. Dabei sollten Sie hohle Phrasen und andere Floskeln dringend vermeiden. Eine typische wäre: „Ich bin sehr ehrgeizig und zeichne mich durch einen großen Teamspirit aus.“ Uff! Werden Sie lieber konkret und machen Ihre Fähigkeiten anhand von Beispielen deutlich.

    Und natürlich ist auch die Körpersprache wichtig. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen und lächeln Sie häufiger. Sie dürfen sogar mit Ihren Händen herumfuchteln, das zeigt Energie und Dynamik (nur nicht übertreiben!). Und es bewahrt Sie davor, nervös mit Ihren Händen herumzuspielen oder an den Fingernägeln zu kauen.

    Was Sie bei Ihrer Selbstpräsentation vermeiden!

    „Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber…“ „Nicht, dass sie jetzt denken, ich sei eitel…“ „Ich will ja nicht angeben, aber…“

    Stopp! Solche Einstiege sind fatal. Wer mit einer Einschränkung anfängt, bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was er eigentlich beabsichtigt hatte. Das haben auch Wissenschaftler schon herausgefunden. „Das soll jetzt nicht überheblich klingen, wenn ich Ihnen sage, dass…“ Wie klingt das für Sie? Ganz genau, ziemlich überheblich.

    Dabei dienen derartige Konstruktionen ja oft nur dazu, die eigene Unsicherheit zu kaschieren. Man hat Angst, etwas Falsches oder Unpassendes zu sagen. Eine Angst, die durchaus berechtigt sein kann. Aber leiten Sie bitte nicht aus ihr ab, solche Einschränkungen zu formulieren.

    Kandidaten, die diese Formulierungen verwenden, werden Studien zufolge sogar als weniger intelligent eingeschätzt. Wer selbstbewusst auftritt und ohne sprachliche Verrenkungen auskommt, gibt dagegen ein deutlich besseres Bild ab.

    Daran ist auch unser Gehirn Schuld, das uns unterschwellige Botschaften sendet. Wer den Gedanken an etwas Bestimmtes partout vermeiden will, denkt automatisch daran. Das Beispiel vom rosa Elefanten haben sie vielleicht auch schon einmal gehört. „Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten!“ Logisch, dass man nach dieser Aufforderung an nichts anderes als einen rosafarbenen Dickhäuter denken kann…

    Sie verfehlen also nicht nur Ihr eigentliches Ziel, sondern kehren die Wirkung sogar um. Sie richten mehr Schaden an als dass Sie Nutzen stiften – obwohl Ihre Worte vermutlich nur nett gemeint waren. Stehen Sie lieber zu Ihren Stärken und Talenten – ohne Einschränkungen. Das ist die bessere Strategie.

    Darum noch mal: Lenken Sie das Augenmerk des Personalers nicht ungewollt und über Umwege auf Aspekte, die Ihnen nicht in die Karten spielen…

    3 Tipps für die Selbstpräsentation

    So überzeugt Ihre Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch – 3 Tipps:

    1. Bescheidenheit

      Sie ist eine Tugend, aber im Jobinterview kein Erfolgsbringer. Im Gegenteil, speziell männliche Bewerber sollten nicht zu bescheiden auftreten. Das mögen Personalentscheider nicht, sagen Studien. Bescheidenheit lässt Sie schwach und unambitioniert aussehen. Das gilt für Frauen auch – aber nur Männer kostet Bescheidenheit nachweislich Sympathiepunkte.

    2. Namen

      Geheimtipp mit dem Prädikat mega-wertvoll: Merken Sie sich zu Beginn des Vorstellungsgesprächs die Namen des oder der Anwesenden (falls Sie nicht ohnehin schon wissen, wer das Jobinterview mit Ihnen führt). Sprechen Sie sie im Laufe des Bewerbungsgesprächs persönlich – also mit Namen – an. Das hat eine fulminante psychologische Wirkung. Zum Beispiel so: „Sie haben das vielleicht auch schon mal erlebt, Frau Schröder.“ Und auch zum Schluss verabschieden Sie sich unbedingt persönlich, etwa so: „Vielen Dank, Herr Winterberg, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“ Das macht Sie auf Anhieb sympathischer. Und Sympathie kann in diesem Fall nicht schaden.

    3. Training

      Der Spiegel – vor ihm dürften schon Generationen von Bewerbern geübt haben. Das können sie auch heute, weil es noch immer äußerst sinnvoll ist. Aber angesichts der technischen Möglichkeiten können Sie Ihre Trainingsrunde auch einfach mit dem Smartphone aufnehmen. Vorteil: Sie können sich Ihre Präsentation hinterher in Ruhe noch einmal anschauen – und von Freunden bewerten lassen, die gerade nicht anwesend sind.

    [Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]

    Vorstellungsgespräch Schwächen (und Stärken): Die sind gut!

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Vor kaum einer Frage zittern Bewerber mehr als vor der nach den eigenen Schwächen. Dabei sind Schwächen menschlich. Jeder hat sie – und zwar in Hülle und Fülle. Darum ist es auch keine gute Strategie, Schwächen im Vorstellungsgespräch partout verschweigen zu wollen. Ein bisschen Vorsicht sollten Bewerber nichtsdestotrotz schon walten lassen. Vorstellungsgespräch Schwächen: Welche sinnvoll sind – und welche weniger…

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Diese bitte nicht!

    Niemand mag diese Situation: Sie sitzen im Vorstellungsgespräch und werden mit der Frage nach Ihren größten Schwächen konfrontiert. Welche Strategie aus dem Hut zaubern: Flunkern, beschönigen, ablenken oder ignorieren? Am besten nichts von alledem!

    Zunächst einmal sollten Sie von den Klassiker-Antworten absehen, die vor 15 oder 20 Jahren noch originell waren. Heute sind sie es nicht mehr. In diese Kategorie gehören Antworten wie:

    • Ich bin zu perfektionistisch.
    • Ich bin ungeduldig.
    • Ich arbeite zu viel.
    • Ich habe keine nennenswerten Schwächen.

    Die letzte Antwort outet Sie augenblicklich als Großkotz. Das kommt bei niemandem gut an. Und es führt höchstwahrscheinlich dazu, dass Sie aus dem Rennen sind – denn keiner möchte einen arroganten Fatzke in sein Team holen.

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Ungeduldig und perfektionistisch?

    Grundsätzlich ist die Taktik, eine Stärke zu einer vermeintlichen Schwäche umzuettiketieren, nicht mehr zeitgemäß. Personaler sind nicht dumm – sie durchschauen diese Vorgehensweise sofort.

    Und wenn man ganz ehrlich ist, dann sind Ungeduld und Perfektionismus in Wahrheit auch keineswegs Stärken. Es sind negative Eigenschaften – nicht mehr und nicht weniger.

    Geduld etwa ist eine Kardinalstugend – wer sie hat, geht nachweislich erfolgreicher durchs Leben. Sogar in der Schule haben Kinder große Vorteile, wenn sie einigermaßen geduldig sind. Darauf haben Studien bereits hingewiesen. Böse Zungen könnten sogar behaupten: Ungeduld ist eine Eigenschaft infantiler Menschen.

    Sie korreliert darüber hinaus mit übersteigertem Ehrgeiz. Typ Lottogewinner: Das schnelle Geld – jetzt sofort! Aber bitte ohne den entsprechenden Einsatz. Erfolg aber ist ein Marathon, kein 100-Meter-Lauf. Wer das nicht kapiert, hat in einer Führungsposition nichts verloren. Erfahrung gewinnt man im Laufe seines Lebens – und sie bringt einen weiter. Ohne Geduld wiederum keine Erfahrung.

    Perfektionismus könnte man als mangelnden Pragmatismus auslegen. Eine pragmatische Herangehensweise aber braucht, wer ein Startup großmachen oder eine Unternehmenskrise überwinden will. Perfektionisten offenbaren zudem, dass sie nicht einmal zu eigenen Schwächen stehen und konstruktiv mit ihnen umgehen können.

    All das soll sagen: Nein, Ungeduld und Perfektionismus sind keine Stärken. Versuchen Sie erst gar nicht, sie zu welchen zu machen.

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Warum Sie zu ihnen stehen sollten

    Darum kann der Rat nur lauten: Stehen Sie zu Ihren Schwächen und Defiziten! Jeder kennt den Spruch: Nobody is perfect. Auch Ihr Gegenüber kennt den – und er erwartet keinen Arbeits-Roboter ohne jede menschliche Macke.

    Schwächen machen Sie menschlich. Außerdem können Sie an Schwächen arbeiten – sie sind gewissermaßen Entwicklungspotenziale. Und genau das ist der Casus Knaxus: Wer im Vorstellungsgespräch Schwächen zu einer Herausforderung erklärt, signalisiert Einsatz, Willen und unerschlossene Potenziale. Und zeigt überdies, dass er eine gefestigte Persönlichkeit, emotional reif und reflektiert ist. Damit können Arbeitgeber etwas anfangen!

    Ein Unternehmen, dass Sie nur mit Ihren Stärken, aber nicht mit Ihren Schwächen will, hat Sie ohnehin nicht verdient. Das ist so ähnlich wie in einer Ehe. Den einen Prince Charming oder die perfekte Cinderella – sorry, wenn ich Sie enttäuschen muss – die gibt’s leider nicht.

    Diverse Studien haben gezeigt, dass…

    • Business-School-Absolventen in Bewerbungsgesprächen besser abschneiden, wenn sie auf Killerfragen und die Frage nach den Schwächen wahrheitsgemäß und nicht nur positiv antworten.
    • Bewerber ihre Chancen um das Fünffache steigern, wenn sie im Vorstellungsgespräch selbstkritisch und authentisch sind.
    • Personaler sich für die Kandidaten entscheiden würden, die eine echte Schwäche zugegeben und nicht eine Stärke zu einer Schwäche gemacht hatten.

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Warum diese Frage?

    Was bezweckt der Personaler eigentlich mit der Frage nach den Schwächen?

    Nun, er will nicht wissen, ob sie für die Stelle qualifiziert sind oder nicht. Das hat er längst aus Ihrem Lebenslauf, aus Arbeitszeugnissen und Referenzen herausgelesen. Ein Entwickler, der keinen Code schreiben kann oder ein Verkäufer, dem der Umgang mit Menschen nicht behagt oder ein Handwerker mit zwei linken Händen – mit dieser Art Schwäche hätten Sie sich ja erst gar nicht beworben.

    Was das Unternehmen wirklich über Sie wissen will, ist, ob Sie selbstkritisch genug und ehrlich zu sich selbst sind. Wesentliche Eigenschaften, um sich im Job verbessern und weiterentwickeln zu können.

    Die beste Taktik für Sie als Bewerber lautet demzufolge: Geben Sie eine Schwäche guten Gewissens zu, aber verknüpfen Sie sie mit einem guten Vorsatz! Einige Beispiele folgen…

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Die sind gut!

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Diese Antworten sind auch empfehlenswert – aber nicht für jeden…

    • Networking

      Ich bin kein wirklich guter Networker, obwohl ich einer werden will. Mir fällt es manchmal schwer, die richtigen Kontakte zu knüpfen und auf Dauer aufrecht zu erhalten. Aber ich arbeite daran und bin gerade dabei, mir eine Xing-Strategie zurechtzulegen.

      Diese Antwort ist KEIN Schweizer Taschenmesser, nicht jeder sollte von ihr Gebrauch machen. Beispiel: Vertriebsleiter oder Pressesprecher von Unternehmen. Für sie ist es elementar, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. In anderen Positionen wäre diese Antwort dagegen gut, weil weniger relevant. Zudem handelt es sich um eine Schwäche, mit der sich so mancher identifizieren kann. Networking ist harte Arbeit, mühsam, manchmal auch lästig – und fällt vielen schwer.

    • Publikum

      Ich mag es nicht, vor größerem Publikum zu sprechen. Dann bin ich oft sehr nervös und fühle mich nicht wohl. Aber ich möchte das in den Griff kriegen und habe mich daher für einen Rhetorikkurs angemeldet.

      Jemand, der beruflich viel und öffentlich reden muss, sollte auf diese Antwort verzichten. Aber wenn Sie ohnehin kaum vor vielen Zuhörern referieren, wäre das eine legitime Antwort für Sie. Sie könnte sich zum Beispiel für Sachbearbeiter oder IT-Fachkräfte anbieten. Klar ist aber auch, dass es sich um eine Schwäche handelt und es besser wäre, an ihr zu arbeiten. Wenn Sie signalisieren, genau das tun zu wollen, können Sie sogar Punkte sammeln.

    • Ordnung

      Ich bin kein Messie, aber manchmal etwas unorganisiert. Dann fällt es mir schwer, den Überblick zu behalten und Aufgaben zu priorisieren. Darum versuche ich jetzt, vermehrt mit To-do-Listen und Zeitmanagement-Tools zu arbeiten.

      Ein Eventmanager sollte ein guter Organisator sein, die meisten Führungskräfte ebenfalls. Für sie ist diese Antwort weniger geeignet. Für Kreative aller Art aber könnte sie brauchbar sein. Ihnen wohnt ein kreatives Chaos inne, zu viel Ordnung und Ordentlichkeit würgt es möglicherweise ab. Grafikdesigner oder Art Direktoren können so antworten.

    • Ruhe

      Ich liebe es, mich mit meinen Kollegen auszutauschen. Aber um effizient zu arbeiten, muss ich mich fokussieren können und brauche meine Ruhe.

      Jeder Arbeitgeber verlangt Team- und Kommunikationsfähigkeit. Setzen Sie diese Antwort daher strategisch ein. Wenn Sie zum Beispiel wissen, dass die Firma Home-Office-Optionen anbietet oder viele Einzelbüros oder Rückzugsmöglichkeiten hat. Wenn sie über all das nicht verfügt, deutet dies vielleicht darauf hin, dass permanente Lärmpegel und Teamarbeit an der Tagesordnung sind – und dass Sie das aushalten müssen.

    • Fremdsprachen

      Meine Fremdsprachenkenntnisse sind eingerostet und daher ausbaufähig. Ich muss sie einfach häufiger sprechen. Genau das werde ich jetzt wieder tun. Ich habe mich für einen Tandemkurs im Internet angemeldet.

      Wenn Sie die Unternehmenspräsenz in Frankreich ausbauen sollen, dann sollten Sie Ihre Fremdsprachenkenntninisse lieber nicht in Frage stellen. In einem Job, in dem Sie ausschließlich auf deutsch kommunizieren, können Sie das schon eher. Natürlich ist Englisch die moderne Lingua franca und wird immer wichtiger. Wer sie nicht spricht, gerät ins Hintertreffen. Nennen Sie also lieber nicht Englisch, sondern eine andere Sprache.

    • Stärken

      Ich habe sicherlich viele Schwächen wie xx, yy oder zz. Aber ehrlich gesagt konzentriere ich mich auf meine Stärken und versuche, mich noch weiter zu verbessern.

      Keine Antwort für Generalisten, sondern für Spezialisten. Wenn Sie wahrhaft ein Meister Ihres Fachs sind, dann ist Ihre Top-Eigenschaft Ihr Kapital. Was bringt es Ihnen, noch etwas völlig anderes zu lernen? Dennoch ist die Antwort gewiss sehr gewagt, weil sie extrem selbstbewusst – manchem vielleicht schon arrogant – erscheint.

    Vorstellungsgespräch Schwächen: Die sind auch gut!

    Wenn Sie noch weitere Alternativen fürs Vorstellungsgespräch brauchen – wie wäre es mit diesen?

    • Meine praktische Erfahrung hält sich noch in Grenzen. (für Berufsanfänger)
    • Manchmal fällt es mir schwer, Nein zu sagen.
    • Es kommt vor, dass ich zu viel rede, um meine Meinung klar zum Ausdruck zu bringen.

    Auch für diese Antworten gilt: Versuchen Sie, die Schwäche mit einem guten Vorsatz zu verknüpfen. Im ersten Beispiel ist das offensichtlich: Schließlich haben sie sich beworben, um genau diese Berufserfahrung jetzt zu sammeln.

    Stärken im Vorstellungsgespräch: Welche nennen?

    Die Frage nach den Stärken – sie ist das Gegenstück zu der nach den Schwächen. Was nicht heißen muss, dass sie weniger unangenehm wäre.

    Zwar gibt es Bewerber, die jetzt zur Hochform auflaufen und sich selbst wie einen jungen Gott bewerben. Andere rattern genau die Punkte herunter, von denen sie glauben, dass sie von ihnen erwartet werden.

    Der Grat ist erstaunlich schmal: Bewerber sollen sich einerseits nicht übermäßig hochjubeln, andererseits aber auch nicht zu bescheiden auftreten. Beides hat ein Geschmäckle.

    Halten Sie sich daher an diese beiden Vorgaben:

    1. Übertreiben Sie es nicht!

      Ja, Sie sind ein 1-A-Bewerber. Ja, Sie sind sehr kompetent. Ja, Sie sind der oder die richtige für den Job. Aber nein, Sie sind weder Superman noch Wonder Woman. Loben Sie sich selbst also nicht in den Himmel, sondern bleiben Sie realistisch. Stellen Sie Ihre Stärken sachlich heraus.

    2. Bringen Sie Beispiele!

      Teamfähig sind wir doch alle, nicht wahr? Aber wie äußert sich Ihre Teamfähigkeit denn im Arbeitsalltag? Das sollten Sie mit praktischen Beispielen belegen. Ebenso Ihre harten Skills wie EDV-Kenntnisse. Legen Sie dar, wann und wo Sie erfolgreich mit Business-Intelligence-Tools gearbeitet haben und warum Ihnen dies leicht fällt und sogar Spaß macht. Das klappt natürlich umso besser, je mehr Berufserfahrung Sie schon gesammelt haben. Junge Bewerber können auch Beispiele aus der Schule, Uni oder aus Nebenjobs in ihre Argumentation einflechten.

    Stärken im Vorstellungsgespräch: Das sind gute!

    Hier sind einige Beispiele:

    • Stressresistenz

      Ich bin belastbar und kann auch unter Stress gute Leistungen abrufen. So war es auch in meinem früheren Job eigentlich immer, wenn eine Deadline vor der Tür stand. Druck hat mich immer angespornt und noch ein paar Prozent aus mir herausgekitzelt.

    • Zielstrebigkeit

      Ich weiß genau, was ich will und bin sehr zielstrebig. Das ist nicht einfach so dahergesagt. Ich wollte damals nach der Schule unbedingt eine Ausbildung zum Mediengestalter machen, habe aber am Anfang nur Absagen erhalten. Trotzdem habe ich immer weitergemacht, an meinen Bewerbungsunterlagen und an meinem Auftreten im Interview gearbeitet und schlussendlich auch einen guten Ausbildungsplatz bekommen.

    • Kreativität

      Ich bin sehr kreativ. Aber ich weiß auch, dass Kreativität harte Arbeit bedeutet. Man muss sich schon bemühen, kreative Ergebnisse zu erzielen. Darum habe ich zuhause eine Routine entwickelt, bei der ich mir eine knifflige Aufgabe überlege und eine halbe Stunde lang intensiv nach Lösungen suche. Das mache ich einmal pro Woche, manchmal sogar am Wochenende.

    Sie sehen: Es geht keineswegs darum, „richtige“ Antworten zu geben. Sondern darum, offen und selbskritisch mit sich ins Gericht zu gehen. Zu zeigen, dass man reflektiert ist und ach nach Lösungen und Verbesserungsmöglichkeiten sucht.

    Sie sollen vor allem zeigen, dass Sie jemand sind, mit dem man gerne zusammenarbeitet. Dann verzeiht Ihnen der Arbeitgeber (nahezu) jede Schwäche…

    [Bildnachweis: g-stockstudio by Shutterstock.com]

    Bewerbungsgespräch: Ablauf, Fragen, Vorbereitung

    Das Bewerbungsgespräch ist die letzte Etappe auf dem Weg zur neuen Stelle – und die vielleicht schwierigste. Fettnäpfchen, in die Bewerber treten können, gibt es mehr als Tropfen im Meer. Wenn Sie so vielen wie möglich ausweichen und dafür selbst positive Akzente setzen, gehört der Job Ihnen. Karrieresprung sagt Ihnen, was im Bewerbungsgespräch wichtig ist.

    Bewerbungsgespräch: So läuft es ab

    Wer zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird, zittert manchmal vor Aufregung. Dabei ist es doch eigentlich ein Grund zu Freude. Das Unternehmen ist interessiert am Bewerber, will ihn näher kennenlernen und vielleicht sogar auf die Gehaltsliste aufnehmen.

    Klar ist auch: Ein Bewerbungsgespräch wird einem Kandidaten nicht einfach so spendiert. Ihm muss eine Bewerbung – und damit Mühen und Anstrengung – vorausgehen.

    Dabei gibt es verschiedene Arten von Bewerbungsgesprächen. Die klassische Variante ist das Präsenzgespräch im Unternehmen, bei dem der Bewerber einem oder mehreren Firmenvertretern gegenübersitzt. Auch wenn es Sie nervös macht: Betrachten Sie es als Kompliment, wenn Ihnen möglichst viele Menschen Löcher in den Bauch fragen. Je größer der Personenkreis, desto höher Ihre Wertigkeit. Bei einem Auszubildenden oder Praktikanten – wenngleich diese Stellen keinesfalls unwichtig sind – würde man sich diese Mühe nicht machen, in gehobenen Positionen schon eher.

    Auch das Bewerbungsgespräch via Videoplattformen wie Skype darf man mittlerweile als etabliert betrachten. Es bietet den Vorteil, dass der Bewerber nicht extra anreisen muss, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen – das spart auch dem Unternehmen Zeit und Aufwand.

    So können sich Bewerbungsgespräche unterscheiden

    Ein Bewerbungsgespräch kann auf die eine oder die andere Art ablaufen. Zum Beispiel auf diese…

    • Strukturiert

      Der Personaler arbeite seinen Fragenkatalog ab, um mehr über Sie zu erfahren. Vorteil für ihn: Er kann alle Bewerber hinterher relativ einfach miteinander vergleichen. Vorteil für Sie: Auf ein strukturiertes Interview können Sie sich gut vorbereiten.

    • Stressfragenbasiert

      Hier möchte Sie das Unternehmen aus der Reserve locken, indem es Sie mit sogenannten Killerfragen unter Druck setzt – zum Beispiel durch eine provokative Frage. Sie sollen zeigen, dass sie auch in Stressituationen routiniert und souverän bleiben. Das sollen Sie im Job schließlich auch. Eine Stress-Frage kann auch in ein strukturiertes Interview eingebunden werden.

    • Offen

      In diesem Fall geht der Personalentscheider nicht seine Liste mit Fragen durch. Er versucht vielmehr, ein völlig offenes Gespräch mit dem Bewerber zu führen. So kann dieser beweisen, dass er ein Gespräch lenken und führen und selbst Akzente setzen kann. Nachteil aus Bewerbersicht: Wer nicht spontan oder aber sehr nervös ist, bekommt schnell Probleme.

    • Situativ

      Vor allem in Assessment Centern sind sie beliebt: Rollenspiele, mit deren Hilfe man sich in eine arbeitstypische Situation hineinversetzt. So will das Unternehmen herausfinden, ob Sie auch in der „realen Welt“ überzeugen oder nur im Jobinterview eloquent auftreten. Auch hier ist es für Bewerber wichtig, spontan und souverän aufzutreten.

    So bereiten Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vor

    Die Zeit zwischen der Einladung und dem Bewerbungsgespräch ist mitentscheidend. Je nachdem, ob und wie gut Sie sich vorbereiten, steigen Ihre Chancen auf die Stelle.

    Spätestens jetzt müssen Sie die wichtigsten Informationen über das Unternehmen einholen:

    • Welche Standorte hat das Unternehmen?
    • In welcher wirtschaftlichen Lage befindet es sich (grob)?
    • Wie groß ist ist die Produktpalette?
    • Wie viele Mitarbeiter beschäftigt es?
    • Welche Werte verkörpert es?
    • In welchen Märkten ist es aktiv oder will es aktiv werden?
    • Welche denkwürdigen Ereignisse weist die Unternehmensgeschichte auf?

    Der Personaler wird das Unternehmen im Bewerbungsgespräch normalerweise kurz vorstellen, aber die Basics sollten beim Bewerber schon vorab sitzen. Wer keine Ahnung hat, kann auch nicht sonderlich viel Interesse haben. Diese Message kommt bei Ihrem Gegenüber an, wenn Sie durch Unwissenheit glänzen.

    Die gute Nachricht ist: Im Internet gibt es mittlerweile unzählige Quellen, die Sie kinderleicht anzapfen können. Da gibt es die Homepage des Unternehmens oder seinen Facebook-Auftritt. Auch ein Blick in die Presse via Google News lohnt sich. Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu oder Glassdoor geben weitere Einblicke.

    Tipp eins also zur Vorbereitung: Holen Sie im Internet die wichtigsten Informationen ein!

    Bewerbungsgespräch: Diese 2 Punkte sind wichtig!

    Auch auf diese zwei Aspekte sollten vor Ihrem Bewerbungsgespräch ein großes Augenmerk legen:

    1. Anreise

      Wo findet das Bewerbungsgespräch statt? Das ist nicht immer sofort ersichtlich. Im Zweifel fragen sie einfach noch mal nach. Achten Sie auch auf die Abteilung, Etage, Raum, damit Sie am Ende nicht wie der Ochs vorm Berg stehen.

      Bedenken Sie: Wer fünf Minuten zu spät kommt, holt sich dicke fette Minuspunkte ab – und ist im Falle starker Konkurrenz direkt wieder draußen. Warum auch einen Zuspätkommer nehmen, wenn ich Bewerber von der gleichen Qualität bekomme, die pünktlich und somit zuverlässig sind?

      Planen Sie Ihre Anreise im Detail. Wenn Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, kalkulieren Sie Verspätungen mit ein und nehmen Sie eine oder gar zwei Bahnen früher. Und auch wenn Sie überpünktlich losfahren, kann es passieren, dass Sie das richtige Gebäude oder Zimmer nicht auf Anhieb finden. Darum den Weg vorab genau durchgehen. Fahrpläne und Karten im Netz wie Google Maps helfen.

    2. Kleidung

      Ein gepflegtes Äußeres ist Pflicht, keine Kür. Nägel schneiden, duschen, Zähne putzen – das sollten Selbstverständlichkeiten sein.

      Und was ist mit der Kleiderwahl? Ja, in der Bank geht es förmlicher zu als in der Werbeagentur. Aber wenn sie das Unternehmen nicht genau einschätzen können, halten Sie sich an den Grundsatz: Lieber overdressed als underdressed!

      Das schließt übrigens ein auffälliges Accessoire (Schal, Tasche) oder bunte Socken gar nicht aus. Studien haben gezeigt, dass man so aus der Masse der Bewerber herausragen kann. Also nur Mut!

      Auf Anfängerfehler verzichten Sie dagegen lieber. Also auf Fusseln, Knitterfalten oder gar Flecken auf dem Jackett. Und keine abgelaufenen Schuhe anziehen. Bringen Sie dem Unternehmen Wertschätzung entgegen – durch eine stilvolle Kleiderwahl.

    So gehen Sie ins Bewerbungsgespräch

    Der berühmte erste Eindruck – er zählt! Bereiten Sie sich penibel darauf vor, Ihrem Gastgeber die Hand zu schütteln (fester Händedruck), ihm in die Augen zu schauen, ihn dabei persönlich anzureden („Hallo, Herr Schulze“) und vor allem zu lächeln!

    Üben Sie das ruhig vor dem Spiegel – und seien Sie auch zu Pförtner und Empfangsdame freundlich. Wenn diese Ihnen ein Lächeln zurückschenken, gehen Sie gleich mit besserer Laune ins Bewerbungsgespräch.

    Und: Wenn Sie gut vorbereitet sind, sind Sie selbstbewusster. Das strahlt auf Ihre Körpersprache ab.

    Ein Tipp: Gehen sie kurz vor dem Interview noch einmal auf die Toilette, um sich den Schweiß von Händen und Stirn zu wischen. Ein fester Händedruck ist nur noch halb so eindrucksvoll, wenn er gleichzeitig sehr feucht ist. Bei der Gelegenheit können Sie noch schnell ein Menthol-Bonbon einwerfen, um möglichen Mundgeruch zu vertreiben.

    So verhalten Sie sich im Bewerbungsgespräch

    Warten Sie, bis der Jobinterviewer Sie hineinbittet und Sie auffordert, Platz zu nehmen. Er ist derjenige, der die Ansagen macht. Und er will im Bewerbungsgespräch etwas über Sie, Ihre…

    • Persönlichkeit
    • Motivation
    • Ziele

    erfahren.

    Und auch wenn man etwas anderes vermuten würde: Im Bewerbungsgespräch ist Ihre Persönlichkeit der alles entscheidende Faktor. Der Personaler will herausfinden, ob und wie gut Sie ins Team passen. Er will wissen, ob der sogenannte Cultural Fit stimmt.

    Tut er das nicht, werden Sie den Job nicht bekommen – völlig unabhängig davon, wie gut Ihre Qualifikationen sind (es sei denn, Sie sind mehr oder weniger der einzige Bewerber und werden dringlichst gebraucht). Ihre Motivation ist sowieso unmittelbar mit Ihrer Persönlichkeit verknüpft. Ein starker Charakter ist per se leistungsbereit und ehrgeizig.

    Wenn Sie Ihr Gegenüber sympathisch findet, ist das definitiv ein großer Vorteil. Üben Sie sich also ruhig ein bisschen im Smalltalk, das kann Punkte bringen (allerdings auch Abzüge). Die Wahrheit ist: Wer im Bewerbungsgespräch schleimt, dem Personaler nach dem Mund redet und hier und da eine Gemeinsamkeit herausstellt, erhöht seine Chancen auf die Wunschstelle. Das lässt sich mit wissenschaftlichen Studien belegen.

    Dies ist aber keine Handlungsanweisung. Wenn sie kein Schleimer sein wollen, dann ist das nur allzu verständlich. Aber merken Sie sich eins: Das Bewerbungsgespräch ist KEIN Debattierclub. Für inhaltliche Auseinandersetzungen ist hinterher im Berufsalltag noch genügend Zeit.

    Allerdings gibt es auch hier wieder Ausnahmen: Wenn Sie als Bewerber eine Case Study lösen sollen, müssen Sie Ihre Lösung hinterher verteidigen – auch gegen die Einwände Ihres Gegenübers.

    Ohnehin müssen Sie im Bewerbungsgespräch Verkäuferqualitäten nachweisen. Sie verkaufen Ihre Stärken und Qualifikationen. Wenn Ihnen das nicht liegt, üben Sie es zuhause und überlegen sich ein paar gute Verkaufsargumente. Vertriebler wissen: Am erfolgreichsten sind die, die genau in der Mitte der Extreme liegen. Sie sollten also nicht den übereifrigen Dampfplauderer heraushängen, sich aber auch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen lassen. Der Mittelweg ist oft der beste – auch im Bewerbungsgespräch.

    Bewerbungsgespräch: Was Sie lieber sein lassen

    Wichtig ist nicht allein, was Sie sagen oder nicht sagen – sondern auch, WIE Sie es sagen. Stimmlage, Sprechtempo, Betonung. Und, mit welcher Gestik und Mimik Sie das Gesagte untermauern.

    Setzen Sie gerne Ihre Hände ein und gestikulieren Sie. Aber bitte nicht an den Fingernägeln kauen, nervös mit einem Bein auf den Boden tippen oder die Arme verschränken. Überlegen Sie sich am besten schon vorher eine angenehme Sitzposition, in der Sie sich wohl fühlen. Und blicken Sie dem Gesprächspartner währenddessen in die Augen – nicht immer, aber meistens.

    Dass Sie Ihren beruflichen Werdegang umreißen können, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber bitte nicht alle Punkte chronologisch aufzählen, sondern Höhepunkte setzen. Was macht vermutlich den größten Eindruck? Was ist für die Stelle relevant? Womit können Sie Ihre Fähigkeiten untermauern?

    Frage: Ein Profi-Fußballer, der zehn Jahre lang in der Dritten Liga beim VfL Osnabrück gekickt hat und zwischendurch für ein Jahr vom Bundesligisten FC Schalke verpflichtet wurde – womit wird der in der Disco angeben? Mit seinem Bundesliga-Engagement natürlich. Obwohl das im Grunde nur eine ganz kleine Episode war. So ähnlich ist es auch mit Ihrem Lebenslauf. überlegen Sie sich vorher genau, was wirklich Punkte bringt – ohne im Bewerbungsgespräch zum arroganten Angeber zu mutieren.

    Wichtiger Hinweis: Unterschätzen Sie nicht das rhetorische Stilmittel der Pause! Sie müssen nicht auf jede Frage wie aus der Pistole geschossen antworten. Im Gegenteil: Pausen zeugen von Überlegung und Selbstreflexion. Und Sie beweisen Souveränitä und Selbstsicherheit, wenn Sie nicht jede Gesprächspause künstlich wegquatschen.

    Wenn Sie nur auswendig lernen und aufsagen, merkt das der Personaler. Er will aber auch wissen, wie Sie in Stresssituationen reagieren, ob Sie den Überblick behalten. Darum: Keine Schnellschüsse!

    Bewerbungsgespräch: Darüber reden Sie

    Sie werden natürlich über Ihren beruflichen Werdegang parlieren müssen – aber nicht ausschließlich. Maximal zehn Minuten nimmt die Selbstpräsentation ein. Die wichtigsten Fakten hat der Personaler längst Ihrem Lebenslauf entnommen.

    Dann werden die Fragen nach Ihrer Motivation auftauchen. Optimal ist es, wenn Sie einen Bogen von Ihrer Persönlicheit über die Ziele des Unternehmens bis zur ausgeschriebenen Stelle spannen können. Wenn es einen Bezug zwischen all dem gibt. Simples Beispiel: Sie bewerben sich bei Spielwarenmacher Lego und haben selbst als Kind die bunten Steinchen geliebt – und wollen nun mithelfen, dieses Gefühl an die nächste Generation weiterzugeben.

    Vor der Frage nach Ihren Stärken und Schwächen haben viele Bewerber Bammel. Bei Ihren Stärken sollte es sich um Qualitäten handeln, die im Job überaus wichtig sind – aber Allgemeinplätze wie Teamfähigkeit oder Einsatzbereitschaft kann kein Personaler mehr hören.

    Auf der anderen Seite versuchen Sie bitte nicht, eine Stärke in eine Schwäche umzudeklarieren. Die Klassiker sind Ungeduld und Perfektionismus. Nennen Sie eine echte Schwäche – aber eine, die nicht so stark ins Gewicht fällt. Diese Schwäche verbinden Sie mit dem Ziel, daran zu arbeiten und besser werden zu wollen.

    Vorsicht ist auch bei Fragen zum alten Arbeitgeber angesagt: Lästern ist keine Tugend, völlige Kritiklosigkeit dagegen unrealistisch. Ein Kompromiss könnte sich so anhören: „Wir haben insgesamt super zusammengearbeitet, auch wenn es wie überall hier und da mal eine Meinungsverschiedenheit gab.“ Waschen Sie keine schmutzige Wäsche mit ihrem Ex. Daran erkennt ein Unternehmen, ob es Ihnen vertrauen kann oder nicht. Richten Sie Ihren Blick lieber in die Zukunft und betonen sie, wie sehr Sie sich auf die neue Herausforderung freuen würden.

    So verabschieden Sie sich aus dem Bewerbungsgespräch

    Wenn das Ende naht, ahnt der Bewerber meist schon, ob er sich gut oder weniger gut geschlagen hat. Aber Achtung: Auf der Zielgeraden kann noch eine ganze Menge passieren. Sie können entscheidende Meter gut machen, aber Ihren Vorsprung auch wieder einbüßen.

    Warten Sie, bis der Gesprächspartner Sie hinausbegleitet. Verabschieden Sie sich persönlich und bedanken Sie sich höflich für das Gespräch („Danke Herr Schulze, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Hat mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen.“). Kräftiger Händedruck, in die Augen schauen und freundlich lächeln. Warum ausgerechnet jetzt noch Punkte liegenlassen?

    Sie selbst können aus dem Bewerbungsgespräch in jedem Fall wichtige Lehren mitnehmen. Halten Sie also kurz inne und fragen sich: Was ist gut gelaufen? Was hätten Sie besser machen können? Worauf waren Sie nicht vorbereitet? Was hat sich ausgezahlt? Und Sie müssen sich darüber klar werden, ob das Unternehmen und die Stelle überhaupt Ihren Erwartungen entspricht. Wollen Sie dort überhaupt arbeiten?

    Wenn ja, dann dürfen Sie sich ruhig nachträglich per Mail bei Ihrem Gesprächspartner bedanken. Aber nur kurz und nicht zu aufdringlich. Denn nicht nur Singles wissen: Wer allzu verzweifelt wirkt, bekommt einen Korb.

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